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Die veruntreute Glaubwürdigkeit der Medien

Medien erregen sich gerne über die Politik und den Glaubwürdigkeitsverlust der dort handelnden Personen. Zu Recht. Worüber sie aber gar nicht gerne reden, das ist der eigene Glaubwürdigkeitsverlust. Und der ist genauso problematisch.

Eine soeben veröffentliche repräsentative Imas-Umfrage zeigt, dass nur noch 25 Prozent der Österreicher glauben, „dass die österreichischen Zeitungen im allgemeinen korrekt und vollständig über die politischen Vorgänge berichten“. Ein absolut erschütternder Wert. Denn im Grund ist Glaubwürdigkeit das einzige Produkt, das Zeitungen ihren Lesern verkaufen. Sie haben aber – um ein Wortspiel zu wagen – ihre Glaubwürdigkeit schon längst verkauft. Wie vor allem die jüngeren Österreicher konstatieren.

Denn 50 Prozent (der Rest ist unentschieden) haben, so die Formulierung der Imas-Frage, „den Eindruck, dass vieles verzerrt und unvollständig dargestellt wird“.

Die Liste der überdurchschnittlich oft (zwischen 34 und 50 Prozent) genannten Mediensünden: Unbegründete Panikmache, einseitige Darstellung, Unterdrückung von Informationen, Verletzung der Privatsphäre prominenter Menschen, unzureichende Korrektur von Berichten über zu Unrecht angegriffenen Menschen, Vorverurteilung von Beschuldigten.

In dem den Befragten von Imas vorgelegten Sündenkatalog fehlen dabei wahrscheinlich noch schlimmere Verfehlungen: Zeitungen lassen sich durch Inserate, Kooperationen und Ähnliches von Politikern (um Steuergeld) kaufen und schreiben aus diesem Grund ganz bewusst einseitig. Ja, manche Verlage erpressen sogar die Politik ganz offensiv: Wenn kein Geld fließt, schreiben wir schlecht oder gar nicht über Euch.

Ähnliches gilt in weiten Bereichen von der kommerziellen Werbung. Wobei heute die Beeinflussung des scheinbar objektiven redaktionellen Inhalts durch Inserate längst über die traditionellen Grauzonen von Motor- und Reise-Berichterstattung hinausgewuchert ist.

Das Motiv der Medien-Korrumpierung ist letztlich gleichgültig: Die einen tun es aus nackter Gier, die anderen im Überlebenskampf. Schließlich mussten in anderen Ländern in den letzten Jahren Hunderte Zeitungen zusperren, und Zehntausende Journalisten ihre Kündigung hinnehmen. Da ist es zwar moralisch nicht akzeptabel, aber doch nachvollziehbar, dass bestimmte Medien die Prostitution vorziehen. Die nur leider, leider (oder: Gott sei Dank) kein langfristig funktionierendes Geschäftsmodell ist.

PS.: Zum Glück für den ORF hat Imas sich in dieser Umfrage nur mit den Zeitungen befasst. Freilich muss sich das gebührenfinanzierte Fernsehen ohnedies jeden Monat die deprimierend schrumpfenden Seher-Zahlen anhören.

PPS.: Die diversen Publizistik-Studien in Österreich sind ja eigentlich nicht einmal eine Fußnote wert. Unterrichten doch dort durchwegs Professoren, die als Journalist keine Chance hatten oder hätten. Dennoch ist man fassungslos, dass diese Publizisten keine einzige quantitative Studie über mediale Korruption zustandegebracht haben. Sie haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, die politisch gesteuerten Inserate aufzulisten und mit dem Inseratentarif zu multiplizieren. Aber solche „Wissenschaftler“ fordern dauernd mehr Geld . . .

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteiner
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Dezember 2010 11:59

    eine subjektive sicht der Dinge:

    Teil 1: der STANDARD

    der völkische beobachter der political correctness...trägt weihevoll seine moral vor sich her, echtes kampfblatt der leute, die sich für etwas besseres halten, voll von hasstiraden gegen rechte parteien:
    zB traxler heute: "rechte radaubrüder, sie versuchen das parlament dem niveau ihres kulturzentrums am gürtel anzupassen...usw...."
    außerdem haben traxler und seine klientel natürlich angst vor der direkten demokratie, es könnte ja -wie furchtbar, wie schrecklich - ein ausländervolksbegehren kommen.......

    welch weitere geisteskinder im Standard am werk sind zeigt sich auch bei der beschreibung eines an sich ausländerkritischen films wie "WUT", bei dem es den linken medienstrolchen gelungen ist, ihn politisch correct umzudeuten.
    dieser film wurde vor einem schülermob (mit großem anteil von migranten) im volkstheater aufgeführt....wie reagiert der schülermob nun auf diesen film:

    hier die begeisterte rezension des STANDARD:
    "Der junge Çan demütigt Felix, das Söhnchen aus gutem Haus ("Küss' meine Füße, du Opfer!") - das Theater tobt. Wenn der verlogene Professorenvater "aufgemacht" wird - wilder Applaus. Eine Szene zwischen unterdrückter türkischer Kopftuchmutter und Pascha-Vater - ein Viertel des Saales lacht beklommen.
    Nur einer aus dem Publikum wagte es bei der anschließenden diskussion kurz, ein bisschen entlang der Strache-Linie zu fahren - er wurde niedergelacht. "

    und so ein abstoßendes hetzblatt wird von österreichs wirtschaft, allen voran der Immobilienwirtschaft gehätschelt...man fasst es nicht

    der STANDARD wird aber nicht im übermaß wie zB NEWS mit inseraten aus der bekannten roten ecke verwöhnt......
    anscheinend braucht man das auch gar nicht..die fanatiker im STANDARD schreiben ihren linken schwachsinn sowieso, da muss man nicht mit inseraten nachhelfen....

  2. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteiner
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Dezember 2010 16:14

    Teil 2: die PRESSE

    ab und zu blitzt die alte qualität wieder auf, so in einem heutigen kommentar von Andreas Mölzer. Man hat aber den eindruck, dass dies nur ein feigenblatt für weitere politisch korrekte tiraden darstellt. Besonders arg gebärdete sich das blatt nach der schweizer volksabstimmung....mit pauschalurteilen gegen die
    bösen schweizer...

    und bei den kommentatoren darf die unsägliche frau thurner nicht fehlen, die islamfeindliche postings beklagt und gerne eine rigidere zensur hätte. außerdem wäre ihr mehr vernaderung bei der staatsanwaltschaft schon recht..laut frau thurner zerfällt die welt in islamophile und islamophobe, wahrscheinlich auch in homophile und homophobe, in genderphile und genderphobe und natürlich sind die frau thurner und die presse auf der richtigen seite...jedenfalls sieht die frau thurner hinter jeder ecke einen verhetzer und dem möchte sie energisch einhalt gebieten....
    die frau thurner hat es immerhin in die SZ und verdientermaßen an den pranger von achgut.de geschafft, mit der tollen these, dass musliminnen "ihr Kopftuch gern und freiwillig tragen und dies gar nicht so selten gegen den Willen von Vätern, Brüdern, Ehemännern, Söhnen”, die anscheinend die keusche muslima lieber im minirock ohne kopftüch sehen würden

    Ingrid Thurner ist Mitglied der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung und Lehrbeauftragte am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Uni Wien.

    Ich habe das gefühl, dass kultur- und sozialanthropologen, die nach zensur "auf hohem niveau" und nach dem staatsanwalt rufen, ein treues abbild der von linken aller schattierungen unterwanderten publizistik sind. von wissenschaft möchte ich in diesem bereich nicht sprechen.

    zusammenfassend kann ich gar nicht sagen wie froh ich bin, mein Presse-Abo
    anlässlich des abganges von a. unterberger sofort gekündigt zu haben,
    und dass ich auf die schalmeientöne von herrn fleischhacker trotz angebotenem gratis-Abo nicht hereingefallen bin......

  3. Ausgezeichneter Kommentatorfosca
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Dezember 2010 21:58

    Keine Frage, die Verbreitung der Gratiszeitungen stellt einen Tiefpunkt im heimischen, journalistischen Wirken dar und ohne Anbiederung an die Mächtigen könnte dieser "Schund" nie überleben.
    Was mich noch viel mehr bestürzt ist der Umstand, daß mir auf Anhieb KEINE EINZIGE, objektive, seriöse Qualitätszeitung in unserer Printmedienlandschaft einfällt.
    Seit Onkel Hans das zeitliche gesegnet hat und A. Unterberger die Wiener Zeitung verlassen mußte, dominieren die Brüder Fellner, die Erben Dichands und der unsägliche Raiffeisen-Konrad die Informationsbranche und das ist für Österreich Katastrophe genug!

  4. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Dezember 2010 14:55

    Abgesehen von den miserablen, schlecht recherchierten Ergüssen, mit welchen uns die Tintenstrolche tagtäglich beglücken, bewahrheitet sich hier wieder einmal die alte Weisheit "was nix kostet ist auch nix wert!".
    Die inflationäre Verbreitung der sogenannten "Gratiszeitungen" hat zweifelsfrei zu einem weiteren Verfall des österreichischen Journalismus maßgeblich beigetragen!
    Über einzelne, sogenannte "Qualitätszeitungen" möchte ich mich hier gar nicht auslassen, Thomas Lahnsteiner hat ja offensichtlich vor, in einer Fortsetzungsreihe die einzelnen Blätter näher zu analysieren, der Beitrag über den "Standard" war jedenfalls vom feinsten!
    Bin schon gespannt auf sein Urteil über die "Presse", für mich eine der größten Enttäuschungen der letzten Jahre auf dem Zeitungsmarkt.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Dezember 2010 19:58

    Wenn sich alle betroffenen und hier zu Recht kritisierten Journalisten hier in diesem Forum schlau machten - was sie sicherlich auch tun - so dürfte sich eigentlich keiner mehr in den Spiegel zu schauen getrauen und wenn, dann nur mehr mit der Erkenntnis "Mir graut vor mir!", Und das sollten sie auch, diese miesen Schreiberlinge!

  6. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Kashofer Partner Homepage
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Dezember 2010 11:43

    Wer hat wirklich Interesse an einer objektiven Berichterstattung? Lediglich der Konsument. Trotzdem ist er zumeist nicht bereit, für seine Information einen kostendeckenden Preis zu zahlen. Die häufigst gelesenen Schmierblätter sind sogar jene, die kostenfrei überall aufliegen. Solange das so ist, werden sich Zeitungen aus Inseraten oder Förderungen finanzieren und dadurch abhängig machen müssen.

