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In der Steiermark, wo die Vernunft wohnt

Nicht nur beim Sparen, sondern auch in der Gesellschaftspolitik gibt es aus Graz in letzter Zeit immer wieder erfrischend Vernünftiges zu hören. Der Vergleich macht sicher: Steirerblut muss ein besonderer Saft sein.

Die Steiermark ist so wie die anderen beiden südlichen Bundesländer wirtschaftsgeographisch benachteiligt. SPÖ und ÖVP reagieren aber nur in der Steiermark darauf sensationell vernünftig. Sie tragen unpopuläre Reformmaßnahmen tapfer gemeinsam durch und versuchen, vernünftige Spuren in die Zukunft zu legen. Auch gegen den Widerstand von Bürgermeistern & Co.

Damit ist die Steiermark aber auch fast das einzige Bundesland, wo sich die Machthaber bei den bevorstehenden Wahlen einen Erfolg verdient hätten. Den sie freilich so wenig wie die regierenden Roten oder Schwarzen in den anderen Bundesländern erringen werden, die heuer wählen. Dazu hängen die beiden Bundesparteien als viel zu schweres Bleigewicht an ihren Beinen.

Im Burgenland – das am gleichen Tag wählt wie die Steiermark – weht hingegen ein ganz anderer Geist. Ein pannonisch flacher Ungeist. Geradezu unerträgliche Wadlbeißereien zwischen allen Parteien; ständige Forderungen, was andere (der Bund oder Europa) noch alles für das Burgenland zahlen sollten, obwohl dieses ohnedies das meistgeförderte Bundesland Österreichs ist; und ein Landeshauptmann, der im Wahlkampf plötzlich völlig andere Töne von sich gibt als in den Jahren davor. So als ob in seinem Körper neuerdings ein ganz anderer stecken würde.

Er fordert Überwachungskameras gegen die Kriminalität, Steuerverantwortung für die Länder und effizientere Integrationsmaßnahmen bei den Zuwanderern. Das sind zwar an sich durchaus erstaunliche und tendenziell erfreuliche Töne, die signalisieren, dass auch ein Sozialdemokrat bei aller ideologischen Besserwisserei auf die Menschen zu hören begonnen hat. Nur ist absolut klar: Das sind reine Wahlkampftöne aus lauter Angst vor der FPÖ. Hätte es der burgenländische Landeshauptmann nämlich ernst gemeint, dann hätte er solche Ideen nicht erst in den letzten Wochen vor der Wahl verfochten, sondern schon viel früher.

Und selbst wenn er einen plötzlichen Sinneswandel durchgemacht hätte – was zumindest theoretisch ja immer denkbar ist –, dann ist er dennoch total unglaubwürdig. Denn dann müsste Herr Niessl seine Partei verlassen. Denn mit der restlichen SPÖ sind diese Ideen absolut unverwirklichbar. Dafür sorgen zumindest die Genossen im Wiener Rathaus, die ja in der SPÖ total den Ton angeben. Und die sich in der nach oben offenen Linksradikal-Skala weit oberhalb aller Wolken bewegen.

Das andere Süd-Bundesland ist das – ebenfalls unter einem roten Landeshauptmann stehende – Kärnten. Dort hat man bis vor wenigen Tagen nicht begriffen, dass Kärnten in den letzten 20 Jahren unglaublich viel Geld verjubelt hat. Das hat nur leider anderen Leuten gehört. Erst seit wenigen Tagen gibt es die ersten Anzeichen, dass man in Kärnten das Wort sparen zu buchstabieren versucht. Das ist nur 20 Jahre zu spät.

Zurück in die Steiermark: Das größte Süd-Bundesland macht nicht nur deshalb Freude, weil es dort die derzeit vernünftigste Wirtschafts-Politik gibt. Es gibt dort vielmehr auch Politiker, die sich den unsagbaren Dummheiten der Bundespolitik und der in Wien herrschenden linken Politischen Correctness verweigern. Da ist in den letzten Tagen insbesondere die steirische Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner vor den Vorhang zu bitten.

