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Die Putindämmerung

Lesezeit: 2:00

Das vielgeliebte Russland Dostojewskis und Tschaikowskis lebt doch noch. Lange hat ja man schon glauben müssen, das einst so hoch kultivierte Bürgertum im größten Land des Kontinents sei nach seiner kurzen Wiederbelebung unter Jelzin endgültig verschwunden. Umso eindrucksvoller ist seine Renaissance im Protest gegen das sich immer mehr zur Diktatur wandelnde System Putin.

Seit Zehn- oder wohl Hunderttausende Menschen die Angst vor prügelnden Polizisten verloren haben, ist zwar Putin noch lange nicht gestürzt, aber seine Glaubwürdigkeit endgültig dahin. Seine Macho-Selbstinszenierungen, wie etwa sein öffentlich zur Schau gestelltes Reiten mit nacktem Oberkörper oder seine Tigerauftritte werden künftig nur noch lächerlich wirken. Auch seine Kontakte mit dem Ausland werden wohl dauerhaft überschattet sein. Jeder seiner ausländischen Gesprächspartner wird nach der Zusammenkunft nun wohl beteuern müssen, unter vier Augen den Wert von Demokratie und Menschenrechten betont zu haben (auch wenn diese Beteuerungen oft gelogen sind).

Freilich sollte sich niemand erwarten, dass das von russischem Gas abhängige und noch immer im Schatten russischer Atomraketen lebende demokratische Ausland ernsthaften Druck auf den Putinismus ausüben könnte. Wer das fordert, ist reichlich unrealistisch. Der Kampf um die Demokratie bleibt die Aufgabe der Russen selber. Schließlich haben ja auch sie selbst den Sowjetkommunismus gestürzt. Auch wenn der Druck der amerikanischen Raketenrüstung ein wenig mitgespielt hat, waren es doch die Demonstranten an der Seite Jelzins, die den Altkommunismus zerschellen ließen.

In einer globalen Sichtweise fällt es im übrigen auf, wie sehr es in vielen Ländern immer erst dann zur Explosion kommt, wenn ein Regime Wahlergebnisse manipuliert, während viele andere Sünden von den Bürgern erstaunlich tolerant hingenommen werden. Wie es in Russland die Deportation von Michail Chodorkowski, des bisher ernsthaftesten Herausforderers Putins, nach Sibirien als Ergebnis mehrerer, jeder Rechtsstaatlichkeit spottender Prozesse gewesen ist. Oder das unglaubliche Ausmaß an Korruption auf allen Ebenen der Verwaltung. Oder die Knebelung fast aller Medien.

All das haben die Menschen lange (allzu) gleichmütig hingenommen. Aber wenn sie in den Wahlzellen betrogen werden, explodieren sie. Dieses Verhaltensmuster zeigte sich nicht nur in Russland, sondern auch schon in vielen anderen Ländern zwischen Afrika und dem Kaukasus.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 09:21

    Wenn man wüßte, wo die Fäden gezogen werden, damit es dazu kommt, daß die Russen "auf die Straße" gehen, um sich gegen Putin zur Wehr zu setzen. Wenn solcherart Demonstrationen angezettelt werden, sitzen die Fädenzieher meist im Ausland.

    Ich könnte mir gut vorstellen, daß die "Oligarchen", denen es während des Zusammenbruchs der UdSSR gelungen ist, mit viel Chuzpe und großangelegtem Betrug viel russisches Volksvermögen an sich zu raffen und dieses und sich selbst rasch ins Ausland zu verbringen, von wo aus sie nun für Rußland "Schicksal spielen", um dort einmal die Macht zu übernehmen.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 01:40

    Ob derzeit "das kultivierte Bürgertum" in Rußland auf der Straße demonstriert, läßt sich aus der Entfernung vermutlich nicht so leicht feststellen.
    Aber als Warnung für alle autoritären (und auch nichtautoritären!) Regierungen gegen Wahlmanipulationen sind diese Kundgebungen der Bevölkerung ein wichtiges und richtiges Zeichen.

    Wie weit die "Marke Putin" tatsächlich beschädigt ist, wird sich heraustellen, wenn er persönlich zur Wahl steht. Und da sollten die jetzigen Unruhen wenigstens für den nächsten, anstehenden Urnengang einen Ablauf ohne Wählerbetrug bewirken, dann haben sie jedenfalls ihr Gutes gehabt.

    P.S.: Ich kann mich nicht an ähnliche, zahlreiche Demonstrationen anläßlich der Chodorkowski-Verurteilung erinnern. Offensichtlich weiß die russische Bevölkerung in dieser Causa besser Bescheid!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 05:30

    da ich einige zeit in russland verbracht habe, fühle ich symphatien mit den russen und bin fasziniert von ihrem riesigen und interessanten land. da dort jeder provinzkaiser schon wegen der entfernung gerne sein eigenes süppchen kochen möchte und auch wegen vieler anderer zentrifugalkräfte ist die notwendigkeit eines starken präsidenten in russland eher gegeben als anderswo. auch ist ein stabiles russland für die welt viel wichtiger als zb ein stabiler jemen, so sehr ich den menschen dort ihre freiheit und gute lebensbedingungen wünsche.
    leider überteibt das russische regime nun, das nichts an macht abtreten und keine kontrolle verlieren möchte. bisher konnte man putin als eher vernünftigen denn allzu autoritären machthaber einordnen, heute wird es schon mehr als problematisch.

    ja, macht abzugeben schmerzt allen, die mit innerer grösse nicht überreich gesegnet sind. und die vielen wohlerwobenen pfründe die man und seinesgleichen dabei verliert!

    ich hoffe nur für österreich, dass unser mediendominierender grosser koalitionspartner auch in zukunft zu den noch-nicht autoritären parteien zählt und die finger von wahlmanipulationen (für die es ja in der letzten wahl verdachtsmomente gegeben hat) lassen wird.

  4. Ausgezeichneter KommentatorPumuckl
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 09:44

    ° Finde es nicht bemerkenswert, wenn ein Mann mit nacktem Oberkörper reitet.
    Hat nicht auch ein Spitzenpolitiker das Recht, sportlich zu bleiben? Muß Putin artig ein Hemdchen anziehen, wenn ihm nicht darum ist, weil ja ein Reporter in der Nähe sein könnte?
    Mich kotzt es viel eher an, wenn sich Merkl und Sarkozy immer mit Bussi - Bussi
    begrüßen.

    ° Im ersten Absatz weckt Dr. A.U. die Vermutung, er wünscht sich an Rußlands Spitze wieder einen Mann wie den schweren Alkoholiker Jelzin, unter dessen Führung das Land im Chaos versank, die Schlüsselwirtschaft unter sehr merkwürdigen Umständen in die Hände von Oligarchen gelangte, welchen nationale Anliegen völlig " Wurscht " waren.
    Können wir Europäer an einem chaotischen Rußland wirklich interessiert sein?
    ° Daß auch in österreichische Gerichten empörende Dinge geschehen hat Dr. A.U.
    ja selbst mehrfach thematisiert und seine Kritik am Chodorkowski Prozess wird schon begründet sein. Für ein makelloses Unschuldslamm halte ich Chodorkowski trotzdem nicht!

    ° Die prügelnden Polizisten in Rußland gefallen mir gar nicht! Doch warten wir ab
    was wir in Westeuropa noch erleben, wenn kommende soziale Verwerfungen erst voll wirksam werden!

    Längst begann in Westeuropa die Dämmerung der sozialen Marktwirtschaft!
    Ich denke, sie hat ja ihre geopolitische Aufgabe - den Zusammenbruch des kommunistischen Gesellschaftsystems - bereits erfüllt.

