Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Was alles plötzlich möglich ist, wenn die Politik Nachwuchs-Sorgen hat

Die Ruhensbestimmungen sind eine der dümmsten Regelungen in diesem Lande. Sie sind ökonomisch falsch, sie sind sozialpolitisch schädlich, sie sind demographisch ein Aberwitz und sie sind zutiefst ungerecht. Jetzt endlich will die Koalition Hand an sie legen – aber in Wahrheit nur die eine Ungerechtigkeit durch eine andere, noch mehr provozierende ersetzen.

Ruhensbestimmungen bedeuten: Jeder, der vor dem Vollpensionsalter mehr als eine Geringfügigkeit von 374 Euro im Monat verdient, wird mit dem Wegfall der Pension bestraft.

Das ist gleich aus mehreren Gründen zutiefst ungerecht und falsch. Erstens, weil die gleiche Regelung nicht für Beamte gilt, die dazuverdienen dürfen, soviel sie wollen. Das ist zweitens auch deshalb ungerecht, weil die Regelung ob des ungleichen gesetzlichen Pensionsalters vor allem Männer trifft.

Das ist drittens angesichts der demographischen Katastrophe schwachsinnig: Die Regierung öffnet gerade mit der Rot-Weiß-Rot-Card neue Schleusen für auf dem Arbeitsmarkt benötigte Zuwanderer (samt dem Recht auf Familienzusammenführung mit ihren unabsehbaren sozialen Konsequenzen), während absolut arbeitsfähige Jahrgänge, die unsere Wirtschaft auf Grund ihrer Erfahrungen dringend benötigen würde, aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden.

Das schadet viertens auch dem Pensionssystem: Denn arbeitende Jungpensionisten würden auch wieder Beiträge einzahlen; außerdem könnte man ihnen durchaus eine leichte Kürzung ihrer Pension zumuten, etwa um zehn bis zwanzig Prozent des dazuverdienten Betrags. Oder eine Kürzung der Pension auf jene Höhe, den ihre in den Jahrzehnten davor eingezahlten Beiträge versicherungsmathematisch wert sind (die man ja berechnen kann, auch wenn der Staat das eingezahlte Geld längst verprasst hat). Es muss dabei der mittelweg gefunden werden, sodass sowohl die Motivation des potentiell Arbeitswilligen erhalten bleibt wie auch das Pensionssystem davon finanziell profitiert.

Parallel zu einer solchen Änderung des Pensionssystems wäre es sinnvoll, wenn auch die Kollektivverträge flexibler würden. Dabei müsste vor allem das absurde Anciennitätsprinzip (Biennien, Quinquennien, Dienstalterszulagen usw.) wegfallen, das einen Sechzigjährigen für Arbeitgeber massiv teurer macht als einen Dreißigjährigen an einem gleichen Arbeitsplatz. Obwohl es nur wenige Arbeitsplätze gibt, wo die Erfahrung und Verlässlichkeit des Älteren wirklich mehr wert ist als die Kraft und Dynamik des Jüngeren.

Nun will die Koalition diese Ruhensbestimmungen ändern. Aber jeder Hurra-Ruf bleibt einem sofort in neuer, noch gesteigerter Empörung stecken. Denn die Politik will diesen Skandal nur für sich selbst abstellen, genauer gesagt für die Bürgermeister. Der Grund: Es finden sich in immer mehr Gemeinden Österreichs keine halbwegs fähigen Persönlichkeiten mehr, die noch bereit sind, die schlecht bezahlte und oft viel Schimpf eintragende Rolle eines Gemeindeoberhaupts zu übernehmen.

Kaum haben das die Großparteien bemerkt, kaum entdecken sie, dass in der Altersklasse zwischen 55 und 65 viele fähige Männer und Frauen nur wegen der Ruhensbestimmungen auf die Übernahme solcher Aufgaben verzichten: Schon wird flugs das Gesetz geändert. Aber eben nur für Bürgermeister. Dass in Zehntausenden anderen Fällen genauso Handlungsbedarf bestünde, interessiert die Politik nicht. Dort geht es ja „nur“ um die steuerzahlende Wirtschaft. Und um den Lebenssinn vieler Menschen.

Die größte Reformbremse sind da natürlich wieder Gewerkschaft und Arbeiterkammer. Diese argumentieren immer noch mit der angeblichen Notwendigkeit, durch zwangsweise Abschiebung der Alten Arbeitsplätze für die Jungen zu schaffen. Dabei haben sie aber absurderweise gleichzeitig die Rot-Weiß-Rot-Card akzeptiert, die eine neue Immigrationswelle nach Österreich hereinholen wird. Weil eben in immer mehr Bereichen die qualifizierten Arbeitskräfte ausgehen (und weil die unqualifizierten für unqualifizierte Arbeiten zu teuer sind).

PS: Am schlauesten wäre es natürlich, wenn (auch) die Hacklerregelung abgeschafft würde. Denn dann würden plötzlich viel mehr Menschen wieder für den Arbeitsmarkt – also auch für Bürgermeister-Jobs – zur Verfügung stehen. Manche werden die Notwendigkeit, länger zu arbeiten, zwar nur mit unglücklichem Gesicht hinnehmen. Aber es haben ja nur neomarxistische Rattenfänger vorgegaukelt, dass Arbeit immer das reinste Vergnügen sein müsste.

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print


alle Kommentare

  1. Norbert Mühlhauser

    Obwohl es nur wenige Arbeitsplätze gibt, wo die Erfahrung und Verlässlichkeit des Älteren wirklich mehr wert ist als die Kraft und Dynamik des Jüngeren.

    Das würde ich nicht so sagen. Aber der Wert der Erfahrung wird meistens nicht so hoch sein, wie es in den KV-Anhebungen oder in den Vorrückungen bei den Staatsbediensteten zum Ausdruck kommt.

    Vom plötzlichen Leistungsabfall durch burn-out, Depression, Sinnkrise etc einmal abgesehen, natürlich ....



  2. Celian

    Arbeiterkammer und Gewerkschaft bemühen sich redlich in der Verbreitung des marxistischen Mythos, daß der Unternehmer die Arbeitnehmer ausbeutet.

    So kann verdeckt sein, daß tatsächlich der Staat mit seinen Beamten die Arbeitnehmer der privaten Wirtschaft ausbeutet. Als Steuerempfänger ist es den Inhabern des Staates, den Beamten, möglich auf Kosten der Untertanen zu leben ohne zu arbeiten. Zur weiteren Förderung des Schmarotzertums hat der Staat für seine braven Lakaien, die sich durch besonders fleißiges parasitäres Verhalten hervorgetan haben, auch noch das Privileg der Ruhensbestimmungen eingeführt. Ein Golden Handshake der besonderen Art, ein Feuerwerk das nicht verpufft: Wer es schafft, in den Vorruhestand zu kommen, darf doppelt abkassieren. Er erhält eine fürstliche Pension, die weit über der ASVG liegt. Und außerdem darf er als Konsulent o. ä. nach Lust und Laune weiterhin ins Amt kommen, wofür ihm auch noch ein Salär bewilligt wird. Wer auf solch Rosen gebettet ist, hat wahrlich ausgesorgt! Rosen sind rot, also muß man ein Roter sein.

    Von solchen Ruhensbestimmungen, dem Ausruhen auf seinen parasitären Lorbeeren, kann der Mitarbeiter in der Privatwirtschaft nur träumen. Was nur logisch ist: er hat sich seine Lorbeeren ja auch nicht durch Schmarotzen verdient.



  3. machmuss verschiebnix

    Gesetze für die Gesetzgeber ?

    Immer wieder mal hört oder ließt man sinngemäß:
    "..die Politiker werden sich doch nicht selber schaden..."
    Sie tun es aber laufend, nur sind sie ziemlich ausgefuchst,
    wenn es darum geht, wiedermal irgendein Anlaß-Gesetz schön
    zu reden.

    Clientel-Politik soweit man sieht - für diese "Minderheiten"
    wird viel getan - die Mehrheit darf blechen. Man wundert sich
    gradezu, warum die SOZIS noch nicht auf die Idee gekommen sind,
    der Minderheit der hier wohnenden Engländer zu erlauben, in
    gewohnter Weise links zu fahren. Ist das nicht schrecklich
    diskriminierend .

