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Auf Kosten der Patienten sparen

Weltweit jubeln Politik und Medien: Die Pharma-Preise sinken. In Indien etwa haben sogar Gerichte die Patentrechte der Pharma-Konzerne geknackt. Und nicht nur Österreicher bekommen immer öfter Generika statt der Originalmedikamente. Da Generika meist dasselbe können, scheint kein Schaden zu entstehen, wenn man einmal vom Placebo-Effekt absieht. Und die Gewinne der Pharma-Konzerne interessieren ja nur deren Aktionäre und Mitarbeiter; Patienten, Krankenkassen, Finanzminister und Gesundheitsbehörden haben ganz andere Interessen. Oder?

Erst in der längerfristigen Globalperspektive kann man den Schaden erkennen. Der ist freilich gigantisch. Nur: Wer hat schon eine längerfristige Globalperspektive?

Der Schaden liegt nämlich weit in der Zukunft. Er ist aber nicht „bloß“ ein finanzieller, sondern ein sehr konkreter medizinischer. Denn die pharmazeutische Industrie investiert viel weniger in  Forschung und Produktentwicklung, wenn dort weniger oder keine Gewinne zu erzielen sind. Die Einsparungen verkürzen ihr Investitionskapital, und es gibt auch kein frisches Geld von den Sparern, die ja primär auf Rendite aus sind.

Das Fatale: Der entstehende Schaden ist kaum zu spezifizieren. Er trifft ja nicht jene Patienten, die jetzt billiger zu Therapien kommen, sondern Patienten mit anderen Krankheiten. Man kann aber nie genau sagen, welche Krankheiten, welche Leiden durch die Ergebnisse der Forschung einmal behandelbar werden. Beweisbar ist nur eines: Je mehr geforscht und entwickelt wird, umso mehr medizinischen Fortschritt gibt es. Lediglich ein Hundertstel der begonnen pharmazeutischen Forschungsprojekte landet ja am Ende auch in den Apotheken. Alle anderen werden als zu wenig wirksam, als zu riskant ausgeschieden. Die vielen Versuche, Tests und Genehmigungen machen jedes neue Produkt, bis es letztlich bis zum Patienten kommt, zu einem Multimilliarden-Projekt. Der Populismus sieht freilich nur die direkten Kosten der Herstellung oder Beschaffung jener Chemikalien, die zur Herstellung einer Pille oder Ampulle nötig sind.

Manche werden nun entgegnen: Aber die Staaten sind doch ohnedies so intensiv bei der Förderung von Forschung. Das nutzt wenig. Staaten können weder quantitativ noch qualitativ die Anstrengungen der Wirtschaft ersetzen. Staatliche Forschungsförderung bewegt sich überdies fast immer im Mainstream, sie ist weder mutig noch kreativ. Es ist ja erschreckend, wo man staatliches Forschungsgeld findet: viel zu oft fließt es „gerechtigkeitshalber“ in geisteswissenschaftliche Projekte; es finanziert Zeitungsbeilagen zur eigenen Beweihräucherung; es bevorzugt politiknahe Forscher; wer „Global Warming“, „Frauenförderung“, „Entwicklungshilfe“, „Solar“ und ein paar ähnliche Modewörter in den Förderungsantrag hineinschreibt, hat schon fast gewonnen. Das kreative wie risikoabschätzende Denken unabhängiger Unternehmer kann eine staatliche Kommission hingegen nie und nimmer substituieren.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2013 02:25

    Generika wohnt ein Mythos inne.
    Es geht dabei nicht nur um abgelaufene Patente, wie man dem Patienten immer wieder eintrichtert. Richtig ist, daß sie zwar die gleichen Wirkstoffe beinhalten wie das Original, aber leider wird allzu oft bei den Träger- bzw. Transportstoffen derart eingespart bzw. billig produziert, daß sie mehr unerwünschte Nebenwirkungen auslösen als das teurere Originalprodukt, oder sogar weniger wirksam sind.
    Oftmals wissen nicht einmal die Ärzte, welche Generika verschreiben, genau darüber Bescheid. Ich habe das selbst im familiären Umfeld erlebt und konnte diesen Sachverhalt nach mühsamen Recherchen z. B. beim teureren Trägerstoff für "Plavix" (=Original) zu einem billigeren für Clopidogrel (=Generika) nachweisen und letzteres mußte in Deutschland auf Grund der Nebenwirkungen längere Zeit aus dem Verkehr genommen werden.
    Ein weiteres Beispiel lieferte auch ein Darmdesinfektionsmittel, das im Original als aufwendiger hergestellte Kapsel angeboten wurde, damit sich die Wirkung am richtigen Ort entfaltet. Das Generika dazu enthielt zwar den gleichen Wirkstoff, wurde jedoch als billiger produzierte Tablette in Umlauf gebracht, die sich bereits im Magen mit den entsprechenden Nebenwirkungen auflöste und am eigentlichen Bestimmungsort fast nicht mehr wirkte.

    Man sollte daher die kostspielige Forschungsarbeit vieler Pharmakonzerne an rundum intelligent produzierten Medikamenten nicht unterschätzen und solange genügend Anteile ihrer Gewinne in die Herstellung solcher QUALITÄTSPRODUKTE fließen, ist auch der höhere Preis gegenüber Generika gerechtfertigt und es darf hier nicht auf Kosten des Patienten eingespart werden!

  2. Ausgezeichneter KommentatorA.K.
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2013 05:25

    Dem Tagbucheintrag Dr. Unterbergers „Auf Kosten der Patienten sparen“ gebührt besondere Aufmerksamkeit. Er geht nämlich auf die „hinter“ der Wahlmöglichkeit „Generika statt Originalmedikamente“ stehende Problematik ein. Er beschreibt diese Problematik mit dem Begriff „längerfristige Globalperspektive“ (Zitat): „...Die pharmazeutische Industrie investiert viel weniger in Forschung und Produktentwicklung, wenn dort weniger oder keine Gewinne zu erzielen sind. Die Einsparungen verkürzen ihr Investitionskapital, und es gibt auch kein frisches Geld von den Sparern, die ja primär auf Rendite aus sind.“ Damit hat er völlig recht; Dank gebührt ihm für diese Analyse.
    Es ist wieder einmal das verkürzte „eindimensionale“ Denken von gewinngierigen Managern zu beobachten. Analogbeispiel: Ich kannte eine Firma, in der die Bereichsmanager Kosten für die Arbeitsflächen „optimiert“ haben: Aus den Gesamtflächen der Firma und den Gesamtraumkosten war nämlich ein Quadratmeterpreis errechnet worden. Jeder von einem Manger zu verantwortende Teilbereich wurde dementsprechend mit Raumkosten belastet. Einige „sparsame“ Manger reduzierten darauf hin die belegten Flächen – Folge: Die Mitarbeiter saßen fast übereinander. Daneben standen als Folge bisher belegte Flächen leer. Ergebnis: Schlechte Arbeitsverhältnisse und Klima, Gesamtkosten unverändert, aber scheinbar war in einzelnen Bereichen eine „Einsparung“ erzielt worden.

