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Die Realität des Manager-Lebens

Zwei Selbstmorde auf der Vorstandsebene von Großkonzernen ließen in den vergangenen Tagen aufhorchen. Vielleicht macht das auch manchem Klassenkämpfer klar: Auf dieser Ebene verdient man zwar zeitweise exzellent, aber Druck und Arbeitsmenge sind so gewaltig, dass immer wieder Menschen darunter zerbrechen. Dabei geht es in beiden Fällen um durchaus gesunde Konzerne.

Von den gewerkschaftlich so empört abgelehnten gelegentlichen Zwölfstunden-Arbeitstagen kann man in solchen Jobs nur träumen. Ebenso wie davon, dass man einen Arbeitsplatz teilen könnte. Oder dass man in irgendeine Form der Karenz gehen könnte. Wer Verantwortung für 60.000 Arbeitsplätze und Ersparnisse von Hunderttausenden trägt, der muss selber ins Kreuzfeuer. Etwa in das eines Verwaltungsratspräsidenten, der wegen einer flauen Kursentwicklung Druck macht. Weder Verantwortung noch Wissen kann man teilen. Oder gar tageszeitmäßig begrenzen. Auch wenn das an Stammtischen oder im feministischen Traumland so verzapft wird.

Bei globalen Konzernen wie etwa dem Zürich-Konzern hat der Tag wirklich 24 Stunden. Irgendwo auf der Welt ist da immer ganz normale Arbeitszeit. Irgendwo kann immer die direkte und sofortige Entscheidung der obersten Ebene nötig werden. Ganz abgesehen von den zahllosen Meilen, die man ständig rund um den Globus fliegen muss, um sich vor Ort ein Bild zu machen, um bei Regierungen oder Institutionen zu antichambrieren.

Nun braucht man gewiss nicht vor Mitleid zu zerfließen. Aber Journalisten, Funktionäre oder „Wissenschaftler“ (die ihr ganzes Leben nur von den durch die böse Wirtschaft bezahlten Steuern leben) sollten halt schon auch die Realität kennen, wenn sie über die hohen Bezüge auf Vorstandsebenen stänkern.

An diesen Stänkereien ist noch etwas Zweites widerlich: Es wird immer nur groß geschrieben, wenn Vorstandsbezüge stark nach oben gehen. Stürzen diese in Krisenjahren hingegen steil ab, wird das meist totgeschwiegen. Dann kann man ja mit Neidreflexen keine Stimmung machen. So wurde es nirgendwo vermerkt, als am Höhepunkt der Krise der CEO einer der nun durch Selbstmorde belasteten Konzerne sogar ein Minuseinkommen hatte. Variable Bezüge mit dem Schwerpunkt auf Aktienoptionen können durchaus dazu führen.

Nochmals: kein Mitleid. Aber in der Summe sind es zweifellos primär die Manager der Industriewelt, die trotz des Drucks von immer mehr Gesetzen und Regulierungen, trotz teilweise konfiskatorischer Steuern, trotz querschießender Politiker die Maschinerie der modernen Industriewelt bisher irgendwie in Gang halten konnten.

Unpopuläre Worte? Gewiss. Jeder journalistische Anfänger weiß ja, dass man mit Attacken auf „Mächtige“ in Wirtschaft und Politik am leichtesten punktet. Trotzdem sind wir alle mehr von deren Qualität und Effizienz abhängig, als wir glauben. Daher sollten wir sie auch an ihrem Handeln bewerten, und dafür wenn nötig auch scharf kritisieren, aber nicht wegen der Größe von Dienstwagen oder Gehaltskonto.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 05:46

    Vergessen wir nicht die geschaeftsfuehrenden Gesellschafter, also managenden Eigentuemer von oft mittelgrossen Betrieben. Diese verdienen nicht nur haeufig weniger als Manager von Grosskonzernen, sie teilen oft viel hoeheres persoenliches Risiko, untrennbar mit ihrem Betrieb verbunden. In vielen Regionen sind diese der Motor der Wirtschaft. Auf solchen unverzichtbaren Leistungstraegern medial oder politisch herumzutrampeln, gehoert wohl nicht nur zu den miesesten, sondern auch duemmsten Methoden der Gesellschaftsverbesserer.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorplusminus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 01:26

    Abgesehen von den überzogenen linken Neidkampagnen, führen uns diese beiden Suizide der Topmanager, die nicht zuletzt an ihrer Verantwortung sowie am Arbeitspensum gescheitert sind, einmal mehr klar vor Augen, warum viele Frauen davor zurückschrecken, sich um solche Positionen zu bewerben.

    Trotzdem versuchen immer wieder unsere Gleichbehandlungs- fundamentalistInnen über die zwangsweise verordnete Quotenregelung ihre GeschlechtsGENOSSINNEN in derartige Jobs zu hieven, obwohl Frauen oftmals diesem enormen Druck weniger gewachsen sind als Männer.

    Das beweist einmal mehr: der größte Feind des freien Entscheidungswillens und der Gleichbehandlung von Frauen sind die Kampfemanzen selbst!

  3. Ausgezeichneter KommentatorWyatt
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 06:34

    abgesehen von der Vielzahl an Arbeits - Inspektoren, -Kontroller, -Aufsichten, Beauftragten, Prüfern, Beobachtern, etc. .....- außerhalb des eigenen Arbeitsbereich, welche allesamt zum Schaffen und der zu erbringenden Leistung, - auch bei "kleinen" Betrieben - absolut nichts beitragen, - aber auch der "kleine" Manager zusätzlich zum immerwährenden "Erfolgsdruck" sich mit diesen, ein Berufsleben lang auseinander setzen muss, kommt ohnedies - auf uns alle!- jetzt noch Folgendes zu:

    http://ef-magazin.de/2013/09/10/4486-deutsche-energiewende-selbstdemontage-einer-industrienation

    Nur, ob wir dann die allgemeine Umwelt und Klima schonende, von Arbeit befreite Glückseligkeit hierzulande erreichen, bezweifle ich.

  4. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 15:49

    OT---aber eine kleine Mittagsjournal-NACHLESE schadet gewiß nicht:

    Ausgerechnet von PUTIN muß sich OBAMA sagen lassen, daß GOTT alle Menschen GLEICH geschaffen habe!

    Hubert Arnim Ellissen kündigt eine schriftliche Rede PUTINS in der "New York Times" mit den Worten "Der russische OBERBOSS" an. Was da Putin schreibt, scheint unserem Journalisten Ellissen gar nicht zu gefallen!

    PUTIN wirft nämlich die Frage auf, ob die Rolle des WELTPOLIZISTEN für die USA nicht zum Bumerang werde und gönnt sich gleich noch einen Seitenhieb: Wenn er, Präsident Obama, von Amerika als einer AUSNAHME-NATION spreche, so sei das sehr gefährlich; wir dürfen nicht vergessen, daß GOTT alle gleich geschaffen habe!

    Wörtlich: "„Es ist sehr gefährlich, Menschen dazu zu inspirieren, dass sie sich für einzigartig halten, was auch immer die Begründung dafür sein mag“, schrieb Putin."

    BRAVISSIMO, Putin!!!

    Die SCHWEIZ stimmt über die Beibehaltung der WEHRPFLICHT ab; die Argumente der Befürworter der Wehrpflicht sind sehr überzeugend; sie haben Hand und Fuß. Es wird spannend werden.

    EU-Parlament stimmt Bankenaufsicht zu. Parlamentspräsident Martin SCHULZ berichtet über seine Verhandlungen mit EZB-Präsident Mario Draghi; des "echten" Deutschen Martin Schulz' Stimme hat sehr ZUFRIEDEN geklungen---das läßt bei mir alle Alarmglocken schrillen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 19:15

    Noch ein OT---aber das ist ja doch die Höhe:

    +++ Hochsubventioniertes VOLKSTHEATER ---das mit dem weithin leuchtenden SOWJETSTERN(!!!)--- bietet Bühne GEGEN die FPÖ
    Das darf doch nicht wahr sein!

    http://www.unzensuriert.at/content/0013901-Hochsubventioniertes-Volkstheater-bietet-B-hne-gegen-die-FP

    +++ Das nenne ich "tatkräftige" Dankbarkeit unserer Kültürbereicherer gegenüber der Hilfsbereitschaft im Gastland D!

    http://www.unzensuriert.at/content/0013923-Attacke-auf-Rettungskr-fte-w-hrend-Einsatz

    +++ Möge etwas vom norwegischen Geist auch bei der Wahl in Ö einkehren!

    http://www.unzensuriert.at/content/0013939-Sozialdemokraten-Norwegen-klar-abgew-hlt

    +++ Und das Wichtigste zum Schluß:

    Am 18. September 2013 um 19 Uhr in der Wiener Hofburg. Am Podium nehmen FPÖ-Obmann HC Strache, der ÖVP-Abgeordnete Michael Ikrath, der Bankmanager Horst Güdel und der konservativ-liberale Publizist Andreas UNTERBERGER Platz. Die Diskussionsleitung liegt in den bewährten Händen des Präsidenten des Liberalen Klubs, Volksanwalt Peter Fichtenbauer.

    http://www.unzensuriert.at/content/0013954-Thilo-Sarrazin-diskutiert-zum-Thema-Europa-am-Scheideweg

  6. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 05:08

    Wenn jemand Selbstmordabsichten hegt bzw. tatsächlich zur Tat schreitet, dann ist er in meinen Augen krank. Denn von Natur aus ist der Überlebenswille stärker. Was die Spitzenmanager betrifft, so haben alle freiwillig diese Positionen gewählt und es liegt an ihnen, sich ihren 24-Stunden-Tag so einzurichten, damit es auch noch ein ordentliches Leben ermöglicht. Leider ist aber die Gier meist vorherrschend, wo man dem anvertraute Unternehmen (und damit auch sich selbst) sowie den Eigentümern noch mehr Gewinn zuführen will. Vielfach geschieht dies zu Lasten der Mitarbeiter, welche besodnerem Druck ausgesetzt sind. Auch die Betriebserfolge sind diesen zu verdanken, auch wenn dann meist nur der Manager gefeiert wird.
    Daher hält sich mein Mitleid bei den gestressten Managern durchaus in Grenzen, welche gerne auch "über Leichen" gehen.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorplusminus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    12. September 2013 13:51

    OT

    Darf der Steuerzahler mit der Verstaatlichung der HAA teuer Wahlkampf und Machterhalt bezahlen?

