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FN 564: Die imaginäre Deflation und die harten Fakten

Deflation droht, also ein Sinken aller Preise. Daher müssen die Zinsen leider gleich Null bleiben, trommeln nationale und europäische Zentralbanker.

Dabei beträgt in Österreich die offizielle Inflationsrate trotz Rückgangs noch immer zwei Prozent. Und die gefühlte (vor allem Lebensmittel und Energie) ist noch viel größer. Jetzt hat die österreichische Nationalbank eine überhaupt unglaubliche Zahl von amtswegen zugeben müssen: Von 2007 bis Mitte 2013 sind die Immobilienpreise um nicht weniger als 39 Prozent gestiegen, in Wien sogar um 80. In Worten: Achtzig. Aber all das bereitet der Nationalbank dennoch „keine Sorge“, wie sie sagt. Na super. Den Menschen, die eine Wohnung suchen, bereitet das nämlich sehr wohl große Sorge. Dennoch denkt die EZB nicht daran, den Sparern wieder Zinsen zu zahlen. Es ist auch klar warum: Höhere Zinsen müssten vor allem die völlig überschuldeten Staaten zahlen, die dann endgültig kollabieren würden. Daher halten die Parteigenossen der Regierungspolitiker in den Zentralbanken einfach weiterhin die Euro-Druckmaschinen in Gang. Tag und Nacht. Zum Nulltarif (für die ausgabensüchtigen Staaten). Als Raubzug (auf die Sparer, die sich nicht an Stelle des Sparbuchs ein Grundstück gekauft haben).

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 02:23

    Man könnte meinen, daß mit den niedrigen Zinsen der Staat dann auch weniger Steuern für die Schuldenrückzahlung braucht.
    Denkste, trotzdem werden Steuern und Abgaben ständig erhöht bzw. neue erfunden. Und wenn der Grundstücksbesitzer glaubt, er kommt davon, wissen wir inzwischen, daß sich auch die Steuer dafür bald wesentlich erhöhen wird, wenn wie von den Genossen geplant, nicht mehr der Einheitswert, sondern - Gott behüt' - der Verkehrswert die Grundlage dafür bilden soll.

    Die eiskalte staatliche Enteignung trifft den Kleinen doppelt und dreifach, denn die Großen haben sich längst aus dem Staub gemacht!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 08:03

    Man braucht doch einen Grund, um weiter Geld drucken zu können. Dass in einer Währungsunion ein einheitlicher Zinssatz zu gelten hat, führt zu Verwerfungen wie wir sie nun erfahren und glauben Sie mir, das ist erst der Anfang.

    Der Euro ist eine Riesenfehlentscheidung, der durch wahnwitzige Rettungsmaßnahmen auf unsere Kosten beibehalten werden soll.

    Es ist Betrug an den Menschen.

    Ich habe jetzt nicht Zeit, das weiter zu vertiefen.

  3. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 05:44

    Zu den Aufgaben der Nationalbank gehört es u.a., durch regelmäßige Wortspenden zu beschwichtigen, zu beruhigen, alles schön zu reden, die Politik in ihrer Arbeit zu unterstützen usw. Denn schrecklich wäre es, würden alle Sparer plötzlich zu den Banken laufen, ihre Sparguthaben sofort abheben und damit die Institute in Schwierigkeiten bringen.
    Daher wird die ÖNB weiterhin die Bevölkerung zu belügen und für dumm zu verkaufen.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 04:44

    Das heist, die Erklaerung der franzoesischen Chefin des Internationalen Waehrungsfonds ueber "Deflationsgefahr" waere eine bewusste Luege.
    Anscheinend sucht man sich mit langsam schleichender Inflation still und heimlich davonzustehlen. Inflation und Enteignung soft, sozusagen. Der Sparer verliert Wert, gleichzeitig spart er einen aehnlichen Wert wieder an, sodass er mehr oder weniger weder verliert noch gewinnt. Die Staaten versuchen sich durch Sparpolitik und billige Zinsen ganz langsam zu sanieren.
    Die Frage ist bloss, ob die Rechnung aufgehen wird, oder ob die Politiker jeden gewonnenen Vorteil fuer die Staaten sofort wieder zunichte machen. Und der Crash eben nur aufgeschoben wird.

  5. Ausgezeichneter KommentatorGegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 04:23

    Markus Schuller, Investment-Profi von Panthera Solutions in Monaco, spricht von einer "SCHLEICHENDEN ENTEIGNUNG VON DER MITTELSCHICHT ABWÄRTS", die derzeit überall stattfindet: Weil die Sparzinsen weit unter der Teuerung liegen, verlieren alle Sparer Geld - im Fachjargon heißt das " FINANZIELLE REPRESSION“.
    Ein Kampfmittel dagegen wäre, z.B. mit Hilfe des Internets, einen ANTI-ENTEIGNUNGSPROTEST zu organisieren. Dazu müßte nur eine bedeutende Anzahl der von " FINANZIELLER REPRESSION BETROFFENEN“, an einem definierten PROTESTTAG, z.B. am Vortag des Weltspartages, ihr Erspartes von den Banken abheben. Der erlittene Zinsverlust ist derzeit so lächerlich gering, daß ihn bei weitem der erzielbare Nutzen, der durch den Protest zu erreichen ist, übertrifft.

  6. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 20:08

    Die Enteignung der Sparer ist längst noch nicht zu Ende. Wer sein Geld noch immer auf Banken herumliegen hat wird sich demnächst mit Negativzinsen abzufinden haben.
    Diese Frechheit, die auch Draghi bereits im Herbst ansprach, ist wirklich nur noch unfaßbar.

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1551853/OECDChefokonom-warnt-vor-Deflation-in-Europa?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do

  7. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2014 07:13

    Da fühle ich mich - obwohl Kaufmann von Beruf - mit einer Wertung echt überfordert!
    Wenn sogar echte Finanz- und Wirtschafts-Kapazunder über Gründe, Lösungsmöglichkeiten und Zerschlagen des "Gordischen Finanzknotens" uneinig sind: was soll der Einzelne dazu beitragen können?

    Hoffen wir auf die Einsicht und Klugheit der Weltmächtigen, die das Wirken und Handeln der Staaten lenken; ob die allmächtige Finanz-Hydra je eingefangen, gezähmt und/oder unschädlich gemacht werden kann?
    Ich weiß es nicht! Wisst Ihr es?

    (mail to: gerhard@michler.at)

    Noch kurz zur angesprochenen Immobilienpreis-Verteuerung:
    auch wenn sie für Wohnungssuchende unangenehm ist; hier gilt halt auch die einfache kaufmännische Relation zwischen Angebot und Nachfrage!
    Der Staat kann durch gezielte Aufträge helfen, ein wenig steuern: ein Allheilmittel kann er zu diesem Problem jedoch kaum liefern (wir wollen ja mehrheitlich hier
    "weniger Staat", nicht wahr?).

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHerbert Richter
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Januar 2014 09:19

    De- und Inflation sind trügerische Verschleierungsnamen für die Tatsache, daß unser Geldsystem von einem kleinen Grätzel manipulativ gesteuert wird.
    Für die kleingeistigen, dumbschwingenden Nazikeulenschwinger (Israel will dieses unter Strafe stellen!!!) sei hinzugefügt, daß genau diese Mischpoke, bei, sei es nun De- oder In- Zustand, sich das Säckel vollmacht.


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  1. Torres (kein Partner)
    22. Januar 2014 12:07

    Unterberger ist ja immer - durchaus zu Recht - für den freien Markt, ohne staatliche Interventionen. Nun, da darf er sich auch nicht über die Preissteigerungen bei Wohnungen beklagen - diese unterliegen eben auch dem freien Spiel von Nachfrage und Angebot: steigt die Nachfrage, steigen logischerweise auch die Preise, und zwar natürlich nur soweit, als sie auch erzielbar sind. Kein Verkäufer oder Vermieter hat etwas davon, wenn er einen Preis verlangt, den niemand zahlen kann oder will; leerstehende Wohnungen verursachen nur Kosten. Offenbar sind die Wohnungen in Wien also doch - auch zu diesen hohen Preisen - verwertbar.

    • estate (kein Partner)
      23. Januar 2014 00:12

      Torres,

      Ihre Ausführungen verkennen drei banale Tatsachen.

      (1) Daß selbst teure Immobilien verwertbar sind, erklärt wenig, zumal angesichst der aktuell betriebenen Geldpolitik besagte Verwertung bloß die Vermeidung schlechterer Alternativen darstellt. Mit Sicherheit würden Menschen sich auch mehrmals täglich mit einem Gummihammer auf den Kopf schlagen lassen, stellte dies im Gesamtkontext das kleinste aller frei wählbaren Übel dar. Preferenzen zum Masochismus könnten daraus aber nicht abgeleitet werden.

      (2) Nachfrageseitig ist Wohnraum schwerlich substituierbar -- auch und insbesondere nicht für jene Mieter, welche die von der Politik verursachten, indexgebundenen und somit rasch steigenden Mieten zahlen. Diese Mieter trafen ihre freie Marktentscheidung in der Vergangenheit unter anderen Voraussetzungen, in der künstlich modifizierten Gegenwärt wird dies aber zur Mausefalle.

      (3) Wie Sie von einem freien Markt ohne staatliche Intervention schreiben können, ist schleierhaft, wenn doch zugleich das zentrale Tauschmittel jedes freien Marktes vom Staat her konsequent vergiftet wird.

    • Torres (kein Partner)
      24. Januar 2014 13:35

      @estate
      Kurze Zusammenfassung Ihres langatmingen Bla-bla: Leerstehende (weil zu teure) Wohnungen sind äußerst sinnvoll und bringen den Eigentümern hohen Gewinn. Klar, logisch und allgemein verständlich; siehe auch Ihren euphemistischen Nick "estate" - soll wohl Kompetenz vortäuschen.

  2. Zraxl (kein Partner)
    22. Januar 2014 08:11

    Deflation ist NICHT das Sinken aller Preise. Wenn das so wäre, würde die Deflation überhaupt kein Problem darstellen. Die Mär, dass dann Investitionen zurückgehalten würden, weil Käufer auf weiter sinkende Preise warten würden, ist ein G´schichtl. Nach dieser Theorie wären Elektronikprodukte und Autos schlicht unverkäuflich.

    Die Sache ist umgekehrt: Wenn niemand mehr Geld ausgeben will, weil man in unsicheren Zeiten lieber Rücklagen bildet, oder wenn niemand mehr Geld ausgeben kann, weil man arbeitslos ist, oder weil man einen Kredit nicht bedienen kann und deshalb pleite ist und deshalb auch die Bank den Kredit abschreiben muss, dann reduziert sich die in Umlauf befindliche Geldmenge. Das ist Deflation. Dass die Preise sinken, wenn die Nachfrage einbricht, ist ein Nebeneffekt.

    Ja, die Nationalbank hat vollkommen recht: Es besteht die Gefahr einer Deflation. Es kann sogar sein, dass dieser Deflation noch eine kräftige Inflation vorausgeht.

    • Sparschwein (kein Partner)
      22. Januar 2014 23:00

      Manchmal fragt man sich, wo Unterberger Volkswirtschaft studiert hat, wenn er ständig solche Anfängerfehler begeht...

  3. Brigitte Imb
    21. Januar 2014 20:08

    Die Enteignung der Sparer ist längst noch nicht zu Ende. Wer sein Geld noch immer auf Banken herumliegen hat wird sich demnächst mit Negativzinsen abzufinden haben.
    Diese Frechheit, die auch Draghi bereits im Herbst ansprach, ist wirklich nur noch unfaßbar.

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1551853/OECDChefokonom-warnt-vor-Deflation-in-Europa?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do

  4. Sandwalk
    21. Januar 2014 18:48

    Das billige Geld ist schon längst nichts anderes als Stoff für unsere Politjunkies. Die brauchen das Geld ganz einfach. Andernfalls gäbe es schmerzhafte Entzugserscheinungen. Dass diesen Deal die kleinen Sparer zahlen, ist den Junkies doch völlig egal.

  5. socrates
    21. Januar 2014 14:34

    Solange der Staat und die Gemeinde Wien die Steuern und Gebühren festlegen, wird NIX billiger. In den Medien liest man, daß Wohnen unerträglich teuerer geworden ist. Falsch! Löhne, Gehälter und Pensionen werden, nicht nur inflationsbedingt, laufend geringer, aber die Abgaben, Gebühren und Steuern steigen, speziell beim Wohnen.
    Eugen Freund meinte, in der typischen Unwissenheit der Medienvertreter, daß ein Arbeiter 3000€ verdient. Das sollte er aber, wenn die Einkommen wie vor der EU gestiegen wären.
    Wen, außer den Medien, wundert es, wenn sie nicht gelesen werden! Sie wissen nicht, wie es den Menschen wirklich geht, aber schreiben gerne im Auftrag der Macht.

  6. socrates
    21. Januar 2014 14:30

    Solange der Staat und die Gemeinde Wien die Steuern und gebühren festlegen, wird NIX billiger. In den Medien liest man, daß wohnen unerträglich teuerer geworden ist. Falsch! Löhne, Gehälter und Pensionen werden, nicht nur inflationsbedingt, laufen geringer, aber die Abgeben, Gebühren und Steuern steigen, speziell beim Wohnen. Das Steigen der Mieten ist ein guter Indikator dafür.
    Freund meinte, in der typischen Unwissenheit der Medienvertreter, daß ein Arbeiter 3000€ verdient. Das sollte er, wenn die Einkommen wie vor der EU gestiegen werden.
    Wen, außer den Medien,wundert es, wenn sie nicht gelesen werden! Sie wissen nicht, wie es den Menschen wirklich geht.

  7. Josef Maierhofer
    21. Januar 2014 14:30

    Zur Entlastung unseres Budgets könnten wir aus dem Euro austreten, dann wäre auch etwas mehr Luft zum Leben.

    Zur Entlastung der Menschen könnte man ja diese Politiker, die das gegen die Menschen hier veranstalten, abwählen.

    Zur Entlastung der Menschen könnten wir ja auch die Verwaltung reduzieren, paralelle Verwaltungen augheben, etc.

    Zur Entlastung der Menschen könnte man auch unnötige Schulden und Verschwendung von Steuergeld vermeiden.

    ....

  8. M.S.
    21. Januar 2014 13:13

    "Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass sich ein Staat seiner Schulden immer durch eine Währungsreform entledigte, wenn die Zahlungsunfähigkeit drohte. Keiner nahm dabei Rücksicht auf den "kleinen Mann" und seine Ersparnisse. Deshalb würde ich auch nicht von einer "Reform" sondern von einer klaren "Enteignung" sprechen: Der Staat nimmt Ihnen das weg, was ihm rechtlich eigentlich gar nicht zusteht.
    Die Grundlage für eine Zahlungsunfähigkeit bildet eine gigantische Staatsverschuldung - und diese haben wir nicht nur in Deutschland, sondern in fast allen Ländern der Welt. Die Verschuldungen sind so groß, dass sie erst in zwei oder drei Generationen abgetragen sein werden, soferne man ab sofort rigoros sparen würde. Die Gefahr einer Währungsreform schlummert also latent und kann für Deutschland auf die Jahre 2020 bis 2030 prognostiziert werden.
    Fakt bleibt, die Schulden in Billionenhöhe , die die Staaten angehäuft haben, können nur mit folgenden Maßnahmen getilgt werden:

    -Inflation
    -Steuererhöhungen
    -Währungsreform
    -Staatsbankrott

    Aber egal, welche dieser Maßnahmen letztendlich durchgeführt werden, für Sie bedeutet das immer eine Minderung oder gar einen Verlust Ihres vermögens."

    Text von Udo Ulfkotte aus dem Buch "Europa vor dem Crash"

  9. Markus Theiner
    21. Januar 2014 12:21

    Machen wir mal eine Milchmädchenüberlegung, über die vermutlich jeder Ökonom den Kopf schüttelt, aber die ein Laie schonmal andenken darf, der das System höchstens halb verstanden hat.

    Wie kommt Geld in Umlauf? Die Notenbank verleiht Geld an die Banken und verlangt dafür Zinsen. Die Banken müssen diese Zinsen selbst erwirtschaften (+ ihre Eigenkosten) und passen ihre Zinsen dementsprechend dem Leitzins an. Sie verleihen das Geld weiter und so kommt es in Umlauf. Der Geldmenge (nicht gerechnet der systemimanenten Überschuldung der Banken durch die Schaffung von reinem Buchgeld) entspricht daher immer umgekehrt den Forderungen der Nationalbank. Was sie an Zinsen einnimmt wird ja als Umsatz für die Kostendeckung und Gewinnausschüttungen verbraucht.
    Also ein Schuldengeldsystem, mit hohem politischen Einfluss.

    Was wäre, wenn man die Forderungen der Notenbanken mit den Schulden der Eigentümer der Notenbank aufrechnet?
    Die Eigentümer sind in der Regel Staaten oder Banken. Da die jeweils wieder bei Banken oder Notenbanken verschuldet sind ist das eh einfach eine Entschuldung im Kreis herum.

    Dann hätten wir eine massive Umstellung im Geldsystem. Die Banken könnten weiter arbeiten, ohne sich um Rückzahlungen an die Notenbank Gedanken machen zu müssen. Sie müssen sich daher nicht am Leitzins orientieren, sondern an Angebot und Nachfrage. Wie viele Leute borgen ihnen Geld, wie viele wollen sich Geld von ihnen ausborgen? Wie viel muss man aufschlagen um die eigenen Kosten decken und Ausfälle kompensieren zu können?
    Die Notenbank produziert das Geld, tauscht aber nur alt gegen neu aus. Allenfalls gibt es einen fixen Betrag an neuem Geld der in den Markt kommt, um Verluste auszugleichen (Bargeld geht kaputt) der an die Notenbank selbst fließt.
    Die Geldmenge ist fix bzw. über den fixen Nachproduktionsschlüssel halbwegs stabil. Die Preise und Zinsen ergeben sich eben auf dem Markt, ohne eine (staatliche) Steuerung.
    Wäre das wirklich so schlimm?

    • estate (kein Partner)
      23. Januar 2014 00:25

      Markus Theiner,

      Sie beschreiben u.a. in einem Alternativmodell - "Die Geldmenge ist fix [...] Die Preise [..] ergeben sich eben auf dem Markt"

      Geld ist eine Ware, die sich durch Marktgängigkeit auszeichnet. Niemand käme auf die Idee, die Menge der Waschmaschinen, Semmeln oder Goldbarren in einem als sinnvoll erachteten System zu fixieren.

      An drei Krankheiten laborieren wir heute: Erstens hat Geld kein Mascherl, zweitens bestimmt der Staat, was ein schuldbefreiendes Geldmittel ist, und drittens sitzt ein anmaßendes Irrtumsmonopol im Zentrum des Geldwesens.

      Put simply: Wir haben uns der Freiheit berauben lassen, selbst zu bestimmen, was wir als werthaltig erachten und was nicht.

  10. dssm
    21. Januar 2014 11:07

    Die gigantischen Geldmengen müssen irgendwo hinfließen. Seit in den 70ern die Investmentbanken wieder erlaubt wurden um diese Geldflüsse aufzunehmen, sind wir Zeuge einer unerfreulichen Entwicklung, hin zu den 'systemrelevanten Zombie-Banken', ständig steigenden Immobilienpreisen, künstlich abgesenkte Zinsen, einer privaten, wirtschaftlichen und staatlichen Dreifachverschuldung!

    Der Staat als gigantische Umverteilungsmaschine. Der kleine Arbeiter kann sich das Wohnen und Essen nicht mehr leisten, die leitenden Beamten, Politiker, Banker, staatsnahen Manager und die Pseudoselbstständigen rund um den Staat herum werden mit Geld gefüttert.

    So ist der Sozialismus halt; der keine Mann wählt die passenden Politiker und diese liefern ihm dann das gewünschte Wirtschaftssystem – Masochismus muss erlaubt sein.

  11. brechstange
    21. Januar 2014 08:03

    Man braucht doch einen Grund, um weiter Geld drucken zu können. Dass in einer Währungsunion ein einheitlicher Zinssatz zu gelten hat, führt zu Verwerfungen wie wir sie nun erfahren und glauben Sie mir, das ist erst der Anfang.

    Der Euro ist eine Riesenfehlentscheidung, der durch wahnwitzige Rettungsmaßnahmen auf unsere Kosten beibehalten werden soll.

    Es ist Betrug an den Menschen.

    Ich habe jetzt nicht Zeit, das weiter zu vertiefen.

    • dssm
      21. Januar 2014 11:09

      Warum muss es in einer Währungsunion einen einheitlichen Zinssatz geben?

      Zu Zeiten der Goldwährungen gab es ja auch eine weltweite Währungsunion, aber keine gleichen Zinsen.

    • brechstange
      21. Januar 2014 13:29

      dssm
      Der Notenbankzins ist für alle 0,5 % und die Notenbanker sind drauf und dran, diesen weiter abzusenken. Die Inflationsrate wird auch über den gesamten Euro-Raum harmonisiert gerechnet. Wer soll sich daran orientieren können?

    • dssm
      21. Januar 2014 13:58

      @brechstange
      Was hat nun dieser Zins mit der Währung zu tun? Das ist eine rein politische Sache, sonst nichts. Niemand zwingt eine einzelne Notenbank, an 'ausländische' Banken Kredite zu vergeben. Sobald aber dies nicht passiert, sind die Zinsen je verschieden. Eben eine rein politische Entscheidung und Politik ist ja bekanntlich Gift für eine freie Wirtschaft.

      Das mit der Gesamtinflation ist sehr vernünftig. Denn wenn die Geldmenge an einer Stelle steigt, an einer anderen aber sinkt, so ist für das Gesamtsystem die Menge gleichgeblieben (bei einer Goldwährung war es ebenso).

  12. Wertkonservativer
    21. Januar 2014 07:13

    Da fühle ich mich - obwohl Kaufmann von Beruf - mit einer Wertung echt überfordert!
    Wenn sogar echte Finanz- und Wirtschafts-Kapazunder über Gründe, Lösungsmöglichkeiten und Zerschlagen des "Gordischen Finanzknotens" uneinig sind: was soll der Einzelne dazu beitragen können?

    Hoffen wir auf die Einsicht und Klugheit der Weltmächtigen, die das Wirken und Handeln der Staaten lenken; ob die allmächtige Finanz-Hydra je eingefangen, gezähmt und/oder unschädlich gemacht werden kann?
    Ich weiß es nicht! Wisst Ihr es?

    (mail to: gerhard@michler.at)

    Noch kurz zur angesprochenen Immobilienpreis-Verteuerung:
    auch wenn sie für Wohnungssuchende unangenehm ist; hier gilt halt auch die einfache kaufmännische Relation zwischen Angebot und Nachfrage!
    Der Staat kann durch gezielte Aufträge helfen, ein wenig steuern: ein Allheilmittel kann er zu diesem Problem jedoch kaum liefern (wir wollen ja mehrheitlich hier
    "weniger Staat", nicht wahr?).

    • brechstange
      21. Januar 2014 08:05

      Herr Michler,
      wir müssen verlangen, dass wieder alle Fakten auf den Tisch kommen. Dazu bedarf es der Transparenz, der Wahrheit und der Fairness. Erst dann wird man gute Lösungen finden, die nicht daraufausgelegt sind, anderen die Substanz zu rauben.

      Herr Stronach und sein Team werden in die Geschichte eingehen. ;-)

  13. Gerhard Pascher
    21. Januar 2014 05:44

    Zu den Aufgaben der Nationalbank gehört es u.a., durch regelmäßige Wortspenden zu beschwichtigen, zu beruhigen, alles schön zu reden, die Politik in ihrer Arbeit zu unterstützen usw. Denn schrecklich wäre es, würden alle Sparer plötzlich zu den Banken laufen, ihre Sparguthaben sofort abheben und damit die Institute in Schwierigkeiten bringen.
    Daher wird die ÖNB weiterhin die Bevölkerung zu belügen und für dumm zu verkaufen.

