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Piloten, Lokführer und die Alternativen

Es fällt erst im Rückblick auf: Ausstände, gar Generalstreiks sind fast überall weitgehend außer Mode gekommen. Selbst in Italien, wo „Il sciopero“ ja jahrzehntelang schier selbstverständlicher Teil gewerkschaftlicher Folklore war. In Zeiten der Krise sind solche kollektiven Selbstbeschädigungsaktionen wirkungslos geworden. Jetzt streiken nur noch sehr spezifische Gruppen: Lokführer und Piloten. Aus einem klaren Grund.

Diese beiden Berufsgruppen glauben nämlich nicht nur ständig, gerechtfertigte Forderungen zu haben, sondern auch taktisch in einer guten Position zu sein. Sie sind überzeugt, ihre Arbeitgeber mit einigen Erfolgsaussichten erpressen zu können, indem sie die Passagiere als Geiseln nehmen. Dazu haben diese nur relativ schwer austauschbaren Schlüssel-Arbeitskräfte in Deutschland sogar eigene Gewerkschaften gebildet, in Konkurrenz zu den großen Einheitsgewerkschaften. Das ist einer der ganz wenigen Fälle, wo Konkurrenz zu gesamtwirtschaftlich problematischen Folgen führt.

Für diese Luft- und Zugspiloten gilt der Gewerkschaftsslogan „Solidarität!“ nicht mehr. Dieser Ruf ist immer nur dann zu hören, wenn jemand erwartet, von der Solidarität der anderen zu profitieren. Sobald eine Gruppe hingegen im Alleingang Vorteile sieht, geht sie lieber allein.

Jedoch: Langfristig irren Lokführer wie Piloten. Denn in Wahrheit gibt es immer Konkurrenz. Auch für sie. Auch wenn es zur Entwicklung von Alternativen bisweilen etliche Zeit dauert. Auch wenn Arbeitnehmer oft glauben, Konkurrenz gefährde nur das Unternehmen, nicht sie selbst.

Man denke etwa an die Bahn. Diese hat in Wahrheit heute schon massive Konkurrenz: die Straße. Auf dieser findet nicht nur zu immer größeren Prozentsätzen der Fracht-Transport statt. Gerade in Deutschland entsteht auch im Personentransport durch die immer zahlreicher und billiger werdenden Fernbusverbindungen eine ganz neuartige Konkurrenz.

Wettbewerb gibt es aber auch in der Luftfahrt. Das sind für die Flugzeuglenker die freien Piloten, die jetzt von der Lufthansa kurzfristig engagiert worden sind, und die ohnedies arbeitswilligen Kollegen.

Langfristig gibt es eine noch viel gefährlichere Konkurrenz für alle einstigen Platzhirsche am europäischen Himmel. Das sind erstens die Billigfluglinien, bei denen man als Passagier zwar froh sein muss, wenn man noch ein Glas Wasser bekommt, wo man aber viel weniger fürs Ticket zahlt. Und das sind zweitens die arabischen Luftlinien. In diesen stecken viele Milliarden an Investitionen aus Öl-Geldern, die sich durch Dumping den Luftmarkt erobern wollen. Und wo die Mitarbeiter an Bord weit weniger Lohn bekommen als die Crews von Lufthansa oder AUA.

Diese ignorieren aber weiterhin die Bedrohung. Bei der AUA ruft der Bord-Betriebsrat in seiner Uralt-Denkwelt sogar dann einen Streik aus – offiziell heißt das Betriebsversammlung –, wenn es bloß darum geht, die Kollegen über ein gewonnenes(!) Gerichtsurteil zu informieren. So als ob es sonst keine Kommunikationsmöglichkeiten gäbe. Dass in der Folge etliche Flüge ausfallen, und dass damit wieder die Passagiere das Opfer waren, stört die Privilegienritter nicht. Noch nicht.

Doch die Passagiere tun das, was Konsumenten immer tun. Sie starten zwar keinen Arbeitskampf, aber lassen sich das alles dennoch nicht gefallen. Sie suchen und finden Alternativen. Sie fliegen immer öfter mit den Billigfluglinien oder den Asiaten. In manchen Verbindungen sind diese daher schon vier Mal so oft unterwegs wie etwa AUA oder Lufthansa.

