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Alpbach, Davos und der kleine Unterschied

Alpbach ist ein wunderschönes Dorf. Aber es hat ein kleines Problem. Denn sein „Forum“ ist nicht mehr so schön, wie man es in Tirol und in dem Dorf gerne zu verkaufen versucht. Es ist eine ziemlich provinzielle Veranstaltung geworden und zeigt letztlich den geistig ausgedünnten Zustand der Republik und das Fehlen spannender intellektueller Kontroversen.

Schon die Leitung des Forums durch pensionierte Politiker und Diplomaten macht klar: Das ist eine Nostalgie- und keine Zukunftsveranstaltung.

Alpbach leidet aber dennoch nicht an Minderwertigkeitskomplexen: Da behauptete doch Franz Fischler, der gegenwärtige Chef von Alpbach, in einem Interview allen Ernstes, dass Alpbach höhere Ansprüche an akademische Diskussionen stellt als das Weltwirtschaftsforum in Davos.

Mit solcher atemberaubender Überheblichkeit macht sich Fischler aber nur noch lächerlich. Der Fußballverein LASK sollte sich ja auch nicht mit Bayern-München vergleichen. Die Debatten und Hintergründe jeder einzelnen Davos-Veranstaltung übertreffen Alpbach jedenfalls bei weitem, an intellektueller wie personeller Qualität.

Alleine die Zahl internationale Staats- und Regierungschefs oder Minister, die nach Davos kommen, ist weit mehr als zehn Mal so groß wie in Alpbach. Und auch in Österreich gibt es schon eine Reihe von Veranstaltungen wie den Wiener com.sult oder die Free-Market-Road-Show, die mindestens ein ähnliches Niveau wie Alpbach bieten. Ohne die zeitraubende Anreise in ein idyllisches Nebental.

In einem Punkt scheinen sich Alpbach wie Davos ähnlich. Da wie dort wird für die Teilnahme gezahlt. Das ist freilich nur eine oberflächliche Ähnlichkeit.

Denn in Davos zahlen große Firmen gewaltige Summen, damit ihr Boss überhaupt bei den Großen und Wichtigen dieser Welt dabei sein darf. In Davos ist es eine Ehre, überhaupt zahlen zu dürfen. Kommen doch unbedeutende Menschen dort nicht einmal in die letzte Sitzreihe des Weltwirtschaftsforums hinein, und schon gar nicht als Redner. Nicht einmal wenn sie noch so viel Geld hinlegen.

In Alpbach hingegen kommt jeder hinein, der zahlt. Der Anteil der Zahlenden wird dennoch immer geringer. Denn die meisten Zuhörer sind heute aus Steuermitteln subventionierte Studenten aus Osteuropa. Und diese bekommen dann meist Redner zu hören, die selbst gezahlt haben, um auftreten zu können. Deren Auftritte bestehen aber oft nur in einem Platz in einem vielköpfigen Panel, das in einem Klassenzimmer der örtlichen Hauptschule vor einer meist schütteren Zuhörerschaft sitzt. Die Redner fragen sich dann immer öfter kritisch, ob sich angesichts der Kosten der Auftritt für ihre Firma, ihren Verein zumindest irgendwie ausgezahlt hat.

Ein noch größerer Unterschied zwischen den beiden Alpendörfern liegt in der Zeitdauer der Begegnung: Alpbach wird über Wochen gestreckt – um die Auslastung der Hotelzimmer in den Dörfern der Umgebung zu strecken. In Davos spielt sich alles hingegen binnen drei Tagen ab. Dort weiß man, dass Topleute halt nur knapp Zeit haben, dass sie nicht zwei Tage warten oder auf einen Berg fahren wollen, bis wieder einmal etwas Interessantes passiert.

In Davos hingegen wird eine unglaubliche Programmdichte in diese knappen Tage gepumpt. Dort werden den globalen Topentscheidungsträgern schon um sieben Uhr früh mehr als ein halbes Dutzend Frühstückstermine mit spannenden Referenten und völlig unterschiedlichen Themen zur Auswahl angeboten. Danach geht es in einem unglaublich dichten Reigen von Veranstaltungen, unter denen einem die Auswahl alle zwei Stunden extrem schwer fällt, dann bis 22 Uhr, wenn die letzten „Nachteulen“-Runden beginnen.

Wer diese Tage von Davos rund um die Uhr konsumiert, der hat an politischem, ökonomischem, gesellschaftlichem Wissen mehr getankt, als er in einem halben Jahr sonstwo zusammensuchen kann. Von den vertraulichen Gesprächen am Rande ganz zu schweigen, von denen Außenstehende freilich nur hier und da ein Zipfelchen erfahren.

Das Weltwirtschaftsforum versammelt jedenfalls durch diese Struktur eine so hochgradige Mischung an europäischen und globalen Spitzenentscheidern in der Schweiz, dass man nur staunen kann.

Und noch einen gravierenden Unterschied gibt es (auch wenn man ihn dank der Geheimniskrämerei an beiden Orten nicht exakt mit Zahlen unterlegen kann): Davos ist ein kommerzielles Unterfangen mit großem ökonomischem Erfolg. Alpbach hingegen wäre ohne die vielen Subventionen des österreichischen Steuerzahlers sofort tot.

Diese fließen auf vielen Kanälen und kommen aus mehreren Bundesländern und Ministerien. Warum diese angesichts ihrer Geldnot freilich noch immer für Alpbach zahlen, bleibt hingegen eher rätselhaft. Daher sollte man sich in Alpbach auch nicht allzusehr auf die vielleicht eines Tages doch noch kommende Transparenzdatenbank freuen.

Das Schweizer Management-Team reist hingegen das ganze Jahr rund um die Welt, um wirklich die besten Leute nach Davos zu holen. Über derartige professionelle Klinkenputzerei fühlt sich Alpbach hingegen erhaben. Vor allem für Fischler-Vorgänger Busek war Alpbach halt nur einer von vielen eher lustlos ausgeübten Nebenjobs. Und die davor amtierenden Diplomaten haben nicht einmal begriffen, dass man bei Topreferenten auch wirklich antichambrieren muss.

Lächerlich macht sich Alpbach übrigens auch mit seinen inhaltlichen Schwerpunkten: Es versucht verzweifelt, den längst von der Wirklichkeit überrollten Ökosozialismus am Leben zu erhalten und diesen mit einschlägigen Rednern aus dem linken Lager zu unterfüttern. Liberales Denken hingegen, mit dem die Familie Molden einst Alpbach zum Denkzentrum über das Nachkriegsösterreich hinaus gemacht hat, ist in der Alpbacher Koalition (zwischen Vertretern des linksintellektuellen SPÖ-Flügels und des ökosozialen ÖVP-Flügels) in hohem Ausmaß unerwünscht. Und Oppositionelles kommt dort schon gar nicht zum Zug.

Aber im Grunde hat Fischler in seinem großspurigen „Presse“-Interview selbst unbeabsichtigt das Elend Alpbachs offengelegt: „Eines unserer größten Anliegen ist es, Alpbach spannender zu machen.“ So einen ähnlichen Satz würde hingegen niemand formulieren, der Davos kennt.

