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Den Zaster her für Beamte und Politiker!

Claus Raidl weiß wie immer, wie man sich populär macht. Und ich habe wie immer geradezu masochistische Lust, mich unpopulär zu machen. Der Nationalbank-Präsident hat eine Nulllohnrunde für Beamte gefordert. Ich bin strikt dagegen. Und ich bin auch gegen die neuerliche Nulllohnrunde für Politiker. (mit nachträglicher Korrektur)

Warum denn das, werden nun manche erstaunt fragen? Ist der Unterberger neuerdings ein Beamten-, Politiker- oder gar Gewerkschaftsfetischist geworden? Ganz und gar nicht. Er hat weder als Politiker noch als Beamter jemals einen Cent verdient und er ist auch seit langem nicht mehr Gewerkschaftsmitglied (Zugegeben, das war er eine Zeitlang, als ihn seine Kollegen zum Betriebsrat gewählt hatten – bis er merkte, dass die Gewerkschaft nur in Ideologie macht, aber nichts für die Arbeitsplätze und Einkommen der Journalisten tut, vor allem nichts für die der jungen ohne Kollektivvertrag).

Um bei den Politikern anzufangen: Das Hauptargument, warum ich gegen den ständigen Nulllohn-Populismus bei den Politikergehältern bin, habe ich schon einmal in anderem Zusammenhang hier angeführt: If you pay peanuts, you get monkeys. Das einst von Jörg Haider entwickelte und von manchen Journalen begeistert fortgesetzte Politiker-Bashing ist zwar populär, aber es hat in den Jahren seit Haider genau zu dem Ergebnis geführt, welches uns jenes englische Sprichwort verspricht. Auch die diversen Haider-Erbschaftsparteien beweisen das.

Ich wäre sogar dafür, Politikern doppelt so hohe Gehälter zu zahlen, damit wir dafür im Gegenzug beispielsweise bessere Minister bekämen. Solche, die sinnvolle Politik betreiben und die das auch kommunizieren können.

Die Sicherheitsministerin im Bankräuberjargon

Um nur ein Beispiel zu nennen (und zwar wieder ein neues, das hier bisher noch kaum vorgekommen ist): Haben wir wirklich eine so grenzwertige Innenministerin wie Johanna Mikl-Leitner und ihre beispiellose Demagogie verdient? Ihr Spruch „Her mit der Marie, her mit dem Zaster!" wird wohl dauerhaft in die Geschichte der politischen Geschmacklosigkeiten eingehen. Tiefer geht’s nimmer. Kein Wunder, dass das Video von ihrem ÖAAB-Auftritt schon Failmann-artigen Kult-Status hat.

Damit sie nur ja Obfrau des ÖAAB wird, startete Mikl-Leitner mit solchen Bankräuber-Tönen eine Frontalattacke auf die Besserverdienenden. Dabei wären diese die mehr oder weniger letzte verbliebene Chancengruppe des ÖAAB, nachdem die konservativ motivierten ÖAAB-Sympathisanten ohnedies schon vertrieben worden sind (Stichworte Schwulenehe, Hymnenpfusch, Quoten-Genderismus, Anti-Grillitsch-Kampagne wegen Sarrazin-Einladung).

In mehrfacher Hinsicht erinnert Mikl-Leitner an ihren Vorvorvorgänger Ernst Strasser. Auch der stammt aus der intellektuell nicht gerade fordernden Schule Erwin Prölls (Originalzitat: "I bin wia a Briefmarkn, wanns feucht ist, bleib i pickn"). Und Strasser hat so wie Mikl-Leitner für diesen als Landesparteisekretär die dreckigste Schmutzarbeit gemacht. Auch Strasser hat als Innenminister so wie Mikl-Leitner zwar eine sinnvolle Maßnahme geschafft: Er hat Polizei und Gendarmerie fusioniert; sie hat die blöde Doppel- und Dreifachgleisigkeit Sicherheitsdirektion-Polizeikommandanten aufgelöst. Dafür gebührt zwar Applaus. Aber nach dieser einen einzigen Leistung sind beide ausgerastet und zur schweren Belastung für ihre Partei geworden.

Auch Mikl-Leitner lässt die Polizei wieder so verludern, wie das schon unter Strasser passiert ist. Man nehme nur einige aktuelle Beobachtungen über die Wiener Polizei: Die Polizisten vergnügen sich zwar seit einiger Zeit an allen Ecken der Stadt mit ihren neuen Spielzeugen. Also mit den Alkotestgeräten (unlängst durfte ich eines Abends binnen sieben Minuten auf einer kurzen Strecke gleich zweimal „blasen“) und ihren Radarpistolen (die am liebsten an solchen Stellen eingesetzt werden, wo seit vielen Jahren kein Unfall passiert ist). Beides sind bequeme Tätigkeiten, die weder intellektuelle noch körperliche Belastungen darstellen (Bei Regen treten die vermeintlichen Sicherheits-Schützer interessanterweise nie in Aktion). Beides aber macht die Stadt nicht wirklich sicherer. Streife gehen sieht man die Wiener Polizei hingegen nirgendwo, während dies etwa die New Yorker Polizei seit etlichen Jahren demonstrativ und mit Erfolg tut.

Und die Polizisten sind auch nicht an den Hotspots der Aggressivität zu sehen, wie etwa rund um den Wiener Schwedenplatz und andere U-Bahn-Stationen.

Als am vergangenen Samstag um 7 Uhr früh ein honoriger Wiener Bürger von einem Gewalttäter grundlos attackiert und schwer niedergeschlagen worden ist, dauerte es geschlagene 25 Minuten ab Anruf, bis die Polizei einzutreffen geruhte. Tatort: der Schnellbahnhof Matzleinsdorfer Platz. Offenbar für die Polizei ein total abseitiger Platz, wo noch nie etwas passiert ist. (Dieser Absatz wurde nachträglich korrigiert beziehungsweise präzisiert)

Damit genug von Mikl-Leitner und zurück zu den Politikergehältern. Wenn wir alle Politiker ihres Schlags losbekämen, wäre das schon etlichen "Zaster" wert.

Beamten-Nulllohnrunden sind dumm und ungerecht

Ähnliches gilt für die Beamten. Natürlich weiß ich, dass uns Jahre bevorstehen, in denen die Beamten froh sein werden, wenn ihre Gehälter nicht gekürzt werden. Aber dann wären es auch alle anderen. Es wäre dumm und ungerecht, wenn solche drastischen Maßnahmen wie Nichtabgeltung der Inflation einseitig nur die Beamten treffen, selbst wenn man mit gutem Grund sagen kann, eigentlich ist angesichts der Rezession jetzt schon ein solches Jahr erreicht.

Natürlich stimmt das Raidl-Argument, dass die Beamten einen sicheren Arbeitsplatz haben. Aber er vergisst: Einen sicheren monatlichen Bezug haben auch die Pensionisten. Bei denen besteht jedoch im Gegensatz zu den Beamten keine Gefahr einer Demotivation durch eine Nullrunde. Aber bei den Pensionisten wagen weder ein Raidl noch ein Minister, wie es etwa Claudia Schmied in Hinblick auf die Beamten tut, von Nullohnrunden zu reden. Der Pensionisten gibt es halt zu viele. Da verlässt einen dann der Mut.

Wenn Arbeitergewerkschaften (mit Zustimmung der Industriellen) über vier Prozent mehr an Lohn bekommen, dann wäre es noch aus einem weiteren Grund fatal, würden alle Beamten neuerlich deutlich schlechter oder gar mit Null abschneiden. Dann wird sich nämlich auch bei den Beamten das Monkey-Sprichwort immer stärker konkretisieren. Was wir bei jedem Behördengang, bei jeder behördlichen Maßnahmen bitter zu spüren bekommen.

Freilich sollte es bei der Lohnhöhe überhaupt um ganz etwas anderes als die Demonstration der gewerkschaftlichen Macht oder um das Gießkannenprinzip gehen. Im Grunde sollte es insbesonders bei den Beamten endlich darum gehen, dass auch dort die Regeln eines normalen Arbeitsmarktes Platz greifen dürfen. Das heißt erstens und vor allem: Bund wie Länder sollen sich genauso leicht (oder schwer) wie jeder andere Arbeitgeber von nicht mehr benötigten, von faulen, von überforderten Mitarbeitern trennen können. Die Beamten und Vertragsbediensteten  brauchen lediglich in den – relativ wenigen – parteipolitisch sensiblen Bereichen einen Schutz gegen Willkür.

Auch bei Beamten wirkt Angebot und Nachfrage

Die Prinzipien des normalen Arbeitsmarktes bedeuten aber auch: Wenn man zu wenige Mitarbeiter hat, muss man – ganz unabhängig von jeder gewerkschaftlichen Forderung – mehr zahlen, um welche zu bekommen. Und wir brauchen tatsächlich in den nächsten Jahren dringend vor allem Lehrer, da eine Massenpensionswelle ansteht. Und wir brauchen vor allem gute Lehrer angesichts einer immer schwieriger werdenden Schülergeneration. Das sind zwei gute Gründe für bessere Lehrereinstiegsgehälter.

Wenn man nicht sofort anfängt, junge Lehrer in der Konkurrenz zu vielen anderen Jobangeboten mit attraktiven Einstiegsgehältern zu ködern, wird es in den Schulen bald noch viel schlimmer ausschauen als heute. Dies gilt angesichts des Nachwuchsmangels auch dann, würden dort keine blödsinnigen Experimente wie die Ersetzung der Hauptschule durch die Neue Mittelschule stattfinden, wo dann völlig überflüssigerweise zwei Zeichen- oder zwei Musiklehrer gleichzeitig in der Klasse stehen. Dies gilt auch dann, würden die Ministerin und die sozialistischen Landesschulräte Lehramts-Absolventen nicht zwingen, in den umgemodelten und bei den jungen Damen und Herren Magister sehr unbeliebten Hauptschulen zu unterrichten. Beide ideologisch motivierten Maßnahmen machen den schon spürbaren Mangel an AHS- und insbesondere auch BHS-Lehrern zur echten Katastrophe. Auch wenn sie von einer Claudia Schmied noch weggeleugnet werden.

Also ist die Forderung so zwingend wie dringend: Ja zu höheren Einstiegsgehältern bei den Beamten. Genauso zwingend und dringend ist aber auch ein gleichzeitiges Ja zum weitgehenden Einfrieren der Ausstiegsgehälter – für deren Anstieg es absolut keinen Grund gibt – und zum Abbau des Kündigungsschutzes.

Das neue Dienstrecht kommt eh nie

Denn das ständige Warten auf das große neue Dienstrecht ist sinnlos. Das kommt nämlich nie. Der Bund hat kein Geld und die Gewerkschaft will jede Änderung verhindern, bei der sich jemand auch nur langfristig verschlechtert. Das wird nie zusammenpassen.

Um das zentrale Faktum zu nennen, das die Gewerkschaft nicht gerne hört: Es gibt überhaupt keinen Grund, jemandem nur für die Dauer seines Hierseins etwas zu zahlen. Es sei denn, man würde irgendwo Anzeichen sehen, dass Beamte und Vertragsbedienstete mit mehr Dienstjahren plötzlich mengenweise den Dienst quittieren. Dafür gibt es aber absolut Null Signale. Im Gegenteil: In vielen Bereichen wäre man heilfroh, die Mannschaft reduzieren zu können. Aber unser Gehaltsrecht zwingt den Steuerzahler dazu, auch jenen alljährlich - und zusätzlich allzweijährlich "biennial" - mehr zu zahlen, die gar niemand mehr braucht. Spürbar mehr Geld sollte es nur dann geben, wenn jemand mehr Verantwortung übernimmt oder nachweislich(!) besondere Leistung erbringt.

Da man aber eben die große Dienstrechtsreform ohnedies nie derheben wird, hätte man schon seit langem anfangen sollen, bei jeder neuen Gehaltsrunde ein paar Trippelschritte in die richtige Richtung zu machen. Höhere Gehälter als jetzt beim Einstieg, Gehaltssprünge bei Übernahme neuer Aufgaben, sonst aber weitgehende Konstanz. Das müsste zumindest die Strategie sein – wenn in dieser Regierung irgendjemand oder gar die Beamtenministerin eine Strategie hätte. Aber die redet nur populistisch davon, dass die kleinen Gehälter überproportional steigen sollen. Sie redet überhaupt nicht davon, dass die Gehälter jener besonders wichtig sind, die wir brauchen und an denen ein Mangel besteht. aber nur das wäre klug und ist jedenfalls nowendig, auch wenn das besserverdienende Beamte sind. Aber eines der genetischen Defizite von Sozialisten ist halt, dass sie die Wirkung von Angebot und Nachfrage nicht begreifen können. Diese Wirkung besteht immer, auch wenn man sie verbietet.

Was würde der Fekter-Plan bedeuten?

Last not least: Was halte ich vom Fekter-Vorschlag für die Junglehrer: „Sechs Stunden mehr arbeiten, aber nur für vier Stunden mehr bezahlt werden“? Das geht an sich durchaus in eine interessante Richtung. Denn einerseits scheint das den kommenden Lehrermangel zu reduzieren. Andererseits machen viele  Uni-Absolventen, von denen wir für unsere Kinder ja nicht gerade die schlechtesten in den Schulen haben wollen, ihre Berufswahl in hohem Ausmaß von der Gehaltshöhe des ersten Arbeitsjahres abhängig.

Insbesondere tun das nach allen mir bekannten Studien vor allem die jungen Männer. Es wäre gar nicht so schlecht, wenn wir wieder mehr Männer in die Schulklassen und Gerichtssäle bekämen. Selbst wenn es ganz sicher nicht politisch korrekt ist, ist es doch wahr: Weder der Justiz noch der Schule tut es gut, wenn sie unter dem (nicht ganz unberechtigten) Anschein der Halbtagstätigkeit primär von Frauen als Arbeitsplatz gesucht werden.

Freilich: So etwas wie das „Sechs Stunden mehr“ im Alleingang diktieren zu wollen, spricht nicht unbedingt für das politische Fingerspitzengefühl der sonst durchaus geschätzten Maria Fekter. Vor allem ist eines mehr als fraglich: Bedeuten 30 Prozent mehr Arbeits- und Unterrichtszeit nicht doch eine Überforderung vor allem der jungen Lehrer (auch wenn man die Gesamtarbeitszeit-Berechnungen, wo Lehrer selbst unkontrolliert ihre Arbeitszeiten aufgeschrieben haben, nur als Scherz ansieht)? Und bedeutet eine solche Überforderung nicht doch einen weiteren Niveauverlust an den Schulen? Gibt es für diese Ideen irgendwelche seriöse Studien als Motiv oder nur das Loch in der Kassa?

