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Von der Unmoral der Politik und der der Moral der Krise

Selbst kluge Menschen fragen immer wieder verzweifelt nach den Ursachen der Krise der letzten drei Jahre. Selbst wissenschaftlich gebildete Menschen lassen sich leicht durch die Politik in die Irre führen, die mit ihren großen Propagandaapparaten ein Einziges noch immer sehr gut kann: Schuldzuweisungen an andere auszustreuen.Was sie in der Krise intensiv getan hat.

Dabei kann wenig Zweifel bestehen, die Politik selbst – und zwar die vieler Länder – ist einer der ganz großen Ursachen der Krise. Das kann man freilich auch positiver klingend formulieren: Die Weltwirtschaft war in den letzten drei Jahrzehnten in so guter Stimmung, dass man jedes ökonomische Problem für lösbar hielt, dass man nachlässig wurde, dass man sich nicht auf große Krisen vorbereitete, dass man die Staaten hemmungslos verschuldete, dass man glaubte, alles durch Wachstum finanzieren zu können.

Daher heute noch einmal Eindrücke von der großen Tagung der Wirtschafts-Nobelpreisträger in Lindau. Am Montag hatte ich ja von den Therapie-Vorschlägen der wichtigsten Wirtschaftsexperten der Welt berichtet. Heute tue ich das – zugegeben in etwas unüblicher Reihenfolge – von deren Diagnosen.

Über die Komplexität der Ursachen scheint sich der Großteil der Ökonomie-Laureaten weitgehend einig. Freilich wagen etliche von ihnen nicht den geschützten Bereich ihrer Spezialdisziplin zu verlassen (wie es etwa die Spieltheorie oder der Behaviorismus sind, die sich ganz auf das Verhalten einzelner Firmen oder Konsumenten konzentrieren, ohne die großen Probleme anzugehen). Dennoch zeigt sich ein großes Ursachenbündel, das in der Summe von den anderen Preisträgern genannt wird. Wobei gar nicht alle in der Krise eine Katastrophe sehen:

  1. Die amerikanische Notenbank Fed hat nach 2003 falsch reagiert. Damals lief nach Ende der sogenannten dot-com-Krise (also dem Platzen der Blase viel zu hoher Aktienpreise für Hunderte Internet-Firmen, die nie Gewinn gemacht haben) die Wirtschaft wieder auf Touren. Die Fed hat dennoch die Zinsen viel zu lange niedrig gelassen. So etwa wörtlich William White, der Chefökonom der OECD. Gleichzeitig bildeten sich in einigen Bereichen Blasen – ein allzu steiler Preisanstieg. Gleichzeitig haben die amerikanischen Haushalte nichts gespart, sondern sich in den Jahrzehnten des Booms verschuldet.
  2. Die Finanzkrise startete im amerikanischen Immobilienmarkt: Die US-Regierung hatte den Fehler begangen, die Finanz- und Währungspolitik einzusetzen, um mehr soziale Gleichheit zu erzielen, das war ein Fehler. So etwa die Diagnose des deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, mit der auch amerikanische Nobelpreisträger übereinstimmen. Mit den Worten des Nobelpreisträgers Myron Scholes: „Das amerikanische Immobilienfinanzierungssystem hat völlig versagt. Die staatlichen Hypothekenbanken gingen völlig unkontrolliert unkontrollierte Risken ein.“ Auch Robert Mundell, ein weiterer Laureat, sieht in der Hypothekenkrise den „ersten Akt“ der Rezession.
    Alle meinen sie dasselbe: Um auch Minderheiten wie Schwarzen und lateinamerikanischen Zuwanderern ein Eigenheim zu ermöglichen, hat die Regierung erzwungen, dass Banken solchen Familien auch dann einen Hypothekarkredit geben, wenn diese weder Sicherheiten noch ein fixes Einkommen haben. Diese Hypotheken waren oft sogar höher als der Wert des Hauses. Das hat zwar kurzfristig einen Immobilienboom ausgelöst und die Unterschichten politisch befriedet. Das hat aber unweigerlich nach Platzen dieser Blase, also beim Sinken des Wertes der Häuser, reihenweise zum Platzen der Kredite und zu Zwangsversteigerungen führen müssen.
  3. Überaus oft sprachen die Nobelpreisträger vom „Moral hazard“ und seinen schädlichen Folgen. Moral hazard bedeutet, dass man bei Eingehen eines hohen Risiko viel gewinnen – aber praktisch nichts verlieren  kann. Denn der Steuerzahler springt ein. „Moral Hazard ist allein imstande, große Krisen auszulösen.“ So etwa Nobelpreisträger Roger Myerson. Und sein Kollege William Sharpe: „Man konnte ein viel zu hohes Risiko eingehen und trotzdem sicher sein, von anderen gerettet zu werden.“ John Nash, Veteran unter den Preisträgern, nannte das gleiche Phänomen „Ehrlichkeitsfaktor“.
  4. Viele Kontroversen löste hingegen Robert Mundell aus: Er sieht Währungskriege als die Ursache aller Krisen – und will deswegen die großen Währungsblöcke fix aneinanderbinden. Was freilich bei den Europäern Kopfschütteln auslöst. Sind doch ihre Probleme nicht zuletzt dadurch entstanden, dass schon der Euro ein viel zu großer Währungsblock zu sein scheint.
  5. Durch einen künstlich zu niedrigen Kurs der chinesischen Währung ist ein Liquiditäts-Exzess entstanden, so nochmals White. Das heißt: Auch die Chinesen haben dafür gesorgt, dass zu viel Dollar und Euro im Umlauf waren und trotzdem die Industrieprodukte nicht teurer wurden. Was normalerweise bei zu großem Geldumlauf passiert.
  6. In den Boom-Phasen entstanden nationale Blasen. Das sind stark angestiegene Preise für bestimmte Werte. In diese Blasen sind aber auch viele globale Gelder hineingeflossen (Myerson).
  7. Die Geldpolitik der Europäischen Notenbank war für etliche Länder an der europäischen Peripherie „völlig falsch“ (White). Diese Länder kamen im ersten Euro-Jahrzehnt trotz überhöhter Lohn- und Preiszuwächse durch den Euro viel zu leicht zu Krediten, obwohl das Gegenteil richtig gewesen wäre.
  8. Die Regierungen in Europa und Amerika haben zu weitgehende Zusagen in Hinblick auf die Pensions- und Gesundheitsversorgung gegeben; was laut William Sharpe besonders im öffentlichen Dienst der Fall war.
  9. „Alle Länder hatten eine asymmetrische Fiskalpolitik. Sie glaubten an den ewigen Boom.“ (White). Das heißt übersetzt: Sie haben auch in Boom-Phasen Schulden gemacht, obwohl selbst nach dem als Schuldenpapst der Linken geltenden Keynes in diesen Phasen Überschüsse zu erzielen wären. Von diesen Schulden haben damals alle profitiert, aber nach dessen Ende wurden automatisch die Defizite hinaufgetrieben.
  10. Der zypriotische Nobelpreisträger Christopher Pissarides analysiert ein Detailproblem der Vorkrisenpolitik, nämlich die Fehler im Arbeitsmarkt: „In Griechenland ist die Teilzeit überreguliert, daher zu teuer. In den Niederlanden werden die Menschen hingegen zu Teilzeittätigkeit ermutigt.“
  11. Joseph Stiglitz hat seine eigene Erklärung für die Krise: „Die große Depression der 30er Jahre war am Übergang von der Landwirtschaft zur Industrie. Jetzt geht es um den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Man muss daher die Arbeitskräfte durch Strukturpolitik aus einem sterbenden Sektor herausführen. Dennoch wird es immer eine normale Arbeitslosigkeit geben und daher dürften die Versuche die Wirtschaft zu stimulieren, kontraproduktiv sein.“
  12. Die Eurokrise ist, so macht Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut klar, gar keine Währungskrise, sondern eine Mischung aus anderen Krisen (Bankenkrisen, Staatsschuldenkrise). Die Krisen in Griechenland und Portugal sind ohne Verbindung zur Finanzkrise entstanden (also nur durch ständig zu hohe Regierungsausgaben); jene in Irland und Spanien hingegen stehen in Verbindung mit den Aktionen der dortigen Regierungen, die viel zu großen Banken des Landes zu retten.
  13. Die impliziten Schulden der Staaten übersteigen die expliziten, also die offiziell angegebenen um ein Vielfaches. (Nobelpreisträger Edmund Phelps schätzt sie für die USA auf 70 bis 80 Billionen Dollar). Dabei geht es um versteckte oder ausgelagerte Schulden, Haftungen und Zahlungsverpflichtungen (In Österreich wären das etwa die Pensionszusagen, das Gesundheitssystem, die ÖBB, die Asfinag, die Haftungen der Bundesländer und Gemeinden).
  14. Manche Banken haben, wie wenn sie ein Hedgefonds wären, mit viel zu vielen Krediten gearbeitet (Scholes).
  15. Die Ratingagenturen hatten mit falschen Modellen bewertet (ebenfalls Scholes).
  16. Griechenland macht heute noch ein Primärdefizit. Es gibt also, auch wenn man Zinsen- und Schuldenzahlungen abrechnet, trotz Sparpaketen noch immer mehr aus, als es jedes Jahr einnimmt. Das erinnert an die Weimarer Republik der deutschen Zwischenkriegszeit, wo auch dann, wenn man die oft genannten Reparationszahlungen an die Siegermächte abzieht, jedes Jahr mehr ausgegeben als eingenommen worden ist (Hellwig).
  17. „Die vielfach beklagten hohen Lebensmittelpreise haben auch eine positive Seite“, so James Mirrlees, ein weiterer Preisträger. „Denn sie haben viele Menschen aus der Armut herausgebracht.“ Womit er vor allem die in den Dörfern der Dritten Welt lebenden Lebensmittelproduzenten meint. Unser Blick sei zu stark von den städtischen Protesten gegen teurere Lebensmittel geprägt. Außerdem haben die höheren Preise die Lebensmittelproduktion gesteigert.
  18. Sein Kollege Edward Prescott fand sehr viel Zustimmung, zumindest unter den marktwirtschaftlichen Ökonomen, als er die Notwendigkeit und Unvermeidbarkeit von Krisen sogar verteidigte. „Die Konjunkturzyklen sind die beste Antwort auf Schocks für das Wirtschaftssystem zu reagieren. Daher gehen alle Versuche, die Wirtschaft zu stabilisieren, in die Irre.“ Das war – für mich – wohl der grundlegendste Analyseansatz. Denn er bedeutet im Klartext: Die Konjunkturpakete helfen nichts, verzerren nur die Entwicklung – und hinterlassen immer größere Schulden.

Fazit: Viele der genannten Punkte haben den giftigen Krisencocktail gemischt. Manche Experten sehen freilich auch durchaus Positives in einer Krise. Andere Ursachenforscher vertreten hingegen wieder eher eine originelle Einzelmeinung. Und wenn man sich Prescotts Sichtweise anschließt, dann lag der wirkliche Fehler gar nicht vor der Krise, sondern in den falschen Reaktionen auf die Krise.

Letztlich gibt es jedenfalls ganz sicher nicht „den“ Hauptschuldigen. Letztlich ist aber auch fast niemand nur ein unschuldiges Opfer der Krise. Zumindest sind die Bürger als Wähler dafür verantwortlich, dass sie die Parteien für ihr verantwortungsloses Verhalten nicht bestraft haben.

Diesen vielen Analysen darf man freilich auch eine Erkenntnis des normalen Lebens hinzufügen. Dort gilt wie in der Wirtschaftswissenschaft das gleiche Prinzip: Nachher ist man immer viel schlauer.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 05:54

    Der wie immer trefflichen Analyse unseres Dr. Unterberger ist kaum etwas hinzuzufügen; auch der letzte Satz trifft ziemlich genau den Punkt, den manche kluge Kritikaster ein wenig auf sich selbst beziehen sollten.

    Nun, das war's: dies ist - wie bereits angekündigt und da und dort auch begründet - mein unwiderruflich letzter Beitrag hier im Unterberger-Forum; Leute wie XRatio, Knaller, auch Renneberg & Co, haben mir den Spaß an der Sache gründlich und nachhaltig verleidet! Reife Leistung, Herrschaften!

    Ein herzliches Dankeschön Herrn Dr. Unterberger für sein wichtiges und unverzichtbares Tagebuch, das ich auch weiterhin verfolgen, jedoch eben keinesfalls mehr kommentieren werde!

    Meinen wohlmeinenden Forumsfreunden danke ich für oftmals erteilte Zustimmung!

    Mein Wunsch und meine Hoffnung: möge unser schönes Land und seine guten Leute in Wohlstand und Frieden inmitten der europäischen Völkergemeinschaft auch weiterhin eine zufriedenstellende Zukunft haben!