Dafür ist Alpbach viel schöner. Ehrlich. Und die Menschen sind dort auch viel netter. Wirklich. In diesen Dingen schlagen wir ja die Schweizer. Bei allem anderen nicht.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 01:51

    Allein die beiden letzten Ex-Polit-Saurier - Busek und Fischler - garantieren als Linksaußen-ÖVPler angepaßten Stillstand. Der eine hebt nach verlorener Wahl seine marxistische Faust im SPÖ-Warroom während der andere ungebetene Besserwisserei an "seine" Gesinnungsgemeinschaft ausrichten läßt. Sei's drum. Beides interessiert in Österreich niemanden.
    Da werden auf Steuerzahlerkosten hochdotierte linke Ministerialbeamte auf Dienstreise nach Alpach entsandt. Fallweise dürfen auch ÖVP-Apparatschiks in Alpach "netzwerken", natürlich ebenfallls nicht selbstfinanziert! D. h. der österreichische Staat entsendet auf Steuerzahlerkosten Partei-Günstlinge in die Tiroler Bergwelt, um dort mithilfe staatlich hochsubventionierter Belustigungen die lokale Wirtschaft zu sponsern. Das ganze nennt sich dann Wissenschaftsgespräche. Es ist zum genieren! Österreich ist nicht nur in Wien sondern auch in Tirols Alpenwelt ANDERS (als vernünftig!).

  2. Ausgezeichneter Kommentatorfenstergucker
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 11:40

    Busek und Fischler waren schon immer zwei aufgeblasene, arrogante Selbstdarsteller. Wie soll unter so einer Leitung ein qualitativ hochwertiges, intellektuell anspruchsvolles Forum entstehen.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 08:45

    Sunt qui dicant: Merkel über Fayman: "Er kommt ohne Meinung herein und geht mit meiner fort"
    Wenn sich eine Elite dieser Nichtmaturanten in Alpbach trifft hört nicht einmal die NSA mit.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 02:11

    Ein Winterblitz in das Davoser-Zelt mit den DAX-Konzern-Managern würde der Welt zeigen, dass die meisten nicht abgehen würden, außer ihren Familien, schrieb wütend Herr Prof. Krämer, der Initiator des Ökonomenaufruf gegen die Rettung von Banken durch den ESM, ob des starken Eigeninteresses dieser Herrschaften, die sich gegenseitig in Vorstand und Aufsichtsrat bedienen. Er vermutet sogar, dass die Kurse möglicherweise sogar steigen würden.

    Alleine der Gedanke, dass ein "ehrenwerter" Ex-Costa-Rica-Präsident einst Präsident des WEF war, lässt einem Schauder den Rücken runterrinnen. Dieser Ex hat ja mit einem griech. Milliardär und einer griech. hohen Ex-IWF-Volkswirtin gemeinsam ein Investmentunternehmen in der Schweiz, das sich auf die Übernahme lukrativer Mittelstandsfirmen und Resourcen im alpinen Raum Deutschlands und Österreich spezialisiert hat. Es wird gemunkelt, dass die sich am griech. Staat, sprich griech. Postbank, bereichert haben und just zu dem Zeitpunkt dieses Investunternehmen gegründet haben sollen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 16:35

    Beide Veranstaltungen haben den Charakter von Selbstdarstellung der sog. Eliten und ist mM mit den unnötigen Klimagipfeln gleichzusetzen.

    Wenn ich dann noch sehe, daß u.a. ein Heinz Fischer über "faire Globalisierung" diskutiert, dreht es mir den Magen um.

    http://www.alpbach.org/de

  6. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 13:25

    Ich habe mich früher (vor etwa 40 Jahren noch) immer für die Highlights der Alpbacher Treffen interessiert und sie in der Presse verfolgt.

    Seit man aber 'Werbung' dafür machen muss, dass überhaupt wer hinkommt, und seit man Ideologie (=Idiotie) übt dort, seither ist es so, wie Fischler sagt, 'unspannend', sprich uninteressant und bedeutungslos geworden.

    Seit dort völlig von der Rolle befindliche 'Sandkasten-Alt-Bolidiga' und 'ideologielüsterne' 'Habenichtse', aber 'Möchtegerne' 'gestalten', seither ist es bergab gegangen.

    Offenbar sind wir schon so weit, dass wir bald zahlen müssen, dass überhaupt jemand kommt, tun wir ohnehin schon per Subvention.

    Ich würde im Zuge der Subventionskürzungen, die notwendig wären, Subventionen dafür sofort zur Gänze streichen. Lieber eine erfolgreiche Teilnahme in Davos anstreben und zwar für solche, die dort was zu sagen haben.

    Überall, wo die Selbstbediener auftreten, bleibt kein Strohhalm übrig, an den man sich klammern könnte.

    Es wird 'unter Vollkoffern' eben alles 'demokratisch' 'gelöst' und Selbstbedienung auf Steuerzahlers Kosten betrieben, statt gearbeitet, damit man kein Vollkoffer mehr ist.

  7. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    05. August 2013 06:38

    Das Wissenschaftsforum in Alpach hat - wie schon der Name sagt - nie die Absicht, dass WEF in Davos zu konkurrieren. Es hat, ebenso wie z.B. das Philisophicum in Lech ganz andere Aufgaben und Ziele.
    Das World Economic Forum (WEF) - zu deutsch auch Weltwirtschaftsforum genannt - in Davos (Sitz der Zentrale in Cologny, Schweiz) wird zwar als mittels eigenem Gesetz als steuerfreie (!) Stiftung - ähnlich wie UEFA oder FIFA - geführt, verfügt aber mit 350 hauptberuflichen Mitarbeitern über ein hunderte Millionen CHF umfassenden Budget und wird wie eine Firma geführt. Die jährlichen Treffen sind ein gern besuchter Rummelplatz, wo Prominente aus Politik und Wirtschaft gerne "sehen und gesehen" werden. Leider haben solche Treffen und die vielen vom WEF finanzierten Analysen und Fortschungsberichte wenig Auswirkungen auf unser tägliches Leben, daher ist die vom Gründer Klaus Schwab ursprünglich gedachte Idee nicht ganz verwirklicht worden.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2013 09:01

    Nun, Dr. Unterberger hat ausnahmsweise recht, wenn er Alpbach als lächerliche und kleinkarierte Veranstaltung für Adabeis charakterisierte. Allerdings ist die Lobhudelei bezüglich Davos eine Nebelschwade, die offenbar verschleiern soll, worum es sich beim World Economic Forum tatsächlich handelt. Ich komme gleich darauf zu sprechen.

    Alpbach, das lange Zeit die Veranstaltung Buseks war, dessen eigentlicher „Job“ als Leiter des SECI (South-Easteuropean Coordintative Initiative) war den Agenten der One World und global governance – also den US-„Politikern“, Economic Hitmen, als NGO getarnten US-Geheimdiensten, wie American Enterprise Institut, National Endowment for Democracy, National Democratic Institute, Republican Institute, Freedom House: Freedom House (eine bereits 1941 gegründete US-amerikanische NGO unter Leitung des früheren CIA-Direktors James Woolsey), Open Society Institute des „Philantropen“ George Soros, etc. – im zusammengebrochenen ehemaligen Ostblock die Klinken zu putzen und denen die Termine zu organisieren. Das erklärt wohl auch, warum vornehmlich „Studenten“ von dort herbeigekarrt werden.

    Alpbach war also Buseks Veranstaltung und vom WEF gab es – wie weltweit in anderen Geographien auch – einen Ableger in Salzburg. Der war zur Zeit Klestils zumindest dessen Veranstaltung. Dorthin wollte der große Bremsident Klestil auch Putin als Redner einladen, was dieser aber aus Termingründen ausschlug und auch damit begründete, daß er ohnehin in Alpbach sein werde. Der Herr Bremsident versuchte Putin klar zu machen, daß das eine Buseks, das andere „seine“ Veranstaltung sei und es ihn sehr verdrießen würde, käme Putin nicht zu „seiner“, und sollte er seine Termine nicht umdisponieren, er dann in Österreich auch nicht recht willkommen sei. Erst die Diplomaten im AA konnten dem Herrn Bremsidenten die Ungehörigkeit seines Benehmens verdeutlichen, worauf praktisch ohne zeitlichen Vorlauf ein „Staatsbesuch“ in Moskau übers Knie gebrochen werden mußte, damit sich der Herr Bremsident entschuldigen könne.

    Aber auch das ging sozusagen in die Hose, weil kurz davor ein lange geplanter Staatsbesuch, mit großer Wirtschaftsdelegation und erheblichen Handelsverträgen, bereits stattgefunden hatte. Es gab also nichts zu besprechen, und da auch in Moskau die Minister und höheren Beamten meist volle Terminkalender haben, mußte dieser Besuch an einem Wochenende hineingezwängt werden. Das ärgert im Moskau jeden Russen, denn der ist sozusagen heilig und ist für die Familie und die Datscha reserviert. Sich wegen nichts mit Klestil treffen zu müssen, hatte wahrlich Freude ausgelöst. Putin revanchierte sich mit feinstem Spott und Ironie. Beim Bankett erwähnte er in seiner Tischrede, daß die Frau Bremsidentin, Klestil-Löffler, die ja schon zuvor viele Jahre in Moskau als „diplomatischer Bettvorleger“ (wie sie in eingeweihten Kreisen, also bei allen nur hieß) die großen Veränderungen gegenüber früher selbst bemerken konnte, ... Er spielte also auf die Moskauer Vergangenheit der Frau Bremsident an – und alle haben verstanden, bis auf den Gockel. – Aber das nur als eine „Schnurre“ am Rand.

    Bezüglich Davos verschweigt Unterberger dessen Zweck und wessen Instrument es ist, auch wie subtil es funktioniert.

    Den folgenden Bericht schrieb ich zwar schon vor längerer Zeit, aber er beleuchtet nach wie vor was hier eigentlich vorgeht.

    Prozeß-Steuerung der Weltagenda

    Wir wollen im Folgenden etwas über Struktur, Ablauf und die inneren Antriebskräfte globaler Netzwerke vor unseren Lesern ausbreiten. Wir halten das für wichtig, damit sie eine Vorstellung bekommen, wie vernetzt und selbstverständlich genauestens gesteuert scheinbar nicht zusammengehörige Dinge ihren Lauf nehmen. Die einzige Perspektive, die einzunehmen zwingend ist, will man Zusammenhänge erkennen, ist eine globale und synoptische – also eine Betrachtung von oben. Man darf die Ereignisse nicht isoliert sehen. Wo bei scheinbar geringen Ursachen weit über diese hinausreichende Folgen zu bemerken sind, kann fast sicher anzunehmen, daß diese nicht die einzigen Gründe eines kausalen Geschehens waren.

    Bei einer, vom WEF Davos organisierten Konferenz - Central and East European Economic Summit in Salzburg – konnte der Autor als Begleiter eines ausländischen Ministers die Funktionsweise ad oculos erfahren. Anhand von Selbstzeugnissen – ein Interview mit Prof. Schwab beleuchtet dies –, soll die Wirkungsweise dieses Netzwerks vorgestellt werden.

    Der offizielle Zweck solcher Konferenzen, wie der genannten, ist die Förderung der wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der jeweiligen Region und „Partnern“ aus EU-Europa und der westlichen Welt. Dieses Forum soll auch einen Prozeß der wirtschaftlichen Integration in dieser - zentral- und osteuropäischen - Region in Gang setzen.

    Wir wollen hier aber nicht über die Arbeitsgruppen und Sitzungen berichten, sondern wollen eine Beurteilung und generelle Einordnung der Konferenz im Netzwerk der auf die Globalisierung hinarbeitenden Kräfte untersuchen.

    World Economic Forum - Stiftung und Programm

    Interessanter ist also der Stellenwert dieser Konferenz im gesamthaften Rahmen. Die Geburt dieser Konferenz in Salzburg geht auf das World Economic Forum (WEF) zurück, einer Stiftung einerseits, die aber auch jener Tagung in Davos den Namen gibt, die das alljährliche, globale Stelldichein aus Politik und Wirtschaft ist. Es geht hier – anders als bei üblichen EU-Rats-Sitzungen/-„Gipfeln“ - aber um mehr als eine Schaufenster-Konferenz.

    Das WEF ist "committed to improving the state of the world" (es "fühlt sich der Verbesserung der Welt verpflichtet") und meint damit, die Globalisierung voranzutreiben, auch dann, wenn es von seiner zweiten Antriebskraft: der Regionalisierung spricht. Denn Region meint in diesem Kontext: "local global governance"(1), die Schaffung jener "puzzles", LEGO-Steinchen gleich, die sich dann wie von selbst zusammenfügen, weil sie von identischer innerer Struktur sind. So gibt es inzwischen neben dem Davoser "Annual Meeting", exklusiv für den Club – d. s. die Mitglieder der Stiftung - folgende weitere Tagungen:

    Europa/East Asia Economic Summit
    Middle East/North Africa Economic Summit
    China Meeting
    Special Trip to the Greater Mekong Subregion
    Turkey Meeting
    Industry Summit
    South Africa Economic Summit
    France Meeting
    Mercosur Economic Summit
    Central and Eastern European Economic Summit

    Die Konferenzen entsprechen etwa den „Regionen“, die für die Globalisten von Interesse sind.

    Förderung der Globalisierung

    Der Zweck ist die "global agenda" zu bestimmen, im Jahr 1997 z. B.: die Förderung der Globalisierung und aller operativen Varianten. 1998 war man etwas verlegen: es schien zur Kernschmelze der Weltwirtschaft und –finanz zu kommen. 1999 begnügte man sich mit einer Umetikettierung: Globalität statt Globalisierung. - Daneben befaßt man sich aber auch mit

    - der "Beruhigung und Lösung von Konflikten" – z. B. in Irland, auf dem Balkan, im Mittlerer Osten;
    - der Ausdehnung der Forschung und Technologie als Teil des Programms, um die Mitglieder hinsichtlich der Folgen und Bedeutung auf dem Laufenden zu halten.

    Für die Organisation selbst wurde mit der Einführung eines geschlossenen, modernsten weltweiten Netzwerkes (WELCOM - World Electronic Community) eine Infrastruktur geschaffen, die es viel stärker erlaubt sich von einer "Ereignis-gesteuerten" - also über die Abhaltung von Konferenzen - zu einer Prozess-orientierten Organisation, d. h. einem kontinuierlich miteinander interagiernden Netzwerk, zu entwickeln. Das Kommunikations-Netz ist ein sicheres, privates, internes (2) für „globale Entscheider“, sofern sie Mitglieder des WEF sind. Den Aufbau haben die technologisch führenden Unternehmen aus den Bereichen Multimedia, Kommunikation und Videokonferenzen besorgt, für den Inhalt der im Netz verfügbaren Datenbanken und Expertensystemen (3) sorgen die fortgeschrittensten "Knowledge Centers"(4). -

    "Global Growth Companies" und "Global Leaders for Tomorrow"

    Die Struktur dieser Stiftung ist damit aber keineswegs vollständig beschrieben. Den exklusiven Kern machen einige Gründungsmitglieder aus, wobei es inzwischen ein paar Verschiebungen gab: neue kamen hinzu, auch um die Bedeutung regionaler „Globals“ besser zu repräsentieren, andere schieden aus, "weil ihre Ziele nicht mehr mit jenen des WEF übereinstimmten".(5)

    Eine neue Art der Mitgliedschaft wurde auch geschaffen, um die 1.000 fortschrittlichsten Unternehmen "in einer globalen Partnerschaft mit Regierungen, Wissenschaft und Medien zu integrieren". Das war nötig, da die Ausdehnung in regionalen "Summits" - Gipfeltreffen, die richtiger als Befehlsausgaben zu bezeichnen wären - über die begrenzte Zahl der Gründungsmitglieder hinausgehen mußte. Diese neue Mitglieder-Kategorie ist die: GGC-Mitgliedschaft für "Global Growth Companies", also globale, expansive Aufsteiger-Unternehmen.
    Dann gibt es die "Global Leaders for Tomorrow" - Führer in der zukünftigen „Globalen Welt“. Hier handelt es sich um jene ausgewählten 500 jungen Leute, denen man Führungsrollen zutraut, oder vielleicht sollte man sagen, die als Nachwuchspersonal zum Zweck der Systemerhaltung aufgebaut werden, denn nach Prof. Yehezkel DROR, Mitglied des Club of Rome, sind es nur ein paar Hundert Mächtige, die die wirklichen Weltentscheidungen treffen. - Zur Stärkung der institutionellen Rahmenbedingungen gehört natürlich auch, daß das WEF einen "beratenden" Status bei der UNO inne hat. Um den Entscheidungsprozeß in der Stiftung zu fördern, gibt es einen Beirat (Council), dem auserwählte "business leader" - Wirtschaftskapitäne - angehören.

    Die interne Organisation des WEF ist schlank, je ein Stabsmitarbeiter pro Branche, der die Beziehungen der Mitglieder mit dem WEF koordiniert. Die Organisiation der Kongresse wurde nach außen vergeben, an eine Firma "Global Event Management".
    Die Kommunikation erfolgt über den "Global Competitiveness Report" (Bericht über die Standortrangfolge, in dem z. B. Österreich ein Abrutschen bezüglich der Standortfaktoren von einem vorderen Platz auf den 18. oder 19. attestiert wurde (6)), "World Link" - ein zwei-monatlich erscheinendes "Business Magazin", Berichte und "Executive"-Informationen zu verschiedenen Anlässen, sowie ein interaktives Mitgliedsverzeichnis mit Schlüsseldaten für schnelle Referenz. Die Aufzählung der Mitglieder des "Boards" und des "Councils" sei hier unterlassen; es sind Topmanager globaler Konzerne.

    Globales Netz als Machtkartell zur Beeinflussung der Entscheidungen

    Die kurze Darstellung zeigt eines deutlich: Die Globalisierung wird von einem vernetzten System aus Konzernen, Entscheidern, Meinungsmachern, bestimmten „Elite“-Universitäten - u. a. MIT, Harvard, Stanford, Chicago, Northwestern University, London School of Economics, etc. -, über Verbindungen zu internationalen Organisationen und einem Ereignis-gesteuerten Kalender für die Konferenzen auf der ganzen Welt mit im Grunde einer "Botschaft": der Globalisierung, nach einem Generalstabsplan durchgeführt (7).

    Das World Economic Forum ist dabei nur eine - "private", pseudo-öffentliche und doch geschlossene - "Veranstaltung". Wie in Salzburg kann man "zusehen oder -hören", was aber hinter den Kulissen passiert wird auch dort höchstens für kurze Augenblicke sichtbar. Es gibt jedoch nur eine Ahnung von den Vorgängen. Die Präsidenten, Regierungschefs und Minister geben der Konferenz scheinbar Bedeutung und "Glanz"; - aber sind sie am Ende nicht doch nur zum Appell angetreten, um zu vernehmen, welche Parole angesagt ist, was und welche Prioritäten auf der "Agenda" stehen! Auch wenn der Ton freundlich und verbindlich ist, - die Befehle sind absolut zu befolgen.

    (1) Als Region gilt hier EU, Mercosur, die APEC-Länder, also großräumige und solvente Märkte. Mit einer „Region“ Mühlviertel oder etwas größer „Euregio Interalpin“ bzw. „Euro-Region Tirol“ hat das selbstverständlich nicht das geringste zu tun

    (2) Anmerkung: Die Dogmen der "liberalen Marktwirtschaft" gehen immer von freien und allgemein verfügbaren Informationen und zahlreichen Marktteilnehmern aus, wobei einzelne Teilnehmer den Markt nicht dominieren. - Hier sind es die Führer der mächtigsten globalen Konzerne, die sich in einem geschlossenen, exklusiven Informations-Netzwerk abgeschottet haben - Prototypen für offene Märkte und freie Informationen.

    (3) Wissensbasierte Systeme, die eine Vielzahl von Datenbanken mit Regeln und Expertenwissen zu verknüpfen erlauben.

    (4) Das sind jene, oft als „Think-Tanks“ bezeichneten Forschungsgruppen, die die fachlichen mit den fortgeschrittensten informationstechischen Fähigkeiten kombinieren können.

    (5) Der Präsident der Europa-Afrika Division eines großen US-Computerkonzerns drückte dies bei einem "Quarterly Business Review" einmal so aus: "It´s not: take it or leave it." - "It´s take it or leave!" - Die Spielregel lautet nicht: "Tu´s oder lasse es"; sie lautet: "Tu´s oder nimm den Hut!" - Der Generaldirektor der Schweizer Tochter dieses Computer-Konzerns, dem dieser Rat zuteil wurde, war dies noch genau vier Wochen lang.

    (6) Wegen der möglichen oder tatsächlichen Folgen für die – Restbestände einer nationalen – Volkswirtschaft, sind solche Zensuren über die Wettbewerbsfähigkeit natürlich dann unangenehm, wenn sie schlechter ausfallen, als in früheren Perioden. Damit schafft sich eine externe Lobby ein Droh-mittel, sich ein Land gefügig zu machen – bezüglich der Kapital- und Ertragssteuern, dem Verschieben von Gewinnen, dem Aushöhlen der Arbeitsverfassungen, etc.

    (7) Die Presse vom 23./24. Aug. 1997 berichtet unter dem Titel "Schlammschlacht unter den Moskauer Tycoons" von einer glatt als Verschwörung zu bezeichnenden Vereinbarung der " Sieben Banker": „Die ... bekannte Allianz der rußischen Spitzeninstitute ging auf eine im Schweizerischen Davos getroffene Vereinbarung zurück: Unter Anleitung des ehemaligen Ersten Vizepremiers Anatolij TSCHUBAJS beschlossen damals die Moskauer Wirtschaftsführer, Boris JELZINS Wahlkampf zu finanzieren, um seinen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen zusichern.“

    Der ganze Artikel ist bemerkenswert, zeigt er einerseits wie "liberale" Wirtschaftspolitik konkret aussieht und welche Hintermänner sie einfädeln. So schreibt die Presse: "Im Gegenzug thematisierte BERESOWSKIJ ein bisheriges Tabu: NEMZOW habe ein "genetisches Problem", und machte damit eine eindeutige Anspielung – auf dessen jüdische Herkunft. Der Tiefschlag, die jüdische Abstammung NEMZOWS ins Spiel zu bringen, konnte sich BERESOWSKIJ allerdings ungerügt leisten: Es selbst stand unter öffentlichen Beschuß, weil er den Posten im Sicherheitsrat annahm, obwohl er neben dem russischen auch einen israelischen Paß besitzt."

    Aktuelle Ergänzung vom 6. 8. 2013: Man sehe sich das ca. 2-stündige Video über Putin – der Unbekannte (unzensierte Dokumentation) – an: http://www.youtube.com/watch?v=a52QqTzgaCI


alle Kommentare

  1. Randhil (kein Partner)
    16. März 2015 02:38

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  2. Jahlin (kein Partner)
  3. Walter (kein Partner)
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    Des Wochenende organisiert vom Gi, des war a Schau, blos der Mietezahler war ganz sche mau. Der Mieteinnehmer zahlt Wein und Bier, er sogt zum Mietezahler, ikedrint is ja vo Dir.Beim Zotterhof bei Kaiserschmarrn und Bier is oiwei sche, da deama uns ganz hart mit dem hoamgeh.Beim Schnitzelessen kennan a bar ned ze4hlen bis zwei, ffcr de Zuspe4tkommer wars dann nach oam scho vorbei.Des Gerfccht das beim Almabtrieb (Ochsen und Rindviecha) a Tennisler dabei warn is a schmarrn, mir san ne4mlich mid da Gondel obi gfahrn.Zum Schludf noch eine Weisheit:Nach Alpbach ist vor Alpbach!! http://ndzvxs.com [url=http://zpsgfragk.com]zpsgfragk[/url ] [link=http://vhuytrssftk.com]vhuytrssftk[/link ]

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  6. Francois Villon (kein Partner)
    06. August 2013 09:01

    Nun, Dr. Unterberger hat ausnahmsweise recht, wenn er Alpbach als lächerliche und kleinkarierte Veranstaltung für Adabeis charakterisierte. Allerdings ist die Lobhudelei bezüglich Davos eine Nebelschwade, die offenbar verschleiern soll, worum es sich beim World Economic Forum tatsächlich handelt. Ich komme gleich darauf zu sprechen.

    Alpbach, das lange Zeit die Veranstaltung Buseks war, dessen eigentlicher „Job“ als Leiter des SECI (South-Easteuropean Coordintative Initiative) war den Agenten der One World und global governance – also den US-„Politikern“, Economic Hitmen, als NGO getarnten US-Geheimdiensten, wie American Enterprise Institut, National Endowment for Democracy, National Democratic Institute, Republican Institute, Freedom House: Freedom House (eine bereits 1941 gegründete US-amerikanische NGO unter Leitung des früheren CIA-Direktors James Woolsey), Open Society Institute des „Philantropen“ George Soros, etc. – im zusammengebrochenen ehemaligen Ostblock die Klinken zu putzen und denen die Termine zu organisieren. Das erklärt wohl auch, warum vornehmlich „Studenten“ von dort herbeigekarrt werden.

    Alpbach war also Buseks Veranstaltung und vom WEF gab es – wie weltweit in anderen Geographien auch – einen Ableger in Salzburg. Der war zur Zeit Klestils zumindest dessen Veranstaltung. Dorthin wollte der große Bremsident Klestil auch Putin als Redner einladen, was dieser aber aus Termingründen ausschlug und auch damit begründete, daß er ohnehin in Alpbach sein werde. Der Herr Bremsident versuchte Putin klar zu machen, daß das eine Buseks, das andere „seine“ Veranstaltung sei und es ihn sehr verdrießen würde, käme Putin nicht zu „seiner“, und sollte er seine Termine nicht umdisponieren, er dann in Österreich auch nicht recht willkommen sei. Erst die Diplomaten im AA konnten dem Herrn Bremsidenten die Ungehörigkeit seines Benehmens verdeutlichen, worauf praktisch ohne zeitlichen Vorlauf ein „Staatsbesuch“ in Moskau übers Knie gebrochen werden mußte, damit sich der Herr Bremsident entschuldigen könne.

    Aber auch das ging sozusagen in die Hose, weil kurz davor ein lange geplanter Staatsbesuch, mit großer Wirtschaftsdelegation und erheblichen Handelsverträgen, bereits stattgefunden hatte. Es gab also nichts zu besprechen, und da auch in Moskau die Minister und höheren Beamten meist volle Terminkalender haben, mußte dieser Besuch an einem Wochenende hineingezwängt werden. Das ärgert im Moskau jeden Russen, denn der ist sozusagen heilig und ist für die Familie und die Datscha reserviert. Sich wegen nichts mit Klestil treffen zu müssen, hatte wahrlich Freude ausgelöst. Putin revanchierte sich mit feinstem Spott und Ironie. Beim Bankett erwähnte er in seiner Tischrede, daß die Frau Bremsidentin, Klestil-Löffler, die ja schon zuvor viele Jahre in Moskau als „diplomatischer Bettvorleger“ (wie sie in eingeweihten Kreisen, also bei allen nur hieß) die großen Veränderungen gegenüber früher selbst bemerken konnte, ... Er spielte also auf die Moskauer Vergangenheit der Frau Bremsident an – und alle haben verstanden, bis auf den Gockel. – Aber das nur als eine „Schnurre“ am Rand.

    Bezüglich Davos verschweigt Unterberger dessen Zweck und wessen Instrument es ist, auch wie subtil es funktioniert.

    Den folgenden Bericht schrieb ich zwar schon vor längerer Zeit, aber er beleuchtet nach wie vor was hier eigentlich vorgeht.

    Prozeß-Steuerung der Weltagenda

    Wir wollen im Folgenden etwas über Struktur, Ablauf und die inneren Antriebskräfte globaler Netzwerke vor unseren Lesern ausbreiten. Wir halten das für wichtig, damit sie eine Vorstellung bekommen, wie vernetzt und selbstverständlich genauestens gesteuert scheinbar nicht zusammengehörige Dinge ihren Lauf nehmen. Die einzige Perspektive, die einzunehmen zwingend ist, will man Zusammenhänge erkennen, ist eine globale und synoptische – also eine Betrachtung von oben. Man darf die Ereignisse nicht isoliert sehen. Wo bei scheinbar geringen Ursachen weit über diese hinausreichende Folgen zu bemerken sind, kann fast sicher anzunehmen, daß diese nicht die einzigen Gründe eines kausalen Geschehens waren.

    Bei einer, vom WEF Davos organisierten Konferenz - Central and East European Economic Summit in Salzburg – konnte der Autor als Begleiter eines ausländischen Ministers die Funktionsweise ad oculos erfahren. Anhand von Selbstzeugnissen – ein Interview mit Prof. Schwab beleuchtet dies –, soll die Wirkungsweise dieses Netzwerks vorgestellt werden.

    Der offizielle Zweck solcher Konferenzen, wie der genannten, ist die Förderung der wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der jeweiligen Region und „Partnern“ aus EU-Europa und der westlichen Welt. Dieses Forum soll auch einen Prozeß der wirtschaftlichen Integration in dieser - zentral- und osteuropäischen - Region in Gang setzen.

