Extreme ziehen einander an

Lesezeit: 2:30

Auf den ersten Blick scheinen Rechts- und Linksextremismus der totale Gegensatz zu sein. Doch haben sie, trotz aller historischen Entwicklungen, eine Grundgemeinsamkeit, die sie von der christlich-sozialen Mitte unterscheidet: Sie verstehen den Menschen nicht als Synthese von Individuum und Gemeinschaftswesen, sondern nur als Gemeinschaftswesen.

Damit sind beide Sozialismen, der Nationalsozialismus und der Marxismus, Ideologien. Denn in beiden wird die richtige Deutung einer Teilwirklichkeit (der Mensch ist auch Gemeinschaftswesen) falsch verallgemeinert (der Mensch ist nicht nur Gemeinschaftswesen). Für diese Einseitigkeit ist es gleichgültig, worin das übergeordnete Gemeinschaftsprinzip gesehen wird – ob in der "Rasse" oder in den "ökosozialen Bedingungen".

Das ist nicht nur eine weltanschauliche Frage. Sobald man den Menschen nicht als schützenwertes Individuum sieht, können Massentötungen als für die Gemeinschaft nützlich angesehen werden. Merkwürdiger Weise wird heute nur über die des Nationalsozialismus gesprochen, dass im Stalinismus wohl die zehnfache Menge getötet wurde, wird gern völlig übersehen, da es heute "in" ist, auf dem linken Auge blind zu sein.

Das macht auch die Nähe dieser beiden Extremismen zu einem dritten verständlich, zum (wörtlich genommenen) Islam. Er fordert die Regelung des gesamten Lebens durch die Schari’a , das heißt, er trennt nicht zwischen Recht, Sittlichkeit und Religion. Nach christlicher Auffassung hingegen soll möglichst weltweit eine Rechtsordnung gelten, die ein friedliches Zusammenleben der Menschen ermöglicht und offen ist für eine religiöse Überhöhung. Diese Überhöhung darf aber dem friedlichen Zusammenleben nicht widersprechen. Mit anderen Worten: Unsere Toleranz darf nur so weit gehen, als ein friedliches Zusammenleben der Menschen verschiedener Weltanschauungen nicht gestört ist.

Das ist aber mit der Schari’a unverträglich, die weltweit die islamische Rechtsordnung durchsetzen will – hier sind Konflikte unvermeidlich. In Staaten, in denen die Moslems die Minderheit sind, müsste daher streng darauf geachtet werden, dass sie die jeweilige Staatsverfassung und die Sitten und Gebräuche des Gaststaates beachten.

Last but not least: Der radikale Islam steht den beiden anderen Extremismen nahe. Dass die Linken islamophil sind, zeigt sich fast täglich durch das, was die Medien bringen und was sie verschweigen. Weniger bewusst ist, wie stark der Nationalsozialismus durch den radikalen Islam beeinflusst wurde. Es finden sich mehr Tötungsgebote gegen Juden als gegen Christen im Koran. Auch wenn die genaue Datierung des Koran umstritten ist, ist er auf jeden Fall um vieles älter als der Nationalsozialismus und hat diesen daher beeinflusst und nicht umgekehrt. Aber beide Ideologien neigen zu Führerkult, Gewaltverherrlichung und Kulturverachtung.

Von Himmler ist ein Ausspruch im Rassenpolitischen Amt der NSDAP überliefert: "Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts. Denn er erzieht mir in dieser Division seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion."

Sr. Katharina OP (Dr. Elisabeth Deifel, Philosophin und Theologin, em. Prof. der KPH, jetzt in der Erwachsenenbildung)

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorWyatt
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2020 06:50

    Sr. Katharina OP
    Danke für diesen lesenswerten, KLARSTELLENDEN "Gastbeitrag"
    *********
    *********
    *********

  2. Ausgezeichneter Kommentatorrestituta
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2020 07:05

    Ein sehr guter Artikel. Ich wünschte, ich könnte solche Worte auch in meiner Pfarre hören. Ich habe das Gefühl, dass es derzeit unter den Christen so eine Art freiwilliger Informationsvermeidung gibt. Man will laut Alain Finkelkraut nicht sehen, was zu sehen ist. Man will die geistige Enge des Islam und seine gnadenlose Unterdrückung nicht sehen.

    Ich möchte 2 Stellen aus Tilman Nagels Buch „Angst vor Allah“ zitieren. Es liest sich ein bisschen kompliziert, ist aber sehr aufschlussreich.

    In der islamischen Theologie hat man verzweifelt um die Beantwortung der Frage gerungen, was den überhaupt die Aufgabe des Verstandes in einer Welt sein könnte, die dessen Einsatz in zweierlei Hinsicht ins Leere laufen lässt: In fortwährender Schöpfung gestaltet Allah den Weltenlauf und das Lebensschicksal aller Lebewesen, aber wie er dabei vorgeht und warum so und nicht anders, das vermag der Verstand des Menschen grundsätzlich nicht zu entschlüsseln; die Normen des rechten Verhaltens in dieser Welt werden ebenfalls unmittelbar von Allah gestiftet und stehen in keinem begreifbaren Verhältnis zu den Erscheinungen des fortwährenden Schöpfungs-vorganges. So bleibt dem Verstand einzig die Aufgabe, zu erkennen, dass es ihm verwehrt ist, eigenständig und unabhängig von den autoritativen Aussagen Allahs das Wesen dieser Welt zu ergründen und nach Normen für das Verhalten des Menschen in ihr zu suchen. Der Verstand hat den Menschen dazu anzuhalten, sich ohne Widerstand dem Walten des einen Allah zu fügen, die Gebote des Korans zu befolgen und das überlieferte Vorbild des Propheten nachzuahmen.

    Die Behauptung „Islam heißt Frieden mit allen Menschen“ wäre nur durchzuhalten, wenn die zahlreichen Passagen des Koran und des Hadith, die die Gewalt gegen Nichtmuslime nicht nur rechtfertigen, sondern sogar fordern, als ein durch die Menschenrechte überholter, obsoleter Teil der göttlichen Botschaft verstanden werden dürften. Wenn die autoritativen Texte, in denen die Gewalt gegen Nichtmuslime geschildert und empfohlen wird, zu einer göttlichen Botschaft diesseitigen Charakters gehörten, könnte man argumentieren, ihre Aussage sei zu Mohammeds Zeiten sinnvoll gewesen, aber heute unter gänzlich veränderten Umständen, sei sie nur von historischem Belang. Da aber der Koran als ganzer ewig gültig und wahr sein soll - und seine im Hadith zu Buche geschlagene Auslegung ebenfalls-, bleibt den Wortführern des Scharia-Islams, sobald sie auf die für die heutige Zeit skandalösen Aussagen über die Gewalt gegen Andersgläubige angesprochen werden, nur die folgende Antwort: “Islam heißt Frieden mit allen Menschen. Selbstverständlich sind der Koran und das Hadith ewig wahr gültig. Was die Stellen über die Gewalt gegen Andersgläubige angeht, so steht dort gar nicht, was dort steht. Mit anderen Worten: Statt sich zu einer schlüssigen historisierenden, an den Menschenrechten orientierten Auslegung zu verstehen, mutet man dem nichtmuslimischen Gegenüber eine gesprächstaktische Leugnung dessen zu, was er liest und als anstößig zu Debatte stellt. Er soll zugeben, dass da gar nicht steht, was da steht.

  3. Ausgezeichneter KommentatorLeodorn
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2020 10:02

    Ein „extrem“ guter Beitrag. Seine schlüssigen Argumente: (zentral das „Auch“ zwischen Individuum und Kollektiv) rechtfertigen nochmals den (u.a.) Kantischen Ansatz n i c h t beim Kollektiv, sondern beim Individuum, das „philosophischer“ Vernunft gemäß, mit der Menschheit dialektisch identisch ist.

    Letzteres eröffnet sogleich einen Ausblick in die daraus folgenden lebensweltlichen Probleme: das totale (nur) singuläre Individuum endet bei Stirners Einzigem und seinem Eigentum, letztlich beim modernen Gymnasiasten, der Künstler und nichts als Künstler werden möchte.
    (Abends dann in die Disco, um sich als Kollektiv und nichts als Kollektiv abzufeiern.)

    Auf der Gegenseite muß das im Clan verschwindende Individuum sein vernunftgeleitetes Denken an der Garderobe seines Vereins abgeben. Dort muß es des Kaisers neueste (oder älteste) Kleider anlegen, was durch Nachahmung und Mitläufertum problemlos über die innere Bühne geht.
    Warum unsere Kirchen das Problem des Islams, der als nichtpolitischer soll möglich sein, nicht sehen können, dürfte in der aktuellen theologischen Garderobe mitverkauft werden. Eine Küberl-Theologie, die nun bereits den zu engen Begriff von Sicherheitsgefühl, der in Graz um sich greift, beklagt.
    Aber jetzt wird alles besser: Kulturmanager machen ein Jahresfestival in der selbsternannten Stadt der Menschenrechte unter dem Motto: „Wie wollen wir zusammenleben?“ Wir ist wir, und alles anderes ist alles andere…

    LD

  4. Ausgezeichneter KommentatorSukkum
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Januar 2020 09:45

    "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!" Mth 7;16

    Gemeint sind die falschen Propheten.
    Ich erkenne auch allen anderen damit, Politiker, Kleriker, Medien, Mitmenschen und damit auch die Gesellschaften auf der ganzen Welt.

    Und diese Früchte sind zunehmend schauerlich und beklemmend. Mit den "ewigen Wahrheiten" lassen sich die schwersten Verbrechen rechtfertigen. Die Täter tragen keine Verantwortung, die trägt der ach so barmherzige Gott/Allah. Dem man ja deshalb inbrünstig dienen muss, obwohl er nur in unsern Köpfen existent ist und dort herumspukt!


alle Kommentare

  1. Franz77
    27. Januar 2020 09:00

    Vielen Dank geschätzte SR. Katharina.

  2. fewe (kein Partner)
    27. Januar 2020 05:00

    Also ich halte das für falsch, weil die Nazis ja Linke waren. Links ist Kollektivismus, rechts ist Individualismus. Extrem rechts wird also keinesfalls so wie extrem links. Tatsächlich hatten die Nazis alle Rechten abgelehnt - und auf der anderen Seite links von ihnen - die Marxisten.

    Kommunisten/Marxisten und Juden hatten sie synononym verwendet. Lt. Mein Kampf, darf man wirksam nur einen Feind definieren und das haben sie damit gemacht. Die Rechten wären danach in Angriff genommen worden, wozu es lediglich nicht mehr gekommen ist, was Hitler zuletzt auch bedauert hatte.

    Die Linken setzen das fort, was Hitler versäumt hatte. Ihr "ein Feind" sind Nazis und Rechte. Das selbe in Grün.

    • fewe (kein Partner)
      27. Januar 2020 05:30

      Fortsetzung: Sehr praktisch für die heutigen Linken: Die Nazis sind sowieso verboten, also verortet man sie rechts - so wie Hitler pauschal alle Juden als Marxisten verortet hatte - und hat damit einen Feind definiert.

      Nationalsozialisten als Rechte zu verorten war sicherlich eine der größten Meisterleistungen der Propaganda.

      Als Kind gab es für mich "Leute mit denen _wir_ nicht reden". Die hatte ich nach einiger Zeit an Gemeinsamkeiten erkannt: Reden ständig von Bewegung in frischer Luft, von gesundem Essen, betonen wenig oder keine Wurst und Fleisch zu essen, kleiden sich betont bescheiden, rauchen nicht, fahren beigen VW-Käfer.

      Leute die sich so zeigen sind mir daher unheimlich.

  3. Falke (kein Partner)
    26. Januar 2020 15:38

    So richtig die Autorin die Verhältnisse auch einschätzt, zur logischen Schlussfolgerung aus alldem kann sie sich offenbar nicht durchringen: nämlich zum Verbot des Islam in Europa, das sich zwingend aus den angeführten Tatsachen ergibt.

    • fewe (kein Partner)
      27. Januar 2020 05:08

      Tatsächlich ist es halt so, dass die röm.-kath. Kirche den Islam unterstützt. Siehe auch die Fußwaschungen durch den Papst und seine massive Unterstützung der Migration von Mohammedanern nach Europa.

      Möglicherweise ist an der Verschwörungstheorie etwas dran, dass die katholische Kirche mit dem Islam verschmolzen werden soll.

      Vielleicht wurde auch deswegen Papst Benedikt "entfernt", der sich ja nicht gerade freundschaftlich gegenüber dem Islam geäußert hatte.

      Es braucht niemand neue Religionskriege, aber diese Anbiederung an den Islam ist höchst unpassend. Durch die Forcierung der Ausbreitung des Islam schafft sich die Kirche selbst ab. Die ist offenbar feindlich besetzt.

  4. hausfrau (kein Partner)
    26. Januar 2020 14:06

    Das Wort ISLAM kann man auch mit UNTERWERFUNG übersetzen. Einige Unterschiede zur Christenreligion gefällig?:
    1. Die Zugehörigkeit zum Islam wird erzwungen, bei Christen beruht sie auf Freiwilligkeit.
    2. Wer den Islam verlässt (bzw. konvertiert) wird für „vogelfrei“ erklärt und kann/muss physisch – auch von Familienangehörigen - vernichtet werden.
    3. Im Koran sind – im Gegensatz zum Neuen Testament – viele Aufforderungen, welche mit dem Rechtssystem demokratischer Staaten (inklusive Gleichberechtigung von Mann und Frau) nicht vereinbar sind.
    4. Auch der Koran beinhaltet – wie das NT – einen Missionsauftrag an alle Gläubigen, bei Ablehnung der sog. Ungläubigen: siehe Punkt 2.

    Fortsetzu

    • hausfrau (kein Partner)
      26. Januar 2020 14:08

      Fortsetzung:
      Mir ist es unverständlich, dass vor einigen Jahren mittels neuen Gesetzes die Anerkennung des Islam (Erstfassung noch aus der Monarchie) staatlich bestätigt wurde. Ich nehme an, im Kultusamt (damals verantwortlich: Sebastian Kurz) hat niemand den Koran ganz gelesen. Sollte nun auch dem Antrag der Atheisten auf staatliche Anerkennung als „Religion“ Rechnung getragen werden, dann haben diese Zulassungen keinerlei Wert mehr.

      Der mohammedanische Prophet Mohammed ist daher wirklich ein falscher Prophet, vor dem uns Jesus Christus gewarnt hatte. Siehe Matt. 24/4, Markus 13/22-23, 1.Joh. 4/1, 2.Petrus 2/1-2, 1.Tim. 4/1, 2.Tim.3/6-9 und 13 u.a.m.

  5. Sukkum
    25. Januar 2020 09:45

    "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!" Mth 7;16

    Gemeint sind die falschen Propheten.
    Ich erkenne auch allen anderen damit, Politiker, Kleriker, Medien, Mitmenschen und damit auch die Gesellschaften auf der ganzen Welt.

    Und diese Früchte sind zunehmend schauerlich und beklemmend. Mit den "ewigen Wahrheiten" lassen sich die schwersten Verbrechen rechtfertigen. Die Täter tragen keine Verantwortung, die trägt der ach so barmherzige Gott/Allah. Dem man ja deshalb inbrünstig dienen muss, obwohl er nur in unsern Köpfen existent ist und dort herumspukt!

    • fewe (kein Partner)
      27. Januar 2020 05:12

      Also ich glaube schon an einen Gott. Ich glaube allerdings nicht an die Religionen, die leider nur von Menschen und nur zur Machtausübung geschaffen worden sind. Ursprünglich möglicherweise im guten Glauben, damit Menschen Gesetze und Richtlinien zu geben für ein gedeihliches Zusammenleben. Aber der Mensch belässt es nie dabei. Sieht man ja auch bei allen politischen Ideologien die im Grunde das selbe - nur ohne Gott - sind.

  6. Leodorn
    24. Januar 2020 10:02

    Ein „extrem“ guter Beitrag. Seine schlüssigen Argumente: (zentral das „Auch“ zwischen Individuum und Kollektiv) rechtfertigen nochmals den (u.a.) Kantischen Ansatz n i c h t beim Kollektiv, sondern beim Individuum, das „philosophischer“ Vernunft gemäß, mit der Menschheit dialektisch identisch ist.

    Letzteres eröffnet sogleich einen Ausblick in die daraus folgenden lebensweltlichen Probleme: das totale (nur) singuläre Individuum endet bei Stirners Einzigem und seinem Eigentum, letztlich beim modernen Gymnasiasten, der Künstler und nichts als Künstler werden möchte.
    (Abends dann in die Disco, um sich als Kollektiv und nichts als Kollektiv abzufeiern.)

    Auf der Gegenseite muß das im Clan verschwindende Individuum sein vernunftgeleitetes Denken an der Garderobe seines Vereins abgeben. Dort muß es des Kaisers neueste (oder älteste) Kleider anlegen, was durch Nachahmung und Mitläufertum problemlos über die innere Bühne geht.
    Warum unsere Kirchen das Problem des Islams, der als nichtpolitischer soll möglich sein, nicht sehen können, dürfte in der aktuellen theologischen Garderobe mitverkauft werden. Eine Küberl-Theologie, die nun bereits den zu engen Begriff von Sicherheitsgefühl, der in Graz um sich greift, beklagt.
    Aber jetzt wird alles besser: Kulturmanager machen ein Jahresfestival in der selbsternannten Stadt der Menschenrechte unter dem Motto: „Wie wollen wir zusammenleben?“ Wir ist wir, und alles anderes ist alles andere…

    LD

  7. restituta
    24. Januar 2020 07:05

    Ein sehr guter Artikel. Ich wünschte, ich könnte solche Worte auch in meiner Pfarre hören. Ich habe das Gefühl, dass es derzeit unter den Christen so eine Art freiwilliger Informationsvermeidung gibt. Man will laut Alain Finkelkraut nicht sehen, was zu sehen ist. Man will die geistige Enge des Islam und seine gnadenlose Unterdrückung nicht sehen.

    Ich möchte 2 Stellen aus Tilman Nagels Buch „Angst vor Allah“ zitieren. Es liest sich ein bisschen kompliziert, ist aber sehr aufschlussreich.

    In der islamischen Theologie hat man verzweifelt um die Beantwortung der Frage gerungen, was den überhaupt die Aufgabe des Verstandes in einer Welt sein könnte, die dessen Einsatz in zweierlei Hinsicht ins Leere laufen lässt: In fortwährender Schöpfung gestaltet Allah den Weltenlauf und das Lebensschicksal aller Lebewesen, aber wie er dabei vorgeht und warum so und nicht anders, das vermag der Verstand des Menschen grundsätzlich nicht zu entschlüsseln; die Normen des rechten Verhaltens in dieser Welt werden ebenfalls unmittelbar von Allah gestiftet und stehen in keinem begreifbaren Verhältnis zu den Erscheinungen des fortwährenden Schöpfungs-vorganges. So bleibt dem Verstand einzig die Aufgabe, zu erkennen, dass es ihm verwehrt ist, eigenständig und unabhängig von den autoritativen Aussagen Allahs das Wesen dieser Welt zu ergründen und nach Normen für das Verhalten des Menschen in ihr zu suchen. Der Verstand hat den Menschen dazu anzuhalten, sich ohne Widerstand dem Walten des einen Allah zu fügen, die Gebote des Korans zu befolgen und das überlieferte Vorbild des Propheten nachzuahmen.

    Die Behauptung „Islam heißt Frieden mit allen Menschen“ wäre nur durchzuhalten, wenn die zahlreichen Passagen des Koran und des Hadith, die die Gewalt gegen Nichtmuslime nicht nur rechtfertigen, sondern sogar fordern, als ein durch die Menschenrechte überholter, obsoleter Teil der göttlichen Botschaft verstanden werden dürften. Wenn die autoritativen Texte, in denen die Gewalt gegen Nichtmuslime geschildert und empfohlen wird, zu einer göttlichen Botschaft diesseitigen Charakters gehörten, könnte man argumentieren, ihre Aussage sei zu Mohammeds Zeiten sinnvoll gewesen, aber heute unter gänzlich veränderten Umständen, sei sie nur von historischem Belang. Da aber der Koran als ganzer ewig gültig und wahr sein soll - und seine im Hadith zu Buche geschlagene Auslegung ebenfalls-, bleibt den Wortführern des Scharia-Islams, sobald sie auf die für die heutige Zeit skandalösen Aussagen über die Gewalt gegen Andersgläubige angesprochen werden, nur die folgende Antwort: “Islam heißt Frieden mit allen Menschen. Selbstverständlich sind der Koran und das Hadith ewig wahr gültig. Was die Stellen über die Gewalt gegen Andersgläubige angeht, so steht dort gar nicht, was dort steht. Mit anderen Worten: Statt sich zu einer schlüssigen historisierenden, an den Menschenrechten orientierten Auslegung zu verstehen, mutet man dem nichtmuslimischen Gegenüber eine gesprächstaktische Leugnung dessen zu, was er liest und als anstößig zu Debatte stellt. Er soll zugeben, dass da gar nicht steht, was da steht.

    • heartofstone (kein Partner)
      28. Januar 2020 22:55

      Kurzfassung der Antwort: Halts Maul, Mohammedaner, du lügst sobald du auch nur Luft holst ... persönlich traue ich Mohammedanern nur so weit ich sie werfen kann .. 576c6r

  8. Wyatt
    24. Januar 2020 06:50

    Sr. Katharina OP
    Danke für diesen lesenswerten, KLARSTELLENDEN "Gastbeitrag"
    *********
    *********
    *********

    • glockenblumen
      24. Januar 2020 15:18

      schließe mich @Wyatt an

      *****************************************!

    • otti
      25. Januar 2020 21:46

      darf mich ebenso anschließen.

      Schade, daß es kein "Diskussionsforum Sr. Katharina OP" gibt !!!!!!!!!!!





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