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Der Zauberlehrling und das Lohnwunder

Also sprach der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts: „Es muss auch wieder Reallohnzuwächse geben.“ Denn der private Konsum wachse nur um rund ein Prozent jährlich. Das sei „eigentlich zuwenig in einem Aufschwung“.

Ein toller Zauberlehrling, dieser Herr Aiginger. Jeder, der einen Lohn oder eine Pension bezieht, kann die Sektkorken knallen lassen. Nur: Der gute Mann irrt heftig.

Denn er sagt nicht dazu, dass insbesondere in Österreich der Konsum und auch die Reallöhne am Höhepunkt der Finanzkrise im Gegensatz zu vielen anderen Ländern besonders stark gewachsen sind – verloren haben damals nur die Sparer, Anleger und Unternehmer. Dass also eine Zurückhaltung bei den Löhnen lediglich das überhöhte Lohnwachstum von 2009 kompensiert.

Denn er sagt nicht dazu, dass sein Wifo in recht hohem Ausmaß von Aufträgen der Arbeiterkammer lebt, die noch in jeder Wirtschaftslage Lohnerhöhungen und Schuldenmacherei als Lösung angepriesen hat.

Denn er sagt nicht dazu, dass sich über höhere Konsumausgaben in Österreich mehrheitlich das Ausland freuen kann. Denn die Mehrheit dieser Ausgaben fließt direkt an ausländische Produzenten – was chinesische, vietnamesische, taiwanesische, malaysische Staatstresore längst vor Euro- und Dollar-Noten überquellen lässt.

Denn er sagt nicht hinzu, dass auf dem Arbeitsmarkt längst die Löhne für die knappen qualifizierten Arbeitskräfte zu steigen begonnen haben und vor allem in den nächsten Jahren noch weiter kräftig steigen werden. Facharbeiter (der richtigen Spezialisierung), Techniker, Programmierer, Manager brauchen sicher in den nächsten Jahren keine kollektivvertraglichen Gehaltsrunden. Sie können sich durch Verhandlungsgeschick oder Jobwechsel satt verbessern – und dementsprechend mehr konsumieren. Wer jedoch völlig unqualifizierte Arbeitskräfte, zunehmend aber auch die Tausenden Absolventen der von Arbeitgebern nicht nachgefragten Studienrichtungen noch teurer macht, der raubt ihnen noch mehr der ohnedies schon knappen Arbeitschancen. Und macht sie zu – von Schulden auf die Zukunft bezahlten – Grundeinkommensbeziehern.

Denn Karl Aiginger sagt letztlich auch nicht dazu, dass über das echte Produktivitätswachstum hinausgehende Lohnerhöhungen zum Zweck der Konsumerhöhung eine planwirtschaftliche Milchmädchenrechnung sind, in deren Folge österreichische Unternehmen im internationalen Wettbewerb zurückfallen werden. Nur Milchmädchen können nämlich glauben, das jüngste Zwischenhoch könne jahrelang weitergehen. Die für die Wirtschaftsforscher überraschenden Wachstumszahlen sind einzig Folge der Tatsache, dass nach den Schockjahren der Finanzkrise derzeit viele betriebliche wie private Investitionen nachgeholt werden, dass die ungehemmte Geldschöpfung durch europäische und amerikanische Notenbanken natürlich kurzfristiges Wachstum nach sich ziehen musste. Nichts davon ist aber nachhaltig und langfristig wirksam.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 08:43

    Der Schwachsinn, der uns da zum wiederholten mal vorgesetzt wird, nämlich der mit den angeblich volkswirtschaftlich notwendigen Lohnsteigerungen, ist uralt und eigentlich wirklich schon so abgelutscht, daß man sich nur wundern kann, dass sich immer wieder Leute trauen, sowas zu wiederholen und sich immer wieder Volltrotteln unter den Wählern findet, die den Stuß auch glauben.

    Ebenso habe ich-im übrigen gebildete- Sozialisten ( natürlich beim ORF arbeitend) getroffen, die doch wirklich überzeugt behauptet haben, ein Staat könne sich, anders als ein Privater, hemmungslos verschulden und brauche seine Schulde nie zurück zahlen (diese Meinung ist vermutlich die Vulgärversion jenes ökonomischen Gesetzes, das eine nominell gleichbleibende Schuld bei steigendem Nationalprodukt tatsächlich kleiner wird.)

    Ähnliches hat sich das Duo Kreisky-Androsch 1975 geleistet (nachdem alle von den Vorregierungen angesammelten Reserven verprasst waren) als man meinte, eine Wirtschaftsflaute durch Steigerung der Staatsschuld um ein paar hundert Prozent zu bekämpfen und sich dann wunderte, das der Effekt bei Deutschen Autobauern, bei japanischen Elektronikgeräteherstellern und in den Urlaubsländern eingetreten ist, nicht aber in Östereich. War aber der reinste Wohlfühlsozialismus für unser total verblödetes Staatsvolk, das muß man zugeben !

    Die gleiche volkswirtschaftliche Großtat hat Greenspan in den 80-er Jahren und dann immer wieder begangen, als er im Falle sinkender Börsenkurse oder Staatspleiten in Rußland, Malysia oder Thailand etc. einfach die Notenpresse angeworfen hat. Mittlerweile machen das die Japaner auch schon lange so und die Europäer sind auch schon drauf gekommen.

    Das , was uns vor den Folgen bewahrt ist, daß wir quasi im Gleitflug der wichtigsten Wirtschaftsräume dem Abgrund zutreiben und die Anleger durch diese Politik derart viel Geld haben(man kann ja durch Pleiten keines verlieren bzw. der Steuerzahler ersetzt es), daß sie gar keine Alternative haben, als es diesen Staaten zu leihen und zu beten.

    Mit dem Aufstreben von China,Indien,Brasilien etc.sowie der Rohstoffnationen wie Australien, wird sich das aber bald ändern, ja, hat es schon angefangen sich zu ändern und dann Gnade uns Gott!

  2. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 07:35

    Was macht dieser Herr Aiginger ohne Arbeiterkammer ?

    Muss denn das sein, dass man die Menschen blöd macht im Auftrag der Arbeiterkammer ?

    Werte Arbeiterkammer, Sie sind doch eine im Verfassungsrang institutionalisierte Organisation, die eigentlich die Wahrheit vertreten müsste, ja müsste, wenn da nicht die Sozialisten wären, die offenbar auch lügen müssen, um ihre Ideologie 'durchzubringen', zu welchem Zweck denn ? Zum Zweck des Erreichen des Zieles der österreichischen sozialistischen Einheitspartei ? Und Sie fühlen sich bemüssigt, Ihren Auftrag zugunsten der Mehrheit in Ihrem Gremium zu Parteipropaganda zu mißbrauchen, oder ? Alle, die da mitmachen, machen sich mitschuldig, auch die Arbeiterkammer, die entgegen ihrem objektiven und neutralen Auftrag handelt.

    Jede Lüge, die Sie von sich tönen lassen, werte Arbeiterkammer, ich lese auch ihre periodische Druckschrift, jede Manipulation, jede 'Zurechtrückung', die Sie abweichend von der Wahrheit durchführen lassen, jedes gutmenschliche Gestöhne ist ein Mosaiksteinechen für Österreichs Weg in die kommunistische (derzeit noch sozialistische) Diktatur.

    Dass Herr Aiginger als Abhängiger exponiert korrumpierbar ist, unterscheidet ihn vom österreichischen Durchschnitt, der gewissenlos sich korrumpieren lässt, der also die Anständigkeit zugunsten des Vorteils und zu Ungunsten der Wahrheit hinanstellt, eben kaum und der Name 'Experte' wird hier mißbraucht.

    Wo man in Österreich hinsieht, da wachsen die Lügen und Korruptionsblüten.

