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Versöhnung tut not, aber bitte richtig

Gemeinsam der Toten zu gedenken, ist immer gut. De mortuis nihil nisi bene, ist einer der vielen weisen Sprüche der Antike, der sogar auf griechische Wurzeln zurückgeht. In diesem Sinne ist das gemeinsame Gedenken der Koalition an die Toten des Jahres 1934 durchaus zu loben. Nur ist das wirklich so? (Mit nachträglicher Ergänzung)

Wird wirklich über die Toten beider Seiten des Februars 1934 nur auf eine gute Art gesprochen? Oder gar auch über die der dritten Seite, die im Sommer des gleichen Jahres geputscht hat? Viele politische und mediale Äußerungen der letzten Tage führen zum gegenteiligen Eindruck: Gut soll und darf nur über die Sozialdemokraten geredet werden. Gegen die anderen kann man weiter hetzen.

Auch der SPÖ-Obmann hat im Widerspruch zum angeblich friedlichen Gedenken über die Toten sofort gegen die Existenz des Bildes des (einzigen) ermordeten Bundeskanzlers in Räumen der ÖVP gestänkert, also gegen seinen Vorgänger. Er hat aber beispielsweise noch nie ein Wort der Distanzierung zum Antisemiten und Anschlussbejubler Karl Renner gefunden.

Man hat das Gefühl, eine in Selbstauflösung befindliche ÖVP hat ebenso wie die kaum besser dastehende Kirche die Zeitgeschichte ganz den Sozialdemokraten überlassen (obwohl auch die als Partei von totaler Erosion bedroht sind). Die Sozialdemokratie hat es trotz ihrer sonstigen Hohlheit geschafft, insbesondere an der Wiener Universität die Zeitgeschichts-Lehre ideologisch so umfassend einzufärben, wie man es sonst nur unter totalitären Systemen gewohnt ist.

Daher ist es umso notwendiger, an die historischen Wahrheiten zu erinnern. Schließlich hat es auch in dem – zu Recht – gelobten Südafrika nur eine Wahrheitskommission möglich gemacht, dass man gemeinsam die blutige Vergangenheit überwindet. Schließlich würde ein völlig einseitiges, ein völlig verzerrtes Bild der Wahrheit entstehen, wenn nur die Sünden und Fehler der anderen Seiten, aber nie die der Sozialdemokraten öffentlich thematisiert werden. Schließlich hat Alfred Gusenbauer lobenswerterweise die riesigen braunen Flecken der Sozialdemokratie als erster ordentlich aufarbeiten und offenlegen lassen. Die aber dann schnell von seinem Nachfolger und der parteitreuen Historikergarde wieder zugedeckt worden sind.

Ohne dass hier der Platz für eine umfängliche historische Abhandlung wäre, sei doch auf die zwei grundlegenden Sünden der Zwischenkriegs-Sozialdemokraten verwiesen: Sie waren genauso schlechte Demoraten wie die anderen; und sie waren zum Teil noch schlechtere Österreicher als die ständig am Schandpfahl stehenden „Christlichen“ jener Jahre.

Wer die „Diktatur des Proletariats“ in sein offizielles Parteiprogramm schreibt, kann niemals als Demokrat gelten. Vor allem in jenen Jahren nicht, als die Ausrufung der „Diktatur des Proletariats“ in der Sowjetunion unmittelbare Vergangenheit und blutige Gegenwart gewesen ist. Wenn da heute manche solche Formulierungen als rhetorische Floskeln abtun, dann lügen sie entweder bewusst, oder haben keinerlei Verständnis, wie solche Forderungen damals auf Bürger, Bauern und Katholiken gewirkt haben müssen.

Gewiss waren diese keine besseren Demokraten. Alles andere als das. Aber letztlich haben 1927 nicht sie, sondern Sozialdemokraten den Justizpalast in Brand gesteckt. Das ist immerhin die weitaus schlimmste Gewalttat vor 1933/34 gewesen. Dafür kann kein als noch so ungerecht empfundenes Geschwornenurteil jemals eine Rechtfertigung sein.

In Summe sind einander fast die ganze Zwischenkriegszeit aggressive Aufmärsche und bewaffnete Parteimilizen gegenübergestanden. Auf und von beiden Seiten. Wer da jetzt die eine zur Seite der armen unschuldigen Märtyrer umstilisieren möchte, ist ein böswilliger Verdreher der Geschichte. Oder er ist halt nie über die Geschichtskenntnisse eines Taxifahrers hinausgedrungen.

Eine selbstkritische Aufarbeitung der Geschichte der Sozialdemokratie würde auch für 1933 und 1934 zahlreiche Beweise eines epochalen Fehlers entdecken: Viele Sozialdemokraten haben nämlich damals in den „Schwarzen“ den viel größeren Feind als in den „Braunen“ gesehen. Ohne diese schwere Fehleinschätzung hätte sich Österreich vielleicht noch ein weniger länger gegen die nationalsozialistische Bedrohung wehren können.

Schließlich kommt es einem auch skurril vor, wenn sich die Sozialdemokratie heute als Urmutter der österreichischen Nation ausgibt. Waren doch viele ihrer Exponenten sogar noch nach 1945 im großdeutschen Denken verhaftet (was die Christlichsozialen auch bis 1933 waren, und manche Großdeutsche bis heute).

Großdeutsch zu denken ist angesichts der Geschichte insbesondere des 19. Jahrhunderts natürlich nichts Böses. Man sollte es halt nur in einer Stunde der Wahrheit auch sagen. Ebenso wie die Tatsache, wie sich viele Sozialdemokraten vor und nach Hitler über manchmal vielleicht etwas schlichte schwarze Versuche lustig gemacht haben, eine österreichische Identität zu zimmern.

Nichts von dem hier zumindest kurz Angerissenen ist im übrigen eine Rechtfertigung des Ständestaats der 30er Jahre. Wer versucht hat, einen Staat auf undemokratischer und religiöser Grundlage und in Anlehnung ausgerechnet an Italien zu errichten, musste automatisch scheitern. Das hat der Religion geschadet. Das hat noch mehr der Partei geschadet, die das probiert hat. Das hat am meisten dem Staat geschadet. Aus päpstlichen Enzykliken lassen sich nun mal keine funktionierenden sozialökonomischen Theorien entwickeln. Das funktionierte damals so wenig wie heute. Die Bibel ist kein Ökonomielehrbuch.

Und gerade wer sich christlich nennt, hätte viel mehr für Versöhnung tun müssen, hätte immer wieder die Hand ausstrecken müssen. Auch wenn zweifellos die Bedrohung durch den Nationalsozialismus eine gewaltige, auch wenn die Wirtschaftslage eine katastrophale war. Oder vielleicht gerade deshalb.

Versöhnung sollte auch heute die einzige moralisch legitime Devise sein. Sie muss aber endlich ehrlich gemeint sein. Und kann nicht eine insgeheime Demütigung einer Seite durch die andere bedeuten.

Wer Versöhnung wirklich ernst meint, müsste die Hand letztlich auch dem dritten Lager reichen. Das es nun einmal auch gibt. Und das sich heute so wie alle anderen an Verfassung, Recht und Ordnung hält (das sich vor zwei Wochen in der Innenstadt sogar mehr als andere daran gehalten hat). Was aber schon gar nicht heißt, dass auch nur ein einziges Verbrechen des Nationalsozialismus vergessen werden darf.

Nachträgliche Ergänzung: Wie sehr die SPÖ statt einer echten Versöhnung das Jahr 1934 noch immer instrumentalisiert, zeigte jetzt wieder der niederösterreichische Landesparteichef: Er verglich das Jahr 1934 mit der schwarz-blauen Regierungszeit! (das war bekanntlich jene Zeit, an deren Ende die Staatsverschuldung von 68 auf 60 Prozent des BIP gesenkt werden konnte, während sie unter Rot-Schwarz jetzt auf über 80 Prozent steigt). Alles andere als versöhnlich war auch die einseitige Darstellung des Februars 1934 durch den ehemaligen AZ-Redakteur Dittlbacher im Fernsehen.

Zweite nachträgliche Ergänzung: Wenn man bei Denkmälern, die der Opfer für ein "Freies Österreich" gedenken, Kränze niederlegt, dann zählt zwar Engelbert Dollfuß eindeutig zu diesen (bei all seinen sonstigen Fehlern). Rätselhaft hingegen ist, warum die SPÖ auch Richard Bernaschek, den Auslöser der Februarkämpfe, da so besonders gerne einbezieht. Denn der Mann war schon vor dem Februar durch antisemitische Töne aufgefallen, und er hatte sich kurz darauf nach seiner Flucht Richtung München der antiösterreichischen Kampagne der Nationalsozialisten angeschlossen. Diese "Österreichische Legion" hatte alles andere als ein "Freies Österreich" im Sinn. Genausowenig rühmenswert war dann sein Wechsel zu den Kommunisten. Freilich muss man sich vor seinem letzten Lebensjahr trotzdem tief verneigen: Bernaschek landete nach dem Juli 1944 - zu dem er vermutlich gar keine Verbindung hatte - in Mauthausen, wo er knapp vor Kriegsende umgebracht worden ist. Aber trotzdem bleibt Faktum, dass Bernaschek für ein "Freies Österreich" viel weniger getan hat als etwa ein Dollfuß.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGandalf
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 02:18

    Die sonntägliche verbale Entgleisung der bedauerlicherweise von einer Mehrheit der Österreicher gewählten Null an der Spitze der SPÖ, die daher leider auch Bundeskanzler spielen darf, ist unverzeihlich. Wessen Bild in den Klubräumen einer - zumindest lange Zeit - staatstragenden Partei hängt, geht ihn so wenig an wie die Frage, wer zum Papst gewählt oder wer zum Präsidenten von Russland ernannt wird, und er hat dazu auch keine Ratschläge zu erteilen, schon gar nicht über die Zeitung. Eine ÖVP, die noch einen Funken Selbstachtung hätte, würde keine "Erklärungstaferln" zu den Portraits der aus ihrer Partei hervorgegangenen Bundeskanzler bestellen, sondern ihre Teilnahme an den geplanten gemeinsamen Gedenk - Aktionen davon abhängig machen, ob der Schulabbrecher es wenigstens schafft, seine schäbige Äusserung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzunehmen.

  2. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 02:27

    Hassparolen und Doppelzüngigkeit tragen in unserer Gegenwart auf das deutlichste die Zeichen linksgerichteten Geschichts- und Politikverständnisses. Rathkolb - ich begegnete ihm einmal zufällig anlässlich eines rein gesellschaftlichen Anlasses und war erstaunt, mit wie wenig Faktenwissen der Mann zur Geschichte des 20. Jahrhunderts auskommen kann - predigt vor allen seinen Studenten unverdrossen die Thesis von der 'Überlegenheit der Bürgerkriegsgesellschaften'. Ich würde an ihn denken, wenn der von ihm als so ersehnenswert herbeigeredete Bürgerkrieg einmal ausbrechen würde, ließ ihn dort unverzüglich das Hasenpanier ergreifen. Die Linke ist gewohnt, mit feigen ÖVP Leuten zu reden. Es wird keine Versöhnung geben, die schwarzen Blocks sind nicht nur Import von entbehrlichen Nordlichtern, im Kopf der jungen Linken (SP, Grüne, post- neo- und altmarxistische Sekten aller Schattierungen inbegriffen) sind Lüge und Denuntiation fester Bestandteil der politischen Bildungsarbeit. Entgegenkommen wird von Roten grundsätzlich als Schwäche gesehen, Kompromissbereitschaft als Mittel zur Übertölpelung des Gegners. Auf unterster, Bezirks- oder lokalpolitischer Ebene gibt es freilich davon noch Ausnahmen. Mit dem Wegsterben der Wähler (=der Pensionisten) radikalisiert sich eben der solcherart marginalisierte Nachwuchs. Die Pfründner, die heute schon die Masse der Linken ausmachen, finden später schon ein anderes Trittbrett.
    Man sollte mit gelassenem Achselzucken darüber hinwegschreiten. Wer unversöhnlich stirbt, dem ist halt nicht zu helfen. Hauptsache, er stört die Zukunft nicht mehr.

  3. Ausgezeichneter KommentatorProConsul
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 09:40

    Karl Kraus war einer der meistgefürchteten Kritiker der Zwischenkriegszeit in Österreich und pflegte wichtige Gegner in seiner Zeitschrift Die Fackel publizistisch zu „erledigen“. Den Polizeipräsidenten Johann Schober, der den stark überschießenden Polizeieinsatz vom 15. Juli 1927 verantwortete, forderte er auf Plakaten zum Rücktritt auf. Die Sozialdemokraten erwarteten daher, dass er zu Dollfuß’ Staatsstreich 1933 und zum Februaraufstand 1934 entsprechend kritisch Stellung nehmen werde. Doch weit gefehlt! In Nr. 890–905, Ende Juli 1934, erklärte Kraus, er habe sich für Dollfuß als „kleineres Übel“ (S. 176) und gegen den „Leitartikler des Unheils, Herrn Otto Bauer“, entschieden (S. 179). Er erkannte mit seinem genialen Scharfsinn: „Gegen all das, was mit der Menschheit unvereinbar ist, scheint der kirchliche Widerstand dauerhafter, mutiger und aussichtsvoller als der des Freidenkertums“ (S. 183). Kraus behauptete, eben Dollfuß und nicht Bauer erfülle die Definition der Politik als „Kunst des Möglichen“ (S. 241).

    Die Historikerin Gudula Walterskirchen, die 2004 eine Dollfuß-Biografie publizierte, beklagte 2009, der Öffentlichkeit werde ein „schablonenhaftes Bild“ Dollfuß’ vermittelt; die Historiker seien bis heute nicht in der Lage, über diesen Politiker professionell, also sachlich, zu diskutieren: „Es passt nicht in das Bild des ‚Arbeitermörders‘, dass dieser eine Sozialversicherung für Landarbeiter durchgesetzt hat.“ Die Völkerbundanleihe, mit der der Zusammenbruch von Großbanken abgewendet worden sei, habe Dollfuß gegen den Widerstand der Sozialdemokraten durchsetzen müssen. In das Dollfußbild passe auch nicht, „dass er erbittert gegen den Nationalsozialismus angekämpft hat und schließlich von Nazis ermordet worden ist“. Walterskirchen meint, die ausschließlich negative Darstellung Dollfuß’ solle davon ablenken, dass die Sozialdemokratie den Kampf gegen den Nationalsozialismus im Wesentlichen „anderen, etwa den Kommunisten und Legitimisten, überlassen“ habe. Die auf sozialdemokratischer Seite häufige Nichtunterscheidung zwischen Ständestaat und Nationalsozialismus und deren Zusammenfassung unter dem Begriff Faschismus sei „wissentliche Geschichtsfälschung“.

