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Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

Das Spannendste an der Irland-Krise findet nicht in Dublin statt, sondern in Berlin. Dass die Iren eine Regierung empört hinwegfegen, die ein Desaster ausgelöst hat, gehört hingegen zu den Normalitäten einer Demokratie. Auch wenn Irland nur wenige Fehler gemacht hat.

Der eine war das ungebremste Wachstum der Banken – zum Teil Folge zu niedriger EZB-Zinsen; der viel größere die Staatshaftung für alle maroden Banken. Dadurch verlor Irland seine Kreditwürdigkeit – auch wenn irgendwann einmal so manche faulen Kredite seiner Banken wieder „fleißig“ werden dürften.

Damit wurde der Erfolg des irischen Modells weitgehend vernichtet. Die Iren hatten durch niedrige Steuern viele Investoren ins Land holen können und trotzdem eine geringe Staatsverschuldung. Ähnlich versuchen übrigens auch viele der neuen EU-Mitglieder im Osten Europas zu agieren. Das ist da wie dort vernünftig. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass es in jedem System immer wieder Krisen geben wird. Irland hat sein Rekorddefizit von über 30 Prozent (die freilich erschreckend genug sind) nur ein einziges Mal in der Bilanz; die Disziplinlosigkeit der Griechen und Portugiesen erzeugt hingegen ständig strukturelle Defizite.

Das alles löst in Berlin logischerweise Panik aus. Denn nach Griechenland und Irland wird Portugal eine zig-Milliarden-Spritze brauchen. Auch das wäre noch erträglich. Sollten sich aber überdies die Gewitterwolken über Italien und Spanien mit ihren wackeligen Regierungen entladen, dann wird die Situation explosiv. Für Deutschland, die Niederlande – und das in seine Nabelbeschau versunkene Österreich.

Vor allem in Italien droht eine längere Krise: Silvio Berlusconi hatte zwar die früher üblichen Defizite durch seine – von einer feindlichen Medienlandschaft nie gewürdigte – Reformpolitik drücken können; er hat sich aber durch skandalöse private Eskapaden seinen politischen Gegnern selbst ans Messer geliefert – ohne dass diese aber bessere ökonomische Rezepte oder einen politischen Konsens hätten.

An den absoluten GAU wollen wir gar nicht denken, dass danach die hässlichen Finanz-Zahlen Belgiens (das ethnisch gespaltene Land hat seit sechs Monaten keine Regierung), Ungarns und Frankreichs(!) auch deren Kreditwürdigkeit demolieren.

In dieser Stunde beginnt nun die deutsche Regierung immer stärker an ein Prinzip zu denken, das sie schon im Frühjahr hätte realisieren sollen: Wenn ein Staat zahlungsunfähig ist, dann sollte das ein Problem seiner Gläubiger sein. Und nicht jener Staaten, die viel sparsamer gewirtschaftet haben. Berlin hat im Frühjahr jedoch unter großem Druck vor allem aus Paris dem 750 Milliarden schweren Hilfspaket für die griechischen Bankrotteure zugestimmt.

Seither hat sich für die noch relativ gesunden Länder die Gefahr signifikant erhöht, ebenfalls die griechisch-irische Krankheit zu bekommen.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“. 

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 06:30

    Der Finanzminister war gestern wieder einmal ganz aufgeregt und fast ein wenig ungehalten über die Ignoranten, die ihn daran hindern wollen wieder nach Brüssel zu reisen um den Euro zu retten. Zählt er doch zu dem innersten Kern der Wissenden, denen es einzig noch gelingen kann, das Steuer herumzureißen.

    Die Idee, Rettungsschirme aufzuspannen, ist von großer autosuggestiver Kraft für die Elite der Elite. Möglicherweise handelt es sich aber um eine Wahnvorstellung, um eine Halluzination. Man kennt das aus Erfahrungsberichten von Menschen, die sich einmal weit jenseits ihrer Leistungsfähigkeit bewegt haben.

    Denn vermutlich sind die Rettungsschirme genau die Superbrandverstärker, die der Mutter aller Blasen, der Blase der Staatsinterventionen, den finalen Kick geben.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 00:44

    Wir haben sie schon die Krankheit, schleichend wie eine böses Geschwür, die Symptome sind nicht zu übersehen, aber die Schmerzen sind noch nicht wirklich spürbar!
    Aber es wird nicht mehr lange dauern und dann wird die Krankheit akut und es wird dann sehr schnell gehen, schmerzhaft und grauenhaft.
    Der Dollar und der Euro sind im Wettlauf um den ersten Platz beim Kampf der Defraudanten, es wird jedoch nur Verlierer geben und die sind wir alle!
    Keiner wird sich mehr um Gender, Asylaten, Koralmtunnel, Verwaltungsreform oder Gesamtschule kümmern, es wird nur mehr um das nackte Überleben gehen!
    Oder kann mir einer der geschätzten Mitposter ein schlüssiges Konzept zur Vermeidung des Desasters anbieten, in welches wir gerade hineinschlittern?
    Ich wäre sehr dankbar dafür, die Argumente und Ausreden der Verantwortlichen schmelzen dahin wie demnächst der frisch gefallene Schnee in Wien.
    Es war dann der Schnee vom letzten Jahr!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorfosca
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 00:25

    Was beweist, daß dieser Milliarden-Schutzschirm kontraproduktiv war und eigentlich der Weiterverbreitung des "Bankrott-Virus" dient.
    Daher wird sich die Infizierung damit vermutlich nicht mehr eindämmen lassen und entweder ganz Europa ins Koma stürzen, oder zu einer veritablen Geldentwertung führen, welche dann vor niemandem Halt machen wird.
    Aber wie haben wir vor einigen Wochen bei einem sehr interessanten Vortrag gehört?
    "Bisher hat jede Generation zumindest einmal ihr Vermögen verloren"!
    Jetzt sind offensichtlich wir dran - rette sich, wer kann!