Sie sagte in Hinblick auf die von rot-schwarzen Radikal-Feministinnen im Parlament durchgepeitschte Bundeshymnen-Verhunzung und auf das Verlangen mancher Gesinnungsterroristinnen, dass man die verhunzte Bundeshymne jetzt möglichst rasch mit Hilfe der Schulen ins Volk pressen muss, die großartigen Sätze: „Ich nehme an, der Großteil der Steirer singt die Bundeshymne in der alten Version, in der die Töchter noch nicht vorkommen. Es gibt in unseren Volksschulen tatsächlich dringendere Anliegen, die Lehrerinnen täglich zu bewältigen haben." Wie recht sie hat!

Ich würde auch anderswo den Schülern so gelassene und souveräne Schulbehörden wünschen.

PS.: Apropos Hymnen-Verhunzung: Die paar Feministen, die diese weiterhin verfechten, sind sich in Wahrheit bis heute nicht einmal einig, wie das denn jetzt überhaupt heißen müsste. „Heimat großer Töchter, Söhne“ glauben die einen. „Heimat großer Töchter und Söhne“ die anderen. Wobei die letztgenannte Version sogar wider jedes Versmaß eine Zusatzsilbe in den Hymnentext hineinschmuggelt – sie ist aber dennoch jene, die im Bundesgesetzblatt steht (und schlummert).

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2015 13:09

    Die Steirer werden wohl für ihre Zukunft zu stimmen haben.

    Ich glaube, mit der FPÖ gibt es diese Zukunft ganz sicher und in den Punkten, die derzeit von den 'Altparteien' nicht berücksichtigt werden, ganz sicher Änderungen.

    Die FPÖ ist eine wirkliche Heimatpartei im Gegensatz zur SPÖ Wien.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2015 09:54

    Als Ergänzung zum "Rattensager" des Herrn Voves ad@Ingrid Bittner:

    "Von der SPÖ ist man ja schon einiges gewohnt, was Wählerbeschimpfung angeht. Wer bei den Blauen sein Kreuzerl macht, steht bei den Roten besonders im Fokus – da wird von Bonzen der Genossen gerne der geflügelte Satz verwendet: „Es sind nicht alles Nazis, die die FPÖ gewählt haben.“ Die Wähler zeigen den Sozialdemokraten trotzdem den Rücken und fliehen zu den Freiheitlichen. Besonders in der Steiermark, wo die FPÖ bei der letzten Nationalratswahl schon Nummer eins war. Was macht also die SPÖ? Sie schimpft weiter auf die Wähler – zuletzt bezeichnete der steirische SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves die FPÖ-Wähler sogar indirekt als „Ratten“.

    Hassprediger und Hetzer

    Der verheerende Satz fiel beim „Landesparteirat“ am Sonntag in Bruck an der Mur, wo die Roten die Kandidatenliste für die Landtagswahl am 31. Mai beschlossen. Voves, offenbar nervös von den schlechten Umfragewerten die eigene Partei betreffend, erkor als seinen erbittersten Gegner nicht die Volkspartei aus, sondern die FPÖ. Er sagte in Richtung Landes-FPÖ: „Es sind Hassprediger, es sind Lügner, es sind Hetzer, es sind Rattenfänger.“ Wenn Voves also die Blauen als Rattenfänger bezeichnet, wären die FPÖ-Wähler demzufolge Ratten – ein gar nicht geschmackvoller Begriff für steirische Bürger, deren Landeshauptmann Voves ist.

    Möglich, dass Franz Voves mit seinem Sager gar nichts Böses im Sinn hatte und die FPÖ ganz im Sinne der Saga der Brüder Grimm, die den Rattenfänger von Hameln erfanden, als „Rattenfänger“ titulierte. Diese Märchenfigur versprach, die Stadt Hameln von allen Mäusen und Ratten zu befreien, was sie dann auch erfolgreich tat. In der Steiermark auszumisten, mit dem Privilegienrittertum aufzuräumen, gegen die sinnlose Zwangsfusionierung von Gemeinden vorzugehen und speziell Graz nicht zu einer Salafisten-Hochburg verkommen zu lassen, dafür wäre ein Rattenfänger à la FPÖ genau die richtige Wahl....

    http://www.unzensuriert.at/content/0017662-Steirischer-Wahlkampf-Franz-Voves-bezeichnet-FPOe-Waehler-als-Ratten

    Tja, wenn die Nerven flattern und der A...auf Grundeis geht!;)

  3. Ausgezeichneter KommentatorRosi
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2015 19:55

    Töchtersöhne sind Enkel - warum haben diese Feministinnen nicht gleich verlangt zu singen:
    Heimat bist Du großer Enkel?
    ... oder habe ich da was mißverstanden?

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorA.K.
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2015 12:26

    Die hier von Dr. Unterberger zitierten „...rot-schwarzen Radikal-Feministinnen im Parlament“ lösen bei mir eine Assoziation zu der aktuell (28. April 2015 – 10. Mai 2015) in der Österreichischen Nationalbibliothek laufenden Ausstellung „1945. Zurück in die Zukunft“ aus:
    Kuratiert vom "Zeithistoriker" Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, werden ca. 40 Exponate betreffend die damaligen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Weichenstellungen des Jahres 1945 präsentiert.
    Details dazu siehe http://www.onb.ac.at/ausstellungen/1945/ .
    Sehr störend sind viele Bildlegenden der Form „FotografIn unbekannt“, vor allem an Stellen wo fast mit Sicherheit ein männlicher Fotograf zu vermuten ist. Neben Radikal-Feministischen Hintergrundbemerkungen zu einigen Bildern, darf auch die Erwähnung der „Waldheim-Affäre“ nicht fehlen. Es verwundert auch nicht weiter, daß Rathkolb Franz Vranitzky lobend erwähnt und von ÖsterreicherInnen und ParteigängerInnen spricht.
    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt (Goethe, Torquato Tasso).

  5. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2015 09:06

    Ich würde keinen Landeshauptmann haben wollen, der andersdenkende Wähler als "Ratten" bezeichnet! Wir haben Meinungsfreiheit und wir haben die Möglichkeit, aus verschiedenen Parteien jene auszuwählen, die am meisten zusagt. Wir können bei jeder Wahl anders wählen, aber deswegen möchte ich mich von einem Landeshäuptling noch lange nicht als Ratte bezeichnen lassen, auch wenn ich vielleicht einmal die FPÖ wählen würde
    Ausserdem, mich stö rt, dass der Herr Landeshauptmann des Öfteren (wahrscheinlich sehr zu recht) mit dem Bundeskanzler im Clinch liegt, aber als Wahlkampfhelfer hat er ihn sich doch geholt - wo ist da seine gerade Linie???

  6. Ausgezeichneter KommentatorGandalf
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    30. April 2015 11:41

    O.T.: Heureka - aus dem Lichtermeer wird gar nichts mehr:
    Auch in Wien siegt manchmal die Vernunft - oder doch bloss eine veränderte Faktenlage? Da wurde erfreulicherweise die Neuauflage des "Lichtermeeres" abgesagt. Erinnern Sie sich noch? Eine künstlich aufgeblasene Hype gegen "den Fremdenhass" den es, zumindest damals, gar nicht gegeben hat, bei der sich die linke Schickeria wichtig machte, bei der (leider) auch honorige Persönlichkeiten wie der greise Kardinal König missbraucht wurden und bei der die Mehrzahl der Teilnehmer nicht einmal genau wusste, worum es denn da eigentlich ging. Beschämend. Und jetzt wollte da ein dahergelaufener Alt-Jung-Sozialist das ganze wiederholen. Aber: Die gar nicht so hehren Pläne sind gescheitert. Weil die Leute inzwischen eben gescheiter geworden sind. Oder?