    Otto von Habsburg sagte über Dollfuß: Er war ein tief honoriger Mensch und ein guter Christ. Er wollte auch die Beziehungen zum Haus Habsburg in Ordnung bringen. Aber die letzte Wende war erst kurz vor seinem Tod. Mit seiner Ermordung dürfte es aber nichts zu tun haben, denn es war zu knapp vor dem Tod. Er hat es auch nicht nach außen hin gesagt, so weit ich informiert bin, er hat es zu Ernst Karl Winter gesagt, dem er sehr vetraut hat und ihm sehr viel Offenes gesagt hat. Dieser war sehr erstaunt, als er damals zu mir gekommen ist, über den Gedanken, daß die Monarchie nun sehr bald wieder kommen würde. Dollfuß hat ja gewußt, daß er in einer äußerst schwierigen Situation war. Und er hat das Gefühl gehabt, mit der Monarchie ging es. Schuschnigg war ja immer Monarchist, Dollfuß war zuvor Republikaner, das ist der Unterschied zwischen den beiden gewesen. Dollfuß hat erkannt, daß die Monarchisten am entschlossensten gegen den Nationalsozialismus waren und zweitens hat er gesehen, daß die verschiedenen reichischen Gedanken an der Substanz Österreichs vorbeigingen. Es war eine logische Fortsetzung des Österreich-Gedankens. Der christliche Ständestaat war ein Gedanke, der nie die Füße auf den Boden bekommen hat." (Gudula, Walterskirchen, Engelbert Dollfuß, S.42)

    Gudula Walterskirchen: Wie würden Sie nach diesem langen Abstand von 70 Jahren das Wirken von Dollfuß einschätzen?
    Otto von Habsburg: Er hat sehr viel für Österreich getan. Er war der einzige, der den Mut gehabt hat, tatsächlich den Kampf gegen den Nationalsozialismus aufzunehmen. Er war der einzige, der sich ohne Wenn und Aber zu Österreich bekannt hat. Er hatte einen gewissen stillen Hintergrund vom reichischen Gedanken gehabt, aber sein Reich ist nach Osten gegangen, nicht nach Westen. Es hat damals in Österreich noch eine Schule gegeben von reichisch denkenden Menschen, die keine Nationalsozialisten waren, die aber wieder sehr stark an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation anschließen wollten. Das hatte Dollfuß irgendwie verinnerlicht und hat die österreichische Idee sehr stark unterstrichen, ohne sie allzu sehr zu definieren. Es war bei ihm mehr eine normale Reaktion eines Kaiserschützen, denn er war ja in seinem Inneren ein Soldat. Er hat sehr viele Hindernisse übersprungen. Er war ja ein uneheliches Kind und wollte ursprünglich Geistlicher werden." (Gudula, Walterskirchen, Engelbert Dollfuß, S.44)

  4. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 08:32

    Obwohl ich mr vornahm, keine nachgeborenen Beiträge zum 34er Jahr zu lesen, kam ich nicht umhin, das jüngste Wiener Journal der Wiener Zeitung in die Hand zu nehmen.
    Der von Helmut Oswald bereits erwähnte Herr Rathkolb kommt in dieser Beilage der bereits als Neue Arbeiter Zeitung bekannten Postille der Republik ausführlichst zu Wort.
    Bereits nach wenigen Zeilen hatte ich das Gefühl einen Aufsatz des Herrn Obmanns der SPÖ-Sektion XVI in Wien-Favoriten zu lesen.
    Kein Wort davon, dass der Beschuss des Goethe-Hofes erst nach erfolglosem Verstreichen eines Ultimatums zum Räumen der in diesem Gemeindebau gehorteten schutzbündlerischen Waffenlager erfolgte ...
    Kein Wort davon, dass das erste Opfer des Februaraufstands ein hinterrücks erschossener Polizist war ...
    Kein Wort davon, dass Polizei und Bundesheer selbstverständlich die Aufgabe und die Pflicht (trotz Waldheim wage ich weiterhin dieses Wort zu wählen) hatten, die staatliche Ordnung zu schützen und eben notfalls auch mit dem ihnen eigenen Gewaltmonopol zu verteidigen ...
    Dass dann ein uniformierter Bundesheersoldat in einem Foto als Mitglied der Heimwehr bezeichnet wird, ist nur noch ein Tüpfchen auf dem "I" dieser Beilage ...

  5. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 12:48

    Gehört zwar nicht zu diesem Thema, ich muss es aber doch loswerden.
    Zu 1914 und 1934 kann ich wenig sagen, aber zu 2014:

    Eben lese ich auf orf-online:
    Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sprach sich unterdessen gegen eine Sonderbehandlung der Schweiz aus. Gefragt nach einem möglichen Modell „Personenfreizügigkeit light“ sagte Kurz der „Neuen Zürcher Zeitung“ („NZZ“, Montag-Ausgabe), dass es nicht möglich sei, „einzelne Rechte und Pflichten zu kippen, und den Rest zu behalten“. Ob es eine Lösung gibt, werde vom Vorgehen der Schweiz und vom „Wohlwollen“ der EU abhängen, so Kurz. Den Konflikt aufzulösen werde jedenfalls „sehr schwierig“.

    Weiß unser jugendlicher Außenminister nicht, dass die Schweiz kein EU-Mitglied ist? Er muss ja nicht überall seinen Senf dazugeben. Ich glaube, die ganze Aufregung wird sich wieder legen und wir sollten der Schweiz dankbar sein, dass nun auch in anderen EU-Ländern dieses Thema eifrig diskutiert wird. Die Schweiz hat genug Argumente, wo sie sich auch gegen die erpresserischen Methoden der EU erfolgreich zur Wehr setzen kann. Abgesehen davon, sind in der Initiative überhaupt noch keine Details über Kontingente erwähnt, ebenso ist noch völlig offen, was mit den bisher fast 2 Millionen Ausländern, welche in der Schweiz wohnen, künftig geschehen wird. Innerhalb (in der Schweiz sagt man: innert) drei Jahren muss nun der Volksentscheid umgesetzt werden, da kommt sicher ein harmloser Kompromiss heraus.

    Fast völlig unbemerkt ist dabei geblieben, dass Liechtenstein als EWR-Mitglied schon vor fast 20 Jahren mit der EU ein Kontingentierungssystem vereinbart hat. Allerdings geht dies in der Praxis auf Kosten von Österreich und der Schweiz. Da nur maximal ein Drittel an Ausländern im Fürstentum Wohnrecht bekommt, andererseits aber sehr viele (qualifizierte!) ausländische Arbeitskräfte gebraucht werden, so pendeln täglich einige tausend Leute aus CH und A (vereinzelt auch aus D) nach FL. Viele Deutsche und Osteuropäer haben sich z.B. in Buchs (SG) oder Feldkirch (Vbg.) angesiedelt, wo dadurch Gründe und Mietwohnungen im Preis stark gestiegen sind.

  6. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 19:40

    ORF-Dittelbacher ist rücktrittsreif!
    Behauptet er doch allen Ernstes soeben in der ZiB, Dollfuß hätte 1934 den BÜRGERKRIEG vom Zaun gebrochen!
    Wenn die ÖVP diese Geschichtsklitterung so im Raum stehen läßt, ist ihr und Österreich nicht mehr zu helfen!!!!

  7. Ausgezeichneter KommentatorEco
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Februar 2014 13:15

    Der erste Schuss der Februarkämpfe hat einen Polizisten getroffen, er wurde durch einen Schuss eines Schutzbündlers ermordet ? Was hätte die Regierung anderes tun sollen, als die Aufständischen tu entwaffnen ? Bestand doch die Gefahr, dass der Aufruhr ganz Österreich erfasst. Zu gut war noch die Erinnerung an 1927, als der Mob den Justizpalast angezündet hat. Viele Gemeindebauten waren zu Festungen ausgebaut, waffenstrotzend mit den aus der Tschechoslowakei eingeschmuggelten Waffen ( Faustfeuerwaffen, Gewehren, Maschinengewehren und auch vereinzelt Handgranaten ).
    Auch an militärischen Führern mangelte es im Schutzbund nicht, meist kampferprobte Söldner, die im dem spanischen Bürgerkrieg ihr Handwerk gelernt hatten.
    Der Aufstand, der die Diktatur des Proletariates bringen sollte, richtete sich gegen das Staatswesen und seine Einrichtungen.
    Die regierung hat maßhaltend nach den damaligen Gestzen reagiert.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTik Tak
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2014 15:49

    Versöhnung?
    Politisches Erbe?

    My Ass!

    Der angebliche "Bürgerkrieg" des Jahres 1934 war bestenfalls ein paramilitärischer Putschversuch der "Sozialdemokratie" vor dem sogar die eigenen Leute wie der Theodor Körner gewarnt haben.
    Ein illegaler Putschversuch, der einer von vieren solchen (Der erste war der Anschlag auf den Justizpalast, ausgelöst durch Sozialdemokraten. Der zweite war der Parlamentsputschversuch durch die Sozialdemokratie, ausgelöst durch einen Karl Renner, der dann in der Ausschaltung des Parlaments endete. Der dritte war der im Februar 1934, ausgelöst durch die "Sozialdemokratie". Der vierte dann durch die Nazis Der hat dann Dollfuß das Leben gekostet.) war, hat sich halt als Niederlage im Gedächtnis der "Sozialdemokraten" eingebrannt.

    Und weil Niederlagen sich nicht gut in der Selbstsicht machen, wurde diese Niederlage dann eben in einen heroischen Abwehrkampf umgedeutet.
    Interessant ist dabei nur die Rolle Karl Renners, der immer an erster Stelle dabei war, wenn es um zwei Dinge ging:

    Massive Gewalt, militärisch oder juristisch
    Österreichverrat bei jeder Gelegenheit

    Karl Renners Denkmal und die Benennung des Rings nach diesem (vor 1945) Nazianhänger/Kommunistenanhänger (nach 1945) und Verräter ist eine Schande der Republik.
    Ein Land welches auf sich hielte würde diesen Verräter ächten, aber im Land der Heldendenkmäler für Massenmörder ist das wohl kein Thema.

    Das ist nicht das erste Mal und es wird auch nicht das letzte Mal sein, daß eine Niederlage später in eine Heldentat umgedeutet wird.

    Würde heute eine beliebige Partei einen solchen Putschversuch versuchen, würde man diese Partei verbieten und gegen die Putschisten militärisch und polizeilich vorgehen.
    Man würde die Putschisten für lange Zeit hinter Gitter bringen und sie mit voller Härte verfolgen.
    Es wären Verräter und Kriminelle.

    Und komisch, genau das hat man 1934 auch getan.

    Der Unterschied liegt nur in der Richtung, in die man die Leute durch gezielte Manipulation lenken will.


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  1. hoffmann (kein Partner)
    13. Februar 2014 15:10

    Andreas Unterberger hat die gleichen Schwierigkeiten. die Handlungen von Dollfuss zu rechtfertigen wie viele andere, die das versuchen:
    Zunächst einmal wird auch von ihm Renner bemüht. Ich weiß nichts davon, dass Renner jemals auf irgendeinen anderen Menschen schoss oder schießen ließ. Ich weiß auch nichts davon, dass Renner jemals irgendeinen politischen Gegner ins Gefängnis werfen ließ. Man kann Renner vorwerfen, dass er bis 1938 am Anschlusswunsch festhielt (im Gegensatz zu seiner Partei übrigens, die sich mit Hitlers Machtergreifung davon verabschiedete), als Rechtfertigung für Dollfuss taugt er aber bei weitem nicht. Da sind Welten dazwischen.
    Dann gibt es das Linzer Parteiprogramm von Otto Bauer. Meines Wissens nach wollte Bauer den Austromarxismus auf demokratischem Wege verwirklichen. Auch hätten die Roten geplant, im Falle einer Regierungsübernahme die Demokratie wieder einzuführen. Für mich ist das, was Otto Bauer wollte, am ehesten damit vergleichbar, was Allende in Chile wollte. Damit muss man nicht einverstanden sein, aber diktatorisch war es nicht.
    Und es ist unfair und eine Verzerrung historischer Tatsachen, den Justizpalastbrand zu erwähnen, aber nicht die Urteile von Schattendorf, die dazu erst geführt haben.
    Und dann sollte man im Zusammenhang von Dollfuss auch erwähnen, dass die Sozialdemokraten immer seine allerersten Gegner waren. Mit den Nazis gab es hingegen immer wieder (Geheim)Verhandlungen, auch nach ihrem Verbot.
    Und es ist schon ziemlich grotesk, einen Menschen, der in Österreich die Freiheit abschaffte, als Kämpfer für ein freies Österreich zu bezeichnen. Zumal Dollfuss nicht einmal intelligent genug zu war, zu erkennen, dass nur ein innerlich freies Österreich den Kampf um seine äußere Freiheit einigermaßen sinnvoll führen kann.

    • Tik Tak (kein Partner)
      13. Februar 2014 15:42

      Hoffmann, Sie sollten sich ein wenig bilden und zwar nicht mit den Mitteln der Partei.

      Das Schattendorfer Urteil ist im Zweifel gesprochen worden und hat sich aus der völlig chaotischen Lage der damaligen Situation fast zwangsläufig ergeben.
      Dass wäre noch lange kein Grund dafür, den Justizpalast anzuzünden und einen Putschversuch zu inszenieren.
      Da hat sich der Staat wehren müssen - müßte er auch heute.
      Was den Naziadepten und Landesverräter Renner anbelangt, der war maßgeblich am Aufbau einer bewaffneten paramilitärischen Truppe namens Republikanischer Schutzbund beteiligt.
      Diese Truppe hatte nur einen Zweck, den bewaffneten Umsturz in Österreich.
      Sie glaube ja wohl hoffentlich nicht, daß der Renner davon ausgegangen ist, daß der Schutzbund ein Plauderkränzchen wäre.
      Ganz im Gegenteil, wenn Sie sich die Briefe und Unterlagen der SDAP aus der Gründungszeit des Schutzbundes ansehen, dann haben sehr wohl mit vielen Toten, natürlich auf der "anderen" Seite gerechnet.
      Es gibt sogar Aussagen, man hätte die Opfer auf Seiten der SDAP billigend in Kauf genommen um diese dann als Helden propagandistisch ausschlachten zu können.
      Deutsch und Eifler hatten sogar den Plan schwere Waffen aus Heeresbeständen zu rekrutieren.
      Verteidigung sieht anders aus.
      Und nein, Bauer war ebenfalls davon überzeugt, daß nur eine gewaltsame Revolution und keine Wahlen dem Marxismus an die Macht helfen würde.
      Wie schon Marx davor hatte Bauer keinen Plan die Macht auf demokratischen Weg zu erringen.
      Dollfuß war kein Heiliger, aber die SDAP hatte und hat nichts mit Demokratie und Freiheiten zu tun.
      Die SDAP war nur eine weitere totalitäre Mörderbande mit Allmachtsanspruch der notfalls mit Gewalt durchzusetzen wäre - gegen den Staat und seine Organe.

    • hoffmann (kein Partner)
      13. Februar 2014 16:30

      Tik Tak

      Ich habe schon zuvor Ihr Posting oberhalb gelesen (jenes mit My Ass!) und mir dabei folgendes gedacht:
      Dollfuss wird heute wohl nur mehr von wirklich echten Hardcore-Schwarzen verteidigt.
      Jene Leute, die Dollfuss so sehen, wie er wirklich war, nämlich ein Diktator, der die Demokratie abschaffte (und damit auch quasi den ersten Spatenstich für Österreichs Grab tätigte), müssen nicht zwangsläufig Hardcore-Rote sein.

      Die Urteile von Schattendorf waren politisch. Die SDAP war damals schon in Opposition. Die Heimwehr gab es damals schon 7 Jahre (der Schutzbund wurde erste 3 Jahre später gegründet, als Antwort darauf) und hatte massiven Einfluss auf die Christlich-Soziale Partei. Und beim Schattendorf-Prozess ging es um einen Heimwehrangehörigen.
      Bauer hat davon gesprochen, dass es zur Umsetzung des Austromarxismus einer absoluten Mandatsmehrheit im Parlament bedarf. Das können Sie im Internet nachlesen - und zwar nicht nur auf Parteiseiten der SPÖ.

    • Tik Tak (kein Partner)
      13. Februar 2014 17:03

      Hoffmann,

      schönen Gruß in die Löwelstraße.

      Ich bin weit davon entfernt ein Anhänger der ÖVP. SPÖ, FPÖ, Grünen oder einer anderen Partei zu sein.
      Aber wenn Sie sich vielleicht die Mühe machen würden, ich weiß, dazu braucht man Zeit und Bildung - Abseits der Paddei - die Schriften Otto Bauers im Original zu lesen und nicht in der parteigenehmen und aufbereiteten Form, dann könnten Sie erkennen, wie falsch Sie liegen.
      Die Unterlagen dazu finden Sie im Archiv der Arbeiterzeitung.
      Die Unterlagen zum Prozeß in Schattendorf sind schon oft publiziert worden, daran ist nichts politisches.
      Das war ein Freispruch im Zweifel, mehr nicht.

      Den ersten Spatenstich zum Grab Österreichs haben Renner und seine Putschistentruppe schon lange vor Schattendorf gemacht.
      Dazu brauchte es keinen Dollfuß.
      Dollfuß ist nur eines jener Feindbilder mit denen die SDAP von den eigenen Verbrechen ablenken will.
      Der war kein Heiliger und natürlich hat er genug Fehler gemacht.
      Aber das Image, welches er heute hat, ist nur Geschichtsfälschung durch die SPÖ und Konsorten.

      Wenn Sie das anders sehen, dann sollten Sie mal die Augen öffnen und die Originalunterlagen aus der Zeit studieren.
      Die haben nicht viel mit der bereinigten Geschichtsschreibung, mehr -Fälschung, durch die Sozialdemokratie in Österreich zu tun.

      Viel Spaß beim Lesen der Unterlagen und beim Dazulernen.

    • hoffmann (kein Partner)
      13. Februar 2014 18:56

      Tik Tak

      Sie scheinen ein ziemlich eingebildeter und von sich selbst sehr eingenommener Zeitgenosse zu sein. Deswegen werde ich jetzt auf Ihre "Deutungen" der Geschichte der 1. Rep. nicht näher eingehen - es würde dabei nichts herauskommen. Huldigen Sie weiter Ihrem Dollfuss, es stört mich nicht weiter. Ich bin jedenfalls froh, in einer Demokratie zu leben und ich halte die Demokratie auch für die beste mögliche Staatsform. Deshalb kann ich auch an einem Menschen, der die Demokratie abgeschafft hat, nichts Gutes finden. Für mich gibt es dafür keine Rechtfertigung. Alle derartigen Versuche sind nichts anders als Schönfärberei.
      Politik braucht immer und in jedem Fall Rechtfertigung durch das Volk.
      Guten Tag.

  2. RR Prof. Reinhard Horner
    13. Februar 2014 12:22

    reinhard.horner@chello.at

    leser@wienerzeitung.at

    Zu: „Ein Trauma, das nachwirkt“ von Brigitte Pechar am 12.02.2014

    Politische Bildung für heute und morgen!

    Das gemeinsame Gedenken an den Februar 1934 ist gewiss ein begrüßenswerter Fortschritt. Nicht wenige inhaltliche Darstellungen lassen jedoch sehr zu wünschen übrig. Da wird übrigens allzu viel überschwiegen. U. a. die Nennung der grob fahrlässigen Rücktrittshandlungen Karl Renners als 1. Präsident des Nationalrats und seiner beiden Stellvertreter, die 1933 dem Kanzler Dollfuß die Möglichkeit zur Ausschaltung des Parlaments in die Hände gespielt haben.

    Die Bemühungen um eine ausgewogene Bewertung der Ereignisse des Februar 1934 anhand der unverkürzten Darlegung der Fakten sind nicht neu. Es lohnt sich in der Zeitschrift „Österreich in Geschichte und Literatur, 2. Jahrgang 1958 nachzulesen. Dort finden sich unter den Vortragstexten der 4. Historiker Tagung des „Instituts für Österreichkunde“ vor allem die Beiträge zum Thema „Das Jahr 1834 im Spiegel der Parteien. Die politischen und sozialen Wurzeln des 12. Februar 1934.“ von Robert Endres für die SPÖ und Wilhelm Böhm für die ÖVP. Verglichen mit den Inhalten dieser Tagung aus 1958 sind etliche heutige Darstellungen ein merklicher Rückschritt.

    • RR Prof. Reinhard Horner
      13. Februar 2014 12:49

      reinhard.horner@chello.at

      Übrigens: Die Bibel ist gewiss nicht ein Ökonomielehrbuch; so beschränkt ist sie nicht. Auf dem dringend erforderlichen Weg der Einbindung des wirtschaftlichen Denkens und des Wirtschaftsgeschehens in die Gesamtzusammenhänge der persönlichen Lebensführung und der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen
      sind biblische Anleitungen von großer Bedeutung.

      Die verkürzten Sichten des "freien" Wirtschaftens täuschen eine naturgesetzliche Eigenständigkeit vor und leisten krassen Missbräuchen des wirtschaftlichen Handelns Vorschub.

  3. Stascheisserkoarl (kein Partner)
    13. Februar 2014 11:32

    Der einzige Fehler der Demonstranten vom Akademikerball war, das diese statt den Auslagen in der Innenstadt nicht über die Pyrkergasse zogen und dem austrofaschistischen Ober-Ungustl Unterberger die "Goschn" eing´haut haben.

  4. Clemens Taferner (kein Partner)
    12. Februar 2014 22:08

    Auch auf Ö 1 heute (12.02.) lange Geschichte zum Thema. Grundtenor: Alle waren böse, nur die Sozialdemokraten waren gut.

  5. cmh (kein Partner)
    12. Februar 2014 20:13

    Eigentlich leben wir in einem Scheissstaat:

    Lässt man sich im Amt abschlachten wie Dollfuss, dann wird man taxfrei zum Nazi gemacht, lässt man alle im Stich und desertiert, dann legen sie dir Kränze zu Füßen.

    Es bleibt da nur die Frage, ob das ein Charakteristikum der Österreicher ist, oder ob sie erst durch die sozialistische Indoktrination zu solchen A-lo-s geworden sind. Oder geht es uns einfach nur zu gut und wir wissen nicht mehr über die Dinge bescheid, die Wert darstellen.

  6. Wolfram Schrems (kein Partner)
    12. Februar 2014 15:59

    Bundeskanzler Dollfuß hatte gegen zwei totalitäre Systeme zu kämpfen, von denen sich eines, das jüngere, als Gegengift gegen das andere, das ältere, ausgab.

    1933/34 muß der rote Terror in Rußland (und der Ukraine: Holodomor), Ungarn, Bayern und - zeitgleich - Spanien einen tiefen Eindruck hinterlassen haben.

    Der Unterschied von "Sozialdemokratie" und Sowjetkommunismus ist eher theoretisch, der Marxismus als gemeinsamer Nenner höchst real, von "Demokratie" im gängigen Sinn kann nicht die Rede sein.

    Insofern ist der Abwehrkampf von Engelbert Dollfuß zu würdigen, genauso wie sein Lebensopfer: Rot und Braun gegen Glauben, Kirche, Katholiken und christliche Zivilisation - was für eine sinnbildliche und aussagekräftige Allianz!

    Der englische Historiker Gordon Shepherd schrieb in seiner Biographie (sinngemäß), daß es damals kaum irgendwo so einen noblen Politiker gab wie Dollfuß.

    Höchste Zeit, ihn zur Ehre der Altäre zu erheben!

  7. Tik Tak (kein Partner)
    12. Februar 2014 15:49

    Versöhnung?
    Politisches Erbe?

    My Ass!

    Der angebliche "Bürgerkrieg" des Jahres 1934 war bestenfalls ein paramilitärischer Putschversuch der "Sozialdemokratie" vor dem sogar die eigenen Leute wie der Theodor Körner gewarnt haben.
    Ein illegaler Putschversuch, der einer von vieren solchen (Der erste war der Anschlag auf den Justizpalast, ausgelöst durch Sozialdemokraten. Der zweite war der Parlamentsputschversuch durch die Sozialdemokratie, ausgelöst durch einen Karl Renner, der dann in der Ausschaltung des Parlaments endete. Der dritte war der im Februar 1934, ausgelöst durch die "Sozialdemokratie". Der vierte dann durch die Nazis Der hat dann Dollfuß das Leben gekostet.) war, hat sich halt als Niederlage im Gedächtnis der "Sozialdemokraten" eingebrannt.

    Und weil Niederlagen sich nicht gut in der Selbstsicht machen, wurde diese Niederlage dann eben in einen heroischen Abwehrkampf umgedeutet.
    Interessant ist dabei nur die Rolle Karl Renners, der immer an erster Stelle dabei war, wenn es um zwei Dinge ging:

    Massive Gewalt, militärisch oder juristisch
    Österreichverrat bei jeder Gelegenheit

    Karl Renners Denkmal und die Benennung des Rings nach diesem (vor 1945) Nazianhänger/Kommunistenanhänger (nach 1945) und Verräter ist eine Schande der Republik.
    Ein Land welches auf sich hielte würde diesen Verräter ächten, aber im Land der Heldendenkmäler für Massenmörder ist das wohl kein Thema.

    Das ist nicht das erste Mal und es wird auch nicht das letzte Mal sein, daß eine Niederlage später in eine Heldentat umgedeutet wird.

    Würde heute eine beliebige Partei einen solchen Putschversuch versuchen, würde man diese Partei verbieten und gegen die Putschisten militärisch und polizeilich vorgehen.
    Man würde die Putschisten für lange Zeit hinter Gitter bringen und sie mit voller Härte verfolgen.
    Es wären Verräter und Kriminelle.

    Und komisch, genau das hat man 1934 auch getan.

    Der Unterschied liegt nur in der Richtung, in die man die Leute durch gezielte Manipulation lenken will.

  8. Julia (kein Partner)
    12. Februar 2014 11:19

    Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz

    Quiz: Ratet mal wieviel sie bekommt! Erst raten, dann lesen.
    Die beiden Bilder in der Anlage
    http://terragermania.files.wordpress.com/2014/02/leistungen-nach-dem-brdisrael-asylbewerbergesetz-fc3bcr-eine-4-koepfige-familie-seite-1.jpg

    http://terragermania.files.wordpress.com/2014/02/leistungen-nach-dem-brdisrael-asylbewerbergesetz-fc3bcr-eine-4-koepfige-familie-seite-2.jpg

    Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz für eine 4-köpfige Familie (2 Kinder unter 18 Jahre)

    3.500 Euro/Monat an Asylantenfamilie
    und
    unsere Renten liegen oft nur
    bei 750 Euro pro Monat.
    http://terragermania.com/2014/02/12/leistungen-nach-dem-asylbewerbergesetz/

    • no na (kein Partner)
      12. Februar 2014 12:09

      Den bearbeitenden Beamten sollte man diesen Bescheid um die Ohren hauen, wieder und immer wieder, bis sie begreifen. Es ist nicht IHR Geld, das sie hier verschenken (Motto: darf's a bisserl mehr sein?), vielleicht macht ihnen das einmal jemand klar, sondern das sauer verdiente Geld der Steuerzahler! Und das darf nicht an jeden dahergelaufenen verschenkt werden. Vielleicht kann man ihnen sagen, dass einmal auch ihre eigene Pense nicht auszahlbar sein wird, weil der Staat bankrott ist, wenn er sein Geld derart beim Fenster hinaushaut. Das könnte wirken.

    • Julia (kein Partner)
      12. Februar 2014 13:01

      no na
      Da haben sie wohl recht, aber die Beamten führen nur Gesetze (Befehle) aus und denken sie seien im Recht. Erst am Schluss, wenn es sie selber trifft, dann und nur dann werden sie erkennen ....
      Heute noch werden 93-jährige Menschen wegen Nazi-Verbrechen (war Koch im KZ für die Wärter) verurteilt, weil sie damals nur Gesetze befolgt haben. Das sage ich den Leuten, welche sich auf Gesetze ausreden. Deren Bleiche im Gesicht zeigt, dass sie sich selbst nicht wohl fühlen dabei. Das Gewissen wird immer mehr an die Oberfläche kommen! Der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten!

  9. Einspruch! (kein Partner)
    12. Februar 2014 10:18

    Versöhnung braucht Persönlichkeiten, wirkliche Persönlichkeiten. Ein Nichts an Persönlichkeit kann sich nicht versöhnen, wird immer in seinem bornierten ideologischen Käfig eingesperrt bleiben, die Fehler immer nur bei den anderen suchen, egal, was es sagt. Deshalb sehe ich keine Möglichkeit einer echten Versöhnung der (eigentlich ja nur durch lächerliche Details weltanschaulich getrennten) österreichischen sogenannten Großparteien. Zumindest solange, als deren Spitzenfunktionäre nur die Charakterisierung "Nichts" verdienen.

    • Tik Tak (kein Partner)
      12. Februar 2014 15:54

      Wofür braucht es Versöhnung in diesem Fall?

      Niemand wird sich mit einem x-beliebigen Kriminellen versöhnen wollen?
      Oder sollte man sich dann auch mit einem Pädophilen versöhnen wollen?
      Schließlich haben die es ja auch nur "gut" gemein.

      Was im Februar 1934 passiert ist war ein illegaler, paramilitärischer Putschversuch und damit nur ein krimineller Akt.
      Dazu braucht es keine Versöhnung.
      Dazu reicht die volle Nutzung der Möglichkeiten der Gesetze durch den Staat.

      Egal was die SPÖ heute daraus machen will.

    • Einspruch! (kein Partner)
      13. Februar 2014 10:17

      @Tik Tak: Ich weiß das, Sie wissen das, aber die Sozis wollen halt das glauben, was ihnen ihre eigenen Altvorderen vorgelogen haben. Also soll es meinetwegen halt so sein. Reden wir nicht mehr darüber. Ganz schuldlos war ja weder die eine noch die andere Seite, und seither sind Jahrzehnte vergangen (bald wird es ein Jahrhundert sein). Dass unser Kanzlerstatist natürlich NICHT das Format zur Versöhnung hat, ist klar: dazu braucht es eben Persönlichkeit. Format. So einfach ist das.

  10. roaring6tie (kein Partner)
    12. Februar 2014 09:57

    Auch wenn das jetzt nicht zum entsprechenden Thema passt, ich muss das jetzt los werden:
    Also ich glaub gestern war's, irgendwo eine Diskussion vom E. Freund mit dem Mathias Strolz und einer Kurier-Journalistin, Gesprächsleiter war angeblich der Ex-ZiB2-Moderator Groß. Also ich seh da d'rüber einen TV-Beitrag und denk' mir dann über den "Freund":
    Wenn ich's nicht besser wüsste, dann glaub ich, die ÖVP oder ein anderer politischer Gegner der Sozen haben diesen "Freund" den Roten als TROJANISCHES PFERD untergejubelt.
    Für mich ist es nicht vorstellbar, dass die Sozen mit diesem langweiligen / begeisterungslosen und abgehobenen ORF-Günstling auch nur einen Blumentopf gewinnen.
    Für die Nominierung (oder soll ich sagen Installation) des E. F. jetzt schon meinen aufrichtigen Dank!!! VERGELTS GOTT, Werner!!!