  3. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2013 11:54

    Entschuldigung, aber der heutige Beitrag ist schlichtweg falsch!

    Die Pharmafirmen betreiben Lobbyarbeit und unterhalten die Werke, aber Forschung gibt es dort kaum eine!
    An den Universitäten entstehen gute Ideen, der Staat zahlt für diese Startups, also wird sowohl Ausbildung, Forschungsarbeit und dann der wirtschaftliche Beginn mit Steuergeld finanziert, dann kommen die Pharmagiganten und kaufen für einen Bagatellbetrag die Ergebnisse auf.

    Die typische Pharmafirma hat mehr Leute in der Rechtsabteilung als in der Forschungsabteilung.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2013 10:01

    Der Anlegerschutz ist amüsant!
    Wenn wir nach Ungarn fahren zum Zahnarzt, Optiker, Massage, Nägelpflege,..... kommen wir durch Hegeshalom. Mitten im Ort ist die Apotheke der Frau Adler, die deutsch spricht, € annimmt und 1/3 billiger ist.
    Studenten aus Italien kaufen im Berlusconigeschüttelten Land noch billiger ein.
    In Fr kaufe ich immer einen Vorrat Daflon ein weil er 50% billiger ist und sende sie in die USA, wo es streng verschreibungspflichtig ist und viel kostet. In Canada ist es frei aber teurer.
    Kann mir das ein Anlegerschützer erklären oder ist das eine Pharmaverschwörung und Kleinösi muß schauen wo er bleibt.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    17. Mai 2013 01:14

    Na ja! Um die Pharma-Industrie muss man sich nicht wirklich sorgen. Die macht genügend Gewinne und wird auch weiter forschen, um neue Gewinne zu machen. Richtig ist sicher, dass staatliche Förderung sehr oft in Kanäle fließt, die weniger der Forschung und Wirtschaft dienen als vielmehr den aktuell plitischen Spielflächen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorAnna Marie
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Mai 2013 12:30

    "Krankheiten heilen ist für die Pharmaindustrie nicht rentabel"

  7. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Mai 2013 10:56

    Ich glaube Konrad Lorenz hat in seinen „Acht Todsünden der Menschheit“ darauf hingewiesen, daß zwar im Einzelfall die moderne Medizin ein Segen sei, in Summe sie aber dazu geführt hat, daß die Erde wegen Übervölkerung vor dem größten Problem steht.

    Die Georgia Guidestones haben als 1. Gebot die Obergrenze der Menschheit mit 500 Millionen festgelegt. – Die Frage ist also, wie kommt man von den heute 6,5 – 7 Milliarden dahin? – Kriege, künstlich erzeugte Seuchen, manipulierte Hungersnöte, ...?

    Daß das nicht nur eine esoterische Idee von ein paar verrückten Malthusianisten ist, belegt ja die Tatsache, daß auf der Agenda zur „Nationalen Sicherheit“ der USA das Bevölkerungsproblem (= die Übervölkerung) an oberster Stelle steht.

    Man könnte also die von Dr. Unterberger geforderte „Globalsicht“ auch um diesen Aspekt erweitern. Oder eine Art Umweg-Rentabilität „berechnen“: Was wird durch die moderen Medizin gewonnen, wenn die durch sie ständig steigenden Menschenzahlen zu Hungersnöten, menschenunwürdigen Lebensumständen (und damit zu allem Elend) führen?

    Ist die „Ersatzteil“-Medizin wirklich ein „Menschenrecht“ oder wünschbar? Wobei ich mit „Ersatzteil“ nicht nur das künstliche Kniegelenk meine, sondern die Spenderorgane, die wohl – damit sie überhaupt verwendet werden können – bei noch nicht ganz Toten entnommen, oder überhaupt auf dem „Schwarzmarkt“ von unfreiwilligen Spendern besorgt werden.

    Der Traum der Alchimisten von der ewigen Jungend und dem (irdischen) ewigen Leben sind vielleicht doch eher ein Alptraum.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAnna Marie
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Mai 2013 12:30

    "Krankheiten heilen ist für die Pharmaindustrie nicht rentabel"


alle Kommentare

  1. Obrist
    22. Mai 2013 13:33

    Die einzig signifikante staatliche Investition in Wissenschaft und Forschung war die (wahl)werbewirksame Eröffnung des Campus Gugging. Jedoch hat man seither von keinen wissenschaftlichen Sensationen oder Erkenntnissen dieser `Eliteuni`gehört.
    Demgegenüber ist die jährliche staatliche Zuwendung zB. für Forschungslabors der Meduni Wien so gering, dass damit nicht einmal das Verbrauchsmaterial für einen Monat bezahlt werden kann. Forschung im universitären Bereich wird vorwiegend durch sog. Grants (nach genauerer und detaillierter Kalkulation und Dokumentation der Forschungsvorhabens, sowie Überprüfung durch einen wissenschaftlichen Ausschuss) vorwiegend durch die Pharmaindustrie finanziert.
    Sich einerseits Unsummen durch Forschungsausgaben zu ersparen und gleichzeitig den Klassenkampf gegen die Investoren zwecks Wählerfang zu schüren, entspricht leider dem gängigen perfiden Charakter unserer `politischen Eliten`

  2. M.N. (kein Partner)
    22. Mai 2013 08:58

    Erst gestern hat mir mein Physiotherapeut genau dasselbe erzählt (er wusste das von einer Pharmazeutin), was sie hier schreiben, lieber @ fokus.

    Keines der Generika, die mir mein Arzt verschrieben hatte, hat bei mir gewirkt. Ich habe ihn gefragt, wieso er mir nicht weiterhin das Original verschreibt, denn das HAT gewirkt. Er sagte nur, dass da doch dieselben Wirkstoffe drinnen wären, es also keinen Unterschied machen würde.

    So, jetzt hatte er mir 2 x verschiedene Generika verschrieben, aber die Schmerzen gingen nicht weg. Mir unverständlich. Ich hab mich natürlich auch gefragt, ob es wohl an mir liege, ob ich voreingenommen wäre etc. Aber ich hatte gegen das Generka nicht mehr oder weniger Aversion als gegen das Original, wer liebt schon Tabletten ? Seit gestern, als der Physiotherapeut mir den Unterschied (Trägerstoffe etc. erklärte) war mir dann klar, woran es liegt und heute lese ich ihr Posting, lieber Fokus, und fühle mich noch mehr bestätigt. Danke. Werde meinen Arzt damit konfrontieren.

