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Clark, Putin und der Besuch in Wien

Es war zufällig am gleichen Tag wie die Ankündigung, dass Russlands Präsident Putin nach Österreich kommen werde. Als erster bilateraler Staatsbesuch nach seiner Invasion! Da las ich in Christopher Clarks „Die Schlafwandler“ die folgenden Zeilen (Übrigens: So empfehlenswert auch die Bücher von Rauchensteiner, Jelinek und Illies über die Jahre 1913ff sind, so ist doch das Buch des Briten am wichtigsten).

Bei Clark liest man: Die Stippvisite des serbischen Regierungschefs Pašics im Oktober 1913 „in Wien trug keineswegs zur Verbesserung der Lage bei. Entwaffnet von der freundlichen und leutseligen Art des serbischen Regierungschefs, verpasste der österreichische Außenminister Berchtold die Gelegenheit, den Ernst der Lage aus österreichischer Sicht darzulegen. Pašic versicherte Vertretern der Presse in Wien, dass er „eine positive Perspektive für die künftigen Beziehungen zwischen Serbien und der Doppelmonarchie“ gewonnen habe, aber er sprach beunruhigenderweise auch über die Notwendigkeit von „Grenzveränderungen“ an der albanischen Grenze.“

So weit Clark. Nach wenigen Monaten ist dann der Weltkrieg mit seinen Millionen Opfern ausgebrochen. Auslösend war eindeutig (auch oder alleine - je nach Sichtweise) jener Expansionismus, den der österreichische Außenminister zu wenig klar ansprach.

Man muss nur wenige Namen ändern. Man muss nur aus Serbien Russland machen. Und schon hat man genau die Situation fast exakt 100 Jahre später. (Dass übrigens damals wie heute Serben und Russen fast deckungsgleich agieren, macht diese kleinen Änderungen ja besonders naheliegend; ebenso tut das der Umstand, dass auch schon damals die Grenze zwischen Serbien und albanischen Gebieten ein zentrales Thema war; ebenso die oberflächlich freundlich wirkende Art des Russen; ebenso der Vergleich zwischen der Doppelmonarchie und dem heutigen Europa).

Es ist eine der vielen Entwicklungen vor Ausbruch des großen Krieges, die zwar fast alle vergessen sind, die aber in der nüchternen Aufarbeitung durch einen Historiker sowohl einzeln wie auch in der Summe sehr besorgt machen. Jedes Mal ging es um Grenzänderungen mit militärischen Mitteln. Auf der Krim, auf dem Balkan, oder auch 1938 in Mitteleuropa.

Vor beiden Weltkriegen hat man geglaubt, durch Nachgeben gegenüber einem mit militärischer Gewalt agierenden Aggressor den Frieden zu sichern. Auch wenn – zum Glück – die historische Analogie keine zwingende ist, so ist es doch Faktum, dass die zwei verheerendsten Kriege der Geschichte jeweils Nachgeben gegenüber militärischen Grenzveränderern im Vorlauf hatten. Bei allem Bekenntnis zum friedlichen Selbstbestimmungsrecht, das an dieser Stelle immer wieder geradezu flammend zum Ausdruck gebracht worden ist, kann Selbstbestimmung niemals eine Rechtfertigung sein, gegenüber Aggressoren nachzugeben.

Genausowenig können militärische Aggressionen durch historische Rückgriffe legitim erscheinen. Gleichgültig, ob die auf des 14. Jahrhundert (serbische Schlacht im Amselfeld) oder die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts (Chruschtschows Grenzänderungen in der Ukraine) erfolgen. Vom Nahostkonflikt, wo Christen, Moslems und Juden oft historisch und Jahrtausende zurückgreifend argumentieren, ganz zu schweigen.

Wenn die Menschheit irgendeinen Fortschritt erzielt haben will, dann jenen, dass Grenzänderungen im 21. Jahrhundert nur noch nach einer sauberen demokratischen Volksabstimmung erfolgen dürfen. Zumindest in Europa. Und dass sie niemals durch Soldaten erfolgen dürfen. Militärische Grenzänderungen müssen verpönt bleiben, wenn Europa wirklich auf Dauer Frieden will.

Anerkannt sei, dass sich Bundespräsident und Außenminister wenigstens schrittweise nun doch diesem obersten Grundsatz annähern. Das lächerliche „Die Ukraine soll neutral werden und die Menschen im Osten und Süden wollen eh sicher alle heim ins Reich“ ist wieder aus dem Sprachschatz der österreichischen Politik verschwunden. Deutschlands Bundeskanzlerin, aber auch Großbritannien und etliche andere Länder haben da freilich von Anfang an viel richtigere Formulierungen gefunden.

Und noch weniger können Grenzänderungen durch ökonomische Interessen gerechtfertigt werden. Oder ignoriert. Gewiss erleiden manche Firmen in ihrem Russland-Geschäft Einbußen. Ihnen und ihren Interessenvertretungen war die russische Invention in der Süd- und Ostukraine weniger wichtig. Jedoch vergessen sie eines: Nach den Kriegen des vergangenen Jahrhunderts war auch in der Wirtschaft viel mehr kaputt als bloß die Exporte in ein bestimmtes Land. Oder die Investitionen, die man dort geplant hat.

Im konkreten Fall kommt ein zweiter Aspekt hinzu: Die (meist gegen den Widerstands des grundsatzlosen Österreichs) beschlossenen Sanktionen zeigen in Russland eindeutig massive Wirkung. Es kann überhaupt kein Zweifel sein: Es sind einzig diese Sanktionen, die heute zu einer viel stärkeren Zurückhaltung Moskaus, vielleicht sogar zu einem Kurswechsel führen.

Die russische Wirtschaft ist zum Unterschied von Polen, Tschechien, der Slowakei und dem Baltikum auch ein rundes Vierteljahrhundert nach der Wende nach wie vor extrem schlecht diversifiziert. Russland würde ökonomisch kollabieren, wenn es sein Gas nicht exportieren könnte. Das weiß Putin. Er kennt die dramatischen Zahlen der russischen Notenbank und anderer Quellen. Österreichs Handelsdelegierte offenbar weniger.

Das heißt nun nicht, dass Fischer&Co. nicht mit dem russischen Machthaber reden sollen. Das heißt aber, dass sie diesem nicht einmal zwischen den Zeilen entgegenkommen dürfen – bei aller Sympathie des Linksaußens Fischer und des außenpolitischen Greenhorns Kurz gegenüber dem Russen. Wobei den Außenminister seine große Intelligenz und Lernfähigkeit hoffentlich zunehmend unabhängig von schlechten Beratern machen. Bei Fischer hingegen sind seine zutiefst antiwestlichen Gene wohl nicht mehr kurierbar.

Beiden jedenfalls ist ein tieferes Studium der Zeitgeschichte dringend zu empfehlen. Auch wenn diese an den österreichischen Universitäten nicht mehr gekannt wird.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    18x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Juni 2014 07:15

    Sollte man andererseits Putin nicht danken, dass er den westlichen und katarischen Kriegstreibern in Syrien die Stirn geboten hat und damit bisher verhindert hat, dass ein weiteres Land den Islamisten in die Hände gefallen ist?

  2. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Juni 2014 06:48

    Das seit Jahrhunderten funktionierende Weltordnungsprinzip ist ganz simpel:

    Expansionismus ist den Angelsachsen vorbehalten.
    Authorisierung von Grenzsetzungen ist den Angelsachsen vorbehalten.

    Befolgt man dies, ist man befriedet.
    Befolgt man es nicht, gibt es Krieg.

  3. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Juni 2014 15:32

    Manchen Kommentaren (wie @Kritik48) entnehme ich, daß die offenbar von Zeitgenossen
    kommen, die gerne schwarz/weiß malen:
    USA gut, weil "Befreier Europas"
    Rußland böse, weil Diktatur

    Betrachtet man aber einige Fakten näher, dann verfließt der Kontrast von schwarz/weiß,
    von gut/böse bis zur Unkenntlichkeit ineinander.

    Angefangen von der Motivation der USA für den Kriegs-Eintritt gegen Hitler-Deutschland,
    was dem massiven Drängen einiger potenter Investoren aus der damaligen Hochfinanz
    geschuldet war. Hätte Amerika nicht eingegriffen, wären diese Spekulationen nicht
    aufgegangen - die Kriegs-Gewinnler hätten durch's Ofen-Rohr ins Gebirge geschaut,
    weil dann die Besetzung Europas für Stalin zum Spaziergang geworden wäre.


    Es waren pure wirtschaftliche Interessen, die zum Kriegs-Eintritt der USA geführt
    hatten. Das gilt auch für die Unterstützung zum Wiederaufbau, denn ohne Europa als
    Absatzmarkt hätten die USA einpacken können ! ! !


    Der Unterschied von Staaten, in denen die Leute alles sagen dürfen, weil die
    Regierung weiß, daß es nichts ändern wird, zu anderen Staaten, wo die Regierung
    sehr nervös auf die kleinste Demo reagiert, weil sie weiß, daß allzu oft
    Gruppierungen auf den Plan treten, die von ausländischen Diensten finanziert und
    trainiert werden, dieser Unterschied beschränkt sich weitgehend darauf, auf
    welcher der beiden Seiten sich so ein Staat wiederfindet !
    Man bedenke nur, wie rasch es in der Vorzeige-Demokratie USA zum Patriot-Akt
    kam


    Dasselbe Verfließen von Gut/Böse bleibt einem auch nicht erspart, wenn man genauer
    auf die Krim schaut. Ob urkainisch oder nicht, die Krim war seit langer Zeit ein
    militärischer Brückenkopf Rußlands. Und der Versuch der USA, die Russen von dort
    weg zu bekommen (vorerst nur durch das Vorgehen der ukrainischen Regierung), birgt
    dieselbe Gefahr ins sich, die damals durch das Errichten der US-Airbase Incirlik
    zur Kuba-Krise und zum beinahe Weltkrieg führte ! ! !


    Auch hier Kein Hauch von "Befreier-Interessen" - nur mediale Nebel-Granaten - denn
    hier kommen zu den beinharten wirtschaftlichen Interessen der USA auch noch die
    geostrategischen Interessen einer ganzen Reihe anderer mächtiger Staaten hinzu.

    Glaubt den jemand allen Ernstes, es wäre für Europa besser, wenn dann die USA auf
    der Krim ihre Air-Base einrichten ???

    Wieviele Staaten würden dann wohl Ihre Atom-Raketen neu ausrichten ?


    .

  4. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Juni 2014 11:02

    Putin hat nun einmal Fakten geschaffen, wohl wissend, daß Europa und die USA lediglich "stumpfe Waffen" gegen ihn einsetzen werden und da können sie noch so viele Sanktionen verhängen (die härteren würden sie ja doch selbst treffen), er wird die Krim niemals mehr an die Ukraine zurückgeben.
    Geschickt verhandelt und mit sehr, sehr viel finanzieller Unterstützung kann der Westen versuchen, wenigstens den Rest des Landes geeint zu erhalten. Das wäre schon ein Erfolg, ohne daß man davon träumt die Ukraine als EU-Mitglied aufzunehmen - das wäre ein wirtschaftlicher Alptraum und ein unverzeihlicher Fehler.

  5. Ausgezeichneter KommentatorDr. Otto Ludwig Ortner
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Juni 2014 10:20

    Ceterum censeo (Cato)! Nur die Überwindung der Kirchenspaltung zwischen Katholiken und Orthodoxen, die mit dem gegenseitigen Bannfluch in der byzantinischen Kathedrale "Hagia Sophia" - dzt. Museum - 1o54A.D. ihren Anfang nahm, kann den Dritten Weltkrieg und damit den Untergang der Menschheit - jedenfalls der zivilisierten - verhindern. Diesbezüglich verweise auf meinen Gastkommentar vom 17.Mai 2014, 17:35h zu diesem Tagebuch "die Ukraine Krise und die EU" von Andreas Unterberger, beinhaltend meine Einsendung an Frau Ingrid Thurnher zu ihrer Sendung "IM ZENTRUM" vom 4. Mai 2014. Wiederholt wies ich darauf hin, daß Österreich zu diesem Friedenswerk besonders berufen sei.
    A.E.I.O.U. = Österreich wird der letzte zivilisierte Staat der Erden sein. Und nur die besondere Protektion Rußlands hat Österreich ohne Kriegsschuld (Staatsvertrag vom Belvedere 1955) restauriert und gegen die zweifache kriegsverbrechrische Aggression ("Watchlist" und "Sanktionen")der U.S.A. + Büttel= N.A.T.O. erfolgreich verteidigt. GOTT SCHÜTZE ÖSTERREICH! Ein österreichischer Patriot, der seinem Sohn und seinen Neffen das Schicksal ihrer Vorgeborenen in Stalingrad ersparen will.

  6. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Juni 2014 10:44

    Der EU-Boykott gegen Putin hat - für Russland positiv - zumindest dafür gesorgt,
    daß Putin über seinen Schatten gesprungen ist und sich auf den GAS-Deal mit China
    eingelassen hat .

    Was immer der Westen gegen ein erfolgreiches Gelingen dieser Venture unternehmen
    wird, es wird Russland und China noch enger aneinander führen. Wird aber nichts
    dagegen unternommen, bedeutet das für Europa noch weiter abgehängt zu werden !

    .

  7. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    6x Ausgezeichneter Kommentar

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorKnut
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juni 2014 09:47

    Hääää?

    Nach seiner Invasion? Wo denn? Was für eine Invasion?

    Die einzigen "Invasionen" in letzter Zeit fanden durch die Nato und die USA statt. Wie kann man nur so blind sein und dieser pro-westlichen Propaganda aufsitzen?


alle Kommentare

  1. Zohaib (kein Partner)
  2. Riadh (kein Partner)
    19. Januar 2015 12:20

    What a plsaruee to meet someone who thinks so clearly

  3. Gasthörer (kein Partner)
    10. Juni 2014 18:06

    Ich mache mir Sorgen um meinen Blog. Wenn der Betreiberr weiterhin solche kontrafaktische Ami-Propaganda auf "Standard"-Niveau schreibt, macht er am End' noch meinen Lieblingsblog kaputt.

  4. cmh (kein Partner)
    10. Juni 2014 15:47

    Löblich, löblich das Buch von Clarke zu lesen.

    Nur ist heute ein Krieg schon deswegen nicht möglich, weil unsere autochthone Bevölkerung völlig verfettet ist und jeden nur im Soldatenheim zu überstehen vermag.

    Oswald Spengler hat für diesen Zustand eines Volkes den Begriff der Fellachisierung (ebenfalls) bereits vor 100 Jahren geprägt.

    NB: Nur damit der Ernst unserer Lage klar ist mache man das folgende Gedankenexperiment:

    Bei einem kleinen Verkehrsunfall mit nur Blechschaden werden einem vom Mercedeslenker (mit den vielen PEckerln) eine Watschen angetragen. Angenommen es gelingt einem nicht nur den Droher, sondern auch seine Begleiter zu vermöbeln (was zugegebenermaßen allerhöchst unwahrscheinlich ist). Würde der Österreicher mit einem Verdienstzeichen oder doch eher mit einer Strafe von der Richterin bedacht werden?

    Kürzer: Es hilft einem niemand, alle (hier könnten ein paar Nicks von hier eingesetzt werden) fragen einen danach nur, ob denn blöde wäre.

  5. LePenseur (kein Partner)
    10. Juni 2014 10:39

    Cher Dr. Unterberger,

    Man muss nur wenige Namen ändern. Man muss nur aus Serbien Russland machen. Und schon hat man genau die Situation fast exakt 100 Jahre später.

    Man muß allerdings auch noch einen Thronfolger durch eine Terrorbande erschießen lassen, was also, damit Ihr historiascher vergleich stimmig wird, darauf hinausliefe, daß Putin den auftrag erteilt, Vizepräsident Biden umzulegen.

    Net bös sein, verehrter Herr Dr. Unterberger: ich halte diese Parallelsetzung 2014=1914 für reichlich unsinnig! Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!

    Daß es Parallelen gibt, ist unstrittig. Und daß es uns, mit ein bisserl Blögheit durchaus "gelingen" mag, wieder in einen Weltkrieg zu stolpern, liegt leider im Bereich des Möglichen, ja, noch "leiderer", sogar Wahrscheinlichen. Aber es ist mit Sicherheit nicht ein Putin, der diesen Krieg wünscht, oder gar anzettelt! Rußland ist nämlich, um schon bei dem Vergleich zu bleiben, eher in der Situation des rundum zunehmend eingekreisten Zweibunges Deutschland-Österreich, den es aus Sicht der Entente einfach zu zerschlagen galt.

    Der Unterschied zu 1914 ist allerdings, daß Rußland Atomwaffen hat (und zwar noch immer genügend viele und hinreichend technisch raffiniert, um damit jeden Gegner, inkl. USA, in eine Atomwüste zu verwandeln). Das gibt einerseits die Hoffnung, daß nicht einmal durchgeknallte Neocons aus US-"Thinktanks" auf die Idee kommen, mit Rußland ernstlich einen Krieg anzuzetteln. Andererseits, wenn trotzdem die sicherung durchbrennt, sieht's dafür besonders düster — oder strahlend ;-) — aus ...

  6. Erich Bauer
    10. Juni 2014 09:10

    Man muss nur wenige Namen ändern. Man muss nur aus Serbien die Ukraine machen... und aus k.u.k. Österreich die heutige EUSA... Und das 1914 kriegs-zweckdienliche UNANNEHMBARE Ultimatum an Serbien, 2014 desgleichen mit einem unannehmbaren KRIM-ULTIMATUM zu schaffen...

    Die Julikrise am Vorabend des 1.WK.

    Am 14. Juli konnten sich die k.u.k. Minister mit Tisza darauf verständigen, Serbien nach einem geplanten französischen Staatsbesuch in Russland ein auf 48 Stunden befristetes ULTIMATUM zu stellen, dessen Forderungen so scharf sein sollten, "dass mit der Wahrscheinlichkeit einer kriegerischen Auseinandersetzung gerechnet werden muss." Der deutsche Verbündete wurde darüber informiert und drängte, dass das Ultimatum unannehmbar sein müsse. Auch Berchtold hatte bereits am 7. Juli 1914 den k.u.k. Gesandten in Belgrad Wladimir Giesl instruiert: "Wie immer die Serben reagieren – Sie müssen die Beziehungen abbrechen und abreisen; es MUSS zum Krieg kommen".

    Da soll noch einer behaupten, dass "Großmächte" nix aus der Geschichte lernen, wenn sie wieder "Kleinmächte" werden wollen.

  7. Tullius Augustus
    09. Juni 2014 10:45

    In Südossetien - eine Region die völkerrechtlich zu Georgien gehört - hat Russland gerade eben wieder einen Coup gelandet:

    Schließt sich Südossetien nach Krim-Vorbild an Russland an? Möglich wäre es.

    Da sollte der Westen diesmal aber schon ein Ohrwaschel rühren und sich auf die Seite Georgiens stellen, wenn er es schon anno 2008 (zur Zeit der Militäraktion) versäumte. Dieser Besuch von Putin in Wien ist mehr als heikel: Jedenfalls sollte das Thema Südossetion von Außenminister Kurz und Bundespräsident Fischer angesprochen werden:

    Prorussische Partei siegt in Südossetien

    Georgien kritisiert Abstimmung in seiner abtrünnigen Provinz als illegal. Der Wahlsieger "Geeintes Ossetien" setzt sich offen für Russland-Anschluss ein.


    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3818294/Prorussische-Partei-siegt-in-Sudossetien?_vl_backlink=/home/index.do

  8. Der Notar (kein Partner)
    08. Juni 2014 22:41

    Nun es sind die SCHLAFWANDLER hoch in Kurs, aber noch viel besser, klarer und bis zur Schmerzhaftigkeit realistisch geschrieben ist das Buch DER WEG NACH VERSAILLES (Jörg Friedrich). Hier wird Klartext geschrieben. Und obwohl geschichtlich bewandert, und von Rauchensteiner bis Clark an bestimmte Niveaus gewöhnt, sprengt dieses Buch die Konventionen. Ich ersuche jedoch dann von ORF Sendungen und Spielfilmen (wie hieß doch dieses Machwerk eines serbischen Schriftstellers gleich?) Abstand zu nehmen. Es könnte Wut auslösen.

    • Caietan (kein Partner)
      09. Juni 2014 12:34

      Was genau fanden Sie an dem Buch außer den, nun ja, sagen wir einmal "knackigen" Formulierungen (die in einem populärwissenschaftlichen Werk gerade noch so durchgehen) so konventionssprengend?

      Ich habe von der Lektüre mitgenommen, dass Deutschland nicht die Alleinschuld am Krieg trifft (no na), der Kaiser friedlich war (ein guter Lacher ist auch einmal was wert), die Deutschen sich in Belgien aufgeführt haben "wie Sau", das aber ganz OK ist, weil die Engländer in den Burenkriegen auch nicht netter waren, Deutschland den Krieg gewinnen können hätte (na dann...) und die Vororte-Verträge völlig überzogen waren (wieder no na).

      Was ist mir entgangen?

  9. BHBlog (kein Partner)
    08. Juni 2014 20:43

    Sie haben ja recht Herr Doktor Unterberger
    Aber trotzdem ist es die EU welche die Gasepipeline Southstream in Bulgarien verhindert:

    http://de.ria.ru/politics/20140608/268712314.html

    Denken sie nur 1sekunde nach!
    Wieso sollte Vladimir Putin eine Gaspipeline am balkan (Southstream) richtung Österreich bauen und sie selbst torpedieren!?

    Wie Sie wissen gehören zum Krieg 2 Seiten.

    1914
    Österreich-Ungarn und die Serben.
    Momentan 2014
    Konflikt Ukraine/Russland wegen Ukraine die zur EU geht.
    1878 schenkte sich Österreich selbst Bosnien und Herzegowina. Die Hauptstadt Bosniens ist Sarajevo .Ohne die Annexion wäre Franz Ferdinand am leben. Die Vorgeschichte kann man nicht ausblenden! Übrigens wenn wir kein Gas haben erleben wir den dritten WK nicht mehr .Die USA hat der EU untersagt dass Southstream gebaut wird .Aber die USA hat genug Rohstoffe WIR NICHT!!!
    Also erkennen sie endlich das motschkern oder bashing gegen Russland null der Wirtschaft hilft(gerade die Ratingagenturen sind situationselastismus made in USA ,ein staat mit 17,3 billionen dollar schulden!)

  10. panzerechse (kein Partner)
    08. Juni 2014 19:41

    pflichtschuldigst!

    Wie kann man nur an die 9/11-Inside-Job-Massenmörder zweifeln???

  11. Generalfeldmarschall (kein Partner)
    08. Juni 2014 18:51

    "Vor beiden Weltkriegen hat man geglaubt, durch Nachgeben gegenüber einem mit militärischer Gewalt agierenden Aggressor den Frieden zu sichern."

    Unterberger hat recht! Russland sollte nicht mehr nachgeben!
    Tod der Ukraine!
    Tod der EU!

  12. socrates
    08. Juni 2014 13:12

    Die Friedensbemühungen der USA:
    An allen Fronten
    Wolfgang Pomrehn 08.06.2014 http://www.heise.de/tp/artikel/41/41953/1.html
    Die USA setzen auch in Ostasien auf verstärkte Konfrontation
    Eine kleine Meldung ließ dieser Tage aufhorchen: "Russischer Pilot provoziert mit Flugmanöver", titelte der Schweizer Blick am Abend. "Russischer Kampfjet bedrängt US-Aufklärer", heißt es bei der österreichischen Kronen Zeitung. Solche Vorfälle würden sich seit Beginn der Ukraine-Krise häufen, erfährt der Leser zudem.
    Da kann man mal sehen, die bösen Russen wieder. Doch halt, wo hat sich der Vorfall abgespielt? Über dem Pazifik, wie der Blick am Abend in seiner Kopfzeile behauptet? Nicht ganz. Über dem Ochotskischen Meer. Das liegt zwischen der Halbinsel Kamtschatka, den Kurilen, dem asiatischen Festland und der Insel Sachalin. Alles russisches Territorium.
    Nur ganz im Süden grenzt Japans nördlichste Hauptinsel, Hokkaido, an das Meer. Erst im März hatte die UN-Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels Russland auch den letzten, in dessen Zentrum gelegenen Rest des Randmeeres als sogenannte Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) zugesprochen. Das Gewässer ist also fast so etwas wie ein russisches Binnenmeer. Fast.
    Besagte Kommission arbeitet auf der Grundlage der UN-Seerechtskonvention, die unter anderem regelt, wie Streitigkeiten über den Verlauf von Seegrenzen zu regeln sind. Allerdings gehört die USA neben Venezuela, der Türkei und einigen weiteren Staaten, die meist keine Küsten haben, zu den wenigen Ländern, die das 1982 unterzeichnete Abkommen und seine diversen Schlichtungsmechanismen nicht anerkennen.
    Der Verdacht ist also nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der US-Aufklärer Moskau mal eben demonstrieren sollte, was man in Washington von der Entscheidung der UN-Kommission hält. Nebenbei gewährt die Angelegenheit auch einen kleinen Einblick in die tendenziöse Berichterstattung vieler westeuropäischer Medien. Die gewählten Überschriften sind von der Art wie "US-amerikanischer Pilot provoziert russisches Militärflugzeug vor der Küste Floridas", nur dass in einem solchen Falle der Leser natürlich sogleich die Unhaltbarkeit der Aussage erkannt hätte.

