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Niemand will nach Griechenland

Da staunen die Griechen. Und jammern. Dabei war es vorhersehbar wie das Amen im Gebet: Jetzt bricht auch noch der Tourismus ein, also eine der wichtigsten Einnahmequellen der Nation.

Was haben die wackeren Hellenen eigentlich anderes erwartet? Täglich Bilder von wilden Demonstrationen und täglich böse Verbalattacken auf das europäische Ausland, weil dieses sich nicht eilfertig und devot genug beim Transport von Milliarden nach Griechenland erwiesen hat: Haben die Griechen da wirklich angenommen, dass das viele Nordeuropäer zur Anreise motivieren wird?

Dabei ist das Land ohnedies schon seit Jahren alles andere als eine Billig-Destination. Die ständig über dem europäischen Schnitt liegenden Lohnerhöhungen haben alle Preise steil nach oben getrieben. Binnen zehn Jahren haben sich die Griechen ja fast 30 Prozent mehr gegönnt, waren die griechischen Gewerkschafter um so viel "erfolgreicher" als die deutschen.

Und jetzt sind die Touristen so frech und wollen diese Erfolge nicht bezahlen. Und wenn sie, beziehungsweise ihre Staaten, beschimpft werden, schon gar nicht. Da nutzt es auch wenig, wenn heuer plötzlich die Preise für Griechenlandurlaube erstmals wieder ein wenig zu sinken beginnen. Da nutzt es auch wenig, dass Griechenland überwiegend sehr schön ist und die Menschen abgesehen von ihren nationalistischen Marotten und wirtschaftlichen Traumvorstellungen sehr nett.

Es geht im Grund immer um dieselbe Tatsache: Wer an die sozialdemokratisch-gewerkschaftliche Lüge glaubt, dass man sich durch Kampfmaßnahmen ein größeres Stück vom Wohlstand erringen kann, als man durch mehr Leistung, Kreativität, Technologie geschaffen hat, der fällt langfristig immer auf die Nase.

Freilich sind die Griechen da nicht alleine. Bis auf ein paar Oststaaten ist überall der gleiche Fehler begangen worden. Auch in Deutschland. Dort versucht wenigstens die Bundeskanzlerin nun ihr Land auf drastische Sparmaßnahmen einzustimmen. "Deutschland hat Jahrzehnte über seine Verhältnisse gelebt", hat sie den Teilnehmern des Kirchentages in München zugerufen. Das zeugt nach der fast irreversiblen Dummheit der Griechenlandhilfe immerhin von Lernfähigkeit und später Ehrlichkeit. Wann bekommen wir in Österreich einmal einen ehrlichen und lernfähigen Regierungschef? Wahrscheinlich noch später als die Griechen . . .

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