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Das Heer wieder mal als Wahlkampfschlager

Die Abschaffung der Wehrpflicht soll also das nächste Wahlkampfthema werden. Nachdem sich Hannes Androschs Bildungsvolksbegehren ohne Inhalt schon zunehmend als Rohrkrepierer zu erweisen beginnt, wird nun Norbert Darabos an die Front geschickt.

Er hat sich ja schon einmal als Architekt eines Wahlkampfschlagers profiliert: nämlich im Kampf gegen die Abfangjäger. Für die damaligen Wahlen war das Abfangjäger-Thema – mit Hilfe der üblichen Verbündeten in den Medien von Dichand bis Fellner – ja auch durchaus geeignet. Für die Interessen Österreichs weniger.

Auch unter Darabos wurden nach langwierigen Neuverhandlungen Abfangjäger angeschafft. Aber halt ein paar weniger als ursprünglich geplant, dafür zu einem deutlich höheren Stückpreis und technisch deutlich schwächer ausgestattet. Auf dem gleichen Intelligenz-Niveau scheint nun die Wehrdienstdebatte abzulaufen.

Niemand soll sich wundern, wenn die SPÖ und ihre geschlossene (und von uns finanzierte) Medienarmada nun schon das zweite Wahlkampfthema vorbereiten: Denn außer populistisch wahlkämpfen kann ein Werner Faymann in Wahrheit absolut nichts. Was daher auch ein volles Auslaufen der Legislaturperiode eher unwahrscheinlich macht. Es sei denn, die Pröll-ÖVP nickt weiterhin alles kritiklos ab.

Natürlich ist der Präsenzdienst mehr als fragwürdig. Das Bundesheer hat es ja noch unter keinem Minister verstanden, den Wehrdienst zu einer sinnvollen Periode für die Mehrheit der Betroffenen zu machen. Geldmangel und schlecht motivierte, großteils unkündbare, daher besonders desinteressierte beziehungsweise unfähige Offiziere und Unteroffiziere haben viele junge Österreicher in Kritiker des Heeres und damit auch der Heimat verwandelt.

Auch international geht der Trend zweifellos zu Berufsarmeen. Mit hochprofessionellen Soldaten, die sich jedem befohlenen Einsatz ohne Rücksicht auf Berichte von Boulevardzeitungen zu stellen haben.

Denn die Zeit der Infanterieschlachten mit Zehn-, ja Hunderttausenden Kämpfenden ist endgültig vorbei. Das heißt freilich nicht, dass die Gefahren für die Sicherheit Österreichs eliminiert wären. Sie haben nur andere Formen angenommen. Dazu gehören beispielsweise Terrorismus, organisierte Kriminalität und das Überschwappen von Konflikten im weiteren Umfeld.

Weder ist der Balkan dauerhaft befriedet noch der Raum der ehemaligen Sowjetunion. Dazu kommen die immer explosiver werdenden Gefahren aus dem Nahen Osten. Die Reichweite der iranischen Raketen wird immer größer, um nur einen Aspekt zu nennen. Schon unabhängig davon ist der Islamismus eine wachsende Bedrohung.

Gleichzeitig haben fast alle Völker dieser Konfliktzonen Zehntausende Landsleute in Österreich, die jeweils voller Emotion und Aggressionsbereitschaft zu Parteigängern ihrer alten Heimat werden könnten. Wer alleine diesen Aspekt in einem Gefahrenszenario ignoriert, der lügt Land und Leute an.

Noch seitenweise könnte man zukünftige Sicherheitsbedrohungen aufzählen. Keine davon ist derzeit überragend groß, aber keine kann ganz ausgeschlossen werden. Und fast jede ist größer als etwa die Gefahren der angeblichen globalen Erwärmung, die uns schon Milliarden gekostet haben.

Landesverteidigung heißt daher, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Gleichzeitig sollte man sich auch bewusst machen, dass die Grenzen der Einsatznotwendigkeiten von Polizei und Armee immer mehr verschwimmen und sich überlappen.

Aber all das setzt erstens eine klare Sicherheitsanalyse voraus. Die im Verteidigungsministerium nicht vorgenommen worden ist. Aber auch im Außenministerium nicht. Was die ganze gegenwärtige Diskussion schon zu einer scheinheilig getarnten Vorbereitung auf den nächsten, eigentlich weit entfernten Wahlkampf macht.

Und zweitens sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Berufsheer deutlich mehr kostet als eine Armee mit Wehrpflichtigen. Zumindest wenn es auch nur halbwegs seinen Aufgaben gewachsen sein soll. Die von der SPÖ als Beispiel genannten Schweden geben jedenfalls absolut und relativ weit mehr für ihre Verteidigung aus.

Daher hat auch Darabos selbst die Wehrpflicht noch vor einem Jahr als in Stein gemeißelt bezeichnet. Und nun, so die Sprachregelung, sei er durch Beobachtung anderer Länder plötzlich zu einer anderen Meinung gekommen. Komisch nur, dass diese Meinung genau jener entspricht, zu der Michael Häupl in der Endphase eines schlecht laufenden Wahlkampfes gekommen ist, und dass dieser wieder genau die Meinung der auflagenstärksten Zeitung übernommen hat.

Warum lügt man uns nur immer so widerlich an?

Dazu kommt der Zivildienst, der bisher mit heeresflüchtigen Wehrpflichtigen zu einer Stütze des Sozialsystems geworden ist. Der soll nun durch halb so viele Freiwillige ersetzt werden. Was eben nur halb so viel ist wie derzeit. Und niemand weiß, ob zu dem vom Sozialminister festgesetzten Lohn wenigstens diese Hälfte wirklich zustandekommt. Gewiss: Die SPÖ-Agenten Landau und Küberl machen Propaganda für den SPÖ-Standpunkt. Aber die ehrlichen Chefs humanitärer Organisationen, wie jene des Roten Kreuzes, sehen das anders.

Bevor einem so viel Unehrlichkeit ganz den Magen verdirbt, noch der eigene Vorschlag: Ein Jahr der Dienstpflicht für Männer und Frauen (die feministischen Probleme, welche die üblichen Juristen machen, sind überwindbar), aus dem man sich durch eine freiwillige Meldung für ein Soldaten-Dasein samt Bereitschaft zu Auslandseinsätzen herausoptieren kann. Ebenso wie durch die Verpflichtung, die nächsten 20 Jahre als eine Art Nationalgarde für Katastropheneinsätze, freiwillige Feuerwehr und Ähnliches auf Abruf zur Verfügung zu stehen.

Und wenn dann die Hochschülerschaft ein bisschen dagegen demonstriert hat, kann man aus dem Jahr noch immer 6 bis 9 Monate machen.

PS: Das Interessanteste an dem Darabos-Plan ist, dass sich nicht nur der oberste Heeresoffizier, ein Parteifreund, gegen die Abschaffung der Wehpflicht zu stellen wagt, sondern auch der Bundespräsident, ein weiterer Parteifreund. Zumindest vorerst. Sollte Heinz Fischer aber wirklich dauerhaft bei seiner Meinung bleiben – was mich ehrlich gesagt überraschen würde –, dann müsste man das aber auch wirklich als mutig wie ungewöhnlich anerkennen. Und ihm für vielerlei Kritik Abbitte leisten. Aber warten wirs einmal ab.

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alle Kommentare

  1. Jane (kein Partner)

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  2. Tertullian (kein Partner)

    Generalstabschef meutert?
    Der Maria Theresien-Orden für Entacher!
    Das Ordenskapitel möge sofort zusammentreten.
    VIRIBUS UNITIS!



  3. Amadeus (kein Partner)

    Wenn ein sicherheitspolitischer Autist das Heer reformieren soll
    20.01.2011; 18:34; BURKHARD BISCHOF (Die Presse)

    Fundament eines Neubaus des Bundesheeres müsste eine breit mitgetragene Sicherheitsstrategie sein. Darabos fängt lieber mit der Errichtung des Daches an.

    Niemand wird bestreiten, dass das österreichische Bundesheer in seiner jetzigen Form nicht den europäischen und globalen sicherheitspolitischen Erfordernissen entspricht. Das tut auch beim Bundesheer niemand. Dort kennt man die Schwächen und Unzulänglichkeiten des Heeres ganz genau – man weiß, dass die Streitkräfte umgebaut, reformiert, neu strukturiert und ausgerichtet gehören. Der Wille zur großen Reform wäre da, obwohl der Frust unter den Offizieren gewaltig ist, weil im Heer schon seit so vielen Jahren umgeschichtet, repariert, ein Pflaster hier geklebt, eine Bandage dort angebracht wird.

    Nein, die jetzige Bundesheer-Misere hat ihre Ursprünge schon, lange bevor Norbert Darabos Verteidigungsminister wurde. Die Ursünde hat die Politik zu verantworten, die diesem Bundesheer zwar immer so viele Mittel zur Verfügung gestellt hat, dass es einigermaßen weiterwursteln konnte, aber niemals genug, um eine effiziente und schlagkräftige, im Inland verehrte und im Ausland geachtete Streitmacht zu werden. Verteidigungsausgaben waren stets nur ein lästiger Es-muss-halt-sein-Posten.

    Ja, und die österreichische Öffentlichkeit hat das Heer halt auch nur hin und wieder bei Paraden und gelegentlich beim Wegräumen von Unwetterschutt wahrgenommen. Während des Kalten Krieges verdrängten Politik und Öffentlichkeit jahrzehntelang die Bedrohungssituation, weil man im Hinterkopf immer dachte, die Nato werde das kleine, liebe, neutrale Österreich im Ernstfall schon vor den Kommunisten retten. Also musste man auch nicht viel in die Verteidigung investieren.

    Österreich hat also gewissermaßen ein psychologisches Problem mit seinen Landesverteidigern: Sie sollen für einen eventuellen Bedrohungsfall schon da sein, aber voll dafür ausgebildet, ausgestattet und ausgerüstet wurden sie vom Gesetz- und Geldgeber nie.

    Ein richtiger Felgaufschwung für die Landesverteidigung, eine Totalreform des Bundesheeres ist überfällig. Aber alles weist darauf hin, dass für eine solche Reform Norbert Darabos nicht der richtige Mann ist. Er zeigte in seiner jetzigen Amtszeit keinerlei Interesse für die inneren Befindlichkeiten des Bundesheeres, er managt den „Betrieb Bundesheer“ abgeschottet mit ein paar wenigen Vertrauten, er scheut den Kontakt mit Kollegen und Experten aus anderen Ländern (auch dieses Jahr will er angeblich wieder nicht zum wichtigsten Treffen westlicher Sicherheitspolitiker, der Münchner Sicherheitskonferenz, fahren), internationale Sicherheitspolitik ist ihm offensichtlich zuwider. Kurz: Österreich hat einen sicherheitspolitischen Autisten als Verteidigungsminister.

    Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn er die größte Reform in der Verteidigungspolitik seit Bestehen des Bundesheeres in Angriff nimmt wie ein Häuslbauer, der bei der Errichtung seines künftigen Heimes mit dem Dach anfängt. ......

    Vollständ. Artikel auf:
    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/626930/Wenn-ein-sicherheitspolitischer-Autist-das-Heer-reformieren-soll?direct=595146&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=100



    • Herby (kein Partner)

      Deutliche Worte in den Salzburger Nachrichten zum Thema "Freiwilligenarmee":

      Warnung vor „Söldnerheer“

      Norbert Darabos’ „Unterschicht-Heer“ werde außer Migranten und Ex-Häftlingen keine Freiwilligen finden, prophezeien Milizverbände und Offizierskorps. (Alexander Purger, SN)

      In allen österreichischen Kasernen wird derzeit das neue „Soldatenhandbuch 2011“ verteilt. Peinlich für Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ): Das Vorwort, das seine Unterschrift trägt, legt ein glühendes Bekenntnis zur allgemeinen Wehrpflicht ab. Offensichtlich hat die Heeresdruckerei mit dem abrupten Sinneswandel ihres Ressortchefs in dieser Frage nicht ganz Schritt halten können.

      Das können oder wollen auch viele andere im Bundesheer nicht. Die Milizverbände kündigten am Dienstag an, dass sie Darabos auf dem Marsch in Richtung Berufsheer die Gefolgschaft verweigern. Die Hoffnung des Ministers, dass seinem Berufsheer nach schwedischem Muster 10.000 Mann als Freiwilligenmiliz zur Seite stehen würden, sei völlig aus der Luft gegriffen, sagte Milizpräsident Michael Schaffer. „Wir stehen dafür nicht zur Verfügung“, erklärte er. „Da sind wir nicht mehr dabei.“IQ-Grenze unter 100 Schaffer, der für mehr als 26.000 Milizsoldaten spricht, droht also damit, dass kaum ein Mitglied der heutigen Miliz in die von Darabos geplante Freiwilligenmiliz wechseln wird. Als Grund nennt er die Zusammensetzung eines kommenden Berufsheeres: Die internationalen Erfahrungen würden zeigen, dass zu einem Berufsheer nur Rambo-Typen, Langzeitarbeitslose, Immigranten und Haftentlassene gingen, sagt Schaffer, dessen Milizdienstgrad Brigadier ist. „Das sind bezahlte Söldner, nicht unsere Kameraden. Mit einem solchen Unterschicht-Heer wollen wir Milizsoldaten nichts zu tun haben.“

      Tatsächlich haben viele Länder Europas Probleme, genügend Soldaten für ihre Berufsarmeen zu rekrutieren. Belgien musste bereits aktiv um Freiwillige aus Osteuropa werben. In mehreren Ländern wird in Gefängnissen rekrutiert. Und in Spanien musste der vorgeschriebene Intelligenzquotient für Berufssoldaten auf unter 100 gesenkt werden.
      Vollständiger Artikel:
      http://search.salzburg.com/articles/16136686?highlight=S%C3%B6ldnerheer +#

  4. Leopold Koller (kein Partner)

    Herby

    "Es geht deshalb nicht weil es die Europäische Konvention für Menschenrechte - die Österr. unterschrieben hatte - verboten ist, Menschen zu anderen Zwecken als zur Landesverteidigung staatlicherseits zu verpflichten."

    Eben deshalb ist am Zivildienst ja nichts auszusetzen, nicht einmal von der EMRK. Wir haben naemlich in Oesterreich die "umfassende Landesverteidigung" in der Verfassung festgeschrieben. Dazu gehoert natuerlich viel, viel mehr, als der Dienst an der Waffe.

    Daher sollte der "umfassende Landesverteidigungsdienst" eingefuehrt werden, fuer die Maederln und die Buben. Die Buben dienen an der Waffe oder koennen sich davon zu gunsten des Zivildienstes befreien lassen, bei den Maederln soll es umgekehrt sein. Das Ganze soll 8 Monate dauern.

    Beim Heer fuehrt man wieder den verpflichtenden Milizdienst von 60 Tagen (5 x 12 Tage alle 2 Jahre = 10 Jahre) nach dem 6-monatigen GWD (2 Monate Grundausbildung, 4 Monate Waffenausbildung) ein. 8-monatiger unbewaffneter Kasernendienst (Dienst in Kuechen, Kantinen, Messen, Casinos, Krankenstationen, Werkstaetten, Schreibstuben, Kasernengelaende usw.) wird von Zivildienern durchgefuehrt.

    Die Zahl der Zeitsoldaten (grossteils Chargen) soll durch finanzielle Anreize leicht erhoeht werden, die Zahl der Berufssoldaten (Offiziere und Unteroffiziere) durch verschaerfte Auslese leicht reduziert.

    Praesenzstand 22.000 (derzeit 28.000) bestehend aus:

    GWD 8.000, 2x imJahr (12.000)
    Zeitsoldaten 4.000 (3.000)
    Berufssoldaten 10.000 (13.000)

    Milizstand 100.000 (27.000) bestehend aus:

    verpflichtet 90.000 (0)
    freiwillig 10.000 (27.000)

    gesamte Mobilmachungsstaerke 122.000 (55.000)



    • Herby (kein Partner)

      Sie haben das sehr beeindruckend skizziert. Respekt.

      Leider ist es in der oesterreichischn Politik derzeit so dass vor allem eines im Vordergrund steht:

      Der Populismus im Hinblick auf die naechste Wahl.

      Wenn ein Konzept nicht den Segen der Spindoktoren (vor allem der SPOE) erhaelt, so wird es nicht ernst genommen. Ich bedauere das.

  5. Herby (kein Partner)

    In dieser "Debatte" über die neue "Freiwilligenarmee" die im Wiener Wahlkampf von SPÖ-Häupl angezettelt wurde, wurde immer wieder erwähnt dass man doch gefälligst einen verpflichtendes "Sozialdienst" (für Burschen u. Mädchen) einführen sollte, womit dann das Rote Kreuz, die div. Rettungsdienste, die mediz. u. sozialen Einrichtungen usw. dann genügend Personal hätten.

    Irrtum! Das geht nicht!.

    Es geht deshalb nicht weil es die Europäische Konvention für Menschenrechte - die Österr. unterschrieben hatte - verboten ist, Menschen zu anderen Zwecken als zur Landesverteidigung staatlicherseits zu verpflichten.

    (Eventuell hat es hier schon jemand unten gepostet. )

    Diese sogenannte "Debatte" die jetzt läuft ist nichts anderes als unseren Staat die Rep. Österreich wieder ein bißchen mehr zu kastrieren und auszunehmen. Und letztenendes mit noch mehr Schulden zu überladen.

    Mit dem Präsenzdienst hatte der Staat bisher ein Kapital in Händen. Dieses wird ihm nun aus der Hand geschlagen. Für die Kosten die entstehen, werden dann die Steuerzahler aufkommen müssen.

    Jeder Hauptschüler der die Grundrechenarten kann, weiß dass es sich finanziell nicht ausgeht bei dem Darabos-Vorschlag:

    Damit für die Gesellschaft die gleiche Leistung wie bisher auf den Gebieten 'Militär' u. 'Zivildienst' herausspringt wird in Zukunft WESENTLICH MEHR Geld nötig sein.



    • leitner (kein Partner)

      Betreffend Militär gibt es Modelle, die nicht teurer sind als das jetzige. Und was den Zivildienst angeht, wird man Freiwilligen wohl tatsächlich mehr bezahlen müssen als den jetzigen Verpflichteten. Die Freiwilligen bringen aber auch wesentlich mehr Motivation mit. Das ist ein Wert, der nicht zu unterschätzen ist.

    • Herby (kein Partner)

      @ leitner

      " ... Modelle, die nicht teurer sind als das jetzige ... "

      1) Es gab schon mehrere "Zukunftsmodelle": Z.B. hatte es bei dieser BH-Reformkommission (Vorsitz hatte Zilk) geheißen:

      'Wir verkaufen die unnötig gewordenen Kasernen und lukrieren damit 1 Milliarde EUR. Mit dieser Milliarde haben wir genug Geld für eine Bundesheerreform, moderne Waffen usw.'

      Das war vor ca. 7 Jahren. Wie sieht es heute aus:

      Die Verkaufsgesellschaft www.sivbeg.at sitzt nach 7 Jahren noch immer auf den meisten Kasernen und bringt sie nicht los. Bisher wurde mit diesen Kasernenverkäufen nur ca. 130 Mio. EUR verdient!

      Man kann klar so ausdrücken:
      DAS VOLK WURDE HINTERS LICHT GEFÜHRT UND BELOGEN.
      DIE RECHNUNG FÜR DIESE LÜGE MUSS DER STEUERZAHLER BEGLEICHEN.

      2) Das Schwedische Beispiel des Berufsheers: Die Praxis zeigt dass sich nicht genug Freiwillige melden die bereit sind das Gewehr in die Hand zu nehmen.

      Und das obwohl das schwedische Budget für Landesverteidigung viel viel größer ist als das österreichische.

      Anscheinend muss in Schweden der Sold erhöht werden um genug Berufssoldaten zu finden. Die schwedischen Steuerzahler werden dankbar dafür sein!

      3) Die Zivildiener in Österr. kommen der Allgemeinheit bisher billig: Rotes Kreuz, Sozialeinrichtungen usw. wissen es und sind dankbar dafür!

      Um die zukünftigen Zivi-Dienenden einzusetzen wird der Steuerzahler tief in die Tasche greifen müssen:

      Heute kommen diese Leistungen noch rel. billig in Zukuft wirds geschmalzen teuer! 'Danke lieber Herr Darabos!' werden die Steuerzahler sagen.

      4) Darabos möchte vor allem eines: Landeshauptmann des Burgenlands werden. Der Deal lautet daher:

      Darabos dient sich der SPÖ mit diesem Populismus-Bravourstück "Abschaffung des Präsenzdiensts" und damit einem Wahlkampfzuckerl für die NR-Wahl 2013 an. Und hofft dafür mit dem Superjob "Landeshauptmann des Burgenlands" belohnt zu werden.
      http://kurier.at/nachrichten/2065513.php

      5) Nicht einmal Generalstabschef Entacher hat bei diesen ominösen Darabos-Vorschlägen mitgearbeitet. Es war nur eine Handvoll SPÖ-Bundesheerler, denen der SPÖ-Wahlsieg 2013 über alles geht:
      http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/626351/Bundesheer_Die-Schoepfer-der-DarabosKollektion?direct=595146&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=101

    • leitner (kein Partner)

      @herby

      Die Zilk'sche Reformkommission hat mit dem, was jetzt passiert, nichts zu tun. Und auch wenn alle zukünftigen Heeresmodelle teurer sein sollten als das jetzige (das jetzt zu diskutieren ist eigentlich Kaffeesudleserei), so ist das noch lange kein Argument dafür, dem männlichen Teil der österr. Bevölkerung weiterhin sinnloserweise 6 Monate Lebenszeit zu stehlen. Das Heer gehört neu aufgestellt, ein Berufsheer (ev. mit Freiwilligenmiliz) ist mit Sicherheit effizienter als das jetzige Heer.
      Die Bereitschaft zur sozialen Freiwilligkeit schätze ich in Ö als hoch ein, das beweisen verschiedene Aktionen in der Vergangenheit (etwa bei den Überschwemmungen der letzten Jahre). Und das Berufsheer soll noch in diesem Jahr eingeführt werden. Das geht sich als Wahlkampfzuckerl nicht aus.

    • Herby (kein Partner)

      @ leitner

      "Kaffeesudleserei" - Ja bitte wir müssen heute nach bestem Wissen u. Gewissen in die Zukunft schauen und das ganz normal durchkalkulieren.

      Wenn ein Unternehmen umstrukturiert so wird es auch nicht Kaffeesudleserei betreiben sondern seriös alle Aspekte durchrechnen. Und von der Regierung und dem Minister muss man Seriosität verlangen können!

      Da Sie meinen Argumenten nichts entgegensetzten nehme ich an dass mit mir der gleichen Meinung sind:

      Das was die Rep. Österreich und seine Gesellschaft heute, 2011 an militärischer Selbstverteidungsleistung sowie an Kapazität für Katastrophenschutz (durch das Präsenzdienst-BH) und an sozialen Leistungen (Rettungsfahrer, Sanitäter, Altenbetreuer usw. ) durch die jetzigen Zivis hat,

      das wird es in ein paar Jahren auch noch geben:

      Aber: ZUM DOPPELTEN ODER DREIFACHEN PREIS WIE JETZT! ->
      Da werden viele Millionen un Milliarden EUR von den Steuerzahlern verlangt werden! Vielen Dank Herr Darabos und Herr Faymann!

      Und das in einem Staat der jetzt schon bis über alle Ohren verschuldet ist. http://www.staatsschulden.at/ Die Staatsschulden liegen bei über 70 % des BIP. Und das ist bekanntlich nicht alles, weil da noch die ASFINAG und ÖBB-Schulden dazugerechnet werden müssten. Macht summa summarum ca. 78% des BIP aus.

      Noch ergänzend zu meinem obigen Posting:

      a) Darabos verspricht derzeit vollmundig: Von den derzeitigen 9000 Heeresangestellten (=Beamte) werden 2000 abgebaut!
      Da ist er wieder bei einer Lüge aufgedeckt worden: Man kann nicht ganz einfach die 2000 Beamte rausschmeissen weil kündigungsgeschützt. Also da muss man warten bis diese 2000 in die Pension gehen, eventuell in einigen Jahren.
      Also die 9000 Heeresbediensteten werden bleiben: Mit der Reduktion auf 7000 ist es nichts!

      b) Wenn das Präsenzdienst-BH abgebaut wird so braucht Österreich Vorkehrungen für den Katastrophenschutz (bitte an das Hochwasser 2002 denken)
      Österreich wird ein Technisches Hilfswerk wie in Deutschland:
      http://www.thw.de/ aufbauen müssen.

      c) Darabos hat allen Ernstes versprochen dass die Bundesländer-Militärkommanden und auch alle jetzigen Kasernen für die Freiwilligenarmee beibehalten werden sollen!!

      Lächerlich! Das geht einfach nicht: Jedes Kind weiß dass das eine Lüge ist!
      ________

      " ... dem männlichen Teil der österr. Bevölkerung .... "

      Das sind Überlegungen von Ihnen - mit Sicherheit gibt es kein System wo man zu dem Preis so viel erhält wie heute für den Staat Österreich.

      Und: Es ist es ein System mit Tradition, das historisch in Österreich gewachsen ist. Ich bin aus einer Generation wo ich den Grundwehrdienst ableistete und dann alle 2 J. zu Waffenübungen einrücken musste, wobei ich den Militärrucksack mit dem Tarnanzug zu Hause hatte. Ich weiß wovon ich spreche.

      Was mir sauer aufstößt ist wie die Öffentlichkeit mit den Darabosschen Halbwahrheiten gefüttert wird. Und wie die SPÖ-Boulevardmedien: "Österreich", "Heute", "Kronenzeitung", "Profil" diese Halbwahrheiten hinausposaunen so als ob das ernstzunehmende Planungen wären.

      Nochmal: Wenn wir alle die gleichen Leistungen weiterhin haben wollen werden die Steuerzahler viel viel tiefer als heute in die Tasche greifen müssen.

      Ich halte einen Verteidigungsminister Darabos für nicht mehr zeitgemäß!

      Ich halte einen Bundeskanzler Faymann für nicht mehr zeitgemäß!