  14. simplicissimus
    21. Januar 2014 04:44

    Das heist, die Erklaerung der franzoesischen Chefin des Internationalen Waehrungsfonds ueber "Deflationsgefahr" waere eine bewusste Luege.
    Anscheinend sucht man sich mit langsam schleichender Inflation still und heimlich davonzustehlen. Inflation und Enteignung soft, sozusagen. Der Sparer verliert Wert, gleichzeitig spart er einen aehnlichen Wert wieder an, sodass er mehr oder weniger weder verliert noch gewinnt. Die Staaten versuchen sich durch Sparpolitik und billige Zinsen ganz langsam zu sanieren.
    Die Frage ist bloss, ob die Rechnung aufgehen wird, oder ob die Politiker jeden gewonnenen Vorteil fuer die Staaten sofort wieder zunichte machen. Und der Crash eben nur aufgeschoben wird.

  15. Gegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
    21. Januar 2014 04:23

    Markus Schuller, Investment-Profi von Panthera Solutions in Monaco, spricht von einer "SCHLEICHENDEN ENTEIGNUNG VON DER MITTELSCHICHT ABWÄRTS", die derzeit überall stattfindet: Weil die Sparzinsen weit unter der Teuerung liegen, verlieren alle Sparer Geld - im Fachjargon heißt das " FINANZIELLE REPRESSION“.
    Ein Kampfmittel dagegen wäre, z.B. mit Hilfe des Internets, einen ANTI-ENTEIGNUNGSPROTEST zu organisieren. Dazu müßte nur eine bedeutende Anzahl der von " FINANZIELLER REPRESSION BETROFFENEN“, an einem definierten PROTESTTAG, z.B. am Vortag des Weltspartages, ihr Erspartes von den Banken abheben. Der erlittene Zinsverlust ist derzeit so lächerlich gering, daß ihn bei weitem der erzielbare Nutzen, der durch den Protest zu erreichen ist, übertrifft.

    • simplicissimus
      21. Januar 2014 04:46

      Das ist fuer die Sparer selbst ziemlich gefaehrlich, ich wuerde nicht dazu raten, ich sei den, ich haette selbst kaum was auf dem Sparbuch.

  16. mischu
    21. Januar 2014 02:23

    Man könnte meinen, daß mit den niedrigen Zinsen der Staat dann auch weniger Steuern für die Schuldenrückzahlung braucht.
    Denkste, trotzdem werden Steuern und Abgaben ständig erhöht bzw. neue erfunden. Und wenn der Grundstücksbesitzer glaubt, er kommt davon, wissen wir inzwischen, daß sich auch die Steuer dafür bald wesentlich erhöhen wird, wenn wie von den Genossen geplant, nicht mehr der Einheitswert, sondern - Gott behüt' - der Verkehrswert die Grundlage dafür bilden soll.

    Die eiskalte staatliche Enteignung trifft den Kleinen doppelt und dreifach, denn die Großen haben sich längst aus dem Staub gemacht!

    • dssm
      21. Januar 2014 11:14

      @mischu
      Es wäre nur recht und billig, wenn Sie auch erwähnen würden, wer denn die Regierungen gewählt hat. Die paar Reichen haben wohl kaum das Stimmgewicht um da entscheidend mitzumischen. Wenn also die Mittelschicht versucht den Reichen etwas wegzunehmen und dabei dummerweise die geplanten Einnahmen auch schon wieder ausgeben hat, so werden die Reichen einfach gehen und die Mittelschicht bleibt auf den Ausgaben sitzen – selber schuld.
      Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

    • mischu
      21. Januar 2014 12:07

      @dssm

      Die hart steuerzahlende Mittelschicht war vermutlich nicht so kurzsichtig, diese kalte Enteignung zu wählen.
      Es sind das in erster Linie die Profiteure unseres Sozialsystems, die zwar kaum etwas einzahlen, aber dafür alles was möglich ist herausholen und die tagtäglich mehr werden.
      Für sie sind Zinsen, Grundsteuer, usw. auch kein Thema!

    • dssm
      21. Januar 2014 14:03

      @mischu
      Also einerseits sind die Mittelschichtler nicht kurzsichtig, sie haben also die einschlägige Literatur in den 70er und 80ern gelesen und verstanden.
      Andererseits haben sie aber Regierungen gewählt, welche das Gegenteil des als vernünftig erkannten taten?
      Massenhaft Profiteure kamen erst, als dies die Regierungen ermöglichten, dazu war aber der Wählerwille erforderlich.





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