    • Dr. Knölge (kein Partner)
      22. Mai 2013 15:59

      Werter M.N.,
      der Grund für die Unwirksamkeit kann an der Galenik (focus hat es erklärt) liegen oder an der Konfiguration des Wirkmoleküls. Ich habe es hoffentlich verständlich erklärt. Mir würde jedenfalls niemand erzählen
      "dass da doch dieselben Wirkstoffe drinnen wären".
      Lesen Sie und benutzen Sie Ihr Wissen.

  3. Dr. Knölge (kein Partner)
    21. Mai 2013 14:32

    Laien wird immer wieder gesagt, Generika seien identisch mit den Originalen. Das kann, muß aber nicht stimmen.
    In der Regel gibt es mehrere Synthesewege, die zum erwünschten Produkt führen. Der Patentinhaber hat naturgemäß reichlich Erfahrung mit dieser Synthese und wird keine detaillierten Kenntnisse öffentlich machen. Der Nachahmer wird sich also selbst Gedanken machen müssen.
    Als Folge davon können sich Generika im Wesentlichen durch zwei Dinge unterscheiden. Erstens können andere Verunreinigungen bzw. Nebenprodukte, die bei der Synthese auch in Abhängigkeit vom gewählten Weg unvermeidlich entstehen, enthalten sein. Die zu entfernen, kann einen Aufwand bedeuten, den Nachahmer gern vermeiden, um Kosten zu sparen. Stärkere Nebenwirkungen werden in Kauf genommen.
    Zweitens muß man wissen, daß viele Wirkstoffen sog. optisch aktive Zentren haben. Das bedeutet, daß Bild und Spiegelbild eines Moleküls nicht identisch sind. Man stelle sich einen Tetraeder vor mit vier verschiedenen Ecken. Bild und Spiegelbild sind nicht deckungsgleich.
    Es ist nun oft so, daß nur ein Isomeres biologisch wirksam ist, das Gegenstück ist bestenfalls unwirksam. In welchem Verhältnis sich nun bei der Synthese die verschiedenen Isomere bilden, kann meist über den Syntheseweg beeinflußt werden. Wie, darüber hat der Originalhersteller umfangreiches Wissen. Der Nachahmer hat zwangsläufig ein Informationsdefizit.
    Ich habe vor etlichen Jahren gehört, daß Nachahmerpräparate auf dem Markt sind, die überhaupt keinen oder nur einen geringeren Anteil des biologisch wirksamen Moleküls enthielten, die demzufolge wirkungslos waren und nur durch starke Nebenwirkungen auffielen.
    Inwieweit dieses Problem heute bei der Zulassung von Generika beachtet wird, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Anhand der Klagen von Patienten (meine Frau arbeitet in einer Apotheke) bin ich allerdings eher skeptisch.

    • Einspruch! (kein Partner)
      22. Mai 2013 19:23

      Eine bescheidene Frage: Sie schreiben

      "Zweitens muß man wissen, daß viele Wirkstoffen sog. optisch aktive Zentren haben"

      Darf ich fragen, was ein "optisch aktives Zentrum" bei einem Molekül sein soll, sei es so oder so stereoisomer?

  4. Anna Marie (kein Partner)
    21. Mai 2013 12:30

    "Krankheiten heilen ist für die Pharmaindustrie nicht rentabel"

    • Neppomuck (kein Partner)
      22. Mai 2013 15:00

      Nicht nur für die Pharmazeuten.

      "Was bringt den Doktor um sein Brot?
      a) die Gesundheit, b) der Tod.
      So hält der Arzt uns, dass er lebe,
      zwischen den beiden in der Schwebe."

      Eugen Roth

  5. F.V. (kein Partner)
    21. Mai 2013 10:56

    Ich glaube Konrad Lorenz hat in seinen „Acht Todsünden der Menschheit“ darauf hingewiesen, daß zwar im Einzelfall die moderne Medizin ein Segen sei, in Summe sie aber dazu geführt hat, daß die Erde wegen Übervölkerung vor dem größten Problem steht.

    Die Georgia Guidestones haben als 1. Gebot die Obergrenze der Menschheit mit 500 Millionen festgelegt. – Die Frage ist also, wie kommt man von den heute 6,5 – 7 Milliarden dahin? – Kriege, künstlich erzeugte Seuchen, manipulierte Hungersnöte, ...?

    Daß das nicht nur eine esoterische Idee von ein paar verrückten Malthusianisten ist, belegt ja die Tatsache, daß auf der Agenda zur „Nationalen Sicherheit“ der USA das Bevölkerungsproblem (= die Übervölkerung) an oberster Stelle steht.

    Man könnte also die von Dr. Unterberger geforderte „Globalsicht“ auch um diesen Aspekt erweitern. Oder eine Art Umweg-Rentabilität „berechnen“: Was wird durch die moderen Medizin gewonnen, wenn die durch sie ständig steigenden Menschenzahlen zu Hungersnöten, menschenunwürdigen Lebensumständen (und damit zu allem Elend) führen?

    Ist die „Ersatzteil“-Medizin wirklich ein „Menschenrecht“ oder wünschbar? Wobei ich mit „Ersatzteil“ nicht nur das künstliche Kniegelenk meine, sondern die Spenderorgane, die wohl – damit sie überhaupt verwendet werden können – bei noch nicht ganz Toten entnommen, oder überhaupt auf dem „Schwarzmarkt“ von unfreiwilligen Spendern besorgt werden.

    Der Traum der Alchimisten von der ewigen Jungend und dem (irdischen) ewigen Leben sind vielleicht doch eher ein Alptraum.

    • Einspruch! (kein Partner)
      21. Mai 2013 14:01

      Wieder einmal redet Francoise Villon von Dingen, die sie nicht versteht. Wie steht's da?

      " . . . Spenderorgane, die wohl – damit sie überhaupt verwendet werden können – bei noch nicht ganz Toten entnommen, oder überhaupt auf dem „Schwarzmarkt“ von unfreiwilligen Spendern besorgt werden."

      Das nenne ich die blanke Ahnungslosigkeit. Weil ich ein höflicher Mensch bin.

    • Abgelehnt! (kein Partner)
      21. Mai 2013 16:17

      Ich nenne das Realismus von FV.

  6. Neppomuck (kein Partner)
    21. Mai 2013 09:43

    Esst Dinkel, Leute, und die Umsätze der Pharmabranche wird sich wieder auf ein verträgliches Maß redimensionieren.
    Kritisiert angemessen die Qualität der Diagnosen und Behandlungsweisen der Ärzte, und die Kosten für angewandte Schulmedizin werden sich verringern. Stichwort: Mündiger Patient".

    Als "Adjuvans" sei empfohlen:
    "Oratum est ut sit mens sana in corpore sano."
    (Juvenal, um 150 n. Chr.)

    Mucki-Buden machen dagegen eher krank.
    Es geht auch anders.

  7. cmh (kein Partner)
    21. Mai 2013 09:31

    Patent- und Urheberrechte sind eines der ungelösten Probleme der Menschheit.

    Wie bei den Medikamenten soll jeder auch für sein geistiges Eigentum eine gewisse Redite erhalten. Wer ein gutes Stück Musik schreibt, soll auch damit Geld verdienen.

    Natürlich auch die Beatles.

    Wenn man aber hört, dass die Verwertungsrechte aus irgendwelchen Gründen weiter verlängert wurden, von dreißig auf vierzig und vor kurzem auf fünfzig Jahre, dann fühlt man sich durch die Regeländerung schon etwas über den Tisch gezogen.

    Bei Medikamenten wird es nicht unbedingt anders sein.

  8. cmh (kein Partner)
    21. Mai 2013 09:27

    Was uns fehlt ist schlicht eine ars moriendi.

    Das hat nichts mit Euthanasie zu tun, sondern vor allem damit, wie man sein Leben anlegt. Nämlich so anlegt, dass einen der Tod, der ja unvermeidlich ist wie die Steuer, nicht unvorbereitet trifft.

    So wie das aber jetzt läuft hat man den Eindruck, man brauchte nicht zu sterben wenn nur die Gesundheitsminister aller Länder eine gemeinsame Aktion zur gerechteren Verteilung der Gesundheitsausgaben zu Wege brächten.

    Zappelt das Kind zuviel, gibt es ein PRodukt dagegen, zappelt es zuwenig eines dafür. Tut es in der Großen Zehe weh, steht der Spezialist bereit, das neueste Medikament zu verschreiben. ISt man müde gibt es Aufputschmittel und ist man überdreht, wird sediert. Will ein junges Ding keine Kinder, dann die Pille. Will eine alte Schachtel dann plotzlich eine Familie (nicht gründen, sondern haben!), dann kommt die Invitrofertilisation. Für alles gibt es ein Fix-it. Die Gebrauchsanweisung für den eigenen Körper hat allerdings niemand gelesen. Denn das ist mühsam und es kann ja niemandem zugemutet werden, von seinen Möglichkeiten sinnvoll Gebrauch zu machen oder auch die Folgen eines unsachgemäßen Gebrauches dann auch selber zu tragen.

    Wenn auch ÄRzte immer wichtig sein mögen: Jeder ist gesegnet, der keinen Arzt braucht.

  9. Josef Maierhofer
    20. Mai 2013 16:34

    Das Pharmagschäft, das Ärtzegeschäft, die Krankheitsindustrie.

    Fakt ist, dass Pharmaprodukte für Notfallmedizin nötig sind, deren Mißbrauch allerdings als 'Dauermedikament' durch Ärzte (Provisionen) ist anzuprangern, dieser Mißbrauch lässt erst einen Unmenge neuer Krankheiten entstehen.

    Für die Patienten ist es bequem weiter Zucker, Salz und Fett zu konsumieren, statt ordentlich und gesund zu leben und parallel dazu hochgiftige und hoch gesundheitsgefährdende Cholesterinabbautabletten zu schlucken, damit 'die Blutwerte stimmen', oder ähnliches. Für den Arzt ab einer bestimmten Hierarchiestufe und für die Pharmaindustrie einträglich und so erhalten undendlich viele Menschen, einfach durch die Senkung des Normwertes für Bluthochdruckuntergrenze, Blutdrucksenkungsmittel verabreicht, auf Sozialkosten, versteht sich, statt dass man den Menschen mitteilt, sie müssten mindestens eine Stunde pro Tag in der frischen Luft fest und angestrengt gehen, bei jedem Wetter.

    Aus eigener Erfahrung kann ich da Lieder singen, war ich doch selbst eine zeitlang in den Fängen der 'Krankheitsindustrie'. Ich habe aber sehr rasch erkannt, dass man sich nur selbst gesund machen kann und die medizinischen Einrichtungen maximal als Notfallseinrichtungen betrachten sollte.

    Ob die Pharmapreise sinken oder steigen ist für mich so, wie die Aktienpreise, ich habe dafür gesorgt, dass sie mich nicht mehr tangieren. Das ist das beste Heilmittel, Bewegung und Ernährung, wenn es noch nicht zu spät ist für alles, denn dann wird man mit Gift vollgepumpt, bis man stirbt.

    • Dr.Markus Deim
      20. Mai 2013 17:31

      si tacuisses.........

    • Josef Maierhofer
      20. Mai 2013 18:39

      @ Dr.Markus Deim

      Alleine die Zulassungsverfahren für neue Medikamente sind eine Untersuchung wert.

    • Josef Maierhofer
      20. Mai 2013 19:00

      @ Dr. Markus Deim

      Auch kenne ich 2 verschiedene Buchhaltungen von großen Pharmakonzernen über den 'Vertrieb' von bestimmten Medikamenten und was da so überwiesen wird an die Ärzteschaft für all die Gutachten und den Umsatz damit, alles natürlich rechtens, Leistung und Gegenleistung. Vertrieb, wie halt jeder Vertrieb von Waren, es geht um den Umsatz, die Aktie. Ist die Ware schlecht, wird viel für den Vertrieb aufgewendet, ist sie gut, dann macht sie den Umsatz 'von selbst'.

      Über die gesundheitlichen Langzeitfolgen der Medikamente allerdings wird geschwiegen, bzw. solche Bücher aus dem Verkehr gezogen, die das fundiert und genauer beschreiben und statistisch untermauern.

      Eines war sogar ein Riesenskandal in der Deutschen Ärzteschaft, um den es aber dann im Nachhinein, als man Urteile erwartete, wie es auch bei uns wäre, dann medial sehr ruhig geworden ist.

      Auch Uniprofessoren, die die Menschen davor warnen wollen, sind schon weggeschoben worden und ihre Publikationen verhindert worden, ähnlich wie bei den Klimahysterikern, wo auch 'unliebsame' Forschungsergebnisse unterdrückt werden.

      Ganze Rechtsabteilungen arbeiten in den Paharmakonzernen daran.

      Allerdings, irgendjemand erfährt immer von der Wahrheit.

      Chemie kann die Natur nie ersetzen, maximal kurzzeitig unterstützen, ist meine Meinung, die mir sehr viel geholfen hat.

    • Dr.Markus Deim
      20. Mai 2013 20:34

      Sg.Herr Maierhofer!