Es gibt aber noch eine Konkurrenz: den Verzicht. Wenn Flüge, wenn weite Bahnreisen als Folge dieser ständigen Erpressungen zu teuer werden, dann verzichtet halt ein Teil der Konsumenten überhaupt darauf. Sie geben dann ihr Geld für andere Zwecke aus. Es gibt ja keine Verpflichtung, drei Mal im Jahr auf ferne Inseln zu düsen. Oder mit dem Schlafwagen auf einen Tag nach Venedig zu fahren.

Denn nichts ist alternativlos.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 01:37

    Der ewige Terror der Minderheiten, eine Unsitte der Gegenwart, mit ihren komplexen Strukturen und verwundbaren Netzknoten. Wie die Kuenringer den Handelsfahrern auf der Donau die Kette aus Eisen herunterließen ... sind die Antworten die Gleichen.
    Zwingburgen schleifen - da wie dort. Wohlerworbene Rechte verteidigen und Pfründe sichern mit der Drohung, die Friedensspflichten zu verletzen - das ruft nach Lizenz-verlusten und vorübergehenden Verzicht auf längst gewohnten Komfort ... nach einiger Zeit wird sich das schon wieder Einrenken ...

  2. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 07:57

    Wenn man lediglich im Urlaub ein Flugzeug betritt mag man ja Alternativen haben, wer aber beruflich die Flugverbindungen braucht, der wird in das Mark getroffen.

    Streikrecht ist etwas perverses! Ein normaler Mensch schließt einen Vertrag und den hat er dann auch gefälligst zu erfüllen. Wenn ihm etwas nicht passt, so kann er kündigen oder den Vertrag neu verhandeln. Man stelle sich vor ein Unternehmer würde von versprochenen Leistungen zurücktreten, einfach weil er jetzt anderer Meinung ist als bei Vertragsabschluß. Da wären die Konsumenten schnell beim Gericht, auch die streiklustigen AUA-Leute – schon irgend wie seltsam, oder sind doch nicht alle Menschen vor dem Staat gleich?

  3. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 00:56

    Diese sogenannte Betriebsversammlung der AUA-Piloten (u.a.) habe ich als enorme Frechheit eingestuft. Das kann doch keiner glauben, auf diese Weise die Mitarbeiter, d.h. Arbeitnehmer, d.h. Kollegen informieren zu müssen: Es ist seit längerem publiziert, auch vom ORF, der sich am Mittwoch besonders generös (Sendedauer!) erwiesen hat, dass zum Vorteil der Belegschaft der frühere Kollektivvertrag Geltung hat. Also wozu das Getue?
    Piloten verdienen wirklich nicht schlecht: Früher haben in der Südstadt ziemlich viele gewohnt. Da die Südstadt inzwischen "überholt" ist, sind sie ausgezogen. Wohl zu repräsentableren Quartieren.

  4. Ausgezeichneter KommentatorEl Barato
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 11:00

    Die Herrschaften im Goldstreif von der AUA werden noch schön blöd schauen, wenn die LH den Laden zudreht und neu gründet, denn dann sind alle betrieblichen Sonderregelungen aufgrund von Insolvenz hinfällig.

    Aber wer sich selbst als Gottes Geschenk an die Menschheit empfindet und zahlende Passagiere bestenfalls als lästiges Ärgernis, der ist vielleicht mit einem (wenngleich nicht ganz freiwilligen) Wechsel der Branche eh nicht so schlecht bedient, denn als Dienstleister stellt man den zahlenden Kunden ins Zentrum des Handelns, nicht die eigenen Befindlichkeiten.

    Da die Streifenhörnchen aber Jahre bzw. Jahrzehnzte in der staatlich finanzierten Wärmstube saßen und das Geld trotz Verlusten weitersprudelte, konnten sie sich diese kleine aber wichtige Lektion nicht verinnerlichen.

    Tja, die Landung (Achtung, Wortwitz) in der Realität der freien Marktwirtschaft wird dafür umso härter, denn Arroganz und Entitlement-Attitüde von Gewerkschaftsgünstlingen sind dort nicht gefragt. SSKM.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 11:17

    Gesamtwirtschaftlich problematische Folgen hat das Verbot der Konkurrenz beim Erdgas. South stream wird verboten, damit die Schieber der Ukraine geschuetzt sind. Gleichzeitig werden ihre Banken um unser gutes Geld gerettet. Die EU-Politik schuetzt die Schieber anstatt ihre Macht zu beschneiden.
    P.S.: In F bekomme ich Gluehbirnen aller Art im Kaufhaus.

  6. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 13:41

    Hätte ich einen Flug gebucht und dieser würde wegen eines Streiks des Bord- oder Bodenpersonals abgeblasen, hätte ich keinerlei Verständnis und wäre höchst verärgert; ich würde GEWERKSCHAFT und Betriebsräte verfluchen!

    Streik ist ERPRESSUNG auf Kosten UNBETEILIGTER!

  7. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    18. September 2014 06:29

    Bei den Streiks und sog. Betriebsversammlungen machen nicht mehr alle Mitarbeiter mit. Denn einige haben bereits erkannt, dass sie sich damit langfristig selbst schaden werden. Denn z.B. im aktuellen Fall der Austrian kann die Firma komplett aufgelöst und eine neue Naschfolgefirma mit ebenso neuen Anstellungsverträgen gebildet werden. Viele Mitarbeiter sind auch froh, eine Anstellung zu haben, denn es gibt schon teilweise mehrere Arbeitsplatzsuchende in dieser Branche.

    Wer erinnert sich noch an die erpresserischen Methoden bei den britischen Eisenbahnen, wo der Staat als Unternehmer gezwungen wurde, dass die nicht mehr benötigten Heizer bei Umstellung auf Diesel- und Elektroloks bis zur Pensionierung in diesem Loks als nicht benötigte Beifahrer mitfahren konnten? Oder beiden Wiener Straßenbahnen, wo bei sämtlichen Rationalisierungsmaßnahmen ein fix vereinbarter Teil der Einsparungen dem Personal zu Gute kam?

    Irgendwann werden auch die AUA-Bordbetriebsräte Minhard et al. erkennen, dass sie selbst an den Ästen sägen, auf denen sie sitzen. Denn der Krug geht so lange zum Brunnen …...

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorIsabella
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    20. September 2014 11:55

    So jetzt haben die Sicht des Autors gelesen. Aber hat schon jemand einen Piloten den es betrifft gesprochen (was der wirkliche Grund ist?) Also ich nicht. Und solange ich die andere Seite der Medaille nicht gehört habe, maße ich mir nicht an ein Urteil abzugeben. Aber das ist ja heute "modern" sofort zu urteilen, ohne beide Seiten anzuhören.


alle Kommentare

  1. Louis Vuitton Sverige (kein Partner)
  2. Louis Vuitton Sverige (kein Partner)
  3. Isabella (kein Partner)
    20. September 2014 11:55

    So jetzt haben die Sicht des Autors gelesen. Aber hat schon jemand einen Piloten den es betrifft gesprochen (was der wirkliche Grund ist?) Also ich nicht. Und solange ich die andere Seite der Medaille nicht gehört habe, maße ich mir nicht an ein Urteil abzugeben. Aber das ist ja heute "modern" sofort zu urteilen, ohne beide Seiten anzuhören.

  4. heartofstone (kein Partner)
    19. September 2014 18:52

    Die Beste Konkurrenz für die frecher werdenden Forderungen des Bahnpersonals ist auf lange Sicht die Einführung von automatisch fahrenden Zügen. Der PC als Lokführer übersieht kein Signal, er kann Hindernisse auf der Strecke mit Sensoren früher erkennen und schneller reagieren als jeder Mensch. Schlaf braucht er auch nicht.

    Bei den Piloten bahnt sich eine ähnlche Entwicklung an, denn manuell fliegen tun die "Götter der Lüfte" nur ein paar Minuten im Monat, den Rest ihrer Arbeitszeit verbringen sie im Cockpit mit der Kontrolle des Autopiloten und am Boden mit der Vorbereitung. Landen mit Hilfe des Bordrechners in Zusammenarbeit mit dem am Boden klappt immer besser, bleibt noch der Start ...

