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Fußnote 248: ein Streikgraben geht durch Europa

Auch in Belgien wird gestreikt. Daran kann man ablesen, dass auch in dem seit Jahrzehnten im Spitzenfeld der Schuldnerrangliste liegenden Land erstmals gespart wird.

Das ist jedenfalls positiv, aber derzeit nichts wirklich Außergewöhnliches. Kein Mensch wird besonders Mitgefühl mit den Protesten gegen die Erhöhung des sogenannten belgischen „Vorruhestands“ von 60 auf 62 Lebensjahre haben. Weiß doch jeder zum Rechnen fähige Europäer, dass das sicher nicht die letzte Etappe in diese Richtung sein kann. Viel interessanter ist aber die unterschiedliche Befolgung des Streiks: Im französischsprachigen Wallonien waren kaum fünf Prozent der Züge unterwegs, im flämisch sprechenden Teil des Landes fuhren hingegen alle. Deutlicher kann man den tiefen kulturellen Graben gar nicht zeigen, der quer durchs Land, aber auch den Kontinent geht. Deutlicher kann man gar nicht anschaulich machen, warum der romanische Süden wirtschaftlich immer weiter zurückfällt, während die nördlichen Völker immer stärker davonziehen. Vereinfacht auf den Punkt gebracht: Im Süden glaubt man seine Lage durch Streiks verbessern zu können, im Norden durch Arbeit. Das spielt sich in Europa in gleicher Weise ab wie in Belgien: Das rohstoffreiche Wallonien war einst der reiche Teil des mehrsprachigen Landes, in den letzten Jahrzehnten ist es gegenüber den früher stark bäuerlich geprägten (aber auch seit langem sehr handelsorientierten) Flamen immer stärker zurückgefallen. Das haben nur die meisten Ausländer lange nicht so mitgekriegt, weil sie meist nur französisch, aber fast nie flämisch verstehen. Sie bekommen das Problem erst mit, seit die Flamen immer stärker nach der Teilung des Landes rufen. Was nicht ganz unverständlich ist, wie das Beispiel zeigt.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Graser
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 18:20

    Sozialisten sind eigentlich eiskalte Neoliberale, die ihr Geld nicht am Markt machen, sondern es der eigenen Bevölkerung über die Steuern aus der Tasche ziehen.

  2. Ausgezeichneter KommentatorIgo
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 02:42

    Ich glaube eher, dass in Österreich ein Ost(Wallonien)-West(Flamen) Gefälle vorliegt.
    Bin in beiden Teilen beheimatet und habe noch Hoffung für den Westen.
    Man sieht von diesen Blickpunkt auch, wie Parteien hier Einfluss haben: in Tirol und z.T. auch in Vorarlberg ist die SPÖ nur eine marginale Kraft..zwei Bundesländer mit Zukunft.

  3. Ausgezeichneter KommentatorDoppeladler
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 09:52

    Dazu paßt eine Prophezeiung Heimito von Doderers, die heute in einem Leserbrief in der Presse (22.12.11, Seite 26) zitiert wird:

    „Sozialismus nennt man einen ungeheuren Aufwand zum Wohl der Menschheit, welcher sich selbst so restlos konsumiert, daß am Ende tatsächlich jeder alles, nämlich das übrig gebliebene Nichts hat.“

  4. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 12:10

    Das Problem in Österreich ist weniger ein Problem nördliche gegen südliche Völker. Wir haben eher das Problem Balkan gegen Resteuropa.
    Im Osten sitzt die korrupte Regierung, im Westen die Menschen, die mit ehrlicher Arbeit ihr Geld verdienen, das ihnen dann die korrupte Regierung wieder abknöpft.
    Vielleicht hat das auch mit der früheren russischen Besatzungszone zu tun. Da hat gleich nach dem Abzug der Russen die SPÖ das Ruder übernommen und betrachtet das Ganze jetzt als ihr Eigentum, wo sie schalten und walten kann, wie sie will.

    Hier sitzen auch die Reste der verstaatlichten Industrie, die noch immer – mehr als 50 Jahre nach dem Abzug der Kommunisten - defizitär sind.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 01:24

    Da bin ich schon gespannt wenn die ersten, realen Einsparungen in Österreich kommen, ob wir dann zum Süden gehören, weil wir "unsere Lage mit Streiks verbessern wollen", oder zum Norden "durch Arbeit"!

    Dreimal dürfen wir raten, wie sich unsere Gewerkschaften mit Hilfe der Medien und kräftiger Unterstützung eines Regierungspartners entscheiden werden!
    Dann ist die Katze wenigstens endgültig aus dem Sack und unser Land in der richtigen Hemisphäre angekommen!

  6. Ausgezeichneter Kommentatormike1
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 09:25

    auch hier hat dr.unterberger recht:

    man braucht nur mal durchs südliche belgien zu reisen - man kann gar nicht so viel staunen, so schlecht schauts dort aus.
    industrieruinen, verlotterte dörfer, etc., wenn belgien nicht die flamen und die eu hätt', wären sie schon längst auf dem niveau von belgisch-kongo....

  7. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 10:56

    Solange wir kein Gewissen haben, so lange werden wir streiken.

    Dass die Gewerkschaften kein Gewissen haben, wenn sie reale und notwendige Vorgänge blockieren, sehe ich so und so lange wird unser Land in den Abgrund reiten.

    Dass die meisten arbeitenden Österreicher aber schon längst wesentlich mehr arbeiten 'als die Gewerkschaft erlaubt' und oft noch dazu gratis, das weiß ich aus der Arbeitswelt, in der ich lebe, die Gewerkschaften sind schon seit Jahrzehnten nicht mehr die Vertreter der Arbeit. Die nicht Arbeitenden allerdings haben allzu oft alle Ausreden der Welt, warum sie das nicht tun.

    Für mich ist Arbeit ein sehr hohes Gut, neben der Gesundheit das 2. wichtigste, denn ohne ordentliche Arbeit ist kein ordentliches Leben möglich. Offenbar in Österreich schon, aber nicht mehr lange.

    Wer wird bei uns streiken ? Die Beamten, sie gehören zu den Überbezahlten und Privilegierten, die Eisenbahner, sie gehören zu den Überprivilegierten und Überbezahlten, die Ärzte, sie gehören zu den Bestorganisierten, die Metallarbeiter, sie gehören zu den treuesten Parteigängern, haben sie doch auch immer das meiste herausgeschunden bisher, die meisten anderen allerdings fallen unter die Kategorie 'selber schuld, dass Du arbeitest'.

    Ich persönlich betrachte die Gewerkschaften als private Parteivereine, deren Volkszerstörungsmentalität ich offenbar nicht verstehe, und Verhandlungen mit den Gewerkschaften als Privatsache, eigentlich müssten sich bezüglich der Anpassungen von Kollektivvertragslöhnen die Arbeíterkammer und die Wirtschaftskammer bei uns zusammensetzen und das gemäß Verfassung, wie ich das sehe.

    Aber nach dem österreichischen Prinzip, dass jeder liebend gerne ein Privilegierter sein will, zahlt man gern bei einer Gewerkschaft ein, man bekommt ja dann 'mehr' auf Kosten der Nichtprivilegierten, ein grauenhaftes Prinzip, eine typische 'Ösi'-Eigenschaft, man hat halt immer was 'in der Hinterhand', man kann halt nicht genug bekommen von allem, auch von allem Unzuträglichen.


alle Kommentare

  1. Misty (kein Partner)
  2. Zabrina (kein Partner)
  3. Laura (kein Partner)
  4. Jamshed (kein Partner)
    21. Januar 2015 02:41

    This info is the cat's paasjam!

  5. Parba (kein Partner)
    19. Januar 2015 11:25

    I don’t even know the way I finished up right here, hovewer I believed this put up used to be good. I don't realize who you might be hovewer definitely you are going to a well-known blogger should you aren't already ;) Cheers!

  6. Eso-Rächer (kein Partner)
    24. Dezember 2011 14:45

    Der 2. Weltkrieg ist noch nicht beendet. Denn die sogenannten Alliierten kämpften nicht nur gegen Deutschland, Italien und Japan. Sondern z. B. auch gegen die "Islamische Partei", die im Jahr 1941 im damaligen Britisch-Indien gegründet wurde. Diese Organisation, sowie diverse weitere Organisationen, wurden nie besiegt. Im Gegenteil. Die US-Amerikaner verloren im Dezember 2011 den Irakkrieg. Die äußeren Feinde Österreichs (z. B. die US-Armee) werden niedergebrochen. Danach können auch die inneren Feinde Österreichs niedergebrochen werden.

    Und allgemein nehmen die Zerstörungen explosionsartig zu. Z. B. können Krampfadern mit der Linser-Methode ohne Operation zerstört werden. Zudem sind u. a. die Winter 20 % kürzer, als früher.

    Aber nicht Nazis werden Österreich regieren. Sondern nicht-grüne Ökos, Esos und Vergelter. Und die orthodoxe Wissenschaft wird durch Bionik ersetzt.

  7. ????? ????????????? ?????? (kein Partner)
    23. Dezember 2011 17:02

    Werter Herr Dr. Unterberger !
    Niemand hält Sie auf Ihren ungustiösen Schwachsinn in diesem
    Blog bis zu Ihrem 80igsten Lebensjahr zu verbreiten.
    Kaufen´s Ihrem Oberguru Tschüssel seine Tarockkarten ab-
    und behalten´s den Julius Streicher Stil bei, die 10 €uronen blechenden
    werdens mit einem gehäucheltem "vergelts Gott" danken.
    Hauts euch über die Häuser - Arschlöcher

    • simplicissimus
      24. Dezember 2011 15:46

      tut schon weh, wenn jemand so erbarmungslos ins schwarze trifft, gell?
      na reagieren sie sich ruhig ab und frohe weihnachten!

  8. Robert Bond (kein Partner)
    23. Dezember 2011 08:06

    wäre schön, wenn AU wenigstens den eigenen Blog lesen & verstehen würde. Diese scharfe Analyse wurde vor einigen Tagen von Friedrich Romig dankenswerter Weise verlinkt:

    http://www.mpg.de/print/4397700

  9. sosheimat (kein Partner)
  10. Helmut Graser
    22. Dezember 2011 18:20

    Sozialisten sind eigentlich eiskalte Neoliberale, die ihr Geld nicht am Markt machen, sondern es der eigenen Bevölkerung über die Steuern aus der Tasche ziehen.

    • Haider
      22. Dezember 2011 23:58

      Ganz genau weiß ich zwar nicht, was das mit Liberalismus zu tun hat (allerdings gibt es auch 1000 Liberalismus-Definitionen), aber sozialistisch ist dieses Denken allemal. Marxisten arbeiten prinzipiell darauf hin, daß alle - außer den Funktionären natürlich - n i c h t s haben. Ein seinerzeitiger DDR-Bürger definierte mir gegenüber das sozialistische Wirtschaftssystem so: "Der Staat tut so, als würde er uns angemessen entlohnen, und wir tun so, als würden wir angestrengt arbeiten!".

    • Helmut Graser
      23. Dezember 2011 22:36

      Gar nichts. Die Sozialisten aber mit ihrem Lieblingsklassenfeind und dem gerne verwendeten Zusatzwort "eiskalt" zu konfrontieren, um dann im zweiten Teil die Analogie zum "Geld machen" zu verwenden, war einfach zu verlockend ;-)

  11. perseus
    22. Dezember 2011 12:10

    Das Problem in Österreich ist weniger ein Problem nördliche gegen südliche Völker. Wir haben eher das Problem Balkan gegen Resteuropa.
    Im Osten sitzt die korrupte Regierung, im Westen die Menschen, die mit ehrlicher Arbeit ihr Geld verdienen, das ihnen dann die korrupte Regierung wieder abknöpft.
    Vielleicht hat das auch mit der früheren russischen Besatzungszone zu tun. Da hat gleich nach dem Abzug der Russen die SPÖ das Ruder übernommen und betrachtet das Ganze jetzt als ihr Eigentum, wo sie schalten und walten kann, wie sie will.

    Hier sitzen auch die Reste der verstaatlichten Industrie, die noch immer – mehr als 50 Jahre nach dem Abzug der Kommunisten - defizitär sind.

    • brechstange
      22. Dezember 2011 12:20

      Die Sozialdemokraten haben Wien bereits in der Zwischenkriegszeit als ihr Eigentum gesehen, darum gibt es ja ein eigenes Bundesland Wien. Die Eingliederung in Niederösterreich hätte für die SDAP einen Machtverlust bedeutet.

    • M.S.
      22. Dezember 2011 14:26

      @Perseus

      Da die Bevölkerung in Ostösterreich (vorwiegend in Wien) vor allem durch Zuwanderer, die mehrheitlich links wählen, rasant wächst , wird wohl der Westen Österreichs auf Dauer mit den balkanischen Zuständen leben müssen.

    • Undine
      22. Dezember 2011 17:41

      @perseus

      "Vielleicht hat das auch mit der früheren russischen Besatzungszone zu tun"

      Diesen Satz hörte man bis in die 60er-Jahre und hatte in dieser Zeit auch eine gewisse Berechtigung; später war er nur noch Ausrede. So war beispielsweise zwischen Ober- und Niederösterreich wirtschaftlich gesehen immer ein haushoher Unterschied, weil die Strukturen in jeder Hinsicht sehr unterschiedlich sind. NÖ hatte aber auch in früheren Jahrhunderten eine Funktion als Bollwerk gegen zahlreiche Feinde aus dem Osten, die Awaren etwa.

      OÖ hat das große "Glück", mehr zum Westen hin orientiert zu sein, was sich auch wirtschaftsfördernd auswirkt; va im östlichen NÖ hingegen ist die Nähe zum Balkan schon ein wenig spürbar. :-)

    • Haider
      23. Dezember 2011 00:12

      Natürlich haben Sie recht: In Wien saß immer die korrupte Regierung. Dennoch - auch im Osten gibt es ehrlich arbeitende Menschen, aber zu deren Unglück auch überproportional viele Schmarotzer. Geholt von linken Gutmenschen und gierigen Unternehmern. Dies sollte man nicht vergessen. Mit dem Slogan: "Wer macht sonst die Drecksarbeit?" wurden die Bürger gezielt belogen. Heute machen wir die Drecksarbeit und die zugewanderten Sozialschmarotzer lachen die österreichischen Idioten aus. Und wehe man weist darauf hin; sofort steht man im Nazi-Eck. Von Totschlagargumenten, Lügen und Diffamierungen lebt eine ganze Medienmafia in Saus und Braus.

    • Undine
    • Ch. Seidl (kein Partner)
      23. Dezember 2011 16:36

      @brechstange: Sie verkennen die historischen Gegebenheiten aber gründlich: Nach dem Ersten Weltkrieg hatte das Bundesland Niederösterreich, zu dem damals auch noch Wien gehörte, eine rote Mehrheit. Der LH war damals der rote Albert Sever.
      Deshalb war es auch ein Anliegen der Schwarzen in NÖ, dass das überwiegend rote Wien vom Rest Niederösterreichs getrennt wurde. So wurde das überwiegend schwarze Land nicht weiterhin von der roten Stadt majorisiert.

      @Undine: Sie haben völlig recht: Das mit der Besatzungszone ist nur noch ein Schmäh. Die Gründe für die, sagen wir mal, etwas andere Mentalität im Osten scheint aber noch weiter zurück in der Geschichte zu liegen: die Bauern in Westösterreich saßen auf ihrem eigenen Grund und Boden, während im Osten der Boden einer Oberschicht von Adligen und hoher Geistlichkeit gehörte, die bis ins 19. Jh. hinein das Recht hatten, die Waldbauern jederzeit "abzustiften" = zu vertreiben, vom andauernden Frondienst ganz zu schweigen. Solche Unfreiheit prägt natürlich und wirkt nach.