  5. Ausgezeichneter KommentatorLaura R.
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 11:57

    Der Werner hat g`fragt, warum der Kollege Putin, wenn er schon die Wahl manipulsiert, oder so, hat, net mehr Stimmen g`wonnen hat.

    Er selba hätt` si` mindestens zwadrittel geb´n, hat er g`sagt.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 09:50

    zu WK, phaidros 07:14 (anders geht es leider nicht, weiß jetzt nicht warum)

    Zur Fehlleistung der nationalen Regierungen und Unschuld der EU möchte ich anmerken, dass die EU-Institutionen proportional von Politikern europaweit besetzt werden und das oft mit zweiter Garnitur aus politischen Erwägungen. Eine Realität, die man nicht außer Acht lassen sollte, daher als Schluss: Die EU ist implizit schuld.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Dezember 2011 12:26

    Gestern sang in der Alt Ottakringer Kirche ein Weißrussischer Mädchenchor. Sie sammelten für behinderte Kinder in Minsk. Eine Lehrerin verdient 100€ p.m., Kinderbeihilfe beträgt 30€ p.m. für 3 Jahre.
    In Rußland hat Putin in seiner Regierungszeit den Lohn auf 100 x 4 = 400€ erhöht, eine Kinderprämie ab dem 2. Kind von 7200€ eingeführt und die Industrieproduktion auf den Stand der vorliberalen Zeit gebracht. Die Pensionen wurden 2007 um 37% erhöht (hätte ich gerne!).
    Die Riege der jüdischen Freimaurer (nach eigenen Angaben) hat sich maßlos bereichert, das Volksvermögen ins Ausland verschoben und 1,500.000 Menschen verhungerten deshalb.
    In der russischen Verfassungskrise 1993 löste Jelzin per Ukas den – zu Sowjetzeiten gewählten – Volksdeputiertenkongress sowie den Obersten Sowjet Russlands auf, die sich seinen Bemühungen widersetzt hatten, unpopuläre neoliberale Reformen durchzusetzen. Jelzin ordnete eine gewaltsame Stürmung des Parlamentsgebäudes (Weißes Haus) an, in dem sich etwa 100 Parlamentarier und weitere Anhänger verbarrikadiert hatten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung eines weiteren Aufstandes gegen ihn am 3. und 4. Oktober, gab es in Moskau 190 Tote.
    Bruttoinlandsprodukt Russlands
    (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent und Vergleich mit 1990)
    1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 -5,3% 6,4% 10,0% 5,1% 4,7% 7,3% 7,2% 6,4% 8,2% 8,5% 5,2% -7,8% 4.0 57,5% 61,2 67,3% 70,7 74,1 79,5 85,2 90,7 98,1 106,5% 112,0 103,2 107,3%
    Das Brutoinlandsprodukt (BIP) Russlands ist in den ersten neun Monaten 2011 um 4,2 Prozent gewachsen.
    Der Anteil der Bevölkerung, der unter der Armutsgrenze lebt, betrug 2002 nach Angaben der Weltbank 19,6 %. Dieser Anteil ist jedoch landesweit ungleich verteilt. In Tschetschenien und Dagestan lebten mehr als die Hälfte der Menschen in Armut; weitere arme Regionen sind demnach Inguschetien (47 %), Tuwa & Kabardinien-Balkarien (42 %), Mari El (39 %), Kalmückien (36 %), Burjatien & Altai (32 %) und Mordwinien (31 %). Nach dem Zerfall der UdSSR ist die Armut jedes Jahr erheblich gestiegen und war 1999 mit über 40 % auf dem Höhepunkt. Seitdem hat sich die Lage bis heute spürbar gebessert. Allerdings lebt der Großteil der Nicht-Armen Bevölkerung meistens nur knapp über der Armutsgrenze.
    Heute sind nur mehr 10% unter der Armutsgrenze.
    Bruttoinlandsprodukt Russlands
    (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent und Vergleich mit 1990)
    1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1,6% - 3,0% - 5,0% - 14,5% - 8,7% - 12,7% - 4,0% - 3,6% 1,5 %(1990 = 100%) 103,1% 100,0% 95,0% 81,2% 74,2% 64,7% 62,1% 59,9% 60,7%
    Unsere Medien, der Unwahrheit verpflichtet, berichten nur negativ über Putin. Er hat ja auch die Freimaurer verjagt (natürlich ohne Strafe wie auch der Freimaurer Brejvik), denen die Medien hörig sind (cf. Cameron). Wenn der besoffene Jelzin in Wladiwostok drei Tanzschritte zeigte, so berichteten alle Agenturen weltweit darüber. Wenn der Republikaner Reagan auf der Gangway stolperte, ebenfalls, um ihn lächerlich zu machen, Clinton schuf als Demokrat Jogginggeneration, das war wieder gut. Obama in Hawai in der Badehose, beim Sport oder beim Jazz, das ist schön.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGasthörer
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Dezember 2011 23:19

    Ich bin ja kein großer Freund der Russen, aber unsere "Demokratie" haben sie wirklich nicht verdient.

    Ob Wahlen in Österreich viel sauberer ablaufen als in Russland, sei mal dahingestellt. Und auch das "so lange abstimmen lassen, bis das Ergebnis passt" a la EU ist kein Ruhmesblatt: Wir sollten den Ball mal lieber schön flachhalten.

  2. Ausgezeichneter KommentatorHerby
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Dezember 2011 22:10

    Das unmittelbare Nachbarland und schicksalshaft historisch mit Russland verbunden: ESTLAND:

    Ein interessantes Interview mit dem estnischen Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves in Die Presse:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/715634/In-Europa-nehmen-zu-viele-die-Regeln-nicht-ernst?direct=715610&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=1452http://www.dzd.ee/665638/ilves-my-otnosimsja-k-rossii-druzheljubno-bezrazlichno/

alle Kommentare

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  12. Gasthörer (kein Partner)
    12. Dezember 2011 23:19

    Ich bin ja kein großer Freund der Russen, aber unsere "Demokratie" haben sie wirklich nicht verdient.

    Ob Wahlen in Österreich viel sauberer ablaufen als in Russland, sei mal dahingestellt. Und auch das "so lange abstimmen lassen, bis das Ergebnis passt" a la EU ist kein Ruhmesblatt: Wir sollten den Ball mal lieber schön flachhalten.

  13. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    12. Dezember 2011 23:03

    Schön. Der postsozialistisch/nationalistsch-autokratische Herrscher Putin kriegt sein Fett ab, während der postsozialistisch/nationalistsch-autokratische Herrscher Órban in Ungarn sicher bald wieder gelobt wird. Ist doch letzterer ein guter Katholik.

    Sogar die "wertkonservative" Leserschaft à la Undine hat das gecheckt.

    • Herby (kein Partner)
      13. Dezember 2011 11:34

      Die beiden Länder Russland und Ungarn eignen sich auch ideal für Vergleiche:

      Ungarn hat e. ähnliche Bevölkerungsanzahl wie Russland, nämlich fast 140 Mio. Einwohner.

      Ungarn ist auch praktisch gleich groß wie Russland, nämlich fast 17 Mio. Quadratkilometer.

      Ungarn ist (ebenso wie Russland) Atommacht.

      Ungarn hat auch eine ähnliche jahrhundertelange Geschichte der Despotie wie Russland.

      In Ungarn werden genauso wie in Russland die Wahlen gefälscht.

