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SN-Kontroverse: Fischer empfehlen?

Unter dem Titel "Kontroverse" gibt es in jeder Freitag-Ausgabe der Salzburger Nachrichten eine Doppelkolumne, in der Katharina Krawagna-Pfeifer und ich jeweils zum gleichen, von der SN -Redaktion vorgegebenen Thema schreiben. Und zwar ohne dass man gegenseitig die Texte vorher kennt.

Diese Woche steht die "Kontroverse" unter dem Titel:

Soll die ÖVP eine Wahlempfehlung für Heinz Fischer abgeben?


In der Folge finden Sie die beiden – unverändert wiedergegebenen – Kolumnen. Dadurch soll dieser kreativen und spannenden Idee auch hier ein Forum gegeben werden.

Eine Empfehlung – aber klug


Katharina Krawagna-Pfeifer war Innenpolitikerin der SN, Innenpolitikchefin sowie Leiterin des EU-Büros des “Standard” und SPÖ-Kommunikationschefin. Sie arbeitet jetzt als Publizistin und Kommunikationsstrategin (kkp.co.at).

Manche Dinge ändern sich und bleiben doch irgendwie gleich. So die Tatsache, dass im zeithistorischen Gedächtnis meist die negativen Aussagen von  Politikern im Gedächtnis hängen bleiben. Dies wiederum ist darauf zurück zu führen, dass im journalistischen Alltagsgeschäft bekanntlich die beste Botschaft eine schlechte ist, weil sie "besser zu verkaufen ist". Es gibt keine Zeit für Differenzierung.

Dies führte u.a. dazu, dass von einem erfolgreichen sowie beliebten Unterrichtsminister und späteren Bundeskanzler der "Sager" übrig blieb, die Dinge seien kompliziert. Die Unterscheidung zwischen der Komplexität der modernen Welt, die einen komplizierten gesellschaftlichen Regelungsbedarf auslöst, kam "nicht rüber", wie es in der journalistischen Alltagssprache heißt.  Davor haben die handelenden Politikerinnen und Politiker eine Heidenangst. Denn je differenzierter sie formulieren, desto größer wird die Gefahr, nachhaltig missverstanden zu werden.

Dies ist bei der derzeitigen Debatte innerhalb der ÖVP um eine Wahlempfehlung für Heinz Fischer der Fall. Denn in der Partei weiß man/frau nur zu genau, dass Wahlempfehlungen für einen "gegnerischen" Kandidaten nicht gut ankommen. Zudem hängt ihr meist der Geruch von politischer Entmündigung an, gleichwohl die andern zur Verfügung stehenden Kandidaten überhaupt nicht das Anforderungsprofil  für die Nr. 1 im Staat erfüllen.

Diese hat das Land international zu vertreten, was bei Barbara Rosenkranz und dem christlichen Fundamentalisten Rudolf Gehring nur sehr bedingt vorstellbar ist. Daher geht die ÖVP den Weg der Differenzierung und greift Fischers Ideen auf. Wie zuletzt jene, wonach der Bundespräsident nur einmal – aber auf acht Jahre gewählt werden können soll. Dies ist auch eine Empfehlung – und keinesfalls eine unkluge.



Zwei unwählbare Kandidaten


Andreas Unterberger

Die ÖVP wird wohl keine Empfehlung für Heinz Fischer abgeben. So weit geht ihr Selbstbeschädigungstrieb nun doch nicht. Denn für jeden Menschen, der auf christlicher, wirtschaftsliberaler oder wertkonservativer Grundlagen steht – also auf einem der traditionellen ÖVP-Fundamente – ist Fischer genauso wie Barbara Rosenkranz unwählbar. Daher sprechen sich in der ÖVP auch nur die bekannten Opportunisten für die Wahl Fischers aus. Wie etwa Christoph Leitl.

Das heißt nicht, dass für bürgerliche Menschen Blaue oder Rote prinzipiell unwählbar sein sollten. Nur entsprechen weder Fischer noch Rosenkranz auch nur annähernd einer der drei vorher genannten Grundlagen, da mögen beide nun noch so oft eilfertig das Wort "Werte" plakatieren. Bei Rosenkranz wurden die Gründe der Unwählbarkeit oft durchdekliniert. Bei Fischer werden sie hingegen gerne verschwiegen.

Erstens: Fischer ist so wie Rosenkranz demonstrativ nicht Mitglied einer Kirche. Zweitens: Er war nie – so wie sein deutscher Kollege Köhler – eine Stimme der wirtschaftlichen Vernunft. Er hat sich nie mit dem Gewicht seines Amtes für Sparsamkeit, Verwaltungsreform und Bürokratieabbau oder für die notwendigen Pensions- und Gesundheitsreformen eingesetzt, sondern lediglich für noch mehr Umverteilung. Meistens hat er überhaupt geschwiegen oder sich mit wohlgeschraubten Worten um klare Stellungnahmen gedrückt.

Drittens: Wer sich über viele Jahre für die Freundschaft zu Nordkorea, der schlimmsten und brutalsten heute existierenden Diktatur engagiert hat, sollte nicht von "Werten" reden. Und dann schon gar nicht, wenn er auch die kubanische Diktatur mehrfach öffentlich gerühmt hat; wenn er zum Freundeskreis eines Udo Proksch gehört hat; und wenn er sich in all seinen ideologischen Äußerungen immer nur am ganz linken Rand positioniert hat.

Warum soll so jemand plötzlich für Bürgerliche wählbar sein? Nur weil er immer Krawatte trägt?

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alle Kommentare

  1. Rennifer (kein Partner)
  2. Wimpy (kein Partner)
  3. Open (kein Partner)
  4. Christelle (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:58

    This ponistg knocked my socks off

  5. Mirza (kein Partner)
    19. Januar 2015 09:17

    Cheers pal. I do aptaecirpe the writing.

  6. pichler (kein Partner)
    07. April 2010 19:18

    Thema verfehlt!!
    Es sollte nicht eine Diskussion welcher Kandidat wieviel Prozentpunkte bekommen wird,
    und was ein Erfolg wäre, geführt werden, sondern warum eine Regierungspartei, die nicht in der Lage ist, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, überhaupt eine Wahlempfehlung abgeben sollte.
    Ich glaube im Sinne einer demokratischen Wahl hat die ÖVP dieses recht verspielt.

    Pichler J

  7. pragmatiker (kein Partner)
    05. April 2010 09:23

    na ja, wir kommen einem ein- parteien system schon nahe.

    vorschlag für den neuen parteinamen: SVP = sozialistische-volks-partei

    das Ö für "österreichische" könne sie beruhigt weglassen, das kommt in den köpfen dieser politiker nicht mehr vor.

  8. J.Raab (kein Partner)
    04. April 2010 02:24

    Beide Beiträge haben einiges durcheinandergebracht. In der Beschreibung des ehemaligen Unterrichtsministers und Bundeskanzlers von Frau Krawagna wird nur beleibt mit beliebt und -los mit -reich verwechselt.
    Wie allerdings Herr Unterberger die Eigenschaften christlich, wertkonservativ und wirtschaftsliberal mit der ÖVP verbindet, bleibt rätselhaft. Mein längst verstorbener Großvater hat mir allerdings erzählt, es soll solche Strömungen vor langer Zeit tatsächlich auch einmal in Österreich gegeben haben. Der Name einer der Sozi-Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ, Grüne, NSDAP) fiel in diesem Zusammenhang aber nicht.

  9. harrytisch2009 (kein Partner)
    03. April 2010 20:07

    jedes ergebnis weniger als 99,9% für den sozialistischen kandidaten ist eine enttäuschung und ein zeichen für die unreife eines volkes!

    • erne (kein Partner)
      03. April 2010 23:19

      99,9 prozent zu erwarten ist absolut unrealistisch.
      ...
      80 - 85 prozent für h. fischer sehe ich erstens realistischer
      und ein ordentlicher erfolg.
      ...
      sollte dies jedoch unterschritten werden, kann ich dir, harrytisch 2009, was die reife des volkes betrifft, nur zustimmen.
      es wird sehr viel von der wahlbeteiligung und von den gültigwählern abhängen.
      ...
      ehemalige chefredakteure haben wir in österreich ja doch nicht gar so viele.

    • Gennadi (kein Partner)
      04. April 2010 15:23

      Jedes Ergebnis weniger als 99,9% wäre ein demokratisches Ergebnis.

    • M.S. (kein Partner)
      05. April 2010 12:46

      Jedes Ergebnis über 90% wäre ein Ergebnis in einer "Volksdemokratie"

    • M.S. (kein Partner)
      05. April 2010 12:47

      Jedes Ergebnis über 90% wäre ein Ergebnis wie in einer Volksdemokratie!

  10. HJR (kein Partner)
    03. April 2010 17:37

    Mein Entschluss steht trotz Fischer, Leitl und Krawagna-Pfeiffer fest: I want SEIFENSTEIN!

  11. RR Prof. Reinhard Horner (kein Partner)
    03. April 2010 14:05

    reinhard.horner@chello.at

    SN: Soll die ÖVP eine Wahlempfehlung für Heinz Fischer abgeben?

    Weder Krawagna-Pfeifer noch Andreas Unterberger antworten mit dem schlicht nachgefragten Ja oder Nein.

    Krawagna-Pfeifer unterschiebt der ÖVP eine an den Haaren herbeigezogene „kluge“ Empfehlung mit der Behauptung, sie greife Fischers Ideen auf, etwa die Beschränkung auf nur eine Amtsperiode, aber von 8 Jahren. Eine „Idee Fischers“, die mit seiner Wiederwahl nicht das mindeste zu tun hat. Was sie schreibt, ist insgesamt purer Nonsens.

