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Die Diskriminierungslüge

Gehirnwäsche ist wohl der einzige Ausdruck für das, was da in den letzten Tagen wieder einmal aus fast allen Medien gequollen ist. Die Trauerfeiern für Johanna Dohnal sind nahtlos übergegangen in den wochenlang zelebrierten Weltfrauentag. Und immer war die geschickt drübergebrachte Botschaft, wie furchtbar die Männerwelt zu den Frauen ist. Die wahren Fakten haben gegen diese Gehrinwäsche fast keine Chance mehr.

Die Männer in Medien und Politik verschweigen sich bei dem Thema komplett, verhalten sich wie Ehemänner bei einem häuslichen Krach, denken sich, das geht eh wieder vorüber, spielen (pardon: arbeiten) lieber mit dem Computer, sind verbal bekanntlich auch oft unterlegen. Daher bestehen neuerdings etwa ganze Nachrichtensendungen nur darin, dass fragende Frauen und befragte Frauen im Konsens gemeinsam gegen die Männer hetzen, ohne dass diese auch nur befragt würden. Und kommt dann hie und da doch einer der Männer zu Wort – oder ist notgedrungen bereit, sich zu stellen – wie der Generalsekretär der Industriellenvereinigung – dann wagt er nicht, zu argumentieren, sondern zieht nur „beschämt“ den Schwanz ein.

Und wenn sich der Tagebuchautor – zumindest bisweilen – solchen Diskussionen stellt, wird ihm absurderweise entweder zu seinem Mut gratuliert, oder aber, er wird gefragt, warum er sich das denn antut. Der Grund ist klar: Diese Gehirnwäsche hat schon genug Schaden angerichtet, den die Steuerzahler und vor allem die jungen Männer zu tragen haben.

Die Hauptvorwürfe gegen die Männer sind bekannt: Erstens die deutliche Überrepräsentation von Männern in Führungspositionen; und zweitens die deutlich höheren Gehälter. Wie verhält es sich damit nun wirklich?


  1. Es ist völlig absurd zu glauben, Arbeitgeber – darunter auch genug weibliche! – zahlen Männern freiwillig um 22 (nach anderen Statistiken sogar 25, 27 oder gar 40) Prozent mehr für die gleiche Arbeit. In Zeiten, wo die asiatische Konkurrenz unsere Industrie – und damit immer noch Österreichs wichtigste Wertschöpfung! – mit steigendem Tempo aus dem Markt jagt, wo die Konkurse, Kündigungen, Arbeitslosen rapid in die Höhe gehen, wo jeder Angst vor der nächsten Krisenwelle hat: In einer solchen Zeit soll es massenweise Arbeitgeber geben, die Männern nur aus männlicher Kameraderie oder sonstigen sinistren Motiven freiwillig mehr zahlen. (Wären es keine sinistren Motive, müsste sich der Generalsekretär der Industrie ja nicht „schämen“.) Obwohl es angeblich die gleiche Leistung von einer Frau um so viel billiger gäbe. Solche Unternehmer wären völlig verrückt.

  2. Warum sagen die aufgeregt empörten Journalistinnen und Politikerinnen samt den Schämern nicht dazu, dass es seit langem in keinem Kollektivvertrag mehr unterschiedliche Gehälter für Männer beziehungsweise Frauen gibt?

  3. Warum wird bei der Diskriminierungsaufregung meist verschwiegen, dass Frauen in viel höherem Ausmaß nur Teilzeit arbeiten? Und das nachgewiesenermaßen freiwillig! Sie tun das, weil sie es aus Gründen der persönlichen Lebensprioritäten so vorziehen, keineswegs immer nur der Kinder wegen. Wären wirklich die Kinder der einzige Grund, dann müsste mit dem steilen Absinken des Mütteranteils unter den Frauen ja auch die Frauenteilzeitarbeit sinken.

  4. Warum sagen sie nicht, dass der Stundenlohn bei vielen Berufen überhaupt nicht messbar ist? Dass also beispielsweise ab einer gewissen Gehaltshöhe das Machen von Überstunden automatisch vorausgesetzt wird, dass diese durch All-In-Verträge abgegolten sind.

  5. Warum wird verschwiegen, dass alle internationalen Studien zeigen (in Österreich konnte ich leider keine finden), dass Frauen viel weniger Überstunden zu machen bereit sind, dass in vielen Firmen, wenn plötzliche Wochenendarbeit anfällt, fast immer nur die Männer herhalten müssen? Dass in Deutschland Frauen im Schnitt einen Tag länger im Krankenstand sind. Dass unter den deutschen Selbständigen die Männer im Schnitt 49 Stunden und die Frauen 36 Stunden arbeiten. Auch hier fand ich keine österreichischen Zahlen – was den Verdacht nährt, dass hierzulande die Statistik nur noch untersuchen darf, was feministisch korrekte Ergebnisse erzielt.

