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Die zwei Hauptfehler Donald Trumps

Auch wenn man nicht zu jenen gehört, die nach jedem Trump-Tweet automatisch den Untergang Amerikas bejammern, so ist doch klar: Der amerikanische Präsident ist in zwei zentralen Themen völlig falsch und gefährlich unterwegs. Er verrät damit auch die Werte der amerikanischen Konservativen und Wirtschaftsliberalen, die ihn ja ins Amt getragen haben.

Der eine Verrat besteht darin, dass Donald Trump neuerdings eine Abschaffung der Schuldengrenze verlangt. Kaum an der Macht spürt er, dass die Schuldengrenze eine unangenehme Bremse für die Realisierung der zahllosen Dinge ist, die Trump in den letzten Monaten in alle möglichen Richtungen versprochen hat: von einer Aufrüstung der US-Streitkräfte über eine Totalerneuerung der Infrastruktur bis hin zu massiven Steuersenkungen. Jetzt kommen auch die Kosten der schlimmen Hurrikans dazu.

Gleichzeitig ist Trump aber nicht bereit, irgendwelche spürbaren Schnitte am Wohlfahrtssystem vorzunehmen (das allerdings in Amerika lange nicht so verschwenderisch wuchert wie etwa in Österreich). Statt dessen macht er lieber einen Schulterschluss mit den Demokraten, um die Schuldenbremse abzuschaffen, die gerade von den US-Republikanern so hartnäckig erkämpft worden ist, um so munter weiter auf Schulden Geld ausgeben zu können.

Das Fatale an dieser von Politikern immer wieder geliebten "Lösung": Vorerst sieht man nur die angenehmen Seiten, wenn sie viele Wünsche erfüllen können. Die katastrophalen Langzeitwirkungen treten immer erst nach vielen Jahren, Jahrzehnten ein. Wie viele Politiker Griechenlands und Italiens etwa haben sich doch das Leben durch Schuldenmachen erleichtert. Aber keiner ist mehr heute im Amt, da die Länder nun mit den schlimmen Folgen der Megaverschuldung konfrontiert sind, da sie nun sogar Kleinpensionen und vieles mehr kürzen müssen.

Der zweite Megafehler Trumps ist seine Aversion gegen Freihandel. Er begreift dessen Vorteile einfach nicht. Er begreift nicht, dass es von der Welt nicht akzeptiert wird, wenn ein Land Produkte und Dienstleistungen (immer mehr – man denke nur an das Internet!) frei exportieren will, es aber zugleich ausländischen Importen einen Riegel vorzuschieben versucht. Er begreift nicht, dass Freihandel immer nur in beide Richtungen möglich ist. Er begreift nicht, dass globaler Freihandel neben Innovation und Forschung der größte Vermehrer von globalem Wohlstand ist.

Mit manchem haben wir uns ja schon abgefunden. Etwa mit den lautstarken ökonomischen Analphabeten von "Attac". Etwa damit, dass auch über solche skurrilen Vereine hinaus Politiker und Boulevardmedien nicht verstehen, wie sehr es internationale Investoren abschreckt, wenn sie in einem Land nur den nationalen Richtern ausgeliefert sind, statt neutralen Schiedsgerichten. Aber dass ein US-Präsident, noch dazu ein Republikaner so denkt, das ist doch ziemlich schwer verdaulich. Und vor allem langfristig desaströs.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorRiese35
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 08:00

    Der Freihandel ist eben erst in Europa wieder mit Füßen getreten worden, als man die "Sanktionen" gegen Rußland verlängert hat. Schauen wir nicht auf den Splitter im Auge des anderen, sondern suchen den Balken im eigenen Auge.

  2. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 10:01

    Ungleiche Partner können nicht auf Augenhöhe frei handeln, da verliert immer einer.

    Im Welthandel verliert derzeit Europa, weil es nicht frei handelt, sondern Sanktionen erlässt, noch dazu zum eigenen Schaden.

    USA waren immer schon protektionistisch, auch wenn nicht immer offen.

    Außerdem, warum soll der Handel (zu einem hohen Transportpreis) übers Meer forciert werden, wenn ich 2000 km nach Moskau hätte, wo die natürlichen Tauschgüter gehandelt werden können, Technologie und Rohstoffe.

    Aber die globalen 'Weltenfinanztyrannen', der amerikanische Geldadel, der Grund auch für die Nahostkriege. etc., wollen verhindern, dass Deutschland und Russland zusammenarbeiten.

    Da ist eben Trump auch nur ein US Präsident mit dem FED und dem Geldadel am Buckel.

    Mich stört nur, dass Europa da per Sanktionen gegen sich selbst arbeitet und damit gegen die Europäer handelt, so wie es Herrn Trump hier angekreidet wird.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 06:51

    Der Freie Handel dient dazu die Waffe der Wirtschaftssanktionen (Embargos) zu schärfen. Japan und China lernten den Freihandel als Fortsetzung der Kanonenbootpolitik kennen.
    Wir müssen dann US Energieträger um teueres Geld kaufen und die Länder wie die Ukraine dürfen die eigene Kohle nicht verwenden.

  4. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 12:59

    Trump sucht nach einer Lösung, welche die USA vor der Überflutung
    mit fernöstlichen Billig-Produkten bewahrt und Arbeitsplätze in die
    USA bringt. Das ist mehr als dringend, denn die US-Bevölkerung
    außerhalb der großen Metropolen ist dem Darben näher als dem Schwelgen .

    Außerdem: Begriffe wie Freihandel oder Boykott scheinen für multinationale
    Konzerne ohnedies nicht zu existieren - da wird einfach das Exportland
    anders deklariert und ein Zwischenhändler des echten Ziellandes
    eingeschalten . . .

    Umso unverständlicher ist das Theater der Politik um diverse Handelsverträge,
    wo doch die Multis sowieso ihr Geschäft machen - legal oder illegal :

    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-06/freihandelsabkommen-ttip-angela-merkel-usa-regierung-eu

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 10:44

    Jedes Mal, wenn im ORF mit glänzenden Augen abfällig zur höchsten Potenz über Donald TRUMPS "Niederlagen" ---Positives wird regelmäßig übergangen!--- berichtet wird, frage ich mich, ob die jeweiligen Ansager dafür von der Killary CLINTON-Liga extra dafür bezahlt werden, oder ob sie tatsächlich selber so links indoktriniert sind, daß sie vor lauter Abscheu vor einem nichtlinken US-Präsidenten, bzw. aus blinder Hingabe an LINKS, freiwillig und UNGEFRAGT IHRE persönliche Meinung via ORF, der zur OBJEKTIVITÄT VERPFLICHTET wäre, VERBREITEN wollen. Ich bin nach wie vor heilfroh, daß uns die linke Hexe Killary CLINTON erspart geblieben ist!

  6. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 10:41

    Der böse Mao hat ein riesiges, einmaliges Naturschutzgebiet zerstört und in eine Gummibaumplantage umgewandelt. Die Alliierten hatten Gummi und das Monopol darauf und verhängten unzählige Embargos gegen Maos China. Also machten die Kommunisten um jeden Preis, besonders um zigtausende Menschenleben, eine Gegenaktion. Mit solchen Embargos versuchten die Alliierten den Kommunismus zu bekämpfen. Ganz langsam bauten Rußland und. China eine Gegenwelt auf. Jetzt gehen die Embargos in die Hose, wie uns das Lebensmittelembargo zeigt, das Rußland zum Lebensmittelexporteur gemacht hat. Aber Einen wird es schon treffen, Deutschland und Europa und das genügt dem US Geldadel (aus rassisch Gründen).

  7. Ausgezeichneter KommentatorBob
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 08:51

    Für die Freigabe vom freien Handel würde ein Satz genügen, und kein Machwerk von 1500 Seiten, die keiner versteht.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorkremser
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. September 2017 21:02

    Freihandel ist ein großes Wort. Und wie im Forum schon angesprochen, wie sollen Länder mit großzügigem Sozialsystem, hohen Steuern und vergleichsweise hohen Löhnen kompetitiv sein, wenn Produzenten sich rein am Gewinn orientieren. Wie sieht die Verantwortung der Unternehmen aus, ihre Steuern und gerechte Löhne zu zahlen. Soll es eine solche Verantwortung überhaupt geben?
    Und dann Freihandelsabkommen, eigentlich ein Oxymoron, sollen Rechte/Nachteile von Konzernen gegenüber Staaten durchsetzen, wer vertritt hier den Konsumenten und nach welcher Rechtssprechung?
    Freihandel kann man machen, aber dann auch Steuern runter auf etwa 10% und Privatversicherung der Bürger für Gesundheit und Pensionen.


alle Kommentare

  1. fxs (kein Partner)
    19. September 2017 09:40

    Abhörvorwurf:
    Wenn man dem ORF ausnahmsweise trauen kann, dann bekommt Trumps Vorwurf von Obamas Leuten abhöhrt worden zu sein neue Nahrung.
    Die ORF-Webseite zitiert CNN, wo berichtet wird, dass Trumps zeitweiser Wahlkampfmanager Paul Manafort von den US Behörden während des Wahlkampfes bis zum Urnengang heimlich abgehöhrt wurde. (www orf at/# /stories/2407547/)

  2. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    18. September 2017 10:34

    Dann haben sich die Mis wieder einmal getäuscht. Dabei hätten sie mit Hillary die Janine Schiller der Politik haben können.

  3. ignatius (kein Partner)
    18. September 2017 10:32

    Die Praxis der amerikanischen Schuldenobergrenze in Tateinheit mit der unsäglichen Filibusterregelung im Senat ist ein jährliches Ritual mit der Drohung, einen government-shutdown auszulösen. Das ist Unsinn und es spricht sehr für Trump, wenn er versucht, das zu ändern.

    Auch über den Freihandel kann man geteilter Meinung sein. Klar, der Kuchen wird größer. Aber der Westen wird davon erst was haben, wenn Lebensstandard und Lohnniveau in China annähernd westliches Niveau erreicht haben. Uneingeschränkt sinnvoll, wie im Artikel dargestellt, ist Freihandel nur unter annähernd gleich entwickelten Partnern.

    ignatius

  4. McErdal (kein Partner)
    18. September 2017 10:10

    ***Europa schafft sich ab – Die Flüchtlingslüge 2017 Teil zwei**
    j u n g e f r e i h e i t . d e/sonderthema/2017/europa-schafft-sich-ab-die-fluechtlingsluege-2017-teil-zwei/
    Im August nahmen JF-Reporter Hinrich Rohbohm und JF-TV Regisseur Marco Pino die Spur in Messina wieder auf und folgten dem Migrationsstrom von Süditalien bis in die Alpen. Sie zeigen, wie Massenzuwanderung ein weiteres Land an seine Grenzen bringt und wie Polizei und Grenzschützer gegen das Chaos ankämpfen, das die Politik an Europas Außengrenzen angerichtet hat. Ein Chaos, das der Beginn vom Ende Europas sein könnte.
    SO WHAT ELSE ???

  5. Kusnni (kein Partner)
    18. September 2017 09:32

    Trump hat sich stets für freien Handel ausgesprochen, aber eben auch für einen fairen Handel. Dieser wird u.a. durch Währungstricks gestört, oder durch ähnlich wirkende Phänomene, wie sie in der EU herrschen, wo zB Deutschland exportstark sein kann auch aufgrund einer Währung, die durch marode Wirtschaften in einigen Euro-Staaten niedrig bewertet ist, aber so zum Vorteil der dt.Exportwirtschaft wird.

  6. cmh (kein Partner)
    18. September 2017 09:18

    Bitte nicht diese Töne. Oder kann man über den amiländischen Präsidenten nicht mehr unaufgeregt reden?

    Und zum Welthandel wäre nur zu sagen, dass bisher noch kein einziger Freihändler das Problem glöst hat, wieso in Amerika zwar Erfindungen gemacht werden, die Fabriken dazu aber in China stehen.

    Amerika ist im übrigen keine kleine offene Volkswirtschaft.

    • panzerechse (kein Partner)
      18. September 2017 10:02

      Die Demokraten sind Gefangene ihrer eigenen Hate-Speech Hysterie. Ihr Gang in den Totalitarismus ist TOTAL und für jedermann augenscheinlich. Die "Reps" haben noch jedes Wahlergebnis anerkannt. Das Trump-Wahlergebnis hat bewiesen, dass die "Demokraten" in den USA und die Scheinliberalen in Europa totalitäre NeoBDM und NeoHJ Brüder und Schwestern im Geiste "mitmarschieren.