    • leitner (kein Partner)

      @herby

      Wenn Sie sich so extrem auf die Kosten konzentrieren wollen - bitte sehr: die Kosten für die vorgestellten Alternativvarianten zur Wehrpflicht werden sich die Herren sicher nicht aus den Fingern gesogen haben. Das von Darabos favorisierte Modell kostet demnach ähnlich viel wie das jetzige. Und die Frage wie es mit dem Zivildienst weitergeht, darf bei der Grundsatzzentscheidung Wehrpflicht ja oder nein keine Rolle spielen. Denn diese Entscheidung ist ein rein militärpolitische und keine sozialpolitische. Das Ende des Zivildienstes ist nur eine logische Folge der Abschaffung der Wehrpflicht. Man kann aber nicht die Wehrpflicht nur deswegen behalten, damit in Zukunft genug Leute beim Roten Kreuz arbeiten. Das ist ein ganz anderes paar Schuhe. Man wird sich Alternativen zum Zivildienst überlegen müssen; das Wahrscheinlichste ist eine freiwillige Verpflichtung auf Zeit mit höherer Bezahlung und im Anschluß besseren Berufschancen im sozialen Bereich.
      Und ob etwas Tradition ist oder nicht und ob frühere Generationen den Wehrdienst ableisten mussten oder nicht, zählt in dieser Diskussion genau überhaupt nichts. Wenn man diesem Argument folgen würde, hätte es nie eine Wehrdienstverkürzung und auch nie die Einführung des Zivildienstes gegeben.
      Ich halte die Wehrpflicht schon lange für nicht mehr zeitgemäß, um genau zu sein, seit dem EU - Beitritt Österreichs. Mir kommt diese Diskussion viel zu spät. Aber besser spät als gar nicht.

    • Herby (kein Partner)

      @ leitner

      Warum sind sie auf das Bundesheer-Kernthema Katastrophenschutz nicht eingegangen?

      Sie betonen sehr die Theorie und lassen aber die Praxis außen vor.

      Wie oben von mir schon gepostet:
      Ob man diese "Planungen" die von einer Handvoll SPÖ-Parteigängern (der Generalstabschef war ja nicht dabei) ausgetüftelt wurden glaubt oder nicht -

      Das ist die Entscheidung eines jeden ganz individuell:

      Ich glaube diesem von Darabos-Konzept nicht. Sie wollen es aber glauben.

      Zum Beispiel glaube ich nicht, dass man ganz einfach 2000 Bundesheerbeamte loswerden kann. Oder werden die in eine Karenzierungslösung hinausgekauft? (der Steuerzahler sagt Danke)

      Darabos und Landesverteidigung das passt cirka so zusammen wie wie ein Nichtschwimmer im Olympischen Finale beim 100m-Rückenschwimmen.

      Er möchte ein populistisches Bravourstück für die Wahl 2013 hinlegen.

      Grundsätzlich hat die Frage der sozialen Dienste nichts mit dem Bundesheer zu tun, ABER:

      Durch die jahrzehntelange Praxis dass Rotes Kreuz, Rettungsdienste, auch städt. Wiener Rettng und viele andere sehr gute Erfahrungen mit Zivis machten u. dankbar für die Zivis sind:

      DADURCH ist zweifellos eine Verknüpfung und Abhängigkeit entstanden!

      Diese Logik kann jedes Kind nachvollziehen: Wenn der Präsenzdienst entfällt so falle etliche tausend fitte junge Männer bei der Rettung, Sozialdienste usw. schlagartig aus. So ist die PRAXIS.

      Die Regierung, Bundeskanzler, Vizekanzler, und auch nicht Verteidigungsminister Darabos können nicht blauäugig sagen: Wir reden nicht darüber, diese beiden Materien haben nichts miteinander zu tun. 'Das sind zwei Paar Schuhe' usw.

      Ja und nein - man kann es so oder so lagen das ist Semantik.

      Auf unser Gemeinwesen Österreich und die österr. Gesellschaft kommen harte Zeiten zu, sie schreiben ja selber dass es teuer für die Steuerzahler wird:

      " ... Man wird sich Alternativen zum Zivildienst überlegen müssen; das Wahrscheinlichste ist eine freiwillige Verpflichtung auf Zeit mit höherer Bezahlung und im Anschluß besseren Berufschancen im sozialen Bereich. "

      Sie geben mir also recht bei meiner obigen Meinung dass es teuer werden wird:

      Das was die Rep. Österreich und seine Gesellschaft heute, 2011 an militärischer Selbstverteidungsleistung sowie an Kapazität für Katastrophenschutz (durch das Präsenzdienst-BH) und an sozialen Leistungen (Rettungsfahrer, Sanitäter, Altenbetreuer usw. ) durch die jetzigen Zivis hat,

      das wird es in ein paar Jahren auch noch geben:

      Aber: ZUM DOPPELTEN ODER DREIFACHEN PREIS WIE JETZT! ->
      Da werden viele Millionen und Milliarden EUR von den Steuerzahlern verlangt werden!

    • Herby (kein Partner)

      Noch eine Ergänzung zu meinem letzten Posting:

      Weil leitner sich so auf das Grundsätzliche u. die reine Lehre u. Theorie bezieht:

      ALLES funktioniert in der Theorie! ALLES!

      Theoretisch hat seit 2003 auch funktioniert dass man die unnötigen Kasernen für insgesamt 1 Milliarde EUR = 1000 Millionen EUR verkauft! - *lach*

    • Reinhard (kein Partner)

      Spätestens seit den Eurofighter-Rechenbeispielen sollte man vorsichtig sein, wenn Herr Darabos mit Zahlen jongliert...

    • leitner (kein Partner)

      Da der Katastrophenschutz per se nichts mit Militär zu tun hat (das können Zivilkräfte mit dem gleichen schweren Gerät ebenso erledigen - Panzer sind nicht primär für den Katastrophenschutz gebaut), kann man den auch anders organisieren. Die meisten europäischen Länder haben die Wehrpflicht abgeschafft und sind dennoch in der Lage, Menschen für den Katatrophenschutz zu mobilisieren - wir hingegen waren z.B. bei Galtür auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Und das Argument Zivildienst: wie machen das z.B. die Deutschen, die die Wehrpflicht ausgesetzt haben? Wie machen das andere Länder, die die Wehrpflicht abgeschafft haben? Gibt es dort (= in fast ganz Europa) keine funktionierende Rettung mehr (den Zivildienst gab es in diesen Ländern früher auch). Haben diese Länder im Zuge der Wehrpflichtabschaffung die Steuern so exorbitant erhöht wie Sie das für Österreich prophezeihen? Das ist ähnlich wie in der Bildungsdebatte: "es war bei uns immer schon so und muss daher immer weiter so sein, denn was anderes kann und will ich mir nicht vorstellen". Da bin ich froh, dass es bei uns Politiker gibt, die zu Systemveränderungen bereit sind, wenn die Zeit dafür reif ist. Und die Zeit ist reif, sowohl was die Wehrpflicht als auch was das Bildungssystem betrifft.

    • Herby (kein Partner)

      @ leitner

      Sie fragen wie es die Deutschen machen? In Deutschland ist die Lage sehr anders:

      1) Wurde von den anderen Ländern zu einer Maximaltruppenstärke vertraglich verpflichtet, die D. nicht überschreiten darf. Daher ist das Angebot der Präsenzdiener eigentlich zu hoch.

      2) NATO-Mitglied und daher verpflichtet die Landesverteidigung wortwörtlich ernst zu nehmen mit allen Bündnisverpflichtungen.

      3) Das Budget für Landesverteidigung ist dem Buchstaben des Gesetzes angemessen und es war dort nie eine Alibi-Landesverteidigung wie in Österr. Dort und anderswo lügt man sich bei der Landesverteidigung nicht in die Tasche wie wir es in Ö. gewohnt sind.

      4) Die von Ihnen angesprochenen Rettungsdienste sind in manchen Gegenden schlechter als in Österreich.

      Aber wenn Sie schon von anderen Ländern schreiben, (Darabos sprach von Schweden):

      Warum wartet Österreich nicht ab wie sich das noch relativ neue schwedische System in der Praxis bewährt?

      In Schweden budgetiert man die Landesverteidigung mit einem Vielfachen wie bei uns und trotzdem melden sich derzeit zu wenige Berufssoldaten. Der dortige Sold muss erhöht werden, das Budget aufgestockt werden.

      Vielleicht adaptieren die Schweden ihr System u. verbessern es.

      Wenn Österreich diese Entwicklungen - speziell in Schweden - beobachtet hat, können wir - aufbauend auf den dortigen Erfahrungen - einiges übernehmen.

      Warum müssen wir uns in Österreich in teure Experimente stürzen, wir können es uns nicht leisten:

      Die Schuld des Staats liegt insgesamt bei ca. 78% des BIP (inkl. Asfinag u ÖBB).

      Die österr. Finanzen pfeifen aus dem letzten Loch. Eventuell muss die Mehrwertsteuer auf 22% oder 23% erhöht werden. Grundsteuer angehoben werden, Transaktionssteuer eingeführt werden. Mineralölsteuer erhöht. Staatliche Leistungen gekürzt werden ....

      100% klar ist: Mit diesem dubiosen Darabos-Vorschlag wird ALLES teurer: Das Berufsheer, der Katastrophenschutz, die Rettungsdienste, sozialen Dienste (weg. d. fehlenden Zivis).
      Darabos kann nicht rechnen das hat er bewiesen.

      Der Steuerzahler wird geradestehen müssen!

    • leitner (kein Partner)

      Es würde wohl einem politischen Selbstmord gleichkommen, zunächst die Abschaffung der Wehrpflicht damit zu bewerben, dass ein neues Heeressystem nicht mehr kostet als das alte und dann eingestehen zu müssen, dass es doch (wesentlich) teurer war. Aber ich sage trotzdem, dass man das nicht genau vorhersehen kann und zwar deswegen, weil man nie vorher weiss, wie viele Freiwillige sich melden und daher bezahlt werden müssen. Aber selbst wenn ein neues Heeressystem ohne Wehrpflicht teurer wäre als das jetzige, bin ich für eine Abschaffung der Wehrpflicht. Denn ich hasse auf dieser Welt kaum etwas mehr als Sinnlosigkeiten. Und es ist in der heutigen politischen Situation absolut sinnlos, jungen Menschen ein halbes Jahr ihres Lebens zu rauben, nur um sie in eine Uniform zu stecken, sie - mit Verlaub - einige Wochen Krieg spielen zu lassen und sie dann in eine Schreibstube oder in die Heeresküche zu stecken. Und solange es in Österreich bei gleichbleibender politischer Situation die Wehrpflicht gibt, so lange gibt es genau dieses Szenario. Ich bin nicht gegen das Heer an sich, ich bin aber dagegen, dass es erstens ineffizient ist und zweitens in seinem Namen Lebensressourcen verschwendet werden. Effizienz heisst für mich: so wenig Leute wie möglich für die Erledigung möglichst spezieller Aufgaben. Auslandseinsätze zur Friedenssicherung z.B. sind solch spezielle Aufgaben. Und ich kenne mehrere Leute, die auf dem Golan oder im Kosovo waren bzw. sind. Mit denen verstehe ich mich blendend. Und sie alle sagen in trauter Eintracht, dass 1. Grundwehrdiener dafür völlig ungeeignet sind und dass 2. diese Einsätze dzt. die einzig sinnvollen Betätigungsfelder innerhalb des Heeres sind (den Assistenzeinsatz an der östl. Grenze lehnen sie alle ab, das sei Sache der Polizei). Daraus kann ich nur den Schluss ziehen, dass die Wehrpflicht obsolet ist.
      Ich hoffe, es war nicht sinnlos, Ihnen das zu schreiben.

    • Herby (kein Partner)

      @ leitner

      "Es würde wohl einem politischen Selbstmord gleichkommen, zunächst ... " - also Sie befürworten ganz einfach dass das Volk belogen wird? Sie befürworten vorsätzlich falsche Politikerversprechen???

      Es ist ein Anschlag auf die WÜRDE aller 8,3 Millionen Österreicher wenn man seitens der Regierung derart mit falschen Zahlen hinters Licht geführt wird!

      Anders formuliert: die 8,3 Millionen Österreicher werden für dumm verkauft.

      Es ist 100%, 1000% gewiss: Für das was Österreich heute an Landesverteidigung, an Katastrophenschutz, an Rettungsdiensten u sozialen Diensten (durch die traditionellen Zivis) geboten bekommt -

      Wird Österreich (die öffentliche Hand = Steuerzahler) WESENTLICH MEHR aufwänden müssen: Vielleicht das DOPPELTE ODER DREIFACHE GELD!

      Apropos "sinnlos": Denken Sie daran dass viele Menschen, Kinder, Erwachsenen in verschiedenen Lebensphasen immer wieder das Gefühl der Sinnlosigkeit haben: In der Schule müssen die Schüler Dinge lernen wo sie der Meinung sind, dass es sinnlos ist, scheinbar sinnlose Fächer wie Biologie, Zeichnen. Denken Sie daran wie es bei der Arbeitssuche ist: Man muss sich bei zig Firmen bewerben und wird doch nur von einer genommen: man hat sich vielleicht 27 mal "sinnlos" beworben.
      Wenn man eine Freundin sucht, wie oft holt man sich einen Korb. Wie oft ist es "sinnlos" es immer wieder bei Frauen zu versuchen ...

      Das Leben fordert alle immer wieder heraus, solche scheinbare 'Sinnlosigkeiten' zu überwinden. Damit Sie, leitner nicht mehr von Sinnlosikeitsgefühlen und Haßgefühlen gequäult werden verlangen Sie von der Allgemeinheit dass sich die Republik nochmals ordentlich weiter verschuldet, als ob nicht die Schulden schon hoch genug wären.

      Der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist: Sie sehen die Lage des Individuums, der subjektiv ohne Verpflichtung und ungebunden sein möchte. Ein Mensch der vom Staat etwas verlangt aber nur das Minimalste zu Geben bereit ist. Sie haben den individualistischen Ansatz.

      Ich versuche in dieser Diskussion die Sache aus der Perspektive des Gesamtstaats mit seinen Aufgaben zu sehen. Ich habe die Perspektve für das Wohl des Ganzen.

      Beim bisherigen Präsenzdienst wurden die jungen Männer zu einem "Opfer" für den Gesamtstaat (vor allem Landesverteidigung) verpflichtet. Beziehungsweise es stand JEDEM frei stattdessen den Zivildienst zu wählen: freiwillig.

      All das waren "billige Arbeitskräfte" (billige Leistungsträger) für die Allgemeinheit: Landesverteidigung + Katastrophenschutz + Soziale Dienste.

      Ab sofort gibt es diese billigen Arbeitskräfte nicht mehr und müssen für diese noch immer notwendigen Leistungen am Arbeitsmarkt zugekauft werden.

      Jeder Hauptschüler weiß dass NIE UND NIMMER zum gleichen Budget zu haben sein wird!

      Man kann sich alles vom Christkind wünschen: Auto, Wohnung, Haus, Urlaub, supermoderne Berufsarmee - einfach alles. Die Praxis zeigt aber dass man nur das bekommt wo man auch den entsprechenden Preis zu zahlen bereit ist! In Ihren Postings schreiben Sie als ob Geld überhaupt keine Rolle spielen würde.

      Ja, ja bei diesem Thema: "ein halbes Lebensjahr gestohlen" etc. ist es jetzt wunderbar modern sich als "liberal" zu geben.

      Das was Sie schreiben: " .. um sie in eine Uniform zu stecken ... " ist klar falsch. Niemand wird gezwungen dazu. Jeder Taugliche kann sich ohne weiteres freiwillig für den Zivildienst entscheiden!

      Diese Leute die Sie kennen die im Kosovo oder Golan waren, wie wurden diese dazu motiviert? Ja wohl doch nur weil sie einmal Grundwehrdiener waren und so die Anreize für diesen Dienst kennen lernten.

      Sachlich falsch bei diesen ominösen Darabos-Vorschlägen ist:
      a) Es ist ganz und gar unmöglich ganz einfach 2000 Heeresbeamte auf die Straße zu setzen, soll heißen der Personalstand von 9000 lässt sich praktisch in kurzer Frist nicht reduzieren!

      b) Es ist ganz und gar unmöglich dass die Militärkommanden in den Bundesländern erhalten bleiben.

      c) Es ist ganz und gar unmöglich dass keine weiteren Kasernen aufgelassen werden.

      d) Es ist ganz und gar unmöglich dass der Katastrophenschutz u. Sozialen Dienste (Zivis) auf bisherigen Standard aufrechterhalten werden kann.

      e) Es wird sich als wesentlich schwieriger herausstellen als es derzeit die Propaganda ist dass sich Menschen zur gewünschten Freiwilligenarmee melden.

      Wer erinnert sich noch: Vor 40 Jahre hieß es: "Wer nichts ist und wer nichts kann der geht zu Post und Eisenbahn" - das wurde damals so gesagt im Volk.

      Die Gefahr ist real dass dasselbe auch über die künftigen Berufssoldaten: Schützen, Panzerfahrer, Artilleristen usw. geredet wird: Die Gefahr ist, dass da eine bildungsferne Unterschicht sich beim Berufsheer wiederfindet.

      Also damit da gutes Personal bereit ist (das sich dann solche Sprüche anhören muss) hinzugehen wird man den Sold ordentlich hoch ansetzen müssen.

      Wir werden es in unseren Geldbörsen alle spüren und wir werden SINNLOS mehr auf unseren Arbeitsplätzen schuften müssen um den finanziellen Mehraufwand durch erhöhte Steuern zu finanzieren.

  6. Brigitte Imb

    Miliz verweigert "Fremdkörper" Darabos die Gefolgschaft.

    Da getraut sich einmal jemand die Wahrheit über den Verteidigunggsminister zu sagen - sehr gut.

    http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/626495/Miliz-verweigert-Fremdkoerper-Darabos-die-Gefolgschaft?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/595146/index.do&direct=595146



  7. leitner (kein Partner)

    Da glauben doch tatsächlich einige Leute, dass unser Bundesheer auch nur irgendeine Relevanz hat. So wie es jetzt dasteht, mit einigen Tausend Wehrpflichtigen, die nach ihrer Grundausbildung monatelang irgendwelche bundesheerinternen Beschäftigungstherapien aufgebrummt bekommen, damit sie ihre Zeit absitzen, hat es überhaupt keine Relevanz. Es gibt nur zwei Möglichkeiten für ein kleines Land wie Österreich, ein sinnvolles Heer zu besitzen: Entweder man bewaffnet die gesamte männliche Bevölkerung bis etwa 40 bis an die Zähne und verpflichtet sie, in jeder Sekunde ihres Lebens für das Heer einsatzbereit zu sein oder man schafft ein kleines, aber effizientes Berufsheer mit klar definierten Aufgaben. Wenn es außerdem eine Freiwilligenmiliz gibt, so ist auch das ok. Aber die Tendenz mancher Leute hier, die Wehrpflicht nur um der Wehrpflicht willen beibehalten zu wollen, damit die Leute halt beim Heer sind (egal, ob das sinnvoll oder sinnlos ist) verstehe ich einfach nicht. Derzeit stiehlt man den Leuten einfach nur einige Monate ihres Lebens. Das kann es nicht sein.



    • phaidros
    • november_rain (kein Partner)

      Gut erkannt. Das ist einer der besten Kommentare hier.

    • Neppomuck (kein Partner)

      Wenn man (oberflächlich betrachtet) als Grundwehrdiener auch nichts „mitnehmen“ kann, was man später zum eigenen, materiellen Nutzen anwenden könnte, eines lernt man dort schon:
      Ordnung halten, Pünktlichkeit, Disziplin und, nicht unwesentlich, das situationsbedingte Unterordnen zugunsten der gemeinsamen Sache.

      Wer das als „nicht relevant“ einstuft, dem ist nicht zu helfen.
      Denn dann wäre der Lernstoff in unseren Schulen (Zauberwort "Bildung") oder die Begriffsinhalte aller 'Tugenden und Werte' ebenso unwichtig für Land und Leute.

      Wie weit wir es ohne dieselben gebracht hätten ist unschwer zu erkennen:
      Über "Massa kommen", "Massa gehen" und "massakrieren" wären wir nicht hinausgekommen.
      Aber diese Erkenntnis eröffnet sich eben nicht jedem.

    • november_rain (kein Partner)

      Neppomuck, sind Sie vielleicht ein (Miliz-)Offizier? Das würde vielleicht einiges erklären. Ihnen, und den anderen Verteidigern der Wehrpflicht hier, ist natürlich bewusst, dass die meisten österreichischen Männer (inzwischen auch die mit "Migrationshintergrund") beim Bundesheer waren. Also wieso glauben manche immer, dass einem beim Heer 'Tugenden und Werte' beigebracht werden?

    • Neppomuck (kein Partner)

      Die Werte „Gott“ (oder sein Wort), „Ehre“ (positiv verstanden), „Freiheit“ und „Vaterland“ sind das Fundament unserer Kultur.
      Tugenden (auch sog. „Sekundärtugenden“ wie die benannten) der Garant dafür, dass die oben genannten Werte auch hoch gehalten werden. Sonst fehlen gewisse „Orientierungsmöglichkeiten“.

      Man sollte nur über Dinge reden, von denen man eine gewisse Ahnung hat, rain.
      Sonst läuft man Gefahr, als einer, der nicht richtig "semantickt" bezeichnet zu werden.

    • november_rain (kein Partner)

      Kuriose Antwort. Schwören Sie nur bei Ihrer blanken Wehre, Neppomuck, wenn Sie meinen. Aber wir anderen leben im 21. Jahrhundert.

    • leitner (kein Partner)

      @neppomuck

      Der eine Grundwehrdiener, der beim "Runden Tisch" im ORF dabei war, hat auf die Frage, was er von seiner Zeit beim Heer mitgenommen hat, sinngemäß geantwortet: "dass man stur ohne Nachdenken Befehle befolgt; ob das zu einer Demokratie gehört, sei dahingestellt".
      Um Ordnung und Pünktlichkeit zu lernen, braucht es kein Heer. Ohne dem kommt man auch im zivilen Leben nicht weit. Für Tugenden und Werte ist das Heer auch der falsche Platz. Da sind Erziehung und das eigene Gewissen maßgeblich. Und beim Lesen von Worten wie "Unterordnen für die gemeinsame Sache" läuft's mir kalt den Rücken runter. Das schreit geradezu nach Mißbrauch. Selbstständige, kritische Menschen sind für eine Gesellschaft viel wichtiger als Menschen, die gelernt haben, sich unterzuordnen.

    • Neppomuck (kein Partner)

      Na, wenn es "der eine" beim Runden Tisch gesagt hat, dann wird es sicher stimmen, leitner.

      "Aber wie", rain.
      Das "dicke Ende" des 21. Jahrhunderts kommt erst .

    • phaidros

      Selbstständige, kritische Menschen sind auch und besonders für ein gut funktionierendes Heer unerlässlich. Kadavergehorsam wurde vor 6 Jahrzehnten begraben.

      BG

    • leitner (kein Partner)

      Der eine sagt es, der andere (nämlich ich) stimmt dem zu. Sie können ja eine Umfrage unter ehemaligen Grundwehrdienern machen, ob sie dem zustimmen. Viele werden das tun, da bin ich mir sicher. Es werden nur nicht alle ehemal. Grundwehrdiener gefragt, was sie von ihrer Zeit beim Heer halten.
      Und was das dicke Ende betrifft - wenn eines kommt, kann uns ein Heer nach jetzigem System auch nicht helfen. Da kann uns gar kein Heer helfen.

    • leitner (kein Partner)

      @phaidros

      Da haben Sie recht. Solche Leute bekommt man aber am ehesten mittels Anreizen zur Freiwilligkeit zum Heer, sicher nicht durch eine Verpflichtung.

    • Francois Villon (kein Partner)

      Als ich nach der Matura zum BH einrückte gab es zwar noch keine Türken, aber doch auch schon die Wiener Plattinger oder Chargen, die ihre Minderwertigkeitskomplexe an den frisch eingezogenen Rekruten ausließen. Es mußte auch damals Gang, Stube und Scheißhaus gereinigt werden und stundenlang marschiert und exerziert werden. Auch das Essen hat mir nicht immer so gut geschmeckt, wie zu Hause. Für erfundene "Vergehen", Verletzung der Dienstvorschrift oder ähnlich schwerwiegende Ungeheuerlichkeiten die üblichen kleinen Schikanen, Ausgangsssperre, extra Wachdienst oder extra Übungen beim Morgensport.

      Man hätte sich darüber fürchterlich aufregen, passive Renitenz und "Abizah´n" als Gegenmaßnahme praktizieren können. Dann hätte man mit Garantie die damals 9 Monate - in meinem Fall 12 - als Frust und völlig sinnlos vertane Zeit lebenslang in Erinnerung.

      Ich konnte mir freilich nicht vorstellen, daß ich durch ein paar zussätzliche Liegestütze oder Extrarunden als 18-Jähriger zusammenbrechen könnte, im Gegenteil, nach ein-zwei Wochen Muskelkater war meine Kondition dann weit besser als die irgend eines Ausbilders, aber das war sie ohnedies schon zuvor auch, weil ich nicht gesoffen oder geraucht habe.

      Die Ausbildung im Schulraum war eine andere als auf dem Gymnasium, also man konnte - wenn man wollte - Neues und durchaus Nützliches lernen. Die Nacht- und Orientierungsmärsche zeigten, was man zu leisten im Stande ist, bzw. wie man als Gruppe zusammenhalten kann (und muß), wenn es einzelne kaum schaffen, die man dann trotzdem "durchbringt" (und daß im Vergleich mit anderen auch "gewinnt").

      Als dann selbst Ausbilder bei einer Maturanten-Kompanie in Glasenbach, gefiel mir die neue, schöne Gegend und Landschaft, die im Schnitt 2 x pro Woche Aufstiege auf den Gaisberg um dort zu üben (frische Luft, exzellentes Trainining) und die abendlichen Ausflüge ins Müllner Bräu mit Kameraden, etc.
      Im übrigen bemerkte ich, daß in kurzer Zeit auch jene Rekruten Ordnung und Hygiene lernten, denen das von Haus aus weniger vertraut war, und, daß einzelne Quertreiber, die der Gruppe Sonderbeschäftigung oder Kürzung des Ausgangs bescherten, von der Gruppe ziemlich schnell zur Raison gebracht wurden. Also, auch die haben etwas gelernt: Ordnung und Einfügen in die Gruppe. Bemerkenswert auch, daß die "Plattinger" sich nach kurzer Zeit als gar nicht so übel herausstellten, jene, die meinten was Besseres zu sein oder die mit der ablehnenden, negativen Einstellung zum BH kamen, hatten und machten Schwierigkeiten.

      Was Neppomuck schrieb: Ordnung halten, Pünktlichkeit, Disziplin und, nicht unwesentlich, das situationsbedingte Unterordnen zugunsten der gemeinsamen Sache, lernt man. Und Freund Gen. Dr. Günter Kießling sagte oft: Ordnung ist eine Wohltat für den Soldaten und die Gemeinschaft.

      Insofern ist ein Heer basierend auf allgemeiner Wehrpflicht auch eine - durchaus wünschenswerte - Schule der Nation.

      Es mag sein, daß die auch von mir erlebten Unzulänglichkeiten heute mehr geworden sind, aber man legt in einem Haus nicht die Wasserleitung still, weil der Hahn irgendwo tropft, sondern man repariert ihn.