    Sämtliche linksvereinnahmte Medien (ÖRF, Standard) halten in Vorwahlzeiten wie diesen ständig mehr oder weniger seriöse Horrorziffern am Köcheln. Was in Kärnten gelungen ist, muß doch auf Bundesebene ebenfalls funktionieren.

    http://orf.at/stories/2198152/

    http://orf.at/#/stories/2198223/

    Typisches Wahlkampfgetöse, denn vom Milliardenbedarf der Kommunalkredit hört und liest man weit und breit nichts, oder rechnet man diesen bereits bei der HAA dazu?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    13. September 2013 18:22

    Der Artikel von Unterberger nimmt eine Behauptung – Neid gegen Managergehälter – und elaboriert darüber am Fall eines Selbstmords eines Top-Managers.

    Ich glaube, daß auch „einfache“ Arbeiter dafür Verständnis haben, daß diejenigen, die das Unternehmen auf Kurs halten und somit deren Arbeitsplätze sichern, ein durchaus deutlich höheres Einkommen zurecht erhalten. So ist dies in der realen Wirtschaft meist auch kein Thema.

    Ein Thema wird es dann, wenn sich exorbitante Einkommen quasi als normal entwickeln, wie dies in den „finacial industries“ der Fall ist. Hier kommt dazu, daß inzwischen die Menschen kapieren, daß diese „Branche“ mit der leistenden (= Real-)Wirtschaft wenig bis gar nichts zu tun habt. Auch ist das jüngste Referendum in der Schweiz, daß Spitzengehälter mit dem 12-fachen des Durchschnittslohnes begrenzt ein deutlicher Hinweis, daß das Zwanzig-, Dreißig, Fünfzigfache eben nicht mehr mit Mehrleistung oder Verantwortung zu rechtfertigen ist.

    Ein Thema wird es auch dann, wenn in staatlichen oder staatsnahen Betrieben die Spitzengehälter sich deutlich von jenen der normalen Wirtschaft abheben. Auch dafür haben die Menschen kaum Verständnis, weil sie nicht unbegründet vermuten, daß die Posten als Ausgedinge für ehemalige Politiker dienen und die Entlohnung nicht wirklich etwas mit besonderer Leistung zu tun hat.

    Die Hinweise auf „internationale Usancen“ oder „Wettbewerbsfähigkeit“ sind ja nichts weiter als pro-domo-Behauptungen, die auch nichts mit etwaiger Leistung zu tun haben.

    simplicissimus erinnerte an die geschäftsführenden Gesellschafter, die selbst mit erheblichen persönlichem Risiko ihr Unternehmen führen und meist - was die Arbeit betrifft - sich selbst ausbeuten, aber mit dem Unternehmerlohn oft viel schlechter gestellt sind als angestellte Manager.

    Das alles scheint ein Phänomen zu sein, das James Burnham schon während des WK II in seinem Buch Die Herrschaft der Manager sehr deutlich herausgearbeitet hatte, nämlich daß mit der Verfügungsgewalt ein Pseudo-Eigentum begründet wird, und daß die vom Eigentum normalerweise abgeleiteten Rechte nicht mehr der gar nicht in die aktuelle Geschäftsführung einzugreifen berechtigte Aktionär als Eigentümer hat. Ähnliches beschrieb auch Elmar Walter in Kapitalismus im Übergang.

    Burnham unterteilte die "Manager" in vier Gruppen: jenen, die tatsächlich die Produktion organisieren und steuern, die zweite Gruppe sind die Geschäftsführer, die auf den Gewinn des Unternehmens und gewisse Produktauswahl und Beschaffungsvorgänge Einfluß haben, die dritte sind die Finanzkapitalisten, denen es um die Optimierung der Erträge ihrer (Finanz-) Anlagen geht, die nicht nur in diesem e i n e n Unternehmen stecken müssen und die vierte Gruppe sind die Aktionäre. Für den eigentlichen Produktionsprozeß, der heute ein hochkomplexer geworden ist, ist eigentlich nur die erste Gruppe nötig, die auch gewisse technische Kompetenzen der Geschäftsführer übernehmen könnte, die somit - aus Sicht der Produktion - entbehrlich wäre; und die dritte und vierte Gruppe leistet ja überhaupt keinen Beitrag für den Produktionsvorgang und ist daher für diesen überhaupt unnötig.

    Wie es heute scheint, haben sich die „Techniker“ aber doch nicht gegen die „Kaufleute“ durchgesetzt, denn diese haben das Sagen im Unternehmen. Andrerseits ist heute die produzierende Realwirtschaft unter die Kuratel der Hochfinanz gekommen, was mit den inneren Vorgängen im Unternehmen nichts zu tun hat. Klar ist nur, daß die Eigentümer in Wahrheit entmachtet sind. Und daraus erklärt sich auch, weswegen die Spitzengehälter so exzessiv – und im Grunde unsittlich – wurden.

    Die etwas simplifizierende Darstellung AUs erklärt jedenfalls nichts.

    Was den Selbstmord eines Vorstandes betrifft, so wissen wir nicht, was die Motive dafür waren: persönliche, nicht mehr tragbare Belastung, Krankheit oder das Wissen um Leichen im Keller, die demnächst hochkommen und für die man am Ende verantwortlich war, ... Auf irgendwelche Vermutungen hin dies zu einer Neiddebatte umzubiegen, ist eigentlich heiße Luft.


alle Kommentare

  1. Seston (kein Partner)
    15. Februar 2015 18:20

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  7. Amy (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:20

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  8. Marlange (kein Partner)
    19. Januar 2015 07:16

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  9. Der Realist (kein Partner)
    14. September 2013 21:39

    "Druck und Arbeitsmenge sind so gewaltig, dass immer wieder Menschen darunter zerbrechen" - gilt wohl auch für viele die nur unterdurchschnittlich verdienen.

  10. Francois Villon (kein Partner)
    13. September 2013 18:22

    Der Artikel von Unterberger nimmt eine Behauptung – Neid gegen Managergehälter – und elaboriert darüber am Fall eines Selbstmords eines Top-Managers.

    Ich glaube, daß auch „einfache“ Arbeiter dafür Verständnis haben, daß diejenigen, die das Unternehmen auf Kurs halten und somit deren Arbeitsplätze sichern, ein durchaus deutlich höheres Einkommen zurecht erhalten. So ist dies in der realen Wirtschaft meist auch kein Thema.

    Ein Thema wird es dann, wenn sich exorbitante Einkommen quasi als normal entwickeln, wie dies in den „finacial industries“ der Fall ist. Hier kommt dazu, daß inzwischen die Menschen kapieren, daß diese „Branche“ mit der leistenden (= Real-)Wirtschaft wenig bis gar nichts zu tun habt. Auch ist das jüngste Referendum in der Schweiz, daß Spitzengehälter mit dem 12-fachen des Durchschnittslohnes begrenzt ein deutlicher Hinweis, daß das Zwanzig-, Dreißig, Fünfzigfache eben nicht mehr mit Mehrleistung oder Verantwortung zu rechtfertigen ist.

    Ein Thema wird es auch dann, wenn in staatlichen oder staatsnahen Betrieben die Spitzengehälter sich deutlich von jenen der normalen Wirtschaft abheben. Auch dafür haben die Menschen kaum Verständnis, weil sie nicht unbegründet vermuten, daß die Posten als Ausgedinge für ehemalige Politiker dienen und die Entlohnung nicht wirklich etwas mit besonderer Leistung zu tun hat.

    Die Hinweise auf „internationale Usancen“ oder „Wettbewerbsfähigkeit“ sind ja nichts weiter als pro-domo-Behauptungen, die auch nichts mit etwaiger Leistung zu tun haben.

    simplicissimus erinnerte an die geschäftsführenden Gesellschafter, die selbst mit erheblichen persönlichem Risiko ihr Unternehmen führen und meist - was die Arbeit betrifft - sich selbst ausbeuten, aber mit dem Unternehmerlohn oft viel schlechter gestellt sind als angestellte Manager.

    Das alles scheint ein Phänomen zu sein, das James Burnham schon während des WK II in seinem Buch Die Herrschaft der Manager sehr deutlich herausgearbeitet hatte, nämlich daß mit der Verfügungsgewalt ein Pseudo-Eigentum begründet wird, und daß die vom Eigentum normalerweise abgeleiteten Rechte nicht mehr der gar nicht in die aktuelle Geschäftsführung einzugreifen berechtigte Aktionär als Eigentümer hat. Ähnliches beschrieb auch Elmar Walter in Kapitalismus im Übergang.

    Burnham unterteilte die "Manager" in vier Gruppen: jenen, die tatsächlich die Produktion organisieren und steuern, die zweite Gruppe sind die Geschäftsführer, die auf den Gewinn des Unternehmens und gewisse Produktauswahl und Beschaffungsvorgänge Einfluß haben, die dritte sind die Finanzkapitalisten, denen es um die Optimierung der Erträge ihrer (Finanz-) Anlagen geht, die nicht nur in diesem e i n e n Unternehmen stecken müssen und die vierte Gruppe sind die Aktionäre. Für den eigentlichen Produktionsprozeß, der heute ein hochkomplexer geworden ist, ist eigentlich nur die erste Gruppe nötig, die auch gewisse technische Kompetenzen der Geschäftsführer übernehmen könnte, die somit - aus Sicht der Produktion - entbehrlich wäre; und die dritte und vierte Gruppe leistet ja überhaupt keinen Beitrag für den Produktionsvorgang und ist daher für diesen überhaupt unnötig.

    Wie es heute scheint, haben sich die „Techniker“ aber doch nicht gegen die „Kaufleute“ durchgesetzt, denn diese haben das Sagen im Unternehmen. Andrerseits ist heute die produzierende Realwirtschaft unter die Kuratel der Hochfinanz gekommen, was mit den inneren Vorgängen im Unternehmen nichts zu tun hat. Klar ist nur, daß die Eigentümer in Wahrheit entmachtet sind. Und daraus erklärt sich auch, weswegen die Spitzengehälter so exzessiv – und im Grunde unsittlich – wurden.

    Die etwas simplifizierende Darstellung AUs erklärt jedenfalls nichts.

    Was den Selbstmord eines Vorstandes betrifft, so wissen wir nicht, was die Motive dafür waren: persönliche, nicht mehr tragbare Belastung, Krankheit oder das Wissen um Leichen im Keller, die demnächst hochkommen und für die man am Ende verantwortlich war, ... Auf irgendwelche Vermutungen hin dies zu einer Neiddebatte umzubiegen, ist eigentlich heiße Luft.

  11. Dr. Knölge (kein Partner)
    13. September 2013 15:58

    OT:
    Die polnische Regierung hat polnische Staatsanleihen ihrer Bürger konfisziert. Berichet wurde diese Meldung ausschließlich berichtet in:

    http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1131140-160791-160800/stehen-die-weltboersen-vor-einem-crash

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/09/55473/

    Mir ist keine andere deutsche Zeitung bekannt, die darüber berichtet hat. Der deutsche Bürger soll schließlich "richtig" wählen.

  12. omi (kein Partner)
    13. September 2013 14:22

    Die Achse des Gutmenschentum: Geschichte & Gegenwart ?Zukunft?

    Die Geschichte der Sklaverei in Amerika!
    Gift war schon immer präsent.
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=UizyiMorVuk#t=114

  13. Otto (kein Partner)
    13. September 2013 10:32

    Sowas ist natürlich tragisch und man muss schon ein Menschenverachtender Zyniker um kein Mitleid zu empfinden. Aber 'unpopuläre Worte' kann ich in dieser Kolumne keine finden. Der Autor bedient ja regelrecht seine Klientel, im Speziellen die Leserschaft des Börsen-Kuriers.
    Gewagt wäre gewesen zu fragen, ob es erstrebenswert ist in einer Welt zu leben, in der es ausschließlich darum geht Druck zu machen, damit der Konsum und Wirtschaftswachstum angekurbelt wird, was zusehend Wohlstand gleichgesetzt wird. Dass nur darum geht dem anderen das Leben schwer zu machen, damit man sich als etwas Besseres fühlen kann. Dass der Wert eines Menschen gleichgesetzt wird mit der Geldmenge, die er erworben hat.
    Diesen gesellschaftlichen 'Druck' spüren alle nicht nur Spitzenmanager. In dieser Zunft gehört es ja im Allgemeinen zum guten Ton sich auch noch zu Beschweren anderen die Schuld und sich selbst Boni zu geben, wenn man was vergeigt hat. Diese Impertinenz ist es, die nicht nur 'Klassenkämpfer' gerade in der Wirtschaftskrise toben lässt. Das ist die Realität der Nicht-Manager-Leben.

    PS: Von Neidreflexen merkte ich übrigens nur etwas wenn in unserer Gesellschaft zB die horrenden Gehälter unserer Lehrer diskutiert werden.

    PPS: Wer sind übrigens die unter Anführungsstrichen geführten "Wissenschaftler"? Meint U., es gebe so etwas wie Wissenschaft garnicht (Science-Blog natürlich ausgenommen)?

    • Torres (kein Partner)
      13. September 2013 10:57

      Mit den "Wissenschaftlern" meint Unterberger die roten Staatswissenschaftler, meist Angestellte des WiFo (etwa Schulmeister oder Marterbauer), die der SPÖ bzw. den Grünen die "wissenschafltichen" Grundlagen für ihre verqueren Theorien und Thesen liefern.

  14. omi (kein Partner)
    13. September 2013 10:14

    US-Raketenschild in Europa richtet sich gegen Russland und führt zu einem Nuklearkrieg in Europa
    William Engdahl über US-Machenschaften gegen Russland, Ein Ausshnitt aus "Das Große Shweigen der Massenmedien".
    http://www.youtube.com/watch?v=xHIyRTsDBww

    • omi (kein Partner)
      13. September 2013 10:27

      Warum tun sie das wohl?
      USA modernisieren Atomwaffen in Europa!
      Mehrere Nato-Länder haben mit den USA Geheimabkommen über die Modernisierung der US-amerikanischen taktischen Atomwaffen auf ihrem Territorium verabschiedet, berichten belgische Medien unter Berufung auf Hans Kristensen, den Leiter des Atominformationsprojekts im Bund Amerikanischer Wissenschaftler.

      Ihm zufolge ist die Vervollkommnung der Gefechtsbomben B-61 vorgesehen. Es handelt sich um 200 Bomben, die seit den 1960er Jahren in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Italien und der Türkei stationiert sind. Die USA wollen diese Atomwaffen mit GPS-Navigationssystemen ausstatten.
      Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2013_09_13/USA-modernisieren-Atomwaffen-in-Europa-4027/

    • dame du temps jadis (kein Partner)
      13. September 2013 13:07

      Wird es dir eigentlich nicht langsam zu blöde immer daneben zu stehen?

    • F.V. (kein Partner)
      13. September 2013 14:59

      Das alte Weib von vorgestern ist ein herrliches Beispiel für eine unbefriedigte alte Jungfer.

      Sie keift in einem fort. So sind ihre „Beiträge“ zwar inhaltslos, dafür recht häufig, aber NICHTS mal VIEL ergibt trotzdem NICHTS. So ist es nun mal in der Arithmetik. An den ihrer Wächterschaft unterliegenden Kommentaren fällt ihr nur die fallweise größere Länge auf, aber dazu wären sogar Analphabeten in der Lage. Inhaltliche Kritik ist ihr nicht möglich, weil es ihr offenbar am nötigen Wissen, Verstand und vernünftigem Denkvermögen mangelt.

      Andrerseits scheint die alte Jungfer offenbar zu ahnen welche Autoren „längerer“ Beiträge anzugeifern sind: jene nämlich, die den Blick hinter die Kulissen lenken und dem medialen Propaganda- und Lügengewäsch die Maske vom Gesicht reißen. Die zahlreichen anderen – meist viel längeren Buchstabenhaufen ohne Inhalt, oder Selbstgespräche von deren Produzenten, blieben ja bislang „unbeanstandet“.

      Was zeigt dies? – nun, daß mit solchen Kommentaren offensichtlich „ins Schwarze getroffen“ wurde; warum sonst würde man sich als Tugendwächter heutiger Wohlfahrtsausschüsse so echauffieren? Und es zeigt auch den Zwang diese verhaßten Beiträge lesen zu müssen, was u. a. mir geradezu königliches Vergnügen bereitet: die alte Jungfer ärgert sich fast zu Tode – und kann´s trotzdem nicht lassen. Das ist ja fast eine der griechischen Antike entnommene Strafe, nicht unähnlich der des Sisyphus.

      Wie sehr sich das alte Weib ... ärgert mag man daran erkennen, daß es inzwischen zu den nicht widerlegbaren Argumenten zu greifen sich genötigt fühlt: es ersparte den Lesern das (Mit-)Denken und die Argumente und kommt gleich zur Conclusio: „Trottel“. – Ja, da wird´s auch für unsereinen schwierig mithalten zu können.

      Wahrscheinlich fehlt ihr – wie unserer Dorfpfarrer einmal einer renitenten, etwas Unbegabten sagte –, daß sie einmal ordentlich „hergepledert“ wird. (Aber wer möchte schon mit alten Weibern von vorgestern da aushelfen?)

  15. Mentalitäten (kein Partner)
    13. September 2013 08:39

    Schon mal darüber nachgedacht, daß Scheinwelten erzeugt werden, damit "irgendwelche Gründe" präsentiert werden können genau die hohen Gehälter zu bekommen auf die solche Seelen aus sind .....

    Wird ein Unternehmen wirklich auf das "heruntergebrochen" was wirklich zur Führung des Betriebs und zur Aquirierung von Aufträgen gebraucht wird bleibt von den Managerblasen meist erstaunlich wenig übrig ...

    Dies gilt auch für die Politkaste, derzeitiger antidemokratischer Provenienz.

    • Mentalitäten (kein Partner)
      13. September 2013 08:44

      Ein Hauptbeschäftigungsgrund vieler Sekretärinnen - und auch der Hauptgrund weswegen in dieser Position kaum Sekretäre zu finden sind - ist die "taktische Vorzimmerabwehr" aus genau diesem Grund: "Der Chef hat wieder mal nichts Sinnvolles zu tun und will dennoch nach Aussen als "Arbeitstier" erscheinen."

  16. Knut Schmidt (kein Partner)
    13. September 2013 07:52

    Meine Vermutung geht in eine andere Richtung. Viele Selbstmorde haben - und werden noch - damit zu tun haben, dass die Aufdeckung diverser krimineller Machenschaften kurz bevor steht und die verantwortlichen Herrschaften sich so der Verantwortung entziehen wollen.

  17. Segestes (kein Partner)
    13. September 2013 06:54

    Warum ist der Stundensatz eines Managers deutlich höher als der eines einfachen Arbeiters oder Angestellten?
    Weil ersterer er eine höhere Verantwortung trägt?
    Wirklich?
    Erledigt ein kleiner Mitarbeiter seine Aufgaben fortgesetzt nicht pflichtgemäß, wird er früher oder später entlassen.
    Erledigt ein Manager seine Aufgaben fortgesetzt nicht pflichtgemäß, wird er früher oder später entlassen.
    Wie kann man ernsthaft von höherer Verantwortung sprechen, wenn der Einzelne, trotz höheren Verdienstes, im Falle des Versagens mit keinen stärkeren Konsequenzen zu rechnen hat?
    Es ist doch im Gegenteil sogar so, dass der unfähige Manager häufig auch noch mit einer saftigen Abfertigung verabschiedet wird, mag er diese auch zehn mal nicht verdient haben.
    Der Manager kann also aufgrund seiner Befugnisse zwar einen größeren Schaden anrichten und ein ganzes Unternehmen - oder zumindest eine Abteilung - an die Wand fahren, aber im Falle des Falles hat er meist trotzdem mit keinen ärgeren Konsequenzen zu rechnen als eine Sekretärin, die ständig zu spät zur Arbeit kommt.
    Dieses System auf andere Bereiche umgelegt würde beispielsweise bedeuten, dass ein Bankräuber mit dem gleichen Strafmaß zu rechnen hätten, wie jemand der vom Nachbarsbaum ein paar Kirschen stibitzt...

    Gleichmacherei beim Verdienst lehnt Herr Unterberger generell lautstark ab. Gleichmacherei im Falle des Versagens, wird von ihm hingegen nicht einmal hinterfragt.
    Freilich, das hinterfragen auch GrünInnen und Sozis nicht ernsthaft, die insgeheim mit diesem System ganz zufrieden sind, da sie sich als Politiker ja quasi im oberen Bereich der Nahrungspyramide befinden.

    Über zu hohe Managergehälter zu schimpfen ist müßig, solange man nicht bereit ist die Grundlagen für unser gesamtes Entlohnungssystem zu hinterfragen.

    • Leopold (kein Partner)
    • cmh (kein Partner)
      13. September 2013 13:20

      Vielleicht gibt es sowas wie Verantwortungsgefühl, dass es einem nämlich auch dann nicht egal ist, wenn man selber keinen persönlichen Schaden hat.

      Diese Nichtbeachtung der Verantwortung und diese Reduktion aller Antriebe auf rein Pekuniäres ist ein gedanklicher Fehler den wir seit den Tagen des Herrn Marx immer wieder machen.

      Nur dann, wenn Menschen tatsächlich nur wegen des Geldes funktionieren ist der Gedanken gerechtfertigt. Das ist aber genau das Menschenbild das von linker Seite immer unausgesprochen herangezogen wird.

      Und nebenbei gesagt funktioniert die Übertragung auf andere Bereiche auch nicht. Denn die gleiche verbrecherische Energie wie der Stibitzer von süßen Kirschen wendet auch der an, der Teile von Eisenbahnschienen klaut. Dessen Vorteil ist genau gleich, wenn wegen des fehlenden Teiles ein Zug entgleist oder nicht. Daher hat der Kirschenklauer auch eine geringe Verantwortung beim Klauen als der Teileentwender.

      Dass es überall Kriminelle geben kann ist klar. Aber ein System soll nicht nach seiner Entartung beurteilt werden.

    • Mentalitäten (kein Partner)
      15. September 2013 09:47

      Wenn der "kleine" Arbeiter den Betonmischwagen nicht fährt gibts für den "großen" Manager nichts .......

      Adlerkulte und dergleichen sind Teufelskulte. Sie projezieren Scheinwelten .... in der Wirklichkeit der menschlichen Betrachtung ist der Betonmischwagenfahrer unterm Strich sogar wichtiger wie der Mananger, denn auch Betonmischwagenfahrer können per Telefon Aufträge annehmen .......

  18. Liberator (kein Partner)
    13. September 2013 06:21

    Zum Artikel: Nach wie vor peinlich, dass der Kurier sowas druckt. Unterbergers Geschwafel, seine verächtlichen Anführungszeichen usw. und dabei bin ich absolut dagegen Managergehälter zu begrenzen oder sie herb zu besteuern.

    Zur Undine: Unzensuriert hier, Unzensuriert da, Unzensuriert dort und überhaupt überall. Man kennt die Seite inzwischen - Sie müssen nicht jeden Link einzeln posten, suchen Sie sich lieber ein Hobby oder einen Job.

  19. A.K.
    12. September 2013 20:02

    Zu Dr. Unterbergers „Die Realität des Manager-Lebens“:
    Für das Militär gibt es eine "Scharfschützenregel": Von der gegnerischen Seite ist im Zweifelsfalle – etwa wenn nur ein Schuß möglich ist – nicht der ranghöchste Feind, sondern der „zweite Mann“, also z.B. der Stellvertreter das Ziel, weil dann die Verwirrung und der Schaden für den Feind maximal ist.
    Dies hat bei Spitzenmanagern oftmals eine Entsprechung. Nicht der Ranghöchste, sondern der Zweitplatzierte hat die maximale Belastung zu bewältigen.

    • heartofstone (kein Partner)
      13. September 2013 01:12

      und wenns ein guter Schütze ist, wird kein finaler Exitus sondern nur eine schwere Verletzung verursacht um Hilfskräfte zu binden ... kleines 1x1 der Jägerausbildung ... ja ÖBH ... auch wenn sich die Goldfasane vehement dagegen verwehren werden ... [zwinker] ...

    • Prof. Walter A. Schwarz (kein Partner)
      13. September 2013 06:58

      heartofstone (kein Partner) 13. September 2013 01:12
      "...und wenns ein guter Schütze ist, wird kein finaler Exitus sondern nur eine schwere Verletzung verursacht um Hilfskräfte zu binden ... kleines 1x1 der Jägerausbildung ... ja ÖBH ... auch wenn sich die Goldfasane vehement dagegen verwehren werden...

      Werter heartofstone, als "Goldfasane" wurden im "3. Reich" Adolf Hitlers vom Volksmund die uniformierten politischen Leiter der NSDAP bezeichnet. Die Offiziere des Österreichischen Bundesheeres mit dieser abwertenden Bezeichnung in Verbindung zu bringen, ist ahistorisch. MfG

    • F.V. (kein Partner)
      13. September 2013 15:06

      Herr Richter,

      wie wird man als kleiner Unteroffizier in Österreich Professor? - Indem man fleißig aufzeigt und p.c. Sprüchlein mit Regelmäßigkeit fabriziert.

      Das war nur das Beispiel aufs Exempel.

  20. Undine
    12. September 2013 19:15

    Noch ein OT---aber das ist ja doch die Höhe:

    +++ Hochsubventioniertes VOLKSTHEATER ---das mit dem weithin leuchtenden SOWJETSTERN(!!!)--- bietet Bühne GEGEN die FPÖ
    Das darf doch nicht wahr sein!

    http://www.unzensuriert.at/content/0013901-Hochsubventioniertes-Volkstheater-bietet-B-hne-gegen-die-FP

    +++ Das nenne ich "tatkräftige" Dankbarkeit unserer Kültürbereicherer gegenüber der Hilfsbereitschaft im Gastland D!

    http://www.unzensuriert.at/content/0013923-Attacke-auf-Rettungskr-fte-w-hrend-Einsatz

    +++ Möge etwas vom norwegischen Geist auch bei der Wahl in Ö einkehren!

    http://www.unzensuriert.at/content/0013939-Sozialdemokraten-Norwegen-klar-abgew-hlt

    +++ Und das Wichtigste zum Schluß:

    Am 18. September 2013 um 19 Uhr in der Wiener Hofburg. Am Podium nehmen FPÖ-Obmann HC Strache, der ÖVP-Abgeordnete Michael Ikrath, der Bankmanager Horst Güdel und der konservativ-liberale Publizist Andreas UNTERBERGER Platz. Die Diskussionsleitung liegt in den bewährten Händen des Präsidenten des Liberalen Klubs, Volksanwalt Peter Fichtenbauer.

    http://www.unzensuriert.at/content/0013954-Thilo-Sarrazin-diskutiert-zum-Thema-Europa-am-Scheideweg

  21. zweiblum
    12. September 2013 18:48

    Es gibt einen Ort voller unersetzbarer Manager: der Friedhof.
    Man muß loslassen können und nicht an der Macht kleben und sich unersetzlich fühlen.

  22. Gerhard Pascher
    12. September 2013 18:27

    Zu den beiden kürzlichen Managerselbstmorden muss man etwas genauer die Schweizer Firmenstrukturen kennen. Dort hat z.B. der Verwaltungsrat wesentlich mehr Einfluß auf das Tagesgeschäft als bei uns ein Aufsichtsrat einer AG oder Ges.m.b.H.

    Im konkreten ersten Fall hatte früher der nun verstorbene Swisscom-CEO Carsten Schloter über Jahre hinaus eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsratpräsidenten Anton Scherrer. Seit 2 Jahren sitzt auf diesem Sessel aber Hansueli Loosli (ehemals Coop-Chef) und die Chemie zwischen diesen beiden Managern stimmte nicht mehr. Josef Ackermann ist auch so ein Typ, welcher auf seine unmittelbaren Untergebenen einen enormen Leistungsdruck ausübt und diesem war wiederum der Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier nicht gewachsen und hat nur im Selbstmord seinen Ausweg gefunden.

    Ich hoffe, diese beiden prominenten Todesfälle (es gibt da wesentlich mehr!) wird auch in den Konzernetagen zu einem Umdenken bewegen, dass auch Manager nur Menschen sind und nicht unrealistische Ziele der Eigentümervertreter erreichen können. Die Wunderwuzzis, welche aus einem gut aufgestellten Unternehmen noch mehr Gewinn bzw. Dividenden und damit höhere Aktienkurse erzielen können, gibt es nur sehr selten.

  23. terbuan
    12. September 2013 18:07

    Aus meiner Berufserfahrung kenne ich 4 Archetypen von Managern:

    1. Der "Immer-Erreichbare"

    Er kommt wenn sein Chef kommt und geht erst dann, wenn der weg ist.
    Er ist immer erreichbar, nicht nur per Handy, er könnte ja kurzfristig zu einer Besprechung befohlen werden.
    Er geht auf Urlaub, wenn der Chef geht und so manche seiner Mitarbeiter tun es ihm gleich. Sehr oft verbringt er Wochenenden in der Firma, um sich nicht um die Familie kümmern zu müssen.

    2. Der "Detail-Verliebte"

    Sein Arbeitstag ist nicht endenwollend, er glaubt, sich um alles kümmern zu müssen und scheut jede Art von Delegierung. Zumeist verliert er das Ganze aus den Augen und verzettelt sich in Kleinigkeiten. Menschenkenntnis ist zumeist auch nicht sein Ding. Der typische egomanische Patriarch, seine Karierre (oder seine Firma) endet oft abrupt.

    3. Der "Überforderte"

    Er kommt durch Zufall oder durch Protektion auf seinen Posten und läßt den Mitarbeitern vor allem seine Macht spüren um seine Überforderung zu kaschieren.
    Sehr häufig anzutreffen in staatsnahen Unternehmen.

    4. Der "Überfordernde"

    Sein übertriebener Ehrgeiz führt dazu, ständig unrealistische Unternehmensziele vorzugeben. Das nennt er dann "Anspannungseffekt".
    Die Mitarbeiter können machen sie wollen, er wird nie zufrieden sein, Lob für gute Leistungen kennt er nicht, nur Kritik und Tadel.

    Es gibt natürlich auch Mischformen, wirkliche Persönlichkeiten sind sie alle nicht,
    dazu bedarf es Charisma, Weitsicht und Gewinnstreben gepaart mit sozialer Intelligenz! Solche gibt es leider selten, sie sind auch zumeist nicht suizidgefährdet.

    • GOP
      12. September 2013 18:43

      Ein Manager, der immer einen vollen Schreibtisch hat, alles selbst machen will, nichts delegieren kann und keine Vertrauen zu seinen nächsten Untergebenen hat, ist ein schlechter Manager. Ein weiterer großer Fehler liegt in der Planung und dem laufenden Controlling. Leider werden bei vielen forecasts immer die bestmöglichen Zahlen eingesetzt, welche dann oft - ggfs. auch durch kleine und nicht beeinflussbare Ereignisse - nicht erfüllt werden können. Es gibt zwar eine Unzahl von brauchbaren Modellen mit Kennzahlen, aber viele Manager verlassen sich lieber auf das sog. "eigene Gspür", was sich später als fatal zeigt. Die Firmenpleiten der vergangenen Monate in Österreich beweisen dies eindringlich. Aber auch die Hereinnahme von externen Expertisen führen oft nicht zum Erfolg, da man diese nur teilweise bzw. halbherzig umsetzt.

      Übrigens: auch in der Politik und der Arbeit in den Ministerien finden sich ähnliche Kriterien und Probleme. Auch dort geht vieles schief, aber der große Unterschied ist, dass erstens der Steuerzahler für die entstandenen Verluste aufkommen muss und zweitens sich kein Politiker persönlich verantwortlich fühlt und freiwillig aus dem Leben scheidet.

  24. Kaffeehäferl
    12. September 2013 17:39

    "Wer Verantwortung für 60.000 Arbeitsplätze und Ersparnisse von Hunderttausenden trägt..."

    Ich bezweifle, daß Manager tatsächlich zuerst an die Arbeitsplätze denken. Sie denken wohl zuerst an die "Ersparnisse" - ich gehe davon aus, daß hier jenes Geld gemeint ist, das Aktionäre in das Unternehmen investiert haben - denken. Und auch nur indirekt, denn daß das investierte Geld für jemanden ein "Erspartes" (also etwa eine zusammengesparte Familienrücklage für die Ausbildung der Kinder) ist, nimmt der Manager gewiß nicht so wahr.

    Kann mir gar nicht vorstellen, daß er eine seiner Entscheidungen mit den Worten verteidigt: "Denken sie an die vielen Leute, die für uns arbeiten und die ihren Arbeitsplatz verlieren könnten." oder "Denken sie nur an die Familien, die ihr Erspartes in unser Unternehmen investiert haben und für die die Gefahr besteht, die Ausbildung ihrer Kinder nicht mehr finanzieren zu können, wenn unser Aktienkurs fällt."

    Vielleicht war ich zu lange in einem Unternehmen, das sich selbst am Ende nur noch als Investmentmöglichkeit wahrgenommen hat und daher jahrelang versucht hat, Mitarbeiter loszuwerden...

  25. Herby
    12. September 2013 17:36

    OT: "Handbuch zur intellektuellen Selbstverteidigung":

    Herr Dr. Unterberger brachte zu dieser wichtigen Publikation schon am 23. Aug. 2013 diesen Artikel:

    http://www.andreas-unterberger.at/2013/08/fusnote-482-intellektuelle-selbstverteidigung/

    Man kann dieses Handbuch ONLINE:

    - Als PDF-Datei sofort herunterladen: da wird Ihnen sofort der Downloadlink in einem E-mail zugeschickt (also automatisiert).

    - Beziehungsweise Sie können dieses wichtige Buch (in Buchform, 126 Seiten) gratis zusenden lassen, indem Sie es online bestellen.

    Hier: http://www.agenda-austria.at/inhalte/publikationen/


    Vielen Dank Herr Christian Ortner, dass Sie es auf Ihrem Blog bekanntmachten:
    http://www.ortneronline.at/?p=24265

    (Ich persönlich habe es mir gerade als PDF-Datei heruntergeladen und beginne mit dem Schmökern auf meinem E-book-Reader, bzw. am PC)

  26. Erich Bauer
    12. September 2013 16:51

    Als kleiner Vorgeschmack für heute Abend. Eine Thematik, die Strache heute möglicherweise zur Sprache bringt.

    BERUFSKILLER-GEWERKSCHAFT IST ENTSETZT...

    „Seit Jahren schon kämpfen wir gegen Diskriminierung und Vorurteile gegenüber Auftragskillern“, erklärt Steinbeißer.

    http://dietagespresse.com/berufskiller-gewerkschaft-entsetzt-ueber-stronach-vorstoss/

    Ich find's halt einfach lustig...

  27. Undine
    12. September 2013 15:49

    OT---aber eine kleine Mittagsjournal-NACHLESE schadet gewiß nicht:

    Ausgerechnet von PUTIN muß sich OBAMA sagen lassen, daß GOTT alle Menschen GLEICH geschaffen habe!

    Hubert Arnim Ellissen kündigt eine schriftliche Rede PUTINS in der "New York Times" mit den Worten "Der russische OBERBOSS" an. Was da Putin schreibt, scheint unserem Journalisten Ellissen gar nicht zu gefallen!

    PUTIN wirft nämlich die Frage auf, ob die Rolle des WELTPOLIZISTEN für die USA nicht zum Bumerang werde und gönnt sich gleich noch einen Seitenhieb: Wenn er, Präsident Obama, von Amerika als einer AUSNAHME-NATION spreche, so sei das sehr gefährlich; wir dürfen nicht vergessen, daß GOTT alle gleich geschaffen habe!

    Wörtlich: "„Es ist sehr gefährlich, Menschen dazu zu inspirieren, dass sie sich für einzigartig halten, was auch immer die Begründung dafür sein mag“, schrieb Putin."

    BRAVISSIMO, Putin!!!

    Die SCHWEIZ stimmt über die Beibehaltung der WEHRPFLICHT ab; die Argumente der Befürworter der Wehrpflicht sind sehr überzeugend; sie haben Hand und Fuß. Es wird spannend werden.

    EU-Parlament stimmt Bankenaufsicht zu. Parlamentspräsident Martin SCHULZ berichtet über seine Verhandlungen mit EZB-Präsident Mario Draghi; des "echten" Deutschen Martin Schulz' Stimme hat sehr ZUFRIEDEN geklungen---das läßt bei mir alle Alarmglocken schrillen.

    • DB (kein Partner)
      13. September 2013 10:14

      Putin gefällt mir immer besser! Er spricht gerade heraus, was er denkt und seine Worte sind nüchtern und weise. Was für ein positiver Kontrast zu diesem verlogenen Obama!

      Wer die Schweizer kennt, kann davon ausgehen, dass dieses kluge Volk für die Beibehaltung der Wehrpflicht stimmen wird.

  28. Josef Maierhofer
    • Undine
      12. September 2013 22:10

      @Josef Maierhofer

      Tut mir leid---ich sehe jetzt erst, daß Sie längst vor mir auf Sarrazin hingewiesen haben!

  29. plusminus
    12. September 2013 13:51

    OT

    Darf der Steuerzahler mit der Verstaatlichung der HAA teuer Wahlkampf und Machterhalt bezahlen?

    Sämtliche linksvereinnahmte Medien (ÖRF, Standard) halten in Vorwahlzeiten wie diesen ständig mehr oder weniger seriöse Horrorziffern am Köcheln. Was in Kärnten gelungen ist, muß doch auf Bundesebene ebenfalls funktionieren.

    http://orf.at/stories/2198152/

    http://orf.at/#/stories/2198223/

    Typisches Wahlkampfgetöse, denn vom Milliardenbedarf der Kommunalkredit hört und liest man weit und breit nichts, oder rechnet man diesen bereits bei der HAA dazu?

  30. Josef Maierhofer
    12. September 2013 09:47

    Selbstmord kann viele Gründe haben.

    Die müssen nicht unbedingt an Berufsproblemen liegen. Aber bei solchen Managern liegen sie alle eindeutig im Berufsleben.

    Wer 24 Stunden, oder sagen wir 18 Stunden pro Tag 7 Tage die Woche arbeitet, ich kenne das von mir selbst, der bekommt körperliche und seelische Krankheiten, denn diese Arbeit eines Managers ist Stress und erfordert Bewegungsarmut. Wer so viel arbeiten muss, dessen Beziehungsleben geht in die Brüche. Geld ist da eine minimale Entschädigung für das, was man für eine Lösung, für eine Entscheidung, etc. investieren muss und an Leben und Lebensqualität verliert.

    Ein linkes Hirn kann das nicht verstehen, er macht maximal 0815 (08 ein 15 aus), was er nicht heute macht, macht er morgen und was er gar nicht macht, macht der Kollege, ... das reale linke Arbeitsleben halt. Davon soll man leben können ? Dass es so nicht gehen kann sagt uns http://www.staatsschulden.at in der offiziellen Form und wahrheitsliebende Experten aber reden von 1 bis 2 Billionen, was man inzwischen an Kredit angehäuft hat und an produktionsloser Ideologiementalität in die Bevölkerung gesteckt hat.

    Darum das Geschäft mit dem Neidkomplex, denn diese 'Heinis' sehen bloß eine Gehaltsziffer, arbeiten können sie nicht und daher wissen sie darüber nichts mehr.
    Dass sie nicht arbeiten können und es vielfach keine Jobs mehr gibt, haben sie ihrer Partei und ihren Gewerkschaften zu verdanken, die ihnen Tag für Tag einhämmern, dass sie mehr verlangen müssen und weniger arbeiten, dass sie 'mehr Komfort' bei der Arbeit brauchen und mehr Auszeiten.

    Das Ergebnis haben wir jetzt vorliegen und die Wahrheit kommt nach den Wahlen.

    Das Ergebnis des Mediendiktates, der Medienlüge, des Parteidiktates, des Gewerkschaftsdiktates, des Glaubens an die wunderbare Geldvermehrung, an die Säulenheiligen der Linken, an die linke Ideologie (=Idiotie) liegt jetzt vor. Nach der Wahl wird es bekanntgegeben werden müssen, hoffentlich von den Linken.

    Danke SPÖ, die führende schuldentreibende, volkszerstörende Antiösterreicherpartei zusammen mit den Grünen und Teilen der Schwarzen. Dahin habt Ihr uns mit Eurem Mediendiktat gebracht. Ihr habt die Österreicher getäuscht und ausschließlich Euch selbst und Eure Klientel (die Privilegierten) bedient.

    Viele Österreicher werden Selbstmord begehen, weil Ihr sie arm gemacht habt, weil Ihr ihnen jegliche Zukunftschance genommen habt und weil Ihr sie belogen habt, von wegen 'Es geht uns ja sooooo guuuut'.

    • dssm
      12. September 2013 10:15

      Wie bereits an anderer Stelle erwähnt.
      Ein Manager, der ständig 18h am Tag arbeitet ist eine Niete.
      Wenn der Chef so beschäftigt ist, dass der Tag komplett verplant ist, hat er auch keine Zeit sich um überraschende Probleme zu kümmern, die gibt es aber.
      Kümmert er sich um so ein Problem, bleibt eine andere ‚seiner’ Arbeiten liegen, dann entsteht das nächste Problem…
      Ein Eigentümer kann mit viel Arbeit seinen Gewinn maximieren, denn das Risiko trägt er selber, bei einem Manager ist dies komplett anders.

      Schweizer Bankenregel: 2-4-2.
      Geld um zwei Prozent hereinnehmen, um vier verleihen und spätestens um zwei Uhr am Golfplatz!

    • Josef Maierhofer
      12. September 2013 11:41

      @ dssm

      Solche Lebenskünstler gibt es, die 2-4-2 können und trotzdem nicht Schiffbruch erleiden.

      Aber ganz viele tun natürlich ersteres. Da gab es bei Siemens einmal den Stehsatz (mich betreffend): Bei Ihnen hat der Tag 24 Stunden, wenn Sie damit nicht auskommen, nehmen Sie halt noch die Nacht dazu. Aber die Probleme wurden gelöst und sehr rasch, das wurde schließlich auch anerkannt.

      Aber eben ich bin Techniker und nicht Kaufmann.

      Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es Jobs gibt, die sich nicht mehr delegieren lassen, ohne eine Firma, tausende Arbeitsplätze, die Zukunft, etc. aufs Spiel zu setzen.

      Gut, jeder ist ersetzbar, aber mit welchem Aufwand und mit welchen Einbußen, etc., zumindest ich sehe das in meinem Bereich so, darum harre ich aus, solange man mich wirklich und ehrlich braucht. Bin halt doch kein Manager, eher nur mehr ein Selbstmanager, aber Techniker.

      Das tun aber unsere Politiker und ihre ersetzbaren Parteiexperten mit uns. Die könnte, sollte man sogar jetzt, austauschen.

    • simplicissimus
      12. September 2013 13:37

      dssm, 2-4-2 klingt eher nach cleverem schmarotzertum, denn als vorbild.
      mehrwert schaffende menschen ihres beispiels sind diese wohl nur marginal.
      eher glueckskinder eines systems.
      16 stunden jeden tag ist wohl zuviel, aber 10 stunden 6 mal pro woche ist doch leicht ueblich. meist unter hoher anspannung selbstverstaendlich.
      sie scheinen aus dem bankensektor zu kommen?
      ich aus dem produzierenden.
      da sind kleine welten dazwischen.

    • dssm
      12. September 2013 14:35

      @Josef Maierhofer und @simplicissimus

      Ich glaube Sie haben meine Kernaussage nicht verstanden!
      Als Manager wird man sehr gut bezahlt, vor allem dafür Probleme zu vermeiden und zu lösen – überspitzt gesagt: Nicht für das Arbeiten!

      Wer nicht delegieren kann ist für einen Geschäftsführerposten ungeeignet.
      Wer das Denken unter sich nicht zulässt, ist ungeeignet.
      Wer das Heranführen an Aufgaben für die Untergebenen nicht beherrscht, ist ungeeignet.
      Wer kein Gefühl für entstehende Probleme hat, ist ungeeignet.
      Wer nicht jede(!) Arbeit im Zuständigkeitsbereich selber kennt, ist ungeeignet.
      Wer den selber ausgewählten Mitarbeitern nicht vertrauen kann, ist ungeeignet.

    • Josef Maierhofer
      12. September 2013 15:17

      @ dssm

      Richtig, was Sie sagen, aber bei manchen Dingen ist eben eine Delegation nicht möglich und auch nicht ratsam.

      Darum habe ich mich ja auch zerrieben, weil es bei manchen Technologien bloß 4 Leute in der Welt gibt, ich kenne die 3 anderen persönlich, die so weit vorgestoßen sind und damit den Firmen helfen können.

      Die Technik hat halt die Eigenschaft, dass man an einer Lösung dranbleiben muss und das ist aufreibend, der Kaufmann muss, wie Sie richtig schreiben delegieren und für Entscheidungen erreichbar und präsent sein. Um einen Lösungsgedanken, den Sie heute Abend abschließen und morgen weiterzuführen, benötigen Sie oft Stunden, bis Sie wieder dort angelangt sind, wo Sie vorher aufgehört haben. Einige Lösung sind, da das Hirn ja nicht ausschaltet praktisch am Kopfpolster entstanden.

      Ich kann Ihnen sagen, es sind oft Wochen, wo man kaum schläft, dann aber hat man, bildlich gesprochen, den Stein solange gedrückt, bis Wasser herauskam.

    • simplicissimus
      12. September 2013 18:35

      dssm, ich glaube, sie haben meine replik nicht verstanden:
      2-4-2 ist alles andere als ein vorbild, es erinnert eher an schmarotzertum denn an effizienz.

    • dssm
      12. September 2013 19:06

      @simplicissimus
      Heute machen Sie aber Ihrem Nicknamen alle Ehre …
      Ein Bankdirektor sollte so wenig Zeit wie möglich im Büro verbringen!!!
      Welche Trends und Probleme auf die Bank zukommen erkennt man zuerst beim geselligen Beisammensein mit den Kunden!
      Nur die heute Akademikergeneration glaubt von ihrem Schreibtisch aus alles zu wissen.

      Nun ist das Golfspielen (oder apres ski oder stammtischln …) natürlich keine Arbeit, aber eben für diese Arbeit notwendig.

      Wenn doch nur unsere Politiker und Beamten einmal unters gemeine Volk gingen …
      Wie viel Geld hätte sich die HAA (und ÖVAG, Raiffeisen ...) gespart, wenn man im 'Osten' einmal unters Volk gegangen wäre (konnte mein ja leider nicht, weil die österreichischen Akademiker ja die Landessprache nicht konnten).

  31. terbuan
    12. September 2013 08:58

    Die wahren Motive eines Selbstmordes kommen in sehr vielen Fällen gar nicht an das Tageslicht.
    Im konkreten Fall des Zürich Finanzchefs Wauthier könnte es der bekannt rüde Umgangston des Herrn Ackermann gewesen sein, muß es aber nicht, ein erfahrener Manager eines großen Konzerns kommt ohne einer gewissen "dicken Haut" gar nicht in eine derartige Position! Er könnte auch private Gründe gehabt haben.
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Zurich-Finanzchef-litt-unter-dem-Firmenklima-article11318401.html

    • Erich Bauer
      12. September 2013 10:04

      Die häuslichen Ansprüche eines "Luxusweibchens" (mit Anhang) einerseits, geschäftliche Vorgaben, die unmöglich zu erreichen sind und damit verbunden REALE Verlustängste andererseits... Und schon ist der MIX beinander. Eine Tragödie, wenn der Mensch dann nur noch verzweifelt den Blick auf seine vertrauten Lebensumstände richten kann, welche aber schon bröckeln...

      "...ist wie ein Tier, auf dürrer Heide
      von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt,
      und ringsumher liegt schöne, grüne Weide." (Faust I)

  32. dssm
    12. September 2013 08:42

    Leben tun wir vom den KMU's nicht den Dinosauriern!
    Die Mehrheit dieser Dinosaurier sind nicht durch evolutionäres Wachstum entstanden, sondern durch LBOs und Merger! Wobei nach so einem 'deal' der Wert des Unternehmens traditionelle weit unter der Summe bezahlten Wertes liegt.
    Die Manager sind keine Eigentümer, geht es schief, so haften diese rein gar nicht! Wer sich also extremen Stress antut sollte einmal gründlich über das eigene Ego nachdenken.

    Meine Helden sind besonders die Frauen der KMUs. Kümmern sich um die Kinder, machen die Buchhaltung, treiben offene Rechnungen ein, fahren auf die Baustelle, verhandeln mit den Lieferanten und der Bank, erfüllen die endlose Bürokratie und haben am trotzdem Zeit für einen netten Abend!

    Und noch ein Bonmot: Wer leitend ununterbrochen arbeitet, ohne als Eigentümer dadurch mehr zu verdienen, kann nicht wichtig sein. Denn wenn etwa ungewöhnliches passiert, dann ist der Chef der Fels in der Brandung. Er kann und weiß alles (soll halt), er kann jede ausgefallene Stelle besetzen. Die Dauerarbeiter sind also wahlweise nicht wichtig oder unfähig, da sie mangels Zeit, das Unternehmen gefährden.

  33. Wyatt
    12. September 2013 06:34

    abgesehen von der Vielzahl an Arbeits - Inspektoren, -Kontroller, -Aufsichten, Beauftragten, Prüfern, Beobachtern, etc. .....- außerhalb des eigenen Arbeitsbereich, welche allesamt zum Schaffen und der zu erbringenden Leistung, - auch bei "kleinen" Betrieben - absolut nichts beitragen, - aber auch der "kleine" Manager zusätzlich zum immerwährenden "Erfolgsdruck" sich mit diesen, ein Berufsleben lang auseinander setzen muss, kommt ohnedies - auf uns alle!- jetzt noch Folgendes zu:

    http://ef-magazin.de/2013/09/10/4486-deutsche-energiewende-selbstdemontage-einer-industrienation

    Nur, ob wir dann die allgemeine Umwelt und Klima schonende, von Arbeit befreite Glückseligkeit hierzulande erreichen, bezweifle ich.

  34. simplicissimus
    12. September 2013 05:46

    Vergessen wir nicht die geschaeftsfuehrenden Gesellschafter, also managenden Eigentuemer von oft mittelgrossen Betrieben. Diese verdienen nicht nur haeufig weniger als Manager von Grosskonzernen, sie teilen oft viel hoeheres persoenliches Risiko, untrennbar mit ihrem Betrieb verbunden. In vielen Regionen sind diese der Motor der Wirtschaft. Auf solchen unverzichtbaren Leistungstraegern medial oder politisch herumzutrampeln, gehoert wohl nicht nur zu den miesesten, sondern auch duemmsten Methoden der Gesellschaftsverbesserer.

    • Anton Volpini
      12. September 2013 06:49

      In Italien ist die Selbstmordrate eben dieser Eigentümergeschäftsführer drastisch angestiegen, seit der Staat so in die Unternehmenskassen greift, daß Gewinne verunmöglicht werden. Das wird dort öffentlich diskutiert.
      In der Schweiz hat der eine Fall bei Zürich Insurance gereicht, um die öffentliche Diskussion losbrechen zu lassen. Josef Ackermann ist daraufhin als Verwaltungsratvorsitzender zurückgetreten. Da wars wohl weniger der Staat, der Druck gemacht hat, simplicissimus.

  35. Observer
    12. September 2013 05:08

    Wenn jemand Selbstmordabsichten hegt bzw. tatsächlich zur Tat schreitet, dann ist er in meinen Augen krank. Denn von Natur aus ist der Überlebenswille stärker. Was die Spitzenmanager betrifft, so haben alle freiwillig diese Positionen gewählt und es liegt an ihnen, sich ihren 24-Stunden-Tag so einzurichten, damit es auch noch ein ordentliches Leben ermöglicht. Leider ist aber die Gier meist vorherrschend, wo man dem anvertraute Unternehmen (und damit auch sich selbst) sowie den Eigentümern noch mehr Gewinn zuführen will. Vielfach geschieht dies zu Lasten der Mitarbeiter, welche besodnerem Druck ausgesetzt sind. Auch die Betriebserfolge sind diesen zu verdanken, auch wenn dann meist nur der Manager gefeiert wird.
    Daher hält sich mein Mitleid bei den gestressten Managern durchaus in Grenzen, welche gerne auch "über Leichen" gehen.

    • Auditor
      12. September 2013 05:46

      Mein Mitleid gilt dem Autor dieser Zeilen. In meinen Augen ist er krank. Soviel Negatives, soviel Neid und soviel Unsinn in so wenige Zeile zu verpacken, das muss man erst einmal schaffen.

    • Nemo
      12. September 2013 08:25

      @Observer,
      Derartige Behauptunden können wohl nur aus Unkenntnis der tatsälichen Situation gemacht werden und sind in meinenAugen unseriös.

    • terbuan
      12. September 2013 08:42

      Zum Ausgleich empfehle ich diesen Beitrag eines Suizidforschers in der NZZ:

      «Druck erzeugt Gegendruck»
      http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/druck-erzeugt-gegendruck-1.18142167 #

    • dssm
      12. September 2013 10:08

      @Observer
      Ein kleiner Buchtippt:
      The Great Deformation / David A. Stockman.
      Danach warden Sie sehr sehr viel verstehen, auch das heutige Managerproblem, da Sie es ja offensichtlich am eigenen Leib nicht erfahren haben.

    • Observer
      12. September 2013 13:58

      Ich war jahrelang selbst in solcher beruflichen Situationen, traue mir daher schon zu, über dieses Thema zu reden.
      Bitte beweisen Sie mir, liebe Mitposter, einen Satz meines Beitrages, welcher nicht der Realität entspricht.