    • cmh (kein Partner)
      18. September 2017 14:56

      Es macht halt einen Unterschied, ob man eine Wahl als eine Runde in einem Spiel sieht, oder ob man immer zum "letzten Gefecht" ausrückt. Nach dem letzten Gefecht soll ja bekanntlich das Paradies der WErktätigen hierniedern ausbrechen.

    • Undine
      18. September 2017 19:27

      @cmh

      Und es gab Unmengen an Erfindungen / Patenten (und viele noch unveröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten 1. Ranges!), die in Deutschland gemacht worden waren und als KRIEGSBEUTE in den USA, bzw. beim umtriebigen Robert MAXWELL durch ganz ordinären Raub gelandet sind und den Grundstein zu seinem Vermögen gebildet haben!

  7. machmuss verschiebnix
    16. September 2017 22:13

    OT:
    . . . aber trotzdem beim Thema Amerika.
    Steve Bannon will die "Republican Party" übernehmen:

    Steve Bannon is plotting to turn the Republican Party Trumpian
    https://www.youtube.com/watch?v=hWON5ljpy9A

    Und hier noch eine schräge Meldung von Steve Hawking:

    The pioneering physicist appeared in Kiev, Ukraine, last night via hologram technology in an impressive futuristic display.

    Speaking about threats to the globe, and mankind, which include the acceleration of Artificial Intelligence (AI) and climate change, Mr Hawking renewed his calls for colonising space.

    Mr Hawking said Kim Jong-Un and his recent threats from North Korea should be taken seriously - and another planet found for living on.

    http://www.express.co.uk/news/world/854984/World-War-3-North-Korea-crisis-latest-news-Stephen-Hawking-moon-Kiev-YES-conference

  8. machmuss verschiebnix
    16. September 2017 21:05

    OT :
    . . . zeigt aber einen sehr garstigen Aspekt vom Land der unbegrenzten
    Möglichkeiten. Dieser Artikel (link ganz unten) von phoronix.com aus dem
    Jahr 2008 ist mir vorhin wieder "über den Weg gelaufen" ( Phoronix ist
    bekannt für qualitativ hochwertiges Benchmarking von OpenSource
    Software).

    Warum ich das jetzt poste ? Weil der "Hauptdarsteller" dieser Geschichte
    sehr wahrscheinlich nicht der Täter, sondern das Opfer ist .

    Hier die Zusammenfassung einer zerstörten Karriere:


    Hans Reiser's murder case - a story full of contraditions,
    a law suit
    like being specially designed to stop the carreer of a gifted programmer,
    who became too "dominant" in the open-source world.

    Reiser's wife had an extramarital sexual affair with Sean Sturgeon,
    who was known to be a sado-maso practitioner and who even confessed to
    police, of having murdered 8 (Reiser's wife Nina, would have been
    number nine), but his confession was ignored and Reiser was sentenced
    to 15 years in jail, despite of missing or in parts even contradicting
    evidence.

    Nina Reiser was not murdered after H.Reiser noticed her affair with Sturgeon,
    and neither was she murdered, after she had filed for legal separation from
    her husband. Amazingly Nina Reiser was murdered, after she left Sturgeon
    behind and went off with another affair. Should'nt Hans Reiser grudge that
    shame to Sturgeon, instead of murdering his wife after all !

    What might be the backgrounds of the whole twisted story ?

    The german open-source distributer SuSE, who was the first supporter of
    Hans Reiser's reiserfs-filesystem (both, with money and manpower), was
    taken over by Novell. Then, payment and support for H.Reiser was stopped
    immediately (despite the fact, that in the year 2001 the Pentagon's R&D
    agency, DARPA, awarded Reiser's enterprise "Namesys" a $600,000 grant
    to build the filesystem of the future).

    A couple of the most genious kernel-programmers from former SuSE, were
    hired by Oracle-enterprise, where they are since being paid for developing
    "btrfs", an open-source filesystem, which should break the dominance of
    reiserfs(v3) and avoid upcoming reiser4. The kernel-inclusion of reiser4
    was rejected several times, despite of it being a mature piece of genious
    software, with potential to provisioning a new way of database-implementation.

    Here's a timeline of incidents, that merely show Hans Reiser as a victim,
    rather than a murderer:
    https://www.phoronix.com/forums/forum/software/general-linux-open-source/4802-the-hans-reiser-murder-trial-timeline-and-analysis

  9. kremser (kein Partner)
    16. September 2017 21:02

    Freihandel ist ein großes Wort. Und wie im Forum schon angesprochen, wie sollen Länder mit großzügigem Sozialsystem, hohen Steuern und vergleichsweise hohen Löhnen kompetitiv sein, wenn Produzenten sich rein am Gewinn orientieren. Wie sieht die Verantwortung der Unternehmen aus, ihre Steuern und gerechte Löhne zu zahlen. Soll es eine solche Verantwortung überhaupt geben?
    Und dann Freihandelsabkommen, eigentlich ein Oxymoron, sollen Rechte/Nachteile von Konzernen gegenüber Staaten durchsetzen, wer vertritt hier den Konsumenten und nach welcher Rechtssprechung?
    Freihandel kann man machen, aber dann auch Steuern runter auf etwa 10% und Privatversicherung der Bürger für Gesundheit und Pensionen.

  10. machmuss verschiebnix
    16. September 2017 12:59

    Trump sucht nach einer Lösung, welche die USA vor der Überflutung
    mit fernöstlichen Billig-Produkten bewahrt und Arbeitsplätze in die
    USA bringt. Das ist mehr als dringend, denn die US-Bevölkerung
    außerhalb der großen Metropolen ist dem Darben näher als dem Schwelgen .

    Außerdem: Begriffe wie Freihandel oder Boykott scheinen für multinationale
    Konzerne ohnedies nicht zu existieren - da wird einfach das Exportland
    anders deklariert und ein Zwischenhändler des echten Ziellandes
    eingeschalten . . .

    Umso unverständlicher ist das Theater der Politik um diverse Handelsverträge,
    wo doch die Multis sowieso ihr Geschäft machen - legal oder illegal :

    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-06/freihandelsabkommen-ttip-angela-merkel-usa-regierung-eu

  11. Undine
    16. September 2017 10:44

    Jedes Mal, wenn im ORF mit glänzenden Augen abfällig zur höchsten Potenz über Donald TRUMPS "Niederlagen" ---Positives wird regelmäßig übergangen!--- berichtet wird, frage ich mich, ob die jeweiligen Ansager dafür von der Killary CLINTON-Liga extra dafür bezahlt werden, oder ob sie tatsächlich selber so links indoktriniert sind, daß sie vor lauter Abscheu vor einem nichtlinken US-Präsidenten, bzw. aus blinder Hingabe an LINKS, freiwillig und UNGEFRAGT IHRE persönliche Meinung via ORF, der zur OBJEKTIVITÄT VERPFLICHTET wäre, VERBREITEN wollen. Ich bin nach wie vor heilfroh, daß uns die linke Hexe Killary CLINTON erspart geblieben ist!

    • HDW
      16. September 2017 12:15

      @Undine
      *********************************

    • Dr. Faust
      16. September 2017 21:18

      Um die Killery ist es etwas ruhiger geworden. Hoffentlich vergißt Trump nicht, dass er einen "Special Prosecutor" einsetzten wollte.

    • Torres (kein Partner)
      18. September 2017 10:48

      Sie haben sicher auch gehört, dass Hillary Clinton, die ihre Niederlage offenbar immer noch nicht verkraftet hat, gerade eben ein Buch herausgegeben hat, in dem sie (laut Rezensionen im weinerlichen Ton - ich selbst habe es ja nicht gelesen), alle möglichen Erkärungen für dieses Ergebnis sucht (und findet), ja sogar - wenig, aber doch - eigene Fehler.

  12. socrates
    16. September 2017 10:41

    Der böse Mao hat ein riesiges, einmaliges Naturschutzgebiet zerstört und in eine Gummibaumplantage umgewandelt. Die Alliierten hatten Gummi und das Monopol darauf und verhängten unzählige Embargos gegen Maos China. Also machten die Kommunisten um jeden Preis, besonders um zigtausende Menschenleben, eine Gegenaktion. Mit solchen Embargos versuchten die Alliierten den Kommunismus zu bekämpfen. Ganz langsam bauten Rußland und. China eine Gegenwelt auf. Jetzt gehen die Embargos in die Hose, wie uns das Lebensmittelembargo zeigt, das Rußland zum Lebensmittelexporteur gemacht hat. Aber Einen wird es schon treffen, Deutschland und Europa und das genügt dem US Geldadel (aus rassisch Gründen).

    • socrates
      20. September 2017 15:20

      Die USA hat einen T34 untersucht um seine Vor- und Nachteile kennenzulernen. Sie fanden dabei auch daß die Ketten des T34 keinen Kautschuk enthielten, was für sie als Nachteil galt. Sie grübelten lange darüber nach, aber daß die Sowjets schlicht keinen Kautschuk hatten, fanden sie nicht.

  13. Josef Maierhofer
    16. September 2017 10:01

    Ungleiche Partner können nicht auf Augenhöhe frei handeln, da verliert immer einer.

    Im Welthandel verliert derzeit Europa, weil es nicht frei handelt, sondern Sanktionen erlässt, noch dazu zum eigenen Schaden.

    USA waren immer schon protektionistisch, auch wenn nicht immer offen.

    Außerdem, warum soll der Handel (zu einem hohen Transportpreis) übers Meer forciert werden, wenn ich 2000 km nach Moskau hätte, wo die natürlichen Tauschgüter gehandelt werden können, Technologie und Rohstoffe.

    Aber die globalen 'Weltenfinanztyrannen', der amerikanische Geldadel, der Grund auch für die Nahostkriege. etc., wollen verhindern, dass Deutschland und Russland zusammenarbeiten.

    Da ist eben Trump auch nur ein US Präsident mit dem FED und dem Geldadel am Buckel.

    Mich stört nur, dass Europa da per Sanktionen gegen sich selbst arbeitet und damit gegen die Europäer handelt, so wie es Herrn Trump hier angekreidet wird.

    • dssm
      16. September 2017 10:05

      @Josef Maierhofer
      Hoher Transportpreis?!?!?
      Es ist eher umgekehrt, der Transport von Schanghei nach Rotterdam fällt selbst bei Massenwaren kaum mehr auf. Ein Blick auf den Baltic Dry reicht.

    • Josef Maierhofer
      16. September 2017 10:40

      @ dssm

      Der Preis fällt nicht auf: Mag sein mit noch größer, noch mehr Tonnen, etc., dass der Preis pro Stück wenig ausmacht, aber der Energiepreis für den Transport, der fällt auf, ökologisch zumindest, und die Umweltverschmutzung, etc. 2000 km Moskau - Berlin können nicht teurer sein als 7000 km Texas - Linz für die gleiche Ladung.

      Noch dazu können die Energielieferungen über Pipelines geführt werden, die sich nach relativ kurzer Zeit amortisieren.

    • dssm
      16. September 2017 23:22

      @Josef Maierhofer,
      ist es nicht seltsam, dauernd wird hier im Forum das Hohe Lieder der Marktwirtschaft gesunden und an den Klimaschwindel will auch niemand recht glauben, aber kaum geht es gegen den Welthandel, schon ist die ach so furchtbare Umweltverschmutzung ganz wichtig?
      Ja wie nun?

    • Josef Maierhofer
      17. September 2017 09:14

      @ dssm

      Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem Wohnviertel namens Europa. Sie brauchen Energie und Rohstoffe, die übrigens alle brauchen, auch die USA. Die wollen Sie aus 7000 km Entfernung holen und teuer oder doch lieber aus 2000 km Entfernung und billiger und umweltfreundlicher.

      Also ich würde mich schon für 2000 km entscheiden.

  14. dssm
    16. September 2017 09:51

    Wenn es um Freihandel geht, welchen ich persönlich für gut befinde, so kann man einen berühmten Spruch umwandeln: Echter Freihandel und ein Sozialstaat passen nicht zusammen!

    Da Herr Unterberger den alten Fehler macht und den Sozialstaat nur im österreichischen Modell denken kann, sieht er auch nicht, daß der US-Sozialstaat viel größer ist!
    Einmal ist das Militär eine Auffangbasis für die unteren Schichten der Bevölkerung, ein ganzes Heer an potentiellen Sozialhilfeempfängern fällt so flach.
    Dann ist die Rüstungsindustrie ein Auffangbecken für viele Leute der Mittelschicht, dort wird gut bezahlt und die Jobs sind im Endeffekt staatlich garantiert.
    Da der Staat die Regulierungen für die Medizinsparte macht, sind die maßlos überteuerten Versicherungspolizzen, welche meist von den Betrieben abgeschlossen werden, eine Folge staatlicher Eingriffe; aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es egal, ob ich nun an eine staatliche Versicherung (wie in A) zahle oder eine Versicherungspflicht besteht, dem Betrieb ist nur eines wichtig: Wie viel!
    Daneben noch die unendlich vielen Regulierungen, welche Legionen von Juristen und Bürokraten beschäftigen, die aber unter ‚Privatwirtschaft‘ fallen – eine perverse Sicht der Dinge, denn dem Konsumenten kann es egal sein, ob ein Produkt teuer ist weil viele Steuern drauf sind oder viele Bürokraten mitbezahlt werden müssen.

    So gesehen kann man die ‚Lebensmittelmarken‘ als eine Aufforderung zum gefährlichen und anstrengenden Militärdienst betrachten.

    • Riese35
      16. September 2017 13:34

      Richtig, ob in einem Markt Konkurrenz herrscht und sich die Preise in einem "vernünftigen" Ausmaß selbst regeln, ist nicht eine Frage von Staat oder privat. Auch im privaten Sektor kann es zu Monopolbildung kommen, und oft ist es dann auch der Staat, ohne selbst direkte Wirtschaft zu betreiben, der durch seine auferlegten, bürokratischen Regelungen eine solche Entwicklung erst hervorruft. Es führt kein Weg daran vorbei, daß der Staat faire und vernünftige Rahmenbedngungen für die Wirtschaft schafft.

  15. Bob
    16. September 2017 08:51

    Für die Freigabe vom freien Handel würde ein Satz genügen, und kein Machwerk von 1500 Seiten, die keiner versteht.

  16. Ausgebeuteter
    16. September 2017 08:30

    Man kann über das Auftreten und die Spontanaussagen vom US-Präsidenten unterschiedlicher Meinung sein, aber Donald Trump seine "Trumpfkarte" (= Übersetzung seines Namens) ist doch, dass er im existierden politischen und verkrusteten System neue Denkanstösse bringt. Leider ist Trump kein kluger Diplomat, welcher zuerst intern gewissenhaft überlegt und abwiegt und erst dann - wenn er es nicht lassen kann - zu seinem geliebten Smartphone für einen Twittereintrag greift. Wozu hat er eigentlich einen Pressesprecher?

    Also bitte nicht automatisch alles von Trump - wie es die meisten Medien machen - kritisieren, sondern auch mögliche Chancen und Herausforderungen erkennen.

  17. Riese35
    16. September 2017 08:00

    Der Freihandel ist eben erst in Europa wieder mit Füßen getreten worden, als man die "Sanktionen" gegen Rußland verlängert hat. Schauen wir nicht auf den Splitter im Auge des anderen, sondern suchen den Balken im eigenen Auge.

    • dssm
      16. September 2017 10:00

      @Riese35
      Völlig richtig, gerade bei politisch unerwünschten Regierungen wäre doch die logische Idee der Freihandel. Die vielen Kontakte auf wirtschaftlicher Ebene tragen die Ideen ‚unserer‘ Gesellschaften doch viel weiter in das Land als jede Form des politischen Abstrafens.

    • Riese35
      16. September 2017 13:44

      @dssm: Ich frage mich, ob es unter den derzeitigen Bedingungen gut ist, wenn wir die Ideen 'unserer' Gesellschaften nach Rußland tragen. Wollen wir wirklich das Gender-, Homo- und Quotendenken sowie den Haß auf unsere traditionelle, christliche Moral- und Sittenlehre nach Rußland exportieren? Oder all unsere "studierten", arbeitslosen Soziologen und Politikwissenschaftler? In vielerlei Hinsicht wünschte ich mir den umgekehrten Weg. Rußland ist gut beraten, sich von diesen Einflüssen abzuschirmen.

    • Dr. Faust
      16. September 2017 20:28

      @Riese35

      !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • dssm
      16. September 2017 23:27

      @Riese35
      Wo Du recht hast, da will ich erst gar nicht widersprechen! Unsere Ideen sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.
      Aber es desavouiert die Eliten doch ordentlich, wenn sie den Export 'unserer' Ideen nicht so wichtig nimmt, weil man lieber wie der Oberlehrer Strafen austeilt, anstatt in den Wettbewerb der Ideen zu gehen. Wahrscheinlich wissen unsere Eliten nur zu gut: Dieser Wettbewerb würde nicht gut für 'unsere' Werte ausgehen.

  18. Das Pingerle
    16. September 2017 07:34

    Anders als Trump begreift A.U. leider nicht, dass wir derzeit keinen Freihandel - im Sinne von freiem Handel - haben. Denn das würde auch freie Produktionsbedingungen voraussetzen. Wie wollen wir mit Ländern wie z.B. China FREI handeln, solange dort ein kommunistisches Regime seine Währung zum eigenen Handelsvorteil manipuliert und auf Umwelt- und Sozialstandards pfeift?

    Anstatt Asien zu menschenwürdigen Produktionsbedingungen zu drängen, haut man auf Trump hin, der nur das machen will, was außerhalb der EU ganz selbstverständlich ist: auf das Wohlergehen der EIGENEN Bevölkerung zu achten.

    • Tegernseer
      16. September 2017 08:35

      ...oder wie bei der EZB die durch ihre massiven Staatsanleihenkäufe ebenfalls stark die eigene Währung manipuliert (drückt damit die Zinsen und macht es unattraktiver für ausländische Investoren in Euro zu investieren)

    • dssm
      16. September 2017 10:03

      @Das Pingerle
      China ist bei Umweltschutz und Arbeitsbedingungen inzwischen sehr weit gekommen, daher ist es nur eine Frage der Zeit bis die unser Niveau erreichen. Auch bei 'uns' in Europa ist ja nicht überalle alles zum Besten, ein Blick nach Italien reicht! So gesehen müssten wir Strafzölle für italienische Produkte erheben.

    • HDW
      16. September 2017 11:11

      ... und China Schutzzölle auf westliche Waren einhebt

    • oberösi
      16. September 2017 17:10

      @ das Pingerle
      auf das Wohl der eigenen Bevölkerung achtet: durch Wegbomben von Saddam und Gadhafi, weil die sich anschickten, ihr Erdöl in Euro und nicht mehr in Dollar zu handeln.
      Oder nun gegen Nordkorea hetzen, weil man damit China treffen kann, das ebenfalls zusammen mit Rußland (Sanktionen) und Iran (Sanktionen) in den Startlöchern steht, Öl in einem Gold-Yuan zu handeln.
      Was dann das amerikanische Imperium auf das schrumpfen ließe, was es ist: eine ferne Insel im Ozean...

    • oberösi
      16. September 2017 18:20

      wobei im Falle größerer Dollarturbulenzen oder gar dessen Ablöse als Weltreservewährung nicht nur der transatlantische Freundeskreis betroffen wäre, sondern grundsätzlich alles möglich ist: von globalem Crash an den Börsen und Kollaps der Währungssysteme, von Entlastungskreuzzügen gegen die Schurkenstaaten Iran und Nordkorea und in Folge bis zur direkten Konfrontation der USA mit China und Rußland. Der Demokratie und der Menschenrechte, der westlichen Werte wegen, natürlich.

  19. socrates
    16. September 2017 06:51

    Der Freie Handel dient dazu die Waffe der Wirtschaftssanktionen (Embargos) zu schärfen. Japan und China lernten den Freihandel als Fortsetzung der Kanonenbootpolitik kennen.
    Wir müssen dann US Energieträger um teueres Geld kaufen und die Länder wie die Ukraine dürfen die eigene Kohle nicht verwenden.





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