    Adieu!

    gerhard@michler.at

  2. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 07:42

    Man kann das alles viel einfacher, wenn auch etwas drastisch ausdrücken:
    1) ein Volk, daß seiner Natur gemäß nur an Fressen, Saufen, Huren und Scheißen interessiert ist
    2)Politiker mit den gleichen Interessen, jedoch gepaart mit einer amtemberaubenden Verantwortungslosigkeit. Daß sie dabei noch durch das " one Trottel one vote" Prinzip getrieben werden sei ihnen als Milderungsgrund anerkannt.
    3) Banker ( nicht Bankiers!),die das alles ohne Scham und Hausverstand ausnützen.
    Und fertig ist der Cocktail !

  3. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 06:51

    Anders als in der Medizin wurde vom Autor zuerst die Therapie und dann erst die Diagnose der weltweiten Finanzkrise sehr treffend erstellt.
    Ich frage immer wieder: Welche Konseequenzen ziehen die führenden europäischen Politiker, die EZB und andere "Macher" aus allen diesen Erkenntnisse? Von Österreich erwarte ich mir da gar nichts, denn erst gestern hat unsere Finanzministerien eine sofort gesetzlich eingebaute Schuldenbremse abgelehnt. Aber international betrachtet hat unser Land ohnehin nichts zu vermelden, denn da werden wir "nicht einmal ignoriert". Oder haben Sie, werte Mitposter, in letzter Zeit schon einen vernünftigen Vorschlag unserer Leute bei der EU bzw. in der Eurozone gehört? Ich nicht, denn Faymann, Spindelegger & Co sind zu sehr mit sich selbst und anderen Kleinigkeiten beschäftigt. Ich wünsche mir im kommenden Herbst einen saftigen Koalitionskrach, welcher in Neuwahlen endet. Vielleicht werden dann die Karten neu gemischt, denn schlechter kann es ja nicht mehr werden.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 00:59

    Einer der Hauptursachen für die Krise ist nicht zuletzt die GIER.

    Ob das jetzt die Bürger sind, weil sie Politiker wählen, die ihnen mühelosen Wohlstand für alle versprechen und damit die Staatsverschuldung in schwindelnde Höhen treiben.

    Ob das die Wirtschaft ist, die rücksichtslos nach immer mehr Wachstum mit immer höheren Milliardengewinnen strebt.

    Ob das die Finanzwelt ist, die sich auf immer riskantere Geldgeschäfte und deren schnelle Profit einläßt.

    Und solange diesen offensichtlichen Urtrieb des Menschen Moral und Ethik nicht eindämmen können, wird er immer wieder in diverse Krisen ausufern.

    Bereits Horaz wußte in seinen Oden: "Doch Sorge folgt und nimmersatte Gier dem wachsenden Gewinn"!

  5. Ausgezeichneter KommentatorPaige
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 07:31

    Die amerikanische Hypothekenkrise, die Geldausschüttung der FED, die allgemeine Schuldenpolitik, die Demokratie, in welcher die Nettoempfänger die Wahlen entscheiden, die Geldwirtschaft, welche völlig irrational ist - das alles musste einmal zusammenbrechen. Die Schulden fallen ja nicht nur den europäischen PIIGS-Staaten auf den Kopf, sondern nun krachen schon fast alle "westlichen Demokratien".

    Was die EU betrifft, so müsste man die maroden Länder sofort aus der Eurozone ausschließen, sodass sie sich durch Abwertung selbst sanieren können. Die Banken können pleite gehen, die Bankkunden muss der Staat auffangen. Ihre Konten sind einfach auf gesunde Banken (soferne es solche noch gibt) zu transferieren.

    Radikale Reformen:
    Geld sollte nur noch als Tauschmittel eingesetzt werden.
    Zensuswahlrecht - nur noch die Nettozahler dürfen wählen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 08:26

    Die Krise.

    Die Krise ist nicht erst 2008 entstanden, da ist sie ausgebrochen.

    Wer 40 Jahre lang massiv auf Schulden lebt, auf Luftgeld spekuliert wird in Kauf nehmen müssen, dass er diese zurückzahlen muss und das Luftgeld nichts wert ist, wer 4 Jahrzehnte die Gesetze ignoriert, die ökonomischen (Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns, Schuldenpolitik, etc.), die zwischenstaatlichen (Konvergenzkriterien, etc.), die eigenen (Budgetgesetze, Verfassungsgesetze, etc.), der darf sich nicht wundern, dass er mit jeder neuen Schuldverschreibung einen Ziegelstein für die Krise gesetzt hat. Alle haben das getan nach dem Motto (ausser die Schweizer), wenn ein Affe ins Wasser springt, müssen alle anderen Affen auch nachspringen. Denken ist offenbar 40 Jahre lang verboten gewesen, jetzt geht es ans Schuld zuweisen und Lügen.

    Darüber kommen alle klugen Eierköpfe nicht hinweg, über die Physik, dass man aus einem Krug nur herausgiessen kann, was man hineingegeben hat, und dass man mit neuen Schulden, nicht alte Schulden beheben kann.

    An der Krise wurde 40 Jahre lang eifrig gebastelt, damit sie nur ja genug Schaden anrichten möge.

    Ich habe diese schon in den Siebziger Jahren gesehen, als mein Vater, der damals noch arbeitete, gesagt hat, 'es ist eigentlich wie in den 30-er Jahren, der Unterschied ist, dass es heute Kredit gibt', aber wie lange geht das so ?

    Richtig, bis zum Ausbruch der Krise, die immer schneller und immer öfter anklopfen wird.

  7. Ausgezeichneter KommentatorGeheimrat
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    31. August 2011 09:27

    Von der Unmoral der Politik:

    "Künstler" gefördert vom Land NÖ, Bundesministerium f. Unterricht und Kunst, u.a.

    Man glaubt es nicht:

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/08/31/kunstpreis-fur-osterreich-ist-scheise/

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. September 2011 10:45

    Raus aus den Schulden?

    Wer wagt es, Tribun oder Banker gar,
    und rettet uns vor des Staates Bankrott?
    So rief einer, der nicht bei Troste war,
    oder sonst ein Regierungs-Falott,
    der die wahren Mächte nicht wirklich kennt,
    und die sitzen mitnichten im Parlament.

    Ein Kanzler war es und wirft von der Höh’
    die Bestallungsurkunde mit Schwung
    in den Kreis der Dampfplauder-Hautevolée,
    doch in Grenzen hält sich die Begeisterung.
    Wer springt schon gern in die Charybdis hinab,
    der nicht schwimmen kann, denn sie wäre sein Grab.

    Also wird sich, wenn überhaupt, nur einer finden,
    der entweder blöde oder nichts zu verlieren,
    oder wild darauf, einäugig unter den Blinden,
    Verzögerungstaktiken auszuprobieren.
    Denn auch dieses hat seinen besonderen Reiz:
    wer als letzter noch hat, investiert in der Schweiz.

    Es siedet und wallet und brauset und zischt,
    die Währungsreform, die steht bald ins Haus,
    und damit der Tag, an dem alles erlischt,
    was am Haben-Konto gewesen, und aus.
    Nur die Staatsschuld verringert sich, was zwar der Witz,
    jedoch auch kein besonderer Geistesblitz.

    Denn legt sich dann endlich die wilde Gewalt,
    schnell geht der Zauber von vorn wieder an:
    Man hofft auf die Zukunft, der Schmäh ist sehr alt,
    dergleichen hat man schon seit jeher getan.
    Und wieder wird ’s um John M. Keynes sehr still,
    wer spart schon, der wieder gewählt werden will?

    Lange leben die Schulden! Drum freue dich, Christ,
    denn schon kriegst du wieder Kredit.
    Denn das Geld liebt nur den, der abhängig ist
    und der Mensch versuche die Geldgeber nit,
    und begehre nimmer und nimmer zu wissen,
    wem die den Gewinn letztlich abliefern müssen..

    „Zu allem fähig, doch zu nichts zu gebrauchen“,
    das ist das Kriterium heute,
    und wird man den Bürger auch noch so sehr schlauchen,
    er bleibt in den Fängen als Beute
    des Wahnwitzes, den er ja selber gewählt,
    weil Schaden wohl niemals die Geisteskraft stählt.


alle Kommentare

  1. Maryam (kein Partner)
    21. Januar 2015 04:50

    That's really shewrd! Good to see the logic set out so well.

  2. Prem (kein Partner)
    20. Januar 2015 10:27

    At last! Someone with the insight to solve the prbmleo!

  3. Tertullian (kein Partner)
    04. September 2011 10:35

    da es immer mehr "unanständige" (willenssschwache) als anständige (im Geist gefestigte) Menschen geben wird, ist die Wahrscheinlichkeit einer bestimmenden Elite der Besten sehr gering!

  4. xRatio (kein Partner)
    02. September 2011 00:06

    @PeterT 01. September 2011 20:29

    Bleiben Sie lieber bei Harry Potter und Pippi Langstrumpf,
    bevor Sie sich und uns mit Knalltüten wie Schumpeter vergiften.

  5. PeterT (kein Partner)
    01. September 2011 20:29

    Um die Ursachen der Krise zu verstehen, muß man nur bei Schumpeter - Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung nachlesen (tolles Buch - genau 100 Jahre alt) - Kapitel 'Wirtschaftskrisen' - steht alles drin:
    1.) Nach einem längeren Wachstums- und Innovationszyklus rennen irgendwann alle in der Herde den gleichen Trends nach, und irgendwann führt dieses einseitige Wachstum zu Engpässen bei verschiedenen Resourcen, sodaß der jeweilige Wachstumspfad an eine Grenze stößt. Krampfhaft zu versuchen, 'more of the same' zu machen, klappt dann nicht mehr.
    2.) In der Wachstumsphase werden Profite erzielt, die zu erheblichen Kapital-Akkumulationen führen. Irgendwann stehen diesem Kapital keine profitablen neuen Investments in der Realwirtschaft mehr gegenüber - das überschüssige Kapital fliesst in spekulative Investments, und es entstehen Spekulationsblasen. Insoferne - ja, es gibt derzeit Spekulation, aber die Lösung ist eine ganz Andere als uns erzählt wird.
    3.) Durch das Platzen dieser Blasen wird das überschüssige Kapital vernichtet, und es entsteht eine neue Balance zwischen Kapital und Realwirtschaft.
    4.) Durch den in der Krise entstehenden Schrumpfungsprozess der Realwirtschaft werden Resourcen frei, die in neue Innovationen, Technologien und Investments fließen können.
    5.) Dann ist die Wirtschaft bereit für einen neuen Innovationsschub, und damit neues Wachstum.
    6.) Auf welchem Gebiet die nächsten Innovationen und das neue Wachstum entstehen werden, ist nicht zentral planbar, sondern muß durch 'Versuch und Irrtum' durch neue Unternehmen ausprobiert werden.

    Durch die Politik in EU und USA (und schon länger in Japan) werden 3) und 4) verhindert, wodurch 5) und 6) nicht passieren.
    Die Asienkrise 97 war bislang das letzte Mal, wo die Krise zugelassen wurde, und nach einem kurzen Schock waren alle diese Länder wieder auf Wachstumskurs, und sind jetzt auf der Überholspur.
    Unser Vorbild ist leider Japan - Platzen der Blase durch Nullzinsen verhindert, und bald 20 Jahre Stagnation.

  6. A.E.I.O.U. (kein Partner)
    01. September 2011 18:46

    Das Grundübel für diese Krise sind die extrem defizitären Staaten. Ursache dafür ist nicht etwa, dass es den Staaten an Geld mangelt, im Gegenteil, die Staaten haben sich viel zu viel Geld genommen bzw. viel zu viel Geld ohne Gegenwert generiert, zum kleinen Teil vom Steuerzahler und zum überwiegenden Teil von der EZB, nationalen Staatsbanken bzw. der FED und von den Anlegern.

    Das Gelddrucken und Anleiheausgeben ist eben das Einfachste.
    Und es geht auch sehr lange.

    Und auf einmal- wie aus heiterem Himmel- kracht es. Muss es zur Hyperinflation kommen.

    Und genau dieser Moment könnte nach den Befürchtungen der "Geldwirtschaft", den Superreichen und Anlegern sehr bald eintreten.

    Deswegen gibt es diese Hypernervosität auf den Finanzmärkten. Jeder der Geld hat oder in Papieren investiert ist, hat Angst über Nacht viel Geld zu verlieren.

    Glücklich ist, wer kaum Bargeld/Buchgeld/Aktien/Anleihen udgl. hat. Der kann nicht viel verlieren.

  7. xRatio (kein Partner)
    01. September 2011 14:22

    Ach herrjeh...

    Eine geballte Ladung Lindauer Unverstands aufgeblasener Dummschwätzer der ökonomischen Hurenzunft hat jetzt auch unseren Herrn Dr. Unterberger infiziert.

    Geistiger Schwachsinn ist offenbar besonders ansteckend, wenn er peudowissenschaftlich gespreizt und gestelzt daherkommt.

    Credo quia absurdum. (sagen "Konservative" ja auch sonst ganz gern :-) )

    Aber doch wenigstens ein halbwegs richtiger Satz im andächtig ergebenen Gebrabbel über die "Laureaten":

    "Dabei kann wenig Zweifel bestehen, die Politik selbst – und zwar die vieler Länder – ist einer der ganz großen Ursachen der Krise."