    Es kratz mich nicht, wenn sich die Polit-Bonzen selber schaden.
    Blöd nur, daß sie damit dem gesamten Staats-Gefüge schaden.
    Vermutlich verstehen sie das als "regieren für das Volk".
    Demnach ist derern Clientel "DAS Volk" - wer zum Kuckuck sind
    dann wir anderen ???

    Es ist völlig undenkbar, daß sich diese Zustände unter dem
    herschenden Polit-Filz bessern werden, das Gegenteil ist seit
    Jahren zu beobachten !!!

    Deshalb sollte die ganze Polit-Mischpoche endlich zum Teufel gejagt
    werden und stattdessen eine sachorientierte Experten-Regierung
    eingesetzt werden (Notregierung solange, bis die Restrukturierung
    vollzogen ist).

    Wir landen sonst tatsächlich noch bei der "Alternative" Strache.
    Das würde zwar dem Altparteien-Filz wieder einen Super-Joker in
    die Hand geben: alles, was sie selber bisher verschleppt hatten,
    würde dann der FPÖ angehängt werden (derzeit zieht ja noch das
    Schüssel-Bashing). Aber Österreich wäre dann wohl "abbruchreif",
    ein Fall für die "Entsorgung".



    • phaidros

      Deshalb sollte die ganze Polit-Mischpoche endlich zum Teufel gejagt
      werden und stattdessen eine sachorientierte Experten-Regierung
      eingesetzt werden


      An sich eine überlegenswerte Idee. Ginge aber nur mit einem Aufstand (chancenlos) oder nach einem Putsch (unrealistisch). Ergo bleibt alles wie gehabt.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • machmuss verschiebnix

      Wie wahr: "Ergo bleibt alles wie gehabt"

      Zumindest solange noch nicht alle Kassen leer sind und Wien noch
      nicht Ösimakakis heißt.

      Der einzig gangbare Weg, müßte mit Aufklärung/Meinungsbildung
      via Medien anfangen, wäre langwierig und hätte gestern nicht erst
      heute loslegen müssen. Die Medien - klar spielen die mit - die
      spielten bisher doch auch bei jeder noch so widersinnigen
      Wahlpropaganda mit. Es müßte nur jemand mit ausreichend Kleingeld
      in Form von großen Scheinen allmonatlich den Gönner raushängen
      lassen.

      Eine andere Option sehe ich sowieso nicht. Der Aufstand würde
      wohl eher von der verkehrten Seite kommen und für einen Putsch
      bräuchte man ein Militär, das wird aber grade weg "reformiert"
      (oder rot eingefärbt :) ).

      Die Einzigen, die das Steuer noch herumreißen könnten, sind
      Größen aus der Wirtschaft - und zwar europaweit oder gar nicht.

      Andernfalls wären zahllose Systemerhalter gezwungen, ihren
      mühsam aufgebauten Finanz-Polster in ein bodenständigeres
      Land zu verschieben, wo mit Weitsicht "gegen das Volk" regiert
      wird. Und jeder der hier nicht "irgendwie angebunden" ist,
      würde selber auch gleich dort bleiben.

      Wie uninteressant ein Staat ohne seine "Zugpferde" für Investoren
      ist, sehen unsere Polit-Fuzzis noch nicht ein: wie eine Firma
      ohne Personal.

  4. thomas lahnsteirer

    Solange es noch Heerscharen von Pensionsanwärtern unter dem Glassturz der Gemeinde Wien, der ÖBB und diverser Landesverwaltungen (zB Salzburg) gibt, wird sich am Pensionssumpf nichts ändern.
    Und die Umstellungen auf ASVG in diesen Bereichen dauern viel zu lange.
    Das kostet und kostet und kostet



  5. Markus Theiner

    In der Theorie wäre die Sache recht einfach.

    Wenn man das Pensionssystem als Versicherungssystem begreift, dann haben sich die Pensionisten durch ihre Prämien diese Leistung verdient und könnte die selbstverständlich in voller Höhe ausgezahlt werden, ganz egal wie viel die weiterhin dazu verdienen.
    Versteht man die Pensionen aber als Sozialleistung - also einen Solidarbeitrag der Allgemeinheit für jene, die sich altersbedingt nicht selbst erhalten können - dann dürfte die eigentlich sowieso nur ausgezahlt werden wenn die Leute garnicht mehr arbeiten können. Womit sich dann die Frage nach dem Zuverdienst nicht stellen würde.

    In der Praxis ist es natürlich deutlich komplizierter. Einerseits weil sich die altersbedingte Arbeitsunfähigkeit kaum objektiv feststellen lässt (und was ist mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit?).
    Vor allem aber, weil wir ein Mischsystem haben. Und dieses Mischsystem erlaubt den Politikern immer den Aspekt zu betonen den sie gerade brauchen - was uns zum System der wohlerworbenen Sozialleistungen gebracht hat.

    Am sinnvollsten wäre es überhaupt das gesamte System umzustellen:
    Eine Versicherungspflicht (mit freier Auswahl der Versicherung) für Pensionen mit gesetzlichen Mindeststandards und eine Sozialhilfe für jene, die trotzdem im Alter keine ausreichende Pension und keine Arbeit haben. Aber wie jede Sozialhilfe sollte auch diese nur das Existenzminimum (wo auch immer das liegt) abdecken und voraussetzen, dass der Betroffene alles ihm mögliche tut um sich selbst zu erhalten. Inklusive Arbeitswilligkeit sofern er arbeitsfähig ist - unabhängig vom Alter.

    Das mag hart klingen, aber von Nichts kommt nunmal nichts.



    • byrig

      auch wenn sie der meinung sein sollten,lieber markus theiner:das ist ein alter hut bzw.gegenstand der debatte seit jahrzehnten.im westen nichts neues.

  6. libertus

    Wenn man das gesetzliche Pensionsantrittsalter wenigstens genau einhielte, wäre keine so große Dringlichkeit gegeben, das Antrittsalter hinaufzusetzen, so wie es derzeit in Deutschland geschieht und außerdem könnte man dann GLEICHE Ruhensbestimmungen für alle Normalpensionisten einführen bzw. abschaffen - OHNE ANSEHEN DER PERSON.

    Ich verstehe nicht, warum sich die Politiker da derartig schwer tun - oder doch = Privilegienstadel perfekt?



  7. byrig

    es liegt noch viel im argen,die sogenannten ruhensbestimmungen sind nur ein kleiner teil davon.
    wie kann es sein,dass im beamtenbereich lediglich ein chefarzt entscheidet,ob jemand pensioniert werden soll?sowohle bei der gmeinde wien als auch beim bund.und v.a. bei der gemeinde wien des sozi häupl wird im auftrag der gemeindegewerkschaft sofort pensioniert.und der arme frühpensionierte kann dann mit 51 jahren jeden lukrativen nebenjob annnehmen,ohne fürchten zu müssen,dass ihm die pension gekürzt wird.
    besonders beliebt bei den genossen(ein solcher muss man allerdings sein) ist,wegen krankheit mit z.b. 53 in pension zu gehen,dann aber beim gleichen unternehmen der gemeinde wien einen lukrativen konsullentenjob anzunehmen,ohne einen cent einbusse an pension zu haben.genosse häupl macht das möglich.keine fiktion.bekannter von mir.
    zum kotzen.wobei der arme frühpensionist pumperlgesund ist,mit 54 wegen depression in pension geschickt wurde,mir gegenüber geäussert hat:sonst hätt ich mein neues haus nicht so leicht bauen können."
    ich finde:ruhensbestimmungen ja,für alle unter 65.danach:nein.



    • phaidros

      sonst hätt ich mein neues haus nicht so leicht bauen können.

      Sagenhaft. In meiner Umgebung ebenfalls ein ÖBBler, der mit Mitte/Ende 40 aus gesundheitlichen Gründen in Pension ging, aber in der Lage war, sein Haus Ziegel für Ziegel eigenhändig zu bauen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

      Eigentlich sind das Fälle für den Staatsanwalt: so etwas sollte die Tatbestände des schweren, gewerbsmäßigen Betrugs (Lebensunterhalt!) und der Staatsgefährdung erfüllen - falls es das nicht ohnehin tut.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • byrig

      sorry für die vielen rechtschreibfehler,hab nicht kontolliert.der freund war kein öbb-ler,sondern bank austria-beschäftigter-kfa-versichert.der arzt sagte:"sie haben ein burn-out,gell?"und der stellte die frage auf befehl der gewerkschaft der gemeindebediensten,der einst unser toller und korrupter sozialminister hundstorfer vosteht.
      so rennts bei den sozis.
      genosse,wir machen das für dich.du gehst mit 53 in die pensi.da fahrt die eisenbahn drüber.halt:die bei der eisenbahn gehen schon mit 52.
      zahlen tuns die depperten bürgerlichen.

  8. Observer

    Das ist generell ein altes Problem, wenn man ältere Leute länger (also bis zum offiziellen Pensionslater) im Arbeitsprozess belässt, dann werden die Posten den jüngeren Leuten vorenthalten. Da muss man einen akzeptablen Mittelweg finden.

    Was die Bürgermeisterposten betrifft, so sind die derzeitigen Saläre für diese "Nebenbeschäftigungen" (in kleineren Gemeinden meist als Teilzeit) gar nicht so schlecht. Das Problem ist vielmehr, dass man auch bei nur stundenweisen Einsatz den "Hauptberuf" vernachlässigen muss. Daher lehnen oft tüchtige Leute den Ruf "ihrer Partei" nach einem Spitzenplatz ab, denn ganz "aufgeben" will man diesen Posten auch nicht. So kommen eben meist Leute aus der Beamtenschaft oder sonstigen "geschützen Werkstätten" - welche leider nicht immer die besten sind - zum Zug. So versuchen nun die Grossparteien, für diese Funktionen "ihre" Pensionisten zu gewinnen und daher dieser Vorschlag zur Einkommensverbesserung.



  9. brechstange

    Ein Anlass jagt den nächsten, sowas nennt man Anlassgesetzgebung.

    Wir, Bürger, sollten noch mehr zur Bewusstseinsbildung der Politiker beitragen, indem wir viele Anlässe bilden.



  10. Josef Maierhofer

    Ohne Fleiß kein Preis.

    Ohne Arbeit kein würdiges Leben.

    Politik und Arbeit haben sich immer schon geschlagen, wir haben in Österreich fast ausschließlich arbeitshemmende Gesetze bis hin zur hohen Steuer auf Arbeit.

    Um Dr. Treichl's Worte zu gebrauchen, woher sollen denn die meisten heute in der Politik befindlichen Personen denn Kenntnisse über Arbeit nehmen, waren sie doch, leider sehr zahlreich, meist ihr Leben lang hauptsächlich mit der Eigenversorgung (Versorgungsjobs) und Lobbybildung (Korruption) beschäftigt ?

    Wirkliche Politiker allerdings müssen sehr viel arbeiten, an sich und an den Bügern, sie müssen alles tausendmal erklären können, bis jeder den Hintergrund verstanden hat, sie müssen Geduld haben und dürfen keine strategischen Fehler begehen, sie müssen persönlich integer sein, sie müssen flexibel sein und oft auch motivierend und bestimmend, sie benötigen einen feinen Sinn für die wirklichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten, u.v.a.m., also auf gut Deutsch, ein Politiker muß die 'eierlegende Wollmilchsau' sein, wenn er in die Lage kommen will, einen Beitrag leisten zu können. Das Schlimme an der Sache ist es aber für die Bürger, die wenigen echten von den vielen falschen Propheten zu unterscheiden. Das würde heißen, daß auch die Bürger schön langsam eigenverantwortlich, mündig, etc. werden müsssen und ihre eigene Meinung zu den entscheidenenden und wichtigen politischen Dingen bilden müssen, ohne auf die manipulierten Medien zu hören.

    Schämen müssen wir uns in Österreich, daß wir mittels Rot-Weiß-Rot Card Fachkräfte herankarren müssen, daß unser Schul- und Ausbildungssystem und die Motivation unserer Jugend so schlecht ist, daß wir zwar Unmengen von unnützen Akademikern (keine Eintrittsprüfungen, zuwenig Qualifikation und keinerlei Anpassung an den Bedarf) produzieren, aber die Fachkräfte, die wir benötigen, die partout nicht. Nein, da beschließen wir die Rot-Weiß-Rot Card. Schämen soll sich die SPÖ für ihr vehementes Eintreten für die sinnlose und drittklassige Gesamtschule und für die Destruktion auf dem Arbeitsmarkt, wo auch die Handschrift der Gewerkschaften zu finden ist. Wir brauchen nicht Apparatschiks, wir brauchen Fachkräfte und Spitzenkräfte und keinen Einheitsbrei. Die Nivellierung nach unten und die destruktive Haltung zu Arbeitsfragen (heutzutage ist es ja nur noch Zufall, wenn ein Arbeiter am Arbeitsplatz zu sein hat) haben nach Generationen der Destruktion nun Wirkung gezeigt, niemand will mehr was arbeiten, niemand will an sich arbeiten, alle wollen nur Geld oder Grundsicherung, niemand will der Gesellschaft mehr was anbieten.

    Zu den Ruhensbestimmungen wäre nur zu sagen, daß man sie alle auflassen könnte, haben wir doch ohnehin die Grundsicherung.

    Die Hacklerregelung ist damals gründlich daneben gegangen, die wäre ersatzlos zu streichen und statt dessen eine Schwerarbeiterregelung zu verwenden, worin festgelegt ist, welche Berufsgruppen dazu zählen dürfen und welche Kriterien anzuwenden wären, sodaß die wirklichen Notwendigkeiten abgedeckt sind. Hackler sind wir alle, mehr oder weniger, oder ?



  11. terbuan

    OT
    Zurück ins Jahr 1945
    Es gibt einen neuen Kommentar, der heute um 0:08 erschienen ist, mir mit mail von 12:05 mitgeteilt wurde, den aber offensichtlich noch niemand bemerkt hat, da er im Tagebuch nicht aufscheint!?
    http://www.andreas-unterberger.at/2011/05/zurueck-ins-jahr-1945/#comments



    • brechstange

      Danke für den Hinweis.

    • Observer

      Bitte das Datum beachten - ist noch nicht offiziell im Netz.

    • terbuan

      Observer.
      Ist halt ein richtiger Beobachter, vielen Dank, habe das Datum Übersehen :-)

    • terbuan

      Merkwürdig, er kann dennoch bereits kommentiert werden, ist aber nur über den Link im Email aufrufbar!

  12. socrates

    Kein Gesetz, das wie einst beginnt mit: "An alle meine Völker..........." ist schlecht, jedes das aussagt: "Für die Einen gilt esoi und für die Anderen esoi" ist undemokratisch und schlecht. Alle Demokraturen verkaufen an einzelne Gruppen verschiedene Rechte. Politiker haben alle Beamtenstatus, ebenso Postler, ÖBBler, Landesbeamte,etc. Die Politiker werden doch nicht sich selbst schaden, wo sie als "Berater" ein Vielfaches dazuverdienen. Hillegeist, der die Ruhensbestimmungen erfand, ein Feindbild meines Vaters, nahm auch gleich seine Genossen aus. Schließlich war die Monarchie schon lange tot und die Sozialdemokratie saß an der Kasse.
    Eine Pensionsreform nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten tut Not.



  13. Wertkonservativer

    Die Vorzugsbehandlung der Beamten hinsichtlich der Ruhensbestimmungen ist ein Relikt aus früheren Zeiten!
    Hinsichtlich Auswirkung dieser Bestimmungen auf Frühpensionisten bin ich gespalten. Einerseits verstehe ich die Stoßrichtung hinsichtlich Abschaffung dieser Fehlkonstruktion; andererseits meine ich, dass Frühpensionisten ja normalerweise bis zum Vollpensionsalter zu Normalkonditionen weiterarbeiten könnten (außer vielleicht die aus Krankheitsgründen pensionierten Mitbürger). Die Frühpension anzustreben, um dann erst wieder irgendwelche Tätigkeiten auszuüben, scheint mir nicht der Weisheit letzter Schluss!
    Ich z.B.habe die Vollpension (als Gewerbetreibender) abgewartet, um dann nach Pensionsantritt weiterhin in meinem Handelsgewerbe ohne Abschläge (aber natürlich unter einkommensteuerlicher Zusammenziehung von Pension + Gewerbegewinn + zweifacher SV-Abzüge) mit Intensität und Freude eine sinnvolle und extrem befriedigende Tätigkeit auszuüben.







Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung