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Die Krisenproteste: Schein und Wirklichkeit

Fernsehzuschauer bekommen wie immer ein völlig falsches Bild. Ihnen werden derzeit fast täglich aus irgendeiner Stadt Europas ein paar aufgeregt mit Fahnen und Transparenten, Gebrüll und Lärmmaschinen demonstrierende Menschen gezeigt. Und Kommentatoren jenseits aller Objektivität zeigen ihre Begeisterung über die (endlich!) stattfindenden Generalstreiks und vermitteln den Eindruck, ganz Europa stehe still.

Die Wahrheit ist aber eine völlig andere: Sämtliche Proteste und Streiks in Europa haben im heurigen Jahr viel weniger Teilnehmer gehabt als von den Gewerkschaften erhofft. Ein paar Tausend aufgeregte Demonstranten bedeuten überhaupt nichts, die bringt selbst die bedeutungslose Österreichische Hochschülerschaft außerhalb von Ferienzeiten jederzeit zusammen.

Von Griechenland über Spanien bis Frankreich haben sich die Arbeitnehmer jedenfalls viel weiser gezeigt als die um ihre eigene Existenzberechtigung bangenden Gewerkschafts- und Parteifunktionäre. Sie sind überwiegend an ihren Arbeitsplätzen geblieben und haben die Funktionäre alleine demonstrieren lassen.

Natürlich sind die Arbeitnehmer nirgendwo begeistert über Lohnbremsen, erleichterte Kündigungsmöglichkeiten oder spätere Pensionierungs-Zeitpunkte. Nur erkennen sie zunehmend die Unvermeidbarkeit solcher Maßnahmen. Nur bangen sie vor allem anderen um ihren Job. Und sie erkennen immer mehr in den überspitzten (und häufig erfolgreichen) Forderungen der Gewerkschaften während der letzten Jahre eine Hauptursache der Krise, der Schuldenexplosion und der Arbeitsplatzgefährdung.

Daher gehen auch europaweit die Mitgliederzahlen in den Gewerkschaften zurück. Diese haben nur noch innerhalb der diversen sozialistischen Parteien einen relevanten Einfluss, wie sich etwa jetzt beim Machtwechsel in der britischen Labour-Partei gezeigt hat.

Solch gute Nachrichten enthält uns aber das Fernsehen vor.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 10:52

    ja, die medien der freien westlichen welt.

    euronews: aufgeregte proteste und natürlich kein tag ohne roma/sinti propaganda, ohne schwulen und lesben verehrung, ohne genderismus, keine woche ohne mindestens 2-3 nazi-greuel gedenkfeiern etc. und dazu frau reding mit geballter faust so oder so ähnlich sagend: "wenn männer die faust ballen, dann sind sie energisch, wenn es frauen tun, sind sie hysterisch" (wie recht sie doch hat, aber viel wichtiger wäre politik für verständnis der geschlechter untereinander).

    cnn: leicht abgeschwächt dasselbe

    bbc-history: nazigreuel im wochentakt, zb bericht über kreuzigung eines kanadischen soldaten im ersten weltkrieg, durch, ja durch wen? - beweise wurden keine vorgelegt, nur mutmassungen angestellt, dass es nur die deutschen gewesen sein konnten, nicht etwa auch die eigene hunnen-propagandamaschinerie.

    gedenkfeiern und lichterlketten für die zig-millionen opfer des kommunismus kann man mit der lupe suchen. wer das zu erwähnen wagt, gilt als revanchist.

    und in den angelsächsischen medien vor der eigenen tür kehren? unverständliches fremdwort, passiert peinlicherweise manchmal als regiefehler.

    und unsere masochistischen linksreporter hingegen lassen keine gelegenheit aus weiteren generationen die erbsünde aufzuschwatzen und deutsche und österreicher im ausland schlecht zu machen.

    die gehirnwäsche, die natürlich auch au's obiges beispiel betrifft ist weltweit durchdringende, effizient einseitige heuchelei und hervorragend geeignet von den eigenen unzulänglichkeiten abzulenken. und wenn es keine anonymen bösewichte wie das kapital oder rechtskonservative kräfte sind, die man verantwortlich machen kann, dann kann man es immer mit den deutschen tun, die sich sofort präventiv in den staub werfen und die brieftasche zücken.

  2. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 09:09

    Zum aktuellen Kommentar gehe ich - wie fast immer - mit A.U total konform:
    In der ORF-Berichterstattung werden Proteste einiger Hundert- bis weniger Tausendschaften erregter Demonstranten (nicht nur in Österreich) meist als machtvolle Vollkserhebungen dargestellt. Das kennen wir zur Genüge!

    Was mich jedoch beim Lesen des heutigen Frühkuriers fast vom Sessel geschmissen hätte, war die Story auf Seite 23 "Der ORF schuldet uns noch Geld" zur sattsam bekannten "Schauplatz-Geschichte". Da plaudern die beiden involvierten Skinheads ganz offen über ihre "Geschäftsbeziehung" mit dem Staatsfunk, über die diversen Guttaten, die ihnen Redakteur Ed Moschitz zukommen ließ, usw. usf.
    Da bleibt einem zumindest kurzzeitig der Mund offen: nicht wegen der lächerlichen bis gefährlichen Denkweise dieses typischen, leider oft recht unter-mediokrem Gemeindebau-Verschnittes (bitte um Entschuldigung an alle braven und netten Gemeindebau-Bewohner!!). Das ist Primitiv-Faschismus auf unterstem Level, wie er in der ganzen Welt anzutreffen ist!
    Nein, die Sauerei liegt beim ORF: Um politisch Andersdenkende anzupatzen, werden Sendungen vorbereitet und durchgeführt, die in absolut unfairer Weise ein falsches Bild der jeweiligen Begebenheit anstrebt und oft auch erreicht.
    Noch frecher ist in diesem Fall allerdings der präpotente Anspruch des ORF auf die notwendige Wahrung des "Redaktionsgeheimnis-Anspruches" hinsichtlich Verweigerung der Bänder-Herausgabe! Wenn dann noch die Justiz willfährig mitspielt (siehe Befangenheit usw.), dann rundet sich dieses "Sittenbild" zu einer typisch österreichischen Politsatire!
    Der ORF müsste bzw. mit Anwendung legaler Rechtsmittel gezwungen werden, die Bänder unverzüglich herauszugeben (ob dort nun etwas "Verbotenes" hör- oder bemerkbar ist oder nicht); in jedem Fall gehört aber der sehr eigenartige Redakteur hart abghmahnt, besser gefeuert!
    Herr Strache kann getrost der nächstwöchigen Wahl entgegensehen!

  3. Ausgezeichneter KommentatorSuPa
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 07:11

    Gewerkschaften hatten sicher vor 100 Jahren Ihre Berechtigung, da es einerseits noch keine Arbeiterkammern *) (mit Pflichtbeiträgen) gegeben hatte und zweitens wirklich manches im Berufsleben erst mühsam erkämpft werden musste. Doch nun schreiben wir 2010 und da tun sich die Gewerkschaften wirklich schwer, ihre Notwendigkeit zu erklären. Jahreland hat man z.B. vom geheimen, prall gefüllten Steikfonds gesprochen, welcher dann bei der Bawag/ÖGB-Affaire sich als nicht existent herausgestellt hatte. Ich habe den Eindruck, dass sich die Gewerkschaften in Österreich nur mehr als Selbstszweck erhalten. Traurig ist aber die Tatsache, dass man in vielen Großbetrieben, wie auch z.B. bei der Stadt Wien oder ÖBB mehr oder weniger gezwungen wird, da beizutreten.

    *) Interessant ist zu beobachten, dass manche Arbeiterkammerfunktionäre auch in der Gewerkschaft angestellt sind und so "vorbildlich" zwei Gehälter kassieren. Bei Kollektivvertragsverhandlungen sitzen neben den offiziellen Kammern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann auch noch Gewerkschaft und ggfs. auch die Industriellenvereinigung., wo die letzteren zwei genannten Institutionen gar keinen gesetzlichen Auftrag haben.

  4. Ausgezeichneter KommentatorAlfred E. Neumann
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 10:34

    Soeben in den ORF-Nachrichten über Stutgart gehört:

    "Die Polizei hat bei der gewaltsamen Auflösung der Demonstration zahlreiche Teilnehmer verletzt."

    Das nenne ich Polemik!

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 11:34

    Österreichische Gewerkschaften.

    Österreichische Gewerkschaften haben für mich immer den Geschmack des irrationalen, der Unmäßigkeit, des Aufrufs zur Faulheit, der überzahlten Funktionäre, der Überheblichkeit, der Gesetzlosigkeit, der Erpressungsgesinnung, der Parteimanipulation, der Lüge, der Provokation, des Willens, hohe Schäden anzurichten, des Machtmißbrauchs, der Volksverhetzung, u.v.a.m. gehabt und haben ihn noch immer.

    Wenn ich etwa vor dem ersten Weltkrieg gelebt hätte, wäre ich Mitglied dieser Bewegung gewesen, damals war eine Aufgabe da, die es zu lösen galt.

    So sind uns heute aus diesen Zeiten eben die Gewerkschafter und die Beamten geblieben, beide als privilegierte Fremdkörper, die nicht mehr in diese Zeit passen, Pragmatisierung und Gewerkschaft.

  6. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 09:49

    @SuPa

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Meines Erachtens tragen die Gewerkschaften ein gerüttelt' Maß Schuld an der Höhe unseres Schuldenbergs. Mit immer maßloseren Forderungen nach Lohnerhöhungen und allen möglichen und unmöglichen Benefizien haben sie uns sehenden Auges in diese Krise getrieben. Wie unglaublich viele Milliarden hat alleine die unrentabel werkelnde Verstaatlichte Industrie verschlungen. Alleine die Finanzierung des Heeres von überflüssigen Generaldirektoren, deren Stellvertretern und der dazugehörige familiäre Anhang, alle mit märchenhaften Pensionen ausgestattet, hatte und hat noch immer das Zeug, die Staatsverschuldung kräftig voranzutreiben.
    Den Gewerkschaften als Handlanger der SPÖ ist es zu "verdanken", daß Tausende Arbeiter, für die es keine Arbeit gab, um teures Geld mitgeschleppt wurden, was natürlich zu Lasten des Steuerzahlers ging. Das war VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT zur höchsten Potenz.
    Die Gewerkschaften hatten, wie Sie schreiben, sicher vor 100 Jahren ihre Berechtigung, aber die ist mittlerweile längst abgelaufen, spätestens nach dem Desaster der Verstaatlichten Industrie.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Oktober 2010 09:53

    Bis vor ~ 30 J war ich Anhänger der Gwerkschaftsidee. Doch schon beim Eisenbahnspielen erfuhr ich die Geschichte der Bremserhäuschen: Am Ende bestimmter Waggons ist ein erhöhtes Häuschen, in dem ein Bahnangestellter auf ein Pfeifsignal wartete, um händisch die Bremse zu betätigen. Als die automatischen Druckbremsen aufkamen, waren dir "Bremser" unkündbar, die Gewerkschaft schützte sie. Ein Denkmal davon gibt es in jedem Spielzeuggeschäft.
    In sozialistisch gesteuerten Bereichen entwickelte sich eine Privilegienwirtschaft zu ungeahnter Blüte, begabte Idealisten als Führer wurden durch Schwiegersöhne ersetzt und Milliarden verschwanden. Die Nachlaßverwalter, Habsburger (d.h. bei der Wahl wird der Schwächste gesucht), ungebildet und konzeptlos, versuchen mitzuschwimmen ohne jemand weh zu tun.
    Wozu es eine Arbeiterkammer und eine Gewekschaft nebeneinandern gibt, außer zum Abzocken, weiß niemand. Die Hauptargunmente für sie, der Rechtsschutz, gilt nur nach Bewilligung durch einen Spezialrat und nur dann, wenn der Gegner nicht auch bei der G. ist. Beim Staat sind alle bei der G. = kein Rechtsschutz. Für den Beitrag bekommt man eine gute Rechtsschutzversicherung. Al Capone gehörten einige Gewerkschaften.
    Allerdings geht es auch anders: Konkurenz belebt das Geschäft, in F entstanden zahlreiche neue Gewerkschaften, die ihre Mitglieder wirklich vertreten. Die kämpfen gegen Entlassungen durch Firmenschließungen, Für höhere Löhne um das Volkseinkommen der Arbeiter als Wirtschaftsfaktor zu etablieren. Die F haben ein 20% höheres Einkommen und die Autos sind um 20% billiger.
    Das Pensionsalter bleibt, trotz heftiger Bemühungen der Mächtigen aus der EU bei 60 (sechzig) Jahren und die Gitanes + angeschlossene Verbrecher gelten weiter als Diebe.
    Die Gewerken (Bergbau), Genossenschaften (Die Bergbauern meiner Jugend elektifizierten ihre Höfe selbst, jeder mußte Material und Arbeit beistellen) sind Denkmäler unserer Kultur, der Konsum allerdings auch.
    Frühzeitig hat die Mafia die Macht der Gewerkschaften erkannt und mißbraucht. Heute erledigen das Lobbyisten. So kann man eine gute Idee mißbrauchen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAlexander V. Neumaier
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Oktober 2010 11:13

    Dr. Unterberger vermischt hier ein paar Dinge.

