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Rating – warum guter Rat teuer ist

Schwere Fehler der Ratingagenturen: Über diese Diagnose war man sich nach Ausbruch der Rezession rasch einig. Rasch wurde von der EU darauf die Gründung einer eigenen Rating-Agentur angekündigt. Um die ist es auffallend still geworden – zu Recht.

Die Fehler der Agenturen: Sie haben Papiere mit einem hohen Risikofaktor völlig falsch eingestuft. Das traf insbesondere amerikanische Immobilienverbriefungen. Denen war hohes Vertrauen entgegengebracht worden. Erstens weil Immobilien, zweitens weil Amerika, drittens weil Risikostreuung durch die Verbriefung. Man hat aber übersehen, dass Verbriefungen eher eine Risikokumulierung sind. Sobald der amerikanische Immobilienmarkt einbricht, geraten alle verbrieften Kredite gleichzeitig unter Druck. Ein peinlicher Fehler, der langfristig die Agenturen viel Vertrauen gekostet hat – zu Recht.

Vorsätzlicher Betrug konnte ihnen jedoch nicht nachgewiesen werden. Und völlig unberechtigt war dann die insbesondere von vielen europäischen Politikern vorgebrachte Kritik, weil die Rating-Agenturen in der Folge viel vorsichtiger wurden. Sie begannen, auch Staaten schlechtere Zeugnisse auszustellen. Denn sie erkannten, dass nicht nur Immobilien, sondern auch Staatsanleihen keineswegs absolut sicher sein können. Das absolut sichere Investment kann es gar nicht geben, ebensowenig wie eine rezessionsfreie Konjunktur.

Dennoch bastelte die EU lebhaft an einer eigenen Agentur, weil die anderen eine proamerikanische Schlagseite hätten. Diese dürfte es zumindest im Unterbewusstsein wohl wirklich gegeben haben. Nur übersah auch die EU, was das Allerwichtigste an einer Bewertungsagentur ist: das in sie gesetzte Vertrauen der Anleger.

Solches Vertrauen wird aber einer von Politikern geschaffenen Agentur mit Sicherheit noch viel weniger entgegengebracht. Sie hätte sich etwa lange nicht getraut, Griechenland, Irland, Portugal oder Spanien abzuwerten. Diese  Downratings waren zwar mehr als legitim, trotzdem attackiert die Politik gerne die Diagnose als Ursache eines Problems.

Das ändert nichts an der Vertrauenskrise der alten Rating-Agenturen. Abgesehen davon, dass Hellseherei ohnedies unmöglich ist, und im Wirtschaftsleben erst recht, haben sie noch einen großen Nachteil: Sie werden in der Regel von den bewerteten Firmen und Institutionen bezahlt. Das übt unterschwellig Druck aus, auch wenn er geleugnet wird. Aber wäre eine Agentur immer besonders streng, würden bald die Aufträge ausbleiben.

Anleger – die eigentlichen Profiteure seriöser Analysen – sind jedoch bis auf eine kleine Minderheit nicht bereit, für solche Dienste auch noch etwas zu zahlen. Daher müssen sie sich letztlich immer selbst aus möglichst vielen Informationen ein eigenes Bild malen: aus Aussagen der Rating-Agenturen, der Banken, der Anlegerschutzverbände, der Nationalbanken und Finanzaufseher. Und last not least aus seriösen Medien.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 01:37

    "Und last not least aus seriösen Medien"

    Gut, aber wo sind sie? Nämlich solche, die nur ihren Lesern verantwortlich, ehrlich, gegen den Strom schwimmend und nicht korrumpierbar berichten.
    Sie wären auf Dauer genausowenig überlebensfähig wie seriöse Politiker, seriöse Staatsbudgets, seriöse Finanzgeschäfte usw.

    Daher wird die nächste Rezession mit all ihren Auswüchsen unaufhaltsam auf uns zukommen.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteirer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 08:11

    Im Augenblick saust gerade wieder einmal die Kreditwürdigkeit Griechenlands bei den amerikanischen Ratingagenturen nach unten.
    Und die EZB, die europäischen Politiker beschwichtigen und die griechische Regierung protestiert.

    Wem soll man da glauben ?
    Im Zweifel immer noch den bestehenden Ratingagenturen. Bei aller Skepsis gegenüber den amerikanischen Agenturen. Eine schönfärberische EU-Agentur wäre keine Alternative und noch unglaubwürdiger.

    Die brutale Wahrheit über die finanzielle Situation Griechenlands überbringen uns die amerikanischen Boten. Die Griechen würden sie in alter Tradition gerne köpfen.
    Die Probleme wären dadurch nicht gelöst, sondern eher verschärft

  3. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 08:42

    Rating-agencies hatten nie eine andere Funktion als die eines Feigenblattes: Der denkfaule Finanzchef, der in ein bankrottes Unternehmen investiert hat, hat seinen Aktionären gegemüber die Ausrede , daß die Fima ja " Triple A " war und schon kann ihm nichts passieren. Man überlege einmal, wie es dagegen einem Finanzchef geht und welches Risiko er für seine eigene Karriere fährt, wenn er auf Grund eigener Überlegungen anders investieren will!

    Ratingagenturen sind also immer unnötig und schädlich gewesen. Selbst jetzt, wo das immer mehr Leute kapieren wie wertlos die Einstufungen dieser Firmen sind und wo die Manager dieses Business nervös werden
    gelingt es ihnen dennoch nicht, auch nur einen einzigen Fall als bedenklich zu erkennen, bevor die Spatzen nicht schon die Pleite von den Dächern pfeifen.

    Wenn Finanzignoranten wie die Frau Merkel eine europäische Argentur fordern, so zeigen sie nur, daß die nichts- aber schon überhaupt nichts gelernt oder verstanden haben.

    Die Einstufung Griechenlands auf " Schrottstatus" kommt gut 40 Jahre zu spät.
    Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch an die fürchterlichen Erfahrungen der Steyrwerke mit ihrem LKW Werk in Saloniki. Nichteinmal im Olivenöl kann das Land mit Spanien und Italien konkurrieren!
    Es ist ein absoluter Skandal, daß Verantwortliche der EU noch immer davon sprechen, neues Geld nach Griechenland zu pumpen( auf Kosten der eigenen Wirtschaft und der Steuerzahler ) mit der blöden Ausrede, daß die Abschreibungen wegen Griechenland im Falle, daß man es über das Kap Sunion gehen lässt, zu groß seien.Sie werden jedes Jahr größer!

    Und da beachtet man überhaupt noch Einstufungen einer Ratingagentur, überlegt eine eigene Ratingargentur und meint, daß das Eigentum an einer Ratingargentur eine Rolle spielt ?

  4. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 06:59

    Fitch ist eine europäische Ratingagentur und neben Moody´s und Standard&Poor´s eine der drei Großen der Welt. Fitch hat einen Sitz in London und gehört einer französischen Firma.
    Sollte Notwendigkeit nach einer weiteren europäischen Ratingagentur bestehen, so wird eine am freien Markt entstehen.
    Von politischer Seite eine Ratingagentur zu initiieren, wäre aber der völlig falsche Weg. Das Ergebnis dabei wäre dieselbe Verlogenheit und Manipulation im Großen, was bei uns der ORF im Kleinen ist!

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 07:36

    Meine kleine Welt.

    Das wirkliche Geld ist durch Arbeit erworben und durch Bedarf gedeckt. Der wirkliche Kredit ist der rückzahlbare Investitionskredit und der hat diese wahnsinnigen Risken (des teilweise Betruges) nicht. Der wirkliche Konsument deckt seinen eigenen Bedarf und nicht den Bedarf der Werbewirtschaft, der wirkliche Gewinn wird nicht fremd angelegt (maximal für Investitionen), sondern eigeninvestiert u.s.w. ...

    ... und dann bin ich in Europa aufgewacht, wo es nichts Wirkliches mehr gibt.

    Fred Sinowatz hätte gesagt, es ist alles so kompliziert, was sagen unsere heutigen gewählten oder von den Parteien hochgehievten 'Flaggschiffe' ? Sie machen sich ihre eigene 'Ratingagentur' oder lassen machen oder machen mit ....

  6. Ausgezeichneter Kommentatorinside
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 07:46

    Ratingagenturen: In letzter Konsequenz der Freibrief der Entscheidungsschwachen!

  7. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Mai 2011 06:54

    Die geheimnisumwitternden Aktivitäten und laufend selbstherrlich verkündeten Schicksalsentscheidungen der etablierten Rating-Agenturen sind mir seit Jahrzehnten ein "Buch mit sieben Siegeln".
    Nun, als gestandener Wirtschaftstreibender im Kleinformat halte ich mich eher an die positiven Werte-Kategorien im seriös-kaufmännischen Leben: Kunden- und Lieferantentreue, Seriosität, Handschlagsqualität, Risikoabschätzung usw.

    Man verzeihe einem naiven Menschen eine naive Frage:
    Praktisch alle Staaten der Welt sind schwer bis schwerst verschuldet, die großen Wirtschafts-Konstrukte ebenfalls (oft mit bescheidenen Eigenkapital-Anteilen).

    Wer und wo sind aber - bitte - die geheimnisvollen Geldgeber, die den jeweiligen Schuldnern das Geld gegen gute Zinsen zur Verfügung stellen?
    Die Banken können dies nur vordergründig sein: die fallen als Erste um, wenn's richtig "rundgeht"!

    Also, wer und wo ist der unheimliche, kreditzinsenverschlingende Moloch, der die Welt am finanziellen Gängelband führt?

    Hier im Forum sind etliche erstklassige Wirtschafts-Theoretiker und auch -Praktiker mit hochklugen Diskussionsbeiträgen aktiv:
    wer von Ihnen kann mir die von mir gestellte Frage einigermaßen schlüssig beantworten? Bereits im Voraus verbindlichen Dank!


alle Kommentare

  1. Victoria (kein Partner)
    22. Januar 2015 14:12

    It's a pleasure to find such ranoitality in an answer. Welcome to the debate.

  2. Joy (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:54

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  3. Mauree (kein Partner)
    19. Januar 2015 08:56

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  4. Fettercairn (kein Partner)
    15. Mai 2011 13:48

    "Denn sie erkannten, dass nicht nur Immobilien, sondern auch Staatsanleihen keineswegs absolut sicher sein können. Das absolut sichere Investment kann es gar nicht geben, ebensowenig wie eine rezessionsfreie Konjunktur."

    Entschuldigen, Herr Unterberger, das ist doch heuchlerisches Gewäsch. Seit wann hat man erst erkannt, dass auch Staatsanleihen "unsicher sein können"?? Na sowas gar, megalol!

  5. xRatio (kein Partner)
    13. Mai 2011 22:38

    @ambrosius 12. Mai 2011 08:23
    "Es handelt sich um künstliches Geld. Grundsätzlich schafft jede Bank, wenn sie Spareinlagen entgegennimmt und Kredit vergibt das sogenannte
    BUCHGELD."


    Sie irren, und zwar gewaltig! Daß die gesamte VWL-Hurenzunft immer wieder denselben Blödsinn verzapft, ändert daran nichts.

    Geld kann durch Kredite nicht vermehrt werden. Punkt!

    Geld vermehren (inflationieren) können nur die staatlich konzessionierten Notenbanken.

    Punkt!!!!!

  6. numerus clausel (kein Partner)
    13. Mai 2011 22:11

    Vorschlag: Die EU stellt wirklich eine eigene Rating-Agentur auf die Füße und bewertet dann die USA.
    Dann wird´s uns wohl nimmer lang geben. Dann wird Europa zum größten Schurkienstaat erhoben werden. Ein Spaß wär´s aber allemal...

  7. Segestes (kein Partner)
    13. Mai 2011 10:07

    Am härtesten wird es, wenn das ganze Luftschloss zusammenbricht, jene typischen "Anleger" treffen, denen die Schüssel-Grasser-ÖVP die private Pensionsvorsorge aufgeschwatzt hat.
    Damit hat man Herrn und Frau Österreicher geradezu dazu gezwungen, am Aktienmarkt zu zocken - auch wenn viele sich dessen nicht bewusst waren.
    Von wegen Risikostreuung - so weit streuen kann man heute gar nicht mehr.

    Glücklicher ist da schon der, welcher sein Geld in einem Eigenheim angelegt hat - natürlich ohne die Finanzierung über einen Fremdwährungskredit.
    Ich persönlich bereue diesen Schritt jedenfalls nicht.

    • Heri (kein Partner)
      13. Mai 2011 10:17

      Naja, Ihr Eigenheim als "Anlage" zu betrachten ist auch etwas mutig. Bin neugierig ob Sie jemals das Geld wieder herausbekommen. Und zu behaupten, dass Häuslbauer "glücklicher" sind, wenn sie ihre Kredit bis zum Lebensende abzahlen dürfen um dann eine veraltet Bude den Kindern zu vererben ist auch ein bisserl eingebildet. ;-)

    • Neppomuck (kein Partner)
      13. Mai 2011 11:42

      Eigenheim heißt "niedrige Fixkosten", heri, was auch eine Art "Anlage" bedeutet.
      Man kriegt halt nix (was einem als Anleger auch passieren kann, das geht sogar bis zum Totalverlust), aber zahlt dafür ganz sicher weniger.
      Wo wäre also ein Unterschied, außer dass die "Anlage" in seine eigene "Wohnanlage" absolut sicher ist?
      Wenn sich die Besteuerungskreativität der Linken nicht doch noch durchsetzt.

      N.B.:
      Der Herr 'Gouverneur der Nationalbank', Sozialist und "ausgewiesener Bankenfachmann" (siehe "Abwicklung" der BAWAG-Pleite) hat, von der Mehrheit weitestgehend unbemerkt, da von den Medien nicht ins kollektive Bewusstsein gerückt, den "sozialen " Vorschlag zu einem Selbstbehalt der Sparbuchhalter in der Größenordnung von 10.000,- € gemacht, soll heißen, dass die Einlage unter dieser Grenze im Ernstfall weg ist.

      Man sieht also, nicht nur der Kapitalismus hat "räuberische Attitüden".

    • Reinhard (kein Partner)
      13. Mai 2011 12:54

      Der Kapitalismus tritt einem mit Zähnen und Klauen entgegen,
      der Sozialismus erschießt einen aus dem Hinterhalt.
      Tolle Alternativen.
      Aber man sieht auch gleich, wo die Kämpfer zuhause sind und wo die Hinterhältigen...

    • Reinhard (kein Partner)
      13. Mai 2011 12:59

      Heri, wenn die Menschen erst einmal begreifen würden, dass "Kapital" und "Geld" nicht automatisch das gleiche sind, dann begreifen sie auch, dass ein Haus in dem man wohnen kann mehr wert ist als ein Bündel Scheine, die morgen vielleicht wertlos sind, weil ich nichts mehr dafür kaufen kann.
      Geld ist nicht der Wert, Geld ist die Krücke um sich Werte zuzulegen.

    • Heri (kein Partner)
      13. Mai 2011 13:36

      @Reinhard
      Geld mißt den Wert des Hauses. Ist schon richtig, dass man bei einem Haus wenigstens was vom Geld hat, während es auf der Bank einfach herumliegt.
      Aber sowohl das heilige Haus, die bösen Aktien, das jetzt so gelobte Gold oder das Sparbuch auf der Bank sind Wertänderungen ausgesetzt.
      Ich würde es jedenfalls nie wagen zu behaupten, dass eine Anlagenform besser als die andere wäre, wenn man nur den zukünftigen Tauschwert (in Geld) in Betracht zieht.
      Man sollte halt nicht glauben, dass Häuser immer eine tolle ANLAGE (im Sinne von Wertsteigerung = Geldvermehrung) ist.
      Ein Haus kostet eine Menge und das Geld ist nicht wirklich wertsteigernd angelegt, im Vergleich wenn ich es einem Unternehmer verzinst borge, der mit Hilfe meines Geldes etwas produziert, das mehr Wert hat.

      Die einzigen sicheren "Anlagen" meiner Meinung sind: Ausgaben um das Leben JETZT zu genießen und von mir aus Bildung bzw. Wissen. Das bleibt einem jedenfalls erhalten.

    • Reinhard (kein Partner)
      13. Mai 2011 13:52

      Heri, genau das meine ich: Das Geld ist nur eine Krücke, um dem Wert eines Hauses eine Vergleichsmöglichkeit zu geben und um die Gegenleistung für das Haus nicht im direkten Tauschhandel abgelten zu müssen.
      Ein Haus ist keine "Anlageform", weil es eben nicht um "Anlage" und "Wertsteigerung" dabei geht - es geht darum, jetzt und in Zukunft ein Dach über dem Kopf und vier Wände rings ums Bett zu haben. Der Geldwert eines Hauses ist nur dann von Interesse, wenn ich eines kaufen möchte, meines verkaufen oder berufsmäßig damit handele.
      Während ich darin wohne ist der Nutzwert für mich wichtiger.
      Es gab eine Zeit, als Nutzwert und Geldwert gemeinsam betrachtet wurden.
      Heute haben wir den Nutzwert oft vergessen und reden von Nutzungsgütern wie Häusern, als wären es Geldwertanlagen, was sie aber für den Nutzer des Hauses nicht sind, so er nur darin wohnt.
      Dem Häuselbauer einzutrichtern, seine Keischn wäre eine prima Geldanlage, ist auch Humbug und widerspiegelt nur die Denkweise der Banker, für die das Kreditgeschäft und der Geldwert allein im Fokus stehen. Für den Häuselbauer ist es einfach die gefühlte Sicherheit, etwas zu besitzen, was nicht morgen entwertet werden kann, denn der Nutzngswert des Hauses bleibt auch dann bestehen, wenn der Geldwert (z.B. mangels Nachfrage) sinkt. Nur Erdbeben und Feuersbrunst können uns da gefährlich werden, aber die meisten machen sich mehr Sorgen über den Zinssatz ihres Sparbuches als über einen Brandmelder in der Küche.

      Den Nutzungswert wieder in den Vordergrund zu stellen ist genau das, was Sie in Ihrem letzten Absatz ansprechen: Statt Geld zu horten, Münzen oder Briefmarken, die alle morgen wertlos sein können und keinen praktischen Nutzungswert besitzen, sich mit Dingen umgeben deren Nutzungswert bleibt (Wohnung, Bildung etc) bzw. deren momentane Nutzung meine Lebensqualität erhöht - also das Leben genießen bei einem guten Rotwein (dessen Nutzungswert ähnlich dem des Whisky sogar steigt, wenn man sich welchen einlagert ;-)).

    • numerus clausel (kein Partner)
      13. Mai 2011 22:04

      Wieso? Einfach ein Produkt wählen mit Höchststandgarantie und die Suderei ist obsolet. Damit ist kein einziger Cent verloreren, die Sozen verstehen das eben nicht, denn bei denen muss noch jede Investition einen Verlust bringen.
      Segestes, schlecht beraten worden, oder war die Gier zu groß, dass Sie jetzt auch zu den "bösen Spekulanten" gezählt werden, auf die der Maturant Werner mit der "und so" Laura Jagd macht? Selbst schuld. Sie böser Kapitalist.