    Korrekt und ohne Hintertürchen müßte es allerdings heißen:

    "Dabei kann KEIN Zweifel bestehen, die Politik selbst – und zwar die vieler Länder – ist die ALLEINIGE Ursache der Krise."

    Andreas Tögel, Kaufmann in Wien, bitte übernehmen Sie!

    http://ef-magazin.de/2011/08/29/3158-lindau-stelldichein-der-oekonomenelite

    • werauchimmer
      02. September 2011 00:29

      @ xRatio:

      Sie schimpfen ja wie ein Rohrspatz.

      Meinen Sie, dass es bei den hochgebildeten Entscheidungsträgern unserer Zeit besser ankommt, wenn man vom "Vorausfressen" spricht (Copyright Baader), anstatt vom "billigen Geld" (wie eben auch AU)?

  8. Neppomuck (kein Partner)
    01. September 2011 10:45

    Raus aus den Schulden?

    Wer wagt es, Tribun oder Banker gar,
    und rettet uns vor des Staates Bankrott?
    So rief einer, der nicht bei Troste war,
    oder sonst ein Regierungs-Falott,
    der die wahren Mächte nicht wirklich kennt,
    und die sitzen mitnichten im Parlament.

    Ein Kanzler war es und wirft von der Höh’
    die Bestallungsurkunde mit Schwung
    in den Kreis der Dampfplauder-Hautevolée,
    doch in Grenzen hält sich die Begeisterung.
    Wer springt schon gern in die Charybdis hinab,
    der nicht schwimmen kann, denn sie wäre sein Grab.

    Also wird sich, wenn überhaupt, nur einer finden,
    der entweder blöde oder nichts zu verlieren,
    oder wild darauf, einäugig unter den Blinden,
    Verzögerungstaktiken auszuprobieren.
    Denn auch dieses hat seinen besonderen Reiz:
    wer als letzter noch hat, investiert in der Schweiz.

    Es siedet und wallet und brauset und zischt,
    die Währungsreform, die steht bald ins Haus,
    und damit der Tag, an dem alles erlischt,
    was am Haben-Konto gewesen, und aus.
    Nur die Staatsschuld verringert sich, was zwar der Witz,
    jedoch auch kein besonderer Geistesblitz.

    Denn legt sich dann endlich die wilde Gewalt,
    schnell geht der Zauber von vorn wieder an:
    Man hofft auf die Zukunft, der Schmäh ist sehr alt,
    dergleichen hat man schon seit jeher getan.
    Und wieder wird ’s um John M. Keynes sehr still,
    wer spart schon, der wieder gewählt werden will?

    Lange leben die Schulden! Drum freue dich, Christ,
    denn schon kriegst du wieder Kredit.
    Denn das Geld liebt nur den, der abhängig ist
    und der Mensch versuche die Geldgeber nit,
    und begehre nimmer und nimmer zu wissen,
    wem die den Gewinn letztlich abliefern müssen..

    „Zu allem fähig, doch zu nichts zu gebrauchen“,
    das ist das Kriterium heute,
    und wird man den Bürger auch noch so sehr schlauchen,
    er bleibt in den Fängen als Beute
    des Wahnwitzes, den er ja selber gewählt,
    weil Schaden wohl niemals die Geisteskraft stählt.

  9. kaffka (kein Partner)
    01. September 2011 09:22

    Auch die Nobel-Schwätzer quatschen nur herum, und Lösung haben sie auch nicht.

    Die Haupturache für das jetzt herrschende Desaster ist die hemmungslose Schuldenwirtschaft der Staaten.

    Das verhalten der Politiker ist das Verhalten eines betrügerischen Kridatars, der obwohl er weiss, dass er seine Schulden nicht zahlen kann immer wieder neue Kredite aufnimmt. Nach den "Stabilitätskriterien" ist ersichtlich, dass nichteinmal der Wille zur Rückzahlung der Staatsschulden gegeben ist. Stabilität ist dann wenn das Defizit der Staaten nicht meht beträgt als das BIP!!.
    Schulden kann man aber niemals mit einem Defizit bezahlen, sondern nur mit einem Budgetüberschuss und das, bei der Staatsschuldenhöhe der Staaten nur im Laufe von mehreren Jahrzehnten.

    Wer rechnen kann (und will) sieht das durch reine Grundrechnungsarten.

    Auch Nobel-Wissenschaftler sollten sich an der Nase nehmen und die Schnauze halten.

  10. Neppomuck (kein Partner)
    01. September 2011 09:02

    „Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“
    Max Frisch

    Da aber „Katastrophe“ viel von „Chaos“ hat, und chaotische Zustände immer schon von Plünderern genutzt wurden, um sich unbotmäßig zu bereichern bzw. den Versuch zu machen, das eigene „Weltmodell“ umzusetzen, wird sich die „Produktivität der Krise“ stets in Grenzen halten und immer an neuen Katastrophen gearbeitet werden.

    Es sei denn, es gelingt, der „kollektiven Vernunft“ zum Durchbruch zu verhelfen.
    Was angesichts unseres Bildungswesens und der Vorbildwirkung unserer Leithammel allerdings als eine extrem naive Wunschvorstellung einzustufen ist.

    Fazit:
    Ordnung muss von unten kommen.
    Auch Häuser werden so gebaut.

  11. Norbert Mühlhauser
    01. September 2011 05:13

    Die große Depression der 30er Jahre war am Übergang von der Landwirtschaft zur Industrie. Jetzt geht es um den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft.

    So ein Blödsinn. Es wird kein Ende der Industriegesellschaft geben, solange in rauen Mengen Industriegüter konsumiert werden.

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es etwas Neues, nämlich die industrielle Massenproduktion. Dienstleistungen hingegen sind nichts Neues, die gab es schon seit Anbeginn der Menschheit.

    Manufakturprodukte wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts billiger, Dienstleistungen hingegen werden zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer teurer!

    • Hobbyökonom (kein Partner)
      01. September 2011 10:37

      >>> Jetzt geht es um den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft.
      >> So ein Blödsinn.

      So ein Blödsinn ist das nicht, es ist nur unpräzise formuliert. Richtig müßte es heißen:

      Jetzt geht es IN EUROPA um den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft.

      >> Es wird kein Ende der Industriegesellschaft geben, solange in rauen Mengen
      >> Industriegüter konsumiert werden.

      Richtig, nur werden diese Industriegüter nicht in Europa (sondern in China/Asien) produziert, womit in Europa die Industriearbeitsplätze nicht mehr vorhanden sind. Und das billige Zeugs mit maximalen Profit zu verscherbeln oder Lebensversicherungen zu verkaufen ist nun einmal dem Bereich der Dienstleistung und nichts anderem zuzuordnen. Und von was anderem leben die Europäer heute fast nicht mehr.

      Da kann AU noch so viel über die zu hohen Lohnkosten in Österreich jammern, selbst bei Abzug aller Steuern etc. wird der Stundenlohn in Österreich nie den künstlich tief gehaltenen Wert aus China/Asien erreichen (können).

      Die einzige Möglichkeit wäre so höhe Importzölle für Waren aus "Dumping-Ländern" zu verhängen dass sich die Produktion in Europa wieder lohnt. Aber es wird sich kein Politiker finden, der sowas gegen den Widerstand der profitorientierten Konzerne und der an billigen Gütern interessierten Konsumenten durchdrückt.

      Also wird sich die Spirale weiterdrehen wie bisher - bis zum großen Crash.

    • Norbert Mühlhauser
      01. September 2011 14:11

      @ Hobbyökonom:

      Schon die These von der Unausweichlichkeit der verheißungsvollen Dienstleistungsgesellschaft, deren Advent Schülern schon vor fast vierzig Jahren eingebläut wurde, ist reiner Schwachsinn: Es wird in diesem Zusammenhang mit Diversifikationen argumentiert, die es aber im Produktionsbereich um nichts weniger gibt.

      Und das billige Zeugs mit maximalen Profit zu verscherbeln oder Lebensversicherungen zu verkaufen ist nun einmal dem Bereich der Dienstleistung und nichts anderem zuzuordnen. Und von was anderem leben die Europäer heute fast nicht mehr.

      Die Europäer leben glücklicherweise noch von anderem, sonst wäre das große Elend trotz Schulden schon jetzt über uns hereingebrochen: Fremdenverkehr, Patente, Lizenzen, Kapitalzuflüsse, Steuern auf die Profitmargen großer Konzerne mit Sitz in Europa, soweit sie nicht über Doppelbesteuerungsabkommen abgetreten werden mussten (bescheidener Rest bleibt), europäische Automobilproduktion (vor allem in BRD), europäische Elektronik-Produktion (vor allem in BRD), plus der geringeren Preiselastizität im B2B-Bereich (erlaubt großzügigere Preisgestaltungen).

      Und in einem hat AU ja Recht: mutwillige Verschuldungen verschärfen nur die Lage.

      Aber es wird sich kein Politiker finden, der sowas gegen den Widerstand der profitorientierten Konzerne und der an billigen Gütern interessierten Konsumenten durchdrückt.

      Einspruch! Die Politiker haben im Vertrauen auf vertrottelte Wirtschaftswissenschafter die Globalisierung angebahnt, der Wirtschaft kann nicht zum Vorwurf gemacht werden, nicht an das Gemeinwohl zu denken und sich nach dem gesetzlichen Rahmen zu richten. - Das heißt: Ein gewisses Lobbying ist der Industrie natürlich sehr wohl anzulasten, doch waren die Politiker nicht gezwungen, sich danach zu richten!

    • Hobbyökonom (kein Partner)
      01. September 2011 18:27

      Das grenzt jetzt aber an Selbstbetrug:

      >> Die Europäer leben glücklicherweise noch von anderem, sonst wäre das große
      >> Elend trotz Schulden schon jetzt über uns hereingebrochen: Fremdenverkehr, ...

      Fremdenverkehr wird wohl eher dem Bereich der Dienstleistung zuzuordnen sein, oder ?

      >> Patente, Lizenzen,....

      Die Verwaltung von Patenten und Lizenzen ebenso.... sofern sich in Asien überhaupt einer darum kümmert.

      Wovon ich rede ist die Produktion, ich will das an einigen Beispielen verdeutlichen:

      Semperit: Zuerst in Österreich produzierend, dann Auslagerung der Produktion in die Tschechei jetzt ausschließlich in Thailand. 7000 Mitarbeiter, davon 1000 in Österreich die sich aber nur um das verscherbeln (= Dienstleistung) kümmern.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Semperit_AG

      Philips Bandgeräte /Video-Werk:
      Früher Produktionsstätten in Wien 14, Wien 23, Lebring etc. Zuerst Auslagerung der Produktion nach Bratislava, jetzt ausschließlich in Asien (siehe LG-Electronics).

      AT&S (Leiterplattenhersteller):
      Zuerst Produktion in Fohnsdorf, dann Auslagerung nach Indien und China.
      http://www.news.at/articles/0302/30/48233/at-s-90-mitarbeiter-aik

      Austria-Tabak:
      Zuerst Verkauf an die Japaner, jetzt gänzliche Einstellung der Produktion in Österreich. Österreicher rauchen ja sowieso gerne ausländische Tschick.
      http://noe.orf.at/stories/513895/
      http://noe.orf.at/stories/514119/
      Österreichische Tabakbauern gibt es seit 2005 sowieso keine mehr:
      http://burgenland.orf.at/stories/55688/
      http://ooe.orf.at/stories/51108/

      Also bitte, was wird in Österreich noch PRODUZIERT (außer Schulden) ? Stahl ?
      Den wird es bald auch nicht mehr geben, weil die Chinesen einfach billiger sind, und sich die entsprechenden Resourcen (z.B. in Afrika) zugelegt haben. Einmal auf Youtube nach "The Chinese are coming" suchen, da gibt es eine vierteilige BBC-Dokumentation dazu.

      Gehen wir nach Deutschland - Einhell:
      Einst ein Werkzeugbauunternehmen mit Produktion in Deutschland (z.B. Akkuschrauber), seit den 90er-Jahren wird nur mehr in Asien produziert und vom Stammhaus in Europa das Zeugs nur mehr verscherbelt. Verscherbeln = Dienstleistung
      http://de.wikipedia.org/wiki/Einhell_Germany

      Diese Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen.

      >>> Aber es wird sich kein Politiker finden, der sowas gegen den Widerstand der
      >>> profitorientierten Konzerne und der an billigen Gütern interessierten
      >>> Konsumenten durchdrückt.

      >> Einspruch! Die Politiker haben im Vertrauen auf vertrottelte
      >> Wirtschaftswissenschafter die Globalisierung angebahnt, der Wirtschaft kann
      >> nicht zum Vorwurf gemacht werden, nicht an das Gemeinwohl zu denken und
      >> sich nach dem gesetzlichen Rahmen zu richten. - Das heißt: Ein gewisses
      >> Lobbying ist der Industrie natürlich sehr wohl anzulasten, doch waren die
      >> Politiker nicht gezwungen, sich danach zu richten!

      Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich DERZEIT kein Politiker FINDEN wird, der JETZT bereit wäre am status quo etwas zu ändern, und (gegen den Widerstand der profitorientierten Konzerne und der an billigen Gütern interessierten Konsumenten) hohe Importzölle für Waren aus Asien zu verordnen.

    • Norbert Mühlhauser
      01. September 2011 20:21

      @ Hobbyökonom:

      Fremdenverkehr, Patentverwertung, Lizenzierung (insb Verwertung des "Intellectual Property") sind natürlich Dienstleistungen, und etwas Gegenteiliges wollte ich auch nicht behaupten. Es handelt sich aber dabei um solche, die typischerweise zu grenzüberschreitenden Zuflüssen führen.

      Wohingegen bei Dienstleistungen in ihrer Gesamtheit betrachtet die Masse der Leistungsbeziehungen im regionalen Rahmen stattfindet. Stichwortartig sei nur die Tätigkeit der Friseure, Wirtschaftstreuhänder, Rechtsanwälte, Psychologen, Sozialarbeiter, Bewährungshelfer etc angeführt.

      Ansonsten sind wir uns ohnehin ziemlich einig .... ;-)

    • Norbert Mühlhauser
      01. September 2011 21:58

      Nachtrag:

      Als Beispiele für deutsche Elektronik möchte ich zur Abrundung noch die Firmennamen SIEMENS, HAMA, FRIWO (Gerätebau), und die bekannte, wenn auch kleinere ANSMANN AG anführen.

      Nur um Ihrem Detailreichtum um nichts nachzustehen ... :-)

  12. terbuan
    31. August 2011 21:00

    Wie Deutschland erobert wird!
    "Es gibt 2 Möglichkeiten eine Nation zu erobern oder zu versklaven, die eine durch das Schwert. die andere durch Verschuldung" (John Adams, US-Präsident)

    http://hartgeld.com/filesadmin/pdf/Arnold-Deutschland-wird-erobert.pdf

  13. socrates
    31. August 2011 14:50

    http://de.ibtimes.com/articles/24498/20110815/der-tag-an-dem-die-usa-die-goldpreisbindung-des-dollars-aufgaben.htm

    Heute vor 40 Jahren hatte der ehemalige US-Präsident Richard Nixon Geschichte gemacht, indem er die Goldpreisbindung des US-Dollars aufgab und somit ein System des beliebigen Gelddruckens schaffte.
    Am 15. August 1971 richtete der amtierende US-Präsident Richard Nixon eine Rede an das amerikanische Volk. Die USA würden sich ab sofort weigern, den US-Dollar jederzeit gegen eine festgelegte Menge Gold einzutauschen.
    Damit brach er einseitig die Vereinbarung von Bretton Woods, welche ein System fixer Wechselkurse aller Währungen gegenüber dem US-Dollar beinhaltete und erst seit 1944 bestand. Desweiteren war mit Bretton Woods das Tauschverhältnis zwischen dem Dollar und Gold (35 USD je Feinunze Gold) festgelegt.

    Ich riet einem Freund am 26.8. Aktien und Geld in Gold anzulegen. Der Anlageberater riet ihm ab, sprach von Goldblase und anderen Risken. Was Hätte er, der die Interessen der Bank und seine eigenen vertritt, anderes sagen dürfen? Wenn jemand das Konto schließt, keine Gebühren und keine Steuer zahlt und daher die Bank und Börse nicht mehr braucht, muß er sein Geschäft verteidigen. Das gilt für Anlageberater, Börsengurus, Propheten, Wirtschaftsexperten, Politiker und Nobelpreisträger, also alle, die in Lindau den Ton angaben. Die am 26.8. aus Dummheit Gold oder Silber gekauft haben, verdienten und sind auf der sicheren Seite.

  14. Philipp Starl
    31. August 2011 14:23

    Jetzt muss ich doch anlässlich des Abschieds des Wertkonservativen ein O.T. vom Zaun brechen.

    Liebe Mitposter,

    Sehr viele Mitstreiter haben diesen Blog zumindest als Kommentatoren verlassen. Nun ist es auch beim Wertkonservativen soweit und Herr Pascher lässt es auch schon anklingen.

    Ich verstehe diese Reaktionen sehr gut. Sehr viele Kommentatoren haben große Hoffnungen in diesen Blog gesetzt und stehen nun mit nichts anderem da, als immer wieder kritisiert zu werden, in der ein oder anderen Form.

    Hinzu kommt der Frust, dass sich in Österreich nicht das Geringste ändert und auch keine Aussicht auf Änderung besteht.

    Ich bitte jedoch alle, die schon aufgegeben haben oder aufgeben wollen, die Augen offenzuhalten, sich bereitzuhalten. Es wird sich ändern, das verspreche ich Ihnen.

    • terbuan
      31. August 2011 14:39

      Lieber Philipp,
      mach Dir keine Sorgen, auch wenn manche, so wie ich, auch einmal ein paar Wochen nicht posten, dann kann das auch andere Gründe haben, sei es die Familie oder einfach, weil man zu einem bestimmten Thema nichts zu sagen hat oder eh schon alles relevante geschrieben wurde, sehr oft auch von Dir!
      liebe Grüße
      terbuan

    • Philipp Starl
      31. August 2011 15:12

      Das schon, aber ein paar liest man gar nicht mehr!

    • Wertkonservativer
      31. August 2011 20:14

      Lieber Philipp (auch zu Deinem Sub-Kommentar heute 13:48):

      wir haben uns wiederholt zerstritten und dann auch wieder zusammengerauft!

      Eines ist klar: auch wenn ich nicht alles goutiert habe, was Du manchmal so schreibst, möchte ich Dir nur soviel sagen:
      Du bist klug, hast ein feuriges Temperament, willst Großes leisten! Das allein hebt Dich schon aus der Masse der jungen Österreicher heraus!

      Versuche, Deine Ideen zum Wohle unseres Landes einzusetzen, egal wie Du es auch anstellst! Leute wie Dich braucht unser Land!

      Mit besten Wünschen für Deine Zukunft,

      herzlich

      Gerhard

    • Philipp Starl
      31. August 2011 20:27

      Danke Gerhard, ich werde mir Deine Worte sehr gut merken!

  15. Gerhard Pascher
    31. August 2011 13:40

    Zum farewell des Wertkonservativen (siehe 05:54 Uhr):
    Manchmal kann einem beim Lesen des Blogs schon die Galle hoch gehen. Und alles Gute hat einmal ein Ende, so auch das wertvolle Mitposten vom Wertkonservativen und sicher wird auch für mich einmal die Zeit des Abschieds kommen.
    Flegelhafte und bösartige Beleidigungen werden leider von AU (und manchen anderen Blogbetreibern) toleriert, auch wenn es schon internationale Bestrebungen gibt, dagegen - und vor allem gegen die scheinbar schützenden und anonymen Nicknames - etwas zu unternehmen (z.B. kürzlich die Tiroler Tageszeitung).
    Mir sind aber nur zwei Dinge besonders wichtig:
    1. Kann so ein Meinungsaustausch auf höherem Niveau tatsächlich etwas zur Verbesserung in Österreich beitragen oder bleibt alles ohnehin "beim Alten"? und
    2. ist die bei uns im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit wirklich 100%ig vorhanden, damit nicht der Blogbetreiber und/oder Poster bei sachlichen Angriffen auf staatliche Institutionen und führende Leute belangt werden können? Denn manche unserer Staatsanwälte und Richter sind auch oft ........ . Trotz nicknames sind heutzutage alle Internetposter bei Bedarf mit vollem Namen und Adresse feststellbar. Wer dies nicht glauben kann/will, der soll sich einmal - so wie ich - von einem guten Spezialisten beraten lassen. Daher mein Tipp: jeder Eintrag sollte vor dem Klick auf die Schaltfläche "Abschicken" genau überlegt sein.

    • mike1
      31. August 2011 13:57

      sg herr pascher, sie haben sicher recht, dass man aufpassen muss, was man schreibt. unsere identität ist sicher nachvollziehbar, das ist mir vollkommen klar.

      auch ich habe schon öfter darauf hin gewiesen, dass wir sicher nicht nur von anderen medien, sondern auch behördlich beobachtet werden.

      nevertheless: wir schreiben aber schon, was wir sagen wollen !! man muss ja nicht beleidigend sein (manchmal ist es aber fast unumgänglich - siehe da und dort bemerkungen zum "bundeskanzler faymann")

    • Gerhard Pascher
      31. August 2011 17:32

      mike1:
      Sie liegen völlig richtig, denn ich weiss aus gesicherter Quelle, das dieser Blog von den Parteien, aber auch manchen Behörden regelmässig angesehen wird.
      Juristen in diesem Forum können sicher dazu die genauen Gefahrenquellen nennen. Mit fällt dabei besonders aus dem ABGB der § 1330 (Ehrenbeleidigung) ein, wobei sogar lt. § 1330a ein Schadensersatzanspruch für Kreditschädigung denkbar wäre. Auch das StGB kennt mit § 297 (Verleumdung) und § 111 (Schlechte Nachrede) solche zivilrechtlichen Angriffspunkte. Schliesslich könnte sogar der Staat gem. § 297 StGB selbst aktiv werden, wenn der Tatbestand der Verleumdung gegeben ist. In jedem Fall müsste geklärt werden, ob es sich um eine Tatsachenbehauptung oder um ein Werturteil handelt, was wiederum unterschiedlich zu behandeln ist.

    • Wertkonservativer
      31. August 2011 20:26

      Lieber Gerhard Pascher (ich weiß, wer Sie wirklich sind),

      danke für Ihre freundschaftliche Replik, auch zu meinem Beitrag!
      Meine Bitte, bleiben Sie dem A.U.-Forum noch einige Zeit erhalten; gerade in letzter Zeit waren Ihre Beiträge in einer Weise treffend, gemäßigt und intellektuell anspruchsvoll, dass es ein großer Schaden für das Forum wäre, würden Sie auch bald resignieren!
      Schauen Sie, ich bin ein Mann an die Achtzig und muss mit der mir wahrscheinlich kurz zugemessenen Lebenszeit ein wenig haushalten; muss letzte Prioritäten setzen.

      Sie haben sicher noch ein wenig mehr Zeit: nützen Sie diese bitte als gemäßigte und kluge Stimme im so wichtigen A.U.-Forum!

      Und, bitte: keine Angst vor den Schergen! Bürgermut vor Politiker-Thronen muss sich in einer Demokratie behaupten können!

      Herzlich und mit lieben Wünschen,

      Gerhard Michler

      (gerhard@michler.at)

    • Gerhard Pascher
      01. September 2011 14:25

      Wertkonservativer:
      May/might be at least for the next months.

  16. Celian
    31. August 2011 13:06

    Nach Vorreitern wie H.O. Henkel, die schon vor Jahren die Gründe der Wirtschaftskrise ziemlich genau dargelegt haben, sind diese Erkenntnisse, siehe Pkt 2) mehr oder weniger bekannt. Schuldenmacherei, Niedrigzinspolitik, Überregulierung, fehlende Haftung für die selbst begangenen Taten, etc. sind die Sargnägel für die heutige Malaise. Es ist erfreulich festzustellen, daß die Profi-Ökonomen nun auch zu den Ursachen gefunden haben...

    Eine Anmerkung zu Punkt 7 Die Geldpolitik der Europäischen Notenbank war für etliche Länder an der europäischen Peripherie „völlig falsch“ (White).
    Ich hätte gerne gewußt, wie die zum Bessren belehrten Ökonomen sich nun vorstellen, daß die EZB eine für alle Länder gleichermaßen taugliche Geldpolitik hätte bewerkstelligen sollen. Aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftskulturen in den einzelnen Ländern ist das nicht möglich. Die EZB kann ja nur einen Zinssatz festlegen. Die Übeltäter sitzen in Brüssel, die in ihrem Machtrausch eine Weltwährung schaffen wollten ohne Rücksicht auf die regionale Vielfalt Europas.

  17. HJR
    31. August 2011 11:51

    [... Letztlich gibt es jedenfalls ganz sicher nicht "den" Hauptschuldigen. Letztlich ist aber auch fast niemand nur ein unschuldiges Opfer der Krise. Zumindest sind die Bürger als Wähler dafür verantwortlich, dass sie die Parteien für ihr verantwortungsloses Verhalten nicht bestraft haben ...]

    Moral ist ein sehr stark facettierter Begriff und ich stocke hier bei dem Versuch, ihm eine allgemein zustimmungsfähige Definition überzustülpen. Sicher ist "Moral" etwas, was mit dem Menschen und nur mit zu tun hat; sicher hat "Moral" etwas mit dem, was man früher "Anstand" nannte zu tun. "Moral" handelt manchmal auch gegen das eigene Interesse und wendet die selbstlose Seite des Menschen zutage. "Moral" ist als Handlungsmaxime nicht nutzenorientiert und daher schwerlich eine Begrifflichkeit für politisches oder ökonomisches Handeln. Ich möchte also auch nicht von "Moral" oder "Unmoral" der Politik sprechen.

