Die massive Korruption in der Slowakei und eine Dissertation

Der Aschbacher-Skandal überrascht zwar nicht prinzipiell, jedoch wegen seiner Unverfrorenheit. Er erinnert lebhaft an eigene Erfahrungen und Beobachtungen im slowakischen Bildungssystem mit Querverbindungen nach Österreich.

Die aktuellen Vorgänge sind bekannt: Eine Magistra hat eine wissenschaftliche Arbeit offenbar durch einen Ghostwriter verfassen lassen. Sie hat diesen Text voller Plagiatspassagen, in extrem fehlerhaftem Deutsch, das bis hin zur vollständigen Unverständlichkeit reicht und bei dem offensichtlich der Google-Translator am Werk war, ungeprüft eingereicht. Und ebenso blanko hat ein Professor das Konvolut mit der Note "Sehr Gut" abgenickt.

So geschehen bei der Dissertation, welche die Ex-Ministerin Christine Aschbacher an einer Auslandsuniversität in der Slowakei approbiert erhalten hat. Und schon vorher hat es bei der Diplomarbeit an der Fachhochschule Wiener Neustadt vor mutmaßlichen Plagiaten (Siehe auch DerStandard, AUT, Plagiatsjäger Weber) gewimmelt.

Déjà-vu als Auslandslektor in Bratislava

Seit 1992 unterrichte ich als Auslandslektor in Ungarn, Prag und Bratislava. Meine Einschätzung: Ich habe nie so ein korruptes Bildungssystem erlebt wie in der Slowakei, welches zudem von österreichischen Schulbehörden gedeckt wurde.

 Einen Korruptionsskandal an einer bilingualen Handelsakademie in Bratislava veröffentlichte ich bereits in diesem Tagebuch (inklusive Mobbingbericht am Ende des Textes): Von August 2009 - 2015 habe ich dort als österreichischer Auslandslektor gearbeitet. Aufgrund einer von mir vergebenen negativen Note an einen Eishockey-Nachwuchsspieler wurde ich einem extremen Bossing und Mobbing unterzogen (Bedrohungen gegen Leib, Leben, Besitz: Die slowakische Direktorin drohte mir allen Ernstes mit Inhaftierung in einem slowakischen Gefängnis!). Schließlich wurde die Note im Notenkatalog gefälscht, und ich wurde als Maturaprüfer abgezogen.

Ich musste mir damals privat einen Rechtsanwalt nehmen und erkrankte an einer stressbedingten Autoimmunerkrankung. Der Vorfall wurde danach auch von der EX-Ombudsfrau im Unterrichtsministerium, Susanne Wiesinger, untersucht. Trotz Übermittlung detaillierter Berichte über den Dienstweg haben die österreichischen Behörden aber bis dato nicht reagiert, außer: "Das ist eine rein schulinterne Angelegenheit." (mein damaliger Vorgesetzter im österreichischen Ministerium, N.D.)

Auf dasselbe Schweigekartell stieß auch bei österreichischen Parteien sowie den Medien (u.a. beim deutschen Investigativ-Journalisten Verseck, der aber lieber über angebliche Korruption in Ungarn berichtet). Einzig die Neos richteten (an Bundesminister Faßmann sowie den Wiener Bildungsstadtrat Czernohorsky) eine parlamentarische Anfrage, nur dieses Tagebuch veröffentlichte den Skandal.

An der inkriminierten HAK in Bratislava unterrichten weiterhin österreichische Lehrer. Die Maturanten erhalten weiterhin bilinguale Matura-Abschlüsse mit exklusiven Zugangsberechtigungen zu österreichischen Universitäten. Nach Informationen der stellvertretenden Ex-Direktorin sollen sich an der Schule österreichische Blanko-Maturzeugnisse befunden haben, bzw. befinden.

Korruption als Teil des Lebens in der Slowakei

Aschbacher hatte 2006 an der FH-Wiener Neustadt ihre offensichtlich gefakte Magisterarbeit eingereicht. Dieselbe FH requirierte unter anderem an der bilingualen HAK in Bratislava (aber auch in Prag) Nachwuchsstudenten.

Ähnliche Korruptionsfälle in der Slowakei (wie der von mir beschriebene) sollen auch im schulischen und universitären Bereich üblich sein. Ganz zu schweigen vom politischen Alltag: Etwa die Ermordung des Journalisten Kuciak (siehe auch: Demonstrationen in der Slowakei gegen Korruption).