      Bei all den (tw.richtigen) Vorwürfen der ach so bösen Pharmabranche und den ach so bestechlichen Ärzten (ich bin auch so ein böser) gg.über sollten 2 Dinge exemplarisch angeführt werden, ohne selbst Partei ergreifen zu wollen, denn als aktiver Arzt kenne ich Sonnen und Schattenseiten unseres medizinischen Systems nur allzu gut:
      1: Die Lebenserwartung in der westlichen Welt ist AUCH durch die Errungenschaften der Ärzte und der Pharmabranche möglich geworden. Noch niemals in der Geschichte der Menschheit wurden die Menschen durchschnittlich so alt und dabei so gesund alt wie heute..darüber könnte man nachdenken..
      2.Was machen wir mit den Typ-1-Diabetikern und hereditär bedingten Hypercholesterinämie-Patienten, die ohne moderne Pharmaka nicht über das vierzigste Lerbensjahr hinauskämen, nur als kleine Beispiele stellvertretend für viele andere Erkrankungen, die Dank der der Medizin und auch der Pharmaindustie heutzutage eine fast normale Lebenserwartung haben? Ein bisserl ein Käsepappeltee und ein bisserl ein Zimt? Oder Sport? Lauch und Salat statt Insulin? Erdbeeren und ungesalzenes Brot statt Lipidsenker?
      Es gibt keine Alternative zum momentanen System, außer ein Polikiter hat den Mut, gegen das Hüftprotheserl für die 100-Jährige oder die Dialyse für den 80 jährigen Raucher einzutreten. Das wäre aber sicher ein Spaß, denn bei den anderen läßt es sich immer leicht sparen, aber wenn man selbst betroffen ist, muß dann immer ein ganzes Heer von Professoren aufmarschieren, denn schließlich hat man ein ganzes Leben eingezahlt, gelt?
      MfG Dr. Markus Deim

    • Sensenmann
      20. Mai 2013 21:04

      @Dr.Markus Deim: DANKE! Es ist selten, daß jemand kurz und bündig die Wahrheit schreibt.

    • Majordomus
      20. Mai 2013 21:18

      @ Dr.Markus Deim - 20. Mai 2013 20:34

      *******************+!
      Genau so ist es!

    • Johann Scheiber
      20. Mai 2013 22:07

      Herr Maierhofer, meiner Meinung nach haben sie vollkommen recht. Und jeder, der die Erfahrung gemacht hat, dass die Umstellung der Ernährung, plus Bewegung, plus Übernahme der Verantwortung für die eigene Gesundheit, der Weg aus der Krankheit und der Weg aus der Abhängigkeit von der Krankheitsindustrie ist, wird ihnen ebenfalls recht geben.
      Das Geschäft mit der Krankheit ist ein Investmentgeschäft und lebt davon, dass die Menschen krank bleiben, am besten chronisch krank werden.

      Unlängst war die Leiterin der Viktor Adler Gesellschaft in ö1 zu Gast. Sie wurde mit der Problematik konfrontiert, dass nach der Neuausgabe des Kataloges für psychische Krankheiten, mehr als 50? der US-Bürger psychisch krank sind. Dazu ist ihr nichts eingefallen. Wen wunderts?

      Ich habe einmal ein Einsparungsprojekt im Reinigungsdienst gemacht und dabei den Chemikalieneinsatz um 80? reduziert. Eine Reinigungsfrau meinte, das wäre für die chemische Industrie nicht gut. So ähnlich kommt mir auch die heutige Sorge von Dr. Unterberger vor.

    • Josef Maierhofer
      21. Mai 2013 18:01

      @ Dr. Deim
      @ Johann Scheiber

      Danke für die 'Zurechtweisung'.

      Es ist schon richtig was beide schreiben, natürlich.

      Ich habe selbst zu dem entsprechnden Oberarzt, der mir 14 (!!) hochgiftige Medikamente verschrieben hatte, gesagt, dass ich die nicht genommen habe, sondern, das gelesen habe, was er mir nicht gesagt hat, was ich aus verbotenen Büchern hatte und dass er mitschauen darf, wie die Gesundung ohne diese Mittel vorangeht, ist halt am Anfang mühsamer, aber ist eben hochqualitativ und, so hoffe ich, solange ich mich ordentlich bewege und ernähre, auch dauerhaft. Ich weiß im Alter dauert alles länger, aber man hat da auch schon Geduld.

      Denn auf Dauer wirken die Medikamente weniger als ihre Nebenwirkungen, von denen manchmal nicht einmal alle angeführt werden, wie man dann nachlesen kann, wenn man danach sucht.

      Lebensverlängerung bei guter Qualität, wie Sie anführen, wie ich geschrieben habe, wenn es noch nicht zu spät für alles ist, denn dann gibt es Chemie, bis man stirbt.

      Ich erlebe auch Menschen, die lieber weiter Völlern, Rauchen, Saufen und starke chemische Neutralisierungsmittel nehmen, damit 'das Blutbild stimmt'.

      Die Fehler der Ärzte sind halt doch auch nicht ganz wegzuleugnen, die kleinen wegen der außer acht Lassung der natürlichen Möglichkeiten, die werden sogar von der Ärzteschaft mit Verboten bekämpft, die höheren als Wegweiser und Weichsteller für Pharmaprodukte.

      Auch bei mir war es fast zu spät für natürliche Methoden, konnte aber gerade noch die Kurve kratzen.

      Unser ganzes Leben ist nicht mehr natürlich und deshalb entstehen die meisten Krankheiten. Wohlstandskranheiten, übertriebener Sport, Süchte, Lebensmittelvergiftung, etc.

      Als man mir sagte, wir schneiden Ihren Krebs heraus, habe ich abgelehnt und gesagt, auch, wenn er ausbricht kann ich noch immer entscheiden, ob ich als Ganzer sterbe oder als Zerschnittener. Und die Werte sinken beständig, langsam zwar, aber stetig, er ist ja auch nicht von heute auf morgen entstanden.

      Wäre ich radikaler, also neben der Arbeit kann man ja nicht, wie man will, hätte ich nicht einmal mehr leicht erhöhte Werte, die ich beobachten muss.

      Salz, Zucker und zu viel Fett, die schlimmsten Feinde der Menschen.

      Auch Herr Scheiber hat recht mit seiner Krankheitsindustrie, denn die sündteuren Geräte in Krankenhäusern brauchen Rechtfertigung und Auslastung und das verleitet zu mancher fataler Entscheidung.

      Auch die Versicherungsleistungstarife tun das ihre.

      Also unter der Decke ist nicht alles so ideal, obwohl ich sehr viele Ärzte sehr schätze, wegen ihres Engagements für die Patienten, die sie als Menschen, als Individuen behandeln und nicht als Pharmavieh und 'Holzschnitzerfiguren'.

      Viel hängt damit auch zusammen, dass man 'ewiges Leben' vorgaukelt oder das beabsichtigt, halt wegen des Geschäftes.

      Der Zug der Zeit ist Unterdrückung von Unangenehmen, nämlich der ungeschminkten Wahrheit und der Zug derr Zeit ist das auf allen Gebieten, nicht nur auf medizinischen. Allzu oft wird die Hilfe pervertiert durch Eigeninteressen, eben wie in den Ämtern, der Politik, den Firmen, eigentlich unser Gesellschaftsbild.

  10. Gerhard Pascher
    20. Mai 2013 14:35

    Zu den jüngsten OGH-Entscheidungen in Indien ist zu ergänzen, dass eigentlich nur gegen die sog. Kettenpatente vorgegangen wurde. Denn die Pharmafirmen haben vielfach noch vor Ablauf des Patentschutzes ein nur unwesentlich verändertes "neues" Präparat schützen lassen, um die Nachahmung für weitere 15 Jahre zu verhindern. Und das Gericht hat dabei festgestellt, dass es sich um keine grundsätzlich neue Substanz bzw. Wirkstoffkombination handelt. Damit wurde der Weg für Generikahersteller frei, welche durch wesentlich niedrigere Preise nun auch Kranke in Indien und anderen Ländern erreichen, welchen das Originalmedikament aufgrund des hohen Abgabepreises nicht verfügbar war.

  11. zweiblum
    20. Mai 2013 12:22

    Wenn ich dort einkaufen kann wo es am billigsten ist, Medikamente, Hörgeräte, Autos, Ikea in der Slowakei,.... bin ich für Globalisierung. Sonst ist es Abzockerei und heißt Anlegerschutz!

  12. dssm
    20. Mai 2013 11:54

    Entschuldigung, aber der heutige Beitrag ist schlichtweg falsch!

    Die Pharmafirmen betreiben Lobbyarbeit und unterhalten die Werke, aber Forschung gibt es dort kaum eine!
    An den Universitäten entstehen gute Ideen, der Staat zahlt für diese Startups, also wird sowohl Ausbildung, Forschungsarbeit und dann der wirtschaftliche Beginn mit Steuergeld finanziert, dann kommen die Pharmagiganten und kaufen für einen Bagatellbetrag die Ergebnisse auf.

    Die typische Pharmafirma hat mehr Leute in der Rechtsabteilung als in der Forschungsabteilung.

    • Josef Maierhofer
      20. Mai 2013 18:37

      @ dssm

      Brauchen sie auch für ihre Geschäfte.

    • Sensenmann
      20. Mai 2013 21:30

      Ganz so ist das nicht! Es gibt wohl genug Pharmaunternehmen, die auf ihrem jeweiligen Schwergebiet auch Grundlagenforschung betreiben. Selbst wenn Grundlagen-Erkenntnisse von Universitäten oft aufgekauft werden - vermeintlich billig, denn die Entwicklungskosten sind dann noch immer enorm und ob ein zugelassenes Produkt daraus wird ist unklar - liegt die Forschung am Ende doch bei den Firmen, die dann natürlich auch wieder Steuern bezahlen. Und das gerade in Österreich nicht zu knapp. Aber in einem gesunden Wirtschaftskreislauf muss das so sein, wenn ein Austausch von Leistungen stattfindet ist dagegen auch nichts einzuwenden.

    • Torres (kein Partner)
      21. Mai 2013 11:32

      Das stimmt nur zum Teil. Viele Pharmariesen lagern die Forschung an kleine Pharmafirmen aus; ich selbst habe einen guten Bekannten, der so eine kleine Firma (etwa 30 Angestellte) betreibt und nichts anderes tut, als bestimmte neuentwickelte Medikamente im Auftrag von großen Firmen zu testen.

  13. socrates
    20. Mai 2013 10:01

    Der Anlegerschutz ist amüsant!
    Wenn wir nach Ungarn fahren zum Zahnarzt, Optiker, Massage, Nägelpflege,..... kommen wir durch Hegeshalom. Mitten im Ort ist die Apotheke der Frau Adler, die deutsch spricht, € annimmt und 1/3 billiger ist.
    Studenten aus Italien kaufen im Berlusconigeschüttelten Land noch billiger ein.
    In Fr kaufe ich immer einen Vorrat Daflon ein weil er 50% billiger ist und sende sie in die USA, wo es streng verschreibungspflichtig ist und viel kostet. In Canada ist es frei aber teurer.
    Kann mir das ein Anlegerschützer erklären oder ist das eine Pharmaverschwörung und Kleinösi muß schauen wo er bleibt.

    • Brigitte Imb
      20. Mai 2013 16:13

      Um wieviel kaufen Sie das "Daflon"?

      brigitteimb@yahoo.de

    • Josef Maierhofer
      20. Mai 2013 19:17

      @ socrates

      Die Preisunterschiede bei den Medikamenten in den verschiedenen Ländern kenne ich auch, ist ähnlich, wie bei den Autos, wo auch der 'freie' Markt wirkt. Ich kann meinen VW oder Audi in Italien billiger haben, muss aber hier 'Schutzgelder' zahlen und sündteure Bürokratie finanzieren mit Typisierung, NOVA, etc.

      Außerdem gibt es hier gesperrte Medikamente, die man etwa in Ungarn, wo Sie auch die Arzttarife erwähnt haben, frei kaufen kann und noch dazu relativ billig.

      Die verwendeten Materialien etwa beim Zahnarzt sind die gleichen wie hier, bloß, etwa bei Zahnprothesen ein Bruchteil unserer Preise.

  14. Kaffeehäferl
    20. Mai 2013 09:16

    Dieser Beitrag steht im krassen Widerspruch zu der sonst so heftig verteidigten Linie "mehr Markt, weniger Regeln" und daß der Markt ohnehin alles selbst regelt. Offenbar gibts ja doch Ausnahmen. Nur wer bestimmt, was eine Ausnahme ist?

  15. Observer
    20. Mai 2013 08:36

    Herr Dr. Unterberger, um die Zukunft der grossen Pharmakonzerne brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Tatsache ist aber, dass wirklich bahnbrechende neue Medikamente einen Forschungs- und Entwicklungsaufwand von je über einer Milliarde Euros erfordern, welche von kleinen Unternehmen nie aufgebracht bzw. vorfinanziert werden können.

    Derzeit laufen viele Patente aus und es gibt zu wenige geplante neue Produkte. Daher findet ein generelles Umdenken in den Konzernen statt. Viele dieser Firmen haben eigene Generikatöchter, damit sie neben der Weitererzeugung der "Originale" auch vom automatisch entstehenden Generikakuchen mitnaschen können. Staatliche Forschungszuschüsse sind besonders für seltene Krankheiten weiterhin erforderlich, denn aufgrund der geringen Absatzmengen würde sich ein solches Präparat bis zur Marktreife für ein Unternehmen nie "rechnen".

    In unserem Gesundheitssystem gibt es tatsächlich weiterhin genug Einsparmöglichkeiten, welche aber in keiner Weise die Patienten direkt betreffen würden. Dazu gehören u.a. auch die z.T. noch immer hohen Handelsspannen der Grosshändler und Apotheken und die vielen verschriebenen Medikamente, deren Einnahme gar nicht erforderlich ist bzw. in den Haushalten später ungebraucht verstauben und schliesslich einmal entsorgt werden.

    In Deutschland hat die sog "aut idem-Regelung" zu einer drastischen Reduktion der Medikamentenkosten geführt. Dabei ist der Apotheker verpflichtet, automatisch ein gleichwertiges, aber preislich günstigeres Produkt den Krankenkassenpatienten abzugeben. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Österreich viele Patienten weiterhin auf das Originalpräparat bestehen, weil plötzliche körperliche Beschwerden - mit völlig anderen Ursachen - im Zusammenhang mit der anderen Verpackung, deren Farbe und die Optik der Tabletten begründet werden, was natürlich kompletter Unsinn ist. Leider nehmen sich viele verschreibende Ärzte nicht die Mühe, die Patienten über diese Art des Placeboeffektes aufzuklären, sondern verschreiben lieber weiterhin das teurere Original, um den Patienten "ruhig zu stellen".

    Nicht vergessen werden darf, dass neben der behördlichen Zulassung zum Verkauf eines Medikamentes von der Industrie meist auch eine "Kassenfreiheit" angestrebt wird, denn nur so können diese auch von ihr (abzüglich des meist erforderlichen Selbstbehaltes) in großen Mengen verkauft werden. Dabei sind einige Hürden zu nehmen und viele Anträge werden mit verschiedenen Begründungen auch gerne abgelehnt.

  16. A.K.
    20. Mai 2013 05:25

    Dem Tagbucheintrag Dr. Unterbergers „Auf Kosten der Patienten sparen“ gebührt besondere Aufmerksamkeit. Er geht nämlich auf die „hinter“ der Wahlmöglichkeit „Generika statt Originalmedikamente“ stehende Problematik ein. Er beschreibt diese Problematik mit dem Begriff „längerfristige Globalperspektive“ (Zitat): „...Die pharmazeutische Industrie investiert viel weniger in Forschung und Produktentwicklung, wenn dort weniger oder keine Gewinne zu erzielen sind. Die Einsparungen verkürzen ihr Investitionskapital, und es gibt auch kein frisches Geld von den Sparern, die ja primär auf Rendite aus sind.“ Damit hat er völlig recht; Dank gebührt ihm für diese Analyse.
    Es ist wieder einmal das verkürzte „eindimensionale“ Denken von gewinngierigen Managern zu beobachten. Analogbeispiel: Ich kannte eine Firma, in der die Bereichsmanager Kosten für die Arbeitsflächen „optimiert“ haben: Aus den Gesamtflächen der Firma und den Gesamtraumkosten war nämlich ein Quadratmeterpreis errechnet worden. Jeder von einem Manger zu verantwortende Teilbereich wurde dementsprechend mit Raumkosten belastet. Einige „sparsame“ Manger reduzierten darauf hin die belegten Flächen – Folge: Die Mitarbeiter saßen fast übereinander. Daneben standen als Folge bisher belegte Flächen leer. Ergebnis: Schlechte Arbeitsverhältnisse und Klima, Gesamtkosten unverändert, aber scheinbar war in einzelnen Bereichen eine „Einsparung“ erzielt worden.

  17. fokus
    20. Mai 2013 02:25

    Generika wohnt ein Mythos inne.
    Es geht dabei nicht nur um abgelaufene Patente, wie man dem Patienten immer wieder eintrichtert. Richtig ist, daß sie zwar die gleichen Wirkstoffe beinhalten wie das Original, aber leider wird allzu oft bei den Träger- bzw. Transportstoffen derart eingespart bzw. billig produziert, daß sie mehr unerwünschte Nebenwirkungen auslösen als das teurere Originalprodukt, oder sogar weniger wirksam sind.
    Oftmals wissen nicht einmal die Ärzte, welche Generika verschreiben, genau darüber Bescheid. Ich habe das selbst im familiären Umfeld erlebt und konnte diesen Sachverhalt nach mühsamen Recherchen z. B. beim teureren Trägerstoff für "Plavix" (=Original) zu einem billigeren für Clopidogrel (=Generika) nachweisen und letzteres mußte in Deutschland auf Grund der Nebenwirkungen längere Zeit aus dem Verkehr genommen werden.
    Ein weiteres Beispiel lieferte auch ein Darmdesinfektionsmittel, das im Original als aufwendiger hergestellte Kapsel angeboten wurde, damit sich die Wirkung am richtigen Ort entfaltet. Das Generika dazu enthielt zwar den gleichen Wirkstoff, wurde jedoch als billiger produzierte Tablette in Umlauf gebracht, die sich bereits im Magen mit den entsprechenden Nebenwirkungen auflöste und am eigentlichen Bestimmungsort fast nicht mehr wirkte.

    Man sollte daher die kostspielige Forschungsarbeit vieler Pharmakonzerne an rundum intelligent produzierten Medikamenten nicht unterschätzen und solange genügend Anteile ihrer Gewinne in die Herstellung solcher QUALITÄTSPRODUKTE fließen, ist auch der höhere Preis gegenüber Generika gerechtfertigt und es darf hier nicht auf Kosten des Patienten eingespart werden!

    • Brockhaus
      20. Mai 2013 09:01

      *****)

      Danke für diesen interessanten und wichtigen Beitrag. Und der Patient bleibt wieder einmal auf der Strecke.

    • GOP
      20. Mai 2013 09:21

      fokus:
      Subjektiv mag Ihre Einschätzung bei den Rohstoffen zwar zustreffen, aber tatsächlich sind diese Kosten sehr gering, daher wird niemand versuchen, dort einzusparen. Wenn z.B. ein Medikament erst im Dünndarm freigesetzt werden soll, dann hat selbstverständlich auch das Generika einen umgebenden Mantel, welcher eine Auflösung im Magen verhindert. Anderenfalls würde so ein Produkt weder zur Registrierung zugelassen noch von der Krankenkasse zur Vergütung bewilligt werden. Natürlich kann man an der Galenik und den Zusatzstoffen etwas verändern, was aber die Wirkungsweise in keiner Weise beeinflusst. Bei plötzlicher Umstellung vom ursprünglichen Original auf ein Nachbauprodukt spielen sehr viele menschliche "Schwächen" eine entscheidende Rolle. Ich erinnere mich noch an ein bedeutendes Herzmedikament, welches durch eine Firmenübernahme in einen größeren Konzern eingegliedert wurde. Dabei musste die Verpackung und die Kennfarbe der vorhandenen "Coroparte Identity" angepasst werden. Um die bisherigen Patienten nicht vor den Kopf zu stossen, hat man nach vorgegebenem Plan innerhalb von 5 Jahren fünfmal (!) den Farbton der Verpackung etwas verändert, um langsam die Kunden mit dem neuen Design vertraut zu machen.

    • brechstange
      20. Mai 2013 11:35

      GOP

      Kann die Beobachtungen von focus bestätigen, ein verabreichtes Generika entfachte eine andere Wirkung als das Orginalprodukt. Der Patient wusste vom Medikamentenwechsel nichts, Einbildung und Placeboeffekt waren zu 100 % ausgeschaltet.

    • fokus
      20. Mai 2013 12:19

      @brechstange

      Genau auf diese Erfahrung bezog ich mich. Auch bei mir wußte der hochbetagte und fast blinde Patient nichts von der Umstellung, Packungsaufmachung etc. und es kam zu unerwünschten Nebenwirkungen, die nach Rückkehr zum Originalmedikament wieder verschwanden. Ein Placeboeffekt ist daher auszuschließen. Ich fürchte, daß bei Generika selbstverständlich der Wirkstoff ident ist, aber auf Grund der Kostenersparnis eine sorgfältig erforschte Herstellung wie beim Originalpräparat oftmals auf der Strecke bleibt!

    • fokus
      20. Mai 2013 12:30

      Nachtrag:

      "........nach Rückkehr zum Originalmedikament.....",

      wobei dies beim rezeptfreien Präparat sogar auf EIGENE KOSTEN erfolgte, weil Kostenersatz verweigert wurde.
      Damit können die Krankenkassen leicht über entsprechende Einsparungen jubeln!

    • Brigitte Imb
      20. Mai 2013 16:35

      Sobald ein Gererikum auf dem Markt ist, darf das Originalpräparat nur noch um einige Prozente teurer sein und der Preisunterschied liegt dann im Centbereich. Da in Ö ein anderes System herrscht als z.B. in D, ist es bei uns völlig egal, ob Original od. Generikum, lediglich die Kassen erlauben sich den "Spaß" ständig zu kontrollieren und herumzurechnen. Diese Kosten könnte man getrost sparen, aber bei uns sind eben Verwaltungs- u. Kontrollposten wichtiger als echte Therapie.
      Und wohlgemerkt, nicht alle Generika sind schlecht.

    • Schani
      20. Mai 2013 17:16

      "Auf Kosten der Patienten" wäre es, wenn sie selbst die Präparate zahlen würden! Es ist keinem Patienten verboten auf das Original aufzuzahlen.
      Daß Generika schlechter wirksam oder mit meht Nebenwirkungen behaftet sind, ist eine verbreitete Mähr. Die Hersteller eines Generikums wären ja Verbrecher, so sie solches unters Volk brächten! Und das wollen wir Bartenstein u. v. a. nicht unterstellen - oder?

    • GOP
      20. Mai 2013 18:05

      Brigitte Imb:
      Wir leisten uns für unser kleines Land viel zu viel Krankenkassen mit entsprechender Verwaltung usw. Die Apothekerkammern haben besondere Macht und wollen langfristig auch die Anzahl der Hausapotheken der praktischen (Land-)Ärzte drastisch reduzieren. Damit wird für viele Mediziner der Wunsch, solche Stellen zu besetzen, weiter abnehmen.
      Übrigens: in einer solchen Hausapotheke kann man erkennen, dass man für die meisten Behandlungen auch mit einer viel geringeren Medikamentenzahl das Auslangen findet.

    • Brigitte Imb
      20. Mai 2013 20:14

      @ GOP,

      damit rennen Sie bei mir offene Türen ein.........

      Die Apothekerkammer sponsert den Politikern enorme Summen (Sobotka hat sich einmal versprochen), deshalb ist der politische Wille zu den viel günstiger distributierenden Hapos zu stehen, nicht gegeben. Da ist's mit dem Sparen nicht mehr so genau und es geht auch nicht um den Komfort für den Patienten, der einen Weg sparen könnte und so auch der Umwelt etwas zugutekommen würde. Einem gesunden Bauern würde keiner zumuten für seine kranke Kuh die Medikamente aus der Apotheke zu holen, einem fiebernden, od.von Schmerzen geplagten Patienten sehr wohl. Da kommt dann die abgedroschene Floskel, daß die Ärzte nur ein "Körberlgeld" wollen. Einfach ineffizient, aber wer zahlt, für den spielt die Musik.

    • Sensenmann
      20. Mai 2013 21:43

      Noch eine Ergänzung: Generika müssen mittlerweile nichteinmal die identen Wirkstoffe enthalten. Nach neuerer Rechtssprechung (ja, es sind die Gerichte - insbesondere der EuGh, die hier die Generika-Gesetzgebeung nach und nach verfälscht haben) gelten auch unterschiedliche Ester und Salze eines Wirkstoffes als ident und die "Bioäquivalenz-Untersuchung" lässt breite Spielräume (80 - 120% des Originals), sodaß die Zulassungsbehörden einfach zulassen müssen, denn sie haben da keine Handhabe. Man sollte sich daher über unterschiedliche Wirkungen gegenüber dem Original nicht wundern.

    • fokus
      21. Mai 2013 13:45

      @Sensenmann

      Genauso ist es!

      ********

  18. RR Prof. Reinhard Horner
    17. Mai 2013 01:24

    reinhard.horner@chello.at

    Generika sind beleibe nicht das Gegenteil von "Originalmedikamenten", sondern - wie allgemein bekannt - solche mit gleicher Wirkung und lediglich mit abgelaufenem Patent. Mit Placeboeffekt haben sie aber schon gar nichts zu tun.

    Der pharmazeutischen Industrie - und nota bene auch dem pharmazeutischen Handel - mehr Gewinne zu verschaffen, ist wirtschaftlich legitim. Allein mit Gefahren für die industrielle Forschung und mit der Herabsetzung der staatlich finanzierten oder mitfinanzierten sollte man das Lobbying für die Pharmawirtschaft nicht begründen. Das wäre zu verkürzt, wäre zu plump.

    Dass mit Generika auf Kosten der Patienten gespart werde, ist ein unschwer durchschaubarer Werbegag.

    • dssm
      20. Mai 2013 11:56

      Kurz und bündig auf den Punkt gebracht:
      nicht das Gegenteil von "Originalmedikamenten"
      *****

  19. kritikos
    17. Mai 2013 01:14

    Na ja! Um die Pharma-Industrie muss man sich nicht wirklich sorgen. Die macht genügend Gewinne und wird auch weiter forschen, um neue Gewinne zu machen. Richtig ist sicher, dass staatliche Förderung sehr oft in Kanäle fließt, die weniger der Forschung und Wirtschaft dienen als vielmehr den aktuell plitischen Spielflächen.





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