  8. kaffka (kein Partner)
    13. Mai 2011 09:55

    Herrn Dr Unterberger ist für diese Erkenntnis sehr zu danken. Seit Jahren wiederhole ich in Kommentaren, dass "Ratingagenturen" sich von "Experten" und "Anal-isten" (wie schon der Name sagt) durch nichts von einander unterscheiden. Nur sind die Agenturen unverständlicherweise von Allen als glaubwürdiger eingestuft.

    Wie im alten Rom die Vogeldeuter aus den Gedärmen der Vögel die Zukunft vorausgesagt haben, machen obige es aus den Eigenen.

    Je mehr man sich darauf verlässt, dass sich in den Gedärmen des Einen mehr Geist ansammelt als in denen eines Anderen, desto leichter kann man die Schuld des Misserfolges bei einem Anderen suchen, statt sich auf den eigenen gesunden Menschenverstand zu verlassen.

  9. cmh (kein Partner)
    13. Mai 2011 09:27

    nemo iudex in causa sui

    Dieser Grundsatz gilt auch hier. Ich würde daher, wenn schon einem Gutachten einer amerikanischen Agentur über europäische Werte glauben und einem Gutachten einer europäischen Agentur über amerikanische Werte. Dass es sowas generell nicht geben kann ist mir schon klar.

    Daher halte ich mich an die Worte meines Ausbilders Uffz (Schleiffer) Platzek:

    Das entscheidet sich im scharfen Schuss.

  10. Sternderlfetischist (kein Partner)
    13. Mai 2011 07:38

    Skurilo-Blog.

    Das Blogschreiberling polemisiert gegen Thema xy.
    Die Blökherde schreit "xy ist pfui"!

    Wenns nicht so lächerlich wär, wärs ja fast schon lustig.

    • mort (kein Partner)
      13. Mai 2011 09:28

      Nein - ich liiiiebe Sternderlfaschiss ...

    • mort (kein Partner)
    • Reinhard (kein Partner)
      13. Mai 2011 12:57

      Hoppla, unser Sternchen ist aus Versehen aus der "Causa Grasser" im Standard-Blog hier herüber gerutscht.
      Na sowas!

    • haro
      13. Mai 2011 12:58

      "Das SternderlfetischistIn"

      ärgert sich schon so früh über einen Blog der entgegen dem political-correcten und verlogenen medialen Mainstream schreibt.

      Und je mehr "es" schimpft (oft wie ein ordinärer Rohrspatz) und keinen Satz zur Sache bringt umso mehr bestärkt es die Richtigkeit der A.U.-Beiträge und die Wichtigkeit seines Blogs.

    • numerus clausel (kein Partner)
      13. Mai 2011 22:23

      Sorry, aber die sinnlos Postings vom Sternderlschauer sind doch wohl hoffentlich kein Gradmesser für die Qualität der Tagebucheinträge. Wenn das das Qualitätskriterium sein sollte, na danke.

  11. perseus
    12. Mai 2011 15:44

    Ratingagenturen kann man für das Debakel mit amerikanischen „Immobilienver-briefungen“ keinesfalls verantwortlich machen. Die fraglichen Papiere wanderten in die Depots großer vor allem europäischer Banken, nicht in die Depots von Kleinanlegern. Und Banken dürfen sich keinesfalls auf irgendwelche Ratings von irgendwelchen Agenturen verlassen. Sie haben die Wertpapier, die gekauft werden sollen selbst so intensiv zu prüfen, dass sie alle versteckten Risiken in diesen Papieren bis ins Detail kennen. In jeder größeren Bank gibt es ganze Abteilungen, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als vorgeschlagene Wertpapierkäufe im Vorhinein zu prüfen. Solche Papieren zu kaufen, ohne die Risiken erkannt zu haben bedeutet für die Organe der betroffenen Banken den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit mit allen Haftungskonsequenzen.

    Vorsätzlichen Betrug begehen diejenigen, die solche Papiere in Umlauf bringen, und das war nichts anderes als Betrug in ganz großem Stil – begangen von amerikanischen Banken, die wieder einmal die Europäer über den Tisch gezogen haben – und die haben sich über den Tisch ziehen lassen, ohne verstanden zu haben, was sie da kaufen.

    Also warum da noch niemand geklagt hat ist auch gut zu verstehen: die Betrogenen trifft die Haftung wegen grober Fahrlässigkeit und sie haben daher selbst großes Interesse daran, dass kein ordentliches Gericht sich detailliert mit diesen Vorgängen auseinandersetzt.

    Das Geld ist weg, der Steuerzahler steht dafür gerade. Als Dank dafür gibt es jetzt eine Bankenbesteuerung die auf die Konsumenten abgewälzt wird – doppelter Zynismus.

    • ambrosius
      12. Mai 2011 16:53

      Einverstanden.
      Allein: 1)es war das erklärte Ziel ( unter anderem) der Administration der USA, alle in ein Eigenheim zu bringen, ob sie es sich nun leisten konnten oder nicht.
      2) zunächsteinmal haben Greenspan und Co. die Geldschweme erzeugt, die dieKlügeren in Sachwerte, also in das als solide geglaubte real estate trieben und so den betörenden Anstieg der Preise über Jahre hinweg ausgelöst haben.

      Dass Banker- hauptsächlich in Zeiten ungehemmten Wildwuchses wie in den letzten 30 Jahren- nicht zu den intelligentesten aller Wesen zählen sollte sich auch schon herumgesprochen haben. Dafür gibt es die "Vergütungen" und Boni. Das ist wie mit den Bauern und den Kartoffeln.

    • Celian
      12. Mai 2011 17:26

      USA = United Socialists of America

      Nur Sozialisten können ernsthaft meinen, daß jeder das Recht hat auf ein Eigenheim ganz genau so wie auf eine eigene Meinung.

      OK nicht ganz genau so, nicht auf eine eigene Meinung. Die wird von der Partei vorgegeben.

  12. Celian
    12. Mai 2011 09:32

    Wer braucht schon Rating-Agenturen? Mit Hausverstand und Value-Investment kann man jeder Blase ausweichen.