In den 1990er Jahren hatten österreichische Lektoren an einer bilingualen Schule in BA folgenden Skandal aufgedeckt: Eine ehemalige slowakische Fachgruppenleiterin soll vom Schulleiter dazu beauftragt worden sein, einem slowakischen Maturanten (Tennis-Nachwuchsspieler) den Maturaaufsatz in Deutsch zu schreiben. Der Skandal soll dann im österreichischen Bundesministerium vertuscht worden sein.

An einer anderen Schule sollen manche Eltern in der Direktion mit höheren Geldbeträgen Vorsprache gehalten haben, um Noten abändern zu lassen. Allerdings: Die betroffene Direktorin hat solche Ansinnen aber immer abgelehnt und nie Druck auf uns Lehrer ausgeübt. In dieser Beziehung wäre sie also durchaus ein Vorbild für die Beamten im österreichischen Auslandsschulwesen. Denn in der Slowakei gibt es bezüglich Korruption nicht einmal eine Sensibilisierung: Sie wird augenzwinkernd als Teil des Lebens akzeptiert (z.B.: Geschwindigkeitsübertretungen mit "doppeltem Tachometer" werden mit Bestechungsgeldern weiter gewunken. – Eltern kommen manchmal immer noch mit Aufmerksamkeitsgeschenken zum Sprechtag. – Selbst Führerscheine soll man käuflich erwerben können).

In einer anderen bilingualen Schule in Bratislava wurden Schüler vorab die Maturthemen zugespielt. Der Skandal soll durch einen Schüler geleakt worden sein. Erst nach intensiver Intervention beim österreichischen Vorgesetzten, N.D, soll dieser die slowakische Direktion dazu angeregt haben, ein neues Maturathema aufzulegen. Resultat danach: Die österreichische Lehrperson wurde als Maturprüferinstanz abgezogen und schließlich nach Österreich zurückversetzt. Die slowakische Kollegin unterrichtete weiterhin. Immerhin zog die österreichischen Behörde nach einigen Jahren die österreichischen Lehrer (im Zuge von Sparmaßnahmen) ab.

An einer anderen slowakischen Schule soll nach Informationen im Kollegenkreis auf eine Lehrerin durch eine Mitarbeiterin des Schulamtes von Bratislava dermaßen Druck ausgeübt worden sein, dass diese schließlich die Note eines Schülers aufbesserte.

Ein geradezu absurder Vorfall wird auch aus der deutschen Schule Guatemala kolportiert: Der deutsche Auslandsschulleiter musste vor der dortigen Elternmafia durch den Dschungel nach Deutschland fliehen.

Connection FH Wiener Neustadt – Universität Bratislava

Ein böser Verdacht drängt sich auf: Hat sich an der FH-Wiener Neustadt herumgesprochen, dass man sich an der TU-Bratislava (Außenstelle Trnava) auf "billige" Art und Weise einen Doktor-Titel aneignen kann?

Auch andere ungeklärte Fragen liegen offen:

Warum studiert eine Österreicherin mit Wohnsitz in Wien (ab 2011), in Trnava (Entfernung Wien – Trnava 135 Kilometer und 1,5 bis 2 Stunden Fahrzeit), an der Fakultät für Werkstoffwissenschaften Industriemanagement?  Und reicht an einer slowakischen Uni eine deutschsprachige Dissertation zur Approbation ein? Warum nicht in Wien?

Die Universität in Trnava konnte Frau Aschbacher (neben ihren beruflichen und familiären Pflichten) wohl gar nicht (ausreichend) besucht haben. Zwischen ihrem Magister-Abschluss an der FH Wiener Neustadt (2002 – 2006, "Management-, Organisations- und Personalberatung, Marktkommunikation und Vertrieb") und dem Beginn des Doktoratstudiums in Trnava liegen immerhin fünf Jahre. Die wissenschaftliche Kongruenz zwischen beiden Universitätsstandorten ist wohl eher oberflächlich-formal.

