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Fußnote 439: Die Politik, das Geld und die Schweiz

In Österreich wird immer wieder geklagt, die zunehmend negative Auslese in Landtagen und anderen Gremien liege an den niedrigen Gehältern. Da bleibt freilich eine Frage offen: Wie schafft es die Schweiz, noch nicht untergegangen zu sein?

In der Schweiz sind Kantonsräte das Äquivalent zu Landtagsabgeordneten. Die Kantone haben sogar mehr Kompetenzen als Bundesländer. Dennoch bekommen Kantonsräte gar kein Gehalt, sondern nur Sitzungsgeld. Im Kanton Zürich, dem reichsten und größten mit mehr als einer Million Einwohnern, sind das 200 Franken. Das ergibt im Jahr ungefähr so viel, wie bei uns ein Landtagsabgeordneter im Monat erhält, nämlich 6500 Euro. Und das 14 Mal im Jahr (auf Grund der weltweit bestaunten österreichischen Monats-Anomalie). In der kleinen Schwyz sind es nicht einmal 2500 Euro jährlich. Fragt da noch jemand, warum die Schweizer Steuern so viel niedriger sind und warum die Sozialisten in allen Parteien bei uns so dringend nach einer Kampagne gegen die Schweiz rufen?

PS.: Bei uns fallen Politiker selbst dann gut gepolstert, wenn sie abgewählt werden. Beispiel: Für den bisherigen niederösterreichischen SPÖ-Obmann hat die Arbeiterkammer einen eigenen – bisher von niemandem benötigten – Abteilungsleiterposten erfunden. In der zwangsfinanzierten, aber medial kaum beachteten Arbeiterkammer herrscht nämlich ein sogar noch viel ärgerer Missbrauch mit öffentlichen Geldern als in den Parlamenten.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 00:55

    Nachdem Österreich viel reicher ist als die "arme" Schweiz, können wir locker solche fürstlichen Gehälter für unsere "hochqualifizierte Politikerelite" bezahlen, oder?

    Die lupenreine Linksdemokratur in unserem Land muß uns schließlich etwas wert sein!

    P.S.: Warum schweigt der Rechnungshof zu der mißbräuchlichen Finanzgebarung in der Arbeiterkammer?

  2. Ausgezeichneter KommentatorCincinnatus
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 09:46

    AU hat kürzlich in einem Beitrag die in Zürich erscheinende Wochenzeitschrift "Die Weltwoche" im Zusammenhang mit einem gegen die "Weltwoche" inszenierten Strafverfahren quasi als Bollwerk gegen den pc Zeitgeist empfohlen. Ich habe darufhin die Weltwoche sofort abonniert und mittlerweile einige Ausgaben gelesen.
    Fazit: Ein Genuß und Balsam für eine von den Markt überschwemmenden, meist linken pc Medien geschundene Seele.

    Zum Thema: In der aktuellen Ausgabe der "Weltwoche" attackiert deren Verleger und Chefredakteur Roger Köppel den Schweizer Außenminister Didier Burkhalter wegen dessen EU Politik und beschreibt vortrefflich einige Parameter des Selbstverständnisses der Schweiz. Dieses Selbstverständnis ist mit Sicherheit einer der Gründe, warum die Schweiz noch nicht untergegangen ist.

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-21/editorial-unschweiz-die-weltwoche-ausgabe-212013.html

    PS: Bitte die Verwendung der scharfen "ß" zu entschuldigen; aber man kann ja auch auf diese Weise zum Ausdruck bringen, daß man die letzte mißglückte Rechtschreibreform als Mosaikstein des unglückseligen Weges, welchen wir gegenwärtig beschreiten, ablehnt.

  3. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 18:12

    Wann immer die Caritas, bzw. die unter diesem Sammelnamen sich tummelnden Gutmenschen vom Staat Geld locker zu machen beabsichtigen, erfahren wir ---meist aus dem Mund von unserem umtriebigen Herrn Küberl---daß Ö das DRITTREICHSTE Land der Welt sei.

    Andrerseits hören und spüren wir ständig, daß das Geld hinten und vorne nicht reicht. Also, was jetzt? Sind wir in der Rangordnung etwa gar vor der Schweiz? Welches Land ist das reichste, welches das zweitreichste? Darüber lassen uns nämlich die Berufsbettler Küberl, Landau und Chalupka stets im unklaren. Aber ich möchte es dennoch wissen. Und aus welcher Quelle schöpfen die Herren die Mär vom drittreichsten Land der Welt?

    Wenn ich die Unterschiede zwischen der Schweiz und Österreich bezüglich der Besoldung der Politiker lese, werde ich grün vor Neid.

  4. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 11:57

    Da hat unser Herr A.U. des Pudels Kern angesprochen. Hier liegt das wahre Problem unserer Demokratie und warum diese immer weniger funktioniert.

    Ein unbezahlter Abgeordneter tritt aus persönlicher Überzeugung an. Er wird kaum populistisch sein, vielleicht altruistisch. Solange er das Mandat hält, muss er neben seinem Brotberuf auch noch an den Sitzungen teilnehmen; das hat noch ein weiteres Gutes, der Mandatar hat weiterhin die tägliche Realität eines arbeitenden Menschen.
    Damit wird es auch für Menschen der Privatwirtschaft möglich eine politische Funktion auszuüben, womit die soziale Streuung deutlich besser ist.

    Im österreichischen System kann der typische Klein- und Mittelständler nicht einfach seine Firma verlassen, die kurze Funktionsperiode mit guter Bezahlung, würde das Ende einer jahrelang aufgebauten Firma bedeuten, zum Unterschied zu den staatsnah Beschäftigten, die haben keine Vermögensverlust und nur das gute Einkommen, entsprechend sind die politischen Ämter besetzt.

    Wer aber ein gutes Einkommen hat, will dieses so lange wie möglich haben, daher steht die Wiederwahl logischerweise vor den eigenen moralischen Kriterien, ja noch schlimmer, je weniger moralische Substanz und je mehr purer Populismus desto wahrscheinlicher ist es ein Amt zu bekommen und lange auszuüben.

  5. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 09:59

    Mit diesem Thema wird deutlich, dass es zwischen Beruf und Berufung einen Unterschied gibt. Keiner der Schweizer Kantonsräte macht diesen Job dem Geld zuliebe, vielmehr ist es für die Gewählten eine Auszeichnung, dem Volk zu dienen. Den Lebensunterhalt bestreiten diese Leute von den Einkünften ihrer Berufe, in denen sie auch nach dem Aussscheiden aus der Politik weiterarbeiten.

    Bei uns werden die ehemaligen Spitzenfunktionäre von "ihrer" Partei weiterhin mit lukrativen Posten versorgt. Dies sind nicht nur aktuell der SP-Leitner, auch der VP-Josef Pröll und dutzende anderer aller ehemaligen Regierungsparteien. Eine besondere Sauerei sind die jeweiligen "Umfärbungen" in den Ministerien und die schnellen Postenbesetzungen bei staatsnahen Betrieben kurz vor Legislaturende, besonders auch dann, wenn keine weitere Regierungsbeteiligung mehr absehbar ist. Dies betrifft sowohl Rot, wie auch Schwarz und früher sogar Blau. Lediglich Grün hat eine "weisse" Weste, vielleicht aber auch nur, weil sie bisher noch keine Verantwortung in der Bundesregierung hatten.

  6. Ausgezeichneter KommentatorClaudius
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 00:32

    Außer der Arbeiterkammer hat die rote Reichshälfte kaum mehr irgendwelche Einflusszonen (und somit Pfründe): Die Bawag und die Bank Austria usw. sind weg. Und der ÖGB ist heute um vieles "ärmer" als früher. Dass Sepp Leitner, der unglückliche Ex-SP-NÖ-Chef, bei der AK landete ist wundert mich nicht.

    Und vor allem: Der Sepp Leitner war mit der Wiener SP, den Wiener Genossen ziemlich auf Kriegsfuß, was die Jobsuche nicht gerade erleichterte.

    Da ging es dem damals schwer erkrankten (wegen Lungenembolie) Josef Pröll (ÖVP) diesbezüglich besser: Im Raiffeisen-Reich fand er beim Mischkonzern Leipnik-Lundenburger rasch einen adequaten Posten.

    Böse Zungen (wie z.B. Christian Ortner) sagten, dass diese neue Stelle extra für Josef Pröll maßgeschneidert erfunden wurde .... ( http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Pr%C3%B6ll )

  7. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 05:27

    In der Schweiz halten sich die Bürger ihrer Republik gegenüber für verpflichtet. So haben sie schließlich ihre Unabhängigkeit erlangt und auch erhalten.
    Bei uns halten sich die Bürger den Souverän ( früher war`s der Kaiser, jetzt ist es der Staat) als Melkkuh bzw. Vesorgungseinrichtung deren Funktionieren Irgendjemandes ( zum Beispiel:" die Reichen") Aufgabe ist.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Mai 2013 09:35

    O.T.- weil aber gerade die Rede von der Schweiz und Geld ist: Vielleicht hat jemand am Mittwoch auf ATV die Sendung "Am Punkt" gesehen. Thema: Armut in Österreich. Da war ein Schweizer dabei, der ein ein staatliches Grundeinkommen für jeden von 2500 Franken (also über 2000 Euro) gefordert hat (und gerade plant, eien entsprechende Aktion in der Schweiz zu starten). Auf die Frage, woher dieses Geld denn kommen sollte, meinte er: "Die Schweiz (und auch Österreich) ist ein reiches Land, es ist genug Geld da". Auf das Argumen, dass dann aber kaum jemand mehr arbeiten gehen würde, antwortete er, diese Gefahrf gebe es nicht, "wir sind ja Menschen", die ohne Arbeit nicht leben könnten. Franz Schellhorn, der auch dabei war, hat es richtiggehend die Sprache verschlagen. Es gibt also auch in der Schweiz Leute mit Ideen, gegen die unsere Linken und Grünen geradezu Manchester-Liberale sind.


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  1. Neppomuck (kein Partner)
    26. Mai 2013 14:59

    In Tyrannos!

    „Der Starke ist am mächtigsten allein“
    sprach Tell, die Armbrust in der nervicht‘ Linken.
    „Wer wird denn bloß so überheblich sein,
    sind ‘s doch die Tücht’gen, die uns Linken stinken“,
    nuschelte Faymann und verfiel in Demutsgesten,
    den Kotau konsequent zur Pflicht erhebend,
    und predigt dies, landauf, landab, auf Festen,
    mit flotter Föhnwelle, die Nüstern bebend.
    „Verbunden werden auch die Schwachen mächtig“,
    zitiert er Stauffacher, und manche hör’n ihm zu,
    „nebstbei verdiene ich dazu ganz prächtig,
    drum unterwerfen wir uns freudig der EU.“
    Mag jetzt Kantönligeist auch Spott verdienen,
    hier aber gebe ich den Eidgenossen recht:
    keiner fährt gut auf unterhöhlten Schienen,
    wenn Sicht und auch der Maschinist sehr schlecht.
    Wer in den Schlund, der unergründlich, tauche,
    ob Rittersmann er sei oder nur Knapp,
    nicht weiß, ob Wasser wartet oder Jauche,
    der zieh‘ das eigne Land nicht mit hinab.
    Darum gewähret mir noch diese Bitte:
    Liegt euch denn unsre Zukunft noch am Herzen,
    nützt Foren, Diskussionen, Plebiszite;
    den Abgang Faymanns können wir verschmerzen.
    Denn ist der Umkehrpunkt erst überschritten,
    dann ist’s gescheh‘n, dann ist der Deckel zu,
    dann half es nichts, dass manche gut gestritten,
    dann schläft die Freiheit ihre letzte Ruh.

  2. Torres (kein Partner)
    26. Mai 2013 09:35

    O.T.- weil aber gerade die Rede von der Schweiz und Geld ist: Vielleicht hat jemand am Mittwoch auf ATV die Sendung "Am Punkt" gesehen. Thema: Armut in Österreich. Da war ein Schweizer dabei, der ein ein staatliches Grundeinkommen für jeden von 2500 Franken (also über 2000 Euro) gefordert hat (und gerade plant, eien entsprechende Aktion in der Schweiz zu starten). Auf die Frage, woher dieses Geld denn kommen sollte, meinte er: "Die Schweiz (und auch Österreich) ist ein reiches Land, es ist genug Geld da". Auf das Argumen, dass dann aber kaum jemand mehr arbeiten gehen würde, antwortete er, diese Gefahrf gebe es nicht, "wir sind ja Menschen", die ohne Arbeit nicht leben könnten. Franz Schellhorn, der auch dabei war, hat es richtiggehend die Sprache verschlagen. Es gibt also auch in der Schweiz Leute mit Ideen, gegen die unsere Linken und Grünen geradezu Manchester-Liberale sind.

  3. Undine
    25. Mai 2013 18:12

    Wann immer die Caritas, bzw. die unter diesem Sammelnamen sich tummelnden Gutmenschen vom Staat Geld locker zu machen beabsichtigen, erfahren wir ---meist aus dem Mund von unserem umtriebigen Herrn Küberl---daß Ö das DRITTREICHSTE Land der Welt sei.

    Andrerseits hören und spüren wir ständig, daß das Geld hinten und vorne nicht reicht. Also, was jetzt? Sind wir in der Rangordnung etwa gar vor der Schweiz? Welches Land ist das reichste, welches das zweitreichste? Darüber lassen uns nämlich die Berufsbettler Küberl, Landau und Chalupka stets im unklaren. Aber ich möchte es dennoch wissen. Und aus welcher Quelle schöpfen die Herren die Mär vom drittreichsten Land der Welt?

    Wenn ich die Unterschiede zwischen der Schweiz und Österreich bezüglich der Besoldung der Politiker lese, werde ich grün vor Neid.

    • dssm
      26. Mai 2013 14:36

      Das mit dem 'reich sein' geht ganz leicht.
      Nehmen Sie eine finnische und eine spanische Familie. Beide bauen ein Haus, beide wohnen anschließend darin.
      Dann muss in Spanien das Dach keinem Schneedruck aushalten, müssen die Wände nicht gut isoliert sein, braucht keine aufwendige Heizung, müssen die Wasserleitungen nicht gegen Frost geschützt sein, kann eigentlich das ganze Haus deutlich kleiner sein, da man ja viel Zeit im Freien verbringen kann – in Finnland ist es dagegen draußen oft recht garstig.

      Der Spanier kann das ganze Jahr hindurch bauen, der Finne nicht, muss also eine hohe Leerlaufzeit bezahlen.

      Am Ende des Tages, haben trotzdem beide Familien ein landestypisches Haus, sind also so gesehen gleich 'reich'.
      Da aber der Finne deutlich mehr ausgeben musste, ist der BIP-Anteil der finnischen Familie deutlich höher. Also sind die Finnen deutlich 'reicher', obwohl der Finne nun auf einem höherem Schuldenberg sitzt (ist also 'ärmer').
      In Wahrheit müssen die Finnen mit deutlich höheren Nachfolgekosten rechnen (Heizung, wetterbedingte Abnutzung), sind also eigentlich 'ärmer'. Da unsere Finnen aber mehr ausgeben (=ärmer) steigt das BIP, also sind die Finnen wieder 'reicher'.

      Volkswirtschaftliche Statistiken sind meist vollkommen wertlos.

    • Undine
      26. Mai 2013 22:00

      @dssm

      1000 Dank für diese anschauliche Erläuterung!!!

    • Leopold Koller (kein Partner)
      27. Mai 2013 02:17

      dssm, sehr koestlich! Jetzt brauchen wir nur noch Finnland mit Oesterreich ersetzen, dann passt's auch auf uns!

  4. Josef Maierhofer
    25. Mai 2013 15:51

    Der Schweizer Politiker ist der Schweiz verpflichtet, der österreiche den PIIGS.

    • Brigitte Imb
      25. Mai 2013 20:40

      Nein,Hr. Maierhofer, die sind sich in erster Linie selbst verpflichtet, denn so einem Wahnsinn kann kein verantwortungsbewußter Mensch zustimmen. Es gilt in diesen Kreisen offenbar das Motto "hinter mir die Sintflut".

    • Josef Maierhofer
      26. Mai 2013 20:16

      @ Frau Imb

      Sind halt irre, unsere 'Bolidiga', denn sie glauben offenbar, manchmal zumindest, wirklich, was sie da aufführen, wäre 'Das Beste' 'für' Österreich, so der D(r)eckmantel.

  5. dssm
    25. Mai 2013 11:57

    Da hat unser Herr A.U. des Pudels Kern angesprochen. Hier liegt das wahre Problem unserer Demokratie und warum diese immer weniger funktioniert.

    Ein unbezahlter Abgeordneter tritt aus persönlicher Überzeugung an. Er wird kaum populistisch sein, vielleicht altruistisch. Solange er das Mandat hält, muss er neben seinem Brotberuf auch noch an den Sitzungen teilnehmen; das hat noch ein weiteres Gutes, der Mandatar hat weiterhin die tägliche Realität eines arbeitenden Menschen.
    Damit wird es auch für Menschen der Privatwirtschaft möglich eine politische Funktion auszuüben, womit die soziale Streuung deutlich besser ist.

    Im österreichischen System kann der typische Klein- und Mittelständler nicht einfach seine Firma verlassen, die kurze Funktionsperiode mit guter Bezahlung, würde das Ende einer jahrelang aufgebauten Firma bedeuten, zum Unterschied zu den staatsnah Beschäftigten, die haben keine Vermögensverlust und nur das gute Einkommen, entsprechend sind die politischen Ämter besetzt.

    Wer aber ein gutes Einkommen hat, will dieses so lange wie möglich haben, daher steht die Wiederwahl logischerweise vor den eigenen moralischen Kriterien, ja noch schlimmer, je weniger moralische Substanz und je mehr purer Populismus desto wahrscheinlicher ist es ein Amt zu bekommen und lange auszuüben.

  6. Observer
    25. Mai 2013 09:59

    Mit diesem Thema wird deutlich, dass es zwischen Beruf und Berufung einen Unterschied gibt. Keiner der Schweizer Kantonsräte macht diesen Job dem Geld zuliebe, vielmehr ist es für die Gewählten eine Auszeichnung, dem Volk zu dienen. Den Lebensunterhalt bestreiten diese Leute von den Einkünften ihrer Berufe, in denen sie auch nach dem Aussscheiden aus der Politik weiterarbeiten.

    Bei uns werden die ehemaligen Spitzenfunktionäre von "ihrer" Partei weiterhin mit lukrativen Posten versorgt. Dies sind nicht nur aktuell der SP-Leitner, auch der VP-Josef Pröll und dutzende anderer aller ehemaligen Regierungsparteien. Eine besondere Sauerei sind die jeweiligen "Umfärbungen" in den Ministerien und die schnellen Postenbesetzungen bei staatsnahen Betrieben kurz vor Legislaturende, besonders auch dann, wenn keine weitere Regierungsbeteiligung mehr absehbar ist. Dies betrifft sowohl Rot, wie auch Schwarz und früher sogar Blau. Lediglich Grün hat eine "weisse" Weste, vielleicht aber auch nur, weil sie bisher noch keine Verantwortung in der Bundesregierung hatten.

  7. Cincinnatus
    25. Mai 2013 09:46

    AU hat kürzlich in einem Beitrag die in Zürich erscheinende Wochenzeitschrift "Die Weltwoche" im Zusammenhang mit einem gegen die "Weltwoche" inszenierten Strafverfahren quasi als Bollwerk gegen den pc Zeitgeist empfohlen. Ich habe darufhin die Weltwoche sofort abonniert und mittlerweile einige Ausgaben gelesen.
    Fazit: Ein Genuß und Balsam für eine von den Markt überschwemmenden, meist linken pc Medien geschundene Seele.

    Zum Thema: In der aktuellen Ausgabe der "Weltwoche" attackiert deren Verleger und Chefredakteur Roger Köppel den Schweizer Außenminister Didier Burkhalter wegen dessen EU Politik und beschreibt vortrefflich einige Parameter des Selbstverständnisses der Schweiz. Dieses Selbstverständnis ist mit Sicherheit einer der Gründe, warum die Schweiz noch nicht untergegangen ist.

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-21/editorial-unschweiz-die-weltwoche-ausgabe-212013.html

    PS: Bitte die Verwendung der scharfen "ß" zu entschuldigen; aber man kann ja auch auf diese Weise zum Ausdruck bringen, daß man die letzte mißglückte Rechtschreibreform als Mosaikstein des unglückseligen Weges, welchen wir gegenwärtig beschreiten, ablehnt.

    • GOP
      25. Mai 2013 10:04

      Es ist für mich ein Genuss, auch ein scharfes ß vorzufinden. Übrigens ist der Gebrauch vom ß in der Schweiz generell nicht üblich.

  8. brechstange
    25. Mai 2013 08:04

    "Sei selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst." Mahatma Gandhi

    An dem hapert es gewaltig und das spült immer dieselben Fresser nach oben.

  9. ambrosius
    25. Mai 2013 05:27

    In der Schweiz halten sich die Bürger ihrer Republik gegenüber für verpflichtet. So haben sie schließlich ihre Unabhängigkeit erlangt und auch erhalten.
    Bei uns halten sich die Bürger den Souverän ( früher war`s der Kaiser, jetzt ist es der Staat) als Melkkuh bzw. Vesorgungseinrichtung deren Funktionieren Irgendjemandes ( zum Beispiel:" die Reichen") Aufgabe ist.

  10. fokus
    25. Mai 2013 00:55

    Nachdem Österreich viel reicher ist als die "arme" Schweiz, können wir locker solche fürstlichen Gehälter für unsere "hochqualifizierte Politikerelite" bezahlen, oder?

    Die lupenreine Linksdemokratur in unserem Land muß uns schließlich etwas wert sein!

    P.S.: Warum schweigt der Rechnungshof zu der mißbräuchlichen Finanzgebarung in der Arbeiterkammer?

    • Gerhard Pascher
      25. Mai 2013 10:13

      Nach mir zugegangenen Informationen verfügen die Arbeiterkammern in Österreich über beträchtliche Geldreserven.
      Die Schweiz war vor über 120 Jahren noch als "Armenhaus Europas" bekannt, hat sich aber durch die Nichtteilnahme an den beiden Weltkriegen sowie Etablierung einiger profitabaler Wirtschaftszweige (Banken, Pharma, Maschinenbau usw.) zum heutigen Wohlstandsniveau entwickelt. Allerdings verlangen die aktuellen wirtschaftlichen Veränderungen (geringere Bedeutung des "Bankplatzes Schweiz", starke Konkurrenz der Pharma aus Indien, China, Immigranten usw.) nun gemeinsame Anstrengungen, um dieses Niveau zu halten. Eine grosse Herausforderung stellt das Verhältnis zur EU dar, wo man einerseits die Vorteile des grossen Marktes nützen, aber die aus Brüssel diktierten "Nachteile" vermeiden will.

    • Wolfgang Bauer
      25. Mai 2013 12:28

      Weil der RH die AK nicht prüfen darf! Ein/e RH-MitarbeiterIn hat mir gesagt: "Die Gebarung der AK ist das bestgehütete Geheimnis Österreichs"

  11. Claudius
    25. Mai 2013 00:32

    Außer der Arbeiterkammer hat die rote Reichshälfte kaum mehr irgendwelche Einflusszonen (und somit Pfründe): Die Bawag und die Bank Austria usw. sind weg. Und der ÖGB ist heute um vieles "ärmer" als früher. Dass Sepp Leitner, der unglückliche Ex-SP-NÖ-Chef, bei der AK landete ist wundert mich nicht.

    Und vor allem: Der Sepp Leitner war mit der Wiener SP, den Wiener Genossen ziemlich auf Kriegsfuß, was die Jobsuche nicht gerade erleichterte.

    Da ging es dem damals schwer erkrankten (wegen Lungenembolie) Josef Pröll (ÖVP) diesbezüglich besser: Im Raiffeisen-Reich fand er beim Mischkonzern Leipnik-Lundenburger rasch einen adequaten Posten.

    Böse Zungen (wie z.B. Christian Ortner) sagten, dass diese neue Stelle extra für Josef Pröll maßgeschneidert erfunden wurde .... ( http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Pr%C3%B6ll )

    • Claudius
      25. Mai 2013 00:42

      Entschuldigung für den Fehler:

      "rote Reichshälfte" - das ist ein Ausdruck der vielleicht noch vor 20 - 30 Jahren angebracht gewesen wäre. Das ist Geschichte, gegenwärtig sieht es ganz anders aus!

      Die SP-Bundeswahlergebnisse sind heute ganz anders als früher.

    • Nestor 1937
      25. Mai 2013 11:05

      @ Claudius

      Offensichtlich glauben Sie noch an die Lungenkrankheit von Josef Pröll ?

    • A.K.
      25. Mai 2013 11:46

      @Claudius
      Sie schreiben "...Außer der Arbeiterkammer hat die rote Reichshälfte kaum mehr irgendwelche Einflusszonen ...". Diese Meinung teile ich bezüglich Wien nicht. Schauen Sie sich den Einflußbereich des roten Bürgermeisters an. Es gibt vermutlich eine "Gemeinschaft für Bauwesen" - manche sagen Baumafia -, auch die Vergabepraxis von Aufträgen hilft immer wieder gewissen Firmen, Brot und Spiele auf dem Rathausplatz runden das Bild ab. Daraus kann auf genügend Einflußzonen geschlossen werden. Der "FeministInnenclub" sorgt sich um Leitungsfunktionen in Museen, etc.. Alles ziermlich schwer beweisbar, doch wohl nicht weniger wirksam.





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