  7. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Dezember 2010 13:48

    Vor vielen Jahren wurde in den Zeitungen noch genau getrennt zwischen Meldungen (Tatsachen) und den dazugehörigen Kommentaren von namentlich genannten Journalisten. Ebenso waren sog. PR-Artikel deutlich gekennzeichnet, wie auch die Anzeigen klar erkenntlich sind. Nun gibt es oft einen Mix, wo dem Leser eine Objetivität nur vorgegaukelt wird. Besonders auffallend sind auch die Informationen über neue elektronische Medien und Testberichte von Autos. Tatsache ist, dass die Hersteller bzw. Generalimporteure den Redaktionen zumindest für einige Zeit kostenlos Fahrzeuge und Geräte überlassen und als Gegenleistung dann fast immer positive Berichte erscheinen. Oder haben Sie schon einmal etwas sehr negatives über ein Auto oder ein Handy gelesen? Ebenso verhält es sich mit den Reiseberichten, wo auch dazu Einladungen zu Reisen in den Redaktionen landen. Gelegentliche bezahlte Inserate für Reisedestinantionen und Fahrzeuge helfen da auch, die Redakteure zu begeistern. Die politischen Parteien, Ministerien, Länder usw. sind nun auch auf diese Möglichkeit der Leserbeeinflussung gekommen und über bezahlte Berater werden dabei auch die Zeitungen "wohlwollend" gestimmt.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorpour le merite
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Dezember 2010 12:50

    Herr Unterberger, sie haben mit ihrem Beitrag natürlich vollkommen recht.,

    Ich würde aber noch ein paar Schritte weiter gehen und von einer Gleichschaltung der gesamten Presse im westlichen "Machtbereich" sprechen.

    Mittlerweile gibt es ja überhaupt keine auflagenstarke Zeitung in Europa mehr, die politische oder wirtschaftliche Berichte eigenständig recherchiert.
    Die Begriffe "unabhängig", "frei" und "überparteilich" sind nicht einmal noch eine Farce.

    Weiters will ich anmerken, daß ich bei darartigen "Umfragen" immer mehr als skeptisch bin, doch dürften sie wohl hier ein realistisches Bild abgeben.

    Das interessanteste daran ist jedoch, wie diese Umfrageergebnisse dann interpretiert werden.
    Denn anstatt sich selbst zu kritisieren, geben sich die Systemjournalos bitter enttäuscht.

    Enttäuscht offensichtlich darüber, daß ihnen diese Lügen- und Umerziehungspropaganda niemand mehr "abkaufen" will.
    Enttäuscht darüber, daß ihnen das Internet längst den Rang als zentraler Informationsapparat abgelaufen hat,
    Enttäuscht darüber, daß all das all der Aufwand , der in diese Printmedienmaschinerie gesteckt wurde, umsonst gewesen zu sein scheint.

    Und das gibt wiederum sollte uns wieder etwas Hoffnung geben, daß doch noch nicht alles verloren ist.


alle Kommentare

  1. Michelle (kein Partner)
  2. Riana (kein Partner)
    20. Januar 2015 23:08

    This piece was cogent, weltrw-itlen, and pithy.

  3. Meeting (kein Partner)
    19. Januar 2015 13:59

    I simply could not leave your site berofe suggesting that I actually enjoyed the standard information an individual provide for your visitors? Is going to be back frequently to check out new posts

  4. Pedare (kein Partner)
    05. Dezember 2010 18:25

    Interessant dürfte daher das neue politisch inkorrekte Magazin "Compact" werden:
    http://compactmagazin.wordpress.com/

    • fosca
      05. Dezember 2010 21:23

      @Pedare

      Tatsächlich! Vielleicht ein erster Hoffnungsschimmer am Horizont? Man wird sehen!

  5. numerus clausel (kein Partner)
    05. Dezember 2010 13:56

    Man braucht sich auch nur die Kommentare zu den Wikileaks-Enthüllungen ansehen. Welch Aufschrei und Entsetzen darüber herrscht, und sich die Schreiberlinge fürchten, dass ihnen ihre Arbeit abgenommen wird. Man mag jetzt zu den Enthüllungen stehen wie man will, aber wenn beispielsweise in Österreich der Pilz wieder mit irgendwo über dubioso Kanäle erlangten Unterlagen an die Öffentlichkeit geht, herrscht einhelliger Jubel unter den Schreiberlingen, jetzt, wo es gegen die selbsternannten Guten gerichtet ist, herrscht blankes Entsetzen und die Jagd auf den Verräter ist eröffnet. Scheinheiliger geht´s wohl kaum mehr.

  6. SOKs (kein Partner)
    05. Dezember 2010 13:21

    Gestatten Sie mir einen anderen Blickwinkel.
    Zuerst denke ich, daß die Wirtschaftsbetriebe Medien keine große Auswahl an potentem Angebot von Journalisten haben. Sehen Sie die Besucherzahlen für diese Profession an den Universitäten mit freiem Eintritt. Dort hat Meister Marx seine Visionen erfüllt bekommen. Ganz freiwillig von Lehrern die aus dieser Zeit die nachfolgende Generation ausgebildet, pardon herangezogen, hat.
    Der zweite Gedanke ist, daß Medien als solches sich in diesem Wandel der Zeiten (mit mehr Medienkonsum als je zuvor) mehrheitlich ungeeignet für Wandelfähigkeit erwiesen haben. Über diese, eher kindlich geformten, Ereignisse der letzten 30 Jahre täglich zu berichten verlangt auch eine masochistische Einstellung. Dabei mit zu tun. Wertekonservatismus der führenden Parteien, mehrheitlich die SozGmbH, gestützt auf Werteverlust in den großen sozialen Ländern, angefangen Sowjetunion, Polen, Rumänien, Ungarn etc., brachte die unteren Chargen der Journalistik auch nicht voran. Bei ihrer Berichterstattung.
    Als drittes sage ich zu Ihrem Artikel Herr Unterberger: So toll ist der Journalisten-Beruf auch nicht. Das Metier lebt von den "besten Köpfen", die halt rarer sind in dem Berufszweig als in anderen Zweigen.
    Es gibt da weniger Leute mit Rückgrat in führender Position. Mir fällt dazu, gilt auch für Ihren anderen Bereich betr. Klima Schmäh: Für die Bildzeitung (meine einzige Quelle zu Zahlen) werden jeden Tag ca 1.400 Kiefern gefällt. Mal 365 Tage, ergibt eine erquickliche Zahl an Waldbestand.
    Einerseits haben wir auch diese Dezimierung überlebt.
    Andererseits mangelt es an Bewußtsein der Holzverunstalter, eher Schreiberlinge genannt, wie sie mit der Resource Holz umgehen, der Sprache an sich bei ihren Elaboraten tagtäglich. Und die besondere Ängstlichkeit vor dem weißen Papier vor sich, von etwas zu schreiben, von dem man eigentlich keine Ahnung hat (und auch nicht haben will). Eine der Mütter dieser Schreiber Generation ist für mich Frau Rohrer, die das seit Jahrzehnten vorexerziert. Ihr/ihnen fehlt die Leichtigkeit des Seins.

  7. hba (kein Partner)
    05. Dezember 2010 12:36

    Wessen Brot ich essen, dessen Lied ich singe - alles klar? Presseförderung, Inseratenwerbung, da kann, oder will man nicht unabhängig sein.

    • loli (kein Partner)
      05. Dezember 2010 13:13

      wessen wein ich trinke und dessen wasser ich singe - alles klar?
      ja, ja...

    • Beter (kein Partner)
      05. Dezember 2010 13:17

      Wir legen Zeugnis ab , Wetten dass - Adam und Eva waren die ERSTEN...
      Verflucht nochmal, es kann nicht anders sein!
      Leiden und beten, ach wie geil, bald sind wir HEIL!

  8. S. Oberreit (kein Partner)
    05. Dezember 2010 10:51

    Nachdem Herr Unterberger bei der Wiener zeitung geangen wurde, habe ich mir nie wieder eine heimische Tageszeitung mehr gekauft (oder gelesen).

    Das Angebot an brauchbaren deustchsprachigen Printmedien ist mittlerweile auf wenige Titel zusammengescghrumpft:

    Weltwoche
    Junge Freiheit
    Gegengift
    Eigentümlich Frei
    Sezession

    Mit Einschränkungen kann man auch noch
    FAZ
    Welt (sehr eingeschränkt).

    Österreichsiche Printprodukte konsumiere ich überhaupt keine mehr.

  9. terbuan
    04. Dezember 2010 21:04

    Damit die Diskussion wieder etwas in Fahrt kommt, hier ein absolutes Muss zur Lektüre:
    WENDEZEIT: ANALOGIEN VON THERMODYNAMIK UND REVOLUTIONEN!
    Wir nähern uns einer kritschen Phase, ein Wendepunkt rückt immer näher!

    http://ef-magazin.de/2010/12/03/2722-wendezeit-analogien-von-thermodynamik-und-revolutionen

    • Undine
      04. Dezember 2010 23:23

      @terbuan

      Danke für den äußerst lesenswerten Beitrag aus dem ef-magazin!

    • Steuerzahler (kein Partner)
      04. Dezember 2010 23:51

      „Damit die Diskussion wieder etwas in Fahrt kommt!

      Bis vor einigen Monaten war hier immer etwas los, egal zu welcher Zeit man dieses Forum besucht hat! Ob nun positive oder negative Kommentare, je nach Gessinnung, ein Unterhaltungswert war gegeben, der die Leser sicherlich animierte mitzumachen. Leider ist dieses Forum im Moment etwas eingeschlafen. Somit erlaube ich mir auch ein wenig Kritik an allen „Gekrönten“, welche vor lauter gegenseitiger Beweihräucherung eine Schleimspur in jeder Diskussion hinterlassen, dass jeder Politiker nur noch neidvoll hinterherlaufen kann und euch trotzdem nicht einholen könnte.

      Der große Vorteil gegenüber anderen Foren, der veröffentlichten und UNZENSIERTEN Beiträge ist damit leider momentan verspielt worden. Alleine heute wurden in bestimmten Medien zum Thema Österreichischer Terrorist (?), welcher seit sechs(!) Jahren unter Asylweberstatus Sozialhilfe bezieht, Lesermeinungen gelöscht, zensiert, Foren geschlossen, usw.! Hier könnte eigentlich eine Plattform gegen diese politisch korrekten Meinungsdiktatoren sein, welche mafiös alles unterdrücken, zensieren und verstecken!

      Also liebe Kronptinzen und –innen, bemüht euch ein wenig damit dieses Forum wieder mehr in Fahrt kommt!

      Um die Diskussion wieder in etwas in Fahrt zu bringen:
      Mein Beitrag für heute, der mir wieder einmal nur noch Kopfschütteln beschert ist hier zu lesen:

      http://sosheimat.wordpress.com/2010/12/04/wer-sucht-eine-halal-gemeindewohnung/

    • plusminus
      05. Dezember 2010 00:12

      @Steuerzahler

      Qualität kann nicht immer ein Massenprodukt werden und sollte trotzdem bestehen!

