Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Nach österreichischer Art: Die Vergabe der Casino-Lizenzen lehrt etliches

Drei neue Casinolizenzen sind für Wien und Niederösterreich vergeben worden. Die Vergabe war eigentlich sehr erstaunlich, aber jedenfalls lehrreich. (Mit nachträglicher Ergänzung)

Es ist schon einmal erstaunlich, welches Gedränge um diese Lizenzen herrscht. Ist uns doch in letzter Zeit ständig beigebracht worden, dass fast das gesamte Spielgeschäft online gegangen sei. Weshalb man wohl am besten für die armen Casino-Betreiber spenden solle. Und jetzt drängen sie sich plötzlich so um weitere Lizenzen.

Der Beobachter lernt: Schon wieder ist er halt angeschwindelt worden. Freilich, es wird ja ohnedies den ganzen Tag geschwindelt. Es gilt bis zum (mutmaßlichen) neuen EU-Präsidenten Juncker: Man wird ja noch ein bisschen lügen dürfen.

Ich selbst kenne übrigens nur die Casinos in Baden und Velden (wo ich berufliche Termine hatte). Ich finde beide so abgrundtief hässlich, dass ich schon deswegen nie wieder freiwillig hingehen würde. Überhaupt hält sich meine Spielsucht in Grenzen. Unlängst wollte ich einmal bei den „Euromillionen“ mitspielen, wusste aber nicht wie, weil ich den diversen Finanzministern eigentlich noch nie ein freiwilliges Opfer bringen wollte – so blieb es dann auch diesmal. Und in Les Vegas waren wir drei Tage, haben aber nur einen einzigen Dollar für eine dieser Tausenden Maschinen geopfert, die dort in jeder Hotellobby bis hin zum Flughafen stehen.

Nach Österreich zurück: Viel gravierender ist die Entscheidung, wer die offenbar doch sehr begehrten Lizenzen bekommen hat. Denn die Empfehlungen des eigens eingerichteten „Experten“beirats wurden binnen einer Woche ins Gegenteil verkehrt. Es haben sowohl der Wiener wie auch der niederösterreichische Landeshauptmann heftig zugunsten der letztendlichen Sieger interveniert. Worauf die "Experten" plötzlich gegenteiliger Meinung waren.

Woran man sieht: Erstens, dass diese Beiräte der Politik nicht einmal das bei ihren Sitzungen verabreichte Wasser wert sind. Zweitens dass es im Glücksspielbetrieb wie eh und je sehr dubios zugeht. Drittens, dass dieses Land nur noch von den Landeshauptleuten regiert wird; niemand weiß, wozu es überhaupt noch eine Bundesregierung braucht. Und viertens, dass der Balkan doch schon in der Himmelpfortgasse beginnt; dass Prinz Eugen – der dort sein Winterpalais und seine Lustknaben hatte – die Türken zwar militärisch besiegt hat, dass aber letztlich doch die balkanischen Sitten über Mitteleuropa gesiegt haben.

PS: Erfreulich ist bei aller Dubiosität der Vergabe, dass trotz Bewerbung keine Spielbank in das den Parteien so nahestehende Hotel Intercontinental kommt. Das war ja angeblich einer der Gründe, weshalb sich die Politik so sehr für dessen Aufstockung und den Hochhausbau neben dem Konzerthaus engagiert hat. Wer freilich den letzten „Spiegel“ mit der beklemmenden Reportage über die vielen Hochhäuser in London und die damit verbundene Geschäftemacherei liest, sollte sich freilich im Klaren sein: Das Hochhausprojekt ist damit alles andere als vom Tisch! Und sonst ist es am besten, die Inserate in den Medien und die Spenden an die Regierungsparteien zu verfolgen.

(Nachträgliche Ergänzung: Der Vorsitzende des Beirates hat nun dementiert, dass es ursprünglich eine andere Empfehlung des Beirates gegeben hat. Dieses Dementi ist zur Kennntnis zu nehmen. Aber dann wäre umso rätselhafter, wieso tagelang undementiert eine ganz andere Meinung dieses ja per Gesetz vertraulichen Beirats gemeldet werden konnte. Was zumindest die Punkte Zweitens und folgend umso mehr unterstreicht).