    • Undine
      23. Dezember 2011 19:10

      @Ch. Seidl

      Vielen Dank für die sehr richtige und wichtige Ergänzung!

  12. Josef Maierhofer
    22. Dezember 2011 10:56

    Solange wir kein Gewissen haben, so lange werden wir streiken.

    Dass die Gewerkschaften kein Gewissen haben, wenn sie reale und notwendige Vorgänge blockieren, sehe ich so und so lange wird unser Land in den Abgrund reiten.

    Dass die meisten arbeitenden Österreicher aber schon längst wesentlich mehr arbeiten 'als die Gewerkschaft erlaubt' und oft noch dazu gratis, das weiß ich aus der Arbeitswelt, in der ich lebe, die Gewerkschaften sind schon seit Jahrzehnten nicht mehr die Vertreter der Arbeit. Die nicht Arbeitenden allerdings haben allzu oft alle Ausreden der Welt, warum sie das nicht tun.

    Für mich ist Arbeit ein sehr hohes Gut, neben der Gesundheit das 2. wichtigste, denn ohne ordentliche Arbeit ist kein ordentliches Leben möglich. Offenbar in Österreich schon, aber nicht mehr lange.

    Wer wird bei uns streiken ? Die Beamten, sie gehören zu den Überbezahlten und Privilegierten, die Eisenbahner, sie gehören zu den Überprivilegierten und Überbezahlten, die Ärzte, sie gehören zu den Bestorganisierten, die Metallarbeiter, sie gehören zu den treuesten Parteigängern, haben sie doch auch immer das meiste herausgeschunden bisher, die meisten anderen allerdings fallen unter die Kategorie 'selber schuld, dass Du arbeitest'.

    Ich persönlich betrachte die Gewerkschaften als private Parteivereine, deren Volkszerstörungsmentalität ich offenbar nicht verstehe, und Verhandlungen mit den Gewerkschaften als Privatsache, eigentlich müssten sich bezüglich der Anpassungen von Kollektivvertragslöhnen die Arbeíterkammer und die Wirtschaftskammer bei uns zusammensetzen und das gemäß Verfassung, wie ich das sehe.

    Aber nach dem österreichischen Prinzip, dass jeder liebend gerne ein Privilegierter sein will, zahlt man gern bei einer Gewerkschaft ein, man bekommt ja dann 'mehr' auf Kosten der Nichtprivilegierten, ein grauenhaftes Prinzip, eine typische 'Ösi'-Eigenschaft, man hat halt immer was 'in der Hinterhand', man kann halt nicht genug bekommen von allem, auch von allem Unzuträglichen.

  13. Doppeladler
    22. Dezember 2011 09:52

    Dazu paßt eine Prophezeiung Heimito von Doderers, die heute in einem Leserbrief in der Presse (22.12.11, Seite 26) zitiert wird:

    „Sozialismus nennt man einen ungeheuren Aufwand zum Wohl der Menschheit, welcher sich selbst so restlos konsumiert, daß am Ende tatsächlich jeder alles, nämlich das übrig gebliebene Nichts hat.“

  14. mike1
    22. Dezember 2011 09:25

    auch hier hat dr.unterberger recht:

    man braucht nur mal durchs südliche belgien zu reisen - man kann gar nicht so viel staunen, so schlecht schauts dort aus.
    industrieruinen, verlotterte dörfer, etc., wenn belgien nicht die flamen und die eu hätt', wären sie schon längst auf dem niveau von belgisch-kongo....

  15. Anton Volpini
    22. Dezember 2011 08:28

    Nachdem die Stärke einer Währung vom Fleiß und vom Sparwillen seiner Bevölkerung abhängt, hat Hans Olaf Henkel schon vor mehr als einem Jahr in einem Artikel in der NZZ die Einführung einer zweiten Währung in Europa gefordert. Eine Südwährung, die unter der Führung der Franzosen alle romanisch und osmanisch-griechischen Länder umfaßt.
    So wäre dem Graben, der sich leistungsmäßig quer durch Europa zieht, Genüge getan, und die Franzosen kämen endlich zu ihrem ECU !

    • GOP
      22. Dezember 2011 19:03

      Anton Volpini:
      Dann gibt es neben dem Weisswurstgürtel in Deutschland, dem Röstigraben in der Schweiz eben auch einen Leistungsgraben quer durch Europa. :-)

    • Undine
      23. Dezember 2011 09:30

      @GOP

      Und in Ö den Balkangraben.

  16. Wertkonservativer
    22. Dezember 2011 08:24

    Meiner bescheidenen Meinung nach gehören wir immer noch zu den europäischen "Flamen"!
    Die Streikmentalität ist bei uns Austriaken bekanntlich nicht sehr stark ausgebildet; solange die zu erwartenden Einschnitte und Einschränkungen nicht zu arg ausfallen werden, sehe ich keinen allzugroßen Grund für derlei Besorgnisse!

    Nord- und Mitteleuropa versus Südeuropa (Arbeitsamkeit gegenüber dem südlichen "laissez faire"): eine Mentalitätsfrage, nicht zuletzt klimabedingt.

    Seien wir froh, dass wir als Mitteleuropäer in gemässigtem Klima leben und das "dolce far niente" bei uns (noch) nicht Staatsdoktrin ist!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Observer
      22. Dezember 2011 08:58

      Warten wir ab, werter Wertkonservativer.
      AK, ÖGB und SPÖ versuchen zwar über Steuererhöhungen bzw. neue Steuern die Budgetlöcher zu stopfen, anstatt vernünftigerweise manche bestehende Staatsausgaben zurückzufahren. Aber irgendwie werden auch die geplanten neuen Staatseinnahmen die Kernschichten der ÖGB-, SPÖ und AK-Mitglieder treffen. Da wird man dann eben zu Massenprotesten, Streiks und Demonstrationen aufrufen, denn irgendwie muss man ja etwas für die eingezahlten (Zwangs-)Mitgliedsbeiträge tun. Schliesslich wird dann wieder ein typisch österreichischer "fauler Kompromiss" entstehen und alle Beteiligten fühlen sich als Gewinner.
      So läuft das bei uns in Bagdad.

  17. Observer
    22. Dezember 2011 06:44

    Der Vergleich vom südlichen Belgien mit der Mentalität der südeuropäischen Länder ist gewagt und unbegründet. Nur die in Wallonien gesprochene französische Sprache hat ebenfalls romanische Wurzeln.
    Die Gründe für die Unterschiede in den drei belgischen Sprachgebieten und der andauernde Konflikt zwischen Wallonen und Flamen sind historisch bedingt und können hier aus Platzgründen nicht ausführlich wiedergegeben werden. Als Beispiel soll nur das Gebiet Brüssel-Halle-Vilvoorde erwähnt werden, welches eigentlich zu Flamen gehört, aber durch die starke Durchdringung des wallonischen Einflusses in den letzten Jahrzehnten zu den aktuellen Spannungen stark beigetragen hat. Zu solchen Einsichten kommt man aber nur, wenn man längere Zeit dort verbracht und auch mit der Bevölkerung privaten Kontakt hatte. Aufenthalte in Brüssel/Bruxelles lassen keine Rückschlüsse auf ganz Belgien zu.

  18. Igo
    22. Dezember 2011 02:42

    Ich glaube eher, dass in Österreich ein Ost(Wallonien)-West(Flamen) Gefälle vorliegt.
    Bin in beiden Teilen beheimatet und habe noch Hoffung für den Westen.
    Man sieht von diesen Blickpunkt auch, wie Parteien hier Einfluss haben: in Tirol und z.T. auch in Vorarlberg ist die SPÖ nur eine marginale Kraft..zwei Bundesländer mit Zukunft.

    • Alfred E. Neumann
      22. Dezember 2011 12:38

      @Igo
      ***************!

    • Leopold Koller (kein Partner)
      24. Dezember 2011 03:47

      Leider, Igo, muss ich da widersprechen. Es liegt ein West-Ost-Gefaelle vor. Und zwar sowohl geographisch als auch gesellschaftlich. Aehnlich dem Nord-Sued-Gefaelle in Italien und dem Sued-Nord-Gefaelle in Deutschland. Wenn man sich das so ueberlegt, waere eigentlich ein Staat aus Tirol, Suedtirol und Bayern, sozusagen dem alten Stammesherzogtum Baiern, ein Idealstaat, ohne die Grosskopferten von Wien, Rom oder Berlin.

    • Undine
      25. Dezember 2011 09:55

      @Leopold Koller

      Einverstanden, aber NUR dann, wenn auch die Bundesländer SALZBURG und OBERÖSTERREICH dabei sind und zwar nicht nur aus historischen Gründen!!!

  19. socrates
    22. Dezember 2011 01:30

    Beigien hat nach langer glücklicher Zeit wieder eine Regierung. Sie soll neue Belastungen durchdrücken. Also streiken sie.
    Wir besuchten vor einiger Zeit Herstal in Wallonien. Es war wie in einem Gruselfilm: zerstörte Häuser, zerstörte Infrastruktur, Dreck, Arbeitslosigkeit, Reste einstigen Reichtums,..... . Ein starker Gegensatz zu der Sauberkeit und dem Wohlstand Belgiens.Es lebt nur noch von der EU.

    • socrates
      22. Dezember 2011 18:34

      Wallonien war vor allem industriereich. Es hatte eine metallverarbeitende Industrie, vor allem eine höchstentwickelte Waffenindustrie, die von der Macht einfach abgedreht wurde, wie bei uns Steyr oder Hirtenberg. Danach kam die große Armut. die in den Medien nicht berichtet wird: BROWNING war eine Weltmarke.

  20. libertus
    22. Dezember 2011 01:24

    Da bin ich schon gespannt wenn die ersten, realen Einsparungen in Österreich kommen, ob wir dann zum Süden gehören, weil wir "unsere Lage mit Streiks verbessern wollen", oder zum Norden "durch Arbeit"!

    Dreimal dürfen wir raten, wie sich unsere Gewerkschaften mit Hilfe der Medien und kräftiger Unterstützung eines Regierungspartners entscheiden werden!
    Dann ist die Katze wenigstens endgültig aus dem Sack und unser Land in der richtigen Hemisphäre angekommen!

    • Cotopaxi
      22. Dezember 2011 07:01

      Mentalitätsmäßig müsste österreich im Atlas bereits auf dem Balkan eingezeichnet sein und nicht nördlich des Brenners.

    • Anton Volpini
      22. Dezember 2011 11:37

      Nein Cotopaxi, den Brenner brauchen wir nicht verschieben.
      Wir müssten nur eine Linie den Kamp entlang herunter ziehen , dann die Donau ostwärt, bei St. Christophen springt sie auf die Allander Autobahn hinüber, um dann nordöstlich von Mödling wieder die Donau ostwärts entlang zu gehen....
      :-))

    • Cotopaxi
      22. Dezember 2011 16:29

      Das schöne Weinviertel müssen wir halt opfern, aber den Eiterherd Wien loszuwerden, ist dieses Opfer wert.

    • Anton Volpini
      22. Dezember 2011 17:05

      :-))

      Den Rohstoff von dort, brauchen die Wiener zur Erhaltung ihrer Dichtkunst.
      Ein Riesling aus Oberfucha und Gelber Muskateller aus der Steimark, sowie die Edlen Roten aus Carnuntum und Neusiedlerseegegend sind die würdigen Tropfen für uns, Cotopaxi.

    • Leopold Koller (kein Partner)
      24. Dezember 2011 03:36

      Ich hab' in den 80er Jahren fuer einen Betrieb in Westtirol mit Zentrale in Dornbirn gearbeitet. Der Chef hat immer gesagt, dass der Balkan in Salzburg beginnt. Schoen langsam verstehe ich den Mann.





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