  6. Was es gibt, sind deutliche Unterschiede zwischen Branchen, die männertypisch sind, und solchen, die frauentypisch sind. Aber: Längst steht Frauen jede Branche offen. Sie entscheiden sich dennoch oft für die schlechtbezahlten. Warum? Es gibt ganz signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Berufsverhalten: Frauen suchen Berufe primär danach aus, welche Tätigkeit ihnen Freude macht, Männer hingegen primär danach, wo es mehr Geld gibt, wo spannendere Karrieren warten.

  7. Eine spannende Imas-Studie fragte vor ein paar Tagen die Österreicher, welche Faktoren zu einer höheren Entlohnung führen sollten. Und dabei steht deutlich an der Spitze die „körperliche Schwierigkeit der Arbeit“ (68 Prozent) und ganz am Ende „Anpassungsfähigkeit, Flexibilität“ (22). Das heißt in Wahrheit ganz eindeutig, dass die massive Mehrheit der Österreicher beiderlei Geschlechts die höhere Entlohnung typisch männlicher Tätigkeiten als absolut gerecht empfindet. Es ist eben das „Mistauflegen“ (im Bereich der so laut feministischen Gemeinde Wien eine totale Männerdomäne), also der gut bezahlte, aber kräfteraubende Müll-Abtransport bei jedem Wetter viel anstrengender als die schlecht bezahlte, aber dennoch bei Frauen überaus beliebte Tätigkeit als Kosmetikerin oder Friseurin. Und daher ist im Gegensatz zur Behauptung, hier würde „gleiche Arbeit“ ungleich entlohnt, die Arbeit alles andere als gleich.

  8. Die Österreicher selbst sehen im Gegensatz zu den aufgeregt empörten Journalistinnen keine sonderliche Diskriminierung auf Grund des Geschlechts – obwohl die eingangs erwähnten Statistiken hierzulande besonders große Gehaltsunterschiede zu zeigen scheinen. Vom Eurobarometer befragt, sagten deutlich weniger als im EU-Schnitt, nämlich nur 28 (statt 40) Prozent, dass sie hierzulande eine Diskriminierung auf Grund des Geschlechts kennen. Wobei in dieser Zahl zweifellos schon etliche dabei sind, die eine Diskriminierung junger Männer sehen, nämlich im öffentlichen Dienst auf Grund der dort seit etlichen Jahren gesetzlich verankerten Frauenbevorzugung (also etwa auch die Mütter der jungen Männer). Eine Diskriminierung auf Grund der Alters oder der Religion sehen hingegen 46 bzw. 47 Prozent. Obwohl zu diesem Thema keine öffentliche Debatte entbrannt ist.

  9. Während bei schweren körperlichen Tätigkeiten dem Markt das Geschlecht völlig gleichgültig ist, solange die Arbeit ordentlich erfüllt wird, sind in vielen anderen Berufen Männer vom Markt eindeutig mehr nachgefragt. Dieser Markt sind aber bekanntlich die Konsumenten (jedes Geschlechts!). Um ein einfaches Beispiel zu nehmen: Profi-Fußballer verdienen extrem gut, weil sie Zuschauermassen anziehen, weil sie die Fernsehquoten (und damit die Werbung) in die Höhe treiben. Frauenfußball ist hingegen viel weniger attraktiv. Hier wird daher gleiche Leistung (also etwa: eine Stunde angestrengt Fußball zu spielen) ungleich entlohnt. Soll man nun die Zuschauer zwingen, für jedes Männerfußball-Ticket auch ein gleich teures Ticket für Frauenfußball zu kaufen? Oder soll der Steuerzahler den Fußballerinnen die Differenz zahlen (bekanntlich ist hierzulande nichts zu blöd, um nicht einmal vorgeschlagen zu werden).
    Das Publikum fragt bei personalisiertem Angebot im Schnitt mehr Männer nach. Trotz des - in Wahrheit eher kurzlebigen - Anna-Netrebko-Booms werden von Tenören in der Regel viel mehr CDs verkauft als von Sängerinnen. Will man das künftig verbieten?

  10. Und niemand soll sagen, das sind Einzelfälle. Dieses Phänomen zieht sich fast durch den ganzen Sport, durch fast den ganzen Kunstmarkt, durch fast die ganze Entertainerbranche. Also durch Branchen, wo zum Teil extrem gut verdient wird.

  11. Dass diese ganze Gehirnwäsche nicht harmlos ist, zeigt etwa der Zorn vieler Studenten, die verpflichtet werden, irgendeinen Gender-Schmus zu absolvieren – obwohl sie etwas ganz anderes studieren. Etwa, wenn Juristen verpflichtend zur „feministischen Rechtstheorie“ verdonnert werden. Das erinnert stark an den Ostblock, wo jeder Student auch „Marxismus-Leninismus“ belegen musste. Absurde Pointe am Rand: Dieser Zwang wird genau aus jenem Eck betrieben, das gleichzeitig Bildungsfreiheit statt Ausbildung fordert ...