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNestor 1937
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2014 11:15

    Wir haben in Österreich schon seit einigen Jahren

    ==========viel zu viel Glücksspielbetrieb!==============

    Ob das mit dem komentenhaften Aufstieg der NOVOMATIC des Herrn Graf zu tun hat?

  2. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2014 08:16

    Völlig richtig, Herr Dr. Unterberger.
    ° Der Finanzminister ist an zusätzlicher Geldabschöpfung durch moralisch bedenkliche Glückspiele sehr interessiert, denn der wirkliche Gewinner ist immer der Staat. So werden beim Toto 50% der Einnahmen gar nicht mehr ausgesschüttet.
    ° Der Expertenbeirat bei der Lizenzvergabe war für die Katz', denn den Ausschlag gaben die besseren Lobbyisten.
    ° Im Casionogeschäft geht es dubios wie in der Prostitution zu.
    ° Die wahren Sager in unserem Land sind die Landeshauptleute (in diesem Fall Pröll und Häupel), die Bundesregierung (bes. Faymann und Spindelegger) sind nur die Hampelmänner der Landesfürsten.
    Aber:
    ° Der Balkan beginnt nicht am Rennweg oder in der Himmelpfortgasse, sondern viel weiter westlich (vielleicht schon im EU-Brüssel?).

    PS: Ich gewinne jede Woche bei Lotto, Toto, Brieflos usw., indem ich den vorgesehenen Betrag nicht einzahle. Die Gewinnquote beträgt zwar nur "one for one" (or British: 2/2 = even money), aber diese ist immer sicher. Egal ob Brutto- oder Nettoquote, ich habe mein Geld wieder.

  3. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2014 02:20

    "Entscheidungskriterien bleiben geheim"

    Das sagt wohl alles über die Lizenzvergaben des BMF an die neuen Casinobetreiber und das "gemeine Stimmvieh" wird wieder einmal für dumm verkauft.

    Ad P.S.: Zeichnet sich da ein weiterer Erfolg des Tagebuchautors ab, mit seiner hartnäckigen Kritik an dem Hochhausprojekt neben dem Konzerthaus? Gratuliere!

    http://wien.orf.at/news/stories/2654688/

    Zumindest scheinen die Dinge in Bewegung zu geraten und es wäre dem Wiener Stadtbild von ganzem Herzen zu wünschen, wenn da endlich Vernunft einkehrte.

  4. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2014 15:53

    Ohne eine Präferenz für eine Seite oder für das Glücksspiel insgesamt auszudrücken, soviel doch zur Klarstellung für all jene Guten und Aufrechten, die Übles nur auf Seiten des Privatunternehmens Novomatic sehen: seit Jahrzehnten hat der Staatsfunk ORF in zahllosen herzzerreißenden "Dokumentationen" Spiel- und Alkoholsüchtigen Gelegenheit gegeben, vor laufender Kamera dem Unternehmen Novomatic Schuld an ihrem Unglück zu geben. Bereitwillig des öfteren unterstützt von zahllosen Aktivitäten und Initiativen grüner und anderer selbsternannter Erretter der Menschheit. Als Alternative dazu wurden nicht nur einmal die Casinos Austria dargestellt, bei denen Spielerschutz etc. vorbildlich und verantwortungsvoll praktiziert würden.

    Ohne auch nur ein einziges Mal darauf hinzuweisen, mit 5 % am bis dahin durch Politikerwillkür geschützten Glücksspielmonopol Lotto Toto, Casinos Austria etc. beteiligt zu sein.

    Und ohne auch nur einmal darauf hinzuweisen, daß dieses Lotto-Toto-Monopol der mit Abstand wichtigste Werbekunde dieses Staatsfunks ORF ist.

    Noch einmal in einfachen Worten, damit es auch wirklich ALLE verstehen: Der ORF hat jahrelang, zuletzt nur gestoppt durch einstweilige Verfügungen, angestrengt von Novomatic, mit dem Geld ALLER österreichischen Zwangsgebührenzahler Propaganda gegen den einzigen relevanten privaten Mitbewerber im österreichischen Spielmarkt und damit Propaganda für jenes bis dahin quasi-Monopol betrieben, an dem er selbst mit 5 % beteiligt ist und von dem er einen wesentlichen Teil seiner Werbeeinnahmen lukriert.

    Also, wenn DAS nicht Balkan ist, was dann?

    Dagegen ist die aktuelle Öffnung des Marktes samt Lobbyings von Pröll und Häupl, und ganz gleich, wie man nun zu Glücksspiel und all den damit verbundenen Problemen steht, direkt ein Fortschritt....

  5. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2014 11:04

    "die balkanischen Sitten.."

    Vorsicht, das könnten migrationsafine Gutmenschen gleich in die falsche Kehle bekommen ...

  6. Ausgezeichneter Kommentatorcmh
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2014 09:59

    Wenn es um viel Geld geht und die Vorgänge nicht ganz transparent sind, aber dennoch gejubelt wird, als hätte man etwas geschenkt bekommen:

    dann handelt es sich um eine mafiose Struktur;
    dann ist das eo ipso Unrecht und daher auch unmoralisch verderblich;
    dann wird etwas verdorben und das ist das gedeihliche Zusammenleben;
    dann wird etwas korrumpiert und das ist das Rechtsgefühl jedes einzelnen Bürgers;
    dann ist das ein Fanal, wobei man sich viele Dinge denken kann.

    Und wieder kann man Freund und Feind nicht unterscheiden. Das ist das Schlimmste.

    In solchen Lagen ist es denkunmöglich, die Grundlage des Geschäftes - hier der Novomatic - festzustellen. (Nicht einmal wenn man die Bilanzen selber gefälscht hätte!) Die viele Kohle kann gar nicht von den Negeranten, die man in den Glücksspielbuden sehen kann aufgebracht werden.

    Nur woher stammt das Geld dann?

    Sicher ist nur, dass dieses Geld unrechtmäßig besessen wird.

    Womit wir wieder bei den mafiosen Strukturen sind, von denen also anzunehmen ist, dass sie sich bereits unsere Regierungen gekauft haben.

  7. Ausgezeichneter KommentatorMitwisser
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2014 12:37

    Und wer sitzt im Aufsichtsrat der Novomatic genauso wie im Benko-Konzern?
    Natürlich Genosse Gusenbauer, da läuft das Werkl gleich wie geschmiert.
    Hat schon was für sich, wenn man als Ex-Bundeskanzler Lobbyist wird.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorcmh
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2014 09:59

    Wenn es um viel Geld geht und die Vorgänge nicht ganz transparent sind, aber dennoch gejubelt wird, als hätte man etwas geschenkt bekommen:

    dann handelt es sich um eine mafiose Struktur;
    dann ist das eo ipso Unrecht und daher auch unmoralisch verderblich;
    dann wird etwas verdorben und das ist das gedeihliche Zusammenleben;
    dann wird etwas korrumpiert und das ist das Rechtsgefühl jedes einzelnen Bürgers;
    dann ist das ein Fanal, wobei man sich viele Dinge denken kann.

    Und wieder kann man Freund und Feind nicht unterscheiden. Das ist das Schlimmste.

    In solchen Lagen ist es denkunmöglich, die Grundlage des Geschäftes - hier der Novomatic - festzustellen. (Nicht einmal wenn man die Bilanzen selber gefälscht hätte!) Die viele Kohle kann gar nicht von den Negeranten, die man in den Glücksspielbuden sehen kann aufgebracht werden.

    Nur woher stammt das Geld dann?

    Sicher ist nur, dass dieses Geld unrechtmäßig besessen wird.

    Womit wir wieder bei den mafiosen Strukturen sind, von denen also anzunehmen ist, dass sie sich bereits unsere Regierungen gekauft haben.


alle Kommentare

  1. AppolloniO (kein Partner)
    29. Juni 2014 18:18

    Pröll und Häupl - die einzigen Kaiser von Österreich! Und weit und breit keiner der denen das Handwerk legt.

    Frage: was haben die Leute im Hirn, die noch immer SPöVP wählen (geschätzte 45%)?

    • peter789 (kein Partner)
      30. Juni 2014 12:10

      "was haben die Leute im Hirn, die noch immer SPöVP wählen?"

      Einspruch!
      In OÖ macht die ÖVP einen guten Job.
      Was wiederum für mehr Föderalismus sprechen würde.
      P.S.
      Österreich besteht nicht nur aus Wien/NÖ. (Gott sie Dank)

  2. Mitwisser (kein Partner)
    29. Juni 2014 12:37

    Und wer sitzt im Aufsichtsrat der Novomatic genauso wie im Benko-Konzern?
    Natürlich Genosse Gusenbauer, da läuft das Werkl gleich wie geschmiert.
    Hat schon was für sich, wenn man als Ex-Bundeskanzler Lobbyist wird.

  3. cmh (kein Partner)
    29. Juni 2014 09:59

    Wenn es um viel Geld geht und die Vorgänge nicht ganz transparent sind, aber dennoch gejubelt wird, als hätte man etwas geschenkt bekommen:

    dann handelt es sich um eine mafiose Struktur;
    dann ist das eo ipso Unrecht und daher auch unmoralisch verderblich;
    dann wird etwas verdorben und das ist das gedeihliche Zusammenleben;
    dann wird etwas korrumpiert und das ist das Rechtsgefühl jedes einzelnen Bürgers;
    dann ist das ein Fanal, wobei man sich viele Dinge denken kann.

    Und wieder kann man Freund und Feind nicht unterscheiden. Das ist das Schlimmste.

    In solchen Lagen ist es denkunmöglich, die Grundlage des Geschäftes - hier der Novomatic - festzustellen. (Nicht einmal wenn man die Bilanzen selber gefälscht hätte!) Die viele Kohle kann gar nicht von den Negeranten, die man in den Glücksspielbuden sehen kann aufgebracht werden.

    Nur woher stammt das Geld dann?

    Sicher ist nur, dass dieses Geld unrechtmäßig besessen wird.

    Womit wir wieder bei den mafiosen Strukturen sind, von denen also anzunehmen ist, dass sie sich bereits unsere Regierungen gekauft haben.

  4. Igor Potemkin (kein Partner)
    29. Juni 2014 02:36

    O.T.

    Die Bundesregierung wird mittels Patriot-II-Gesetz riesige Internierungslager bauen müssen, sozusagen innerhalb des Landes gelegene Exile, wahrscheinlich im mittleren und hinteren Westen, wo das Land für die Unterbringung von potenziell 50 Millionen oder mehr Bürgern verfügbar ist, die sich im finanziellen Ruin befinden“. Angesichts der in den letzten zwei bis drei Jahren immer wieder auftauchenden, von Andersbegabten stets als „verschwörungstheoretisch“ belächelten Berichte über die sogenannten „FEMA-Camps“, den Kauf exorbitanter Mengen an Munition und anderer sicherheitstechnischer Ausrüstung durch US-Bundesbehörden, die zur Bekämpfung von Unruhen eingesetzt werden könnte, dürfte diese Prophezeiung Robertsons in einem erschreckend aktuellen Licht von hoher Mulmigkeitslumineszenz stehen.

    Einige weitere kurze Zitate mögen genügen: „Die Inflation wird zweistellig und schließlich dreistellig werden. Die Leute werden ihre US-amerikanischen Dollars in Schubkarren transportieren, wie einst in Deutschland.“ Es werde einen „Gesamtzusammenbruch der öffentlichen Infrastruktur“ geben, außerdem einen „totalen Zusammenbruch der Systeme der medizinischen Versorgung. Alle öffentlichen Altersversorgungspläne und die Sozialversicherung werden kollabieren. Alle korporativen Altersversorgungspläne werden zusammenbrechen“.

    http://ef-magazin.de/2014/06/26/5464-herr-ponzi-sucht-das-unglueck-niemand-haette-es-wissen-koennen

  5. logiker2
  6. oberösi
    28. Juni 2014 15:53

    Ohne eine Präferenz für eine Seite oder für das Glücksspiel insgesamt auszudrücken, soviel doch zur Klarstellung für all jene Guten und Aufrechten, die Übles nur auf Seiten des Privatunternehmens Novomatic sehen: seit Jahrzehnten hat der Staatsfunk ORF in zahllosen herzzerreißenden "Dokumentationen" Spiel- und Alkoholsüchtigen Gelegenheit gegeben, vor laufender Kamera dem Unternehmen Novomatic Schuld an ihrem Unglück zu geben. Bereitwillig des öfteren unterstützt von zahllosen Aktivitäten und Initiativen grüner und anderer selbsternannter Erretter der Menschheit. Als Alternative dazu wurden nicht nur einmal die Casinos Austria dargestellt, bei denen Spielerschutz etc. vorbildlich und verantwortungsvoll praktiziert würden.

    Ohne auch nur ein einziges Mal darauf hinzuweisen, mit 5 % am bis dahin durch Politikerwillkür geschützten Glücksspielmonopol Lotto Toto, Casinos Austria etc. beteiligt zu sein.

    Und ohne auch nur einmal darauf hinzuweisen, daß dieses Lotto-Toto-Monopol der mit Abstand wichtigste Werbekunde dieses Staatsfunks ORF ist.

    Noch einmal in einfachen Worten, damit es auch wirklich ALLE verstehen: Der ORF hat jahrelang, zuletzt nur gestoppt durch einstweilige Verfügungen, angestrengt von Novomatic, mit dem Geld ALLER österreichischen Zwangsgebührenzahler Propaganda gegen den einzigen relevanten privaten Mitbewerber im österreichischen Spielmarkt und damit Propaganda für jenes bis dahin quasi-Monopol betrieben, an dem er selbst mit 5 % beteiligt ist und von dem er einen wesentlichen Teil seiner Werbeeinnahmen lukriert.

    Also, wenn DAS nicht Balkan ist, was dann?

    Dagegen ist die aktuelle Öffnung des Marktes samt Lobbyings von Pröll und Häupl, und ganz gleich, wie man nun zu Glücksspiel und all den damit verbundenen Problemen steht, direkt ein Fortschritt....

  7. Karl
    28. Juni 2014 14:13

    Heute vor 100 Jahren wurde Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este, ein Freund der in Ungarn befindlichen Völker, und ein Feind der diese zum Gutteil unterdrückenden magyarischen Gentry, erschossen. Wir sollten seiner gedenken.

  8. Nestor 1937
    28. Juni 2014 11:15

    Wir haben in Österreich schon seit einigen Jahren

    ==========viel zu viel Glücksspielbetrieb!==============

    Ob das mit dem komentenhaften Aufstieg der NOVOMATIC des Herrn Graf zu tun hat?

    • Yoshinori Sakai
      28. Juni 2014 14:04

      Diese Firma Novomatic ist mir so etwas von durch und durch unsympathisch!!

      Das ist ihr Webauftritt: Die Firma Novomatic wurde reich auf den Trümmern von Existenzen, auf zerstörten Existenzen, zerstörten, spielsüchtigen, kaputten Seelen, zerstörten Familien:

      http://www.novomatic.com/de/ - eine Tragödie wie Novomatic die Zerstörung von unzähligen Existenzen zu verantworten hat.

      Dostojewski war selber spielsüchtig, aber es wurde ihm geholfen, er hatte Glück, er schrieb "Der Spieler":

      http://www.amazon.de/Der-Spieler-Fjodor-Michailowitsch-Dostojewski/dp/3938484497

      Im die Tragödie der Spieler weiter auszuleuchte ist auch dieser Film: "Die Spielerin" (Hannelore Elsner). Dieser Film bringt die Tragik einer Spielerin ziemlich gut rüber:

      http://www.dieterwunderlich.de/Riedlsperger_spielerin.htm

    • oberösi
      28. Juni 2014 15:45

      Ohne eine Präferenz für eine Seite oder für das Glücksspiel insgesamt auszudrücken, soviel doch zur Klarstellung für all jene Guten und Aufrechten, die Übles nur auf Seiten des Privatunternehmens Novomatic sehen: seit Jahrzehnten hat der Staatsfunk ORF in zahllosen herzzerreißenden "Dokumentationen" Spiel- und Alkoholsüchtigen Gelegenheit gegeben, vor laufender Kamera dem Unternehmen Novomatic Schuld an ihrem Unglück zu geben. Bereitwillig des öfteren unterstützt von zahllosen Aktivitäten und Initiativen grüner und anderer selbsternannter Erretter der Menschheit. Als Alternative dazu wurden nicht nur einmal die Casinos Austria dargestellt, bei denen Spielerschutz etc. vorbildlich und verantwortungsvoll praktiziert würden.

      Ohne auch nur ein einziges Mal darauf hinzuweisen, mit 5 % am bis dahin durch Politikerwillkür geschützten Glücksspielmonopol Lotto Toto, Casinos Austria etc. beteiligt zu sein.