  7. Ausgezeichneter KommentatorMaria Kiel
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2015 02:18

    @Bundeshymne: weil man einen Beistrich nicht singen kann: Töchter-Söhne = Enkelsöhne = igitt Ihr armen Kampflesben: schon wieder Männer!
    ein Hoch dem Steirer-Girl Elisabeth Meixner (und dem Steirer-man Gabalier sowieso)


alle Kommentare

  1. peter789 (kein Partner)
    05. Mai 2015 07:22

    Trotzdem treten sie sehr oft gegen Föderalismus und für eine Zentralisierung nach Wien ein, Hr. Unterberger.
    Vielleicht sollten sie diese Position überdenken, vor allem, wenn sie sich den Erfolg der Schweiz anschauen, die den Föderalismus noch wesentlich weiter ausgebaut hat!

  2. Torres (kein Partner)
    02. Mai 2015 12:55

    Was die Bundeshymne betrifft: Man kann doch wohl nicht von radikalfeministischen Politikerinnen erwarten, dass sie irgend ein Gefühl für Kunst, Dichtung oder gar Versmaß haben.

  3. Segestes (kein Partner)
    02. Mai 2015 11:18

    "In der Steiermark, wo die Vernunft wohnt"

    Das dürfte sich allerdings noch nicht bis zu unserem Bürgermeister durchgesprochen haben, der sich nicht nur selbstherrlich eine saftige Gehaltserhöhung genehmigt hat, sondern auch sein ohnehin üppiges Spesenkonto für "Öffentlichkeitsarbeit" um gut 50 Prozent überzog.
    Aber so ist das eben in unserer indirekten Demokratur.

  4. Maria Kiel
    01. Mai 2015 02:18

    @Bundeshymne: weil man einen Beistrich nicht singen kann: Töchter-Söhne = Enkelsöhne = igitt Ihr armen Kampflesben: schon wieder Männer!
    ein Hoch dem Steirer-Girl Elisabeth Meixner (und dem Steirer-man Gabalier sowieso)

    • socrates
      01. Mai 2015 07:51

      "Heimat bist du großer TÖNE" passt für Alle und auch für die Politik u nd ihre Sprecherinnen.

    • AppolloniO (kein Partner)
      02. Mai 2015 11:38

      Da wird eine neue österr. Schriftstellerin hochgejubelt. Vera Kaiser (Blasmusikpop), über deren literarische Qualität ich mir kein Urteil anmaße. Aber ihre einfache Denkungsweise lässt einiges erahnen.
      So fällt sie in den Einheitschor der Feministen und deren unzähligen Handlanger, indem Sie im NEWS-Interview über Gabalier meint: "ich bin enttäuscht, dass jemand wie Gabalier seine Möglichkeiten nicht für etwas Gutes nutzt". Ganz klar, gut kann nur sein der die Hymne mit Töchtern singt.
      Und dann gab Frau Kaiser noch eines d´rauf. Sie meinte "Wenn Tsipras scheitert, dann kommen die Rechten. Und das mach mir Angst". Armes Hascherl. Was die Linken anrichten -und das zur Zeit und jetzt- kümmert sie überhaupt nicht, wohl aber das was vielleicht, irgendwann kommen könnte.
      Im Nachplappern ist sie bestimmt schon groß.

    • AppolloniO (kein Partner)
      03. Mai 2015 11:10

      Die Vera heißt natürlich vea.

  5. socrates
    30. April 2015 21:29

    Ad Überwachungskameras :
    Dashboardcameras, d.s. Armarurenbrettkameras zum Protokollieren beim Unfall, sind in vielen Ländern vorgeschrieben oder werden, in GB von den Versicherungen mit 5% gefördert. Bei uns sind Rowdys und Einbrecher geschützt. Dafür sollen unsere Daten gespeichert werden und ihre (Bonzen) werden geschwärzt.
    Wer das verlangt liegt richtig!!!! Das Burgenland leidet halt, durch die nahe Grenze, mehr darunter als die Steiermark.
    Was sagt die ÖVP dazu? Ist sie gegen die Kontrolle der Kriminalität?
    Die Pensionistenheime am Ende der Thaliastrasse sind Migrantenheime geworden. Die Migranten sitzen im Kantnerpark bevor sie ausschwärmen um die restlichen zu ängstigen. Die Firmen für Einbruchsicherungen machen ein tolles Geschäft. Wenn nun ein Betroffener die FPÖ wählt, ist er dann ein NAZI?

  6. Rosi
    30. April 2015 19:55

    Töchtersöhne sind Enkel - warum haben diese Feministinnen nicht gleich verlangt zu singen:
    Heimat bist Du großer Enkel?
    ... oder habe ich da was mißverstanden?

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  7. Josef Maierhofer
    30. April 2015 13:09

    Die Steirer werden wohl für ihre Zukunft zu stimmen haben.

    Ich glaube, mit der FPÖ gibt es diese Zukunft ganz sicher und in den Punkten, die derzeit von den 'Altparteien' nicht berücksichtigt werden, ganz sicher Änderungen.

    Die FPÖ ist eine wirkliche Heimatpartei im Gegensatz zur SPÖ Wien.

    • Wyatt
      30. April 2015 19:43

      ........…vorausgesetzt die FPÖ versucht sich nicht in einem Bündnis - wie z.B. in Schladming - wo sie mit einem in seiner Großartigkeit u. Allwissenheit sich selbst überschätzenden Advokaten - als einzige Gemeinde, eine vernichtende Niederlage einfuhr.

    • Josef Maierhofer
      01. Mai 2015 19:29

      @ Wyatt

      Bündnisse sind schädlich, wie wir wissen, darum sollten wir einer Partei eine regierungsfähige Mehrheit geben.
      ´

  8. A.K.
    30. April 2015 12:26

    Die hier von Dr. Unterberger zitierten „...rot-schwarzen Radikal-Feministinnen im Parlament“ lösen bei mir eine Assoziation zu der aktuell (28. April 2015 – 10. Mai 2015) in der Österreichischen Nationalbibliothek laufenden Ausstellung „1945. Zurück in die Zukunft“ aus:
    Kuratiert vom "Zeithistoriker" Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, werden ca. 40 Exponate betreffend die damaligen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Weichenstellungen des Jahres 1945 präsentiert.
    Details dazu siehe http://www.onb.ac.at/ausstellungen/1945/ .
    Sehr störend sind viele Bildlegenden der Form „FotografIn unbekannt“, vor allem an Stellen wo fast mit Sicherheit ein männlicher Fotograf zu vermuten ist. Neben Radikal-Feministischen Hintergrundbemerkungen zu einigen Bildern, darf auch die Erwähnung der „Waldheim-Affäre“ nicht fehlen. Es verwundert auch nicht weiter, daß Rathkolb Franz Vranitzky lobend erwähnt und von ÖsterreicherInnen und ParteigängerInnen spricht.
    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt (Goethe, Torquato Tasso).

    • socrates
      30. April 2015 22:36

      Zu den erschütterndsten Photos, die ich je sah, war die endlose Kolonne der vergewaltigten Frauen die in der Spitalgasse& Sensengasse angestellt standen und auf eine Spülung mit Kupfersulfat warteten. Die sollten sie vor Geschlechtskrankheiten bewahren.
      Sie haben, wahrscheinlich zu Unrecht, darüber geschwiegen. Rathkolb und Co. profitieren davon.

  9. Gandalf
    30. April 2015 11:41

    O.T.: Heureka - aus dem Lichtermeer wird gar nichts mehr:
    Auch in Wien siegt manchmal die Vernunft - oder doch bloss eine veränderte Faktenlage? Da wurde erfreulicherweise die Neuauflage des "Lichtermeeres" abgesagt. Erinnern Sie sich noch? Eine künstlich aufgeblasene Hype gegen "den Fremdenhass" den es, zumindest damals, gar nicht gegeben hat, bei der sich die linke Schickeria wichtig machte, bei der (leider) auch honorige Persönlichkeiten wie der greise Kardinal König missbraucht wurden und bei der die Mehrzahl der Teilnehmer nicht einmal genau wusste, worum es denn da eigentlich ging. Beschämend. Und jetzt wollte da ein dahergelaufener Alt-Jung-Sozialist das ganze wiederholen. Aber: Die gar nicht so hehren Pläne sind gescheitert. Weil die Leute inzwischen eben gescheiter geworden sind. Oder?

    • carambolage
      30. April 2015 19:15

      Ja, auch mein Erscheinen beim "Lichtermeer" mit Familie wurde damals missbraucht.
      Für mich war das nicht gegen Jemanden gerichtet, sondern als Solidarität mit echten Flüchtlinge durch den Jugoslawien-Krieg.
      Zu spät bemerkte ich, dass man damit die FPÖ in Misskredit bringen wollte und die Linken sich diese Veranstaltung unter den Nagel gerissen hatte.
      Nie würde ich ungezügelten Zuzug in unser Sozialsystem oder die Aufgabe unserer Identität und unserer Leitkultur zustimmen.
      Heute könnten mich diese selbsternannten Gutmenschen unmöglich manipulieren.

  10. Politicus1
    30. April 2015 11:23

    Der LH Niessl hat sooo ein Glück!
    Dass nämlich Populismus nach den politisch korrekten Begriffsdefinitionen nur mit dem schmückenden Beiwort "RECHTS" verehn werden darf.
    Sonst könnte ihn doch glatt jemand schlicht und einfach einen LINKSPOPULISTEN nennen!
    Einer, der jahrelang das tut, was die Baddei gebietet. Aber kurz vor der Wahl, deren Ergebnis für ihn zur Misswahl werden könnte, sich aufrafft und endlich das sagt, was die Leute wollen.
    Wie gessagt - jetzt SAGT er es. Und nach der Wahl?
    Da fällt mir Schillers "Piccolomoni" ein: "Vor Tische hört' man's anders ..."

  11. terbuan
    30. April 2015 09:54

    Als Ergänzung zum "Rattensager" des Herrn Voves ad@Ingrid Bittner:

    "Von der SPÖ ist man ja schon einiges gewohnt, was Wählerbeschimpfung angeht. Wer bei den Blauen sein Kreuzerl macht, steht bei den Roten besonders im Fokus – da wird von Bonzen der Genossen gerne der geflügelte Satz verwendet: „Es sind nicht alles Nazis, die die FPÖ gewählt haben.“ Die Wähler zeigen den Sozialdemokraten trotzdem den Rücken und fliehen zu den Freiheitlichen. Besonders in der Steiermark, wo die FPÖ bei der letzten Nationalratswahl schon Nummer eins war. Was macht also die SPÖ? Sie schimpft weiter auf die Wähler – zuletzt bezeichnete der steirische SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves die FPÖ-Wähler sogar indirekt als „Ratten“.

    Hassprediger und Hetzer

    Der verheerende Satz fiel beim „Landesparteirat“ am Sonntag in Bruck an der Mur, wo die Roten die Kandidatenliste für die Landtagswahl am 31. Mai beschlossen. Voves, offenbar nervös von den schlechten Umfragewerten die eigene Partei betreffend, erkor als seinen erbittersten Gegner nicht die Volkspartei aus, sondern die FPÖ. Er sagte in Richtung Landes-FPÖ: „Es sind Hassprediger, es sind Lügner, es sind Hetzer, es sind Rattenfänger.“ Wenn Voves also die Blauen als Rattenfänger bezeichnet, wären die FPÖ-Wähler demzufolge Ratten – ein gar nicht geschmackvoller Begriff für steirische Bürger, deren Landeshauptmann Voves ist.

    Möglich, dass Franz Voves mit seinem Sager gar nichts Böses im Sinn hatte und die FPÖ ganz im Sinne der Saga der Brüder Grimm, die den Rattenfänger von Hameln erfanden, als „Rattenfänger“ titulierte. Diese Märchenfigur versprach, die Stadt Hameln von allen Mäusen und Ratten zu befreien, was sie dann auch erfolgreich tat. In der Steiermark auszumisten, mit dem Privilegienrittertum aufzuräumen, gegen die sinnlose Zwangsfusionierung von Gemeinden vorzugehen und speziell Graz nicht zu einer Salafisten-Hochburg verkommen zu lassen, dafür wäre ein Rattenfänger à la FPÖ genau die richtige Wahl....

    http://www.unzensuriert.at/content/0017662-Steirischer-Wahlkampf-Franz-Voves-bezeichnet-FPOe-Waehler-als-Ratten

    Tja, wenn die Nerven flattern und der A...auf Grundeis geht!;)

    • terbuan
      30. April 2015 10:02

      Ergänzung:
      Übrigens hat in der ehemals roten Hochburg Ausseerland die SPÖ bei der Gemeinderatswahl zuletzt eine vernichtende Niederlage erlitten, zugunsten der ÖVP!

    • Konrad Loräntz
      30. April 2015 10:09

      Die Ratte ist ein höchst robustes und widerstandsfähiges Tier - beides Eigenschaften, welche die autochtone Restbevölkerung dringend benötigen wird.

  12. Ingrid Bittner
    30. April 2015 09:06

    Ich würde keinen Landeshauptmann haben wollen, der andersdenkende Wähler als "Ratten" bezeichnet! Wir haben Meinungsfreiheit und wir haben die Möglichkeit, aus verschiedenen Parteien jene auszuwählen, die am meisten zusagt. Wir können bei jeder Wahl anders wählen, aber deswegen möchte ich mich von einem Landeshäuptling noch lange nicht als Ratte bezeichnen lassen, auch wenn ich vielleicht einmal die FPÖ wählen würde
    Ausserdem, mich stö rt, dass der Herr Landeshauptmann des Öfteren (wahrscheinlich sehr zu recht) mit dem Bundeskanzler im Clinch liegt, aber als Wahlkampfhelfer hat er ihn sich doch geholt - wo ist da seine gerade Linie???

  13. kritikos
    30. April 2015 02:19

    Mir kommt zum letzten Absatz der Vers in Gedächtnis: "... tu Felix Austria nube." Wir haben aber jetzt niemanden mehr zum Verheiraten, also führen wir halt Kriege auf lächerlichen Fronten. Z.B. Bundeshymne, Aristokraten-Gesetzesänderung, Binnen-Is etc. Aber zum Hauptthema: Ich wünsche den Steirern, selbst mehrere Jahre ein solcher, bei der Wahl die Vernunft, den ihre Politiker bei der Einstellung zueinander und bei der Ausrichtung der Maßnahmen haben.
    Zu Niessl kann man eigentlich nur schweigen. Dieser lebt als LH nur wegen der Trägheit (odr?) der anderen Parteien. Und wird, fürchte ich, weiter so leben.

    Irgendwie ist mir der Text vor Fertigstellung davongelaufen. Bitte um Nachsicht!

  14. kritikos
    30. April 2015 02:11

    Mir kommt zum letzten Absatz der Vers in Gedächtnis: "... tu Felix Austria nube." Wir haben aber jetzt niemanden mehr zum Verheiraten, also führen wir halt Kriege auf lächerlichen Fronten. Z.B. Bundeshymne, Aristokraten-Gesetzesänderung, Binnen-Is etc.
    Aber zum Hauptthema: Ichw ünsche den Steirern, selbst mehrere Jahre ein solcher, die Vernunft, den ihre Politiker bei der Einstellung zueinander und der Ausrichtung der Maßnahmen haben





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