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Glocken, Schweizer, Minarette

Es ist das bisher stärkste Signal, dass Europas Bürger die islamische Bedrohung ernst nehmen. Es ist das bisher deutlichste Zeichen, wie sehr die große Mehrheit der Medien und Politiker, die Meinungsforscher und sogenannten Intellektuellen schon von der Stimmung der Bürger entfremdet sind. Das Signal kommt ausgerechnet aus der kleinen Schweiz.

57 Prozent der Schweizer wollen keinen Bau islamischer Minarette. So machten sie beim Referendum am Sonntag klar, obwohl die Regierung und fast alle Parteien der gegenteiligen Meinung waren. Obwohl die Meinungsforscher ein total anderes Ergebnis prophezeit haben.

Das ist ein Ergebnis, über das auch Europas Regierungen nicht mehr ernsthaft zur Tagesordnung übergehen können, wenngleich man das vielerorts gerne möchte. Sie müssen ihre Bürger ernster nehmen, auch wenn die teilweise nur in der Diskretion der Wahlzelle ihre wahre Meinung sagen.

Die politische korrekten Medien können sich nur noch in hilfloses Stottern zurückziehen: Das ORF-Fernsehen etwa will uns das Ergebnis allen Ernstes mit den vielen Menschen aus der EU(!) erklären, die heute in der Schweiz arbeiten – weswegen die Schweizer halt gegen Minarette seien. Einfältiger geht’s wirklich nimmer (auch wenn das die Erklärungslinie der Schweizer Sozialdemokraten ist). Mit viel größerer Berechtigung hätte man etwa auf das skandalös-provozierende Verhalten Libyens gegenüber der Schweiz verweisen können; werden doch zwei unschuldige Schweizer als Revanche gefangen hält, weil sich die Familie Gadhafi über die Eidgenossen geärgert hat.

Schon breitet sich wie ein Tsunami in vielen anderen Ländern die Forderung aus, ähnliche Referenden abzuhalten. Schon fordern Blau und Orange hierzulande ähnliches. Und den österreichischen Regierungsparteien hat sich wieder einmal die Rede verschlagen. Bis auf den Wiener SPÖ-Gemeinderat und Spitzenfunktionär der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, der sich voll „Trauer und tiefer Enttäuschung“ schockiert gibt. Und Amnesty international sieht die Menschenrechte verletzt.

Stimmt das? Ist die Trauer von Herrn Al-Rawi und der Schock vieler islamischer Länder wirklich legitim?

Nein, denn die Moslems dürfen auch weiter Moscheen in der Schweiz bauen, lediglich die das Städte- und Landschaftsbild prägenden Minarett-Türme sind nicht erlaubt. Vor allem aber zeigt diese Kritik einen miesen Doppelstandard: Denn die Christen dürfen in fast keinem islamischen Land Kirchen bauen, obwohl sie schon total zufrieden wären, wenn diese Kirchen nur ganz ohne Türme gebaut werden dürften und auch sonst ganz unauffällig wären. Von einem Glockengeläute will man ja nicht einmal träumen. Worauf all die nun so besorgten Kritiker nicht eingehen.

Die Lage in der islamischen Welt ist noch viel schlimmer: In fast keinem von mehr als 50 islamischen Ländern ist es möglich, vom Islam zum Christentum zu wechseln, während der umgekehrte Weg in Europa total problemlos ist. In neun islamischen Ländern steht auf die Abwendung vom islamischen Glauben sogar die Todesstrafe. Wenn man den SPÖ-Gemeinderat Al-Rawi oder andere islamische Exponenten darauf angesprochen hat, dann haben sie immer feige und ausweichend geantwortet, dass sie sich nicht in andere Länder einmischen wollen. Im Falle der Schweiz ist das offenbar ganz anders.

Das Wort „feige“ fällt einem aber auch ein, wenn man die offiziellen Stimmen der Schweiz hört, die nun um ihre Exportmöglichkeiten in den arabischen Raum bangen. Aber man kann die Schweizer beruhigen: Auch Dänemark hat einen ähnlichen Boykott tapfer – nach einigen bangen Tagen – überlebt.

Wichtig ist dabei die Reaktion anderer Länder wie etwa Österreichs. Nur in solchen Situationen, nicht in fadem diplomatischem Gerede, zeigt sich wahre Freundschaft und gute Nachbarschaft. Wer sich jetzt feige verhält, ist selber schuld, wenn das nächste Mal er selber im Visier steht.

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