    Zum einen sind Medien, wenn sie nicht gerade das Privileg haben gebührenfinanziert zu sein, von ihrem Verkauf abhängig.
    Natürlich könnte man eine Nachrichtensendung mit guten und entspannenden Nachrichten gestalten.
    Aber das würde umgehend zum Verlust von Marktanteilen führen und damit auch zum Verlust von Werbeeinnahmen.

    Kein (Medien-) Unternehmer will das.

    Also werden ca. 2/3 der Nachrichten echte Aufmacher nach dem Motto "Only bad news is good news" sein.
    Ein wenig Krieg, ein paar spektakuläre Unfälle, ein paar Demonstrationen, ein paar Geschichten um die Tränendrüsen in Aktion zu bringen und den einen oder anderen, zumeist künstlichen, Aufreger aus der Politik.
    Der Rest sind Sport und Geschichten der "Prominenten" dieser Welt.

    Damit kann man das Massenpublikum erreichen und Geld verdienen.

    Daneben gibt es paar, zumeist globale, Spezialsender mit einschlägigem Spartenangebot.

    Weit abseits der aktuellen ORF Berichterstattung, die ich sowieso so gut wie nie mitbekomme, gab es da zu Beginn der Regierung Schüssel I einen CNN Bericht, der für mich das Musterbeispiel von (versuchter) Effekthascherei ist.

    Wenn man damals die ORF Berichte gesehen hat, dann mußte man den Eindruck bekommen, Österreich steht in Flammen und die Nazis marschieren wieder in aller Öffentlichkeit.

    In dieser Situation hat eine Filmcrew des CNN USA (der weit von den damaligen Qualitätsansprüchen von CNN International entfernt ist) die Familie einer US amerikanischen Studentin nach Wien begleitet, so mit allem Drum und Dran, welches diese "dramatische" Situation notwendig macht - inklusive einem Rettungsflug mit dem Privatjet des CNN Eigentümers, um die "arme" Tochter aus den Fängen der Nazis zu befreien.
    Gerade mal auf ein SEAL Kommando wurde verzichtet, vermutlich aus Zeitgründen.
    Der Reporter, der für die Geschichte verantwortlich war, war, zu seiner Entschuldigung, allerdings nicht für internationale Berichte bekannt, sondern für lokale Berichte aus den USA.
    Der hatte zwar ein unglaubliches Sendungsbewußtsein, aber eben keine Ahnung.

    Natürlich hat er, in den ersten Sendungungen, ausgestrahlt noch aus den USA und aus dem Flugzeug, darauf hingewiesen, daß Österreich die Keim der NSDAP war, Hitler ein Österreicher war und von Österreich aus die Welt mit dem Terror des 2. Weltkrieges überzogen hat.
    Und, natürlich, daß auch seine Eltern Opfer der Nazis waren.
    Letzteres stimmt zwar nicht, seine Familie ist so um 1900 aus Irland in die USA ausgewandert, aber das ist nur eine Kleinigkeit.

    Die Vorgeschichte war die, daß die junge Dame zu genau dieser Zeit für ein oder zwei Tage teleponisch nicht erreichbar war.

    In Wien angekommen, bei der General Aviation in Schwechat, war dann das Problem der CNN Crew perfekt.

    Die Crew ist, mit einem CNN Bus, auf der Suche nach den Nazis und dem vermeintlichen Bürgerkrieg, kreuz und quer durch Wien gefahren und hat keine gefunden.

    Dummerweise war das dann noch an einem Mittwoch, von den Donnerstagdemos keine Spur.

    Was sie gefunden haben, war eine Stadt in der nichts, aber schon gar nichts, seltsames passiert.

    Auch die Tochter haben sie rasch gefunden, die hatte einen neuen Freund und war, schwer verliebt, nicht mehr aus seinem Bett gekommen.
    Und die Batterie des Mobiltelephons war leer, also war sie erst wieder erreichbar, nachdem sie dann doch wieder in die eigene Unterkunft zurückgekommen war.

    Dummerweise war die Geschichte aus CNN USA groß angekündigt und es waren regelmäßige Updates programmiert.

    Also hat die Crew die paar hundert Deppen, die vor dem Bundeskanzleramt oder auf dem Stephansplatz demonstriert haben, optisch zugegebenermaßen sehr gut aufbereitet, so gefilmt, als ob das hunderttausende Menschen einen Bürgerkrieg wären.
    Unterlegt mit Archivmaterial aus dem 3. Reich und den Studentenprotesten von 1968.

    Nach zwei oder drei Folgen war dann aber klammheimlich Schluß.

    Dennoch, in den USA waren viele davon überzeugt, daß die Republik Österreich brennt.

    Ich habe das bei einem Meeting erfahren, in dem man mich gefragt hat, ob ich nicht froh bin, daß ich aus Österreich "entkommen" bin, wo doch dort jetzt die Nazis einen Bürgerkrieg ausgelöst haben.

    Die überzogene Berichterstattung ist also ganz einfach Teil des Marketings von Medienanstalten.
    Warum sonst sollten beständig Berichte, basierend auf unvollständigen Informationen und Halbwahrheiten als Sensationsmeldung aufgeblasen werden?
    Warum sonst leben ORF, News, Format und Co. davon, daß sie beständig Skandale erfinden, quasi Rauch ohne den Nachweis von Feuer, als Marketing?

    Weil ihr Job ist?

    Zum Teil ist das sicher so.

    Der andere Teil der Antwort ist der, daß Medien in der Lage sind, Macht auszuüben ohne dazu demokratisch legitimiert zu sein.
    Schon in den Tagen des Vormärz war es vielen Revolutionären klar, daß sie ihre ideologischen und politischen Ideen möglichst breit an die Öffentlichkeit bringen müssen.

    Mitte des 19. Jahrhunderts gab es daher auch eine Explosion an Zeitungsneugründungen.
    Viele davon nur sehr kurzlebig.

    Es ist also nur logisch, daß ideologisch geprägte und mit entsprechendem Sendungsbewußtsein ausgestattete Journalisten versuchen ihre Macht dazu einzusetzen, die öffentliche Meinung durch die veröffentlichte Meinung zu formen und zu kontrollieren.
    Woraus sich, nur zu leicht, das Verhalten und die Schwerpunktsetzung vieler Journalisten ableiten läßt.

    Der ORF ist, obwohl der inhaltlichen Neutralität verpflichtet, dafür ein Paradebeispiel.
    Das ist, nachdem viele seiner Mitarbeiter und die ihnen nahestehenden Parteien ihn als Bühne für die eigene "Wahrheit" ansehen, also nicht viel mehr als eine Art Orwellsches Wahrheitsministerium geworden.

    Eine weitere Säule der Macht in Österreich.

    Eine Art 5. Kolonne der Grünen und der SPÖ, mit ein paar kommunistischen Einsprengseln.

    Schade, aber damit hat sich der ORF dafür qualifiziert, daß er, wegen der personellen und strukturellen Unsanierbarkeit, nur mehr dafür taugt, aufgelöst zu werden und durch einen neuen Medienkonzern zu ersetzen ist.
    Ohne die alten Seilschaften und ohne die parteipolitisch konzentrierte Steuerung die er aktuell aufweist.
    Der ORF kann also seinen eigentlichen Auftrag nicht mehr erfüllen und hat daher sein Unternehmensziel verfehlt.
    Der ORF dient nur mehr als Basis für die Unterbringung jener Parteilakaien, die man früher in der Verstaatlichten Industrie verstecken konnte.
    Die Posten in dieser verstaatlichten Industrie gibt es fast nicht mehr, daher mußte eine andere Lösung gefunden werden.
    Der ORF.

    Darin besteht auch eine eklatante Ähnlichkeit mit den Gewerkschaften.

    Zwar hatten die Gewerkschaften zu den Beginnzeiten der Industrialisierung eine wichtige Aufgabe, aber die haben sie längst erfüllt.

    Zum Teil sogar übererfüllt.

    Ohne die Tätigkeit der Gewerkschaften gäbe es viele Strukturen nicht, die für Arbeitnehmer sehr wichtig sind.
    Aber die Gewerkschaften haben ihren Teil an der Lösung vieler gesellschaftlichen Probleme schon vor knapp 50 Jahren erledigt.

    Jedes "single purpose vehicle" für die Leistungen und Funktionen der Gewerkschaft wäre schon vor langer Zeit abgewickelt worden.
    Nicht so jene Organisation, die nunmehr ebenfalls zu einem der zwei letzten Rückzugsbereiche, eher geschütztes Biotop, ihrer Funktionäre geworden ist.

    Die andere ist die Arbeiterkammer, jene Organisation deren eigentliche Aufgabe zu einem großen Teil an die Gewerkschaft ausgelagert wurde.

    Oder ist die Arbeiterkammer etwa, zumindest rein rechtlich, nicht mehr für die Lohnverhandlungen der Arbeitnehmer verantwortlich?

    Das bringt die Gewerkschaften in eine Zwickmühle.

    Entweder sie sind sich und ihren Mitgliedern gegenüber ehrlich und lösen sich auf oder reduzieren sich auf eine realistische Größenordnung oder, das haben sie in den vergangenen Jahrzehnten getan, sie entwickeln sich zu einer Organisation die ausschließlich zum Eigennutz existiert.

    Letzteres ist geschehen.

    Da aber gleicht der ÖGB und seine Teilorganisationen wiederum dem ORF.
    Da müssen zuerst die Mitglieder davon überzeugt werden, daß der ÖGB und damit die verbundene kostenpflichtige Mitgliedschaft, für die Mitglieder Sinn macht.
    Nachdem der ÖGB aber alle seine Ziele schon lange erreicht hat, hat er ein inhaltliches Problem.
    Das löst der ÖGB indem er neue Probleme erfindet, immer absurdere Forderungen stellt und damit, verbunden mit der politischen Einflußnahme der nahestehenden Parteien - ganz ohne Einschränkungen quer durch das Spektrum der, im Nationalrat vertretenen Parteien, sich zu einem Moloch entwickelt, der auf Kosten der Steuerzahler immer besser leben kann.

    Da werden immer mehr Funktionäre mit immer seltsameren Forderungen und immer abstruseren Zielsetzungen für Arbeitsgruppen aufgebaut.
    Da werden immer mehr Funktionen erfunden, die der ÖGB übernehmen kann.
    Da wird der ÖGB immer fester in den Gesetzen des Landes einzementiert.
    Bis das Ziel erreicht ist, den ÖGB zu einem unverzichtbaren und gesetzlich geschützten Teil des Staates zu machen.

    Einem sehr teuren und in jeder Hinsicht weitgehend unproduktiven Teil.

    Womit sich der Kreis zum ORF geschlossen hat.

    Die Republik wäre gut beraten, den ORF durch ein professionelles Unternehmen abseits der Parteien zu ersetzen und den ÖGB zu dem reduzieren, was er eigentlich sein sollte, ein kleiner privater Serviceverein für seine zahlenden Mitglieder.

    Beide ohne finanzielle Unterstützung des Staates.

    mfg

    DDr. Alexander V. Neumaier


alle Kommentare

  1. Barbara (kein Partner)
  2. Alejandro (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:16

    That takes us up to the next level. Great poinstg.

  3. Cos (kein Partner)
    19. Januar 2015 11:28

    A rolling stone is worth two in the bush, thanks to this arcltie.

  4. HDW
    03. Oktober 2010 21:44

    Trotz dem andauernden Geheul der Linken Politikerkaste über die Regierung Berlusconi, wagt es die kommunistische Gewerkschaft im sonst streikgeplagten Italien nicht zum Generalstreik zu rufen, ganz einfach weil sie nicht sicher ist, dass er ausser von den eigenen Agitatoren nicht befolgt würde. Aus denselben Gründen die von AU genannt wurden! Die Stabilität einer Regierung wird von denen die wirklich jeden Tag zur Arbeit gehen und ihre Familien erhalten eben mehr geschätzt als ein hinlänglich falsifiziertes utopisch-idealistisches Gesellschaftsmodell, bei dem sich bisher nur die Protagonisten die Taschen vollstopfen!

  5. Alexander V. Neumaier (kein Partner)
    03. Oktober 2010 11:13

    Dr. Unterberger vermischt hier ein paar Dinge.

    Zum einen sind Medien, wenn sie nicht gerade das Privileg haben gebührenfinanziert zu sein, von ihrem Verkauf abhängig.
    Natürlich könnte man eine Nachrichtensendung mit guten und entspannenden Nachrichten gestalten.
    Aber das würde umgehend zum Verlust von Marktanteilen führen und damit auch zum Verlust von Werbeeinnahmen.

    Kein (Medien-) Unternehmer will das.

    Also werden ca. 2/3 der Nachrichten echte Aufmacher nach dem Motto "Only bad news is good news" sein.
    Ein wenig Krieg, ein paar spektakuläre Unfälle, ein paar Demonstrationen, ein paar Geschichten um die Tränendrüsen in Aktion zu bringen und den einen oder anderen, zumeist künstlichen, Aufreger aus der Politik.
    Der Rest sind Sport und Geschichten der "Prominenten" dieser Welt.

    Damit kann man das Massenpublikum erreichen und Geld verdienen.

    Daneben gibt es paar, zumeist globale, Spezialsender mit einschlägigem Spartenangebot.

    Weit abseits der aktuellen ORF Berichterstattung, die ich sowieso so gut wie nie mitbekomme, gab es da zu Beginn der Regierung Schüssel I einen CNN Bericht, der für mich das Musterbeispiel von (versuchter) Effekthascherei ist.

    Wenn man damals die ORF Berichte gesehen hat, dann mußte man den Eindruck bekommen, Österreich steht in Flammen und die Nazis marschieren wieder in aller Öffentlichkeit.

    In dieser Situation hat eine Filmcrew des CNN USA (der weit von den damaligen Qualitätsansprüchen von CNN International entfernt ist) die Familie einer US amerikanischen Studentin nach Wien begleitet, so mit allem Drum und Dran, welches diese "dramatische" Situation notwendig macht - inklusive einem Rettungsflug mit dem Privatjet des CNN Eigentümers, um die "arme" Tochter aus den Fängen der Nazis zu befreien.
    Gerade mal auf ein SEAL Kommando wurde verzichtet, vermutlich aus Zeitgründen.
    Der Reporter, der für die Geschichte verantwortlich war, war, zu seiner Entschuldigung, allerdings nicht für internationale Berichte bekannt, sondern für lokale Berichte aus den USA.
    Der hatte zwar ein unglaubliches Sendungsbewußtsein, aber eben keine Ahnung.

    Natürlich hat er, in den ersten Sendungungen, ausgestrahlt noch aus den USA und aus dem Flugzeug, darauf hingewiesen, daß Österreich die Keim der NSDAP war, Hitler ein Österreicher war und von Österreich aus die Welt mit dem Terror des 2. Weltkrieges überzogen hat.
    Und, natürlich, daß auch seine Eltern Opfer der Nazis waren.
    Letzteres stimmt zwar nicht, seine Familie ist so um 1900 aus Irland in die USA ausgewandert, aber das ist nur eine Kleinigkeit.

    Die Vorgeschichte war die, daß die junge Dame zu genau dieser Zeit für ein oder zwei Tage teleponisch nicht erreichbar war.

    In Wien angekommen, bei der General Aviation in Schwechat, war dann das Problem der CNN Crew perfekt.

    Die Crew ist, mit einem CNN Bus, auf der Suche nach den Nazis und dem vermeintlichen Bürgerkrieg, kreuz und quer durch Wien gefahren und hat keine gefunden.

    Dummerweise war das dann noch an einem Mittwoch, von den Donnerstagdemos keine Spur.

    Was sie gefunden haben, war eine Stadt in der nichts, aber schon gar nichts, seltsames passiert.

    Auch die Tochter haben sie rasch gefunden, die hatte einen neuen Freund und war, schwer verliebt, nicht mehr aus seinem Bett gekommen.
    Und die Batterie des Mobiltelephons war leer, also war sie erst wieder erreichbar, nachdem sie dann doch wieder in die eigene Unterkunft zurückgekommen war.

    Dummerweise war die Geschichte aus CNN USA groß angekündigt und es waren regelmäßige Updates programmiert.

    Also hat die Crew die paar hundert Deppen, die vor dem Bundeskanzleramt oder auf dem Stephansplatz demonstriert haben, optisch zugegebenermaßen sehr gut aufbereitet, so gefilmt, als ob das hunderttausende Menschen einen Bürgerkrieg wären.
    Unterlegt mit Archivmaterial aus dem 3. Reich und den Studentenprotesten von 1968.

    Nach zwei oder drei Folgen war dann aber klammheimlich Schluß.

    Dennoch, in den USA waren viele davon überzeugt, daß die Republik Österreich brennt.

    Ich habe das bei einem Meeting erfahren, in dem man mich gefragt hat, ob ich nicht froh bin, daß ich aus Österreich "entkommen" bin, wo doch dort jetzt die Nazis einen Bürgerkrieg ausgelöst haben.

    Die überzogene Berichterstattung ist also ganz einfach Teil des Marketings von Medienanstalten.
    Warum sonst sollten beständig Berichte, basierend auf unvollständigen Informationen und Halbwahrheiten als Sensationsmeldung aufgeblasen werden?
    Warum sonst leben ORF, News, Format und Co. davon, daß sie beständig Skandale erfinden, quasi Rauch ohne den Nachweis von Feuer, als Marketing?

    Weil ihr Job ist?

    Zum Teil ist das sicher so.

    Der andere Teil der Antwort ist der, daß Medien in der Lage sind, Macht auszuüben ohne dazu demokratisch legitimiert zu sein.
    Schon in den Tagen des Vormärz war es vielen Revolutionären klar, daß sie ihre ideologischen und politischen Ideen möglichst breit an die Öffentlichkeit bringen müssen.

    Mitte des 19. Jahrhunderts gab es daher auch eine Explosion an Zeitungsneugründungen.
    Viele davon nur sehr kurzlebig.

    Es ist also nur logisch, daß ideologisch geprägte und mit entsprechendem Sendungsbewußtsein ausgestattete Journalisten versuchen ihre Macht dazu einzusetzen, die öffentliche Meinung durch die veröffentlichte Meinung zu formen und zu kontrollieren.
    Woraus sich, nur zu leicht, das Verhalten und die Schwerpunktsetzung vieler Journalisten ableiten läßt.

    Der ORF ist, obwohl der inhaltlichen Neutralität verpflichtet, dafür ein Paradebeispiel.
    Das ist, nachdem viele seiner Mitarbeiter und die ihnen nahestehenden Parteien ihn als Bühne für die eigene "Wahrheit" ansehen, also nicht viel mehr als eine Art Orwellsches Wahrheitsministerium geworden.

    Eine weitere Säule der Macht in Österreich.

    Eine Art 5. Kolonne der Grünen und der SPÖ, mit ein paar kommunistischen Einsprengseln.

    Schade, aber damit hat sich der ORF dafür qualifiziert, daß er, wegen der personellen und strukturellen Unsanierbarkeit, nur mehr dafür taugt, aufgelöst zu werden und durch einen neuen Medienkonzern zu ersetzen ist.
    Ohne die alten Seilschaften und ohne die parteipolitisch konzentrierte Steuerung die er aktuell aufweist.
    Der ORF kann also seinen eigentlichen Auftrag nicht mehr erfüllen und hat daher sein Unternehmensziel verfehlt.
    Der ORF dient nur mehr als Basis für die Unterbringung jener Parteilakaien, die man früher in der Verstaatlichten Industrie verstecken konnte.
    Die Posten in dieser verstaatlichten Industrie gibt es fast nicht mehr, daher mußte eine andere Lösung gefunden werden.
    Der ORF.

    Darin besteht auch eine eklatante Ähnlichkeit mit den Gewerkschaften.

    Zwar hatten die Gewerkschaften zu den Beginnzeiten der Industrialisierung eine wichtige Aufgabe, aber die haben sie längst erfüllt.

    Zum Teil sogar übererfüllt.

    Ohne die Tätigkeit der Gewerkschaften gäbe es viele Strukturen nicht, die für Arbeitnehmer sehr wichtig sind.
    Aber die Gewerkschaften haben ihren Teil an der Lösung vieler gesellschaftlichen Probleme schon vor knapp 50 Jahren erledigt.

    Jedes "single purpose vehicle" für die Leistungen und Funktionen der Gewerkschaft wäre schon vor langer Zeit abgewickelt worden.
    Nicht so jene Organisation, die nunmehr ebenfalls zu einem der zwei letzten Rückzugsbereiche, eher geschütztes Biotop, ihrer Funktionäre geworden ist.

    Die andere ist die Arbeiterkammer, jene Organisation deren eigentliche Aufgabe zu einem großen Teil an die Gewerkschaft ausgelagert wurde.

    Oder ist die Arbeiterkammer etwa, zumindest rein rechtlich, nicht mehr für die Lohnverhandlungen der Arbeitnehmer verantwortlich?

    Das bringt die Gewerkschaften in eine Zwickmühle.

    Entweder sie sind sich und ihren Mitgliedern gegenüber ehrlich und lösen sich auf oder reduzieren sich auf eine realistische Größenordnung oder, das haben sie in den vergangenen Jahrzehnten getan, sie entwickeln sich zu einer Organisation die ausschließlich zum Eigennutz existiert.

    Letzteres ist geschehen.

    Da aber gleicht der ÖGB und seine Teilorganisationen wiederum dem ORF.
    Da müssen zuerst die Mitglieder davon überzeugt werden, daß der ÖGB und damit die verbundene kostenpflichtige Mitgliedschaft, für die Mitglieder Sinn macht.
    Nachdem der ÖGB aber alle seine Ziele schon lange erreicht hat, hat er ein inhaltliches Problem.
    Das löst der ÖGB indem er neue Probleme erfindet, immer absurdere Forderungen stellt und damit, verbunden mit der politischen Einflußnahme der nahestehenden Parteien - ganz ohne Einschränkungen quer durch das Spektrum der, im Nationalrat vertretenen Parteien, sich zu einem Moloch entwickelt, der auf Kosten der Steuerzahler immer besser leben kann.

    Da werden immer mehr Funktionäre mit immer seltsameren Forderungen und immer abstruseren Zielsetzungen für Arbeitsgruppen aufgebaut.
    Da werden immer mehr Funktionen erfunden, die der ÖGB übernehmen kann.
    Da wird der ÖGB immer fester in den Gesetzen des Landes einzementiert.
    Bis das Ziel erreicht ist, den ÖGB zu einem unverzichtbaren und gesetzlich geschützten Teil des Staates zu machen.

    Einem sehr teuren und in jeder Hinsicht weitgehend unproduktiven Teil.

    Womit sich der Kreis zum ORF geschlossen hat.

    Die Republik wäre gut beraten, den ORF durch ein professionelles Unternehmen abseits der Parteien zu ersetzen und den ÖGB zu dem reduzieren, was er eigentlich sein sollte, ein kleiner privater Serviceverein für seine zahlenden Mitglieder.

    Beide ohne finanzielle Unterstützung des Staates.

    mfg

    DDr. Alexander V. Neumaier

    • Neppomuck (kein Partner)
      03. Oktober 2010 13:08

      Die Überlagerung von politischen und kaufmännischen Interessen bei Medien geht zu Lasten des eigentlichen Informationsauftrages.
      „Infotainment“ ist das Zauberwort, das heute die Nachrichten bestimmt und die gesamte Palette der Unterhaltungsindustrie in sich vereinigt.
      Da wird im Stile der „commedia dell’arte“ bis hin zum aufrüttelnden Grusel-Schocker alles gemacht und gebracht, was am Thespiskarren der medialen Meinungsmacher Platz hat, die Schwerpunkte der Interessen des Kapitals wie dessen Widersacher führen Regie und auf der Strecke bleiben Sachlich- und Wahrhaftigkeit.
      „Pars pro toto“ ist die Taktik, „Wag the dog“ die Strategie.

      Und wenn einer dieser ‚Verstärker der veröffentlichten Meinung’ an finanzieller Auszehrung zu leiden beginnt, findet sich wie immer der beschissene Konsument, um weiterem Beschiss Nahrung zu geben.

      „Nur das allerdümmste Schweindl
      hüpft vergnügt ins eig’ne Reindl.“

      Frei nach B. Brecht.

      Was hilft?
      3 Dinge: Bildung, Bildung und nochmals Bildung.
      Was geschieht: Zig Schulversuche, die schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt sind.

      Der Spagat zwischen leichter Manipulierbarkeit und einen selbstbewussten, klaren Weltbild ist kaum hinzukriegen. Wie eben viele Antagonismen in einer Aporie (philosophische Ausweglosigkeit) enden.
      Nur Hampelmänner und -frauen hatten noch nie Probleme damit.

      Auch wäre noch anzumerken: Wer heute über die Klinge springt lebt zwar weiter, läuft aber Gefahr, sein Gemächt zu verlieren.

    • Undine
      03. Oktober 2010 13:34

      @DDr. Alexander V. Neumaier

      Hut ab vor Ihrem hervorragend zusammenfassenden Kommentar! Aber so läuft eben in Österreich der Hase, leider!

    • hoffmann (kein Partner)
      04. Oktober 2010 09:03

      Dr. Neumaier

      Sie haben recht, dass Ö damals kein Naziland war. Wer das behauptet, verharmlost die Nazis auf das Gröbste. Aber auf eines möchte ich schon verweisen: Wenige Tage vor der NR-Wahl im Oktober 1999, die schlussendlich zu schwarz/blau führte, hielt Jörg Haider am Stephansplatz seine Abschlusskundgebung ab. Ich wurde zufällig Augen- und Ohrenzeuge dieser Veranstaltung. Ein paar Tage vor dieser Kundgebung hatte ich im im dt. Fernsehen eine Dokumentation über die Wahlkämpfe der Nazis in der Weimarer Republik gesehen. Als ich da am Stephansplatz stand und beobachtete, was Haider und die anderen Blauen den Leuten da so boten, habe ich mich sehr an diese Doku erinnert gefühlt. Der Gedanke, dass jemand, der solche Wahlkämpfe führt, dann mit einer Koalition belohnt wird (bzw. seine Partei), läßt mich heute noch erschaudern (auch wenn dann - wie zu Beginn erwähnt - die Politik von schwarz/blau absolut nichts nazihaftes an sich hatte. Schlecht und von Stereotypen geprägt war sie aber trotzdem).

    • Norbert Mühlhauser
      04. Oktober 2010 10:42

      @ Neppomuck:

      Was hilft?
      3 Dinge: Bildung, Bildung und nochmals Bildung.


      Seien Sie mir nicht böse: Weshalb es Bildung braucht, um zu erkennen, dass Information nur einseitig, nämlich ohne Widerspruch, gebracht wird, das ist mir schleierhaft.

