Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro pro Monat) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel hingegen erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Israel: Das Urteil steht schon vor dem Prozess fest

Zwischen Israel und Gaza herrscht Kriegszustand: Die einen beschießen seit Jahr und Tag israelische Siedlungen, die anderen blockieren dafür den gesamten Gazastreifen und lassen nur ausgewählte Hilfslieferungen durch. Wenn sich Menschen, die sich für gut halten, und blauäugige linke Hilfsorganisationen Seite an Seite mit islamistischen Radikalen da einmischen, dann riskieren sie das, wovor sie gewarnt wurden und was im Krieg leider immer passiert: Mord und Blutvergießen.

Denn hätte Israel die Schiffe unkontrolliert durchgelassen, dann wäre damit das Ende der Blockade erreicht und die Raketen- und Bombenbastler in Gaza bekämen jede Form von Nachschub. Das ist eigentlich intellektuell nicht allzu schwer zu begreifen und müsste auch bekannten Nahost-Experten wie Werner Faymann einsichtig sein. Dieser hat jedoch sofort Israel attackiert, ohne den Sachverhalt zu kennen. So wie viele andere. Das gilt auch für die Erregungen der internationalen Diplomatie, die auf jede Erhebung des Sachverhalts verzichtet hat, bevor sie Israel den Prozess gemacht hat.

Die Lage in Gaza ist für die Menschen hart - dennoch gibt es keine Berichte, dass Israel die Gaza-Bewohner verhungern lässt, sodass die Schiffe eine lebensrettende Bedeutung hätten. Ohne verlässliche Einstellung der Attacken der radikalislamistischen Hamas aus dem Gaza-Streifen wäre es umgekehrt selbstmörderisch, würde Israel dem Druck nachgeben.

Vielleicht könnten jene Kulturmenschen, die sich bei jeden Festwochen und anderen steuer-teuren Anlässen so intensiv über sieben Jahrzehnte zurückliegende Verbrechen an Juden erregen, auch zehn Prozent der Sympathie den heutigen Juden zugute kommen lassen? Denn in Hinblick auf Verbrechen der vorletzten Generation ist es immer ziemlich leicht, moralische Solidarität zu üben. Zu heutigen Überfällen auf Israel ist man hingegen in jener Kulturszene seit Jahr und Tag sehr schweigsam.

Das ändert freilich nichts daran, dass genau zu prüfen ist, ob die Gewaltanwendung bei der Erstürmung der Schiffe durch die israelische Armee in Ordnung, oder ob sie überschießend war. Die Filme von Attacken mit Eisenstangen auf die Israelis sind freilich zumindest ein Indiz zu deren Gunsten. Das sind keine Filme von frommen Gutmenschen mit rein humanitären Absichten. Und Politiker der deutschen Linken - also der unbekehrbaren Anhänger einer totalitären Diktatur - an Bord der Schiffe sollten auch einem gefeierten schwedischen Krimiautor als Reisebegleiter suspekt sein.

Kommentieren (leider nur für Abonnenten)
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print



© 2022 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung