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Warum in Bosnien wieder Blut fließt

Plötzlich steht auch Bosnien wieder in Flammen. Bürgerkriegsartige Zustände, die durch soziale Not und ständig steigende Arbeitslosigkeit ausgelöst worden sind, erschüttern mit einem Schlag zahllose Orte des Landes, angeblich weit über 30. Schon allein diese Gleichzeitigkeit deutet auf eine gemeinsame Strategie hin. Eines sollte man sich trotz der Überraschung bewusst machen: Viel mehr als in der Ukraine oder gar Thailand ist das Ausland in Bosnien schuld am Chaos. Das sollte gerade in Österreich sehr intensiv und selbstkritisch diskutiert werden.

Denn aus keiner Gegend sind in den letzten Jahrzehnten so viele (echte) Flüchtlinge nach Österreich gekommen wie aus Bosnien. Denn gerade in Bosnien ist das Bundesheer massiv präsent (es stellt dort 300 der 800 internationalen Soldaten). Denn ein österreichischer Diplomat (Valentin Inzko) ist dort seit Jahren als Hoher Repräsentant der internationalen Gemeinschaft fast wie ein Diktator letztverantwortlich für alle Gesetze, aber letztlich total überfordert (er kann derzeit nur auf Beruhigung hoffen). Denn in der EU wird besonders genau auf die österreichischen Meinungen gehört.

Die Österreich zugeschriebene Balkan-Expertise gibt es aber längst nicht mehr. Weil man sich hier nicht mehr mit der Region befasst. Weil theoretische diplomatische Positionen über die ökonomischen und psychologischen Realitäten der Region dominieren.

Die Theorie der EU und Diplomatie sagt: Bosnien-Herzegowina sei eine staatliche Einheit. Die Mehrheit der dort lebenden Menschen will aber diese von der Außenwelt dekretierte Einheit nicht. Weder Kroaten noch Serben wollen von den islamischen Bosniaken dominiert werden. Diese sind zwar die größte Volksgruppe, aber dennoch weniger, als es Serben und Kroaten zusammen sind.

Dieser Widerspruch schafft nicht nur ständige Reibereien und Blockaden. Diese Unsicherheit hält zusammen mit einem chaotisch-abenteuerlichen Verfassungsgebilde fast jeden Investor ab, in das Land Geld und damit Arbeitsplätze zu bringen. Daher ist in vielen Städten die Hälfte der Menschen arbeitslos. Daher bietet Bosnien einen besonders guten Nährboden für die auf dem Balkan ohnedies seit jeher blühende Korruption.

All das wird sich nicht ändern, bis die Diplomatie und internationale Politik die menschlichen Realitäten endlich zur Kenntnis nehmen. Die Stabilität verlangenden Regeln von Investoren sind nun einmal stärker (und meistens auch klüger) als die papierenen Theorien der Diplomatie. Und Stabilität kann es nur geben, wenn die betroffenen Menschen die Legitimität von Staat und Grenzen wirklich anerkennen. Aber nicht wenn lediglich die internationale Politik diese anordnet.

Es scheint fast so, als hätten die Menschen in Bosnien geradezu auf den Tag gewartet, da die EU oder die Nato nicht mehr imstande oder willens sein dürften, neuerlich mit militärischer Kraft ihre Ordnungsprinzipien durchzusetzen. Denn kein Land will mehr zur Sicherung einer moslemischen Oberhoheit neuerlich in den Krieg ziehen. Vom gegenwärtigen Zustand des ausgehungerten Bundesheeres gar nicht zu reden (dessen Chef sich lieber gerade in Sochi vergnügt und dort um die Homosexuellen-Propaganda kümmert).

Und jedenfalls gilt: Wenn man den Menschen Selbstbestimmung nicht gewährt, holen sie sich diese halt eines Tages mit Gewalt.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPeter Brauneis
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Februar 2014 05:01

    EU-Bonzen samt US-Ostküste im Hintergrund wollen nur eines: Alle Staaten und staatenähnliche Gebilde unter ihr und das Joch der neuen Weltordnung zwingen. Jedes Mittel ist recht, wenn auch nicht rechts.

    Zur Primitiv-Illustration finden sich kaum bessere Gegenbeispiele als "kluge" Gewerkschaftsbonzen. Diese steirischen "nomina sunt omina" entblöden sich nicht, Präsident Putin als homophob zu benörgeln, bloß weil der Schulkinder vor homosexuellen Päderasten zu schützen sucht.

    Einem "grünen'" Herrn Kretschmann und seinen Komplicen in Baden-Württemberg taugt solches ja eher. Vermochte sich doch schon seinerzeit "Grün"-Trittin an Päderasten-Ideen zu erwärmen. Die politkorrekte Medienmafia stören derart linksfortschrittliche Aktivitäten gar weiter nicht, im Gegenteil.

    Ebenso jeder Rüge entzieht sich, wenn Warme im Iran an Kränen coram publico aufgehängt werden. Solches ist für einen Linken zwar lustig, dennoch: Islamophobie geht gar nicht. Jahve soll abhüten.

    Ist es nicht furchtbar?

    .

  2. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Februar 2014 01:33

    Die Probleme eines multiethnischen Staatsgebildes, wo die politische Führung nur mit Korruption und Eigeninteressen auf ihren Vorteil bedacht ist, anstatt Staatsinteressen sowie die Anliegen der Bürger zu vertreten, wird uns in diesen Tagen drastisch vor Augen geführt.

    Hoffentlich weiten sich diese Unruhen nicht zu einem Flächenbrand - quasi einem "Bosnischen Frühling"- aus. Wäre Sarajewo damit traditionell wieder gut als Ausgangspunkt für zumindest eine europäische Katastrophe?
    Jedenfalls wird Bosien-Herzegowina Europa noch lange einiges zum Auflösen geben.

    P.S.: Könnte das auch gleich die erste echte Bewährungsprobe für unseren Außenminister werden? Herr Kurz, beweisen Sie Profil und übernehmen Sie!

  3. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Februar 2014 08:44

    Da unten sind fleißige und anständige Menschen in der Mehrheit. Aber die können noch so sehr wollen, ein über und über korrupter Staat hält sie in den Klauen. Mißerfolge dieses Staatsmonsters werden dann auf die nationale oder religiöse Schiene abgelenkt.
    Man wird halt erst einmal den Sozialismus beseitigen müssen und damit dann die zentralstaatlichen Planspiele, man wird all das was man bei uns nicht gerne hört, dort unten anwenden müssen: Subsidiarität, Eigenverantwortung, schlanker Staat, keine Subventionen (Hallo Herr Inzko!).

  4. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Februar 2014 10:48

    Wer gestern in der ZIB2 den Diplomaten Valentin Inzko, den "Hohen Repräsentanten" der internationalen Gemeinschaft, mit hilfloser Miene stammeln gehört/gesehen hat, mußte das Gefühl bekommen, daß er nicht der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist.

    Und wieder einmal---zum wievielten Mal eigentlich?---haben Mächte von AUSSEN die GRENZEN eines Landes bestimmt und zwar gegen den Willen der dort lebenden kleinen, aber sehr unterschiedlichen Völker! Und es sind immer dieselben "Groß-Nationen", die sich völlig unsensibel, aber penibel die eigenen Interessen wahrend, ANMASSEN, über andere Völker präpotent zu bestimmen.

    Und es sind wieder einmal die der Überheblichkeit der Großmächte ausgelieferten, "überstimmten" Menschen, die sich plötzlich gegen diese Willkür einzelner Groß-Mächte erheben, um endlich selbst bestimmen zu können.

    Bosnien-Herzegowina leidet im kleinen unter den so vielen Nationen aufoktroyierten willkürlichen Grenzen; es funktionierte weder auf Dauer das von Diktator TITO ERZWUNGENE "Süd-Slawien", eben sowenig wie noch größere künstliche Gebilde= die EU mit seinen nationalen Unterschieden.

    Die Bilder aus Sarajewo sah ich mit Beklemmung---es scheint, als sei die ganze Welt im Aufruhr und das nicht nur in den üblichen permanenten Pulverfässern der Welt.

    Möglich gemacht werden diese konzertierten Aufstände, die z.T. mit großen Gewalttaten verbunden sind, durch ein lächerlich kleines elektronisches "Wunderwerk", das Handy, das auch der "ärmste" Jugendliche heutzutage zur Verfügung hat. Die Folgen sind erschreckend, da niemand weiß, wie diese entfachten Krisen vernünftig einzudämmen sind.

    Nicht zuletzt macht der Ausgangspunkt der gegenwärtigen neuen Unruhen am Balkan, ausgerechnet in Sarajewo, nachdenklich, dort, wo VORDERGRÜNDIG vor 100 Jahren die tödlichen Schüsse auf unser Thronfolger-Paar einen Weltenbrand auslösten. Daß der Todesschütze "gelenkt" war, daß ein Krieg in der Luft lag---hauptsächlich im fernen Amerika herbeigesehnt und mit allen unlauteren Mitteln gefördert wurde!---wird nicht gerne gehört.

  5. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Februar 2014 22:30

    Wenn ich nicht irre, so gewährte das k.u.k. Österreich den Bosniaken bereits im Kampf gegen die Türken Sonderrechte, die jeder historischen Entwicklung des Landes Hohn sprachen. Die Schutzmachtfunktion der Monarchie über Bosnien-Herzegowina war wohl auch eher ein Kolonialmandat - wie damals in England, Frankreich, Spanien, Belgien etc. und heute in China, Rußland, USA üblich. Vom Tohuwabohu in Afrika gar nicht zu sprechen.
    Überall dort, wo am Reißbrett Staatsgrenzen gezogen wurden (ohne Rücksicht auf ethnische Befindlichkeiten, religiöse Animositäten ...), nur um dem eigenen Machtrausch zu frönen, herrscht seither Chaos. Und dies wird in Bosnien ein Dr. Valentin Inzko genausowenig wie sein Vorgänger Dr. Wolfgang Petritsch lösen (übrigens beide bekennende Slowenen - der eine ein Roter der andere ein Schwarzer).
    Die Welt ist weit komplizierter, als uns der Boulevard vorlügt! Mit NMS-Niveau läßt sich große Weltpolitik wohl kaum erklären.

  6. Ausgezeichneter KommentatorSensenmann
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Februar 2014 02:35

    Derlei von außen organisierte Kunstgebilde sind ein ewiger Hort von Zwist und Krieg. Die "Ordnungsmächte" Europas sind ja sehr erfahren darin, derlei Kunstgebilde zu schaffen.
    Die "Tschechoslowakei", in der die Tschechen im eigenen Staat eine Minderheit waren endete ja auch, indem man zuerst die Deutschen ausmordete und der Rest dann nach langem Leiden klanglos krepierte um sich in zwei Staaten aufzuspalten (zum Glück friedlich).
    Das wunderbare "Jugoslawien" ging in einer Orgie aus Blut und Feuer unter, die Trümmer schwelen noch immer.
    Man ist als Österreicher ja kein Freund der Serben, aber sich als Österreicher hinzustellen und - unter dem Deckmäntelchen der UNO - dafür zu sorgen, daß Menschen in einen Staat gezwungen werden, der noch minderwertiger ist als der, den sie jenseits der künstlich gezogenen Grenze selber haben, ist hundspervers!
    Man muss die Menschen entscheiden lassen, wo sie hinwollen und fertig. Wo die Grenzen zu unsacharf sind, wird man die Völker entflechten müssen. Natürlich nicht mit den Methoden, die die Sieger von 1945 für uns für gut befunden haben!
    Aber derlei Kunststaaten aufzurichten und diese dann noch gewaltsam aufrechtzuhalten, hat noch nie funktioniert und wird auch dort nicht klappen.

  7. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Februar 2014 13:55

    Ein Vorgeschmack dessen, was uns auch blühen wird, wenn wir so weiter machen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorRado
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Februar 2014 12:12

    Dabei besitzt Bosnien-Herzegowina praktisch seit Anbeginn den Euro als Landeswährung, wer auch immer dafür aufkommt!
    Die bosnische "Konvertierte Mark" ist nichts anderes als die umbenannte deutsche Mark, die immer einen festen Umrechnungskurs zum Euro besaß. Und das ohne offizielle Maastricht-Kriterien, Euro-Rettungspakete und ohne nennenswerte Wirtschaftsleistung.
    An den gebotenen Chancen sollte es demnach ja nicht fehlen.


alle Kommentare

  1. Der Realist (kein Partner)
    09. Februar 2014 15:55

    zu letztem Satz bezüglich Selbstbestimmung der Menschen kann ich nur sagen, Herr Dr. Unterberger, dazu gibt es eine Unzahl negativer Beispiele wo die gewährte Selbstbestimmung in Chaos mündete, weil danach auch nur machtgierige und korrupte Typen an die Macht kamen die ihre Länder systematisch ausplünderten.
    Man hätte schon während des Zerfalls von Jugoslawien alle Grenzen dicht machen sollen und die auf Selbstbestimmung drängenden Teilgebiete sich selbst überlassen sollen, vielleicht gäbe es jetzt dort einen unberührten Nationalpark.

  2. Rado (kein Partner)
    09. Februar 2014 12:12

    Dabei besitzt Bosnien-Herzegowina praktisch seit Anbeginn den Euro als Landeswährung, wer auch immer dafür aufkommt!
    Die bosnische "Konvertierte Mark" ist nichts anderes als die umbenannte deutsche Mark, die immer einen festen Umrechnungskurs zum Euro besaß. Und das ohne offizielle Maastricht-Kriterien, Euro-Rettungspakete und ohne nennenswerte Wirtschaftsleistung.
    An den gebotenen Chancen sollte es demnach ja nicht fehlen.

  3. Torres (kein Partner)
    09. Februar 2014 11:35

    Eines vermisse ich in Unterbergers Artikel allerdings schon: wie eine befriedigende Lösung aussehen könnte. Nur kritisieren ist ja leicht, wenn man selbst nicht weiß, was man besser oder anders machen soll.

  4. Aron Sperber (kein Partner)
    09. Februar 2014 11:06

    sehe ich auch absolut so.

    wenn die Kosovaren einen Staat bekommen, warum dann auch nicht die bosnischen Serben?

    • Rado (kein Partner)
      09. Februar 2014 12:30

      Bei Kosovo hat man der organisierten Kriminalität einen Staat geschenkt. Mit allem was dazugehört. Einem Stück Land dass es nur zu säubern galt, einem Volk, einer Armee, dem Euro als Währung. Der Staatshaushaltbesteht besteht praktisch vollständig aus Geld von aussen.
      Präsident Thaci, Organhändler, Mörder, Drogenbaron und Warlord, wurde von der österreichischen Diplomatie am internationalen Parkett eingeführt.
      Hauptexportschlager aus dem Kosovo sind Drogen, Kriminelle und Prostituerte.
      Die kosovarische politische Eliten bestehen aus ungebildeten Analphabeten und Ziegenhirten, die man in einen dunklen Anzug gesteckt hat.

      Aber die Sache hat auch ihr Gutes!
      Westliche Politiker, auch österreichische, dürfen immer wieder im Rahmen von EU, UN oder OSZE Projekten dorthin fahren, märchenhafte Reisediäten einstreifen, sich von lokalen Huren verwöhnen lassen und ihre Förderungsprojekte samt Kickback Zahlungen an den Mann bringen. Dafür helfen sie auch gerne mal bei der Vertuschung der üblichen Wahlfälschungen oder schweigen nobel bei den Debakeln von UNMIK und EURLEX.
      Sie werden sehen, der Kosovo und Albanien werden die neuen EU-Musterknaben! Davon kann sogar Serbien noch was lernen.

  5. Sybille Stoa (kein Partner)
    09. Februar 2014 07:05

    Naja, ich würde die bosnischen Muslime nicht mit Schiiten oder Suniten vergleichen. Als muslimische Migranten sind sie hier meiner Meinung nach am westlichsten.
    Die Korruption ist halt dort allgegenwärtig und es handelt sich um ein internes innerterritoriales Problem. Solange es nicht zu Gefahren für die umliegenden Staaten kommt und eine Destabilisierung der Region droht, sollte sich niemand in die Probleme eines unabhängigen und souveränen Staates einmischen.

  6. Sensenmann
    09. Februar 2014 02:35

    Derlei von außen organisierte Kunstgebilde sind ein ewiger Hort von Zwist und Krieg. Die "Ordnungsmächte" Europas sind ja sehr erfahren darin, derlei Kunstgebilde zu schaffen.
    Die "Tschechoslowakei", in der die Tschechen im eigenen Staat eine Minderheit waren endete ja auch, indem man zuerst die Deutschen ausmordete und der Rest dann nach langem Leiden klanglos krepierte um sich in zwei Staaten aufzuspalten (zum Glück friedlich).
    Das wunderbare "Jugoslawien" ging in einer Orgie aus Blut und Feuer unter, die Trümmer schwelen noch immer.
    Man ist als Österreicher ja kein Freund der Serben, aber sich als Österreicher hinzustellen und - unter dem Deckmäntelchen der UNO - dafür zu sorgen, daß Menschen in einen Staat gezwungen werden, der noch minderwertiger ist als der, den sie jenseits der künstlich gezogenen Grenze selber haben, ist hundspervers!
    Man muss die Menschen entscheiden lassen, wo sie hinwollen und fertig. Wo die Grenzen zu unsacharf sind, wird man die Völker entflechten müssen. Natürlich nicht mit den Methoden, die die Sieger von 1945 für uns für gut befunden haben!
    Aber derlei Kunststaaten aufzurichten und diese dann noch gewaltsam aufrechtzuhalten, hat noch nie funktioniert und wird auch dort nicht klappen.

  7. heartofstone (kein Partner)
    09. Februar 2014 01:30

    Tja, so kommt es wenn man den saudischen Wahabiten freie Bahn läßt. Persönlich würde ich es ja begrüßen wenn alle damaligen Flüchtlinge rasch wieder in ihre Heimat aufbrechen um ihr Land wieder aufzubauen ...

  8. Haider
    08. Februar 2014 22:30

    Wenn ich nicht irre, so gewährte das k.u.k. Österreich den Bosniaken bereits im Kampf gegen die Türken Sonderrechte, die jeder historischen Entwicklung des Landes Hohn sprachen. Die Schutzmachtfunktion der Monarchie über Bosnien-Herzegowina war wohl auch eher ein Kolonialmandat - wie damals in England, Frankreich, Spanien, Belgien etc. und heute in China, Rußland, USA üblich. Vom Tohuwabohu in Afrika gar nicht zu sprechen.
    Überall dort, wo am Reißbrett Staatsgrenzen gezogen wurden (ohne Rücksicht auf ethnische Befindlichkeiten, religiöse Animositäten ...), nur um dem eigenen Machtrausch zu frönen, herrscht seither Chaos. Und dies wird in Bosnien ein Dr. Valentin Inzko genausowenig wie sein Vorgänger Dr. Wolfgang Petritsch lösen (übrigens beide bekennende Slowenen - der eine ein Roter der andere ein Schwarzer).
    Die Welt ist weit komplizierter, als uns der Boulevard vorlügt! Mit NMS-Niveau läßt sich große Weltpolitik wohl kaum erklären.

    • Undine
      09. Februar 2014 09:29

      @Haider

      *******!
      "Die Welt ist weit komplizierter, als uns der Boulevard vorlügt! Mit NMS-Niveau läßt sich große Weltpolitik wohl kaum erklären."

      .....da schon eher mit dem uns diktierten, frisierten Geschichtsbild, das in den Schulen gegeben wird: Ein Teil stimmt, ein Teil ist erlogen und ein nicht unerheblicher Teil wird verschwiegen.

  9. Josef Maierhofer
    08. Februar 2014 13:55

    Ein Vorgeschmack dessen, was uns auch blühen wird, wenn wir so weiter machen.

    • M.S.
      08. Februar 2014 16:40

      @Josef Maierhofer

      ***************

      Genau! Bosnien ist die kleine Welt, wo Österreich seine große Probe hält.

  10. Susa
    08. Februar 2014 11:44

    Sebastian Kurz mag ein netter junger Mann sein, aber um als Außenminister in DIESER Region fungieren zu können müßte er ein umfassendes Geschichtswissen aufweisen können, das über das übliche eingeschränkte Wissen, das in unseren Schulen gelehrt werden muß, weit hinausgeht.

    • ENIGMA
      08. Februar 2014 13:30

      Nicht nur "in DIESER Region".

    • M.S.
      08. Februar 2014 16:43

      @ENIGMA

      Nicht einmal "in unserer Region". Aber man muß optimistisch sein. Mit der NMS wird sich alles zum Besseren wenden.

    • brechstange
      08. Februar 2014 21:32

      Er will jetzt eh Geschichtsunterricht geben, der Herr Kurz. Ich denke, der verwechselt gerade das Außenministerium mit dem Unterrichtsministerium. Schön grün hinter den Ohren, aber solche Leut braucht man, mit denen kann man alles machen.

    • Der Realist (kein Partner)
      09. Februar 2014 16:11

      bin schon neugierig wie dieses Bubi agiert wenn es wirklich um Dinge geht, wo belanglose Floskeln und höfliches Grinsen zu wenig sind. Auf Dauer wird das Image des netten Jungen nicht reichen.
      Weiß man eigentlich etwas über den Verwandtschaftsgrad zwischen Spindi und Kurz, ich tippe auf an ledigen Buam. Von der Schulbank auf einen Ministersessel ist ja nicht alltäglich, und das ohne irgendeinen Leistungsnachweis

  11. Undine
    08. Februar 2014 10:48

    Wer gestern in der ZIB2 den Diplomaten Valentin Inzko, den "Hohen Repräsentanten" der internationalen Gemeinschaft, mit hilfloser Miene stammeln gehört/gesehen hat, mußte das Gefühl bekommen, daß er nicht der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist.

    Und wieder einmal---zum wievielten Mal eigentlich?---haben Mächte von AUSSEN die GRENZEN eines Landes bestimmt und zwar gegen den Willen der dort lebenden kleinen, aber sehr unterschiedlichen Völker! Und es sind immer dieselben "Groß-Nationen", die sich völlig unsensibel, aber penibel die eigenen Interessen wahrend, ANMASSEN, über andere Völker präpotent zu bestimmen.

    Und es sind wieder einmal die der Überheblichkeit der Großmächte ausgelieferten, "überstimmten" Menschen, die sich plötzlich gegen diese Willkür einzelner Groß-Mächte erheben, um endlich selbst bestimmen zu können.

    Bosnien-Herzegowina leidet im kleinen unter den so vielen Nationen aufoktroyierten willkürlichen Grenzen; es funktionierte weder auf Dauer das von Diktator TITO ERZWUNGENE "Süd-Slawien", eben sowenig wie noch größere künstliche Gebilde= die EU mit seinen nationalen Unterschieden.

    Die Bilder aus Sarajewo sah ich mit Beklemmung---es scheint, als sei die ganze Welt im Aufruhr und das nicht nur in den üblichen permanenten Pulverfässern der Welt.

    Möglich gemacht werden diese konzertierten Aufstände, die z.T. mit großen Gewalttaten verbunden sind, durch ein lächerlich kleines elektronisches "Wunderwerk", das Handy, das auch der "ärmste" Jugendliche heutzutage zur Verfügung hat. Die Folgen sind erschreckend, da niemand weiß, wie diese entfachten Krisen vernünftig einzudämmen sind.

    Nicht zuletzt macht der Ausgangspunkt der gegenwärtigen neuen Unruhen am Balkan, ausgerechnet in Sarajewo, nachdenklich, dort, wo VORDERGRÜNDIG vor 100 Jahren die tödlichen Schüsse auf unser Thronfolger-Paar einen Weltenbrand auslösten. Daß der Todesschütze "gelenkt" war, daß ein Krieg in der Luft lag---hauptsächlich im fernen Amerika herbeigesehnt und mit allen unlauteren Mitteln gefördert wurde!---wird nicht gerne gehört.

  12. dssm
    08. Februar 2014 08:44

    Da unten sind fleißige und anständige Menschen in der Mehrheit. Aber die können noch so sehr wollen, ein über und über korrupter Staat hält sie in den Klauen. Mißerfolge dieses Staatsmonsters werden dann auf die nationale oder religiöse Schiene abgelenkt.
    Man wird halt erst einmal den Sozialismus beseitigen müssen und damit dann die zentralstaatlichen Planspiele, man wird all das was man bei uns nicht gerne hört, dort unten anwenden müssen: Subsidiarität, Eigenverantwortung, schlanker Staat, keine Subventionen (Hallo Herr Inzko!).

    • A.K.
      08. Februar 2014 10:40

      @dssm:
      Wenn Sie in Ihrem Text statt mit "Da unten sind fleißige und anständige Menschen in der Mehrheit..." schrieben: "In Österreich sind fleißige und anständige Menschen in der Mehrheit..." , dann stimmt Ihr Kommentar acuh bei uns. Leider!

    • oboam (kein Partner)
      09. Februar 2014 08:51

      Mißerfolge werden nicht abgelenkt auf ......... sondern kommen vor allem aus einem Missstand.

      Die muslimische "Schiene" dort macht die eklatantesten Missstände. Und das wird auch geflissentlich gesteuert aus Istanbul und Riad mit dem Wunsch die Umma in Bosnien nicht müde werden zu lassen für die Ausbreitung des Islams.
      Milliarden sind von Saudi Arabien nach Bosnien in den Moscheenbau geflossen. Sarajevo hat angeblich die zweitmeisten Moscheen auf einem Stadtgebiet.
      Dieselben Finanziers könnten den muslimischen Teil Bosniens wirtschaftlich so "anschliessen", dass die Umma dort völlig ruhigfinanziert ziemlich luxurios existieren könnte.

      Bloß, dass wollen die Saudis und die türkischen Islamummaisten auch nicht....

      Ideologische Kriegsführung kann schon mal sein, daß muslimische Firmenchefs der "innersten Umma" per Zusatzzahlungen von Wahabis keine Löhne mehr auszahlen an die muslimischen Mitarbeiter ......

      Genau das Verschleiern zu wollen ist so typisch "theoretisch-diplomatisch -österreichisch"... und genau diese Strategie führt in den Abgrund. Wohin auch sonst ?

      So anders ist das islame Kerngeschäft nun auch, wie eines welches meint Seelen in "Westeuropa" seien auch vor allem da "um manipuliert" zu werden.

      Lügen - ob nun falsche Götter, nationalISTISCHE Wahne, Pathos, der "Heldenmut" von Adlerkultlern, etc ....... sind alles dieselbe Sackgasse ins Kriegerische, wie seit adlerkultischen Urzeiten und dies alles im Westen umtriebigst generiert um "Survival of the Fittest" als einer der zentralsten Lügen.

      Wie Herr Tögel in einem Thema "Wohlstand durch Freiheit" ausführt, wird dort auch an der veröffentlichten Studie sichtlich, dass insbesondere KLEINSTSTAATEN besonders wirksam wirtschaftlich prosperierend sind ...... Wieso erwähne ich das hier? Kleine Staaten - persönliche Bezugsysteme zur "Führung" - HALTEN DIE HIERARCHIEN NIEDRIG. Riesenstaaten schaffen komplexe und steile Hierarchien. Das wird dann häufig - und über Zeit- IMMER so volksfeindlich, dass die Typen "oben" Stress machen .... und zwar den gravierend bösen Stress.
      Das Wort "Demos" bedeutet ja eigentlich das hier: Dorf.

      Schliesslich: Die Abgehobenheiten in den "schiefen Türmen" der Hierarchien der Verlogenheiten produzieren eigene Verhaltensmuster, eigene Wortbesetzungs"wirklichkeiten", eigene Gemeinplätze von "Normen" ......kurz auch die "p.c." - die in Wirklichkeit ein Lügenmonstrum ist, realitätsfern, antiethisch und in einem lügnerischen Pathos schwillt, welches stets an der Wirklichkeit "hier unten" zerbricht. "Sie" versuchen zwar in ihre schiefen Türme "hinaufzuziehen", doch wer wirklich liebt wird in diese lügnerischen Machtsysteme nie einsteigen wollen, sondern die Seelen aus diesen schiefen Türmen rauszuholen suchen ......

      Dann kann auch wieder Wirtschaft prosperieren. Denn "hier unten" ist vielen doch völlig klar. Das wichtigste Wachstum in einem Land ist, das welches zur Ernte führt.

      Wo hingegen sogar "unten" gemeint wird "Geld sei das Wichtigste", so ein Staat steht sicher nicht mehr lang ....... da macht die Uhr immer lauter "Tik Tak".

      Bei derzeitigen "Fahrplänen" würde ich Österreich vielleicht maximal 10 Jahre geben und die ersten Aufstände werden auch in Österreich beginnen ----- die schlafen nicht in Riad, Quatar und Istanbul ......
      Die Motivierungsschienen werden in Österreich sicher andere sein als die derzeit in Bosnien angewandten. Die brauchen etwa nur ein OGH Urteil muslimisch korrekt zu lesen und dann ist auch völlig unerheblich, dass ein Teil des OGH Urteils unterwürfigst islamophil gewesen ist ..... denn genau im Zentrum wars das nicht. Und, wenn die Zeit für gekommen sein wird - Rums ....

      Quada und Quadar plätten schliesslich alle sonstigen Widersprüche islamisch korrekt einfach weg. Die i.c. ist der p.c. in ihren Windbarkeiten fürs Böse überlegen ....

      Für die wirklich sinnigen Lösungsansätze gibts derzeit noch keinen Bedarf auf den "Märkten der Lügen".

      Aufrichtige Zustandsbeschreibungen sind jedoch genau die Augenöffner die Selbstbetrüge erkennbar machen und das "wies weiterdrehen wird, wenn an den Selbstbetrügen wieder in die nächste Runde weitergeklammert wird" ist genau die Hilfe heraus aus den schiefen Türmen in so simple Wahrheiten, wie, dass eine Gesellschaft die IMMER NUR das "Auspuffrohr" der Vorderfahrer sieht, sicher keine wirklich harmonische sein kann .....

      Die Lösungen sind "at hand" ...

  13. Wertkonservativer
    08. Februar 2014 08:37

    Bosnien mit der Schweiz vergleichen zu wollen, ist natürlich von vorneherein zum Scheitern verurteilt:
    die Schweiz hatte Jahrhunderte Zeit, ihre vier Sprachgruppen evolutionär zueinanderfinden zu lassen, und das ziemlich unbeeinflusst von der "feindlichen" Umwelt!
    Bosnien?
    Etliche "Brudervölker", zusätzlich durch verschiedene Religionen
    "auseinanderdividiert", haben vor wenigen Jahrzehnten noch einen blutigen Krieg gegeneinander geführt!

    Da kann man versuchen und tun, was man auch immer will oder zu sich zu tun verpflichtet fühlt: das kann nicht gut gehen, wird noch viele Probleme speziell für die Region bringen, und eines Tages Geschichte sein!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  14. Gerhard Pascher
    08. Februar 2014 07:21

    Der nach dem jugoslawischen Bürgerkrieg entstandene bzw. von außen aufgezwungene Staat "Bosnien-Herzegowina" ist eine Fehlgeburt und es war von Anfang an klar, dass dieser nicht von Dauer sein kann. Die dort lebenden unterschiedlichen Volksgruppen (mit drei Hauptsprachen und drei Religionen) können eben nicht gewaltsam zusammengehalten werden. Vielfach hat man sich dabei das Schweizer Modell der Kantone und Sprachenvielfalt als Vorbild gewünscht, aber die Praxis sieht eben anders aus. Denn alle drei Gruppen werden getrennt von den jeweiligen "Schutzmächten" von außen finanziell und moralisch unterstützt, sich nicht von den "bösen Anderen" unterdrücken zu lassen.
    Es bleibt dort ein Pulverfass bestehen.

  15. Peter Brauneis
    08. Februar 2014 05:01

    EU-Bonzen samt US-Ostküste im Hintergrund wollen nur eines: Alle Staaten und staatenähnliche Gebilde unter ihr und das Joch der neuen Weltordnung zwingen. Jedes Mittel ist recht, wenn auch nicht rechts.

    Zur Primitiv-Illustration finden sich kaum bessere Gegenbeispiele als "kluge" Gewerkschaftsbonzen. Diese steirischen "nomina sunt omina" entblöden sich nicht, Präsident Putin als homophob zu benörgeln, bloß weil der Schulkinder vor homosexuellen Päderasten zu schützen sucht.

    Einem "grünen'" Herrn Kretschmann und seinen Komplicen in Baden-Württemberg taugt solches ja eher. Vermochte sich doch schon seinerzeit "Grün"-Trittin an Päderasten-Ideen zu erwärmen. Die politkorrekte Medienmafia stören derart linksfortschrittliche Aktivitäten gar weiter nicht, im Gegenteil.

    Ebenso jeder Rüge entzieht sich, wenn Warme im Iran an Kränen coram publico aufgehängt werden. Solches ist für einen Linken zwar lustig, dennoch: Islamophobie geht gar nicht. Jahve soll abhüten.

    Ist es nicht furchtbar?

    .

  16. mischu
    08. Februar 2014 01:33

    Die Probleme eines multiethnischen Staatsgebildes, wo die politische Führung nur mit Korruption und Eigeninteressen auf ihren Vorteil bedacht ist, anstatt Staatsinteressen sowie die Anliegen der Bürger zu vertreten, wird uns in diesen Tagen drastisch vor Augen geführt.

    Hoffentlich weiten sich diese Unruhen nicht zu einem Flächenbrand - quasi einem "Bosnischen Frühling"- aus. Wäre Sarajewo damit traditionell wieder gut als Ausgangspunkt für zumindest eine europäische Katastrophe?
    Jedenfalls wird Bosien-Herzegowina Europa noch lange einiges zum Auflösen geben.

    P.S.: Könnte das auch gleich die erste echte Bewährungsprobe für unseren Außenminister werden? Herr Kurz, beweisen Sie Profil und übernehmen Sie!

    • Florin
      08. Februar 2014 10:04

      P.S.: Könnte das auch gleich die erste echte Bewährungsprobe für unseren Außenminister werden? Herr Kurz, beweisen Sie Profil und übernehmen Sie! -

      Was soll der Unsinn? Was sollte er Ihrer Meinung nach tun? Die seit sehr langer Zet im Argen liegende österreichische Außenpolitik im Alleingang reparieren? Wie man zuletzt am Beispiel "Golan" gesehen hat, herrscht totale Kurzsichtigkeit, Unvernunft und Desinteresse....
      Ach was reg ich mich auf!

    • mischu
      08. Februar 2014 11:27

      @Florin

      Genau, die Aufregung lohnt sich nicht! ;-)

      Aber als neuen Stern am Himmel der ÖVP darf man sich doch von unserem jungen, frischen Außenminister ein bißchen Tatkraft erwarten, wenn es am Balkan zu brennen beginnt und Österreich sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet, oder?

    • heartofstone (kein Partner)
      09. Februar 2014 01:36

      Die gemeinsame Grenze Österreichs mit Bosnien ist genau Null Meter lang. Eventuelle neue "arme Flüchtlinge" dürfen gerne in Montenegro, Kroatien und Serbien ihre Asylanträge stellen ...

    • Mitwisser (kein Partner)
      09. Februar 2014 03:09

      @heartofstone

      Doppelt hält nicht immer besser, denn der Balkan beginnt - wie oft schon bemerkt - bereits an unserer Grenze!
      Von einer gemeinsamen Grenze mit Bosnien war nirgends die Rede, oder?





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