    Wie sollen wir da demokratisch, ehrlich und tüchtig was voranbringen, wenn keiner die Ziele verfolgt, sondern sie boykottiert, werte Arbeiterkammer ?

    Sand im Getrieb Österreichs sind immer diese von den Einheitsmedien begleiteten Lügen, Manipulationen, Korruptionen und Hilfe und Mosaiksteinchen auf dem Weg zur sozialistischen Diktatur.

  3. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 08:23

    Prof. Aiginger betrachtet die WIFO-Satzungen zur Unabhängigkeit von Politik- und Wirtschaft nur für deren wissenschaftliche Tätigkeit. Seine Aussagen zur aktuellen Wirtschaft könnten aber genau genommen auch von AK, ÖGB oder anderen sozialdemokratisch dominierten Organisationen stammen, daher wird er dort auch gerne als intellektueller "unabhängiger" Wirtschaftsguru herumgereicht. Warum lässt sich dies alles der WIFO-Präsident Christoph Leitl gefallen, welcher bekanntlich auch Präsident der WKO ist. Oder ist er auch schon nach links abgetriftet?

  4. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 04:02

    Ja, es ist schon unglaublich, wie sehr das Haus den Menschen formt!

    Als der ehemalige ÖVP Mann Aiginger für die rote Trutzburg WIFO (steht für den ARBÖ der Wirtschaftsforschung) zum Chef berufen wurde, vertrat er durchaus realökonomische Ansichten.
    Heute, nach ca. 10 Jahren, ist er in seinen Ansichten von einem Gewerkschafter nicht mehr zu unterscheiden. Oder sind es einfach die heutigen ÖVP Leute, die keine Standfestigkeit mehr haben?

  5. Ausgezeichneter Kommentatoralfons adam Partner Homepage
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 10:22

    Es ist der "demographische Faktor", der eine immer größere Rolle spielt. Helmut Kramer vom Wirtschaftsforschungsinstitut warnte schon 2003 vor einem Wachstumseinbruch aus Mangel an jungen Erwachsenen. Zu rechnen sei mit einer Senkung des Sozialproduktes. Aus der Alterung der Bevölkerung würden sich nicht nur für das Pensionssystem Probleme ergeben, sondern auch für das Gesundheits- und das Pflegesystem, die Gestaltung und Finanzierung der Infrastruktur und für den Arbeits- und Kapitalmarkt. Einem Bericht der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2004 ist zu entnehmen, die nächsten fünf Jahre seien die letzte Chance für Maßnahmen innerhalb der demographischen Entwicklung, bevor ein rascher Alterungsprozeß einsetzt. Auf gut deutsch: Es fehlen die Kinder, die in den letzten Jahrzehnten verhütet oder abgetrieben wurden.
    Und was geschieht von seiten der hohen Politik? Gender Mainstreaming als Mittel zur Schaffung des neuen Menschen ganz nach marxistischem Muster und zur endgültigen Zerstörung der Familie.
    Haben wir wirklich nur die Möglichkeit zu jammern und auf die ganz große Katastrophe zu warten? Oder sollten wir nicht bei der wichtigsten menschlichen Institution, der Familie, ein Gegenmodell entwickeln und damit in die Politik gehen?
    Ich glaube, daß dies die einzige Chance wäre, die wir haben.

  6. Ausgezeichneter KommentatorAmtsbekannt
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 13:23

    Zwar hat A.U. recht, aber

    sie vergessen

    ihre Interpretation versteht der Durchschnittsösterreicher sicher nicht, aber die
    von Aiginger, nämlich: mehr Lohn = mehr Ausgaben =mehr Konsum

    versteht er sicher...und da liegt der kleine aber taktisch feine Unterschied der Linken.

  7. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Graser
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 10:52

    In einer gestrigen Nachrichtensendung in einem ORF-Radio postulierte ein Sprecher, dass "die Krise" jetzt eigentlich überstanden und beendet sei, unerklärlicherweise aber dennoch der Konsum und die Handelseinnahmen sinken.

    Nächster Satz: Die Wirtschaftskammer wird jetzt dagegen eine breit angelegte Initiative unter Einbeziehung aller Interessensvertreter starten.

    Na dann. Man wird aber doch irgendwie das Gefühl nicht los, dass der Krebskranke sich nur mit Handlauflegen oder Plazebo-Pulverln heilen möchte ...

    Schon seit längerer Zeit äußerst interessant ist auch die schier unerschöpfliche Länge "dieser Krise", die argumentativ somit für fast alles herhalten darf.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juli 2011 16:15

    „… er sagt nicht dazu, dass insbesondere in Österreich der Konsum und auch die Reallöhne am Höhepunkt der Finanzkrise […] besonders stark gewachsen sind …“

    Na sowas. Was gäbe es dazu auch zu sagen?

    Die Summe von Lohn- und Einkommensteuern ist von 2008 auf 2009 stark gefallen (- 6,5 %), von 2009 auf 2010 etwas mäßiger (- 1,3 %) und wird 2011 (lt. Planzahlen des BMF) erst wieder das Niveau von 2008 erreichen.
    Die Umsatzsteuer (Mwst.) ging 2009 um 1 % zurück und erholte sich 2010 wieder (+ 2,2 %).

    Die Körperschaftssteuer hat stark abgenommen (2008 auf 2009 – 35, 4 %), erholte sich 2010 wieder etwas (2009 – 2010 + 17,4 %), es wird aber noch ziemlich lang brauchen, bis das Niveau von 2007/2008 wieder erreicht sein wird. Aber da haben andere Faktoren einen gewissen „Nachhalleffekt“.

    Wenn eine gewisse Zurückhaltung bei den Lohnforderungen angebracht ist, dann nur, um nicht in eine „Stagflation“ zu kommen, aus der man bekanntermaßen nur sehr schwer wieder heraus und in die Gänge kommt. Was allerdings voraussetzt, dass „Vater Staat“ sich ebenfalls mit Belastungen zurückhält, was angesichts der von Brüssel verordneten „Spendierhosen“ („Greek-Sponsoring“ etc.) eher unwahrscheinlich ist.
    Man wird versuchen müssen, einen Mittelweg einzuschlagen und nicht alles auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung abladen.
    Auch so kann man die „überhöhten Lohnforderungen“ verstehen.

    Und, so nebenbei sei es angemerkt:
    Kauft Waren, deren Wertschöpfung (Lohntangente) hauptsächlich im eigenen Land erfolgt ist.
    Das müsste man allerdings propagieren, bedauerlicherweise traut man sich höherenorts aber nicht, das zu tun.

    Tja. Mitgegangen, mitgefangen …
    Ob der kollektive Hals aus der Schlinge gezogen werden kann, das wird sich weisen.
    Bei dem gesamtwirtschaftlichen „Verständnis“ unserer „Peers“, ob beamtet oder sich bloß berufen fühlend, unaufgefordert ihren Kren zu spenden, hab’ ich da so meine Bedenken.


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  12. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    30. Juli 2011 09:25

    Ah, 'die Mehrheit dieser Ausgaben fließt direkt an ausländische Produzenten.'

    Man muss nicht mal die VGR und die Außenhandelsstatistik bemühen. Wenn man sich mit gesundem Menschebverstand durchüberlegt, wie viel der Wertschöpfung beim Kauf eines asiatischen Produktes wirklich in Asien anfällt, tut einem das'mehrheitlich' schon weh. Alleine die Einzelhandelsspannen liegen üblicherweise bei 100%, nur dadurch verbleibt schon die halbe Wertschöpfung in Österreich.

    Und damit ist die Wertschöpfungskette noch lange nicht zu Ende.

  13. Neppomuck (kein Partner)
    29. Juli 2011 16:15

    „… er sagt nicht dazu, dass insbesondere in Österreich der Konsum und auch die Reallöhne am Höhepunkt der Finanzkrise […] besonders stark gewachsen sind …“

    Na sowas. Was gäbe es dazu auch zu sagen?

    Die Summe von Lohn- und Einkommensteuern ist von 2008 auf 2009 stark gefallen (- 6,5 %), von 2009 auf 2010 etwas mäßiger (- 1,3 %) und wird 2011 (lt. Planzahlen des BMF) erst wieder das Niveau von 2008 erreichen.
    Die Umsatzsteuer (Mwst.) ging 2009 um 1 % zurück und erholte sich 2010 wieder (+ 2,2 %).

    Die Körperschaftssteuer hat stark abgenommen (2008 auf 2009 – 35, 4 %), erholte sich 2010 wieder etwas (2009 – 2010 + 17,4 %), es wird aber noch ziemlich lang brauchen, bis das Niveau von 2007/2008 wieder erreicht sein wird. Aber da haben andere Faktoren einen gewissen „Nachhalleffekt“.

    Wenn eine gewisse Zurückhaltung bei den Lohnforderungen angebracht ist, dann nur, um nicht in eine „Stagflation“ zu kommen, aus der man bekanntermaßen nur sehr schwer wieder heraus und in die Gänge kommt. Was allerdings voraussetzt, dass „Vater Staat“ sich ebenfalls mit Belastungen zurückhält, was angesichts der von Brüssel verordneten „Spendierhosen“ („Greek-Sponsoring“ etc.) eher unwahrscheinlich ist.
    Man wird versuchen müssen, einen Mittelweg einzuschlagen und nicht alles auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung abladen.
    Auch so kann man die „überhöhten Lohnforderungen“ verstehen.

    Und, so nebenbei sei es angemerkt:
    Kauft Waren, deren Wertschöpfung (Lohntangente) hauptsächlich im eigenen Land erfolgt ist.
    Das müsste man allerdings propagieren, bedauerlicherweise traut man sich höherenorts aber nicht, das zu tun.

    Tja. Mitgegangen, mitgefangen …
    Ob der kollektive Hals aus der Schlinge gezogen werden kann, das wird sich weisen.
    Bei dem gesamtwirtschaftlichen „Verständnis“ unserer „Peers“, ob beamtet oder sich bloß berufen fühlend, unaufgefordert ihren Kren zu spenden, hab’ ich da so meine Bedenken.

  14. cmh (kein Partner)
    29. Juli 2011 11:05

    Wegnehmen! Solange wir für den gekauften Ramsch noch eigene Räumlichkeiten anmieten, kann es uns nicht schlecht gehen.

    Wegnehmen! Jetzt muss ich mir doch tatsächlich einen Flachbildschirm zulegen, obwohl ich die Gebrauchsanweisung für den Videorecorder immer noch nicht ganz durchschaut habe.

    Wegnehmen! Wäre es nicht billiger, Ägypter einzufliegen und hier Urlaub zu machen, als alle Prolos in die Domrep zum toasten zu schicken?

    Wegnehmen! Wieviele Jugendliche bringen sich Computerspiele bei und können nicht einmal Blockflöte?

    Wegnehmen! Wieviel Bier kriege ich für den Wert eines hipen Handys? Da müsste man allerdings von Angesicht zu Angesicht miteinander reden.

    • Wertkonservativer
      29. Juli 2011 12:32

      Hej, cmh;

      da geht's Ihnen ähnlich wie mir! Wenn ich da und dort nicht weiterweiss, frage ich meine Enkerln (die spielen Geige und Cello; Blockflöte haben sie keine!).

      Aber, insgesamt, habe ich Ihren Sarkasmus und den Witz dahinter schon verstanden!

      (mail to: gerhard@michler.at)

  15. APM (kein Partner)
    29. Juli 2011 09:06

    Die Argumentation gegen vernunftbezogene Reallohnerhöhungen ist so entwaffnend, dass sie in ihrer Art der linken Idiotenmafia durchaus den 1.Rang ablaufen kann. Es ist nicht zu übersehen, dass es auch schon früher schon arge Schul, wie auch andere Probleme gegeben hat.

  16. Mag. Karl Rinnhofer
    29. Juli 2011 01:25

    @AntonVolpini
    Keine Frage; die Erfolge Raidls rund um Böhler-Uddenholm sind beachtlich; aus Staatsbetrieben Marktfähiges zu machen ist ohnedies eine Heerkulesaufgabe (möchte sehen, wie es jemandem mit der ÖBB ginge) Er ist ein charismatischer Wirtschaftsexperte; der zudem durch seriöse Diskussionskultur besticht.

    Enttäuscht“ kann man nur sein, wenn man von einem berechtigt guten Bild ausgeht und daher eine Kontinuität der Aussagen und Haltungen gewünscht hätte. Forcieren neuer Steuern – noch dazu de facto von Substanzsteuern angesichts des Missverhältnisses von Inflation zu Sparzinsen, deren “Ertrag“ rundum heuchlerisch als „Gewinn“ bezeichnet wird der durch Steuern „aus Gerechtigkeitsgründen“ beschnitten wird - das passt nicht zum „curriculum“ Raidls. Und ein Gegenrechnen durch Entlastung anderer Abgaben verlangte er auch nicht, setzte nur begrifflich (und in der Auswirkung problematisch) Vermögenssteuern (die er ablehnt) von vermögensbezogenen Steuern (die er als „Vermögenszuwachssteuern“ empfiehlt) ab.

    Ich würde auch keineswegs so weit gehen, Raidl als Opportunisten zu bezeichnen (bei Aiginger bin ich mir nicht so sicher); es gibt eben auch Sachzwänge; und – wie Sie richtig schreiben – die Dominanz der VOEST im weiteren Verlauf war leider unübersehbar. Genau diese Dominanzverhältnisse wurden damals in der Kerngegend (Kapfenberg; Bruck an der Mur, wo Raidl das Gymnasium absolvierte) mit Entsetzen (vielleidcht men subjektiver Eindruck) registriert.

    Wie auch immer: Aus dem so darnieder liegenden Böhler-Konzern ein konkurrenzfähiges Unternehmen bemacht zu haben, das sich auf dem freien Markt behaupten würde, nötigt Respekt ab Achtung ab.

    Niemand – ich glaube hier auch im Sinne der anderen „Kritiker“ zu sprechen -bricht insgesamt den Stab über Raidl.

    • Karl Rinnhofer
      29. Juli 2011 06:02

      @Rinnhofer
      Entschuldigung; nicht beweren, liebe Blogteilnehmer. Der Teyxt ist SUbkommentar zum Tet eines Blogpartners. Verscuhe es jetzt noch einmal.

  17. Haider
    28. Juli 2011 22:58

    Gestern berichtete im Deutschen Fernsehen ein Unternehmer, er würde gerne 12 bis 15 Lehrlinge für technische Berufe aufnehmen. Es bewerben sich jedoch leider nicht genügend brauchbare (der grundrechnungsarten Kundige) junge Menschen (bisher lediglich vier!). Für einen gleichfalls angebotenen Lehrplatz als Bürokraft hätten sich jedoch über 200 gemeldet. Dienstleistung ist schon wichtig, aber ohne Produktivität werden wir uns diese auf Dauer leider nicht leisten können. Drei Lehrer pro Schüler, für jedes Einfamilienhaus einen Polizeiposten, für jeden Patienten eine spezielle Privatklinik u.s.w. - das spielt's halt nicht!

  18. inside
  19. Amtsbekannt
    28. Juli 2011 13:23

    Zwar hat A.U. recht, aber

    sie vergessen

    ihre Interpretation versteht der Durchschnittsösterreicher sicher nicht, aber die
    von Aiginger, nämlich: mehr Lohn = mehr Ausgaben =mehr Konsum

    versteht er sicher...und da liegt der kleine aber taktisch feine Unterschied der Linken.

  20. DerTurm
    28. Juli 2011 12:04

    Wenn wir nur die Möglichkeit hätten, FREIWILLIG die "Mitgliedschaft" in einer Kammer zu wählen, anstatt zwangsvergattert zu werden, dann würde die Sache vermutlich ganz anders aussehen.

    Aber so wird die Zwangsbeglückung in der Verfassung einbetoniert und den Arbeitnehmern der Monatliche Abzug der Zwangsbeiträge auf dem Lohnzettel verheimlicht...

  21. Karl Rinnhofer
    28. Juli 2011 11:56

    Der Kommentar enthält eine bedauerliche Inkonsequenz gegenüber der bisherigen Argumentationslinie:

    Seit langem wird zu Recht beklagt , dass sich unser Wohlfahrtstaat in Richtung auf einen unwürdigen Taschengeld-Staat zu bewegt, der durch weit überzogene Abgaben vor allem auf Arbeit, dem gebrochenen Konnex zwischen eingebrachter Leistung und verfügbarem Einkommen und einem völligen Auseinanderklaffen von akzeptablen Brutto- und sehr bescheidenen Nettogehältern dem Bürger de facto die legitime Hoheit über den Ertrag des Erarbeiteten weitgehend vorenthält.

    Und dann wird mokiert, dass ein Mehr in der Geldbörse „direkt an ausländische Produzenten fließt, was chinesische, taiwanesische, vietnamesische und malayische Staatstresore längst vor Euro- und Dollarnoten überquellen lässt“.

    Konsumkrafterhöhung für Fleißige ist sehr wohl wünschenswert, doch darf sie nicht über die ein weiteres Stimulieren der Lohn-Preisspirale erfolgen. Denn diese schwächt die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft erneut, treibt die Inflation weiter, bringt durch die Wirkung der kalten Progression dem Arbeitnehmer ohnedies nichts, bringt noch mehr „Staatsquote“ und damit Politikern noch größere Manöviermasse zum Kauf von Wählerstimmen.

    Im Verein mit der Hochbelastung der Wirtschaft und der leistungsdemotivierenden Wirkungen des ausufernden Versorgungsstaates stärkt dies erst recht die Konkurrenzfähigkeit der oben erwähnen „erfolgreichen Staaten und füllt tatsächlich deren Tresore – und nicht die Konsumkrafterhöhung für Leistungsbereite.

    Konsumkrafterhöhung muss durch Redimensionierung der Steuern, durch tendenzielles Annähern der Netto- an die Bruttogehälter erfolgen, sie bleibt wünschenswert und lässt sich nicht durch argwöhnischen Blick auf allfällige Vorteile für erfolgreich exportierende Länder relativieren. Wollen wir diesen Paroli bieten, muss das nur durch Belastungsminimierung der Wirtschaft erfolgen.

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2011 02:27

      @Karl Rinnhofer 28. Juli 2011 11:56

      "Der Kommentar enthält eine bedauerliche Inkonsequenz gegenüber der bisherigen Argumentationslinie:"

      Wenn Sie mit "Kommentar" den Artikel des Herrn Dr. Unterberger meinen, verstehe ich nicht was Sie mit "Inkonsequenz" meinen.

      Mir sind darin außer 4 Tippfehlern keine sonstigen Fehler aufgefallen. Sie zeigen auch selbst keine auf.

      Ansonsten stimme ich Ihnen zu, vermisse allerdings eine etwas grundsätzlichere Stellungnahme, z.B.:

      Daß Wohlstand nicht dadurch entsteht, daß man ihn KONSUMiert...

      Daß höhere Löhne die Produktionskosten und damit die Preise erhöhen...

      Daß Staat und Gewerkschaften (auch) die Löhne nichts angehen...

      Daß Gewerkschaften mit ihren Streiks und Flächentarifverträgen Arbeitslose "schaffen" und damit zugunsten einer privilegierten Gruppe erheblichen Schaden anrichten...

      Aber nix für ungut. Geht halt nicht alles auf einmal, wenn man zu sehr in die Details einsteigt und dabei die grundsätzlichen Zusammenhänge aus den Augen verliert.

    • Karl Rinnhofer
      29. Juli 2011 06:52

      @xratio
      @Xratio
      Jawohl, ich meinte eine argumentative Inkonsequenz von Dr. Unterberger gegenüber SONSTIGEN Tagebuchartikeln; leider haben Sie meinen Subkommentar dazu offenbar nicht genau genug gelesen, um zu bemerken, dass ich auf Ihrer Seite – und der Dr. Unterbergers - bin und mich KEINESWEGS für Lohnerhöhungen im Sinne Aigingers ausspreche, weil diese Forderung bloß populistisch und unverantwortlich ist, sie die LOHN-PREISSPIRALE erhöhen, INFLATION weiter anheizen und die KONKURENZFÄHIGKEIT unser Wirtschaft gefährden würde. Wir leben schon jetzt über unsere Verhältnisse.

      Die Inkonsequenz besteht darin, dass Dr. Unterberger im aktuellen Tagebucheintrag höhere KONSUMKRAFT an sich SKEPTISCH betrachtet, weil sich darüber (Zitat Unterberger) „mehrheitlich das Ausland freuen kann. Denn die Mehrheit dieser Ausgaben fließt direkt an ausländische Produzenten - was chinesische, vietnamesische, taiwanesische, malaysische Staatstresore längst vor Euro- und Dollarnoten überquellen lässt“.

      Die Inkonsequenz besteht also nicht innerhalb dieses Tagebuchkommentars, sondern im Widerspruch zu Aussagen bisher, wonach (zu Recht) geklagt wird, dass infolge viel zu hoher Steuern durch den ausufernden und nicht sparwilligen Staat die Nettogehälter (und natürlich auch die Gewinne der Unternehmer) im Vergleich zum „großartigen“ Brutto bescheiden sind und damit nur relativ geringe Kaufkraft übrigbleibt. Das muss sich auch auf die so dringend notwendige Leistungsmotivation negativ auswirken. Konsumkrafterhöhung als solche wird somit in den Vorgänger-Tagebuchartikeln grundsätzlich positiv, in diesem skeptisch beurteilt. Dabei geht es aber um die Mittel, diese zu erreichen: Überforderung der Wirtschaft muss tabu sein.

      Ihre Kritik an meinem Subkommentar geht somit völlig ins Leere; erst recht, dass Sie mich genau darin zu belehren oder korrigieren zu müssen glauben, worin ich ohnedies Ihrer Meinung bin,. (siehe 1 Absatz): Es wäre GIFT, wenn angesichts eines (kurzen) Aufblühens der Konjunktur (vielleicht ist es nur ein trügerisches Zwischenhoch) die Lohnrunde überzogen würde; die in der Krise ohnedies – zumindest in einigen Bereichen – bereits eine Vorwegnahme auf „bessere Zeiten“ war, ebenso wäre es Gift, wenn angesichts de vielbeschworenen „sprudelnden Steuereinnahmen“ neue Begehrlichkeiten an Staats-Gratisleistungen stimuliert würden. Wenn schon höhere Nettolöhne erwogen werden, könnte dies nur über eine Verminderung der durch kalte Progression enorm gestiegenen Arbeitsbesteuerung erfolgen. Die Wirtschaft muss höhere Löhne erst erarbeiten, das kann sie nur, wenn sie gestärkt wird –durch Steuersenkungen. Denn durch unangemessenen und klassenkämpferische Begehrlichkeiten von Arbeiterkämmern und von diesen abhängigen Wirtschaftsforschern wird sie geschwächt.

      Und wahrscheinlich ist sogar Steuersenkung eine Illusion, den Priorität muss die längst verschleppte Sanierung des Staatshaushalts haben – allerdings vor allem durch Einsparungen, also auf der Ausgabenseite.