  11. cmh (kein Partner)
    12. Februar 2014 09:32

    Seipel und Dollfuss sollten wieder umgebettet werden. Dorthin woher sie die nationalen Sozialisten herausgerissen haben, um keine Gedenkstätte für Österreich zu haben: in die Christkönigkirche.

    Dann bräuchten sich die internationalen Wiener Sozialisten nicht mehr so über die Ehrengräberfrage aufpudeln.

  12. cmh (kein Partner)
    12. Februar 2014 09:19

    Jedesmal wenn ich ein Bild der Begrüßung des Führers am Heldenplatz sehe frage ich mich, wieviele rote Sektionen dort geschlossn angetreten waren.

    Um dann freudig mit JA zu stimmen, natürlich nur als Sozialdemokraten.

    Wobei sich natürlich die weitere Frage stellt, ob es bei den Roten damals Demokraten in ausreichender Zahl gegeben hat um diese Bezeichnung zu rechtfertigen.

    Wobei ich natürlich jeden heutigen Sozialdemokraten davor warnen möchte, sich mit der Geschichte seiner Gesinnungsgemeinschaft so auseinanderzusetzen, wie es wirklich war. Nur die rote Rhetorik nachzubeten ist da nicht ernstzunehmen.

    • Tik Tak (kein Partner)
      12. Februar 2014 16:00

      Viele sind damals angetreten.
      Manche aus Überzeugung und manche weil sie zwangsverpflichtet wurden.
      Meine Großeltern waren damals auf dem Heldenplatz.
      Die waren teilweise glühende Sozis, wären aber nicht selbst auf die Idee gekommen dorthin zu gehen.
      Weil aber der Platz nicht mit Freiwilligen zu füllen gewesen wäre, nach Aussagen eines Parteiverantwortlichen der NSDAP aus dem Umfeld meines Großvaters war der Platz anfangs nicht einmal zur Hälfte gefüllt, wurden damals viele Betriebsbelegschaften zwangsweise zum "Jubeln" auf den Heldenplatz abkommandiert.
      Wer nicht mitgemacht hat, war am nächsten Tag arbeitslos und hatte einen entsprechenden Vermerk in seiner Akte.

      Es mag ja sein, daß der Heldenplatz voll von "jubelnden" Menschen war, aber ich bezweifle, daß die alle freiwillig und aus Überzeugung dort waren.
      Dazu kenne ich zu viele Aussagen von Zwangsverpflichteten.

    • cmh (kein Partner)
      12. Februar 2014 18:03

      Die Frage kann man so eigentlich nicht stellen.

      Es ist nämlich ausgesprochen dämlich für einen Historiker, für jeden einzelnen anwesenden die Frage nach dem Grund für seine Anwesenheit zu stellen. Man war halt einfach dort, vielleicht einfach um des Kitzels willen, einen leibhaftigen Diktator zu sehen.

      Weiter ist es noch viel mehr hirnrissig, zu meinen, alle Anwesenden wären mit der präziesenVorstellung dort gewesen, gleich danach Juden umzubringen um schließlich selber in Stalingrad zu verenden. Das wäre ungefähr so, wie alle die bei der ersten Angelobung Obamas dabei waren in Kollektivhaft einer Mitwisserschaft der NSA-Skandale zu nehmen.

      So zu tun ist unredlich und nur Beweis dafür, weder Canetti noch LeBon zu kennen.

  13. Hegelianer (kein Partner)
    12. Februar 2014 08:20

    Wie sehr diese ganze Epoche von dem geprägt war, was man "politische Religion" nennen kann (und wie wenig vom liberalen Rechtsstaat), zeigt sich unter anderem darin, daß gleich drei Lager von einer "neuen Zeit" phantasierten: "Mit uns zieht die neue Zeit" sangen die Sozialdemokraten, "Unsre Fahne ist die neue Zeit" die Hitlerjungen, und "Mit Dollfuß in die neue Zeit" die Vaterländische Front.

  14. socrates
    11. Februar 2014 22:52

    Der ORF will Spanienkämpfer zu Wort kommen lassen! Die sind über 100 Jahre. Rathkolb könnte moderieren damit die Wahrheit gleichverteilt ist!

    • Gandalf
      12. Februar 2014 00:47

      Ja ja, die munteren Hundertjährigen aus dem heroischen spanischen Bürgerkrieg, die auch heute noch überzeugt sind, die Kommunisten waren die Guten; aber erstaunlicherweise werden auch die KZ- Überlebenden nicht, wie biologisch erwart- und erklärbar, weniger, sondern immer mehr, zumindest diejenigen, die bei passenden Gelegenheiten vor der ORF - Fernsehkamera ihre Leiden im Lager und die Zustände im Österreich der Gegenwart beklagen oder in Sträflingskleidung bei Gedenkveranstaltungen weinen. Die sind zwar noch nicht hundert, sondern so um die 70 Jahre alt - das bedeutet aber doch wohl, dass sie bei ihrer Befreiung stolze zwei Jahre alt gewesen sein müssten; und da denkt niemand wirklich nach?

    • cmh (kein Partner)
      12. Februar 2014 09:27

      Wer sich über den Spanischen Bürgerkrieg rasch und hintergründig informieren will, lese nur Orwells "Mein Katalonien".

      Ist er dann immer noch Sozialist, dann kann man nichts machen. Orwell kämpfte im übrigen auf Seiten der Republikaner.

  15. kakadu
    11. Februar 2014 21:47

    OT, aber wichtig:

    Birgit Kelle heute um 23:10 Uhr auf ARD in der Sendung "Menschen bei Maischberger" zum Thema "Droht die sexuelle Umerziehung"?
    Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle: Sollen Kinder und Jugendliche über die "sexuelle Vielfalt" im Unterricht aufgeklärt werden?

    http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/07022014-homosexualitaet-auf-dem-lehrplan-100.html

  16. mike1
    11. Februar 2014 20:09

    wieder unfassbares vom orf und den roten:

    "Dass die Regierung heute vereint der Opfer des Bürgerkriegs vor 80 Jahren gedacht hat, gilt als bedeutendes Zeichen der Aussöhnung einstmals unerbittlicher Gegner. Die Veranstaltung konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich SPÖ und ÖVP mit dem politischen Erbe unverändert schwertun: Bei der Kranzniederlegung war die aus Sicht der Sozialdemokraten mangelnde Distanz der Volkspartei zum damaligen Staatschef Engelbert Dollfuß Thema.

    Auch sonst sind die Gräben weiter tief: In der SPÖ sieht man etwa Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel als direkten Nachfahren Dollfuß’ - auf dessen „schwere und unübersehbare Schuld“ am Dienstag auch Bundespräsident Heinz Fischer verwies."

    • Undine
      11. Februar 2014 21:38

      Naja, einen Kranz haben sie wenigstens eingespart, das ist doch schon was! ;-)
      Die plötzliche Versöhnung ist ein bloßes Lippenbekenntnis, mehr nicht, denn nach wie vor geben die einen den anderen die Schuld, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

    • fenstergucker
      11. Februar 2014 21:42

      @mike1

      Unglaublich jetzt auch noch einen der erfolgreichsten BK in Österreich im Nachhinein anzupatzen, während sie die eigenen Genossen, egal ob Dreck am Stecken oder nicht, hochjubeln.
      Spindelegger muß ein Machtwort sprechen, sonst geht er in die Parteigeschichte als der schwächste Obmann aller Zeiten ein und die ÖVP ist noch früher vom Fenster weg, als man es ihr von allen Seiten prophezeit!

    • Gandalf
      11. Februar 2014 21:48

      Schäbig; leider gibt es in Österreich keine dem "Impeachment" - Verfahren in den USA vergleichbare Möglichkeit, einen untragbar gewordenen Präsidenten abzusetzen. Also müssen wir hoffen, dass er sich im gottlob kurzen Rest seiner Amtszeit möglichst oft dort aufhalten wird, wo ihn sein Mentor unseligen Angedenkens, Bruno der Kreisky, schon seinerzeit verortet hat, wenn es darum gegangen wäre, wirklich Mut zu zeigen. Denn das, was Herr Dr. Fischer da heute abgesondert hat, war nicht mutig, sondern bloß - ich habe es schon eingangs geschrieben - schäbig. Und zwar extrem schäbig. Kann sich einer am Klo wenigstens schämen? der Herr Bundespräsident sollte es zumindest versuchen.

    • Gandalf
      11. Februar 2014 22:01

      @ fenstergucker:
      Von Spindelegger erwarten Sie wirklich noch ein Machtwort? Er wird so oder so als einer der schwächsten (nicht unbedingt allerschwächster: denken Sie an Nieten wie Josef Riegler, der wenigstens jetzt den Mund hält, oder den Internationale-Sänger Busek, der den seinigen immer noch nicht nicht halten kann) Parteiobmänner in die Geschichte der ÖVP - wer die wohl schreiben mag? - eingehen. Nur: Wer könnte ihm nachfolgen? ...der Rest ist Schweigen.

    • fenstergucker
      11. Februar 2014 22:42

      @Gandalf

      Fekter, Lopatka oder Kopf?
      Zumindest alle drei immer noch besser als Spindelegger!

    • Gandalf
      11. Februar 2014 23:06

      @ fenstergucker:
      Also, fern von jeder Genderei oder Quotenüberlegung: unter den drei von Ihnen genannten Personen wäre für mich Frau Dr. Fekter die beste Wahl; ob man / sie selbst/ Ihr / sich das antun will und soll, das ist hier die Frage..(wieso lande ich heute immer bei Hamlet - hoffentlich kein schlechtes Omen?!).

  17. mischu
    11. Februar 2014 19:40

    ORF-Dittelbacher ist rücktrittsreif!
    Behauptet er doch allen Ernstes soeben in der ZiB, Dollfuß hätte 1934 den BÜRGERKRIEG vom Zaun gebrochen!
    Wenn die ÖVP diese Geschichtsklitterung so im Raum stehen läßt, ist ihr und Österreich nicht mehr zu helfen!!!!

    • Undine
      11. Februar 2014 21:46

      @mischu

      Herr Dittlbacher tut so, als wäre jetzt endlich geklärt, daß die Sozis völlig schuldlos sind. Woher hat dieser Mann sein Geschichtswissen?

    • mischu
      11. Februar 2014 22:36

      @Undine

      Natürlich von Rathkolb über Empfehlung der SPÖ! *fg*

    • Tik Tak (kein Partner)
      12. Februar 2014 16:06

      Ohh nein, Hr. Dittelbacher ist nicht rücktrittsreif, er macht halt nur seinen Job.
      So wie Eugen Freund vor ihm oder ein Rainhardt Löw gerade eben.

      Es war Josef Cap der in einer Rede vor dem SPÖ Parteitag festgestellt hat, wie der Maxime des historischen Determinismus nachgeholfen werden kann und ggf. muß:

      "Wer die Hoheit über die Diskussion über die Zukunft erringen muß, muß die Hoheit über die Auslegung der Vergangeheit erringen"

      Das ist schon eine Aussage aus dem "Kommunistischen Manifest" vom Marx und nicht gerade neu.
      Das hat sich nur kaum so offen gezeigt wie heute in Österreich.

    • Kapuzerer (kein Partner)
      12. Februar 2014 17:32

      Bei der ganzen Dollfuß-Hatz wird immer verschwiegen wer eigentlich die sogenannte Ausschaltung des Parlaments ermöglichte!
      Es war der Erste Präsident des Nationalrates, der Sozialist Dr. Renner, welcher sich als beleidigte Leberwurst gebärdete und zurücktrat. Damit brachte er die Lawine ins Rollen. Dollfuß fackelte nicht lange und aus war´s mit dem Parlamentarismus! Es war ja auch nicht Zeit für ewiges Herumgezänke da von mindestens zwei Seiten große Gefahr drohte - vom Nationalsozialismus und vom Kommunismus.
      Dass Dollfuß sich an Mussolini anlehnte war zwar nicht das Gelbe vom Ei aber unter den gegebenen Umständen erhoffte er sich halt hier Hilfe. Von den anderen "Demokratien" war ja nichts zu erwarten, dies hat die weitere Geschichte ja auch deutlich genug gezeigt.
      Der Parlamentarismus hatte hierzulande versagt, ebenso in der Weimarer Republik! Auch dort nur Zank und Streit anstatt gemeinsames Arbeiten und dann haben sie sich über den Wahlausgang gewundert - die Folge war Hitler! Und dann erzählen uns die Märchenerzähler aus dem Fernsehen Hitler wäre durch Putsch an die Macht gekommen! Durch Wahlen ist er an die Macht gekommen!!!

      Ja, Dollfuß hat Fehler gemacht, aber man sollte sich die schwierige Lage von damals vergegenwärtigen, die Geschichte nicht verfälschen und anerkennen dass er das erste Opfer des Nationalsozialismus war!

  18. sin
    11. Februar 2014 16:32

    Ich empfehle die Lektüre von Norbert Leser, Zwischen Reformismus und Bolschewismus. Der Austromarxismus als Theorie und Praxis, sowie
    Leser, Genius Austriacus.Beiträge zur politischen Geschichte und Geistesgeschichte Österreichs. Darin z.B. auf S.171 "... Otto Bauer, der in der Selbständigkeit Österreichs nur die provinzielle Enge, das Zeichen der "Kleinheit und Kleinlichkeit"... sah und daher im Anschluss an Deutschland den einzigen Ausweg erblickte...

    • Erich Bauer
      11. Februar 2014 17:01

      @ "...Otto Bauer, der in der Selbständigkeit Österreichs nur die provinzielle Enge, das Zeichen der "Kleinheit und Kleinlichkeit"..."

      Viele "Bürger", oder vielleicht sind´s "Großbürger"?... kein Ahnung... denken interessanterweise auch heutzutage so... so sozialistisch... :-) Heute ist es halt "EU" versus "Kleinstaaterei"...

    • Gandalf
      11. Februar 2014 20:02

      Weil Frau Imb an anderer Stelle von "anständigen" Sozialisten schreibt: Da ist sicher Norbert Leser einer der wenigen (und wohl auch letzten), die diesen Ehrentitel durch und durch verdienen. Was sich nachher bei den Roten breit machte, war und ist - mit wenigen Ausnahmen - weder anständig, noch sozial; und von demokratisch kann im Zusammenhang mit der heutigen SPÖ ja wohl überhaupt nicht die Rede sein; es wäre interessant, ein gerichtliches Verfahren mit dem Ziel in Gang zu setzen, dass der SPÖ der Namensbestandteil "demokratisch" untersagt werden möge, weil sie von wirklicher Demokratie eben meilenweit entfernt ist. Meiner Überzeugung nach wäre es da ziemlich leicht, den Wahrheitsbeweis zu erbringen...

    • Brigitte Imb
      11. Februar 2014 20:46

      @ Gandalf,

      mittlerweile kann man getrost von sozial- u. christdiktatorischen Parteien sprechen.

    • Gandalf
      11. Februar 2014 21:50

      @ Brigitte Imb:
      Ja, sehr richtig! :-))

  19. zweiblum
    11. Februar 2014 16:12

    Dollfuß statt Che Guevara ist mein Motto !

    • oberösi
      11. Februar 2014 18:26

      *******

      Wobei es dem Che nur zur Ehre gereichen kann, in einem Atemzug mit Dollfuß genannt zu werden..

    • Eva
      11. Februar 2014 21:49

      @zweiblum

      Also, der Che Guevara war aber schon viel fescher als der Millimetternich..... ;-)

    • zweiblum
      11. Februar 2014 22:48

      Eva
      "Auf gebaut kommt´s nicht an" meinte Hans Moser...........

    • Tik Tak (kein Partner)
      12. Februar 2014 16:10

      Eva,

      Ernesto "Che" Guevara hat seinen Heldenstatus nur weil es dieses Photo von Alberto Korda gibt.
      Wäre dieses Photo nicht entstanden wüßte heute niemand mehr, wer dieser Massenmörder Che Guevara war.
      Dazu hatte der in seinem Leben zu viele Mißerfolge und im Großen und Ganzen keinen einzigen Erfolg zu verbuchen.
      Das ist ein Beispiel perfekter Vermarktung einer Person, mehr nicht.

  20. Brigitte Imb
    • Undine
      11. Februar 2014 15:58

      @Brigitte Imb

      Apropos "anständige Sozen" [;-)))]: Was ist eigentlich bei den kriminalpolizeilichen Untersuchungen zum Mondseer SPÖ-Politiker Zlatko N. herausgekommen? Da hört man gar nichts mehr, seit bekanntgeworden ist, daß die beiden Männer nicht bei einem "normalen" Unfall ums Leben gekommen sind. An einer schnellen Aufklärung sind die Genossen wohl gar nicht interessiert, wie's aussieht.

    • Politicus1
      11. Februar 2014 16:11

      und der Verfassungsschutz sucht noch immer den oder die Brandstifter in drei Kirche in Amstetten - ist ja erst über ein Jahr her ...

    • Gandalf
      11. Februar 2014 17:01

      @ Brigitte Imb:
      HOFFENTLICH wird es endlich eng um einen Sozi, der sich nach aussen zwar brav als kleiner, biederer burgenländischer Dodel gibt, aber insgesamt natürlich zum selben Bund Hadern gehört wie seine Parteigenossen in allen Bundesländern - von der Korruptionshochburg Gemeinde Wien ja ganz zu schweigen. Es wäre hoch an der Zeit, dass da einmal die Eiterbeulen aufgestochen werden. Und der neue Justizminister ist schon wieder einmal gefordert, zu zeigen, dass er der Herr im Haus ist und nicht seine BSA-geimpften Unterläufeln wie etwa der längst suspendierungs- und/oder, wegen oftmaligen Amtsmissbrauches (wenn nicht ärgerem), - selbst längst anklagereife Oberankläger, Herr Pleischl. À propos Kinderpornoring...

    • brechstange
      12. Februar 2014 00:15

      Und eine SPDler ist ein Mörder, Brigitte. Da läuft es richtig heiß.

  21. Eco
    11. Februar 2014 13:15

    Der erste Schuss der Februarkämpfe hat einen Polizisten getroffen, er wurde durch einen Schuss eines Schutzbündlers ermordet ? Was hätte die Regierung anderes tun sollen, als die Aufständischen tu entwaffnen ? Bestand doch die Gefahr, dass der Aufruhr ganz Österreich erfasst. Zu gut war noch die Erinnerung an 1927, als der Mob den Justizpalast angezündet hat. Viele Gemeindebauten waren zu Festungen ausgebaut, waffenstrotzend mit den aus der Tschechoslowakei eingeschmuggelten Waffen ( Faustfeuerwaffen, Gewehren, Maschinengewehren und auch vereinzelt Handgranaten ).
    Auch an militärischen Führern mangelte es im Schutzbund nicht, meist kampferprobte Söldner, die im dem spanischen Bürgerkrieg ihr Handwerk gelernt hatten.
    Der Aufstand, der die Diktatur des Proletariates bringen sollte, richtete sich gegen das Staatswesen und seine Einrichtungen.
    Die regierung hat maßhaltend nach den damaligen Gestzen reagiert.

    • Undine
      11. Februar 2014 13:42

      @Eco

      *********!
      Sie erwähnen hier Details, die man sonst nirgends zu lesen bekommt---umso wichtiger sind sie!

    • Politicus1
      11. Februar 2014 13:44

      der Polizist war halt nach heutiger "wissenschaftlicher" Sprechart ein "Täteropfer" ..

      Interessant auch die damaligen internationalen Pressestimmen, die in der Niederschlagung des sozialistischen Aufstands auch ein Erstarken der Dollfussregierung im Kampf gegen die Nazis sahen.
      Wer ging denn gegen die Illegalen vor? Die Sozis oder die Polizei der Dollfussregierung? Wer war der von den Nazis ermordete Bundeskanzler - ein Sozi oder ein Christlichsozialer?

    • brechstange
      11. Februar 2014 13:51

      Der Koloman Wallisch hat sein Handwerk in Ungarn erlernt. Dieses Handwerk war sehr blutig.

  22. HDW
    11. Februar 2014 12:55

    Wenn jüngere Generationseliten, auf der ganzen Welt übrigens, China, Russland, Amerika und Europa sind keine Ausnahmen, nicht fähig sind sich die Frage nach den Ursachen der rechten Abwehrbewegungen in Reaktion auf den entstehenden Bolschewismus zu stellen, sondern an eine Art Außerirdischer glauben, solange ist wie man sagt "Hopfen und Malz verloren"! Die Greueltaten in den KZs der Solowezker Inseln, der Kannibalismus in den durch Zwangskollektivierung devastierten Gebieten der Ukraine, die Genickschussanlagen der GPU, die Greueltaten des frühen chinesischen Kommunismus in den 20ern in Haifeng von Pai Peng, die Massaker an Grundbesitzern in der Emilia Romagna durch italienische Maximalisten, die von den roten Khmer mit Eisenstangen erschlagenen die 40 Millionen Toten verursacht durch den wahnwitzigen Kommunismus des Mao dse Tung u.s.w.und so fort sind hundertfach dokumentiert und waren zu ihrer Zeit Antrieb des Antikommunismus, in Österreich des Antiaustromarxismus. Wenn man dieses aus der zeitgeschichtichen Darstellung in eklatanter totalitärer Manier unter Mißachtung der Methode der Geschichtswissenschaft ausschließen lässt, ist nicht der Wille zu Versöhnung vorhanden sondern nur der zum Machtmonopol.
    Heutzutage sind geistige Schafe der ÖVP wie die Leitls die Ho Chi Minh mit dem Maoismus verwechseln um sich bei den desinteressierten Jungen einzuschleimen, eben nur dazu gut um geschoren zu werden!

  23. Gerhard Pascher
    11. Februar 2014 12:48

    Gehört zwar nicht zu diesem Thema, ich muss es aber doch loswerden.
    Zu 1914 und 1934 kann ich wenig sagen, aber zu 2014:

    Eben lese ich auf orf-online:
    Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sprach sich unterdessen gegen eine Sonderbehandlung der Schweiz aus. Gefragt nach einem möglichen Modell „Personenfreizügigkeit light“ sagte Kurz der „Neuen Zürcher Zeitung“ („NZZ“, Montag-Ausgabe), dass es nicht möglich sei, „einzelne Rechte und Pflichten zu kippen, und den Rest zu behalten“. Ob es eine Lösung gibt, werde vom Vorgehen der Schweiz und vom „Wohlwollen“ der EU abhängen, so Kurz. Den Konflikt aufzulösen werde jedenfalls „sehr schwierig“.

    Weiß unser jugendlicher Außenminister nicht, dass die Schweiz kein EU-Mitglied ist? Er muss ja nicht überall seinen Senf dazugeben. Ich glaube, die ganze Aufregung wird sich wieder legen und wir sollten der Schweiz dankbar sein, dass nun auch in anderen EU-Ländern dieses Thema eifrig diskutiert wird. Die Schweiz hat genug Argumente, wo sie sich auch gegen die erpresserischen Methoden der EU erfolgreich zur Wehr setzen kann. Abgesehen davon, sind in der Initiative überhaupt noch keine Details über Kontingente erwähnt, ebenso ist noch völlig offen, was mit den bisher fast 2 Millionen Ausländern, welche in der Schweiz wohnen, künftig geschehen wird. Innerhalb (in der Schweiz sagt man: innert) drei Jahren muss nun der Volksentscheid umgesetzt werden, da kommt sicher ein harmloser Kompromiss heraus.

    Fast völlig unbemerkt ist dabei geblieben, dass Liechtenstein als EWR-Mitglied schon vor fast 20 Jahren mit der EU ein Kontingentierungssystem vereinbart hat. Allerdings geht dies in der Praxis auf Kosten von Österreich und der Schweiz. Da nur maximal ein Drittel an Ausländern im Fürstentum Wohnrecht bekommt, andererseits aber sehr viele (qualifizierte!) ausländische Arbeitskräfte gebraucht werden, so pendeln täglich einige tausend Leute aus CH und A (vereinzelt auch aus D) nach FL. Viele Deutsche und Osteuropäer haben sich z.B. in Buchs (SG) oder Feldkirch (Vbg.) angesiedelt, wo dadurch Gründe und Mietwohnungen im Preis stark gestiegen sind.

    • Eco
      11. Februar 2014 12:53

      @ gerhard pascher
      **************************************** !!

    • Tullius Augustus
      11. Februar 2014 13:18

      @ Gerhard Pascher

      Ich denke dass die Schweiz auf jeden Fall fein heraußen ist!

      Die Schweizer werden so gut mit der EU verhandeln dass am Ende noch mehr Vorteile für die Schweiz herausschauen werden und die EU das Nachsehen hat.

      Es geht um den Politik-Verkauf:

      Durch die direkte Demokratie sind die schweizer Politiker nur Handlanger und Gesandte des Schweizer Volkes. Der Schweizer Souverän ist halt ein echter Souverän.

      In der ganzen EU und auch in Östereich ist es total anders und auf den Kopf gestellt:

      Bei uns führen Parteien, Verbände, Lobbys und Interessensgruppen das Volk an der Nase herum indem sie ihre Leute in politische Positionen bringen. Wo sie dann für ihre jeweiligen Gruppen brav tätig sind, ganz im Sinne des Gruppenegoismus.

      Rein formal spricht man aber von "Volksvertretern".

      Wenn die Verhandlungen mit den Schweizern stattfindet ziehen die Schweizer die EU-Verhandler über den Tisch und erreichen alle ihre Verhandlungsziele.

      Und die EU-Verhandler werden dann ihre mageren Ergebnisse mit den Propagandaapparaten und gesteuerten Medien an die EU-Bürger als "großen Erfolg" verkaufen.

      Die Schweiz wird siegen. Schweiz - du hast es besser. Die Schweizer haben das "Europa a la carte". Sie haben die Freiheit sich nur die Rosinen heraus zu picken die sie wollen. Und den Rest überlassen sie halt den 500 Mio. EU-Bürgern.

    • Undine
      11. Februar 2014 13:48

      @Gerhard Pascher

      ************!

      @Tullius Augustus

      ************!

      Der österreichische Souverän bekommt alle paar Jahre gerade einmal die ILLUSION, seine politischen Vertreter wählen zu können!

    • Gerhard Pascher
      11. Februar 2014 18:10

      Eigentlich könnte eine Zusammenarbeit zwischen EU und Schweiz eine Win-Win-Situation sein. In der Praxis sind die "Großkopferten" in Brüssel und auch vieler EU-Länder zu präpotent und wollen es der Schweiz möglichst schwer machen. Vielleicht auch als Strafe, weil sie nicht voll dazugehört. Die Schweiz - wie auch Norwegen - haben mehrmals entschieden, kein Mitglied der EU zu werden und haben dafür gute, nachvollziehbare und - wie sich nun herausstellt - auch berechtigte Gründe gehabt, lieber weiterhin nur ein EWR-Mitglied zu bleiben. Trotzdem: Die Schweiz braucht die EU und umgekehrt die EU auch die Schweiz. Daher wird man sich nun zusammenraufen und sicher auch was die sog. Personenfreizügigkeit betrifft, einen Kompromiss finden.

      In der Schweiz werden schon Trümpfe gesammelt, wo man der EU wehtun konnte. Dazu gehört u.a. auch die Sperre der Bahn- und Straßentunnel für den EU-Transit quer durch die Alpen, wo sehr viele Waren durchgeschleust werden. Dies würde massiv unser Land treffen, denn der Brenner ist dabei die erste Alternative dafür.
      Ich wünsche mir, dass die Schweiz bei den weiteren EU-Verhandlungen hart bleibt und sich nicht von diesem Moloch kleinkriegen lässt.

    • Undine
      11. Februar 2014 19:13

      @Gerhard Pascher

      Und noch einmal*********!

      Ja, auf den "Nettozahler" Schweiz wären die EU-Bankrotteure sehr wohl scharf! Da könnte noch mehr gutes Geld den diversen Hungerleiderländern in den Rachen gestopft werden. Die Schweiz könnte als Mitglied NUR VERLIEREN---und das wissen die Schweizer!

      Wie peinlich, daß unser unbedarftes Bürscherl Sebastian Kurz ausgerechnet den Schweizern ausrichtet, daß sie sich nicht nur die Rosinen herauspicken können! Ein Wunder, daß er ihnen nicht Sanktionen angekündigt hat. Mit unserer Ministertruppe ist wirklich kein Staat zu machen.

  24. A.K.
    11. Februar 2014 11:46

    Die Tagebuchnotiz von Dr. Unterberger "Versöhnung tut not, aber bitte richtig " hätte ich mir in der Wiener Zeitung des 12. Feb. 2014 als Leitartikel gewünscht. Dort aber habe ich unter
    http://www.wienerzeitung.at/dossiers/februar_1934/606250_Zerschossene-Fassaden-und-tiefe-Wunden.html
    den Beitrag " Februar 1034 Zerschossene Fassaden und tiefe Wunden" und in einem weiteren Dossier http://www.wienerzeitung.at/dossiers/februar_1934/606244_Dollfuss-hat-Oesterreich-getoetet.html
    von Oliver Rathkolb ""Dollfuß hat Österreich getötet" zu lesen bekommen.
    Interessant ist u.a., daß die, bis in Kreiskys Zeiten, "Sozialisten" genannten und erst danach auf "Sozialdemokraten" umbenannten, bereits in diesem Artikel, betreffend 1934(!), ausschließlich als "Sozialdemokraten" bezeichnet werden. So einfach kann man Geschichte manipulieren.

    • Undine
      11. Februar 2014 12:01

      @A.K.

      *********!
      "So einfach kann man Geschichte manipulieren."

      Beim Manipulieren der Geschichte sind die Sozis wahre Meister---es ist ihr tägliches Brot.

  25. Riese35
    11. Februar 2014 11:41

    Ich verweise hier in diesem Zusammenhang auf einen meiner älteren Kommentare zu Rathkolb. Er ist DAS Barometer für das Geschichts"bewußtsein" der österreichischen Politik. Er spielt dabei DIE Schlüsselrolle, denn er verleiht jeder Parteipropaganda einen Anstrich wissenschaftlicher Objektivität und macht sie damit unangreifbar und zu einem politischen Dogma. Kein Historiker, kein Schulbuchautor, kein Informationszusatztafelgestalter, kein Schreiber politischer Ansprachen, kein Lehrer etc. kann es sich leisten, ihn zu umgehen und ohne seine "Zertifizierungen" politischer Korrektheit auszukommen.

    In unseren Schulbüchern für Geschichte kommt er mindestens in ebenbürtiger Intensität und Bedeutung wie einst in China Mao oder heute Kim Jong Un in Nordkorea vor. Auf jeder Seite stehen mindestens fünfmal sinngemäß Sätze wie "Rathkolb hat gesagt, daß ...". Wenn Sie mir das nicht glauben, nehmen Sie bitte einmal ein aktuelles, österreichisches Geschichtslehrbuch für Gymnasien in die Hand. Sie müssen sich das einmal selbst auf der Zunge zergehen lassen. Es ist unglaublich. Obwohl mir Rathkolb bereits bestens bekannt war, war ich beim Durchblättern eines solchen Geschichtsbuches von der Intensität der Indoktrination in diesem Bereich höchst überrascht und erstaunt.

    Das Überraschende war nicht, was Rathkolb gesagt hat und welche Thesen er vertreten hat, sondern der Stil und die Exklusivität, wie seine Thesen in die österreichischen Geschichtslehrbücher verpackt werden, und vor allem auch, was dort ausgespart wird. Und das ist erschreckend!

    • Undine
      11. Februar 2014 13:50

      @Riese35

      *****************!

    • Politicus1
      11. Februar 2014 14:12

      In Österreich ist nicht wichtig, was einer sagt.
      In Österreich ist wichtig, wer etwas sagt ...
      Und Rathkolb ist sehr wichtig ...

    • LeoXI (kein Partner)
      12. Februar 2014 09:24

      Nur kleine Ergänzung (auch Ergebnis der "Rathkolb-Schule"):
      Von eine Nationalversammlung, die 1848 in der Frankfurter Paulskirche getagt hätte, oder gar vom dort gewählten Vorsitzenden, erfährt ein heutiger Schüler überhaupt nichts. Das findet keine Erwähnung im Geschichtslehrbuch.
      Volkspädagogisch unerwünschtes Detailwissen ...

      Desgleichen sucht man vergeblich Information zum größten Vertreibungsverbrechen der Neuzeit, das immerhin dazu führte, dass nach der "Befreiung" mehr Deutsche zu Tode kamen als während des II.WK.

      Dass man sich unter "Übergriffen während der Befreiung" die furchtbarste und brutalste Massenvergewaltigung der bekannten Geschichte vorstellen darf, bleibt dank dem säuselnden Herrn Wissenschafter heutigen Schülern ebenfalls verborgen.

      Er liest doch ohnedies seitenweise über Srebrenica, reicht doch, oder ? Den Holocaust als Schulschwerpunkt lernt man sowieso. Wozu noch weiter mit unwesentlichen Details überfrachten, die außerdem nur einen europ. Nachbarstaat, die Deutschen, betreffen? Außerdem kann zu viel Detailwissen zu Irritation und Verunsicherung führen. Ein heutiger Schüler könnte noch zur Erkenntnis kommen, dass das was ihm die Rathkolbs in der Zib vorsäuseln, gelinde gesagt etwas vereinfacht ist. Im schlimmsten Fall führt zu viel Detailwissen zu Tagebucheinträgen wie den gegenständlichen.

      Da hält es Österreichs der Volkspädagogik verpflichtete Wissenschaftsgilde lieber mit Herrn Karl: ".. da wolln mir nicht dran rühren!"

    • Riese35
      12. Februar 2014 22:51

      @LeoXI: >> Da hält es Österreichs der Volkspädagogik verpflichtete Wissenschaftsgilde lieber mit Herrn Karl: ".. da wolln mir nicht dran rühren!"

      Und als Ergänzung paßt dazu gut unsere (BM a.D.) Frau Karl mit ihrer Schuldtheorie.

  26. Undine
    11. Februar 2014 11:16

    Zu Dollfuß zwei Begebenheiten (20er-Jahre), die in die Historiographie eingingen:

    1.) Gesangsduell Ernst Karl Winter/Dollfuß: Winter sang beim Kommers zur Haydn-Hymne das "Gott erhalte", während Dollfuß dazu den Text des Deutschlandliedes intonierte.

    2.) Zum anderen forcierte Dollfuß auf dieser Cartellversammlung einen "ARIER-Paragraphen" für den CV ("deutsch-arische Abstammung bis zu den Großeltern")

    ......nachzulesen hier:

    https://www.oecv.at/Biolex/Detail/11600096

  27. Charlesmagne
    11. Februar 2014 11:01

    Ich erlaube mir zu diesem Thema Folgendes, in einem anderen Blog Gelesenes, zu zitieren:

    "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, dass Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."

    Samuel Butler (englischer Satiriker 1612 - 1680)

  28. Scipio
    11. Februar 2014 10:57

    Versöhnung oder nicht, eines ist sicher:

    EIN VOLK, DASS SEINE GEFALLENEN NICHT EHRT, IST NICHT WERT, DASS ES LEBT!

  29. Collector
    11. Februar 2014 10:50

    AU zu seinem Seitenhieb auf päpstliche Enzykliken und Bibel von einem Nationalökonomen ins Stammbuch geschrieben:

    Auch aus "Ökonomielehrbüchern" lassen sich keine "funktionierenden sozialökonomischen Theorien" entwickeln! "Funktionierende" Ökonomie hängt immer mit (Wirtschafts-) Politik zusammen, Politik mit Ethik ("Werten"), Ethik aber mit "Weltanschauung" (Philosophie, Ideologie) und/oder Religion.

  30. Politicus1
    11. Februar 2014 10:45

    Widersprüchliches zum Fall Münichreiter:
    Die Neue Freie Presse berichtete am 15.2.1934 über das Standgerichtsverfahren gegen Karl Münichreiter (der zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde).
    Diesem Bericht zufolge, war Münichreiter durch Schüsse am linken Arm verwundet und nahm an der Verhandlung anscheinend ohne weitere Beeinträchtigung teil.

    Der Gefangenenhausseelsorger berichtete später schriftlich dem Kardinal Innitzer, dass Münichreiter selbstbewusst und selbständig zur Hinrichtung schritt.

    Andererseits wird behauptet (v.a. von sozialdemokratischer Seite), dass Münichreiter schwerst verwundet auf einer Tragbahre zur Exekution getragen werden musste. Dies wird als Beweis für das besonders unmenschliche Verhalten des Dollfuss-Regimes angeführt.

    Das müsste doch eigentlich zu klären sein?

    • Politicus1
    • Herby
      11. Februar 2014 10:56

      Berichte über die Hinrichtung Münichreiters gibt es auch im ORF-Ö1-Radio, und zwar vom Sohn Münichreiters. Sein Sohn sagte, dass er schwerstverwundet war und auf eine Bahre zur Exekution hin getragen wurde.

      Am Mo. 10.2.2014 um 9:05 im Radiokolleg zum Feb.1934 wird das gebracht:

      Nachhören: http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand

      Ich hoffe jedenfalls dass auch diese und ähnliche traurigen Begebenheiten aus 1934 - mit teilweiser Legendenbildung oder nicht - NICHTS an den Bemühungen für die Versöhnung heute im Jahr 2014 verhindern können!

      Und hoffe daher dass die Versöhnungsgesten von Faymann und Spindelgger jetzt gut von statten gehen können.

  31. Herby
    11. Februar 2014 10:38

    Ich möchte Herrn Dr. Unterberger danken für den zutreffenden Artikel und dass er besonders in den Schlusssätzen den Wert der Versöhnung betont.

    Nach 80 Jahren sollte die Zeit für Vergebung und Vesöhnung reif sein. Wenn wir ein christliches Land mit christlicher Kultur sein wollen sollte Versöhnung das Thema sein.

    Gegenseitige Vergebung und Versöhnung kann nicht oft genug betont werden. Es ist schwierig genug und sollte daher vor allem von den Spitzenrepräsentanten der Parteien angestrebt werden, ehrlich gemeint sein und auch durch Symbole wie Kranzniederlegungen usw. sichtbar gemacht werden.

    Ich möchte auch auf das ORF-Ö1-Radio hinweisen:

    Da gibt es in dieser Woche täglich Beiträge zum Bürgerkrieg 1934:

    Von Mo-Do um 09:05 Uhr Radiokolleg: Feb. 1934 Der Bürgerkrieg; Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

    Und von Mo-Fr um 17:55 Uhr: Betrifft: Geschichte; "Vor 80 Jahren" Blutiger Februar. Das vorzeitige Ende der 1. Republik. Mit Emmerich Tálos

    Es möge sich jeder selbst eine Meinung bilden inwieweit diese Ö1-Sendungen objektiv und fair sind - hier zum Nachhören:

    http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand

    • cmh (kein Partner)
      12. Februar 2014 20:08

      Man hört, ist erstaunt und fragt sich, wie tief die Wissenschaft noch sinken kann.

      Mit diesen Taloss und Rathkolb ist eine vernünftige Argumentation sinnlos und unmöglich. Die sind doch nur krank.

  32. Landsmannschafter
    11. Februar 2014 10:31

    Der Wiener Historiker und ehem. Privatsekretär Karl v. Habsburgs Dr. Albert Pethö hat in einem Artikel gemeint:

    "Daß der Sozialismus im Grunde eine Geisteskrankeit darstellt, wird unter anderem bei der Argumentation zum sogenannten Bürgerkrieg vom Februar 1934 und angesichts linker Haßtiraden gegen den damaligen Bundeskanzler von Österreich, Engelbert Dollfuß, deutlich. Vorigen Monat wieder wurde einschlägige Polemik hochgekocht, in fast allen hiesigen Medien, anläßlich der siebzigjährigen Wiederkehr der linken Niederlage. Ausgerechnet Dollfuß, welcher im vergleich der Jahrzehnte von 1918 bis heute eindeutig der verdienstvollste Bundeskanzler Östereichs war und dem die Generationen bis in unsere Gegenwart hinein Dank zu sagen hätten für seine politische Voraussicht, für seine außergewöhnliche Tapferkeit, für seinen persönlichen Opfergang, ausgerechnet jener Mann ist im öffentlichen Andenken derzeit weitgehend geächtet. Die Idiotie und die niedrige Gesinnung, die hierin zum Ausdruck kommen, illustrieren den inneren verfall unserer Gesellschaft und die allgemeine Zerstörung der historischen Bildung. Mutige Ansätze der Verteidigung des Helden- und Märtyrerkanzlers durch VP-Politiker (vor allem Kohl) sind rare Ausnahmen und werden aus der eigenen Partei heraus konterkariert (Molterer). Der weitreichende Gleichklang des Staatsrundfunks mit den steuergeldgeförderten Links-Gazetten in der propagandistischen Handhabung des Themas "1934" zeigt allein schon an diesem Detail, wie sehr die Chancen zu einer Wende verspielt wurden." (Albert Pethö - Zwöflter Februar 1934)

    "Die Linke kultiviert ihren politischen Wahnsinn durchaus mit politischem Gewinn; nahezu flächendeckend ist hierzulande heute bis in die Schulen und bis in die Strukturen der Kirche hinein die öffentliche Anprangerung und moralische Verurteilung jenes katholischen Österreichs durchgesetzt, das nicht nur im Februar 1934, völlig gerechtfertigt, einen blutigen sozialistischen Putschversuch niederschlug, sondern gleich danach, im Juli 1934, als erstes politische System der Welt Widerstand gegen den National-Sozialismus geleistet hat - bewaffnet, mutig, in schwerer Lage, unter schweren Opfern und siegreich! Ein Katholisches Österreich, das überdies, weltanschaulich ausgerichtet an der überragenden Kirchlichen Soziallehre, ein deutliches und erfolgreiches Gegenmodell zu allen linken Gesellschaftsveränderungswünschen davor und danach darstellte - durch welche Tatsache sich auch die eifrigen strategischen Bemühungen der Linken zu seiner Diffamierung erklären. Es ist kennzeichnend für die die politische Erosion der Volkspartei, daß sie der Etablierung linker Geschichtsbilder in Schule und Öffentlichkeit durch über drei Jahrzehnte hindurch kaum Widerstand entgegengesetzt hat." (Albert Pethö - Zwölfter Februar 1934)

    Die Sozialisten wollten Österreich schon damals auslöschen, dies geht aus einem Historiker-Bericht hervor:
    „Die britische Haltung wird verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass im Krieg nicht einmal alle Londoner Exilanten für die Unabhängigkeit Österreichs eintraten. So hätten etwa die Exil-Sozialisten zunächst noch darauf gehofft, dass es nach dem Krieg eine sozialistische Revolution in Großdeutschland geben werde. Erst auf Druck des britischen Kriegsgeheimdienstes Special Operations Executive (SOE) seien sie auf eine rot-weiß-rote Linie umgeschwenkt, wie ein Brief des früheren Chefredakteurs der Arbeiterzeitung, Oscar Pollak, zeigt. Er schrieb im Sommer 1942 fast bedauernd, das Eintreten für die Eigenstaatlichkeit Österreichs sei "unausweichlich", wenn es britische Waffen und Lebensmittel für die österreichischen Arbeiter geben soll." (Peter Pirker, "Subversion deutscher Herrschaft")

    Seit Dollfuß und dem christlichen Ständestaat gab es in Österreich nur mehr National-Sozialismus, internationalen Sozialismus und Kapitalismus. Die Folgen dieser gottlosen Ideologien sehen wir an allen Ecken und Ende der Gesellschaft. Das ist schade, denn Österreich hätte von allen europäischen Ländern wohl die größten Chancen gehabt dem zu entgehen; immerhin war es Österreich, welches mit der Errichtung des christlichen Ständestaates unter Dollfuß einen plausiblen Gegenentwurf zur demokratisch-kapitalistischen Gesellschaft hervorgebracht hat.

  33. Josef Maierhofer
    11. Februar 2014 10:30

    Ich verstehe das alles und es ist mir sehr bekannt aus den Erzählungen meines Vaters und meines nunmehr fast 93-Jährigen 'Schützlings'.

    In der Schule wurde es mir nicht erzählt, wird es auch heute nur zur linken Hälfte.

    Gemeinsames Gedenken erinnert mich an die Staatsvertragsjubiläumsfeier im Belvedere. 2 österreichische Reden, 2 österreichische Welten, 2 Listen von hervorragenden Namen und Persönlichkeiten, 2 Betonungen verschiedener Errungenschaften.

    Die Sozialdemokratie kam aus der Arbeiterbewegung hervor, hatte ihre ganz wichtige Funktion im Schutz der Arbeiter und der Herstellung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen, bis etwa 1970 alles erreicht worden war, was erreichbar war. Dann kam der Abstieg, das Schulden machen, die Übertreibung, die Verschwendung, die 'Unnötigkeit', die 'Sozialromantik', die Unfinanzierbarkeit, die Fehlentscheidungen, die Emanzipation, der Kindesmord im Mutterleib, die Pille, die Zuwanderung, die Selbstzerstörung.

    Waren 1934 etwa die Sozialisten ein enorm wichtiger Bestandteil der Gesellschaft, haben sie sich in ihrer Zuwendung zum Nationalsozialismus falsch entschieden und nicht den 'anderen' Österreichern, die sogar auf sie geschossen haben, ins Auge geblickt.

    Das tun sie ja auch heute nicht in der mittlerweile erreichten linken Diktatur. Sie setzen sich nie mit Problemen auseinander, sondern stellen Forderungen auf und setzen diese blind, ohne Rücksicht auf Verluste durch. Das Ergebnis, unser Schuldenberg, den aber alle zahlen müssen, die Volksunterwanderung, an der wir alle zerbrechen werden, wenn wir nicht umkehren, etc.

    Versöhnung, die Hand reichen, solche Persönlichkeiten sind rar, einen Nelson Mandela haben wir in Österreich leider nicht greifbar, auch keine Wahrheitskommission, dafür haben wir eine mediale 'Lügenkommission'.

    Wenn man einander die Hand reichen wollte, so müsste das alles Hand und Fuß haben und ehrlich gemeint sein, kann ich aber nicht erkennen, zumal gerade in der Politik die Entfernung zum Menschen am größten ist. Mit ordentlichen einfachen und überzeugten Sozialisten komme ich gut zu Rande, aber mit den abgehobenen 'Ausnützern' des Systems, die sich politisch 'Sozialdemokraten' (Klientel) nennen und Österreich niederfahren, mit denen bin ich nicht auf gleicher Augenhöhe und denen kann ich ehrlicher weise auch nicht die Hand reichen.

  34. Undine
    11. Februar 2014 09:58

    Vielleicht versteht man endlich einmal, daß bei den damals herrschenden äußerst unguten politischen Verhältnissen weder die Schwarzen noch die Roten eine Option für sehr viele Österreicher darstellten! Vielleicht versteht man endlich einmal, daß sich die Menschen angewidert von beiden Parteien abwandten und nach Deutschland blickten!

    Wer nicht davon begeistert war, daß der Klerus (die Katholiken natürlich) bei den Schwarzen das Sagen hatte, aber auch keinerlei Hang zur "Arbeiterpartei" und deren (internationalen!) Gründungsvätern verspürte, also zu den Sozis, dem bot sich eine deutsch-nationale Partei an.
    Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Auch wenn man versucht, sich in die damalige grauenhaft schlechte, völlig hoffnungslose Zeit hineinzudenken?

    Außerdem war damals "Deutsch-Österreich" kein Schimpfwort, sondern die Realität: Es war der kümmerliche Rest, der von der Monarchie mit ihren vielen Nationen übriggeblieben war: Der deutsche Teil eben---Deutsch-Österreich!
    Wann wird man einmal sine ira et studio dieses Thema behandeln können? Solange ein "Historiker" Rathkolb meint, die Wahrheit gepachtet zu haben, jedenfalls nicht.

    .....................................

    A.U. schreibt:

    "Die Bibel ist kein Ökonomielehrbuch."

    Ich kann mir's einfach nicht verkneifen, weil das Wortspiel so nahe liegt:

    "Manche" betrachten allerdings die Bibel als "Grundbuch"---(im Sinne von Grund und Boden!)

    • Undine
      11. Februar 2014 10:49

      Soeben "Ergoogeltes"; so, wie also ein Teil der von der herrschenden Not gepeinigten Österreicher nach Deutschland schielte, blickte der andere Teil in die Sowjetunion. Ersteren wird dies immer vorgeworfen, letzteren nicht---warum eigentlich?

      "Obwohl der Austromarxist Bauer sich zeitlebens nie als Bolschewist verstand und klassenkämpferischer Rhetorik keine revolutionären Taten folgen lassen wollte, blickten nicht nur österreichische Kommunisten, sondern auch Sozialdemokraten sehnsüchtig in die Sowjetunion. Einer der Gründe: Die Weltwirtschaftskrise hatte auf Stalins Reich nur indirekten Einfluss, dort herrschte scheinbar Vollbeschäftigung. Das nach außen vermittelte propagandistische Bild des Stalin-Regimes zeichnete eine widerspruchslose, harmonische Gesellschaft ohne „Klassenkampf“. Dass Stalin einen brutalen Bürgerkrieg führte und durch seinen Kampf gegen die Kulaken-Bauernhöfe eine Hungerkatastrophe mit wahrscheinlich Millionen Toten hervorrief, verschwieg die sowjetische Propaganda freilich. Nach den Februarkämpfen zog es nicht nur österreichische Kommunisten, sondern auch Mitglieder des Republikanischen Schutzbundes in die Sowjetunion. Nicht alle kehrten so wie Richard Bernaschek zurück. Viele kamen bei den stalinistischen Säuberungswellen ums Leben."

  35. ProConsul
    11. Februar 2014 09:40

    Karl Kraus war einer der meistgefürchteten Kritiker der Zwischenkriegszeit in Österreich und pflegte wichtige Gegner in seiner Zeitschrift Die Fackel publizistisch zu „erledigen“. Den Polizeipräsidenten Johann Schober, der den stark überschießenden Polizeieinsatz vom 15. Juli 1927 verantwortete, forderte er auf Plakaten zum Rücktritt auf. Die Sozialdemokraten erwarteten daher, dass er zu Dollfuß’ Staatsstreich 1933 und zum Februaraufstand 1934 entsprechend kritisch Stellung nehmen werde. Doch weit gefehlt! In Nr. 890–905, Ende Juli 1934, erklärte Kraus, er habe sich für Dollfuß als „kleineres Übel“ (S. 176) und gegen den „Leitartikler des Unheils, Herrn Otto Bauer“, entschieden (S. 179). Er erkannte mit seinem genialen Scharfsinn: „Gegen all das, was mit der Menschheit unvereinbar ist, scheint der kirchliche Widerstand dauerhafter, mutiger und aussichtsvoller als der des Freidenkertums“ (S. 183). Kraus behauptete, eben Dollfuß und nicht Bauer erfülle die Definition der Politik als „Kunst des Möglichen“ (S. 241).

    Die Historikerin Gudula Walterskirchen, die 2004 eine Dollfuß-Biografie publizierte, beklagte 2009, der Öffentlichkeit werde ein „schablonenhaftes Bild“ Dollfuß’ vermittelt; die Historiker seien bis heute nicht in der Lage, über diesen Politiker professionell, also sachlich, zu diskutieren: „Es passt nicht in das Bild des ‚Arbeitermörders‘, dass dieser eine Sozialversicherung für Landarbeiter durchgesetzt hat.“ Die Völkerbundanleihe, mit der der Zusammenbruch von Großbanken abgewendet worden sei, habe Dollfuß gegen den Widerstand der Sozialdemokraten durchsetzen müssen. In das Dollfußbild passe auch nicht, „dass er erbittert gegen den Nationalsozialismus angekämpft hat und schließlich von Nazis ermordet worden ist“. Walterskirchen meint, die ausschließlich negative Darstellung Dollfuß’ solle davon ablenken, dass die Sozialdemokratie den Kampf gegen den Nationalsozialismus im Wesentlichen „anderen, etwa den Kommunisten und Legitimisten, überlassen“ habe. Die auf sozialdemokratischer Seite häufige Nichtunterscheidung zwischen Ständestaat und Nationalsozialismus und deren Zusammenfassung unter dem Begriff Faschismus sei „wissentliche Geschichtsfälschung“.

    Otto von Habsburg sagte über Dollfuß: Er war ein tief honoriger Mensch und ein guter Christ. Er wollte auch die Beziehungen zum Haus Habsburg in Ordnung bringen. Aber die letzte Wende war erst kurz vor seinem Tod. Mit seiner Ermordung dürfte es aber nichts zu tun haben, denn es war zu knapp vor dem Tod. Er hat es auch nicht nach außen hin gesagt, so weit ich informiert bin, er hat es zu Ernst Karl Winter gesagt, dem er sehr vetraut hat und ihm sehr viel Offenes gesagt hat. Dieser war sehr erstaunt, als er damals zu mir gekommen ist, über den Gedanken, daß die Monarchie nun sehr bald wieder kommen würde. Dollfuß hat ja gewußt, daß er in einer äußerst schwierigen Situation war. Und er hat das Gefühl gehabt, mit der Monarchie ging es. Schuschnigg war ja immer Monarchist, Dollfuß war zuvor Republikaner, das ist der Unterschied zwischen den beiden gewesen. Dollfuß hat erkannt, daß die Monarchisten am entschlossensten gegen den Nationalsozialismus waren und zweitens hat er gesehen, daß die verschiedenen reichischen Gedanken an der Substanz Österreichs vorbeigingen. Es war eine logische Fortsetzung des Österreich-Gedankens. Der christliche Ständestaat war ein Gedanke, der nie die Füße auf den Boden bekommen hat." (Gudula, Walterskirchen, Engelbert Dollfuß, S.42)

    Gudula Walterskirchen: Wie würden Sie nach diesem langen Abstand von 70 Jahren das Wirken von Dollfuß einschätzen?
    Otto von Habsburg: Er hat sehr viel für Österreich getan. Er war der einzige, der den Mut gehabt hat, tatsächlich den Kampf gegen den Nationalsozialismus aufzunehmen. Er war der einzige, der sich ohne Wenn und Aber zu Österreich bekannt hat. Er hatte einen gewissen stillen Hintergrund vom reichischen Gedanken gehabt, aber sein Reich ist nach Osten gegangen, nicht nach Westen. Es hat damals in Österreich noch eine Schule gegeben von reichisch denkenden Menschen, die keine Nationalsozialisten waren, die aber wieder sehr stark an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation anschließen wollten. Das hatte Dollfuß irgendwie verinnerlicht und hat die österreichische Idee sehr stark unterstrichen, ohne sie allzu sehr zu definieren. Es war bei ihm mehr eine normale Reaktion eines Kaiserschützen, denn er war ja in seinem Inneren ein Soldat. Er hat sehr viele Hindernisse übersprungen. Er war ja ein uneheliches Kind und wollte ursprünglich Geistlicher werden." (Gudula, Walterskirchen, Engelbert Dollfuß, S.44)

    • Nestor 1937
      11. Februar 2014 16:03

      ProConsul:

      Danke!

    • ProConsul
      11. Februar 2014 21:42

      Nestor

      gerne!
      Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Proleten das Ansehen von Dollfuß in den Schmutz ziehen. Wie ein Mitposter weiter oben geschrieben hat:
      "Seit Dollfuß und dem christlichen Ständestaat gab es in Österreich nur mehr National-Sozialismus, internationalen Sozialismus und Kapitalismus. Die Folgen dieser gottlosen Ideologien sehen wir an allen Ecken und Ende der Gesellschaft. Das ist schade, denn Österreich hätte von allen europäischen Ländern wohl die größten Chancen gehabt dem zu entgehen; immerhin war es Österreich, welches mit der Errichtung des christlichen Ständestaates unter Dollfuß einen plausiblen Gegenentwurf zur demokratisch-kapitalistischen Gesellschaft hervorgebracht hat.

  36. brechstange
    11. Februar 2014 09:24

    Schaut her, was alles unter politische, religiöse oder rassistische Propaganda fällt, auch wenn ein Sportkamerad und Bruder einer Olympia-Athlethin plötzlich verstorben ist. Das Team erlaubte sich mit einer schwarzen Binde zu laufen und das Komitee sah darin einen Regelverstoß.
    Weit sind wir gekommen.

    "Das IOC bezog sich auf sein Regelwerk: die Olympische Charta. Die Regel 50.3 verbietet dort "jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda" an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen olympischen Bereichen."

    • Brennstein
      11. Februar 2014 09:46

      Dieses rein private Ereignis in der Familie der Sportlerin hat doch nichts in der weltweiten Öffentlichkeit verloren.

    • brechstange
      11. Februar 2014 09:50

      Brennstein, Menschen sind keine Maschinen, auch Sportler nicht. Ein junger Mensch ist plötzlich verstorben, ein Armbinde als Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda einzustufen, zeugt von Ignoranz.

    • Erich Bauer
      11. Februar 2014 11:30

      Hm... das Ganze sieht mir eher so aus, wie ein bewusst herbeigeführtes, die Gelegenheit geistesgegenwärtig ergriffenes "Missverständnis"... Das tapfere kleine Völkchen setzt ein "Zeichen"... gegen den Miesling Putin! "Aber... aber, das war ja nicht so gemeint... stotter... stotter..."

    • brechstange
      11. Februar 2014 11:34

      Verstehe nicht, was Sie meinen, Herr Bauer.

      Es ist der Bruder einer Athlethin unerwartet verstorben, das Trauerband war ihm gewidmet. Was soll das mit Putin zu tun haben?

  37. LF
    11. Februar 2014 09:19

    Dazu ein interessanter Gastkommentar in der heutigen "Presse":
    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1560940/

  38. Undine
    11. Februar 2014 09:08

    OT---aber durchaus erwähnenswert: Der BURGTHEATER-SKANDAL:

    Also, so viel steht fest: Die gefeuerte Geschäftsführerin Silvia STANTEJSKY ist KEINE Blaue, keine Schwarze, möglicherweise auch keine Rote, sondern eher eine GRÜNEe---anders kann man die ZURÜCK-HALTENDE (im wahrsten Sinne des Wortes!) Berichterstattung im ORF und auch diverse grüne Solidaritätserklärungen für die Dame nicht erklären.

    Daß die wohlbeleibte Dame keine Blaue ist, liegt auf der Hand: Als solche hätte sie nie und nimmer diesen Posten erhalten. Und der Skandal der Bilanzfälschung würde die Themenführerschaft einnehmen, d. h. bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Betroffenheitsmiene breitgetreten. Und man spräche auch immer von der UMSTRITTENEN Geschäftsführerin.

    Burgtheater: Verdacht gegen Geschäftsführung bestätigt 01:33 Min.

    Nach der Aufsichtsratssitzung des krisengebeutelten Burgtheaters heißt es, dass sich der Verdacht gegen die entlassene kaufmännische Geschäftsführerin bestätigt hat. Es ist von gefälschten Belegen und der Vorspiegelung falscher Tatsachen die Rede.

    ?
    abspielen

    • Undine
      11. Februar 2014 09:12

      Aha, das mit dem Abspielen funktioniert nicht; macht nichts---es kann sich ja jeder selber die Meldung in der gestrigen ZIB nachträglich anschauen! ;-)

  39. Politicus1
    11. Februar 2014 08:32

    Obwohl ich mr vornahm, keine nachgeborenen Beiträge zum 34er Jahr zu lesen, kam ich nicht umhin, das jüngste Wiener Journal der Wiener Zeitung in die Hand zu nehmen.
    Der von Helmut Oswald bereits erwähnte Herr Rathkolb kommt in dieser Beilage der bereits als Neue Arbeiter Zeitung bekannten Postille der Republik ausführlichst zu Wort.
    Bereits nach wenigen Zeilen hatte ich das Gefühl einen Aufsatz des Herrn Obmanns der SPÖ-Sektion XVI in Wien-Favoriten zu lesen.
    Kein Wort davon, dass der Beschuss des Goethe-Hofes erst nach erfolglosem Verstreichen eines Ultimatums zum Räumen der in diesem Gemeindebau gehorteten schutzbündlerischen Waffenlager erfolgte ...
    Kein Wort davon, dass das erste Opfer des Februaraufstands ein hinterrücks erschossener Polizist war ...
    Kein Wort davon, dass Polizei und Bundesheer selbstverständlich die Aufgabe und die Pflicht (trotz Waldheim wage ich weiterhin dieses Wort zu wählen) hatten, die staatliche Ordnung zu schützen und eben notfalls auch mit dem ihnen eigenen Gewaltmonopol zu verteidigen ...
    Dass dann ein uniformierter Bundesheersoldat in einem Foto als Mitglied der Heimwehr bezeichnet wird, ist nur noch ein Tüpfchen auf dem "I" dieser Beilage ...

    • Cotopaxi
      11. Februar 2014 08:51

      Wie gestern in einer sehenswerten Dokumentation aus 3Sat zu sehen war, kamen auch 49 Polizisten bzw. BH-Angehörige zu Tode, getötet von den Aufständischen.

    • Politicus1
      11. Februar 2014 08:54

      die meisten Meldungen sprechen von 128 toten Polizisten und BH-Soldaten

    • Cotopaxi
      11. Februar 2014 09:47

      In Wien fand eine Trauerfeierlichkeit für 49 Opfer statt. Wahrscheinlich waren das nur die Opfer in Wien.

  40. Doppeladler
    11. Februar 2014 08:23

    Vergangen Samstag widmete sich der "intellektuelle" AZ-Nachfolger "Der Standard" vertieft dem Thema 1934. Mit einer bemerkenswerten Ausnahme schlugen alle Kommentare auf den ach so "schrecklichen Arbeitersmörder" Dollfuß ein und bedienten die roten Klischees. Scheinbar haben aber die Autoren dieser Texte nicht den Kommentar von Kurt Bauer von der Boltzmanngesellschaft, gelesen, der ein durchaus differenziertes Bild zeichnete:

    http://derstandard.at/1389859710515/Schwieriges-Vermaechtnis

    Von einem Bundeskanzlerdarsteller a la Faymann wird man sich keine derartige Auseinandersetzung erwarten können, leider ist aber auch die ÖVP aktuell nicht mit jenem Selbstbewußtsein ausgestattet, hier klar Position zu beziehen und die scheibchenweise Demontage des NS-Opfers Dollfuß zu verhindern.

    • Gerald (kein Partner)
      12. Februar 2014 09:42

      Diesen Ausrutscher eines Kommentars der nicht auf strammlinker Standard-linie ist (wohl um Objektivität zu heucheln), hat man heute allerdings gleich wieder korrigieren lassen. Der ORF-Journalist Peter Huemer darf heute in seiner Replik darauf gleich wieder alle linken Klischees aufwarten: Die Sozis wären schon damals gute Demokraten gewesen und kämpften für keine Diktatur. Marxisten, Kommunisten und Sozialdemokraten seien etwas ganz grundverschiedenes, schuld an den Toten sei vor allem die Dollfußregierung und dass viele Sozis dann fliegend zu den Nazis oder Kommunisten gewechselt seien, liege ausschließlich an der brutalen Niederkämpfung durch Dollfuß.

      Sozialistische Geschichtsverklärung at it's worst:

      http://derstandard.at/1389860054942/Das-34er-Jahr-Widerstand-und-Heroismus

  41. dssm
    11. Februar 2014 08:20

    Wir bräuchten wirkliche eine historische Aufarbeitung, die die Dinge aus der Zeit heraus betrachtet.
    Offensichtlich braucht auch selbst der werte Herr AU eine 'Auffrischung'. Italien wurde auch von den Westmächten als viel stärker eingeschätzt als es dann tatsächlich war, man kann also Dollfuß uns Starhemberg keinen Vorwurf machen, weil wir nachher(!) viel gescheiter sind.

    Auch die heutige politische Betrachtung des Faschismus (im Unterschied zum Sozialismus) ist von Ideologien geprägt und spiegelt weder die Tatsachen noch das Denken der Handelnden wieder.

    Man muss sich nur die Mythen um die Erdrosselung der Wirtschaft durch die neuen Zollgrenzen anschauen um den wahren Kern zu entdecken: Die Budgetkatastrophen hießen Bankenrettung und Eisenbahn (grösster Arbeitgeber!), sollten uns also wohlbekannt sein. Die private Industrie lief gut, wo es halt staatliche und gewerkschaftlich erlaubt war (die österreichische Elektroindustrie erlangte Weltgeltung), leider wurden zahlreiche Betriebe aus der sozialistischen Kriegswirtschaft nur unzureichend entlassen.

    Herr Clinton hat es einmal gut zusammengefasst: It's the economy, stupid.
    Und genau wie heute waren die paternalistischen Sozialisten, in ihrer Wirkung auf den Markt, kaum besser als die braunen und roten Sozialisten.

    • Riese35
      11. Februar 2014 11:59

      Man muß sich bei fairer Betrachtung auch die Frage stellen, welche anderen außenpolitischen Optionen als Italien Dollfuß und Starhemberg überhaupt offengestanden sind.

      Wie sich später gezeigt hat: wo waren die diplomatischen Proteste Frankreichs, Englands, der USA etc. (ausg. Mexikos), als Österreich besetzt und einverleibt wurde? Welche Mächte haben 1934 mit dem nationalsozialistischen Deutschland kooperiert und welche haben dagegen gekämpft? Welche Mächte kannten das Wesen und die Absichten der Nationalsozialisten damals und fanden es für nötig, sich damit zu beschäftigen?

      Eins ist jedenfalls sicher: Dollfuß und Starhemberg kannten sie. Starhemberg war nach dem ersten Weltkrieg selbst als Freiheitskämpfer gemeinsam mit preußisch-deutschen Kämpfern tätigt. Und dort lernte er dieses Gedankengut kennen, das für einen Österreicher völlig fremd war. Er beschreibt es in seinen Memoiren, daß er damals dort die entscheidende Prägung zum Kampf gegen die nationalsozialistische Ideologie erhielt. Dollfuß und Starhemberg wußten wie kaum ein anderer Staatsmann, wohin das führen wird, und sie waren daher in weiser Voraussicht die kompromißlosesten Kämpfer gegen den Nationalsozialismus,

    • Langzeitbeamter (kein Partner)
      12. Februar 2014 09:45

      It's the economy, stupid.

      Ich bemühe mich bereits seit längerer Zeit, diesen Aspekt in die Diskussion zu bringen - kein Erfolg bzw. (etwa im "Standard") Hassorgien.
      Es hat wohl einen guten Grund, warum das Karl Ausch-Buch "Als die Banken fielen" kaum irgendwo greifbar ist bzw. nicht neu aufgelegt wird. Ebenso ist Götz Aly mit seiner Betrachtung auch der wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkte in Ö geradezu verfemt (sein Gastseminar in Wien vor ca. einem Jahr, Wiener Uni Zwanzigerjahre und dortiger Aufstieg der Nazis habe ich mir angehört).

      Insofern muss aber auch korrigiert werden, dass die private Industrie gut gelaufen wäre. Beim Creditanstalt-Konkurs 1931 stellte sich heraus, dass auch deren Industriebeteiligungen (nicht nur die der Bodencredit) bereits vor 1929 schlecht liefen und dies von den Managements wegen der Erfolgsgehälter (Boni gabs damals noch nicht?) verschleiert wurde. Insofern auch nicht ganz verwunderlich, warum sich die SDAP gegen eine neue Völkerbundanleihe gewehrt hat; was sich dann rund um den Völkerbundbüttel Rost van Tonningen abgespielt hat, weiß man ja.

      Auch das habe ich an anderem Ort versucht zu diskutieren: Norbert Lesers Argument von der geteilten Schuld wegen Nichtannahme von Seipels Koalitionsangebot ebenda muß relativiert werden - es musste schon wegen der Erwartungen vernichtender Bedingungen vergiftet erscheinen.

  42. brechstange
    11. Februar 2014 07:58

    Die ÖVP wurde bereits feindlich von der SPÖ übernommen. Jetzt muss man eben noch die letzten "Ewiggestrigen" unter die Knute bringen und gleichzeitig die Botschaft setzen, was passiert, sollte man sich widersetzen. Waren die Schlägertrupps eine Vorhut?

    Es begann im Jahr 2000 mit den Sanktionen, diese feindliche Übernahme wurde freundlicherweise von den europäischen Sozialdemokraten und anderen Büttel, die nur ihre Vorteile im Auge haben, unterstützt. Begraben wurde der Ausgleich der Meinungen. Beim harmonischen und bequemen Österreicher, der jammert und nur am Biertisch mit der Faust poltert, hat diese vermeintliche Einschüchterung gewirkt.

    Was aber wird passieren, wenn sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert?

  43. Cotopaxi
    11. Februar 2014 07:37

    Gestern gab es auf 3Sat eine faire und berührende Dokumentation über Dollfuss. Auch wenn die Schwarzen ein Portrait von ihm im Parlamentsklub hängen haben, so glaube ich nicht, dass sie diesen österreichischen Patrioten richtig zu würdigen wissen.

    http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/174781/index.html

    • cmh (kein Partner)
      12. Februar 2014 20:24

      Nein, tun sie nicht.

      Der Dollfuss ist ihnen nur so passiert wie der Schüssel auch.

      Aber eigentlich sind sie doch recht gerne gute Sozis.

  44. oberösi
    11. Februar 2014 03:05

    Die wirkliche Hybris: Geschichte, die unwiderruflich vorbei ist, im Sinne heutiger moralischer ephemerer Moden interpretieren. Vergangenheit ist vergangen, sollte mit dem Werkzeug der Historiker betrachtget werden, und nicht im Sinne zeitgeistiger Kleingeister wie Talós etc. "bailerisiert" werden...

    Das tatsächliche, weil AKTUELLE Verbrechen, hier und jetzt: historischen Fakten über heutige Moral-Leisten schlagen, um damit politisches Kleingeld zu wechseln.

    Wer bitte unserer heute Geborenen sollte sich versöhnen müssen mit Tätern/Opfern aus den Dreissigern? Hybris pur....

    Ein weiteres Mal Dávila: "Der Haß auf die Vergangenheit ist ein eindeutiges Symptom einer Gesellschaft, die verpöbelt.“

  45. Helmut Oswald
    11. Februar 2014 02:27

    Hassparolen und Doppelzüngigkeit tragen in unserer Gegenwart auf das deutlichste die Zeichen linksgerichteten Geschichts- und Politikverständnisses. Rathkolb - ich begegnete ihm einmal zufällig anlässlich eines rein gesellschaftlichen Anlasses und war erstaunt, mit wie wenig Faktenwissen der Mann zur Geschichte des 20. Jahrhunderts auskommen kann - predigt vor allen seinen Studenten unverdrossen die Thesis von der 'Überlegenheit der Bürgerkriegsgesellschaften'. Ich würde an ihn denken, wenn der von ihm als so ersehnenswert herbeigeredete Bürgerkrieg einmal ausbrechen würde, ließ ihn dort unverzüglich das Hasenpanier ergreifen. Die Linke ist gewohnt, mit feigen ÖVP Leuten zu reden. Es wird keine Versöhnung geben, die schwarzen Blocks sind nicht nur Import von entbehrlichen Nordlichtern, im Kopf der jungen Linken (SP, Grüne, post- neo- und altmarxistische Sekten aller Schattierungen inbegriffen) sind Lüge und Denuntiation fester Bestandteil der politischen Bildungsarbeit. Entgegenkommen wird von Roten grundsätzlich als Schwäche gesehen, Kompromissbereitschaft als Mittel zur Übertölpelung des Gegners. Auf unterster, Bezirks- oder lokalpolitischer Ebene gibt es freilich davon noch Ausnahmen. Mit dem Wegsterben der Wähler (=der Pensionisten) radikalisiert sich eben der solcherart marginalisierte Nachwuchs. Die Pfründner, die heute schon die Masse der Linken ausmachen, finden später schon ein anderes Trittbrett.
    Man sollte mit gelassenem Achselzucken darüber hinwegschreiten. Wer unversöhnlich stirbt, dem ist halt nicht zu helfen. Hauptsache, er stört die Zukunft nicht mehr.

  46. Gandalf
    11. Februar 2014 02:18

    Die sonntägliche verbale Entgleisung der bedauerlicherweise von einer Mehrheit der Österreicher gewählten Null an der Spitze der SPÖ, die daher leider auch Bundeskanzler spielen darf, ist unverzeihlich. Wessen Bild in den Klubräumen einer - zumindest lange Zeit - staatstragenden Partei hängt, geht ihn so wenig an wie die Frage, wer zum Papst gewählt oder wer zum Präsidenten von Russland ernannt wird, und er hat dazu auch keine Ratschläge zu erteilen, schon gar nicht über die Zeitung. Eine ÖVP, die noch einen Funken Selbstachtung hätte, würde keine "Erklärungstaferln" zu den Portraits der aus ihrer Partei hervorgegangenen Bundeskanzler bestellen, sondern ihre Teilnahme an den geplanten gemeinsamen Gedenk - Aktionen davon abhängig machen, ob der Schulabbrecher es wenigstens schafft, seine schäbige Äusserung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzunehmen.

    • Gandalf
      11. Februar 2014 17:15

      Nachträgliche Ergänzung: die ÖVP- Regierungsmitglieder haben sich zu dem sogenannten "gemeinsamen Gedenken" an den vom sozialistischen Schutzbund ausgelösten Bürgerkrieg vorführen lassen. Also kann man feststellen: diese ÖVP hat tatsächlich keinen Funken Selbstachtung mehr. Sie wird es bei allen kommenden Wahlen bitter zu spüren bekommen.

  47. mischu
    11. Februar 2014 01:48

    Die Sozialisten verdrehen nicht nur die Geschichte zu ihren Gunsten - derzeit besonders zum Gedenkjahr 1934, sondern auch in der jüngsten Vergangenheit wird mit Lügen, Verharmlösung und Täterumkehr (unter Mithilfe der linksabhängigen Medien!) gearbeitet, wenn man nur an die Verwüstungsnacht vom 24. Jänner in der Wiener Innenstadt denkt. Sind doch alle anderen daran Schuld = die Polizei, der Akademikerball, aber keinesfalls die durchgeknallten Linksterroristen.

    In kurzer Zeit werden sie schaffen, daß sich im kollektiven Gedächtnis festsetzt, die totalitäre Polizei, die "pösen" Kapitalistengeschäfte mitsamt den nationalsozialistischen Ballbesuchern haben diese Gewalttaten herausgefordert und seien im Sinne der Befreiung vom Faschismus sogar dringend notwendig gewesen.

    Das ist nicht einmal übertriebener Sarkasmus - noch ein paar solche Interviews und wir sind tatsächlich soweit:

    http://derstandard.at/1389859214656/Zerschlagene-Fensterscheiben-sind-die-Kosten-einer-modernen-Gesellschaft

  48. Brigitte Imb
    11. Februar 2014 01:34

    Wenn´s rein ginge würden wir auch noch Gedenkfeiern abhalten und Reparationszahlungen leisten die auf den 30 jährigen Krieg zurückgreifen.
    Das ewige "nicht vergessen Geschrei" dient lediglich der Parteipolitik und verliert im tgl. Leben zunehmend an Bedeutung, weil die Zeitzeugengeneration ausstirbt.

    Auf meine Kinder (Jg. 82/90/90) wirken sämtliche dieser Gedenken als unrealistisch, bzw werden gar nicht wahrgenommen.

    • oberösi
      11. Februar 2014 02:47

      ...der Ur-Genozid der Teutschen: die Schlacht im Teutoburger Wald. In ein paar Jahren, Kniefall der von der Leyen vor einem neu errichteten Varus-Denkmal, wetten? Aber vorher die Runde in sämtlichen Talk-Shows, von Maischberger bis Beckmann...

    • dssm




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