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Das System Raiffeisen im Blindflug

Herbert Stepic geht. Und eigentlich wissen wir nicht genau warum. Aber es gibt viele Zusammenhänge.

Der mächtige Chef der obersten Raiffeisenbank RBI tritt ab, nachdem ausländische Konten in seinem Besitz bekannt geworden sind. Es gibt nicht einmal einen Nachfolger. Doch Stepic beteuert, alles was sich auf diesen Konten bewegt habe, seien korrekt versteuerte Gelder gewesen.

Wenn das richtig ist – dann setzt er sich gerade erst durch seinen Rücktritt optisch ins Unrecht. Denn so weit sind wir ja hoffentlich (noch?) nicht, dass der Besitz eines Kontos im Ausland ein Delikt ist, auch wenn eine Boulevard-Illustrierte das so darstellt. Also: Entweder sagt Stepic nicht die Wahrheit. Oder es gibt ganz andere Zusammenhänge.

Liegt der Grund etwa in der Verletzung vertraglicher oder Raiffeisen-interner Regeln? Dann ist der Rücktritt zwar verständlich, aber gerade dann sollten auch im Interesse der Bank die Zusammenhänge unbedingt klargelegt werden.

Fällt Stepic, weil er Mister Osteuropa war und ist? Ist doch die Expansion von Raiffeisen bis tief nach Russland hinein mit keinem anderen Namen wie dem seinen so eng verbunden. Das hat seinen triumphalen Aufstieg ausgelöst, dürfte aber zusammen mit der Krise ebenso auch seinen Abstieg eingeleitet haben. Alles, was aus diesen Zusammenhängen heraus mitgespielt hat (und das hat es jedenfalls!), wird freilich nie offengelegt werden. Denn Raiffeisen ist ja bis hin zu Allianzen mit Typen wie dem Konrad- und Putin-Freund Deripaska weiterhin untrennbar in Osteuropa vernetzt. Da kann man ja nicht zugeben, dass das ein Fehler ist.

Oder ist Stepic Opfer der bei allem christlich-bäuerlich-gutmenschlichen Gehabe oft sehr brutal ausgetragenen Machtkämpfe im extrem komplizierten Netzwerk Raiffeisen? Auch das dürfte wohl Teil einer Gesamterklärung sein. Kunden und Eigentümer des Raiffeisensystems werden diese aber wohl nie ganz erhalten. Tatsache ist jedenfalls, dass das mehr als gewichtige Alphatier Konrad nach der Methode „Divide et impera“ Diadochen hinterlassen hat, die seinem Schatten wohl noch lange nicht entkommen sollen. Und er wirft ja auch jetzt noch aus allen möglichen Kulissen heraus weiter seinen Schatten.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorXymmachos
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 15:54

    Der Raiffeisensektor ist in Österreich eine Macht. Eine Großmacht, die sich u.a. auch eine Partei hält, die so springen muß, wie die Giebelkreuzler pfeifen. Die stellen dann und wann, wenn Not am Mann ist, der ÖVP auch gleich einen Parteivorsitzenden zur Verfügung, der dann, wenn's denn so gar nicht geht, in den Mutterschoß des "grünen (sic! und wenn sich die Vassilikuh noch so ärgert) Riesen" Raiffeisen zurückgenommen wird. Personifiziert wurde der Koloss zuletzt durch den Reichs- pardon: Landes- Jägermeister Konrad und seinen ewigen Rivalen Ludwig Scharinger (der sich u.a. mit dem Hannes Androsch "auf ein Packel zusammengehaut hatte", und ihm die Übernahme der Salinen und wohl auch der AT&S finanzierte). Nachdem sich Konrad und Scharinger nun aus der ersten Reihe zurückgezogen haben und nur mehr aus dem Hintergrund die Strippen ziehen, darf der biedere Herr Rothensteiner als Generalanwalt und AR-Präsident die Nummer Eins spielen, die de facto stärkste noch aktiv tätige Persönlichkeit im Sektor ist - ab jetzt muß man sagen: war - aber natürlich Stepic, der das Ostgeschäft sozusagen im Alleingang aufgebaut hatte. Für mich stellt sich die Frage, ob er die Gelegenheit, sich zurückzuziehen, in Voraussehung von auf die RZB-International zukommenden Problemen ergriffen hat oder ob er einfach darüber gekränkt war, daß nichts unternommen wurde, um gemeinsam mit der SPÖ (für welche Raiffeisen ein Garant für den Fortbestand der großen Koalition und daher ein überaus wichtiger Partner ist) das Thema abzuwürgen, was bei unseren gekauften Medien problemlos möglich gewesen wäre. Wie auch immer, ich wünsch' ihm jedenfalls geruhsame Tage in seinem Häuschen in Ottakring, dort, wo seinerzeit "vom Hügel schlicht kam der Hauer Sang, da die Stadt noch nicht grau ins Grüne drang."

  2. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 11:22

    Ich empfehle, sich mit dem Denken von Friedrich Willhelm Raiffeisen zu beschäftigen

  3. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 12:07

    Kann es sein, daß es sich um einen ganz simplen Machtkampf handelt, bei dem er Josef Pröll Platz machen muß?
    Der sollte doch schon lange im Raiffeisenkonzern untergebracht werden.
    Der Onkel wird's scho richten!

  4. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 12:57

    Naja, vielleicht war Stepics nicht oft genug mit Konrad in Mariazell wallfahren- wahrscheinlich war das sein Fehler. Oder es ist, weil er über UBS veranlagt hat und nicht über Raiffeisen - oder beides.

    Jedenfalls hat Raiffeisen eine sehr gewöhnungsbedürftige Unternehmenskultur. Das vor allem sieht man an der Art dieses Abgangs.

  5. Ausgezeichneter KommentatorNettozahler
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 14:15

    2012 war das internationale Jahr der Genossenschaften. Ein Höhepunkt war die dreitägige Internationale genossenschaftswissenschaftliche Tagung mit internationalen Topreferenten und hat stattgefunden in der Universität Wien. Professor Gmür von der Universität Freiburg/Schweiz hielt ein leidenschaftliches, ein vielbeachtetes Referat. Er bringt den Sinn, den Geist der Genossenschaft aus seiner Sicht auf den Punkt. Er definiert unter anderem die Genossenschaft, als typisches Schweizer Kulturgut nämlich mit der Steuerung von unten, statt der Herrschaft von oben.
    Er postuliert außerdem: Wenn wirtschaftlicher Erfolg lediglich zu Wachstum genutzt wird, bedeutet dies oft den Verlust der genossenschaftlichen Idee. Und er nennt den Grund: Die Genossenschaftsidee ist untrennbar mit sinnlicher Überschaubarkeit verknüpft (im Gegensatz zur intellektuellen Überschaubarkeit).

    Mit Raiffeisen und Schulze-Delitzsch hat die internationale Expansion der beiden ursprünglichen Genossenschaftsbanken Raiffeisen Bank und Volksbank absolut nichts mehr zu tun. Die Folgen kennen wir.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 14:45

    Ich werde ja den Verdacht nicht los, aber ich denke um Stepic ist nicht schad.

  7. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2013 12:03

    Das System Raiffeisen ist nicht im Blindflug, es ist nur im Sozialismus angekommen; nachdem es zusammen mit dem System Schulze-Delitzsch eigentlich der Hauptgegner der Linken war.
    Nicht mehr die kleinen Raikas am Lande haben das Sagen, sonder die Manager im fernen Wien. In dieser Zentrale hätte man eigentlich nur diverse Clearing-, Revisions-, Konsortial- und Beratungsaufgaben haben sollen. Nun lacht uns aus Wien ein Monster, mit Filialen bis weit in den Osten, entgegen.

    Einfach die RI auflösen und die RZB zurückschrumpfen, aber so mächtig wie diese sozialistischen Gutmenschen dort sind, bleibt dies wohl ein Traum.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Mai 2013 14:16

    Vor einiger Zeit erwähnte Dr. Romig in einer kritischen Anmerkung, daß die großen österreichischen Banken – Raiffeisen, Erste und Bank Austria – „im Osten“ mit einigen Hundert Milliarden „investiert“ seien. Auf meine Nachfrage präzisierte er die Summe mit ca. 600 Mrd. an Krediten in Osteuropa und „emerging economies“ (was und wo immer das sein mag).

    Daß diese Kredite in Ländern, die in Wahrheit in desolatem Zustand sind, leicht notleidend werden können, leuchtet auch einem Nicht-Bankster ein. Die Finanzkrise hat nun diese (Not-) Lage „öffentlich“ gemacht, womit es auch viel schwieriger wurde irgendwelche Pseudo-Assets zu Buchwerten in der Bilanz zu lassen, deren Marktwert vielleicht nur mit der Lupe auszumachen ist.

    Wer wüßte das aber früher, als der Chef der Bank, den obendrein der Titel „Mister Osteuropa“ ziert?

    Da die Dimension dieser „Investments“ mehr als das Doppelte des österreichischen BIP ausmacht, könnte ja noch einiges auf die RI (und Österreich, wenn es die „systemrelevante“ Bank retten müßte) zukommen. Die Vermutung, daß es wie mit den Ratten, die das sinkende Schiff verlassen, etwas zu tun haben könnte, ist nicht ganz abwegig.


alle Kommentare

  1. RR Prof. Reinhard Horner
    27. Mai 2013 01:46

    reinhard.horner@chello.at

    Genügt es nicht, dass dieser Mann persönliches Niveau gezeigt hat?

    • Maybach (kein Partner)
      28. Mai 2013 21:30

      Inwiefern, weil er geht bevor noch mehr aufkommt? Seit zwei jahren köcheln die Vermutungen über seine Beteiligungen über die Hypo und mit Millionenkrediten, die nie zurückgezahlt wurden. Ein zweiter Lielacher bzw. Flöttl, anders kann man nicht sagen ...

  2. Maybach (kein Partner)
    26. Mai 2013 14:42

    Aber herr Unterberger, Raiffeisen ist doch ein privatwirtschaftlicher ehrbarer Konzern, wer wird sich denn da in Personalfragen von außen einmischen? Immer diese wühlende linke Journaille ...

  3. Zyniker (kein Partner)
    25. Mai 2013 20:55

    Wenn sich in der EU die Flächenbrände ausbreiten, ist es schön, von Singapur aus zuzuschauen. Drei Großwohnungen für den Familienclan sind schon vorbereitet. Danke, Herr Stepic, für diese Information!

  4. F.V. (kein Partner)
    25. Mai 2013 14:16

    Vor einiger Zeit erwähnte Dr. Romig in einer kritischen Anmerkung, daß die großen österreichischen Banken – Raiffeisen, Erste und Bank Austria – „im Osten“ mit einigen Hundert Milliarden „investiert“ seien. Auf meine Nachfrage präzisierte er die Summe mit ca. 600 Mrd. an Krediten in Osteuropa und „emerging economies“ (was und wo immer das sein mag).

    Daß diese Kredite in Ländern, die in Wahrheit in desolatem Zustand sind, leicht notleidend werden können, leuchtet auch einem Nicht-Bankster ein. Die Finanzkrise hat nun diese (Not-) Lage „öffentlich“ gemacht, womit es auch viel schwieriger wurde irgendwelche Pseudo-Assets zu Buchwerten in der Bilanz zu lassen, deren Marktwert vielleicht nur mit der Lupe auszumachen ist.

    Wer wüßte das aber früher, als der Chef der Bank, den obendrein der Titel „Mister Osteuropa“ ziert?

    Da die Dimension dieser „Investments“ mehr als das Doppelte des österreichischen BIP ausmacht, könnte ja noch einiges auf die RI (und Österreich, wenn es die „systemrelevante“ Bank retten müßte) zukommen. Die Vermutung, daß es wie mit den Ratten, die das sinkende Schiff verlassen, etwas zu tun haben könnte, ist nicht ganz abwegig.

  5. Zraxl (kein Partner)
    25. Mai 2013 12:51

    Interessant sind auch die Firmennamen:
    Yatsenko: von Sun Yat-Sen Company? Sun Yat-Sen war ein Übergangspräsident und gilt als Gründer der VR China.
    Takego: von Take & go?

    Vielleicht hat sich der Aufsichtsrat an die Bawag Geschichte erinnert und wollte -ohne irgend jemandem etwas unterstellen zu wollen- von vornherein ausschließen, dass Spekulationsverluste (in der Karibik) für die Bank entstehen.

    • HDW
      26. Mai 2013 11:27

      Wenn schon dann war Dr. Sun Yat Sen der Führer der Kuomintang, die das ende des Kaisertums in China durch die Revolution 1911 in Wuhan betrieb, lange voor der Gründung der KPCh durch zwei polnische Kommunisten und lange vor der kommunistischen VR China. Diese wurde durch den Nachfolger Sun Yat Sens, den Antikommunisten Tschang Kai Tschek bekämpft. Der musste nach dem Zweifrontenkrieg gegen Japan und den Kommunismus, nachdem Amerika als Aliierter versagt hatte (das bestimmt die Politik der USA im Pazifik bis heute) mit seiner Kuomintang Partei auf die Insel Formosa (Taiwan) flüchten und wurde lange von Quemoy aus weiter von den Kommunisten mit Invasion bedroht. Dort existiert die Bewegung bis heute als Gegenmodell zur maoistischen Kapitalismus-Karikatur auf dem Festland. Heute betreibt Dr. Sun Yat Sens Taiwan 60% der Nahrungsmittelindustrie Rotchinas und die HTC Smartphones werden von den Nachfolgegenerationen der "Kulturrevolution" bevorzugt gekauft!

    • Specht (kein Partner)
      26. Mai 2013 15:13

      Diese Namen beweisen Humor ,wer erinnert sich noch an Legmas?

    • F.V. (kein Partner)
      26. Mai 2013 18:20

      Specht,

      an Ihren Hinweis dachte ich auch, als ich die Firmennamen Stepic´ las.

      Dem RA, der damals den GF der Intertrading verteidigte, fiel dies auch nicht auf. Erst als ihn sein Bruder aufforderte, den Firmenwortlaut doch einmal laut zu lesen merkte er den Spaß, den sich G. Preschern dabei erlaubt hatte.

  6. Ai Weiwei
    25. Mai 2013 00:13

    Zu den Veränderungen im Raiffeisenkonzern ein Artikel von Hanna Kordik (Die Presse) v. 24.5. um 18:44 Uhr. Es wird weniger auf Stepic eingegangen als auf Klaus Buchleitner - lesenswert:

    Funkenflug unter dem Giebelkreuz

    Im „grünen Riesen“ gärt es. In dem einst rigide geführten Konzern kämpft jeder gegen jeden, Intrigen sind an der Tagesordnung. Die Saat dafür wurde mit dem Abgang Christian Konrads gesät.


    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/kordiconomy/1409621/Funkenflug-unter-dem-Giebelkreuz?_vl_backlink=/home/index.do

  7. Nestor 1937
    24. Mai 2013 21:51

    Reifeisen wird um den Stepic noch w e i n e n !
    Sehen Sie sich heute und am Montag die Börsenkurse an !

    • Torres (kein Partner)
      25. Mai 2013 11:17

      Niemand wird um Stepic weinen. Er war ein selbstgefälliger, überheblicher Banker "alten Stils", der sich selbst als den Größten, Besten und überhaupt Einzigen betrachtet hat und dadurch schon längst eine Belastung für die Raiffeisen-Organisation war. Die waren jetzt heilfroh, dass sie einen Grund gefunden haben, ihn abzusägen.

  8. Politicus1
    24. Mai 2013 20:44

    es galt das geflügelte Wort:
    Nichts geschieht in Ö, was der .... (von der Raika) nicht will, und alles geschieht, was er will ....

  9. Xymmachos
    24. Mai 2013 15:54

    Der Raiffeisensektor ist in Österreich eine Macht. Eine Großmacht, die sich u.a. auch eine Partei hält, die so springen muß, wie die Giebelkreuzler pfeifen. Die stellen dann und wann, wenn Not am Mann ist, der ÖVP auch gleich einen Parteivorsitzenden zur Verfügung, der dann, wenn's denn so gar nicht geht, in den Mutterschoß des "grünen (sic! und wenn sich die Vassilikuh noch so ärgert) Riesen" Raiffeisen zurückgenommen wird. Personifiziert wurde der Koloss zuletzt durch den Reichs- pardon: Landes- Jägermeister Konrad und seinen ewigen Rivalen Ludwig Scharinger (der sich u.a. mit dem Hannes Androsch "auf ein Packel zusammengehaut hatte", und ihm die Übernahme der Salinen und wohl auch der AT&S finanzierte). Nachdem sich Konrad und Scharinger nun aus der ersten Reihe zurückgezogen haben und nur mehr aus dem Hintergrund die Strippen ziehen, darf der biedere Herr Rothensteiner als Generalanwalt und AR-Präsident die Nummer Eins spielen, die de facto stärkste noch aktiv tätige Persönlichkeit im Sektor ist - ab jetzt muß man sagen: war - aber natürlich Stepic, der das Ostgeschäft sozusagen im Alleingang aufgebaut hatte. Für mich stellt sich die Frage, ob er die Gelegenheit, sich zurückzuziehen, in Voraussehung von auf die RZB-International zukommenden Problemen ergriffen hat oder ob er einfach darüber gekränkt war, daß nichts unternommen wurde, um gemeinsam mit der SPÖ (für welche Raiffeisen ein Garant für den Fortbestand der großen Koalition und daher ein überaus wichtiger Partner ist) das Thema abzuwürgen, was bei unseren gekauften Medien problemlos möglich gewesen wäre. Wie auch immer, ich wünsch' ihm jedenfalls geruhsame Tage in seinem Häuschen in Ottakring, dort, wo seinerzeit "vom Hügel schlicht kam der Hauer Sang, da die Stadt noch nicht grau ins Grüne drang."

    • Undine
      24. Mai 2013 19:12

      @Xymmachos

      "Der Raiffeisensektor ist in Österreich eine Macht. Eine Großmacht, die sich u.a. auch eine Partei hält, die so springen muß, wie die Giebelkreuzler pfeifen."

      Danke für die Einblicke, wie's in der Raiffeisenbank so läuft---und---nicht zu vergessen: für den unvergeßlichen Weinheber!*************!

    • Xymmachos
      24. Mai 2013 19:43

      Ja, ja, liebe Undine, wichtige Leute wohnen halt am Wilhelminenberg. Wenn sie sich's leisten können...

  10. brechstange
    24. Mai 2013 14:45

    Ich werde ja den Verdacht nicht los, aber ich denke um Stepic ist nicht schad.

  11. Nettozahler
    24. Mai 2013 14:15

    2012 war das internationale Jahr der Genossenschaften. Ein Höhepunkt war die dreitägige Internationale genossenschaftswissenschaftliche Tagung mit internationalen Topreferenten und hat stattgefunden in der Universität Wien. Professor Gmür von der Universität Freiburg/Schweiz hielt ein leidenschaftliches, ein vielbeachtetes Referat. Er bringt den Sinn, den Geist der Genossenschaft aus seiner Sicht auf den Punkt. Er definiert unter anderem die Genossenschaft, als typisches Schweizer Kulturgut nämlich mit der Steuerung von unten, statt der Herrschaft von oben.
    Er postuliert außerdem: Wenn wirtschaftlicher Erfolg lediglich zu Wachstum genutzt wird, bedeutet dies oft den Verlust der genossenschaftlichen Idee. Und er nennt den Grund: Die Genossenschaftsidee ist untrennbar mit sinnlicher Überschaubarkeit verknüpft (im Gegensatz zur intellektuellen Überschaubarkeit).

    Mit Raiffeisen und Schulze-Delitzsch hat die internationale Expansion der beiden ursprünglichen Genossenschaftsbanken Raiffeisen Bank und Volksbank absolut nichts mehr zu tun. Die Folgen kennen wir.

  12. perseus
    24. Mai 2013 12:57

    Naja, vielleicht war Stepics nicht oft genug mit Konrad in Mariazell wallfahren- wahrscheinlich war das sein Fehler. Oder es ist, weil er über UBS veranlagt hat und nicht über Raiffeisen - oder beides.

    Jedenfalls hat Raiffeisen eine sehr gewöhnungsbedürftige Unternehmenskultur. Das vor allem sieht man an der Art dieses Abgangs.

  13. Observer
    24. Mai 2013 12:42

    Was der Öffentlich derzeit vorgegaukelt wird, ist nur die halbe Wahrheit. Und bekanntlich ist eine halbe Wahrheit eine ganze L.... . Wir werden nie genau erfahren, was sich da hinter den Kulissen der Raiffeisengruppe abspielt.
    Eines ist sicher: Herbert Stepic ist 66 Jahre alt, wird kein Sozialfall mit Finanzsorgen werden und ich wünsche ihm noch viele gesunde Jahre in seinem Ruhestand.

  14. Yoshinori Sakai
    24. Mai 2013 12:30

    Seit Mittwoch, 22.5.2013 Abend, als diese Artikel erschienen lief es dramatisch schnell:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/offshore-leaks-die-spur-fuehrt-nach-oesterreich-1.1678617

    http://www.news.at/a/offshore-leaks-raiffeisen-international-stepic-datenbank

    Man wird erst sehr viel später erfahren, was da verdeckt oder offen, Intrige oder nicht so alles gelaufen ist.

  15. A.K.
    24. Mai 2013 12:29

    - Die Bank Austria plant laut Meldungen die Schließung eines Drittels ihrer Filialen. Die BA IT-Landschaft ist seit einem halben Jahr noch immer nicht in Ordnung.
    - Die Erste Bank hat schon viele Filialen heimlich still und leise mit Briefen, die eine Verbesserung(!) der Kundennähe durch „Übersiedlungen“ (=alte Filiale schließt, „Betreuung“ wandert in eine noch bestehende Filiale) ankündigen, vorgenommen. Ebensolches bei von ihr abhängigen Sparkassen.
    - Raiffeisen hat Schwierigkeiten mit dem Ostgeschäft, etc.
    Gleichzeitig zahlen diese Banken geringe Zinsen an Kunden, die ihnen somit Geld weit unter der Inflationsrate leihen.
    Mich wundert, daß Kunden nach den Vorgängen in Zypern (siehe Diskussion um 100000-Euro-Grenze) bei uns noch genügend Vertrauen haben, um bei solch lächerlichen Zinsen das Risiko einzugehen, den Banken Geld zu leihen.

    • dssm
      24. Mai 2013 14:38

      Sehen Sie eine realistische Alternative für den ‚kleinen’ Sparer?

    • A.K.
      25. Mai 2013 13:07

      @dssm:
      Zur Frage "realistische Alternative für den ‚kleinen’ Sparer":
      Alternativen hängen stark von Ihrem Lebensalter ab:
      Wenn Sie im voll erwerbsfähigen Alter stehen, dann Flucht in die Sachwerte, also Immobilien (Achtung Blase?), usw. zu empfehlen.
      Sind Sie älter und haben Sie Kinder, dann fördern (Studium, Wohnung, etc.) Sie diese großzügig mit Ihrem Geld, es ist immer noch besser, als wenn es von den Spekulanten aufgezehrt wird.
      Sind Sie alt und haben Sie keine Kinder, dann geben Sie es für gute Werke aus und gönnen Sie sich auch "Luxus".
      Papiergeld besteht aus Papier und hat nur jenen Wert, den ihm die Gesellschaft beimißt. Ich fürchte, eine drohende galoppierende Inflation wird alte Menschen am meisten treffen.
      In Wien, am Graben gibt es ein Luxusgeschäft, das z.B. für Handtaschen 4000 Euro verlangt, wobei diese nicht einmal schön sind. Kleider - in „Supermarktqualität“ und gebraucht aussehend - kosten dort ebenfalls Tausende Euro. Solche Preistreiber ruinieren das Preisgefüge durch Appell an die Idioten unter den Kunden.

  16. fokus
    24. Mai 2013 12:07

    Kann es sein, daß es sich um einen ganz simplen Machtkampf handelt, bei dem er Josef Pröll Platz machen muß?
    Der sollte doch schon lange im Raiffeisenkonzern untergebracht werden.
    Der Onkel wird's scho richten!

  17. dssm
    24. Mai 2013 12:03

    Das System Raiffeisen ist nicht im Blindflug, es ist nur im Sozialismus angekommen; nachdem es zusammen mit dem System Schulze-Delitzsch eigentlich der Hauptgegner der Linken war.
    Nicht mehr die kleinen Raikas am Lande haben das Sagen, sonder die Manager im fernen Wien. In dieser Zentrale hätte man eigentlich nur diverse Clearing-, Revisions-, Konsortial- und Beratungsaufgaben haben sollen. Nun lacht uns aus Wien ein Monster, mit Filialen bis weit in den Osten, entgegen.

    Einfach die RI auflösen und die RZB zurückschrumpfen, aber so mächtig wie diese sozialistischen Gutmenschen dort sind, bleibt dies wohl ein Traum.

  18. Josef Maierhofer
    24. Mai 2013 11:47

    Kann auch sein, dass die Ratte das sinkende Schiff verlässt, wenn von unerklärten Zusammenhängen die Rede ist.

    Jedenfalls sind Geschäfte in der Sowjetunion stets mit dubiosen Geldflüssen behaftet, der Grund, warum meine Tochter das Angebot einer Firma mit Handel in der Sowjetunion abgelehnt hat, denn, ihre Worte, 'mit Schmiergeldern will ich nichts zu tun haben'.

    Kann auch sein, dass er es zwar nicht sagt, aber vermutlich meint, wenn von interenen Zusammenhängen die Rede ist, am Untergang des Abendlandes will ich nicht mehr mitwirken.

    Kann aber auch sein, dass die 'neue, gläserne' Bank (EU-Gesetze), die Geschäfte wegspült, weil nun 'alles offengelegt werden muss', außer natürlich die Machaloikes der EZB und der Kahlfressertruppe.

    Kann aber auch sein, dass er dem linksgewordenen, noch immer mitmischenden Konrad eins über die Rübe geben will.

    Was wissen die Götter ?

  19. Erich Bauer
    24. Mai 2013 11:32

    Hm... "Gauner gegen Gauner"? Drehscheibe für "Anbahnungsspesen"? Scharia-Kredite (mit bischöflichen Segen)? Geldwaschanlage?...

    Oder erinnert Stepic nur an das Filmdrama (1974): "Duddy will hoch hinaus"...?

    Wenn's die "Dachgiebelhocker" erwischt... Wie geht das dann mit dem Ösi-Medienkonzern weiter? Und mit dem "Dachziegelwerfen" auf unliebsame ÖVPler?

  20. ambrosius
    24. Mai 2013 11:22

    Ich empfehle, sich mit dem Denken von Friedrich Willhelm Raiffeisen zu beschäftigen





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