      Schluss: Konsumkrafterhöhung ist grundsätzlich nichts Schlechtes - auch dann nicht, wenn sie in einigen Bereichen ausländischen Produzenten nützt - , doch gegenwärtig illusorisch und absolut tabu, wenn durch nicht durch Produktivität gedeckte Lohnerhöhungen erzwungen.

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2011 14:49

      @Karl Rinnhofer 29. Juli 2011 06:52

      Ich teile, wie angemerkt, Ihre Meinung durchaus, werter Karl Rinnhofer, verstehe jetzt wohl auch, daß Sie mit "Inkonsequenz" die von Dr. U. nicht erwähnte Höhe der Staatsquote meinen, womit Sie ebenfalls recht haben.

      Schon bei der ersten Lektüre störte mich Dr. Unterbergers Seitenhieb auf "das Ausland" als Ausdruck etatistisch-kollektivistischen Denkens übrigens am meisten.
      So als würden Staaten oder Völker wirtschaften...
      So als sei grenzüberschreitender Handel etwas anderes als innerstädtischer oder innerstaatlicher.

      Schief und widersprüchlich außerdem, daß Zahlungen an ausländische "Produzenten" automatisch irgendwelche "Staatstresore(sic) überquellen" lassen sollen.

      Ganz grundsätzlich vermisse ich dann aber den Hinweis, daß wie alle Preise so auch alle Löhne frei von jedem Staatseingriff und Vertragsbruch (Streik) allein durch Angebot und Nachfrage zustande kommen sollten.

      Auf irgendein "Produktivitätswachstum" und andere Floskeln kommt es dafür ebenfalls nicht an.
      Zu welchem Preis jemand arbeiten will und welche Löhne ein anderer dafür zu zahlen bereit ist, geht uns, die wir damit nichts zu tun haben, einen feuchten Kehricht an.

      Was in solchen Äußerungen implizit zum Ausdruck kommt, sind geheime Ablehnung oder mangelndes Verständnis der Grundprinzipien der Marktwirtschaft. - Egal ob lokal, innerstaatlich oder international: ich sehe da keine Unterschiede von Relevanz.

      Aber Merkantilismus und engstirniger Nationalismus feiern halt immer wieder fröhliche Urständ.

  22. Helmut Graser
    28. Juli 2011 10:52

    In einer gestrigen Nachrichtensendung in einem ORF-Radio postulierte ein Sprecher, dass "die Krise" jetzt eigentlich überstanden und beendet sei, unerklärlicherweise aber dennoch der Konsum und die Handelseinnahmen sinken.

    Nächster Satz: Die Wirtschaftskammer wird jetzt dagegen eine breit angelegte Initiative unter Einbeziehung aller Interessensvertreter starten.

    Na dann. Man wird aber doch irgendwie das Gefühl nicht los, dass der Krebskranke sich nur mit Handlauflegen oder Plazebo-Pulverln heilen möchte ...

    Schon seit längerer Zeit äußerst interessant ist auch die schier unerschöpfliche Länge "dieser Krise", die argumentativ somit für fast alles herhalten darf.

    • terbuan
      28. Juli 2011 11:28

      Diese Gesundbeterei läuft ja schon seit Monaten!
      Als ich vergangenen Oktober in Berlin war, hingen in den S-Bahn Stationen riesige Transparente mit der Aufschrift "DIE KRISE IST VORBEI" (ich glaube sie waren vom "Verband der deutschen Industrie")

    • Helmut Graser
      28. Juli 2011 11:35

      Stimmt.

      Höchst amüsant finde ich insbesondere jene Personen oder Institutionen, die je nach Eigeninteresse abwechselnd die Krise für beendet oder als aufrecht erklären müssen.

      Beispiel: "Forderung nach Lohnerhöhung". Krise ganz schlecht. Daher Krise weg, damit die "sich bereits erholte Wirtschaft" zur Kasse gebeten werden kann.

      Beispiel: "Forderung nach mehr Steuern". Krise gut. Daher Krise wieder da, damit "Spekulanten" und "die Reichen" als Schuldige vorgeschoben werden können.

  23. alfons adam
    28. Juli 2011 10:22

    Es ist der "demographische Faktor", der eine immer größere Rolle spielt. Helmut Kramer vom Wirtschaftsforschungsinstitut warnte schon 2003 vor einem Wachstumseinbruch aus Mangel an jungen Erwachsenen. Zu rechnen sei mit einer Senkung des Sozialproduktes. Aus der Alterung der Bevölkerung würden sich nicht nur für das Pensionssystem Probleme ergeben, sondern auch für das Gesundheits- und das Pflegesystem, die Gestaltung und Finanzierung der Infrastruktur und für den Arbeits- und Kapitalmarkt. Einem Bericht der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2004 ist zu entnehmen, die nächsten fünf Jahre seien die letzte Chance für Maßnahmen innerhalb der demographischen Entwicklung, bevor ein rascher Alterungsprozeß einsetzt. Auf gut deutsch: Es fehlen die Kinder, die in den letzten Jahrzehnten verhütet oder abgetrieben wurden.
    Und was geschieht von seiten der hohen Politik? Gender Mainstreaming als Mittel zur Schaffung des neuen Menschen ganz nach marxistischem Muster und zur endgültigen Zerstörung der Familie.
    Haben wir wirklich nur die Möglichkeit zu jammern und auf die ganz große Katastrophe zu warten? Oder sollten wir nicht bei der wichtigsten menschlichen Institution, der Familie, ein Gegenmodell entwickeln und damit in die Politik gehen?
    Ich glaube, daß dies die einzige Chance wäre, die wir haben.

  24. ambrosius
    28. Juli 2011 08:43

    Der Schwachsinn, der uns da zum wiederholten mal vorgesetzt wird, nämlich der mit den angeblich volkswirtschaftlich notwendigen Lohnsteigerungen, ist uralt und eigentlich wirklich schon so abgelutscht, daß man sich nur wundern kann, dass sich immer wieder Leute trauen, sowas zu wiederholen und sich immer wieder Volltrotteln unter den Wählern findet, die den Stuß auch glauben.

    Ebenso habe ich-im übrigen gebildete- Sozialisten ( natürlich beim ORF arbeitend) getroffen, die doch wirklich überzeugt behauptet haben, ein Staat könne sich, anders als ein Privater, hemmungslos verschulden und brauche seine Schulde nie zurück zahlen (diese Meinung ist vermutlich die Vulgärversion jenes ökonomischen Gesetzes, das eine nominell gleichbleibende Schuld bei steigendem Nationalprodukt tatsächlich kleiner wird.)

    Ähnliches hat sich das Duo Kreisky-Androsch 1975 geleistet (nachdem alle von den Vorregierungen angesammelten Reserven verprasst waren) als man meinte, eine Wirtschaftsflaute durch Steigerung der Staatsschuld um ein paar hundert Prozent zu bekämpfen und sich dann wunderte, das der Effekt bei Deutschen Autobauern, bei japanischen Elektronikgeräteherstellern und in den Urlaubsländern eingetreten ist, nicht aber in Östereich. War aber der reinste Wohlfühlsozialismus für unser total verblödetes Staatsvolk, das muß man zugeben !

    Die gleiche volkswirtschaftliche Großtat hat Greenspan in den 80-er Jahren und dann immer wieder begangen, als er im Falle sinkender Börsenkurse oder Staatspleiten in Rußland, Malysia oder Thailand etc. einfach die Notenpresse angeworfen hat. Mittlerweile machen das die Japaner auch schon lange so und die Europäer sind auch schon drauf gekommen.

    Das , was uns vor den Folgen bewahrt ist, daß wir quasi im Gleitflug der wichtigsten Wirtschaftsräume dem Abgrund zutreiben und die Anleger durch diese Politik derart viel Geld haben(man kann ja durch Pleiten keines verlieren bzw. der Steuerzahler ersetzt es), daß sie gar keine Alternative haben, als es diesen Staaten zu leihen und zu beten.

    Mit dem Aufstreben von China,Indien,Brasilien etc.sowie der Rohstoffnationen wie Australien, wird sich das aber bald ändern, ja, hat es schon angefangen sich zu ändern und dann Gnade uns Gott!

    • Günther Hoppenberger (kein Partner)
      29. Juli 2011 11:29

      Ambrosius: Bevor man über die Höhe von Staatsverschuldungen und über Tilgungsmöglichkeiten diskutiert, sollten doch einmal die Grundsatzfragen gestellt werden: Warum muss sich ein Staat überhaupt verschulden? Bei wem? Welches Geld bekommt er? Könnten alle Staaten ihre Schulden tilgen?

  25. Observer
    28. Juli 2011 08:23

    Prof. Aiginger betrachtet die WIFO-Satzungen zur Unabhängigkeit von Politik- und Wirtschaft nur für deren wissenschaftliche Tätigkeit. Seine Aussagen zur aktuellen Wirtschaft könnten aber genau genommen auch von AK, ÖGB oder anderen sozialdemokratisch dominierten Organisationen stammen, daher wird er dort auch gerne als intellektueller "unabhängiger" Wirtschaftsguru herumgereicht. Warum lässt sich dies alles der WIFO-Präsident Christoph Leitl gefallen, welcher bekanntlich auch Präsident der WKO ist. Oder ist er auch schon nach links abgetriftet?

  26. Josef Maierhofer
    28. Juli 2011 07:35

    Was macht dieser Herr Aiginger ohne Arbeiterkammer ?

    Muss denn das sein, dass man die Menschen blöd macht im Auftrag der Arbeiterkammer ?

    Werte Arbeiterkammer, Sie sind doch eine im Verfassungsrang institutionalisierte Organisation, die eigentlich die Wahrheit vertreten müsste, ja müsste, wenn da nicht die Sozialisten wären, die offenbar auch lügen müssen, um ihre Ideologie 'durchzubringen', zu welchem Zweck denn ? Zum Zweck des Erreichen des Zieles der österreichischen sozialistischen Einheitspartei ? Und Sie fühlen sich bemüssigt, Ihren Auftrag zugunsten der Mehrheit in Ihrem Gremium zu Parteipropaganda zu mißbrauchen, oder ? Alle, die da mitmachen, machen sich mitschuldig, auch die Arbeiterkammer, die entgegen ihrem objektiven und neutralen Auftrag handelt.

    Jede Lüge, die Sie von sich tönen lassen, werte Arbeiterkammer, ich lese auch ihre periodische Druckschrift, jede Manipulation, jede 'Zurechtrückung', die Sie abweichend von der Wahrheit durchführen lassen, jedes gutmenschliche Gestöhne ist ein Mosaiksteinechen für Österreichs Weg in die kommunistische (derzeit noch sozialistische) Diktatur.

    Dass Herr Aiginger als Abhängiger exponiert korrumpierbar ist, unterscheidet ihn vom österreichischen Durchschnitt, der gewissenlos sich korrumpieren lässt, der also die Anständigkeit zugunsten des Vorteils und zu Ungunsten der Wahrheit hinanstellt, eben kaum und der Name 'Experte' wird hier mißbraucht.

    Wo man in Österreich hinsieht, da wachsen die Lügen und Korruptionsblüten.

    Wie sollen wir da demokratisch, ehrlich und tüchtig was voranbringen, wenn keiner die Ziele verfolgt, sondern sie boykottiert, werte Arbeiterkammer ?

    Sand im Getrieb Österreichs sind immer diese von den Einheitsmedien begleiteten Lügen, Manipulationen, Korruptionen und Hilfe und Mosaiksteinchen auf dem Weg zur sozialistischen Diktatur.

    • Wolfgang Bauer
      28. Juli 2011 09:08

      Danke Ihnen für diese klare Ansage! Wer Herrn Tumpel über Jahre beobachtet, bekommt einen heiligen Zorn: Versagen und Misswirtschaft bei der BAWAG, seine Gemahlin war zugleich Bankenaufseherin, die beiden haben 'glaubhaft' versichert, dass sie zu Hause nie darüber geredet haben; natürlich nicht, das wäre ja inkompatibel gewesen! Untertauchen danach, Auftauchen, wie wenn nichts gewesen wäre, dauernde SP-Propaganda auf Kosten der Zwangsmitgliedsbeiträge, die noch dazu am Lohnzettel unter "Soziales" versteckt wird. T. verteilt persönlich vor Wahlen sozialistisches Propagandamaterial.

      Die sprichwörtlichen Pharisäer waren dagegen ehrliche Leute! Mag. Tumpel muss nämlich die Zusammenhänge kennen, seine Frau kann ihm alles erklären.

    • Josef Maierhofer
      28. Juli 2011 09:21

      @ Wolfgang Bauer

      Auch, wenn man die Hintergründe nicht kennt, reicht das Dargebotene schon aus, um diese Mißverhältnisse, Korruptionen, Lügen, etc. zu erkennen.

      Lauter Lügen- und Propagandagebäude, nichts von Pflicherfüllung und Wahrheit, 'Bonzokratur' pur.

      Aber danke für Ihre Hintergrundinformation, die ich so arg nicht vermutet hätte, das mit dem Propagandamaterial, das kenne ich pesrönlich von Herrn Tumpel.

    • brechstange
      28. Juli 2011 09:58

      @alle

      Kann es sein, dass Frauenquoten dazu dienen, Frauen an diverse Stellen zu bringen, die nichts durchschauen und damit manipulierbar sind, dass machtgierige Menschen diese Quoten wollen um Demokratie- und Kontrollinstanzen effizient zu umschiffen?

    • Karl Rinnhofer
      28. Juli 2011 15:23

      @Brechstange
      Die diversen Quoten (es gibt unzählige weitere, siehe unten) fügen sich in die allgemeine Tendenz nicht mehr auf echter Kompetenz beruhend Sozialchancen zu vergeben, sondern – basierend auf inflationär ausgesellten, somit wertlosen Attesten – nach anderen, politisch definierten Kriterien. Selbstverständlich ist ein dumm gehaltenes Volk - erst recht, wenn „Dumme“ (und Dumminnen) in diverse Funktionen gehievt wurden leichter zu regieren. Jeder sitzt so am Schleudersitz, ist ständiger Bittsteller, agiert nach dem Prinzip unkritischen vorauseilenden Gehorsams. So stabilisiert sich ein peudodemokratisches, de facto bereits diktatorischen System. Dazu kommt die flankieende Maßnahme des „Für-Verdächtig-Erklärens“ aller echten Eliten.

      Bemerkenswert und bezeichnend ist, dass sich in der Regel gerade hochintelligente Frauen (die es zu Hauf gibt und die eine ihrer Qualifikation entsprechende Funktion zugewiesen bekommen mögen) sich am vehementesten gegen die Quotenregelungen aussprechen, da diese für sie zu Recht eine Beleidigung darstellen. So wird gerade den Tüchtigsten das Stigma einer „Quoten-T....“ umgehängt, worin die wahre Diskriminierung besteht.
      Man beachte in diesem Zusammenhang die heuchlerische Begriffswahl Gehrers, als „Quoten“ nicht mehr die beste Presse hatten: „positive Diskriminierung“

      Es gib ja noch weitere angedachte Quoten“ (für Migranten, für bildungsferne Schichten etc.). Selbst die gegenüber vor allem aus Deutschland gerichteten „positivem Diskriminierungen“ Inländerquoten bei den Aufnahmetests für das Medizinstudium betrachte ich – b ei allem pragmatischen Verständnis – skeptisch und hoffe nicht als „Nestbeschmutzer“ dazustehen: : Ist es nicht eine Schande für unser Bildungssystem, wenn sich unsere Abgänger gegen Malus-Flüchtlinge mit „Quoten“ statt durch fachliche Überlegenheit „schützen“ müssen? Auch ich wollte nicht im EU-Ausland schon bei Studieneinschreibung diskriminiert werden, nur weil ich nichdt nicht den richtigen Reisepass habe, zumal grundsätzlich Mobilität und Internationalität bei unseren allzu „sesshaft-inlandfixierten“ Studenten wichtig wäre .

    • Josef Maierhofer
      28. Juli 2011 16:09

      @ Karl Rinnhofer

      Ich denke die Limitierung etwa bei den Medizinern liegt darin, dass unverhältnismässig mehr ausländische Bewerber vorliegen, als es für Österreich verantwortbar ist (Ärztemangel) und für die Uni verantwortbar ist wegen der zahlenmässig auf Österreich zugeschnittenen Ausbildungsplätze.

      Es ist meines Erachtens ein Zeichen der Schwäche für das Deutsche Numerus Clausus System, einfach die eigenen Plätze zu limitieren und die Arbeit mit den in Deutschland 'abgewiesenen Studenten' den 'anderen' zu überlassen.

      Ich denke bei den Medizinern ist es ein Deutsches Problem, das wir bewältigen müssen laut EU Urteil, darum verstehe ich unsere Politiker nicht, warum sie vor so einer EU auf dem Bauch liegen. Warum sollen wir in Österreich für 10x so große Staaten hier ein Medizinstudium planen und ausstatten, wer zahlt denn das ?

    • Karl Rinnhofer
      28. Juli 2011 17:13

      @Josef Maierhofer
      Ihr Einwand ist absolut richtig. Das einseitige Numerus Clausus-System der Deutschen, dem Österreich nichts entgegenhält, hat diese Unsymmetrie geschaffen, und in der Tat ist es nicht einsichtig, warum Österreich die deutschen Numerus-Clausus-Flüchtlinge in dieser Menge auf Kosten der Inländer in dieser Dimension ausbilden soll, die später dem Ausbildungsland gar nicht zur Verfügung stehen werden. Allein darum sollte auch über Studiengebühren nachgedacht werden.

      Das ist eine Gratwanderung, doch jede Art von Quoten ist mir suspekt; in diesem Falle mögen sie „das geringere Übel“ sein.

      Natürlich sind auch punktuellen Prüfungen mit derartiger Auslesequote, wie es bei den Medizinern der Fall ist, und derartig schicksalhafter Konsequenz nicht „das Gelbe vom Ei“. Die seither angebotenen Kurse („Aufnahmeprüfung leicht gemacht“ etc. ) und „Lernhilfen“, mit denen sich einige Institute und Verlage profilieren, erinnern an die Zeiten de ehemaligen Aufnahmsprüfungen an Gymnasien, die man damals aus guten Gründen abgeschafft hatte. Doch die Konsequenzen, die man daraus zog, waren total falsch: Statt auf spätere Eignungs-und Leistungskontrolle durch langfristige Beobachtung zu ersetzen, kam „Pädagogik des Schiebens und Ziehens und Heruntersetzen der Anspruchsniveaus. “

      So kam es dazu, dass „Matura“ nichts mehr wert ist, - die doch zu allen Studien berechtigen solle.Und jetzt raucht man wieder um Jahre zeitversetzt – Aufnahmsprüfungen ....

    • Haider
      28. Juli 2011 22:29

      Der Volksmund formuliert es naturgemäß etwas drastisch: "Mit voller Hose läßt sich leicht stinken." Ein Verein wie die AK, der ex lege von Zwangsmitgliedern lebt, und sich daher in keiner Weise um die Meinung seiner Mitglieder kümmern muß, ist mir a priori suspekt. Wozu Zwangsmitgliedschaft mit Zwangsbeiträgen verleiten, führt uns der ORF täglich vor.

    • Kapuzerer (kein Partner)
      29. Juli 2011 08:20

      Verehrter Herr Maierhofer, ihre Befürchtung daß Österreich kommunistisch werden würde wird wohl nur zur Hälfte eintreten, bzw. ist schon eingetreten. Wie gesagt, nur zur Hälfte, nämlich was die Gesellschaftspolitik betrifft, was sehr schlimm ist. Die Wirtschaftspolitik wird dadurch nicht tangiert bzw. nicht negativ beeinflußt, vielmehr kommt ihr die linke Gesellschaftspolitik doch sehr gelegen, erzeugt sie doch den bindungslosen Konsumtrottel, den prinzipienlosen Nachplapperer - mit solchen Typen kann auch die Wirtschaft gut denn die sind eine leicht manövrierbare Masse, nicht nur für die linken Ideologen, sondern eben auch für die Wirtschaft.
      Längst arbeiten die Linken in ihrer ideologischen Verblendung der Wirtschaft in die Hände indem sie zum Beispiel auch noch die letzte Hausfrau auf den Arbeitsmarkt treiben. Liebe, dasein für die Familie - das wird den Leuten ausgetrieben. Daß Frauen vielleicht aus Liebe zu Mann und Kindern sich ganz der Familie widmen können wird mit vereinten Kräften der Politik vereitelt. Zu diesem Zweck hat man sogar ein Frauenministerium erfunden und mit der unseligen Heinisch-Hosek besetzt! Grauenhaft!

    • Josef Maierhofer
      29. Juli 2011 08:33

      @ Kapuzerer

      Sie haben in allen Punkten recht und es ist sehr ernst.

      Konsumtrottel sind einfach zu handhaben, aber wie dauerhft sind diese 'Spaßgeschäfte' eigentlich wirklich ? Sie werden immer mehr zu Ende gehen und gegen die Bedarfsindustrie, meist höherwertig, ausgetauscht werden müssen mit fortschreitender Inflation und Not.

      Familienzerstörung ist wohl die schlimmste sozialistische Tat an unserer Gesellschaft und wir haben nur noch 'Trans-', 'Gender-', etc. und 'Hinüber'-typen und wer sich sehenden Auges umblickt, der glaubt, er wäre am falschen Planeten.

    • Undine
      29. Juli 2011 13:17

      @Kapuzerer

      "Daß Frauen vielleicht aus Liebe zu Mann und Kindern sich ganz der Familie widmen können wird mit vereinten Kräften der Politik vereitelt."

      Alleine für diesen Satz (natürlich auch für den kompletten Beitrag!) kriegen Sie von mir eine Menge Sternderl! In diesem knappen Satz steckt so viel Wahrheit und Weisheit drinnen. Leider "versteht" man diese Sprache heute nicht mehr; man kann sich ja dafür nichts "kaufen".

  27. Wertkonservativer
    28. Juli 2011 05:20

    Der Herr Aiginger war mir von Anfang mit seiner zerquetschten Art nicht allzu sympathisch; seine Analysen und Kommentare haben mich auch nie wirklich vom Sessel gerissen!

    Wenn er Kaufkraft und Reallohn-Zuwächse allein für eine gute Wirtschaftsentwicklung Österreich wünscht und fordert, zeigt das - wie A.U. klar definiert - auch nicht von echter Kompetenz:
    die Wirtschaftskraft der Unternehmen ist zu stützen und zu fördern; der Warenexport ist unsere wichtigste Zukunftsoption!

    Was Wirtschaftsforschung und -Beurteilung anlangt, ist Felderer n.m.M. schon ein ganz anderes Kaliber!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Karl Rinnhofer
      29. Juli 2011 08:25

      @Wertkonservativer
      Genau so ist es. Die Konsumkraft mit Gewalt durch überzogene Lohnforderungen zu pushen (anders wäre das allfällig bei Steuersenkungen) und damit die Wirtschaft in ihrer internationalen Konkurrenzfähigkeit zu schwächen, gleicht einem Maler, der mangels Aufträgen von außen sein eigenes Haus ausmalt und dafür auf Pump Materialien einkauft, um dann hinauszuposaunen, wie gut ausgelastet sein Gewerbebetrieb doch sei.

      Im übrigen bedaure ich zutiefst, dass von einzelnen (nicht von Ihnen) mein Beitrag offensichtlich falsch, ja gegenteilig verstanden wurde, sodass ich in einem Subkommentar eine Klarstellung anbot.

  28. Anton Volpini
    28. Juli 2011 04:02

    Ja, es ist schon unglaublich, wie sehr das Haus den Menschen formt!

    Als der ehemalige ÖVP Mann Aiginger für die rote Trutzburg WIFO (steht für den ARBÖ der Wirtschaftsforschung) zum Chef berufen wurde, vertrat er durchaus realökonomische Ansichten.
    Heute, nach ca. 10 Jahren, ist er in seinen Ansichten von einem Gewerkschafter nicht mehr zu unterscheiden. Oder sind es einfach die heutigen ÖVP Leute, die keine Standfestigkeit mehr haben?

    • brechstange
      28. Juli 2011 10:09

      Sg Hr. Volpini,
      auch Raidl sagte mal, im Alter wird man Sozialist. Obwohl die Erfahrung eigentlich das Gegenteil mit sich bringen müsste, weil Sozialismus in Abhängigkeit und Bequemlichkeit führt.

      Viele Personen haben wichtige Positionen errungen, die sich offenbar aus Überzeugung oder aus Bequemlichkeit der Wohlfühlindustrie nicht entgegenstellen und damit Mitschuld tragen am Zustand der Republik. Leider.

    • Karl Rinnhofer
      28. Juli 2011 15:00

      @Brechstange
      Raidl ist für mich eine bittere Enttäuschung wie so viele aus der steirischen ÖVP, der „Partei der Leistungsträger“, welche die „persönliche Verantwortung verteidigt“: und deren prominente Vertreter sich dann sozialistischer positionieren als manche Sozialisten. Man denke an die fanatischen Befürworter der Gesamtschule gerade aus der Steiermark – ÖVP, die in den Gremien des Bildugsvolksbegehrens von Herrn Androsch sitzen (Schnider, Schilcher) oder sich mit Aussagen „Pro gemeinsame Schule der 10 bis 14/15 –Jährigen, „Matura und Studium“ für alle „profilieren“ (Edlinger-Ploder, Karl)

      Doch zurück zu Raidl: Vehement fordert er seit langem „vermögensbezogene Steuern“ als „Vermögenszuwachssteuer“, befürwortet somit zusätzlich zur „Kapital-„Ertrags“-Steuer die „Wertpapier“-Steuer“, beides längst Substanzbesteuerungen, weil damit die unter Inflationsniveau angesiedelten Spar- bzw. Aktien „Erträge“ selbst bei den (üblichen) Verlusten für den verantwortungsbewusst Sparenden in den Fiskus fließen.

      Und wie vehement verteidigt er die angeblich unbedeutende österreichische Inflation und läßt Hinweise auf den „kleine Warenkorb“ nicht zu.

      Ja, „im Alter wird jeder Sozialist“ – hat auch Herr Raidl – wie zu viele – nicht mehr die Kraft hat, dem Mainstream zu widerstehen und trügerisch auf Vollkasko-Versorgung zu vertrauen?

    • Rosi
      28. Juli 2011 16:02

      Ich glaube auch, daß Aiginger und Raidl Opportunisten sind.
      Der alte weise Spruch lautet doch:

      "Wer in der Jugend kein Sozialist ist, hat kein Herz, wer es im Alter noch ist,
      hat keinen Verstand."

    • Anton Volpini
      28. Juli 2011 19:23

      brechstange, Karl Rinnhofer, Rosi

      Hr. Raidl hat mit Böhler eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hingelegt. Er hat aus dem ehemals abgewirtschafteten Staatsbetrieb einen international spezialisierten Konzern gemacht. Letztendlich mußte er sich aber den Eigentümern fügen, die Kasse machen wollten, und so kam Böhler Uddeholm unter die Fittiche der Voest.
      Obwohl ich es auch mit Spruch von @Rosi halte, und den umgekehrten Weg für bedenklich finde, sollten wir noch nicht den Stab über ihn brechen.

    • Karl Rinnhofer
      29. Juli 2011 06:06

      @Volpini (Antwort auf den Subkommentar "Herr Raidl hat mit Böhler ..." ; war oben leider disloziert)
      Keine Frage; die Erfolge Raidls rund um Böhler-Uddenholm sind beachtlich; aus Staatsbetrieben Marktfähiges zu machen ist ohnedies eine Heerkulesaufgae (möchte sehen, wie es jemandem mit der ÖBB ginge) Er ist ein charismatischer Wirtschaftsexperte; der zudem durch seriöse Diskussionskultur besticht.

      Enttäuscht“ kann man nur sein, wenn man von einem berechtigt guten Bild ausgeht und daher eine Kontinuität der Aussagen und Haltungen gewünscht hätte. Forcieren neuer Steuern – noch dazu de facto von Substanzsteuern angesichts des Missverhältnisses von Inflation zu Sparzinsen, deren “Ertrag“ rundum heuchlerisch als „Gewinn“ bezeichnet wird der durch Steuern „aus Gerechtigkeitsgründen“ beschnitten wird - das passt nicht zum „curriculum“ Raidls. Und ein Gegenrechnen durch Entlastung anderer Abgaben verlangte er auch nicht, setzte nur begrifflich (und in der Auswirkung problematisch) Vermögenssteuern (die er ablehnt) von vermögensbezogenen Steuern (die er als „Vermögenszuwachssteuern“ empfiehlt) ab.

      Ich würde auch keineswegs so weit gehen, Raidl als Opportunisten zu bezeichnen (bei Aiginger bin ich mir nicht so sicher); es gibt eben auch Sachzwänge; und – wie Sie richtig schreiben – die Dominanz der VOEST im weiteren Verlauf war leider unübersehbar. Genau diese Dominanzverhältnisse wurden damals in der Kerngegend (Kapfenberg; Bruck an der Mur, wo Raidl das Gymnasium absolvierte) mit Entsetzen (vielleidcht men subjektiver Eindruck) registriert.

      Wie auch immer: Aus dem so darnieder liegenden Böhler-Konzern ein konkurrenzfähiges Unternehmen bemacht zu haben, das sich auf dem freien Markt behaupten würde, nötigt Respekt ab Achtung ab.

      Niemand – ich glaube hier auch im Sinne der anderen „Kritiker“ zu sprechen -bricht insgesamt den Stab über Raidl.

    • Rosi
      29. Juli 2011 10:07

      S.g.Herren Volpini und Rinnhofer,
      ich würde das (auch) so verstehen, daß sich sachliche Kompetenz und Opportunismus nicht ausschließen. Im Gegenteil: Die beiden sind zwei unterschiedliche Aspekte, die voneinander unabhängig zu betrachten sind, denn der eine ist ethisch, der andere auf der fachlichen Ebene.

  29. werauchimmer
    28. Juli 2011 01:36

    Nachhaltigkeit ist gut für die Auen und Frösche, damit letztere darin noch Jahrtausende nach uns fröhlich balzend quaken können, aber nicht für die Wirtschaft. Die Wirtschaft ist nämlich nur für den Schädling Mensch da, und der gehe am Besten schon in der nächsten Generation zugrunde ....

  30. libertus
    28. Juli 2011 01:19

    "Wer heutzutage von der Politik Nachhaltigkeit verlangt, gehört zum Arzt" frei nach einer glasklaren Erkenntnis eines allseits bekannten Nadelstreifsozis!





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