Verfügten ihre wissenschaftlichen Betreuer (Professor Jozef Sablik, Dagmar Babcanova, Felicita Chromjakova) überhaupt über ausreichende Deutschkenntnisse? Professor Sablik jedenfalls absolvierte seine Ausbildung als kommunistischer Kader in der damaligen CSSR (Höhere Ausbildung war damals nur absolut linientreuen Kommunisten möglich). Bei der Approbation von Aschbachers Dissertation im August 2020 war Sablik immerhin um die 76 Jahre alt.

Schwer vorstellbar ist auch: Wie konnte Aschbacher neben einem ministeriellen Fulltime-job (und als dreifache Mutter) ein Dissertationsstudium (noch dazu im Ausland) stemmen? ( Juni 2012 - Dezember 2013 war sie Mitarbeiterin im Finanzministerium / 2014: Leiterin des zentralen Risikomanagements / Oktober 2014 - Mai 2015: Mitarbeiterin im Wissenschaftsministerium / Seit September 2015 Betreiberin der Agentur "Aschbacher-Advisory" / Seit 2017 Aufsichtsratsmitglied bei "Gebäude- und Baumanagement Graz".)

Ihr Dissertationsstudium begann Aschbacher im Jahre 2012 (also just zu Beginn ihrer Karriere in zwei österreichischen Ministerien). Seit 7.1.2020 war sie zudem Bundesministerin im Kabinett Kurz II. – Nur acht Monate später (August 2020) schloss sie Ihre Dissertationsprüfung ab. Aschbacher muss also bezüglich ihrer Studiumsfrist unter Zeitdruck gekommen sein (oe24).

Denn mit ihrer Abschlussarbeit hatte sie bereits 2012 begonnen, reichte diese aber erst acht Jahre später (im Mai 2020) ein. Weil ein externes Doktor-Studium in der Slowakei maximal sieben Jahre dauern kann (fünf Jahre regulär inklusive zwei Jahre Verlängerung), hat sie das Studium für zwei Jahre unterbrochen.

Auffällig auch: Ab 1.1.2021 gilt in der Slowakei ein Antiplagiats-Gesetz. Welches aber auf Aschbachers Dissertation keinen Einfluss mehr hat: In der Slowakei können betrügerisch erlangte akademische Titel nicht rückwirkend aberkannt werden. Auf alle Fälle war das Problem mit den Plagiaten im Land bekannt: Das Anti-Plagiats-Gesetz wurde zwar schon 2020 angenommen, trat aber eben erst am 1.1.2021 in Kraft. Und zwar nicht ohne Hintergedanken: 2020 wurden nämlich Premier Matovic, Parlamentspräsident Kollar und Bildungsminister Gröhling eines Plagiats überführt. 

Natürlich müssen alle diese Malversationen innerhalb der österreichischen Polit- und Wissenschaftszirkel bekannt gewesen sein.

Warum gerade die Slowakei?

Immer noch sind in der Slowakei die kommunistischen Altlasten gegenwärtig. Der junge Staat (gegründet 1993 durch Abspaltung von Prag) tut sich einfach schwer mit einer historisch-nachhaltigen Traditionslegitimität: Wurde er doch auch innerhalb der Tschechoslowakei von Prag aus verwaltet. Die Slowakei imitierte nach 1945 den absurden Modernisierungswahn des Ceausescu-Regimes: Ein ganzes Dorf, Egerau, wurde damals einer seelenlosen Retorten-Vorstadt, Ptrzalka, geopfert. Mitten durch die Altstadt von Bratislava wurde eine Autobahn gelegt, die Synagoge geschleift.

Auf fast allen Führungsposten (vor allem im Bildungsbereich) sitzen dieselben bildungslos gebliebenen, kommunistisch sozialisierten Apparatschiks, als Nachfolger der Leere, die die ethnisch-kulturellen Nachkriegs-Säuberungen hinterlassen haben: Die Vor-Trianon-Slowakei war ein multikultureller Staat, in dem die Ungarn und die Deutschen das Land als kulturelle, politische und Wirtschaftselite prägten. Deren Fehlen ist immer noch spürbar: Wer heute durch Bratislava (bis 1919 slowakisch: Prešporok, deutsch: Pressburg, ungarisch: Pozsony) spaziert, hat einerseits zwar das Gefühl, in einer österreichischen Stadt zu sein. Andererseits bemerkt er aber auch schmerzlich die fehlende national-slowakische Identität an verkommen Altstadtvierteln und verfallenden Häusern.

Aufgrund der geradezu lachhaften Bezahlung und Pensionsbezüge der Bildungslehrkräfte unterrichten diese oft bis ins Greisenalter hinein weiter. Auch das slowakische Gesundheitssystem ist in einem erbärmlichen Zustand ("Krankenhäuser wegen Ärztestreiks vor Kollaps" - rtl): In den grenznahen österreichischen Krankenhäusern (Hainburg und Kittsee) arbeiten vor allem (bestens ausgebildete und freundliche) slowakische Ärzte und Pfleger, ein Brain-Drain par excellence. Es ist ein offenes Geheimnis, dass in der Slowakei für eine Krankenhausbehandlung Geldbeträge "unter der Hand" weitergegeben werden …

Auch gehört die Slowakei zu jenen Nach-Trianon-Staaten, welche den Ungarn ihre Minderheitenrechte (neben der Ukraine und Rumänien) am meisten verweigerten. (siehe auch "100 Jahre Trianon – Das zerbrochenen Schweigen"). Erst die gegenwärtige Regierung hat diesbezüglich einen politischen Versöhnungsprozess eingeleitet.

"Zu lange haben wir im Dunkeln gelebt. Treten wir ins Licht." (Dubček)

Der berühmteste Slowake war der Reformkommunist Alexander Dubček (1921 – 1992). Seine damalige Hoffnung zur Zeit des "Prager Frühlings", von einem "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wurde nicht erfüllt: Im August 1968 wälzten Truppen des Warschauer Pakts den Freiheitswillen der Revolutionäre nieder. 1989 organisierte er gemeinsam mit dem späteren tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel die Samtene-Revolution.

Dubček starb 1992 an den Folgen eines mysteriösen Autounfalls. Zuvor wurde er als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des künftigen slowakischen Staatspräsidenten gehandelt. Damals gab es Gerüchte, dass der Verkehrsunfall kein Unfall gewesen sein soll …

Dr. Elmar Forster ist Lehrer und lebt(e) seit 1992 als Auslandsösterreicher in Ungarn, Prag, Bratislava, Polen, Siebenbürgen (Rumänien). Seit 2009 unterrichtet er auch wieder an österreichischen Schulen.

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alle Kommentare

  1. Konfrater

    1. In früherer Zeit, als ich noch an einer österreichischen Universität unterrichtet habe, wurde mir angesichts einer katastrophalen Seminararbeit, die ich mit "Nicht genügend" bewerten wollte, zwar nicht mit Gefängnis gedroht, aber doch unmissverständlich klar gemacht: Etwas Schlechteres als ein "Befriedigend" gibt es an unserem Institut nicht.

    2. Fairerweise sollte man nicht unerwähnt lassen, dass es an slowakischen Universitäten durchaus auch sehr engagierte und seriöse Wissenschaftler gibt (einige kenne und schätze ich persönlich). Sie arbeiten nur in einem unguten Umfeld (aber das österreichische akademische Umfeld ist leider kaum mehr besser).

    3. Für "Kuvert an einen Beamten", wenn man etwas von der Gemeinde Wien braucht, könnte ich aus eigener Erfahrung auch Beispiele liefern. Aber das würde jetzt sehr viel Platz benötigen ...



    • Elmar Forster (kein Partner)

      Das waren noch Zeiten, als an Unis Leistung verlangt wurde.
      Als ich als ex-linker Student (Ende der 80er-Jahre) an der Uni-Innsbruck in einer schriftlichen Prüfung einen Orthographiefehler hatte und wegen einiger Semantik-Übersetzungsfehler aus dem Mittelhochdeutschen durchgefallen bin...
      All meine Entschuldigungen ("Aber ich hab doch gelernt! Ich war so nervös! Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen! Hölderlin hatte auch seinen eigenen Ideolekt") kommentierte der gestrenge Uni-Professor kühl...:
      "Es ist wie beim Skifahren: Entweder man kommt unten an, oder eben nicht! Hölderlin wollte aber auch bei uns kein Abschlussdiplom. Wir sehen uns in 1/2 Jahr wieder..."

  2. Bürgermeister (kein Partner)

    Ein Sittenbild der Kurz-ÖVP. Eine "Arbeits"ministerin die sich ihren Titel nicht erarbeitet hat, sondern durch Täuschung, Skrupellosigkeit und Systemlücken erschlichen hat.

    Für ihre Pöstchenversorgung waren die "richtigen" Geschlechtsorgane ausschlaggebend, die Position selbst konnte sie niemals auch nur annähernd ausfüllen.

    Damit steht sie nicht alleine, im türkis-grünen Umfeld stellt sie wohl eher die Regel als die Ausnahme dar. Die Dummdreistigkeit im Vorgehen sieht man selbst nicht als Widerspruch zu den pseudomoralischen Belehrungssprüchen.



  3. El Capitan

    Akademische Titel haben heute nicht mehr die Bedeutung wie vor ein, zwei Generationen, obwohl der Doktor halt schon noch das Ziel der narzisstischen Begierde ist. Wer ihn unbedingt haben will, es aber mit der Ochsentour und viel Arbeit nicht schafft, macht halt die Korruptions-Deppentour.

    Auch bei uns läuft es manchmal ähnlich. Die von Ex-Bundeskanzler Faymann erfundene Matura, ist ein von den Medien schnell entsorgtes oder nie behandeltes Thema.

    Es wird also auch in Zukunft einige Google-Doktoren rumlaufen und mit ihrer Visitenkarte eine Ego-Prothese vorweisen.



  4. Forster

    "Masse statt Klasse." - "Nivellierung seit Jahrzehnten"

    https://www.youtube.com/watch?v=dUXrrdmWx7w



  5. Forster

    Hier des kluges Volkes Stimme... "Bauer Hons liest Aschbacher."

    https://www.youtube.com/watch?v=Wc-gzIt7Vuc



  6. die eule der minerva (kein Partner)

    Als offensichtlich gebranntes Kind, bitte ich Sie, nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die FHWN mit der TU Bratislava auf systematischer Ebene in Verbindung zu bringen und in ein dubioses Licht zu rücken, braucht mehr als eine gemeinsame (Noch?-)Absolventin! Ich kann ausschließen, dass es hier ein zugrundeliegendes System gibt.



    • Forster

      Was für ein grotesker Vorwurf:
      Die einzigen zwei Personen, die Ihre FHWN in "dubioses Licht gerückt" haben, waren: Eine politisch bestens vernetzte Magistra und ein FH-Professor, denen Plagiatsjäger Weber auffallend viele Plagiatsstellen nachgewiesen hat. Und der jetzt sogar Morddrohungen erhält...
      “In Ö ist nicht derjenige Nestbeschmutzer, der ins Nest hineinmacht, sondern wer sagt: Hier stinkts!" (Qualtinger)
      Bedenklich auch, dass Poster nicht einmal unter Klarnamen auftreten... Die Angst muss groß sein...

  7. https://tinyurl.com/y4lc7f54 (kein Partner)

    Bei uns geht's ja in weiten Teilen auch recht lustig und unverforen zu...

    Google: dasbiber bachelor-auf-türkisch



  8. MGTOW (kein Partner)

    Der Autor arbeitet nur sein Frust aus der Slowakei ab, wo eigentlich zu mindestens Mitschuldig öst. Ministerien und Behörden waren. Österreich hat sich in letzten 15 Jahre markant verändert, die Slowakei doppelt/dreifach so schnell… Ja, öffentliches Dienst wird noch relativ schlecht in der Slowakei bezahlt, aber die Slowakei macht keine Schulden...



    • Forster

      Auch diese Verbindung habe ich herausgearbeitet... Ich nehme mal an, Sie haben ein gewisses Insiderwissen... ; - )

  9. ZahlEsel (kein Partner)

    Komisch, aber die Slowaken schneiden bei PISA und anderen Tests besser als Österreicher ab (bei 25% der öst. Kosten und Korruption)... Auch die STU ist in Uni-Ranking höher als öst. Unis...



    • Forster

      Uni-Rankings sagen überhaupt nichts aus. Ich hab auch an sog. "Eliteschulen" unterrichtet... Wenn man die von innen her kennen lernt, weiß man, dass da auch nur mit Wasser gekocht wird...
      Korruption gibt es natürlich auch in Österreich: v.a. die Parteibuchwirtschaft. Allerdings: Es ist mir Österreich noch nie untergekommen, dass mir ein Direktor mit "Gefängnis" droht, weil ich einem Schüler-Günstling eine schlechte Note gegeben hätte...