    Andreas Unterberger erklärt sowohl Fischer als auch Rosenkranz seiner Meinung nach für unwählbar. Für Fischer spräche nur sein Auftreten als Krawatten-Träger. Wie sich die ÖVP verhalten soll, erfahren wir nicht ausdrücklich. Das ist auch gut so.

    Vermutlich brauchen nicht nur die „ÖVP-Wähler“ wirklich keine Empfehlung. Die Entscheidung entbehrt diesmal zwar nicht einer gewissen Skurrilität, aber so schwierig ist sie auch nicht, dass die Wähler einer höheren Handleitung bedürften. Man kann sie getrost mit ihrer Entscheidung allein lassen. Eine Anleitung, so dreist wie kürzlich in der missbräuchlichen ZIB-Wahlwerbung von Frau Thurnher mit Hugo Portisch, käme als Wahlempfehlung in einer Qualitätszeitung ohnehin nicht in Betracht. Derlei bleibt der Verkommenheit im ORF vorbehalten.

    Zur Teilnahme an dieser demokratischen Gelegenheit – mit diesmal 4 Wahlmöglichkeiten – soll man die aktiv Wahlberechtigten zweifelsohne einladen.

    Die Fragestellung der Salzburger Nachrichten war halt nicht sehr g’scheit.

    • Gennadi (kein Partner)
      04. April 2010 15:25

      Warum sollte ausgerechnet die ÖVP eine Wahlempfehlung für einen Altstalinisten und ehemaligen Chefideologen der SPÖ abgeben? Dumme Frage, genau.

    • erne (kein Partner)
      04. April 2010 23:35

      Gennadi...bp h. fischer als "altstalinisten" hinzustellen outet mehr über ihren izustand als ihnen wohl tatsächlich lieb iund vor allem bewusst ist.
      da bleibt nur mehr lächerliches! ich bedauere!

  12. erne (kein Partner)
    03. April 2010 10:11

    renneberg: es lohnt nicht weiter auf dich einzugehen.... es spricht eh schon alles was du selber hier geschrieben hast über dich.

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      03. April 2010 10:28

      auch wenn sie es zweimal posten wird es dadurch nicht wahrer.

      jedenfalls würde ich es bevorzugen wenn sie eine korrekte anrede verwenden würden, wir sind nicht per du, das können sie gerne bei ihren kumpanen verwenden.

      jedenfalls um kurz auf ihre zeilen einzugehen: sie möchten sich ihr posting auch nicht durch fakten kaputt machen lassen.

      aber trotzdem danke für´s mitspielen, erne, nehmen sie für die ostertage noch folgendes zum nachdenken mit:

      schlichte gemüter wie sie verurteilen bekanntlich alles was über ihren horizont geht.

      besinnliche feiertage!

    • erne (kein Partner)
      03. April 2010 10:38

      .... mit der letzten Zeile hast Du gerade wieder selbst bestätigt was ich unten zu deiner Person hier schrieb....
      .... daher bleib ich auch beim "du", mehr ist in deinem fall nicht drinn.
      .... und: ich lass es jetzt! es ist genug Zeit mit dir verschwendet.

    • Gennadi (kein Partner)
      04. April 2010 15:27

      Zur Frage der Anrede: Eigentlich ist in Internet-Foren generell das Du üblich. Üblich ist allerdings auch, daß man sich nicht mit Titeln etc. schmückt.
      Beides scheint hier, weshalb auch immer, außerhalb der Norm zu laufen. Trotzdem aber sollte man ein Du nicht als respektlos kritisieren.

  13. erne (kein Partner)
    03. April 2010 03:25

    wenn man das da oben alles so liest... bekommt man den eindruck, wir in österreich
    haben den schlechtesten bundespräsidenten der welt, und aller zeiten sowieso.
    was da alles an unsäglichkeiten seiner vita aufgezählt wird, bis hinüber nach nordkorea, lässt einem tatsächlich die haare zu berge steigen... wenn man tatsächlich komplett
    ahnungslos ist oder es aber aus parteipolitischen gründen sein will. (so wie bekanntermaßen auch a. unterberger)
    ....
    es dürfte wohl bei einigermaßen wachem verstand nämlich tatsächlich niemandem entgangen sein, dass die oberste zielsetzung und sozusagen "richtschnur" von fischer
    immer die wahrung und festigung der demokratischen grundwerte, der menschlichen grundwerte, der sozialen gerechtigkeit, der individuellen freiheit und der verbindlichkeit
    in unseren österreichischen gemeinwesen waren und sind.
    ....
    unsere zeit ist geprägt von permanenter infragestellung bisher geltender strukturen und wertigkeiten, ob gut oder schlecht sei dahingestellt.
    ....
    deswegen brauchen wir persönlichkeiten, welche die fundamentale basis unseres gemeinwesen in ruhiger, besonnener und damit umso wirksamere art und weise
    immer wieder allgemein bewusst machen und dafür gegebenfalls auch einstehen.
    ....
    und genau dies bewerkstelligte bp. h. fischer auch in seiner ersten amtszeit ausgezeichnet.
    ....
    polarisieren, unruhe stiften und ein höchst zweifelhaftes erscheingsbild abliefern können andere besser

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      03. April 2010 10:00

      oha, das standard forum hat offenbar schon geschlossen, jetzt wechseln die verrückten hierher...

    • erne (kein Partner)
      03. April 2010 10:12

      renneberg: es lohnt nicht weiter auf dich einzugehen…. es spricht eh schon alles was du selber hier geschrieben hast über dich.

    • Gennadi (kein Partner)
      04. April 2010 15:29

      "dass die oberste zielsetzung und sozusagen “richtschnur” von fischer immer die wahrung und festigung der demokratischen grundwerte, der menschlichen grundwerte, der sozialen gerechtigkeit, der individuellen freiheit und der verbindlichkeit in unseren österreichischen gemeinwesen waren und sind."

      Eigenartig, Erne, gerade diese Richtschnur konnte man an Fischer bisher nicht erkennen. Oder meinen Sie einen anderen?

    • erne (kein Partner)
      04. April 2010 23:24

      Gennadi...
      sehen musst du schon selber...
      das kann dir keiner abnehemn!
      ...
      allerdings erkenne ich auf grund deiner eigenartigen anwürfe auf fischer ("altstalinist" etc - das muss einem erst einmal in den sinn kommen) dass du schon sehr blind bist.
      ...
      eher hoffnungslos . befürchte ich.

  14. Waltraut Kupf (kein Partner)
    03. April 2010 00:34

    Es ist erstaunlich, daß Andreas Unterberger mit einer Worthülse wie "wertkonservativ" operiert und auch noch christlich mit wirtschaftsliberal kombiniert. Dort liegt aber die Crux der ÖVP, die seit langem gewohnheitsmäßigen Etikettenschwindel betreibt, wobei sie sich teilweise noch immer als "christdemokratisch" bezeichnet, gleichzeitig aber mit entwaffnender Unverfrorenheit sich vom Christentum schon lange verabschiedet hat, manche Exponenten sogar expressis verbis wie Molterer. Die ÖVP tut z.B. nichts gegen die Abtreibung (die im für Christen durchaus verbindlichen Katechismus als "verabscheuungswürdiges Verbrechen" bezeichnet wird); sie identifiziert sich mit der völlig unchristlichen EU und tanzt um das Goldene Kalb, wobei ein Christ ja weiß, daß man nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen kann. Dazu kommen Lüge, Heuchelei und Feigheit, wenig Soziales. Und da kann man sagen, daß Barbara Rosenkranz (obgleich aus der Kirche ausgetreten) alle Werte der ÖVP von ehedem in der Praxis besser vertritt als alle anderen. Ich wünsche ihr alles Gute und werde sie wählen.

    • Gennadi (kein Partner)
      04. April 2010 15:30

      Eine Partei sollte sich gefälligst auch von Religion distanzieren.
      Nicht allerdings von deren Werten, damit gebe ich Ihnen recht.

  15. Franz Frühwirth (kein Partner)
    02. April 2010 22:47

    Vorausschicken möchte ich, dass es für mich ein Skandal ist, dass die ÖVP, die sich noch dazu eine staatstragende Partei nennt, keinen eigenen Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl aufgestellt hat. Obwohl sie sich laufend -wie andere Parteien auch- hemmungslos an den Geldbörsen der Österreicher/innen vergreift und den Staatsbürger/innen für ihre Zwecke gar nichts so wenig aus den Taschen zieht, weigert sich die ÖVP trotzdem, ihren Beitrag zu einem halbwegs anständigen Wahlkampf zu leisten.

    Dass sie keine Wahlempfehlung abgeben kann, verstehe ich allerdings schon. Josef Pröll und seine Kumpanen wollen ganz einfach das Großmaul von Wien nicht vergrämen. Sie werden H. C. Strache als Steigbügelhalter einmal brauchen, wenn der Kapo der Schwarzen nach dem Stuhl des Bundeskanzlers greifen will. Denn aus eigener Kraft werden sie das niemals schaffen. Darum halten sie sich den Strache warm. Die Geschichte wird sich also doch innerhalb kürzester Zeit wiederholen.

    Es passt zwar zu seinem mieselsüchtigen Gschau, wie man Unterberger nicht anders kennt, dass er sich auch als Wühlmaus im Leben des derzeitigen Bundespräsidenten betätigt. Bei diesem schäbigen Spiel will ich nicht mitmachen, ich will nur daran erinnern, dass es Wolfgang Schüssel war, der nichts unversucht ließ, dass ihm endlich doch die Ehre zuteil werden würde, vom Kriegsverbrecher George W. Bush die Hand gedrückt zu bekommen. Es machte ihm nichts aus und störte ihn nicht, dass an den Händen dieses Mannes das Blut Hunderttausender unschuldiger Zivilisten klebt, dass George W. Bush bedenkenlos junge Frauen und Männer, alle die Töchter und Söhne anderer Mütter und Väter, den Terroristen ans Messer lieferte. Auch dieser Herr Bush war ein Wertkonservativer. Das alleine ist schon Grund genug, an solche Leute nicht einmal anstreifen zu wollen.

    Christlich sei das, was die ÖVP ausmache, meint Unterberger. Wenn er mit diesem Befund Recht haben sollte, dann reduziert sich das Christliche in dieser Partei auf Banalitäten, die ihren Ausdruck etwa darin finden, dass es vor allem ÖVP-Politiker sind, die am Fronleichnamstag direkt hinter dem Himmel gehen oder im Stephansdom in der ersten Reihe sitzen, wenn es etwas zu feiern gibt und das Fernsehen dabei ist. Schüssel trieb diese Scheinheiligkeit auf die Spitze, als er zum ersten Mal Bundeskanzler wurde und als Dank dafür in der Basilika in Mariazell vor dem Gnadenbild Mariens auf den Knien herumrutschte.

    Höchste Zeit wäre es auch, wenn endlich auch Unterberger realisierte, dass nach dem Kommunismus nur einige Jahre später auch der Kapitalismus abgedankt hat. In Österreich wurde die dadurch entstandene Situation noch durch die Laisser-faire-Politik Schüssels und Grassers verstärkt, deren unmittelbare Folge es war, dass der Steuerzahler mehrere Großbanken vor dem Zusammenbruch retten musste. Der Anteil der Reichen und Superreichen daran war hingegen denkbar gering. Denn die haben in Josef Pröll auch wieder eine Schutzmantel-Madonna gefunden.

    Mit diesen Feststellungen ist es hinlänglich bewiesen, dass es eine maßlose Übertreibung ist, von der ÖVP als einer Partei zu sprechen, die auf christlicher, wirtschaftsliberaler oder wertkonservativer Grundlage steht. Denn beliebig austauschbar sind auch in dieser Partei nicht nur die Funktionäre, sondern auch deren Grundsätze.

    Nur ein einziges Prinzip hat sich bei der ÖVP bisher als durchgängig erwiesen und wurde durch die jüngste Entwicklung wieder bestätigt, dass nämlich Verluste der Konzerne und Großbetriebe die Allgemeinheit zu tragen hat, Gewinne jedoch den Mann auf der Straße einen feuchten Staub angehen. Die werden dann sogar gar nicht so selten an der Steuer vorbei ins Ausland verschoben. Heißt das vielleicht auch noch „wertkonservativ und christlich“ im Sinne Unterbergers?

    • M.S. (kein Partner)
      03. April 2010 10:50

      Also bitte! Was die Steuerzahler für die Rettung von Banken, Betrieben u.s.w. schon berappen mussten, das liegt wohl hauptsächlich im Verantwortungsbereich der roten Reichshälfte (VÖST, KONSUM, BAWAG, u.s.w., u.s.w.) Für diese Megaskandale zahlt der Staatsbürger noch Jahrzehnte an Schulden und Zinsen zurück!

  16. Gennadi (kein Partner)
    02. April 2010 19:47

    Schafft es Frau Krawagna-Pfeifer wirklich nicht, den Unterschied von "man" und "Mann" zu erkennen? Wir lernten es noch in der Volksschule...

  17. Christian G. (kein Partner)
    02. April 2010 18:48

    "Siege" müssen a bissal promotet werden.

    http://hauptwort.at/2010/04/02/bundesprasident-dr-heinz-fischer-sagt-sieg-heil/

  18. APM (kein Partner)
    02. April 2010 18:05

    Was, Wie, Warum auch immer "empfohlen" wird, scheint dem festen Glauben zu entspringen, dass man die Wählerschaft für unmündig (um kein anderes Wort zu verwenden) hält. Die österreichischen Wähler werden SO entscheiden, wie es IHM/IHR passt, d.h. was sie für RICHTIG halten. Es ist schade um die Zeit wenn man derlei Artikel liest.
    Dies wäre auch ohne zur Schaustellung mehr oder weniger nichtssagender Gesichter auf Plakaten der Fall gewesen. Ergo: Man hätte sich sämtliche Ausgaben für derlei papierenen Müll schenken können und das Staats-Defizit damit - um den Betrag der Kosten - geringer halten können. Aber das ist ja nur das Geld derer die für diesen Schmus aufkommen müssen.

  19. Jüko (kein Partner)
    02. April 2010 17:37

    Sie waren zuerst an der Reihe, noch die Gründe gegen Gehring zu liefern. ;-)

    Wenn diese Dinge Sie stören, dann ist es wohl so.

    Sollte nicht Gehring eine echte Alternative für alle darstellen, die nicht links oder deutschnational sind? Wobei ich befürchte, dass er auf dem (außen-)politischen Parkett ausrutschen würde. Wählen werde ich ihn trotzdem, weil ich ein katholischer bürgerlicher Konservativer bin. Auch die liberalen Aspekte wird man bei Gehring finden. Ich glaube bloß, dass in der CPÖ noch zu wenige derartige "Strategen" am Werke sind.

    • Jüko (kein Partner)
      02. April 2010 17:38

      Ups, das wäre eine Antwort weiter unten für Renneberg gewesen. Entschuldigung.

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 18:25

      hab`s gefunden :-)

      nun, ich bin auch bürgerlich konservativ, katholisch in ansätzen, wiewohl natürlich ministrant etc.

      trotzalledem geht mir die debatte um fristenlösung etc. zu weit. eine verkürzung ja, bessere beratung, unbedingt, keinesfalls auf krankenschein.

      aber das wird gehring und seine leute leider ebenfalls nicht zusammenbringen. da braucht es schon eine grundsätzliche werteänderung von der vollkaskogesellschaft hin zur eigenverantwortlichen (subsidiären) gesellschaft.

      das werden wir mit gehring nicht zusammenbringen sondern nur mit der, ja leider, övp.

      denn vielleicht schafft diese es, mit ihrem neuen grundsatzprogramm, an dem im moment gearbeitet wird, wieder mehr und stärkere werte in die herzen der menschen zu tragen.

    • LePenseur (kein Partner)
      02. April 2010 19:33

      sher geehrter Herr von Renneberg!

      ... denn vielleicht schafft diese es, mit ihrem neuen grundsatzprogramm, an dem im moment gearbeitet wird, wieder mehr und stärkere werte in die herzen der menschen zu tragen.

      Ihren Optimismus und das Geld vom Rothschild möcht' ich haben ...

      Vergessen Sie's! Die ÖVP ist mittlerweile eine Organisation schwarzer Proleten à la Neugebauer bzw. schwarzer Packler von irgendwelchen Seilschaften mit und ohne Mützchen und Bändchen ...

      Werte? Ja, wenns um Sachwerte oder um geldwerte Vorteile geht, dann könnt' das Wort schon mal im Sprachgebrauch vorkommen — sonst nur in Sonntagsreden.

      "A Bund Hådern!", wie der Wiener zu sagen pflegt ... und bei der ÖVP sogar drei Bünde ;-)

    • Jüko (kein Partner)
      02. April 2010 22:16

      @LePenseur
      Ihre Befürchtung bzw. Einschätzung wird von vielen geteilt, jedoch ist es schön und legitim, mit Renneberg auf Besserung zu hoffen. Und da genau setze ich nochmal an: Wenn Gehring viele Stimmen bekäme, wäre das ein Hinweis für die ÖVP, dass man mit christlich-sozialen Werten doch was gewinnen kann. Denn, und da bin ich pessimistisch, aus sich heraus werden die ÖVP-Lenker nicht auf so edle Gedanken kommen. Dazu sind sie zuviel "Volks"partei und achten darauf, was die Leute hören, oder besser nicht hören wollen.
      Kurzum, ein Erfolg für Gehring wären m.E. ein wünschenswertes Ausrufezeichen hinter einer SOS-Meldung des wertkonservativen Österreich.

  20. Mag. N. Scholik (kein Partner)
    02. April 2010 16:12

    Eigentlich bin ich dessen schon müde, aber es muss halt noch einmal klar gesagt werden:

    H.Fischer ist als Oberbefehlshaber des ÖBH wegen seines penetranten Schweigens und Wegsehens über die akute Krise "seines" BH, das er ja befehligt, schon aus diesem Grunde absolut unwählbar.

    Was soll man von einem Kommandanten halten, der sich im Zuge des Zerfalls seiner Einheit verkriecht, weil das einige Wählerstimmen kosten könnte? Und überhaupt:
    es wäre seine verdammte Pflicht, hier seine Stimme - als Oberbefehlshaber und Bundespräsident - zu erheben.

    Werte ... WER hat das auf seine Wahlplakate geschrieben?

    Ein gerade in dieser Sache äußerst verbitterter
    Obst N.Scholik

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      02. April 2010 16:34

      Nur lt dRes. E.Tripes schließt sich dem vollinhaltlich an.

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      02. April 2010 16:47

      Nur LtdRes (PiB 2) Marcus Aurelius schließt sich ebenfalls vollinhaltlich an.

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 16:53

      s.g. herr oberst scholik,

      hifi wird einen teufel tun und seine stimme gegen irgendetwas nicht sozialistisches erheben.

      sozialisten wie er haben doch ein feines leben, solange sie nicht tatsächlich zu worten wie werte, ehre, aufrichtigkeit rückgrat befragt werden, oder dazu stehen müssen.

      solange die linken journalisten sie danach nicht befragen. Und würden sie das tatsächlich wagen, vermeintlich würden sie auch in worten eines hifi, darabosch, entacher & kumpane werte erkennen.

      in wahrheit aber werden die werte dieser leute aber eher am klo ausgedrückt als in deren haltung, was man sich von aufrichtigen männern (& frauen) richtigerweise erwarten darf.

      hifi. darabosch, entacher und anderen in diesem zusammenhang würde ich feigheit vor der gesellschaft vorwerfen.