      Außerdem ersetzt die beste Bildung das eigenständige Denken nicht. Unter gesellschaftlichen Umständen, in denen Bildungsdiplomen Götzenanbetung entgegen gebracht wird, werden Diplomanden sogar verleitet, sich Nachdenken zu ersparen, weil sie nicht herausgefordert werden. So trägt die Inflation der Diplome sogar zu einer Inflation der Dummheit bei.

      Was der ORF bringt, ist außerdem im Einklang mit den universitären Leitlinien, die anderen Medieninhabern können sich auf den dadurch induzierten Zeitgeist ausreden. Erst die letzten Jahre begann der Einfluss des Staatsrundfunks zu schwinden - nicht nur in Ö.

      Die von Ihnen beklagten Ausflüsse des Zeitgeistes sind allesamt die Folge einer dekadenten universitären Geisteskultur. Dort zählt dem Hörensagen nach in der Geschichtswissenschaft die psychologische Geneigtheit schon bald mehr als Faktenschlüsse, in der Rechtswissenschaft die Sozialphilosophie mehr als Logos und Logik, in der Wirtschaftswissenschaft verdrängt der ideologische (Aber-)Glaubenssatz, dass Wohlstand der kolonialistischen Ausbeutung zu verdanken ist , das einstmalige Standardwissen vom Zusammenhang zwischen Industrialisierung und Wohlstand (womit Globalisierung und CO2-Zertifikate gerechtfertigt werden) usw, usf. Und über allen Disziplinen feiert natürlich der Geschlechterkampf als angeblicher Urgrund allen menschlichen Werdens fröhliche Urständ.

      Seien Sie also bitte etwas vorsichtiger beim Hochjubeln der Bildung, worunter mehr denn je nicht das Mittel zum Zweck, sondern das universitäre Diplom verstanden wird.

    • Norbert Mühlhauser
      04. Oktober 2010 10:49

      Nachtrag @ Neppomuck:

      Verschenke ein "n" bei "Medieninhabern" ...

    • klein (kein Partner)
      04. Oktober 2010 11:09

      @Mühlhauser
      ziemlich reaktionär, ihr Posting zum Thema Bildung. Meine Erfahrung ist schon die, das ein gewisser Bildungsgrad zum kritischen Denken beitragen kann - insbesondere z.B historische Bildung beim Erkennen politischer Zusammenhänge. Aber irgendwie haben Sie wieder recht: Es gibt hier in diesem Forum so viele Leute, die mit ihrer Bildung prahlen und daraus auch ihre Berechtigung ableiten, ihre Meinung als die einzig richtige und gültige darzustellen, und dennoch so extrem eindimensional denken, dass einem das Fürchten kommt. Bildung an sich ist wichtig, aber alleine ist sie manchmal wertlos.

    • Norbert Mühlhauser
      04. Oktober 2010 12:45

      @ klein:

      Ad "reaktionär": Da ich als der Macht fernstehender Bürger bei der gesellschaftlichen Entwicklung kein, oder nur ein theoretisches Initiativrecht habe, bleibt mir nur die Reaktion.

      Ansonsten: Es war nicht meine Absicht, den Wert der Bildung zu verneinen. Versteht man unter Bildung allerdings nur ein Mittel zum Zweck (so wie Sie es auch angedeutet haben), dann muss man aber auch jegliche Bildungsbemühungen selbst außerhalb der standardisierten Hochschulbildung anerkennen. Jeder aufgeweckte Bürger bildet sich Zeit seines Lebens ständig privatim fort, umgekehrt verstehen etliche Universitätsabgänger, die ja als solche allesamt Fachausgebildete und nicht berufene Universalgelehrte sind, nicht einmal die einfachsten Wirtschaftsgrundlagen (zB dass das Kapital durch Endbesteuerung - mit einem kumulierten Ertragsteuersatz von 43,75 % auf Unternehmensgewinne - nicht bevorzugt ist, oder dass die Kalkulation(-srechnung) etwas Spekulatives, nämlich eine Hoffnungsrechnung ist).

    • Neppomuck (kein Partner)
      04. Oktober 2010 19:41

      >> N. Mühlhauser:

      An der Differenzierung der Begriffe „Bildung“ und „Ausbildung“ scheiden sich die Geister und scheitern viele. Leider auch Minister.
      An sich ein Thema für mehrere Doktorarbeiten, will ich versuchen deutlich zu machen, was ich darunter verstehe. Vorerst zwei „Bonmots“:

      „Der Spezialist weiß alles über etwas, der Weise weiß etwas über alles und die Hausmeisterin weiß alles über alle.“
      Autor unbekannt

      „Bildung kommt von Bildschirm, nicht von Buch – sonst würde es ja Buchung heißen!“
      Dieter Hildebrandt (satirisch gemeint)

      Meiner bescheidenen Meinung nach ist „Bildung“ die möglichst umfassende Kenntnis dinglicher (kommt auch [!] von der Ausbildung) wie menschlicher Eigenheiten (Erfahrung, die auch angelesen werden kann) in Kombination mit intellektueller Fähigkeit sowie entsprechend vorhandener Redlichkeit (siehe „Werte und Tugenden“), unter Einsatz fächerübergreifenden Wissens Zusammenhänge zu erkennen bzw. herzustellen. (eine Domäne akademischer Korporationen)

      Bildung wäre somit die Vorstufe zu einer profunden Ausbildung, die ihrerseits zwar den Bildungsgrad (in Detailbereichen) erhöhen kann, andererseits aber die Gefahr in sich trägt, ein einseitiges Weltbild zu bekommen. Spätestens seit der Verschulung der Universitäten wurde die Tradition des humboldtschen Bildungsideals über Bord geworfen und damit die Chance vertan, aus Akademikern (wirklich) gebildete Leute zu machen. So blieb der Geruch des Fachidioten an vielen graduierten Hochschülern hängen, eine (oft berechtigte) Einschätzung, die allenfalls nur durch das vielzitierte und durch den harten Existenzkampf nahezu unmöglich gemachte „lebenslange Lernen“ konterkariert werden könnte.
      Und wenn man es dann (vielleicht) getan hat, nämlich „lebenslang gelernt zu haben“, dann ist man längst jenseits der Altergrenze, die einem (heute) noch für die Gesellschaft nützlich sein lässt.

      Das ließe sich zwar auch umgehen, aber bei der „Kreativität“ und der „Innovationsfreudigkeit“ unserer Politiker sehe ich dafür keine Chance.

    • Norbert Mühlhauser
      04. Oktober 2010 22:08

      @ Neppomuck:

      Es gibt da noch ein paar boshafte Sprüche, die zu klopfen ich nicht anstehe:

      "Zwei Experten, drei Befunde."

      oder:

      "Die Spezialisten wissen über einen immer kleiner werdenden Teil immer mehr, bis sie einmal von Nichts alles verstehen werden."

      Ihre Vorstellung von Bildung spricht fächerübergreifende Kapazitäten, analytische Erkenntnisfähigkeit ("Logik") und Herzensbildung (Redlichkeit als soziale Bringschuld, um die Werteordnung nicht zu unterminieren), an. Das ist die herkömmliche humanistische Vorstellung von einem gehobenen Geisteszustand, der zu Orientierung und sinnvoller Initiative befähigt.

      Dazu einige Details:
      Die Kenntnis menschlicher Eigenheiten ist das eine, die Kenntnis menschlicher Kapazitäten und mit statistischer Empirie belegbarer Verhaltensmuster, wie sie die Psychologie lehrt, das andere. Letzteres versucht zwar den Menschen zu berechnen, schlägt aber fehl, weil dieser seine Entscheidungsfreiheit, mit anderen Worten die Fähigkeit zu Launen, hat. Der Verstand ist auch kein Ausfluss der Sprache, vielmehr verdankt sich die Sprache dem Bewusstsein und dessen Kombinatorik. Ein Techniker oder Physiker wird keine grammatikalisch korrekten Sätez denken brauchen, um Lösungen zu finden (- das hat nichts mit Intuition zu tun!); und vieles mehr ...

      Die Wissensexplosion macht sogar den hochgehaltenen Begriff eines Wissensfundus in Form eines Katalogs der allgemeinen Bildung fragwürdig. Sie finden nämlich selbst in einem 30-bändigen Brockhaus überwiegend Allgemeinwissen (also abgesehen vom in Einzelfällen erforderlichen Formel- oder Begriffsverständnis), dass sie ob dessen Fülle nie und nimmer Heranwachsenden einpauken können. Umso problematischer ist die interdisziplinäre Vernetzung an den Universitäten. Die Wissenschafter dürften genug zu tun haben, ihre angestammte Materie zu beherrschen, sie werden auch eher zu Dialog in verwandten Bereichen getrieben.

      Wahr ist, dass es einem erwachsenen, im Lebenskampf stehenden Menschen manchmal leid tut, für die Erforschung eines interessanten wissenschaftlichen Sachverhaltes nicht genug Zeit aufbringen zu können. Wahr ist aber auch, dass 90 % dessen, was in Schulen gepaukt wird, nach einigen Jahren vergessen wird, so es nicht beruflich gebraucht wird. Oder wollen Sie behaupten, dass von solchen Maturanten, die nicht gerade Mathematik oder Physik o.ä. studiert haben, auch nur einer von hundert einen Wissenstest nach Art einer Schularbeit der 8. Gymnasialklasse über das spektakuläre Gebiet der Differentialberechnung im 30. Lebensjahr bestehen würde? Nicht einmal im doppelten Zeitrahmen!

      Andererseits kann man (muss aber nicht) aus dem Mathematikunterricht an logischen Denkfähigkeiten gewinnen. Genauso aber auch durch Übungen (Projektarbeiten) im Programmieren .... Das Sprachstudium ist nicht nur ein Gedächtnistraining, sondern auch eine Erleichterung für spätere Lernbemühungen, usw ... Sie sehen also, es geht mir nicht darum, die höheren Schulen als Zwischenstufe völlig zu negieren. Es fragt sich nur, ob nicht die Vorstellung von Allgemeinbildung überholt ist.

    • Alexander V. Neumaier (kein Partner)
      05. Oktober 2010 08:34

      Sehr geehrter Herr hoffman,

      man sieht halt oft Dinge, die man sehen will.
      Ich denke mir bei so mancher Rede von Politikern, Ton und Farbe weg, Anzeige in Schwarz/Weiss, dann ist das nicht mehr der Trittin / J. Fischer oder ein anderer, dann ist das eine Wochenschau aus dem 3. Reich.
      Oder bei einem H. Fischer, da handelt es sich dann wahlweise um eine ältere Aufnahme mit dem jungen Breschnev.

      Das ist oft eine Frage der Erwartungshaltung.

      Wobei ich sogar sagen würde, daß Österreich schon vor 1938 kein Naziland war.
      Sonst hätten die Deutschen wohl kaum alles daran gesetzt die ursprüngliche Volksabstimmung über den "Anschluß" zu unterbinden.

      Insofern ist auch eine FPÖ eine ziemlich harmlose, wenn auch nationalistische, Populistenpartei.
      Sonst wären sie ja wohl kaum zu demokratischen Wahlen zugelassen.

      Grottenschlecht sind sie und zwar unbestritten.
      Auch darin stehen sie den anderen österreichischen Parteien um Nichts nach.

      mfg

      DDr. Alexander V. Neumaier

    • Alexander V. Neumaier (kein Partner)
      05. Oktober 2010 08:34

      Sehr geehrter Herr Mühlhauser,

      ich habe mich mit einigen Freunden, nach langer Diskussion, einmal darauf geeinigt, daß gute Bildung darin besteht, daß der Gebildete in Entscheidungsfragen viele, und daher anfangs entscheidungsoffene, Lösungswege aus seinem Wissen heraus entwickeln kann und diese bis zum Entscheid über eine, nach seiner Ansicht beste, Lösung weiter verfolgen kann.

      Das kann natürlich auch in der Akzeptanz oder Ablehnung von Nachrichten bestehen.

      Das hat nichts mit einem akademischen Grad zu tun, das ist eine, von Diplomen unabhängige, Eigenschaft von Bildung.

      Das kritische Hinterfragen von Zuständen und Informationen.

      Insofern haben Sie schon recht, wenn Sie die Auswüchse des abschluß- und diplomorientierten Bildungssystems kritisieren.
      Dieses System fördert nicht zwangsläufig eigenes Denken.
      Wer seine akademische Bildung im Rahmen eines ideologisch geprägten Systems erwirbt, der erwirbt dabei nicht auch zwangsläufig jene Bildung, die zur inhaltlichen Kritik notwendig ist.

      Aber in diesem Sinne hat auch Hr. Neppomuck recht, wenn er generell darauf hinweist, daß Bildung per se eine unabdingbare "Einstiegsdroge" in die Welt der selbständigen Entscheidungsfindung ist.

      Selbst dann noch, wenn diese Bildung anfangs ideologisch gefärbt ist.
      Verbessern kann man sich immer noch.

      Wenn man will ...

      mfg

      DDr. Alexander V. Neumaier

    • harald18
      05. Oktober 2010 09:42

      @ Alexander V. Neumaier + hoffmann

      Haider am Stephansplatz Oder Wahlveranstaltung und Wahrheit

      Der Versuch, den politischen Gegner in mannigfachen Formen als Außenseiter zu stempeln, ihn für verrückt und/oder geisteskrank zu erklären, ihn mit finsteren Mächten in Allianz zu sehen, hat lange Tradition. Oft hilft dies aber, liebgewordene Denkgewohnheiten nicht aufgeben zu müssen.