  13. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    08. Juni 2014 11:17

    Bei Clark lese ich nichts von Sanktionen und anderem Oberlehrer-Gehabe. Stattdessen kommen (unter anderem) zwei Faktoren heraus:

    Einerseits waren den Serben die Fanatiker entglitten, was sich nie ändert. Die radikalisieren und vermehren sich und bedrohen später auch diejenigen, denen sie anfangs Unterstützung boten. Sie geraten letztlich ausser Kontrolle.

    Andererseits sieht man in Clarks Beschreibungen die Komplexität der Staatengebilde, deren die überkommenen Könige nicht mehr Herr wurden. Allerdings machte die französische Republik dahingehend auch kein gutes Bild. Heute ist die Komplexität um ein Vielfaches gewuchert, was offenbar auch keinem auffällt.

    Nichts Neues unter der Sonne. Ob ich einen Herrscher "bestrafe", indem ich wie früher sein Land verwüste oder wie heute Sanktionen erlasse, es trifft immer die da unten.

    Moralismus ist schön, er lebt ewig.

  14. Torres (kein Partner)
    08. Juni 2014 10:50

    Der Vergleich mit Österreich und Serbien vor dem 1. Weltkrieg ist ja völlig absurd. Österreich war damals eine Großmacht, grenzte direkt an Serbien und erklärte Serbien dann auch den Krieg. Den Unterschied zum heutigee Österreich bzw. Russland muss man wohl keinem geistig ganz normalen Menschen erklären.

  15. Tik Tak (kein Partner)
    08. Juni 2014 10:06

    " ... Als erster bilateraler Staatsbesuch nach seiner Invasion! ..."

    Der Unterberger hat wohl wieder eine Marschorder von seinem US amerikanischen Führungsoffizier bekommen.
    Vermutlich war für den Unterberger der Vietnam Krieg auch nur eine Art Befreiungstherapie der Vietnamesen.

    Oder versucht er hier mit seinen Fremdwörterkenntnissen zu "imprägnieren".

    Offenbar kennt er die Bedeutung des Wortes "Invasion" nicht.

    Google, Wikipedia oder einfach nur ein Wörterbuch würden ihm hier weiterhelfen.
    Aber mit Bildung hat er es ja nicht so wenn er seine US Propaganda betreibt.

    Hoffentlich so eine Propagandaschaltung wenigstens gut bezahlt, sonst wäre es ja nur peinlich.
    Wo ist denn nun der Unterschied zwischen der Propaganda vom Unterberger und den Geschichtsklitterungen der Linken?

    Kaum zeigen sich die US Behörden "wenig erfreut" über einen geplanten Besuch Putins, schon schreibt sich der Unterberger seine Finger wund um seinen Freunden in der Wagramer Straße und in der Bolzmanngasse einen Liebesdienst zu erweisen.
    Schon komisch so eine Selbstentblößung vom Unterberger.

  16. Prof. Walter A. Schwarz (kein Partner)
    08. Juni 2014 10:04

    Akad. gebildete Historiker haben einen wenig einträglichen Beruf. So sie sich nicht im relativ sicheren Staatsdienst befinden, etwa Museumsdirektoren sind (oder waren) und/oder - auflagenstarke - Bücher schreiben, verfügen sie über nur minimale (Zu-)Verdienstmöglichkeiten, wenn es da nicht die diversen staatlich/halbstaatlich verordneten Jubiläums-, Gedenk- und sonstigen Ausstellungen/Veranstaltungen gäbe. Eine gewisse Prominenz vorausgesetzt und nicht allzusehr der verordneten p.c. Glaubenslehre widerschreibend, eröffnet sich dann ein weites Feld als Vortragende, Symposiumsteilnehmer, Ausstellungskuratoren, Fachbuch- und Katalogverfasser etc., immer vorausgesetzt, dass sie mit der p.c. veröffentlichten Meinung/Lehre nicht in Konflikt geraten. Tun sie das nicht, geraten sie in´s politische Abseits, werden stigmatisiert und auch von den Medien nicht mehr (an-)gefragt. Ganz schlimm wird es, wenn sie dem "Dunstkreis" einer "rechten" Partei zugerechnet werden. Und da nützt ihnen auch ihre Habilitation rein gar nichts...
    Natürlich trifft dies alles nicht auf Österreich zu, denn bei uns geht es dank der diversen Unterrichtsminister seit Gratz 1970 über Sinowatz, Zilk, Moritz, Hawlicek, Scholten, alle SPÖ, dann Busek und Gehrer ÖVP, dann Schmied und Heinisch-Hosek SPÖ, also seit 44 Jahren, auch bei der Vermittlung der (Welt-)Geschichte immer mit - nein, nicht mit rechten, - sondern mit linken Dingen zu.
    Und stets im Gegensatz zu Franz Leopold von Rankes Maxime betr. die möglichst objektive Vermittlung der Geschichte „wie es eigentlich gewesen“ war.
    Und da nützt auch der eventuelle Hinweis nicht viel, dass sich unter den Wissenschaftsministern der 2. Rep. auch viele ÖVPler befanden...i
    Preisfrage: Wer kann einen von den Medien gefragten (!) konservativen (nein, nicht "rechten") österreichischen Zeitgeschichtler nennen?

  17. Knut (kein Partner)
    08. Juni 2014 09:47

    Hääää?

    Nach seiner Invasion? Wo denn? Was für eine Invasion?

    Die einzigen "Invasionen" in letzter Zeit fanden durch die Nato und die USA statt. Wie kann man nur so blind sein und dieser pro-westlichen Propaganda aufsitzen?

    • FEDy (kein Partner)
      08. Juni 2014 18:53

      @ Knut: Wie kann man nur so blind sein und dieser pro-westlichen Propaganda aufsitzen?

      Offenbar gibt es ein paar "Leser", deren Abo sich etwas umfangreicher zu Buche schlägt.

  18. socrates
    08. Juni 2014 09:22

    Die beste Veröffentlichung über den 1. Weltkrieg ist die Geschichte seiner Finanzierung. Unter meinen zahlreichen Büchern kann ich es jetzt nicht finden.
    Eines der wichtigsten Kapitel darin beschreibt wie die Finanzierer des Krieges, als durch die russische Revolution die Ostfront nicht mehr existierte, die USA und Kanada in den Krieg eintraten, mit 1,500.000 Soldaten (Kampftruppen) um die Rückzahlung ihrer Kredite an GB und Frankreich durch Deutschland zu garantieren.

    • simplicissimus
      08. Juni 2014 10:46

      Sie böser Antiamerikanist, Sie!
      Wahre Dinge sagt man nicht, Sie Revisionist!
      Das gehört sich einfach nicht.
      Die österreichischen und deutschen Verbrecher sind schuld.
      Das weiß schließlich jedes Kind.
      Punkt, Aus, Schluß mit der Debatte!

    • socrates
      08. Juni 2014 12:50

      Ich habe nichts gegen die USA, nur etwas gegen die Politik der jetzigen Machthaber.

    • simplicissimus
      08. Juni 2014 13:24

      Same do I, Socrates.

  19. SAP0071 (kein Partner)
  20. Gennadi (kein Partner)
    08. Juni 2014 07:38

    "Wobei den Außenminister seine große Intelligenz und Lernfähigkeit hoffentlich zunehmend unabhängig von schlechten Beratern machen"

    Wie kommt A.U. zu dieser absolut haltlosen Vermutung? Hat Kurz nicht gerade erst ein neues Islamgesetz zur Unterstützung seiner lieben Islamistenfreunde verlangt? Hat sich Kurz nicht erst kürzlich bei Besuchen bei der terroristischen PLO und in Teheran blamiert? Die Beispiele seiner Unsäglichkeit und Unfähigkeit sind Legion, seit seinem Auftreten auf der politischen Komödienbühne.

    Die Leut sehen nur ein liebes Bubi, das zu viel Haargel verwendet. Hinter den Kulissen ist die Unfähigkeit von Kurz aber gefährlich.

  21. socrates
    07. Juni 2014 22:11

    Clark beschreibt wie französische Investoren Serbien Waffen verkauften und dafür von den Politikern Volkseigentum als Gegenleistung bekamen wie Schienen, Wasser, ......... Und die Serben hungerten. Dafür wurden sie nach französischen Plänen national gemacht, gegen Österreich.
    Die Franzosen kann man mit den USA vergleichen und die Serben mit den Ukrainern. Putin entspricht Österreich. Die Zahltrotteln sollen wir sein, wie Soros uns geschrieben hat.
    Die Rüstungsausgaben der Ukraine steigen ins unendliche und die der NATO auch, amerikanische Waffen natürlich, damit die USA über die Runden kommt und Obama den Herrschaftsanspruch aufrecht erhält. Wie er ihn gegen die B R I C S Staaten durchsetzt, weiss ich nicht.

  22. Jewgeni Gorowikow
    07. Juni 2014 22:01

    Eine ausgezeichnete, weil realistische Analyse der Lage in der Ukraine in DIE PRESSE:

    Die Illusionen des Schokoladekönigs ( 07.06.2014 CHRISTIAN ULTSCH, Die Presse)

    Der neue Präsident der Ukraine erklärte es zu seinem Ziel, die Krim zurückzuholen und sein Land in die EU zu führen. Beides glaubt Poroschenko selbst nicht, beides ist bloß Verhandlungsmasse für Putin.

    Petro Poroschenko, der neue ukrainische Präsident, hat seine Karten gleich nach der Angelobung auf den Tisch gelegt. Er will mit Moskau verhandeln, den russischsprachigen Unruheprovinzen im Osten der Ukraine mehr Autonomierechte gewähren, demnächst einen Friedensplan vorlegen, die wirtschaftlichen Kapitel des Assoziierungsabkommens mit der EU rasch unterzeichnen und sein Land später sogar als Vollmitglied in die Union führen. Und, ja, die völkerrechtswidrig annektierte Krim möchte der Schokoladefabrikant natürlich auch wieder zurückhaben.

    Mindestens zwei dieser Wünsche haben illusionären Charakter. Solange Wladimir Putin im Kreml sitzt und wohl auch noch danach, wird Russland die Schwarzmeerhalbinsel, die es sich im März einverleibt hat, nicht freiwillig räumen. Und erzwingen können die Ukraine und der Westen eine Rückgabe der Krim nicht. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass sich die ohnehin überdehnte EU ein instabiles 45-Millionen-Einwohner-Land aufbürdet. Dennoch eröffnet der Amtsantritt Poroschenkos Chancen.

    Nicht einmal Russland kann dem demokratisch gewählten Präsidenten der Ukraine nun die Legitimität absprechen. Am Rand der D-Day-Feiern in der Normandie führten Putin und Poroschenko erste informelle Gespräch. Einem Folgetreffen wird sich der Kreml-Chef, der sich dieser Tage dialogbereit zeigt, kaum entziehen können. Ob jedoch ein solcher Gipfel Ergebnisse brächte, bleibt freilich fraglich.

    Poroschenkos vorrangiges Ziel ist es, das Land zusammenzuhalten und den Bürgerkrieg in der Ostukraine zu beenden. Doch auf Putins Hilfe kann er dabei kaum zählen. Erstens wird sich der russische Präsident stets auf die fadenscheinige Behauptung zurückziehen, dass er mit den nachweislich von Russland finanzierten und bewaffneten Separatisten nichts zu schaffen habe und sie deshalb auch nicht kontrollieren könne.

    Und zweitens wird Putin seinen Zugriff auf die Ostukraine aufrechterhalten, um die Regierung in Kiew weiter unter Druck setzen zu können. So und mit seiner Drohung eines Gaslieferstopps will er verhindern, dass sich die Ex-Sowjetrepublik dem russischen Orbit entzieht und an die EU andockt.

    Im Endeffekt könnte das Tauziehen die Ukraine zerreißen: in einen Westteil, der sich an Europa orientiert, und in Satelliten von Moskaus Gnaden. Die Überbleibsel zu alimentieren kostet Geld, das weder Europa noch Russland haben. Deshalb geistert die Idee herum, die Ukraine zu neutralisieren und zum Niemandsland zu erklären. Doch wer will den Ukrainern die Möglichkeit rauben, sich frei für die westliche Wertegemeinschaft und gegen ein autoritäres Korruptionsmodell zu entscheiden? Und wer mag Putin nach dem Völkerrechtsbruch auf der Krim trauen?

    Der Kreml-Chef setzte zuletzt Entspannungssignale. Ob sie taktischer Natur oder ernst gemeint sind, weiß niemand. Kann sein, dass die bisherigen Kontosperren und Einreiseverbote gegen Putins Umfeld sowie der Kapitalabfluss aus Russland Wirkung gezeigt haben.

    Vielleicht will Putin aber auch nur weitere Sanktionen abwenden und den Kampf um die Ukraine mit dem kurzatmigen Westen in die Länge ziehen. Poroschenko und die Welt werden es bald herausfinden. (Ende)

    Link: http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/3818114/Die-Illusionen-des-Schokoladekonigs?_vl_backlink=/home/index.do

  23. lupo
    07. Juni 2014 20:24

    Lieber AU!
    Der Vergleich mit Serbien 1913 "hinkt" ganz gewaltig!....

  24. machmuss verschiebnix
    07. Juni 2014 15:32

    Manchen Kommentaren (wie @Kritik48) entnehme ich, daß die offenbar von Zeitgenossen
    kommen, die gerne schwarz/weiß malen:
    USA gut, weil "Befreier Europas"
    Rußland böse, weil Diktatur

    Betrachtet man aber einige Fakten näher, dann verfließt der Kontrast von schwarz/weiß,
    von gut/böse bis zur Unkenntlichkeit ineinander.

    Angefangen von der Motivation der USA für den Kriegs-Eintritt gegen Hitler-Deutschland,
    was dem massiven Drängen einiger potenter Investoren aus der damaligen Hochfinanz
    geschuldet war. Hätte Amerika nicht eingegriffen, wären diese Spekulationen nicht
    aufgegangen - die Kriegs-Gewinnler hätten durch's Ofen-Rohr ins Gebirge geschaut,
    weil dann die Besetzung Europas für Stalin zum Spaziergang geworden wäre.


    Es waren pure wirtschaftliche Interessen, die zum Kriegs-Eintritt der USA geführt
    hatten. Das gilt auch für die Unterstützung zum Wiederaufbau, denn ohne Europa als
    Absatzmarkt hätten die USA einpacken können ! ! !


    Der Unterschied von Staaten, in denen die Leute alles sagen dürfen, weil die
    Regierung weiß, daß es nichts ändern wird, zu anderen Staaten, wo die Regierung
    sehr nervös auf die kleinste Demo reagiert, weil sie weiß, daß allzu oft
    Gruppierungen auf den Plan treten, die von ausländischen Diensten finanziert und
    trainiert werden, dieser Unterschied beschränkt sich weitgehend darauf, auf
    welcher der beiden Seiten sich so ein Staat wiederfindet !
    Man bedenke nur, wie rasch es in der Vorzeige-Demokratie USA zum Patriot-Akt
    kam


    Dasselbe Verfließen von Gut/Böse bleibt einem auch nicht erspart, wenn man genauer
    auf die Krim schaut. Ob urkainisch oder nicht, die Krim war seit langer Zeit ein
    militärischer Brückenkopf Rußlands. Und der Versuch der USA, die Russen von dort
    weg zu bekommen (vorerst nur durch das Vorgehen der ukrainischen Regierung), birgt
    dieselbe Gefahr ins sich, die damals durch das Errichten der US-Airbase Incirlik
    zur Kuba-Krise und zum beinahe Weltkrieg führte ! ! !