    • Gennadi (kein Partner)
      02. April 2010 19:51

      Herr Scholik. auch ohne Oberst zu sein, schließe ich mich Ihrer Kritik gern an.
      Leider hört man mit Ausnahme der ÖOG wenig, zu wenig Kritik aus den eigenen Reihen.

    • WFL (kein Partner)
      03. April 2010 15:33

      Völlig richtig. Spätestens mit seinem verbissenen Schweigen in der Eurofighter-Diskussion hat sich Fischer disqualifiziert.

  21. Dieba (kein Partner)
    02. April 2010 16:05

    Das mit Nordkorea wird fad, Herr Unterberger. Ist es eigentlich Sinn eines Blogs, sich nicht über das zu informieren, worüber man schreibt?

    ;-)

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 16:45

      was genau wird fad, dieba?

    • Dieba (kein Partner)
      02. April 2010 17:45

      Dass es nicht stimmt, was Herr Unterberger schreibt.

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 18:19

      aha, dann treten sie doch den gegenbeweis an, oder posten sie woanders.

    • Dieba (kein Partner)
      02. April 2010 19:12

      Nun, lesen Sie selbst nach über die Ziele der "Gesellschaft Österreich-KDVR". Oder übernehmen Sie die Unwahrheiten, die Herr Unterberger schreibt. Bei allen Argumenten, die man gegen Fischer vorbringen kann, sollte man dennoch bei den Fakten bleiben, denken Sie nicht?

      ;-)

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 19:31

      ziele und taten sind oft sehr unterschiedlich, stecken doch hinter der freundschaftsgesellschaft ganz andere, sagen wir mal, profane dinge, wie profit, etc.

      wenn sie mit dem wort profan, in vielen anderen, eigentlichen zusammenhängen, etwas anfangen können. ;-) kryptisch? macht nix.

    • Gennadi (kein Partner)
      02. April 2010 19:52

      Dieba, was an Nordkorea wird fad? Dort darf immer nur ein Kandidat aufgestellt werden. Das gleiche wollen Fischer und Genossen hier erreichen. Zulässiges Vorbringen.

  22. ...der Redaktion bekannt! (kein Partner)
    02. April 2010 13:50

    Frage mich ob alle "Bürgerliche" einen Nicht-Katholiken für unwählbar halten oder nur erzkonservative wie unser Blogger!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      02. April 2010 13:58

      Da muss ich unseren Blogger direkt verteidigen, er hat wohl schon ein Gespür für die äußerst fragwürdige politische Sozialisation und die sich daraus ergebende demokratische Einstellung der Kandidatin.

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 14:51

      @drb

      offenbar haben sie da einiges überlesen, was es sonst noch an traurigem über hifi zu sagen und schreiben gibt. Versuchen sie mal das buch von norbert leser, dem man schlecht konservativismus vorwerfen kann sinnerfassend zu lesen, dann ergeben sich 2 völlig logische wie klare fakten:

      1.) fischer ist auch für sozialisten (kellersozis) im grunde unwählbar. die tun´s halt aus parteigehorsam, nicht weil sie nachdenken.

      2.) für övp wähler, konservative, liberale, einfach die bürgergesellschaft ist er ebenfalls völlig unwählbar.

      fazit: weiß wählen. hingehen jedoch in jedem fall.

    • Mag. N. Scholik (kein Partner)
      02. April 2010 16:04

      Herr Renneberg hat völlig Recht. Hingehen, weiß wählen; hoffentlich sehr viele Menschen.
      LG N.Scholik

    • Jüko (kein Partner)
      02. April 2010 16:58

      @Scholik, Renneberg
      Warum nicht Gehring?

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 17:02

      @jüko

      aus welchem grund gehring, lautet die frage?

    • Jüko (kein Partner)
      02. April 2010 17:11

      Sie begründen, warum Sie weder Fischer noch Rosenkranz wählen würden und empfehlen daher weiß. Es gibt einen dritten Kandidaten, den sie offenbar auch nicht wählen würden, wofür Sie jedoch keinen Grund angegeben haben. Sapperlot, ich dachte es würde reichen, nur kurz zu fragen. Muss man hier wirklich alles derartig ausformulieren?

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 17:20

      @ jüko

      meine frage ist schon richtig formuliert. sagen sie mir gründe herrn gehring zu wählen.

      was ich bisher von ihm weiß bringt mich nicht dazu ihm meine stimme zu gegebn.

      gründe:

      zu klerikal
      für mich etwas krause ansätze im denken
      zuwenig liberal

    • Jüko (kein Partner)
      02. April 2010 17:39

      @Renneberg
      Habe die Antwort irrtümlich als neuen Kommentarbeitrag gepostet.

  23. Charlotte (kein Partner)
    02. April 2010 12:28

    Bei der derzeitigen Kirchenhetze des ORF (in den ZiB-Nachrichten -anstatt Berichte über aktuelle Vorkommnisse- nach wie vor täglich das Hauptthema der ORFler - heute etwa "der Papst hat in der Gründonnerstagsmesse nicht von den Missbrauchsopfern gesprochen" dieser Böse, daher war auch keine Teilübertragung wie der Schönborn-Messe) sollten sich die österreichischen Katholiken sehr genau überlegen wen sie zum BP wählen.

    Welche Werte vertritt BP Fischer?

    Würde unser BP das Abhängenmüssen der Kreuze in Schulen begrüßen?

    Warum spricht er kein Wort der Besorgnis, wenn sein Freund Alfons Haider im ORF Erklärungen ab gibt wie vom "verschissenen verlogenen katholischen Österreich", wenn er und andere seiner Fans diffamierende Anti-Rosenkranz-Demos veranstalten und Rudolf Gehring als "Fundamentalist" diffamiert wird?

    Zu letzerem : Warum eigentlich? Weil er Schwulenhochzeiten und Abtreibungen nicht positiv sieht? Würde man Al-Rawi und alle Muslime -die das sicher genau so sehen- auch als Fundamentalisten bezeichnen?
    Oder gibt es bei der Beurteilung von Moslems doch andere Maßstäbe unserer Linken und bei diesen wird ein Moslem erst dann als Fundamentalist bezeichnet wenn er als Terrorist Menschen getötet hat?

    • Josef Maierhofer (kein Partner)
      02. April 2010 12:35

      Fischer ist für mich nicht wählbar, er ist gegen Österreich, dadurch, daß er das alles zuläßt oder eventuell sogar gutheißt.

    • Neppomuck (kein Partner)
      02. April 2010 13:27

      Fischers "Werte" sind nicht auszumachen, seine "Tugenden" reduzieren sich bestenfalls auf wenige Sekundärtugenden.

      Rosenkranz hat immerhin Rückgrat, mag das (pejorativ) auch als mangelnde diplomatische Fähigkeit oder, positiv beurteilt, als Mangel an Bereitschaft zu faulen Kompromissen interpretiert werden.

      Denn wohin hat uns die "hohe Diplomatie" schon gebracht?
      In massiven Souveränitätsverlust und darüber hinaus in eine schleichende Abkehr von Demokratie.
      So gesehen wäre es Zeit, ein Zeichen zu setzen.

    • M.S. (kein Partner)
      02. April 2010 13:46

      Für mich hat sich Fischer spätestens in dem Augenblick disqualifiziert, als er am Höhepunkt der Auseinandersetzung um die Beschaffung der Eurofighter nicht Stellung bezogen hat. Wohlgemerkt nicht wegen der Typenwahl, darüber konnte man verschiedener Meinung sein. Aber es herrschte ja damals schon, aufgeheizt durch die Medien (zuvorderst natürlich durch den ORF) die Meinung, wir bräuchten doch eingebettet in der EU und umgeben von lauter befreundeten Staaten überhaupt keine Luftraumüberwachung bzw. -verteidigung. Da kamen dann von verschiedenen Zeitungsschmierern so peinliche Vorschläge wie, wir könnten ja unseren Luftraum von "befreundeten" Nachbarn überwachen lassen; oder ein Staatsbesuch in Österreich könnte doch auch am Budapester Flughafen landen und von dort abgeholt werden! Das Geld, dass wir durch den Verzicht auf die "Kampfflugzeuge" einsparen, könnten wir dochfür soziale Zwecke verwenden.
      In dieser Situation hätte ich mir vom Oberbefehlshaber des Bundesheeres eine klare Stellungnahme zur grundsätzlichen Notwendigkeirt der Luftraumüberwachung- und Verteidigung erwartet.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      02. April 2010 13:52

      Denn wohin hat uns die “hohe Diplomatie” schon gebracht?


      Die "hohe Diplomatie" hat z.B. die Existenz der heutigen Republik Österreich erst ermöglich. Schon die zwei Kriege vergessen, die wir kürzlich verloren haben?

    • Neppomuck (kein Partner)
      02. April 2010 14:02

      Der war gut, schnabeltierfresser.
      Die "hohe Diplomatie" nach den ersten Weltkrieg war ein reines Diktat, die nach dem zweiten auch, was aber letztlich durch Staatsvertragsverhandlungen und nach 10 Jahren in einen brauchbaren "status quo" gewandelt wurde, allerdings nicht im Sinne der besonderen Signatarmacht der Sowjets.
      Die haben die Eigendynamik der Demokratie falsch eingeschätzt.
      Also nichts mit "Diplomatie".

      Auch hier gilt, bzw. galt der Spruch: "Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum."

  24. rossi (kein Partner)
    02. April 2010 11:47

    Der Raum, in dem FISCHER so ziemlich ALLES hinter sich lässt, ist ja angeblich (>B.Kreisky) das Klo.

  25. LePenseur (kein Partner)
    02. April 2010 11:23

    Nun, ich widerspreche Unterberger, daß er Fischer wie Rosenkranz als "unwählbar" bezeichnet. Nur, weil er sie beide nicht wählen mag, sind sie deshalb noch nicht "unwählbar"! Rechtlich unwählbar ist, wer die gesetzlichen Voraussetzungen (Staatsbürgerschaft, Lebenalter etc.) nicht erfüllt — aber das ist ja banal. Bei "Unwählbarkeit" ist klarerweise eine moralische gemeint, die es einem Kandidaten an sich verwehren sollte, sich überhaupt aufstellen zu lassen.

    Und hier sehe ich weder bei Fischer, und schon gar nicht bei Rosenkranz eine solche moralische Unwählbarkeit gegeben.

    Fangen wir, Ladies first, bei Rosenkranz an: was hätte sie in ihrer politischen oder rpivaten Laufbahn getan oder vertreten, das sie "unwählbar" machte? Auch bei genauer Betrachtung fällt mir dazu nichts, aber schon garnichts ein.

    Sie vertritt ein traditionelles Frauen- und Familienbild. Macht sie das etwa "unwählbar"?
    Sie stammt aus einer deutschnationalen politischen Tradition. Was, bitteschön, soll daran "unwählbar" machen, wo doch Hainisch und Renner ebenfalls Bundespräsidenten und bekennend deutschnational waren!
    Sie stimmte im Nationalrat gegen den Lissabon-Vertrag. Wenn das "unwählbar" macht, dann kann die EU ihre Larve von "Demokratie" gleich fallenlassen und sich in EUdSSR umbenennen. Denn wenn jeder, der politisch einen dissidenten Standpunkt vertritt, gleich "unwählbar" würde, dann haben wir Verhältnisse wie in den Blockpartei-Regimen à la DDR!
    Also was sollte sie "unwählbar" machen? Ihr Mann etwa? Na hallo! Haben wir Sippenhaft? Mal davon abgesehen, daß Horst Rosenkranz unbescholten ist und die Einstufung als "Rechtsextremer" durch das DÖW direkt als Auszeichnung für Charakterfestigkeit gewertet werden kann.

    Man kann gegen Rosenkranz natürlich alles mögliche vorbringen, Mangel an internationaler Erfahrung z.B. — aber m.E. nichts, was sie "unwählbar" machte. Und, nochmals gesagt: das heißt nicht, daß man sie deshalb als geeignetste Person für diese Funktion ansieht. Aber "unwählbar"? Mit Sicherheit nicht!

    Nun zu Fischer:
    Er ist immer opportunistisch mit der Mehrheit seines Parteivorstands geschwommen. Macht ihn das "unwählbar"? Und wenn — warum erst für diese Funktion, erst 2010 und nicht schon 2004 (oder ist mir das ein "Fischer ist unwählbar" aus Unterbergers Mund entgangen)? Wer jahrelang mehrfach zum NR-Präsidenten gewählt wird, kann wohl nicht beim Bundespräsidentenamt auf einmal "unwählbar" sein.
    Er ist "links". Ja, aber wohl auch nicht viel mehr, als Rosenkranz "rechts" ist. Und bei beiden — und insbesondere bei Fischer als dem deutlich älteren — gilt wohl, daß das Alter zum Ausgleich drängt. Fischer von 30 Jahren hat sicher manches vertreten, das er heute nicht mehr vertreten würde. Politiker dürfen klüger werden — auch wenn sie nicht Adenauer heißen und als Sozialisten selbst im klügeren Zustand noch immer dümmer sind als ein Adenauer, bevor er klüger wurde (wie mein Vater zu sagen pflegte: "Man muß nicht unbedingt ein Trottel sein, um die Roten zu wählen — aber es erleichtert es einem beträchtlich!") ...
    Fischer und "Nordkorea" ist halt ca. so, wie Horst Rosenkranz bei seiner Frau: man kann Fischer als Vizepräsident eines Freundschaftsvereins nicht für das Regime verantwortlich machen. Und hat sich schon jemand die Mühe gemacht, näher nachzuforschen, wie er überhaupt zu dem Verein gekommen ist? Wer dem "Verein der Alt-Kremsmünsterer" (auch als Vizepräsident) angehört, dem wird man allfällige Mißbrauchsvorwürfe wohl schwer umhängen können — oder wäre der dann, nach dieser Logik, auch "unwählbar"?

    Was, nochmals deutlich gesagt, nicht heißt, daß man Fischer deshalb als geeigneten, oder auch nur als "den relativ geeignesten" Bewerber ansehen müßte. Für meinen Teil kann ich mir nicht vorstellen, daß ich Fischer wähle — da friert eher die Hölle zu! Hingegen kann ich mir ebensogut vorstellen, daß ich Rosenkranz oder (den von Unterberger offenbar bevorzugten) Gehring wähle. Wenn von den beiden, das sehe ich eher als "taktische" Erwägung. Daß auch diese beiden nicht ganz das sind, was ich mir vorstelle — nun, damit muß ich halt leben! Aber, Hand aufs Herz: welcher bisherige Bundespräsident war schon ganz das, was man sich unter einem Bundespräsidenten vorstellt? Mir fällt da keiner ein (obwohl meine Erinnerung bis Schärf zurückreicht) ...

    • LePenseur (kein Partner)
      02. April 2010 11:28

      Sorry, zwei sinnstörende Tippfehler:
      Statt:
      "(oder ist mir das ein “Fischer ist unwählbar” aus Unterbergers Mund entgangen)?" soll heißen
      "(oder ist mir DA ein “Fischer ist unwählbar” aus Unterbergers Mund entgangen)?"

      Statt:
      "Wenn von den beiden, das sehe ich eher als “taktische” Erwägung." soll heißen
      "WEN von den beiden, das sehe ich eher als “taktische” Erwägung."

    • Pensionär (kein Partner)
      02. April 2010 11:44

      Meine Erinnerung reicht bis Renner zurück - leider eine Alterserscheinung. Renner war Altösterreicher aus meiner Heimat Südmähren und ein außerordentlich gebildeter, kultivierter Mann. Auch der General Körner war für Österreich repräsentativ. Und was haben Sie gegen Kirchschläger?
      Übrigens war Jonas der einzige Präsident eines Staates, der ein gebildeter Arbeiter war. Waldheim war immerhin vorher zweimal UN-Generalsekretär.

    • LePenseur (kein Partner)
      02. April 2010 12:08

      @Pensionär:
      Die von Ihnen genannten waren keineswegs "unwählbar". Gewählt hätte bzw. habe ich sie (mit Ausnahme Waldheims) dennoch nicht.

      Renner was ein eloquenter Opportunist. Keine Frage, daß er in der Zwischenkriegszeit wesentlich besser geeignet gewesen wäre als Bauer es war, Österreichs Innenpolitik versöhnlicher mitzugestalten. Aber seine "Anpassungsfähigkeit" hat er mit seinem Anschluß-Interview (nach welchem er von den Nazis völlig unbehelligt in seinem Landhaus leben durfte) bewiesen.

      Über Körner kann ich nichts sagen, da kenne ich nur ein paar Gerüchte über seine angebliche Homosexualität. No comment.

      Was ich gegen Kirchschläger habe? Viel! Wer sich anläßlich seiner Wahl den Super-Christen derartig raushängen läßt, sollte nicht 1945, ganz am Ende der Nazi-Zeit, ein Einheit von Halbwüchsigen vor Wiener Neustadt sinnlos "verheizt" haben. Da gab es Kommandeure mit mehr Augenmaß und Verantwortungsbewußtsein. Und der sollte auch nicht als Regierungsmitglied die Abtreibungsregelung mitunterschrieben haben. Wenn ich schon so christlich bin, dann trete ich aus diesem Anlaß zurück, wenn ich erkennen muß, daß ich nichts dagegen unternehmen kann. Wollte er nicht, weil ihm der Außenministerposten ofenbar zu wichtig war. Danke, nein. Das macht ihn zwar nicht "unwählbar", aber für mich nicht zum Wunschkandidaten.

      Jonas, konzediere ich durchaus, war sicher nicht ungeeignet. Aber so sehr, daß ich ihn mir ersehnt hätte (abgesehen davon, daß ich damals noch nicht wählen durfte), mochte ich ihn auch wieder nicht.

      Nun, Waldheim habe ich tatsächlich gewählt. Aber auch bei ihm, offengestanden, war es eher meiner Abneigung gegen Sozen und meiner noch viel größeren Abneigung gegen hinterfotzige Lügenkampagnen geschuldet, als meiner Begeisterung für ihn ad personam.

    • Philipp Starl (kein Partner)
      02. April 2010 12:37

      Vollkommen falsch, Herr Kollege! Rosenkranz ist mit einem (auf jeden Fall, auch ohne gerichtliches Urteil, ist zwar Verleumdung, aber naja) Nazi verheiratet, sie gibt ihren Kindern germanische Namen und hat derer auch noch zehn (um GOTTES Willen)! Außerdem ist sie für die Aufhebung des § 3h VG, das allein sollte für eine NSDAP Mitgliedschaft reichen und dass sie gegen unsere armen österreichischen moslemischen Mitbürger, unsere zukünftigen Herrschern, hetzt, auf den Scheiterhaufen mit ihr! Wie können Sie da auch nur ansatzweise eine Unwählbarkeit in Frage stellen?