  12. Die Gehirnwäsche hat auch zu einer unglaublichen Aufblähung der Bürokratie geführt. So muss etwa jedes Gesetz, jeder Budgetposten auf seine Gender-Gerechtigkeit hin geprüft werden. Schon das allein fordert genug zusätzliche Beamtenkapazität. Darüber hinaus finanzieren die Steuerzahler aber auch noch Hunderte Frauenbeauftragte und Angehörige von Gleichbehandlungskommissionen, die zur Erhaltung des eigenen Jobs und der eigenen Wichtigkeit viel Wasser machen müssen. Auch wenn sie seit Jahren keine wirklich ernsthaften Diskriminierungen entdecken konnten. Dazu kommt noch die Explosion der Zahl von Frauenhäusern (deren Kundinnen übrigens überwiegend Ausländerinnen sind): Allein in Wien gibt es schon neun verschiedene Frauennotrufe! Natürlich durchwegs mit aus Steuergeldern bezahltem Personal (und natürlich mit viel SPÖ-Prominenz in den Stäben). Die massiven Hinweise, dass zur Subventions-Optimierung die Zahl der Anrufe auf jenen Telefonen nach oben manipuliert wird, wurden im zuständigen Ministerium sofort schubladisiert.

  13. Diese Gleichbehandlungsindustrie macht aber auch externe Kosten: So hat sich dieser Tage ein Poster empört, dass er mit 360 Euro Strafe bedroht (und mit dicken Gleichbehandlungsbroschüren belästigt) worden ist, weil er in einem Inserat einen „Bautechniker“ gesucht hat und nicht einen „Bautechniker oder eine Bautechnikerin“ oder gar dudenwidrig einEn Bautechniker. Der Bösewicht im O-Ton: „Da bietet man als Unternehmer einen Arbeitsplatz, und was fällt dem Staat dazu ein? Abstrafen. Unglaublich, für welchen Mist der Staat Geld ausgibt.“ Wen wundert es da, dass rundum schikanierte Arbeitgeber immer seltener Lust haben, Jobs zu offerieren – zumindest nicht im Inland?

  14. Jene Arbeitgeber, die trotzdem jemanden aufnehmen, werden auch weiterhin vielfach einen Mann vorziehen. Denn neben all den erwähnten Unterschieden (körperliche Kraft, berufliches Engagement) bleibt bei Frauen unter 40 immer noch die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Kind bekommen (oder mehrere). Was unglaublich gut für die Gesellschaft ist. Was aber diese Gesellschaft zum Gutteil auf dem Rücken der Arbeitgeber (beiderlei Geschlechts!) ablädt: Diese haben das Risiko, dass Ausbildungskosten ins Leere gehen könnten, dass sie jahrelang einen Job freihalten müssen, dass es nur sehr schwer ist, Karenzvertretungen zu finden (denen man nicht einmal genau sagen kann, ob und wann die Aufgabe beendet sein wird), die dann mit der Wahrscheinlichkeit konfrontiert sind, dass etwa nach zwei Jahren eine Mitarbeiterin zurückkommt und einen Rechtsanspruch auf einen Teilzeitjob hat, was mit vielen verantwortungsvollen Funktionen erst recht nicht vereinbar ist. (Niemand kann sich einen Filialleiter eines Supermarkts als Teilzeitjob vorstellen.)

  15. Last not least gilt aber: Frauen sind sozial klüger als die Männer und lassen sich von ihrem Beruf meist nicht so auffressen wie diese. Sie lehnen häufig Beförderungen ab (die meist mit mehr Verantwortung und zeitlicher Belastung verbunden ist), sie suchen primär die Freude im Job, sie stürzen daher nach Berufsende auch nicht in ein oft tödliches Pensionsloch, sie wissen viel mehr, dass es außerhalb des Arbeitsplatzes noch viel schönere Dinge gibt, und sie verändern vor allem total ihre Prioritäten, sobald sie ein Kind haben. Ich habe es als Vorgesetzter mehrfach erlebt, dass Frauen mit der Begründung gekündigt haben, dass ihnen die Kinder viel mehr Freude machen, viel mehr Lebenssinn geben als ein noch so interessanter Job, wie es der Journalismus ist.


Das ändert alles nichts an dem Schmonzes-Gerede von der gläsernen Decke, die Frauen angeblich am Aufstieg hindert. Das hindert all die Journalistinnen nicht, aufgeregt so zu tun, als ob sie die Interessen etwa auch der Mütter vertreten, obwohl sie selber sehr selten Kinder haben: Haben im Schnitt Frauen in Österreich 1,4 Kinder, so sind es bei Journalistinnen 0,6.

Aber sie prägen zunehmend die öffentliche Meinung – zusammen mit jenen Politikerinnen, die nur als Quotenfrau nach oben gekommen sind, und all den Profiteurinnen der Gleichbehandlungsindustrie. Und schaden den vielen tüchtigen Frauen, die nun im Verdacht stehen, bloß als Alibi oder Quote beruflichen Erfolg zu haben. Und sie vertreten nicht die Interessen der Mütter.

Also wenn schon Quote, dann eine Mütterquote unter Politikerinnen und Journalistinnen. Ansonsten würde es nur noch bei Diskussionen über Frauen-Männer-Themen einer Geschlechterquote bedürfen. Aber dazu müssten sich die feigen Männer endlich der Debatte stellen ...

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