      Wahlveranstaltungen haben für mich, und zwar bei allen Parteien, einen starken Ausdruck der Irrationalität an sich. Es geht dabei effektiv nicht um die Vorstellung des jeweiligen Arbeitsprogrammes, sondern um ein forciertes Anklingen der Emotionalität. Schlagworte, ohne Einbindung in komplexere Hintergründe, Frohbotschaften sollen Stimmung erzeugen in Richtung Wahlverhalten. Und wenn es der Sache helfen möge, machen sich gestandene Persönlichkeiten auch zum Kasperl, indem sie auf offener Bühne einen Zylinder aufsetzen und dabei zu einer unmöglichen Musik tanzähnliche Schritte vollführen. Alles für die Partei, ohne die man ja nichts wäre. Harmlos, aber demaskierend. (Man beachte dabei die stille Symbolik: Politakteure, den Proletariern verbunden, tragen Zylinder. Was will man uns damit sagen?) Die Welt ist wirklich eine Bühne.

      Haider hat die aufgeteilte Republik aufgemischt. Das wird ihm die Linke wohl nie verzeihen. Der Demokratie hat er damit unbewusst einen Gefallen getan. Die Verknöcherung des Machtanspruchs, die Versumperung im öffentlichen Denken, die Tabuisierung so mancher Themen, die gelenkte Selbstverständlichkeit in der sogenannten Wertbeurteilung, all dies wurde durcheinandergebeutelt. Zwar nur schwach, nicht dauerhaft, aber immerhin. Teile des Volkes lernten daraus, dass Wahrheit nicht bei den Parteien aufgehoben wird.

      Dr. Neumaiers Schilderung zeigt ja überdeutlich die Hysterie auf, die manche Demokraten als hilflose, aber adaequat angesehene Reaktion auf "andere Meinungen" initiieren. Dieser ganze Ausgrenzungszirkus, die auf nichts begründete Verirrung mit dem Verfassungsbogen, demokratiepolitisch nicht akzeptabel, haben nur eines bewusst gemacht: Teilnehmer am politischen Prozess, auch wenn überall Demokratieplakate hängen, kann man sich nicht aussuchen. Einen unangenehmen Gegner, noch dazu, wenn er stärker wird, die Legitimation abzusprechen, lässt sich kurzfristig schon bewerkstelligen. Einen plausiblen Grund findet man schon, und wenn es die Verteidigung der Demokratie sein muss. Langfristig allerdings erkennt der Wähler die falsche Botschaft, die Verfälschung der Demokratie, den Mißbrauch der Legitimation.

      Daher könnte man überdenken, ob Wahlveranstaltungen wirklich eine Aussage zur Parteienarbeit treffen. Das wird, zeitgeistadaptiert, vor Jahrzehnten nicht viel anders gewesen sein. Ich sehe solche Vorstellungen als Vorstufe zur Komödie und als Auftrag, nämlich mit einem Schuss Humor die Kommentare und das Fahnenschwenken zu bewerten. Und dabei sich eine Frage stellen: Sind wir als Wahlvolk wirklich so beschränkt, wie die auf der Bühne glauben?-

    • Norbert Mühlhauser
      05. Oktober 2010 11:11

      Sehr geehrter Hr Dr Neumaier,

      Sie schneiden mit Ihrem an mich gerichteten Beitrag Begriffsfragen an:

      Zweifellos besteht ein Unterschied zwischen Wissen und Bildung. Wissen etwa kann heute leichter denn je auch außeruniversitär erworben werden, wenn man will. Nur in wenigen Detailbereichen braucht es noch die universitäre Stufe als letzten Schliff, nicht aber zB beim Erlernen einer Sprache. Bei Letzterem kann die richtige außeruniversitäre Befassung mit der Materie zu ebenso guter oder sogar noch besserer Befähigung führen.

      Bildung könnte man - dem Wissen und der Ausbildung gegenübergestellt - als Beherrschung eines Wissenkomplexes verstehen, der zu qualifiziertem zivilisatorischen Handeln auch außerberuflich befähigt. Für diese Definition beanspruche ich natürlich nicht den Status der Vollendung, vielmehr ist ihr nur Hinweischarakter zugedacht.

      Aber in diesem Sinne hat auch Hr. Neppomuck recht, wenn er generell darauf hinweist, daß Bildung per se eine unabdingbare "Einstiegsdroge" in die Welt der selbständigen Entscheidungsfindung ist.


      Nichts dagegen einzuwenden, außer dass sich mein Gedankenaustausch mit Neppomuck zuletzt ja - aus meiner Sicht - darum drehte, dass das Hauptgewicht der universitären Ausbildung schon immer die Fachausbildung war, wohingegen den Schulen die Allgemein(aus)bildung zugedacht war, die zu definieren immer unmöglicher wird. Ich stimme Neppomuck einzig darin zu, dass früher auch noch etwas Allgemeinbildung über die universitäre Stufe vermittelt wurde. Dem halte ich entgegen, dass die Wissensexplosion und Spezialisierung dem studentischen akademischen Dialog der früheren Zeit möglicherweise notgedrungen den Garaus macht. Ein weiterer Grund wird auch die durch Massenuniversitäten notwendige Selektion sein, die Studenten zur Beschränkung auf die Wissensaufnahme anhält. Was Neppomuck auch mit dem Begriff der "Verschulung" angesprochen hat.

  6. Batman (kein Partner)
    03. Oktober 2010 09:50

    1.) Tuats net so vü fernschaun, des mocht bled und schlechte Augn!

    2.) Was relevant oder wahr ist bestimmt alleine der Unterberger. Der Wertkonservative hat das schon sehr gut verstanden und ist einer der fleissigsten Jünger, loben und preisen sollt ihr den Unterberger, das denken und sudern übernimmt er für euch. Amen.

    3.) Natürlich haben die Arbeiter die Krise verursacht und müssen zahlen. Auf keinen Fall sollte man den sich stetig vermehrenden Dollarmillionären o.ä. einen Beitrag abverlangen. Die fleissigen Erbleister zahlen eh schon so viel, ausserdem ist das Neid, trifft eh nur den Mittelstand und wenn sie zahlen sollen laufen sie einem scheuen Reh gleich davon. Bei denen die wenig haben kann man hingegen neidfrei sparen und das davonlaufen können sich die auch nicht leisten - ha!

    • M.S.
      03. Oktober 2010 10:06

      Mein Gott! Wie leicht muss man doch bei so einer einfachen Weltsicht leben!

    • Heri (kein Partner)
      03. Oktober 2010 12:35

      @Batman,
      aha, kennen Sie ein paar Dollarmillionäre, die wir, also die Guten Menschen, erleichtern können?
      Ah, vielleicht meinen Sie da etwa unsere ÖGB, ÖBB und ORF Genossen a la Verzetnitsch und Co? OK, dann auf mein Freund! Wir holen uns unser Geld von denen zurück! Freundschaft, Genossen!

    • Münchhausen (kein Partner)
      05. Oktober 2010 07:48

      Selig sind die geistig Armen
      Ihrer ist das Himmelreich...

      Es muss wirklich ein sonniges Leben sein, wenn das gesamte Weltbild und die komplette Erklärung über Gut und Böse in eine Mozartkugel passt.
      Aber was will man erwarten mit dem Hirn einer Fledermaus.

  7. fosca
    03. Oktober 2010 00:24

    Ich erwarte bei der extrem links gefilterten Berichterstattung unseres Öffentlich-Rechtlichen gar keine andere Informationstaktik mehr!
    Es bleibt jedem überlassen, sich objektivere Quellen zu suchen, am besten im Internet, am besten in nicht ganz "unpolitischen Tagebüchern"! ;-)

  8. Der kleine Nick
    02. Oktober 2010 22:08

    Je dümmer oder unanständiger unsere Journalisten und Politiker sind, desto eher setzen sich bei jedem Thema jene Menschen durch, die am lautesten schreien oder am meisten Tagesfreizeit zum Demonstrieren haben - eben weil Dummerln und Manipulatoren die Willensäußerungen von noch so kleinen Minderheiten nach Lust und Laune zu "machtvollen Demonstrationen" aufblasen (während andererseits manche Bürgerinitiative, die in der Bevölkerung großen Rückhalt hat, totgeschwiegen wird).

    Wie kann man dieser Verzerrung der Demokratie abhelfen? Sollten wir nicht schleunigst nach einer effizienten und verfassungsrechtlich sauberen Form der Bürgerbeteiligung via Internet suchen, damit auch die oft schweigende Mehrheit nicht nur alle fünf Jahre sagen kann, was sie will? Warum nicht Fragen ab einer gewissen Tragweite der Wählerschaft via Internet vorlegen? Und wenn die Politik die große Tragweite einer Frage nicht erkennt oder wahrhaben will, dann müsste eine bestimmte Zahl von Unterstützern die Aufnahme dieser Frage in die nächste Internet-Abstimmung erzwingen können.

    Die hier nur angedeutete Idee zu entwickeln, dann unter allen wesentlichen Blickwinkeln zu erörtern und schließlich verfassungskonform umzusetzen, das wäre vermutlich eine große Aufgabe - aber vielleicht zugleich eine wichtige Frischzellenkur für unsere Demokratie, damit die nicht eines Tages zu einem Trugbild verkommt?

  9. Rosi
    02. Oktober 2010 22:07

    Die Franzosen dürften jetzt allerdings recht heftig gegen die Pensionsreform protestiert haben, wenn man Radio NÖ Glauben schenken darf.

    • SuPa
      03. Oktober 2010 09:10

      In der ZIB1 wurde von Hinaufsetzung des allgemeinen Pensionsalters in Frankreich auf 67 Jahre berichtet, tatsächlich geht es derzeit um "von 60 auf 62".

  10. Wolfgang Bauer
    02. Oktober 2010 21:49

    Im folgenden wird die Antwort des SP OÖ Landesgeschäftsführers Christian Horner wiedergegeben, die er auf meine Fragen und Anmerkungen zum Rückzug des VOEST - Konzernbetriebsrates Hans Karl Schaller von der Initiative "STOPPT DIE STEUERLAWINE" (s. diese Homepage) wiedergegeben.
    Als Kontaktadresse zum Protestschreiben des Herrn Schaller, mit dem er sich vom gemeinsamen Foto mit VOEST-Vorstandsvorsitzendem Eder distanzierte - was sein gutes Recht ist, seiner Angabe nach war das Foto für einen anderen Zweck gemacht worden - war bezeichnender Weise eine Mailadresse der SP OÖ angeführt.

    Lesehinweis: Der erste Satz jedes Absatzes in der Sache gibt dabei meine Anmerkung oder Anfrage wieder, Herr Horner hat mein Mail jeweils gleich ergänzt:
    Ein bisschen kompliziert, aber es gibt die untunliche Dominanz von Partei- über Betriebsinteressen bezeichnend wieder:

    "
    Von: Horner Christian

    spoe.at>
    Lieber Herr Bauer!

    Gerne beantworte ich Ihr Mail betreffend Konzernbetriebsrat Hans Karl Schaller. Der Einfachheit halber füge ich die Antworten gleich in ihr Mail ein. Die SPÖ Oberösterreich ist jedenfalls an einem umfassenden Dialog in Sachen Verteilungs- und Steuergerechtigkeit interessiert. Wir sind der Überzeugung, dass sich die Interessen der Industrie und unsere vereinbaren lassen. Zum Beispiel in den Fragen der Einführung einer Vermögenssteuer für Privatvermögen über 1 Million Euro, der Bildung und der Unterstützung jener Betriebe, die ihre Erträge durch ihre Produkte erwirtschaften und nicht durch Finanzspekulationen.

    Gerne gebe ich Ihnen dazu auch einen Link auf unsere Homepage bekannt: http://www.ooe.spoe.at/gerechtigkeit/

    Dort finden Sie alle Informationen zu unseren Anliegen.

    Zu den Antworten auf Ihre Fragen:

    Betreff: Stoppt die Steuerlawine

    Es ist typisch, dass Herr Schaller die Kontaktadresse bei der SPÖ hat.
    – Herr Schaller ist langjähriger SPÖ-Funktionär, war im Linzer Gemeinderat für die SPÖ tätig und kandidierte für die SPÖ bei der Landtagswahl 2009. Daher ist es selbstverständlich, dass er eine Kontaktadresse der SPÖ hat.

    Hier geht's um Zurückpfeifen wegen Wahlkampf.
    – In Oberösterreich findet derzeit kein Wahlkampf statt. Der nächste wird erst zur Nationalratswahl 2013 geführt werden.

    Wieso kann Herr Schaller für Verschlechterung der Gruppenbesteuerung sein, das schadet ja der Auslands-Investitionstätigkeit seines Unternehmens massiv??
    Herr Schaller ist wie die SP OÖ für eine Reform der Gruppenbesteuerung, weil sie auch unerwünschte Nachteile für den Staatshaushalt mit sich bringt. Es geht nicht um eine generelle Abschaffung der Gruppenbesteuerung. Wissenschafter der Universität Linz haben etwa nachgewiesen, dass der Republik seit Einführung dieser Möglichkeit Milliarden am Steuereinnahmen entgangen sind, weil etwa ausländische Konzerne in Österreich Tochterunternehmen gründen um durch konzerninterne Darlehen Steuervorteile zu lukrieren.