      Die Radikalvorschläge jener Besserwisser, die in einer bezahlten Truppe und mit mehr Geld glauben irgend etwas reparieren zu können, sind auf dem Holzweg. Daß mancher in offensichtlich höhnischer Absicht Neppomuck "schwören Sie nur bei Ihrer blanken Wehre" zuruft, zeigt nur daß er gar nicht den Willen zu einer ernsthaften Diskussion hat, also bloß ein Stänkerer ist.

      Und wie ich schon sagte, ohne die Wiederherstellung der verspotteten "Sekundärtugenden", einer geistigen Erneuerung, sind wir ohnedies verloren.

      Der Beitrag von leitner war daher alles andere als gut, am wenigsten "der beste", sondern Ausdruck eines flachen, materialistischen und somit nihilistischen Denkens, wobei ich hinsichtlich des Denkens wahrscheinlich bereits maßlos übertrieben habe.

    • phaidros

      Es ist mögliherweise ein gar nicht unangenehmer Nebeneffekt, dass man beim Heer lernt, die eigenen Ansprüche etwas herunterzuschrauben - wie auch mglw. Anderes.

      Aber das ist nicht der Auftrag.

      Der Auftrag ist, dem Land die Fähigkeit militärischer Landesverteidigung zur Verfügung zu stellen. Und den kann es in der derzeitigen Form nicht erfüllen. Insofern hat leitner vollkommen recht. Der Wasserhahn tropft nicht, sondern es kommt einfach kein Wasser heraus! Gar nixx.

      Eine notwendige Aufstockung auf 9-10 Monate Wehrdienst plus ordentlichem Manöverbetrieb im und nach dem Grundwehrdienst ist aber derzeit schlichtweg Wunschdenken: sie wird nicht passieren. Insbesondere in der derzeitigen Lage fehlender militärischer (die Diskussion hier ist in diesem Punkt leider von einer gewissen Unbetamtheit geprägt) Bedrohungen nicht.

      Daher ist das mit Abstand Vernünftigste: ein Berufsheer (+ ev. Freiwilligenmiliz?), das die Kompetenz bewahrt, und wenn sich erneut Bedrohungslagen abzeichnen, ein Hochfahren der Verteidigungsbereitschaft.

      BG/phaidros

      P.S. eine allgemeine Anmerkung zu diesem (aber auch anderen) Threads: gegen andere Meinungen ad hominem loszugehen empfinde ich als unglaublich stillos (und natürlich auch unbeholfen - aber jeder wie er halt kann und will)

    • Francois Villon (kein Partner)

      Zu Phaidros:

      Ich habe keineswegs vom Herunterschrauben der Ansprüche geschrieben, sondern im Gegenteil, wie sehr sich Charakter und Wesen vieler Rekruten in erstaunlicher Weise entwickelt hat. Weswegen man ihnen durchaus die Landesverteidigung zutrauen kann.

      Über die Krämer-Argumente will ich nicht mehr diskutieren, abgesehen davon, daß sie nicht einmal rechnerisch aufgehen.

      Was den Stil betrifft, so haben Sie wahrscheinlich "thread" falsch geschrieben/verstanden, weil doch "threat" wohl gemeint ist, dann paßte er ja wieder.

    • phaidros

      Herunterschrauben Können der eigenen Ansprüche hat nichts mit Entwicklung von Charakter und Wesen zu tun?

      Belassen wir's bitte dabei; ich habe den Eindruck, dass vieles hier aus purer Lust am Diskurs gepostet wird.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • november_rain (kein Partner)

      "Schwört bei dieser blanken Wehre" ist ein altes Studentenlied, das vor allem von Burschenschaften, aber auch von katholischen Verbindungen gesungen wird. (Gott), Ehre, Freiheit, Vaterland ist eine Zeile dieses recht martialischen Liedes, welches mir bei Neppomucks Kommentar eingefallen ist. Meine Bemerkung war nicht höhnisch, sondern eher polemisch oder vielleicht sarkastisch gemeint, weil ich Neppomucks Antwort etwas seltsam und sehr altmodisch schablonenhaft fand.

      Der heutigen Jugend wird (vor allem auch in diesem Forum) ständig vorgeworfen, wie faul, unsolidarisch, unmotiviert, leistungsavers und sonst noch was sei. Ich wollte auf den Widerspruch aufmerksam machen, da ja die meisten jungen Männer (auch die Immigranten) selbst beim Bundesheer waren, wo einem nach der Meinung vieler hier offenbar hehre Werte und Sekundärtugenden beigebracht würden. Hat offenbar keiner verstanden. Aber darum geht es auch nicht, sondern um die Landesverteidigung!

      Es ist für einen jungen Menschen nicht immer ganz einfach in diesem verstaubten Forum, deswegen finde ich leitners Kommentare erfrischend und in der Sache auch richtig.

    • november_rain (kein Partner)

      "wobei ich hinsichtlich des Denkens wahrscheinlich bereits maßlos übertrieben habe"

      Das habe ich glatt übersehen. Wahrscheinlich besser so, sonst wäre ich vielleicht der Meinung, Ihre Arroganz sei kaum zu überbieten.

    • Francois Villon (kein Partner)

      Zu november_rain:

      Ich kenne das Lied gut, und eben darum - zusammen mit dem Hinweis, daß wir im 21. Jhdt. leben (was mir ganz entgangen ist) - empfand ich das so, wie ich schrieb.
      Und weil von der LV die Rede ist, finde ich, Herr Phaidros, daß von der geistigen/inneren Haltung vor allem gesprochen werden muß. Die kommt halt nicht vor, wenn man alles unter dem Ökonomischen Kalkül betrachtet.

      Ich verfüge zwar u.a. über ein "eingebautes" cartesisches Koordinanten-System, und selbst das ÖK ist mir nicht fremd, da ich nach dem natürlich auch die geschäftlichen Entscheidungen zu treffen hatte, aber weder das eine noch das andere ist Maß aller Dinge.

      Und nach meiner antiquierten, vom zitierten Lied mitbestimmten Ansicht, sind auch im technischen Zeitalter Volk, Heimat, Treue, Willensstärke, ... unverzichtbar, vor allem im Ausnahmezustand bei existenziellen Gefahren.

      Aber hier wiederhole ich mich bereits. Wer einen anderen Lebenstakt hat, dem ist das weder rational noch empfindungsmäßig nahezubringen.

  8. Haider

    Leider ist es unserem Bundesheer seit 55 Jahren nicht wirklich gelungen, daß sich eine Mehrheit unserer (männlichen) Jugend zur Verteidigung unserer gesellschaftlichen Werte bekennt. Außer in Sonntagsreden haben sich Meinungsträger nie offen zur Heimat und unserer Kultur bekannt; die von den Linken bewußt lancierte Angst vor der Faschismuskeule überwog immer.
    Gefahrenpotentiale ändern sich dauernd (1953: DDR/Sowjetunion, 1956: Ungarn/Sowjetunion, 1961: Mauerbau, 1968:Tschechoslowakei/Sowjetunion, ab 1990: Jugoslawien) und künftig? Französisch/Arabischer Konflikt, Flämisch/Wallonischer Konflikt, Nord-Süd-EU-Konflikt, Türkische Aggression, Erdöl/Erdgas-Konflikt, Wasser-Konflikt, Roma/Sinti-Sozialkonflikt, Euro-Inflation, Religionskämpfe usw etc. Und da begibt man sich sehenden Auges aller staatlichen Eingriffsmöglichkeiten, verhindert die Demokratieschulung österreichferner Parallelgesellschaften und zerstört die Ausformung eines staatlichen Grundkonsens. Und da soll unsere Jugend positiv in die Zukunft sehen?



    • Segestes (kein Partner)

      "Verteidigung unserer gesellschaftlichen Werte"

      Unsere "gesellschaftlichen Werte" werden heute ausschließlich durch den Zuzug bildungsferner, archaischer Proletarier aus dem Morgenland bedroht.
      Mit Verlaub, inwiefern soll uns das Militär dagegen nun verteidigen?
      Das kann bestenfalls die Politik -mittels deutlich strengerer Bestimmungen - und die Polizei als vollziehendes Organ.

      Dass der belgische Konflikt uns je in einer Form betrifft, die den Einsatz unseres Bundesheeres verlangen würde, ist absolut hanebüchen.
      Dieses Beispiel ist jedoch exemplarisch für die ganze Aufzählung total verschwommen skizzierter, uns militärisch angeblich betreffender Konfliktherde der Zukunft.
      Jene hier angeführten Beispiele der Vergangenheit, besitzen sogar noch weniger Relevanz, da sie in einer Zeit stattfanden, die aufgrund des in Jalta entstandenen Ost-West-Gegensatzes, vollkommen anders gelagert war als die Gegenwart. Wer das bewusst ignoriert, der argumentiert unredlich.

      Ganz davon abgesehen, niemand schafft das Bundesheer ab. Es soll hingegen professionalisiert und spezialisiert werden.
      Was wir heute vorfinden, ist hingegen ein Verpulvern von Milliarden für Waffen und Waffengattungen, die sinnlos sind und strategischen Überlegungen aus der Zeit des kalten Krieges entsprechen - und in Wirklichkeit bereits damals vollkommener Nonsens waren.
      Die Wirksamkeit unseres Bundesheeres ist eine Lebenslüge.
      So wie die Neutralität seit dem EU-Beitritt.
      Opium fürs Volk, sozusagen.
      Aber dieses Volk hat mittlerweile überzuckert, was Sache ist.
      Und deshalb gackert das erzkonservative Winkerl auch ganz aufgeregt,
      im Angesicht der angekündigten Volksbefragung.

    • Johann Scheiber

      Der beste Beitrag hier, finde ich.

    • Johann Scheiber

      Segestes, bleiben sie gelassen, hier gackert außer ihnen niemand. Natürlich ist eine Volksabstimmung zu fürchten, aber ist das ein Argument?
      Sie stehen zur EU und zur Nato offenbar in einem gläubigen Verhältnis. Ist ihre Sache, aber zu Souveränität und Freiheit haben sie ganz offenbar keinen Bezug.

    • phaidros

      Das Problem ist, Segestes, wenn doch so eine Situation schlagend wird, und wir stehen mit heruntergelassenen Hosen da, dann ist das Geschrei wieder groß. Und zwar zurecht.

      Die Konzeption einer Landesverteidigung hat sich nicht nach aktuellen Gegebenheiten zu richten, sondern nach aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten. Wobei sich »Möglichkeit« nur auf vorhandene Gewehrläufe bezieht, nicht auf »politisch Denkbares«!

      Falls Sie an der Thematik interessiert sind, lege ich auch Ihnen unseren Vorschlag nahe, den Sie ganz unten verlinkt finden: http://www.andreas-unterberger.at/2011/01/das-heer-wieder-mal-als-wahlkampfschlager/#comment-98424

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Reinhard (kein Partner)

      In unserer Siedlung hat es seit 40 Jáhren nicht mehr gebrannt. Keiner hat mehr Feuerung, nur noch Fernwärme. Der belächelten Feuerwehr werden nicht mal mehr die Karten für den Ball abgekauft; das ist eh nur ein Verein von Saufbrüdern mit großer Klappe. Meistens ist nur der Rettungswagen für die Autobahn im Einsatz, aber dafür brauche ich keine Feuerwehr sondern eine Art THW.
      Eigentlich überflüssig, der Verein; raubt nur jungen Menschen die Freizeit und verleitet sie zum Saufen.

      Denkt man.
      Sonntag nacht hat ein Haus in der Siedlung gebrannt, Kabelbrand im Keller beim Fernwärmeanschluss, die Feuerwehr konnte rechtzeitig die Bewohner retten und den Schaden begrenzen. Auf einmal waren alle froh.

      P.S.
      Die Geschichte ist nicht erfunden.

    • phaidros

      Werter Reinhard, ich hoffe sehr, Sie begehen nicht auch den Fehler zu denken, wir hätten ein einsatzfähiges Heer! Das ist ein (gar nicht sehr) wohlgepflegtes in-den-eigenen-Sack-Lügen.

      Wir schlagen vor, die Kosten einzusparen, von Profis (die ein Haus ebenfalls löschen könnten, über die man genauso froh sein könnte) das Know-How zu bewahren und, wenn sich militärisch relevante Szenarien abzeichnen (die von AU oben genannten sind es größtenteils nicht!), die Verteidigungsbereitschaft wieder hochzufahren.

      Ich verlinke jetzt kein weiteres Mal weil ich fürchte, die Geduld mancher Leser bereits strapaziert zu haben Aber weiter (ganz) unten finden Sie alles dazu Relevante.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Reinhard (kein Partner)

      Werter Phaidros, ich weiß, sehe den Grund für die Zahnlosigkeit aber nicht in der Wehrpflicht als solcher sondern im allgemeinen Niedergang der Systeme. Ich widerspreche auch nicht und muss gestehen, die Idee mit dem Berufsheer (gestiegene Anforderungen an Ausbildung und Beherrschung modernster Technik) nebst freiwilliger Miliz als die bisher Beste zu sehen. Wie bisher muss das ebenso freiwillige Nicht-Dazugehören zur Miliz aber "erleistet" werden durch anderen Dienst an der Gemeinschaft.

      Wogegen ich eintrete ist die immer weiter voranschreitende Motivationslosigkeit der Leute, überhaupt noch irgend einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Keiner will mehr wählen gehen (neben den Ratlosen gibt es auch genug Faule bei den Nichtwählern), beisitzen, helfen, zugreifen - nur noch nehmen. Die Demokratie als Selbstbestimmung eines Staatsvolkes kann ich mir nicht als Dienstleistung einfordern oder erkaufen, dazu muss ich etwas TUN. (Wer weiß das besser als Sie, geschätzter Freund?)
      Aber da verweise auch ich gerne auf mein Posting weiter unten... :o)

  9. Amadeus (kein Partner)

    Elchtest für Darabos
    Hurra, ein Berufsheer - und was dann? Da wären noch ein paar Fragen zu klären. (Martina Salomon)

    Die Abschaffung der Wehrpflicht ist also das SPÖ-Wahlzuckerl 2013. Die geplante Volksbefragung dafür ist nur ein populistischer Umweg - hat aber schon bei Michael Häupl im Vorjahr funktioniert. Klar, der Schmäh geht noch einmal rein.

    Doch da wären ein paar Fragen zu beantworten: Lieber Herr Verteidigungsminister, wie entledigen Sie sich jetzt schnell Zigtausender Heeresbeamter? Der Verwaltungsapparat ist jetzt schon zu groß, schicken Sie überzählige Offiziere zur Polizei? Haben Sie den Landeshauptleuten erklärt, dass es viel weniger Kasernen zwischen Eisenstadt und Bregenz und keine Soldaten mehr an der burgenländischen Grenze geben wird?

    Click!

    Sind Sie sicher, dass sich die Richtigen zum Berufsheer melden werden und nicht nur schießwütige Desperados? Wissen Sie, wer statt der Zivildiener in den Rettungswägen sitzen wird und wie viel ein Ersatz wirklich kostet?

    Und hat die Wehrpflicht nicht auch eine integrative Aufgabe, weil sich Migrantenkinder mit dem österreichischen Staat identifizieren müssen und beim Heer Burschen aus allen Schichten zusammenkommen? Schweden ist Ihr Vorbild, Herr Darabos? Habt Acht! Jetzt kommt erst der Elchtest!
    http://kurier.at/interaktiv/kommentare/2065527.php



  10. Segestes (kein Partner)

    Interesssant, ein "Wahlkampfschlager" also, obwohl weit und breit keine Wahl in Sicht ist. Ach Herr Unterberger...

    "Terrorismus und organisierte Kriminalität", gehören übrigens zu den Kernaufgaben der Polizei. Ebenso wie Internetkriminalität - der Begriff "Cyberwar", soll dem ganzen bloß einen martialischeren Anstrich verleihen. Und dass unsere zwei lächerlichen, ineffizienten Geheimdienste unbedingt beim Heer angesiedelt sein müssen, steht auch nirgendwo geschrieben.
    Also müsste man eigentlich die Polizei besser ausrüsten bzw. mit mehr Personal versehen, anstatt ständig und überall Präsenzdiener als billige und unqualifizierte Notnägel heranzuziehen.

    Übrigens, ausgerechnet den Zivildienst als Existenzberechtigung für die Wehrpflicht zu verwenden, entbehrt gerade dann einer gewissen Ironie nicht, wenn dieses "Argument" aus dem wirtschaftsliberal-konservativen Winkerl kommt.
    Denn einerseits schreien doch genau diese Herren immer nach weniger Staat und mehr privat, andererseits sind Zivildiener in diesen Kreisen bisher eher als eingerauchte Waschlappen und links-alternative Drückeberger abqualifiziert worden ^^

    Zitat: "Landesverteidigung heißt daher, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten."
    Mit Verlaub, das geht bestenfalls wenn man einen Geldsch...er hat, bzw. wie die USA, soviel Geld drucken kann, wie man gerade lustig ist.
    Ihre total diffusen Planspiele mit Russland und Co. sind ja ganz putzig, realistisch sind sie aber nicht. Sie werden jetzt entgegnen, ja aber man weiß nicht was in 10, 20 oder 30 Jahren sein wird.
    Nun, glauben Sie ernsthaft, ein 2010 ausgebildeter Grundwehrdiener, weiß 2020, 2030 oder 2040 noch, was er einst in seiner 6monatigen, militärischen Grundausbildung gelernt hat? Glauben Sie so jemand ist einsatzfähig und nicht bloß Kanonenfutter?

    Wissen Sie eigentlich, wie chaotisch es 1989 beim Bundesheer zuging, als es an der Grenze zu Slowenien gekracht hat?
    Als etwa jugoslawische Abfangjäger permanent den österr. Luftraum verletzt haben und Granatsplitter in Radkersburg einschlugen, hat unser tolles Präsenzdiener-Heer was gemacht?
    Richtig, man hatte sich im Gebüsch verkrochen und den Soldaten zu verstehen gegeben, wenn es hart auf hart kommt, dann sollen sie die Beine in die Hand nehmen und weglaufen.
    Mütter sind, nachdem ihnen ihre Söhne davon erzählt haben, in Kasernen aufgetaucht und wollten diese abholen...
    Und sehen Sie, mit einem vernünftigen Berufsheer, plus starker Miliz, wäre das eher nicht passiert.
    Das auch den anderen Herren hier ins Stammbuch geschrieben, die sich einbilden unser Präsenzdiener-Heer hätte je auch nur irgendeinen echten militärischen Wert gehabt.



    • fosca

      @Segestes

      Entschuldigung, aber leben Sie am Mond!
      Schon Häupl hat die Wehrpflicht - vielleicht auf Anraten der Kronen Zeitung, es gilt jedoch wie immer die UNSCHULDsvermutung - im Wienwahlkampf als "Schlager" aufgelegt und wenn man die Diskussion nur ordentlich am Köcheln hält und sich bis
      2013 populistisch positioniert, kann das sehr wohl für die nächste Nationalratswahl ein entscheidendes Thema werden. Außerdem sind wir nicht davor gefeit, daß wenn es opportun wäre, wir vorgezogene Neuwahlen vorgesetzt bekommen!
      Also bitte, nicht die Augen vor der Realität verschließen.

    • Anton Volpini

      @Segestes
      ....1989...als es an der Grenze zu Slowenien gekracht hat.....
      Das war 1991! Haben Sie nicht Geschichte gelernt? Sie haben wohl bei Kreisky nicht zugehört?

    • Segestes (kein Partner)

      @fosca:
      Es "soll" bereits in diesem Frühjahr, spätestens im Sommer, über die Wehrpflicht abgestimmt werden. Ergo, keine Wahl in Sicht und somit kein Wahlkampfschlager.
      Dass es einst zur Wiener Wahl thematisiert wurde, ist irrelevant. Schließlich stünde es der SPÖ nach geschlagener Wahl nun frei, dieses Thema wieder zu schubladisieren.
      Mit so etwas haben die Pseudo-Sozis ja Übung.
      Übrigens, die Kronenzeitung hat das Thema schon vor über einem Jahr aufs Tableau gebracht, damals wurde es vom KrautHäupl aber noch geflissentlich ignoriert.
      Schwer zu sagen, woher der Sinneswandel kurz vor dem Wahltag kam. Vermutlich pure Verzweiflung. Letztendlich aber egal, denn es müsste eigentlich jeden Demokraten begeistern, dass nun ausnahmsweise die direkte Demokratie zum Zuge kommt und das Volk darüber abstimmen darf.
      Darauf sind doch hier immer alle ganz versessen, oder etwa nicht?

      @Anton V:
      Pardon, aber der betreffende Abschnitt war ursprünglich länger und fing mit einem Verweis auf die Amselfeld-Rede von Milosevic aus dem Jahr 1989 an. Beim kürzen des Textes, wurde dann die Jahreszahl nicht angepasst.
      Mea culpa.

    • fosca

      @Segestes

      Ok, wenn wir tatsächlich im Frühjahr bzw. bis zum Sommer darüber abstimmen dürfen, dann nehme ich meinen "Wahlkampfschlager" zurück.
      Häupl hat sich aber sehr wohl im letzten Moment bei der Wienwahl darauf besonnen, als er merkte, daß die Umfragen im tiefer schlittern.
      Allerdings bezüglich direkter Demokratie und Abstimmung traue ich diesem Bundeskanzler und seinen Genossen keinen schrittbreit über den Weg.
      Schau ma mal, wer recht behält!

    • fosca

      OOPS!

      Ein "im" tausche ich gegen ein "immer"! ;-)

    • Anton Volpini

      @segestes
      Dann scheint ohnehin alles eitle Wonne zu sein, unter der Vorausetzung, Sie nehmen diese frauendiskriminierende Äußerung zurück.
      Meine Frau ist da sehr empfindlich .... :-)

    • Johann Scheiber

      Sie wissen es jedenfalls sicher nicht Segestes, wie es an der slowenischen Grenze 1991 zugegangen ist, sie sind nur ein Denunziant. Ich war dort und das nicht als Spaziergänger. Das Bundesheer war der einzige Stabilitätsfaktor.
      Dass Mütter um ihre Söhne fürchten, ist das verwunderlich?
      Wollen sie bluffen, oder leben sie auf dem Mond?

    • phaidros

      @Einsatz 1991, Hr. Scheiber, bitte helfen Sie mir aus: wieviele Wochen waren das gleich? 4? 6?

      Insgesamt 6000 Mann im Einsatz, Anzahl der Disziplinarfälle: 0.

      Das sagt schon Einiges darüber aus,wie die Bereitschaft aussieht, etwas zu leisten, wenn es ernst wird.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

  11. Anton Volpini

    An alle hier im Blog.
    Ist Euch aufgefallen, daß die starken Frauen unseres Forums, mehrheitlich dieser Diskussion ferngeblieben sind?
    Außnahme @fosca, die sich tapfer geschlagen hat, und deren Meinung meine vollinhaltliche Zustimmung hat.
    Und dann noch @pretty (vielleicht), aber sonst?
    Ist die Sicherheitsdiskussion in Österreich eine rein männlich dominierte, und wenn ja, dann sollten wir uns bei der Nase nehmen!
    Sicherheit geht uns alle an, daher müssen wir die Frage der Landesverteidigung wohl viel breiter diskutieren.



    • Segestes (kein Partner)

      Foren wie diese sind sowieso immer männlich dominiert, da politisch.
      Frauen findet man hingegen vermehrt in Foren für Haarpflege und dort wo generell über Kosmetikartikel diskutiert wird.

      Man mag mich als bösen Macho verurteilen, aber diese eindeutige Erfahrung habe ich jedenfalls in den letzten 15 Jahren gemacht.

    • fosca

      @Segestes

      Oje, oje - bei diesen Erfahrungen wundert mich nichts mehr! :-(

    • Anton Volpini

      @Segestes
      Wenn Sie Mumm haben und auch lesen können, dann lesen Sie die "Gabriels Einflüsterungen". Dann wählen Sie aus, in welcher Gesellschaft Sie leben wollen und wie Sie Frauen wertschätzen wollen.

    • Segestes (kein Partner)

      Einfach eine E-Mail an Herrn Unterberger verfassen und ihn fragen, wie hoch der Frauenanteil bei Abonnenten ist. Das Ergebnis ist ähnlich vorhersehbar, wie die Abstimmung zur Wehrpflicht.

      Und auch wenn ich nicht eure persönliche Suchmaschine bin:

      http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Freizeit%C3%BCberblick/Multimedia/MultimediaContainer/1016635-8/deutsche-frauen-sind-internetmuffel.csp

      Zitat: "Auch beim Onlineabruf von Politiknachrichten nutzen Männer das Internet intensiver als Frauen."

      Es ist eben Fakt, dass Frauen ein anderes Nutzerverhalten an den Tag legen.
      Aber vielleicht seid ihr ja ganz auf der Gleichmacherlinie der Hardcore-Feministinnen, wonach sich Mann und Frau durch absolut nichts unterscheiden...

    • Brigitte Imb

      @ Segestes

      Keine Sorge, meine Töchter und ich werden bestimmt für die Wehrpflicht stimmen, aber wir sind auch gegen eine Wehrpflicht der Frauen und gegen ein soziales Jahr!
      Wir sind da total altmodisch und unsere Sozialpflichten erfüllen wir auch ohne Zwang - wir kochen für unsere Männer. *lol*

    • fosca

      @Brigitte Imb

      Werde mein Abstimmungsverhalten ebenfalls in dieser Richtung wahrnehmen, obwohl ich ursprünglich eher zum Berufsheer tendierte, jedoch nach gründlicher Abwegung aller Vor- und Nachteile nunmehr der Wehrpflicht den Vorzug gebe.
      Und für meine inzwischen leider pflegebedürftige Mutter sorge ich auch ganz ohne zwangsverpflichtendes Sozialjahr, na soetwas auch! *gg*

      @Segestes
      Dann reagieren Sie und freuen Sie sich doch mit uns, daß Sie hier im Unterberger-Blog eines Besseren über Frauen belehrt werden! :-)

    • Segestes (kein Partner)

      Die paar wackeren Frauen des Unterberger-Blogs, würde ich ja nicht unbedingt als repräsentativ bezeichnen wollen.
      Auch nicht, was den tatsächlichen oder nur erfundenen, weiblichen Hang zum Kochen betrifft.
      PS: Bei uns kochen jedenfalls wir beide ^^

    • Johann Scheiber

      Sie brauchen hier nicht mehr versuchen die Kurve zu kratzen, Segestes. Ihre peinliche Bemerkung über die Frauen hat ihr Denken in Stereotypen hinlänglich sichtbar gemacht.

  12. papi66

    Die österreichische Neutralität und das österreichische Bundesheer waren und sind eine ungeliebte Missgeburt der zweiten Republik. Die Neutralität wurde uns von den Russen aufgezwungen und die Roten wollten nie ein Heer. Die Erfahrungen aus der ersten Republik sitzen noch zu tief in den Gehirnen der Sozialisten.
    Die ÖVP hätte bei der letzten Regierungsbildung nie einen Wehrdienstverweigerer als Verteidigungsminister akzeptieren dürfen, jetzt haben sie den Scherm auf.