      In Ungarn gibt's genauso wie in Russland ein Operettenparlament (ein Juxparlament).

      Ungarn hat auch ganz Europa in Abhängigkeit bei der Gasversorgung (so wie es Russland tut).

      Ungarn ist auch ein Vielvölkerstaat mit ungelösten ethnischen Problemen an der Peripherie, genauso wie Russland.

      In Ungarn gibt es einen unterdrückten Bürgerkrieg genauso wie es in Russland/Tschetschenien der Fall ist.

      Ungarn ist - genauso wie Russland - nicht Mitglied in der EU.

      Jedenfalls hat Ungarn (genauso wie Russland) ein enormes Gefahren- und Risikopotenzial. .... ;-)

    • Herby (kein Partner)
      13. Dezember 2011 11:38

      Und noch:

      Ungarn sitzt auch - so wie Russland - permant im UNO-Weltsicherheitsrat und hat dort immerwährendes Vetorecht bei UNO-Resolutionen. ...... ;-) ;-)

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
  14. Aron Sperber (kein Partner)
    12. Dezember 2011 22:20

    Deutschland und Österreich haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/10/15/deutsche-behorden-dienen-putins-rechtsstaat/

    Die russischen Oligarchen sind alle in einem korrupten System „groß“ geworden. Folglich ist klar, dass sie sich bei ihrem steilen Aufstieg wohl alle die Hände schmutzig gemacht haben.

    Chodorkowski wurde jedoch nicht wegen seiner Oligarchen-Karriere, sondern wegen seiner Opposition zu Putins KGB-Clique weggesperrt.

  15. Herby (kein Partner)
    12. Dezember 2011 22:10

    Das unmittelbare Nachbarland und schicksalshaft historisch mit Russland verbunden: ESTLAND:

    Ein interessantes Interview mit dem estnischen Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves in Die Presse:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/715634/In-Europa-nehmen-zu-viele-die-Regeln-nicht-ernst?direct=715610&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=1452http://www.dzd.ee/665638/ilves-my-otnosimsja-k-rossii-druzheljubno-bezrazlichno/

    • Undine
      13. Dezember 2011 08:54

      @Herby

      Ein wirklich bemerkenswertes Interview. Der estnische Staatspräsident sagt u. a.:

      "Wir werden uns weiterhin wie estnische Bauern an die Regeln halten. Doch Institutionen, die zulassen, dass einzelne Mitglieder sich nicht an Regeln halten, sind auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten. Ich bin ein ewiger EU-Optimist, doch wirklich enttäuscht. Ich sehe ein ernstes Populismus-Problem in Nordeuropa. Keinen rechtsgerichteten Populismus, sondern einen protestantischen Populismus. Warum wurden Luther, Calvin oder Hus populär? Es gab eine breite Abscheu unter den Bürgern, dass Rom alle Regeln brach"

      Es gibt eine breite Abscheu unter den Bürgern, daß die EU alle Regeln brach.

  16. Nestor 1937
    11. Dezember 2011 18:38

    Diesmal muß man Undine unbedingt zustimmen und sich zugleich wundern, wie unser A.U. die Situation in Rußland einseitig darstellt.

    • ja (kein Partner)
      12. Dezember 2011 17:09

      undine@
      ich glaube nicht, daß die oligarchen, die ihr vermögen schon im ausland haben, sehr daran interessiert sind, sich in die derzeitige politik einzumischen. zumal sie sich auch im ausland nicht sicher sein können, liquidiert zu werden (der geheimdienst funktioniert nach wie vor sehr gut und wird von putin dirigiert).
      warum, liebe(r) undine, zweifeln sie an die gegner des fast 100-jährigen systems, daß nun das volk davon endgültig genug hat und eine änderung herbeiführen möchte.
      scheinbar kennen sie die lebensbedingungen der menschen in diesem großen reich - vor allem außerhalb der großstädte -überhaupt nicht, denn dann würden sie diesen nonsens, daß ausländische kräfte hinter den demonstrationen stehen, nicht artikulieren.

    • Johann Scheiber
      12. Dezember 2011 19:14

      ja, vielleicht glauben sie einer amerikanischen Informationsquelle: Ist halt ein typischer Frühling mit bestochenen Wahlbeobachtern und Bildern aus Athen.

      http://marialourdesblog.wordpress.com/2011/12/12/russland-jetzt-ist-es-amtlich-usa-bezahlt-wahlbeobachter-fur-falsche-berichte/

      Es gibt nicht nur liberale Schwachköpfe die in ihrem ruchlosen Optimismus an den Zufall und das gute Ende glauben bis die eigene Bude brennt, sondern auch Menschen mit Urteilsvermögen. Zu letzteren gehört die werte Undine.

  17. Komma
    11. Dezember 2011 17:34

    Kleine Anmekung zu den vielen guten Kommentaren:

    "USA wollen russischen NGOs vor Wahlen mehr Geld geben

    Russland-Aktuell
    Die Netzeitung von .RUFO
    Dienstag, 06.12.2011 Washington/Moskau.

    Das US-Außenministerium hat angekündigt, die Finanzierung russischer NGOs vor den Präsidentenwahlen im März zu erhöhen. Damit solle die Transparenz der Wahlen erhöht werden, erklärte ein Sprecher.

    "Wir müssen mehr als neun Millionen Dollar für die Unterstützung eines freien und transpa-renten Prozesses bei den anstehenden (Präsidenten-)Wahlen ausgeben. Es ist in unserem Interesse, NGOs und den Prozess selbst zu unterstützen, nicht aber irgendwelche politischen Parteien", sagte der Sprecher des US State Departments Mark Toner.

    In Russland dürfte diese Ankündigung auf wenig Gegenliebe stoßen. Russlands Wladimir Putin hatte westlichen Regierungen schon vor der Wahl den Versuch einer Einmischung mit Hilfe dieser NGOs (in Russland NKO – nicht kommerzielle Organisationen genannt) vor-geworfen.

    "Sie richten sie ab, damit sie letztlich auf den Verlauf des Wahlkampfes Einfluss nehmen. (...) Judas ist nicht die verehrteste biblische Gestalt in unserem Volk", erklärte Putin wört-lich.

    Die Wahlkampfbeobachter der Organisation Golos gerieten kurz vor den Wahlen unter star-ken Beschuss staatlicher Behörden. Die NGO wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, der rus-sische Zoll beschlagnahmte den Laptop der Golos-Leiterin Lilija Schibanowa. Am Wahltag legten Hacker die Internetseite der Organisation lahm."

  18. thomas lahnsteirer
    11. Dezember 2011 14:05

    Putins langer Arm reicht bis nach Österreich.

    Da gibt es das Projekt Koralm-Tunnel, eines der dümmsten, dafür aber teuersten Bahnprojekte Europas, eifrig gefördert von der "Wirtschaft" Österreichs und nach anfänglichem, taktischen Zögern von der SPÖ, allen voran von der Zahnarzthelferin im Infrastrukturministerium.
    Wer ist an diesem Wahnsinnsprojekt am stärksten engagiert ? Erraten. Der Haselsteiner mit seiner STRABAG. An der STRABAG ist wiederum der Putinfreund Deripaska beteiligt, eine der übelsten Figuren unter den sogenannten russischen "Oligarchen".
    Außerdem holte Hans Peter Haselsteiner den (eng mit der Frau Bures noch aus früheren Zeiten verbundenen) Alfred Gusenbauer als Aufsichtsratschef zur Strabag und als Vorstandschef in seine Familienstiftung. ...

    • Florin
      11. Dezember 2011 14:47

      Ist Gusenbauer da nicht schon weg und hat er inzwischen nicht mit einem Partner eine Risikokapitalfirma gegründet?

    • thomas lahnsteirer
      11. Dezember 2011 15:27

      @florin
      So schnell nicht. Anscheinend wird Gusenbauer noch gebraucht.
      Gusenbauer bleibt bis 2014 Aufsichtsratsvorsitzender der Strabag. Vielleicht kommt dann ein Oligarch aus Moskau. Wer weiß ?

    • Haider
      11. Dezember 2011 21:59

      Ganz so negativ sehe ich den Koralmtunnel nicht. Für Österreich allein ist er unbedeutend. Sieht man sich jedoch das europäische Netz an (TEN), dann kann man diesem Projekt schon etwas abgewinnen. Natürlich kann man wieder Bahnlinien (so wie im 19 Jahrhundert) abseits vom Geschehen bauen. Viele österreichische Orte leiden noch heute darunter, daß der nächste Bahnhof bis zu 10 km von ihrem Ort entfernt liegt.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      12. Dezember 2011 23:06

      Irgendwie müssen wir die völlig aufgeblasene Bauwirtschaft im Land eben versorgen. Sie wollen doch nicht, dass die alle in energetische Gebäudesanierungen machen? Das wäre ja völlig fehlgeleiteter Klimaschutz.

  19. Samtpfote
    11. Dezember 2011 12:40

    Carlo Sociale hat g'meint:
    "Put in" könnt a guter Werbespruch sein"....

  20. socrates
    11. Dezember 2011 12:26

    Gestern sang in der Alt Ottakringer Kirche ein Weißrussischer Mädchenchor. Sie sammelten für behinderte Kinder in Minsk. Eine Lehrerin verdient 100€ p.m., Kinderbeihilfe beträgt 30€ p.m. für 3 Jahre.
    In Rußland hat Putin in seiner Regierungszeit den Lohn auf 100 x 4 = 400€ erhöht, eine Kinderprämie ab dem 2. Kind von 7200€ eingeführt und die Industrieproduktion auf den Stand der vorliberalen Zeit gebracht. Die Pensionen wurden 2007 um 37% erhöht (hätte ich gerne!).
    Die Riege der jüdischen Freimaurer (nach eigenen Angaben) hat sich maßlos bereichert, das Volksvermögen ins Ausland verschoben und 1,500.000 Menschen verhungerten deshalb.
    In der russischen Verfassungskrise 1993 löste Jelzin per Ukas den – zu Sowjetzeiten gewählten – Volksdeputiertenkongress sowie den Obersten Sowjet Russlands auf, die sich seinen Bemühungen widersetzt hatten, unpopuläre neoliberale Reformen durchzusetzen. Jelzin ordnete eine gewaltsame Stürmung des Parlamentsgebäudes (Weißes Haus) an, in dem sich etwa 100 Parlamentarier und weitere Anhänger verbarrikadiert hatten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung eines weiteren Aufstandes gegen ihn am 3. und 4. Oktober, gab es in Moskau 190 Tote.
    Bruttoinlandsprodukt Russlands
    (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent und Vergleich mit 1990)
    1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 -5,3% 6,4% 10,0% 5,1% 4,7% 7,3% 7,2% 6,4% 8,2% 8,5% 5,2% -7,8% 4.0 57,5% 61,2 67,3% 70,7 74,1 79,5 85,2 90,7 98,1 106,5% 112,0 103,2 107,3%
    Das Brutoinlandsprodukt (BIP) Russlands ist in den ersten neun Monaten 2011 um 4,2 Prozent gewachsen.
    Der Anteil der Bevölkerung, der unter der Armutsgrenze lebt, betrug 2002 nach Angaben der Weltbank 19,6 %. Dieser Anteil ist jedoch landesweit ungleich verteilt. In Tschetschenien und Dagestan lebten mehr als die Hälfte der Menschen in Armut; weitere arme Regionen sind demnach Inguschetien (47 %), Tuwa & Kabardinien-Balkarien (42 %), Mari El (39 %), Kalmückien (36 %), Burjatien & Altai (32 %) und Mordwinien (31 %). Nach dem Zerfall der UdSSR ist die Armut jedes Jahr erheblich gestiegen und war 1999 mit über 40 % auf dem Höhepunkt. Seitdem hat sich die Lage bis heute spürbar gebessert. Allerdings lebt der Großteil der Nicht-Armen Bevölkerung meistens nur knapp über der Armutsgrenze.
    Heute sind nur mehr 10% unter der Armutsgrenze.
    Bruttoinlandsprodukt Russlands
    (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent und Vergleich mit 1990)
    1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1,6% - 3,0% - 5,0% - 14,5% - 8,7% - 12,7% - 4,0% - 3,6% 1,5 %(1990 = 100%) 103,1% 100,0% 95,0% 81,2% 74,2% 64,7% 62,1% 59,9% 60,7%
    Unsere Medien, der Unwahrheit verpflichtet, berichten nur negativ über Putin. Er hat ja auch die Freimaurer verjagt (natürlich ohne Strafe wie auch der Freimaurer Brejvik), denen die Medien hörig sind (cf. Cameron). Wenn der besoffene Jelzin in Wladiwostok drei Tanzschritte zeigte, so berichteten alle Agenturen weltweit darüber. Wenn der Republikaner Reagan auf der Gangway stolperte, ebenfalls, um ihn lächerlich zu machen, Clinton schuf als Demokrat Jogginggeneration, das war wieder gut. Obama in Hawai in der Badehose, beim Sport oder beim Jazz, das ist schön.

    • socrates
    • ja (kein Partner)
      12. Dezember 2011 17:32

      @socrates
      wenn sie diesen schwachsinn von wikipedia ernst nehmen, tun sie mir leid. und ihre lobgesände über putin sowie die statistik, daß nur 19,..% der bevölkerung an der armutsgrenze leben, zeugen nicht gerade von einer grundlegenden kenntnis der verhältnisse in diesem nach wie vor dikatorisch regierten land.
      unsere medien berichten meines erachtens viel zu freundlich über putin - schließlich brauchen wir ja das russische öl und gas - und nicht wie sie behaupten, nur negativ.
      ihre ansicht erinnert mich etwas an gerhard schröder, der putin "als lupenreinen demokraten" bezeichnet hat. mußte er ja, zumal er für russland ja die pipeline lobbyiert hat. alles schon vergessen, socrates? dann sind sie zu beneiden.
      bei dieser gelegenheit eine bemerkung: mich würden sehr die berichte unserer botschafterin in moskau (der witwe von putinfreund klestil) interessieren, die sie derzeit in das außenamt über die situation und den demokraten putin schickt. leider ist das sehr geheim, warum eigentlich?

    • socrates
      13. Dezember 2011 20:15

      ja
      Die Weltbank, die 19% Arme feststellte, gehört nicht den Russen, also pfui Westen (sinnerfassend lesen hilft). 10% sind es jetzt. Wikipedia können Sie mit Ihrer Weisheit beglücken und ausprobieren, ob Ihnen jemand glaubt. Unsere Medien samt Klestil´s Witwe intressieren mich nicht, ihre Ansichte bleiben besser geheim, ich suche die Wahrheit. Schachbrettdreher und ähnliches finden Sie im Standard. Es ist besser, hinzufahren und nachzusehen wie es in RU läuft.
      Gegen Putin benahmen wir uns genauso dumm wie die Grünen gegen Schwarzenegger. Alle verdienen, speziell die dummen undemokratischen Schweizer, aber wir sind klug und weise.
      Es lebe die Gesamtschule, die Ihresgleichen produziert.

  21. Laura R.
    11. Dezember 2011 11:57

    Der Werner hat g`fragt, warum der Kollege Putin, wenn er schon die Wahl manipulsiert, oder so, hat, net mehr Stimmen g`wonnen hat.

    Er selba hätt` si` mindestens zwadrittel geb´n, hat er g`sagt.

    • Brigitte Imb
      11. Dezember 2011 12:56

      Und was sagt uns das? Putin braucht Spin(n)Döktoren aus dem Wiener Gemeinderot. Da könnten die Russen was lernen, für´s Wahlkartenwählen.
      Aber mir fällt grad ein, dass die Russen ja nicht diese sozial gerechten Wohltaten über potentielle Asyltürken verhängen wie die Ösozen - also wird´s nix werden.

    • Laura R.
      11. Dezember 2011 13:20

      Der Werner hat g`fragt, was heißt "man hat mir meinen Truthahn gestohlen", auf Russisch?

      Dann hat er g`lacht und g`sagt: Wldadimir Putin!

      Dann ham`s den Dieb g`fangen und g`meint: der Josef Stalin.

      Also, dieser Werner kennt Witz`!

    • Undine
      11. Dezember 2011 19:19

      @Laura R.

      Der Werner, das ist einer!! Sag'n S' ihm doch, er soll dem Putin einen Brief schreiben (das tut er ja eh' gerne); aber er darf ja nicht schreiben: "Lieber ONKEL Wladimir!" Den "ONKEL" muß er unbedingt weglassen, sonst wird der Putin wild! Mir kommt ja vor, der hat sich ein bisserl liften lassen. Naja, der Werner soll ihm den freundschaftlichen Rat geben, bei der Wahl UNBEDINGT in Pflegeheime zu gehen! Dort können alle ihr Kreuzerl an der richtigen Stelle machen, auch die, die gar net lesen können! Mit dem Tipp vom Genossen zum Genossen könnt sich der Werner beim Putin sicher einweinbeerln!

  22. brechstange
    11. Dezember 2011 09:50

    zu WK, phaidros 07:14 (anders geht es leider nicht, weiß jetzt nicht warum)

    Zur Fehlleistung der nationalen Regierungen und Unschuld der EU möchte ich anmerken, dass die EU-Institutionen proportional von Politikern europaweit besetzt werden und das oft mit zweiter Garnitur aus politischen Erwägungen. Eine Realität, die man nicht außer Acht lassen sollte, daher als Schluss: Die EU ist implizit schuld.

    • phaidros
      11. Dezember 2011 10:42

      Wieso meinen SIe? Garnitur hin oder her: Brandstetter - wenn ich das kurze Zitat richtig verstehe - schreibt, dass die Nationalstaaten sich aus eigenem Antrieb verschuldet haben, das hat nichts mit der EU zu tun.

      Ich sehe eher das Gegenteil die EU unternimmt jetzt versuche (durchaus nicht unumstritten), die Staaten dazu zu zwingen, von dieser fatalen Vorgangsweise abzurücken.

      Schuld hat die EU in einer Weise: sie hat die Aufweichung und Verletzung von Maastricht, no-bailout u.dgl. zugelassen. Aber auch hier gibt es ein aber: hätte es die EU gar nicht gegeben, hätte es Kriterien und Klauseln, die man hätte verletzen können, gar nicht gegeben! Aber es gäbe jetzt niemanden, der versuchen könnte, die Sache einzudämmen.

      Dazu ein Gedankenexperiment: nehmen wir für einen Moment an, es hätte nie eine EU gegeben. Ich glaube, dann sind wir einig, stünden manche Staaten etwas besser, andere etwas schlechter da. Aber unterm Strich wäre die Krise dieselbe.

      Wer kann wie begründet ausschließen, dass nicht genau jetzt eine EU entstünde?

      Die gut gestellten Staaten könnten und würden ihre Abnehmer nicht fallenlassen, glaube ich. Der beiweitem größte Anteil der Sozialprodukte wird auf dem Binnenmarkt erwirtschaftet.

      LG phaidros.vie@gmail.com

    • Wertkonservativer
      11. Dezember 2011 12:24

      Ich wundere mich wirklich, dass hier so viele überaus feine und intelligente Mitdiskutanten einfach nicht einsehen können oder wollen, dass wir Europäer wirklich nur mit gemeinsamen Anstrengungen unser Überleben in der globalisierten Welt, deren aggressiven Finanzhaien und Wirtschafts-Aufkäufern einigermaßen abwehren und absichern können!
      Dieses verträumte und nostalgische Hoffen, nach Ende der EU in unserem kleinen Wolkenkuckucksheim wieder fröhliche Auferstehung feiern zu können, ist wirklich eine Schimäre! Wir würden noch viel mehr zum Spielball stärkerer Kräfte werden, und unsere Freiheit dann ganz verlieren.
      Ich versteh's einfach nicht! So viel Klugheit, so viele wertvolle und gescheite Leute, und dann doch dieser Pessimismus und die starre Animosität gegenüber dem einzig Notwendigen für uns, für unsere Nachkommen, für unseren Kontinent!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Anton Volpini
      11. Dezember 2011 12:50

      Nun verehrter Wertkonservativer, dann bin ich eben nicht intelligent. Macht auch nichts. Aber ein politisches Konstrukt gut zu heißen, das sich seit Jahren nur durch Lug und Betrug aufrecht erhält, bring ich einfach nicht über mich.
      Was soll das Gerede, daß wir ohne große Politeinheit den internationalen Spekulanten ausgeliefert wären? Das klingt ja fast schon so, wie aus Faymanns Mund!
      Ich kenn da ein kleines Land etwas westlich von Vorarlberg, daß zur Zeit ganz alleine und wirtschaftlich sehr gut dasteht!

    • Wertkonservativer
      11. Dezember 2011 13:41

      Hochwerter Anton Volpini,

      ich habe meinen andersdenkenden Mit-Diskutanten - und schon gar nicht Ihnen - nicht die Intelligenz abgesprochen, sondern den so Angesprochenen diese ja ganz bewusst attestiert!
      Die nächste Zukunft wird wohl zeigen, welche der beiden Denkrichtungen schlussendlich "siegen" wird.

      Sie gestatten aber doch, lieber Anton Volpini, dass ich weiterhin ganz fest an ein eng und freundschaftlich zusammenarbeitendes Euroipa im Rahmen einer wirklich funktionierenden und - wenn notwendig - ausgleichenden EU glaube?
      Danke und noch einen schönen Tag!

      (mail to: gerhard@miichler.at)

    • phaidros
      11. Dezember 2011 13:59

      ..ein kleines Land westlich von Vorarlberg, das zur Zeit ganz alleine und wirtschaftlich sehr gut dasteht!

      ...und ein Bankgeheimnis hatte, das ihm tonnenweise das Geld ins Land pumpte (und Erpressungsgründe frei Haus gleich mit, um es im Klartext zu sagen). Das ist jetzt weg. Bald wird, das ist meine Meinung, das Land nur noch ganz alleine dastehen.

      Und dann ist auch für die Schweiz der EU-Beitritt »alternativlos«, wie das so schön heißt.

    • phaidros
      11. Dezember 2011 14:21

      Nochmal zu Herrn Volpini (dachte, es wär ein anderes Post gewesen, aber es ist dasselbe). Selbst auf die Gefahr hin, zu nerven, komme ich nochmal auf Schmidts Rede auf dem SPD-Parteitag zu sprechen:

      1950 stellten die Europäer 20% der Weltbevölkerung und erwirtschafteten 30% des weltweiten Sozialprodukts. Nur 100 Jahre später werden es 7% sein (ich tippe eher auf 4-5%) und nur noch 10% erwirtschaften. Alle zusammen! Die Einzelstaaten werden unter die Wahrnehmbarkeitsschwelle absinken.

      Um es etwas schmalzig auszudrücken: nicht nur liebe ich dieses Land, ich liebe auch diesen Kontinent, der das bei allen Verfehlungen der Vergangenheit ganz sicher wert ist. Mit ganz ähnlich patriotischen Gefühlen. Und da sehe ich zwei mögliche Wege vorgezeichnet: wir finden zu einer Zusammenarbeit, dann haben Land wie Kontinent nach einer großen Vergangenheit auch eine bedeutende Zukunft. Oder nicht.

      Womit ich ausdrücklich nicht sagen möchte, dass ich europäische Institutionen für perfekt halte! Da gehört unendlich viel repariert, rückgebaut, neu entwickelt oder überhaupt erstmals entwickelt. Aber man muss doch immer differenzieren, und darf nicht sofort das Kind mit dem Bade ausschütten wollen, wie es eine Auflösung von €-Raum bzw. EU wäre.

      Demokratische Strukturen gehören sicher verbessert, obwohl ich mir kein Modell ausdenken kann, bei dem 500 Mio Menschen relevant mitsprechen können sollten, das ist eine pure Illusion. Wie man Kontinente und Vielvölkerverbünde strukturiert und organisiert, darüber weiß ich nix. Da frage ich lieber »Leute, die sich mit sowas auskennen«, wie es in dieser Werbung heißt.

      Ich weiß nur, dass ich mir das als Österreicher und Europäer wünsche. Wünsche, Dass unsere Nachfahren nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken. Und das werden sie ausschließlich gemeinsam können, ganz sicher nicht auf eigene Faust. Miteinander, nicht gegeneinander. Denn nebeneinander wird es auf einem kleiner werdenden Planeten nicht geben.

      BG phaidros

    • Anton Volpini
      11. Dezember 2011 15:48

      Ich glaub, wir reden da an einander vorbei, Wertkonservativer und phaidros.
      Ich bin ganz bei Euch, wenn sich ein gemeinsames Europa der natürlich gewachsenen Vielfalt, und der von brechstange beständig geforderten Subsidiarität verwirklichen ließe. Alle, von Euch aufgezählten Vorteile, wären dann unschlagbare Stärken.
      Leider ist das aber nicht die Realität. Wir Bürger Österreichs werden von unseren eigenen Politikern jeden Tag betrogen und belogen, auf europäischer Ebene hat sich ein planwirtschaftliches, einheitsnivellierendes Bürokratiemonster gebildet und jetzt vernichten die "Euroretter" noch unseren ganzen Wohlstand.
      Wenn wir das alles kommentarlos abnicken, dann werden unsere Kinder einmal zu Recht fragen, was wir uns in unserem Leben gedacht haben?

    • phaidros
      11. Dezember 2011 19:29

      Lieber Hr. Volpini, ich hoffe, ich bin nicht voreilig, wenn ich sage, das ist ja ein richtiger Durchbruch! Daran sieht man wieder einmal, wie sehr sich zähes Ringen in der Diskussion auf einmal auszahlen, kann - und das beziehe ich, wohlgemerkt, ausdrücklich auf beide Seiten!

      Denn ich habe auf einmal den starken Eindruck, so weit liegen wir gar nicht auseinander, wir blicken nur aus unterschiedlichen Winkeln auf dasselbe. Ich sehe es so ('tschuldigung, schon wieder eine Metapher - noch dazu immer dieselbe), dass wir im löchrigen Seelenverkäufer auf hoher, rauer See unterwegs sind. Die Frage »neuen Kahn bestellen« stellt sich meiner Ansicht nach nicht, auch, wenn ein neues Schiff besser und auch mir lieber wäre, als dieses teilfehlkonstruierte Halbwrack, mit dem wir da unterwegs sind. Wir aber müssen reparieren, was wir haben (so gesehen hoffe ich, dass die Watschen für Europa und die europäischen Staaten heftig genug ausfallen, dass gelernt wird, nicht ernst gemeinte Blödeleien wie in der Vergangenheit künftig sein zu lassen)

      Sie sehen in erster Linie die Defekte, die ich Ihnen ausnahmslos zugebe, keinen einzigen bestreite ich. Und begrüße obendrein, dass sie aufgezeigt werden, denn das ist der notwendige erste Schritt zu deren Reparatur. Auch für Kontinente und Staatenverbunde gilt offenbar: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

      Ich möchte lediglich anregen, einmal von den Schwierigkeiten innenbords (die gelinde gesagt .. äh .. besorgniserregend sind den Blick zu heben und einmal auf die stürmische See hinaus zu schauen. Dann wird schnell klar, dass Schadensmeldungen weiter nötig sind, denn sonst kann man nicht reparieren, aber ständiges Geschimpfe, auf was für einem Sch*kahn wir da fahren, nichts bringt (und von Seeleuten auch seltsamerweise nie kommt: so heruntergekommen kann selbst der letzte Seelenverkäufer nicht sein, dass seine Mannschaft ihn nicht lieben würde).

      Denn die Frage bleibt: was macht uns glauben, dass wir allein nicht ebenso unseren ganzen Wohlstand vernichten würden, und wahrscheinlich noch viel schneller (ich wiederhole die Argumente hier nicht, sie liegen alle auf dem Tisch)

      Herzliche Grüße vom Osten in den mittleren Westen
      phaidros

    • Undine
      11. Dezember 2011 20:40

      Wenn man nur überlegt, wie viele, viele Milliarden Euro Jahr für Jahr seit Bestehen des Molochs EU durch die undurchschaubaren Verflechtungen bisher VERUNTREUT worden sind, könnte einem schlecht werden! Das ist nicht irgend ein Geld, das vom Himmel fällt, sondern Geld, das den ARBEITENDEN--und nur diesen!--BÜRGERN Österreichs und jenen der paar übrigen Nettozahlerländer ABGEPRESSTES, GESTOHLENES Steuergeld, meine Herren!
      Was sollte da jemals besser werden?

    • phaidros
      12. Dezember 2011 06:04

      Liebe Undine, ich verstehe diesen Punkt allzu gut, und er ist auch richtig!

      Allerdings bin ich halt überzeugt davon, dass für jede Milliarde, die irgendwo versickert, veruntreut, gestohlen oder umgeleitet wird, drei Milliarden gar nicht existieren würden, weil sie nie hätten erwirtschaftet werden können, wenn wir nicht dabei wären! Mit einem Wort: wir wären also schlechter dran.

      G'schicht dem Vater schon recht, dass ich kalte Händ' hab. Was kauft er mir keine Handschuh!

      LG phaidros.vie@gmail.com

    • brechstange
      12. Dezember 2011 19:58

      Phaidros

      Das ist aber jetzt nicht Ihr Ernst. Was glauben Sie, wenn von 4 Mrd. 1 Mrd. veruntreut wird, was da nachhaltig gesehen rauskommt? Nämlich genau das, wovor wir nun stehen, eine Krise.

    • phaidros
      13. Dezember 2011 06:46

      Liebe brechstange, ich habe nicht geschrieben, dass von 4 Milliarden eine veruntreut wird, bitte nochmal nachlesen! LG

    • Pumuckl
      14. Dezember 2011 03:03

      von @ brechstange 11. 12. 09:50 bis Undine 11. 12. 20:40

      Die Dramatik der Situation sehe ich darin, daß all Ihren Positionen kaum jemand fundiert widersprechen kann!