      Zur Sicherheit noch ein Zynismus- smiley ;) .

    • Kurt22 (kein Partner)
      02. April 2010 13:25

      Und wer ein Nazi ist, bestimmt der ORF ;-)

    • Maximilian (kein Partner)
      02. April 2010 19:37

      @Kurt: Nein das DÖW.

  26. Philipp Starl (kein Partner)
    02. April 2010 11:16

    Dieses Thema ist für niemanden wirklich relevant, außer für ÖVP- Funktionäre. Bei den akuten Problemen muss man sich schon über die Themenauswahl der SN wundern...

  27. Stachel (kein Partner)
    02. April 2010 10:46

    Es hat sich inzwischen ja auch Othmar Karas offiziell für Fischer ausgesprochen. Das nur zur Ergänzung

    • M.S. (kein Partner)
      02. April 2010 13:06

      @Stachel
      Bei dem hat man ja eher das Gefühl, dass er das der ÖVP zu Fleiß tut!

  28. Celian (kein Partner)
    02. April 2010 10:43

    Fr. Krawagna-Pfeifer meint aus der Zustimmung der ÖVP zu Fischers Vorschlag, in Zukunft nur mehr eine Amtszeit den Bundespräsidenten zu wählen, eine Wahlempfehlung für Fischer herauszuhören. Das ist aber eine seltsame Konstruktion. Wie kann aus der Zustimmung in einer einzelnen Sachfrage, die weit unter derm Horizont persönlicher Anschauungen bleibt, auch eine Zustimmung zu einer Person vermutet werden? Aus dieser Vermutung der SPÖ-Kommunikationschefin ist viel mehr zu schließen, dass die SPÖ nur allzu oft Sachpolitik mit Personalentscheidungen verquickt. Ist man für eine Sache, die eine Person ausspricht, ist man gleich für die ganze Person. Ist man für oder gegen eine Person, ist man gleich für die ganze Sachpolitik, die derjenige betreibt. Dass bei solchen Ansichten die Politik leidet und auch gute Vorschläge nicht angenommen werden, wie man in der Koalition im Hinblick z.B. auf das Gezerre rund um die Transferdatenbank sieht, weil sie vom politischen Gegner kommen, liegt auf der Hand.

  29. numerus clausel (kein Partner)
    02. April 2010 10:33

    "So die Tatsache, dass im zeithistorischen Gedächtnis meist die negativen Aussagen von Politikern im Gedächtnis hängen bleiben."
    Könnte mir bitte jemand eine "positive Aussage" von Fischer nennen? STF oder Martin würden sicher einige wissen, mir fällt leider keine ein.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      02. April 2010 12:27

      Kann ich Ihnen jetzt auch keine Aussagen sagen, warum auch ich. Ich kann Ihnen sagen, warum ich vor 6 Jahren Fischer gewählt habe: ich war damals heilfroh, dass wir nach 12 Jahren des unendlich abgehobenen, übereitlen und mediengeilen Thomas Klestil mit seinem feudalen Amtsverständnis wieder einen Präsidenten haben würden, mit dem man zumindest gefühlterweise jederzeit auf ein Bier am Würstelstand gehen könnte.

      Ich habe allerdings Zweifel, dass das immer noch gegebene netter-Kerl-von-nebenan-Image mir für eine Wiederwahl reicht. Dafür hat Fischer doch etwas wenig Initiative gezeigt. Dafür spräche höchstens, dass Fischer der einzig seriöse Kandidat ist.

  30. Josef Maierhofer (kein Partner)
    02. April 2010 10:17

    Für mich ist Fischer nicht wählbar.

  31. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    02. April 2010 10:03

    Eine Rote schreibt für Fischer, ein Schwarzer gegen ihn. Gähn. Vielleicht ist das Format der SN-Kontroverse doch nicht so ergiebig wie anfangs vermutet?

    • nescio (kein Partner)
      02. April 2010 11:39

      Ich finde die Kontroverse sehr interessant. Es ist die Tendenz der Argumente zwar voraussehbar, ich kann sie aber lesen und dann selbst bewerten. Die Wahrheit (was ist das?) liegt sehr oft in der Mitte.

    • nescio (kein Partner)
      02. April 2010 11:48

      Ich finde die Kontroverse sehr interessant. Es ist die Tendenz der Argumentation zwar voraussehbar, ich kann sie aber lesen und dann selbst bewerten. Die Wahrheit (was ist das?) liegt sehr oft in der Mitte.

  32. K.K. (kein Partner)
    02. April 2010 09:49

    Hat ihn schon! Hätte ich geahnt, daß dieser Text schon steht, wäre ich gestern nicht so vorlaut gewesen, die Karas-Wahlempfehlung für Heinz Fischer wo anders off topic einzublenden.
    Die Gegenüberstellung des A.U.-Kommentars zu dem der Krawagna-Pfeifer ist insofern besonders dankenswert, als letzterer mit der Wortschöpfung "handelenden Politikerinnen und Politiker" eine wohl ungewollte, dafür aber umso kostbarere Wortschöpfung enthält (wenn's denn kein Druckfehler ist) - sonst freilich nix.
    Und zum Psychogramm des Heinz Fischer sei ein weiteres mal auf seine "politische Charakteranalyse" durch Norbert Leser, immerhin sein Parteigenosse, hingewiesen, der ihm in seinem Buch "...auf halben Wegen und zu halber Tat..." ein ganzes Kapitel widmet, welches er mit den Morgenstern-Versen vom Geierlamm einleitet: "Es sagt nicht hu es sagt nicht mäh und frisst dich auf aus nächster Näh. Und dreht das Auge dann zum Herrn. Und alle haben's herzlich gern."

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      02. April 2010 17:55

      Die kostbare Wortschöpfung "handelende Politikerinnen [...]" ist mit Sicherheit kein Druckfehler, sondern erbärmliches Deutsch der p.t. Autorin. Schließlich empfangen Redaktionen ihre Texte heutzutag' elektronisch; sie werden per Copy & Paste ins Layout importiert. (Schlußredakteure oder gar Korrektoren wurden länsgt abgeschafft.)
      Da man das Wort zwangsläufig nicht als "handelnde", sondern als "hand-elende" liest, was an eine verlogene Schwurhand beim Amtseid gemahnt, und Frau K.-P. zweifellos staats- und obrigkeitsgläubig ist, ist eine satirische Verballhornung auszuschließen.

      Die Diskussion über die BP-Wahl halte ich für entbehrlich. Ist es nicht blunzn, wer in der Hofburg den gütigen Patriarchen mimt? Was muß dieser Mensch denn können, außer salbungsvolle Reden (von mediokren, angepaßten Ghostwritern verfaßt) aus dem Manuskript oder vom Teleprompter abzulesen? Oder mit einer güldenen Schere, von ebenso langweiligen Bonzen und speichelleckenden ORFlern umschwirrt, ein neues Autobahn-Häusl einzuweihen? (Wofür der gegenwärtige Amtsinhaber besonders prädestiniert ist.) Noch ein paar huldvolle, einstudiert "staatstragende" Blicke in die Objektive, ein paar unbeachtete Goodwill-Auslandstermine, und das war's dann.

      Das Amt ist in seiner gegenwärtigen Form obsolet — wenngleich ULHBP noch ein paar Befugnisse mehr hat als sein bundesdeutscher Kollege. Aber ein emeritierter Volksschauspieler oder Sänger (Otto Schenk oder Wolfgang Ambros wären meine erste Wahl) würde die Alpenrepublik glaubwürdiger vertreten, sowohl innen wie außen, als die zur Wahl stehenden, sturgesichtigen Haubenstöcke. Vor allem hätten diese echten Österreicher ihren eigenen spontanen Schmäh und keineswegs respektlosen Unterhaltungswert; sie bräuchten keine teuren Redenschreiber und Bodyguards, keine hauptberuflichen Speichellecker und Hofjournalisten.

      Sie wären einfach sie selbst und würden Österreich zu neuem, erfrischtem Ansehen in der Welt verhelfen. Außerdem würde keiner von ihnen (Schenk und Ambros wurden nur aus der Hüfte genannt; es gibt weiteres knuspriges Personal) sich so tief erniedrigen, seine Heimat wegen einer demokratisch gewählten Regierung EU-weit und international zu verraten, wozu auch der skurril-autistische Heinz Fischer sich damals nicht zu schade war.

      Ich sag's noch einmal: BP entweder abschaffen (wir brauchen eh jeden Cent) oder mit lebendigen Menschen, nicht mit lebenden Mumien bestücken.

    • J.E. (kein Partner)
      02. April 2010 20:10

      Marcus Aurelius 17:55
      Etwas ganz WICHTIGES haben Sie vergessen:

      Tausende Pletschen (Orden) verteilen bzw. Unwichtigen (!) um den Hals hängen
      Hangeschriebene Zettel (Auszeichnungen) unters ausgewählte (pragmatisierte) Volk verteilen

    • K.K. (kein Partner)
      02. April 2010 20:22

      Ave Cäsar!
      Voll d'accord! Aber: Otto Schenk? Wolfgang Ambros? Da gibt's doch jetzt im ORF so einen begnadeten Verkörperer der Titelfigur in "Wir sind Kaiser". Könnte der nicht ...?

  33. Kurt22 (kein Partner)
    02. April 2010 09:45

    Zu dem Satz: Denn je differenzierter sie formulieren, desto größer wird die Gefahr, nachhaltig missverstanden zu werden.
    Sollte das der Grund sein, warum Politiker meist nur Wischi-Waschi-Sätze reden, Fischer ist ja ein Großmeister dieser Kunst. Und, anders formuliert sagt uns dieser Satz: Je besser du einen Meinung versteckst, desto leichter kannst du sie ändern, wenn sich der Wind dreht. Meine Auffassung von Führungskräften ist da allerdings eine andere, und als Führungskräfte fühlen (und bezahlen) sich die Herrschaften ja immer.

  34. WFL (kein Partner)
    02. April 2010 09:13

    Danke, dass Sie Nordkorea angesprochen haben! Fischers Freundschaft zum nordkoreanischen Massenmordregime wird ja von unserer gleichgeschalteten Medienfront demonstrativ verschwiegen und zensuriert.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      02. April 2010 10:05

      Haha. Jeden Tag gibt's zwei Kommentare und

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      02. April 2010 10:07

      fünf Leserbriefe in der Kronenzeitung, wo das thematisiert wird (Sie wissen schon, 2,8 Millionen Österreicher können nicht irren...).

    • numerus clausel (kein Partner)
      02. April 2010 10:27

      @STF: Und die wirklich irren lesen der/die/das Standard ;-) und glauben das Geschriebene auch noch...

    • LePenseur (kein Partner)
      02. April 2010 10:34

      Und die wirklich irren lesen der/die/das Standard und glauben das Geschriebene auch noch…

      Das ist wirklich gut! Den Spruch muß ich mir merken!

  35. jak (kein Partner)
    02. April 2010 08:56

    http://tinyurl.com/ygkv4bk

  36. Alexander Renneberg (kein Partner)
    02. April 2010 08:50

    ich empfehle hier - mit den mitteln die wir aufbringen können - unseren freunden und bekannten zu vermitteln weiß zu wählen.

    das kann im persönlichen gespräch zustande kommen, per mailverteiler, per fb oder twitter.

    getan sollte es aber werden. Initiative ergreifen, zeichen setzen!

    nicht stille und gleichgültigkeit walten lassen, sondern aufstehen und rückgrat beweisen.

    • numerus clausel (kein Partner)
      02. April 2010 10:29

      Weiß nutzt nix. Dafür gibt´s nur ein süffisantes Lächeln von Spera und Thurnher und das war´s dann. Am nächsten Tag ist das wieder vergessen.

    • nescio (kein Partner)
      02. April 2010 11:29

      n.c.:
      Und was ist die Alternative? Wenn sie wissen, wen sie wählen wollen, erübrigt sich die Debatte. Nicht zu Wahl gehen als Alternative heisst nur, zu bequem zu sein, weiss wählen ist aber eine Aussage: Ich bin mit keinem der zur Wahl stehenden Kandidaten zufrieden.

    • numerus clausel (kein Partner)
      02. April 2010 11:56

      @nescio: Ich wähle einen der anderen beiden Kandidaten. Zu Hause bleiben ist noch schlechter. Nur, wen interessiert einen Tag nach der Wahl, wie viele Weiß gewählt haben? Ich möchte ganz einfach die aufgeregte Schar der Gutmenschen wieder mit Lichterl herumwanken sehen, an vorderster Front mit Haider und Schmäler... ;-)

  37. Barbara Weber (kein Partner)
    02. April 2010 08:44

    Ich bin wahrlich kein Fan von Heinz Fischer, aber ob jemand Mitglied irgendeiner Kirche ist, ist nun nicht das Ausschlaggebende. Ich möchte nicht wissen, wieviele Politiker formal Mitglied einer Kirche sind- eben weil die Mehrheit im Lande (noch) einer Kirche angehört- aber selbst eigentlich nicht wirklich viel Bezug dazu haben, geschweige denn den Glauben praktizieren.
    Wenn derjenige ein guter Politiker ist, der sich z.b. notwendige Reformen anzugehen traut ( was auf Heinz Fischer nicht zutrifft!) , ist Kirchenmitgliedschaft oder nicht belanglos. Denn er ist Politiker, kein Priester oder Theologe. Er wird gewählt, das Land zu regieren, es politisch und wirtschaftlich in die richtige Richtung zu führen. Das ist das Entscheidende, danach muss man ihn messen. Nicht nach seiner Religiösität.

    • HJR (kein Partner)
      06. April 2010 12:03

      No, nein, eigentlich wird er nicht gewählt, um das Land zu regieren. Das macht ja schon der ... wie heißt er noch? Egal, aber er tut es mit HIFIs und Catos Segen.

  38. sosheimat (kein Partner)
    02. April 2010 08:38

    Und was sagen die Herren zum Sieg Heil Sager von Dr. Heinz Fischer im Jahre 1989???
    http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XVII/NRSITZ/NRSITZ_00128/imfname_142954.pdf

    seite 1533 - rechts oben!!!!
    http://sosheimat.wordpress.com

  39. mg-driver (kein Partner)
    02. April 2010 08:19

    Nach Herbert Krejci hat sich nun auch Karas für Fischer ausgesprochen - wieder einer, der "nix" geworden ist (Delegationsleiter in Brüssel) und nun meint auf diese Weise seiner Partei eins auswischen zu können...

    • Alexander Renneberg (kein Partner)
      02. April 2010 08:44

      tja, was ist denn aus karas so vollmundig angekündigter eu denkwerkstatt geworden.

      heiße luft von karas, mehr nicht.

    • Kurt22 (kein Partner)
      02. April 2010 09:37

      Vielleicht gefällt es ihm in Brüssel nicht mehr, und er sucht nach einem Versorgungsposten in Wien. Geht der Aigner vielleicht schon in Pension? So als Beiwagerl herumzukurven wär´doch was für diese Nullnummer!

    • Mag. N. Scholik (kein Partner)
      02. April 2010 10:20

      O.Karas ist DIE Enttäuschung des Jahres. Strasser + Karas - duo infernal.
      LG N.Scholik

    • Kurt22 (kein Partner)
      02. April 2010 10:49

      Zu Karas frage ich mich, warum manche Politiker nicht einfach den Mund halten können. Es kann natürlich jeder seine private Meinung haben, aber muß sie ohne vorher nachzudenken immer äußern?
      Ist Dummheit Voraussetzung für Politik oder nur ungemein hilfreich?

    • Brigitte Imb (kein Partner)
      02. April 2010 12:23

      @ Mag. N. Scholik (10:20)

      Da muß ich Ihnen zustimmen, ab und zu ein kl. Medienauftritt, das war es dann auch schon.

      Von Karas ist es jedoch eine massive Geschmacklosigkeit, nach den Aktionen Fischers gegen seinen Schwiegervater, öffentlich zu bekunden diesen zu wählen.

      Ein weiterer Grund der ÖVP bei künftigen Wahlen nicht meine Stimme zu geben!

    • Kurt22 (kein Partner)
      02. April 2010 13:27

      @Brigitte Imb: Und uns bettet man immer vor, die g´sunde Watschen wäre kein probates Erziehungsmittel, beim Karas kommt das ins Schwanken.. :-)

    • Kurt22 (kein Partner)
      02. April 2010 13:28

      Verd..., diese schnellen Tastaturen, heißt natürlich "betet"!

    • Brigitte Imb (kein Partner)
      02. April 2010 13:43

      Kurt,

      ist schon nicht so falsch, denn wir sind in die Lügen der Politiker gebettet und wir scheinen kaum aus dieser Bettstatt rauszukommen, obwohl wir eigentlich nichr mehr "schlafen"wollen

  40. SuPa (kein Partner)
    02. April 2010 08:09

    Es gibt halt immer wieder Poster, welche jede Gelegenheit benützen, der katholischen Kirche "eins auszuwischen". Mit solchen "Missionaren" muss man eben leben.
    Tatsache ist, dass fast alle Länder mit wirklich demokratischen Strukturen Jahrhunderte vom Christen- und Judentum geprägt wurden. Auch der Phaidros-Hinweis, dass bei Milliarden von Menschen, welche dem Islam, Buddismus oder Hinduismus angehören, keine autoritären noch pädophilen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche vorkommen, ist nur eine unbewiesene Vermutung.
    Auch wenn heutzutage Kirche und Staat völlig getrennt sind, so ändert dies nichts an den persönloichen Einstellungen der einzelnen Bürger. Das Argument, dass die Religiosität reine Privatsache ist und keinerlei Einfluss auf hohe politische Ämter haben soll, ist realitätsfremd. Es ist sogar sehr wichtig, dass die höchsten Repräsentanten unseres Staates Eigenschaften und Einstellungen der Mehrheit der Bevölkerung teilen. So ist es sicher nicht gut, wenn der künftige erste Mann des Staates bei uns gelbe oder dunkle Hautfarbe hat, homosexuell, aktiver Mohammedaner oder bekennender Atheist oder Agnostiker ist usw. usf. Die Wähler wollen eben dem Kandidaten ihre Stimme geben, zu dem sie auch volles Vertrauen haben

    • Phaidros (kein Partner)
      02. April 2010 14:24

      Auch der Phaidros-Hinweis, dass bei Milliarden von Menschen, welche dem Islam, Buddismus oder Hinduismus angehören, keine autoritären noch pädophilen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche vorkommen, ist nur eine unbewiesene Vermutung.

      Nur für die Akten: das habe ich aber auch nicht versucht als etwas andere zu verkaufen (wobei der Islam übrigens bei mir gar nicht vorkommt)!

      LG

  41. Samtpfote (kein Partner)
    02. April 2010 08:06

    Zu den grössten Errungenschaften des 20. Jahrhunderts, gehört die sanitäre Vollausstattung der Wohn-Unterhaltungs-Sozial-Arbeits-Ministeriumsbereiche, des Parlaments, der Landtage, der Gemeindestuben, des Bundeskanzleramtes und der Präsidentschaftskanzlei.

    Womit die Voraussetzungen für eine Wiederwahl Fischers gegeben sind.

  42. Phaidros (kein Partner)
    02. April 2010 06:45

    Hier muss ich widersprechen: wäre Fischers Nichtmitgliedschaft tatsächlich der allererste Grund (also der gewichtigste?) ihn nicht zu wählen, er käme glatt als Kandidat infrage! Schon allein, weil die Religiosität Privatsache ist, ist das in meinen Augen kein Argument.

    Die Beharrlichkeit, mit der manchmal der Anspruch erhoben wird, nur die katholische Kirche vermag kraft ihrer Regeln ein gedeihliches Zusammenleben zu erwirken, mutet schon etwas eigentümlich an: 4 oder 5 Milliarden Menschen sind immerhin keine Katholiken, und ein erklecklicher Teil von denen kriegt das auch ganz gut auf die Reihe. Man denke bspw. an diverse asiatische Philosopohien, die keine Kreuzzüge brauchten und keine Inquisition, von denen keine autoritären noch pädophile Übergriffe bekannt sind. Jedenfalls hier nicht.

    MfG phaidros.vie@gmail.com

    • G.H. (kein Partner)
      02. April 2010 10:07

      Der Islam hat den Gutteil seiner Eroberungen mit Waffengewalt bewerkstelligt, sei es die Eroberung des Nahen Osten, Nordafrikas, Spaniens und weiter Teile Süd-Ost-Europas.
      Von den Menschenopferkulten der Mayas und Azteken sollte auch bis nach Europa schon etwas vorgedrungen sein, selbst wenn die Geschichtsverfälschungspropaganda der europäischen und nordamerikanischen Lehrstühle der Geschichtswissenschaften in den letzten 4 Jahrzehnten so getan haben, als wäre das Leben in Lateinamerika vor der Entdeckung durch Kolumbus eines von Friede, Freude, Eierkuchen gewesen.

      Im Vergleich zu den totalitären Regimen, die übrigens ausschließlich nicht-katholisch und meist atheistisch waren, denn im katholischen Glauben hat sich auch der Staat in die Formordnung des Allgemeinwohls einzufügen, nehmen sich die Opfer katholischer Herrscher vergleichsweise harmlos an. Und das Böse wird es nach christlicher Sicht immer geben, während die aufgeklärten Leugner der Erbsünde im Namen der letztmaligen Revolution millionfach die zurückgebliebenen ermordet haben (z.B. Vendee, 1809, Armenier,...) Natürlich leugnen die Atheisten auch, daß die Tötung vorgeburtlichen Lebens eine in sich schlechte Tat wäre. Schließlich maßen sie sich an festzulegen, was gut und was schlecht wäre ("Ihr werdet sein wie Gott") und z.B. über den Anfang und das Ende des Lebens zu entscheiden. Eugenik und Euthanasie sind die "Werte" des Atheismus, nicht des Christentums. So eine billige Kindesweglegung ist bei mir nicht möglich.

      Wer sich an die hohen moralischen Vorgaben des katholischen Lehramtes hielte, würde seine Triebe mäßigen und ordnen. Die Unordnung predigen insbesondere die "weltoffenen, toleranten 68er", also dezidiert atheistische Ideologen. In der gegenwärtigen Hetzkampagne gegen die Kirche ist äußerst bemerkenswert, daß die Folgen der anti-autoritären Erziehung wie Alkohol- und Drogenmißbrauch, zunehmende Gewalt aus Sinnlosigkeit (Nihilismus) und der verantwortungslose Umgang mit der Sexualität nicht in Verbindung mit der Pädagogik der letzten Jahrzehnte gebracht wird. Die Linken haben es einfach gut; sie definieren alle ihre Standpunkte als wahr, gut und richtig und brandmarken jegliche Abweichung. Nur der Kirche werfen sie dasselbe Verhalten vor. Das ist der beste Hinweis, daß es sich bei der heterogenen Linksideologie ebenso um ein Glaubenssystem handelt. Stellt sich somit nur mehr die Frage, welches wahr und welches falsch ist.

      Zum Buddhismus, Hinduismus: Es ist christlicher Auftrag, nicht nur Böses nicht zu tun, sondern auch Gutes nicht zu unterlassen.

      @ Privatsache: Ein typisch aufklärerische und atheistische Behauptung, die durch x-fache Wiederholung auch nicht wahrer wird. Der Glaube an die unbeschränkte Macht der Vernunft ist schließlich ein Glaubensakt mit gravierenden Auswirkungen auf das öffentliche Leben.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      02. April 2010 10:14

      Im Vergleich zu den totalitären Regimen, die übrigens ausschließlich nicht-katholisch und meist atheistisch waren


      Haha, mit so einem Unsinn disqualifizieren Sie Ihr elendslanges Posting gleich. Schon mal was von Franco oder der kroatischen Ustascha gehört? Von Feudalen katholischen Regimen prä-1900 fange ich lieber gar nicht erst an.

    • Mag. N. Scholik (kein Partner)
      02. April 2010 10:24

      @ STF
      Mit Ustascha und Franco haben Sie - sachlich - natürlich Recht. Mir scheint aber, dass in der Gewichtung Nationalsozialismus und Kommunismus doch etwas schwerer wiegen ... und da hat G.H. Recht. Aber warum immer dieser agressiv-überhebliche Ton?????
      LG N.Scholik

    • G.H. (kein Partner)
      02. April 2010 10:36

      @ Franco:
      1. was wäre die realpolitische Alternative gewesen? Eine Regierung mit Stalinisten, die im Bürgerkrieg unvorstellbare Massaker angerichtet haben, gemeinsam mit ihren Verbündeten den Republikanern, Liberalen und Sozialisten.
      2. studieren Sie die katholische Soziallehre/christliche Gesellschaftslehre, dann erkennen Sie, daß der katholische Herrscher sich zumindest dem Naturrecht unterwerfen muß. Die staatlichen Befugnisse sind in einem katholischen Gemeinwesen stark begrenzt. Die modernen Ideologen ungleich welcher Couleur sind dagegen das Gesetz und stehen daher notwendig über dem Gesetz.

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      02. April 2010 12:39

      Lieber /Liebe G.H.
      1) Meinen Sie nicht, daß Ihre Antwort an phaidros inhaltlich daneben ging? Von asiatischen Philosophien war doch die Rede, die eine oftmals weit über das Christentum hinausreichende Ethik entwickelt haben und nicht nur das Unterlassen sondern auch lehren , aktiv das Positive zu tun
      2) Weil Sie auch den Buddhismus erwähnen: insbesonders seine Lehraussagen sollten Sie einmal näher betrachten. Um nicht zu weitschweifig zu werden, nenne nur einige dort angeführten positive Handlungen:
      ./ das Leben anderer Wesen schützen,
      ./ reichlich Gaben spenden,
      ./ reines (sexuelles ) Verhaltenpflegen, also dabei niemanden körperlich oder seelisch
      verletzen,
      ./ Zerstrittene oder Verfeindete aussöhnen,
      ./ Sinnvolles reden,
      ./ Wenig begehren und zufrieden sein,
      ./ Wohlwollen u. dgl. üben,
      etc, etc.

      Dazu Mill in „On liberty“: “Man erweist der Wahrheit keinen Dienst, wenn man eine Tatsache verhelt, die all denjenigen, welche auch nur die gewöhnliche Kenntnis der Literaturgeschichte besitzen, wohl bekannt ist, daß nämlich ein beträchtliche Teil der edelsten und wertvollsten sittlichen Lehren nicht nur von Männern herstammt, welche den Christenglauben nicht kannten, sondern auch von solchen, die ihn kannten und verwarfen“.

      Ich bestreite nicht, daß das Christentum vieles Schöne und Edle enthält. Das Christentum kann sicherlich für Menschen einer bestimmten inneren Entwicklungsstufe eine innere Notwendigkeit darstellen, ist aber keineswegs ein ausschließlicher und für alle gültiger bzw. notwendiger Heilsweg.
      Also lassen Sie doch einfach nur zu, daß es Milliarden Menschen leicht schaffen, ohne einer der zahlreichen verschiedenen christlichen Kirchen anzugehören, eine Ethik leben, für die eine insbesonders christliche Gottesvorstellung nicht nötig ist.

    • Phaidros (kein Partner)
      02. April 2010 14:15

      Danke an Hrn. Tripes, denn ihre Antwort nimmt alles vorweg, was ich entgegnen könnte oder wollte.

      Was mir nicht verständlich ist: es darf scheinbar nur grellweiß und dunkelschwarz geben, und dazwischen gar nichts.Aber so sind Dinge nun mal nicht. Dinge haben Facetten, gute, schlechte, neutrale, schöne, hässliche.

      Indem ich sage, die katholische Kirche kann nicht das Maß der Dinge sein, habe ich nicht einmal andeuten wollen, dass dort nicht gute und tragfähige Werte gelebt und vermittelt werden.

      Bloß ist der Anspruch, dass die katholischen Lehren die einzigen wären, durch welche man sich diesen Werten nähern kann, rundheraus falsch: hier als Gegenbeispiel buddhistische Inhalte zu zitieren war genau in meinem Sinne - danke dafür.

      Und, werte(r) G.H., nur für die Akten: Mayas und Atzteken legen Sie mir in den Mund - ich sprach von asiatischen Philosophien (freilich ebenfalls ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Wobei mir zu diesem Stichwort übroigens auch "Islam" nicht einfallen würde...

      Mir scheint, manchmal werden reflexartig Windmühlen atackiert, wo gar keine stehen.

      MfG phaidros.vie@gmail.com

  43. Reinhard (kein Partner)
    02. April 2010 06:45

    "Warum soll so jemand plötzlich für Bürgerliche wählbar sein? Nur weil er immer Krawatte trägt?"

    Köstlich! Ein Volltreffer!





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