    Wir wollen hier aber nicht über die Arbeitsgruppen und Sitzungen berichten, sondern wollen eine Beurteilung und generelle Einordnung der Konferenz im Netzwerk der auf die Globalisierung hinarbeitenden Kräfte untersuchen.

    World Economic Forum - Stiftung und Programm

    Interessanter ist also der Stellenwert dieser Konferenz im gesamthaften Rahmen. Die Geburt dieser Konferenz in Salzburg geht auf das World Economic Forum (WEF) zurück, einer Stiftung einerseits, die aber auch jener Tagung in Davos den Namen gibt, die das alljährliche, globale Stelldichein aus Politik und Wirtschaft ist. Es geht hier – anders als bei üblichen EU-Rats-Sitzungen/-„Gipfeln“ - aber um mehr als eine Schaufenster-Konferenz.

    Das WEF ist "committed to improving the state of the world" (es "fühlt sich der Verbesserung der Welt verpflichtet") und meint damit, die Globalisierung voranzutreiben, auch dann, wenn es von seiner zweiten Antriebskraft: der Regionalisierung spricht. Denn Region meint in diesem Kontext: "local global governance"(1), die Schaffung jener "puzzles", LEGO-Steinchen gleich, die sich dann wie von selbst zusammenfügen, weil sie von identischer innerer Struktur sind. So gibt es inzwischen neben dem Davoser "Annual Meeting", exklusiv für den Club – d. s. die Mitglieder der Stiftung - folgende weitere Tagungen:

    Europa/East Asia Economic Summit
    Middle East/North Africa Economic Summit
    China Meeting
    Special Trip to the Greater Mekong Subregion
    Turkey Meeting
    Industry Summit
    South Africa Economic Summit
    France Meeting
    Mercosur Economic Summit
    Central and Eastern European Economic Summit

    Die Konferenzen entsprechen etwa den „Regionen“, die für die Globalisten von Interesse sind.

    Förderung der Globalisierung

    Der Zweck ist die "global agenda" zu bestimmen, im Jahr 1997 z. B.: die Förderung der Globalisierung und aller operativen Varianten. 1998 war man etwas verlegen: es schien zur Kernschmelze der Weltwirtschaft und –finanz zu kommen. 1999 begnügte man sich mit einer Umetikettierung: Globalität statt Globalisierung. - Daneben befaßt man sich aber auch mit

    - der "Beruhigung und Lösung von Konflikten" – z. B. in Irland, auf dem Balkan, im Mittlerer Osten;
    - der Ausdehnung der Forschung und Technologie als Teil des Programms, um die Mitglieder hinsichtlich der Folgen und Bedeutung auf dem Laufenden zu halten.

    Für die Organisation selbst wurde mit der Einführung eines geschlossenen, modernsten weltweiten Netzwerkes (WELCOM - World Electronic Community) eine Infrastruktur geschaffen, die es viel stärker erlaubt sich von einer "Ereignis-gesteuerten" - also über die Abhaltung von Konferenzen - zu einer Prozess-orientierten Organisation, d. h. einem kontinuierlich miteinander interagiernden Netzwerk, zu entwickeln. Das Kommunikations-Netz ist ein sicheres, privates, internes (2) für „globale Entscheider“, sofern sie Mitglieder des WEF sind. Den Aufbau haben die technologisch führenden Unternehmen aus den Bereichen Multimedia, Kommunikation und Videokonferenzen besorgt, für den Inhalt der im Netz verfügbaren Datenbanken und Expertensystemen (3) sorgen die fortgeschrittensten "Knowledge Centers"(4). -

    "Global Growth Companies" und "Global Leaders for Tomorrow"

    Die Struktur dieser Stiftung ist damit aber keineswegs vollständig beschrieben. Den exklusiven Kern machen einige Gründungsmitglieder aus, wobei es inzwischen ein paar Verschiebungen gab: neue kamen hinzu, auch um die Bedeutung regionaler „Globals“ besser zu repräsentieren, andere schieden aus, "weil ihre Ziele nicht mehr mit jenen des WEF übereinstimmten".(5)

    Eine neue Art der Mitgliedschaft wurde auch geschaffen, um die 1.000 fortschrittlichsten Unternehmen "in einer globalen Partnerschaft mit Regierungen, Wissenschaft und Medien zu integrieren". Das war nötig, da die Ausdehnung in regionalen "Summits" - Gipfeltreffen, die richtiger als Befehlsausgaben zu bezeichnen wären - über die begrenzte Zahl der Gründungsmitglieder hinausgehen mußte. Diese neue Mitglieder-Kategorie ist die: GGC-Mitgliedschaft für "Global Growth Companies", also globale, expansive Aufsteiger-Unternehmen.
    Dann gibt es die "Global Leaders for Tomorrow" - Führer in der zukünftigen „Globalen Welt“. Hier handelt es sich um jene ausgewählten 500 jungen Leute, denen man Führungsrollen zutraut, oder vielleicht sollte man sagen, die als Nachwuchspersonal zum Zweck der Systemerhaltung aufgebaut werden, denn nach Prof. Yehezkel DROR, Mitglied des Club of Rome, sind es nur ein paar Hundert Mächtige, die die wirklichen Weltentscheidungen treffen. - Zur Stärkung der institutionellen Rahmenbedingungen gehört natürlich auch, daß das WEF einen "beratenden" Status bei der UNO inne hat. Um den Entscheidungsprozeß in der Stiftung zu fördern, gibt es einen Beirat (Council), dem auserwählte "business leader" - Wirtschaftskapitäne - angehören.

    Die interne Organisation des WEF ist schlank, je ein Stabsmitarbeiter pro Branche, der die Beziehungen der Mitglieder mit dem WEF koordiniert. Die Organisiation der Kongresse wurde nach außen vergeben, an eine Firma "Global Event Management".
    Die Kommunikation erfolgt über den "Global Competitiveness Report" (Bericht über die Standortrangfolge, in dem z. B. Österreich ein Abrutschen bezüglich der Standortfaktoren von einem vorderen Platz auf den 18. oder 19. attestiert wurde (6)), "World Link" - ein zwei-monatlich erscheinendes "Business Magazin", Berichte und "Executive"-Informationen zu verschiedenen Anlässen, sowie ein interaktives Mitgliedsverzeichnis mit Schlüsseldaten für schnelle Referenz. Die Aufzählung der Mitglieder des "Boards" und des "Councils" sei hier unterlassen; es sind Topmanager globaler Konzerne.

    Globales Netz als Machtkartell zur Beeinflussung der Entscheidungen

    Die kurze Darstellung zeigt eines deutlich: Die Globalisierung wird von einem vernetzten System aus Konzernen, Entscheidern, Meinungsmachern, bestimmten „Elite“-Universitäten - u. a. MIT, Harvard, Stanford, Chicago, Northwestern University, London School of Economics, etc. -, über Verbindungen zu internationalen Organisationen und einem Ereignis-gesteuerten Kalender für die Konferenzen auf der ganzen Welt mit im Grunde einer "Botschaft": der Globalisierung, nach einem Generalstabsplan durchgeführt (7).

    Das World Economic Forum ist dabei nur eine - "private", pseudo-öffentliche und doch geschlossene - "Veranstaltung". Wie in Salzburg kann man "zusehen oder -hören", was aber hinter den Kulissen passiert wird auch dort höchstens für kurze Augenblicke sichtbar. Es gibt jedoch nur eine Ahnung von den Vorgängen. Die Präsidenten, Regierungschefs und Minister geben der Konferenz scheinbar Bedeutung und "Glanz"; - aber sind sie am Ende nicht doch nur zum Appell angetreten, um zu vernehmen, welche Parole angesagt ist, was und welche Prioritäten auf der "Agenda" stehen! Auch wenn der Ton freundlich und verbindlich ist, - die Befehle sind absolut zu befolgen.

    (1) Als Region gilt hier EU, Mercosur, die APEC-Länder, also großräumige und solvente Märkte. Mit einer „Region“ Mühlviertel oder etwas größer „Euregio Interalpin“ bzw. „Euro-Region Tirol“ hat das selbstverständlich nicht das geringste zu tun

    (2) Anmerkung: Die Dogmen der "liberalen Marktwirtschaft" gehen immer von freien und allgemein verfügbaren Informationen und zahlreichen Marktteilnehmern aus, wobei einzelne Teilnehmer den Markt nicht dominieren. - Hier sind es die Führer der mächtigsten globalen Konzerne, die sich in einem geschlossenen, exklusiven Informations-Netzwerk abgeschottet haben - Prototypen für offene Märkte und freie Informationen.

    (3) Wissensbasierte Systeme, die eine Vielzahl von Datenbanken mit Regeln und Expertenwissen zu verknüpfen erlauben.

    (4) Das sind jene, oft als „Think-Tanks“ bezeichneten Forschungsgruppen, die die fachlichen mit den fortgeschrittensten informationstechischen Fähigkeiten kombinieren können.

    (5) Der Präsident der Europa-Afrika Division eines großen US-Computerkonzerns drückte dies bei einem "Quarterly Business Review" einmal so aus: "It´s not: take it or leave it." - "It´s take it or leave!" - Die Spielregel lautet nicht: "Tu´s oder lasse es"; sie lautet: "Tu´s oder nimm den Hut!" - Der Generaldirektor der Schweizer Tochter dieses Computer-Konzerns, dem dieser Rat zuteil wurde, war dies noch genau vier Wochen lang.

    (6) Wegen der möglichen oder tatsächlichen Folgen für die – Restbestände einer nationalen – Volkswirtschaft, sind solche Zensuren über die Wettbewerbsfähigkeit natürlich dann unangenehm, wenn sie schlechter ausfallen, als in früheren Perioden. Damit schafft sich eine externe Lobby ein Droh-mittel, sich ein Land gefügig zu machen – bezüglich der Kapital- und Ertragssteuern, dem Verschieben von Gewinnen, dem Aushöhlen der Arbeitsverfassungen, etc.

    (7) Die Presse vom 23./24. Aug. 1997 berichtet unter dem Titel "Schlammschlacht unter den Moskauer Tycoons" von einer glatt als Verschwörung zu bezeichnenden Vereinbarung der " Sieben Banker": „Die ... bekannte Allianz der rußischen Spitzeninstitute ging auf eine im Schweizerischen Davos getroffene Vereinbarung zurück: Unter Anleitung des ehemaligen Ersten Vizepremiers Anatolij TSCHUBAJS beschlossen damals die Moskauer Wirtschaftsführer, Boris JELZINS Wahlkampf zu finanzieren, um seinen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen zusichern.“

    Der ganze Artikel ist bemerkenswert, zeigt er einerseits wie "liberale" Wirtschaftspolitik konkret aussieht und welche Hintermänner sie einfädeln. So schreibt die Presse: "Im Gegenzug thematisierte BERESOWSKIJ ein bisheriges Tabu: NEMZOW habe ein "genetisches Problem", und machte damit eine eindeutige Anspielung – auf dessen jüdische Herkunft. Der Tiefschlag, die jüdische Abstammung NEMZOWS ins Spiel zu bringen, konnte sich BERESOWSKIJ allerdings ungerügt leisten: Es selbst stand unter öffentlichen Beschuß, weil er den Posten im Sicherheitsrat annahm, obwohl er neben dem russischen auch einen israelischen Paß besitzt."

    Aktuelle Ergänzung vom 6. 8. 2013: Man sehe sich das ca. 2-stündige Video über Putin – der Unbekannte (unzensierte Dokumentation) – an: http://www.youtube.com/watch?v=a52QqTzgaCI

  7. Subalterner (kein Partner)
    06. August 2013 07:49

    Einen Punkt hat Hr. Dr. Unterberger vergessen, zu erwähnen: In Alpbach treffen sich alle Leute, die sich ohnehin das ganze Jahr treffen, um vor dem gleichen Publikum die gleichen Stehsätze in Podiumsdiskussionen etc. abzuspielen. Rätselhaft an diesem Inzest ist, warum Diskutanten und Zuhörer dieses öde Spiel mitspielen. Aber die einen brauchen dies wohl zum Beweis Ihrer Wichtigkeit und die anderen um zu zeigen, dass sie den Wichtigen zumindest zuhören dürfen - oder fleissig genug zu sein, auch bei unsinnigen Gelegenheiten den Speichel zu lecken.

  8. Brigitte Imb
    05. August 2013 16:35

    Beide Veranstaltungen haben den Charakter von Selbstdarstellung der sog. Eliten und ist mM mit den unnötigen Klimagipfeln gleichzusetzen.

    Wenn ich dann noch sehe, daß u.a. ein Heinz Fischer über "faire Globalisierung" diskutiert, dreht es mir den Magen um.

    http://www.alpbach.org/de

  9. Josef Maierhofer
    05. August 2013 13:25

    Ich habe mich früher (vor etwa 40 Jahren noch) immer für die Highlights der Alpbacher Treffen interessiert und sie in der Presse verfolgt.

    Seit man aber 'Werbung' dafür machen muss, dass überhaupt wer hinkommt, und seit man Ideologie (=Idiotie) übt dort, seither ist es so, wie Fischler sagt, 'unspannend', sprich uninteressant und bedeutungslos geworden.

    Seit dort völlig von der Rolle befindliche 'Sandkasten-Alt-Bolidiga' und 'ideologielüsterne' 'Habenichtse', aber 'Möchtegerne' 'gestalten', seither ist es bergab gegangen.

    Offenbar sind wir schon so weit, dass wir bald zahlen müssen, dass überhaupt jemand kommt, tun wir ohnehin schon per Subvention.

    Ich würde im Zuge der Subventionskürzungen, die notwendig wären, Subventionen dafür sofort zur Gänze streichen. Lieber eine erfolgreiche Teilnahme in Davos anstreben und zwar für solche, die dort was zu sagen haben.

    Überall, wo die Selbstbediener auftreten, bleibt kein Strohhalm übrig, an den man sich klammern könnte.

    Es wird 'unter Vollkoffern' eben alles 'demokratisch' 'gelöst' und Selbstbedienung auf Steuerzahlers Kosten betrieben, statt gearbeitet, damit man kein Vollkoffer mehr ist.

  10. fenstergucker
    05. August 2013 11:40

    Busek und Fischler waren schon immer zwei aufgeblasene, arrogante Selbstdarsteller. Wie soll unter so einer Leitung ein qualitativ hochwertiges, intellektuell anspruchsvolles Forum entstehen.

  11. Gandalf
    05. August 2013 09:59

    Alpbach: Das Schmock - Kästchen der Nation.

  12. terbuan
    05. August 2013 09:54

    ..."Das Weltwirtschaftsforum versammelt jedenfalls durch diese Struktur eine so hochgradige Mischung an europäischen und globalen Spitzenentscheidern in der Schweiz, dass man nur staunen kann.".....

    Und was haben diese "Spitzenentscheider" in den letzten Monaten seit dem Treffen erstaunliches zustande gebracht? Einen

    "Aktienboom — mit Crash-Garantie!"

    ...."Der warme Geldregen der Notenbanken sorgt dafür, dass an der Wall Street wieder Rekordgehälter ausbezahlt werden und hoch spekulative Finanzprodukte abermals unter die Leute gebracht werden. Damit die Sause noch eine Weile anhält, haben die Notenbanken 2013 noch einmal richtig Gas gegeben und die Druckerpressen in den Turbogang geschaltet: Die EZB drehte zuletzt erneut an der Zinsschraube und reduziert den Zinssatz auf das Rekordtief von 0,5 Prozent. Es stellt sich uns die Frage, wann die EZB das Geld an die Banken verschenken möchte. Vielleicht wäre es ja sinnvoller, wenn die EZB das Geld direkt an Unternehmen verleiht, die es benötigen, anstatt es völlig maroden Banken in den Rachen zu werfen.".......

    Hier der ganze Kommentar:
    http://www.novayo.de/politik/international/002359-aktienboom-mit-crash-garantie.html

  13. socrates
    05. August 2013 08:45

    Sunt qui dicant: Merkel über Fayman: "Er kommt ohne Meinung herein und geht mit meiner fort"
    Wenn sich eine Elite dieser Nichtmaturanten in Alpbach trifft hört nicht einmal die NSA mit.

  14. dssm
    05. August 2013 08:06

    Zweifelsohne wichtige Treffen, denn in beiden Orten trifft sich ein Gesindel mit dem der anständige Bürger besser nichts zu tun hat!
    Da treffen korrupte Politiker auf ebenso korrupte Vorstände von 'too big to fail' Banken und sonstigen mit Staatsgeldern zu versorgenden Megakonzerne.
    Dazu noch ein paar Wissenschaftler, welche zwar nie wissen was die nächste Zukunft bringen könnte, aber ansonsten die Wirtschaft und die Gesellschaft ganz genau steuern können!

  15. terbuan
    05. August 2013 07:48

    "Mit mehr als 2500 führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hat am Mittwoch in Davos das 43. Weltwirtschaftsforum seine Arbeit aufgenommen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach neuen Ideen und Impulsen für mehr wirtschaftliches Wachstum zur Überwindung der Folgen der Finanzkrise......"

    So schrieb die "Wirtschaftswoche" zu Beginn des heurigen Treffens.
    Großartig, wir brauchen wieder einmal Wachstum. Und was ist herausgekommen bei diesem alljährlich in Davos stattfindenden sündteuren Podium für eitle Selbstdarsteller aus Politik und Wirtschaft?

    Ja, wir wachsen, aber leider nur bei den Schulden, die ins Uferlose steigen, die Bankster verdienen kräftig daran, die Politiker sind in deren Geiselhaft und erhalten vorläufig ihre Pfründe.

    Völlig entbehrlich sind derartige Veranstaltungen, wo tonnenweise Sand in die Augen der Menschen gestreut wird, das gleich gilt für die sonstigen G8, G20 oder ähnliche Treffen, die nur Unsummen von Geld verschlingen und wo niemals brauchbare Lösungen für die existentielle Krise unserer Welt herauskommen!

    Alpbach? Ein nettes Dorf im schönen Land Tirol, mehr nicht.

  16. Observer
    05. August 2013 06:38

    Das Wissenschaftsforum in Alpach hat - wie schon der Name sagt - nie die Absicht, dass WEF in Davos zu konkurrieren. Es hat, ebenso wie z.B. das Philisophicum in Lech ganz andere Aufgaben und Ziele.
    Das World Economic Forum (WEF) - zu deutsch auch Weltwirtschaftsforum genannt - in Davos (Sitz der Zentrale in Cologny, Schweiz) wird zwar als mittels eigenem Gesetz als steuerfreie (!) Stiftung - ähnlich wie UEFA oder FIFA - geführt, verfügt aber mit 350 hauptberuflichen Mitarbeitern über ein hunderte Millionen CHF umfassenden Budget und wird wie eine Firma geführt. Die jährlichen Treffen sind ein gern besuchter Rummelplatz, wo Prominente aus Politik und Wirtschaft gerne "sehen und gesehen" werden. Leider haben solche Treffen und die vielen vom WEF finanzierten Analysen und Fortschungsberichte wenig Auswirkungen auf unser tägliches Leben, daher ist die vom Gründer Klaus Schwab ursprünglich gedachte Idee nicht ganz verwirklicht worden.

  17. brechstange
    05. August 2013 02:11

    Ein Winterblitz in das Davoser-Zelt mit den DAX-Konzern-Managern würde der Welt zeigen, dass die meisten nicht abgehen würden, außer ihren Familien, schrieb wütend Herr Prof. Krämer, der Initiator des Ökonomenaufruf gegen die Rettung von Banken durch den ESM, ob des starken Eigeninteresses dieser Herrschaften, die sich gegenseitig in Vorstand und Aufsichtsrat bedienen. Er vermutet sogar, dass die Kurse möglicherweise sogar steigen würden.

    Alleine der Gedanke, dass ein "ehrenwerter" Ex-Costa-Rica-Präsident einst Präsident des WEF war, lässt einem Schauder den Rücken runterrinnen. Dieser Ex hat ja mit einem griech. Milliardär und einer griech. hohen Ex-IWF-Volkswirtin gemeinsam ein Investmentunternehmen in der Schweiz, das sich auf die Übernahme lukrativer Mittelstandsfirmen und Resourcen im alpinen Raum Deutschlands und Österreich spezialisiert hat. Es wird gemunkelt, dass die sich am griech. Staat, sprich griech. Postbank, bereichert haben und just zu dem Zeitpunkt dieses Investunternehmen gegründet haben sollen.

  18. Haider
    05. August 2013 01:51

    Allein die beiden letzten Ex-Polit-Saurier - Busek und Fischler - garantieren als Linksaußen-ÖVPler angepaßten Stillstand. Der eine hebt nach verlorener Wahl seine marxistische Faust im SPÖ-Warroom während der andere ungebetene Besserwisserei an "seine" Gesinnungsgemeinschaft ausrichten läßt. Sei's drum. Beides interessiert in Österreich niemanden.
    Da werden auf Steuerzahlerkosten hochdotierte linke Ministerialbeamte auf Dienstreise nach Alpach entsandt. Fallweise dürfen auch ÖVP-Apparatschiks in Alpach "netzwerken", natürlich ebenfallls nicht selbstfinanziert! D. h. der österreichische Staat entsendet auf Steuerzahlerkosten Partei-Günstlinge in die Tiroler Bergwelt, um dort mithilfe staatlich hochsubventionierter Belustigungen die lokale Wirtschaft zu sponsern. Das ganze nennt sich dann Wissenschaftsgespräche. Es ist zum genieren! Österreich ist nicht nur in Wien sondern auch in Tirols Alpenwelt ANDERS (als vernünftig!).

  19. RR Prof. Reinhard Horner
    05. August 2013 00:45

    reinhard.horner@chello.at

    Ich rate unserem Herrn Dr. Unterberger, in beiden Veranstaltungen, insbesondere aber natürlich in Alpbach, engagiert mitzuwirken. Anders ist ein Heil wohl nicht zu erwirken.

    Warum sonst diese Heruntermache?





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