      Und ohne auch nur einmal darauf hinzuweisen, daß dieses Lotto-Toto-Monopol der mit Abstand wichtigste Werbekunde dieses Staatsfunks ORF ist.

      Noch einmal in einfachen Worten, damit es auch wirklich ALLE verstehen: Der ORF hat jahrelang, zuletzt nur gestoppt durch einstweilige Verfügungen, angestrengt von Novomatic, mit dem Geld ALLER österreichischen Zwangsgebührenzahler Propaganda gegen den einzigen relevanten privaten Mitbewerber im österreichischen Spielmarkt und damit Propaganda für jenes bis dahin quasi-Monopol betrieben, an dem er selbst mit 5 % beteiligt ist und von dem er einen wesentlichen Teil seiner Werbeeinnahmen lukriert.

      Also, wenn DAS nicht Balkan ist, was dann?

      Dagegen ist die aktuelle Öffnung des Marktes samt Lobbyings von Pröll und Häupl, und ganz gleich, wie man nun zu Glücksspiel und all den damit verbundenen Problemen steht, direkt ein Fortschritt....

    • Torres (kein Partner)
      29. Juni 2014 10:20

      Wieso? Es kommt - wie überall in der Wirtschaft - auf die Nachfrage an; wenn es genügend davon gibt, gibt es auch ein entsprechendes Angebot. Niemand betreibt ein Kasino, wenn es zu wenig Kundschaft (in- oder ausländisch) gibt. In einem freien Land darf jeder sein Geld ausgeben (oder auch zum Fenster hinauswerfen), wofür er will.

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2014 18:07

      Was macht Sie denn so sicher, dass Novomatic nur mit Glücksspiel Kohle macht?

      Möglicherweise sind die Nebengschäfterln nicht ganz so neoliberalt. Jedenfalls trägt Glücksspiel zum Verfall der Sitten bei, und das kann doch sozial nicht immer wünschenswert sein.

    • kakadu
      29. Juni 2014 18:47

      @Yoshinori Saka

      Velen Dank für den Hinweis = ein großartiger Film mit einer ebensolchen Hauptdarstellerin, sehr empfehlenswert.

    • oberösi
      29. Juni 2014 20:17

      @cmh

      Woher weiß ich, wie Sie Ihre Kohle machen? Möglicherweise gar als Nettostaatsprofiteur? Am besten Sie gehen mit gutem Beispiel voran und veröffentlichen hier Ihre Steuererklärung.

      Gemach, gemach, mich interessiert nicht im geringsten, womit Sie oder irgendwer sonst sein Geld macht. Aber ich habe ein Problem mit einem sogenannten demokratisch-sozialen System, das jedem, der noch blöd genug ist, Leistung zu erbringen, das Fell über die Ohren zieht. Und zunehmend penetranter an den Neidreflex des Stimmviehs appelliert, im Namen der "Gerechtigkeit" (siehe aktuell Trend-Artikel auf ORF.at über die bösen Superreichen, die schon wieder reicher geworden sind).

    • Nestor 1937
      29. Juni 2014 21:44

      Vielleicht kann sich noch wer erinnern, als ein ziemlich einflußreicher ÖVP-Abgeordneter aus dem Waldviertel in den Einflußbereich der üblen Geschäftspraktiken der damals neuen Glücksspielritter geriet und nur mit Mühe seine Reputation bewahren konnte .....

      Oder vielleicht fällt es jemandem hier auf, daß seit etwa einem Jahr ein Wettkonzern aus England mit einem schönen kurzen Namen im Fernsehen unwahrscheinlich aufwendig Reklame macht.....

      All das bestärkt mich in der Meinung, daß wir seit ein paar Jahren in Österreich zu viel Glücksspielbetrieb und zu viel Glückspielbetriebe haben.
      -

  9. Politicus1
    28. Juni 2014 11:04

    "die balkanischen Sitten.."

    Vorsicht, das könnten migrationsafine Gutmenschen gleich in die falsche Kehle bekommen ...

  10. schreyvogel
    28. Juni 2014 10:59

    Dass bei Projekten dieser Größenordung massiv geschoben wird, ist ein unveränderliches Naturprinzip, damit müssen wir uns abfinden.

    Dass aber ein Konzern wie Novomatic derartig viel Geld scheffeln kann, ist ethisch bedenklich, weil es auf mitleidsloser Ausnützung einer Krankheit, der Spielsucht, beruht.

    • Torres (kein Partner)
      29. Juni 2014 10:28

      Krankheit? Genausogut könnte man etwa Billa, Spar und jedem Gasthaus vorwerfen, es nütze die krankhafte Alkoholsucht aus, weil dort auch Schnaps und Wodka angeboten wird. Oder jedes andere Geschäft, weil es die krankhafte Kaufsucht mancher Kundinnen ausnützt. Jeder ist für seine Taten (und Süchte) ganz allein verantwortlich; jedenfalls wenn er erwachsen und nicht besachwaltet ist. Novomatic tut im Prinzip nichts anderes: es bietet das an, wofür es ausreichend Nachfrage gibt.

  11. Gerhard Pascher
    28. Juni 2014 08:16

    Völlig richtig, Herr Dr. Unterberger.
    ° Der Finanzminister ist an zusätzlicher Geldabschöpfung durch moralisch bedenkliche Glückspiele sehr interessiert, denn der wirkliche Gewinner ist immer der Staat. So werden beim Toto 50% der Einnahmen gar nicht mehr ausgesschüttet.
    ° Der Expertenbeirat bei der Lizenzvergabe war für die Katz', denn den Ausschlag gaben die besseren Lobbyisten.
    ° Im Casionogeschäft geht es dubios wie in der Prostitution zu.
    ° Die wahren Sager in unserem Land sind die Landeshauptleute (in diesem Fall Pröll und Häupel), die Bundesregierung (bes. Faymann und Spindelegger) sind nur die Hampelmänner der Landesfürsten.
    Aber:
    ° Der Balkan beginnt nicht am Rennweg oder in der Himmelpfortgasse, sondern viel weiter westlich (vielleicht schon im EU-Brüssel?).

    PS: Ich gewinne jede Woche bei Lotto, Toto, Brieflos usw., indem ich den vorgesehenen Betrag nicht einzahle. Die Gewinnquote beträgt zwar nur "one for one" (or British: 2/2 = even money), aber diese ist immer sicher. Egal ob Brutto- oder Nettoquote, ich habe mein Geld wieder.

    • Nestor 1937
      28. Juni 2014 11:18

      Herr Pascher, ich vermute, daß der wirkliche Gewinner nicht der Staat ist,
      also wir alle, sondern

      die NOVOMATIC des Herrn Graf !

    • oberösi
      29. Juni 2014 13:30

      @nestor 1937

      so krude kanns gar nicht sein, wenns nur lange genug von ORF, Grünensozialisten und sonstigen Guten getrommelt wird: Spielsucht ist KEINE Erfindung des Herrn Graf, wie immer man zur Person stehen mag. Ich kenne weder ihn noch das Unternehmen.
      Interessant allemal, daß der gelernte österreichische Untertan sofort geneigt ist, "kritisch" aufzuschreien, wenn eine Privatperson, ein Privatunternehmen erfolgreich ist.

      Wenn der Staat und seine durch und durch korrupte politische Funktionselite jeder Couleur dasselbe seit Jahrzehnten via Toto, Lotto, 6 aus 45, Casinos Austria monopolartig betreibt und jeden privaten Mitbewerb mit mehr oder weniger legalen Mitteln unterbindet, so wird dies hingegen fatalistisch hingenommen.

      Ob das eventuell neben einer gehörigen Portion Untertanenmentalität mit dem ausgeprägtesten der österreichischen Reflexe, dem Neid zu tun hat?

  12. mischu
    28. Juni 2014 02:20

    "Entscheidungskriterien bleiben geheim"

    Das sagt wohl alles über die Lizenzvergaben des BMF an die neuen Casinobetreiber und das "gemeine Stimmvieh" wird wieder einmal für dumm verkauft.

    Ad P.S.: Zeichnet sich da ein weiterer Erfolg des Tagebuchautors ab, mit seiner hartnäckigen Kritik an dem Hochhausprojekt neben dem Konzerthaus? Gratuliere!

    http://wien.orf.at/news/stories/2654688/

    Zumindest scheinen die Dinge in Bewegung zu geraten und es wäre dem Wiener Stadtbild von ganzem Herzen zu wünschen, wenn da endlich Vernunft einkehrte.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung