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Neun Mal warm anziehen

Allzu viele Zeichen erinnern an das Jahr 2008, in dem eine globale Wirtschaftskrise explodiert ist, was jahrelange Folgen hatte. Gewiss: In der langfristigen Beobachtung der Wirtschaftsentwicklung sollte man sich nicht zu sehr auf die kleinen Zacken, sondern auf den großen Trend konzentrieren. Und der zeigt in eine klar positive Richtung. Aber dennoch sollte man nicht ignorieren, wenn alte Fehler wiederholt werden, und schon gar nicht, wenn neue dazukommen.

Denn da gibt es viel zu staunen:

  1. Wieder brennt die gefährlichste Lunte in der IT-Welt: Die Krisenjahre am Beginn des Jahrtausends  als dot.com-Blase bezeichnet, weil die zweifellos enormen Fortschritte damaliger Internet-Apps massive Übertreibungen an den Börsen ausgelöst haben. Diesmal sind es die übertriebenen Erwartungen an die Künstliche Intelligenz.
  2. Und wieder kracht wie 2008 eine amerikanische Finanzfirma, die sich auf Kredite an zahlungsschwache Schuldner spezialisiert hat; diesmal heißt sie PrimaLend Capital Partners.
  3. Mehr denn je sind Staaten, auch europäische, aber insbesondere die USA, so schwer verschuldet, dass weltweit die Zweifel an ihrer Zahlungsfähigkeit wachsen.
  4. Dazu kommt, dass die weltpolitische Situation explosiver als 2008 ist; der russische Diktator will nichts als den totalen Sieg im Ukraine-Krieg; China will mit allen Mitteln politisch, wirtschaftlich, militärisch zur Weltmacht Nummer eins werden.
  5. China setzt erstmals massiv seine monopolartige Stellung, die es sich überaus geschickt bei seltenen Erden und Produkten wie Batterien erarbeitet hat, zur politischen Erpressung ein und kann damit auch die europäische Industrie schwer schädigen.
  6. Donald Trump hat mit seiner kurzsichtigen Zollpolitik auch einstmals gute Freunde ebenso wie notwendige Alliierte brutal vor den Kopf gestoßen und damit den globalen Nutzen einer arbeitsteiligen Weltwirtschaft stark reduziert.
  7. Trump hat durch seine Attacken auf die Notenbank Fed auch das Vertrauen in den Dollar, die noch immer wichtigste Währung der Welt, gefährlich erodiert.
  8. Die EU zerstört die eigene Wirtschaft durch immer mehr Regulierungen, die sie ökologisch oder sozial begründet, wobei das Parlament eine besonders problematische Rolle spielt.
  9. Die Europäer müssen für die bedrohte eigene Sicherheit immer mehr Geld umwidmen, das sonst (hoffentlich) produktiver eingesetzt worden wäre.
  10. Der – trotz Rückschlägen – steigende Preis des Goldes ist ein Zeichen, dass Investoren rasch das Vertrauen verlieren.

Während sich die Europäer sehr vor der globalen Erwärmung fürchten, droht ihnen von vielen Seiten eiskalter Gegenwind. Sie sollten sich daher sehr warm anziehen.

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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