    Auch hier Kein Hauch von "Befreier-Interessen" - nur mediale Nebel-Granaten - denn
    hier kommen zu den beinharten wirtschaftlichen Interessen der USA auch noch die
    geostrategischen Interessen einer ganzen Reihe anderer mächtiger Staaten hinzu.

    Glaubt den jemand allen Ernstes, es wäre für Europa besser, wenn dann die USA auf
    der Krim ihre Air-Base einrichten ???

    Wieviele Staaten würden dann wohl Ihre Atom-Raketen neu ausrichten ?


    .

  25. schreyvogel
    07. Juni 2014 12:41

    Wie scheinheilig!

    Gegen Putin wettern, der nur - auf eindeutigen Wunsch der Bevölkerung - eine Grenzverschiebung rückgängig gemacht hat, die von einem sowjetischen Dikitator ohne jede völkerrechtliche oder demokratische Basis befohlen wurde.

    Aber den zionistischen Machthabern Israels huldigen, die den palästinensischen Arabern ihr Land geraubt haben und diesen noch Stück für Stück ihre paar home-land-Inseln wegnehmen!

    Wann wird A.U. endlich Sanktionen gegen die Zionisten fordern, die ebenso "massive Wirkung" zeigen wie jene gegen Russland?
    Aber für ihn ist Israels ja eine "Bastion des Westens" gegen die Moslems.

  26. Jewgeni Gorowikow
    07. Juni 2014 12:17

    Die Halbinsel Krim hat Putin schon einkassiert und zwar mit einer solchen Konsequenz dass wohl nur noch Optimisten glauben, dass Russland jemals wieder diese Halbinsel an den völkerrechtlich betroffenen Staat Ukraine zurück gibt.

    Durch das einseitige Schaffen von Tatsachen, also neuen Grenzziehungen, hat Putin die ganze Welt und alle internat. Organisationen: UNO, OSZE, Europarat, EU derart überrumpelt dass kaum noch jemand an die Rückgabe der Krim an die Ukraine glaubt.

    Damit ist für die nächsten 30 bis 50 Jahre ein Krisenherd eröffnet, der kaum gelöst werden kann.

    Russland ist heute ein Staat der nicht einmal international anerkannte Grenzen hat!

    Putin hat ein starkes Faustpfand in seinen Händen: Seine tschetschenischen Söldner die in der Ostukraine mit tragbaren Luftabwehrraketen fast jeden Tag ein ukrainisches Flugzeug oder Hubschrauber abschießen.

    Wie bei einem bequemen Drehregler kann Putin diese Kämpfe in der Ostukraine auf kleine Flammer herunterdrehen, oder bei Bedarf auf Stufe 3 hinaufdrehen - je nachdem wie Putin es braucht.

    So wie es aussieht gibt es leider keine gute Prognose in der Ostukraine: Putin braucht diesen Bürgerkrieg um seine Interessen wirksamer voran zu bringen. Er wartet nach wie vor darauf dass die geschlossene Einigkeit der G7 und der EU aufbricht: Vor allem Italien ist wegen der South-Stream-Pipeline unter Druck zu setzen.

    Putin ist wahrscheinlich ein Überzeugungstäter: Er glaubt wirklich dass die USA mit der verbündeten EU eine Weltherrschaft die aber gegen Russland gerichtet ist aufbauen möchte.

    Man denke cirka 75 Jahre zurück da gab es einen Herrn Hitler der auch ganz eigenartige Überzeugungen in Bezug auf eine Weltordnung hatte. Natürlich ist 1939 um vieles anders als 2014 aber man darf die Gefahr die von Putin ausgeht keinesfalls unterschätzen.

    Im eigenen Land, in Russland hat Putin die allerhöchste Zustimmung, die sich aus den Gefühlen nationalistischer Aufwallungen speist.

    Die Medien schwimmen voll im Strom gemeinsam mit Putin mit. Und im russischen Fernsehen hat Putin einen treuen Kettenhund der wirklich hündisch und kritiklos das Wirken seines Herrn und Meisters Putin lobt und preist:

    Dmitri Kisseljow der jetzt auch schon bei uns bekannte Fernsehmoderator heizt den braven Russen täglich beim Fernsehschauen richtig ein und schwört sie täglich neu auf Putin ein. Im Vergleich zu diesen Kisseljow wirkte der Nazi Joseph Goebbels wie ein zahmer, harmloser, schüchtener Politik-Technokrat:

    Im Fernsehsender Rossija 1 drohte Kisseljow dem Westen mit dem Atomkrieg:

    https://www.youtube.com/watch?v=wGnDvcI_CfE


    Wikipedia über Kisseljow:
    " ... Zu dessen 60. Geburtstag verglich er Putin in einem positiven Sinne mit dem Diktator Josef Stalin. In der Berichterstattung über Kisseljow wurden mehrfach nationalistische, fremdenfeindliche, wie auch polemische Äußerungen zur Politik der EU sowie homophobe Aussagen von ihm zitiert. ..."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Konstantinowitsch_Kisseljow

    Die NZZ über Dmitri Kisseljow: http://www.nzz.ch/aktuell/international/reportagen-und-analysen/moskaus-einpeitscher-vom-dienst-1.18285883

    Detaillierte Infos von und über Dmitri Kisseljow (bzw. Dmitri Kiseljow) von der dt. Bundeszentrale für politische Bildung:

    Zum Beispiel wie sich Kisseljow über den oppositionellen Politiker Nawalny äußerte: "Die Texte, die Nawalnyj heute gewidmet werden, klingen wie ein Goebbelscher Gruß an den Führer. […] Die Anhänger Nawalnyjs, die für ihn agitieren, greifen auf Technologien zur Werbung für Hitler zurück. […] Er [Nawalnyj] ist ein Hanswurst."

    http://www.bpb.de/internationales/europa/russland/175643/biografie-dmitrij-kiseljow-chef-der-neuen-internationalen-informationsagentur-russland-heute

    • simplicissimus
      07. Juni 2014 17:08

      Lesen Sie Gerd Schultze-Rhonhof: "Der Krieg, der viele Väter hatte".

  27. Kritik48
    07. Juni 2014 11:58

    Korrektur betreffend die Person des Buchautors, den AU im ersten Absatz zitiert:
    Christopher Munro "Chris" Clark (born March 14, 1960) is an Australian historian working in England. He was educated at Sydney Grammar School, the University of Sydney and the Freie Universität Berlin (aus Wikipedia).
    Wahrscheinlich konnte Clark als Nicht-Europäer am ehesten eine faire Darstellung der Ereignisse bringen, die zum 1. Weltkrieg führten. Außerdem kann er viele der relevanten Sprachen sprechen (bzw. lesen).
    Mein ceterum censeo:
    Der Anti-Amerikanismus (bzw. die Haltung gegen die "Anglo-Amerikaner") mancher Kommentatoren hier im Unterberger-Blog erschüttert mich immer wieder.

    • simplicissimus
      07. Juni 2014 12:12

      ... und warum erschuettert Sie Kritik an den Angelsachsen so?
      Und ich meine damit nicht nur die Anglo-Amerikaner.
      Der Begriff ist dehnbar auf UK, USA, Kanada, Australien, Neuseeland und unzaehlige Angelsachsen, die bspweise in Sued- und Ostafrika und anderswo leben.
      Aber Sie koennen gerne Verteidigungsworte finden, lassen wir uns diskutieren!

    • dssm
      07. Juni 2014 13:22

      Der Anti-Amerikanismus ist wohl dem Hang der Europäer zum Sozialismus geschuldet. Während die USA viel in die Rüstung stecken und damit den Menschen 'Arbeit' bieten, tun die Europäer das Geld lieber in die gigantische Sozialindustrie stecken. In beiden Fällen sind unschöne Korruption und Geldverschwendung die Folge, nur glauben die Europäer sie seinen 'gut' und 'gerecht'.
      Der Neid kommt immer dann auf, wenn die Amerikaner mit der geballten Militärmacht auf den Tisch hauen und die Europäer wie die Schulbuben daneben stehen.

      Dabei ist die Militärmacht sehr oft ein Mittel für einen 'Guten Zweck'. Man denke an Haiti oder den Tsunami in Japan oder hierzulande an Galtür. Aktuell sind nur die USA in der Lage die Ostflanke der Nato wirkungsvoll zu unterstützen oder den Südostasiaten im Streit mit China zu helfen.
      So etwas erinnert die Europäer an die Kernaufgaben des Staates, nämlich glaubhafter Schutz seiner Bürger, logisch da sind die Sozialisten verärgert!

    • Pumuckl
      07. Juni 2014 18:18

      Aber, aber! ANTIAMERIKANISMUS was ist das?

      Kann man übermorgen hier im Blog Klagen über PRO-PUTINISMUS oder Antirussimus lesen?

      Oder werden unkritische Befürworter der US-Politik als Anhänger eines One - Worldismus bezeichnet?

      Nur dumme aufhetzbare Menschen welche damals gegen die Politik Hitlers oder Stalins waren, ließen sich damals auch zu einem Antigermanismus oder Antrussismus hinreissen. ( Daß Stalin Georgier war, wird oft vergessen! )

      Es geht doch nicht um ISMEN, sondern unterschiedliche nationale um Positionen:

      1.) Die Russen wollen den von Diktator Chruschtschow vollzogenen Anschluß IHRER Krim an die Ukraine korrigieren. Sie sehen nach dem Zerfall der Sowjetunion den Verbleib der Krim bei der Ukraine als Panne an, welche in der Hektik dieses welthistorischen Geschehens Gorbatschow und der Georgier Schewardnadse, der damalige Außenminister; zu verantworten haben.

      Es ist für die Russen nicht zu verstehen DASS DERSELBE UKRAINISCHE* DIKTATOR CHRUSCHTSCHOW DER IHNEN, wie sie das sehen, DIE KRIM GESTOHLEN HAT, mit der Stationierung von Raketen auf Kuba bei den USA die Drohung mit einem WK III ausgelöst hat.
      Anderseits soll Russland nicht nur akzeptieren, daß es nun bereits jetzt, im Vergleich zu den UDSSR - Kubaraketen, von einem vielfachen US - Zerstörungspotential eingekreist ist.
      Russland soll auch noch hinnehmen, daß die Ukraine NATO-Land wird, und US-Raketen und sonstige Bedrohung auch auf der Krim auch auf der, aus Sicht der Russen, russischen Krim installiert werden.

      Ist Verstänis für russische Ängste nicht allzu einfach mit ANTIAMERIKANISMUS abgetan?

      2.) Die Ukraine mit ihrem neuen Schokoladepräsidenten ist, im Gegensatz zu Rußland, ein Staat ohne große nationalstaatliche Tradition.

      Beim Zerfall der UDSSR ist der Ukraine bezüglich ihrer russischen Landesteile, eine vorteilhafte völkerrechtliche Position in den Schoß gefallen.
      Unter dem Schutz der USA hofft die Ukraine diese Positon zu verteidigen.

      Wenn man in Europa, besonders in Deutschland und Österreich, Angst davor hat, für " SCHLAMPEREI " BEIM ZERFALL DER UDSSR, wie die Großväter diesmal unter US-Führung, neuerlich gegen Rußland in den Krieg zu ziehen, ist das nicht ANTIAMERIKANISMUS SONDERN NUR ANGST, ANGST UND NOCH EIN MAL ANGST ! ! !

    • Rau
      07. Juni 2014 22:33

      Amerika hat in der Bush Ära viele Sympathien verspielt. Obama hat nichts aber auch gar nichts zum Besseren gewendet, im Gegenteil eher. Er ist der wahrscheinlich schwächste Präsident den Amerika je hatte.

      Die einzige agierende Weltmacht, der wir die Doktrin des preemptive Strike verdanken muss sich schon etwas Kritik gefallen lassen, vor allem dann, wenn fieberhaft an der Möglichkeit eines Präventivschlages mit Atomwaffen gearbeitet wird. Angesichts solcher Entwicklungen in blindem Kadavergehorsam zu verharren ist verantwortungslos.
      Antiamerikanismus ist ausserdem kein Argument, sondern lediglich eine der vielen Keulen, die gegenwärtig geschwungen werden um berechtigte Fragen und schon gar keine Zweifel aufkommen zu lassen - alternativlos in den Untergang eben.

  28. dssm
    07. Juni 2014 11:19

    Hatte Hitler nun also doch recht? Man kann nicht gegen Aggression sein und gleichzeitig aber allen ein Recht auf demokratisch legitimierten Wandel geben!
    In jedem Teil den Hitler (vor Kriegsausbruch) annektierte hat er entweder eine Abstimmung gewonnen oder hätte diese gewonnen wenn diese nicht verhindert worden wäre (bis halt die Drohung mit der Wehrmacht die Änderung erzwang).

    Wir haben es bei der Entkolonialisierung erlebt oder näher am Balkan. Da werden historische und meist künstliche Grenzen gezogen und dann hartnäckig beibehalten. Demokratie hat da nichts zu suchen. Nur mit Gewalt, am Balkan seitens der Nato, kann hier eine demokratische Abstimmung ermöglicht werden; wobei ich die Wirkung der Nato am Balkan für sehr hilfreich halte (und damit eine Machtpolitik a la Hitler für gut heiße).

    Hier treffen wir auf das perverse Wesen des Staates. Denn der aktuell regierende Clan macht die Gesetze und ist daher im 'Recht'. Wer gegen dieses 'Recht' verstösst, der ist ein Verbrecher und kann ganz normal von der Polizei verhaftet werden. Egal ob es nun um ethnische, religiöse, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Freiheiten geht – nur wenn die herrschende Klasse dies erlaubt, kann Demokratie etwas verändern.

    • simplicissimus
      07. Juni 2014 11:54

      Abgesehen davon, dass Hitler natuerlich ein Verbrecher war, gilt das ewige Prinzip:
      Der Sieger hat immer recht.
      Egal, was er verbricht.

  29. mischu
    07. Juni 2014 11:02

    Putin hat nun einmal Fakten geschaffen, wohl wissend, daß Europa und die USA lediglich "stumpfe Waffen" gegen ihn einsetzen werden und da können sie noch so viele Sanktionen verhängen (die härteren würden sie ja doch selbst treffen), er wird die Krim niemals mehr an die Ukraine zurückgeben.
    Geschickt verhandelt und mit sehr, sehr viel finanzieller Unterstützung kann der Westen versuchen, wenigstens den Rest des Landes geeint zu erhalten. Das wäre schon ein Erfolg, ohne daß man davon träumt die Ukraine als EU-Mitglied aufzunehmen - das wäre ein wirtschaftlicher Alptraum und ein unverzeihlicher Fehler.

    • dssm
      07. Juni 2014 11:29

      Putin hat Fakten geschaffen. Die Frage die Herr AU wortreich umschifft bleibt unbeantwortet. Wie hätte ein alternative Szenario ausschauen können oder wie könnte so eine Alternative nun implementiert werden?

      Die Ukraine verhandelt ja nicht, sondern schickt Schlägertrupps gegen die Aufrührer. Was wäre wenn nun auf der Krim, auf Einladung der russischen Regierung, die OSZE (oder etwas vergleichbares) eine neue Abstimmung ausrichtet, überwacht und auszählt. Was wäre wenn auch dort die Russlandfreunde gewinnen, hat dann das Gebiet legal den Staat gewechselt?

      Was wäre, wenn im Osten der Ukraine, ebenso eine internationale Organisation so eine freie Wahl ermöglichen würde?

      Warum bieten dies die OSZE oder die EU nicht einfach an, wäre doch demokratisch und die Mitgliedstaaten sind ja so aufrechte Demokraten? Ist also doch, das von Ihnen angesprochene, Geld das einzig Wesentliche?

  30. machmuss verschiebnix
    07. Juni 2014 10:44

    Der EU-Boykott gegen Putin hat - für Russland positiv - zumindest dafür gesorgt,
    daß Putin über seinen Schatten gesprungen ist und sich auf den GAS-Deal mit China
    eingelassen hat .

    Was immer der Westen gegen ein erfolgreiches Gelingen dieser Venture unternehmen
    wird, es wird Russland und China noch enger aneinander führen. Wird aber nichts
    dagegen unternommen, bedeutet das für Europa noch weiter abgehängt zu werden !

    .

  31. Dr. Otto Ludwig Ortner
    07. Juni 2014 10:20

    Ceterum censeo (Cato)! Nur die Überwindung der Kirchenspaltung zwischen Katholiken und Orthodoxen, die mit dem gegenseitigen Bannfluch in der byzantinischen Kathedrale "Hagia Sophia" - dzt. Museum - 1o54A.D. ihren Anfang nahm, kann den Dritten Weltkrieg und damit den Untergang der Menschheit - jedenfalls der zivilisierten - verhindern. Diesbezüglich verweise auf meinen Gastkommentar vom 17.Mai 2014, 17:35h zu diesem Tagebuch "die Ukraine Krise und die EU" von Andreas Unterberger, beinhaltend meine Einsendung an Frau Ingrid Thurnher zu ihrer Sendung "IM ZENTRUM" vom 4. Mai 2014. Wiederholt wies ich darauf hin, daß Österreich zu diesem Friedenswerk besonders berufen sei.
    A.E.I.O.U. = Österreich wird der letzte zivilisierte Staat der Erden sein. Und nur die besondere Protektion Rußlands hat Österreich ohne Kriegsschuld (Staatsvertrag vom Belvedere 1955) restauriert und gegen die zweifache kriegsverbrechrische Aggression ("Watchlist" und "Sanktionen")der U.S.A. + Büttel= N.A.T.O. erfolgreich verteidigt. GOTT SCHÜTZE ÖSTERREICH! Ein österreichischer Patriot, der seinem Sohn und seinen Neffen das Schicksal ihrer Vorgeborenen in Stalingrad ersparen will.

  32. Jewgeni Gorowikow
    07. Juni 2014 07:59

    Da gibt es ein ganz delikates, schwieriges Thema, wo die EU, sowie Merkel, Hollande, Cameron und Obama gar nicht glücklich ist daraüber, wo aber der österreichische Staatskonzern OMV dick drinnen ist:

    Die geplante Erdgas-Pipeline "South Stream": http://de.wikipedia.org/wiki/South_Stream

    Diese Pipeline wird vor allem von den Russen (vom Staatskonzern Gazprom) gepusht. Österreichs OMV sowie die armen Länder am Balkan Bulgarien, Serbien, Kroatien usw. würden profitieen. Auch Italien hätte eine Anschluss an South-Stream.

    Die Haken an South-Stream sind zweierlei:

    - Es kooperieren hier EU-Länder mit Russland zu beiderseitigem Vorteil. Dies läuft aber den Zielen der derzeitigen Sanktionen (die eher symblisch gegen Einzelpersonen gerichtet sind) total entgegen.

    - So wie diese Pipeline derzeit geplant ist würde sie EU-Wettbewerbsrecht widersprechen und daher muss die EU-Kommission (die ja eine Behörde ist) dagegen sein: Die Besitzer der Pipeline und die Lieferanten des durch die Rohrleitung geschickten Produkts sind identisch: Gazprom. Es gibt genau dafür aber EU-Vorschriften dass dies nicht der Fall sein darf - wohl vor allem aus Wettbewerbsgründen.

    FAZ-Artikel dazu wo EU-Kommissar Öttinger Stellung dazu nimmt:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/gasstreit-zwischen-moskau-und-kiew-oettinger-stellt-bedingung-fuer-russische-pipeline-12966141.html


    Ob bei diesem Besuch von Putin in Wien auch darüber geredet werden wird?

  33. Cotopaxi
    • Rau
      07. Juni 2014 09:58

      Ist Fr Rohrer unter die Satiriker gegangen? Köstlich der Artikel, den man sich als ganzes nicht zu merken braucht ,)

    • Alfred E. Neumann
      07. Juni 2014 14:22

      Rohr(krepier)erin?

  34. Pumuckl
    07. Juni 2014 07:23

    Wobei man den Einfluß, welchen die CITY OF LONDON seit bald einem halben Jahrtausend auf die Politik der Angelsachsen hat, nicht hoch genug einschätzen kann ! ! !

    • Pumuckl
      07. Juni 2014 07:31

      Verzeihung! Zum 2. mal versehentlich als Hauptkommentar abgeschickt. Gehört
      zu @ simplizissimus 06:48

  35. Cotopaxi
    07. Juni 2014 07:15

    Sollte man andererseits Putin nicht danken, dass er den westlichen und katarischen Kriegstreibern in Syrien die Stirn geboten hat und damit bisher verhindert hat, dass ein weiteres Land den Islamisten in die Hände gefallen ist?

    • Torres (kein Partner)
      08. Juni 2014 10:56

      Ganz richtig, das ist auch ein Beweis dafür, dass Putin an einem bewaffneten Konflikt kein Interesse hat, sehr wohl aber die Interessen der Großmacht Russland wahren will und muss - und da ist er jedenfalls wesentlich zurückhaltender als China oder gar die USA; Bush, und noch mehr Obama, hatte bzw. hat keinerlei Hemmungen bei jeder Kleinigkeit mit dem gesamten Militärapparat voll zuzuschlagen; davor sollte man sich viel eher fürchten als vor Putin.

  36. Pumuckl
    07. Juni 2014 07:14

    Wobei der Einfluß der CITY OF LONDON auf die Politik der Angelsachsen nicht hoch genug eingeschätzt werden kann ! ! !

    • Pumuckl
      07. Juni 2014 07:17

      Fehler -war als Co - Kommentar zu @ simplicissimus 06:48 gedacht.

  37. simplicissimus
    07. Juni 2014 06:48

    Das seit Jahrhunderten funktionierende Weltordnungsprinzip ist ganz simpel:

    Expansionismus ist den Angelsachsen vorbehalten.
    Authorisierung von Grenzsetzungen ist den Angelsachsen vorbehalten.

    Befolgt man dies, ist man befriedet.
    Befolgt man es nicht, gibt es Krieg.

    • Pumuckl
      07. Juni 2014 07:29

      Wobei man den Einfluß, welchen die CITY OFF LONDON seit bald einem halben Jahrtausend auf die politik der Angelsachsen hat, nicht hoch genug einschätzen kann ! ! !

    • machmuss verschiebnix
      07. Juni 2014 10:35

      @Simplicissimus, *************************************

      Beispiele dazu, gibt es auch in der jüngeren Vergangenhait zu hauf.

    • Riese35
      07. Juni 2014 16:36

      Sehr richtig. Was AU vergißt: Wie war es nach dem ersten Weltkrieg? Mit Südtirol? Mit der gesamten Monarchie? Wie war es mit den Vertreibungen und Grenzverschiebungen nach dem 2. Weltkrieg? Wie ist es mit der Besetzung in Palästina? Wie ist es mit der subtilen Landnahme durch Einsickern z.B. mittels illegaler Doppelstaatsbürgerschaften? Wie ist es mit der Unterstützung der istlamistischen Gotteskrieger durch die USA, z.B. in Syrien?

      An den geopolitischen Interessenssphären hat sich seit 200 Jahren wenig geändert. Eine Lehre kann man daraus aber ziehen: eine einigermaßen stabile Grundlage hat der Wr. Kongreß geschaffen. Und Europa ist es gut gegangen, wenn man mit Rußland ein gutes, freundschaftliches Verhältnis gepflegt hat.Auf Rußland immer hinzudreschen und am anderen Auge blind zu sein, dient nur dazu, daß man selbst zwischen zwei Fronten zerrieben wird und anderen Interessen dient.

    • simplicissimus
      07. Juni 2014 17:02

      So sehe ich das auch, Riese35.

    • oberösi
      09. Juni 2014 21:32

      simplicissimus**********
      und im übrigen gilt: vae victis.

    • Haider
      09. Juni 2014 22:49

      Die Dialektik ist klar: Von westlichen Geheimdiensten Ermordete sind immer Terroristen. Wird einem eingeschleußten US-Aufwiegler ein Haar gekrümmt, so bricht weltweites Wehklagen aus. Blinde Vorurteile z.B. im Nahen Osten sind noch weit verlogener.





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