Und da war doch noch etwas. Haben wir nicht jahrelang davon geredet, dass wir irgendetwas an den Schulen verbessern sollten? Jetzt wollen oder müssen wir statt dessen halt wieder nur etwas einsparen. Zwei Schritte vor, zwei zurück.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 06:44

    Wer sein Geld mit ehrlicher Arbeit verdient, und gelernt hat Kunden zu bedienen, die seine Leistung freiwillig abkaufen, der wird dem so verdienten Geld mit wohlverdientem Respekt begegnen. In diesem Satz steckt viermal das Wort "dienen". Dienen setzt Freiwilligkeit voraus!
    Wer aber in seinem Leben noch nie einen Kunden bedient hat, sondern nur in der Zwangsbeglückung des staatlichen Gewaltmonopols groß geworden ist, der kann schon zu Respektlosigkeit gegenüber Geld tendieren. Aber einen Satz wie dem von Mikl-Leitner: "Her mit dem Geld, her mit der Marie, her mit dem Zaster!" hab ich in solch offen zur Schau getragenen Respektlosigkeit noch nicht gehört.

    In diesem Satz pervertiert das staatliche Gewaltmonopol offensichtlich zum Räubertum, während die bisherigen Politiker uns bisher subtil versteckt ausgeraubt haben!

  2. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 07:25

    Mikl-Leitner hat die Völkspartei neu positioniert:
    Österreichische Voll Proleten

  3. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 02:19

    Die Qualität unserer Politiker einem toten Jörg Haider in die Schuhe zu schieben, empfinde ich gelinde gesagt als Themaverfehlung.

    Denn was soll man tatsächlich zum überwiegenden Teil unserer Regierungsriege sagen, welche zwar zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen ist?

    Kann man das schönreden? So viel Steuermillionen können wir gar nicht aufbringen, um die auf Vordermann zu bringen!
    So schlecht sind unsere Politiker nun auch wieder nicht bezahlt, wenn man zumindest alle offiziellen "Nebeng'schafteln samt Einkünfte" dazurechnet, um nicht eine kreativere und intelligentere Arbeitsleistung abzuliefern.

    Daß nicht die hellste Köpfe in das politische Geschäft einsteigen, hat weniger mit der Bezahlung, sondern eher mit dem Umfeld zu tun.
    Warum soll sich ein fähiger, leistungswilliger, durchsetzungstarker, gut ausgebildeter Staatsbürger in die Niederungen der Politik begeben, wo er nach kürzester Zeit an den Mitbewerbern scheitern würde?

    Die Einführung eines echten, gerechten Leistungslohnes für Politiker und Beamte wäre ein längst notwendiger Schritt in die richtige Richtung!

  4. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 07:11

    S.g.Hr.Dr.Unterberger, Ihre Überlegungen in allen Ehren. Aber in Ihren Ausführungen ist ein großer Widerspruch. Glauben Sie wirklich, dass z.B. Frau Mikl-Leitner bei einem höheren monatlichen Einkommen bessere Leistungen erbringen würde?
    Bei einem neuen Vergütungssystem müsste unbedingt auch eine öffentliche Ausschreibung (oder zumindest eine Auswahl, wie sie derzeit in der Schweiz für die demnächst stattfindente Bundesratswahl stattfindet, der Öffentlichkeit präsentiert werden. Also: wer A sagt muss auch B sagen.

    Was die Beamten betrifft, so gehören da auch bestimmte Auswahlkriterien eingeführt. Die Anfangsbezüge sind meist wirklich sehr gering, andererseits sind die idiotische Binärvorrückung sowie die damit verbundenen überdurchschnittlich hohen Einkommen in späteren Jahren völlig ungerecht. Da gibt es zigtausende Leute, welche bei ähnlicher Arbeit wesentlich mehr als in der Privatwirtschaft verdienen und auch die Pensionen dieser Leute sind viel höher als die der ASVG-Pensionisten. Es hat sich sogar allgemein eingebürgert, dass man am Pensionierungstag noch in eine neue Stufe befördert wird, um eine noch höhere Pension zu beziehen.
    Also: zuerst diesen Saustall ausmisten und dann über wirklich leistungsrechte Bezahlung verhandeln.

  5. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 12:03

    Grundsätzlich ist gegen gute Bezahlung nichts einzuwenden, vorausgesetzt die Leistung stimmt. Unsere amtierenden Politiker, vom BP abwärts, verdienen aufgrund ihrer Minderleistungen sicher keine Erhöhung, ganz im Gegenteil. Oftmals tauchen v. Politikern Worte wie "erfolgsorientiertes Honorar" auf, und so gesehen müßten die Politiker eher zahlen als erhalten.
    Über Jahrzehnte haben Politiker Geld des Staatshauhaltes mibräuchlich verwendet, Strukturen geschaffen die derartig verfilzt sind, dass es kein Entwirren möglich macht, Parteienfinanzierung und Günstlingswirtschaft wird nach wie vor exzessiv betrieben, Förderungen an dubiose Vereine detto, auf der Strecke bleiben die wirklichen Leistungsträger, die all diesen Schwachsinn finanzieren müssen.
    Bei Lehrergehältern um 1300 €, von exorbitanter Höhe zu sprechen(Fekter) ist mehr als zynisch, vergleicht man diese mit Gehältern z.B. der Nationalbankangestellten.
    Und ich bin sicher, auch wenn die Staatsanwaltschaft die doppelte Gage bekommen würde, im Fall Kampusch gäbe es keine Änderung, weil das ganze System mittlerweile bis in die kleinste Zelle verludert ist und dem Selbstzweck dient.

  6. Ausgezeichneter KommentatorDr. Dieter Zakel MA Partner Homepage
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 10:48

    Das Problem mit unseren Politikern ist, dass sie an der Macht sind; und nicht die weisen Poster hier im Forum die es vorziehen sich nicht in einer Partei zu engagieren sondern wie Statler und Waldorf aus der Loge heraus zu meckern :-)

  7. Ausgezeichneter KommentatorPumuckl
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2011 08:03

    " EUROPA IST IN JEDER HINSICHT AM ENDE "

    " DER KONTINENT WIRD EIN GUTER PLATZ FÜR DEN TOURISMUS SEIN, ABER NICHT
    VIEL MEHR, EUROPA GHÖHRT DER VERGANGENHEIT AN "

    So drastisch begründete BERNIE ECCLESTONE gegenüber der spanischen Sportzeitung Marca sein Vorhaben, bald nur mehr 5 GP - Rennen in Europa zu veranstalten. ( ORF - Text 206 )

    WTO - Regeln haben einen brutalen Technologietransfer von Europa und USA nach Asien bewirkt. Asien hat u. a. aus folgenden Gründen gewaltige Wettbewerbsvorteile gegenüber Europa:

    ° Unerschöpfliches Potential an genügsamen Billigarbeitskräften
    ° Riesiger ungesättigter Binnenmarkt
    ° Eine den Europäern zumindest ebenbürtige Bildungsfähigkeit.
    ° AUS OBIGEN GRÜNDEN HÖHERE ATTRAKTIVITÄT FÜR INVESTOREN

    Diesen Fakten wird sich die europäische Industrie anzupassen haben, wenn sie überleben will! Alle Produkte mit hohem Anteil an Lohnkosten niedriger Qualifikation können in Europa längst nicht mehr produziert werden.
    Aber etwa auch die koreanische Autoindustrie hat neben der japanischen längst europäisches Niveau!

    Ecclestones Beschreibung Europas könnte die Realität nach der Krise sein.

    RAIDL HAT RECHT, DENN DIE LEBENSARBEITSLEISTUNG DES ÖFFENTLICHEN DIENSTES IST IN KEINEM GESUNDEN VERHÄLTNIS ZU DESSEN LEBENSEINKOMMEN ! !

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorReinhard
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Dezember 2011 06:09

    Herr Unterberger, dass mehr Geld automatisch zu mehr Qualität führt, ist mehr als nur ein Irrtum. Mit diesem Fehlschluss im Kopf älterer Leute verkaufen ganze Heerscharen von Betrügern sinnlos überteuerte Heizdecken, Magnetbetten und Aloe-Vera-Handcremes an unsere Pensionisten.

    Dass es auch noch ausreicht, dieses Geld den Mitarbeitern nachzuschmeißen, ist ein noch größerer Irrtum. Es gibt inzwischen genug Studien, die beweisen, dass Bezüge und Arbeitsqualität nichts miteinander zu tun haben. Nicht nur im Fußball oder den griechischen Beamten (die trotz Rekordbezügen korrupt sind bis zur Selbstverleugung). Oder bei unseren Lehrern (wo mehr Arbeitsverweigerung bei älteren hochbezahlten pragmatisierten zu finden ist als bei den jungen Vertragslehrern). Zwar jammern die weniger verdienenden als Ausrede für ihren aus Faulheit und Bequemlichkeit resultierenden Pfusch immer nur "Soll der Chef eben mehr bezahlen", erfahrungsgemäß ändert sich aber, so er dieses tut, absolut gar nichts. Ganz im Gegenteil, die Unverschämtheit steigt. Das sieht man auch bei unseren Politikern, der im internationalen Vergleich zu den höchstbezahlten gehören.

    Das Geld gehört eben nicht auf die Lohnzettel dieser Leute überwiesen sondern, besonders bei den Lehrern (aber auch in manchen Ämtern), in eine innovative Gestaltung ihrer Arbeitsplätze, in brauchbare Arbeitsmaterialien und dann vll. noch in ein Prämiensystem, das außergewöhnliche Leistungen belohnt.

    Egal was wir zahlen: Wenn der Arbeitsplatz ein Affenkäfig ist, werden wir auch immer nur monkeys bekommen!

    Sich hinzustellen und zu sagen: "Das Dienstrecht ändert sich eh nie, also schmeißt den demotivierten Arbeitsverweigerern in Politik und Verwaltung noch mehr Kohle hinterher!" wäre eine offene Kapitulation vor dem bestehenden System.
    Wenn das wirklich Ihre feste Überzeugung ist, Herr Unterberger, müsste ich befürchten, dass das Feuer, mit dem Sie bisher gegen dieses System angekämpft haben, erloschen ist und Resignation Platz gemacht hat.
    Wir brauchen nicht noch einen, der nur mehr Geld für die Angestellten fordert statt einer Reform der Arbeitsbedingungen! Deshalb hoffe ich einfach mal, dass Sie das provokativ, aber nicht ernst gemeint haben.


alle Kommentare

  1. Butterfly (kein Partner)
    06. Februar 2015 23:39

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  7. zangerl
    05. Dezember 2011 12:21

    Ich wehre mich dagegen Besetzungen von Frauen als "Quotenfrau" zu bezeichnen. Diese Dame macht´s einem aber leider schwer. Wer kam auf die Idee nach eher patscherten Entscheidungen im Justizresort (2x) nun dieses geifernde Wesen auf die Menschheit los zulassen?? Die wirklichen Abzocker in diesem Land sind Parteifiguren wie die Doppelnamen Trägerin - deren einziges Risiko in der Armutsfalle zu enden, die geistige Armutsfalle ist. Für´s finanzielle sorgt der Apparat.
    Darüber hinaus lebten und schwafelten sie weiter bis an ihr Lebensende..

    PS: Ich fürchte, dass für dieses Geschwafel die ÖVP wieder mit weiteren Abwählern belohnt wird. Gibt es in dieser Partei eigentlich keine ( vor allem politisch) intelligenten Frauen?

  8. DenkMalNach (kein Partner)
    02. Dezember 2011 19:06

    Sehr geehrter Herr Redakteur,
    in Ihrer trefflichen Analyse haben Sie bedauerlicherweise den mit Abstand ALLERWICHTIGSTEN ASPEKT bei der Rede von MiLei übersehen. Den KOLLEKTIVISTISCHEN ASPEKT!

    Kollektivismus
    gesellschaftspolitische Auffassung, bei der davon ausgegangen wird, dass sich der einzelne Mensch bei der egoistischen Verfolgung seiner Interessen nicht so verhält, dass sein Handeln gleichzeitig dem Gemeinwohl dient. Im Kollektivismus muss sich der Einzelne deshalb den Interessen der Gemeinschaft oder der Gruppe (dem Kollektiv) unterordnen und seine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche zurückstellen. Die Anwendung kollektivistischer Gestaltungsprinzipien in der Wirtschaft ist regelmäßig mit einer Absage an die Ideen des Liberalismus verbunden und führt im Allgemeinen zur Wirtschaftsordnung der Planwirtschaft.

    Sehr geehrter Herr Unterberger, diese Seite möchte ich doch einmal von Ihnen analysiert haben!

  9. Rado (kein Partner)
    02. Dezember 2011 11:39

    Mikl-Leitner spricht nicht nur im Räuberjargon.
    Indem sie den Spitzenverdiener pauschal unterstellt, keinen Sinn fürs Gemeinwesen zu haben, apelliert sie an Gefühle aus der alleruntesten Schublade.

    http://www.youtube.com/watch?v=mOxmNbW6y4M

    Das ist nichts anderes als die Umschreibung für das Begriff "Assoziale". Der Begriff "Volksschädlinge" kommt mir nach dem Ansehen des Viedeos auch noch ganz kurz in den Sinn.

    • Rado (kein Partner)
      02. Dezember 2011 11:43

      PS: Sorry für die Rechtsschreibfehler. Habs grad bemerkt, da war es schon zu spät.

    • Denk Mal Nach (kein Partner)
      02. Dezember 2011 21:42

      Richtig. Sie ist eine KOLLEKTIVISTIN! (Ohne das Format einer "Führerin" zu haben, das nur nebenbei!) Kollektivisten waren die die roten und braunen Faschisten. Persönliche Freiheit, Eigentum, Gleichheit vor dem Gesetz, Machtdiffusion durch Wettbewerb und Marktwirtschaft – das alles seien Eckpfeiler der Zivilisation, ja: Zeugnisse einer „besseren Welt“, so Hayek. Diese Grundwerte sind nicht die Grundwerte der Hollabrunnerin. Ihre Welt ist die des Kollektivismus. Der beschreibt Gesellschaften, in denen der Mensch von Geburt an in starke, geschlossene Wir-Gruppen integriert ist, die ihn ein Leben lang schützen und dafür bedingungslose Loyalität verlangen. Der Individualismus beschreibt Gesellschaften, in denen die Bindungen zwischen den Individuen locker sind; man erwartet von jedem, dass er für sich selbst und für seine unmittelbare Familie sorgt.“1

      Wohlhabende Länder wie USA, Irland, Grossbritannien, Deutschschweiz usw. erreichen einen hohen Individualismuswert (IDV), während die armen Länder fast ausschliesslich einen niedrigen aufzeigen.
      Nun diese Begrifflichkeit kann ja wohl auf Niederösterreich treffendst umgelegt werden.