    Eine andere Semantik steckt in der "Moral der Krise" - ähnlich wie in der "Moral von der Geschichte". Diese "Moral" meint das "Typische", das "Muster", das es (rechtzeitig) zu erkennen gilt, will man künftigen Schaden vermeiden. Hier wird die Sache schwierig, denn erstens scheint der Mensch (erwiesenermaßen) aus der Geschichte nicht zu lernen und zweitens serviert uns die Geschichte immer wieder Situationen, die wir mit einer bestimmten Bezeichnung (z.B. "Krise" oder "Krieg") zu versehen pflegen - ohne dass jedoch die eine Krise der anderen, der eine Krieg dem anderen außer in wenigen Auswirkungen ähneln würde.

    Die "Moral" der bis hierher erzählten Geschichte scheinen mir daher die Erkenntnisse von Schopenhauer und Sartre zu sein, die darauf hinauslaufen, dass der Mensch allein und orientierungslos "ins Universum gespuckt" und dem (amoralischen) Chaos ausgeliefert ist.

    Eine weitere "Moral" scheint mir die Betrachtung der gesellschaftlichen (und daher auch der politischen) Geschichte der Menschen zu liefern: Zu allen Zeiten und in allen Organisationsformen der Gesellschaft haben die Menschen versucht, ihr Schicksal selbst zu bestimmen - sei es, dass sie ihren Stammesführer oder König in der einen oder anderen Form wählten oder akzeptierten; sei es, dass sie ihre Jagdbeute oder ihren Sammelerfolg mit mit dem Hordenführer und mit anderen teilten, oder indem sie Steuern zahlten (oder eben nicht). Und selbst in der spät (und noch immer nicht von gesamten Menschheit) entdeckten Demokratie steckt noch der Kern, dass der gesellschaftliche Erfolg (oder Misserfolg) wesentlich von der Anerkennung und Einhaltung der (wie immer und von wem auch immer) definierten Ordnung abhängt.

    Dies setzt allerdings - um einen kant'schen Begriff zu verwenden - das "à Priori" einer (wenn auch diffusen) Ordnungsvermutung voraus. [Vielleicht hat ja Kant dieses à Priori" in der naturwissenschaftlichen Orientiertheit der Aufklärung übersehen]. Eine solche Ordnung wurde in alten Zeiten zweifellos in der "göttlichen Ordnung" (vermittelt durch die Religionen) gesehen; in neuerer Zeit fiel diese Ordnung mehr und mehr einer "naturwissenschaftlichen" zum Opfer und schließlich erwies sich das traditionelle Bild einer "Ordnung" nach Marx und Engels (Klassenkampf-Theorie), nach Einstein (Relativität) und Niels Bohr (Quantentheorie) und den neuesten Erkenntnissen der Astrophysik als Trugbild und wich der Erkenntnis, dass nicht nur die Welt, sondern auch das ganze Universum ein einziges Chaos (mit kleinen und größeren Inseln lokaler, wenn auch nicht konstanter Ordnung) darstellt.

    Was Wunder also, dass wir heute (nicht nur in Politik-, Wirtschafts- und Währungsfragen) vor einer nicht mehr zu gewichtenden Vielfalt an Interpretationsmöglichkeiten stehen, welche eine Lösung der anstehenden Probleme (ob politisch, ob "spieltheoretisch", simulativ oder sonstwie) nahezu ausgeschlossen erscheinen lassen.

    Umsomehr muss es den, der sich in seinen poltischen Intentionen (zu recht) gerne vertreten sehen möchte, "wurmen", wenn dessen zu dieser politischen Vertretung Berufene das Spiel einfach nicht mehr mitspielen, wenn sie sich mit der Innehabung ihrer Ämter begnügen und auf eine "Vertretung" verzichten. Dabei spielt es selbstverständlich keine Rolle, dass auch eine ÖVP keine Lösung der "Krise" formulieren kann. Es spielt keine Rolle, dass die Partei keine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach der Steuergerechtigkeit geben kann. Es spielt auch keine Rolle, dass diese ("unsere") Partei unfähig ist, eine allgemein akzeptable Antwort auf das Migrationsproblem zu finden. Es ist nicht einmal schlimm, dass die ÖVP in der Frage eines Berufsheeres unentschlossen ist.

    Schlimm, sogar sehr schlimm ist es aber, das keiner der Exponenten dieser ÖVP überhaupt mehr in der Lage ist, den Standort dieser Partei zu benennen, geschweige denn, ihn auch zu interpretieren und zu argumentieren. Ebenso schlimm ist es zu sehen, dass sich Situationsbeschreibung nahtlos auf die EU (deren Mitglied Österreich wohl oder übel ist) ausdehnen lässt. Ähnlich schlimm, dass sich Deuschland in keiner wesentlich anderen, besseren Situation befindet.

    Dank dieser ÖVP und Dank einer SPÖ, welche sich schamlos und zur dritten Potenz jener Demagogie, Vereinfachung und Volksverblödung befleißigt, welche man einst Haider vorgeworfen hat, gleicht unser Staat allmählich einem ruderlos dahintreibenden Schlauchboot auf dem Niagara und keiner der Insassen weiß, ob da noch Wasserfälle kommen werden oder nicht. Daher bemüht sich auch jeder - besonders aber die Inkompetesten - möglichst laut irgendwelche Kommandos zu rufen, die keiner mehr befolgt - denn falls etwas passiert, könnte man wenigstens behaupten, "es ja ohnehin frühzeitig gewarnt zu haben".

    Nach den neuesten (nichtssagenden) Nachrichten in den Medien kann ich daher "unserer" Partei nur noch dringend empfehlen,
    ...a) die Koalition sofort zu verlassen,
    ...b) die Partei (unter Abwurf aller "Vorfeldorganisationen" und "Mandarine") neu zu gründen,
    ...c) zu versprechen, die nächsten 20 Jahre (zwecks geistiger Erneuerung) in der Opposition zu verbleiben und
    ...d) bei Haider, den Ungarn, den Dänen, den Holländern (und neuerdings vielleicht sogar bei den Engländern) zu nachzusehen, wie man es auch machen könnte - und zwar ohne seine bürgerliche Gesinnung gleich einem "SA-Syndrom" zu opfern.
    ===========================
    ceterum censeo ORF delendum esse
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • terbuan
      31. August 2011 13:01

      Danke lieber HJR für diesen Beitrag!
      (Auch die Democrazia Cristiana (DC) ist solange zum Brunnen gegangen....)
      lG/terbuan

    • kaffka (kein Partner)
      01. September 2011 12:37

      HJR
      31. August 2011 11:51 @

      Es ist müssig langatmig Begriffe zu definieren. Es ist reine Polit-demagogie! und brint nichts weiter.

      Es muss klargestellt werden,
      dass die Staaten sich wie betrügerische Kridatare verhalten.
      dass mit Defiziten keine Schulden bezahlt werden können.
      dass Regierungen die dies nicht kapieren können oder wollen ins Gefängnis gehören (wie es Firmenvorständen die gleich handeln auch passieren soll (te)
      dass Parlamentarier (= Aufsichträte bei Firmen) haftbar gemacht werden (einsperren und zahlen!) wenn sie diese Vorgangsweisen dulden.

      dass das Budget so gestaltet (und eingehalten) gehört, dass für die Rückzahlung der Staatsschuld 3% des BIP als Überschuss herauskommt.

      Es wird dadurch zu Zähneknirschen auf allen Ebenen geben. Wenn das aber nicht vollzogen wird ist der allgemeine Staatsbankrott nicht abzuwenden!

  18. schreyvogel
    31. August 2011 10:28

    Zu Punkt 2 (Hypotheken-Katastrophe)

    Dieser Sache hat m.E. eine starke kriminelle Komponente, die hoffentlich noch untersucht und geahndet wird.

    Sehr clevere Leute hatten einen Weg entdeckt, wie man faule Hypotheken elegant los wird: Man verbrieft sie, bündelt sie, bündelt die Bündel mehrfach wieder, bis sie nicht mehr bis zum einzelnen Schuldner hinunter durchschaubar waren, packt sie nochmals zu großen Collateralized Debt Obligations (CDOs). Diese CDOs scheinen auf Grund der großen Risikostreuung relativ sicher zu sein, mit versicherungsmathematisch berechenbaren Risiko. Dann geht man zu den Ratingagenturen, die zwar einerseits die Erstschuldner nicht mehr sehen und bewerten können, aber eben wegen der scheinbar großen Risikostreuung ein gutes Rating geben. Das gute Rating und der relativ gute Ertrag bewogen die Banken, sie in sehr großem Ausmaß in ihre Protfolios aufzunehmen.

    Was sie nicht sahen, ist, dass praktisch jede einzelne Hypothek faul war. Es gab daher keine Risikostreuung.

    Als die Hausverkäufer und Kreditvermittler erkannten, wie einfach man durch solche geschickte Verdunklungsmaßnahmen auch sehr schlechte Risiken weiterreichen kann, legten sie alle Zurückhaltung ab und verkauften teure Häuser an nicht kreditfähige Käufer, sie redeten sie ihnen ein. Dazu gaben sie ihnen Hypothekarkredite für alle anderen Zwecke, Autos, Boote, Urlaube usw. An den vielerlei Provisionen verdienten sie dabei gewaltig. Das trieben sie so lange, bis eine ganz gewaltige Blase entstand, die dann endlich platzte und viele Banken in den Abgrund riss .

    Dass die Verkäufer wussten, was sie anrichteten, und dass sie kriminell handelten, steht wohl außer Zweifel - das zeigen allein schon die sehr professionell gemachten und erfolgreichen Verdunklungsmaßnahmen. Die außerordentlich hohe kriminelle Energie und der unglaublich hohe Schaden (Madoff war ein Zwerg dagegen) schreien geradezu nach der Einsetzung eines Sonderstaatsanwaltes zu Untersuchung und Ahndung, denn die sub primes sind die eigentliche Ursache der Bankenkrise, die die Staaten enorme Summen für die Bankenrettung kostete.

    • schreyvogel
      31. August 2011 11:46

      Eine Gedankenspielerei:
      Ich kaufe mir in den USA ein Haus und finanziere es zu 100% mit einer Hypothek. Dann nehme ich noch eine zweite Hypothek und kaufe mir damit ein Boot. Der Verkäufer vermittelt mir diese Hypotheken sehr gerne - er verbrieft sie gleich und reicht sie weiter.
      Dann sage ich der Bank, ich könne leider die Hypothekenraten nicht mehr zahlen und überlasse ihr das Haus. In den USA ist das möglich, ich werde damit alle Hypothekenschulden los. Wenn der Verkaufserlös die Schulden nicht ganz abdeckt, bleibt die Bank auf dem Rest sitzen. Sie darf nicht auf mein anderes Vernögen greifen, auch nicht auf Boote.

      Dann taufe ich das Boot "Freddy Mac" und genieße es.

    • kaffka (kein Partner)
      01. September 2011 13:12

      @schreyvogel
      31. August 2011 10:28

      Es ist müssig, Altbekanntes immer wieder mit neuen Formulierungen aufzuwärmen.

      Der wesentlich Schuldige an den faulen Verkäufen ist nicht der Verkäufer, sondern der Käufer! Er begibt sich auf ein Minenfeld, von dem er nichts versteht.

      Dabei ist es doch so einfach: Wenn man eine Verpackung kauft, von der man nicht weiss, was sie enthält ist man selbst schuld, und hat den Schaden bzw kann man sich am Verkäufer schadlos halten, wenn er falschen Inhalt angegeben hat.
      War er nicht vorsichtig genug, geht er in Konkurs und versteht dann das Sprichwort; Schuster bleib bei deinen Leisten!

    • schreyvogel
      03. September 2011 14:01

      @kafka
      Ich wollte nur den Punkt machen, dass die sub primes kriminell waren und dass die Verkäufer vor ein Gericht gehören. Vielleicht habe ich ja dabei ein wenig zu weit ausgeholt.

  19. Geheimrat
    31. August 2011 09:27

    Von der Unmoral der Politik:

    "Künstler" gefördert vom Land NÖ, Bundesministerium f. Unterricht und Kunst, u.a.

    Man glaubt es nicht:

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/08/31/kunstpreis-fur-osterreich-ist-scheise/

    • Undine
      31. August 2011 11:51

      @Geheimrat

      Diese "Aktion" sog. Künstler, besser Künstleroide--- hier im speziellen ausländischer Künstler, die sehr schnell entdeckt haben, wie man den österreichischen Steuertopf plündern kann und die vielleicht noch mehr unterm linken Schutzschirm stehen---führen uns deutlich vor Augen, welche Stufe der Zivilisation wir im Jahr 2011 post Christum natum erreicht haben. Tiefer geht's fast nicht mehr. Das muß man sich doch etwas kosten lassen, Sie Kunstbanause!