    Alle werden noch blöd schauen, wenn die Industrie ihre Zukunftsinvestitionen im Ausland machen werden. Dann sind wir die Arbeitsplätze los, unwiederbringlich.
    – Das ist ein reines Angstmache-Argument. Denn Steuerfragen sind nur ein Kriterium von dem Standortentscheidungen abhängig gemacht werden. Viel wichtiger sind Fragen der Qualität des Bildungswesens, der öffentlichen Sicherheit und der Verfügbarkeit von qualifizierten MitarbeiterInnen. Bereich etwa, wo sich die Anliegen der Industrie und der SPÖ decken.

    Aber Hauptsache, die Partei bleibt an der Macht, sollen doch die Leute verarmen, weil sie keine Arbeit mehr haben.
    – Menschen haben in diesem Land ihre Arbeit verloren, weil die Wirtschafts- und Finanzkrise, ausgelöst durch verantwortungsloste Spekulationen und Steuerdumping verschiedener Staaten, Arbeitsplätze reihenweise vernichtet hat. Das alles wurde möglich, weil in den letzten Jahrzehnten Profitinteressen über alle anderen Anliegen der Gesellschaft gestellt wurden. Dieser Entwicklung stellen wir uns entgegen.

    Schade, dass sich ein Konzernbetriebsrat so für Parteiinterressen einspannen lässt. Zum eigenen Schaden und dem der ihm Anvertrauten.
    – Es ist schade, wenn Interessensvertretungen der Wirtschaft versuchen, Arbeitnehmervertreter unter Vorspiegelung falscher Tatsachen für die Erreichung ihrer Ziele missbrauchen wollen. Für das gegenständliche Inserat wurde ein Foto des SPÖ-Politikers und Betriebsrates Hans Karl Schaller verwendet, das für einen anderen Zweck aufgenommen worden war. Solche Methoden sind abzulehnen.

    Bei der AUA hat man gesehen: nach der Katastrophe sind alle Gewerkschafter schmähstad, weil sie's zu lange getrieben haben.
    – Das Desaster der AUA war Folge des eklatanten Versagens der Managements und des Aufsichtsrates über lange Zeit. Dazu kam dann die internationale Krise der Luftfahrt. Das den MitarbeiterInnen und ihren BetriebsrätInnen in die Schuhe zu schieben, ist unseriös.

    Mit freundlichen Grüßen!

    Christian Horner

    Landesgeschäftsführer

    SPÖ Oberösterreich

    +43(0)732/772611/15

    "

    • Xymmachos
      02. Oktober 2010 22:26

      Vielen Dank, Herr Bauer! Dieser Christian Horner wäre doch zweifellos ein passender Nachfolger der Frau Krawagna-Pfeifer, oder wie die heißt, wenn man bei den Salzburger Nachrichten einmal ein neues Krokodil benötigt, das vom Kasperl regelmäßig verdroschen wird (A.U. möge mir die Metapher verzeihen, aber das Bild drängt sich einfach auf...).

  11. Graf Berge von Grips
    02. Oktober 2010 15:06

    Nr.252
    Ein Gewerke war, wer erinnert sich daran?
    Ein Industrieller, ein mächtig starker Mann!
    Woher stammt also das Wort Gewerkschaft bloss?
    Eigentlich ein Rohrkrepierer, so ein Wortgeschoss.

  12. reinold
    02. Oktober 2010 12:33

    Die AU Tagebücher waren früher prägnanter, brachten üblicherweise einen Missstand auf den Punkt, jetzt finden sich oft Sätze wie:
    "Und sie erkennen immer mehr in den überspitzten (und häufig erfolgreichen) Forderungen der Gewerkschaften während der letzten Jahre eine Hauptursache der Krise, der Schuldenexplosion und der Arbeitsplatzgefährdung"
    Dazu mal langsam eins nach dem anderen:
    1. KRISE
    Auf der Mariahilferstrasse und bei den zahlreichen (nicht nur öffentichen) Baustellen rund herum und bei den zahlreichen Lokalen mit jeder Menge Gästen merkt man nichts von einer Krise.
    Eine Wirtschaftskrise schaut jedenfalls anders aus.
    Es scheint vielmehr so zu sein, das wir es mit einer reinen Bankenkrise zu tun haben und die Wirtschaft (und die Steuerzahler) genug Kraft haben, um die Banken zu retten.
    2. GEWERKSCHAFTEN und Sozialdemokratie agieren nicht zu heftig, sondern falsch und unwirksam, jedenfalls kann es ja wohl nicht die Ursache der Krise sein, dass es einen Mindestlohn von 1000 oder ein bissl mehr Euro pro Monat gibt, wenn gleichzeitig der Bezug des Commerzbank CEOs in Deutschland - wegen der staatlichen Bankenhilfe - vorübergehend! - auf 500.000 Euro plus Altersvorsorge plus Dienstwagen begrenzt wird und aber nunmehr fast 50 andere Banker (!) in der Commerzbank mehr verdienen als der Vorstand!!
    3. BANKEN
    Diese Gehälter sind ja nicht nur einzelne Spitzen, sondern darunter finden sich dann ja Hunderte, die 300.000 oder 400.000 verdienen, dafür dass sie eine Funktion erfüllen, die man früher der ÖVP nachsagte:
    Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer.
    Die Banken machen das perfekt.
    4. ARBEITSPLÄTZE GEFÄHRDEN, nein das machen nicht die Gewerkschaften, sondern die allseits eingesetzten Sanierer.
    Es geht immer nach dem selben Muster:
    Ein Betrieb wird saniert: Das heißt, der Ertrag für die Eigentümer/Aktionäre wird gesteigert, der Sanierer und andere Topmanager kassieren in ein paar Jahren soviel, dass sie dann meist ausgesorgt haben, einige davon hinterziehen auch noch die Steuer (Zumwinkel zB), eine Menge Menschen werden in die Arbeitslosigkeit geschickt und die verbleibenden Mitarbeiter werden dann umso mehr unter Druck gesetzt.
    5. SCHULDENEXPLOSION - die liegt nicht an den Gewerkschaften, sondern an einer völlig verkommenen Politikerkaste, die nur zum eigenen Vorteil und zum Vorteil der mit der Politikerkaste verhaberten Medien, zum Vorteil von Emporkömmlingen wie KHG und zum Vorteil von denen agiert, von denen sie ferngesteuert werden (zB Vize Pröll von Raiffeisen Konrad).
    (Thomas Bernhard hätte mehr den je recht mit seinem Befund "Wer in Österreich (und wahrlich nicht nur hier) einen Politiker wählt, wählt in jedem Fall ein korruptes Schwein")
    Die österreichischen Beispiele sind nur dann harmlos, wenn man sie mit den amerikanischen vergleicht, wo es ein Jobhopping zwischen Investmentbanken und Regierung gibt.
    6. Es ist schlimm für die Demokratie, dass nur so wenige Menschen auf die Strasse gehen, weder mit, noch unabhängig von den Gewerkschaften.
    Man hat eher den Eindruck, dass die Menschen heute von den Medien dazu gebracht werden, brav zu akzeptieren, was Politiker, Arbeitgeber usw ihnen zumuten.

    • brechstange
      02. Oktober 2010 13:04

      Die Gewerkschaften tragen sehr wohl eine große Mitschuld an dem Desaster, weil die Agierenden dem politischen Personal und sich selbst den Sessel retten. Die Verflechtungen sind ungesund. Unsere Verfassung schreibt eine parteiunabhänige Gewerkschaft vor und keinen juckt es, dass hier die Verfassung seit Jahrzehnten gebrochen ist.
      Die Gewerkschaften sind in der Form, wie sie heute agieren, aufzulösen. Die Gewerkschaften rufen zu Protesten - wie der ORF wegen des Redaktionsgeheimnisses - in der Bevölkerung auf für die eigene Sache seiner Funktionäre und Verbandelungen. Das begreift halt inzwischen ein Großteil der Bevölkerung, außer jenen die durch ihren Arbeitsplatz unter Druck gesetzt werden. Eigentlich ein wahnsinnig mafiöses Verhalten, oder nicht?

    • Helmut HGR.
      02. Oktober 2010 13:29

      @ Reinold -- KRISE

      Die Krise ist versteckt, aber vorhanden.
      Sie besteht darin, daß die Geldmenge dramatisch erhöht wird,
      was in der Regel zu Inflation führt.
      Denken Sie an die US-FED mit ihren fast null Zinsen; also die Fortsetzung
      der Schuldenpolitik, die mit eine Ursache für die Krise war.
      Denken Sie an die vorwiegend sozialistischen Politiker; die wollen die Schuldenpolitik fortsetzen, auf Kosten der Jugend. Und vieles mehr.

    • Norbert Mühlhauser
      03. Oktober 2010 00:45

      @ reinold, betr "Sanierer & Arbeitsplatzgefährdung"

      Ihre Diktion gefällt mir nicht:

      Erstens ist es das gute Recht der Eigentümer und Investoren, aus ihren Einlagen einen Ertrag zu erzielen. Dieses Recht wird übrigens auch durch überproportionale leistungsunabhängige Managergagen (1. und 2. Ebene), die der politisch-aministrativen Verfilzung (Stwt: "Eliten") zu verdanken sind, beeinträchtigt.
      ------
      Zweitens braucht es Arbeitskräfte, um aus einer wirtschaftlichen Investition einen Ertrag zu erzielen. Werden mehr Arbeitskräfte wegrationalisiert, als zur Deckung eines spezifischen Produktbedarfes nötig sind, würde damit auch der Ertrag beeinträchtigt. Niemandem mit Verstand kann glaubhaft unterstellt werden, seine eigene Wirtschaftsgrundlage wegzurationalisieren.
      -----
      Drittens ist es das gute Recht eines Unternehmens, nicht mehr Arbeitskräfte anzustellen, als sie zur Befriedigung eines vwl Bedarfes nach dem jeweiligen Produkt erforderlich sind. Wünschenswert wäre, es auch im politisch-administrativen Bereich so zu halten - leider wird dort ein Bedarf heraufbeschworen, um auf Bürgers Kosten Beschäftigung sicherzustellen.
      -----
      Wenn Sanierung Arbeitsplatzabbau bedeutet, dann deshalb, weil die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen eben dergestalt sind, dass die gleiche Arbeit in Betriebsstätten in Niedriglohnländern, oder durch Zulieferer ebendort, nicht nur mehr Dividenden für Teilhaber abwirft, sondern auch mehr Profit für Preiskämpfe und für Investitionen in qualitativen (Innovationen) und quantitaiven Ausbau (Anlagenbau).

  13. Josef Maierhofer
    02. Oktober 2010 11:51

    Die Sensationsmedien.

    Sensationen lassen sich gut verkaufen, Zerstörungen, Tote, Krieg, Bomben, Naturgewalten.

    Viel subtiler und viel feinfühliger aber geht zu, wenn man die wahren Gründe hinterfragen will, wenn man erfahren will, wie es dazu kommen konnte. Da würde man oft auf 'Rufer in der Wüste' stoßen, die diese Entwicklungen schon lange vorhergesagt haben, die das auch begründet haben.

    Das aber hat mit Macht und Politik zu tun, mit P.c., etc. und da ist freie Meinung kein Wert, da wird die freie Meinung massivst unterdrückt.

    Ja, nach Stimmung, die man in der Bevölkerung für deren Mißbrauch man gerade benötigt, erzeugt man in den Medien die Szenarien dazu, und, um Mit Gerd Bacher zu sprechen, 'das Volk lässt sich das gefallen'.

    Es muß sich das gefallen lassen, wenn es keine Zeit und Ambitionen hat, die Wahrheit zu hinterfragen. Wir müssen die Wahrheit mühsam suchen und finden, wenn wir nicht untergehen wollen.

    Das ist das Verbrechen der Medienmanipulation und die richtet in Europa den höchsten Schaden an.

    Die Manipulationsmedien.

    • donnerlütchen
      03. Oktober 2010 12:32

      Die Medien in allen Facetten sind doch alle gleichgeschaltet mit ein paar punktuellen Ausnahmen.

  14. Josef Maierhofer
    02. Oktober 2010 11:34

    Österreichische Gewerkschaften.

    Österreichische Gewerkschaften haben für mich immer den Geschmack des irrationalen, der Unmäßigkeit, des Aufrufs zur Faulheit, der überzahlten Funktionäre, der Überheblichkeit, der Gesetzlosigkeit, der Erpressungsgesinnung, der Parteimanipulation, der Lüge, der Provokation, des Willens, hohe Schäden anzurichten, des Machtmißbrauchs, der Volksverhetzung, u.v.a.m. gehabt und haben ihn noch immer.

    Wenn ich etwa vor dem ersten Weltkrieg gelebt hätte, wäre ich Mitglied dieser Bewegung gewesen, damals war eine Aufgabe da, die es zu lösen galt.

    So sind uns heute aus diesen Zeiten eben die Gewerkschafter und die Beamten geblieben, beide als privilegierte Fremdkörper, die nicht mehr in diese Zeit passen, Pragmatisierung und Gewerkschaft.

  15. simplicissimus
    02. Oktober 2010 10:52

    ja, die medien der freien westlichen welt.

    euronews: aufgeregte proteste und natürlich kein tag ohne roma/sinti propaganda, ohne schwulen und lesben verehrung, ohne genderismus, keine woche ohne mindestens 2-3 nazi-greuel gedenkfeiern etc. und dazu frau reding mit geballter faust so oder so ähnlich sagend: "wenn männer die faust ballen, dann sind sie energisch, wenn es frauen tun, sind sie hysterisch" (wie recht sie doch hat, aber viel wichtiger wäre politik für verständnis der geschlechter untereinander).

    cnn: leicht abgeschwächt dasselbe

    bbc-history: nazigreuel im wochentakt, zb bericht über kreuzigung eines kanadischen soldaten im ersten weltkrieg, durch, ja durch wen? - beweise wurden keine vorgelegt, nur mutmassungen angestellt, dass es nur die deutschen gewesen sein konnten, nicht etwa auch die eigene hunnen-propagandamaschinerie.

    gedenkfeiern und lichterlketten für die zig-millionen opfer des kommunismus kann man mit der lupe suchen. wer das zu erwähnen wagt, gilt als revanchist.

    und in den angelsächsischen medien vor der eigenen tür kehren? unverständliches fremdwort, passiert peinlicherweise manchmal als regiefehler.

    und unsere masochistischen linksreporter hingegen lassen keine gelegenheit aus weiteren generationen die erbsünde aufzuschwatzen und deutsche und österreicher im ausland schlecht zu machen.

    die gehirnwäsche, die natürlich auch au's obiges beispiel betrifft ist weltweit durchdringende, effizient einseitige heuchelei und hervorragend geeignet von den eigenen unzulänglichkeiten abzulenken. und wenn es keine anonymen bösewichte wie das kapital oder rechtskonservative kräfte sind, die man verantwortlich machen kann, dann kann man es immer mit den deutschen tun, die sich sofort präventiv in den staub werfen und die brieftasche zücken.

  16. Alfred E. Neumann
    02. Oktober 2010 10:34

    Soeben in den ORF-Nachrichten über Stutgart gehört:

    "Die Polizei hat bei der gewaltsamen Auflösung der Demonstration zahlreiche Teilnehmer verletzt."

    Das nenne ich Polemik!

  17. socrates
    02. Oktober 2010 09:53

    Bis vor ~ 30 J war ich Anhänger der Gwerkschaftsidee. Doch schon beim Eisenbahnspielen erfuhr ich die Geschichte der Bremserhäuschen: Am Ende bestimmter Waggons ist ein erhöhtes Häuschen, in dem ein Bahnangestellter auf ein Pfeifsignal wartete, um händisch die Bremse zu betätigen. Als die automatischen Druckbremsen aufkamen, waren dir "Bremser" unkündbar, die Gewerkschaft schützte sie. Ein Denkmal davon gibt es in jedem Spielzeuggeschäft.
    In sozialistisch gesteuerten Bereichen entwickelte sich eine Privilegienwirtschaft zu ungeahnter Blüte, begabte Idealisten als Führer wurden durch Schwiegersöhne ersetzt und Milliarden verschwanden. Die Nachlaßverwalter, Habsburger (d.h. bei der Wahl wird der Schwächste gesucht), ungebildet und konzeptlos, versuchen mitzuschwimmen ohne jemand weh zu tun.
    Wozu es eine Arbeiterkammer und eine Gewekschaft nebeneinandern gibt, außer zum Abzocken, weiß niemand. Die Hauptargunmente für sie, der Rechtsschutz, gilt nur nach Bewilligung durch einen Spezialrat und nur dann, wenn der Gegner nicht auch bei der G. ist. Beim Staat sind alle bei der G. = kein Rechtsschutz. Für den Beitrag bekommt man eine gute Rechtsschutzversicherung. Al Capone gehörten einige Gewerkschaften.
    Allerdings geht es auch anders: Konkurenz belebt das Geschäft, in F entstanden zahlreiche neue Gewerkschaften, die ihre Mitglieder wirklich vertreten. Die kämpfen gegen Entlassungen durch Firmenschließungen, Für höhere Löhne um das Volkseinkommen der Arbeiter als Wirtschaftsfaktor zu etablieren. Die F haben ein 20% höheres Einkommen und die Autos sind um 20% billiger.
    Das Pensionsalter bleibt, trotz heftiger Bemühungen der Mächtigen aus der EU bei 60 (sechzig) Jahren und die Gitanes + angeschlossene Verbrecher gelten weiter als Diebe.
    Die Gewerken (Bergbau), Genossenschaften (Die Bergbauern meiner Jugend elektifizierten ihre Höfe selbst, jeder mußte Material und Arbeit beistellen) sind Denkmäler unserer Kultur, der Konsum allerdings auch.
    Frühzeitig hat die Mafia die Macht der Gewerkschaften erkannt und mißbraucht. Heute erledigen das Lobbyisten. So kann man eine gute Idee mißbrauchen.

  18. Undine
    02. Oktober 2010 09:49

    @SuPa

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Meines Erachtens tragen die Gewerkschaften ein gerüttelt' Maß Schuld an der Höhe unseres Schuldenbergs. Mit immer maßloseren Forderungen nach Lohnerhöhungen und allen möglichen und unmöglichen Benefizien haben sie uns sehenden Auges in diese Krise getrieben. Wie unglaublich viele Milliarden hat alleine die unrentabel werkelnde Verstaatlichte Industrie verschlungen. Alleine die Finanzierung des Heeres von überflüssigen Generaldirektoren, deren Stellvertretern und der dazugehörige familiäre Anhang, alle mit märchenhaften Pensionen ausgestattet, hatte und hat noch immer das Zeug, die Staatsverschuldung kräftig voranzutreiben.
    Den Gewerkschaften als Handlanger der SPÖ ist es zu "verdanken", daß Tausende Arbeiter, für die es keine Arbeit gab, um teures Geld mitgeschleppt wurden, was natürlich zu Lasten des Steuerzahlers ging. Das war VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT zur höchsten Potenz.
    Die Gewerkschaften hatten, wie Sie schreiben, sicher vor 100 Jahren ihre Berechtigung, aber die ist mittlerweile längst abgelaufen, spätestens nach dem Desaster der Verstaatlichten Industrie.

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 11:44

      undine: völlig richtig, was sie sagen. nachdem die linke möglicherweise wirklich erkannt hat, dass ihre alten prinzipien ein alter hut geworden sind, hat sie nun die political correctness erfunden, die im prinzip human und fair sein sollte, in ihrer gelebten hinterfotzigkeit aber ein bedrohungspotential darstellt, das dem kommunismus um nichts nachsteht.

    • Undine
      02. Oktober 2010 16:08

      Womit kann folgende Tatsache gerechtfertigt werden:

      In der Zeit, bevor das Debakel der ehemaligen VÖEST ruchbar wurde, wurde einer der vielen Generaldirektoren, der aber nicht am Standort der VÖEST in Linz an der Donau wohnhaft war, sondern in KREMS an der Donau, tagtäglich von seinem Chauffeur am Morgen abgeholt und nach Linz gebracht, am Abend wurde er wieder von Linz nach Krems chauffiert. Womit der Chauffeur in der Zwischenzeit beschäftigt war, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber sicherlich hatten beide ein ROTES PARTEIBUCH.

    • Undine
      02. Oktober 2010 16:18

      @simplicissimus

      Ja, genauso verhält es sich! Und die von den LINKSBEWEGTEN ständig lautstark eingeforderte Toleranz, die --so, wie sie von links betrachtet wird--immer eine Einbahnstraße ist--sichert ihnen die Narrenfreiheit, zu bestimmen und in Stein zu meißeln, was GUT und was BÖSE ist.
      Wer danach lebt, hat's leicht in dieser verrückten PC-Welt.

      Eine Buchempfehlung: Jan Fleischhauer "UNTER LINKEN"! Diese Lekture tut wirklich gut!

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 16:48

      @undine: werde ich bestellen, wie auch sarrazin's buch. die 4 kurzfilme von fleischhauer hab ich gesehen, tut wirklich gut. da ich einmal das vergnügen hatte als gastgeber eines seminars herrn faymann eine (natürlich hochbezahlte) rede halten zu lassen und im anschluss die möglichkeit, mit ihm darüber zu diskutieren, möchte ich bestätigen: der mann scheint wirklich so zu sein, wie er in dem interview rübergekommen ist - ein überzeugender, ehrlicher, bescheidener und ganz und gar nicht eingebildeter paradelinker eben :-). ich war ehrlich erleichtert, als er das burgtheater verliess.

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 17:05

      korrektur: peymann, nicht faymann, wenn ich's jetzt richtig habe. tut mir leid, herr faymann, kenne sie nicht persönlich.

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 17:07

      der falsche faymann ghört runter zum richtigen peymann, sorry.

    • Undine
      02. Oktober 2010 17:37

      @simplicissimus

      Ja, das Interview mit Peymann! In aller Bescheidenheit hat er, ganz ohne rot zu werden, den gar nicht geringen Geldbetrag eingestreift, der stramme SOZI und Weltverbesserer.
      Was mich bei diesen Paradelinken, diesen Säulenheiligen all jener, deren Herz ganz, ganz links schlägt, immer so erstaunt, ist die Tatsache, daß sie häufig Kinder von NAZIS sind: Peymann, Günther Grass, etc., aber auch unser DÖW- Chef Neu(ge)bauer (?) oder die abgetakelte Bischöfin, später wenig erfolgreiche linke Politikerin Gertraud Knoll, um nur einige zu nennen. Die müssen sich, scheint's, immer ganz besonders hervortun.

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 18:54

      @undine: es ist ganz normal, dass nachfolgegenerationen oft anders als die eltern denken. und das ist unsere grosse chance: die kinder der 68er denken oft rechts.
      daher wird diese gehirnwäsche für die linke ja so wichtig, um mehrheiten damit umzudrehen.

  19. Gerhard Pascher
    02. Oktober 2010 09:36

    Friedliche Demonstrationen - wie auch das Streikrecht - sind in einer Demokratie legale Möglichkeiten, um seinen Unwillen über nicht gewünschte Massnahmen Ausdruck zu verleihen.
    Gefährlich wird es dann, wenn dabei Gewalt gegen Menschen und Eigentum angewendet wird. Da wäre es zu billig, nur von Kollaterialschäden zu sprechen, welche einfach in Kauf genommen werden müssen.
    Das Recht zum Streik sollte aber ausschliesslich nur bei lebensbedrohlichen Situationen in Anspruch genommen werden und nicht - so wie oft - als Erpressung, um Arbeitgeber oder Regierungen in die Knie zu zwingen.

  20. M.S.
    02. Oktober 2010 09:16

    Bezeichnend auch wie unsere Fernsehsprecher -mit wenigen Ausnahmen- bei sochen Bildern so aufgeregt gackern, dass sie sich ständig versprechen und bei ihrem eigenen Sermon, der keinen Menschen interessiert, nur mühsam einen ordentlichen Satz bilden können. Menschen, die so fanatisch einer Ideologie verhaftet sind, dürften den Beruf eines Sprechers und Moderators eigentlich nicht ausüben, da sie nicht in der Lage sind, die Objektivität zu wahren. Beispielhaft hinsichtlich einer korrekten Nachrichtensendung wären hier z.B die Sprecher der ARD-Nachrichten zu nennen.

    • logiker2
      02. Oktober 2010 11:28

      gebe Ihnen vollkommen recht, aber was will man von linken Kampfemanzen anderes erwarten, als heuchlerische Empörung oder Erschütterung wenn sie ihren ideologischen (Bildungs-) Auftrag erfüllen (müssen).

    • Undine
      02. Oktober 2010 16:31

      @M.S.

      "....unsere Fernsehsprecher......, daß sie sich ständig versprechen..."

      Wer erinnert sich noch des ehemaligen, stramm linksgestrickten Fernsehansagers Josef Broukal mit den unerfüllt gebliebenen Ministerträumen?

      JEDESMAL, wenn er den Namen JÖRG HAIDER zu sprechen hatte, was ihm anscheinend nicht leicht fiel, versprach er sich, so groß war offensichtlich sein Haß auf diesen Mann! Man konnte schon auf den sicheren Versprecher warten, was mich immer sehr erheiterte.

    • harald18
      02. Oktober 2010 19:25

      @ M.S. + Undine:

      Der ORF, seine Reporter und die Freiheitlichen sind von jeher ein Musterbeispiel, wie man einen TV-Auftritt eher nicht gestalten sollte. Zumindest dann nicht, wenn er für mündige Bürger produziert wird. Ich erinnere mich an ein TV-Interview, das vor Jahren am Wörthersee gedreht wurde.

      Die Szenerie: Strand, herrliches Badewetter, Tisch und Sessel unmittelbar am Wasser.

      Die Personen: Haider im roten Ruderleibchen, helle leichte Hose; ORF-Johannes Fischer im blauen Anzug, weißes Hemd, rote Krawatte, dazu passende Salonschuhe.

      Der Verlauf: Haider hatte keine Mühe, die -sagen wir: hintergründig - gemeinten Fragen zu parieren. Fischer bemühte sich vergebens, die Außenseiterrolle der Freiheitlichen zu unterstreichen. Ein Interview, wie viele eben.