      ICH SEHE MEIN GELIEBTES ÖSTERREICH MIT SEINEN AUTOCHTHONEN BÜRGERN
      IN EINER AUSWEGLOSEN " ZWICKMÜHLE " ! ! !

      ° Es macht nicht Sinn das Rad der Zeit zurückzudrehen, und darüber zu spekulieren was wäre, hätte Österreich spätestens nach Kreisky, die Vision einer wirklich neutralen Demokratie nach dem Vorbild der Schweiz, realisiert.

      MAN TAT ES NICHT - JETZT HÄTTE EIN AUSTRITT AUS DIESER EU UNABSEHBARE FOLGEN ! ! Ein solcher Schritt würde sowohl von der EU selbst, als auch von anderen " Kräften " erbarmungslos bestraft.

      ° Dr. A.U. & Partner geißeln unentwegt den Kanzler und seinen Vize wegen deren
      Inkompetenz - vor allem beim Kanzler wohl zu Recht.
      Doch was könnte etwa ein vom Blog so geschätzter Kanzler Schüssel außenpolitisch anderes tun, als das zu vollziehen, was Merkel und Sarkozy aushandeln?
      Die "wohlerworbenen Rechte" von Verwaltung, Kammern und dergl. wären innenpolitisch auch für Schüssel eine kaum überwindbare Barriere - gerade weil er aus diesem Lager kommt.

      Die Metapher von phaidros trifft schon zu!

      Österreich eine der Barkassen auf dem Seelenverkäufer EU !!

      Selbstverständlich unterstehen alle Barkassen dem Befehl von EU-Kapitän Barosso. Mit seinem Habitus könnte er wohl gut dem Paten in einem Mafia-Film
      darstellen. Dem entspricht auch mein Gefühl auf diesem Seelenverkäufer!

    • Pumuckl
      14. Dezember 2011 03:52

      @ phaidros 13.12. 06:46

      Daß 1/4 der von der EU umverteilten Milliarden veruntreut wird habe ich nicht gelesen.

      Wohl aber, daß auf jede der kriminell oder nur fahrlässig versickernde EU-Milliarde drei weitere Milliarden erwirtschaftet würden ( wo? ), welche der EU zu verdanken wären.
      Das kann wohl kaum verifiziert werden!

  23. Pumuckl
    11. Dezember 2011 09:44

    ° Finde es nicht bemerkenswert, wenn ein Mann mit nacktem Oberkörper reitet.
    Hat nicht auch ein Spitzenpolitiker das Recht, sportlich zu bleiben? Muß Putin artig ein Hemdchen anziehen, wenn ihm nicht darum ist, weil ja ein Reporter in der Nähe sein könnte?
    Mich kotzt es viel eher an, wenn sich Merkl und Sarkozy immer mit Bussi - Bussi
    begrüßen.

    ° Im ersten Absatz weckt Dr. A.U. die Vermutung, er wünscht sich an Rußlands Spitze wieder einen Mann wie den schweren Alkoholiker Jelzin, unter dessen Führung das Land im Chaos versank, die Schlüsselwirtschaft unter sehr merkwürdigen Umständen in die Hände von Oligarchen gelangte, welchen nationale Anliegen völlig " Wurscht " waren.
    Können wir Europäer an einem chaotischen Rußland wirklich interessiert sein?
    ° Daß auch in österreichische Gerichten empörende Dinge geschehen hat Dr. A.U.
    ja selbst mehrfach thematisiert und seine Kritik am Chodorkowski Prozess wird schon begründet sein. Für ein makelloses Unschuldslamm halte ich Chodorkowski trotzdem nicht!

    ° Die prügelnden Polizisten in Rußland gefallen mir gar nicht! Doch warten wir ab
    was wir in Westeuropa noch erleben, wenn kommende soziale Verwerfungen erst voll wirksam werden!

    Längst begann in Westeuropa die Dämmerung der sozialen Marktwirtschaft!
    Ich denke, sie hat ja ihre geopolitische Aufgabe - den Zusammenbruch des kommunistischen Gesellschaftsystems - bereits erfüllt.

  24. Undine
    11. Dezember 2011 09:21

    Wenn man wüßte, wo die Fäden gezogen werden, damit es dazu kommt, daß die Russen "auf die Straße" gehen, um sich gegen Putin zur Wehr zu setzen. Wenn solcherart Demonstrationen angezettelt werden, sitzen die Fädenzieher meist im Ausland.

    Ich könnte mir gut vorstellen, daß die "Oligarchen", denen es während des Zusammenbruchs der UdSSR gelungen ist, mit viel Chuzpe und großangelegtem Betrug viel russisches Volksvermögen an sich zu raffen und dieses und sich selbst rasch ins Ausland zu verbringen, von wo aus sie nun für Rußland "Schicksal spielen", um dort einmal die Macht zu übernehmen.

    • machmuss verschiebnix
      11. Dezember 2011 12:07


      Sie liegen da goldrichtig, Undine !


      Putin ist nicht das Schicksal, sondern das Glück Russlands, weil keiner außer Ihm
      alle Voraussetzungen erfüllen konnte, die nötig waren um Russland vor dem Total-Absturz
      zu bewahren !!!

      Fakt ist, daß es unter all jenen, die zwar grundsätzlich das Rüstzeug hätten - die Bildung,
      den sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund - daß hier keiner erkennbar ist, der
      auch nur entfernt dazu bereit wäre, intellektuelles Vermögen FÜR Russland einzusetzen.

      Ganz im Gegenteil, die meisten dieser Leute verachten ihr eigenes Land zutiefst und
      wollen nur möglichst rasch möglichst viel ab-cashen . Ich glaube wir brauchen nicht drüber
      zu diskutieren, daß Putin (bzw sein Geheimdienst) dem einen oder anderen Oligarchen
      nicht umsonst so massiv auf die Pelle rückt !

    • socrates
      11. Dezember 2011 14:00

      Ich bin ganz Deiner Meinung! Kommentar ist leider englisch:
      ‘US uses double standards in election criticisms’
      Gerhard Mangott, Professor of Political Science at Innsbruck University
      As for Washington’s criticism of the Russian parliamentary election, Mangott told RT, one has to raise the question: Why did the US State Department not protest so strongly against election results in Azerbaijan or Turkmenistan?
      “Is it because the US has strong economic and geostrategic interests in the region?” he asked.
      “It’s fair to raise questions as to whether there have been manipulations or falsifications. However," Mangott continued, "if you apply double standards – as the US government has and some other governments do – it’s fair to ask: are there any additional objectives behind those criticisms?”
      "if you apply double standards – as the US government has and some other governments do – it’s fair to ask: are there any additional objectives behind those criticisms?”
      Wahlbetrug in den USA 2000: Georg Bush, Florida, Ohio 2004

    • socrates
      11. Dezember 2011 17:34

      undine
      Noch ein Beispiel: Wahl in Georgien war beschämend
      Der geschäftsführende Direktor des Zentrums für Menschenrechte in Georgien, Utscha Nanuaschwili, hat die Wahlen am vergangenen Sonntag in Georgien als „beschämend“ bezeichnet. Nanuaschwili stützt diese Aussage auf die Erfahrungen der Wahlbeobachter seiner Organisation, wie das Kacheti News Center berichtete.
      Wie Nanuaschwili sagte, habe das Zentrum 100 Wahlbeobachter in Georgien gestellt. Einige von ihnen seien in der Region Kacheti in den Wahllokalen gewesen, in denen Bevölkerung aserbaidschanischer Abstammung lebe. Dort habe das vollkommene Chaos geherrscht. Das Wahlkarussell habe erfolgreich funktioniert und die Vorsitzenden der Wahlkommissionen hätten die Beschwerden der Wahlbeobachter ignoriert.
      Der georgische Präsident Saakaschwili hingegen vertrat die Meinung, die Wahlen seien ein „Sieg der Demokratie“ gewesen.
      Human Rights.ge, 01.06.2010

    • terbuan
      11. Dezember 2011 21:35

      Undine
      *****!
      Man braucht nicht nur zwischen den Zeilen zu lesen!

  25. Wertkonservativer
    11. Dezember 2011 07:14

    Nach der Morgenlesung des Kuriers, und natürlich nach Pflichtlesung des A.U.-Kommentars zu Putin und Russland:

    mit dem derzeitigen Führungs- und Personalsystem ist das große Russland ziemlich weit von demokratischen Strukturen entfernt:

    das System Putin muss von russischen Volk hinweggefegt werden; die ebenfalls unheimliche Macht und Geldgier der russischen neureichen Oligarchen , die sich das Vermögen des Volkes billig unter den Nagel gerissen haben, ist bei gleicher Gelegenheit auf menschengerechtes Niveau zu bringen.

    Ob das alles ohne neuerliche Umstürze und Revolution gehen könnte?
    Ich weiß es nicht!

    Eines weiß ich jedoch:

    Leitartikel Brandstätter zur Nacht von Brüssel:
    "Die aktuelle Verschuldung aller EU-Staaten ist eine Fehlleistung der jeweiligen nationalen Regierungen und nicht Schuld der Brüsseler Behörden!"
    Dies zum Nachdenken für die vielen EU-Kritiker, die alle Schuld auf die EU schieben!

    Und dann noch etwas, auf Seite 8) "Profiteure der Schuldenkrise":
    Größte Gewinne könne man mit Aktien von Bank- und Finanztiteln erzielen:
    "Allein in Österreich haben Anleger lt. Gschiegl (?) 155 Milliarden Euro auf täglich fälligen Bankkonten liegen"!!
    Wenn das nur ansatzweise stimmen sollte, verstehe ich die Welt nicht mehr.
    Wir jammern, wie arm wir alle sind und was noch alles über uns kommen würde, und dann liegt das Geld vieler "potentieller Anleger" in einem Maße auf normalen Bankkonten, wovon - sagen wir - bereits 10 - 20% die Finanz-, Schuldenrückzahlungs- und Budget-Probleme unseres Landes ganz wirksam reduziert werden könnten!
    Ja, es gibt viel Geld in der Welt:
    "155 Millionen Dollar in New York für einen "Klimt", usw. usf.!

    Nur, wer hat es ? Ich sicher nicht!

    Guten Morgen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      11. Dezember 2011 08:28

      Darf ich wiederholen, das darf ruhig 2x gelesen werden:

      Leitartikel Brandstätter zur Nacht von Brüssel:
      "Die aktuelle Verschuldung aller EU-Staaten ist eine Fehlleistung der jeweiligen nationalen Regierungen und nicht Schuld der Brüsseler Behörden!"
      Dies zum Nachdenken für die vielen EU-Kritiker, die alle Schuld auf die EU schieben!


      BG phaidros.vie@gmail.com

  26. simplicissimus
    11. Dezember 2011 05:30

    da ich einige zeit in russland verbracht habe, fühle ich symphatien mit den russen und bin fasziniert von ihrem riesigen und interessanten land. da dort jeder provinzkaiser schon wegen der entfernung gerne sein eigenes süppchen kochen möchte und auch wegen vieler anderer zentrifugalkräfte ist die notwendigkeit eines starken präsidenten in russland eher gegeben als anderswo. auch ist ein stabiles russland für die welt viel wichtiger als zb ein stabiler jemen, so sehr ich den menschen dort ihre freiheit und gute lebensbedingungen wünsche.
    leider überteibt das russische regime nun, das nichts an macht abtreten und keine kontrolle verlieren möchte. bisher konnte man putin als eher vernünftigen denn allzu autoritären machthaber einordnen, heute wird es schon mehr als problematisch.

    ja, macht abzugeben schmerzt allen, die mit innerer grösse nicht überreich gesegnet sind. und die vielen wohlerwobenen pfründe die man und seinesgleichen dabei verliert!

    ich hoffe nur für österreich, dass unser mediendominierender grosser koalitionspartner auch in zukunft zu den noch-nicht autoritären parteien zählt und die finger von wahlmanipulationen (für die es ja in der letzten wahl verdachtsmomente gegeben hat) lassen wird.

    • Brigitte Imb
      11. Dezember 2011 13:02

      Ich möchte mir nicht vorstellen wie die Wr. Roten daran arbeiten, möglichst alle Türken - per Wahlkarte - zur Urne zu "bewegen". Da schaudert mir...

    • simplicissimus
      11. Dezember 2011 17:33

      ja, das scheint das erklärte ziel zu sein: die von der spö weglaufenden arbeiter so rasch wie möglich durch ausländer zu ersetzen. mit der abwehr des ausländerwahlrechts werden wir uns vielleicht noch auseinandersetzen müssen.

    • Haider
      11. Dezember 2011 21:28

      @ Brigitte Imb:
      als winzige Ergänzung würde ich vorschlagen: "- per AUSGEFÜLLTER Wahlkarte -."
      Sicher ist sicher! Bei uns stehen nämlich Parteibezeichnungen und nicht Symbole (Stern, Elefant, Mond ... ) am Stimmzettel.

    • Brigitte Imb
      12. Dezember 2011 10:38

      @ Haider,

      ja natürlich, mit allem was "dazugehört".

      Ich wollt´s wegen der "Unschuldsvermutung" nicht so ausführlich darstellen...

  27. Johann Scheiber
    11. Dezember 2011 04:56

    Den Artikel musste ich zweimal lesen. Aber Gratulation, Herr Dr. Unterberger, sie halten es mit Hamlet: Grosse Geister lassen sich nur von grossen Dingen bewegen.
    First we take Eurabia, and then we take Russia!

    • Anton Volpini
      11. Dezember 2011 09:17

      No Johann, first we take Manhatten, then we take Berlin, may be afterwarts it might be Russia but therefore we should ask Leonhard Cohen first.

    • terbuan
      11. Dezember 2011 21:33

      ....and Leonhard Cohen will say; "Yes, we can!"

  28. libertus
    11. Dezember 2011 01:40

    Ob derzeit "das kultivierte Bürgertum" in Rußland auf der Straße demonstriert, läßt sich aus der Entfernung vermutlich nicht so leicht feststellen.
    Aber als Warnung für alle autoritären (und auch nichtautoritären!) Regierungen gegen Wahlmanipulationen sind diese Kundgebungen der Bevölkerung ein wichtiges und richtiges Zeichen.

    Wie weit die "Marke Putin" tatsächlich beschädigt ist, wird sich heraustellen, wenn er persönlich zur Wahl steht. Und da sollten die jetzigen Unruhen wenigstens für den nächsten, anstehenden Urnengang einen Ablauf ohne Wählerbetrug bewirken, dann haben sie jedenfalls ihr Gutes gehabt.

    P.S.: Ich kann mich nicht an ähnliche, zahlreiche Demonstrationen anläßlich der Chodorkowski-Verurteilung erinnern. Offensichtlich weiß die russische Bevölkerung in dieser Causa besser Bescheid!





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