  5. Martin W. (kein Partner)
    19. September 2014 18:04

    Unternehmen, in denen man Mitarbeiter als diejenigen sieht, die zum Erfolg des Unternehmens entweder beitragen oder ihn überhaupt erst ermöglichen, werden immer seltener.

    Immer häufiger ist Folgendes zu beobachten: Ein grenzenlose Schamlosigkeit im Sich-Selbst-Bedienen an Unternehmen vonseiten des Managements, das für Fehlentscheidungen nicht (!) geradestehen muss, und der Aktionäre.
    Das Behandeln von Mitarbeitern als Parasiten und überbezahlte Minderleister, die man gegeneiander, gegen Billiglöhner und gegen Arbeitslose ausspielt, um sie der Willkür auszusetzen.

    Gerade hier braucht es eine Gewerkschaft als Gegengewicht, als starken Gesprächspartner, mit dem man rechnen muss.

    • heartofstone (kein Partner)
      19. September 2014 18:55

      Genau, deshalb hat ja die Republik beim Verkauf der AUA noch etwas drauf legen müssen, weil ja die bösen Manager total überzogene Forderungen gehabt haben. Oder war es doch die Gewerkschaft?

  6. Pilot (kein Partner)
    19. September 2014 15:46

    Ja, ja, ein Pilot mit einer aufrechten CPL und einem A-320/B737 Type Rating findet sich ja an jeder Straßenecke.

    Dream on...

  7. Haider
    18. September 2014 22:49

    Streikende sind nur so stark wie Entscheidungsträger schwach sind.
    Politiker, die sich dauernd auf der Nase herumtanzen lassen, dürfen sich nicht wundern, wenn ihnen der Spürsinn abhanden kommt. Handhebende Hinterbänkler haben wir genug. Politische Visionäre müssen wir jedoch mit einer Lupe suchen!

  8. Josef Maierhofer
    18. September 2014 17:37

    Herzliche Gruesse aus Chicago.

    Wenn die Menschen glauben, sie koennen auf Kosten anderer ihre Privilegien bewahren, irren sie.

    ALLE werden den Guertel enger schnallen muessen, will Europa und USA im Rennen bleiben.

    Ich bin derzeit in USA, hier ist zwar das Gewerkschaftsunwesen schwach gegen unsere {Pseudo}Bonzen, aber die Menschn halten zusammen. Vieles hat mir gefallen, etwa die Beschaeftigung Arbeitsloser als (Kundenservice)Packer in Superaerkten, ein Zeichen, dass Arbeitgeber und -nehmer enger zusammenruecken.
    DR. Unterberger hat es geschrieben, der Arbeitsvertrag ist zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und zwischen niemand anderem.

    Bei uns hingegegen laeuft das arbeitslose und arbeitsunwillige Pack herum und devastiert die Strassen, hier ist es (noch ? - nein eigentlich viel) sauber(er) als dies z.B.in Wien Favoriten ist. Also auch die Eigenverantwortlichkeit und der Anstand sind hier groesser. Da bin ich angenehm ueberrascht, war lange nicht hier.

    Mein Partner hat mirvom Fluglotsenstreik in den USA erzaehlt, die duerfen hier nicht streiken, sind beim Staat angestellt und wurden daher alle fristlos entlassen, ausser die Arbeitswilligen. Es hat einige Monate gedauert, bis wieder alles reibungslos geklappt hat.

    Stchwort: freie Piloten: Wer wirklich arbeiten will, wird vorteilhafter weise freier Pilot und traegt damit wesentlich zur Flexibilitaet und Bewglichkeit seiner Arbeitgeber bei.

    Wir muessen wieder darauf zurueck kommen, dass wir eigenverantwortlich werden und etwas anbieten, was die anderen brauchen und nicht uns in der Privilegienhaengematte und der Sozialhaengematte festkrallen. Dortwaren wir doch noch bis in die 1960-er Jahre, oder ?

    • Gerhard Pascher
      18. September 2014 18:14

      Josef Maierhofer:
      Grüße in die Staaten aus dem ehem. "good old Europe".
      Die Hilfskräfte in den US-Supermärkten - welche die gekauften Waren in einen großen, oben nicht verließbaren Papiersack (D: -tüte) geben - sind auch dazu da, um zu kontrollieren, dass alle Waren auch über den Kassenscanner laufen. Damit will man verhindern, dass böse Kunden und Kassierer "gemeinsame Sache" machen.
      Übrigens: die Straßen sind relativ sauber, da für PET-Flaschen und Getränkedosen Einsatz (Pfand) verlangt wird, was ggfs. von den armen Leuten aufgelesen und in den Supermarkets zu Geld gemacht wird. Mitterlehner und die Kammern lehnen diese Methoden weiterhin ab.

    • Erich Bauer
      18. September 2014 18:40

      Ich freu mich schon auf diese Zukunft... (Waren Sie schon in der 60th Strasse?)

    • fewe (kein Partner)
      21. September 2014 03:17

      Der Tagelöhner ist wohl heute der einzig Anständige ;-)

      So weit ich die Sache mit den Piloten verstanden haben, haben die ihre Verträge und bestehen lediglich darauf, dass diese eingehalten werden. Daran finde ich nichts auszusetzen. Umgekehrt wird die Lufthansa wohl auch auf Einhaltung von Verträgen zu ihren Gunsten bestehen.

      Schuld sind in diesem Fall nicht die Piloten, sondern jene, die mit ihnen bei der Aua die Verträge abgeschlossen haben.

      Selbstverständlich gibt es wohlerworbene Rechte. Um diese zu erwerben, hat man normalerweise auf etwas verzichtet oder lange genug gewartet.

      Vor 40 Jahren wollte kaum jemand Beamter werden, weil das im Vergleich zur Privatwirtschaft miserabel bezahlt war, es war lediglich sicher. Wenn die jetzt mehr Pension bekommen als jene, die seinerzeit lieber das Doppelte und mehr verdienen wollten, ist das einfach so. Jeder hat die Möglichkeit Beamter oder hätte sich anstrengen können um Pilot zu werden.

      Wenn die österreichischen Piloten von der deutschen Lufthansa schlechter bezahlt werden, dann zahlen diese in Österreich weniger Steuern. Wer hat also einen Vorteil davon, wenn die weniger bekommen? In Österreich niemand. Die Flüge würden deswegen auch nicht billiger werden, weil die Gehälter fürs fliegende Personal sich praktisch nicht auf den Flugpreis auswirken.

  9. Undine
    18. September 2014 13:41

    Hätte ich einen Flug gebucht und dieser würde wegen eines Streiks des Bord- oder Bodenpersonals abgeblasen, hätte ich keinerlei Verständnis und wäre höchst verärgert; ich würde GEWERKSCHAFT und Betriebsräte verfluchen!

    Streik ist ERPRESSUNG auf Kosten UNBETEILIGTER!

  10. HDW
    18. September 2014 13:38

    Verzeihung, das kann ich mir nicht verkneifen: Nicht " il sciopero" sondern "lo sciopero"!

    • HDW
      18. September 2014 13:49

      Im übrigen steht Italien ein "heisser Herbst " bevor. Wieder einmal wegen der Abschaffung des § 18 im Arbeitsrecht, nämlich die unbedingte Wiedereinstellungspflicht auch nach Kündigung wegen strafbarer Handlungen des Arbeitnehmers, auch noch nach jahrelangen Prozessen. Damit hat die nach wie vor kommunistische Gewerkschaft schon Berlusconi zu Fall gebracht. Unter internationalem Gaudium und Mithilfe der EU übrigens. Nachdem auch die jetztige Regierung auf Berlusconi angewiesen ist, wird sich das Spielchen wiederholen, diesmal halt ohne obskurantistische Heuchelei aber mit entrüsteten "Arbeitskämpfen"!

  11. zweiblum
    18. September 2014 13:16

    Die Zulagen der Lokfuehrer haben auch die Bonzen, die hoechstens eine
    Modelleisenbahn haben, bekommen.
    In Konkurs schicken und neu gruenden. Das uebliche Konzept aller, die in OE Erfolg hatten.

    • Kritiker
      18. September 2014 19:05

      Einverstanden, es war für mich von Anfang an unverständlich, daß man die AUA verkaufte und noch eine halbe Mrd. € hinterherwarf!

      Bei den "Triebfahrzeugführern" der Bahnbetriebe habe ich für manche, tatsächlich, im Vergleich zu den Luftkutschern, lächerlich verbesserten Bezüge doch ein gewisses Verständnis. Ein Kapitän bei LH bezieht im Höchstfall etwa €220000.- an Jahresgehalt. Vermutlich ein Lokführer max. €40000.- ??

  12. socrates
    18. September 2014 11:17

    Gesamtwirtschaftlich problematische Folgen hat das Verbot der Konkurrenz beim Erdgas. South stream wird verboten, damit die Schieber der Ukraine geschuetzt sind. Gleichzeitig werden ihre Banken um unser gutes Geld gerettet. Die EU-Politik schuetzt die Schieber anstatt ihre Macht zu beschneiden.
    P.S.: In F bekomme ich Gluehbirnen aller Art im Kaufhaus.

    • socrates
      18. September 2014 11:23

      http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/1.html
      Berichte ueber die Ukraine Mangelhaft, tendenzioes, einseitig, fragmentarisch.

    • Undine
      18. September 2014 13:27

      @socrates

      Wie recht Sie doch haben!*****!

      Und vielen Dank für den Link! Da stimmt JEDES Wort! Die Berichte über die Ukraine SIND in der Tat mangelhaft, tendenziös, einseitig, fragmentarisch!!!

      Die guten "alten" Glühbirnen kann man gelegentlich bei uns auf dem Wochenmarkt kaufen; sie finden reißenden Absatz! Ich freu' mich für den Mann, der diese Marktlücke so gewinnbringend entdeckt hat!

    • Erich Bauer
      18. September 2014 16:01

      Danke für den Link. Scheint halt mehr eine "Feigenblatt-Funktion zu haben...

      www.dearputin.com

  13. terbuan
    18. September 2014 11:07

    Von den drei Beteiligten an diesem AUA-Konflikt (Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunde) bin ich der letzte, der Passagier.
    Eine verantwortungslose Gewerkschaft streitet mir dem um das Überleben kämpfenden Unternehmen auf meinem Rücken.

    Nein danke, ich werde es mir gut überlegen, bei dieser Airline künftig noch einen Flug zu buchen, wenn ich nicht muss, dann könnte es mir sogar passieren, dass der Chef der Pilotengewerkschaft. Minhard, mein Pilot ist.;-)

    P.S. Einen Flug habe ich schon gebucht, im Oktober nach Neu Delhi, weil es der einzige Direktflug von Wien ist. Aber der ist mittlerweile auch schon in Frage gestellt, da die indischen Behörden der AUA die Landerechte entziehen will.
    Aber das ist eine andere Geschichte:
    http://kurier.at/wirtschaft/unternehmen/luftfahrt-aua-streit-um-landeerlaubnis-in-indien/22.975.437

    • terbuan
      18. September 2014 11:27

      Verzeihung, der zitierte Artikel ist nicht aktuell, aber der Streit ist noch immer nicht vom Tisch!

  14. El Barato
    18. September 2014 11:00

    Die Herrschaften im Goldstreif von der AUA werden noch schön blöd schauen, wenn die LH den Laden zudreht und neu gründet, denn dann sind alle betrieblichen Sonderregelungen aufgrund von Insolvenz hinfällig.

    Aber wer sich selbst als Gottes Geschenk an die Menschheit empfindet und zahlende Passagiere bestenfalls als lästiges Ärgernis, der ist vielleicht mit einem (wenngleich nicht ganz freiwilligen) Wechsel der Branche eh nicht so schlecht bedient, denn als Dienstleister stellt man den zahlenden Kunden ins Zentrum des Handelns, nicht die eigenen Befindlichkeiten.

    Da die Streifenhörnchen aber Jahre bzw. Jahrzehnzte in der staatlich finanzierten Wärmstube saßen und das Geld trotz Verlusten weitersprudelte, konnten sie sich diese kleine aber wichtige Lektion nicht verinnerlichen.

    Tja, die Landung (Achtung, Wortwitz) in der Realität der freien Marktwirtschaft wird dafür umso härter, denn Arroganz und Entitlement-Attitüde von Gewerkschaftsgünstlingen sind dort nicht gefragt. SSKM.

    • Undine
      18. September 2014 13:31

      @El Barato

      *******!

    • carambolage (kein Partner)
      19. September 2014 19:41

      2004 wurde meine mittlerweile verstorbene Mutter 80 Jahre alt.
      Da die Familie ziemlich verstreut lebt, hat meine Schwester ihr ein AUA-Ticket nach Amsterdam bezahlt, damit sie dort miteinander ein Wochenende diesen runden Geburtstag feiern könnten. Die Vorfreude war groß und ich brachte Mutter zum Schwechater Flughafen.
      Dort standen wir dann in einer Schlange ca. 90 min ohne jede Information und ohne eine Bewegung in der Situation. Schlussendlich erhielt ich doch an einem Schalter die Auskunft (offensichtlich sah ich schon so böse drein), dass wegen Streiksitzungen dieser Flug nicht stattfinden würde. Alternative NULL.
      So führen wir wieder nach Hause .....
      Für mich ist seitdem die AUA

  15. Wafthrudnir
    18. September 2014 09:46

    "...sogar eigene Gewerkschaften gebildet, in Konkurrenz zu den großen Einheitsgewerkschaften. Das ist einer der ganz wenigen Fälle, wo Konkurrenz zu gesamtwirtschaftlich problematischen Folgen führt." ist nur die halbe Wahrheit. Schuld an den Problemen ist nicht die Konkurrenz zwischen Gewerkschaften, sondern der Gesetzgeber, der Vertragsbruch und Erpressung ignoriert, solange die Täter Arbeitnehmer und die Opfer Arbeitgeber sind.
    Die Piloten sind aus freien Stücken einen Vertrag eingegangen, dessen Bedingungen ihnen bekannt waren. Wenn ihnen dieser Vertrag nicht mehr paßt, so können sie ihn jederzeit kündigen. Wenn der Arbeitgeber diesen Vertrag nicht mehr finanzieren kann oder will, so kann auch er kündigen und versuchen, andere Piloten zu finden, die mit den neuen Bedingungen einverstanden sind. Wenn die Piloten aber ihren Teil des Vertrages brechen, oder sogar versuchen, ihren Arbeitgeber an der Verwendung von dessen Eigentum zu hindern, so würden sie in einem echten Rechtsstaat mit ihrem Privatvermögen für die Schäden haften, die aus ihrem Vertragsbruch entstanden sind. Und in einem solchen Staat müßten Fluglinien vielleicht manchmal ihre Arbeitsangebote nachbessern, um Piloten zu finden, aber Streiks gäbe es keine.

  16. Pete Sahat
    18. September 2014 08:45

    "einer der ganz wenigen Fälle, wo Konkurrenz zu gesamtwirtschaftlich problematischen Folgen führt."

    Der Wettbewerb von schlechten Dingen hat - im Gegensatz zum Wettbewerb von guten Dingen/Gütern - immer negative Folgen. Dieses "Wer kann am besten zum nicht-Arbeiten motivieren?" ist nur ein Fall unter vielen. Hans Hermann Hoppe liefert mit der Bescheibung "Wettbewerb der Gauner" für die Politik einen viel häufiger vorkommenden.

  17. dssm
    18. September 2014 07:57

    Wenn man lediglich im Urlaub ein Flugzeug betritt mag man ja Alternativen haben, wer aber beruflich die Flugverbindungen braucht, der wird in das Mark getroffen.

    Streikrecht ist etwas perverses! Ein normaler Mensch schließt einen Vertrag und den hat er dann auch gefälligst zu erfüllen. Wenn ihm etwas nicht passt, so kann er kündigen oder den Vertrag neu verhandeln. Man stelle sich vor ein Unternehmer würde von versprochenen Leistungen zurücktreten, einfach weil er jetzt anderer Meinung ist als bei Vertragsabschluß. Da wären die Konsumenten schnell beim Gericht, auch die streiklustigen AUA-Leute – schon irgend wie seltsam, oder sind doch nicht alle Menschen vor dem Staat gleich?

  18. Gerhard Pascher
    18. September 2014 06:29

    Bei den Streiks und sog. Betriebsversammlungen machen nicht mehr alle Mitarbeiter mit. Denn einige haben bereits erkannt, dass sie sich damit langfristig selbst schaden werden. Denn z.B. im aktuellen Fall der Austrian kann die Firma komplett aufgelöst und eine neue Naschfolgefirma mit ebenso neuen Anstellungsverträgen gebildet werden. Viele Mitarbeiter sind auch froh, eine Anstellung zu haben, denn es gibt schon teilweise mehrere Arbeitsplatzsuchende in dieser Branche.

    Wer erinnert sich noch an die erpresserischen Methoden bei den britischen Eisenbahnen, wo der Staat als Unternehmer gezwungen wurde, dass die nicht mehr benötigten Heizer bei Umstellung auf Diesel- und Elektroloks bis zur Pensionierung in diesem Loks als nicht benötigte Beifahrer mitfahren konnten? Oder beiden Wiener Straßenbahnen, wo bei sämtlichen Rationalisierungsmaßnahmen ein fix vereinbarter Teil der Einsparungen dem Personal zu Gute kam?

    Irgendwann werden auch die AUA-Bordbetriebsräte Minhard et al. erkennen, dass sie selbst an den Ästen sägen, auf denen sie sitzen. Denn der Krug geht so lange zum Brunnen …...

    • socrates
      18. September 2014 11:29

      In Frankreich haben nur mehr 1,5% unbefristete Arbeitsvertraege. Damit wird die arbeitende Bevoelkerung versklavt.

    • Gerhard Pascher
      18. September 2014 14:22

      socrates:
      Der Grund für diese befristeten Verträge liegt darin, dass es wegen des gesetzlichen Kündigungsschutzes (durchgesetzt durch Gewerkschaften und rote Regierungen) es für die Unternehmer schwer geworden ist, unwillige bzw. nicht mehr benötigte Arbeitskräfte wieder loszuwerden. Von einer "Versklavung" kann da aber nicht gesprochen werden. Wie würden Sie in Frankreich als Firmeninhaber da vorgehen?

  19. Helmut Oswald
    18. September 2014 01:37

    Der ewige Terror der Minderheiten, eine Unsitte der Gegenwart, mit ihren komplexen Strukturen und verwundbaren Netzknoten. Wie die Kuenringer den Handelsfahrern auf der Donau die Kette aus Eisen herunterließen ... sind die Antworten die Gleichen.
    Zwingburgen schleifen - da wie dort. Wohlerworbene Rechte verteidigen und Pfründe sichern mit der Drohung, die Friedensspflichten zu verletzen - das ruft nach Lizenz-verlusten und vorübergehenden Verzicht auf längst gewohnten Komfort ... nach einiger Zeit wird sich das schon wieder Einrenken ...

    • oberösi
      18. September 2014 13:09

      Zur Ehre der Kuenringer sei gesagt: vieles, was ihnen an Wildheit und räuberischem Temperament zugeschrieben wird, war nichts anderes als Greuelpropaganda der Babenberger, die um nichts besser waren. Der Sieger, der Gute, bestimmt, was historische Wahrheit ist. Der Gegner ist der Terrorist. Daran hat sich nichts geändert.

    • Undine
      18. September 2014 13:34

      @oberösi

      *****!

    • Helmut Oswald
      19. September 2014 00:18

      @ oberösi

      dann wird's Mal Zeit zu siegen!

  20. kritikos
    18. September 2014 00:56

    Diese sogenannte Betriebsversammlung der AUA-Piloten (u.a.) habe ich als enorme Frechheit eingestuft. Das kann doch keiner glauben, auf diese Weise die Mitarbeiter, d.h. Arbeitnehmer, d.h. Kollegen informieren zu müssen: Es ist seit längerem publiziert, auch vom ORF, der sich am Mittwoch besonders generös (Sendedauer!) erwiesen hat, dass zum Vorteil der Belegschaft der frühere Kollektivvertrag Geltung hat. Also wozu das Getue?
    Piloten verdienen wirklich nicht schlecht: Früher haben in der Südstadt ziemlich viele gewohnt. Da die Südstadt inzwischen "überholt" ist, sind sie ausgezogen. Wohl zu repräsentableren Quartieren.





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