      Das Besondere daran war aber die unfreiwillige Dramaturgie. Die Schürzung des Knotens wurde in diesem Falle körperlich sichtbar. Haider im Sommerdress fühlte sich physisch wohl, was für Fischer leider nicht ganz zutraf. Die Hitze setzte ihm zu, von Frage zu Frage wurden seine Schweissperlen auf Stirn und Wangen größer, selbst die Nasenflügel wechselten recht bald vom feuchten Glanz zur Schweisszone. Er musste für seine auf seriös gemachte Adjustierung bitter zahlen. Was immer er sagte, man merkte, er wollte sich eigentlich nur seines möglicherweise nicht ganz korrekten Anzugs entledigen.

      Die Sonne war erbarmungslos, seine Haare wurden nass, der Mann löste sich praktisch auf, man begann Mitleid mit ihm zu haben. Schade, dass die parteiliche Aufgabe und die Absicht, den Gesprächspartner in die Ecke zu drängen, die äusseren Umstände nicht berücksichtigten. Ich hoffe nur, es war Herrn Fischer anschließend möglich gewesen, den Kammgarn in die besagte Ecke zu schmeissen, Schuhe und Krawatte hintennach, und sich in die Fluten zu stürzen.

    • Undine
      02. Oktober 2010 21:03

      @harald18

      Damals war die Politik noch spannend! Welch Vergnügen zu hören, mit welch feiner Klinge die "hintergründig"gemeinten Fragen des "falschen Fufzgers" Fischer--entre nous können wir sie ruhig "hinterfotzig" nennen---von J.H. pariert wurden!

    • M.S.
      03. Oktober 2010 00:35

      @Undine + @harald 18
      Ich erinnere mich noch an die leidenschaftlichen Diskussionen der Chefredakteure (in den sechziger Jahren) mit Otto Schulmeister, Hugo Portisch, Fritz Czoklich, Franz Kreuzer, Hubert Feichtelbauer u.a.m. Das waren spannende, teilweise harte Auseinandersetzungen auf höchstem Niveau, mit Moderatoren, die gekonnt die Diskussionen leiteten, die bei allen gegensätzlichen Meinungen immer von gegenseitigem Respekt und mit Fairness geführt wurden.
      Schon damals wurde versucht, durch ein Volksbegehren, das vom Kurier unter dem damaligen Chefredakteur Hugo Portisch gemeinsam mit anderen Zeitungen initiiert wurde, den ORF von politischem Einfluss zu befreien. Die ÖVP unter dem damaligen BK Klaus schuf darauf hin ein neues Rundfunkgesetz, das den Forderungen des Volksbegehrens größtenteils entsprach. Eine der ersten Handlungen der nachfolgenden Regierung Kreisky war die Rücknahme dieses Gesetzes um den Einfluss der SPÖ zu ermöglichen. Seit dieser Zeit ist der ORF wieder zum Zankapfel der Politik geworden. Leider hat sich bisher niemand gefunden, der ein neues Volksbegehren zur Rettung des ORF in die Wege leiten wollte.

    • Undine
      03. Oktober 2010 14:07

      @M.S.

      Gut, daß Sie an jene längst vergangenen Zeiten erinnern, als es noch Leute wie die von Ihnen genannten Chefredakteure, allen voran OTTO SCHULMEISTER, gegeben hatte. Gerade dieser Mann hatte, abgesehen von allen anderen Tugenden, die einen guten Publizisten ausmachen, eine natürliche, eine angeborene Autorität. In seiner Aera hätte man sich eine LINKE MEINUNGSMAFIA, wie sie heutzutage im ORF und in den Printmedien vorherrscht, nicht vorstellen können.
      Die Jüngeren unter uns müssen ja glauben, es wäre schon immer so gewesen, daß der ORF und auch die Zeitungen ausschließlich von ROT und GRÜN "KONTROLLIERT" werden, von der linken Medienmafia eben.

    • M.S.
      03. Oktober 2010 23:05

      @Undine
      Ja genau das ist das gefährliche an dieser Situation. Die etwas ältere Generation weiß eben noch was Berufsethos im journalistischen Bereich bedeutet und leidet an diesem linken Meinungsterror. Je länger dieser Zustand andauert, desto mehr jüngere Menschen merken gar nicht mehr, wie sie durch die vereinigten Medien täglich indoktriniert und manipuliert werden. Genau das ist aber offenbar beabsichtigt.

  21. Wertkonservativer
    02. Oktober 2010 09:09

    Zum aktuellen Kommentar gehe ich - wie fast immer - mit A.U total konform:
    In der ORF-Berichterstattung werden Proteste einiger Hundert- bis weniger Tausendschaften erregter Demonstranten (nicht nur in Österreich) meist als machtvolle Vollkserhebungen dargestellt. Das kennen wir zur Genüge!

    Was mich jedoch beim Lesen des heutigen Frühkuriers fast vom Sessel geschmissen hätte, war die Story auf Seite 23 "Der ORF schuldet uns noch Geld" zur sattsam bekannten "Schauplatz-Geschichte". Da plaudern die beiden involvierten Skinheads ganz offen über ihre "Geschäftsbeziehung" mit dem Staatsfunk, über die diversen Guttaten, die ihnen Redakteur Ed Moschitz zukommen ließ, usw. usf.
    Da bleibt einem zumindest kurzzeitig der Mund offen: nicht wegen der lächerlichen bis gefährlichen Denkweise dieses typischen, leider oft recht unter-mediokrem Gemeindebau-Verschnittes (bitte um Entschuldigung an alle braven und netten Gemeindebau-Bewohner!!). Das ist Primitiv-Faschismus auf unterstem Level, wie er in der ganzen Welt anzutreffen ist!
    Nein, die Sauerei liegt beim ORF: Um politisch Andersdenkende anzupatzen, werden Sendungen vorbereitet und durchgeführt, die in absolut unfairer Weise ein falsches Bild der jeweiligen Begebenheit anstrebt und oft auch erreicht.
    Noch frecher ist in diesem Fall allerdings der präpotente Anspruch des ORF auf die notwendige Wahrung des "Redaktionsgeheimnis-Anspruches" hinsichtlich Verweigerung der Bänder-Herausgabe! Wenn dann noch die Justiz willfährig mitspielt (siehe Befangenheit usw.), dann rundet sich dieses "Sittenbild" zu einer typisch österreichischen Politsatire!
    Der ORF müsste bzw. mit Anwendung legaler Rechtsmittel gezwungen werden, die Bänder unverzüglich herauszugeben (ob dort nun etwas "Verbotenes" hör- oder bemerkbar ist oder nicht); in jedem Fall gehört aber der sehr eigenartige Redakteur hart abghmahnt, besser gefeuert!
    Herr Strache kann getrost der nächstwöchigen Wahl entgegensehen!

    • Observer
      02. Oktober 2010 09:27

      Als Insider weiß ich, dass bei Bildreportagen aus der Fülle von vorhandenem Material und Informationen nur ein sehr geringer Teil verwendet wird (bzw. werden kann). Da liegt es dann am Verantwortlichen, trotz der Auswahl dem Zuseher einen guten Eindruck von der aktuellen Situation zu vermitteln.
      Dies geschieht aber oft nicht, da
      1. der Auftrag zu den Aufnahmen schon einseitig gestellt wurde und/oder
      2. beim sog. Schnitt absichtlich die Darstellung aus einem anderen Blickwinkel dargeboten wird und/oder
      3. oft unter Zeitdruck als "final version" kein objektives Bild- und Textmaterial gesendet wird.

    • Wertkonservativer
      02. Oktober 2010 09:42

      Bitte um Entschuldigung für zweimal "Anspruch" innerhalb zweier Zeilen! Danke!

    • Mag. Manuel Leitgeb (kein Partner)
      04. Oktober 2010 10:46

      Etwas später Kommentar meinerseits. aber doch:
      Ich stimme Benutzer "Observer" uneingeschränkt zu, es war auch sehr gut auf dem veröffentlichten "Rohmaterial" der Reportage zu sehen. Es ging vordergründlich um die beiden Burschen, aber bei der Wahlkampfveranstaltung wurden ca. 10 Minuten lang nur Strache und andere Leute gefilmt, ohne daß die zwei "Hauptpersonen" im Bild waren. Jeder der sich ein wenig auskennt weiß sofort: Da wird Schnittmaterial gesammelt! Wie das später verwendet wird, liegt beim Redakteur/Editor, und beim objektiven ORF kann man sich vorstellen, welche Richtung das nimmt ...

  22. SuPa
    02. Oktober 2010 07:11

    Gewerkschaften hatten sicher vor 100 Jahren Ihre Berechtigung, da es einerseits noch keine Arbeiterkammern *) (mit Pflichtbeiträgen) gegeben hatte und zweitens wirklich manches im Berufsleben erst mühsam erkämpft werden musste. Doch nun schreiben wir 2010 und da tun sich die Gewerkschaften wirklich schwer, ihre Notwendigkeit zu erklären. Jahreland hat man z.B. vom geheimen, prall gefüllten Steikfonds gesprochen, welcher dann bei der Bawag/ÖGB-Affaire sich als nicht existent herausgestellt hatte. Ich habe den Eindruck, dass sich die Gewerkschaften in Österreich nur mehr als Selbstszweck erhalten. Traurig ist aber die Tatsache, dass man in vielen Großbetrieben, wie auch z.B. bei der Stadt Wien oder ÖBB mehr oder weniger gezwungen wird, da beizutreten.

    *) Interessant ist zu beobachten, dass manche Arbeiterkammerfunktionäre auch in der Gewerkschaft angestellt sind und so "vorbildlich" zwei Gehälter kassieren. Bei Kollektivvertragsverhandlungen sitzen neben den offiziellen Kammern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann auch noch Gewerkschaft und ggfs. auch die Industriellenvereinigung., wo die letzteren zwei genannten Institutionen gar keinen gesetzlichen Auftrag haben.

    • Observer
      02. Oktober 2010 09:13

      ad Gewerkschaft:
      Ich erinnere mich noch, als ich vor vielen Jahren bei einem Grossunternehmen kurz nach meinem Eintritt als Akademiker vom Betriebsrat mit "Koallega" angesprochen und mit dem Solidaritätsargument zum Unterschrift eines bereits fertig ausgefüllten ÖGB-Beitrittformulares "überredet" wurde. Es stand zwar darauf, dass über mein Ansuchen erst der Vorstand entscheiden wird, aber mir ist nicht bekannt, dass jemals ein Antrag abgelehnt wurde. Das ist doch nur reine Abzocke.
      Da lobe ich mir manche exklusiven Vereine und Klubs, wo man nur nach Empfehlung anderer Mitglieder bzw. einem Prüfungsverfahren aufgenommen wird. Übrigens auch in der ehemaligen UdSSR musste man bei der Kommunistischen Partei eine Wartezeit einhalten, wo festgestellt wurde, ob man überhaupt für die Partei als Mitglied "würdig" ist.

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 17:00

      @observer: habe diese leute immer sofort abgewimmelt, als ich angestellter war.
      in dem land, in dem ich lebe, werden den mitarbeitern 2% ihres ohnehin geringen lohns von den gewerkschaften abgeknöpft, die unheimlichen druck ausüben JEDEN zum mitglied zu machen oder diesselbe abgabe zahlen zu lassen, wie mitglieder, obwohl dies gesetzlich nicht erforderlich ist. als ich eine winzige handvoll meiner mitarbeiter, die sich nicht dem beitrittsdruck gebeugt hatten, in schutz nahm und ihnen - als kompromiss nur 1% abknöpfte, um es an die gewerkschaft abzuliefern, gab es ein unbeschreibliches theater. die angst der zwangsbeglücker vor freien, unabhängigen menschen ist weltweit ungeheuer gross, das macht sie so radikal.

    • simplicissimus
      02. Oktober 2010 17:06

      korrektur: peymann, nicht faymann. was soll's.

    • haro
      02. Oktober 2010 19:21

      Die "roten" Gewerkschaften hätten auch heute viele Mitglieder und ein reiches Betätigungsfeld so sie sich um die Anliegen benachteiligter Arbeitnehmergruppen, um mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt (Arbeitsverteilung, Lohn für jede Arbeit, Lohnunterschiede, arm - reich ...) um viele atypische Beschäftigungsverhältnisse -Praktikanten ohne Lohn/ geringfügig Beschäftigte...- gekümmert oder von vornherein einiges unterbunden hätten und sich nicht als reine Partei-Organisation (mit der üblichen Unterstützung für s.g. Ausländer ) etabliert hätten, mit Millionären/Bonzen an der Spitze die auf hemdsärmelig machen und eine Show abziehen - siehe auch Arbeiterkammer.
      Sich mit Bankbossen wie Elsner zu solidarisieren war schlechtes Beispiel.

      Die meisten Demonstrationen, Proteste sind zu reinen Parteiveranstaltungen von Linksorganisationen verkommen und diese werden dann auch gerne in linken Medien bejubelt (siehe auch derzeitige Demos in D) und damit auch unglaubwürdig (Kerzerlmärsche, Do-Demos).

      Und gibt es einem Homo-Lesben-Umzug mit einigen Weiber-Manderln oder Mander-Weiberln so wird in Wien die Ringstraße gesperrt und ein wohlwollender Live-Bericht in allen ORF-ZiB-Nachrichten gebracht. Fronleichnamsumzüge erfahren keine dieser Ehren, was aber keineswegs an weniger Teilnehmern liegt.

      Dürfte der Rotfunk nicht seine Zwangsbeiträge eintreiben hätte er dasselbe Schicksal wie die roten Gewerkschaften.

    • GOP
      02. Oktober 2010 21:05

      Der Betriebsrat fragte den Neueingetretenen: "Sans scho organisiert?"





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