    • Undine
      05. Dezember 2010 09:32

      @Steuerzahler

      Beim Lesen des Beitrags "Wer sucht eine HALAL-Gemeindewohnung" hat es mir die Rede verschlagen!
      Sind wir also schon so weit?
      Wird der Verfasser dieser Annonce wegen Rassismus angezeigt und verurteilt?

  10. terbuan
    04. Dezember 2010 19:58

    Wenn sich alle betroffenen und hier zu Recht kritisierten Journalisten hier in diesem Forum schlau machten - was sie sicherlich auch tun - so dürfte sich eigentlich keiner mehr in den Spiegel zu schauen getrauen und wenn, dann nur mehr mit der Erkenntnis "Mir graut vor mir!", Und das sollten sie auch, diese miesen Schreiberlinge!

  11. bart (kein Partner)
    04. Dezember 2010 18:36

    Ein Beispiel über die mediale Korruption aus "unzensuriert.at":

    http://www.unzensuriert.at/content/002936-Ruege-fuer-Haeupl-Schleichwerbung-der-Krone

    "... Das 32 Seiten umfassende Projekt war eine bezahlte Kooperation mit Unternehmen in Wien, die ihr Wirtschaftskonzept für die Zukunft - und damit die Bedeutung der Stadt - darlegten. Pro Doppelseite und Unternehmen wurden hierbei 30.000 Euro eingenommen, macht in Summe 360.000 Euro. Am Ende der Beilage fand sich das vierseitige Interview mit dem überdeutlichen Titel "Der Wähler soll auf Nummer Sicher gehen". Doch im Gegensatz zu zahlreichen anderen, ähnlich positionierten und gestalteten Werbemitteilungen, die mit dem deutlichen Hinweis "entgeltliche Einschaltung" gekennzeichnet wurden, war in der Lobpreisung Häupls kein Hinweis auf Werbung oder bezahlte Anzeigen zu finden. Es wäre ohnehin nicht verwunderlich, wenn die Häupl-Propaganda im Preis, den die Unternehmen zahlten, inkludiert war...
    Die Unternehmen, die sich im Wahlkampf vor den SPÖ-Karren spannen ließen, waren übrigens: Erste Bank Group, Austrian Airlines, A1 Telekom, Siemens, Vienna Insurance Group, PORR, Flughafen Wien, Signa Holding, REWE Österreich, Austria Trend Hotels (Ruefa, Verkehrsbüro), Wiener Städtische und Donau Versicherung."

  12. Eric Cartman (kein Partner)
    04. Dezember 2010 16:07

    Ja es ist wirklich eine verkommene Medienlandschaft.
    Was waren das noch für glorreiche Zeiten, in denen unser Held ganz mutig und unabhängig bei der Staatszeitung seine schwarzen Helden loben konnte.

    "Unterrichten doch dort durchwegs Professoren, die als Journalist keine Chance hatten oder hätten."

    Na wie jetzt? Ist das nicht eher eine Auszeichnung nach der Unterberger Logik? Wir wissen ja, dass alle Journalisten ausser A.U. linksgrün sind. Wenn nun die Professoren keine Chance hatten bei den linksgrünen Tintenstrolchen unterzukommen müsste das doch eher gut sein?

  13. pour le merite (kein Partner)
    04. Dezember 2010 13:14

    Als Ergänzung zu diesem Beitrag, möchte ich Ihnen diese Einspielung nicht vorenthalten:

    http://www.youtube.com/watch?v=0QO4DZu9mxA&feature=player_embedded

  14. pour le merite (kein Partner)
    04. Dezember 2010 12:50

    Herr Unterberger, sie haben mit ihrem Beitrag natürlich vollkommen recht.,

    Ich würde aber noch ein paar Schritte weiter gehen und von einer Gleichschaltung der gesamten Presse im westlichen "Machtbereich" sprechen.

    Mittlerweile gibt es ja überhaupt keine auflagenstarke Zeitung in Europa mehr, die politische oder wirtschaftliche Berichte eigenständig recherchiert.
    Die Begriffe "unabhängig", "frei" und "überparteilich" sind nicht einmal noch eine Farce.

    Weiters will ich anmerken, daß ich bei darartigen "Umfragen" immer mehr als skeptisch bin, doch dürften sie wohl hier ein realistisches Bild abgeben.

    Das interessanteste daran ist jedoch, wie diese Umfrageergebnisse dann interpretiert werden.
    Denn anstatt sich selbst zu kritisieren, geben sich die Systemjournalos bitter enttäuscht.

    Enttäuscht offensichtlich darüber, daß ihnen diese Lügen- und Umerziehungspropaganda niemand mehr "abkaufen" will.
    Enttäuscht darüber, daß ihnen das Internet längst den Rang als zentraler Informationsapparat abgelaufen hat,
    Enttäuscht darüber, daß all das all der Aufwand , der in diese Printmedienmaschinerie gesteckt wurde, umsonst gewesen zu sein scheint.

    Und das gibt wiederum sollte uns wieder etwas Hoffnung geben, daß doch noch nicht alles verloren ist.

    • socrates
      04. Dezember 2010 22:33

      Im Prinzip rchtig, aber 2 Einwände:
      1. Im deutschen Sprachraum ist es besonders schlecht.
      2. Printmedienmaschinerie gehört durch Medienmaschinerie ersetzt. Sonst freut sich der ORF und Konsorten.

  15. Appollonio (kein Partner)
    04. Dezember 2010 12:33

    Früher hielten sich die Roten eine Parteizeitung. Bei der Arbeiter Zeitung wusste man wenigstens wo sie steht. Darüber hinaus beschäftigte man mit Kreutzer auch noch einen ausgezeichneten Journalisten, wie man ihn heute selbst mit der Lupe nicht mehr findet.

    Heute korrumpiert die SPÖ durch eine Iseraten - Flut eine Vielzahl von Medien, die dann noch unter dem Deckmantel der Parteien-Neutralität Lobeshymnen auf Faymann und Konsorten anstimmen.

    Eigentlich eine geniale Strategie der roten Schuldenoptimierer.

    • Undine
      04. Dezember 2010 18:03

      @Appollonio

      Da sieht man doch, wie "sparsam" die SOZIS sind: Sie sparen ihre Parteizeitung ein!
      Oder hab' ich da etwas falsch verstanden? :-)

  16. Segestes (kein Partner)
    04. Dezember 2010 12:28

    OT: Kurze Frage an die Anwesenden: Ist diese Börsenkurier-Werbung rechts erst seit kurzer Zeit da, oder schon länger?
    Würde mich interessieren, weil eigentlich habe ich für so etwas einen Werbeblocker.

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      04. Dezember 2010 15:24

      Der "Börsenkurier"-Link steht schon seit vielen Monaten da — und warum sollte unser Dottore nicht auf seine anderweitige Medienpräsenz verweisen?
      Ihr lustiger Satz "Würde mich interessieren, weil eigentlich habe ich für so etwas einen Werbeblocker" verweist allerdings auf das halblustige Deutsch von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".
      Wie wär's denn damit, sich (in einem Satz wie diesem) auf das gute alte "denn" zu besinnen, das sich besser liest, verständlicher ist — und nicht so prollig klingt?
      Dennoch: Ihr g'schamster Diener, Euer Gnaden.

    • papi66
      04. Dezember 2010 17:18

      Wertes Synonym Marcus Aurelius, verbirgt sich hinter diesem großen Namen dieses großen Staatsmannes, dieses großen Heerführers, dieses großen Philosophen eine Frau?
      Marcus Aurelius setzte sich zeitlebens für bessere Bedingungen und mehr Achtung für Sklaven und Frauen ein!
      Oder sind Sie schlicht und einfach ein Bewunderer dieses großen, römischen Philosophen?

    • Undine
      04. Dezember 2010 18:19

      @Marcus Aurelius

      ENDLICH einmal jemand, den die völlig falsche Verwendung des Wörtchens "weil" auch so auf die Nerven geht!
      Im Radio, im Fernsehen, überall hört man diese "verdrehten" Sätze! Das Wörtchen "denn" scheint leider eliminiert worden zu sein. Besonders von Radio- oder Fernsehansagern erwartet man, daß sie die deutsche Grammatik kennen und auch richtig anwenden (von Politikern erwarte ich schon gar nichts mehr in dieser Hinsicht!)
      Bei solchen Schnitzern stelle ich mir immer vor, wie die ehemaligen Deutsch-Professoren jedesmal zusammenzucken, wenn sie ihre ehemaligen Schüler hören!

    • Undine
      04. Dezember 2010 18:59

      Muß natürlich heißen: DEM die ......auf die Nerven geht!!!

    • Segestes (kein Partner)
      05. Dezember 2010 06:09

      @Marcus Sowieso, Sprachlinienrichter von eigenen Gnaden:
      Keine Hausübung gehabt?
      Ansonsten gilt:
      http://www.happyzone4u.de/lustiges/wp-content/uploads/2008/02/hans.jpg

      Und worauf Herr Unterberger verweist, ist mir übrigens egal - solange ich das enervierende Blinken des Werbebanners nicht sehen muss.
      Das kann man nämlich auch weniger penetrant umsetzten.
      Egal, ich habe dieses Unding ja schon per Filter weggezaubert.

  17. socrates
    04. Dezember 2010 11:29

    Nach der Morgenlektüre: Wie Recht doch A.U. hat!
    Die SN schreibt über Wikileakseine Verteidigungsapologie für die Staatskontrolle.
    Da hätten sie vor 75 Jahren ihre helle Freude gehabt. Von der Internetzeusur weiß V.H. offenbar nichts. Und alles ist nur zu unserem Nutzen!
    "Wiki-Leaks wirft dem Publikum eine ungeordnete Masse an Information vor die Füße, nach dem Motto: Friss, Vogel, und schau, daß du nicht daran erstickst. Damit erzeugt W.L. eine Pseudotransparenz, die hinter einem ungeordneten Wissen mehr verbirgt, als sie offenlegt"
    Nichts von W.L. ist neu, hätten uns die QM entsprechend der Tatsachen richtig informiert, wäre es Zeitverschwendung W.L. zu lesen. So aber sind wir vorgebildet und erfahren auch die andere Seite der Wahrheit: Audiatur et altera pars! Der unterschied überzeugt zugunsten W.L.
    "WL stellt Demokratien bloß, Diktaturen bleibt das erspart" Beispiel Teheran:
    Der Iran hat Uranvorkommen beutet sie aus und nützt sie. Wie böse!
    Israel hat kein Uran, aber viele Atombomben, wie gut!
    Die einen sind von schlechter Rasse, die anderen eine auserwählt gute Rasse.
    Jeder weiß das, aber es darf nicht diskutiert werden.
    Dipölomaten als Mörder: Da zeichnen sich die Westmächte und Israel besonders aus, und wenn nicht ab und zu Löcher im Verschweigen der Information auftauchen, die QM schweigen.
    Die amerikanischen Banken, die von den QM geschützt werden, kommen ins Visier von W.L.. "Dabei leiden Unschuldige: Aktionäre der Bank und potentiell auch Sparer". Was sind Potentielle Sparer? Die Menschen, die Geld für die Pension eingezahlt haben und denen nun alles weggenommen wird? Von Banken, die diese Marge gegen einen Totalverlust einkalkuliert haben? (cf Irland, usw)
    Lang lebe Wiki-Leaks.
    Zur Schuldiskussion: Jeder Trottel, der des Lesens und Schreibens kundig ist, kann die Fertigkeit in diesen Kulturtechniken nach der Einheitsschule überprüfen.
    Nur die Journalisten nicht. Da werden Leitartikel geschrieben, bzw Club 2 Diskussionen geführt, ob PISA nützlich ist oder nicht und wenn Schmied alle Macht hat, wird es besser. Da in Wien 90% der Schulen ROT sind, in NÖ 90% SCHWARZ, kann man das leicht überprüfen. Da ändern wir lieber die Verfassung! Die Medien sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen.
    Alle Lehrer müssen Akademiker sein: Früher, wie unsere Schulbildung Weltruf hatte, kamen Volksschullehrer aus der Lehrerbildungsanstalt. Gott waren wir gut, verglichen mit den heutigen Ergebnissen! Da darf man nicht nachsehen, da seien die QM´s davor!
    Delikat auch KK-P: Die Angst der Sozis vor dem Volk! "Das tät euch so passen, daß ihr unsere Ideologie per demokratischen Entscheid abschafft!" Nichts ist in der roten Demokratie schlimmer als Populismus. Der ist nur Diktaturen erlaubt.

    • Undine
      04. Dezember 2010 18:43

      @socrates

      Wie recht Sie doch haben! Das österreichische Schulwesen war tatsächlich eines der besten in Europa. Am Ende der 1. Kl. VS konnten wir lesen und schreiben (ab Ostern wurde die Lateinschrift gelehrt. Meine Lehrerin hatte, wie Sie schreiben, die Lehrerbildungsanstalt absolviert.

      Mein Enkel besuchte in Wien/ Döbling 2003/2004 die 1. Kl. VS.
      Da wurde jeder neue BUCHSTABE mit einem BUCHSTABENGEBURTSTAG gefeiert. Jedesmal war eine andere Mutter dran, für die Geburtstagstorten (meist zwei Stück) zu sorgen.
      Diese BUCHSTABENGEBURTSTAGSFEIERN waren zwar für die Kinder recht lustig,war aber sehr zeitraubend, sodaß zu Schulschluß noch einige Buchstaben fehlten!. An Lateinschrift war gar nicht zu denken; auch beim Lesen haperte es natürlich ordentlich!

  18. socrates
    04. Dezember 2010 06:25

    Meinungsmonopol ist ein Geschäft. Ich bringe einige Auszüge(für Faule, wie mich):
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33771/1.html
    Die "Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht" (IGEL) will über eine Gefahr aufklären, die den deutschsprachigen Teil des Internets stärker gefährden könnte als der JMStV
    Im Trubel um den Jugendschutz-Medienstaatsvertrag (JMStV) ist eine andere massive Bedrohung des deutschsprachigen Teils des Internets etwas in den Aufmerksamkeitshintergrund geraten: Das "Leistungsschutzrecht", mit dem Presseverlage Verbotsrechte beanspruchen wollen, die weit über das Urheberrecht hinausgehen und zu deren Hauptopfern vor allem Blogger gehören könnten.
    Ihren Anfang nahm die Debatte um ein neues Monopolrecht, als einige Verleger im Wahlkampf 2009 behaupteten, das Internet würde nicht nur ihre Geschäftsmodelle, sondern auch den sogenannten "Qualitätsjournalismus" gefährden. Nun lässt sich durchaus trefflich streiten, inwieweit die deutschen "Qualitätsmedien" ein Monopol darauf haben - fallen sie doch immer wieder reihenweise auf Kampagnen wie jener von den 20.000 verhungernden Pferden in Irland herein. Die Korrektur erfolgt meistens nicht durch andere Zeitungen oder gar durch das Fernsehen, sondern durch Internet-Medien wie das Bildblog, weshalb man mit mindestens ebenso großer Berechtigung behaupten kann, dass das Internet den Journalismus erst eine gewisse Qualität verleiht.
    Mit dem Axel-Springer-Verlag führt zudem ein Unternehmen die Kampagne an, das nicht nur insgesamt, sondern auch mit seinen Internet-Auftritten viel Profit erwirtschaftet. Als Beweis für die Behauptungen werden jedoch andere Verlage vorgeschoben, deren Probleme bei genauerer Betrachtung allerdings eher hausgemacht erscheinen.

    Solch komplexe Überlegungen interessieren Politiker aber vor allem dann nicht, wenn eine Wahl ansteht und zumindest Teile der Presseverlage über das Drohpotenzial verfügen, mittels Kampagnen zu bestimmen, wer sie gewinnt und wer sie verliert. So wunderte es wenig, dass Union und SPD unisono erklärten, wie berechtigt die Forderungen der Presseverlage doch seien und dass man sie selbstverständlich erfüllen wolle. Die Arbeit an der Einlösung dieses Versprechens geht jetzt angeblich in die "entscheidende Phase".
    Ihren Anfang nahm die Debatte um ein neues Monopolrecht, als einige Verleger im Wahlkampf 2009 behaupteten, das Internet würde nicht nur ihre Geschäftsmodelle, sondern auch den sogenannten "Qualitätsjournalismus" gefährden. Nun lässt sich durchaus trefflich streiten, inwieweit die deutschen "Qualitätsmedien" ein Monopol darauf haben - fallen sie doch immer wieder reihenweise auf Kampagnen wie jener von den 20.000 verhungernden Pferden in Irland herein. Die Korrektur erfolgt meistens nicht durch andere Zeitungen oder gar durch das Fernsehen, sondern durch Internet-Medien wie das Bildblog, weshalb man mit mindestens ebenso großer Berechtigung behaupten kann, dass das Internet den Journalismus erst eine gewisse Qualität verleiht.
    Mit dem Axel-Springer-Verlag führt zudem ein Unternehmen die Kampagne an, das nicht nur insgesamt, sondern auch mit seinen Internet-Auftritten viel Profit erwirtschaftet. Als Beweis für die Behauptungen werden jedoch andere Verlage vorgeschoben, deren Probleme bei genauerer Betrachtung allerdings eher hausgemacht erscheinen.
    Solch komplexe Überlegungen interessieren Politiker aber vor allem dann nicht, wenn eine Wahl ansteht und zumindest Teile der Presseverlage über das Drohpotenzial verfügen, mittels Kampagnen zu bestimmen, wer sie gewinnt und wer sie verliert. So wunderte es wenig, dass Union und SPD unisono erklärten, wie berechtigt die Forderungen der Presseverlage doch seien und dass man sie selbstverständlich erfüllen wolle. Die Arbeit an der Einlösung dieses Versprechens geht jetzt angeblich in die "entscheidende Phase".

    Eine besonders interessante Meldung:

    Technisch möglich wäre solch eine Rückkehr des Volksempfängers mit anderen Mitteln beispielsweise mit einer zur Sperrung von Jugendpornografie errichteten Zensurinfrastruktur.

  19. MJM
    03. Dezember 2010 22:12

    Morgen in der TT:

    TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" Samstag, 4. Dezember 2010, von Mario Zenhäusern: "Kauft sich die Regierung den Boulevard?"

    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101203_OTS0261/tiroler-tageszeitung-leitartikel-samstag-4-dezember-2010-von-mario-zenhaeusern-kauft-sich-die-regierung-den-boulevard

    • Samtpfote
      04. Dezember 2010 09:38

      Ein Pro-Artikel für die Geldflüsse aus Steuergeldern an die Medien. Der Neid - hier aus jeder Zeile triefend - war noch nie ein guter Ratgeber.
      Nicht Jedem etwas, sondern Keinem etwas sollte der Slogan lauten. Ob das im Heiligen Land schon bedacht wurde?

  20. fosca
    03. Dezember 2010 21:58

    Keine Frage, die Verbreitung der Gratiszeitungen stellt einen Tiefpunkt im heimischen, journalistischen Wirken dar und ohne Anbiederung an die Mächtigen könnte dieser "Schund" nie überleben.
    Was mich noch viel mehr bestürzt ist der Umstand, daß mir auf Anhieb KEINE EINZIGE, objektive, seriöse Qualitätszeitung in unserer Printmedienlandschaft einfällt.
    Seit Onkel Hans das zeitliche gesegnet hat und A. Unterberger die Wiener Zeitung verlassen mußte, dominieren die Brüder Fellner, die Erben Dichands und der unsägliche Raiffeisen-Konrad die Informationsbranche und das ist für Österreich Katastrophe genug!

    • Zooropa (kein Partner)
      05. Dezember 2010 19:04

      Wenn es in Deutschland nur eine große Zeitung gibt, die selber denkt, darf man für Österreich auch nicht viel erwarten.

  21. Wolfgang Bauer
    03. Dezember 2010 19:26

    Es ist eine Tragik, dass die Einstellungen, Handlungen und Unterlassungen jener Politiker, die an der Macht sind - besonders ausgeprägt findet sich das im 'System Faymann' - heutzutage mehr denn je eine Funktion der massenmedialen Berichterstattung und Kommentierung sind.
    Die Politiker glauben, dass sie das Beste für ihre Wiederwahl tun, wenn sie es Jenen nach deren 'Schreibe' recht machen. Vor lauter Starren auf die von diesen Medien selbst beauftragten Umfrageergebnisse sehen sie den inzwischen eintretenden Wandel nicht.

    Noch sicherten sie sich damit zuletzt die - schon äußerst relative - Mehrheit. Sie leben aber mehr und mehr in einer Scheinwirklichkeit.

    Es wächst nämlich das Potential der Wähler, die inzwischen etwas ganz anderes wollen als in den durch Inserate gefügig und kritikfrei gehaltenen Medien weisgemacht wird. Unaufhaltsam wächst so das Protestpotential - das nur abgeerntet werden muss, fast ohne eigenes Parteiprogramm.

    So sorgt das Bestechungssystem Faymann dafür, dass durch Unterdrückung der natürlichen demokratiegemäßen Kritik- und Kontrollfunktion der Massenmedien die Politiker falsche Rückmeldungen aus dem System bekommen. Wenn sie sich auf dieses Gefälligkeits'feedback' weiterhin verlassen, werden sie bald belämmert aufwachen...

    Vielleicht ist die Demokratie doch keine so schlechte Staatsform??

  22. thomas lahnsteiner
    03. Dezember 2010 16:14

    Teil 2: die PRESSE

    ab und zu blitzt die alte qualität wieder auf, so in einem heutigen kommentar von Andreas Mölzer. Man hat aber den eindruck, dass dies nur ein feigenblatt für weitere politisch korrekte tiraden darstellt. Besonders arg gebärdete sich das blatt nach der schweizer volksabstimmung....mit pauschalurteilen gegen die
    bösen schweizer...

    und bei den kommentatoren darf die unsägliche frau thurner nicht fehlen, die islamfeindliche postings beklagt und gerne eine rigidere zensur hätte. außerdem wäre ihr mehr vernaderung bei der staatsanwaltschaft schon recht..laut frau thurner zerfällt die welt in islamophile und islamophobe, wahrscheinlich auch in homophile und homophobe, in genderphile und genderphobe und natürlich sind die frau thurner und die presse auf der richtigen seite...jedenfalls sieht die frau thurner hinter jeder ecke einen verhetzer und dem möchte sie energisch einhalt gebieten....
    die frau thurner hat es immerhin in die SZ und verdientermaßen an den pranger von achgut.de geschafft, mit der tollen these, dass musliminnen "ihr Kopftuch gern und freiwillig tragen und dies gar nicht so selten gegen den Willen von Vätern, Brüdern, Ehemännern, Söhnen”, die anscheinend die keusche muslima lieber im minirock ohne kopftüch sehen würden

    Ingrid Thurner ist Mitglied der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung und Lehrbeauftragte am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Uni Wien.

    Ich habe das gefühl, dass kultur- und sozialanthropologen, die nach zensur "auf hohem niveau" und nach dem staatsanwalt rufen, ein treues abbild der von linken aller schattierungen unterwanderten publizistik sind. von wissenschaft möchte ich in diesem bereich nicht sprechen.

    zusammenfassend kann ich gar nicht sagen wie froh ich bin, mein Presse-Abo
    anlässlich des abganges von a. unterberger sofort gekündigt zu haben,
    und dass ich auf die schalmeientöne von herrn fleischhacker trotz angebotenem gratis-Abo nicht hereingefallen bin......

    • Samtpfote
      03. Dezember 2010 16:55

      Warten wir einmal ab, ob sich nach dem Abgang von Dr.Pirker bei der KZ und der Presse, der Furche etc etwas ändert. Beim Pressverein mahlen die Mühlen halt etwas langsamer, aber sie mahlen ... hoffe ich zumindest.

    • terbuan
      03. Dezember 2010 17:20

      Sehr treffend analysiert Thomas Lahnsteiner, die Kritik an Fleischi ist da zwar etwas kurz geraten, aber was hätte wohl Karl Kraus zur heutigen "Presse" gemeint, außer dem bekannten Zitat:
      "Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen selbst Zwerge lange Schatten!"
      Oder vielleicht etwas wie in diesem Zitat des legendären Kritikers der österreichischen "Journaille", wie er sie nannte:
      "Störend wird der Journalismus erst, wenn er sich mit dem Anspruch von Objektivität und – schlimmer noch – als Meinungsbildner zwischen den denkenden Menschen und die Wirklichkeit stellt, und ihm die Möglichkeit autonomer Reflexion durch die Fütterung mit dem selbstgerechten Meinungsbrei des Leitartikels abnimmt."

    • simplicissimus
      04. Dezember 2010 09:45

      hat natürlich ein sternderl verdient.
      habe die presse seit meinem 14. lebensjahr viele jahre lang praktisch täglich gelesen.
      nach dem abgang von herrn unterberger war ich deprimiert.
      seit einiger zeit ist die presse ins fast unerträgliche gerutscht.
      von einem so dringend notwendigen kontrapunkt gegen die links-einheitspresse keine rede mehr, eher ein trojanisches pferd für naive konservative.

    • SuPa
      04. Dezember 2010 12:15

      Herr Lahnsteiner, wie können Sie DIE PRESSE beurteilen, wenn Sie gar kein Leser mehr sind?

    • Reinhard (kein Partner)
      04. Dezember 2010 13:15

      Heute hat sich die "Kleine Zeitung" mit folgendem Artikel:

      http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2582879/parteien-holen-sich-konjunktur-millionen-ab.story

      die Jubelinserate der steirischen Landesparteien auf Jahre hinweg verbaut.
      Hut ab! Endlich mal wieder ein Schritt in die richtige Richtung!

    • thomas lahnsteiner
      04. Dezember 2010 13:34

      @supa....
      da ich oft im railjet unterwegs bin, lese ich dort die presse, die unter den schmierblättern, die von den öbb gratis an die reisenden verteilt werden, noch immer die erträglichste ist
      außerdem ist auch der internet-auftritt der presse sehr informativ

      (dieses statement gilt sinngemäß auch für den standard)

      -ende der rechtfertigung---

    • Zooropa (kein Partner)
      05. Dezember 2010 19:01

      Die Presse ist nicht mehr als ein weiterer Anbiederer an den Zeitgeist. Jeder marxistisch-lenistische Kommentar passiert die Schranken der DDR-Zensur-Grenzkontrollen. Dabei veröffentlicht man auch gerne die hirnlosesten Kommentare und Beschimpfungen, um nur genügend Stimmen aus dem linkslinken Spektrum zu präsentieren.

      Die journalistische Qualität ist auf erbärmlichsten Niveau mit zahlreichen peinlichen Fehlern, legt man als Maßstab die deutsche FAZ an. Aber es scheint immer noch Abonnenten zu geben. Die kaufen sich das Käseblättchen wohl nur wegen der Wetterprognose. Denn in allen anderen Bereichen wird zunächst einmal selektiert, ob die Nachricht nicht möglicherweise gegen den Mainstream verstoßen könnte. Welcher Mensch tut sich das dauerhaft an? Wenn ich die Überschriften lese, weiß ich schon, welcher Text folgt. Welch Erkenntnisgewinn!

  23. A.K.
    03. Dezember 2010 15:33

    Aus den Medien erfuhr ich erstmalig vom neuen „Gesprächsband“ von Peter Seewald mit Benedikt XVI, "Licht der Welt" mit den Worten: „Erst Ende November 2010 hat Papst Benedikt XVI. im Kampf gegen Aids eine historische Wende vollzogen und die Benutzung von Kondomen in "begründeten Einzelfällen" als gerechtfertigt erklärt.“ Wiener Zeitung, 30. November 2010. Auch in anderen Medien wurde "Licht der Welt", bezüglich der großen Offenheit in den Aussagen, gelobt. Ich wollte mir selbst ein Bild machen, habe das Buch gekauft und gelesen.
    Zunächst zur Sensation „Kondome“: Ich hätte ohne die Vorspannung durch die Medien, die zitierte Stelle glatt überlesen, so unbedeutend ist sie bezüglich Inhalt und Einbettung. Dann: Sehr passend zum Thema „Die veruntreute Glaubwürdigkeit der Medien“ das Kapitel 5 „Diktatur des Relativismus“. Es hat mir ganz besonders gefallen, weshalb ich meinen Computer dazu benutzte, mittels eines Texterkennungsprogramms („Readiris Pro 10“), die Buchseiten 69 bis 79 automatisch „lesen“ (d.h. erkennen) zu lassen und als Word-Dokument auszugeben. Somit kann ich das Ergebnis hier in der Anlage als Leseprobe beigeben. Ich hoffe, damit eine Anregung zur Lektüre des gesamten Buches (ISBN 978-3-451-32537-3) geliefert zu haben. Wegen der Länge des Zitats verspreche ich mich einige Zeit mit der Einbringung von Kommentaren zurück zu halten.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Zitat aus „Gesprächsband“ von Peter Seewald mit Benedikt XVI, "Licht der Welt":
    Erklärung zu < >: Fragen von Peter Seewald
    Diktatur des Relativismus

    Es ist offenkundig, dass der Begriff Wahrheit unter Verdacht geraten ist. Natürlich ist richtig, dass er viel missbraucht wurde. Im Namen der Wahrheit kam es zu Intoleranz und Grausamkeit. Insofern fürchtet man sich davor, wenn jemand sagt: Dies ist die Wahrheit, oder gar: Ich habe die Wahrheit. Wir haben sie nie, bestenfalls hat sie uns. Dass man vorsichtig und behutsam damit sein muss, Wahrheit zu beanspruchen, wird niemand bestreiten. Sie aber einfach als unerreichbar abzutun, wirkt regelrecht zerstörerisch.
    Ein Großteil der heutigen Philosophien besteht tatsächlich darauf, zu sagen, der Mensch sei nicht wahrheitsfähig. Aber so gesehen wäre er auch nicht zum Ethos befähigt. Dann hätte er keine Maßstäbe. Dann müsste man nur noch beachten, wie man sich einigermaßen arrangiert, und dann würde allenfalls die Meinung der Mehrheit zum einzigen Kriterium, das zählt. Wie zerstörerisch Mehrheiten sein können, hat die Geschichte jedoch genügend gezeigt, etwa in Systemen wie Nazismus und Marxismus, die alle insbesondere auch gegen die Wahrheit standen.

    Deshalb müssen wir den Wagemut haben, zu sagen: Ja, der Mensch muss nach Wahrheit ausschauen; er ist wahrheitsfähig. Dass die Wahrheit Kriterien der Verifizierbarkeit und der Falsifizierbarkeit braucht, ist selbstverständlich. Sie muss immer auch mit Toleranz einhergehen. Die Wahrheit zeigt uns dann aber auch jene konstanten Werte auf, die die Menschheit groß gemacht haben. Deshalb muss die Demut, Wahrheit anzuerkennen und maßstäblich werden zu lassen, wieder neu gelernt und eingeübt werden.
    Dass die Wahrheit nicht durch Gewalt zur Herrschaft gebracht wird, sondern durch ihre eigene Macht, ist der zentrale Inhalt des Johannes-Evangeliums: Jesus bekennt sich vor Pilatus als Die Wahrheit und als den Zeugen der Wahrheit. Er verteidigt die Wahrheit nicht durch Legionen, sondern macht sie durch seine Passion sichtbar und setzt sie dadurch auch in Kraft.