  4. Ausgezeichneter KommentatorSpiegelfechter
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 10:01

    Alles blickt nun hoffnungsvoll auf Deutschland, aber Deutschland hat das gegenwärtige Problem ganz wesentlich mitverursacht. Frau Merkels Einsicht kommt spät, vielleicht zu spät. Ihr Vorschlag künftig die Gläubiger zahlungsunfähiger Staaten die Verluste tragen zu lassen, ist wiederum nur ein Zukunftsversprechen.

    Zur Erinnerung, Maastricht, noch dem Einfluss Helmut Kohls zuzurechnen, hat dies von vornherein statuiert. Nulldefizit mit drei Prozent Notfallsreserve, keine Finanzhilfe für Staaten, die die Kriterien nicht einhalten; die müssen sich eben teurer refinanzieren.

    Aber fast alle handelten nach der Maxime drei Prozent sind erlaubt und wenn es eng wird, wird man sehen. Deutschland ging in der ersten Regierung Merkel mit schlechtem Beispiel voran: Treuherzig versicherte die Kanzlerin, dass vorerst noch andere Aufgaben zu erfüllen sind, also zuviel auszugeben, aber ab 2010 werde gespart. Der Ausgang ist inzwischen bekannt.

    Österreich hat unter Schwarz-Blau wenigstens das Ziel verfolgt, ein Nulldefizit zu erreichen, dafür wird Grasser vom Altsozi Edlinger noch im Nachhinein verspottet.

    Der unselige Lissabon-Vertrag manifestiert die Abkehr von jener Rigidität, die Maastricht noch kennzeichnet zugunsten von "Flexibilität". Die haben wir nun, und jetzt wissen wir nicht wohin.

    Fazit: Merkels Vorschlag bedeutet nichts anderes, als zurück zu den Regeln von Maastricht, aber nicht "künftig", sondern spätestens sofort! Ob das überhaupt noch geht?

  5. Ausgezeichneter KommentatorSuPa
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 09:13

    In der EU und im besondern in der EURO-Zone gilt das Prinzip, also "alle für einen, einer für alle". Während Alexander Dumas damit seine drei Musketiere trefflich beschieben hatte, ist es nun zum Versicherngsprinzip geworden. Dies war allen vernünftig denkenen Menschen beim Beitritt zu diesen europäischen Gruppierungen bekannt, nur hat damals niemand an das sog. "Worst-case Scenario" gedacht.
    Hoffentlich kann man aus den aktuellen Anlässen noch die richtigen Konsequenzen ziehen und entweder bei Nichtbeachtung der Spielregeln ordentliche Strafen verhängen bzw. die betroffenen Länder in die Insolvenz schicken.
    Immediate action is required!

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 05:25

    Normalerweise ist der "Kurier" nur meine zweite Option; als erstes mir frühmorgens zugängliche Blatt jedoch auch wichtig!

    Heute auf Seite 2) zwei sehr kluge Leitartikel wirklich kluger Frauen (Salomon sowie ein echter Gewinn!):

    Es geht uns gut! (M. Salomon): eine Warnung an unser so harmoniebedürftiges Volk!

    Unheiliges Experiment (K. Leitner): ein sicher in manchem zerpflückbarer Artikel, doch mit einigem Wahrheitsgehalt!

    Auf der gleichen Seite:
    Lehrer-Streit verfälschte Pisa-Ergebnisse - OECD warnt vor Vergleichen.
    Da sieht man ja, von welchen Impoderabilien Umfragen im allgemeinen, Rankings und andere Befragungsergebnisse (51,38% der österreichischen Frauen verwenden Creme X !) befallen und verbogen sind.
    Gut, über Pisa wird ja in den nächsten Tagen noch genug zu reden sein; da werden wir uns hier im Blog wohl recht anstrengen, Gescheites zu artikulieren.

    Was mir jedoch naturgemäß viel mehr Sorgen macht, ist die unglaubliche Vernetztheit unserer modernen Welt, speziell in finanz- und volkswirtschaftlicher Hinsicht! Da sitzen wir alle ja wirklich schicksalhaft "in einem Boot"!
    Ein Blitzlicht aus meiner Familie:
    Zwei meiner recht klugen und auch erfolgreichen Söhne befragten mich kürzlich unabhängig voneinander, wie ihre Ersparnisse angesichts der drohenden Finanz-Tsunamis wohl am besten abzusichern seien.
    Ich, als Mensch von gestern, konnte ihnen naturgemäß keine sehr kluge Antwort geben. Ein Häuschen im schönen Waldviertel, oder am Meer (so wie ich es vor Jahren realisierte) ? Gold kaufen? Sparstrumpf unter der Matratze?
    Wer weiß es besser?

    Klar ist wohl nur Eines: wir gehen wahrlich unsicheren Zeiten entgegen!

    Ich habe Herrn Kreisky nie besonders "gemocht"; seinen Lebens-Wahlspruch habe ich jedoch zu meinem eigenen gemacht:
    "
    Bewahre den Gleichmut dir mitten im Ungemach; wahr' ihn desgleichen, lächelt dir hold das Glück! (Nach Horaz, Oden).

  7. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Dezember 2010 01:38

    "Lustig", da wird von Ansteckungsgefahr gefaselt, dabei handelt es sich um die gewaltigste Pandemie der Geschichte. Totalverseuchung, würde ich meinen.


alle Kommentare

  1. Hallie (kein Partner)
    08. Februar 2015 23:54

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  8. fosca
    03. Dezember 2010 04:07

    Wurde von mir schon in einem vorigen Kommentar aktualisiert:
    Jetzt geht's los:

    http://www.orf.at/#/stories/2028725/

    :-(

    • Reinhard (kein Partner)
      03. Dezember 2010 14:22

      Wie erwartet.
      In diesem speziellen Fall hätte ich liebend gern darauf verzichtet zu sagen: Wir haben es doch gesagt, warum hört nur niemand zu?
      Um unsere Trolle wird es auch immer ruhiger, denn statt mit Parolen gegen Argumente könnten sie jetzt nur noch mit Parolen gegen Fakten polemisieren.
      Irgendwann holt alle die Realität ein, auch unsere Sozialromantiker.
      Der Tag des "Blank-Ziehens" naht!

