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Von Attentaten

Was heutzutage unter „Satire“ verstanden wird, ist anlässlich des Pariser Anschlages von Anfang Jänner einmal mehr sehr deutlich geworden. Das zeigen etliche der offenbar im Magazin „Charlie Hebdo“ am Titelblatt veröffentlichten Zeichnungen, die nun im Internet herumgereicht werden:

In einer Karikatur hält Papst Benedikt XVI. ein Präservativ hoch, darunter stehen die Wandlungsworte der Messe „Das ist mein Leib“. Oder: eine Nonne mit entblößtem Hinterteil, in dem ein Kruzifix steckt. Oder: Christus ans Kreuz geschlagen mit Geldkoffern. Oder: Christus ans Kreuz geschlagen, Zigarre rauchend und in einer überdimensionierten Closettmuschel befindlich. Oder: Gott Vater beim Geschlechtsakt mit Christus und dem Heiligen Geist. Oder: Christus ans Kreuz geschlagen, wobei Urin herabtropft und der Hinweis zu lesen ist, dass Katholiken zwar den Papst wechseln, aber nicht die Unterwäsche. Und so weiter.

Die Botschaften sind so eindeutig und niederträchtig, wie der Witz schwach. Die Verantwortlichen des linksextremen „Satire“-Sudelblattes waren anscheinend sehr engagiert darin, Glaubensverhöhnung der untersten Schublade unter die Leute zu bringen. Das ist, was die gesellschaftliche Lage im Frankreich des beginnenden 21. Jahrhunderts betrifft, noch einfacher als bei uns. Während beispielsweise öffentliche Obszönitäten in Kirchen in Russland mit hartem Gefängnis geahndet werden, bestrafen im Frankreich der Gegenwart die Gerichte lediglich jene, die Kirchenschändung unterbinden wollen. Überhaupt ist Blasphemie in der Republik von liberté, égalité, fraternité rechtlich völlig straffrei.

Jetzt hat ein gut organisierter Mordanschlag von Islamisten die Grenzen von derlei Lustbarkeiten gezeigt. Denn man hat sich im besagten „Satire“-Magazin nicht bloß auf die ja ungefährliche Verspottung des Christentums und der Kirche beschränkt, sondern auch dem Islam die eine oder andere geschmackvolle Seite gewidmet.

Die von uns überblickten deutschsprachigen Massenmedien nennen das Attentat selbstverständlich (bis in die Wortwahl hinein aufeinander abgestimmt) einen Anschlag auf die „Meinungsfreiheit“, die „Demokratie“, die „Werte“ der westlichen Welt. Keines der üblichen Betroffenheitsklischees dürfte ausgelassen worden sein. Und die gleichfalls und vielfach geäußerte medial-„korrekte“ Hauptbesorgnis gilt dem Umstand, dass das Geschehen dem „Front National“ nützen und Frankreich irgendwann einen rechten Staatspräsidenten bekommen könnte. Etwa Madame Le Pen.

Hätte dieselbe Islamistentruppe Journalisten erschossen, die Le Pen nahestehen: Man darf sich ruhig vorstellen, was alles an dramatischer Berichterstattung und Staatsbesuchen und Gedenktralala-Veranstaltungen und diversen Regierungserklärungen nicht stattgefunden hätte; denn das wären ja dann „rechte“ Patrioten gewesen, und die sind bekanntlich immer selbst schuld, wenn ihnen etwas zustößt.

Der islamistische Mordanschlag auf die linksextremen Redakteure zeigt freilich noch anderes: Die Europa beherrschende Linke bekommt nun ein wenig von den Früchten verabreicht, die sie gesät hat. Denn es ist das von ihr forcierte schrankenlose Hereinholen von Menschen aus fernen Kulturräumen und ungenügenden zivilisatorischen Verhältnissen, dessen destabilisierende Auswirkungen jetzt genau so eintreten, wie sie vorhergesagt worden sind.

Es ist das ja nicht die erste islamistische Gewalttat unserer Tage, wie erinnerlich sein wird – denken wir nur an den in London auf offener Straße abgeschlachteten Soldaten. Und es wird wohl nicht die letzte sein. Bedauerlicherweise gibt es eben, wie immer, wenn die Linke Politik machen darf, andere, die zumindest einen Teil der Rechnung begleichen müssen. Tote Polizisten zum Beispiel. Und für die aus aller Herren Länder herbeigeschaffte Immigration in die europäischen Sozialsysteme zahlen wir bekanntlich alle.

Die von den irrsinnigen Politingenieuren der Gegenwart gesteuerte Globalstrategie führt zur Masseneinwanderung von Unterschichten aus moslemischen Ländern ins Abendland. Gleichzeitig aber überhäuft man den Islam als stark identitätsstiftende Religion in lang geübter liberal-anarchistischer Hoffärtigkeit mit Verachtung. Als Standardlegitimation für beliebige Hetze gegen Religion gilt, dass „Europa“ eben „aufgeklärt“ sei und jeder das akzeptieren müsse. „Satire darf alles“, wie es jetzt heißt (Parole aus der Fortschrittsgazette „Standard“ 10.1.1015, aus „ORF“, etc.etc.). Was also meint, dass es nun ein generelles Recht gibt, andere zu beleidigen — aber „natürlich“ nur für die Linke.

Außerdem betreibt die westliche Hauptmacht Amerika und ihre gleichgeschaltete Gefolgschaft europäischer Demokratiefunktionäre eine nur mehr als verbrecherisch zu bezeichnende Politik im nahen Osten. Konsequenz daraus ist sowohl der Massenmord an den dort noch heimischen Christen (die „der Westen“ selbstverständlich völlig im Stich lässt), als auch der intensivierte Hass der moslimischen Welt auf die „liberalen Demokratien“. Dieser Hass rächt sich dann, zusätzlich durch reizende Mohammed-Karikaturen angefeuert, etwa bei Anschlägen auf europäische Infrastrukturen und somit in der Regel auch an unbeteiligten Zivilisten.

Solange Linksparteien und „aufgeklärte“ „Staatsmänner/Innen“ in Europa das Sagen haben, wird sich daran auch gar nichts ändern. Die Gesellschaften des Westens sind längst am Auseinanderbrechen; Konsequenz aus den letzten 50 Jahren proletoid-progressiver Hände am Steuerruder. Das ist der machthabenden Kaste (fortschrittshysterisch, egomanisch, atheistisch) freilich völlig gleichgültig, wenn es nicht sogar erwünscht ist. Denn es geht nur mehr darum, eine möglichst wehrlos gehaltene, der Verblödung preisgegebene und jeglicher Tradition, Selbstachtung und Identität entfremdete Bevölkerung möglichst umfassend auszuplündern. Denn nichts anderes stellen diverse „Finanzkrisen“ und damit in Zusammenhang stehende „Sparpakete“ dar.

Wir leben in Zeiten, in denen die gesellschaftliche Stabilität in Europa abhandenkommt. Europa erliegt der Selbstdestruktion aufgrund der Machenschaften korrupter und/oder unfähiger Machthaber. Die flächenbrandartigen Unruhen mit Migrationshintergrund in Frankreich, die Rassenkrawalle in London, die ständige Anarchie in Berlin und Köln der letzten Jahre sind, wenn es so weitergeht, nur die zarten Vorboten dessen, was auf uns zukommt.

Und in solchen Zeiten kann die Polizei zwar noch die sich gewiss für unentbehrlich haltenden Partei- und Wirtschafts-Oberbonzen beschützen — und das immer effizienter abkassierende System der Besteuerung. Der Hauptteil der Bevölkerung bleibt aber zunehmend unbehütet den Gezeiten des gesellschaftlichen Wandels ausgesetzt. Wie man sieht, trifft es dann aber – trotz beständig ausgebauter allgemeiner Überwachung – auch den einen oder anderen wohletablierten Brutal-Karikaturisten antiklerikaler Hetzjournale.

Eine gescheite und sittlich gerechtfertigte Politik würde jetzt zunächst darangehen, die im modernen EU-Europa allgegenwärtig eingeführte und öffentlich geförderte Möglichkeit der Religionsverhöhnung abzustellen. Russland ist da zur Zeit ein ausgezeichnetes Vorbild. Es sollte verinnerlicht sein, dass dem Islam mit Respekt zu begegnen wäre.

Zugleich ist selbstverständlich islamistischer Gewalttätigkeit entgegenzutreten, muss die Einwanderung aus islamischen Ländern abgestellt, die Islamisierung der europäischen Gesellschaften unterbunden, ihre Rechristianisierung hingegen nachdrücklich gefördert werden. Beides eben: Respekt und Selbstbehauptung. Denn Respekt darf man nicht mit Feigheit und Ignoranz verwechseln. Und Europa nicht mit Atheismus und Sozialismus.

Begleitend dazu müsste man auch den momentanen Bischöfen intensiv nahelegen, endlich das Faulbett politischer „Einhegung“ zu verlassen, in dem sie es sich bequem gemacht haben, und die Katholische Mission wieder in Gang zu setzen, und diese vorzugsweise in Europa selbst. Und schließlich sollten Halsband und Leine durchtrennt werden, welche die EU so völlig und widerstandslos durch amerikanische Interessen steuerbar macht.

Leider ist es derzeit gänzlich unwahrscheinlich, dass auch nur einer dieser Punkte Verwirklichung findet. Daher werden die Dinge auch nicht besser werden, sondern weiterhin schlechter. Sehr viel schlechter. Und das, absehbar, schon bald. Nicht das „Mittelalter“, in welchem sich der Islam angeblich befindet, ist das eigentliche Problem, sondern die Moderne, in der sich Europa, sehr zum eigenen Schaden, verfangen hat.

Dr. Albert Pethö, Historiker und Publizist, lebt in Wien.

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