    Da Staaten nur Geld brauchen, um ihre Wählerschaft zu bedienen und sowieso nicht wirtschaften können, sind Staatsanleihen kein Investment. Staaten Geld zu borgen schafft keine Werte. Sondern nur noch mehr Schulden. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Es ist daher höchst unverantwortlich, Staaten Geld zu borgen.

    Investiert wird in Firmen, die ein gutes Produkt haben, das absehbar Gewinne abwirft und daher Dividende zahlt. Und die noch günstig zu haben sind. Um eine diese zu finden, braucht man keine Rating-Agenturen. Wer will sich schon auf die Wertung von Dritten verlassen, wenn er sein Kapital anlegt?

    • contra
      12. Mai 2011 13:58

      @Celian

      Hausverstand ist gut, gibt es aber nur beim BILLA! ;-)

      Zu "Firmen und gute Produkte": Ich denke da nur an Parmalat und KTM, beides seinerzeit angesehene Firmen, in die man ruhigen Gewissens investieren konnte.
      Beide gingen pleite, Parmalat nach einem riesigen Bilanzbetrug und KTM nahm die Aktien von der Börse und zwang damit Privatanleger Aktien mit großem Verlust abzugeben. Ein paar Jahre nach dieser Abzocke feierte KTM wieder fröhliche Auferstehung an der Börse.

      Wer hat da noch Vertrauen in Firmenaktien, oder wissen Sie einen absolut krisensicheren Tipp? Dann her damit, obwohl ich glaube, daß es den gar nicht gibt.

    • inside
      12. Mai 2011 14:03

      contra

      Wer hat noch Vertrauen in eine Bank?
      Oder wissen Sie eine?

    • contra
      12. Mai 2011 14:13

      @inside

      Da haben Sie leider recht.
      Deshalb glaubte man bis vor einiger Zeit bei Staatsanleihen immer noch an eine gewisse Sicherheit, nun wird man laufend eines Besseren belehrt.
      Der Finanzmarkt ist für Privatanleger zum Minenfeld geworden, weil man dort genau auf die "kleinen Fische" zum Abzocken wartet!

    • inside
      12. Mai 2011 14:21

      contra

      Es gibt nur 2 Möglichkeiten, sein Geld sinnvoll anzulegen:

      - an mich verschenken - Danke im voraus
      - eine Revolution zu finanzieren

      *lol*

    • contra
      12. Mai 2011 14:32

      @inside

      Der war echt gut! *rofl*

      Bei der Revolution bin ich dabei, darüber hinaus sollte man Geld am besten für sich und seine (Vor-)Lieben ganz gezielt AUSGEBEN, stimmt!

    • Celian
      12. Mai 2011 14:44

      ....Firmen und gute Produkte....

      es gibt da noch ein paar andere wichtige Informationen auf die man achten sollte, wie Entwicklung des Marktes, Alleinstellungsmerkmal, Preissetzungsmacht der Firma,... außerdem muß man immer den richtigen Augenblick wählen, Warren Buffett hat zur Japankrise gemeint, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt Japan-Aktien zu kaufen...

      Günstig sind jetzt Energiefirmen wie e.on, RWE oder EnBW...

      (Das waren keine Kaufempfehlungen, sondern nur Beispiele zur Veranschaulichung.... nicht daß mich da wer haftbar macht...)

  13. ambrosius
    12. Mai 2011 08:42

    Rating-agencies hatten nie eine andere Funktion als die eines Feigenblattes: Der denkfaule Finanzchef, der in ein bankrottes Unternehmen investiert hat, hat seinen Aktionären gegemüber die Ausrede , daß die Fima ja " Triple A " war und schon kann ihm nichts passieren. Man überlege einmal, wie es dagegen einem Finanzchef geht und welches Risiko er für seine eigene Karriere fährt, wenn er auf Grund eigener Überlegungen anders investieren will!

    Ratingagenturen sind also immer unnötig und schädlich gewesen. Selbst jetzt, wo das immer mehr Leute kapieren wie wertlos die Einstufungen dieser Firmen sind und wo die Manager dieses Business nervös werden
    gelingt es ihnen dennoch nicht, auch nur einen einzigen Fall als bedenklich zu erkennen, bevor die Spatzen nicht schon die Pleite von den Dächern pfeifen.

    Wenn Finanzignoranten wie die Frau Merkel eine europäische Argentur fordern, so zeigen sie nur, daß die nichts- aber schon überhaupt nichts gelernt oder verstanden haben.

    Die Einstufung Griechenlands auf " Schrottstatus" kommt gut 40 Jahre zu spät.
    Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch an die fürchterlichen Erfahrungen der Steyrwerke mit ihrem LKW Werk in Saloniki. Nichteinmal im Olivenöl kann das Land mit Spanien und Italien konkurrieren!
    Es ist ein absoluter Skandal, daß Verantwortliche der EU noch immer davon sprechen, neues Geld nach Griechenland zu pumpen( auf Kosten der eigenen Wirtschaft und der Steuerzahler ) mit der blöden Ausrede, daß die Abschreibungen wegen Griechenland im Falle, daß man es über das Kap Sunion gehen lässt, zu groß seien.Sie werden jedes Jahr größer!

    Und da beachtet man überhaupt noch Einstufungen einer Ratingagentur, überlegt eine eigene Ratingargentur und meint, daß das Eigentum an einer Ratingargentur eine Rolle spielt ?

    • GOP
      12. Mai 2011 09:33

      Wenn Sie an jemanden Geld oder etwas anderes verleihen, dann überlegen Sie sicher, ob Sie das Geld bzw. die unbeschädigte Ware wieder rechtzeitig zurück bekommen. Dazu müssen Sie die Person bzw. Institution kennen bzw. von einer dritten (hoffentlich unabhängigen) Stelle ein Urteil/Gutachten einholen. Das eventuelle Ausfallsrisiko wird beim Geldverleih durch die unterschiedlichen Zinshöhen festgelegt, d.h. sschlechte Zahler müssen entsprechend höhere Zinsen bezahlen.
      Da man die genauen Umfeldbedingungen dieser Leute/Institutionen/Staaten nicht im Detail kennt, bedient man sich eben der Ratingagenturen. Oder es steht jemand anderer für diese Leihgaben gerade, dann braucht man aber wieder von diesem Bürgen eine entsprechende Bonitätsprüfung.
      Also: Ratingagenturen sind nicht unnötig, solange es keine anderen Methoden bzw. Sicherstellungen gibt.

    • ambrosius
      12. Mai 2011 09:45

      Zu GOP:

      Sie sind unnötig.
      Ratingagenturen haben zur Genüge bewiesen, daß sie zur Bonitätsbewertung eines Investors nicht taugen.
      Ein Investor, der sich auf solche Bonitätsbewertungshilfen beruft, weil er halt nichts besseres zur Verfügung hat, verdient es sein Geld zu verlieren.

    • Observer
      12. Mai 2011 12:05

      Ambrosius:
      was sind Ihre Alternativen, damit man über die Schuldner wirklich Bescheid weiss?

    • ambrosius
      12. Mai 2011 13:06

      Lieber Observer !

      Ratingagencies haben bewiesen, daß sie keine vorausschauende Analyse, oft genug nichteinmal eine reelle Analyse der tatsächlichen Verhältnisse des Schuldners liefern und sind somit untauglich, egal, ob es Alternativen gibt oder nicht. Wenn überhaupt, dann folgen die Warnungen/Herabstufungen erst, wenn es die Spatzen von den Dächern pfeifen und zumindest die Kursverluste schon eingetreten sind.Wenn man nicht Spieler oder mit fremden Geld arbeitet, bleibt nur die sorgfältige eigene Analyse und Risikoabschätzung. Das ist mehr als schwierig, oft genug geradezu unmöglich, aber dann sollte man eben die Finger davon lassen. Wer Geld in etwas steckt, das er nicht versteht, der bettelt geradezu darum, daß man es ihm abnimmt. Mit einer Cessna zum Mond fliegen zu wollen, weil man keine Saturnrakete zur Hand hat ist schlicht unüberlegt-um es euphemistisch auszudrücken.

      Was glauben Sie, wie schnell die Angebote von Banken, Fonds und dgl. seriös werden würden, wenn alle Kunden nur das kaufen würden, was sie wirklich verstanden haben!

      Jedenfalls hätten dann auch seriöse und kleinere Unternehmer wieder eine Chance, Finanzierungen zu bekommen.

  14. thomas lahnsteirer
    12. Mai 2011 08:11

    Im Augenblick saust gerade wieder einmal die Kreditwürdigkeit Griechenlands bei den amerikanischen Ratingagenturen nach unten.
    Und die EZB, die europäischen Politiker beschwichtigen und die griechische Regierung protestiert.

    Wem soll man da glauben ?
    Im Zweifel immer noch den bestehenden Ratingagenturen. Bei aller Skepsis gegenüber den amerikanischen Agenturen. Eine schönfärberische EU-Agentur wäre keine Alternative und noch unglaubwürdiger.

    Die brutale Wahrheit über die finanzielle Situation Griechenlands überbringen uns die amerikanischen Boten. Die Griechen würden sie in alter Tradition gerne köpfen.
    Die Probleme wären dadurch nicht gelöst, sondern eher verschärft

    • terbuan
      12. Mai 2011 17:18

      Wer will da wen köpfen, die Griechen die Amerikaner oder umgekehrt?
      Der gebürtige US-Amerikaner Papandreou hat genug Freunde in Amerika und in Europa, die sorgen jetzt schon dafür, dass er weiteres Geld nachgeschmißen bekommt!
      Schließlich ist er ja nicht umsonst Vorstitzender der Sozialistischen Internationale!

    • signoraeva
      12. Mai 2011 20:56

      Das war echt ein "Spitzenkommentar" heute, die Fangemeinde hat applaudiert - wie immer - der Neid muß einem fressen, der Dürftigkeit ist nicht zu überbieten...

  15. inside
    12. Mai 2011 07:46

    Ratingagenturen: In letzter Konsequenz der Freibrief der Entscheidungsschwachen!

  16. Josef Maierhofer
    12. Mai 2011 07:36

    Meine kleine Welt.

    Das wirkliche Geld ist durch Arbeit erworben und durch Bedarf gedeckt. Der wirkliche Kredit ist der rückzahlbare Investitionskredit und der hat diese wahnsinnigen Risken (des teilweise Betruges) nicht. Der wirkliche Konsument deckt seinen eigenen Bedarf und nicht den Bedarf der Werbewirtschaft, der wirkliche Gewinn wird nicht fremd angelegt (maximal für Investitionen), sondern eigeninvestiert u.s.w. ...

    ... und dann bin ich in Europa aufgewacht, wo es nichts Wirkliches mehr gibt.

    Fred Sinowatz hätte gesagt, es ist alles so kompliziert, was sagen unsere heutigen gewählten oder von den Parteien hochgehievten 'Flaggschiffe' ? Sie machen sich ihre eigene 'Ratingagentur' oder lassen machen oder machen mit ....

  17. Observer
    12. Mai 2011 07:22

    Wie der Autor gegen Ende völlig richtig erwähnt, werden die Ratingagenturen von den Banken, Investoren usw. finanziert. Ausserdem haben sie völlig unterschiedliche Bewertungsklassen, welche nicht ohneweites verglichen werden können. Übrigens: eine der drei bedeutenden privaten und auf Gewinn orientierten CRA (credit rating agencies), nämlich die Fitch Ratings befindet sich im mehrheitlichen Besitz der Fimalac SA Paris, ist also ohnehin in Europa angesiedelt.
    Trotz der nach der Finanzkrise 2009 in Kraft getretenen EU-Rating-Verordnung sind die Probleme nicht völlig zufriedenstellend gelöst. Da eine angedachte, nicht gewinnorientierte Europäische Ratingagentur nicht zustande kam, müssen wir weiterhin mit den vorhandenen Instrumenten das Auslangen finden. Alle anderen (auch die nun in China etablierte) haben wenig internationale Bedeutung. Sicher haben aber Moody, Standard & Poors und Fitch aus der Vergangenheit positive Lehren gezogen, denn ohne CRA funktioniert das internationale Kreditgeschäft nicht.

  18. Anton Volpini
    12. Mai 2011 06:59

    Fitch ist eine europäische Ratingagentur und neben Moody´s und Standard&Poor´s eine der drei Großen der Welt. Fitch hat einen Sitz in London und gehört einer französischen Firma.
    Sollte Notwendigkeit nach einer weiteren europäischen Ratingagentur bestehen, so wird eine am freien Markt entstehen.
    Von politischer Seite eine Ratingagentur zu initiieren, wäre aber der völlig falsche Weg. Das Ergebnis dabei wäre dieselbe Verlogenheit und Manipulation im Großen, was bei uns der ORF im Kleinen ist!

    • Johann Scheiber
      12. Mai 2011 09:04

      Der halbe Stern ist von mir. Selbstvertändlich bräuchten wir in Europa eine seriöse Bewertungs-Institutition. Das wäre aber der archimedische Punkt, von dem aus das ganze Gaunersystem ausgehebelt werden könnte - daher ohnedies nicht möglich.

    • Anton Volpini
      12. Mai 2011 17:18

      ...und was schlägst Du jetzt vor zu tun, Johann??

  19. Wertkonservativer
    12. Mai 2011 06:54

    Die geheimnisumwitternden Aktivitäten und laufend selbstherrlich verkündeten Schicksalsentscheidungen der etablierten Rating-Agenturen sind mir seit Jahrzehnten ein "Buch mit sieben Siegeln".
    Nun, als gestandener Wirtschaftstreibender im Kleinformat halte ich mich eher an die positiven Werte-Kategorien im seriös-kaufmännischen Leben: Kunden- und Lieferantentreue, Seriosität, Handschlagsqualität, Risikoabschätzung usw.

    Man verzeihe einem naiven Menschen eine naive Frage:
    Praktisch alle Staaten der Welt sind schwer bis schwerst verschuldet, die großen Wirtschafts-Konstrukte ebenfalls (oft mit bescheidenen Eigenkapital-Anteilen).

    Wer und wo sind aber - bitte - die geheimnisvollen Geldgeber, die den jeweiligen Schuldnern das Geld gegen gute Zinsen zur Verfügung stellen?
    Die Banken können dies nur vordergründig sein: die fallen als Erste um, wenn's richtig "rundgeht"!

    Also, wer und wo ist der unheimliche, kreditzinsenverschlingende Moloch, der die Welt am finanziellen Gängelband führt?

    Hier im Forum sind etliche erstklassige Wirtschafts-Theoretiker und auch -Praktiker mit hochklugen Diskussionsbeiträgen aktiv:
    wer von Ihnen kann mir die von mir gestellte Frage einigermaßen schlüssig beantworten? Bereits im Voraus verbindlichen Dank!

    • ambrosius
      12. Mai 2011 08:23

      Es handelt sich um künstliches Geld. Grundsätzlich schafft jede Bank, wenn sie Spareinlagen entgegennimmt und Kredit vergibt das sogenannte Buchgeld.
      In soliden Zeiten, als man noch ehrlich seitens der Fianzbehörden (vor allem : der Zentralbanken) darum bemüht war, die Geldmenge (M1,M2,M3) der Wirtschaftskraft entsprechend zu gestalten bzw. zu limitieren, war das kein Problem.
      Seit jedoch mit dem Herrn Greenspan 1987 jegliche derartige ethische Hemmungen weggefallen sind und seither alle im Kapitalismus nun einmal notwendigerweise ausbrechenden Krisen des Kapitalismus mit gedrucktem Geld weggewischt wurden wie etwa das Zahnweh durch einnahme von Kokain gibt es diesbezüglich kein Halten mehr.
      Das echte Geld, an dem Sie, werter Wertkonservativer noch hängen und an das sie glauben( wie ich auch mein ganzes Berufsleben lang) ist durch das gedruckte Geld bedeutungslos und wertlos geworden ( was bekommen Sie an Zinsen für Ihr sauer Erspartes ? etc. etc.)
      Die eigentlichen Schuldigen an unserer Misere sind Greenspan und seine Epigonen ! Die Trotteleien der Banken sind da bloß aus der Not der Umstände geborene Sauereien, weil auf die seriöse Tour kein Geld mehr zu verdienen war/ist.

      Zusammenfassend: einst durfte nur soviel Geld existieren, wie Gold vorhanden war. Das haben die Amerikaner gebrochen und unter der Drohung de Gaullles, eine Flotte von Flugzheugen voll Dollarnoten nach Washington zu schicken um dafür Gold einzutauschen hat der Goldstandart seine Gültigkeit verloren. Man hat dann - durchaus vernünftig- gesagt:
      Geld gibt es nur so viel als der Wirtschaftsleistung entspricht. Aber man hat natürlich sofort seitens der Politiker damit begonnen, an der Definition der Wirtschaftsleistung zu tricksen um mehr Geld drucken zu können.
      Heute macht man sich nichteinmal die Mühe, die Fiktion dieser Begrenzug aufrecht zuerhalten.Bernanke erklärt in aller Offenheit, daß er soviel Dollars druckt, als er glaubt, zum Erschlagen der Krise zu benötigen.
      Das Ergebnis wird natürlich sein wie die Verabreichung von Opium beim Zahnweh.
      Daß wir noch keine Superinflation wie nach dem 1. Weltkrieg haben liegt einzig und allein daran, daß es noch immer so viele Naivlinge gibt wie Sie und ich, die an das Geld glauben bzw. keine Alternative dazu haben.

    • Johann Scheiber
      12. Mai 2011 09:55

      Gute Frage und gute Antwort!

    • terbuan
      12. Mai 2011 09:55

      ambrosius
      *****!
      wäre eigentlich ein Hauptkommentar!

    • Martin Bauer
      12. Mai 2011 10:11

      ambrosius

      ***

    • Wertkonservativer
      12. Mai 2011 10:32

      Danke, ambrosius !!!

    • phaidros
      12. Mai 2011 10:34

      Lieber Wertkonservativer, darf ich mir einen Buchtipp erlauben: das auf http://www.biö.at/?q=nachgelesen.Geldreform beschriebene Buch geht gut auf Ihre Fragen ein.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Wertkonservativer
      12. Mai 2011 11:04

      Danke, lieber phaidros, für den Link samt Buchtip!

      Als Gewerbepensionist und weiterhin gewerblich Freischaffender werde ich mir den Anschaffungspreis (wie auch meinen Beitrag als Neumitglied der BIÖ) doch wohl leisten können; die anspruchsvollen und klugen Konzepte, Positionen und Visionen dieser Bürgerinitiative werde ich gerne aktiv verfolgen und, so lange ich kann, zu fördern versuchen!

    • schreyvogel
      12. Mai 2011 11:29

      @ambrosius

      Ein sehr düsteres Bild, das Sie da malen.

      Meinen Sie, dass die Staaten bzw. ihre Zentralbanken diese pyramidenspielartige Geldschöpfung wieder auf ein vernünftiges Maß zurückschrauben können, oder würden dann die Zinsen so ansteigen, dass die Staatsschulden nicht mehr bedient werden können?

      Könnten die Staaten nicht ihre Schulden zwangsumwandeln zu ewigen Renten mit einer mäßigen Verzinsung, sodass die Zinsen gering wären und die Tilgungen komplett wegfallen? Für die Gläubiger besser als gar nichts, und für uns alle besser als eine Hyperinflation!

    • Erich Bauer
      12. Mai 2011 12:13

      ambrosius,
      "...daß er soviel Dollars druckt, als er glaubt, zum Erschlagen der Krise zu benötigen..."

      Ich denke, das was jetzt stattfindet (eigentlich schon seit 1988, in immer kürzeren Abständen) ist ein "Experiment" unter dem Titel "maximum money". In Wahrheit sollte es heißen "perpetuum money". Daß das Geld kaum noch "Kaufwert" hat zeigen die "pro forma" Lombardzinssätze. Bis dieses "Bewußtsein" nach "unten" ankommt... wird das "Experiment" zeigen. Tatsächlich geht man sehr gewieft vor. Simplifizeirt dargestellt: Schulden werden mit neuen Schulden "getilgt" usw. usf.... Irgendwann wird man versuchen die "Verschuldungsschulden" irgendwohin "auszulagern"... Solange das bedruckte Papier als Tauschmittel akzeptiert wird... auch das wird das "Experiment" zeigen.

    • ambrosius
      12. Mai 2011 13:18

      Lieber Schreyvogel !

      Ja, das ist ein düsteres Bild.

      1) selbst der Exportvizeweltmeister Deutschland mit Rekordden an Steuereinmahmen ist nicht willens oder fähig, die Neuverschuldig zu stoppen, geschweige denn die Staatsschuld zu reduzieren!!!

      2) selbst wenn man- durchaus zu Recht- mit den Strassenrabauken in Griechenland wenig Sympatie hat, so darf man nicht vergessen, daß ganz Amerika( um nur ein Beispiel zu nennen) seine Altersversorgung in Aktien und den davon abgeleiteten Schweinereien wie Zertifikate, Fonds und dgl. hat.

      3) Eine Rückführung der Geldmenge auf ein berechtigtes Maß, Die Reduktion der Börsekurse auf jenes Maß, das dem ursprünglichen Zweck einer Börse entspricht würde ein Massaker bedeuten.

      4) Ich fürchte, wenn die Mehrheit der Menschen das durchschaut ( und es werden immer mehr, wie die Commodities in ihren Notierungenausdrücken) steht uns eine ziemlich vollständige Geldentwertung bevor und wir fangen wieder von vorne an.

    • schreyvogel
      12. Mai 2011 14:46

      ambrosius,

      eine praktische Frage: Wie schützt man als Privatmann seine Ersparnisse am besten gegen eine Hyperinflation?

      Würde es reichen, alle Nominalwerte wie z.B. Anleihen abzustoßen und statt dessen in Aktien, z.B. passiv gemanagte Fonds (ETFs), zu investieren? Oder werden Aktien möglicherweise dann auch wertlos gemacht, z.B. durch entschädigungslose Verstaatlichung?

      Sehr viele Möglichkeiten scheint ein Privatmann sonst nicht zu haben. Sein Einkommen aus Lohn oder Pension kann er nicht schützen, da muss er auf die Großzügigkeit der Politiker vertrauen..

    • waxolunist (kein Partner)
      13. Mai 2011 07:04

      Ja es sind die Banken und die Pensionsfonds und eben die Masse an Menschen.
      Bzgl. Giralgeld: Es gehört verantwortungsvoll mit diesem Instrument umgegangen, eine Rückkehr zum Goldstandard ist eben keine Lösung, da das Wirtschaftswachstum sonst sehr begrenzt gewesen wäre.

    • xRatio (kein Partner)
      13. Mai 2011 22:42

      @ambrosius 12. Mai 2011 08:23
      "Es handelt sich um künstliches Geld. Grundsätzlich schafft jede Bank, wenn sie Spareinlagen entgegennimmt und Kredit vergibt das sogenannte
      BUCHGELD."


      Sie irren, und zwar gewaltig!

      Daß die gesamte VWL-Hurenzunft denselben Blödsinn verzapft, ändert daran nichts.

      Geld kann durch Kredite nicht vermehrt werden.

      Geld vermehren (inflationieren) können nur die staatlich konzessionierten Notenbanken.

      Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

      Punkt!!!!!

  20. libertus
    12. Mai 2011 01:37

    "Und last not least aus seriösen Medien"

    Gut, aber wo sind sie? Nämlich solche, die nur ihren Lesern verantwortlich, ehrlich, gegen den Strom schwimmend und nicht korrumpierbar berichten.
    Sie wären auf Dauer genausowenig überlebensfähig wie seriöse Politiker, seriöse Staatsbudgets, seriöse Finanzgeschäfte usw.

    Daher wird die nächste Rezession mit all ihren Auswüchsen unaufhaltsam auf uns zukommen.

    • Celian
      12. Mai 2011 09:45

      ...seriöse Medien...wo sind sie?....

      sicher gibt es die. In der rechten Spalte sind welche aufgelistet.

    • contra
      12. Mai 2011 14:34

      @Celian

      Meinen Sie z. B. das "Wall Street Journal"? *lol*

    • Celian
      12. Mai 2011 14:48

      Contra,

      wieso lol?

    • contra
      12. Mai 2011 15:13

      @Celian

      Weil ich dieses Journal auch nicht als ganz unabhängig empfinde!

    • Celian
      12. Mai 2011 22:03

      Contra,

      Unseriös sind vor allem Zeitungen, die von der Regierung durch Inserate gekauft worden sind. Das trifft wohl auf das Wall Street Journal nicht zu.

    • contra
      12. Mai 2011 22:41

      @Celian

      Keine Frage, aber manche Financiers sind noch mächtiger als Regierungen, besonders in der Wall Street.

    • Celian
      12. Mai 2011 22:55

      Das ist richtig, aber schon aus dem Namen der Zeitung ist zu ersehen, woran man ist.

      Der Standard heißt aber Der Standard und nicht Das Löwelstraße Journal. Genauso nicht der Falter, das Profil, u.sw. wie auch immer diese scheinheiligen, "unabhängigen" Schmierblätter auch heißen mögen.

    • contra
      12. Mai 2011 23:43

      Absolut d'accord, diesen Ihren Ausführungen kann und will ich nichts mehr entgegensetzen! ;-)





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