    • xkcd (kein Partner)

      Ein kleines Streiflicht von jemandem, der seit Jahren in einer "östlichen" Hauptstadt an einer Universität lehrt. In meinem Fall ist das eine fast durchwegs positive Erfahrung, nicht zu vergleichen mit dem gehässigen parteibuchverseuchten Schleim, mit dem ich auf österreichischen Unis zu tun hatte.
      Was mich immer wieder erstaunt ist, was für Leute in Österreich im Bildungsministerium sitzen. Jedes Mal wenn ich an der Botschaft Ministeriums-Vertreter für die Auslands-Kooperation getroffen habe, waren sie absolut desinteressiert daran, auch tatsächlich irgend etwas zu bewegen. Rein dekorative Gestalten, mit wichtigen Visitenkarten, ohne jedes Interesse am Zielland.

    • Forster

      @xkcd
      Ich gebe xkcd recht. In Österreich braucht jeder VS-Direktor ein Parteibuch. Das ist in Ungarn anders. Ich kenne viele Lehrer und Direktoren, die sehr orban-kritisch, und trotzdem in Führungspositionen sind. In Österreichs Klassenzimmern herrscht meistens eine System des politischen Schweigens, weil jeder weiß, von welcher Partei der Direktor protektiert wird...

  10. WiseWolf CEE (kein Partner)

    Ja, ja, die Slowaken lernen sehr schnell, aber die "österreichische Perfektion" werden sie nicht so schnell erreichen...
    Lustig, eine österreichische Ministerin baut Mist, aber die Slowaken werden kritisiert :-)
    PS. Ich dachte, jede(r) EU MaturantIn hat exklusiven Zugang zu öst. Universitäten... Haben sie persönlich andere Gesetze für Slowaken erlassen?
    PPS: Die Slowaken bemühen sich Deutsch zu sprechen, was man über sehr viele "Österreicher" nicht behaupten kann...



    • Forster

      Ich kritisiere nicht DIE Slowaken ... DIE Slowaken leiden unter einer gewissen korrupten Elite. Dagegen protestieren sie ja auch selber. Ich habe großen Respekt vor KollegInnen, die sich dieser Korruption widersetzen...
      In meinem Fall habe ich an meiner slowak. Schule etwa 5 % Kollegen kennen gelernt, die dagegen gekämpft haben. Eine altkommunistische Kollegin (mit ca. 72 Jahren) meinte damals zu mir: "Niemand steht über dem Direktor."
      Damals habe ich auch viel Unterstützung vom Elternverein und meinen Schülern erhalten. Auch sie wissen, dass Korruption etwas Böses ist...

  11. Brigitte Imb
  12. Meier

    Damals auch Schuleprotest in Bratislava von Schüler gegen Direktorin...

    Studenten einer Bratislaver Mittelschule verweigern Unterricht. Aufruhr gegen neue Direktorin
    Mehr als 100 Studenten der Handelsakademie von Imrich Karvaš in Bratislava unterzeichneten eine Petition gegen die Kündigung ihrer Lieblingslehrer.
    Heute, 14.09 Uhr | Die Wirtschaftsakademie in Bratislava Imrich Karvaš in Petržalka - Es kocht. Anstatt zu lernen haben Studenten gegen Handlungen der neuen Direktorin protestiert.
    Sie sind nicht damit einverstanden, dass diese das Beschäftigungsverhaltnis mit einer der Lieblingslehrerinnen beendet hat. Auch andere Lehrer seien – ihrer Meinung nach – arbeitsunfähig. Sollten diese wieder zur Arbeit zurückkehren, würde diese auch die Entlassung erwarten. Die Direktorin wiederum argumentiert, dass die Beschäftigung nur mit einem Lehrer und wegen schwerer Verfehlungen beendet wurde. Die Schüler würden ihrer Meinung nach manipuliert.
    Aus Protest gegen den Hinauswurf ihrer Lieblingslehrerinnen unterschrieben mehr als 100 SchülerInnen von der 1.-4. Klasse eine Petition. "Im September kam die neue Schuldirektorin. Nun warf sie eine Lehrerin hinaus und als wir sie um die Gründ, hat sie uns nicht geantwortet," sagen die Studenten. Andere Pädagogen seien -ihrer Meinung nach krankgeschrieben – , weil sie Angst vor Entlassung haben.
    "Sie will nur ihre eigenen Leute hier ernennen ", meinen die Studenten. So haben sie der Direktorin gegenüber Protest erhoben. "Von den Klassenlehrerinnen, wurde uns damit gedroht, dass, wenn wir nicht in der Klasse erscheinen, wir bestraft werden würden. Da ist leicht zu drohen. Diese haben nichts damit zu tun, ich kann die Verantwortung für sich selbst tragen", sagt einer der Studenten. Ihrer Meinung nach gab es mit dem ehemaligen Direktor keine Konflikte.
    „Novy Cas“ gab der Schulleiterin die Möglichkeit zur Stellungsnahme. "Die Frage der Arbeitsverhältnisse ist nicht eine Frage der Studenten, sondern der Schulleitung", sagte sie. Sie bestreitet die Entlassung von mehreren Kolleginnen und Kollegen, nach ihren Worten wurde nur eine einziges Lehrpersonal aus wichtigen Gründen – Berufsspieler - festgehalten. "Es ist einfach die Manipulation der Studenten", so die Tatsache, dass der Schulamt über die Situation Informationen hat.

    https://www.cas.sk/clanok/351939/studenti-bratislavskej-strednej-skoly-sa-odmietli-ucit-vzbura-proti-novej-riaditelke/



  13. Konrad Hoelderlynck

    Verehrter Dr. Forster! Keine Kritik, nur eine Frage, weil ich es endlich verstehen möchte: Warum schreiben Sie "Prag" und "Bratislava" anstatt "Praha" bzw. Pressburg?



  14. Forster

    In Österreich selbst ist das System der Partei-Buch-Politik sozusagen eine legitimierte Form der "Korruption", die zwischen den meisten Parteien jegliche balance-of-power dekonstruiert hat.
    Man müsste eigentlich im Bildungsbereich nur die jeweiligen Direktorennamen mit deren Parteizugehörigkeit abgleichen sowie untersuchen, wann sie eine Funktion in der Partei (Gemeinderäte, etc.) übernommen haben. Dann muss man sich nur deren offiziell abrufbare (fachlich-pädagogische) Biographie anschauen, die meistens in eins cc-Zeile passt...



  15. pressburger

    Korrektur: Engerau, Petrzalka.
    In der Slowakei geschieht im Vergleich zu Österreich, eine entgegengesetzte Entwicklung.
    Die Slowakei hat noch Probleme mit der nicht konsequenten Entsozialisierung. In Österreich geht der Aufbau des Sozialismus voran.



  16. Ingrid Bittner

    Da tun sich Abgründe auf, jetzt ist nur die Frage, wer dort noch "sein Studium erfolgreich abgeschlossen" hat, es könnte ja sein, dass. na ja, man wird sehen.
    Irgendwie hab ich im Ohr, dass Sebastian Bohrn Mena, der es ja schon bei verschiedenen Parteien zu nichts gebracht hat, in Serbien seinen Doktor gemacht haben soll. Was Genaues weiss man natürlich nicht.



    • Forster

      Die Spur ist vielversprechend... Plagiatsjäger ist ein zukunftssicherer Job heutzutage... Am besten man schließt gar kein Studium mehr ab: Sigi Maurer, BK Kurz, VS-Lehrer Anschober... Denen kann keiner...

    • Konfrater

      Es gibt einen sehr ausführlichen, zweifellos von Bohrn Mena selbst oder in seinem Auftrag verfassten Wikipedia-Artikel: Dem ist zu entnehmen, dass er an der (mir in anderen Zusammenhängen eher ungut aufgefallenen) Privatuniversität Sigmund Freud in Wien ein Doktorat in einem Fach namens "Psychotherapiewissenschaften" abgelegt hat, mit einer Arbeit über Fluchterfahrungen und Traumatisierung (das ganze "mit Auszeichnung").
      Bemerkenswert daran: Obwohl die Arbeit bereits 2010 eingereicht wurde, liegt laut Online-Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek dort KEIN Belegexemplar auf - was nach meinem Wissensstand auch für Abschlussarbeiten an Fachhochschulen gesetzlich vorgeschrieben wäre.

  17. Brigitte Imb

    Womöglich können wir uns die slowakische Korruption eines Tages noch zu Nutze machen, nämlich wenn wir einen Impfausweis benötigen. ;)



    • Ingrid Bittner

      @Brigitte Imb: wie immer sehr praktisch gedacht! Danke für den guten Tipp!

    • pressburger
    • machmuss verschiebnix

      Jetzt muß ich aber schnell als Impf-Tourist in die Slowakei fahren, bevor mir zuhause "s'Gimpfte aufgeht" :)))

    • Brigitte Imb

      Super, @machmuss!!!

      Machen wir Sammeltaxi od. buchen wir gleich einen ordentlich großen Reisebus?

  18. riri

    Diese Unverfrorenheit, die Herr Doktor Forster beschreibt, lässt stark die Vermutung aufkommen, diese Praxis ist altbewährt und bekannt, angewandt bis in die höchsten politischen Kreise.
    Resultierend aus einer Arroganz und Überheblichkeit mit dem Wissen, sich in einer geschützten politischen Gruppe zu befinden.
    Dadurch ergeben sich aber auch Fakten, mit einer Erpressung konfrontiert zu werden.
    Die Frage ist, ob der Fall vor Gericht verhandelt wird, ob die Konten gerichtlich geöffnet werden.
    Vermutlich wird nichts passieren, der Rücktritt allein ist ja schon eine enorme Charakterstärke.



  19. Forster

    Noch ein Indiz zum Approbationsort TU-Bratislava:

    "Das slowakische Antiplagiat-System vergleicht aber nur die Übereinstimmung mit Quellen, die sich in seiner Datenbank befinden. Fraglich ist dabei das Ausmaß der Vertretung von ausländischer Quellen darin. In der Datenbank befinden sich vor allem slowakische Texte. Deutsche Texte liegen nur wenige vor."

    (https://www.oe24.at/oesterreich/politik/aschbacher-jetzt-wird-auch-ihre-dissertation-geprueft/460565488 )

    Die Dissertantin hat wohl kaum aus slowakischen Quellen zitiert, sondern aus deutschen und englischen...



  20. OMalley

    Meiner Tochter wurde klipp und klar mitgeteilt,dass beim Herrn Bezirksvorsteher ein Kuvert mitzubringen ist, wenn man einen Platz im Kindergarten braucht . In der Diplomat. Akademie wurde einem Vortragenden sehr nahe gelegt welche Beurteilung einem Protegé zukommen muss. Beide Vorfälle sind verjährt. Das Gezeter über Pressburg erfolgt offensichtlich weil WIEN anders ist.



  21. Alexander Huss

    Eine hervorragende Analyse des slowakischen Bildungssystems und ein Aufzeigen der Bildungskatastrophe, welche die Kommunisten in diesem Staat hinterlassen haben.

    Aber das ist eine innerslowakische Angelegenheit: Solange man diese Leute nicht entfernt werden, wird sich nichts ändern.

    Mich verärgert nur, dass die Missstände an bilingualen Schulen, in denen das österreichische Innenministerium involviert ist, nicht abgestellt werden. Das lässt wieder einmal tief blicken ob der Zustände in österreichischen Ministerien.



    • Forster

      Immerhin: nach einem langjährigen Kampf meinerseits sind die beiden Verantwortlichen im österr. Unterrichtsministerium dann auf eine andere Stelle "abgeschoben" worden. Ob sie eine Schuldeinsicht gehabt haben? Ich glaube eher nicht...

  22. Leodorn

    Ein exzellenter Beitrag: erfahrungs- und schmerzgesättigt….

    Als Außenstehender verwundert mich, daß sogar Ghostwriter, die doch ihre Hand ordentlich aufhalten und auf ihren „guten Ruf“ als Profischreiber bedacht sein müßten, das allgemeine Laissez-faire zu teilen scheinen:

    „Eine Magistra hat eine wissenschaftliche Arbeit offenbar durch einen Ghostwriter verfassen lassen. Sie hat diesen Text voller Plagiatspassagen, in extrem fehlerhaftem Deutsch, das bis hin zur vollständigen Unverständlichkeit reicht und bei dem offensichtlich der Google-Translator am Werk war, ungeprüft eingereicht. Und ebenso blanko hat ein Professor das Konvolut mit der Note "Sehr Gut" abgenickt.“

    Da legt sich doch die Vermutung nahe, die arme Frau Magistra ad Ministra könnte selbst Hand und Geist angelegt haben.
    LD







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