  20. Anton Volpini
    31. August 2011 09:15

    "Viele der genannten Punkte haben den giftigen Krisencocktail gemischt. "

    Dazu passt nur nicht die Diagnose von Joseph Stiglitz, der die Ursache der Krise im Übergang von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft sieht.

    Diese Aussage ist aus mehreren Gründen falsch, wie auch der Vergleich mit dem Übergang von der Bauerngesellschaft zur industriellen Gesellschaft falsch ist.
    Erstens vollzieht sich dieser Wandel nicht in einer so kurzen Zeit, daß er für derartige wirtschaftliche Erschütterungen verantwortlich gemacht werden kann.
    Zweitens vollzieht sich dieser Wandel weltweit in den unterschiedlichen Volkswirtschaften in völlig unterschiedlichen Stadien, sodaß unmöglich von einer einheitlichen Entwicklung gesprochen werden kann.
    Und drittens negiert diese Feststellung, daß es 1857 die erste massive Weltwirtschaftskrise gegeben hat, und 1873 bereits die zweite, die beide eher mit übertriebenem wirtschaftlichem Optimismus, falscher Wirtschaftspolitik und beendeten Kriegen zu tun hatten als mit gesellschaftlichem Wandel.

    Hr. Stiglitz ist bei diesem Forum nicht nur durch diese Aussage etwas "abseits" stehend aufgefallen. Vielleicht kann ihm jemand raten, er solle bei seinem Landsmann Nouriel Roubini Anleitungen nehmen. Sein letztes Buch "Das Ende der Weltwirtschaft und deren Zukunft" ist dazu sicher eine hervorragende Grundlage.

    • Johann Scheiber
      31. August 2011 09:48

      Anton, ich glaube, der Sieglitz heißt nicht nur wie ein Vogel.
      Das Gerede von der Dienstleistungsgesellschaft! Ich dachte es wäre schon vorbei. In England und USA haben sie das: Banker, Versicherer, Berater und sonstige wichtige Dienstleister.
      Aber irgendwer muß auch die Mampfe, die Gebrauchsartikel und die Infrastruktur herstellen.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 10:41

      Die US smart boys, zu denen sich der Stiglitz auch zählt, haben schon in den 1980 Jahren begonnen, die Produktionen von Industriegütern nach China auszulagern, weils dort billiger hergestellt wird. Die Mampfe machen sie aber immer noch selbst dort, weil sie ja so viel Land haben und daher das billiger als die Chinesen produzieren, sonst hättens das auch schon ausgelagert.
      Die sind wirklich smart, diese US boys!

    • Celian
      31. August 2011 13:18

      Der Herr Roubini ist auch nur einer, der sich als Kassandra-Rufer gut vermarktet.

      Trotz seines Rufs als „Seher“ brauchte Roubini mehrere Anläufe, bis er mit seinen Prognosen einen Volltreffer landete. Er prognostizierte unter anderem einen ernsthaften Börsenkrach für 2004, eine scharfe Wachstumsverlangsamung für 2005, einen globalen Einbruch für 2006 und eine Rezession für 2007, die dann endlich kam. Beim Stochern im Nebel schwankten auch die Begründungen der Untergangsphantasien. Das Problem der Kreditblase am Hypothekenmarkt rückte erst spät in den Mittelpunkt, zuvor galt Roubinis Raunen vor allem dem amerikanischen Leistungsbilanzdefizit.

      Irgendwann findet auch ein blindes Hendl ein Korn.

      http://www.faz.net/artikel/C32552/kapitalismus-am-ende-die-untergangspropheten-30489674.html

    • Anton Volpini
      31. August 2011 14:34

      @ Celian

      Selbst scheinen Sie aber noch kein Buch von Roubini gelesen zu haben?

    • Celian
      31. August 2011 16:35

      Nein, aber dadurch weil ich nichts von Roubini gelesen habe, werden die in dem FAZ-Artikel ins Treffen geführten Argumente auch nicht widerlegt.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 18:18

      @ Celian

      Dann sollten Sie vielleicht doch dieses oben angeführte Buch lesen und sich eine eigene Meinung bilden. Ist nur ein wohlgemeinter Ratschlag, Sie werden es nicht bereuen.

  21. Helmut Oswald
    31. August 2011 09:14

    Zwischen einer Elitendiktatur und einer Pöbelherrschaft kann es einen Weg aus der politischen Krise geben.
    Sozialismus ist Niedergang - Verarmung und Abtötung des Mittelstandes, Massenzuwanderung nichtintegrierbarer kulturfremder bzw. kulturloser Schichten in den Sozialstaat, Verdummung nachrückender Generationen durch permanente Absenkung der Bildungsanforderungen, Aufblähung unproduktiver Bürokratien, Staatsgläubigkeit und Erziehung weg von der Eigenverantwortung hin zu Fremdbestimmung durch Staat und Partei, Einschüchterung des Besitz- und Bildungsbürgertums durch Zurücknahme polizeilicher Aufgaben und ein täterzentriertes Strafrecht. Materialismus als beherrschendes Lebensprinzip, Zwangssystem zur Finanzierung der Verschwendungssucht und der meist fehlschlagenden jedoch teuren gesellschaftlichen Experimente der Funktionärsnomenklatur, gelenkte weil gekaufte Presse.

    Sozialismus ist heutzutage kein Irrtum mehr, er ist mittlerweile zum organisierten Verbrechen mutiert und schädigt Land und Leute zwecks Privilegierung seiner schwindenden Anhängerschaft. Sozialismus ist die Krise der Politik - das sozialistische Denken der meisten Politiker ist die Hauptursache für die verfehlten Reaktionen auf den weltweiten Zyklus der Märkte, er ist Ursache für die Verschärfung und die Verfestigung der Krise zu einem Dauerzustand.
    Sozialismus abschaffen ! Seine Funktionäre in die Haftung nehmen !

  22. schreyvogel
    31. August 2011 09:13

    19. Nachgereichte Erklärung von Partei- und Regierungschef Faymann: Schuld ist die Finanzwirtschaft, die die Realwirtschaft durch Spekulationen zerstören will.

    • M.S.
      31. August 2011 10:09

      Er wird einen markanten Platz in der Geschichte Österreichs einnehmen.

    • Geheimrat
      31. August 2011 10:37

      @MS

      Faymann ist einer der größten Staatsmänner der letzten 1000 jahre, weltweit!

    • Observer
      31. August 2011 10:46

      Schreyvogel:
      Ihr Punkt 19 ist sicher nicht als die Fortsetzung der etwas später in das Netz gestellten 18 Punkte des Herrn Philipp Starl gedacht. Oder doch? Denn Faymann glänzt doch auch durch sachliche wirtschaftspolitische Aussagen. :-)

    • schreyvogel
      31. August 2011 11:23

      Observer, ich sehe gerade, f.m. hat dem Starl bereits passend geantwortet.

    • Philipp Starl
      31. August 2011 11:26

      Ja, er hat mir so passend geantwortet, dass mir vor lauter Sachlichkeit und Gegenargumenten ganz schwummrig wurde.

    • HJR
      31. August 2011 11:58

      @Geheimrat, 10:37

      Was Faymann betrifft dürften Sie recht haben; insbesonders, wenn man in Rechnung stellt, dass "Tausendjähriges" (wahrscheinlich infolge eines Relativitätseffektes) nur mehr zwölf Jahre währt.

  23. Johann Scheiber
    31. August 2011 09:03

    Wenn man die Sache am Stammtisch diskutiert kommt in etwa das gleiche Kunterbunt heraus!

    In einem Volk, das den inneren Zusammenhalt verloren hat, kommen immer mehr Therapien zur Anwendung,die koontraproduktiv sind und werden immer mehr Regulative installiert, die sich als parasitär erweisen. Am Ende ist moral hazard übliche Praxis und die smart boys machen die Musik.

    Die Finanzkrise ist immer nur die Außenseite der inneren, moralischen und geistigen Krise. Daher kann man sich von reinen Wirtschaftsexperten weder Diagnose noch Therapie erwarten.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 09:20

      Johann, je lauter die smart boys die Musik spielen, desto näher tanze am Ausgang!

    • phaidros
      31. August 2011 09:49

      Na, mir scheint, ich habe neulich das Pochen auf Moral und Ethik doch nicht so missverstanden, wie Sie uns das glauben machen wollten.

      Mit wichtiger Miene zu erklären, wer keinesfalls eine Lösung zustande bringt, hilft genau nicht weiter.

      Ein(e) Gesellschaft / Markt / Welt, in der sich alle moralisch verhalten ist schon deshalb unmöglich, weil nicht alle Moral gleich definiert haben und daher nicht zu entscheiden ist, was moralsiches Verhalten ist, und was nicht. Innerhalb einer Gesellschaft nicht, und über deren Grenzen hinweg schon gar nicht.

      Daher gerne nochmals: die Finanzwelt ist nicht unmoralisch, sie ist amoralisch.

    • Johann Scheiber
      31. August 2011 10:00

      Nein phaidros, sie haben wieder kein Pochen gehört, sondern nur eine Feststellung. Ich habe auch nicht von der Finanzwelt gesprochen, sondern von einem Volk. Versuchen sie zu unterscheiden, dann kommen sie weiter.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 10:47

      Smart boys Johann, sind eben smart boys. Du solltest das endlich zur Kenntnis nehmen, sonst kommst Du nicht weiter!

    • Johann Scheiber
      31. August 2011 11:42

      Anton, ich weiß, dass ich dir als Juristen nicht erklären muß, dass die Moralität, das Verhältnis des Menschen zu sich selbst - übrigens ein Bildungsprodukt - ein Konstitutionsprinzip des neuzeitlichen modernen Staates ist. Aber Bildung ist nicht mehr weit verbreitet und viele glauben eben, dass Moral mit dem Klauen von silbernen Löffeln zu tun hat - was nur in weitester Hinsicht und nur in weitester Hinsicht stimmt.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 11:53

      Wie weit gehst Du mir Deiner Hinsicht da Johann?
      Silberne Löffeln klauen tut man doch nicht!

    • Johann Scheiber
      31. August 2011 12:23

      Ich klaue silberne Löffel nicht nicht, weil "man" nicht klaut, sondern, weil "ich" nicht klaue. Klaue ich, weil ich eben klaue, bin ich direkt böse. Klaue ich weil man klaut, verschwindet mein Ich. Gilt es als smart, dass man klaut, verschwindet die Vergesellschaftung, die klauen für smart hält.
      Dieses "man" das alles verschlingt, hat Heidegger in "Sein und Zeit" beschrieben: Jeder ist der andere und keiner er selbst.
      Dieses "man" schließt alles und alle in den Verfallszusammenhang ein.
      Dagegen hilft nur Christliche Erneuerung, denn aus dem Christentum heraus ist Moralität, Staat, Rechtsstaat und Freiheit entstanden.
      Aber o.k., das Christentum ist weder smart, noch cool, noch geil! Daher wird als Reinigungsalternative die Flut wohl kommen.

    • phaidros
      31. August 2011 13:15

      Gut, dann eben anders (und doch gleich): die Wirtschaftswelt ist nicht unmoralisch, sie ist amoralisch.

      Und wenn Sie zwischen Volk und Wirtschaft trennen können, dann kann ich Ihnen nur zu einer Veröffentlichung raten. Ich bin überzeugt, das eine kann nicht ohne das andere sein und umgekehrt.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 13:28

      Meine Großmutter hat immer gesagt, "ich" darf nicht einmal dann Löffel klauen, wenn sie nur versilbert sind!
      Ist das jetzt korrekt, Johann?

    • Johann Scheiber
      31. August 2011 14:20

      Ja Anton, deine liebe Großmutter wußte eben noch ganz genau, dass das Recht nur präsent bleibt, wenn es in der Subjektivität, in der Moralität aufgehoben ist.
      Sie wußte auch noch, dass viele, viele und bunte Smarties, so a la Androsch oder Grasser langfristig nicht ganz so gut sind.

    • Anton Volpini
      31. August 2011 14:44

      Ja, weil es die Smarties damals noch gar nicht gab. Sie hätte "mir" solche Kost auch sicher nicht erlaubt. Sie sagte immer, die Braunen sind die übelsten, und die Demokraten sind nur Wölfe als Lämmer verkleidet. Am Besten wars unterm Kaiser!

    • HJR
      31. August 2011 20:34

      @Johann Scheiber, 12:23
      [... Dagegen hilft nur Christliche Erneuerung, denn aus dem Christentum heraus ist Moralität, Staat, Rechtsstaat und Freiheit entstanden ...]

      Ein gewagter Satz! Denn ...
      ... christliche Erneuerung wird wohl so (leider) nicht stattfinden, eher noch islamische, vermute ich;
      ... den Staat und das Recht - dachte ich - verdanken wir den Römern und
      ... die Freiheit der Aufklärung.
      Aber natürlich kann ich mich auch irren.

    • Johann Scheiber
      01. September 2011 08:21

      HJR, dem Christentum verdanken wir, sö könnte man vielleicht sagen, die Einsicht in die menschliche Subjektivität in ihrer Unendlichkeit. Bei Paulus steht das irgendwo, dass der Mensch unendlich, einzigartig und untereinander gleich im Sinne von gleich vor Gott ist. Diese Radikalität hat es vorher nicht gegeben. Dies hat den Begriff von Freiheit und vom Staat in einem langen historischen Prozess nachhaltig verändert. Die Aufklärung nahm sich dann die Freiheit und löste sie von ihrem Ursprung - das ist unser Problem.

  24. Josef Maierhofer
    31. August 2011 08:26

    Die Krise.

    Die Krise ist nicht erst 2008 entstanden, da ist sie ausgebrochen.

    Wer 40 Jahre lang massiv auf Schulden lebt, auf Luftgeld spekuliert wird in Kauf nehmen müssen, dass er diese zurückzahlen muss und das Luftgeld nichts wert ist, wer 4 Jahrzehnte die Gesetze ignoriert, die ökonomischen (Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns, Schuldenpolitik, etc.), die zwischenstaatlichen (Konvergenzkriterien, etc.), die eigenen (Budgetgesetze, Verfassungsgesetze, etc.), der darf sich nicht wundern, dass er mit jeder neuen Schuldverschreibung einen Ziegelstein für die Krise gesetzt hat. Alle haben das getan nach dem Motto (ausser die Schweizer), wenn ein Affe ins Wasser springt, müssen alle anderen Affen auch nachspringen. Denken ist offenbar 40 Jahre lang verboten gewesen, jetzt geht es ans Schuld zuweisen und Lügen.

    Darüber kommen alle klugen Eierköpfe nicht hinweg, über die Physik, dass man aus einem Krug nur herausgiessen kann, was man hineingegeben hat, und dass man mit neuen Schulden, nicht alte Schulden beheben kann.

    An der Krise wurde 40 Jahre lang eifrig gebastelt, damit sie nur ja genug Schaden anrichten möge.

    Ich habe diese schon in den Siebziger Jahren gesehen, als mein Vater, der damals noch arbeitete, gesagt hat, 'es ist eigentlich wie in den 30-er Jahren, der Unterschied ist, dass es heute Kredit gibt', aber wie lange geht das so ?

    Richtig, bis zum Ausbruch der Krise, die immer schneller und immer öfter anklopfen wird.

  25. ambrosius
    31. August 2011 07:42

    Man kann das alles viel einfacher, wenn auch etwas drastisch ausdrücken:
    1) ein Volk, daß seiner Natur gemäß nur an Fressen, Saufen, Huren und Scheißen interessiert ist
    2)Politiker mit den gleichen Interessen, jedoch gepaart mit einer amtemberaubenden Verantwortungslosigkeit. Daß sie dabei noch durch das " one Trottel one vote" Prinzip getrieben werden sei ihnen als Milderungsgrund anerkannt.
    3) Banker ( nicht Bankiers!),die das alles ohne Scham und Hausverstand ausnützen.
    Und fertig ist der Cocktail !

  26. Paige
    31. August 2011 07:31

    Die amerikanische Hypothekenkrise, die Geldausschüttung der FED, die allgemeine Schuldenpolitik, die Demokratie, in welcher die Nettoempfänger die Wahlen entscheiden, die Geldwirtschaft, welche völlig irrational ist - das alles musste einmal zusammenbrechen. Die Schulden fallen ja nicht nur den europäischen PIIGS-Staaten auf den Kopf, sondern nun krachen schon fast alle "westlichen Demokratien".

    Was die EU betrifft, so müsste man die maroden Länder sofort aus der Eurozone ausschließen, sodass sie sich durch Abwertung selbst sanieren können. Die Banken können pleite gehen, die Bankkunden muss der Staat auffangen. Ihre Konten sind einfach auf gesunde Banken (soferne es solche noch gibt) zu transferieren.

    Radikale Reformen:
    Geld sollte nur noch als Tauschmittel eingesetzt werden.
    Zensuswahlrecht - nur noch die Nettozahler dürfen wählen.

    • Markus Theiner
      31. August 2011 07:50

      Womit soll der Staat denn die Bankkunden auffangen?
      Und warum? Gilt der Grundsatz der Selbstverantwortung für unsereins nicht?

      Was genau Sie mit den Reformen erreichen wollen ist mir auch nicht ganz klar.
      Geld ist ja nur Tauschmittel - im weitesten Sinn. Wenn Sie damit meinen dass man Geld etwa nicht mehr verleihen darf halte ich das für überzogen weil es auch Investitionen enorm erschwert.
      Das Zensuswahlrecht ist eine interessante Idee, aber viel zu undifferenziert. Warum sollten nur Nettozahler etwa über den Strafrahmen von Vergewaltigungen entscheiden? Klar hat das auch eine gewisse Kostenrelevanz - längere Gefängnisaufenthalte kosten den Staat mehr Geld - aber die potenzielle Allzuständigkeit des Staates rein vom Geld abhängig zu machen und in die Hände weniger zu legen geht mir doch gegen den Strich.

    • Paige
      31. August 2011 08:06

      Theiner, die Einlagensicherung kostete dem Staat weitaus weniger als die Rettung aller Pleitestaaten der EU. Denn diese sind ein Fass ohne Boden. Selbstverständlich muss man die Bankkunden auffangen, denn die können wohl am wenigsten dafür.

      Geld hat zur Zeit drei Funktionen:
      1. Tauschmittel
      2. Wertaufbewahrungsmittel
      3. Spekulationsmittel

      Die Punkte 2 und 3 sind überflüssig. Ist das Geld nur noch ein Tauschmittel, so hat es immer einen realen Gegenwert und wird ständig in Umlauf gehalten. Man kann dann zinsenfrei sparen und dieses Geld kann die Bank relativ zinsenfrei verborgen. Einen Denkanstoß habe ich auf dieser Seite gefunden: http://www.justusbuendnis.de/info/zinsHack

      Wir haben ca. 20 Prozent Nettozahler in Österreich. Damit sind die Menschen gemeint, die mehr in den Topf einzahlen, als sie daraus beziehen. Es muss daher ein Wahlrecht her, in welchem der Steuerzahler allein bestimmt, was mit seinem Geld geschieht. Unfair ist das auch nicht; denn jeder kann Nettozahler werden. Ich gehe nicht davon aus, dass jeder, der keine Sozialtransfers bezieht, nur Geld im Kopf hat und daher kein Gefühl für Gerechtigkeit und Moral hat...

    • Undine
      31. August 2011 10:23

      @Paige 08.06h

      "Wir haben ca. 20 Prozent Nettozahler in Österreich. Damit sind die Menschen gemeint, die mehr in den Topf einzahlen, als sie daraus beziehen"

      Das heißt dann so viel wie: Diese 20% der österreichischen Steuerzahler ----in Deutschland und den Niederlanden wird der Prozentsatz ähnlich niedrig liegen---- finanzieren mit ihren Steuern nicht nur ihr jeweiliges Herkunftsland, sondern zusätzlich auch die gesamten EU-Länder, die nicht zu den Nettozahlern gehören!

      Hätte man den leichtgläubigen Österreichern vor der EU-Abstimmung nicht das Blaue vom Himmel versprochen, sondern reinen Wein eingeschenkt, wäre vielleicht das Ergebnis anders ausgefallen.

    • Paige
      31. August 2011 18:47

      Liebe Undine! Ganz sicher sogar. Wie so eine Abstimmung wohl heute ausginge? Allerdings ist es unseren einseitigen Medien, allen voran dem ORF, trotz allem zuzutrauen, dass Ihnen wieder eine Kampagne gelingen würde, die Menschen von der "Alternativlosigkeit" der EU zu überzeugen. Wir hätten ja ohne EU überhaupt keinen Außenhandel mehr und es gäbe längst wieder einen großen Krieg usw... Und geht eine solche Abstimmung beim ersten Mal schief, na dann stimmen wir eben so lange ab, bis das Ergebnis passt...

  27. Observer
    31. August 2011 06:51

    Anders als in der Medizin wurde vom Autor zuerst die Therapie und dann erst die Diagnose der weltweiten Finanzkrise sehr treffend erstellt.
    Ich frage immer wieder: Welche Konseequenzen ziehen die führenden europäischen Politiker, die EZB und andere "Macher" aus allen diesen Erkenntnisse? Von Österreich erwarte ich mir da gar nichts, denn erst gestern hat unsere Finanzministerien eine sofort gesetzlich eingebaute Schuldenbremse abgelehnt. Aber international betrachtet hat unser Land ohnehin nichts zu vermelden, denn da werden wir "nicht einmal ignoriert". Oder haben Sie, werte Mitposter, in letzter Zeit schon einen vernünftigen Vorschlag unserer Leute bei der EU bzw. in der Eurozone gehört? Ich nicht, denn Faymann, Spindelegger & Co sind zu sehr mit sich selbst und anderen Kleinigkeiten beschäftigt. Ich wünsche mir im kommenden Herbst einen saftigen Koalitionskrach, welcher in Neuwahlen endet. Vielleicht werden dann die Karten neu gemischt, denn schlechter kann es ja nicht mehr werden.

    • Cotopaxi
      31. August 2011 06:58

      Zum Thema Österreich fällt mir nur die inoffizielle Bundeshymne von Fändrich ein: " Dei hohe Zeit host längst hinter dir..".
      Die Linken aller Parteien haben das Land in die internationale Bedeutungslosigkeit geführt.

    • Undine
      31. August 2011 10:51

      @Observer

      " Oder haben Sie, werte Mitposter, in letzter Zeit schon einen vernünftigen Vorschlag unserer Leute bei der EU bzw. in der Eurozone gehört?"

      Ach, werter Observer, dafür bleibt unseren Politikern wirklich keine Zeit! Die müssen sich doch mit viel wichtigeren Themen in staatstragender Weise herumschlagen:
      * Die großen "Töchter" irgendwie in der Bundeshymne unterzubringen
      * Die so immens wichtige PC flächendeckend wahrzunehmen (z.B. Pensionistinnen und Pensionistinnen! Genossinnen und Genossinnen!), was ja, wie man sieht, manchmal nicht ganz einfach auszusprechen ist, weil man sich so leicht verheddert!!
      * Den korrekten Gebrauch beim Binnen-I: MörderInnen, DiebInnen, PlündererInnen, DrogendealerInnen, AlkoholikerInnen, VerkehrssünderInnen etc.
      * So staatsgefährdende Computerspiele wie etwa das "Minarettspiel" in seiner ganzen Grausamkeit zu analysieren und zu verdammen, weil es mit Sicherheit zu einem neuerlichen Holocaust führen könnte
      * Dafür zu sorgen, daß alljährlich der lebensnotwendige Tuntenball reibungslos abgehalten werden kann, ebenso die so lebenswichtige "Love-Parade"
      etc
      Werter Observer, sehen Sie nun hoffentlich ein, daß sich unsere Politiker nicht um jeden Schmarrn kümmern können? :-)

    • Celian
      31. August 2011 13:25

      Fr. Fekter hat vollkommen recht. Eine Schuldenbremse ist ja auch nicht zielführend. Das einzige was funktioniert sind Preisverhandlungen am freien Markt. Nur hohe Zinsen für Staatsanleihen haben die Macht, Politiker davon abzuhalten mit Schulden Wählerstimmen zu kaufen. Eine Schuldenbremse würde sofort ausgehebelt werden - da werden Gründe vorgeschoben, wie soziale Gerechtigkeit, um der Wirtschaft den nötigen Impuls zu verleihen,etc. Freie Zinsgestaltung statt Schuldenbremse. Das ist das Einzige, was Politiker wirklich verstehen.

  28. Wertkonservativer
    31. August 2011 05:54

    Der wie immer trefflichen Analyse unseres Dr. Unterberger ist kaum etwas hinzuzufügen; auch der letzte Satz trifft ziemlich genau den Punkt, den manche kluge Kritikaster ein wenig auf sich selbst beziehen sollten.

    Nun, das war's: dies ist - wie bereits angekündigt und da und dort auch begründet - mein unwiderruflich letzter Beitrag hier im Unterberger-Forum; Leute wie XRatio, Knaller, auch Renneberg & Co, haben mir den Spaß an der Sache gründlich und nachhaltig verleidet! Reife Leistung, Herrschaften!

    Ein herzliches Dankeschön Herrn Dr. Unterberger für sein wichtiges und unverzichtbares Tagebuch, das ich auch weiterhin verfolgen, jedoch eben keinesfalls mehr kommentieren werde!

    Meinen wohlmeinenden Forumsfreunden danke ich für oftmals erteilte Zustimmung!

    Mein Wunsch und meine Hoffnung: möge unser schönes Land und seine guten Leute in Wohlstand und Frieden inmitten der europäischen Völkergemeinschaft auch weiterhin eine zufriedenstellende Zukunft haben!