  13. november_rain (kein Partner)

    "Ein Jahr der Dienstpflicht für Männer und Frauen (die feministischen Probleme, welche die üblichen Juristen machen, sind überwindbar), aus dem man sich durch eine freiwillige Meldung für ein Soldaten-Dasein samt Bereitschaft zu Auslandseinsätzen herausoptieren kann."

    Wieso überhaupt junge Menschen zu irgendetwas verpflichten? Abgesehen davon, dass Zwangsarbeit europaweit verboten ist (mit Ausnahme der Wehrpflicht), verstehe ich nicht, warum die Jugend das aufwendige Sozialsystem erhalten muss und überhaupt für irgendwelche Hilfsdienste herangezogen werden soll.

    Außerdem ergeben sich bei einem verpflichtenden Zivildienst (und so verstehe ich Unterbergers Vorschlag) die gleichen Probleme wie bei der Wehrpflicht. Nämlich, dass die meisten Jugendlichen äußerst demotiviert bei der Sache sind, und ihnen dieses eine Jahr weitgehend sinnlos vorkommen wird.



    • fosca

      @November_rain

      Wobei die Demotivierung im Sozialsdienst besonders verheerende Auswirkungen hätte, denn hilfsbedürftige alte Menschen und Kinder sind die schwächsten Glieder in einer Gesellschaft und müssen daher besonders engagiert betreut werden, was - zugegeben - nicht immer leicht ist.
      Man stelle sich jetzt einen "Zwangsarbeiter" dazu vor!
      Es werden dann zwar bei Übergriffen bzw.Mißbrauch für die Täter wieder sämtliche Entschuldigungen ins Treffen geführt, nur das Übel an der Wurzel will natürlich niemand mehr anpacken!

    • Reinhard (kein Partner)

      November_rain, Ihr Beitrag verdeutlicht das inzwischen vollkommen bildungstechnisch breitgetretene Demokratieverständnis.
      Demokratie, die Herrschaft des Volkes, kann nämlich wie alle Segen dieser Welt nur funktionieren, wenn den Rechten auch Pflichten gegenüberstehen.
      Jeder Staatsbürger hat das Recht und die Pflicht, sich aktiv an der Politik zu beteiligen, was zu einer Wahlpflicht führt; jeder Staatsbürger hat das Recht und die Pflicht, vom gesamten Staat beschützt zu werden, woraus die Wehrpflicht folgt; jeder Staatsbürger hat das Recht und die Pflicht auf eine gerechte Justiz im Namen des Volkes, woraus sich die Schöffenverpflichtung ergibt.
      Nur nehmen aber nicht geben funktioniert nicht. Durch Nichtwählen übernehmen die Ratten an Bord das Ruder, durch Abschaffung der Gerichtsbeisitzer reißen sie das Monopol der Rechtssprechung an sich und mit Abschaffung der Wehrpflicht sortiere ich auch noch die Verteidigungsgewalt nach eigenen Gesichtspunkten. Über eine Bürgerwehr, die, da ohne Kontrolle durch staatliche oder Parteiorgane nicht vor den Karren der Politik spannbar, ein Risiko für die herrschenden Ratten darstellen könnte, reden wir erst gar nicht - dieses andernorts verfassungsmäßig garantierte Recht der Staatsbürger wird bei uns sogar verboten.
      Die immer stärker werdenden Anforderungen an Sozialdienste, die sich aus dem künstlich über die Grundlagen des Staates gestülpten Rechtes auf Betreuung ergibt, führt automatisch zur Pflicht, sich an dieser Betreuung zu beteiligen. Das gibt den inzwischen ebenso Wahl- wie Beisitzberechtigten Frauen die Chance, sich auch aktiv an der Gestaltung der Demokratie und der Erhaltung der gesellschaftlichen Werte zu beteiligen - es wird doch immer wieder Gleichstellung gefordert, wenn es um die vermeintlichen Rosinen im Kuchen geht, warum dann nicht auch bei der Kruste?
      Jeder will sich nur noch die Rechte herauspicken, aber Pflichten werden als "Zwangsarbeit" tituliert, was von tief greifender Ahnungslosigkeit zeugt, um was es überhaupt geht. Erst wenn der Staat das komplette Einkommen einzieht und Almosen verteilt, wenn Kritiker vor einer Politjustiz stehen, die Polizei Ausgangs- und Versammlungsverbote überwacht und das Heer auf Weisung einer Partei tatenlos bleibt, wenn es brenzlig wird, kommen all jene aus den Löchern, die eine aktive Beteiligung am Schutz ihres Staates und seines Volkes verweigert und als "Frondienst" und "Zwangsarbeit" diffamiert haben. All jene, denen Parteiapparate ins Ohr gesäuselt haben: "Wir ziehen Euch noch ein bisserl mehr Geld ab, dafür kaufen wr ein feines Heer und befreien euch von der lästigen Pflicht."
      Davon abgesehen, dass wir kein Geld haben - dass unser BH inzwischen ein Witz ist, liegt nicht an der Wehrpflicht, sondern an den verlotterten inneren Strukturen und dem scheinbar selbst in höchster Offiziersebene unbekannten Sinn und Zweck der eigenen Existenz. Davon, dass diese Schule von einem Analphabeten geleitet wird, mal abgesehen.
      Nein, ich bin nicht grundsätzlich gegen ein Berufsheer, denn die Anforderungen der modernen Kriegsführung machen waffentechnische Fachleute notwendig und kein Kanonenfutter. Aber der Freikauf vom Dienst an der Waffe durch einen Dienst zum gesellschaftlichen Wohl kann und muss eingefordert werden. Und den Leuten mal klargemacht, dass man sich nicht von Diensten freikaufen kann, wenn das Geld nicht da ist. Im Moment benehmen wir uns nämlich wie Leute, die sich aufregen, wenn Glatteis vor der Türe liegt, uns den Räumdienst nur erkaufen, weil wir das Taschengeld der Enkel verpfänden und jeden beschimpfn, der es wagt, zu sagen: Streu gefälligst selbst, denn das Recht auf einen freien Bürgersteig musst du dir durch die Pflicht zum Räumen erkaufen!
      Und genau daher kommt die von Ihnen beschreibene Demotivation der Jugend: Sie hat weder eine Ahnung, welche Wurzeln diese Verpflichtungen haben, denn sie glauben, Demokratie und Wohlstand waren, sind und werden immer sein, amen, ohne darüber nachzudenken, dass ein Gemeinwesen nur funktionieren kann, wenn jeder seinen Pflichten nachkommt. Zu den Pflichten zu faul aber laut nach den Rechten schreien; keine Motivation, irgend etwas zu tun, aber immer laut voran, wenn es irgendwo etwas zu holen gibt - das ist die Basis für den Untergang der Demokratie. Und wir sind bereits abwärts unterwegs; der Moment des Erwachens wird hart werden, und, was es den kommenden Generationen noch schwerer macht, die Arbeit des Aufräumens um ein Vielfaches härter, als es ein kleiner Beitrag zur Erhaltung der Ordnung gewesen wäre.
      Dass der Staat, die momentane demokratiefeindliche Machtergreifung durch fest installierte Parteifeudalgesellschaften, kein Interesse daran hat, das entsprechende Demokratieverständnis nebst den sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten den jungen Bürgern nahe zu bringen, beweist die weit verbreitete Ahnungslosigkeit und von Ihnen angesprochene Demotivation.
      Ein dermaßen in demokratischen Grundfunktionen ungebildetes Volk zu befragen, ob es gerne eine Pflicht erfüllen möchte - das Ergebnis ist vorhersehbar.

    • Johann Scheiber

      Es ist zu hoffen, dass noch viele diesen Beitrag lesen!

    • november_rain (kein Partner)

      @reinhard

      Ich habe im Moment nicht viel Zeit, werde vielleicht später näher auf Ihren Kommentar eingehen. Nur soviel:

      "jeder Staatsbürger hat das Recht und die Pflicht, vom gesamten Staat beschützt zu werden, woraus die Wehrpflicht folgt"

      Das nenne ich ein Non-sequitur, das folgt überhaupt nicht.

      Es geht nicht darum sich nur Rechte aber keine Pfilchten herauspicken zu wollen. Man zahlt ja Steuern, und das nicht zu wenig. Ein deutscher militärnaher Think-tank hat voriges Jahr durchgerechnet, dass selbst ein teureres Berufsheer insgesamt volkswirtschaftlich billiger kommt. Was glauben Sie denn, wie es in anderen Ländern funktioniert?

      Ich weiß nicht, wie oft in diesem Forum schon über die Jugend und v.a. die Studenten gesudert worden ist. Warum sollen die Jungen mit Wehrdienst, Sozialdienst, und, nach ihrer Ausbildung an mittelmäßigen Universitäten, mit ihren Steuern ein System erhalten, von dem sie immer weniger herausbekommen werden? Warum sollen sie ständig nur geben für eine Gesellschaft (bei uns gleichbedeutend mit Staat) von der sie nichts bekommen?

      Aber diese Fragen sind aber nur sekundär, es geht nicht um die Erziehung der Jugend sondern um die Landesverteidigung, und wenn jemand glaubt, dass man diese mit dem bestehenden System gewährleisten kann, der lügt sich selbst an.

    • november_rain (kein Partner)

      @reinhard

      Ich habe im Moment nicht viel Zeit, werde vielleicht später näher auf Ihren Kommentar eingehen. Nur soviel:

      "jeder Staatsbürger hat das Recht und die Pflicht, vom gesamten Staat beschützt zu werden, woraus die Wehrpflicht folgt"

      Das nenne ich ein Non-sequitur, das folgt überhaupt nicht.

      Es geht nicht darum sich nur Rechte aber keine Pfilchten herauspicken zu wollen. Man zahlt ja Steuern, und das nicht zu wenig. Ein deutscher militärnaher Think-tank hat voriges Jahr durchgerechnet, dass selbst ein teureres Berufsheer insgesamt volkswirtschaftlich billiger kommt. Was glauben Sie denn, wie es in anderen Ländern funktioniert?

      Ich weiß nicht, wie oft in diesem Forum schon über die Jugend und v.a. die Studenten gesudert worden ist. Warum sollen die Jungen mit Wehrdienst, Sozialdienst, und, nach ihrer Ausbildung an mittelmäßigen Universitäten, mit ihren Steuern ein System erhalten, von dem sie immer weniger herausbekommen werden? Warum sollen sie ständig nur geben für eine Gesellschaft (bei uns gleichbedeutend mit Staat) von der sie nichts bekommen?

      Aber diese Fragen sind aber nur sekundär, es geht nicht um die Erziehung der Jugend sondern um die Landesverteidigung, und wenn jemand glaubt, dass man diese mit dem bestehenden System gewährleisten kann, der lügt sich selbst an.

    • Anton Volpini

      @Reinhard
      Danke für Ihren Beitrag, das ist mM mit Abstand der beste Kommentar in dieser Diskussionsrunde!

    • Reinhard (kein Partner)

      November_rain, ich hab leider auch nur kurz Zeit, deshalb schnell Folgendes:

      Dass der Staat eine schmerzhaft überzogene Abgabenlast seinen Bürgern aufbürdet steht außer Zweifel und wird auch von mir stets kritisiert. Aber Sie bestätigen genau meine Ansicht, nämlich dass diese Zwnagsenteignung im Gegenzug dazu führt, dass die Bürger sich zurücklehnen und sagen: Ich habe Vollkasko gezahlt, jetzt will ich auch Vollkaskoleistung. Die PArteien versprechen das vollmundig, verschweigen aber, dass sie das nötige Geld dafür bereits mehrfach verprasst haben.
      Mit unseren staatsbürgerlichen Pflichten geben wir diese Rechte ebenfalls an die Politik ab, die nach ihrem Gutdünken und mit ihren Freunden und zu ihrem Vorteil entscheidet - und nicht zu Ihrem, werter Mitposter. Inzwischen btw nur durch eine wahlarithmetische Minderheit legitimiert. Das Volk ist der Souverän, aber nur auf dem Papier, nicht (mehr) in der Realität.

    • Reinhard (kein Partner)

      Danke Herr Volpini!

    • november_rain (kein Partner)

      Reinhard, ich denke, wir reden aneinander vorbei.

      Man könnte genauso promovierte Ärzte dazu verpflichten, ein Jahr in den entlegensten Gebieten Österreichs zu praktizieren, oder Jungakademiker ein Jahr als Aushilfelehrer in benachteiligten NMS unterrichten lassen. Wo ist der besondere Wert des Präsenzdienstes?

      Als ich vor nicht allzu langer Zeit, aber noch unter ÖVP-Minister, gedient habe, haben uns einige Unteroffiziere von sich aus gesagt, dass manche Übungen sinnlos sind, bzw. das Bundesheer in dieser Form die Landesverteidigung nicht mehr gewährleisten kann. Also was soll das Herumgerede?

      Was Sie machen ist zu sagen: "Ich habe Vollkasko gezahlt, und bin zufrieden eine mangelhafte Leistung zurückzubekommen und lasse mich auch noch ausnutzen. Das bin ich der Gesellschaft schuldig!"

    • Reinhard (kein Partner)

      November_rain, Sie könnten Recht haben, denn was ich sage ist: Mehr Eigenleistungen der Bürger einfordern UND das Abkassieren der Vollkaskoprämie beenden! Die Bürger aus ihrem Dornröschenschlaf wecken, in dem sie davon träumen, alles gegen Bezahlung "Outsourcen" zu können!
      Ich träume halt von einer Demokratie, aber dieser Traum ist scheinbar schon begraben und vergessen hier in Österreich.
      Die Schweizer machen es uns vor, aber wir sind schon zu lahm geworden.
      Die Gesellschaft als Gemeinschaft aller Staatsbürger hat aufgehört zu existieren, der Staat ist zu einem überteuerten und mangelhaften Dienstleister verkommen, die Parteien und Politikern von Dienern zu Herrschern mutiert.
      Und keine Motivation zur Veränderung, solange sie persönlichen Einsatz erfordert.
      Wir werden gern regiert, wir werden gern umsorgt und wir zahlen gern dafür Steuern...

    • Reinhard (kein Partner)

      Ubrigens P.S., die Idee mit den Ärzten finde ich gut; damit könnten diese ihr Sozial-(Sie wissen, was das Wort bedeutet?)-Jahr einbringen. Ebenso Lehrer oder was weiß ich für Berufssparten. Auch dort, wo es nicht lukrativ ist, haben Menschen ein Recht auf die gleiche Bereitstsellung von medizinischer Versorgung wie überall sonst. = Gesellschaftsnutzen.

  14. Geheimrat

    Eurogendfor mit EU- Besetzungsrecht - Nationalstaaten machtlos?

    Von wegen Geheimarmee oder geheime ­Polizeieinsatzgruppen. Es gibt sie schon lange in der EU, nur wissen das die wenigsten. Die EU-Polizeitruppe gibt es längst – und sie hat weitreichende Befugnisse! Derzeit ist es eine schon 3000 Mann (!) starke europäische «Sondereingreiftruppe» unter dem zungenbrechenden Kürzel «Eurogendfor» (European Gendarmerie Force/Europäische Polizeitruppe). Das Kommando befindet sich im italienischen Vicenza, fernab von der EU-Zentrale! Ins Leben gerufen wurde die Truppe auf Initiative der früheren französischen Verteidigungsministerin Alliot-Marie, damit ausufernde Unruhen, wie sie in den französischen Städten immer wieder ausbrechen, künftig leichter unterdrückt werden können.

    Der grosse Haken bei der Sache: Eurogendfor wird zukünftig...

    Weiterelesen auf http://euaustritt.blogspot.com



    • brechstange

      Unsere Politiker gehören abgewählt. Die belügen und verkaufen ihr Land.

    • phaidros

      Problem, brechstange: mit wem wollen Sie sie ersetzen? Die nachkommen könnten, sind um keinen Deut besser. Und am meisten fürchte ich die, die den Begriff »Anstand« vor sich hertragen.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Reinhard (kein Partner)

      Richtig, es existiert keine Möglichkeit der Abwahl. Nur eine des Ersetzens.
      Deswegen bleibt uns im Moment nur das Entsetzen.

  15. mahler (kein Partner)

    Also wenn jemand die Aufgabenbereiche von Polizei und Armee als überlappend bezeichnet, kommt mir schon das Fürchten. Die Armee hat im Inneneinsatz (was nur heißen kann gegen eigene Bürger) nichts verloren. Auch der Grenzeinsatz wie er dzt. im Bgld und in NÖ praktiziert wird, wäre eigentlich Sache der Polizei. Gegen Terrorismus hilft das beste Heer nichts (außer man macht es wie die Amerikaner, ein der Terrorismusförderung verdächtiges Land niederzubomben), gegen die organisierte Kriminalität hilft das Heer ebenfalls nicht, auch das ist Polizeisache. Und ein Überschwappen von Konflikten, die in der ehemaligen SU oder im arabischen Raum stattfinden? Wie soll das gehen? Greift uns morgen die tunesische Armee an (so tat Lichal gestern im ORF). Das wäre der einzige Fall für einen Armeeeinsatz. Dieser (oder ein anderer) Angriff ist aber so unrealistisch, dass man ihn nicht in Erwägung ziehen muss.
    Das Beste für mich wäre eine Mischung aus Berufs- und Freiwilligenarmee mit hohen Anreizen für die Freiwilligkeit (etwa hoch bezahlte Auslandeinsätze zur Friedenssicherung). Bei dieser Diskusson sollte man auf dem Boden der Tatsachen bzw. von realistischen Szenarien bleiben.



  16. Marcus Aurelius (kein Partner)

    Vorschlag zur Güte, quasi eine Mediation:

    Wir schaffen nicht nur das Bundesheer ab, egal ob wehrpflichtig, beruflich oder söldnerisch; auch die Kompatibilität mit NATO-Kalibern; die paar Trinkerheilstätten für die Behandlung der höheren Chargen hamma ah schon. Zugleich schaffen wir die Neutralität ab, die unzureichend gegenderte Bundeshymne, die klitzekleinen pedantischen Zugangsbeschränkungen der Hackler-Regelung, die Hindernisse ungezügelter Immigration, die Schnapskarten — und wenn wir schon dabei sind: die Eigenstaatlichkeit von "tu felix Austria". (Die Souveränität braucht dank EU nicht mehr abgeschafft zu werden.)
    Dann bieten wir die Republik Österreich auf dem freien Markt feil, meistbietend.
    Wir werden uns zwar wundern, wie gering die Gebote ausfallen. Aber China, Indien, Singapur (wo ist eigentlich der wortreich postende Doppeldoktor abgeblieben?), Sri Lanka und Burkina Faso schwimmen zur Zeit in druckfeuchten Dollarnoten und werden nicht deppert herumfeilschen.
    Auch die Deutsche Bank, Lehman Bros. und Fannie Mae sind zur Zeit wieder flüssig. Warum warten? (Die Zeit drängt. Warren Buffet würde nicht einmal den symbolischen Preis von $1 zahlen.)
    Verkaufen, den Krempel, mit dem sich eh weder Regierung noch Bürger über den sozialen und politischen Selbstbedienungsladen (gern auch Sumpf oder Schweinetrog genannt) hinaus identifizieren! Verkaufen, solange es noch Hirnis gibt, die sich mit getürkten Budgets und Statistiken sowie verschwiegenen Kreditzinsen, Renten- und Pensionslasten zufriedengeben!

    Ich glaub', damit wär' uns allen leichter. Und plötzlich hätte jeder Österreicher wieder einen Wert. Zumindest einen Buchwert.



    • fosca

      @Marcus Aurelius

      Perfekte Idee - ich fürchte nur, daß wir beim Zustand unseres Landes noch ein erkleckliches Sümmchen beisteuern müssen (=quasi eine Mitgift für die "schiache" Braut!), ehe wir am freien Markt einen Käufer finden! ;-)

    • Wertkonservativer

      Nicht schlecht, Imperator!
      Was potentielle Käufer betrifft, könnte ich mir allerdings vorstellen, dass die Schweiz durchaus an unserem schönen Lande interessiert sein könnte, so quasi als Verlängerung in den europäischen Osten hinein.
      Und wenn den biederen Schweizern die Ostösterreicher wegen der verschiednenen eigenartigen Landesfürsten nicht ganz koscher wäre: zumindest für Vorarlberg würden sie wohl einiges Geld auslegen!

    • fosca

      @Wertkonservativer

      Einverstanden - ohne Schulden und ohne Politik bzw. ohne Schuldenpolitik wäre Österreich z. B. rein landschaftlich gesehen eines der besten. Vielleicht baut man beides einmal ab und dann könnte ich mir vorstellen, daß die Schweiz tatsächlich "anbeißt"! *gg*

    • Marcus Aurelius (kein Partner)

      @Fosca
      @Wertkonservativer

      Zu spät, ihr (besser: wir) Lieben!
      Der Markt war wieder einmal schneller. Unser aller Freund carlo soziale hat Werner Faymann angerufen und für die komplette Republik einen Gratisritt in den Praterauen geboten; der Gutschein ist sogar übertragbar. Der Kanzler hat seine Freudin Laura angerufen, die hat die G'schicht kurz durchgerechnet und anschließend genehmigt.
      Jetzt samma den Krempel los.
      Soll noch einer sagen, unsere Regierung könne nicht wirtschaften!

    • fosca

      @Marcus Aurelius

      *huch* - billig, billig!
      Aber besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!
      Fort mit Schaden! *gg*

  17. November_rain (kein Partner)

    Klar, dass sich die Generäle gegen Bundesheerreformen wehren, gibt es bereits jetzt schon zuviele Häuptlinge und zuwenig Indianer. Bei der bestehenden Bedrohungslage wäre natürlich die beste Lösung ein verkleinertes Berufsheer, Abschaffung der Neutralität und Eintreten in ein europäisches Verteidigungsbündnis.

    Die Wehrdienstverweigerung alias Zvilidienst kann ja kaum als Rechtfertigung für das Bundesheer herangezogen werden. Und warum müssen die jungen Menschen etwas der Gesellschaft, sprich Staat, zurückgeben, von der sie in Zukunft immer weniger bekommen werden? Das ist ja Sozialismus pur.



  18. Stachel (kein Partner)

    Was das Hauptthema des Artikels betrifft, hat Unterbergewr wohl im Allgemeinen recht. Völlig irreal ist aber seine Aussage am Anfang: "Denn außer populistisch wahlkämpfen kann ein Werner Faymann in Wahrheit absolut nichts. Was daher auch ein volles Auslaufen der Legislaturperiode eher unwahrscheinlich macht". Unterberger verdrängt völlig, dass Pröll nicht einmal so viel kann wie Faymann und daher auch in allen Umfragen schon fast gleichauf mit der Strache-FPÖ liegt, ziemich weit hinter der SPÖ. Er wird also bestimmt keine vorzeitigen Wahlen provozieren. Und Faymann schon gar nicht, schließlich ist er ja Kanzler, mehr kann er auch durch Neuwahlen nicht werden. Wir werden also ganz sicher (jede Wette!) eine volle Legislaturperiode erleben (oder besser: erleiden).



  19. Herby (kein Partner)

    Diese sogenannte Debatte über eine sogenannte "Freiwilligenarmee" die derzeit in ORF, "Heute", "Österreich" usw. geführt wird

    ist das Dümmste und Verlogenste

    was sich in Österreich seit Langem abgespielt hat!



  20. Pretty (kein Partner)

    Da liegt Andreas Mölzer völlig richtig ! Die jungen Frauen müsse auch einen Dienst für das Land leisten ! Damit wäre auch die Pflegedebatte sowie die unsachliche Behauptung, daß die Infrastruktur ohne ausländische Hilfs(Fach)Kräfte zusammenbrechen würde sofort hinfällig !
    http://andreasmoelzer.wordpress.com/2011/01/17/die-sonderschule-der-nation/



  21. Kurti (kein Partner)

    Bereits heute stellen Immigranten die MEHRHEIT der Grundwehrdiener. Somit bedeutet die Wehrpflicht zwingend, dass im Verteidigungsfall die breite Masse der Soldaten "jeweils voller Emotion und Aggressionsbereitschaft zu Parteigängern ihrer alten Heimat werden könnten". Was z.B. Türken beim Bundesheer aufführen, war neulich hier in einem Blog-Eintrag samt Kommentaren zu lesen. Es ist unfassbar, dass diesen Leuten sogar staatlich beigebracht wird, wie man Maschinengewehre, Granaten und Panzer bedient. "Biedermann und die Brandstifter" war ein Dreck dagegen.

    Conclusio: "Wer alleine diesen Aspekt in einem Gefahrenszenario ignoriert, der lügt Land und Leute an" (Zitat Unterberger).

    Wer in einem Berufsheer dabei sein darf, kann der Staat durch Bezahlung und Selektion sehr gut steuern. Mit ausreichend hoher Bezahlung werden sich wegen der wirtschaftlichen Zerstörung Österreichs auch genug fähige und gebildete Menschen melden, und mit Selektion weist man Risikogruppen ganz einfach ab.

    Am Berufsheer führt kein Weg vorbei.



    • Neppomuck (kein Partner)

      Dann werden uns die "anatolischen Pioniere" sicher mit allen Mitteln verteidigen, als Ausgleich dafür, dass die Rettung unserer Pensionen nicht so richtig funktioniert hat.

    • fosca

      @Kurti

      Wenn sich aber zuwenig Vernünftige melden fällt die "Selektion" weg, denn dann muß man nehmen, was kommt >>> so wie jetzt schon teilweise beim Milizheer.
      An die Auswirkungen bei einem Berufsheer möchte ich gar nicht wirklich denken!

    • Kurti (kein Partner)

      fosca: Wieviele Vernünftige sich melden, hängt ausschließlich von der Bezahlung ab. Von den viele Menschen, die kein ausreichendes Einkommen mehr erwirtschaften können, gibt es genug, die für ein paar Jahre Interesse am BH hätten. Wenn die Bezahlung stimmt.

      Natürlich kostet das etwas, aber marodierende "anatolische Pioniere" können wir uns schon gar nicht leisten. Dann wäre eine Abschaffung des BH die beste Lösung, was mit der Machtergreifung der EUdSSR gleichzusetzen wäre.

  22. Tertullian (kein Partner)

    Alle Reformen seit dem "Jubelkanzler" Kreisky dienten der Zerstörung des Heeres, das für die "rote Reichshälfte" nach wie vor ein 1934-er-Trauma darstellt.
    Ohne Sozialjahr für junge Männer und Frauen, ausschließlich beim Heer oder in karitativen Organisationen, geht es nicht!
    Also Bürger-Pflicht in jeder Hinsicht!!!
    Die verbliebenen Nachforschungsdienste des BH-Verwaltungswasserkopfes beschäftigen sich derweil mit denunziativem Rufmord von unbescholtenen Bürgern, anstatt möglicher terroristischer Bedrohung von außen.
    Auch eine sinnvolle Tätigkeit in dieser "Stasi"-Republik?