    Es breitet sich eine neue Intoleranz aus, das ist ganz offenkundig. Es gibt eingespielte Maßstäbe des Denkens, die allen auferlegt werden sollen. Diese werden dann in der sogenannten negativen Toleranz verkündet. Also etwa, wenn man sagt, der negativen Toleranz wegen darf es kein Kreuz in öffentlichen Gebäuden geben. Im Grunde erleben wir damit die Aufhebung der Toleranz, denn das heißt ja, dass die Religion, dass der christliche Glaube sich nicht mehr sichtbar ausdrücken darf.
    Wenn man beispielsweise im Namen der Nichtdiskriminierung die katholische Kirche zwingen will, ihre Position zur Homosexualität oder zur Frauenordination zu ändern, dann heißt das, dass sie nicht mehr ihre eigene Identität leben darf, und dass man stattdessen eine abstrakte Negativreligion zu einem tyrannischen Maßstab macht, dem jeder folgen muss. Das ist dann anscheinend die Freiheit - allein schon deshalb, weil es die Befreiung vom Bisherigen ist.
    In Wirklichkeit jedoch führt diese Entwicklung mehr und mehr zu einem intoleranten Anspruch einer neuen Religion, die vorgibt, allgemein gültig zu sein, weil sie vernünftig ist, ja, weil sie die Vernunft an sich ist, die alles weiß und deshalb auch den Raum vorgibt, der nun für alle maßgeblich werden soll.
    Dass im Namen der Toleranz die Toleranz abgeschafft wird, ist eine wirkliche Bedrohung, vor der wir stehen. Die Gefahr ist, dass die Vernunft - die sogenannte westliche Vernunft - behauptet, sie habe nun wirklich das Richtige erkannt, und damit einen Totalitätsanspruch erhebt, der freiheitsfeindlich ist. Ich glaube, diese Gefahr müssen wir sehr nachdrücklich darstellen. Niemand wird gezwungen, Christ zu sein. Aber niemand darf gezwungen werden, die "neue Religion" als die allein bestimmende und die ganze Menschheit verpflichtende leben zu müssen.

    Aber die Wirklichkeit ist in der Tat so, dass bestimmte Formen des Verhaltens und des Denkens als die allein vernünftigen und daher allein menschengemäßen dargestellt werden. Das Christentum sieht sich dann einem Intoleranzdruck ausgesetzt, der es zunächst einmal lächerlich macht - als einem verkehrten, einem falschem Denken zugehörig - und ihm dann im Namen einer scheinbaren Vernünftigkeit den Atemraum wegnehmen will.
    Es ist sehr wichtig, dass wir uns einer solchen Absolutheitsforderung einer bestimmten Art von "Vernünftigkeit" widersetzen. Diese ist eben nicht die reine Vernunft selber, sondern die Beschränkung der Vernunft auf das, was man naturwissenschaftlich erkennen kann - und zugleich die Ausgrenzung all dessen, was darüber hinausführt. Natürlich ist es wahr, dass es in der Geschichte auch Kriege der Religion wegen gegeben hat, dass Religion auch zu Gewalt geführt hat ...

    Wahr bleibt umso mehr auch die große Kraft des Guten, die durch die Religion entbunden worden ist und über große Namen - Franz von Assisi, Vinzenz von Paul, Mutter Teresa usw. - die ganze Geschichte hindurch gegenwärtig ist und aufleuchtet. Umgekehrt haben die neuen Ideologien zu einer Art von Grausamkeit und Menschenverachtung geführt, die vorher undenkbar war, weil immer noch der Respekt vor dem Ebenbild Gottes da war, während ohne diesen Respekt der Mensch sich selbst als absolut setzt und alles darf - und dann wirklich zum Zerstörer wird.

    Hier ist erstens die Frage zu stellen: Warum muss er es verbannen? Wenn das Kreuz eine Aussage beinhalten würde, die für andere nicht nachvollziehbar und unzumutbar ist, wäre das schon eher bedenkenswert. Aber das Kreuz beinhaltet, dass Gott selbst ein Leidender ist, dass er uns durch Leiden lieb hat, dass er uns liebt. Das ist eine Aussage, die niemanden angreift. Das ist das eine.
    Zum anderen gibt es natürlich auch eine kulturelle Identität, auf der unsere Länder beruhen. Eine Identität, die unsere Länder positiv formt und von innen her trägt - und die immer noch die positiven Werte und die Grundform der Gesellschaft bildet, durch die der Egoismus in seine Grenzen gewiesen wird und eine Kultur der Menschlichkeit möglich ist. Ich würde sagen, ein solcher kultureller Selbstausdruck einer Gesellschaft, die davon positiv lebt, kann niemanden, der die Überzeugung nicht teilt, beleidigen, und er darf auch nicht verbannt werden.

    Christen sind tolerant, und insofern lassen sie auch den anderen ihr Selbstverständnis. Wir sind dankbar, dass es in den Ländern am Arabischen Golf (Qatar, Abu Dhabi, Dubai, Kuwait) Kirchen gibt, in denen die Christen Gottesdienst feiern können, und wünschen, dass es überall so wird. Deswegen ist es selbstverständlich, dass Muslime auch bei uns sich in Moscheen zum Gebet versammeln können.
    Was die Burka angeht, sehe ich keinen Grund für ein generelles Verbot. Man sagt, manche Frauen würden die Burka gar nicht freiwillig tragen und sie sei eigentlich eine Vergewaltigung der Frau. Damit kann man natürlich nicht einverstanden sein. Wenn sie sie aber freiwillig tragen wollen, weiß ich nicht, warum man sie ihnen verbieten muss.

    Man sieht daran eine innere Problematik. Denn inwieweit gehören die Menschen der Kirche überhaupt noch zu? Sie wollen ihr einerseits zugehören, wollen dieses Fundament nicht verlieren. Andererseits sind sie natürlich doch auch inwendig geformt und gestaltet von der modernen Denkart. Es ist das unvergorene Mit- und Nebeneinander von christlichem Grundwillen und einer neuen Weltanschauung, die das ganze Leben prägt. Insofern verbleibt eine Art von Schizophrenie, eine geteilte Existenz.
    Wir müssen danach trachten, dass beides, soweit es sich vereinbaren lässt, sich ineinander fügt. Das Christsein darf nicht zu einer Art archaischer Schicht werden, die ich irgendwie festhalte und gewissermaßen neben der Modernität lebe. Es ist selbst etwas Lebendiges, etwas Modernes, das meine gesamte Modernität durchformt und gestaltet - und sie insofern regelrecht umarmt.
    Dass hier ein großes geistiges Ringen erforderlich ist, habe ich nicht zuletzt jüngst durch die Gründung eines "Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung" zum Ausdruck gebracht. Wichtig ist, dass wir versuchen, das Christentum so zu leben und zu denken, dass es die gute, die rechte Moderne in sich aufnimmt - und zugleich sich dann von dem scheidet und unterscheidet, was eine Gegenreligion wird.

    Das müssen wir uns natürlich fragen. Es ist das Aufeinanderstoßen zweier geistiger Welten, der Welt des Glaubens und der Welt des Säkularismus. Die Frage ist:
    Wo hat der Säkularismus recht? Wo also kann und muss sich der Glaube die Formen und Gestalten der Moderne aneignen - und wo muss er Widerstand leisten? Dieses große Ringen durchdringt heute die ganze Welt. Die Bischöfe in den Dritte-WeIt-Ländern sagen mir: Auch bei uns ist der Säkularismus da; er fällt hier mit noch ganz archaischen Lebensformen zusammen.
    Oft fragt man sich wirklich, wie es kommt, dass Christen, die persönlich gläubige Menschen sind, nicht die Kraft haben, ihren Glauben politisch stärker zur Wirkung zu bringen. Wir müssen vor allen Dingen versuchen, dass die Menschen Gott nicht aus den Augen verlieren. Dass sie den Schatz erkennen, den sie haben. Und dass sie dann selber, aus der Kraft des eigenen Glaubens heraus, in die Auseinandersetzung mit dem Säkularismus treten und die Scheidung der Geister zu vollziehen vermögen. Dieser gewaltige Prozess ist der eigentliche, große Auftrag dieser Stunde. Wir können nur hoffen, dass die innere Kraft des Glaubens, die in den Menschen da ist, dann auch öffentlich mächtig wird, indem sie auch öffentlich das Denken prägt, und die Gesellschaft nicht einfach ins Bodenlose fällt.

    Wenn man es oberflächlich betrachtet und nur die westliche Welt im Blickfeld hat, könnte man das denken. Aber wenn man genauer hinschaut, wie es mir gerade durch die Besuche der Bischöfe aus aller Welt und durch viele andere Begegnungen möglich ist, sieht man, dass das Christentum in dieser Stunde zugleich eine ganz neue Kreativität entfaltet.
    In Brasilien zum Beispiel gibt es einerseits ein starkes Anwachsen der Sekten, die oft sehr fragwürdig sind, weil sie zumeist nur Prosperität verheißen, äußeren Erfolg. Es gibt aber auch neue katholische Aufbrüche, eine Dynamik neuer Bewegungen, etwa die "Herolde des Evangeliums", junge Menschen, die von der Begeisterung erfasst sind, Christus als den Sohn Gottes erkannt zu haben und ihn in die Welt zu tragen. Wie mir der Erzbischof von Silo Paulo sagt, entstehen dort fortwährend neue Bewegungen. Es ist also eine Kraft des Aufbruchs und des neuen Lebens da.
    Oder denken wir dar an, was die Kirche für Afrika bedeutet. Sie ist dort oft das Einzige, was in den Verwirrungen und Zerstörungen der Kriege immer bleibt; der einzige Hort, wo noch Menschlichkeit da ist, wo etwas für die Menschen getan wird. Sie setzt sich dafür ein, dass das Leben weitergehen kann, dass für Kranke gesorgt wird, dass Kinder zur Welt kommen und erzogen werden können. Sie ist eine Lebenskraft, die immer wieder neu auch Begeisterung schafft und dann neue Wege hervorbringt.
    Weniger deutlich, aber dennoch unverkennbar gibt es auch bei uns im Westen den Aufbruch neuer katholischer Initiativen, die nicht von einer Struktur, von einer Bürokratie befohlen sind. Die Bürokratie ist verbraucht und müde. Diese Initiativen kommen von innen heraus, aus der Freude junger Menschen. Das Christentum nimmt vielleicht ein anderes Gesicht, auch eine andere kulturelle Gestalt an. Es hat nicht den Kommandoplatz in der Weltmeinung inne, da regieren andere. Aber es ist die Lebenskraft, ohne die auch die anderen Dinge nicht weiterbestehen würden. Insofern bin ich durch das, was ich selber sehen und erleben darf, ganz optimistisch, dass das Christentum vor einer neuen Dynamik steht.

    Dass gemäß der erbsündigen Struktur des Menschen das Heidentum in ihm immer wieder durchbricht, ist eine Er¬fahrung, die sich durch alle Jahrhunderte zieht. Die Wahrheit der Erbsünde bestätigt sich. Immer wieder fällt der Mensch hinter den Glauben zurück, will er wieder nur er selber sein, wird er Heide im tiefsten Sinn des Wortes.
    Aber immer wieder zeigt sich auch die göttliche Präsenz im Menschen. Das ist das Ringen, das durch die ganze Geschichte hindurchgeht. Wie der heilige Augustinus gesagt hat: Die Weltgeschichte ist ein Kampf zwischen zweierlei Formen von Liebe: der Liebe zu sich selbst - bis zur Zerstörung der Welt; und der Liebe für den Anderen bis zum Verzicht auf sich selbst. Dieser Kampf, den man immer sehen konnte, ist auch jetzt im Gange.

    • A.K.
      03. Dezember 2010 15:40

      @A.K.
      Leider ist die Gliederung mittels der Zeichen < > z.B.:< Peter Seewald> und den Antworten des Papstes nicht vom Kommentarteil des Tagebuches übernommen worden. Ich hoffe, daß aus dem Zusammenhang erkennbar ist, was gefragt wurde und wie Benekdikt XVI geantwortet hat.

    • RB (kein Partner)
      04. Dezember 2010 14:37

      @A.K.
      Vielen Dank für Ihre Mühe, diesen Buchausschnitt in den Blog gestellt zu haben.
      Es sollte klargestellt werden, dass es philosophisch betrachtet
      "die Wahrheit" nicht gibt und nicht geben kann. Es gibt nur triviale Wahrheiten,
      wie ZB "heute schneit es". Alles was der Mensch mit seiner Vernunft erkennen
      kann, sind Gewissheiten.
      "Die Wahrheit" kann NUR religiös begründet sein. Entweder man glaubt an diese "Wahrheit" oder eben nicht.
      Jedenfalls habe ich mit Interesse die Ausführungen des Papstes gelesen.

    • A.K.
      04. Dezember 2010 23:29

      @RB:
      Ihr Interesse freut mich.
      Ich habe von der christlichen Philosophie (z.B. Thomas von Aquin, etc.) ein wenig mitbekommen. So z.B. von der Lehre von der Analogia entis: Demnach ist der Begriff des Seins nicht eindeutig, sondern analog, also daß das Wort „Sein“ einen unterschiedlichen Sinn hat, je nachdem, auf worauf es bezogen wird. Danach hat alles, was ist, das Sein und ist durch das Sein, aber es hat das Sein in verschiedener Weise. In höchster und eigentlicher Weise kommt es nur Gott zu: Nur er ist Sein. Alles andere Sein hat nur Teil am Sein und zwar entsprechend seinem Wesen. Diese Darlegungen sind von der katholischen Lehre akzeptiert. Wenn man sie liest bleiben sie doch irgendwie abstrakt, um nicht zu sagen „blutleer“. Um wieviel mehr die (vielen) Philosophie(n), die Sie in Ihrem freundlichen Beitrag betreffend „Wahrheit“ ansprechen. Wir brauchen aber in der letzten, jeden von uns einmal treffenden Situation, daß wir unmittelbar vor dem dunklen Tor stehen, Hoffnung von einem persönlichen(!) göttlichen Retter und nicht abstrakte Leere/Lehre. Was empfiehlt dazu Benedikt XVI: „...Jesus bekennt sich vor Pilatus als Die Wahrheit und als den Zeugen der Wahrheit. Er verteidigt die Wahrheit nicht durch Legionen, sondern macht sie durch seine Passion sichtbar und setzt sie dadurch auch in Kraft.“

    • Horst Reiterschmied (kein Partner)
      05. Dezember 2010 12:20

      lasset sie leben und ihre geilheit, weil wer diese unterdrückt kann einen schönen schaden im innersten ertragen...
      geilheit und heiligkeit ist ansichtssache - geil und heil...*g*

  24. terbuan
    03. Dezember 2010 14:55

    Abgesehen von den miserablen, schlecht recherchierten Ergüssen, mit welchen uns die Tintenstrolche tagtäglich beglücken, bewahrheitet sich hier wieder einmal die alte Weisheit "was nix kostet ist auch nix wert!".
    Die inflationäre Verbreitung der sogenannten "Gratiszeitungen" hat zweifelsfrei zu einem weiteren Verfall des österreichischen Journalismus maßgeblich beigetragen!
    Über einzelne, sogenannte "Qualitätszeitungen" möchte ich mich hier gar nicht auslassen, Thomas Lahnsteiner hat ja offensichtlich vor, in einer Fortsetzungsreihe die einzelnen Blätter näher zu analysieren, der Beitrag über den "Standard" war jedenfalls vom feinsten!
    Bin schon gespannt auf sein Urteil über die "Presse", für mich eine der größten Enttäuschungen der letzten Jahre auf dem Zeitungsmarkt.

    • diko
      03. Dezember 2010 18:58

      ....apropos „PRESSE“, - sie wird wieder lesenswerter. Unter Quergeschrieben
      (Do 2. Dez. 2011) ein wohltuender realitätsbezogener Artikel – bzgl. Klima, von Univ.- Prof. Rudolf Taschner , - aber das Thema Klima, (laut SuPa das Lieblingsthema von A.U.) - aus dieser Sicht betrachtet war bislang in der heimischen Medienszene nur bei Dr. Unterberger so ähnlich nachzulesen. Ebenso ein Gastkommentar, von Andreas Mölzer, sowie der von Stefan Schulmeister, - werden mich jetzt wieder öfters die PRESSE kaufen lassen.

    • terbuan
      03. Dezember 2010 19:11

      na ja, man soll die Hoffnung nie aufgeben, die Samtpfote hat ja dazu einen entsprechenden Beitrag geschrieben, na schau ma einmal,
      herzliche Grüße
      terbuan@aon.at

    • diko
    • terbuan
      03. Dezember 2010 19:19

      diko
      ja, sehr guter kommentar, sie gibt es ja immer wieder, aber dann kommen immer wieder Kommentare die vom Standard kopiert sein könnten!
      Wie geht es eigentlich den Bärtigen?
      mfG/terbuan

  25. Richard Mer
    03. Dezember 2010 14:50

    Bei der Umfrage wie sie hier geschildert wurde, ist nicht klar, was tatsächlich gemeint war. So würden vielleicht viele Leute sofort an die Kronenzeitung denken, und deswegen solche Antworten geben, jedoch keine Mißstände bei Standard oder ORF sehen.

  26. Rupert Wenger
    03. Dezember 2010 14:11

    Die Koalitionsparteien, besonders die SPÖ, scheinen eine Strategie zu fahren, mit der sie die Meinungsvielfalt der Medien weitgehend aushebeln:
    -Regierungskritische Medienleute werden systematisch aus den Medien entfernt und durch gefügige ersetzt. Als Beispiel diene A.Unterberger und die gesamte ORF-Mannschaft.
    -Wie Gerfried Sperl im Standard am 21 11 2010 zugibt und wie es in der Presse deutlich auffällt, werden von Parteizentralen ganze Artikel verfasst und ohne Kennzeichnung als werblichen Textstrecken als redaktionelle Meinung der Zeitung verkauft. Wie weit ist diese Vorgangsweise eigentlich gesetzeskonform?
    -Zur Tarnung lässt man man auch "Experten" durch Journalisten befragen und so Parteipropaganda als Expertenmeinung vorstellen. Forscht man nach der Qualifikation der Experten und/oder den angegebenen Organisationen, denen sie angehören, landet man meist im Nirwana.
    -Die Schaltung von Inseraten ist wohl die am leichtesten erkennbare, aber auch die sicherste Form dieser Korruption.
    -Personal der Parteizentralen posten massiv in den elektronischen Ausgaben der Zeitungen und schreiben Leserbriefe in den Printausgaben.
    Im Falle der SPÖ scheint dieses Vorgehen vom Medienstaatssekretär organisiert und koordiniert zu werden. Hat irgendjemand von diesem Herren, der immerhin aus Steuergeldern finanziert wird, jemals einen Satz gehört, der nicht zum Wohle seiner Partei, sondern zum Wohle des Staates formuliert worden wäre?
    Dabei konzentrieren sich die Parteien offensiv auf Zeitungen aus dem jeweiligen gegnerischen politischen Lager. Bei der eigenen Klientel glaubt man wohl an die Parteidisziplin. Daher sind Artikel im Standard meist sogar SPÖ-kritischer als in der Presse. Es empfiehlt sich ein tägliches Vergleichen der beiden Medien und eine konsequente Sammlung der Artikel, die offensichtlich aus einer Parteizentrale stammen.
    Insgesamt sind wir auf bestem Weg, die Meinungsvielfalt und damit Meinungsfreiheit zu verlieren.

    • WFL
      03. Dezember 2010 17:33

      @rupert wenger:
      Völlig richtig, kann man nur unterschreiben.
      Nicht zu vergessen die APA, deren Meldungen ja besonders gerne von den "Qualitätsmedien" 1:1 (inkl. Rechtschreibfehlern) abgedruckt werden.
      Wer sind die verantwortlichen Redakteure der APA? Wer hat sie ausgesucht?
      Die APA hat wahrscheinlich sogar noch mehr Einfluss als der ORF, wirkt sie doch direkt auf die Multiplikatoren (= Journalisten).

  27. Observer
    03. Dezember 2010 13:48

    Vor vielen Jahren wurde in den Zeitungen noch genau getrennt zwischen Meldungen (Tatsachen) und den dazugehörigen Kommentaren von namentlich genannten Journalisten. Ebenso waren sog. PR-Artikel deutlich gekennzeichnet, wie auch die Anzeigen klar erkenntlich sind. Nun gibt es oft einen Mix, wo dem Leser eine Objetivität nur vorgegaukelt wird. Besonders auffallend sind auch die Informationen über neue elektronische Medien und Testberichte von Autos. Tatsache ist, dass die Hersteller bzw. Generalimporteure den Redaktionen zumindest für einige Zeit kostenlos Fahrzeuge und Geräte überlassen und als Gegenleistung dann fast immer positive Berichte erscheinen. Oder haben Sie schon einmal etwas sehr negatives über ein Auto oder ein Handy gelesen? Ebenso verhält es sich mit den Reiseberichten, wo auch dazu Einladungen zu Reisen in den Redaktionen landen. Gelegentliche bezahlte Inserate für Reisedestinantionen und Fahrzeuge helfen da auch, die Redakteure zu begeistern. Die politischen Parteien, Ministerien, Länder usw. sind nun auch auf diese Möglichkeit der Leserbeeinflussung gekommen und über bezahlte Berater werden dabei auch die Zeitungen "wohlwollend" gestimmt.

  28. MJM
    03. Dezember 2010 12:51

    Das System der Inserate, das in den letzen Jahren ungeahnte Perfektion erreicht hat, ist vielen Menschen in unserem Land leider noch nicht bewusst.

    Nachdem sich die Teilnehmer natürlich nicht von selbst outen, kommt man nicht umhin, so oft es geht im Bekannten- und Freundskreis für Aufklärung zu sorgen. Insbesondere dass man als Steuerzahler und Kunde von roten Unternehmen auch Finanzier des unappettilichen Treibens ist.

    Eine der wenigen löblichen Ausnahme im Schweigen der Blätter war ein Artikel im Profil im Vorfeld der Wien-Wahl.

  29. Wertkonservativer
    03. Dezember 2010 12:32

    "Standard" (für Links-Gebildete", "News" für die eher einfach gestrickte Klientel, natürlich auch das fast nur verschenkte "Österreich", das sind die Flaggschiffe der korrumpierten Medienlandschaft, alle zusammen linkslastig bis gehtnichtmehr!

    Ganz klar, dass auch etliche der weiteren Presseorgane durch diverse Abhängigkeiten, Finanzspritzen und "Werbe-Geschenke" verschiedener politischer Organisationen und Wirtschaftskörper keine Unschuldslamperln sind: so schamlos und offensichtlich ihre "Förderer" preisend und lobend, wie die genannten Blätter, tun's die restlichen jedoch nicht; bei der "Krone" kennt man sich ja wirklich nicht ganz aus: einmal so, einmal so!.

    Was kann man zum Thema noch einigermaßen geistreich beitragen?
    Dr. Unterberger hat eigentlich schon alles gesagt!

  30. Philipp Starl
    03. Dezember 2010 12:00

    Schließlich mussten in anderen Ländern in den letzten Jahren Hunderte Zeitungen zusperren, und Zehntausende Journalisten ihre Kündigung hinnehmen. Da ist es zwar nicht moralisch akzeptabel, aber nachvollziehbar, dass da bestimmte Medien die Prostitution vorziehen.


    Diesen Schluss verstehe ich absolut nicht. Schließlich sind die einzigen Medien, die sich behaupten konnten, Qualitätsmedien (NZZ, Economist, usw.)!

  31. thomas lahnsteiner
    03. Dezember 2010 11:59

    eine subjektive sicht der Dinge:

    Teil 1: der STANDARD

    der völkische beobachter der political correctness...trägt weihevoll seine moral vor sich her, echtes kampfblatt der leute, die sich für etwas besseres halten, voll von hasstiraden gegen rechte parteien:
    zB traxler heute: "rechte radaubrüder, sie versuchen das parlament dem niveau ihres kulturzentrums am gürtel anzupassen...usw...."
    außerdem haben traxler und seine klientel natürlich angst vor der direkten demokratie, es könnte ja -wie furchtbar, wie schrecklich - ein ausländervolksbegehren kommen.......

    welch weitere geisteskinder im Standard am werk sind zeigt sich auch bei der beschreibung eines an sich ausländerkritischen films wie "WUT", bei dem es den linken medienstrolchen gelungen ist, ihn politisch correct umzudeuten.
    dieser film wurde vor einem schülermob (mit großem anteil von migranten) im volkstheater aufgeführt....wie reagiert der schülermob nun auf diesen film:

    hier die begeisterte rezension des STANDARD:
    "Der junge Çan demütigt Felix, das Söhnchen aus gutem Haus ("Küss' meine Füße, du Opfer!") - das Theater tobt. Wenn der verlogene Professorenvater "aufgemacht" wird - wilder Applaus. Eine Szene zwischen unterdrückter türkischer Kopftuchmutter und Pascha-Vater - ein Viertel des Saales lacht beklommen.
    Nur einer aus dem Publikum wagte es bei der anschließenden diskussion kurz, ein bisschen entlang der Strache-Linie zu fahren - er wurde niedergelacht. "

    und so ein abstoßendes hetzblatt wird von österreichs wirtschaft, allen voran der Immobilienwirtschaft gehätschelt...man fasst es nicht

    der STANDARD wird aber nicht im übermaß wie zB NEWS mit inseraten aus der bekannten roten ecke verwöhnt......
    anscheinend braucht man das auch gar nicht..die fanatiker im STANDARD schreiben ihren linken schwachsinn sowieso, da muss man nicht mit inseraten nachhelfen....

    • thomas lahnsteiner
      03. Dezember 2010 12:21

      zur volkstheateraufführung.....das wäre ungefähr so, wie wenn man zB einen kritischen film über adolf hitler aufführen würde und das jugendliche publikum
      bei jedem auftritt hitlers begeistert applaudieren würde.
      ob sich dann der STANDARD auch so freut ?????

    • Konrad Loräntz
      03. Dezember 2010 14:02

      Zu dieser Film-Erzählung passt gut mein heutiges reales Erlebnis in der U1. Eine Horde von gegen Sonnenbrand ein wenig besser geschützten Jugendlichen, deren einer gut und gerne Can geheissen haben könnte muss naturgesetzlicherweise für Kreislaufstabilität sorgen, indem die Füsse am gegenüberliegenden Sitz platziert werden. Die einzige Verhaltensaufforderung, welche diese Schüler während der Fahrt scheinbar befolgten, war das in jeder Station zu hörende "Bitte zurückbleiben".

  32. SuPa
    03. Dezember 2010 11:43

    Bei diesen Umfragen, welche sicher durch wissenschaftlich begründete Methoden auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden können, muss man immer zwei Dinge beachten: wer ist erstens der Auftraggeber und bezahlt diese Arbeit? und zweitens wie sind die Fragen formuliert?
    Die genannte Erpressbarkeit von Zeitungen/Zeitschriften gilt in beiden Richungen. So kann z.B. die Partei, das Ministerium, das Unternehmen sagen: wenn ihr im reaktionellen Teil nicht positiv über uns berichtet gibt es keine Anzeigen und umgekehrt kann die Zeitung mit einem ähnlichen Argument um Anzeigen werben.
    Zuletzt noch eine Frage: wenn nur noch 25 % der Befragten meinen, dass die Zeitungen korrekt und unbeeinflusst berichten, warum haben dann Kronenzeitung, Österreich und ähnliche noch so hohe Auflagen? Scheinbar gilt auch bei den Lesern der Journalistengrundsatz: Only bad news are good news.

    • Haider
      03. Dezember 2010 21:44

      Also was die Auflagenhöhe von "Österreich" betrifft ist die Antwort offensichtlich. Allein in Wien werden täglich 10.000e Druckexemplare ungelesen am nächsten Tag aus den freien Entnahmeständern entsorgt. Diese Zeitung findet nichteinmal als Gratisexemplar Interessenten. Weit unterm Preis vergebene Inserate täuschen Werbewirksamkeit vor. Anscheinend genügt staatliche Presseförderung für deren Dahinsiechen. Wer sich unter solchen Voraussetzungen ein Mindestmaß an qualitätsvoller Information erwartet muß weltfremd sein.

  33. Brigitte Kashofer
    03. Dezember 2010 11:43

    Wer hat wirklich Interesse an einer objektiven Berichterstattung? Lediglich der Konsument. Trotzdem ist er zumeist nicht bereit, für seine Information einen kostendeckenden Preis zu zahlen. Die häufigst gelesenen Schmierblätter sind sogar jene, die kostenfrei überall aufliegen. Solange das so ist, werden sich Zeitungen aus Inseraten oder Förderungen finanzieren und dadurch abhängig machen müssen.

    • terbuan
      03. Dezember 2010 20:12

      Brigitte Kashofer,
      durch das Internet sind die Printmedien weltweit in Bedrängnis geraten. Um zu überleben hat sich eine unheilige Allianz zwischen den Zeitungen und der Politik herausgebildet. Da sie immer weniger zahlungsbereite Konsumenten finden,´mutieren diese zu Propagandainstrumenten der politischen Parteien, die auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden.
      Auf diese Weise bezahlen wir alle auf Umwegen für diese Gratiszeitungen bzw. bedecken die Defizite der verbliebenen verkauften Exemplare!
      MfG
      terbuan@aon.at

  34. brechstange
    03. Dezember 2010 11:05

    Alle Medien, die Inserate von öffentlichen und halböffentlichen Unternehmen und Institutionen, Parteien und Interessensverbänden bekommen, sollen keine zusätzliche steuerfinanzierte Medienförderung bekommen. Verkauferlöse und Inseratenerlöse müssen ausreichen.
    Die steuerfinanierte Medienförderung sollen allen anderen, damit unabhängigen Medien erhalten, vergeben durch eine unabhänige Kommission, die über die Unabhängigkeit wacht.

    • Martin Bauer
      03. Dezember 2010 12:41

      Die Presseförderung ist meines Wissens nach schon lange an ein bestimmtes Verhältnis Anzeigen/redaktionell gebunden. Sollten halt übermässig viele Inserate fliessen, dann weitet man halt den redaktionellen Teil (inseratenkundenhörig) aus.

      Ihr Vorschlag wäre daher mehr als sinnvoll.

  35. Josef Maierhofer
    03. Dezember 2010 11:03

    Opfer und Täter.

    Opfer sind die Informationskonsumenten, die sich die Informationen suchen müssen, Opfer sind meinungsunabhängige Journalisten, denen die Redaktionen die Linie vorschreiben, Opfer sind Redaktionen, die ums Überleben kämpfen und mit Inseraten geködert bis erpresst werden, Opfer ist die desinformierte Gesellschaft.

    Täter sind die Informationskonsumenten, wenn sie trotz Desinformtion die Schmieblätter kaufen, Täter sind meinungsunabhängige Journalsiten, die sich erpressen lassen, Täter sind die Redaktionen, die ein solches Erpressungsspiel mit ihren Journalisten treiben und Täter ist die Gesellschaft, die die Parteien bei solchen Aktionen noch beklatscht, statt sofort austritt aus diesen Parteien.

    Es bleibt also nur eine Gruppe übrig, die kein Opfer ist, sondern nur Täter, das sind die Parteien.

  36. Anton Volpini
    03. Dezember 2010 10:58

    Laut dem korrumpierten "News", (Ausgabe irgendwann September 2010) gibt das Bundeskanzleramt € 84 Mio per annum an Inseratenschaltung aus. Die offizielle österreichische Presseförderung beträgt dazu lediglich € 11 Mio pro Jahr. Mich würde interessieren, wieviel die staatsnahen Betriebe, die anderen Regierungsressorts und die sonstigen Stellen der öffentlichen Hand in Bund, Ländern und Kommunen zusammen, zusätzlich für Inserate ausgeben.
    Weiß das Jemand??





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