    Adieu!

    gerhard@michler.at

    • Observer
      31. August 2011 06:57

      S.g. wertkonservativer Gerhard Michler.
      mit grossem Bedauern verliere ich hier nun einen wichtigen Mitposter, ich habe aber vollstes Verständnis für Ihre (vielleicht nur vorübergehende?) Entscheidung. Vor allem aber danke ich Ihnen für die vielen wertvollen Beiträge und wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute für die Zukunft.
      Ihr Observer

    • Paige
      31. August 2011 07:13

      Aber geh, Wertkonservativer... Was ist denn da jetzt wieder passiert? Ich hoffe, Sie machen aus Ihrem Abschied für immer nur eine kleine Auszeit und kommen bald mit alter Frische und Elan zurück. Wir lesen Ihre Beiträge gerne und man kann es ja doch nicht immer allen recht machen. Mein Gott, na und?

    • mike1
      31. August 2011 08:23

      guten morgen lieber gerhard !

      deine diese bemerkung betreffend "letztmaligen kommentar" trifft mich jetzt aber schon ein bissl überraschend !
      mir sind diese spassverderber - leider gibt es ja einige ohne entsprechende kinderstube - eigentlich ziemlich egal, auf die reagier ich ja nicht einmal.

      vielleicht überlegst du dir das noch - deine beiträge sind nämlich diejenigen, die meistens die sache ins rechte und menschliche licht rücken, und zwar ohne große wissenschaftliche studien, sondern der hausverstand zählt ! das brauchen hier im forum einige !!

      jedenfalls ganz liebe grüße !!

      mike

    • Florin
      31. August 2011 12:38

      Lieber Wertkonservativer, werter Herr Michler!

      Mit Bestürzung lese ich, daß Sie sich von den von Ihnen genannten Kleingeistern in die Flucht schlagen lassen. Allerdings kann ich verstehen, daß Ihnen deren an Idiotie grenzenden und mehrheitlich kindischen Anwürfe zu blöd geworden sind. Manchmal war auch mir Ihr unverdrossener Optimismus etwas zu viel und so habe ich an diesen Tagen Ihre Kommentare eben ignoriert. Diese Tatsache hat mich aber aber nie daran gehindert Ihre Gelassenheit und Noblesse zu schätzen und mich in gewisser weise sogar darauf zu verlassen.

      Mit allen hier, die Sie, wie ich, vermissen werden, hoffe ich daß sich Ihr "Adieu" vielleicht doch als "Au revoir" interpretieren läßt!

      In diesem Sinne das Allerbeste von Tastatur zu Tastatur!;)
      Florin (B.)

    • Philipp Starl
      31. August 2011 13:48

      Lieber Gerhard,

      Auch wenn wir oftmals nicht einer Meinung waren, so hast Du doch immer wieder Themen von einer Seite aufgezeigt, die man selten findet. Dein Abschied ist daher jedenfalls ein Verlust, auch für mich.

      Auch wenn wir stürmischen Zeiten entgegentreten und daher mutige Schritte setzen müssen, die auch ein Risiko beinhalten, so schadet es nie, jemanden zu haben, der einen zu Gelassenheit aufruft.

      Ich wünsche Dir aber alles Gute, Du hast ein sehr schönes Leben verdient und ich hoffe von Herzen, dass Du es noch genießen kannst. Sei mir nicht Gram für so manches Wort und mach dir keine Sorgen (so wie ich Dich kenne, wirst Du das auch nicht), wir werden Österreich in eine schöne Zukunft führen.

      Mit lieben Grüßen,

      Philipp

    • Wertkonservativer
      31. August 2011 14:18

      Liebe mifühlenden Freunde!

      Zunächst ganz herzlichen Dank für Eure freundlichen Verabschiedungsworte!

      Abschließend noch eine kurze Klarstellung:

      Es waren nicht nur die von etlichen Mitbloggern mir gegenüber gebrachten Anwürfe und Abqulifizierungen, sondern auch einige andere Umstände maßgeblich, die meine Resignationsentscheidung beeinflussten:

      Es ist auch ein bewusster Akt, um meine Selbstheilungskräfte in Bezug auf die sogenannte Blog-Sucht in Gang zu setzen; eine Sucht, nicht nur negativ zu sehen bzw. zu bewerten, aber doch mit ein Grund, den Mitmenschen im Familien-Nahbereich als Eigenbrötler bzw. harmloser Spinner zu erscheinen.

      Und noch etwas: die tägliche Befassung mit den vielen Verrücktheiten und Abartigkeiten in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hat in letzter Zeit mein Gemüt regelrecht verdüstert.

      Ich weiß schon, dass man dies als "Kopf in den Sand stecken" bezeichnen kann, doch für mich ist es fast ein Akt zur Verbesserung psychischer Hygiene, mich vor zu heftiger Befassung mit den vielen negativen Aspekten unseres Landes und unserer Welt zu bewahren.
      Ändern kann ich das alles nicht, wahrscheinlich auch Sie nicht!
      Aber versuchen wenigstens Sie es ruhig weiter, um vielleicht doch da und dort, sei es im Forum oder im öffentlichen Leben, etwas Gutes und Sinnvolles für die Zukunft unseres Landes zu bewirken!

      Und nun Schluss mit Reminiszenen und Selbstbespiegelung!

      Mir wurde hierorts wiederholt Eitelkeit (inkl.Sternderlsucht) attestiert;
      ganz uneitel verlasse ich nun die Arena und ziehe mich in eine Art innerer Emigration zurück (allerdings nur, was die Welt der Politik betrifft).

      Familie, Bücher, Musik, die schöne Natur; das sind die hellen Sterne bis zu meinem Lebensende! Nun freue ich mich doppelt darauf!

      Herzlich

      Gerhard Michler

    • terbuan
      31. August 2011 14:33

      Lieber Gerhard, lieber Philipp,
      also das, was ich von Euch zuletzt gelesen habe war das Berührendste in diesem Blog bisher überhaupt!
      Es ist schön zu wissen, das es solche Menschen mit Herz und Hirn noch gibt und für mich ein Geschenk, Euche beide zu kennen und zu schätzen.

      Alles alles Gute, lieber Gerhard und wenn Deine Entzugserscheinungen zu arg werden, dann melde Dich wieder einmal, egal ob im Blog oder bei mir persönlich,
      herzlichst
      terbuan

    • socrates
      31. August 2011 14:35

      Hallo Wertkonserwativer!
      Viele Kommentatoren lassen sich dazu hinreißen schärfer zu formulieren als sie es nach einigem Nachdenken tun würden. Ich bin manchmal anderer Meinung als A.U., aber ich würde nie sagen, daß er den Verstand beim Eintreten abgegeben hat. Deshalb ist aber A.U. nicht beleidigt und schreibt trotzdem weiter. Bleiben Sie uns treu und wenn es Sie in den Fingern juckt, dann schreiben Sie uns wieder.
      Sag niemals nie!
      Ihr socrates

    • contra
      31. August 2011 15:42

      @Wertkonservativer

      Schade, ich hatte denn doch mit einem ausgeprägteren Masochismus Ihrerseits gerechnet, aber vielleicht erstarkt er demnächst noch? ;-)

      Auf Wiederlesen!

    • durga
      01. September 2011 09:16

      Lieber Wertkonservativer,

      Es ist sehr traurig, daß Sie sich vom Posten ganz zurückziehen wollen und ich hoffe, es gibt doch noch von Zeit zu zeit einen Rückfall!

      Es ist nicht sehr häufig, daß man auf ältere Menschen trifft, die eine so grundsätzlich positive Einstellung zum Leben haben, die mit Freude und Zufriedenheit auf ihre Vergangenheit und mit Zuversicht, Mut aber auch Neugier in die Zukunft schauen. Sie sind ein Aushängeschild für uns Alten im Blog, Sie sind Vorbild in Gesprächskultur und Diskussionsfreude für die Jungen!

      Ihre Argumente zur Bloggomania kann ich - als permanent am PC-Werkelnde - teilweise nachvollziehen: es bleibt ja wirklich kaum mehr Zeit für die vielen anderen Dinge, die man früher gerne gemacht hat (und auch die Gehwerkzeuge verkümmern). Wer gibt den Namen an? Ist halt der alte Wahn!

      Nun sehn wir, wie Gerhard Michler es macht, daß er den Wahn fein lenken mag um and're Werke zu tun!

      Herzlichst,

      durga

    • Wertkonservativer
      01. September 2011 13:26

      Verehrte Durga,

      vielen herzlichen Dank für Ihre meistersingerlich unterfütterten Zeilen, die mich sehr berührten und auch ein wenig stolz machen: von einer Dame Ihres Zuschinittes gelobt zu werden, kommt wahrlich einem Adelsschlag gleich!

      Zur Bloggomania:
      ich wurde Zug um Zug effektiv abhängig vom täglichen Schreiben und Weiterverfolgen der täglichen Diskussionen, sodaß mir mein "innerer Doktor kürzlich riet, auf weniger stressige Hobbies umzusteigen. Die unfairen Querschüsse seitens einiger (Unqualitäts)-Blogger waren mit ein Grund für mich , die Reißleine zu ziehen!

      Meine liebe Frau ist auch froh, dass ich wieder ein wenig mehr Zeit für sie habe;
      sie und meine große Nachfolgerschaft sind für mich das große Glück meines Lebens!

      Also nochmals, vielen Dank und weiter viel Ausdauer im Forum und im Science-Blog!

      Herzlich

      Ihr
      Gerhard Michler

    • durga
      01. September 2011 15:10

      @WK 13:26

      Euch macht Ihr's leicht, mir aber schwer,
      Gebt Ihr mir Armen zuviel Ehr!

      Soll ich vor Eurer Gunst bestehn,
      bitt' ich, Euch im science-blog umzusehen!

      's gibt ein satyrisch Text am heut'gen Tag,
      darob ein macher ein Lied wohl singen mag.

  29. libertus
    31. August 2011 00:59

    Einer der Hauptursachen für die Krise ist nicht zuletzt die GIER.

    Ob das jetzt die Bürger sind, weil sie Politiker wählen, die ihnen mühelosen Wohlstand für alle versprechen und damit die Staatsverschuldung in schwindelnde Höhen treiben.

    Ob das die Wirtschaft ist, die rücksichtslos nach immer mehr Wachstum mit immer höheren Milliardengewinnen strebt.

    Ob das die Finanzwelt ist, die sich auf immer riskantere Geldgeschäfte und deren schnelle Profit einläßt.

    Und solange diesen offensichtlichen Urtrieb des Menschen Moral und Ethik nicht eindämmen können, wird er immer wieder in diverse Krisen ausufern.

    Bereits Horaz wußte in seinen Oden: "Doch Sorge folgt und nimmersatte Gier dem wachsenden Gewinn"!

    • phaidros
      31. August 2011 07:31

      Nanu? Seit wann schreiben Sie denn für die Linke?

    • Markus Theiner
      31. August 2011 07:38

      Das ist der falsche Ansatz. Moral und Ethik werden die Gier nie eindämmen können. Es werden sich immer Leute finden, die keine oder wenig Rücksicht auf andere nehmen, wenn es um die eigene Börse geht.
      Man muss daher Gier mir Gier bekämpfen, indem man jenen die nach Wachstum streben die entsprechenden Risken selbst tragen lässt. Dann müssen sie Rücksicht nehmen - und zwar auf sich selbst. Und tun sie es nicht ist es ihr eigenes Problem.

    • Philipp Starl
      31. August 2011 09:49

      Hoppla, sollte ganze nach oben gehen, scusi.

    • libertus
      31. August 2011 13:08

      @phaidros

      Irrtum, ich schreibe nicht für Linke, sondern für Augenmaß und damit haben Linke nix am Hut! ;-)

    • libertus
      31. August 2011 13:10

      @Markus Theiner

      Zustimmung - das wäre der naheliegendste Ansatz, funktioniert in der Praxis aber leider ebenso wenig wie Moral und Ethik.
      Daher existieren die Zustände, wie sie sind!

    • werauchimmer
      01. September 2011 04:45

      @ libertus:

      Ob das die Wirtschaft ist, die rücksichtslos nach immer mehr Wachstum mit immer höheren Milliardengewinnen strebt.

      In einer funktionierenden, das heißt nicht politisch/regulatorsch verfilzten Marktwirtschaft wird ein Unternehmen nur dann Gewinnzuwächse einfahren, wenn es den Bürgern etwas anzubieten versteht, das für diese von Nutzen ist. Insofern ist der unterstellte Beweggrund der Gier völlig unerheblich, weil das gesellschaftliche Ergebnis Vorstadien entlastet.

      Außerdem werden Unternehmensgewinne zum gößeren Teil reinvestiert. "Gierige" Aktionäre bekommen nur dann den größeren Teil zu sehen, wenn das Unternehmen dafür keine weitere Verwendung hat, also keine Wachstumsvisionen verfolgt.

      - Und Sie wollen offenbar Unternehmensgewinne begrenzen? Au fein, wahrscheinlich gepaart mit Staatszuschüssen, wenn dann das Geld für gößere Vorhaben nicht reicht!?





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