  23. Johann Scheiber

    Wer eine Berufsarmee will, will eine Berufsarmee als Subtruppe der von den USA beherrschten Brüsseler Paktstaaten und das unter der alten Breschnjew-Doktrin der beschränkten oder gar eliminierten Souveränität der Trabanten. Einsatzraum: One World!

    Weiters haben wir für die innere Sicherheit bereits EUGENDFOR in Vicenca stehen, eine mobile Einsatztruppe für oder gegen Aufständische im Raum der EU. Der Vertrag von Lissabon gewährt den Schießbefehl und die Möglichkeit der Exekution von Unruhestiftern. Wer es nicht glaubt google unter Schachtschneider.

    Unsere Miliz darf sich dafür brausen gehen - das Handtuch haben sie ja schon geworfen - und die heimischen Polizeikräfte werden verstärkt auf die Schnellfahrer gehetzt.

    Es geht um die totale Entdemokratisierung und Entnationalisierung der inneren und äußeren Sicherheit und damit um die vollständige Fellachisierung.

    Das ist des Pudels Kern



    • Erich Bauer

      Eine allzeit bereite Soldateska soll also das Linke EU-Ausbeutergesindel schützen. Eine Soldateska, ohne irgendwelche Bindungen. Von diversen "Ethik-Kommissionen" gebilligt. Klar doch, gehören solche Kommissionen doch zum inneren Kreis.

  24. Nemo

    Wie gedenkt man in einem "reduzierten, freiwilligen" Heer sicher zu stellen, dass es nicht von österreichischen Jugendlichen mit Migrantenhintergrund oder einer radikalem islamistischen Haltung, die ungenügende Loyalität gegenüber dem österreichischen Staat und seiner Verfassung haben, dominiert wird?

    Beispiele in dieser Hinsicht gibt es leider genügend im In- und Ausland.



    • Erich Bauer

      Ich wäre ja wirklich gespannt, wenn man andenkt, daß z.B. Muslime in Österreich weder den Wehrdienst, noch den Wehrersatzdienst, ableisten DÜRFEN. Welche NGOs würden darin eine Menschenrechtsverletzung konstruieren?

    • Neppomuck (kein Partner)

      Wenn man (bald?) als Arbeitgeber, Vermieter, Unternehmer (Gastro) etc. niemanden mehr abweisen darf, ohne beweisbare Gründe dafür zu haben (was einer an sich absurden Beweislastumkehr entspricht), dann wird dieser Frage kaum Probleme machen.
      Die "Planwirtschaft" der Paneuropäer, sprich "Personalhoheit bei diesen Fragen", wird uns allen noch Kopf und Kragen kosten.
      Für Ungeeignete, Mietnomaden, Störenfriede etc. wird sich die "Gleichbehandlungskommission" solange einsetzen, bis wir nichts mehr zu behandeln da sein wird.
      Weder freie Unternehmen, noch freie Vertragsgestaltung, noch freie Entscheidungen.

      Dann wird "zugewiesen".
      Die DDR lässt grüßen.

  25. Neppomuck (kein Partner)

    „Es ist nur verständlich, dass die Wölfe die Abrüstung der Schafe verlangen, denn deren Wolle setzt dem Biss einen gewissen Widerstand entgegen.“
    Gilbert Keith Chesterton, brit. Schriftsteller

    Fischer als „oberster Hüter der Verfassung“ (lt. Selbstdarstellung der Hofburg) kann schwerlich gleich (!) für weitere Verfassungsbrüche (nach seiner Unterschrift unter dem Lissabon-Vertrag) sein.
    Also warten, bis der Dampf, den andere abgelassen haben, sich verzogen hat und erst dann, nach Rückkehr vom „Kontemplationszentrum Klo“ und unter kräftiger Assistenz der „Krone nach Onkel Hans“, Österreich seiner, längst nur mehr theoretischen, Verteidigungsbereitschaft entkleiden.

    Schließlich ist das Heer ein identitätsstiftender Faktor jeder Nation, man hat als Soldat ein Gelöbnis abzulegen („Ich gelobe, mein Vaterland, z.B. die Republik Österreich, und sein Volk zu schützen und mit der Waffe zu verteidigen usw.“ - falls man dazu Lust hat - siehe Verweigerung des Fahneneids durch Muslime), was also liegt einem internationalen Sozialisten näher, als all diesem Unfug Einhalt zu gebieten - wenn die Zeit reif ist.

    Bedeutet doch der Begriff „Subsidiarität“ in den Augen vieler unserer auf die Republik vereidigten Staatsmännlein, das zu tun, was die „grauen Eminenzen“ im Schatten von Graf Richard N. Coudenhove-Kalergi (Paneuropa) so beschlossen haben.

    n.b.: Die „Bundesheerreformkommission“ unter Helmut sel. hat übrigens nie darüber nachgedacht, wie „Plan B“ („die EU ist nicht mehr – Friede ihrer Asche, aber wie?“) aussehen soll.

    Wie man sieht, ist sogar „ein Wolf einer ganzen Herde Schafe zu viel.“
    (auch ein "Götz-Zitat“)

    Man darf davon ausgehen, dass weitere folgen werden.



  26. AEK (kein Partner)

    Ich bin enttäuscht.

    -Nicht von der Kronenzeitung die eh schon lagen keinerlei Objektivität walten lässt.
    -Nicht von der ÖVP die tatenlos der Zerstörung einer treuen Stütze der Republik
    zusieht.
    -Nicht von dem zweifellos inkompetentesten Verteidigungsminister den Österreich je hatte (eine Leistung).

    Sondern von den Führungsoffizieren des Österreichischen Bundesheeres.

    Als Chef des Generalstaabes und als Generaltruppeninspektor (als Soldaten) wäre es ihre Pflicht schärfsten Protest gegen diese Pläne zur Demontage des Heeres einzulegen.
    Wenn sie sich entscheiden zu schweigen, weil sich Angehörige des Heeres nicht in politische Agenden einzumischen (könnte ich nachvollziehen) wäre es das Mindeste augenblicklich von ihren Posten zurückzutreten.

    Aber es sind offensichtlich auch nur kleine bürokratische Sesselkleber.



    • cmh (kein Partner)

      Erst jetzt von den Offizieren enttäuscht?

      Ich erinnere mich noch an einen Vortrag eines Generalstäblers für Milizoffizieren über den damals neuen Landesverteidigungplan. Da wurden doch glatt Divisonen von insgesamt 190.000 Mann in der Gegend herumgeschoben.

      Dass die niemand bezahlen wird (von ausrüsten war auch nicht die Rede) hätte eigentlich schon damals klar sein sollen - zumindest dem Herrn dG. Aber dieser Seelenverkäufer hat sich glatt getraut einen Vortrag darüber zu halten.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Die Führungsoffiziere des Österreichischen Bundesheeres legen doch eh schon schärfsten Protest ein - was ja kein Wunder ist, würden doch viele von ihnen meit einem Berufsheer noch überflüssiger. Am liebsten würden sie sich selbst verwalten.

  27. cmh (kein Partner)

    Die Berufsfeuerwehr hat zwar eine richtige Aufgabe, zwischen den Einsätzen ist dennen aber hauptsächlich langweilig und dann entfernen sie halt Wespennester oder ähnliches.

    Man stelle sich aber jetzt eine Berufsarmee vor, die tatsächlich nichts zu tun hat. Denen ist so langweilig, dass dann sicher einer kommt, der sie einsetzt - und zwar nicht nur zum Rübenstechen.

    So kann es also nicht gemeint sein: Neben der Umwandlung des Milizheeres zum Berufsheer muss man schon auch dafür sorgen, etwa durch entsprechende Unterdotierung, dass diese Berufsarmee auch tatsächlich zu nichts zu gebrauchen ist.

    Oder glaubt jemand im Ernst, dass es unserer oberster Zivildiener sich anders vorstellt?



  28. Schnabeltierfresser (kein Partner)

    Hat eigentlich schon mal jemand ausgerechnet, wie viel es bringen würde, würden die Präsenzdiener oder gar die zur einjährigen Dienstpflicht verpflichteten statt dessen arbeiten gehen und brav in die Steuerkasse einzahlen? Und wie viel Berufsheer man damit finanzieren könnte?

    Warum sollen Kritiker des Bundesheeres eigentlich automatisch auch Kritiker der Heimat sein?!?



    • cmh (kein Partner)

      Genau sowas denke ich mir immer, wenn ich eine Rechnung von meiner Versicherung bekomme. Von den Prämien könnte ich lange leben. Warum zahle ich die nur?

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Ja rechnen wir doch Daumen mal Pi, es muss doch möglich sein, dass 4 potentielle Präsenzdiener in ihrem richtigen Beruf die Kosten eines Berufssoldaten wertschöpfen. Hätten wir schon ca. 6000 Berufssoldaten durch das Ende der Wehrpflicht finanziert.

    • Erich Bauer

      "...statt dessen arbeiten gehen und brav in die Steuerkasse einzahlen?..."

      Ich erlaube mir, diesen Gedanken weiter zu führen. Würden sehr, sehr viele Beamte anstatt ihre Dienstplicht so eifrig durchzusitzen, arbeiten gehen und statt eifrig, immerhin brav in die Steuerkasse einzahlen...?

      Das "österreichische Heimatgefühl" ginge dann wahrscheinlich verloren. Aber wir hätten genug Geld um für die verbliebenen Staatsdiener die Berechtigung für die Hacklerpension auf sagen wir mal 15 Jahre herabzusetzen.

    • Neppomuck (kein Partner)

      ad "arbeiten gehen und Steuern zahlen":

      Die "Stilllegungsprämie des Steuerzahlers für AMS-Kunden" dürfte weit höher sein als das "Einkommen" der Grundwehrdiener.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Das mit den Beamten und producktive Arbeit wäre freilich auch toll, ist aber anderes Baustelle.

      Neppomuck meinen also dass die derzeitigen Präsenzdiener auf dem Arbeitsmarkt samt und sonders nichts taugen? Eigenartige Ansicht.

    • ...der Redaktion bekannt! (kein Partner)

      Wahrlich eine lustige Ansicht von Neppomuck, da sich ja kein funktionstüchtiger Mann/Bub in Österreich vor dem Heer drücken kann.

      @stf: Bei Ihrer Rechnung vergessen Sie die Zivildiener, die im Gegensatz zu den Bundesheerdiener für die Volkswirtschaft immens wichtig sind. Organisationen wie das rote Kreuz greifen auf ca.50% Zivildiener zurück, die alle in etwa die Hälfte des Gehalts von Vertragsbediensteten bekommen!

      Da gerade medizinische Versorgung & Pflege immer teurer wird (demographische Entwicklung) bringt es dem Staat enorm viel wenn "unfähige Jugendliche" und "integrationsunwillige Ausländerinnen" für einen Hungerlohn diese Berufe abdecken!

    • phaidros

      »@stf: Bei Ihrer Rechnung vergessen Sie die Zivildiener, die im Gegensatz zu den Bundesheerdiener für die Volkswirtschaft immens wichtig sind«

      Allen anderen werfen wir vor, wenn Kostenwahrheit verschleiert wird.

      Junge Leute verpflichtend zu Diensten einzuspannen, die wir uns einfach nicht leisten wollen sind nichts anderes als sozialistische Winkelzüge.

      Was spräche nebenbei dagegen, Arbeitslose dafür heranzuziehen?

      Zwei Fliegen mit einer Klappe: da sie auf der Gehaltsrolle der Republik stehen, hat diese mE auch das Recht ihnen vorzuschreiben, was sie 38½h in der Woche zu tun haben. Jedenfalls, solange sie Mindestsicherung / Sozialhilfe beziehen.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Zivildiener bekommen nicht in etwa die Hälfte des Gehalts von Hauptamtlichen (die meinen Sie wohl), sondern vielleicht ein Viertel (Beispiel Caritas Anfang Nullerjahre rd. 350 Euro Taschengeld und Verpflegung). Und da zahlt die öfentliche Hand noch was zu. Nur staatliche Stellen zahlen ein bisschen besser.

      In der Tat fände ich es eine Option, Notstands- und Sozialhilfebezieher für solche Tätigkeiten heranzuziehen. Ein bisschen problematisch dabei ist einerseits die temporäre Unsicherheit, da diese Leute ja bei Jobsucherfolg nach kurzer Zeit wieder weg sein könnten, anderseits die doch eher schwierige Integration von vielen Langzeitarbeitslosen. Bei der Caritas waren das meine Klienten, die hätte ich meinen Job nicht machen lassen wollen.

    • ...der Redaktion bekannt! (kein Partner)

      Also das Zivildienergehalt ist einheitlich und die Frage ist nur ob bei einer Einrichtung Essensgeld bezahlt wird oder nicht. Bei allen Pfelge-, Ärzteeinrichtungen ist das der Fall. Dort bekommen Zivildiener 650 € (+/-20) und dieses Gehalt ist natürlich zu 100% Netto. Die meisten Vollzeitbeschäftigten beim Roten Kreuz etc. verdienen so um die 1300 Netto, daher stimmt meine Rechnung ziemlich genau!

      mfG

  29. cmh (kein Partner)

    Wer will den unser (?) Land wirklich verteidigen? Ohne rechte Antwort auf diese Frage ist alles Geld für die Landesverteidigung schlicht rausgschmissen.

    (Wie die Schulbücher ja mittlerweile nicht wegen der Schüler sondern wegen der Verlage gratis sind, ist auch das Heer nicht für die Bürger sondern für die Verteidigungsbeamten erforderlich.)

    Wenn ich bei mir anfange: Vor vielen Jahren war ich Reserveoffizier unter einer Verteidigungsdoktrin, über die man heute gerne den Kopf schüttelt. Soll ich mein Leben für irgendwen einsetzen, von dem ich dann gerichtlich belangt werde, wenn ich das getan habe, was ich zu tun glaubte. Oder soll ich finanzielle und körperliche (ja gerade diese!) Nachteile in Kauf nehmen, damit die Laura daheim nicht beim Networken gestört wird. Und mir die Glawischnik dann empört erzählt, was für ein Verbrecher ich bin. Und ich dann in der Krone lesen muss (Sahnehäubchen) dass diese Gurken doch recht haben?

    Sicher nicht.

    Welche grundsätzlich andere Einstellung wäre von einem zu erwarten, der der Generation Eh Wurscht angehört? Oder einem Migranten, der entweder weiß worum es geht und der zur anderen Seite hält; oder einem der nicht weiß worum es geht?

    Den Begriff der geistigen Landesverteidigung habe ich schon lange nicht mehr gehört. Möglicherweise ist er aus der Mode gekommen, weil unsere Pädagogen nicht mit Paintballspielern und sonstigen Waffennarren verwechselt werden wollten. Dabei sollte diese Form de Landesverteidigung eher im Burgtheater als in der Maria-Theresien-KAserne stattfinden.



    • Erich Bauer

      Ihr Kommentar freut mich sehr. Er bringt es auf den Punkt. Die Reziprozität eines Gemeinwesens ist in einer fortgeschrittenen "mulitkulturellen" Gesellschaft nicht aufrecht zu erhalten. Weder militärisch noch sozial...

      Ich würde ganz bestimmt nicht mein Leben für den 20., oder 15. Wiener Bezirk einsetzen wollen.

    • Johann Scheiber

      Treffliche Analyse. Das sind die Zustände des avancierten Sozialismus, bei uns konkret des System Kreisky. Es ist wie bei einer Leiche: Das die Einheit organisierende Leben, die Seele ist getötet und die Bestandteile die einmal ein Ganzes waren, forcieren sich gegenseitig in der Auflösung.
      Weiß nicht wer es gesagt hat, dass Europa seine Seele verloren hat, aber das ist der Punkt. Statt an den Wassern des Lebens zu verweilen, sind wir dubiosen Agnostikern in die dürre Wüste gefolgt.

    • phaidros

      _»Den Begriff der geistigen Landesverteidigung habe ich schon lange nicht mehr gehört. Möglicherweise ist er aus der Mode gekommen,..«_

      Ist er sicher. Und zwar einfach, weil keine Bedrohung da ist. Aber unterschätzen wir nicht die »Generation 'eh wurscht'«. Würde es ernst, gäbe es - da bin ich ganz überzeugt - nicht das geringste Problem.

      Und, Herr Bauer, auch die Aussage, Sie würden sich für den 20. nicht ins Zeug legen halte ich für recht theoretisch. Nehmen wir mal an, da wäre ein echt schlimmes Hochwasser - würden da nicht viele von uns hinfahren (zum Arbeiten, nicht zum Gaffen)? Würden Sie hinfahren, wenn es nötig wäre?

      Erst eine Bedrohung - egal in welchem Kleid - macht das Gemeinsame sichtbar.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • cmh (kein Partner)

      Phaidros

      eine Bedrohung ja.

      Aber ein Hochwasser im 20. wird doch nicht als Bedrohung angesehen. Da gibt es doch staatliche Stellen, die das im Griff haben.

      Um den Vergleich Rudolf Burgers heranzuziehen, der die antike Demokratie mit einem Kriegsschiff, auf dem jeder eine Aufgabe hat, und die moderne gleichnamige Staatsform mit einem Vergnügungsdampfer, auf dem bei Gefahr die Fahrgäste verräumt werden müssen vergleicht:

      Sagen Sie mir eine Bedrohung, die von 80-90% der Hörer und Seher nicht als Show und Nachrichtenkitzel verstanden wird.

      Und auch Bedrohungen werden vor allem von den Traumtänzern nicht als solche erkannt, so klar und deutlich die Worte an der Wand auch sein mögen. Ohne einen krankhaften Verfolgungswahn zu entwickeln, auch das Erkennen der immer neuern Bedrohungen erfordert eine gewisse Kreativität.

      z.B.

      Stellen Sie sich vor, Sie müssten jemandem auf dem Kenntnisstand des Jahres 1910 erklären was es mit dem Cyberwar auf sich hat. Der würde glauben, Sie regen sich auf, dass Ihnen ein böser Feind Tintenkleckse in das in schöner Handschrift geführte Hauptbuch der Kohlenhandlung ums Eck machen.

      Eine LAndesverteidigung geistiger Art soll ja gerade das geistige Rüstzeug verschaffen, auch neue Bedrohungen zu erkennen und angemessen darauf zu reagiern. Aber wenn Sie glauben mangels "Bedrohung" den Oblomow geben zu können, dem seine Leibeigenen die Sachen wegtragen - bittesehr.

  30. fosca

    Erstaunlich ist vor allem einmal, daß sämtliche Wahlkampfthemen für die SPÖ die Kronen Zeitung vorgeben muß.
    So auch das Thema Berufs- oder Milizheer. Ein Berufsheer hört sich ja fürs erste gut an, wenn man davon ausgeht, daß daraus hochspezialisierte, ihrer Aufgabe gewachsene Soldaten hervorgehen.
    Allerdings fehlen bei unserem Heer, welches jahrzehntelang ausgehungert wurde, vollkommen die Voraussetzungen für eine Umstellung. Weiters ist ein neutraler Staat mit einem Milizheer gut beraten und wenn ich mir dann noch die Aufzählung jener ansehe, die sich zu einem Freiwilligenheer melden (Ex-Häftlinge, Immigranten, unvermittelbare Arbeitslose etc.), dann vergeht mir endgültig die Lust auf eine solche Soldatentruppe und die Entscheidung sollte klar sein.
    Man muß sich jetzt nur noch ein Szenario vorstellen, welches Herr Unterberger hier schon angedeutet hat, daß es nämlich zu Rivalitäten unter ausländischen Randgruppen hier in Österreich kommt, mit denen auch noch das Militär besetzt wäre und schon wird klar, daß sich solche Risiken keinesfalls für den Nutzen lohnen.
    Mit den Problemen beim Zivildienst, beim Katastropheneinsatz bzw. bei der Finanzierung muß man gar nicht erst beginnen, wobei die vielleicht rascher in den Griff zu bekommen sind, als die anderen oben erwähnten.



  31. byrig

    die abschaffung der wehrpflicht unter den vorraussetzungen von darabos käme der abschaffung der österreichischen landesverteidigung gleich.
    schweden ist ein besonders schlechtes beispiel:dieses land hat seine verteidigung immer sehr,sehr ernst genommen und ein vielfaches für seine armee,marine und luftwaffe ausgegeben wie österreich.
    dieses finanzielle niveau wird dieser skandinavische staat auch beibehalten,und somit keine einbussen in seiner wehrkraft zu befürchten haben.
    anders in österreich:dieses land geht vom niedrigsten wehrbudget europas aus.und darabos will auch keine erhöhung bei der einführung des berufsheeres.
    fazit:drastische abnahme der wehrfähigkeit,da wesentlich weniger soldaten,diese aber teuerer,eine mannschaftsstärke,die die der polizei unterschreitet.
    niemand kann in die zukunft schauen-siehe untergang des kommunismus.wenns nach den linken und ein paar verblendeten geht,begeben wir uns völlig einer wirksamen,umfassenden landesverteidigung auf jahrzehnte.im bedrohungsfall ist dieses defizit nicht rasch genug aufzuholen.
    traurig nur,dass sogenannte militärexperten wie dieser herr karner dabei mitmachen.



    • Johann Scheiber

      Der Herr Karner ist Experte für Selbstdarstellung, für sonst gar nichts.

    • Anton Volpini

      Hr. Karner ist schon lange nicht mehr beim Bundesheer. Er verdient sein Geld als "privater" Berater in Sicherheitsfragen und ist dabei ein willkommener Gast im ORF. Ähnlich wie Hr. Küberl zu Fragen der sozialen Armut.

  32. thomas lahnsteiner

    Manchmal, aber leider viel zu selten ist auch ORF-online zu objektiver berichterstattung fähig:

    "Randgruppen-Heer, aber ohne uns

    Mit totalem Liebesentzug reagiert der von Salzburg aus geführte Österreichische Milizverband. Er hielt Minister Darabos lange für einen verlässlichen Verteidiger der Wehrpflicht.

    Jetzt sagt man dem Minister offen den politischen Kampf an: "Wir sind erschüttert, dass sich die Fraktion der Wehrdienstverweigerer in der SPÖ durchgesetzt hat und ohne jede Not die Sicherheit und das soziale System absichtlich in Frage stellt."

    Für das Heer seien es völlig neue Rahmenbedingungen, betont Schaffer: "Die bisherige Miliz steht in einem künftigen Freiwilligenheer auch nicht mehr zur Verfügung. Wir alle sind als Milizsoldaten in ein Heer mit Wehrpflicht eingetreten, das repräsentativ die Bevölkerung vertritt. Wo kommen im Freiwilligen-System die Leute her? Sie kommen aus HAFTANSTALTEN, BILLIG-Importe von Immigranten oder Leute aus anderen RANDGRUPPEN. Mit so einem Bundesheer wollen wir nichts mehr zu tun haben und sind hier auch nicht länger die Idioten der Nation........"

    Dem ist nichts hinzuzufügen !!!!!



    • Anton Volpini

      Völlig einverstanden! Aber wo ist die Lösung?

    • terbuan

      Die Reaktion ist verständlich, da in diesem Thread auch einige Angehörige der Miliz gepostet haben, bin ich gespannt auf deren Meinung.

    • Anton Volpini

      Guten Morgen Hr. terbuan.
      Die Reaktion des Milizverbandes ist verständlich und war in dieser Heftigkeit schon seit langer Zeit absehbar. Ähnlich wie Hr. Rupert Wenger, haben wir uns alle irgendwann die Sinnfrage gestellt, wo wir doch hautnah miterlebten, wie das Bundesheer von der Politik gegen die Wand gefahren wurde.
      Nur, resignieren ist keine Lösung sondern eine Aufgabe.
      Also, und nichts anderes wollte ich hier anregen, mit welcher Einstellung und Überzeugung werden wir Österreicher uns in Zukunft dem Thema Landesverteidigung widmen?
      Mit der Einstellung, die die österreichischen Politiker in den letzten 33 Jahren gehabt haben, werden wir, egal welches Verteidigungssystem, nicht erfolgreich sein können!

    • terbuan

      Danke Herr Volpini,
      ich stimme mit Ihrer Meinung völlig überein, s.a. meinen Betrag von gestern um 20:18.
      MfG
      terbuan@aon.at

  33. Observer

    Mein Kommentar wird zwar einige Mitposter und Reserveoffizierre herausfordern, aber trotzdem muss es gesagt werden:

    Das Bundesheer in der derzeitigen Form ist nicht mehr für die Anforderungen der heutigen Zeit geeignet. Die Wehrpflicht (mit gleichzeitiger Schaffung eines jederzeit einberufbaren Heeres) ist einfach überholt. Ebenso der preiswerte Zivildienst. Sicher können sich die derzeitigen "friedlichen" Zeiten schnell ändern, aber mit den alten Mitteln könnte man da ohnedies gar nicht schnell genug reagieren. Lieber eine kleine professionelle Truppe (mit Berufssoldaten), als eine Vielzahl von Leuten, welche nur widerwillig ihren Dienst machen. Moderne Waffen und Geräte verlangen für deren Bedienung hochausgebildete Spezialisten und keine 6-Monatsdiener!. Ein Grossteil der Panzer und Flugzeuge ist derzeit aus verschiedenen Gründen gar nicht einsatzfähig, daher auch hier: lieber weniger, aber alles funktionsfähig. Die Hauptaufgabe liegt derzeit ohnedies im Katastrophen- und Auslandseinsatz. Dazu brauchen wir gute Leute. Und die div. Organisationen, welche bisher billige Arbeitskräfte (Zivildiener) beschäftigten, müssen sich eben - wie auch alle andern Firmen - um Kräfte am Arbeitsmarkt umsehen und diese auch leistungsgerecht bezahlen.
    Dies ist ein europaweiter Trend und Österreich hinkt - so wie bei vielen anderen Dingen - eben hinten nach. Die Rufe nach Beibehaltung des bisherigen Zustandes sind nur mehr aals ein letztes aufbäumen zu betrachten.



    • byrig

      observer:das bundesheer war nie,zu keiner zeit,den anforderungen irgeneiner zeit geeignet,angemessen.es hat auch in ganz europa kein land gegeben,das so wenig für seine landesverteidigung getan hat.österreich war immer ein mieser trittbrettfahrer.
      nur:jetzt aus dem fast nichts einer landesverteidigung unter dem deckmantel "berufsheer" mit ihren argumenten ein komplettes nichts machen zu wollen,ist mehr als chuzpe.
      observer,dann geben sie halt einfach zu,dass sie gegen jegliche landesverteidigung sind und lügen sie uns nichts vor.
      die schweden gehen bei ihrer umwandlung von einem üppigen wehrbudget aus,die deutschen sowieso.wobei die deutschen stützen in der nato sind.die briten brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
      also:berufsheer in österreich bedeutet die abschaffung der landesverteidigung,mit einer truppenstärke,die die mannschaftsstärke der polizei unterschreiten würde.und da setzt sich ein oberkoffer wie dieser "wehrexperte" karner hin,und verteidigt so etwas.wahrscheinlich ist seine neue freundin eine grüne....

    • phaidros

      Damit fordern Sie gar keine Kommandanten heraus, Observer, Sie werden im Gegenteil nur recht erhalten!

    • Observer

      byrig:
      erstens habe ich in meinem Beitrag nicht erwähnt, dass ich gegen eine Landesverteidigung bin und zweitens sagen - neben Ihnen - nur wenige, dass ein Berufsheer eine Abschaffung der Landesverteidigung bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall: es wird eine merkliche Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger optimaler Einsetzung der aufzuwändenten Mittel geben. Natürlich ist dies alles schwer für Leute, welche in den alten Denkstrukturen leben.
      Ich bin kein ein Unterstützer von Häupl, Darabos und Genossen, aber nun kommt endlich eine schon überfällige Diskussion in Gang, welche hoffentlich zu einer Lösung dieses Problemes führen wird.

  34. terbuan
    • cmh (kein Partner)

      Das ist es ja:

      Bei so vielen Sachen liegt es völlig klar zu Tage, dass diese ein kompletter Schwachsinn (Niki L.) sind.

      Aber wider besseres Wissen sagt das keiner.

      Der Kaiser ist doch schon so lange so komplett nackert, dass ihm eigentlich schon langsam kalt werden sollte.

  35. terbuan

    Schon lange nicht war eine Debatte so kontrovers wie die heutige über das Bundesheer und das ist auch gut so.

    Eines sollte man aber bei der Erörterung verschiedenster Szenarien der Landesverteidung nicht außer Acht lassen: Die Kosten!
    Und wenn der zuständige Minister jetzt 7 Varianten vorlegt die alle eines gemeinsam haben, sie dürfen nicht mehr kosten als bisher, dass weiß man was dabei herauskommt, eine Nullnummer!

    Es herrscht offenbar Konsens in diesem Land, die Landesverteidigung darf möglichst nichts kosten. Würde man nur einen Bruchteil der Aufwendungen für den Sozialmißbrauch wie z.B. getürkte Invaliditätspensionen, Durchfütterung von arbeitsunwilligen Migranten und deren Familienclans, ohne Anspruch erschlichene Arzt- und Krankenhausleistungen etc. usw. in die Landesverteidigung stecken, dann könnten wir mit oder ohne Wehrpflicht eine Armee finanzieren, die diesen Namen auch verdient.

    Was derzeit hier abläuft ist nicht nur eine Nullnummer sondern auch eine Lachnummer!



  36. ProConsul

    Es freut mich, dass Dr. Unterberger bei dem Thema anscheinend denselben Vorschlag aufgreift, den ich bereits vor ein paar Wochen hier gepostet habe:

    http://www.andreas-unterberger.at/2010/12/vorweihnachtliche-bildungswunder/#comment-93435



  37. Rupert Wenger

    Zu Anton Volpini:
    Gen. Spanocchi hat vor Jahrzehnten vom Jagdkampf in den Bergen mit Miliz geträumt. Ein (übrigens ausgezeichneter) Regimentskommandant eines Landwehrregimentes hat mir gegenüber einmal einen bemerkenswerten Satz gesprochen: Man kann bei jedem Gerät diskutieren, ob es miliztauglich wäre. Es gibt nur eine Sache, die sicher nicht miliztauglich ist, nämlich der Krieg. Österreichische Wehrpflichtige oder Milizsoldaten kann man unter den waltenden Randbedingungen leider nicht in 6 Monaten zu paschtunischen Stammeskriegern erziehen.



    • Anton Volpini

      @Rupert Wenger
      Gen. Spanocchi hat nicht vom Jagdkampf in den Bergen geträumt, sondern er hat diese Taktik als die beste Möglichkeit angesehen, um mit begrenzten Mitteln einem übermächtigen Warschauer Pakt ein Durchstoßen durch Österreich so schwer wie möglich zu machen.
      Erinnern Sie sich: die damalige Bedrohungslage war: Jugoslawien steht nach dem Tode Titos vor dem Zerfall , die Breschnew-Doktrin wurde wirksam, und es war für den Wahrschauer Pakt billiger durch Österreich zu marschieren, als Jugoslawien direkt anzugreifen, wo doch deren Hauptstreitkräfte an eben dieser Grenze standen.
      Es war also unsere Aufgabe "unsere Haut so teuer wie möglich zu verkaufen" um ein Durchstoßen durch Österreich erst gar nicht Erwägung ziehen zu lassen. Dazu diente zuerst der hinhaltende Verteidigungskampf (Raumverteidigung) und dann, sollte dieser zusammenbrechen (was wahrscheinlich gewesen wäre) in Jagdkampf überzugehen.
      Sie müssen das wissen, wenn Sie Mitte der 1990 iger bereits Baon Ktd gewesen sind.
      Nun können wir über die eventuelle Wirksamkeit dieser Taktik diskutieren, Fakt ist, wir wurden nicht überfallen. Soweit zur Historie.
      Heute geht es darum, neuen Bedrohungsbildern wirksam entgegenzuwirken!
      Und dazu brauchen wir ein uneingeschränktes Bekenntnis zur Landesverteidigung!

    • Anton Volpini

      anstatt Wahrschschauer Pakt muß stehen: Warschauer Pakt!
      Das war sicher kein Freud´scher Versprecher.. :-)

    • Johann Scheiber

      Herr Wenger und phaidros "hängen" in der Bedrohungslage des Kalten Krieges fest. Die gegenwärtige Herausforderung ist aber polymorph. Für die meisten Lagen reicht Infanterie mit Standartbewaffnung und Schützenpanzer.

      Das wichtigste was es aber zu erhalten gilt, ist die ohnedies fast schon zerstörte Bereitschaft der Menschen für Souveränität, Freiheit und Heimat notfalls auch einen hohen Preis zu zahlen. Die Sicherheit nur in Form einer Berufsarmee über weiterere Staatsverschuldung zu gewährleisten ist ein parasitärer Traum aus dem Schlaraffenland.
      Der nicht gerade als Rechter verschriene Albert Camus hat einmal gesagt, dass jemand, der nichts hat wofür es sich zu sterben lohnt, auch nichts hat, wofür es sich zu leben lohnt.

      Die Wehrpflicht ist mit der modernen Freiheit gekommen und nun setzt man dazu an, uns die Freiheit mit der Abschaffung der Wehrpflicht wieder zu nehmen.

      Ich bin mir ganz sicher, dass wir um unser von den Polithaschern schon weitgehend vergeigtes Land noch werden kämpfen müssen. Man lernt entweder durch Einsicht oder durch die Tragödie. Letzteres scheint immer wahrscheinlicher zu werden.
      Deswegen darf kein Jahrgang von Wehrpflichtigen ausgelassen werden. Die Wehrpflicht muss verlängert und wesentlich effizienter gestaltet werden.
      Das wird nicht passieren, was aber umso schlimmer für die Wirklichkeit ist.

    • Philipp Starl

      Herr Wenger, nach stundenlanger Überlegung möchte ich doch noch einmal Ihren Erfahrungsschatz in Anspruch nehmen. Haben Sie Kontakt zu diversen Ausbildnern?

    • phaidros

      Herren Volpini & Scheiber, es ist alles gesagt, Wiederholungen gefallen nicht. Daher abschließend:

      Lesen Sie am besten nochmal in aller Ruhe die interessante Diskussion. Aber lassen Sie sich auf die Argumente auch ein und denken sie sie wirklich diurch, statt sie mit heroischen Heimatkämpferromanzen wegzuwischen. Alles, was Sie fordern, insbesondere das Bekenntnis zur Landesverteidigung!, steckt in der Forderung nach Berufsheer (als Bewahrer des Feuers) drin. Niemand steckt geistig im kalten Krieg fest, sondern es werden einfach Realitäten nüchtern durchleuchtet und Schlussfolgerungen gezogen.

      Was Sie nicht zur Kenntnis nehmen ist, dass ein Militär keine Polizeitruppe ist, noch sein soll. Derzeit aber bestenfalls solche Aufgaben wahrnehmen kann. Die Frage, ob das bei den derzeitigen Bedrohungsbildern ausreichend wäre, stellt sich nicht! Sondern die Frage nach dem schlimmsten realisitischen Fall, und da sieht's traurig aus. Daher ist in dem Sinne zu reagieren, wie wir das auch vorsschlagen

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • cmh (kein Partner)

      Ich frage mich immer noch ob Gen. Spanocchi alle einen Schmäh glauben ließ oder ob er seber dieser Schmäh war.

      Die Miliz war doch immer nur eine Scheinstellung mit Ofenrohr statt einer wirklichen Kanone. Hat aber eine zeitlang funktioniert.

    • Rupert Wenger

      Zu Anton Volpini!
      Selbstverständlich kenne ich die von Gen. Spanocchi kreierte Raumverteidigung. Hatte lange genug Zeit, mich mit ihr taktisch auseinanderzusetzen. Und der von mir angeführte Regimentskommandant hatte leichte Landwehrkräfte zu kommandieren, die den Jagdkampf und Kleinkrieg führen hätten sollen. Glauben sie mir, Jagdkampf und Kleinkrieg mit Österreichischen Milizkräften war ein frommer Traum. Mit Infanterie alleine können sie gar nichts. Keinen Krieg führen, keinen Katastropheneinsatz, das können Pioniere oder ein technischer Hilfsdienst besser, keinen friedenserhaltenden Auslandseinsatz, den können Militärpolizeikräfte nach Vorbild der Carabinieri besser, und schon gar keine Terrorbekämpfung. Friedensstiftende Einsätze will unsere politische Führung und die Bevölkerung nicht. Also was bleibt für die Infanterie alleine?
      Zu Philipp Starl:
      War die letzten 10 Jahre meiner Dienstzeit nicht mehr mit der eigenen Armee beschäftigt, habe aber auch heute noch immer wieder Gespräche mit Angehörigen meines Bataillons. Und wenn ich die Revue passieren lasse, sind sie heute noch näher an Null, als ich es vorsichtig formuliert habe. Wenn sie Kontakt benötigen, schreiben sie mich unter wenger_katayama-Klammeraffe-aon.at an.

    • Philipp Starl

      Ich danke Ihnen vielmals Herr Wenger!

  38. Josef Maierhofer

    Man kann ueber alles reden und diskutieren.

    So auch uebers Heer.

    Was ich dabei fuer das Wichtigste halte, waere eine objektive Sicherheitsanalyse und eine objektive Verteidigungsbereitschaft (Einsatzbereitschaft) und eine Bedarfsanalyse.

    Danach kann man Varianten diskutieren, gratis wird keine sein und auch nicht diskussionsfrrei.

    Man kann aber auf all das verzichten und das lediglich zu einem Ablenkmanoever, zu einem Wahlkampfthema machen oder abwerten.

    Diejenige Partei in Oesterreich halte ich fuer serioes, die es ernstlich und objektiv angeht, was eine Reform des Heeres bedeuten wuerde und auch korrekt und transparent ermittelte Ziffern dahinterstellt.

    Alles andere ist nur politisches Geplauder, Opportunismus und Ablenkung von der groessten Schuldenpleite aller Zeiten und der feigen Verweigerung der Arbeit an den notwendigen sonstigen Reformen, wie Gestz, Verwaltung, Foederalismus, Privilegienabbau, etc. etc.



  39. Johann Scheiber

    Sonst haben sie überall einen Falken auf dem Posten des Verteidigungsministers sitzen. Bei uns ist es eine Brillenschlange.



  40. phaidros

    Zu viel der Ehre, liebe brechstange! ('tschuldigung, lang nicht bis hier runtergerollt)

    Wir sind »nur« ein Fähnlein Aufrechter die versuchen, nachzudenken. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Und manchmal, so hoffen wir, dass man das auch (be)merken wird. Und in gar nicht so ferner Zukunft vielleicht von Monat zu Monat ein Stückerl mehr.

    BG/phaidros.vie@gmail.com



  41. mike1

    nur ganz kurz:
    die österreichischen offiziere und unteroffiziere sind nicht unfähig, wie a. u. schreibt, vielmehr ist das gegenteil der fall. sie sind sogar besonders qualifiziert, dass sie aber mitunter demotiviert sind, das ist natürlich möglich und auch wahrscheinlich - und auf die politik zurückzuführen.

    berufsheere mögen zwar modern und in aller munde sein, es ist jedoch weltweit so, dass hier gröbste probleme entstanden sind (keine qualifikation der leute, keine freiwilligenmeldungen - ausgenommen verbrecher sonder zahl), also hier muss man sich schon überlgen, wie vorzugehen ist !!!

    auch was die reformen betrifft: nicht das heer ist schuldig, sondern die politik, das sollte doch allen klar sein. jedes jahr neue reformen ? was soll das ? der präsenzdienst fragwürdig ? ja, weil von idioten auf ein unzumutbares kurzes maß gekürzt.

    also etc etc, hier bin ich mit a. u. nicht konform.



    • Rupert Wenger

      Mike 1!
      Danke für die Blumen. Mir ist aber klar, dass die Qualität des Kaderpersonals wie in jeder menschlichen Organisation nach einer Glockenkurve verteilt ist Wenige Ausgezeichnete, viel Durchschnitt und einige Unbrauchbare. Habe selbst am meisten gelitten unter dem Problem, dass die Unbrauchbaren nicht gekündigt werden können und dasselbe verdienen, wie die Ausgezeichneten. Unter solchen Verhältnissen verschiebt sich die Kurve unweigerlich zur Seite der Unbrauchbaren.
      Zur Frage der Qualität der Soldaten in der Berufsarmee: Mir ist klar, dass das Heer nicht die Einsteins bekommen wird. Aber ich habe mit Verbrechern manchmal bessere Erfahrungen gemacht, als mit Musterschülern. Ich persönlich hätte einen 3-Jahre dienenden Grenzdebilen als Ladeschützen in meinem Panzer einem husch-pfusch ausgebildeten 6-Monate Wehrpflichtigen vorgezogen.

  42. thomas lahnsteiner

    der burgenländische brillenheini schlägt wieder zu...nachdem es ihm gelungen ist, sich von EADS beim eurofighter kräftig über den tisch ziehen zu lassen und er dann zurecht in der versenkung verschwunden ist, erregt er jetzt als vollzugsgehilfe des schmierblattes kronenzeitung aufsehen...und will auf einmal die von ihm in stein gemeißelte wehrpflicht zerstören, um den medienstrolchen gefällig zu sein.
    Er hat auch schon eine schöne presse in der kronenzeitung und wird als fähiger umsichtiger demokrat präsentiert. Wichtig ist dem norbertl nur, dass die militärkommanden und der assistenzeinsatz im burgenland bestehen bleiben...alles andere einschließlich der beschädigung des zivildienstes ist auch dank der roten kriecher in der caritas völlig nebensächlich....
    Fazit: der nach frau rudas dümmste aller österreichischen politiker hat wieder
    zugeschlagen



  43. Erich Bauer

    Irgendwie fällt es mir immer schwerer existentielle Fragen, welche dieses Land bereits dringend zu lösen hätte, mit dem gebührenden Ernst zu sehen. "Wehrpflicht" und "Neue Hilfsschule" gehören dazu. So wie ich einfach nicht glauben kann, daß eine flächendeckende "Neue Hilfsschule", mit demselben Personal und aufgestockten Verwaltungseinheiten eine Verbesserung der Lernergebnisse bringen soll, so kann ich mir nicht vorstellen, daß mit oder ohne Wehrpflicht, ein allgemeines Interesse daran besteht - und das sind Politiker, wie auch die "Boulevardmasse" - daß das Bundesheer seinen Auftrag, entsprechend dem Staatsvertrag erfüllen soll. Sozialfighter und Schwedenbomben in den Schulpausen sind da viel "menschenrechtlicher". Die Entwicklung der äußeren Sicherheit läßt sich kurz umschreiben: von der bewaffneten Neutralität zur unbewaffneten Neutralität, zur Neutralisierung...

    Einzige Hoffnung: UHBP und Dirigent der Gardemusik. Vielleicht könnte er Nordkorea als Schutzmacht (Atomschirm) gewinnen.



  44. Philipp Starl

    Ein Sozialstaat, das wissen die "austrians", kommt immer mehr der "Verpflichtung" nach, seine Bürger an die Versorgungskette zu legen und immer weniger seinen wahren Aufgaben, nämlich dem Schutz seiner Bürger in Form von Militär, Polizei und Justiz. So beschrieb es schon Hayek in "road to serfdom".

    Heute ist diese Aussage traurige Realität. Während sich Pröllmänner ständig darum kümmern, wie denn der kümmerliche Rest an Stimmchen noch zu verteidigen sei, indem man dem Bürger ein panem und circenses nach dem anderen in den Rachen schiebt, verdorren die Staatsaufgaben Justiz, Äußeres und Inneres und zwei davon werden zu verkrüppelten Handlangern der Machthaber, die zweite Säule wird (scheinbar) abgetragen.
    So nimmt es nicht Wunder, dass in Österreich jemand Verteidigungsminister ist, der von Anfang an nichts anderes im Sinn hatte, als das Heer zu demontieren. So ein Politiker wäre zu jeder Zeit der Erdgeschichte in jedem Land der Welt als Staatsverräter erhängt worden, nur nicht in Österreich in der heutigen Zeit.
    Das zeigt schon, waren die Monarchen zum Teil noch bittere Diktatoren, so hatten sie wenigstens noch immer die Landesverteidigung vor Augen.

    Dabei ist die Landesverteidigung geradezu der Impetus des Wortes Staatszielbestimmung. Ohne Landesverteidigung könnte man noch nicht einmal sagen, dass ein Staat existiert. Denn was nützen Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsmacht, wenn man keines der drei fähig ist, zu verteidigen?
    Gestern fragte der Journalist der "Kleinen Zeitung" (der Name ist entfallen) Herrn Strache, wofür er sich denn beabsichtige zu verteidigen.

    Diese Frage zeugt von extremer Weltfremde, von Naivität, geradezu von Dummheit.

    Die aktuelle weltpolitische Lage ist seit Jahrzehnten die bedrohlichste:

    1) Der Iran baut an Atomwaffen, deren Reichweite Europa einschließt.

    2) Der Nahe Osten, insbesondere Israel und seine Nachbarn, ist ein Pulverfass. Dies ist zweierlei von Bedeutung. Erstens kommt aus diesem Gebiet der Großteil des Erdöls, zweitens sind in Europa schon Millionen von Moslems ansässig, was zur Folge hat, dass eine Eskalation im Nahen Osten auch bei uns zur Eskalation führen kann.

    3) Die Russen haben erneut einen Diktator als Machthaber. Putin ist ein erbarmungsloser Taktiker, ausgebildet und indoktriniert im KGB, ist es sein Ziel, die alte Macht Russlands wiederherzustellen. Zuletzt versuchte Putin dies mit Käufen europäischer Firmen mit Erdgasgeld.
    Die Russen kommen aber nicht mehr aus der Krise heraus und sie haben massenhaft Geld in die Entwicklung und Herstellung militärischen Geräts gesteckt. Putin wird weiterhin versuchen, zuerst seine wirtschaftliche Macht auszubauen. Wird ihm dies nicht mehr gelingen, wird er auf den richtigen Zeitpunkt warten. Etwa den einer Weltwirtschaftskrise. Die Folgen sind absehbar. In den ehemaligen Staaten der Sowjetunion gibt es kein einziges stabiles politisches System. Einzig die Polen und die Tschechen haben es verstanden, eine eigene Staatskultur zu entwickeln.
    Die anderen Nationen sind geprägt von politischen Unruhen, ständigen Regierungswechseln und Skandalen. Man kann sich Putins Worte schon vorstellen:" Um in einer solch schweren Zeit der Wirtschaftskrise und solch instabilen politischen Verhältnissen Sicherheit zu gewährleisten, entsenden wir unsere Truppen, um die Stabilität in diesen Staaten wiederherzustellen".

    4) Pakistan ist im Besitz von Atomwaffen, aber auch im Besitz von zahllosen Terrorgruppen. Die Gefahr eines nuklearen terroristischen Angriffs ist erst dann gebannt, wenn Pakistan keine solchen Waffen mehr hat.

    5) Die USA haben auf der ganzen Welt zahlreiche Stützpunkte. Ihre Schiffe sind im Nahen Osten und im Mittelmeer gut positioniert. Im Krisenfall könnten sie sämtliche Handelswege auf See blockieren. Es steht zu befürchten, dass die USA ihre Kriege gegen den Terror als Vorwand benutzen, um sich weltweit strategisch wichtige Positionen einzuverleiben.

    6) Die Deutschen nennen Österreich zu einem großen Teil noch immer Ostmark. Auch wenn eine Hassliebe besteht, die Deutschen wären die Ersten, die sich Österreich einverleiben würden, allein schon auf Grund unserer Ressourcen.

    7) Der Islam ist auf dem Vormarsch, insbesondere die Türkei. Wer je glaubt, dass diese Menschen genug haben, der sollte sich lieber eingehend mit deren Denkweise beschäftigen.

    8) China ist dabei, seine Macht zu konsolidieren. Es hat strategisch wichtige Positionen in Afrika erschlossen, hat zahlreiche Spione in Europa eingeschleust und baut seine militärischen Einrichtungen sukzessive aus. Auch Japan hat dem Rechnung getragen und bereitet sich auf einen Luft- und Seekrieg mit China vor.

    9) Auch der ungelöste Kaschmirkonflikt kann schwere Folgen für den Westen nach sich ziehen.

    10) Chinas ungelöstes Verhältnis mit den Russen ist ebenfalls ein Faktor, den man nie vergessen darf.

    Zahlreiche Maßnahmen sind ehestmöglich einzuleiten:

    Zuerst muss einmalig eine Summe von 10 Milliarden Euro in modernes militärisches Gerät investiert werden, jährlich weitere 3 Milliarden, zumindest zu Beginn. Zu Bedenken sind einige Faktoren:

    Die Alpen sind für Österreich ein strategisch enorm wichtiger Punkt. Hier haben wir "Heimvorteil". Diese Gebiete sind schwer einzunehmen, weshalb hier auch starke Flugabwehreinrichtungen installiert werden müssen. Die Amerikaner greifen z.b. immer mehr mit Drohnen und Tomahawks an, wenn sie zu Land keine Erfolge erzielen.

    Die Seewege müssen wieder erschlossen werden. Vor allem muss ein Vertrag mit Venedig, bzw. Italien geschlossen werden, um freien Zugang zu den Meeren zu haben. Die Seewege werden immer wichtiger werden, weshalb eine Vernachlässigung dieses Umstands teuer zu stehen kommen kann.

    Weiters hat sich die Art der Kriegsführung verändert. Eigene Atomwaffen sind ein Muss, alleine schon aus Abschreckungsgründen.

    Das Internet, somit alle telekommunikationstechnischen Geräte sind ein neuralgischer Punkt geworden. Abwehr gegen Angriffe aus dem Internet müssen Priorität haben.

    Zahlreiche weitere Maßnahmen, die zu gefährlich wären, hier zu erörtern, müssen getroffen werden.

    Am wichtigsten ist aber, dass wir ein Berufsheer aufstellen. Ein Land wird umso mehr verteidigt, wenn es freiwillig verteidigt wird.
    Im Übrigen sollten die Waffengesetze fallen. Ein Mann der mit seiner Waffe Haus und Hof verteidigt, ist effektiver als jeder Soldat.



    • Johann Scheiber

      Ein genialer Aufsatz, Herr Starl. Allein der Satz über das Berufsheer irritiert schwerstens. Freiwilligkeit in Verteidigungsangelegenheiten ist ganz etwas anderes als Leistung gegen Sold. Daher sind Söldner ganz etwas anderes als Freiwillige.
      Zu dem Satz " Ein Land wird umso mehr verteidigt, wenn es freiwillig verteidigt wird" passt das mit Profielementen kombinierte Milizsystem, aber nicht eine Berufsarmee.

    • Philipp Starl

      Werter Herr Scheiber,

      Könnten Sie dieses Milizsystem erörtern? Vielleicht ist der Inhalt ident, nur der Ausdruck von mir anders (vl. sogar falsch).

    • Johann Scheiber

      Werter Herr Starl,

      ich meine einfach das System,das wir in Österreich die längste Zeit gehabt haben.
      Berufsheer, Wehrpflicht und Miliz, nur gewollt und finanziert. Und von den zwanzigtausend Berufssoldaten fünfzehntausend in Uniform, nicht siebentausend. Vice versa im Büro viertausend und nicht dreizehntausend. Und im Verteidigungsministerium nicht jeder zweite ein General.

    • Erich Bauer

      Johann Scheiber,
      "...das System,das wir in Österreich die längste Zeit gehabt haben..."

      Werter Herr Scheiber. Völlig Ihrer Meinung. Die Aufgabe der Miliz sollte die Unterstützung der Berufselemente sein. Dann ergäbe das Ganz nämlich Sinn. Sinn, den jeder Milizsoldat verstehen könnte und der auch kommunizierbar gewesen wäre. Ich frage mich nur, wie die Anhänger des "Neuen Berufsheeres" die notwendige Unterstützung des "Neuen Berufssoldaten" gewährleisten wollen? Wenn jetzt irgendjemand fragt, wozu ein Berufssoldat denn "Unterstützung" bei der Erfüllung seiner Aufgaben braucht... Ich werde ganz bestimmt nicht darauf antworten!

    • Philipp Starl

      Im Europa des Mittelalters gab es viele Söldner, ja sogar ganze Söldnerheere. In Italien wurde ein Söldnerführer condottiere genannt, eine condotta, das war ein Söldnervertrag.
      Zahlreiche Handelshäuser bedienten sich dieser condottiere. Sie waren nicht nur zum Schutz der eigenen Lieferungen gedacht, sondern wurden auch oft einem Machthaber, also einem Herzog, einem Kaiser, oder einem Fürsten zur Seite gestellt. Diese Söldnerheere waren sehr beliebt und angesehen, sie entschieden zum Teil auch wichtige Schlachten.
      Wo liegt also der Unterschied zwischen einem Söldnerheer und einer Berufsarmee? Nirgends. Höchstens darin, dass Angehörige eines Freiwilligenheers Staatsbürger sind und die Chance, dass sie auch aus Liebe zum Vaterland kämpfen, sehr groß ist.

      Wenn es also keinen Unterschied zwischen diesen sehr effizienten, schlagkräftigen Söldnerheeren und einer Berufsarmee gibt, warum sollte eine solche dann schlecht sein, noch dazu wenn viele darin auch für ihr Land kämpfen?

      Oder anders gefragt: Wer wird mit mehr Einsatz und gnadenloser kämpfen? Ein Berufssoldat, dessen Einkommen und somit Familie an seinem Einsatz hängen, oder ein Vater dreier Töchter, der überhaupt nicht kämpfen will und dann dazu gezwungen wird?

    • terbuan

      Also werter Philipp Starl,
      der Punkt 6) Ihres Bedrohungsszenarios haben Sie doch nicht wirklich ernsthaft gemeint?
      Meine zahlreichen deutschen Freunde und Verwandten würden einen Lachkrampf bekommen angesichts dieser Aussage!
      Kein Mensch nennt Österreich mehr Ostmark, man sieht uns als befreundetes Land mit deutscher Sprache und Kultur, fährt gerne auf Urlaub zu uns, genießt die Landschaft, die Küche und die netten Menschen mit ihren teilweise kuriosen Dialekten, aber sonst lieber Philipp Starl, Ostmark war gestern, heute sind wir ein geachteter und auch bewunderter Nachbar!
      Die Deutschen haben heute wirklich andere Probleme als die Restauration eines Großdeutschen Reiches.
      Da sehe ich eher die Möglichkeit einer Sezession der süddeutschen Staaten und deren Annäherung an die Schweiz, Westösterreich und anderen Regionen in den Alpen.

    • Erich Bauer

      Philipp Starl,
      "...Im Europa des Mittelalters gab es viele Söldner..."

      Die Schweizer Garde hätte mein vollstes Vertrauen.. Aber ohne Helferlein (Miliz?) könnten sie sich kaum auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Die Schweizer Garde ist jedenfalls ziemlich gut. Und ausgerüstet mit dem Allerfeinsten. Billig sind sie auch nicht. Sie sind immerhin für ihre Aufgabe bestens gerüstet.

  45. Rupert Wenger

    Ich war 10 Jahre Kompanie- und 6 Jahre Bataillonskommandant im Heer. 1993 habe ich meinen Rücktritt als Bataillonskommandant erklärt, weil ich unter den gegebenen Bedingungen kein Bataillon mehr stellen konnte, mit dem man in einen Einsatz militärischer Gewaltanwendung gehen konnte. Ständig komplexer werdende Waffensysteme gehen mit ständig kürzer werdenden Wehrdienstzeit und ständig schlechter werdenden Ausbildungsbedingungen nicht zusammen. Seit damals hat sich die Situation nur noch verschlechtert. Also ist der Wehrdienst in der jetzigen Form sinnlos.
    Zur Bedrohung: Derzeit haben wir keine Bedrohung in Form militärischer Gewaltanwendung gegen Österreich. Kann jemand eine Fortsetzung dieser Situation sagen wir einmal für 10-15 Jahren garantieren? Haben wir in dieser Frist noch die EU? wenn ja, wird diese EU eine Bedrohung von Außen haben, für die sie unsere Beteiligung braucht? Wie wird Russland, wie China zu diesem Zeitpunkt aussehen? Wenn wir langfristig militärische Bedrohung nicht ausschließen können, brauchen wir ein Instrument, dass zum Zeitpunkt der Krise einsatzbereit ist und sie können mir glauben, der Aufbau militärischer Kapazität von Null aus dauert Jahre. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit für ein Berufsheer als möglicher Kern für ein zukünftig mögliches Hochfahren. Die Ablehnung des Generalstabschefs ergibt sich aus unserer gemeinsamen Erfahrung, dass die Politik die x+1. Reform gleich verbocken wird, wie x Reformen seit 1955. Es wird wieder kein Geld für die Evaluierung vorhanden sein. Insgesamt liegt Phaidros also absolut richtig. Wir brauchen ein Berufsheer mit ausreichender Finanzierung und geänderten Randbedingungen.



    • Philipp Starl

      Würden Sie den status quo des Heers als "von Null aus" bezeichnen? Ist die Grundstruktur zumindest für die nächste Zeit nicht noch gewährleistet (in Form von Generälen, Kommandanten, usw.)?

    • Johann Scheiber

      Der kardinale Denkfehler liegt einfach darin, dass saturierte Gesellschaften glauben die Drecksarbeit der Verteidigung mit Geld bezahlen zu können, noch dazu mit solchem das sie gar nicht mehr haben.
      Wer wird den in Anbetracht unseres Sozialstaates für wenig mehr Geld als es das Nichtstun einbringt ein MG durch die Gegend schleppen, Herr Bataillonskommandant. Wie war das in der Spätantike in Rom?

      Die Illusion ist, dass uns Friede, Freiheit und Wohlstand wie gebratene Tauben aus dem Steuersäckel auf Dauer geliefert werden können. Es ist Dekadenz in Reinkultur.
      Die Schweizer sind da noch weitgehend aufrecht. In Österreich, vor allem im Ostblock WNöBgld steht man da auf verlorenem Posten.
      Auf den Bergen ist Freiheit!

    • phaidros

      Nochmal nachlesen, bitte:

      Das Berufsheer in der Konzeption des Herrn Wenger soll nicht »schießen gehen«, sondern nur Rumpfaufgaben wahrnehmen, und im Fall, dass sich der Anlassfall abzeichnet, als Kristallisationskern für das Hochfahren der eigentlichen Verteidigungsstrukturen dienen. Das ist auf Dauer bedeutend günstiger und dabei effektiver als ein lustloses unter-Waffen-Halten von Leuten, die das im Grunde nicht mehr wollen (wasThema für eine andere Diskussion wäre).

      Wer freilich nur »Berufsheer« liest, und den Rest nicht beachtet, der urteilt letztendlich »kapitaler Denkfehler« - richtiger wird das Urteil aber auch durch Wiederholung nicht.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

      P.S. Der Vergleich mit der Schweiz ist fast schon lächerlich: um 36% höheres monetäres Verteidigungsbudget (0,83%BIP vs. 1,13% - und diese Schere über Jahrzehnte), geschätzt 5-faches persönlich ideelles. Das sind Realtitäten, die man zur Kenntnis nehmen muss.

      P.P.S. Auf Ihren freien Bergen, Herr Scheiber, werden Sie ausgeschaltet, ohne dass ein Angreifer auch nur unsere Maximalreichweiten unterschreiten müsste. Das war mal vor 30 Jahren so, wie Sie es sich da wünschen.

    • Anton Volpini

      @phaidros
      "P.P.S. Auf Ihren freien Bergen, Herr Scheiber, werden Sie ausgeschaltet, ohne dass ein Angreifer auch nur unsere Maximalreichweiten unterschreiten müsste. Das war mal vor 30 Jahren so, wie Sie es sich da wünschen."

      Sie haben scheinbar noch nie was von Jagdkampf gehört, den die Afganen immerhin schon länger als 10 Jahre gegen die modernst ausgerüstete Armee der Welt führt?

    • Johann Scheiber

      Ja, phaidros, wie in Afghanistan schon aller Widerstand ausgeschaltet wurde.
      Herr Starl hat übrigens eine gute Auflistung der Bedrohungsbilder.

      Wenn in der Schweiz etwas mehr Geld zu größerem Erfolg führt, was schließen wir daraus

      ...von Leuten, die das im Grunde nicht mehr wollen
      Sie schieben ihre Ermüdung auf die Jugend. Ihre Mentalität ist Teil des Problems der Wehrhaftigkeit, nicht der Lösung. Es fehlt glaubhafte und überzeugende politische Führung, alles andere ist sekundär.

    • Rupert Wenger

      Philipp Starl: Noch nicht ganz: Entscheidend sind die Kommandanten der untersten Ebenen. Wir hatten immer den Vorteil, auf der untersten Ebene zum Beispiel des Panzerkommandanten Berufssoldaten zu haben. Die konnten ihr Handwerk und waren ständig in Übung. Wenn die, die Zugs- und die Kompaniekommandanten die Übung und Erfahrung verlieren, kostet das Sammeln von Erfahrung im Krieg immens viel Blut. Wie lange wird es noch geübte Kommandanten geben, wenn sie aus finanziellen Gründen nicht üben können und langsam zu alt für Kämpferfunktionen werden? Nachwuchs an erfahrenen Kommandanten gibt es unter diesen Umständen nicht. Ich vermute in weniger als 5 Jahren ist das Heer genau bei Null.

    • Philipp Starl

      Wie sicher sind Sie, Herr Wenger, dass die 5 Jahre zutreffen? Wie schnell würde eine neue Struktur in sagen wir 7 Jahren Ihrer Meinung nach aufzubauen sein?

    • Rupert Wenger

      Philipp Starl!
      Darf ich ihnen vorerst zu Ihren ausgezeichneten Beiträgen in diesem Blog gratulieren! und wieder spüre ich, sie sind ein ernstlich Suchender. Würde einmal schätzen, dass das Kader der angesprochenen Ebenen in etwa 5 Jahre von Null weg brauchen, um wieder einigermaßen einsatzbereit zu sein. Dann muss aber das Gerät von Anfang an bereitliegen und das will unser Minister ja verscherbeln. Stellen sie sich vor, in einer krisenhaften Entwicklung muss das Heer das ganze Gerät einkaufen, dann das Kader ausbilden und dann erst die Wehrpflichtigen hoffentlich unter den richtigen Randbedingungen. Die Deutsche Reichswehr hat übrigens von 1933 bis 1938 gebraucht, um aus dem Berufsheer ein schlagkräftiges Wehrpflichtigenheer zu entwickeln. Ohne vorhandenes Kader kommen nochmals 5 Jahre dazu! Und dann brauchen wir einen Nachrichtendienst der uns diese Vorwarnzeit bereitstellt.

    • Philipp Starl

      Ich danke Ihnen vielmals, Herr Wenger. Natürlich für das ehrenhafte Lob und für die wertvolle Information, Sie haben mir sehr damit geholfen!

    • phaidros

      Herr Scheiber, es geht nicht um »etwas mehr Geld« in der Schweiz (das nebenbei bemerkt bei uns auch nicht politisch durchsetzbar sein dürfte). Es geht um 30, 40, 50 Jahre lang mehr als ein Drittel mehr.

      Machen wir das mal mit einer Veranlagung, Sie: Betrag x, ich: 4x/3, sagen wir 50 Jahre lang. Und am Ende der Laufzeit schauen wir, ob ich ein Drittel mehr habe als Sie. Oder ein bessres Beispiel: stecken Sie 50 Jahre ein Drittel weniger in die Erhaltung Ihres Wohnhauses als ich - vegleichen wir dann die Zustände der Häuser.

      An beide Herren: Afghanistan (musste ja kommen): dort gab es keine angreifbaren Ziele. Hier bekämpfen Sie ein paar Infrastrukturpunkte, Kommunikation, Verkehr und Kommandostrukturen. Ausschalten und warten, bis alles von selbst zusammenbricht. Die Kapitulation ist dann eine Frage von Tagen. Sie verletzten nicht mal viele Leute dabei.

      Um das zu verhindern: verstecken Sie mir doch mal schnell das Staukraftwerk in Ihrem Jagdkampf (und während Sie ein Versteck suchen überlegen Sie mal, wie erpressbar Sie durch den Damm sind...). Im afghanischen Hinterland gibt's nämlich .. nichts. Deswegen war es »verteidigbar«, aber nicht wegen irgendeinem überlegenen Jagdkampfkonzept.

      Ich schiebe gar nichts auf die Jugend, deren glühender Fan ich bin! Ich schiebe auf politisch Verantwortliche, die dieses geistige Klima - ebenfalls über Jahrzehnte - geschaffen haben.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

  46. Graf Berge von Grips

    Nr. 347
    Jetzt, wo wir alle unsere Wehrkraft verlieren -
    Wär's an der Zeit, die Kreuzritter zu reaktivieren.



    • cmh (kein Partner)

      Vor Granada sollen ja auch Bischöfe zu Pferde gesessen sein.

      Heute müsste Granada überall sein und unsere Bischöfe sind wo?

  47. Anton Volpini

    Immer wenn in Österreich eine akute Bedrohungslage entstand, dann wuchs der Ruf nach dem Bundesheer in allen politischen Parteien zu einem hysterischen Geschrei!
    Das war in der Tschechenkrise 1968 so, wie auch in der Slowenienkrise 1991, als an der österreichischen Grenze geschossen wurde.
    Während all den vielen Hochwässern und sonstigen Assistenzeinsätzen, mußte unser Bundesheer rasch zur Stelle sein.
    Jeder wache Österreicher wird sich noch an die Katastrophe von Galtür errinnern können, als deutsche Hubschrauber uns aushelfen mußten, weil unser Bundesheer wegen der ständigen politischen Querelen kein einsatztaugliches Gerät hatte. Und was haben damals unsere Politiker nicht alles dem Bundesheer versprochen? Was vom Versprochenen wurde nach welcher zeitlichen Verzögerung dann auch tatsächlich umgesetzt?

    Jedesmal, wenn das Bundesheer zu einem Einsatz ausrückte, wurde es von der betroffenen Bevölkerung begeistert und dankbar aufgenommen. An der slowenischen Grenze waren sowohl die Kärntner als auch Steirer 1991 dankbar für das Gefühl der Sicherheit, das ihnen das grenzsichernde Bundesheer gegeben hat. (wofür dann Jahre später der Einsatz im Burgenland pervertiert wurde)

    Jetzt haben wir gerade eine kurze Zeitspanne ohne Bedrohung hinter uns, und und unsere Politiker bauen wohl auf unsere Vergeßlichkeit, sonst würden sie sich nicht trauen, solch eine erbärmliche Debatte zu führen!

    Egal, für welches Verteidigungssystem wir Österreicher uns entscheiden, ob Berufsheer oder Milizheer, mit solch einer Verteidigungspolitik, wie sie in den letzten 33 Jahren (nach dem Abtritt Spanocchis) stattgefunden hat, werden wir jedes Sytem gegen die Wand fahren!



    • phaidros

      Auch Ihnen, Herr Volpini: das Heer ist längst demontiert!

      Wir haben derzeit keine funktionstüchtige militärische Landesverteidigung. Das können Sie unter vorgehaltener Hand bei jedem Bataillonskommandanten aufwärts erfragen.

      Die Vorschläge, eine Berufsarmee (in welcher Form auch immer) aufzustellen ist eine Chance, hier nach Jahrzehnten endlich etwas richtig zu machen! -

      Noch dazu unter dem Licht, dass im derzeitigen Milizheer wieviele Wehrpflichtige im Anlassfall kaum motivierbar wären, Österreich mit der Waffe zu verteidigen, weil sie hier gar nicht verwurzelt sind?

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Anton Volpini

      @phaidros
      Es geht zuerst einmal um die Verteidigungsbereitschaft, das ist eine innere Einstellung, ein Bekenntnis.
      Nachdem die Selbtsverteidigung (Äußere Sicherheit) eines Staates ein politisches Bekenntnis braucht, ist es erst in zweiter Linie relevant , wie diese Selbstverteidigung organisiert wird.

    • phaidros

      Der Meinung bin ich offen gesagt aus zwei Gründen nicht, Herr Volpini:

      Wie Sie ganz richtig sagen: Verteidigungsbereitschaft ist Einstellungssache.

      Die Einstellung der Bevölkerung ist aber - wenigstens in Ostösterreich - bereits seit Jahrzehnten diesbezüglich nicht in Ordnung. Ein hoher und immer höherer Zuwandereranteil verbessert da in den letzten Jahren nichts.

      Das »Vorbild Schweiz« haben wir in Ö keinen einzigen Tag imitiert, denn dort ist man bereit, öffentlich a) Geld und persönlich b) eine Waffe in die Hand sowie c) Mühe in Kauf zu nehmen.

      Das, was Sie als »in zweiter Linie relevant« bezeichnen, nämlich die Ausgestaltung, hat wiederum direkte Auswirkungen auf die Kosten! Mit unserem Gerät, das im internationalen Vergleich nur noch als lachhaft bezeichnet werden kann, ist kein Blumentopf zu gewinnen. Eine Schlacht schon gar nicht.

      Moderne Kriegsführung braucht gut ausgerüstete Profis. Und das ist sachliches Erfordernis und nur soweit Einstellungssache wie es darum geht, wieviel Geld dafür locker gemacht werden soll. Und da sehe ich bei uns sowieo schon wieder schwarz.

      Meine Prognose des österreichischen Wegs: Berufsheer ja, aber kosten darf's nicht mehr als die Parksheriffs.

    • Anton Volpini

      @phaidros

      Ach soo, Verteidigung der österreichischen Grenzen zum Nulltarif sozusagen.
      Da würd ich Ihnen eher Blackwater oder DynCorp empfehlen. Auch von Kellogg Brown and Root Inc. hat man in letzter Zeit viel Gutes gehört.
      Da bekommen Sie Soldaten, speziell zugeschnitten für jeden Einsatz, fast maßgeschneidert, ca. € 1000.- das Stück pro Tag.
      Und dabei haben Sie den großen Vorteil, daß Sie in Friedenszeiten keine Fixkosten haben.

      Nein Hr. phaidros, ich red´ von was ganz anderem, ich red´von Landesverteidigung!!!

    • phaidros

      Hr. Volpini, wir reden offenbar vollkommen aneinander vorbei.

      Ich bin zwar "nur" Unteroffizier, war aber als solcher auch 17 Jahre in der Miliz dabei. Auch ich rede von Landesverteidigung.

      Ich sage ja nicht, dass ich das so will, sondern fürchte, dass es so wird!

      Auch Sie darf ich vielleicht auf unsere Seite generell und unser Papier zum Thema Neutralität hinweisen: http://biö.at/?q=node/55

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • sauna-echo

      Brauchen wir nicht ZWEI Armeen nebeneinander ?
      1) Ein "Berufsheer" aus Spezialisten für Auslands- und Sondereinsätze etwa nach dem Vorbild der US-Marines und der US-Delta-Force und
      2) Ein "Wehrpflichtigen-Heer" zum Einsatz bei Natur- und unvorhersehbaren politischen Katastrophen, etwa nach dem Vorbild der US-Nationalgarde. Also neun Monate Pionier- und Infanterie-Ausbildung und anschliessend Übertritt in eine Miliz, die man mit den beliebten und regionalenFeuerwehren fusionieren könnte. Damit hätten wir ausgebildetes und schon organisiertes Personal für den Masseneinsatz im Chaosfall, für den ein Berufsheer nie ausreichen kann.
      3) Verweigerer (und auch Frauen ?) werden als Sanitäter ausgebildet und ausschliesslich beim Roten Kreuz, Kranken- und Pflegeanstalten eingesetzt, denen sie als Miliz verbunden bleiben müssen um im Katastrophenfall verfügbar zu sein. Anderes gibt es nicht mehr !!!
      4) Vielleicht fällt jemand anderem eine "zweckgerechtere" Lösung ein die organisatorisch, logisch und politisch besser ist.

    • terbuan

      sauna-echo
      Vielleicht sollte man über eine Art THW (Technisches Hilfswerk) nachdenken, diese Organisation hat sich sowohl innerhalb Deutschlands als auch bei Auslandseinsätzen sehr bewährt.

  48. ER22

    Man kann alles mit ein paar Drohnen nehmen, aber man kann es nicht halten. Gerade in unkonventionellen Lagen ist der Bedarf an Infanterie höher denn je.



    • phaidros

      Richtig, aber an ausgebildeter, trainerter Infanterie!

      Kinder in Uniformen zu stecken, sie nicht mal wirklich von zu Hause zu entwöhnen, 6 Monate Zeit totschlagen zu lassen (mangels Überstundenbewilligungen gibt es de facto nach der Grundausbildung keinen vernünftigen Manöverbetrieb) und dann zu glauben, man hätte einsatzfähige Soldaten ausgebildet ist - formulieren wir vorsichtig - fahrlässig.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Anton Volpini

      @phaidros
      Sie sprechen hier aber nicht vom österreichischen Bundesheer?

    • phaidros

      Wie geht's denn beim österreichischen Bundesheer wirklich zu?

  49. Pannonicus

    Ist ein Frühpensionist überhaupt haftfähig?



    • phaidros

      Und falls ja, mindestens so dringend: wann kann ein Häftling in Pension gehen? BG

  50. brechstange

    Ich wage es mir vorzustellen, was aus Kärnten in den 20er Jahren geworden wäre, hätten wir ein Berufsheer. Dann wären nämlich Ortstafeln kein Problem in Südkärnten, da gäbe es keine deutsche mehr.



    • Johann Scheiber

      Danke brechstange, das ist der Punkt. Denn Wien hätte das Berufshheer gar nicht in den Einsatz geschickt.

    • phaidros

      Ein Milizheer aber schon, weil ...?

    • brechstange

      Phaidros

      Ein Milizheer besteht aus verschiedensten Teilen der Bevölkerung, wäre damit für die "Herrschenden" mA widerspenstiger.

  51. Johann Scheiber

    Danke für die realistische Darstellung der Bedrohungslage. Hinsichtlich der Qualität des Bundesheeres, des Kaderpersonal und des Wehrdienstes sollte aber das eklatante West-Ost Gefälle beachtet werden. Zustände im Burgenland oder in Wien sind keineswegs repräsentativ.

    Momentan scheint ja die Abschaffung der demokratischen Armeen Gegenstand des EU-Agenda-Settings zu sein. Es muß nicht immer Gender Mainstreaming, Antidiskriminierung, Finanzkrise oder Multikulti sein. Das Repertoire, das die europäischen Handlanger der amerikanischen Politik über die nationalen Unterhandlanger zur Schwächung Europas auszuspielen in der Lage sind, ist breitgefächert.

    Neben der Diskussion in Deutschland und Österreich findet parallel eine Diskussion über die Wehrpflicht in der Schweiz statt. Während die Deutschen kuschen müssen, wenn der Atlantiker und geniale Stratege Oberguti von Gutenberg unter der Oberaufsicht der Kanzlerin ein Machtwort spricht, regt sich im Rest der DACH- Gesellschaft doch ein wenig Widerstand.

    Die Weltwoche erinnert an die deutsche Arbeiterführerin Rosa Luxemburg , die vehement für eine "Volkswehr an Stelle des stehenden Heeres" explizit mit der "Auslieferung der Waffe an alle Wehrfähigen" argumentierte.
    Selbst Lenin bestaunte das "revolutionäre Phänomen" der Schweizerischen Bürgerwehr.

    In Österreich scheinen die Linken die Ereignisse der Zwischenkriegszeit, dass sie von einer Berufsarmee bekämpft wurden, vergessen zu haben.
    Der Linken ist ja genaugenommen die Geschichtslosigkeit, ja die Wendung gegen die Geschichte immanent.
    In dem Augenblick aber, da sie das Prinzip der Geschichtslosigkeit auf ihre eigene Geschichte anwenden, werden sie ein Opfer der Geschichte. Das ist Dialektik.
    In die Phase des totalen Stumpfsinnes und der Selbstaufhebung werden sie wohl mit Laura und ihrer Buberlpartie eintreten.



    • phaidros

      Sg. Herr Scheiber,

      ich bin umgekehrt der Meinung, dass das hier eine totale Fehleinschätzung der Lage ist.

      Ich sage Ihnen aber auch dazu, warum:

      Die meisten der von AU genannten Punkte haben mit einer militärischen Bedrohungslage nicht das Geringste zu tun. Insofern wurde diese also keineswegs realistisch dargestellt, sondern was dargestellt wurde, ist allenfalls eine zivile Bedrohungslage, die das Heer schon auftragsgemäß nichts angeht.

      Weder ist es die Aufgabe einer Armee, Terrorbekämpfung durchzuführen (Polizei), noch Katastrophenwehr zu leisten (THW oder bei uns in Ermangelung eines solchen Feuerwehr - bedingt durch das vorhandene Gerät aber praktikabler Weise halt auch das Heer. Organisiertes Verbrechen und Islamismus - leider alles Themenverfehlungen.

      Zu unserem Heer ist allerdings zu sagen, dass die Wehrfähigkeit bereits vor Jahren wenn nicht Jahrezehnten sanft entsorgt wurde.

      Bevor Sie in Bausch und Bogen andere Meinungen verwerfen (was ich unter der Prämisse sehe, dass Sie anscheinend von dem wehrfähigen Heer ausgehen, das wir uns wünschen), darf ich Ihnen nochmals unseren Text (Link siehe weiter unten) ans Herz legen: er wurde, seien Sie versichert, von professionellen Wehrexperten verfasst und kontrolliert, bevor wir ihn veröffentlichten.

      Was Sie uns als »intendierte Selbstaufgabe« ankreiden basiert im Gegenteil auf Ihrer Fehleinschätzung, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch eine Wehrfähigkeit bestünde. Eine solche existiert aber nicht mehr, wie Ihnen jeder Kommandant bestätigen wird.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Johann Scheiber

      Sehr geehrter phaidros, entschuldigen sie bitte meinen oft polemischen Ton, aber der Krieg ist der Vater aller Dinge und die Wurzel des Wortes Politik liegt im Streit.

      Es geht nicht um die Definition einer militärischen Bedrohungslage, sondern um die Bedrohungslage eines Staates. Diese ist immer neu zu definieren und der Staat hat die Aufgabe die Kräfte der inneren und äußeren Sicherheit entsprechend den Herausforderungen zu organisieren. Die Sicherheit ist das Thema, nicht das Militär, oder militärische Aufträge der Vergangenheit.

      Wenn die Wehrfähigkeit nicht vorhanden ist, dann muß sie hergestellt werden.
      Die Schützenpanzer nach Ungarn verkaufen ist der falsche Weg, der aber immerhin zeigt, dass wenigstens die Ungarn wissen was auf der Welt los ist.

    • phaidros

      Da, sg. Hr. Scheiber, bin ich/sind wir weitgehend bei Ihnen!

      Ö ist anscheinend das einzige Land der Welt, in der Wehrbereitschaft in »phon« (Lautstärke) gemessen werden kann, nämlich jener der Abfangjäger, und wo diese stationiert werden können/sollen/dürfen - bitte, bitte, damit nur ja niemand beim Nachmittagskaffee gestört wird. (Nachtflüge sind ja sowieso verboten).

      Nur, um es klar zu sagen: zu zivilen Bedrohungslagen haben wir uns in unserem Papier nicht geäußert - es fehlt uns dazu einfach an Expertise. Vielleicht später einmal.

      Fest steht jedenfalls aus unserer Sicht, dass die Vermischung der Themen »Bedrohung« mit »Militär« wie sie im heutigen Tagebuchblatt passiert, so nicht stehen gelassen werden konnte.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Francois Villon (kein Partner)

      Die Argumente Herrn Scheibers (und vieler Diskutanten) sind in jedem einzelnen Punkte zutreffend. Unlogisch scheinen jene Beiträge (Phaidros) zu sein, die aus sekundären Gründen ein Berufsheer ableiten oder sich an engen Lage-Begriffen verrennen.