    • Denk Mal Nach (kein Partner)
      02. Dezember 2011 21:46

      Nun MiLei ist eine Feindin der Freiheit iS Hayeks. Sie ist KEINE Bürgerliche, die konservativen Werten verpflichtet ist. Dieser "Ausrutscher" ist viel mehr. Sie ist untragbar für eine bürgerliche Wertegemeinschaft. Und mit ihr untragbar sind auch jene, die sie gross gemacht haben.

  10. Wilhelm Conrad (kein Partner)
    01. Dezember 2011 23:13

    Ich bitte um Entschuldigung, aber die unglaubliche Art der Frau Innenministerin mit ihren Ausrufen

    "Her mit de Millionen!"
    "Her mit dem Zaster!"
    "Her mit da Marie!"

    gerichtet nicht an Gauner, nicht an Verbrecher, sondern an Menschen, die ihre Steuern zahlen und nur den angeblichen Nachteil haben, den Neidbürgern in einem muffigen Grätzl der (früheren) "Volks"-Partei ÖVP anzugehören, diese unglaubliche Art macht mich auch heute noch zu betroffen, als dass ich zur Tagesordnung (der wie immer brillianten Kolumne des Dr. Unterberger) übergehen könnte.

    Man möchte der Frau Minister am ehesten im gleichen Ton antworten, wobei nicht sicher ist, ob man einen derartigen Proletenton wohl zusammenbringt.

    Wie wäre es mit:

    "Oide, schleich di ham, und kümma di liaba um de Obezahrer, die zwoa nix orbatn, oba 5% mea hom woin!"
    "Unnötiche, konnst di net no ordinära ausdrückna? Vo dir kennt ma direkt no wos lerna!""
    "Heast, wiavü vadienst du? Siebzehn Tausenda im Monat . . . pfau, bist du gelähmt? Fia den Schas, denst do redst?"

    Es wäre doch nett, wenn man die Frau Ministerin gelegentlich in diesem (selbstgewählten, wohlgemerkt) Ton ansprechen könnte. Damit sie einen auch versteht.

  11. Carlo (kein Partner)
    01. Dezember 2011 14:14

    off topic, aber sehr interessant:

    Bevölkerungszahl in Österreich seit 2001 um fünf Prozent gestiegen

    http://derstandard.at/1322531591084/843-Millionen-Menschen-Bevoelkerungszahl-in-Oesterreich-seit-2001-um-fuenf-Prozent-gestiegen

    Man schaue auf die Karte.
    P.S. Herr Unterberger, was ist in Hietzing los?

  12. Claudius (kein Partner)
    01. Dezember 2011 14:05

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1506908/ZDF-heute-journal-vom-30.-November-2011?bc=svp;sv1

    Im ZDF-Heute-Journal von gestern spricht der Chefvolkswirt der Baader-Bank und sagt sehr seriös begründet: 4 bis 5 Prozent Inflation voraus!

    • A.E.I.O.U. (kein Partner)
      01. Dezember 2011 15:29

      Also, "die" Inflation gibt es nicht. Denn "die" Inflation ist eine rechnerische Durchschnittsgröße von fast schon beliebig zusammengewürfelten Produkten. Das ist schon einmal das eine.

      Und selbst diese Rechengröße ist gefälscht. In Wirklichkeit ist sie größer, meist sogar doppelt so groß.

      Um wirklich über den Wertverfall des Euros etwas aussagen zu können, müssen immer einzele Produktpreise miteinader verglichen werden, z.B. Benzinpreis 95 OZ, Dieselpreis, Milch 3,5% Fettgehalt, usw.

      Da gibt es dann schon auch eine Inflation von mehr als 30 Prozent in einem Jahr.

      Fazit: Die 5 Prozent Inflation ist bei vielen Produkten schon da. Und man braucht kein Hellseher sein, dass wir eine weitere noch größere Inflation haben werden.

      Das ist das bewährte Rezept der Staatsentschuldung von bankrotten Staaten.

  13. Neppomuck (kein Partner)
    01. Dezember 2011 13:04

    Der Lohn für manche beamteten Nullen, als die etliche Politiker ohne Böswilligkeit ja zu betrachten sind, wirken tatsächlich ungerecht.

    Keine Erfahrung im wahren Berufsleben, nahtlos von nach Orchideen duftenden Hochschulen oder anderen „Kaderschmieden“ ins Verdienen gebracht, wird hier einer realitätsfernen Schicht über Steuergeld ein Selbstwertgefühl vermittelt, das keinem wie immer gearteten Gegenwert entspricht.

    Als Freund des Verursacherprinzips fällt mir dazu nur ein (wenigstens in diesem Bereich) vorbildhafter Verzicht auf unverdiente Zuwendungen (= mindestens 20 % Gehaltsminderung) und die baldige Einführung eines bescheidenen Fixums sowie eines leistungsabhängigen variablen Teils bei allen Berufspolitikergagen ein.

    „Geht’s dem Volk gut*, geht’s den Politikern gut.“

    * Dafür sind sie ja angetreten.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 13:10

      Diese Idee versprüht einen unvergleichlichen Charme! ;-)

      V.A. wenn man schon einmal Seminare mit Landespolitikern (und -rinnen) miterleben durfte, da bekommt der Begriff "beratungsresistente bildungsferne Schmarotzer aus lestungsfeindlichen Schichten" eine ganz neue Bedeutung...

  14. dxb (kein Partner)
    01. Dezember 2011 13:01

    Mehr Geld allein ist es nicht.
    Wenn es aber ein geringeres Grundgehalt und dafür einen sehr flexiblen und auch hohen qualitäts- und leistungsabhängigen Anteil gibt, dann wäre das eine tragfähige Lösung.

    Das funktioniert sogar für Regierungen und Beamte

    Aber nur in einem fernen Staat namens Singapur....

  15. ...der Redaktion bekannt! (kein Partner)
    01. Dezember 2011 12:16

    You are a socalist my friend, I can read it out of your gene code. :-P Mankind knows that because of Unterberger, Dr. of genetics and microbiologie!

  16. Torres (kein Partner)
    01. Dezember 2011 11:49

    "Aber bei den Pensionisten wagen weder ein Raidl noch ein Minister ... von Nullohnrunden zu reden. Der Pensionisten gibt es halt zu viele. Da verlässt einen dann der Mut" ???
    Unterberger hat nicht nur ein selektives sondern anscheinend auch ein sehr kurzes Gedächtnis (möglicherweise auch ein Informationsdefizit). Sonst würde er sich nämlich erinnern (bzw. wissen), dass es vor genau einem Jahr eine Nulllohnrunde für Pensionisten gab (ganz genau: für jene, deren Bruttopension höher als 2.300 Euro war). Und niemand hat sich gefürchtet.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:36

      Er würde sich auch erinnern, dass er selbst heftig gegen eine geringere Pensionserhöhung für die Bezieher höherer Pensionen angeschrieben hat.
      Aber vielleicht hat die sich verschärfende Krise bereits zu einem Umdenken, was die eigenen Bezüge als Bezieher einer höheren Pension angeht, geführt. Das würde meinen sofortigen heftigen Applaus herausfordern.
      (Nachsatz: nicht, dass ich es den Pensionisten nicht gönne, aber unseren Kindern, für die kein Geld aber haufenweise Schulden da sind, gönne ich es mehr...)

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      01. Dezember 2011 13:44

      "Wer wagt es denn noch zu sagen, dass auch besser verdienende Menschen Menschen sind?"
      http://www.ortneronline.at/?p=2309

  17. werauchimmer
    01. Dezember 2011 11:39

    Habe ich da etwas missverstanden, oder kommt die von AU als "populistisch" abgewertete Anhebung der niedrigeren Gehälter unter jenen der Staatsbediensteten nicht ohnehin den - eher - frisch Eingestiegenen zugute?

    Und ist es nicht so, dass im Bereich der Staatsbediensteten kein Prinzip des Angebots und der Nachfrage walten kann, weil

    - der Staat oder öffentlich-rechtl Körperschaften (ausgenommen Betriebe gewerbl. Art) nicht ertragsorientiert arbeiten, es sei denn als Steuer- und Gebühreneintreiber nur um der Eintreibung willen; (vielmehr sind öffentlich-rechtliche Organe auf einer Meta-Ebene administrativ tätig, ohne dass dem ein "betriebsinternes" operatives Pendant gegenüberstünde!)

    - viele Tätigkeiten auch zunehmend von keinem demokratischen Mandat und damit keiner Nachfrage getragen werden (zum Beispiel Feinstaubkontrolle auf Wunsch gewisser Eliten zum Wohle hunderter bestbezahlter Bundesumweltamt-Angestellter)

    - der Staat nicht je nach Opportunität Einstiegsgehälter erhöhen oder senken kann (da sei die GÖD-Kollegenschaft davor!), sondern bestenfalls entlassen und einstellen? Und wenn die Privatwirtschaft ohnedies nicht so zugelegt hat wie die Staatsbediensteten im letzten Jahrzehnt, wozu dann noch über Anhebung der Einstiegsgehälter reden, anstatt über Biennialsprünge und sonstige Automatismen, oder über Zusatzpensionen, die besonders im Bereich der Gebietskrankenkassen gerne gewährt werden (und - zumindest zum Teil - nicht als Gehälter aufscheinen) ?

  18. Dr. Otto Ludwig Ortner
    01. Dezember 2011 11:10

    "Politikergehälter"
    Schon vor Jahren erinnerte ich in Postings an Wiener Redaktionen + ORF, daß nach dem Modell der Republik, der römischen, die republikanischen Staatsämter (BP. Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Richter der Höchstgerichte) "munera" seien, also unbesoldete Ehrenämter. Den Amtsträgern gebührt nur der Ersatz ihrer Aufwendungen. Diese Aufwendungen schließen natürlich den Verdienstentgang ein, den die Amtsträger durch das amtsbedingte Einstellen ihrer zivilen Berufstätigkeit erleiden. Dazu kommen die mit dem Staatsamt verbundenen Aufwendungen für Büro, Reisen, Repräsentation ect., idealerweise in republikanischer Schlichtheit. Die Übernahme eines Staatsamtes sollte von Garantien begünstigt werden, bei der Rückkehr in's zivile Berufsleben kéinen Nachteil zu erleiden (Kündigungsschutz und Vorrückung wie sonst). Auch sei in Erinnerung gerufen, daß in der römischen Modell-Republik ein Senatssitz nur Kanditaten offenstand, die das 60. Lebensjahr vollendet hatten - denn eine gute Politik macht man nur für die Enkel (senex=der Greis). Dieses System würde alle Peinlichkeiten der "Poltikergehälter" ausschließen. Denn diese sind für Minister, die ganze Lebensbereiche zu regeln habe, gewiß zu niedrig. Würde man allerdings einen rüstigen, bewährten Manager mit Pension zu einem solchen Amt berufen, fiele gar kein "Ministergehalt" an. Das System ist deswegen schlüssig, weil natürlich peinlich ist, daß die "Gehaltsempfänger" in der von ihnen beherrschten Legislative ihre eigenen GEhälter beschließen. Theoretisch hätten sie die Macht, das ganze Steuereinkommen in ihre Taschen einzustreifen. Staatsorgane als Gehaltempfänger sind das Erbe der Monarchie und durchaus unrepublikanisch.

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:22

      Die Römische "Republik" war eigentlich eine Adelsoligarchie mit unklaren Wurzeln.

      Diejenigen, die den cursus honorum beschritten, waren ausreichend ausgestattet um einige Zeit ohne öffentliche Zuwendungen über die Runden zu kommen. Die Liquididtät war aber ein großes Problem.

      Danach konnten sie sich in den Provinzen "gsundstessen" .

      Unseren Politikern daher die römische Republik als Muster vorzuhalten wäre eine Verschlimmerung.

      Das einzige was man von den Römern lernen kann ist, dass sich nach einiger Zeit immer die Falotten durchsetzen - wenn man sie lässt.

    • Dr. Otto Ludwig Ortner
      01. Dezember 2011 18:57

      cmh: Alle Republiken stehen in der ideellen Nachfolge der römischen, des ersten Staates, dessen Ziel es war, die Integrität der Bürger zu sichern. Ihre beste Beschreibung fand ich in Aurelius Augustinus "De civitate Dei", 2. Buch, 9. Kapitel. Leider wird es weder in weltlichen noch geistlichen Bildungsanstalten gelesen, daher die wüste Rechtlosigkeit in Staat und Kirche. Wenn cmh meint, er brauche mich nicht zu lesen, brauche ich nicht mehr zu schreiben, denn zum Wesentliche steht viel in meinen Büchern.

    • PeterT (kein Partner)
      02. Dezember 2011 10:01

      Haben die römischen Amtsträger nicht im Gegenzug ihre Ämter als Freibrief verstanden, sich an den verwalteten Einheiten schamlos zu bereichern?
      Hat nicht gerade Julius Caesar die Provinz Spanien nach Strich und Faden abgeräumt und das Hauptproblem war nicht daß er es gemacht hat, sondern daß er's übertrieben hat?
      War nicht der Deal so, daß die Herren Oligarchen erst Unsummen in ihren 'Wahlkampf' gesteckt haben, aufgrund der Aussicht, sich durch ihre Ämter diese Kosten und noch viel mehr zurückzuholen?
      Bei aller Bewunderung für die Römer, aber das kann ich nicht als Vorbild betrachten

    • Dr. Otto Ludwig Ortner
      02. Dezember 2011 10:59

      Zueter T: Ein alter Anwalt, der noch das Wiener Pogrom von 1938 als junger Mann miterlebte, das mir als Konzipient in seinen grauslichen Details in den Akten der Vermögensverkehrsstelle und leider auch den kafkaesken Bergen von Todeserklärungeen im Keller des LG.f.ZRS Angeligasse zur Kenntnis kam -vorher tendierte ich zum "Ausschwitz-Leugner", denn ein anständiger Mensch kann ja so etwas nicht leicht glauben, jedenfalls sagte mir dieser alte Anwalt "Wenn Menschen glauben, daß sie stehlen können, ohne bestraft zu werden, dann stehlen nur wenige nicht, nicht mehr als 2%". Die Korruption ist daher die Begleiterscheinung einer defekten Staatsordnung. Und die Staatsordnung der Prototyp-Republik Rom war defekt, denn es sie war monokratisch und tendierte zur Despotie. Die Gründungsväter der U.S.A., deren Schriften ich las - sie sind auch im Internet ("The Federalist" und "Congressional Debates of the Continental Congress in Philadephia 1786)- die auch gute Lateiner waren, entwickelten das römische Modell durch die Einrichtung der Gewaltentrennung - "checks and balances - weiter. Ein Hauptziel der Gewaltentrennung ist es , das sanktionslose Stehlen zu verhindern. Man kann auf die alten Römer schimpfen, so vie man will, sie waren das einzige Volk, das seiner Ära 400 Friedensjahre bescherte, mit gesicherten Rechtsverhältnissen (" justitia est fundamentum regnorum".) Und ob es einem paßt oder nicht, das Staatsmodell der Republik - aller Republiken - ist eine römische ERfindung.

    • PeterT (kein Partner)
      02. Dezember 2011 11:53

      @Ortner: Ich bin ein großer Fan der Römer, auf vielen Gebieten. Ich meine nur, daß das Modell der ehrenamtlichen Beamten nicht wirklich ein tolles Vorbild war, aus genannten Gründen.
      Übrigens, ich bin selbst keineswegs Beamter, sondern einer der Steuerzahler, die sich natürlich freuen würde, wenn wir für den heutigen Apparat nicht so viel Geld ausgeben würden...

    • Dr. Otto Ludwig Ortner
      02. Dezember 2011 18:54

      zu PeterT:
      Natürlich wäre die Forderung ehrenamtlich tätiger Beamter ein Unsinn. Hier liegt offenbar ein Mißverständnis vor. Ich meinte nicht Berufsbeamte, sondern als Staatsorgane tätige republikanische Amtsrträger, in deren Händen die Macht im Staate liegt. Daß diese sich ihre eigenen Gehälter im Parlament unter medialem Getöse beschließen, ist ein Mißstand. Kein vernünftiger Mensch würde fordern, daß diese armen Teufel, die jeder Journalist anzuspucken sich berechtigt fühlt, umsonst arbeiten. Die Idee ist, daß sie gegen Aufwandersatz arbeiten. Dieser Aufwandersatz würde natürlich das entfallende Berufseinkommen einschließen, sowie den sonstigen Aufwand. Dann entfiele jede Peinlichkeit der "Politikergehälter", die im Wesen unrepublikaisch sind. Denn die Poltitik der Republik machen engagierte Bürger. Nur zu Schaden sollen sie dabei nicht kommen.

    • cmh (kein Partner)
      05. Dezember 2011 16:38

      Also die römische Republik würde ich mit der civitas Dei des Augustinus nicht in einen Topf werfen. Zumal zwischne beiden auch eine Spanne von fast 500 Jahren liegt.

  19. A.E.I.O.U. (kein Partner)
    01. Dezember 2011 10:30

    Ein seltener Fall ist eingetreten:
    Ein Mitglied der Bundesregierung läßt die Maske fallen. Sonst sind wir ja politischen Verschleierungskauderwelsch gewohnt.

    Wie etwa im Fremdenrecht, wo Haft als Anwesenheitspflicht verbrämt wird.

    Oder Solidarbeitrag bei pensionierten Beamten statt Pensionskürzung, und jetzt wieder als Reichensteuer.

    Das alles hat Traditon und kennen wir schon von den Nazis, die auch die systematisch industrielle Ermordung von Juden als "Endlösung" verschleierten.
    Natürlich sind das qualitative Unterschiede, die Methode ist aber immer die gleiche.

    Zu diesem Thema könnte man einen ganzen Roman schreiben. Aber wir wissen es auch ohnehin, wie verlogen die Sprache der Politverbrecher für gewöhnlich ist:

    Da hat es mit dem Koalitionspartner z.B. "gute Gespräche" gegeben, wenn es nach wochenlangem Streiten zu keinem Ergebnis gekommen ist.

    Wünscht man sich vom politischen Gegner Zustimmung, dann sieht ein Politiker auch nicht Vorhandes und nennt es "Signale " die angeblich von einer anderen Partei kommen.

    Und wenn ein Politiker etwas nicht weiß, ja gar nicht wissen kann, dann gibt er das nicht einfach zu, sondern "geht davon aus, dass". Etwa wie die BP-schaftskanditatin Benita Ferrero-Waldner, die viermal hintereinader gefragt wurde, was sie machen werde, wenn sie nicht BPin wird: "Ich gehe davon aus, dass ich BPin werde. Wissen Sie, die Menschen gehen auf mich zu, blah,blah, blah, ." Sie traute sich nicht zu sagen, sie hofft, wünscht sich, etc. BPin zu werden, sondern wurde abstrakter und damit verlogener.

    In die gleiche Kategorie wie "Ich gehe davon aus,.." gehört das "Ich bin felsenfest überzeugt davon,..."

    Stehen Steuererhöhungen für alle bevor, dann wird von "gemeinsamen Anstregungen" gesprochen, durch die es "uns gelingen wird, blah, blah, blah",

    "Anpassung" ist klar als Erhöhung bekannt.

    Hochgradig verantwortungsloses, ungehemmtes Schuldenmachen wird als "Deckungslücke" oder "Vorgriff auf die Zukunft" tituliert.

    Wenn einem Politiker ein Anliegen überhaupt nicht interessiert, dann "nimmt er es sehr ernst".

    Nur bei einem verbalen Ausrutscher - wie jetzt von der scheinheiligen Johanna - zeigen diese Politverbrecher ihr wahres Gesicht, natürlich unfreiwillig.

  20. cmh (kein Partner)
    01. Dezember 2011 10:07

    Der Zastersager hat fatale Wirkungen:

    Entweder man nimmt ihn ernst, dann sollte ÖVP ML so rasch als möglich entsorgen. Was sie sicher nicht tun kann.

    Oder man nimmt das nur als "Wahlkrampfrhetorik" und dann stellt sich die Frage, ob man die Worte aus dem Munde von Politikern überhaupt noch zum Barwert nehmen kann.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 10:10

      Politiker, die in "Wahlkampfrhetorik"anderes sagen als meinen gehören genauso entsorgt.
      ML wäre in einem System mit Restfunken Gewissen und Anstand sofort rücktrittsreif, hat also in Österreich und in der Systempartei ÖVP beste Chancen auf eine steile Karriere...

  21. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    01. Dezember 2011 08:54

    Neueinsteigende Junglehrer haben auf jeden Fall am meisten zu tun - sie sind die einzigen, die die vielbeschworenen "Vorbereitungsstunden" wirklich brauchen. Nach ein paar Jahren hat sich das eingespielt, und 90% der Vorbereitungszeit kann blau gemacht werden.

    So gesehen müssten die ALTLEHRER zu mehr Stunden verpflichtet werden. Bürdet man dies den Junglehrern auf, verschärft das noch das Ungleichgewicht zwischen den potentiell Engagierten und den Sesselklebern.

    • Segestes (kein Partner)
      01. Dezember 2011 09:22

      Eine Episode aus meiner Berufsschulzeit:
      Da gab es einen Lehrer, mitte 50, der kam immer ohne irgend ein Unterrichtsmaterial in die Klasse, borgte sich von einem Schüler ein Buch aus, ließ sich von verschiedenen Schülern laut vorlesen, sagte nebenbei was wir unterstreichen sollten und verließ dann die Klasse während der Unterrichtszeit wieder auf ein Plauscherl am Gang, während wir den markierten Text bei geöffneter Klassentür abschreiben durften. Wer damit fertig war, durfte bis zur Pause Däumchen drehen.
      Toll.

      Solche und ähnliche Dinge, habe ich bis in die HTL immer und immer wieder bei älteren Lehrern erlebt ^^

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 09:47

      Dieses Märchen in die Tat umzusetzen ging vielleicht noch mit gut erzogenen Kindern bis in die 70er Jahre. Wenn man diese Art von Unterricht aber heute versucht rächen sich die Kinderleinz sofort und unbarmherzig.

      Es kann aber natürlich auch sein, dass unser Germanenfürst in seiner Klasse unterfordert war und es ihm daher nur so vorkam als müssten er und seine Mitschüler Däumchen drehen. Tatsächlich war es nur Segestes der sich dieses leisten konnte.

    • Segestes (kein Partner)
      01. Dezember 2011 09:59

      Ich war in der Berufsschule tatsächlich unterfordert - immer nur 1er ^^
      Was ich aber nicht unbedingt auf eine alles überragende Intelligenz meinerseits zurückführe, sondern eher auf das träge, unmotivierte Lehrpersonal.

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 10:10

      Zwar bin ich kein Lehrer, war aber schon einige Male in der Verlegenheit, Wissen weiterzureichen.

      Einem trögen Haufen gegenüber war das eine Qual sondersgleichen.

      Vor interessiertem Publikum war es ein unbeschreibliches Vergnügen und eine Genugtuung.

      Möglicherweise produzieren wir unfähige LEhrer, weil wir unsere Kinder zu einem trögen Haufen verkommen lassen.

    • Segestes (kein Partner)
      01. Dezember 2011 10:43

      Ein guter Lehrer ist der, welcher auch vor so einem "trögen Haufen" pädagogisch glänzt, anstatt frustriert in den Wurschtigkeitsmodus zu wechseln.
      Ansonsten gilt: Beruf verfehlt.

      Ich traue mir zu, rückblickend nicht ungerecht über meine ehemaligen Lehrer zu urteilen. Im Gegenteil, Lehrer von einst, wie die Schnarchnase in meinem Beispiel, fand ich als Schüler natürlich klasse. Wer bekommt nicht gerne gute Noten quasi geschenkt? Heute sehe ich das anders. Mir graust regelrecht davor, dass mein (sich noch in Planung befindender) Nachwuchs, einmal solchen Leuten anvertraut wird.

    • Zraxl (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:12

      @Schnabeltierfresser

      Ihre Aussage zu den "vielbeschworenen Vorbereitungsstunden" stimmt so nicht:
      Selbstverständlich haben auch "Altlehrer" einen gewaltigen Bedarf, sich am Laufenden zu halten. Wenn Kinder in Geschichte und Geographie, Analysen zu aktuellen Ereignissen bekommen sollen, dann muss das erst einmal vorbereitet werden. Im Sprachunterricht sind auch die aktuelle Literatur und moderne Medien zu würdigen - auch das will vorbereitet sein. Im naturwissenschaftlichen Unterricht gibt es andauernd neue Erkenntnisse, die auch den Kindern vermittelt werden sollen. usw.usw. Im übrigen ändern sich auch Lehrpläne alle paar Jahre.

      Auch die Kontrolle von Hausübungen, das Zusammenstellen und die Korrektur von Schularbeiten usw. verursachen einen erheblichen Arbeitsaufwand, der wohl kaum während einer Unterrichtsstunde durchgeführt werden kann.

      Warum es in Fächern, in denen es weder ein klares Lehrziel noch Hausübungen noch besondere Leistungsbeurteilungen gibt, eine derart großzügige Vorbereitungszeit geben muss, sehe ich allerdings auch nicht ein. (Wenn mich dafür jetzt die Turnlehrer hassen, dann werde ich das ertragen.)

      Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich bin weder Lehrer noch Beamter noch Vertragsbediensteter.

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:31

      segestes

      Wenn meine Tante Radln hätte, wäre sie ein Omnibus.

      Wenn es tatsächlich solche Lehrer geben sollte, die die von IHnen gewünschte Qualität in beliebiger Menge an Unterricht und Volksbegeisterung lieferten, dann wären die als Lehrer fehlbesetzt. Derartige Leute sollten in die Politik gehen.

      Es ist daher unrealistisch, was Sie da so locker von den Lehrern fordern.

      Allerdings reihen Sie sich in den Chor der Leute ein, die als Output Bildung des Input Lehrerleistung sehen und sonst gar nichts. Das ist doch flasch.

      Was hat Sie eigentlich gehindert, sich in diesen "Freistunden" weiterzubilden? Nichts!

      Sie haben daher auch als Schüler weder Ihr Potenzial noch das des Lehrers genutzt. Vielleicht wäre dieser LEhrer aufgeblüht, hätte er Sie als einen interessierten Schüler gehabt.

      Niemand vertritt offensichtlich die Forderung an die Schüler, dass sie ihr Bestes geben sollten. Und genau da liegt das Problem. Denn man kann niemandem etwas gegen seinen Willen beibringen. Wer das fordert, hat ein mehr als krauses Menschbild, das von einer fundamentalen Unfreiheit des Menschen als Schüler ausgeht. Man sollte besser Abrichtung (c: Wittgenstein) als Bildung dazu sagen.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:32

      Zraxl, Sie sprechen ein Grundübel unserer Gleichmacherei-Ideologen an: Es wird nicht nur bei den Schülern sondern auch bei den Lehrern nicht nach Leistungsumfang bewertet. Dass die notwendigen Vor- und Nachbereitungszeiten (für die Zusatzbildungszeiten gibt es Monate voller Ferien, die ja angeblich - wir wissen, nicht real! - genau dafür zu nutzen sind) in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern höher liegen als z.B. beim Turnlehrer, gehört genauso berücksichtigt.
      Allerdings gehört diese Leistung dann auch konsequent eingefordert und nicht (wie erlebt...) die Arbeit der einen Klasse in der nächsten Stunde bei der anderen Klasse korrigiert, während die Schüler "Selbststudium" betreiben müssen, damit am freien Nachmittag keine lästigen Korrekturarbeiten mehr anfallen...

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      01. Dezember 2011 13:41

      @ Zraxl:

      Freilich haben Sie recht, dass im Idealfall diese Vorbereitungszeit auch ausgenutzt werden sollte, um den Unterricht aktuell zu halten. Zu meinder Schulzeit hat das aber leider kaum einer meiner Lehrer getan.

      Es ändert auch nichts daran, dass man mit größerer Erfahrung weniger Zeit braucht. Ist in jedem Beruf so, deshalb halte ich Frau Fekters Vorschlag für kontraproduktiv.

      @ Reinhard:
      Die unterschiedlichen Lehrverpflichtungen nach Fächern gibt es längst. Das Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz:
      http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008205

      Eine Stunde ist nämlich nicht gleich 1 Stunde. Beispiel gefällig:
      1 Unterrichtsstunde Deutsch zählt 1,167-fach
      1 Unterrichtsstunde Physik zählt 1,050-fach
      1 Unterrichtsstunde Sport zählt 0,955-fach

      Anders ausgedrückt, ein Deutschlehrer hat 20% mehr Vorbereitungszeit als ein Turnlehrer, zum Schularbeitsverbessern, Materialen vorbereiten, Bücherlesen etc...

    • Zraxl (kein Partner)
      01. Dezember 2011 15:01

      @Reinhard

      Soviel ich weiß, sind die Ferien im Dienstrecht der Lehrer insoweit berücksichtigt, als die Gehälter entsprechend niedriger sind als jene gleich qualifizierter A-Beamter im Verwaltungsbereich. Aber das nur nebenbei.

      Ein Grundproblem besteht doch darin, dass niemand eine Leistungsbeurteilung von Lehrern durchführen kann, die diese Bezeichnung tatsächlich auch verdienen würde. Wie soll ein Direktor mit Lehrberechtigung in Deutsch und Geschichte die Qualifikation eines Geographielehrers überprüfen? Dass das Hauptkriterium um Fachinspektor zu werden eher im Bereich politischen Engagements als in hervorragender fachlicher Qualifikation liegt, ist leider auch ein Faktum. Auch Direktoren werden übrigens nicht aufgrund ihrer fachlichen Leistungen ausgewählt.

      Mein Kind ist in eine Schule gegangen, in der die Direktorin gerade den humanistischen Zweig mit dem Vorschlaghammer demoliert. Da werden wirklich hervorragende Lehrer gemobbt, Projekte die der Lehrer in seiner Freizeit (!) durchführt, werden verboten, weil diese Werbung für eben diesen ungeliebten Zweig machen würden. Diese Dame unterrichtet Russisch in derart inferiorer Qualität, dass sie die falschen Vokabel und Grammatikstrukturen, die sie den Schülern vermittelt, sogar noch abprüft. Aber immerhin: Sie ist eine stramme Parteisoldatin. Das qualifiziert sie als Direktorin.

      @Schnabeltierfresser
      Wir alle haben schlechte, faule und unmotivierte Lehrer erlebt. Was uns die tollen und motivierten Lehrer beigebracht haben, setzen wir als selbstverständlich voraus, oder schreiben dieses unserer eigenen Tüchtigkeit zu. Diese Sichtweise ist bei einem Normalbürger vielleicht psychologisch noch irgendwie verständlich, dass aber die zuständige Fachministerin durch Klischedrescherei vom faulen Lehrer die Motivation der bisher engagierten Lehrer auch noch ruiniert ist ein Riesenproblem. Ja, ich meine jene Ministerin, die eine Bank ruiniert hat, bevor sie damit begonnen hat, das Schulsystem zu ruinieren.

      Die Aufwertungsfaktoren sind ja der Witz: Ein Turnlehrer hat nicht 20% weniger Aufwand für die Unterrichtsvorbereitung als ein Deutschlehrer, sondern er hat vielleicht 2% des Aufwands.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 19:49

      Zraxl, ein anderes Übel, dass ich auch schon mehrmals als Grundlage jedweder Reform ansehe (weswegen sie hier am Balkan auch niemals realisiert werden können): RAUS mit der Politik, den Parteien, dem Staat aus der Schule!
      Und was die dienstrechtliche Berücksichtigung angeht, sehe ich andere A-Beamte noch in viel kritischerem Licht als die genannten Lehrer.
      Wir haben bei der "Evaluierung" immer das Problem, alles in vergleichbare Größen gießen zu wollen. Bei der Arbeit mit Menschen versagen aber die Zahlen. Da wäre Menschenkunde, ja geradezu pädagogische Fähigkeiten gefragt. Seltsam, dass genau das im Schulbereich so unmöglich scheint. Die fachliche Qualifikation ergibt sich aus den Bewertungen der Schülerleistung nach Test durch externe Prüfer. Kein Lehrer sollte zum Abschluss seine eigene Leistung prüfen dürfen!

      Schnabeltierfresser, danke für die Zahlen. Wenigstens ein kleiner Schritt, wenn auch weit entfernt von der Einsatzwahrheit.
      Ich gönne einem Lehrer auch seine Freizeit, wenn die Leistung passt. Mich kotzt nur an, wie viele (die meisten...) eben diese Arbeiten im Unterricht nebenher oder gleich gar nicht durchführen oder Lehrer nach angeblich wochenlangem Vorbereiten zum neuen Schuljahr komplett planlos in die Klassen stolpern und die ersten zwei Wochen kaum sinnvoller Unterricht möglich scheint.
      Gibt es das übrigens in Finnland auch? Mir ist von sonst nirgends ein solch schlampiger Schuljahresbeginn begegnet wie hier in Österreich.

    • Zraxl (kein Partner)
      01. Dezember 2011 22:05

      @Reinhard

      Ihre Forderung, dass sich die (Partei-)Politik aus der Schule heraushalten soll, unterschreibe ich voll. Es ist übrigens das Werk von Frau Gehrer, die Schule wieder zum Spielball der Tagespolitik gemacht zu haben. Herr Khol und der ÖVP Club haben sie dabei voll unterstützt. Die nachfolgenden roten Ministerinnen haben ihr Werk nur konsequent weiterverfolgt.

      Wenn externe Prüfer die Leistungen von Schülern überprüfen sollen, dann gibt es halt ein paar praktische Probleme, von denen niemand weiß, wie diese gelöst werden sollen. Mit einer Einbindung aktueller Themen oder der Ausarbeitung spezieller Themen ist es dann jedenfalls vorbei, denn das wird ja nicht geprüft. Wie überprüft - und vergleicht- man die Leistungen der Schüler zweier Schulen mit unterschiedlichem Niveau? (Oder soll man Schulen mit niedrigem Niveau zusperren? Oder soll man begabte Schüler durch konsequente Unterforderung verblöden?) Welche Schuld trifft einen, anhand der Schülerleistungen überprüften Lehrer, wenn z.B. eine Mittelschule vorwiegend von verhaltensoriginellen Schülern besucht wird, deren deutscher Wortschatz ca. 1000 Wörter umfasst?

      Die Schlamperei zu Schulbeginn resultiert übrigens aus einem Mangel im System der Schulorganisation. Da sich bis unmittelbar vor Schulbeginn noch Schüler abmelden können und auch nicht klar ist, wer letzlich die Nachprüfung bestehen wird, kann vorher keine Ressourcenzuteilung erfolgen, da ggf. Klassenteilungszahlen unter- oder überschritten werden. Mit der Lehrer- und Raumzuteilung kann also erst zu Schulbeginn angefangen werden. Das dauert dann halt ein, oder zwei, oder an manchen Schulen noch mehr Wochen. Bis die endgültige Ressourcenzuteilung festliegt, gibt es Supplierstunden anstatt eines sinnvollen Unterrichts.
      (Wenigstens dieses Problem könnte man lösen, wenn die Nachprüfungen und die Abmeldefrist 2 oder 3 Wochen vor Schulbeginn stattfinden würden. Aber bisher hat man noch nicht einmal versucht, Herrn Neugebauer davon zu überzeugen, dass Lehrer halt in den Ferien für 2 oder 3 Tage in die Schule kommen müssten.)

  22. Matthias Strodl (kein Partner)
    01. Dezember 2011 08:28

    Wer ständig Nulllohnrunden für Beamte fordert, darf sich nicht wundern, wenn diese irgendwann einmal korrupt werden. Das ewige verallgemeinernde Beamtenbashing ist nicht nur billiger Populismus, es ist auch nicht ungefährlich.

  23. Segestes (kein Partner)
    01. Dezember 2011 07:10

    In der Kronenzeitung schreibt heute die Schmalzfrisur Claus Pandi davon, Lehrer würden ihr akademisches Wissen der Gesellschaft nur dann zur Verfügung stellen, wenn sie Aussicht auf Pragmatisierung hätten…

    Wenn das auch nur halbwegs der primäre Beweggrund dieser Gestalten ist (und ich gehe davon aus), dann stimmt etwas mit unseren Lehrern nicht. Und zwar ganz gewaltig nicht!
    Denn das ist mitunter der gleich falsche Beweggrund für die Berufswahl, wie er auch bei Polizei und Bundesheer dazu führt, dass charakterlich ungeeignete Personen ein Übermaß der Belegschaft stellen.

    Deshalb endlich weg mit der Pragmatisierung, dieser Karotte für charakterliche Blindgänger!

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 10:01

      Wie wollen Sie die Pragmatisierung ersetzen?

      Richtig verstanden bedeutet die doch im wesentlichen, dass einem Beamten der Rücken gestärkt wird, das Richtige zu tun.

      So wie ich meine Mitmenschen und Österreicherinnen kennen gelernt habe - ohne Ortnerscher Bitterkeit sei dies festgehalten - fallen die doch beim leisesten Hauch von anderer Meinung eines Vorgesetzten um. Das "ich habe nur meine Pflicht getan bzw. Befehlen gehorcht" ist doch überall auf der Welt, vor allem aber dorten wo die Vätergeneration dafür verspottet wird, also bei uns, eine gängige Replik, wenn eben einmal nicht das Richtige pasiert ist.

      Da man also Beamte nicht so einfach herumschieben kann, hat man subtilere Methoden der Disziplinierung entwickelt: unangenehme Fälle, Arbeitsräume, unangenehme Stundenpläne, unangenehme Klassen nur als Beispiele.

      Für Junglehre ist auch das Anstellen an weit auseinanderliegenden Schulen eine beliebte Methode, in der weiteren Folge Dankbarkeit zu erreichen.

      Letztendlich kann man aber für alle Berufe den Sinn der Pragmatisierung bestreiten. Denn warum sollte z.B. eine Familienrichterin unkündbar sein? Die Relevanz ihrer Fälle rechtfertigt diese nämlich nicht.

    • Segestes (kein Partner)
      01. Dezember 2011 10:27

      Du sagst es ja selbst: Es gibt sowieso subtilere Methoden, unbotmäßige Untergebene zu "disziplinieren" - wogegen die Pragmatisierung absolut nicht schützt.

      In Wirklichkeit ist die Pragmatisierung also bloß ein absurdes Überbleibsel aus monarchischer Zeit, als Potentaten danach trachteten, sich mit einer Schaar williger Wauwaus zu umgeben, um das Volk nieder zu halten.
      Diese Legenden die man heute hingegen als "Argumente" für die Pragmatisierung vorschiebt, sind ja einfach nur mehr grotesk.
      Hier geht es bloß um (teure) Besitzstandswahrung, wie bei der ÖBB.

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:33

      Und wie ziehen wir dann Leute mit Rückgrat heran, wenn wir überall signalisieren, dass es sich früh zu krümmen hat?

      Du schüttest das Kind Pragmatisierung mit dem Bade aus.

  24. Ein sogenannter Troll (kein Partner)
    01. Dezember 2011 06:39

    Weil ich es nun schon einige Male gelesen habe und U. sehr auf richtige Schreibweise erpicht ist: es heißt "Last but not least".

  25. Reinhard (kein Partner)
    01. Dezember 2011 06:09

    Herr Unterberger, dass mehr Geld automatisch zu mehr Qualität führt, ist mehr als nur ein Irrtum. Mit diesem Fehlschluss im Kopf älterer Leute verkaufen ganze Heerscharen von Betrügern sinnlos überteuerte Heizdecken, Magnetbetten und Aloe-Vera-Handcremes an unsere Pensionisten.

    Dass es auch noch ausreicht, dieses Geld den Mitarbeitern nachzuschmeißen, ist ein noch größerer Irrtum. Es gibt inzwischen genug Studien, die beweisen, dass Bezüge und Arbeitsqualität nichts miteinander zu tun haben. Nicht nur im Fußball oder den griechischen Beamten (die trotz Rekordbezügen korrupt sind bis zur Selbstverleugung). Oder bei unseren Lehrern (wo mehr Arbeitsverweigerung bei älteren hochbezahlten pragmatisierten zu finden ist als bei den jungen Vertragslehrern). Zwar jammern die weniger verdienenden als Ausrede für ihren aus Faulheit und Bequemlichkeit resultierenden Pfusch immer nur "Soll der Chef eben mehr bezahlen", erfahrungsgemäß ändert sich aber, so er dieses tut, absolut gar nichts. Ganz im Gegenteil, die Unverschämtheit steigt. Das sieht man auch bei unseren Politikern, der im internationalen Vergleich zu den höchstbezahlten gehören.

    Das Geld gehört eben nicht auf die Lohnzettel dieser Leute überwiesen sondern, besonders bei den Lehrern (aber auch in manchen Ämtern), in eine innovative Gestaltung ihrer Arbeitsplätze, in brauchbare Arbeitsmaterialien und dann vll. noch in ein Prämiensystem, das außergewöhnliche Leistungen belohnt.

    Egal was wir zahlen: Wenn der Arbeitsplatz ein Affenkäfig ist, werden wir auch immer nur monkeys bekommen!

    Sich hinzustellen und zu sagen: "Das Dienstrecht ändert sich eh nie, also schmeißt den demotivierten Arbeitsverweigerern in Politik und Verwaltung noch mehr Kohle hinterher!" wäre eine offene Kapitulation vor dem bestehenden System.
    Wenn das wirklich Ihre feste Überzeugung ist, Herr Unterberger, müsste ich befürchten, dass das Feuer, mit dem Sie bisher gegen dieses System angekämpft haben, erloschen ist und Resignation Platz gemacht hat.
    Wir brauchen nicht noch einen, der nur mehr Geld für die Angestellten fordert statt einer Reform der Arbeitsbedingungen! Deshalb hoffe ich einfach mal, dass Sie das provokativ, aber nicht ernst gemeint haben.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 06:24

      Nochwas zum Sager: "Sechs Stunden mehr arbeiten, aber nur für vier Stunden mehr bezahlt werden."
      Es geht nicht um "mehr Arbeitszeit", denn wenn Lehrer damit argumentieren, dann geben sie indirekt zu, außerhalb des Klassenzimmers nicht zu arbeiten (was auch viele außer den begeisterten und besonders engagierten wirklich nicht tun). Da sie aber für diese Arbeit außerhalb des Klassenzimmers voll bezahlt werden, muss man sich fragen, warum für 6 Stunden mehr vor der Klasse überhaupt mehr bezahlt werden sollte?

      Das Geld gehört in die Arbeitsinfrastruktur gesteckt, den Lehrern lästiger Verwaltungsmüll vom Hals gehalten (das schafft in jeder Schule zwei oder drei Arbeitsplätze für Sekretärinnen und schaufelt den Lehrern Zeit frei für Korrekturarbeiten und Vorbereitungen), ein vernünftiger Arbeitsplatz geschaffen und das Umfeld aufgebaut, in dem sie engagiert und qualitätsvoll Kinder unterrichten können - dann erst kann ich auch fordern, dass sie es tun müssen!
      Und wer dann bewusst innerhalb der einzigen zwei bis sechs Stunden des Tages, in denen er vor der Klasse stehen sollte, seine Amts- und Arzttermine legt, wird gefeuert. Wer am ersten Unterrichtstag im September keinen Lehrplan für seine Klassen hat und nicht während der Ferienzeit (die den Lehrern schon heute großteils als Arbeitszeit bezahlt wird) aktiv an den Schulkonferenzen zur Stundenplangestaltung und Lehrplankoordinierung teilgenommen hat, wird in diesem Stundenplan keine Stunden mehr für sich finden und kann damit seinen Arbeitsplatz räumen.
      Ein Lehrer, der eine Entlastung von Verwaltungsaufgaben, eine Konzentration auf die Arbeit mit den Kindern und Leistung während bezahlter Arbeitszeit verweigert, muss das schon sehr gut argumentieren können, denn jemand mit dem Bildungsstand eines Ausbilders muss mehr als leere Parolen plärren können.

      Auch hier gilt: Lehrer verdienen keine "peanuts", sie arbeiten in einem Affenstall.

    • Pumuckl
    • APM (kein Partner)
      01. Dezember 2011 09:49

      Ich glaube einfach nicht dass "Er" es provokativ gemeint hat. Allzu oft hat "Er" schon derartige Äußerungen von sich gegeben....

    • cmh (kein Partner)
      01. Dezember 2011 10:04

      Und was machen wir dann, wenn alle Unfähigen in den Landesschulrat entsorgt worden sind? Dann ist die Arbeit doch erst recht unzumutbar.

      WEnn der Hinweis, "keine Rohrstaberlpolitik" treiben zu wollen, als Argument glatt durchgeht, dann folgt daraus, dass letzlich jeder Depp überzeugt werden muss. Und das dauert lange.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Dezember 2011 12:25

      cmh, solange irgend ein dümmliches Gepöbel mediengeiler Ideologieverblender als sogenanntes "Argument" Gültigkeit hat, wird gar nichts weiter gehen.
      Wir brauchen als erstes eine Rechtsreform, die neben Kinder- und Schülerrechten auch Eltern- und Lehrerrechte beinhaltet. Und Schulautonomie, die es den Lehrern im Rahmen der Firmenpolitik ihres Bildungsunternehmens und unter Aufisch des Direktorats ermöglicht, die laut staatlichem Lehrplan vorgeschriebenen Inhalte plus freiwillige Zusatzangebote so zu vermitteln, wie es ihnen passt. Facharbeitern kann man nicht dauernd vorschreiben, wie sie ihre Arbeit machen sollen. Und im Rahmen des Rechtes muss es Möglichkeiten zur Leistungsbewertung, Leistungsdurchsetzung, Einstufung und Sanktionierung geben. Deshalb ist das oberste Gebot, das dümmliche Hereinschwätzen minderbemittelter Bodensatzbestände der Soziologiestudienabbrecher endlich als solches zu ignorieren anstatt diesen Schwachhirnen zu ermöglichen, das System der Bildung unserer Kinder nachhaltig zu sabotieren.

  26. Gerhild Baron
    30. November 2011 18:52

    Erstens: wie kann jemand, der zu solcher Entgleisung fähig ist wie Frau Mikl-Leitner zur Ministerin gemacht werden ? Es ist eine Schande für das ganze Land.
    Zweitens: wenn es schon passiert ist - wo bleibt eine Entschuldigung seitens
    der Ministerin und wer von der ÖVP hat sich bisher öffentlich distanziert ??

    Lieber Herr Doktor Unterberger: besser bezahlte Politiker ja, aber bitte keiner der derzeit amtierenden !!!

    • Observer
      30. November 2011 21:15

      Gerhild Baron

      ".... und wer von der ÖVP hat sich bisher öffentlich distanziert ??"

      den "Zaster-Sager" von Mikl-Leitner hat Herr Paierl öffentlich kritisiert, aber der hat ja nun den Wirtschaftsbundableger "Management Club" schon verlassen. Andere Schwarze, auch Spindelegger schütteln derzeit nur ihre Köpfe.

    • brechstange
      01. Dezember 2011 07:21

      Na dann wollen wir hoffen, dass Spindelegger Konsequenzen zieht.

  27. werauchimmer
    30. November 2011 13:45

    Laut RH-Einkomensbericht 2008 (naturgemäß Vorjahre betreffend) beläuft sich das arithm. Durchschnittseinkommen (bei Selbständigen leider nur median-Ermittlung)

    - der Beamten auf 45.677 EUR
    - der Vertragsbediensteten auf 26.456 EUR
    - der Angestellten auf 31.906 EUR
    - der Arbeiter auf 17.423 EUR
    - der ausschließlich Selbständigen auf 10.893 EUR (hier median)

    Bei den genannten Selbständigen sind jene im Gesundheitssektor (Ärzte, Diplom-Krankenschwestern etc.) mit median 31.319 EUR einbezogen, bei Herausrechnung dieser Gruppe würden die übrigen Selbständigen noch kärglicher ausgewiesen!

    Dass bei den Selbständigen nur Median-Werte einsehbar sind, ist ein weiterer Skandal. Median-Ermittlungen sind eines statistische Trottelei, die krasse Ungenauigkeiten begünstigen. Ein Beispiel mit einer Population von 10 soll dies veranschaulichen:

    Variante A:
    4 verdienen 40.000, einer 45.000, einer 55.000, vier 95.000; Median demnach 50.000.

    Variante B:
    4 verdienen 10.000, einer 45.000, einer 55.000, vier 65.000; Median demnach auch 50.000 -

    Hurra, is' alles lei ans!

    Quelle direkt von Rechnungshof-website:
    http://tinyurl.com/44nwelp

    Die Selbständigen findet man in diesem Dokument auf Seite 98 nach PDF, nach Paginierung Seite 90;
    Beamte, Vertragsbedienstete, Angestellte Arbeiter finden sich ebendort auf Seite 150 nach PDF, nach Paginierung Seite 142.

    Noch eine Quelle:
    Laut Bericht der Zeitung "Die Presse" vom 11. Aug. 2011, "Beamtengehälter stiegen in den letzten zehn Jahren am stärksten", betrug das Medianeinkommen der Beamten im Jahre 2009 47.848 EUR.

    • werauchimmer
      30. November 2011 15:30

      korrigiere:

      ... eine statistische Trottelei ...

    • werauchimmer
      30. November 2011 16:37

      2. Korrektur:

      ... RH-Einkommensbericht ...

    • Pumuckl
      30. November 2011 19:37

      @ werauchimmer

      Danke! Kannte Ihren Beitrag, und sehe ihn als Beleg zu meinem Kommentar 30.11. 08:03 und dessen Ergänzung 09:12 . Habe ihn aber neben anderen Fakten, welche meine Position untermauern, weggelassen, weil dies zu umfangreich wäre.
      Wenn man bedenkt, daß eine große Mehrheit der Tagebuchpartner einem gehobenen Bildungsbürgertum angehört, wird verständlich, daß man derartige Tatsachen nicht gerne wahrnimmt. Da sind wohl wenige Familien, in denen man nicht einen, oder gar mehrere höhere Beamten oder Lehrer findet.
      WER ARGUMETIERT SCHON GERNE GEGEN EIGENE ANGEHÖRIGE?

    • werauchimmer
      30. November 2011 22:54

      Pumuckl, wir sind - zumindest in diesem Bereich - Brüder im Geiste (nicht zufällig habe ich eine zeitlang auch Deinen "nick" verwendet :-).

      Die sich einem gehobenen Stand (Bildungsbürgertum, auch "rotes"!) verdankende Möglichkeit, Angehörige im öffentlich-rechtlichen Bereich unterzubringen, macht blind gegenüber den verheerenden Auswirkungen der Deindustrialisierung, den Verwerfungen der EU, und der Tatsache, dass administrative Tätigkeiten mit welchem Bildungsniveau auch immer keinen Wohlstand abwerfen, also bloßer Kostenfaktor sind, sofern sie nicht in ein Zusammenspiel mit operativen Tätigkeiten eingebunden werden können.

      Hier liegt Selbstbetrug vor, ein jeder redet sich ein, es wäre eh' nicht so schlimm, nur die Banken, die Spekulanten, der Zinseszins etc gehörten an die Kandare.

  28. Brigitte Imb
    30. November 2011 12:03

    Grundsätzlich ist gegen gute Bezahlung nichts einzuwenden, vorausgesetzt die Leistung stimmt. Unsere amtierenden Politiker, vom BP abwärts, verdienen aufgrund ihrer Minderleistungen sicher keine Erhöhung, ganz im Gegenteil. Oftmals tauchen v. Politikern Worte wie "erfolgsorientiertes Honorar" auf, und so gesehen müßten die Politiker eher zahlen als erhalten.
    Über Jahrzehnte haben Politiker Geld des Staatshauhaltes mibräuchlich verwendet, Strukturen geschaffen die derartig verfilzt sind, dass es kein Entwirren möglich macht, Parteienfinanzierung und Günstlingswirtschaft wird nach wie vor exzessiv betrieben, Förderungen an dubiose Vereine detto, auf der Strecke bleiben die wirklichen Leistungsträger, die all diesen Schwachsinn finanzieren müssen.
    Bei Lehrergehältern um 1300 €, von exorbitanter Höhe zu sprechen(Fekter) ist mehr als zynisch, vergleicht man diese mit Gehältern z.B. der Nationalbankangestellten.
    Und ich bin sicher, auch wenn die Staatsanwaltschaft die doppelte Gage bekommen würde, im Fall Kampusch gäbe es keine Änderung, weil das ganze System mittlerweile bis in die kleinste Zelle verludert ist und dem Selbstzweck dient.

    • Pumuckl
      01. Dezember 2011 16:23

      Sehr geschätzte Frau Imb!
      Bitte können Sie uns mitteilen, welche Lehrer bei voller Lehrverpflichtung 1300 €
      verdienen.

  29. Dr. Dieter Zakel MA
    30. November 2011 10:48

    Das Problem mit unseren Politikern ist, dass sie an der Macht sind; und nicht die weisen Poster hier im Forum die es vorziehen sich nicht in einer Partei zu engagieren sondern wie Statler und Waldorf aus der Loge heraus zu meckern :-)

    • phaidros
      30. November 2011 11:24

      Unterschreibe ich mit, wenn ich darf.

    • Brigitte Imb
      30. November 2011 12:20

      Wohl kaum, dass eine Partei auch nur einen von "uns" Verbalrevoluzzern nehmen würde, das brächte doch nur Unruhe.

    • Helmut Graser
      30. November 2011 13:30

      Das sehe ich etwas differenzierter.

      Einerseits sind diese Parteien- und Bündeorganisationen recht geschlossene Systeme, in denen man sich - wenn man überhaupt hinein kommt - erst Sporen durch Hochdienen und Erfolge verdienen muss.

      Das ist andererseits auch sinnvoll, denn sehr oft scheitern auch Quereinsteiger, die in naiver Art und Weise glauben, dass Politik das Lösen von Problemen bedeutet.

      Politik ist aber nicht das Lösen von Problemen, sondern es ist die Suche nach mehrheits- und konsensfähiger Problemlinderung.

      Das "Problem" der hier anwesenden Postergemeinde ist darüberhinaus, dass die allermeisten bereits den mühsamen Weg durch die Niederungen der Ebene in ihrem eigenen beruflichen Umfeld gegangen sind, und daher sind sie nicht mehr bereit, diesen Weg in irgendeiner Partei nochmals zu gehen.

    • phaidros
      30. November 2011 13:46

      Politik ist aber nicht das Lösen von Problemen, sondern es ist die Suche nach mehrheits- und konsensfähiger Problemlinderung.

      Ziemlich gut, aber dennoch schlage ich vor: Politik ist aber nicht das Lösen von Problemen, sondern es ist die Suche nach mehrheits- und konsensfähiger Postenerhaltung.

      (Problemlinderung mag dabei nicht per se hinderlich sein, aber Ziel so gut wie nie. Höchstens Mittel zum Zweck).

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Charlesmagne
      30. November 2011 15:32

      Habe es probiert und verlangt, dass wir in der Gemeinde nur zum Wohle der Gemeinschaft zu arbeiten hätten, und nicht nur danach zu trachten unsere Kinder in der Kommune auf gut bezahlten Nichtleisterposten unterzubringen.
      So schnell konnte ich das gar nicht sagen, war ich schon weg vom Fenster (aus der Fraktion einer etablierten Partei entfernt).
      Wenn einem dann bewusst ist, dass die Lokalpolitik die Rekrutierungsebene für höhere Funktionen sein könnte, weiss man, warum wir die Politiker haben, die wir haben.
      Ich bin also nunmehr schon seit mehr als zwanzig Jahren ein Statler oder Waldorf, wie immer sie es auch wollen.

  30. Josef Maierhofer
    30. November 2011 10:29

    Flexibilisierung wäre gefragt.

    Ich habe vor vielen Jahren einmal in Washington DC. mit einem hohen Steuerbeamten gesprochen und erfahren, dass die dort für die Aktionen, die sie machen, Leute engagieren auf Zeitperioden, solange diese Aktionen eben dauern. Das kenne ich auch von einer Anwältin aus Chicago, die früher im Staatsdienst war, nämlich zwar immer wieder eine Aufgabe im Staatsdienst zu bekommen aber eben immer eine gerade gesuchte oder benötigte.

    Ich habe hier in diesem Blog vor vielen Monaten einmal von einem Beamtenpool gesprochen, wo man staatlicherseits verschiedene Berufe ausbildet und schult und bei Bedarf diese für verschiedene Aufgaben geschulten Beamten abruft.

    Auch habe ich oft schon die enormen Unterschiede in manchen Gehältern angekreidet, die die Privilegienritter so erhalten (mit Parteiduldung oder gegen Parteispende) und vor allem die Starrheit und 'Verwendungszumutung'. Obwohl es im Gesetz steht, dass ein Beamter versetzt werden darf, dass er andere Aufgaben zugewiesen bekommen darf, ist es de facto so, dass man diese Leute nicht zu einer anderen Arbeit, die wir brauchen würden, bewegen kann, so war es wohl bei den Postbeamten als Beispiel und so ist es auch bei den Eisenbahnbeamten und auch bei den Verwaltungsbeamten, u.s.w.

    Dieses spezifisch österreichische Geblödel des Sträubens gegen Arbeit, gegen Vernunft, gegen Rationalisierung, dieses Sesselkleben ist es, das teuer ist. Denn für Sesselkleben will ich als Steuerzahler nicht diese horrenden Beamtengehälter zahlen, für Leistungen allerdings schon, das ist legitim. Allerdings weiß ich genau, dass man ungefähr die Hälfte aller Verwaltungsbeamten anderweitig verwenden müsste und es kann nicht angehen, dass diese Hälfte bezahlt wird, aber nicht adäquat arbeitet, weil sie sich einfach dagegen querlegen mit gewerkschaftlicher Unterstützung, versteht sich. Die Mehrgeleisigkeiten müssen weg, genauso, wie im Parlament die Hälfte der Abgeordneten, genauso wie der gesamte Bundesrat, etc., enormes Sparpotential, wo man hinschaut, nur angreifen darf man es offenbar in Österreich nicht, das Sparpotential.

  31. mike1
    30. November 2011 09:34

    grundsätzlich hat a. u. recht.

    ich will mich hier nicht besonders vertiefen, aber:

    ein neues beamtendienstrecht ist ja so absehbar wie eine echte pensionsreform. ersteres kommt nicht, weil kein geld da ist, zweites geht nicht, weil die gewerkschaften und die linken dagegen sind.

    populismus zählt halt noch immer mehr als die realität der zahlen, zumindest eine zeit lang. dank an die schlecht bezahlten politiker.

    und weil dauernd behauptet wird, die arbeitsplätze der "dummen und faulen" beamten wären so furchtbar sicher: im gegensatz zu den asvg-lern, denen im fall des falles alle möglichkeiten eines arbeitsgerichtes offenstehen, kann ein beamter nach bereits zwei negativen leistungsfeststellungen entlassen werden - und zwar mit verlust aller rechte. der vorgesetzte muss sich das halt antun. das passiert den nichtbeamten nie.

    hätte sich die politik ernsthaft mit den schon seit jahrzehnten bekannten problemen (siehe pensionsreform) beschäftigt und deren umsetzung angegangen (schüssel hat's zumindest versucht, der dummlächler vom dienst hat's wieder zerstört), dann hätten wir das, was andere länder schon längst haben.

    es passiert also nix bzw. erst in jahrzehnten - dann aber zwanghaft, weil niemand mehr ins system einzahlt (hier haben wir das problem der migranten) und daher auch nix rauskommt. das system wird schlicht und einfach versagen.

    hätte man auch vor jahrzehnten ein neues dienstrecht (mit schön langsamen umsetzungsschritten) ausgehandelt, hätte man auch hier ein problem weniger.

    und zu den gehaltserhöhungen: man schaue sich die metaller und jetzt den handel an - hier werden prozentsätze jenseits von gut und böse ausverhandelt. da wird's irgendwann zu entlassungen kommen müssen, weil sich die unternehmen bei den negativen wirtschaftsaussichten nicht mehr alle(s) leisten werden können.

  32. socrates
    30. November 2011 08:25

    Wenn die Fekter-Forderung für Alle gilt, speziell die ÖBB, ist nichts einzuwenden. Ansonst ist es eine Abwertung des Lehrberufes. Nachdem die Mehrheit der Lehrer in der Verwaltung sitzt, kann man dort mit der Erprobung beginnen. Am besten entläßt man 1/4 und sieht nach, ob das nützt. Auch bei der Verwaltung im Bundesheer ist eine große Einsparmöglichkeit.
    Andere Länder, andere Sitten: Deutschland
    Mit ihrer Fächerkombination Mathematik und Physik ist sie mehr als begehrt – Physik gilt als Mangelfach, für das sich deutschlandweit nicht genug Lehrer finden lassen. »Derzeit müssen schon rund 30.000 Quereinsteiger MINT-Fächer unterrichten, weil die passenden Pädagogen fehlen«, sagt Heinz-Peter Meidinger, der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes. An den Gymnasien machen die Lückenfüller einen Anteil von etwa zehn Prozent aus, an Berufsschulen sogar bis zu 30 Prozent.

    Dringend gebraucht werden derzeit Lehrer für Naturwissenschaften, hier werden auch Quereinsteiger eingestellt. Je nach Bundesland bewirbt man sich nach dem Lehramtsstudium direkt an den Schulen, bei den Landesschulbehörden oder beim Kultusministerium – auch initiativ, denn auf die Lehrerbedarfsprognosen der Länder ist nur bedingt Verlass.

    MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dafür, dass sich für diese Bereiche so schwer Lehrer finden lassen, während andere Lehramtsanwärter mit ihren Fächerkombinationen Schwierigkeiten haben, Stellen zu bekommen, sieht Meidinger mehrere Gründe. Zum einen handle es sich um sehr harte Studienfächer, bei denen die Abbrecherquote deutlich höher liege als beispielsweise in den Geisteswissenschaften. »Zum anderen macht die Wirtschaft den Schulen große Konkurrenz, wenn es um Stellen für MINT-Absolventen geht.« So könne man beispielsweise als Mathematiker bei einer Versicherung, als Chemiker in der Pharmabranche oder als Physiker in forschungsstarken Firmen locker mit dem Dreifachen des Referendarsgehalts einsteigen – von den Karrierechancen und künftigen Verdienstmöglichkeiten mal ganz abgesehen. Da der Staat bei der Besoldung verschiedener Fachlehrer keine Unterschiede machen darf und auch das Beamtenrecht zu starr ist, als dass man mit Privilegien locken könnte, wird nun schon über Stipendien nachgedacht, die Stiftungen als Anreiz für MINT-Lehrer aufsetzen könnten.

    Die Universitäten in D zahlen für Physikstudenten teilweise die Studiengebühren. Auch bei uns gibt es viel zuwenig Physiklehrer.Wir überlegen daher, die Lehrer länger arbeiten zu lassen, um die Fehler unseres Systems zuzudecken. Jeder unserer Absolventen in diesen Fächern kann sofort nach Bayern gehen um für deutlich mehr Geld weniger zu unterrichten.

    Ich entschuldige mich im Vorhinein bei A.U., aber: Jeder Lehrer würde sofort seinen Dienstvertrag gegen den einen Journalisten tauschen! Die Quinquennien übertreffen mit 10%, 10%, 8%, 8%, 6%, 4% beiweitem die Biennien entsprechend gerechnet, von den anderen Privilegien erst gar nicht zu reden. Näheres findet man bei der GPA unter Journalisten Kollektivvertrag. Nur Medien und Richter werden als Instrumente der Macht gebraucht und irgendwo muß ja gespart werden.

    • brechstange
      30. November 2011 08:58

      Mir sind Mathematik- und Physik-Lehrer bekannt, die Turnen unterrichten, dafür gibt es kaum noch Stunden für MINT-Fächer in Hauptschulen und nun Neuen Mittelschulen. Es ist ein Wahnsinn, was da abläuft, da kommen einen die Grausbirnen. Dafür sind in der einen verbliebenen Physikstunde 28 Schüler am Freitag in der 6. Stunde. Da sieht man die Wertigkeit der politischen Entscheider.

    • brechstange
      30. November 2011 08:59

      Verzeihung, die eingeschlichen Fallfehler.

    • brechstange
      30. November 2011 09:00

      Ich hör jetzt auf, es wird ja immer schlimmer mit meinen Fehlern.

    • socrates
      30. November 2011 10:51

      brechstange
      Mathe und Turnen war eine beliebte Fächerkombination solange die Turner in der Sensengasse studierten und turnten, da es die Mathe-uni nur 300m entfernt war. Jetzt dürfte das aufhören.
      Die Direktorin in der NMS Wien 1140 Hadersdorf mit sportlichem Schwerpunkt, beklagte sich bitter über die Tendenz der Eltern / Schüler, jeder Leistung auszuweichen. Sie ist um Qualität bemüht, aber die Schüler weichen sofort aus und werden an leistungsfreie Schulen umgemeldet.

    • socrates
      30. November 2011 10:53

      heise.de/de/tp
      Die neuen Pädagogen? - Förster, Soldaten, Minijobber
      Billige Bildungsrepublik
      Thorsten Stegemann 30.11.2011

    • Pumuckl
      01. Dezember 2011 08:24

      @ socrates

      Trefflicher Beitrag zum Thema! * * * *

      " Da der Staat bei der Besoldung verschiedener Fachlehrer keinen Unterschied machen darf . . . "

      WENN DIE LEIDER NUR VIELDISKUTIERTE VERWALTUNGSREFORM DIESES THEMA
      AUSLÄSST, VERDIENT SIE IHREN NAMEN NICHT !

      Es geht da nicht nur ( aber auch ) darum, durch die Besoldung von Lehrern Anreize zu geben, jene Fächer zu studieren, an welchen Mangel besteht.
      Vielmehr müßte im ganzen öffentlichen Dienst die Schwierigkeit des Studiums bei den Bezügen gewürdigt werden, wie das auch in der Wirtschaft Realität ist.

      Ich kenne Professoren welche z.B. im Fach Soziologie beklagen, wie sehr in den letzten 20 Jahren bei der Mehrheit der Maturanten die Qualität abgestürzt ist.
      Jene, welche ( vorzugsweise politische ) Beziehungen haben, landen dann oft nach 15 oder mehr Semestern, irgendwo im geschützten Bereich auf Posten, welche man eigens für sie erfindet.
      Sie verdienen dann auf Steuerzahlers Kosten lebenslang so viel wie die nachgefragten Absolventen der MINT - Fächer.

      DER ÖFFENTLICHE DIENST MUSS ENDLICH DEN ABSOLVENTEN JENER
      " FLUCHTFAKULTÄTN " FÜR MINT - UNBEGABTE STUDENTEN, UM SO VIEL WENIGER BEZAHLEN, WIE DIES DIE WIRTSCHAFT TUT !

      DANN WIRD AUCH DIE ÜBERFÜLLUNG DER HÖRSÄLE JENER " FLUCHTFAKULTÄTEN "
      ABNEMEN !
      Die dadurch erreichte Verkleinerung des akademischen Proletariats aus diesem Alsolventenbereich, wäre auch ein Gewinn für die Volkswirtschaft! Die so in nachgefragte, nichtakademische Bereiche des Erwerbslebens umgeleiteten jungen Menschen würden wertvolle Mitglieder der Gesellschaft.

  33. Pumuckl
    30. November 2011 08:03

    " EUROPA IST IN JEDER HINSICHT AM ENDE "

    " DER KONTINENT WIRD EIN GUTER PLATZ FÜR DEN TOURISMUS SEIN, ABER NICHT
    VIEL MEHR, EUROPA GHÖHRT DER VERGANGENHEIT AN "

    So drastisch begründete BERNIE ECCLESTONE gegenüber der spanischen Sportzeitung Marca sein Vorhaben, bald nur mehr 5 GP - Rennen in Europa zu veranstalten. ( ORF - Text 206 )

    WTO - Regeln haben einen brutalen Technologietransfer von Europa und USA nach Asien bewirkt. Asien hat u. a. aus folgenden Gründen gewaltige Wettbewerbsvorteile gegenüber Europa:

    ° Unerschöpfliches Potential an genügsamen Billigarbeitskräften
    ° Riesiger ungesättigter Binnenmarkt
    ° Eine den Europäern zumindest ebenbürtige Bildungsfähigkeit.
    ° AUS OBIGEN GRÜNDEN HÖHERE ATTRAKTIVITÄT FÜR INVESTOREN

    Diesen Fakten wird sich die europäische Industrie anzupassen haben, wenn sie überleben will! Alle Produkte mit hohem Anteil an Lohnkosten niedriger Qualifikation können in Europa längst nicht mehr produziert werden.
    Aber etwa auch die koreanische Autoindustrie hat neben der japanischen längst europäisches Niveau!

    Ecclestones Beschreibung Europas könnte die Realität nach der Krise sein.

    RAIDL HAT RECHT, DENN DIE LEBENSARBEITSLEISTUNG DES ÖFFENTLICHEN DIENSTES IST IN KEINEM GESUNDEN VERHÄLTNIS ZU DESSEN LEBENSEINKOMMEN ! !

    • Pumuckl
      30. November 2011 09:12

      Daß durch Verdoppelung der Politikergehälter plötzlich " Wunderwuzis " auf die Regierungsbank gezaubert würden, schreibt Dr. U. wohl als gezielte Provokation, mit welcher er bewußt Widerespruch erzeugen will.
      Mein Widerspruch um 8:03 schließt die Politiker natürlich ein!

      AHS - Lehrervertreter Eckehart Quin wird im Kurier bez. eines Ausspruches von M. Fekter zittiert: " Einem Akademiker ausrichten zu lassen, daß er mit einem Anfangsbezug von etwas über 3000 Euro exorbitant gut bezahlt ist, kann nur als Verhöhnung seiner Arbeitsleistung empfunden werden. "

      Herr Quin ( Chemie - Geschichte ) sollte doch mal unter Anfangsgehälter googeln.

      Anfangsgehälter im Bereich von über 3000 Euro wird er dort für Ingenieure, Naturwissenschaftler und Betriebswirtschaftler finden.

      Sozialwissenschaftler, Graphiker und einige weitere beziehen ca. 1/3 weniger.

      Alle außerhalb des Schuldienstes haben keine Schulferien, sondern ASVG -Urlaub.

      Personalchefs in der Industrie schauen sehr wohl auf Studiendauer und Prüfungsnoten. Bosch und Siemens luden am Beginn der Krise überhaupt nur Technikabsolventen mit Notenschnitt unter 1,5 und 1,8 zur Vorstellung ein.

      Ist es wirklich angemessen, daß dann im Schuldienst jemand der mit 30 Jahren mit einem Notenschnitt von 3,7 in den Fächern etwa Geographie und Geschichte ankommt, gleich viel verdient wie ein Ingenieur nach 10 Semestern und Notenschnitt 1,5 ?

    • M.S.
      30. November 2011 13:30

      @Pumuckl

      Auch die Anzahl der im öffentlichen Dienst beschäftigten, steht in keinem gesunden Verhältnis zu denen in der Privatwirtschaft!

    • Pumuckl
      30. November 2011 20:12

      @ Pumuckl 30. 11. 08:03 + Ergänzung 09:12

      Ich erlaube mir, zur Untermauerung meiner in diesem Forum sicher nicht von allen gerne gelesenen Ausführungen, auf den Kommentar von @ werauchimmer
      30. 11. 13:45 hinzuweisen!
      Ich befürchte für unser Österreich eine weitere Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit gegenüber Asien.
      Wenn der geschützte Bereich ( öffentlicher Dienst, alle Kammern, ÖBB, Nationalbank ) nicht rechtzeitig aufhört so genannte wohlerworbene Rechte weiter auszubauen, nähern wir uns mit Riesenschritten griechischen Verhältnissen.
      WENN DIE EXPORTWIRTSCHAFT - NUR AUS DEREN ERTRÄGEN UND STEUERLEISTUNGEN KANN DER GESCHÜTZTE BEREICH FINANZIERT WERDEN -
      UNTER ASIATISCHER KONKURRENZ STARK SCHRUMPFT, HABEN WIR GRICHISCHE VERHÄLTNISSE ! ! !

  34. Blahowetz
    30. November 2011 07:51

    Die Polizeireform bejubeln nur Außenstehende, wie der Blogbetreiber einer ist, und es zeigt, dass zumindest die zugekaufte PR-Kampagne wirkt - bis heute.
    Im Allgemeinen ist den Jublern die Polizei völlig egal und sie kommen auch nicht auf den Gedanken, dass zwischen dem Verschwinden der Polizisten aus dem Wiener Stadtbild und der so tollen Reform ein Zusammenhang besteht.
    Die jetzige Reform hebt zum Teil die erste wieder auf, das wird jedoch aus guten Gründen nicht kommuniziert, aber die Jubler sind schon wieder angetreten, schwer beeindruckt vom Einsparungs-Slogan "Aus 21 werden 9". Und dass Ostermayer bei der Reform mitmischte, gibt Ihnen nicht zu denken, Herr Unterberger?

    • brechstange
      30. November 2011 08:02

      War die Jubelkampagne vom Büro Hochegger durchgeführt?

      Das Gelbe vom Ei war diese Reform nicht, weil in Österreich Partei- vor Staatsräson gilt und die Packelei durch die Sozialpartnerschaft.

  35. Kaffeehäferl
    30. November 2011 07:36

    Ad Polizei: Wer läßt sich schon gern verklagen und medial anprangern weil er seinen Job macht? Mich wunderts nicht, daß potentiell so endende Situationen vermieden werden...
    Das hätte man halt in Erwägung ziehen sollen als man an den Polizisten in Krems ein Exempel statuiert hat statt ihnen den Rücken zu stärken ob der Gefahr in die sich diese Berufsgruppe täglich begibt um uns vor Verbrechern zu schützen.

  36. Kaffeehäferl
    30. November 2011 07:29

    Obwohl mir der Spruch mit den Peanuts und den Monkeys ganz gut gefällt, möchte ich doch zu bedenken geben, daß eine gute Bezahlung nur eine notwendige, keineswegs aber eine hinreichende Bedingung für un-affenhaftes Verhalten ist.

    Prominentes Beispiel ist ein (zumindest noch) in Wien ansässiges multinationales Unternehmen, das seiner Chefetage aus genanntem Grund eine 30%ige Gehaltserhöhung genehmigt hat. Leider hat besagte Etage aber auch nur affenartig gehandelt, indem einfach das Konzept anderer großer Unternehmen unreflektiert kopiert wurde, das inzwischen längst nicht mehr zeitgemäß ist, da es sich als Einbahn in eine Sackgasse erwiesen hat: Ab nach China.
    Für so eine Entscheidung braucht es wirklich nicht mehr als einen Affen, der Verhalten kopiert. Dem muß man dann aber dafür auch nicht mehr zahlen als Peanuts.

  37. Johann Scheiber
    30. November 2011 07:25

    Mikl-Leitner hat die Völkspartei neu positioniert:
    Österreichische Voll Proleten

    • Anton Volpini
      30. November 2011 07:46

      Oder: Österreichische Volks Parasiten

    • phaidros
      30. November 2011 08:37

      Einen hab' ich auch: Österreichische Vollpfosten.

    • inside
      30. November 2011 08:54

      öffentlich peinliche Vortragende...

    • Wertkonservativer
      30. November 2011 11:58

      Schon verständlich, der Hohn;

      doch bitte nicht allzu sehr übertreiben!

      Nicht alle ÖVPler sind Proleten!
      Eine sichere Mehrheit unserer noch bürgerlichen Bevölkerung fühlt sich wohl immer noch den Grundsätzen der ÖVP verpflichtet.
      Die Partei ist derzeit im Wandel; sie muss nur wieder zu sich selbst und zu ihren alten Wertvorstellungen finden!

      Der hier mehrfach angebrachte Hohn ist jedoch nmA. verzichtbar, und - bitte um Verzeihung - auch ein wenig billig!

      (mail to: gerhard@michler.at)!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • simplicissimus
      30. November 2011 11:59

      Öffentlich Vorgetragene Peinlichkeiten.
      ja inside und vorposter, es gibt soviele treffende interpretationen von övp.
      nur die alte, ursprüngliche trifft halt überhaupt nicht mehr zu.

    • Gerhard Pascher
      30. November 2011 12:26

      Wertkonservativer:
      Ich betrachte die verschiedenen Auslegungen zur Abkürzung ÖVP von diversen Postern als mehr oder meist weniger gelungenen Humor.
      Wie ich aus Insiderinformationen höre, macht die ÖVP eben eine interne Neupositionierung durch. Aber auch bei den anderen Parteien gibt es laufend solche Anpassungen.
      Denn wie heisst es so schön:
      Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit!
      Und niemand in diesem Land will, dass die ÖVP verschwindet.

    • Wertkonservativer
      30. November 2011 12:48

      Werter @ Gerhard Pascher,

      danke fßr Ihre doch ein wenig auf mich eingehende Replik.

      Aber Ihr Spruch: "Wer nicht mit der Zeit geht, ...."
      ist ja eines der Probleme der derzeitigen ÖVP: die versucht krampfhaft, mit der Zeit zu gehen, und verrennt sich dann immer wieder in den Niederungen unserer Zeit!

      Sagen Sie mir doch, was an unserer heutigen Zeit und den Zeitumständen so gut ist, dass man sich daran orientieren könnte!

      Liebe Grüße

      Gerhard Michler

    • M.S.
      30. November 2011 13:50

      @Wertkonservativer

      Sie sprechen glaube ich, die Wurzel der derzeitigen Krise der ÖVP an: Verunsichert durch zwei Wahlniederlagen (die sie mM. nach leichtfertig selbst verschuldet hat), sucht sie krampfhaft sich dem vorherrschenden Mainstream anzupassen, gerät aber zusehends in Gefahr ihr weltanschauliches Fundament zu verlieren und zu einer Allerweltspartei zu degenerieren.

    • Gerhard Pascher
      30. November 2011 18:11

      Wertkonservativer:
      Ja, es ist wirklich ein große Kunst, einerseits "mit der Zeit zu gehen", andererseits aber doch bestimmte konservative Werte hoch zu halten. Dies können wirklich nur wenige Leute, welche einerseits viel Lebenserfahrung aufweisen und trotzdem auch Visionen für eine gute Zukunft haben. Alles bisher Bewährte abzulehnen ist genauso unklug wie sich völlig den geänderten Lebensbedingungen zu versagen.

  38. brechstange
    30. November 2011 07:18

    "...parteipolitisch sensiblen Bereichen einen Schutz gegen Willkür."

    Nachdem unsere staatstragenden Parteien mit ihrem opportunistischen Anhang bereits die Besetzung der kleinsten Putzfrau für sich in Anspruch genommen haben, gerade dass man den Proporz nicht eingeführt hat, sollte man inzwischen auch Putzfrauen gegen Willkür schützen. Das ist ein Faktum. Höhere Gehälter lösen "diesen Saustall" auch nicht mehr auf.

    • Gerhild Baron
      30. November 2011 21:56

      Wertkonservativer:
      warum distanziert sich niemand aus den Reihen der ÖVP von den wirklich verheerenden Äußerungen von Frau Mikl-Leitner ? Dies könnte man sich doch als Minimum erwarten.
      Oder gehört diese proletenhafte Ausdrucksweise auch zum "Mit der Zeit gehen" ?

  39. Observer
    30. November 2011 07:11

    S.g.Hr.Dr.Unterberger, Ihre Überlegungen in allen Ehren. Aber in Ihren Ausführungen ist ein großer Widerspruch. Glauben Sie wirklich, dass z.B. Frau Mikl-Leitner bei einem höheren monatlichen Einkommen bessere Leistungen erbringen würde?
    Bei einem neuen Vergütungssystem müsste unbedingt auch eine öffentliche Ausschreibung (oder zumindest eine Auswahl, wie sie derzeit in der Schweiz für die demnächst stattfindente Bundesratswahl stattfindet, der Öffentlichkeit präsentiert werden. Also: wer A sagt muss auch B sagen.

    Was die Beamten betrifft, so gehören da auch bestimmte Auswahlkriterien eingeführt. Die Anfangsbezüge sind meist wirklich sehr gering, andererseits sind die idiotische Binärvorrückung sowie die damit verbundenen überdurchschnittlich hohen Einkommen in späteren Jahren völlig ungerecht. Da gibt es zigtausende Leute, welche bei ähnlicher Arbeit wesentlich mehr als in der Privatwirtschaft verdienen und auch die Pensionen dieser Leute sind viel höher als die der ASVG-Pensionisten. Es hat sich sogar allgemein eingebürgert, dass man am Pensionierungstag noch in eine neue Stufe befördert wird, um eine noch höhere Pension zu beziehen.
    Also: zuerst diesen Saustall ausmisten und dann über wirklich leistungsrechte Bezahlung verhandeln.

    • socrates
      30. November 2011 08:33

      Allerdings bekommen die pramatisierten Beamten deutlich weniger als die Vertragsbediensteten, die ja auch unkündbar sind. Wenn diese den Unterschied bei einer Lebensversicherung einzahlen, ist die Differenz gering.

    • GOP
      30. November 2011 09:42

      Socrates:
      Bei den Vertragsbediensteten gibt es nur ein eingeschränktes Kündigungsrecht, daher hat die Stadt Wien (und auch andere öffentliche Stellen) viele Bereiche - z.B. Fonds Soziales Wien - völlig in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert und damit werden alle Mitarbeiter privatrechtlich eingestellt, anders entlohnt und nach dem ASVG versichert.

  40. Anton Volpini
    30. November 2011 06:44

    Wer sein Geld mit ehrlicher Arbeit verdient, und gelernt hat Kunden zu bedienen, die seine Leistung freiwillig abkaufen, der wird dem so verdienten Geld mit wohlverdientem Respekt begegnen. In diesem Satz steckt viermal das Wort "dienen". Dienen setzt Freiwilligkeit voraus!
    Wer aber in seinem Leben noch nie einen Kunden bedient hat, sondern nur in der Zwangsbeglückung des staatlichen Gewaltmonopols groß geworden ist, der kann schon zu Respektlosigkeit gegenüber Geld tendieren. Aber einen Satz wie dem von Mikl-Leitner: "Her mit dem Geld, her mit der Marie, her mit dem Zaster!" hab ich in solch offen zur Schau getragenen Respektlosigkeit noch nicht gehört.

    In diesem Satz pervertiert das staatliche Gewaltmonopol offensichtlich zum Räubertum, während die bisherigen Politiker uns bisher subtil versteckt ausgeraubt haben!

    • GOP
      30. November 2011 07:21

      Die schon vor einigen Jahren verblichene Konsumgenossenschaft hatte einmal ein Plakat verwendet, welches wie folgt lautete:

      An Dir
      verdienen

      Dabei wurden - was hier nicht wiedergeben werden kann - die Worte "An" und "ver" durchgestrichen.
      Daran denke ich oft, wenn es um Dienstleistungen bei Behörden usw. geht.

  41. Wertkonservativer
    30. November 2011 06:44

    Freiwilliges Eingeständnis!!

    (Zunächst: Dr. Unterberger hat hier in allen Punkt recht; 100%)!

    Ich bin hier im löblichen A.U.-Forum als (praktisch einziger) bekennender ÖVP-Verteidiger (wie's falsche Geld! ) bekannt, und werde dieserhalb rundum belächelt!

    Heute möchte ich folgende Klarstellung treffen:

    weiterhin meine ich, dass die ÖVP die einzige politische Kraft war, ist und hoffentlich auch weiterhin sein wird, die unser noch bestehendes Bürgertum zu vertreten haben wird. Neuen politischen Aktivitäten in unserer Richtung räume ich keine reale Erfolgs-Chance ein.

    Zur derzeitigen Verfassung der ÖVP wiederhole ich meine vorgestern gewählten Worte, dass die "Verniederösterreicherung" der Bundespartei (und ich bin bekennender Niederösterreicher!) leider ein mitbestimmender Grund für die heutige fast schon prekäre Situation ist, in der sich die ÖVP derzeit befindet.

    Die Leute, die in den letzten zehn, zwanzig Jahren in der Gesamtpartei mitbestimmend waren und es auch heute (vermehrt) sind, haben viele Sympathien verspielt, und verspielen diese gerade auch jetzt (Namen zu nennen halte ich nicht für notwendig).
    Das alles ist sehr schade und macht mich traurig!

    Meine Hoffnung ist, dass sich aus den jüngeren ÖVP-Kadern tüchtige Leute finden werden, die Zug um Zug eine personelle Erneuerung dieser unverzichtbaren Bürgerpartei zustande bringen können!

    Ich bin zu alt, Renneberg will nicht, wer meldet sich sonst ?

    Nehmen Sie mein heutiges Lamento bitte nicht als Niederlagen-Besiegelung meinerseits; ein Fall zum Nachdenken ist es wohl allemal!

    Guten Morgen Ihnen allen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Susanna (kein Partner)
      01. Dezember 2011 09:17

      Es müsste ein Wunder geschehen! Ein solcher tüchtiger Funktionär der ÖVP könnte etwa seine Ideen und sein Abstimmungsverhalten daran messen, ob es "christlichsozial" ist - was er aber nicht tun wird, denn christlich ist ja mega-out. Und andere Prinzipien sind es ebenso, daher wird wohl weiterhin die Devise gelten "Wie kann ich die Linken am auffallendsten links überholen?"...

  42. libertus
    30. November 2011 02:19

    Die Qualität unserer Politiker einem toten Jörg Haider in die Schuhe zu schieben, empfinde ich gelinde gesagt als Themaverfehlung.

    Denn was soll man tatsächlich zum überwiegenden Teil unserer Regierungsriege sagen, welche zwar zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen ist?

    Kann man das schönreden? So viel Steuermillionen können wir gar nicht aufbringen, um die auf Vordermann zu bringen!
    So schlecht sind unsere Politiker nun auch wieder nicht bezahlt, wenn man zumindest alle offiziellen "Nebeng'schafteln samt Einkünfte" dazurechnet, um nicht eine kreativere und intelligentere Arbeitsleistung abzuliefern.

    Daß nicht die hellste Köpfe in das politische Geschäft einsteigen, hat weniger mit der Bezahlung, sondern eher mit dem Umfeld zu tun.
    Warum soll sich ein fähiger, leistungswilliger, durchsetzungstarker, gut ausgebildeter Staatsbürger in die Niederungen der Politik begeben, wo er nach kürzester Zeit an den Mitbewerbern scheitern würde?

    Die Einführung eines echten, gerechten Leistungslohnes für Politiker und Beamte wäre ein längst notwendiger Schritt in die richtige Richtung!





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