  36. socrates
    12. September 2013 03:46

    Selbstmord bei Arbeitsplatzverlust ist eine Realität. Auch Manager sind (selten) davon betroffen.
    Arbeitslosigkeit und Suizid Sylvia Debusmann 01.03.2010
    In Zeiten der Arbeitslosigkeit steigen die Selbstmorde, was besonders dann bedenklich ist, wenn Erwerbsarbeit nicht mehr für alle auf Dauer verfügbar ist http://www.heise.de/tp/artikel/32/32151/1.html
    Es beschreibt nicht annähernd den tatsächlichen Sachverhalt und Ist-Zustand, wenn von besorgniserregendem Anstieg der Arbeitslosigkeit die Rede ist. Die Spekulationen darüber, in welchem Umfang aktuelle Statistiken die Zahl der Arbeitslosen erfassen, ob ihre jeweils vorgelegten Berechnungen den realen Gegebenheiten entsprechen oder versehentlich bis absichtlich "schöngezählt" werden, erscheinen angesichts der prekären Lage der Betroffenen eher als beißender Spott, denn als sachliche Auseinandersetzung.
    In einer Gesellschaft, die ihre Mitglieder über erfolgreiche Arbeit definiert und in der sich der Wert eines Menschen am Marktwert seiner Arbeitskraft bemisst, stellt die momentane Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein ernsthaftes Problem dar. Wenn nämlich unserer Arbeitsgesellschaft allmählich die Arbeit ausgeht, kann nicht mehr an der Würdigung und Huldigung bezahlter Arbeit festgehalten werden. Gut bezahlte Beschäftigungsverhältnisse, krisensichere Arbeitsplätze oder unkündbare Positionen sind seltener geworden und es wird zusehends immer schwieriger, diese Art der Beschäftigung zu be- und erhalten. Stattdessen sind Beschäftigungsverhältnisse mit Bezahlungen, die sich durch extremes Lohndumping an der Armutsgrenze bewegen, im Vormarsch. Hierbei steht die Würdigung der Arbeit in keinem angemessenen Verhältnis zur Würde, bzw. zur Würdigung der jeweiligen Person.
    Erwerbsarbeit hat in Arbeitsgesellschaften über das bloße Geldverdienen und das Sich-Ernähren-Können hinaus zudem eine wichtige integrierende Wirkung für den Einzelnen. Bei Verlust des Arbeitsplatzes drohen auch verschiedenartige soziale Vernetzungen, Kontakte und Beziehungen in die Brüche zu gehen. Ganz zu schweigen von den folgenschweren gesamtgesundheitlichen Belastungen, die nicht nur das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung beschädigen. Häufig treten zwischenmenschliche Störungen im nahen Umfeld auf, bis hin zu völliger sozialer Isolation.
    Die Gründe und Folgen, die zur Arbeitslosigkeit des Einzelnen geführt haben, werden oft dem Betroffenen selbst zugeschrieben, indem ein persönliches Versagen in den Vordergrund gerückt wird. Die komplexe Gesamtsituation des Arbeitsmarktes rangiert dabei eher am Rande der Erklärungs- und Begründungsversuche. Einer der Gründe dafür liegt in der negativ konnotierten Begriffsdefinition von "arbeitslos", denn arbeits-los zu sein wird assoziiert mit Faulheit, Müßiggang, Trägheit, Nichtstun und vielem mehr.
    Arbeit gegen Bezahlung ist derzeit jedoch die einzige Möglichkeit des Überlebens, wenn man entwürdigenden Lebensbedingungen entgehen möchte. Auf einem Stellenmarkt, der eigentlich keiner mehr ist, ist der "Stellenwert" eines Arbeitslosen ohne Stelle nur noch schwer zu definieren. Die negative Entwicklung des Arbeitsmarktes prognostiziert bei allem Optimismus nichts Gutes: Die Arbeitslosigkeit steigt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt ab und die Nachfrage und der Bedarf an (qualifizierten) Arbeitskräften geht weiter zurück. Die Entstehung von (Massen-)Arbeitslosigkeit darf allerdings nicht als Problem, Pech, Unglück, Tragik oder Schicksal des jeweils Betroffenen betrachtet werden, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und Problem.
    Auf Dauer wird nämlich die gesamte Gesellschaft durch die Folgen hoher Erwerbslosigkeit geschwächt, auch wenn bislang eher die Tendenz und Bereitschaft besteht, die Last der Bewältigung der Folgen von Arbeitslosigkeit den einzelnen Betroffen und seinen Angehörigen aufzubürden.[1]
    Arbeitslosigkeit wird von der Mehrzahl der Betroffenen als belastende Lebenssituation empfunden, die im Extremfall mit einem nicht zu vermeidenden sozialen Absturz einhergeht. Wer am aktiven Arbeitsleben nicht mehr teilnimmt und aus diesen Gründen den Lebensunterhalt für sich und seine Familie nicht mehr erwirtschaften kann, befindet sich in einer Existenz bedrohenden Situation. Die bewilligten finanziellen Hilfsmaßnahmen von Seiten der Behörden sind begrenzt. Aufgrund der allgemeinen derzeitigen Krise werden auch die Sparpakete für Bedürftige so extrem zusammengeschnürt, dass sie als Folge eine fast nicht mehr revidierbare Beschämungssituation festigen. Dass die Grundsicherung für bedürftige Bürger bei allen Sparmaßnahmen nicht unter das Existenzminimum fallen darf, musste jüngst in einem Urteil vom Verfassungsgericht neu geregelt und festgelegt werden.
    In Politik und Regierung, wo das Jonglieren mit Zahlen nicht automatisch ein Beweis für Rechenkunst ist, war es scheinbar nicht möglich, eine nachvollziehbare Berechnung zum Existenzminimum auszuarbeiten. Diese Vorgehensweise lässt wenig bis keine reale Sorgfaltspflicht der zuständigen Verantwortlichen erkennen und stellt diesen – trotz hoher Gehälter - ein großes Armutszeugnis aus (Berechnungssätze verfassungswidrig). Die Frage nach dem Wert der Menschenwürde ist mehr als berechtigt und in diesem Zusammenhang kann erneut gefragt werden, ob diese (inzwischen) nicht nur eine leere Phrase oder Fiktion ist und den zukünftigen Sparmaßnahmen zum Opfer fällt.
    Zunehmende Perspektivlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt
    Die zermürbende Angst der Betroffenen, die Kontrolle über ihr bisheriges Leben zu verlieren, gepaart mit der Hilflosigkeit, einer ungewissen Zukunft ohne Aussicht auf Verbesserung ausgeliefert zu sein, bringt viele Menschen an die Grenzen der Verzweiflung. Angesichts der zunehmenden Perspektivlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt sind guter Rat, Trost und positives Denken nicht ausreichend: Die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit kann man nicht wie ein gebrochenes Bein oder eine vorübergehende Erkältung kurieren. Es reicht auch bei weitem nicht aus, auf ein verständnisvolles Umfeld zu hoffen oder an einfühlsame Familienmitglieder zu appellieren. Nahe stehende Personen wie auch Freunde und Bekannte sind in der Regel intensiv in den Leidensprozess des Betroffenen integriert. Die oftmals lang anhaltenden Strapazen bringen ebenfalls viele Menschen im nahen Umfeld an ihre Belastungsgrenzen.
    Durch die verheerenden Auswirkungen der Arbeitslosigkeit zählen inzwischen Arbeits- bzw. Erwerbslose zu einer suizidgefährdeten Risikogruppe. Über das Tabu Suizid, d.h. die Selbsttötung eines Menschen, kommt der Berichterstattung in den Medien eine besonders sensible Aufgabe zu. Es ist erwiesen, dass eine zu sensationelle Darstellung der jeweiligen Selbsttötung keine abschreckende, sondern eher eine nachahmende Wirkung zur Folge hat. Ein unmittelbarer Anstieg der Selbsttötungen konnte bei spektakulärer Medienaufbereitung nachgewiesen werden. Ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Todesursachen wurde bereits in 26 europäischen Ländern wissenschaftlich untersucht. Die Untersuchungsergebnisse der Universität Oxford berichten von einem Anstieg der Selbsttötungsraten bei zunehmender Arbeitslosigkeit (Mehr Selbstmorde in Zeiten von Wirtschaftskrisen). Demnach bewirkte ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um ein Prozent einen Anstieg der Suizidrate um 0,79 Prozent bei erwerbslosen Bürgern unter 65 Jahren. Bei einem Anstieg um drei Prozent wuchs die Zahl der Suizidopfer sogar um 4,5 Prozent!
    Die Suizidforschung nennt den Zustand der Hoffnungslosigkeit als Hauptmotiv zur Selbsttötung. Betrachtet man Hoffnung als zentrale Grundempfindung und Lebenskraft des Menschen, dann ist Hoffnungslosigkeit zu verstehen als Verlust des Vertrauens und der Zuversicht in die Zukunft. Gefühle der Kraft- und Mutlosigkeit und die Unmöglichkeit, sich auf positive Ziele konzentrieren zu können, gehören dazu. Wenn zentrale Lebensziele beeinträchtigt oder gefährdet sind, steht deren Verwirklichung in Frage und erschüttert das menschliche Dasein. Wo hingegen (noch) Hoffnung besteht, vermag diese auch in Krisensituationen einen Puffer gegen Resignation und Verzweiflung darzustellen und eine zuversichtliche, positiv gestimmte Haltung gegenüber der Zukunft einzunehmen.[2]
    Hinter der Selbsttötung stehen oftmals der Wunsch und Versuch, eine menschliche Tragik zu beenden. Tragik kann hierbei als außergewöhnlich schwerer Konflikt verstanden werden, der als Untergang oder Verderben bringendes, unverdientes Leid in seiner Größe und Unerträglichkeit die menschliche Existenz in Frage stellt. Das bedrohte Selbstwertgefühl, die Scham, die Verzweiflung und oftmals auch die Isolation treiben immer mehr betroffene Arbeitslose in den Tod: Der Tod soll dazu verhelfen, die Probleme des Lebens zu beseitigen. Die Suizidforschung verweist darauf, dass im Vordergrund des Suizidgeschehens die gesamten, schwer zu bewältigenden Lebensprobleme stehen.[3]
    Seit der Krise steigen nicht nur unter Vorständen und Managern die Selbsttötungsraten, was die Befürchtungen der Experten durch das Nationale Suizid-Präventionsprogramm bestätigt. Pro Jahr nehmen sich hierzulande ca. 10.000 Menschen das Leben, wobei die Zahl der Selbsttötungen wesentlich höher ist als jene der Verkehrstoten, der Drogen-, Mord-, Totschlag- oder Aids-Opfer.
    Ungeachtet dessen, ob unser technologisches Zeitalter neue Arbeitsplätze schafft oder ob die "Ware" Arbeitskraft in einer zusehends automatisierten Lebenswelt eher überflüssig wird, sind erwerbslose Personen längst keine kleine Randgruppe der Gesellschaft mehr. Die Stigmatisierung in Form einer verachtenden Haltung gegenüber arbeitslosen Menschen ist mehr als unangemessen. Wir dürfen uns nicht erlauben, uns an ihr Leiden zu gewöhnen, es als das Problem der "Anderen" zu ignorieren oder vollzogene Selbsttötungen der Betroffenen lediglich als deren letzte Lebensäußerung verständnisvoll zu respektieren.

    • Nemo
      12. September 2013 14:01

      @ Socrates
      Danke für die in meinen Augen völlig richtige Analyse.
      Um nicht noch mehr Arbeitsplätze ins Ausland zu verlieren oder um sie sogar wieder zurück zu gewinnen, wird uns allen wohl nichts anderes übrig bleiben, als in Zukunft mehr, besser und mit höherer Motivation, und das noch dazu für ein geringeres Einkommen, zu arbeiten.

  37. plusminus
    12. September 2013 01:26

    Abgesehen von den überzogenen linken Neidkampagnen, führen uns diese beiden Suizide der Topmanager, die nicht zuletzt an ihrer Verantwortung sowie am Arbeitspensum gescheitert sind, einmal mehr klar vor Augen, warum viele Frauen davor zurückschrecken, sich um solche Positionen zu bewerben.

    Trotzdem versuchen immer wieder unsere Gleichbehandlungs- fundamentalistInnen über die zwangsweise verordnete Quotenregelung ihre GeschlechtsGENOSSINNEN in derartige Jobs zu hieven, obwohl Frauen oftmals diesem enormen Druck weniger gewachsen sind als Männer.

    Das beweist einmal mehr: der größte Feind des freien Entscheidungswillens und der Gleichbehandlung von Frauen sind die Kampfemanzen selbst!





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