      Wenn man sich der französischen Fremdenlegion als sehr effektivem Berufsheer erinnert, auch eine Söldner-Truppe, so war ihre Effektivität wohl nicht zuletzt im ganz eindeutigen Willen der Französischen Führung gelegen. Aber sie war auch nur in den Kolonien und nicht im Mutterland eingesetzt. Außerden wüßte ich nicht, wo bei unserer politisch verkommenen "Elite" die Entschlossenheit zu finden wäre.

      Betrachtet man die US-Söldner, so sind das Firmen für "war-fare", die nötigenfalls etwas nachhelfen um ihre Anwesenheit und "Notwendigkeit" zu begründen. Es sind potentielle Gangs mit krimineller Energie, die weder vor der eigenen Bevölkerung noch vor deren politischer "Führung" Halt machen würde, wenn´s beliebt.

      Ich denke, daß auch im 30-jähringen Krieg dem Kaiser die potentielle Bedrohung durch die Söldner Wallensteins manchmal mehr Sorge bereitete, als die Schweden oder wer immer.

      Berufsheer bedeutet potentiell eine Bedrohung des Landes/Volkes, das es angeblich schützen soll.

      Was die Brauchbarkeit von Wehrpflichtigen betrifft, kommt mir deren angebliche Minderwertigkeit als Soldaten doch komisch vor. Aus den Erzählungen meines Vaters, der Arzt in Stalingrad war, hörte ich nie Anderes, als die tapferste Pflichterfüllung gegen einen übermächtigen Feind, selbst noch in aussichtsloser Lage und unter extremsten Bedingungen.
      (Ohne daß, wie bei der Roten Armee, Politi-Offiziere mit der Kalschnikow sie zum Kämpfen zwangen.)

      Was aber heute mehr noch als Geld nötig ist und ohnedies längst wieder hergestellt gehörte, ist eine Normalität, in der Heimatliebe, Schutz des eigenen Volkes, Pflicht und Anstand die Norm sind. Nicht nur wegen eines Bundesheeres, das seiner Aufgabe gewachsen sein soll, sondern ganz schlicht und einfach deshalb, weil sonst unser Staat und Gemeinwesen vor die Hunde geht.

    • phaidros

      Herr Villon, zum einen nehmen Sie die von uns vorgeschlagene Konzeption (Berufsheer als Kompetenzbewahrer, Hochfahren der Verteidigung bei Abzeichnen eines Gefahrenpotentials) gar nicht zur Kenntnis, andererseits beurteilen Sie aber die von uns (nicht von mir - ich darf korrigieren) vorgetragenen Schlüsse als unlogisch. Leider ist dieses Verbeißen am Wort »Berufsheer«, ohne ein weiteres Argument auch nur zu hören, auch bei den anderen Herren zu bemerken.

      Auch, dass ein Soldat mit insgesamt 16 Jahren Kommandoerfahrung als Kompanie- und zuletzt Bataillonskommandant unsere Position hier ebenfalls vertritt, stört Sie bei Ihrem Urteil nicht. Macht Sie das nicht stutzig?

      Dass Grundwehrdiener militärisch unbrauchbar seien, bezweifeln Sie, haben aber augenscheinlich keine Vorstellung vom Geschehen auf einem modernen Gefechtsfeld. Und dass immer kürzere Ausbildungszeiten an immer komplexeren Gerät eben keine brauchbaren Soldaten hervorbringen können - was nicht die Schuld eben jener nicht oder nur schlampig ausgebildeten Soldaten sein kann.

      Und nochmal: Eine Armee ist keine Polizeitruppe. Es geht um militärische Anforderungen, nicht um Terrorbekämpfung und nicht (oder nur zum ganz kleinen Teil) um Hochwasserschutz.

      »Berufsheer bedeutet potentiell eine Bedrohung des Landes/Volkes, das es angeblich schützen soll.«, schreiben Sie, ohne dafür einen Beleg angeben zu können.

      Eine ähnliche Diskussion wurde hier bereits geführt, und es zeigte sich aus dem Datenmaterial, dass für solch eine Bedrohung weltweit keine signifikante Grundlage erkennbar ist. Leider wurde die Google-Suche hier im Blog mit Umstieg auf das System Neu ausgehebelt, sonst könnte ich Ihnen das heraussuchen.

      FUD- "Fear, Uncertainty and Doubt" nennt man solche Argumente - und sie wirken ebenso wie Argumente in-der-Luft-hängen-Lassen und mit derselben - bereits widerlegten - Behauptung einen neuen Thread aufzumachen.

      Ich kann nur wiederholen: es ist zum Thema im Grunde bereits alles gesagt.

      Meine Damen und Herren: wenn Sie glauben, dass wir eine auch nur in Ansätzen verteidigungsfähige Armee hätten, dann liegen Sie falsch. Das sagt nicht phaidros, das sagen Berufssoldaten. Vielleicht möchten Sie nochmal in Ruhe alle Argumente gegeneinander abwiegen, dann können Sie leicht erkennen, wer sich Wunschvorstellungen hingibt und unbewiesene Behauptungen daraus ableitet, und wer Fakten analysiert.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • phaidros
    • Francois Villon (kein Partner)

      Herr Phaidros, ich bin auch - selbstverständlich - Reserveroffizier, wenngleich ich mir nicht einbilde aktuelle und tagtägliche Erfahrung als Soldat zu haben. Ich bestreite auch nicht, daß die gegenwärtige Lage des BH so ist, wie man sie wünschen müßte. Mein Beispiel sollte auch nur andeuten, da ich nicht glaube, daß wir in zwei Generationen genetisch völlig degeneriert wären, daß vor ca. 70 Jahren Männer aus allen Gesellschafts- und Berufsschichten zu ganz außergewöhnlicher Leistung und Willenstärke fähig waren.

      Meine Anmerkung, daß eine geistige Landesverteidigung/renovatio spiritualis der erste Schritt vor allen anderen - finanziellen, organisatorischen, etc. - sein müßte, hat das erwähnte Beispiel im Kopf. (Alles andere ginge ja auch nicht von heute auf morgen.)

      Weitere Beispiele warum ich ein Berufs-/Söldnerheer nicht für sinnvoll halte, ersparen Sie mir; ein paar habe ich ja angeführt, weitere ließen sich aber beibringen.

      Ich bin grundsätzlich der Ansicht, daß man in diesen Fällen von den p o t e n t i e l l e n Gefahren ausgehen muß.
      Ein Freund, der 4-Sterne-General Dr. Günter Kießling, den ich oft zu Mangement-Klausuren eingeladen hatte, um den Kollegen strategisches Denken im Geschäftsleben beizubringen, erzählte mir einmal Folgendes: Bei Manövern Rot gegen Blau hatte er die "Feindpartei" zu leiten (also die Rote Armee) und er wurde von Offizierskollegen bei den Nachbesprechungen "angegriffen", daß sein Denken wie das eines sowjetischen/kommunistischen Generals wäre. Er erwiederte: selbstverständlich, denn mit dem hätten "wir" - die Westmächte und Bundeswehr - es im Ernstfall auch zu tun. Daher ist darauf abzustellen.

      Auch wenn (damals) mit Präsident Gorbatschow Friedens-Schalmeien und Mailüftchen vorherrschten, so existiere doch nach wie vor die Rote Armee in Kriegsstärke. Das eine (Gorbatschows Friedensavancen) seien "intentions" - die man schnell und jederzeit ändern könne, das andere aber "capabilities" - die man nur langwierig aufbauen könne, die aber eben mit der Roten Armee existierten.

      Es komme bei der Lagebeurteilung nicht auf die Intentions/Schalmeien, sondern die tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten (= militiärischen Kapzitäten) an. Ähnlich liegt die Sache mit einem Berufs- (= stehenden) Heer.

      Die rein "technische" Performace einer Söldnertruppe (vor allem anfangs) ist unbestritten, aber diese Truppe ist nicht unter jener, unabdingbar wünschenswerten Kontrolle, die für ein Heer aus Wehrpflichtigen gilt: Heimat-, Volks- und Familien-Verbundenheit. Im Ernstfall erwachsen hieraus andere, wie man sah, sehr große geistig-seelische Kräfte.

      Von einem technischen Krieg mit ABC-Waffen reden wir nicht, der bedeutete ohnedies Armageddon, aber vom unmittelbaren, persönlichen Schutz, der bisher - wie Herr Scheiber und andere wohl sagten - auch in Afghanistan von der technischen Überlegenheit der US-Maschinerie nicht überwältigt werden konnte.

      Und keine Sorge, Ihr Argument wurde verstanden, aber aus unserer Sicht als nicht stichhaltige angesehen.

    • phaidros

      M. Villon, ich wage die Interpretation, dass Sie unser Papier wenn überhaupt gelesen, so keinesfalls Punkt für Punkt durchgedacht haben können. Sonst würden Sie nicht dauernd von einem »Söldnerheer« schreiben, das wir nicht vorschlagen.

      Dass in Afgahanistan keine Ziele vorhanden waren, die Russen und später Amerikaner hätten bekämpfen können, hier aber schon, weswegen die Situationen völlig andere und unvergleichbar sind, wiederhole ich auch gerne für Sie.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Johann Scheiber

      Den tief fundierten Ausführungen von Villon ist kaum etwas hinzuzufügen.
      Das Problem bei phaidros ist, dass er sich zwischen Hochwasserschutz und einem "modernen Gefechtsfeld, welches zum Glück in den letzten Jahrzehnten nur auf dem Reißbrett der Strategen existierte - alle Konflikte waren asymetrisch - kein weiteres Thema vorstellen kann, obwohl viele Leute, auch AU, sich die Mühe gemacht haben zahllose Szenarios zu skizzieren.
      Das gleiche gilt für Herrn Wenger, der ein guter Panzerkommandamt sein mag, aber die Beurteilung der Sicherheitslage eines Staates läßt sich durch den Sehschlitz eines Panzers nicht bewerkstelligen.

      Danke, Villon, für den Hinweis auf die renovatio spiritualis. Unsere Probleme sind tatsächlich metapolitisch und mit politischen Mitteln gar nicht zu lösen.

      Das dem politischen Messianismus entsprungene "System-Kreisky" ist ein Nirwana-Approach, der die Hirne und Herzen der Menschen verseucht und realitätsunfähig gemacht hat.

      Wir bräuchten eine existenzielle Katharsis. Da aber Mittel der Vernunft offenbar nicht ziehen, dürfte wieder einmal die Geschichte zuschlagen.

    • phaidros

      Das Problem ist ganz woanders gelagert, Herr Scheiber, egal wie oft Sie es noch wiederholen: die so sorgfältig zusammengetragenen Bedrohungsszenarien habe nichts mit militärischen Szenarien zu tun.

      Auch eine hohe Anzahl griechischer und lateinischer Wörter im Text ändern an dieser einfachen Tatsache nicht das Geringste.

      Das Bundesheer hat einen konkreten, verfassungsmäßigen Auftrag, und der heißt nicht Terrorbekämpfung und nicht Grenzschutz.

      Solange Sie diese Tatsache ignorieren können Sie natürlich nicht aufhören, unseren Vorschlag falsch einzuschätzen.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Francois Villon (kein Partner)

      Zu Phaidros:

      ich habe bei diesem Thema alle Beiträge gelesen, mir Notizen gemacht, bin aber nicht auf jedes Detail eingegangen. Der Grund, warum ich ein Berufsheer als Söldnertruppe bezeichnet habe ist ganz einfach der, daß ich den eigentlichen Unterschied zwischen Liebe zu Volk und Heimat und einem bezahlten "Job" damit - negativ - kennzeichnen wollte.

      Ich teile aus diesem Grund eben nicht Ihre und die Ansicht ähnlich denkender Diskutanten.

      Daß Sie von Geopolitik, Strategie und heutiger Kriegsführung keine Ahnung zu haben scheinen, zeigt Ihr geradezu kindliches Festhalten an einem irgendwann so und so fixierten "Aufttrag" des Bundesheeres.

      Krieg ist die Fortsetzung der Politik unter Beimengung anderer Mittel, wie der nach wie vor gültige Ausspruch Carl von Clausewitz besagt; u n d Politik ist die Fortsetzung des Krieges auf a l l e n Ebenen und in a l l e n Bereichen.
      Wirtschaftskrieg, Psychologischer Krieg, Informations-Krieg, Subversion, "Macht-Projektion", Economic Hitman (von John Perkins), "Welt-Ethos" (des Prof. Küng zur Zerstörung insbesondere der katholischen Religion), Geheimgesellschaften, "collateral damages" und dann die vielfältigsten Arten von Terror-, Sabotage- und Guerilla-Aktionen, etc. - und das was man sonst als Krieg bezeichnet.

      Ein "Verbot" das Bundesheer für Inlandsaufgaben einzusetzen hat wohl den historischen HIntergrund, daß es früher Privat- und Partei-Kampftruppen gab, die zu Bürgerkriegen instrumentiert wurden; das wollte und will man verhindern.

      Sonst ist es aber völlig belanglos mit welchen organisierten Einheiten - inkl. der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, des Zivilschutzes, usw. - man die innere und äußere Sicherheit und Ordnung in Krisenzeiten aufrecht erhält.

      Wenn das gegenwärtige Gesetz dem nicht Rechung trägt, dann muß man der Lagebeurteilung entsprechend es ändern. Nicht ein paar Paragraphen sind für die Beherrschung des Notstandes von Bedeutung, sondern die tatsächliche Fähigkeit, der Wille und die Entschlossenheit. Letzteres hängt zu 90% vom Geist - und Treue und Tugend - ab. Der Rest ist "Material".
      Darum allgemeine Wehrpflicht.

      Merkwürdigerweise - für mich freilich vollkommen logisch - sind solche Überlegungen auch an anderer Stelle genauso passend. Welcher Art die renovatio spiritualis sein müßte um auf einen grünen Zweig zukommen, habe ich als Kommentar zu Rinnhofer im "Onkel Erwin" Blog angedeutet. Das gilt hier nicht minder.

      Aber, wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, 
      miteinander Pläne zu schmieden. (Konfuzius)

    • Johann Scheiber

      Und solange sie nicht begreifen, phaidros, dass der verfassungsmäßige Auftrag des Bundesheeres möglicherweise nicht auf der Höhe der sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zeit ist, werden ihnen weiterführende Argumente verschlossen bleiben.

    • phaidros

      Fakt, und da hupfen Sie auch zu zweit nicht drüber, meine Herren, auch wenn Sie sich hübsch die Räuberleiter machen, ist der Artikel 79 des B-VG:

      _Dem Bundesheer obliegt die militärische Landesverteidigung_ (wenn ich das jetzt richtig zitiere.)

      Man kann über eine Verfassungsänderung reden (wir bereiten diesbezüglich ebenfalls etwas vor), aber das ist hier nicht das Thema. Und solange das nicht das Thema ist,liege ich richtig - ungeachtet irgendeiner Auffassung moderner Szenarien oder keiner - und Sie falsch.

      Wenn Sie meinen, sich nach Lust und Laune Dinge richten zu können, und dabei die verfassungsrechtlichen Grundlagen einfach wegwischen, dann - da bin ich völlig bei Ihnen - erübrigt sich jede weitere Diskussion.

      Ich mache nämlich keine Aussage darüber, ob der jetzige Verfassungstext gut ist oder schlecht. Er ist zur Kenntnis zu nehmen und in seinem Rahmen ist zu agieren. Punkt. Alles andere ist Träumerei und Wirtshauspolitik. Wir wissen alle, wie toll alles wäre, wenn alles toll wäre. Das hilft nur leider nicht weiter.

      Aus Zeitgründen muss ich mich jetzt aus dieser Diskussion abmelden. Ich danke für den niveauvollen Diskurs.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Francois Villon (kein Partner)

      Nach der Katastrophe 1918 mit Versailles etc. sagte der Sozialdemokrat(!) Friedrich Ebert, als Deutschland im Chaos zu versinken drohte aus dem GEdächtnis zitiert: "Wenn wir vor der Wahl stehen Deutschland oder die Verfassung, werden wir uns für Deutschland entscheiden."

      Als vor Jahrzehnten eine große Flutkatastrophe Hambung verwüstete, und Helmut Schmidt hier tatkräftig (und ohne sich lange um Zuständigkeiten zu kümmern) zupackte, begründete diese Tat seine Ruhm, der ihn später zum Bundeskanzler führte.

      Und für den Offizier sollte letztlich auch Clausewitz maßgeblich sein: der Lage entsprechend zu handeln.

      Hier wird nur diskutiert, also kann man auch darüber reden, ob und inweiweit der Verfassungsauftrag für das BH noch paßt. Es wird ja auch alle Augeblicke die Aufgabe der Neutralität und die Eingliederung in die NATO propagiert, obwohl wir hier viel weniger souverän entscheiden können, weil die Neutralität eine im Staatsvertrag auch von Signatarmächten mitbeschlossene Sache ist. Hier können wir tatsächlich nicht einseitig handeln, bei der Verfassung jederzeit

  52. Buntspecht

    Das Bundesheer-Bashing hat doch schon 1970 unter dem nun 100-järigen SPÖ-Heiligen, Bruno Kreisky, funktioniert, weshalb bewährte Pfade verlassen???? Was interessiert die Sicherheit Österreichs, wenn es um die Erhaltung der Macht geht??

    Dasselbe gilt für die immer lauter werdenden SPÖ-Grün-Versuche die Abtreibung völlig frei zu geben, wenn auch mit dem gemeinen Umweg über Behinderte, die man durch die Möglichkeit, sie bis kurz vor der Geburt zu beseitigen „nicht diskriminieren“ darf und daher selbiges „Recht“ auch für nicht Behinderte zu fordern beginnt.

    Bestraft sollen vorerst einmal Ärzte werden, wenn sie durch ihren „Fehler“ einen „Schaden“ dadurch verursacht haben, weil sie eine unbehandelbare Behinderung eines Ungeborenen nicht erkannt, und dadurch, ein Leben gerettet haben, statt dessen Beseitigung erwirkt zu haben. Aber diesen Widerspruch sieht Rot-Grün nicht. Hitlers “unwertes Leben“ ist Pfui, Rot-Grünes „unwertes Leben“ ist völlig ok, es dient ja dem hehren Ziel der Erhaltung der Macht und dem „Selbstbestimmungsrecht“ der Frau, auch wenn sie durch äußere Umstände dazu gezwungen wird/ist!



  53. Nieder mit der Dummheit

    Allein die Tatsache, dass die Notwendigkeit der Wehrpflicht vor allem mit den entstehenden Probleme beim Zivildienst erklärt wird, ist der Grund um sie endgültig abzuschaffen. Aus einer ERsatzlösung aus Gewissensgründen ist eine Zivildienstpflicht entstanden. Aus einer Notlösung ein Hauptanliegen. Dem verfassungsgemäßen Schutz des Einzelnen vor dem Staat wird hier massiv zuwidergehandelt. Schluss damit.



  54. HJR

    KONSEQUENT ...
    weigert sich heimische Politik und deren Betreiber (schon seit Jahren) Wahlkampfgags via jener Medien, die kein sinnverstehendes Lesen erfordern, zu als günstig betrachteten Zeitpunkten unter die Menge zu bringen und diese sodann durch die erprobtesten Intelektuellen vertreten und manchmal sogar kommentieren zu lassen.
    Überflüssig anzumerken, dass die einzig vernünftige Bürger- bzw. Wählerreaktion darauf aus betretenem Schweigen bestehen müsste.



  55. terbuan

    Nur ein Staat der seine Überlebensfähigkeit in Frage stellt, kann die Wehrpflicht gänzlich abschaffen, sie muß eine Option für einen Ernstfall bleiben.
    Daher bin ich sowohl für eine Ausweitung der Wehrpflicht auf Männer und Frauen im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes gleichzeitig aber für deren Aussetzung auf unbestimmte Zeit.

    Die Schaffung einer kleinen aber schlagkräftigen Berufsarmee mit einer starken Milizkomponente halte ich für die beste Alternative für Österreich, gleichzeitig aber auch die Einführung eines verpflichtendes Sozialjahres für Männer und Frauen.

    Die Neutralität ist ohnedies obsolet beworden und schleunigst zu entsorgen, die Einbindung in NATO oder einen europäischen Verteigungsverbund ergibt sich daraus zwingend.



  56. Dr. Dieter Zakel MA

    Das Grundproblem ist (wieder einmal) die Politik die sich des Werkzeuges Militär nicht zu bedienen versteht. Da nutzen alle "Reformen" nix.
    Wenn man nicht weiss was man mit dem Hammer machen soll und kann wird man sich immer auf den Finger hauen. Ob Holz oder Chrom-Vanadium ist egal :-)



  57. Cincinnatus

    Wobei man das Dienstpflichtjahr auch als Voraussetzung für den Zugang zu unseren Universitäten formulieren müsste. Damit sollte der bis dato kaum geregelte Zuzug ausländischer Studenten in den Griff zu bekommen sein.



  58. Wertkonservativer

    Ganz kurz:
    ich bin mir ziemlich sicher, dass die SPÖ mit ihren aktuellen Vorstellungen und Entscheidungen hinsichtlich Heeresreform und Schuldebatte nicht wirklich auf Erfolgskurs kommen. Da sind zuviele Widersprüche, zu viele Verbiegungen und Anbiederungen an die breite Volksmeinung, die aber schlußendlich für zukunftssichere Weichenstellungen nicht entscheidend sein sollten.

    Stärkung der Mitte-Rechtskräfte, gegen die Rot-Grün-Gefahr: das ist meine hier immer wieder artikulierte Meinung!
    Nur: die Mitte darf uns nicht verlorengehen!
    (Ein unverbesserlicher und altersstarrer Typ, dieser Wertkonservative; stimmt doch, oder?)



    • phaidros

      »Mehr davon«, geschätzter Wertkonservativer, ist die richtige Vorgehensweise in einem Engpass.

      »Mehr davon«, ist aber die falsche Vorgehensweise in einer Sackgasse!

      Die Kunst besteht darin, zwischen diesen beiden zu unterscheiden.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • HJR

      Nachdem ich als über viele Wahlen hindurch "wertkonservativ" gewählt habe, musste ich mit dem Erscheinen von J.Pröll und Ch. Marek zähneknirschend einsehen, dass Analysefähigkeit, Charisma und andere politisch wünschenswerte Eigenschaften statistisch offenbar gleich verteilt sind - d.h., 65,5% liegen qualitativ unterhanb der Marke "gut".
      Da brauche ich keinen weiteren Versuch, um zu erkennen, dass das über Jahrezhente betriebene sozialistische Downsizing inzwischen unumkehrbare Verhältnisse geschaffen hat.
      Bleibt - therapeutisch gesehen - vielleicht eine "paradoxe Intervention". Die wird aber nicht mehr paradox sein, weil ohnehin schon alle Spatzen von den Dächern pfeifen, welche "wertkonservative" Alternative die Umfragen anführt.

  59. BIÖ

    Sg. D.&H.,

    zumal thematisch passend erlauben wir uns den Hinweis auf

    http://biö.at/?q=node/55



    • phaidros

      Zur besseren Einschätzung, ob Sie den Langtext lesen wollen, hier die

      Zusammenfassung: das Wichtigste zur Neutralität auf einen Blick

      * Österreich hat sich selbst verpflichtet, bei Bedrohung eines Mitgliedsstaates Beistand zu leisten und seine Streitkräfte weiter auszubauen.

      * Bestehende Auslandseinsätze und die angeführte Verpflichtung widersprechen klar den Verpflichtungen aus der Neutralität.

      * Diese wäre also so rasch wie möglich zu entsorgen.

      * Die Verpflichtung zum Streitkräfteausbau, die Möglichkeit einer Bedrohung auf lange Sicht und der politische Wille zu friedenserhaltenden Auslandseinsätzen erfordert die Beibehaltung und sogar den Ausbau der Streitkräfte.

      * Mit Wehrpflichtigen unter den gegebenen Randbedingungen ist ein Verteidigungsfall weder im nationalen Alleingang noch im Verbund Europäischer Streitkräfte verantwortbar.

      * Daher ist die Wehrpflicht vorerst sofort auszusetzen, nach Einbindung in ein Europäisches Bündnis aufzugeben und ein kleines Berufsheer zu bilden.

      * Dieses Berufsheer ist so zu dimensionieren und auszurüsten, dass die militärische Kompetenz erhalten bleibt, es bei Beibehaltung der Neutralität den Kern einer rasch aufzustellenden Wehrpflichtigenarmee für einen eventuellen Verteidigungsfall, bei Einbindung in ein Europäisches Bündnis in die zu schaffenden gemeinsamen Streitkräfte bilden und friedenserhaltende Auslandseinsätze bestreiten kann.

      * Daher tritt die BIÖ für die Aufgabe der Neutralität, den Eintritt in ein Europäisches Verteidigungsbündnis, die Abschaffung der Wehrpflicht, und die Bildung eines Berufsheeres ein.

    • Johann Scheiber

      Komplette Fehleinschätzung der faktischen Bedrohungslage. Aber die Herrschaften in Brüssel und Washington werden sich über die intendierte weitere Selbstaufgabe freuen.

    • phaidros

      Hr. Scheiber,

      Einfach »falsch« hat als Feedback leider - mit Verlaub - keinen Wert.

      Haben Sie denn unseren infomativen Langtext gelesen? In dem nennen wir auch die Quellen, aufgrund derer die gezogenen Schlüsse zwingend sind.

      Wer der Meinung ist, dass Ö in dieser Sekunde auch noch ein Rest an Verteidigungsfähigkeit hätte, der irrt. Von Selbstaufgabe also keine Rede - die ist längst durch die Hintertür erfolgt.

      BG/phaidros

    • Johann Scheiber

      phaidros, ich habe die Langversion gelesen!
      Dr. Unterbergers Bedrohungsbild ist realistisch.

    • Johann Scheiber

      Der Propagandatext vom BMLV ist jedenfalls keine seriöse Quelle.

    • phaidros

      »Propaganda« hat als Argument auch nicht mehr Qualität als »falsch«. BG

    • brechstange

      Die BIÖ ist nicht ernst zu nehmen. Ein chaotisches Programm.

    • phaidros

      Zweck und Vision unseres Zusammenschlusses können Sie gerne unserer Webseite entnehmen.

      Da wir nämlich nicht als Partei agieren noch jemals agieren werden, haben wir gar kein Programm, liebe brechstange.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • brechstange

      Verzeihung, phaidros.

      Ich habe Sie jetzt mit dem BZÖ verwechselt.

    • phaidros

      Zu viel der Ehre, liebe brechstange! ('tschuldigung, lang nicht bis hier runtergerollt)

      Wir sind »nur« ein Fähnlein Aufrechter die versuchen, nachzudenken. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Und manchmal, so hoffen wir, dass man das auch (be)merken wird. Und in gar nicht so ferner Zukunft vielleicht von Monat zu Monat ein Stückerl mehr.

      BG/phaidros.vie@gmail.com




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