    • TCM (kein Partner)
      03. Dezember 2010 14:40

      Fakten haben noch nie jemanden gestört, der unbedingt polemisieren wollte. Wahrscheinlich sind die Trolle auf dem Datenhighway im Schnee stecken geblieben.

  9. terbuan
    02. Dezember 2010 21:43

    Die Enthüllungen von Wikileaks bringen Österreich ganz in die Nähe von Irland, allen Dementis von Onkel, Neffe, Treichl und Konsorten zum Trotz!
    Die Quintessenz aus dem Kommentar von Josef Urschitz ist, dass Österreich in Zusammenhang mit der Hypo Alpen-Adria um ein Haar das erste Problem-Euroland geworden wäre und ein "griechisches" Budgetdefizit ausgewiesen hätte:
    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/615388/WikiLeaks-und-das-Irland-in-den-Alpen?direct=613945&_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/615335/index.do&selChannel =

    • brechstange
      02. Dezember 2010 22:43

      Meiner Meinung nach ist es pure Ablenkung vom Tatbestand, dass österreichische Banken wie die RIAG mit der Organisierten Kriminalität Geschäfte macht bzw. machte. Moglievich ist ein Pate und die OK wäscht über Banken weltweit Geld rein. Übrigens gelang es der USA so manch einen Paten hinter Gitter zu bringen, die in Österreich hofiert werden.

    • TCM (kein Partner)
      03. Dezember 2010 07:57

      Ich glaube aber auch, dass jemand, der in Osteuropa Geschäfte machen will, nicht umhin kommt, mit dubiosen Leuten in Kontakt zu treten. Nach Wikileaks sind sogar die USA der Meinung, dass Russland ein mafiöser Staat sei. Wenn es nicht die österreichischen Banken gewesen wären, dann wären andere, vielleicht sogar amerikanische, in die Bresche gesprungen.

      Ansonsten, wie man's macht, es ist falsch. In Irland waren es die Verstaatlichungen der Banken, die das Land ins Verderben gestürzt haben, in Österreich die Verstaatlichung der HAA, die das Land gerettet hat.

    • numerus clausel (kein Partner)
      03. Dezember 2010 11:51

      Geh, die Russlandgeschäfte der RZB-Tochter wurden doch auch von den Amis als unbedenklich bescheinigt. Interessanter sind doch die Vorfälle rund um die BA-CA. Da merkt man eben, wem diese Bank nahesteht. Der Nordkorea-Heinzi wird für die sicher ein paar nette Geschäfte eingefädelt haben...

    • brechstange
      03. Dezember 2010 12:38

      @brechstange
      Natürlich kommt man in diesen Märkten wahrscheinlich recht schnell in die Nähe der OK. Doch diese saloppe Umgangsweise gepaart mit dem Türöffnen in Europa eben für diese, hat uns mAn die ganze Krise stark miteingebrockt.
      Der Niedergang der Banken wurde durch kriminelle Gelder (Drogen, Waffen, Menschen) hinausgezögert, die nun sauber gewaschen in Europa, USA investiert wurden und werden. Die blutbefleckten Paten sind mit rein gewaschen, jedoch die betroffenen Menschen sind beraubt, ausgebeutet, resigniert oder gar getötet. Enorme Korruptionsverluste belasten unsere Wirtschaft, Banken und Volkswirtschaft; unsere Gesundheitssysteme werden durch Krankgemachte belastet, im Endeffekt tragen wir den Schaden aus der saloppen Umgangsweise der Banken und Unternehmen mit der Organisierten Kriminalität.
      Es ist eben nicht so, dass wir nachhaltig davon profitieren, nein, es wird gestohlen, ausgebeutet, Kredite nicht bezahlt. Als Beispiel: Wie kann es sein, dass Oligarchen ganze Teile von Firmen auf Kredit kaufen und mit den kreditfinanzierten Aktien besichern dürfen? Haben die kein Eigenkapital? Warum verleaste die HAA Yachten an Reiche, hatten die kein Eigenkapital?

  10. Josef Maierhofer
    02. Dezember 2010 20:15

    Alle wollen noch 'abräumen', was es längst nicht mehr gibt, nämlich wirkliches Geld. Ein Horror.

  11. Brigitte Imb
    02. Dezember 2010 19:38

    Treichl sieht das Rating Österreichs in Gefahr, aber gleichzeitig versucht er zu beschwichtigen.
    Ich frage mich ja ohnehin, als Ottonormalverbraucher, wie höchst verschuldete Staaten pos. Ratings haben können. Wie lange werden die leeren Ballons noch hin und her geschoben und (pos.) bewertet?

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 19:49

      Als kleine Erklärung:

      Es gibt keine positiven Ratings in dem Sinne. Das Rating spiegelt nur die Ausfallswahrscheinlichkeit wider. AAA (Triple- A) heißt keine Ausfallswahrscheinlichkeit, oder so gut wie keine. Dann stuft es sich immer weiter ab. Die unterste Stufe ist bei vielen Agenturen D= Kreditausfall.

      Staaten bekommen von vornherein ein AAA- Rating, weil Staaten immer Geld bekommen können (nämlich vom Steuerzahler qua Staatsgewalt). Herabgestuft werden Staaten nur dann, wenn ihre Schulden auf lange Sicht nicht mehr bedienbar sind, weil eben der Schuldendienst (das Geld, das an Zinsen für die Kredite bezahlt werden muss) schon einen großen Teil des Budgets auffressen und es daher nicht mehr möglich scheint, dass der Staat unter normalen Umständen noch Geld vom Markt bekommt.

      Wie aber genau die Ratingagenturen Staaten bewerten, wissen nur diese selbst, das ist deren großes Geheimnis.

    • terbuan
      02. Dezember 2010 19:49

      was soll er denn anderes sagen, der junge Treichl, ist das Rating in Gefahr, steigen seine Refinanzierungskosten, er ist genauso gefangen im Pyramidenspiel der Banker wie alle anderen, in der Haut seines alten Vaters möchte ich nicht stecken, es reicht mir meine!

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 19:54

      Sry, es muss heißen: "... auffrisst und es daher nicht mehr möglich scheint, dass der Staat die Schulden je zurückzahlen wird können.

      Im Prinzip wissen die Kreditgeber, dass der Staat das Geld nicht mehr zurückzahlen wird können. Es ist nur eine Frage der Zeit.

      Wenn ich weiß, der Staat kann mir in 10 Jahren das Geld locker zurückzahlen aber in 20 Jahren nicht mehr, ist mir das egal, wenn meine Anleihe 10 Jahre läuft. Wenn ich aber weiß, dass der Staat in drei Monaten seine Kredite nicht mehr zurückzahlen kann, zeichne ich natürlich keine Anleihe mehr--> der Staat bekommt kein Geld mehr, kann seine Schulden nicht mehr zurückzahlen, er ist insolvent.

  12. Philipp Starl
    02. Dezember 2010 15:37

    Nicht nur europäische "states" stehen vor dem Bankrott:

    http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2010229101

    (Via OrtnerOnline).

    • terbuan
      02. Dezember 2010 15:51

      Es gibt ja mittlerweile Buchmacher für alles mögliche.
      Interessant werden demnächst Wetten, wer früher den Konkurs anmeldet, die USA oder die EU? Aber vielleicht gibt es eine gemeinsame Aktion: Barack und Angie verkünden gemeinsam "Es geht uns gut, allerdings, wir sind pleite!"

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 16:01

      Die neue Weltregierung v/o Amerika/EU/Japan hat schon den perfekten Plan parat: Neue Währung, sowohl in den USA, wie auch im (verkleinerten) Euroraum.

      Folge: die Gläubiger sind die Ge****** (nachdem sie zuvor von der Hyperinflation schon geschröpft wurden). Weitere Folge: Massenarmut, eventuell Bürgerkrieg, Zerfall der EU.

      Letzte Folge (hoffentlich): Das Ende von FIAT- Money (vorerst zumindest). Was dann kommt, liegt allein in unseren Händen.

    • Johann Scheiber
      02. Dezember 2010 16:11

      Bürgerkrieg wäre noch das Harmloseste angesichts der Waffenarsenale der Staaten!

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 16:20

      @ Johann Scheiber

      Da stimme ich Ihnen zu. Ich frage mich nur dauernd, wie eine "Weltregierung" (also mit gemeinsamen Zielen zusammengeschweißte Staaten) sich plötzlich wieder feindlich gesinnt sein kann. Der "Währungskrieg" war entweder ein Vorbote oder das Ausmaß an Krieg, das Staaten bereit sein werden, zu betreiben. Man weiß es jedenfalls absolut nicht, da solche Ereignisse immer von einzelnen Persönlichkeiten abhängen und die Akteure werden sicher nicht die heutigen sein.

    • Johann Scheiber
      02. Dezember 2010 16:48

      @Philipp Starl
      Ok. bei einer Weltregierung wird die Politik durch Polizei ersetzt und es gibt nur noch Einsätze gegen Aufständische.
      Wenn allerdings der NWO-Traum hochgeht, dann kann es sehr brachial werden.
      Wir in Mitteleuropa, die wir so offen für alle Völker und Staaten der Erde sind, unterschätzen immer wieder, dass wir uns mitten in einem Krieg, in einem gnadenlosen Wirtschaftskrieg, befinden.
      Die Franzosen sind da etwas abgebrühter. Daher haben sie auch schon vor langer Zeit eine Ecole pour la Guerre economique eingerichtet.

  13. Celian
    02. Dezember 2010 10:56

    Während sich die Länder an der EU-Randzone weiterhin an ihren Wirt Deutschland halten, der sie schon bisher versorgt hat, hupft Viktor Orban in Ungarn vor, wie man aus der Schuldenfalle mit eigener Anstrengung rauskommt.

    Im Gegensatz zu Österreich, wo noch immer der Sozialismus regiert, führt Ungarn den Einheitslohnsteuersatz 16 % (flat tax) schon ab 1.1.2011 ein. Dadurch wird der Konsum angekurbelt, der wiederum ein gesundes Wirtschaftswachstum generiert, wodurch Arbeitsplätze entstehen und umso mehr Steuern in die Staatskassen gespült werden.

    Der keynesianische IWF, der sich eh quer gelegt hat, wird dadurch einen großen Kunden verlieren. Ungarn kommt aus den Schulden heraus, die ihm die sozialistische Vorgängerregierung hinterlassen hat. Und es wird sich hüten, Euroland beizutreten. Der Forint wird noch eines Tages dem Euro ins Gesicht spucken.

    • f.m.
      02. Dezember 2010 14:14

      Vorige Woche habe ich mir in einer ungarischen Zahnklinik eine vierteilige Brücke machen lassen. Sie passt wunderbar, ich bin sehr zufrieden damit. Das Beste aber: Sie hat nur 600 (sechshundert) Euro gekostet. In Österreich hätte sie mindestens viermal soviel gekostet. Wie machen die Ungarn das? Liegt das nur an den niedrigen Steuern, oder sind auch die Ärzte dort weniger gierig?
      (Eurodent in Mosonmagyarovar, Dr. Papp Aniko).

    • terbuan
      02. Dezember 2010 14:50

      f.m.
      Man kann die Zahnärzte nicht pauschal beurteilen, die wirklich teure in Österreich sind die Zahntechniker und die sind in Ungarn eben wesentlich günstiger!

    • Brigitte Imb
      02. Dezember 2010 14:57

      Die Ungarn nehmen schlechtere Materialien. Niemals würde ich mir dort die Zähne richten lassen, nicht einmal den Keppelzahn.

    • terbuan
      02. Dezember 2010 15:20

      Brigitte
      da muß ich Dir aber leider widersprechen, mein Zahnarzt in Ödenburg benützt nur erstklassiges Material aus Deutschland, ich bin bei ihm Patient seit mehr als 15 Jahren und hatte noch nie Probleme mit Kronen!

    • f.m.
      02. Dezember 2010 15:29

      Eine Dame (Therapeutin und Gattin eines österr. Arztes) erzählte mir, sie habe mit dem Innungschef der Zahntechniker gesprochen. Der sagte ihr, die Ungarn verwenden das gleiche Material und immer mehr österreichische Zahnärzte lassen bei ungarischen Zahntechnikern arbeiten.
      Es ist natürlich sehr schwer, so etwas selber nachzuprüfen.

    • Josef Maierhofer
      02. Dezember 2010 20:08

      Nachdem ich 21 Jahre mit einer Ungarin verheiratet war und zu Zeiten des umgekehrten Kaufwahns (Ungarn kauften in Österreich) ich oft Elektrogeräte nach Ungarn gebracht habe und auch zur Zahnärztin in Györ, muß ich den Stimmen beipflichten, daß es Zeiten gab, wo die ungarischen Zahnärzte sogar bessere Materialien verwendet haben als die österreichischen. Die Ordinationen dort sind stets voll mit Patienten aus aller Welt.

      Mein Zahnarzt in Wien stammt aus Ostdeutschland und kann das auch bestätigen. Auch er ist in Wien Opfer der 'Vorschriften' und der künstlich hochgehaltenen Preise. Er hat sich lange Jahre mit einer Ordination in London, die jetzt sein Sohn hat, eine goldene Nase verdient, weil er die gleichen Materialien billiger eingekauft hat (sagen wir mit weniger Spanne).

  14. Celian
    02. Dezember 2010 10:30

    Frau Merkel wird noch ihr blaues Wunder erleben, wenn sie meint, die Gläubiger am Schuldenerlaß beteiligen zu müssen. Denn für diesen Risikoaufschlag ist die Rendite der Staatsanleihen zu gering, dann lieber gleich am freien Markt spekulieren. (nicht in Europa!)

    Die Folge wird sein, daß die Zinsen für Staatsanleihen noch einmal explodieren . Und sich die Staaten endgültig nicht mehr finanzieren können. Damit verkommt der von Merkel geforderte Schuldnerschutz (! Statt Gläubigerschutz) endgültig zum Brandbeschleuniger (Dank an Johann Scheiber) in den Staatsbankrott.

    Dann also ein Ende mit Schrecken als ein Ende ohne Schrecken.

    • Josef Maierhofer
      02. Dezember 2010 20:13

      Wie bei jeder Scheidung, so auch bei dieser Trennung von den fetten Jahren, das Ende mit Schrecken ist nicht mehr aufzuhalten und die Folge wird leider der Schrecken ohne Ende, weil die Schulden (z.B. Österreichs) wohl für 100 Jahre reichen, also eine Ewigkeit von 5 (!!!) Generationen.

  15. Spiegelfechter
    02. Dezember 2010 10:01

    Alles blickt nun hoffnungsvoll auf Deutschland, aber Deutschland hat das gegenwärtige Problem ganz wesentlich mitverursacht. Frau Merkels Einsicht kommt spät, vielleicht zu spät. Ihr Vorschlag künftig die Gläubiger zahlungsunfähiger Staaten die Verluste tragen zu lassen, ist wiederum nur ein Zukunftsversprechen.

    Zur Erinnerung, Maastricht, noch dem Einfluss Helmut Kohls zuzurechnen, hat dies von vornherein statuiert. Nulldefizit mit drei Prozent Notfallsreserve, keine Finanzhilfe für Staaten, die die Kriterien nicht einhalten; die müssen sich eben teurer refinanzieren.

    Aber fast alle handelten nach der Maxime drei Prozent sind erlaubt und wenn es eng wird, wird man sehen. Deutschland ging in der ersten Regierung Merkel mit schlechtem Beispiel voran: Treuherzig versicherte die Kanzlerin, dass vorerst noch andere Aufgaben zu erfüllen sind, also zuviel auszugeben, aber ab 2010 werde gespart. Der Ausgang ist inzwischen bekannt.

    Österreich hat unter Schwarz-Blau wenigstens das Ziel verfolgt, ein Nulldefizit zu erreichen, dafür wird Grasser vom Altsozi Edlinger noch im Nachhinein verspottet.

    Der unselige Lissabon-Vertrag manifestiert die Abkehr von jener Rigidität, die Maastricht noch kennzeichnet zugunsten von "Flexibilität". Die haben wir nun, und jetzt wissen wir nicht wohin.

    Fazit: Merkels Vorschlag bedeutet nichts anderes, als zurück zu den Regeln von Maastricht, aber nicht "künftig", sondern spätestens sofort! Ob das überhaupt noch geht?

    • Josef Maierhofer
      02. Dezember 2010 20:11

      Nein geht nicht mehr.

      Jeder dieser Fehler ist unumkehrbar und führt zum Desatster. ie Frage ist nur, wie lange die 'Elite' das hinauszögern kann, bis alles zusammenbricht.

  16. SuPa
    02. Dezember 2010 09:13

    In der EU und im besondern in der EURO-Zone gilt das Prinzip, also "alle für einen, einer für alle". Während Alexander Dumas damit seine drei Musketiere trefflich beschieben hatte, ist es nun zum Versicherngsprinzip geworden. Dies war allen vernünftig denkenen Menschen beim Beitritt zu diesen europäischen Gruppierungen bekannt, nur hat damals niemand an das sog. "Worst-case Scenario" gedacht.
    Hoffentlich kann man aus den aktuellen Anlässen noch die richtigen Konsequenzen ziehen und entweder bei Nichtbeachtung der Spielregeln ordentliche Strafen verhängen bzw. die betroffenen Länder in die Insolvenz schicken.
    Immediate action is required!

  17. Martin Bauer
    02. Dezember 2010 09:01

    Stephan Schulmeister schreibt aus New York einen hochinteressanten Beitrag, der sich vor allem durch seine konstruktiven Vorschläge auszeichnet. Diese sind zwar derzeit abseits jeder PC, wären aber durchaus eine Überlegung wert. Sinnerfassendes Lesen ist allerdings Voraussetzung, was die Wahrscheinichkeit, dass diese Gedanken bei unseren Politikern ankommen .....

    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/wirtschaftskommentare/614985/Eine-systemische-Krise-braucht-eine-systemische-Therapie

    Hier die Essenz:

    Grundvoraussetzung: Das System Politik muss die zwischen der Real- und Finanzwirtschaft vermittelnden Preise (im Raum: Wechselkurs, in der Zeit: Zinssatz) stabilisieren, und zwar entsprechend den Gleichgewichtswerten der (neoliberalen!) Wirtschaftstheorie (Zinssatz=Wachstumsrate, Wechselkurs=Kaufkraftparität). Ein konkreter Lösungsansatz für die akute Eurokrise sähe so aus:

    •Der im Mai geschaffene Rettungsfonds (750 Mrd. €) wird zum „Europäischen Währungsfonds“ (EWF) ausgebaut, gespeist aus Mitteln der Euro-Zentralbanken.

    •EZB und EWF geben eine Garantie für die Staatsschuld sämtlicher Euroländer ab. Damit gibt es keinen Grund für Risikoprämien.

    •EZB und EWF legen gemeinsam das Zinsniveau für neu emittierte Euro-Staatsanleihen fest, und zwar – wegen des auch zinseszinsbedingt hohen Schuldenstands – etwas unter der erwarteten Wachstumsrate (derzeit auf etwa 2%).

    •Jene Neu-Emissionen, welche zu diesen Konditionen keine privaten Abnehmer finden, werden vom EWF gekauft.

    •Die Staatspapiere werden freilich genügend Anleger finden. Es existiert ja ein enormes Volumen an Finanzkapital, das einen relativ sicheren Hafen sucht.

    Der Teufelskreis von Wucherzinszahlungen an „Finanzalchemisten“, verstärkten Sparbemühungen, Dämpfung des Wirtschaftswachstums, steigender Verschuldung und noch höheren Zinsen, wäre damit ausgeschaltet.

    Für die Altschulden ist ein geordneter „Haarschnitt“ unvermeidlich. Richtlinie für die Ausgleichsquote: jener Schuldenstand, der sich unter der Bedingung Zinssatz=Wachstumsrate ergäben hätte. Für „Problemländer“ wie Griechenland wird die Ausgleichsquote daher viel niedriger sein (müssen) als für Deutschland.

    • Helmut HGR.
      02. Dezember 2010 11:24

      Mir scheint das so wie der totale Wahnsinn, was Schulmeister da vorschlägt.
      Sozialismus pur; der schlußendlich alle in den Abgrund treibt.

    • Martin Bauer
      02. Dezember 2010 11:59

      Helmut HGR.

      Es würde mich interessieren, wie Sie zu dieser Annahme kommen.
      Ein haircut und eine anschliessende Fixierung der Zinsen auf Staatsanleihen, why not?
      Es würde die Rückzahlungsfähigkeit der Schuldnerländer drastisch erhöhen und notwendige Eingriffsmöglichkeiten der EZB/EWF schaffen.

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 12:30

      Schulmeister ist ein linkslinker par excellence. Dementsprechend seine Vorschläge. Einmal fragte ich ihn, warum die Gesetze Adam Smiths nicht auch beim Bildungsmarkt gelten würden. Lakonische Antwort: "Des is wos ondares"

      Soso, das ist also was anderes, verstehe.

      Jeder, der glaubt, "Wirtschaft" (in Wahrheit gibt es nur Vertragspartner und jeglicher Eingriff ist somit ein Eingriff in die Vertragsfreiheit) lenken zu können, wird am Ende genauso kläglich scheitern, wie die Sozialisten es seit Jahrhunderten tun.

      Haben die Menschen auf der Welt nichts begriffen? Begreifen sie nicht, dass die Vertragsfreiheit die Essenz des Wirtschaftswachstums ist? Es ist zum Heulen...

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 12:42

      Es verwundert nicht im Mindesten, dass die Kommunisten und Sozialisten aller Parteien ihren Gegenpol (die Liberalen) wie einen Spielball behandeln können, wenn ständig "Liberale" daherkommen, die derart inkonsequent sind.

      Tut mir wirklich leid, das in aller Schärfe sagen zu müssen, aber unter diesen Prämissen sind jegliche Versuche, die Sozialisten in die Schranken zu weisen, a priori zum Scheitern verurteilt. Es ist eben leicht, inkonsequente Positionen auszuhebeln.

      Die Monarchen haben ganze Arbeit geleistet, das Denken, es gehe ohne Staat in manchen Bereichen nicht, ist tief verwurzelt.

    • Martin Bauer
      02. Dezember 2010 15:00

      Philipp

      Reden wir über den selben Schulmeister. meinst Du nicht den jungen?
      Im gegenständlichen Vorschlag verweist er ja gerade auf liberale Ansätze (Haircut)

      ...Grundvoraussetzung: Das System Politik muss die zwischen der Real- und Finanzwirtschaft vermittelnden Preise (im Raum: Wechselkurs, in der Zeit: Zinssatz) stabilisieren, und zwar entsprechend den Gleichgewichtswerten der (neoliberalen!) Wirtschaftstheorie (Zinssatz=Wachstumsrate, Wechselkurs=Kaufkraftparität
      ...

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 15:25

      Nein ich spreche tatsächlich von Stephan Schulmeister, ich sah sein Bild ja in der Presse heute. Er lehrt im SS am Juridicum Finanzwissenschaften (die armen Juristen).

      Wie will das System Politik das denn bewerkstelligen bitte? Der Zinssatz spiegelt doch das Wachstum wider (in einer freien Marktwirtschaft). Kredite werden nachgefragt, Kredite werden angeboten. Je mehr nachgefragt wird, desto höher der Zinssatz= Marktmechanismus.

      Würde man es so machen, wie Schulmeister fordert, würden wieder falsche Anreize und Signale an den Markt gesendet, genauso wie jetzt.

      Außerdem begreift Schulmeister wie alle "Ökonomen" nicht, warum es zum Crash 2008 kam. Lustig wird er, wenn er dann von der unsichtbaren Hand des Marktes spricht, obwohl wir von einem freien Markt soweit entfernt sind, wie von China.

      Nomen est Omen: Schulmeister ist einer, der schulmeistert und zu blind oder zu links ist, die Realität zu erkennen.

      Schulmeister bleibt auch schuldig zu erklären, wie er denn das Wachstum messen will, an das er gedenkt die Zinssätze anzupassen. Mit der Wachstumserwartung? Da lacht das Herz.

      Der einzige, der Zinssätze bestimmen soll, ist der Markt und nicht Banken qua Teilreservesystem oder Zentralbanken per Geldschöpfung.

    • brechstange
      02. Dezember 2010 15:29

      Da hat der Schulmeister wohl die eierlegende Wollmilchsau gefunden in USA?

      Das was er vorschlägt, wird nur mit Zwangsanleihen für die Bürger gehen, funktionieren wird es nicht.

  18. Johann Scheiber
    02. Dezember 2010 06:30

    Der Finanzminister war gestern wieder einmal ganz aufgeregt und fast ein wenig ungehalten über die Ignoranten, die ihn daran hindern wollen wieder nach Brüssel zu reisen um den Euro zu retten. Zählt er doch zu dem innersten Kern der Wissenden, denen es einzig noch gelingen kann, das Steuer herumzureißen.

    Die Idee, Rettungsschirme aufzuspannen, ist von großer autosuggestiver Kraft für die Elite der Elite. Möglicherweise handelt es sich aber um eine Wahnvorstellung, um eine Halluzination. Man kennt das aus Erfahrungsberichten von Menschen, die sich einmal weit jenseits ihrer Leistungsfähigkeit bewegt haben.

    Denn vermutlich sind die Rettungsschirme genau die Superbrandverstärker, die der Mutter aller Blasen, der Blase der Staatsinterventionen, den finalen Kick geben.

    • Anton Volpini
      02. Dezember 2010 09:38

      Möglicherweise handelt es sich aber um eine Wahnvorstellung, um eine Halluzination.

      Möglicherweise....???

      die der Mutter aller Blasen, der Blase der Staatsinterventionen, den finalen Kick geben.

      Das schon eher!!!

    • Anton Volpini
      02. Dezember 2010 09:45

      Apro pos:

      Dein Posting vorgestern zur Claudia Schmied würde meiner Meinung nach in den erlauchten Kreis jener Postings fallen, die nach dem guten Vorschlag von thomas lahnsteiner ausgezeichnet werden sollten.
      Danke!

    • Johann Scheiber
      02. Dezember 2010 10:18

      Danke Anton, du bist ein echter Freund!

    • Celian
      02. Dezember 2010 10:18

      "Man kennt das aus Erfahrungsberichten von Menschen, die sich einmal weit jenseits ihrer Leistungsfähigkeit bewegt haben."

      Nur mit dem Unterschied daß diese Elite der Eliten sich noch immer sehr profan diesseits ihrer Leistungsfähigkeit bewegt haben...

      Toller Text übrigens, schließe mich Anton Volpinis Empfehlung gerne an.

    • Johann Scheiber
      02. Dezember 2010 11:07

      Celian, wenn sie möchten, kann ich ihnen einen grandiosen Vortrag von Günter Rohrmoser über Dostojewski und den Nihilismus zukommen lassen.

    • Celian
      02. Dezember 2010 12:09

      Johann Scheiber:
      Günter Rohrmoser ist mir noch nicht untergekommen. Wer ist das?

    • Anton Volpini
      02. Dezember 2010 12:28

      Celian

      Günter Rohrmoser ist wahrscheinlich der größte deutsche Philosoph des 20/21 Jahrhunderts....

    • Johann Scheiber
      02. Dezember 2010 12:44

      Ein Hegel und ein Rohrmoser wurden während der Gegenreformation aus Österreich nach Deutschland vertrieben. Erster aus Kärnten, zweiter aus Salzburg. Urenkel der beiden wurden Philosophen in der Tradition der philosophia perennis. Der eine, G.W.Hegel starb 1830, der andere, Günter Rohrmoser,mein hochverehrter Lehrer, starb 2008.
      Beide sind die bürgerlich-christlichen Philosophen schlechthin und in dieser Dimension völlig unerkannt.

  19. Wertkonservativer
    02. Dezember 2010 05:25

    Normalerweise ist der "Kurier" nur meine zweite Option; als erstes mir frühmorgens zugängliche Blatt jedoch auch wichtig!

    Heute auf Seite 2) zwei sehr kluge Leitartikel wirklich kluger Frauen (Salomon sowie ein echter Gewinn!):

    Es geht uns gut! (M. Salomon): eine Warnung an unser so harmoniebedürftiges Volk!

    Unheiliges Experiment (K. Leitner): ein sicher in manchem zerpflückbarer Artikel, doch mit einigem Wahrheitsgehalt!

    Auf der gleichen Seite:
    Lehrer-Streit verfälschte Pisa-Ergebnisse - OECD warnt vor Vergleichen.
    Da sieht man ja, von welchen Impoderabilien Umfragen im allgemeinen, Rankings und andere Befragungsergebnisse (51,38% der österreichischen Frauen verwenden Creme X !) befallen und verbogen sind.
    Gut, über Pisa wird ja in den nächsten Tagen noch genug zu reden sein; da werden wir uns hier im Blog wohl recht anstrengen, Gescheites zu artikulieren.

    Was mir jedoch naturgemäß viel mehr Sorgen macht, ist die unglaubliche Vernetztheit unserer modernen Welt, speziell in finanz- und volkswirtschaftlicher Hinsicht! Da sitzen wir alle ja wirklich schicksalhaft "in einem Boot"!
    Ein Blitzlicht aus meiner Familie:
    Zwei meiner recht klugen und auch erfolgreichen Söhne befragten mich kürzlich unabhängig voneinander, wie ihre Ersparnisse angesichts der drohenden Finanz-Tsunamis wohl am besten abzusichern seien.
    Ich, als Mensch von gestern, konnte ihnen naturgemäß keine sehr kluge Antwort geben. Ein Häuschen im schönen Waldviertel, oder am Meer (so wie ich es vor Jahren realisierte) ? Gold kaufen? Sparstrumpf unter der Matratze?
    Wer weiß es besser?

    Klar ist wohl nur Eines: wir gehen wahrlich unsicheren Zeiten entgegen!

    Ich habe Herrn Kreisky nie besonders "gemocht"; seinen Lebens-Wahlspruch habe ich jedoch zu meinem eigenen gemacht:
    "
    Bewahre den Gleichmut dir mitten im Ungemach; wahr' ihn desgleichen, lächelt dir hold das Glück! (Nach Horaz, Oden).

  20. byrig
    02. Dezember 2010 02:16

    niemand kennt sich hier wirklich aus bzw. niemand kann wirklich velässliche prognosen abgeben-weder die pessimisten noch die optimisten.
    tatsache ist aber schon,dass es uns allen-als volk-nie so gut ging wie heute.
    alleine der-durchaus sehr teure-medizinische-fortschritt hat bewirkt,dass viele noch leben,die noch vor 60 jahren einfach gestorben wären,egal ob reich oder arm(siehe bypass-op,stents,diabetes,etc.)

    und wenn man die umsätze und besuchszahlen in vergnügungsmärkten wie "media markt" betrachtet,ist diese angst vor dem untergang auch unberechtigt.

    es wird härter werden.zumal auch seit den sogenannten sanktionen gegen östereich klar wurde,dass es nur nationale egoismen gibt.kein land wird aus freunschaft irgendetwas für ein anderes tun.ausser es regieren sozialisten ala schröder,die nur den andre heller besuchen müssen als gegenleistung.

    trotz der krise leben wir besser als je zuvor,wir gehen in den supermarkt und kaufen dort angebotene dinge,wovon die vorvorige generation nicht einmal träumen konnte.sowie wir heute bouteillenwein und nicht mehr doppler trinken.

    wir sind in einer schweren krise.auch mit der islamischen zuwanderung-vor allem.aber es geht uns besser wie 1970.

    • M.S.
      02. Dezember 2010 10:31

      @byrig
      Wer hoch hinauf kommt, fällt auch wieder sehr tief. Wenn es wirklich so schlimm kommt, wie es nach der derzeitigen Entwicklung (trotz Streissler-Optimismus)nicht ausgeschlossen werden kann, ließe uns das wahrscheinlich in die größte Wirtschaftskatastrophe der Geschichte schlittern. Eben weil die meisten Menschen von einem nie dagewesenen Wohlstand plötzlich in eine für sie völlig unvorstellbare Notlage gerieten.
      Die Gewaltausbrüch bei den folgenden Demonstrationen, wenn nicht Revolutionen möchte ich mir gar nicht vorstellen. Hoffentlich bleibt uns das trotz unserer Politiker erspart.

  21. Brigitte Imb
    02. Dezember 2010 01:38

    "Lustig", da wird von Ansteckungsgefahr gefaselt, dabei handelt es sich um die gewaltigste Pandemie der Geschichte. Totalverseuchung, würde ich meinen.

    • Wertkonservativer
      02. Dezember 2010 08:00

      Weil Sie gestern "unauffindbar" waren, liebe Brigitte Imb, auch Ihnen herzliche Glückwünsche zum November-Stockerl-Platz!

    • Brigitte Imb
      02. Dezember 2010 09:35

      Lieber WK

      Guten Morgen und vielen Dank für die Lorbeeren.

      Schwiegersohns Geburtstag hat mich in die Hauptstadt gelockt, dabei wäre ich beinahe am Schneechaos auf der Autobahn gescheitert.(4 Std.- ziemlich öd!)

  22. Philipp Starl
  23. terbuan
    02. Dezember 2010 00:44

    Wir haben sie schon die Krankheit, schleichend wie eine böses Geschwür, die Symptome sind nicht zu übersehen, aber die Schmerzen sind noch nicht wirklich spürbar!
    Aber es wird nicht mehr lange dauern und dann wird die Krankheit akut und es wird dann sehr schnell gehen, schmerzhaft und grauenhaft.
    Der Dollar und der Euro sind im Wettlauf um den ersten Platz beim Kampf der Defraudanten, es wird jedoch nur Verlierer geben und die sind wir alle!
    Keiner wird sich mehr um Gender, Asylaten, Koralmtunnel, Verwaltungsreform oder Gesamtschule kümmern, es wird nur mehr um das nackte Überleben gehen!
    Oder kann mir einer der geschätzten Mitposter ein schlüssiges Konzept zur Vermeidung des Desasters anbieten, in welches wir gerade hineinschlittern?
    Ich wäre sehr dankbar dafür, die Argumente und Ausreden der Verantwortlichen schmelzen dahin wie demnächst der frisch gefallene Schnee in Wien.
    Es war dann der Schnee vom letzten Jahr!

    • Philipp Starl
      02. Dezember 2010 00:56

      "There is no means of avoiding the final collapse of a boom brought about by credit expansion. The alternative is only whether the crisis should come sooner as a result of a voluntary abandonment of further credit expansion, or later as a final total catastrophe of the currency involved."

      Ludwig von Mises.

    • Der kleine Nick
      02. Dezember 2010 08:54

      Sie werden sehen: Der Finanzminister wird uns mit seiner nicht unbeträchtlichen doppelkinnetischen Energie da rausholen, aus dem Schlamassel! Mutig und weise. Und unter den zu Recht neidischen Blicken des blanken Bundesmoderators.

    • Wertkonservativer
      03. Dezember 2010 09:37

      Konzepte gäbe es zuhaufl, werter Terbuan!
      Nur, wer hat die Kraft und die Möglichkeiten, sie auch wirksam zu realisieren?
      Es mangelt nicht am Befund, sondern an einer wirksamen Therapie!

  24. fosca
    02. Dezember 2010 00:25

    Was beweist, daß dieser Milliarden-Schutzschirm kontraproduktiv war und eigentlich der Weiterverbreitung des "Bankrott-Virus" dient.
    Daher wird sich die Infizierung damit vermutlich nicht mehr eindämmen lassen und entweder ganz Europa ins Koma stürzen, oder zu einer veritablen Geldentwertung führen, welche dann vor niemandem Halt machen wird.
    Aber wie haben wir vor einigen Wochen bei einem sehr interessanten Vortrag gehört?
    "Bisher hat jede Generation zumindest einmal ihr Vermögen verloren"!
    Jetzt sind offensichtlich wir dran - rette sich, wer kann!





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