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Warum BIC und IBAN verschoben werden

Niemand hat sich über die – zumindest anfängliche – Verkomplizierung von Banküberweisungen gefreut. Werden doch ohnedies alle Transaktionen ständig kompliziert. Aber dennoch ist es mehr als seltsam, wenn IBAN und BIC-Pflichten nun drei Wochen vor ihrer lange fixiert gewesenen Einführung plötzlich um sechs Monate verschoben werden. Als ob das am Prinzip irgendetwas ändern würde.

Scheinbar einziger Anlass: Viele Europäer sind mit dem Wechsel auf IBAN noch säumig – aber sie agieren völlig korrekt. Sind doch bis zum Stichtag problemlos IBAN-lose Überweisungen möglich. Daher erspart man sich bis dahin die elendslangen IBAN- (und fürs Ausland zusätzlich verlangten BIC-)Eingaben. Da uns eingetrichtert worden ist, wie günstig für uns alle der einheitliche europäische Zahlungsraum sei, wie sicher und leicht dann internationale Zahlungen wären, hat sich der brave Österreicher aber nicht sehr aufgeregt und sich vorbereitet. Viele Investitionen sind genau auf den Stichtag 1. Februar hin programmiert worden. Wenn wenigstens halbwegs ein Sinn hinter dem Tun der Politik erkennbar ist (was freilich immer seltener der Fall ist), dann beugt man sich ihr eh.

Warum dann jetzt die Verschiebung? Das wahre Motiv ist ganz eindeutig klar: Es ist ein parteipolitisches. Die beiden großen Parteiblöcke, die Europa noch dominieren, wollen vor der EU-Wahl keinen Wirbel haben. Einen solchen wird aber vor allem in Südeuropa die IBAN-Einführung jedenfalls auslösen. Deswegen will die Kommission die Pflicht einfach verschieben. Was freilich nichts ändert: Denn auch in einem halben Jahr wird es mancherorts genauso einen Wirbel geben. Niemand agiert freiwillig komplizierter, solange er nicht muss.

Mit diesem plötzlichen Rückzug hat sich die Union noch mehr als opportunistischer und in vielem nicht mehr ernstzunehmender Haufen entpuppt. Denn immer wieder beschließt man zuerst etwas ganz Ernstes, aber am Ende gilt es dann eh nicht. Das ist genau das, was einst nur als südeuropäische Krankheit gegolten hat, was aber jetzt zu einer europäischen geworden ist.

Das sehen wir bei immer mehr europäischen Regelungen. Daher wird auch kaum eine überhaupt noch ernst genommen. IBAN wird verschoben; das Bailout-Verbot gilt doch nicht; die alten Glühbirnen gibt es in bestimmten Geschäften weiterhin; die verbotene Schuldenpolitik geht überall weiter; die Maastricht-Kriterien sind eh nur ein Schmäh. Undundund. Und jetzt will halt nach so vielen südeuropäischen Schmähs auch schon Deutschland einen solchen versuchen und eine glatt EU-widrige Maut einführen, die alle Ausländer, aber nicht die Deutschen treffen soll.

Es ist traurig, wie sich das einst so stolze, und für den eigentlichen Binnenmarkt auch nach wie vor nützliche EU-Projekt selbst demontiert.

PS: Besonders grotesk: Jetzt ist nicht einmal der Rückzug fix. Jetzt wollen manche doch wieder einen Rückzug vom Rückzug . . .

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 00:46

    Die IBAN-Einführung hätte nichteinmal unsere Wr. Beutegriechin mit ihrem weltfremden Umfeld mehr verkorksen können.
    Da wurde uns ursprünglich eine Endlos-Reihe einer undurchschaubaren Zahlenwurst präsentiert (lt. Wikipädia 2 Buchstaben und bis zu 32 (!!!) Ziffern). In Deutschland wurde die Ziffernkolonne auf 22 reduziert, in Österreich angeblich auf 20. Sei’s drum. 2 (3?, 4? Jahre dauerte es) bis endlich ein viver Kopf auf die Idee kam, diese Endloswurst in Viererblocks zu gliedern. Ich erinnere mich an etliche Anrufe meines Bankberaters, da ich irgendwo eine der zahllosen Nullen des IBAN übersehen hatte. Egal was die EU angreift, alles ist überreguliert und unverständlich. Für diese Dilettanten ist mir mein Europa zu schade.

  2. Ausgezeichneter KommentatorENIGMA
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 00:48

    Diese IBAN- und BIC-Rolle rückwärts aus oben angeführten Gründen ist symptomatisch für die opportunistische, abgehobene Politikerkaste in Brüssel, die damit dem einst hehren Europagedanken immer öfter das Grab schaufelt!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 00:37

    Na ja, was soll man von den "abgeschobenen" Politikern u.ä. "Größen" erwarten? Wenn die SPÖ einen in die Rente geschickten ORF-Moderator - der Kurier nannte ihn einen -Star! - als Spitzenkandidaten aufstellt? Und die ÖVP einen EU- und gleichzeitig noch mehr Ego-zentriker hat. Man kann sich nur wundern - und traurig sein! - über die Entwicklung der Europa-Idee, die am Anfang ein erstrebenswertes Ziel zu sein schien. Gurken und Glühlampen sind Beispiele einer völlig daneben liegenden Tätigkeitsweise der EU-Gremien. Ob die FPÖ da ein wenig Pfeffer in den ... geben könnte?

  4. Ausgezeichneter KommentatorKarl Knaller
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 09:31

    Ich warne Sie, Herr Dr. Unterberger! Mit Ihrem permanenten EU-Bashing werden Sie Ihren treuesten Adoranten, den Herrn Michler aka @Wertkonservativer, wohl (wieder einmal) endgültig aus dem Blog vertreiben! Das wollen doch weder Sie noch wir, die wir täglich auf seine Kommentare geradezu süchtig warten.

  5. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 09:27

    Es gibt offenbar innerhalb der EUdSSR ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Die schnelleren Volkswirtschaften werden institutionell an die langsameren gekettet.

    Bitte um Entfesselung, Herr Vizekanzler! ;-)

  6. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 11:25

    Das alles sollte doch für unsere Volks(z)vertreter in Brüssel kein Problem sein.
    Machen wir halt einen SÜD-IBAN und einen NORD-IBAN, quasi ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Das wird sowieso in Zukunft auf vielen anderen Gebieten notwendig sein! ;-)

  7. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2014 08:04

    Eine positive Nachricht. Denn wieder einmal zeigt der gelebte Sozialismus wie weit es schon fehlt.

    Nicht einmal mehr eine solche kleine Umstellung schaffen die hochbezahlten, studierten, aus zahlreichen Bewerbern ausgesiebten, hochmotivierten, zentralstaatlichen Experten.

    Wenn wirklich nichts mehr klappt, dann wird uns das System jetzt gleich einmal um die Ohren fliegen ….


alle Kommentare

  1. oboam (kein Partner)
    17. Januar 2014 22:13

    Der IBAN und der BIC sind halt so etwas wie in einer Schrift (Dudengrammatik) völlig überflüssig ca 10 Schriftzeichen zuviel pro Text zu schreiben .......

    .... und FAST alle kriechen dem süssen Geruch einer lügnerischen Gemeinschaft hinterher.

  2. NC (kein Partner)
    16. Januar 2014 22:32

    Gibt es eigentlich irgendwas, über das sie sich nicht aufregen? Muss ganz schön anstrengend sein, sogar IBAN und BIC sind böse. oh Gott, oh Gott...

    • oboam (kein Partner)
      17. Januar 2014 22:22

      Das Überflüssige, das Komplexmachen ist immer in Absicht geschehen ..... und den kleinen gängelnden Bosheiten FOLGEN STETS DIE GROSSEN NACH !

      Ohne das jetzt mathematisch durchgerechnet zu haben und nur auf bloßer Vermutung.

      Für ein Konto pro Bewohner in Europa müsste eigentlich schon eine 11 stellige Kennzahl mit einem Schriftzeichen vorn dran völlig genügen ? Und wer mehrere Konto haben wollte hinten dran eben auch noch jeweils ein Schriftzeichen .....

      Das machte insgesamt 13 Zeichen .....sicher kürzer gings mit Schriftzeichenkombinationen, noch kürzer mit Mischungen von Schrift- und Zahlenzeichen .........

      Welch Teufelei uns ZEIT zu STEHLEN mit IRRSINN ?

  3. Politicus1
    16. Januar 2014 14:50

    ein paar Fragen:
    wie hoch ist der Anteil von Auslandsüberweisungen von allen Kontobewegungen österreichischer Kontoinhaber? - 3%, 1%, 1 Promille ??

    unter der Annahme, dass er äußerst gering ist, die nächste Frage:
    Warum konnte man für Inlandsüberweisungen nicht das bisherige Kontonummernsystem beibehalten?

    warum hat man Kontoinhaber nicht gefragt, ob sie überhaupt IBAN/BIC Nummern für Auslandsüberweisungen brauchen?

    Schlusssatz:
    Die EUlinge halten uns für zu blöd, dass wir Gehaltsgutschriften ein paar Tage vor dem Valutatag nicht kapieren und haben daher keine Gutschriften vor dem Valutatag erlaubt. Und alle Banken und Kunden haben sich das einfach gefallen lassen!

    Wieso glauben die EUlinge dann, dass wir die komplizierten IBAN-BIC-Zahlen locker beherrschen werden - und auch dafür nicht zu dumm sind?

  4. Papalima
    15. Januar 2014 18:34

    Es ist erschütternd, wie sich die EU - nicht nur, aber hauptsächlich - seit den letzten EU-Wahlen entwickelt hat. Bereits 2003 erschien das Buch "Raumschiff Brüssel", in dem ein kleiner einleitender Absatz mit den Worten endet: "Europa ist zu wichtig um es denen in Brüssel zu überlassen"
    Wie wahr!

  5. simplicissimus
    15. Januar 2014 16:18

    Ich habe das meiste schon umgestellt, fuer Auslandsueberweisungen waren IBAN und BIC/Swift seit laengerem schon notwendig, im Inland stellt das System meist automatisch um.

    Warum aber der Code so endloss lang ist, ist mir schleierhaft. Das muesste doch etwas einfacher gehen. Man gewoehnt sich zwar an ihn, aber das Fehlerrisiko ist natuerlich hoeher.

    Dass die EU die Einfuehrung jedoch bis nach den Wahlen verschiebt, beweist, wie wenig sie selbst an ihre eigenen Errungenschaften glaubt.

  6. Buntspecht
    15. Januar 2014 11:29

    Na, so weltbewegend ist diese Umstellung auch wieder nicht. Ich überweise seit über 10 Jahren nur noch per electronic banking, hier wird/ist alles automatisch umgestellt und angepasst. Keine händische Eingabe ist notwendig, es sei denn bei neuen Erstüberweisungen, die aber kaum vorkommen!

  7. mischu
    15. Januar 2014 11:25

    Das alles sollte doch für unsere Volks(z)vertreter in Brüssel kein Problem sein.
    Machen wir halt einen SÜD-IBAN und einen NORD-IBAN, quasi ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Das wird sowieso in Zukunft auf vielen anderen Gebieten notwendig sein! ;-)

  8. Wolfgang Bauer
    15. Januar 2014 10:04

    Das ganze IBAN-Projekt wurde ebenso seitens der Zahlungsverkehrsgesellschaft und der Banken vergeigt. Denn in Wahrheit hätten die Bankberater von Anfang an ihren Kunden nur erklären müssen, dass lediglich "AT" und eine zweistellige Zahl neu sind. Im übrigen handelt es sich nur um die Bankleitzahl und die Kontonummer, beides kennen die meisten Leute auswendig. Dann hätte man halt - anstatt einer Vierergruppengliederung - diese Bestandteile einfach durch Leerstellen abgegrenzt.

    Moan holt ii

  9. Brockhaus
    15. Januar 2014 10:00

    Ich versteh die ganze Aufregung um SEPA ohnehin nicht, denn was hat sich schon weltbewegendes geändert?

    Der IBAN beinhaltet die jetzt schon erforderliche Bankleitzahl und die Kontonummer des Überweisers und wurde bloß um das vertraute AT und zwei Ziffern erweitert.
    Der BIC ist doch lediglich bei Auslansüberweisungen erforderlich, also nur für eine kleine Anzahl von Privatpersonen. Bei Geschäftsleuten sieht das freilich anders aus, aber die sollten in der Lage sein den richtige BIC anzugeben.

    Ich glaube nicht, daß er mit einer Kugelschreibermarke verwechselt wird ;-)

    Abgesehen davon kann mir bitte irgendwer sagen, wo es noch die guten alten Glühbirnen gibt? (Siehe drittletzten Absatz von unserem Herrn Dr.Unterberger). Vielen Dank im Voraus.

  10. Karl Knaller
    15. Januar 2014 09:31

    Ich warne Sie, Herr Dr. Unterberger! Mit Ihrem permanenten EU-Bashing werden Sie Ihren treuesten Adoranten, den Herrn Michler aka @Wertkonservativer, wohl (wieder einmal) endgültig aus dem Blog vertreiben! Das wollen doch weder Sie noch wir, die wir täglich auf seine Kommentare geradezu süchtig warten.

    • Florin
      15. Januar 2014 10:42

      Chacun à son goût, @Karl Knaller

      Sie schaffen es ja anscheinend auch nicht ohne ein beinahe tägliches Wertkonservativen-Bashing :-)

    • Wertkonservativer
      15. Januar 2014 13:09

      Als Betroffener und hier indirekt Angesprochener sehe ich die fast tägliche Befassung des KnallerKarl mit meiner Person und meinen bescheidenen "Geistesblitzen" als eine Art "Zwangshandlung" an, die ihm - nach Befriedigung seiner diesbezüglichen Gelüste und im Bewusstsein seiner reifen Leistung - das Gefühl gibt, ein ganz besonders toller Kerl mit überbordendem, satirisch unterfüttertem Humor zu sein!

      Dass sich derartige, fast täglich wiederholte "Pfeilspitzen-Geistreicheleien" irgendwann und irgendwie selbst "überspielen", hat der gute Mann noch nicht überringelt!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Karl Knaller
      15. Januar 2014 17:17

      ... und das hat man dann von seiner Fürsorge. Ja, ja, Undank ist der Welt Lohn.

    • casa nova
      15. Januar 2014 19:44

      @Cotopaxi

      ;-)))))

  11. Cotopaxi
    15. Januar 2014 09:27

    Es gibt offenbar innerhalb der EUdSSR ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Die schnelleren Volkswirtschaften werden institutionell an die langsameren gekettet.

    Bitte um Entfesselung, Herr Vizekanzler! ;-)

  12. Josef Maierhofer
    15. Januar 2014 08:35

    Nichts geht mehr.

    Wie Dr. Unterberger anmerkt, werden in der EU und von der EU alle selbst aufgestellten Regeln und Gesetze gebrochen.

    Ich sehe in diesem Haufen funktioniert nur eines: die Selbstbedienung, der Postenschacher, etc. Kein Land hat noch ein Veto gegen die frechsten 'Selbstbedienungs-Gehaltserhöhungen' eingelegt, auch nicht das bis über beide Ohren korrupte Österreich.

    Diese Verantwortungslosigkeit, solche Kandidaten überhaupt aufzustellen, die auf den Parteiensesseln unnötig kleben, müsste schwer bestraft werden, wenn sie dann in der EU solche Beschlüssen und Gesetze dann einfach brechen.

    Dieser degenerierten Sippe geht es ausschließlich um Geld und nicht um Europa.

    Machen wir ein RESET und beginnen wir mit dem Handelsvertrag und synchronisieren wir (das dauert Jahrzehnte) Sozialsysteme, etc.

    Aber so viele 'Unnötige' müssen halt 'gefüttert' werden, solange es noch was zum Fressen gibt dort, was ja vermutlich bald enden wird.

  13. dssm
    15. Januar 2014 08:04

    Eine positive Nachricht. Denn wieder einmal zeigt der gelebte Sozialismus wie weit es schon fehlt.

    Nicht einmal mehr eine solche kleine Umstellung schaffen die hochbezahlten, studierten, aus zahlreichen Bewerbern ausgesiebten, hochmotivierten, zentralstaatlichen Experten.

    Wenn wirklich nichts mehr klappt, dann wird uns das System jetzt gleich einmal um die Ohren fliegen ….

  14. Anonymer Feigling
    15. Januar 2014 07:26

    "Stellt euch vor, die Politiker machen Vorschriften und keiner macht mit."

    Dieser Spruch fällt mir ein, wenn ich an die Faxgeräte denke.
    Da bilden sich die Politikerinnen vorbei am Markt ein zu wissen, was der Mensch so braucht und setzen fest, dass die Faxgeräte zwecks digitaler Unterschrift all diesen Crypto-Kram beherrschen müssen. Aber die Gerätehersteller machen nicht mit und bauen diese von den Politikerinnen gewünschten Faxgeräte einfach nicht.

    Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als alljährlich zur Weihnachtszeit per Ministererlass die Einführung dieses Gesetzes für ein weiteres Jahr auszusetzen, und das geht jetzt schon viele Jahre so. Und vermutlich auch dann noch, wenn die Leute die Faxgeräte nur noch vom Museum her kennen.

  15. Gerhard Pascher
    15. Januar 2014 06:14

    Ich finde die EU-Empfehlung, die Übergangsfrist um weitere 6 Monate zu verlängern, für ausgesprochen dumm. Natürlich gab es anfangs einige Schwierigkeiten bzw. wurden die Kunden nicht ausreichend aufgeklärt. So ist z.B. die auf manchen Internetrechnungen, Homepages und Mails angeführte 4-er-Block-Nennung zwar leichter zu lesen, aber man kann diese Zahlenreihe nicht markieren, kopieren und dann über den Zwischenspeicher in ein elektronisches Formular übertragen, denn die Leerräume sind dabei hinderlich. Natürlich sollte es den Bankinstituten nicht schwer fallen, dies mittels eines speziellen Programms zu korrigieren, wurde aber nicht gemacht. Ebenfalls sind noch viele Banken säumig, dass die bereits in den sog. Vorlagen eingespeicherten Kontennummern sowie Bankleitzahlen automatisch in die lange "IBAN-Wurst" umgestaltet werden.

    Durch Netbanking und Selbstbedienungsfoyers übernimmt der Kontoinhaber nun schon fast alle ursprünglich manuellen Arbeitsvorgänge der Bankmitarbeiter, trotzdem steigen die Kontogebühren laufend.

    Wer kann sich noch erinnern, als vor zirka 50 Jahren die Österreicher zu kostenlosen Gehaltskonten animiert wurden? Als dann fast alle Leute so ein Konto hatten, wurde Kontoführungsprovision usw. eingeführt. Dass es auch anders geht, zeigen manche Internetbanken, welche aber ein sehr eingeschränktes Service anbieten. Aber es freuen sich die etablierten Banken, dass die Österreicher sehr träge sind und wie bei Telefon, Strom, Gas nur ungern vom möglichen Wechsel Gebrauch machen.

    • dssm
      15. Januar 2014 09:23

      Das mit den Bankkosten hat der Wähler so bestellt und die Politik hat geliefert.

      Früher gab es einen Referent und eventuell einen zweiten Mann (Frau war damals selten), denn das Vier-Augen-Prinzip schadet ja nicht. Über den beiden gab es einen Geschäftsführung, daneben noch eine kleine EDV-Abteilung und ein paar Hilfskräfte, wie Boten, Juristen und Hausmeister. Alles zusammen ein Verhältnis von deutlich mehr Menschen am Kunden als ‚Backoffice’-Leuten.

      Heute haben Sie nach wie vor Ihren Referenten (der nie für Sie Zeit hat), dazu noch einen Ersatzmann (Vier-Augen-Prinzip). Da aber die vielen Formvorschriften ein Referent nicht mehr erfüllen kann, sitzen daneben noch zwei bis drei Schreibkräfte. Dahinter ist dann das Risikomanagment, auch dies gesetzlich vorgeschrieben. Dann muss sich noch jemand um die ÖNB-Meldungen kümmern und natürlich, doppelt genäht hält besser, die Meldungen an die FMA. Dazu braucht es dann noch ordentlich Juristen, denn die Gesetze sind kompliziert und ändern sich ständig. Auch die Personalverrechnung ist drastisch komplizierter geworden. Am Ende haben Sie neben Ihrem Referenten noch gut und gerne zwölf (!!!) Backoffice-Kräfte. Die müssen alle bezahlt werden, denn die sind alle durch Vorschriften und Gesetze zwingend zu unterhalten. Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass der typisch Firmenkundenbetreuer ein Mann ist, man(n) trägt ja schließlich Verantwortung, das kann schon einmal stressig werden; bei den Backoffice-Leuten ist die Mehrheit weiblich.

  16. ENIGMA
    15. Januar 2014 00:48

    Diese IBAN- und BIC-Rolle rückwärts aus oben angeführten Gründen ist symptomatisch für die opportunistische, abgehobene Politikerkaste in Brüssel, die damit dem einst hehren Europagedanken immer öfter das Grab schaufelt!

  17. Haider
    15. Januar 2014 00:46

    Die IBAN-Einführung hätte nichteinmal unsere Wr. Beutegriechin mit ihrem weltfremden Umfeld mehr verkorksen können.
    Da wurde uns ursprünglich eine Endlos-Reihe einer undurchschaubaren Zahlenwurst präsentiert (lt. Wikipädia 2 Buchstaben und bis zu 32 (!!!) Ziffern). In Deutschland wurde die Ziffernkolonne auf 22 reduziert, in Österreich angeblich auf 20. Sei’s drum. 2 (3?, 4? Jahre dauerte es) bis endlich ein viver Kopf auf die Idee kam, diese Endloswurst in Viererblocks zu gliedern. Ich erinnere mich an etliche Anrufe meines Bankberaters, da ich irgendwo eine der zahllosen Nullen des IBAN übersehen hatte. Egal was die EU angreift, alles ist überreguliert und unverständlich. Für diese Dilettanten ist mir mein Europa zu schade.

  18. kritikos
    15. Januar 2014 00:37

    Na ja, was soll man von den "abgeschobenen" Politikern u.ä. "Größen" erwarten? Wenn die SPÖ einen in die Rente geschickten ORF-Moderator - der Kurier nannte ihn einen -Star! - als Spitzenkandidaten aufstellt? Und die ÖVP einen EU- und gleichzeitig noch mehr Ego-zentriker hat. Man kann sich nur wundern - und traurig sein! - über die Entwicklung der Europa-Idee, die am Anfang ein erstrebenswertes Ziel zu sein schien. Gurken und Glühlampen sind Beispiele einer völlig daneben liegenden Tätigkeitsweise der EU-Gremien. Ob die FPÖ da ein wenig Pfeffer in den ... geben könnte?

    • Haider
      15. Januar 2014 00:49

      Ich freue mich. Daß Sie offensichtlich trotz Kurier-Gehirnwäsche ihren natürlichen Menschenverstand bewahrten, dies gelingt leider nicht allen Lesern.

    • dssm
      15. Januar 2014 09:27

      Die Politiker glänzen in der EU, genau wie in Österreich, durch schöne Reden und viel Wichtigtuerei, die Arbeit machen die Beamten.
      Diese Beamten sind die Creme de la Creme der akademischen Elite. Nur die Besten der Besten werden für diese utopisch bezahlten Jobs ausgewählt.
      Dies sagt eigentlich alles zur Qualität einer akademischen Ausbildung….

    • Wertkonservativer
      15. Januar 2014 14:27

      Was, werte(r) @ kritikos,

      erwarten Sie sich in diesem Zusammenhang von der FPÖ?

      Die Mehrheit der blauen Ritter glänzt schon im eigenen Lande durch erheblichen Mangel an interessanten und zukunftssicheren Vorschlägen; was sollen sie da in größerem Rahmen, noch dazu als Ablehner der EU-Institutionen überhaupt, zu intelligenten Problemlösungen beitragen?
      Die Herren Mölzer und (HerrGott, wie heißt der nur?) werden sich dort in den Reihen der Außenseiter-Partien tummeln, und wenig bis kaum was im EU-Parlaments-Alltag bewirken können!
      Nichts für ungut, @ kritikos, doch so wird's wohl kommen!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Cotopaxi
      15. Januar 2014 14:55

      @ WK

      Machen Sie sich in Ihrem Blauen-Hass jetzt schon über den slawischen Familiennamen eines FPÖ-Kandidaten lustig?
      Mit der feinen gutbürgerlichen und christlichen Erziehung scheint es nicht so weit her zu sein? ;-)

    • Wertkonservativer
      15. Januar 2014 18:11

      Nein, @ Cotopaxi,

      das ist natürlich wieder Ihr jeweils erster Impuls, mir alles mögliche Schlechte zuzutrauen!
      Ich habe überhaupt nichts gegen slawische Namen, habe selbst aus meiner mährisch-sudetendeutschen Heimat etliche slawische Vorfahren (und das waren nicht die schlechtesten!), liebe slawische Musik ganz besonders, und bin auch ganz grundsätzlich kein Fremdenhasser (wie sich manche hier recht offen outen)!

      Zum Namen des blauen Erst- oder Zweitgereihten:
      er fiel mir im Moment des Schreibens wirklich nicht ein, daher die etwas gewoillt launige Umschreibung!
      Meine"feine und gutbürgerliche Erziehung" lasse ich mir von Ihnen nicht schlechtreden.
      Schauen Sie lieber auf Ihre eigenen Schwachstellen, die sich in manchen Ihrer Äußerungen hier recht offen manifestieren!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • kaffka (Keine Partnerin) (kein Partner)
      16. Januar 2014 14:33

      Wertkonservativer
      15. Januar 2014 14:27

      Mag schon sein, dass die Mölzer etc genauso überflüssig im Parlament herumtorkel wie die Karas´, die Swobodas´, ua. zu reden haben die ÖSIs sowieso nichts, denn die Demokratur der EU lasst sowieseso nur die Grossen an die Hebel, die Kleinen haben in allen wichtigen Dingen schon längst ihr Veto verloren.

      Was soll´s?

    • Wertkonservativer
      16. Januar 2014 17:17

      @ Herbert Richter:

      also wer da mit der persönlichen Untergriffigkeit begonnen hat, ist hier wohl blog-bekannt!
      Sie haben's notwendig!

    • Verdi (kein Partner)
      16. Januar 2014 19:26

      Herbert Richter
      ** köstlich .... *

    • oboam (kein Partner)
      17. Januar 2014 23:22

      WK: Die FPÖ ist zur Zeit sicher die demokratischste Partei in Österreich !

      Das macht sie nur nicht zum Rat der Ältesten ...... doch bringt sie derzeit sicher am nächsten dorthin von "wo" aus sinnig gesetzgebt werden könnte.

      Das Dilemma der segregationistischen Wahne würde dann enden können wenn eine führende Partei von sich aus die Aufhebung des Parteieinstaats zur Wahl stellt und eine Alternative bringt die mit DIREKTWAHL der über 60 Jährigen abseits aller Segregationismusbestrebungen die wirklich Fürsorglichsten und Lebenskundige in das Versammlungshaus ohne Adler ganz gewiß und an stelle auch der Pallas Athene draussen und drinnen die Gebote aufhinge (und zwar nicht die katholifizierte Form!), sonder die knappe Urtextliche.





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