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Wie viel sind uns unsere Bauern wert?

Wenn alle paar Jahre in der EU der Megakrieg ums Budget tobt, dann geht es in Wahrheit vor allem um sie, um die Bauern. Die Zahlungen für die Landwirtschaft sind zweifellos im EU-Budget einer der fragwürdigsten Brocken. Nirgendwo sonst wird so energisch gekämpft, verteidigt und angegriffen. Nirgendwo sonst wird es so emotional. Nirgendwo sonst geht es aber auch um so viel Geld: Macht doch das Agrarbudget auch nach dem am jüngsten Gipfel erzielten Konsens noch immer deutlich mehr als ein Drittel des gesamten EU-Haushalts aus.

Und auch wenn es in diesem Bereich künftig den heftigsten Einschnitt geben wird, wird sich die Landwirtschaft mehr denn je nicht nur wegen des „Wie viel?“, sondern auch wegen des „Warum überhaupt?“ rechtfertigen müssen. Da geht es um grundsätzliche Fragen, welche die EU im Grund seit ihrer Gründung als EWG oder EG ungelöst vor sich herschiebt. Diese Grundsatzfragen sind wegen der Lautstärke der einschlägigen Lobbys und der regelmäßigen Bauerndemonstrationen nie in Ruhe ausdiskutiert worden. Sie werden aber in Zeiten der Krise immer drängender.

Auch bei Beamten und der Forschung könnte gespart werden – aber das bringt viel weniger

Für das EU-Budget sind im Vergleich dazu die in letzter Zeit ebenfalls viel diskutierten fetten Beamtenbezüge nur Peanuts. Auch wenn außer Zweifel steht: Tausende EU-Beamte mit fünfstelligen Netto-Bezügen pro Monat und vielen sonstigen Privilegien sind extrem ärgerlich. Dies gilt umso mehr, seit sie ihre Existenz mit völlig überflüssigen Regelungen unseres Lebens zu rechtfertigen versuchen. Über die PR-Reportagen von Brüssel-Korrespondenten zugunsten dieser Beamten kann man hingegen nur lachen, versuchen sie damit doch nur recht vordergründig ihren Informanten und Party-Kollegen zu helfen.

Im Vergleich zum Agrarbudget sind auch die EU-Ausgaben für Forschung nur Peanuts. Dennoch sollte man festhalten: Jene Projekte, für die EU-Forschungsgelder fließen, werden oft immer fragwürdiger. So gibt es etwa eine Milliarde(!) Euro für ein Projekt, das vorgibt, das menschliche Gehirn via Computer simulieren zu können. Sowohl die elektronische wie auch die biologische wie auch die medizinische Forschergemeinschaft halten das jedoch für Scharlatanerie. Natürlich kann ich das selbst nicht wirklich beurteilen, aber es wäre zweifellos viel gesünder, wenn bei solchen hochriskanten Projekten privates und nicht Steuergeld verbrannt werden würde.

Wo es aber in Zeiten des europaweiten Sparens wirklich ums Eingemachte geht, ist eben die Landwirtschaft. Lange hatte sie diese Diskussion vermeiden können, weil vor der Krise genug Geld da war und weil die Steuerzahler sich nicht wirklich auskennen, wie die Agrarbürokratie das Geld verwendet.

Zweifellos profitierte die Landwirtschaft auch von einem emotionalen Faktum: Bauern mag man eben. Schließlich weiß noch der Großteil der Europäer, dass ihre Eltern, Groß- oder Urgroßeltern fast alle Bauern gewesen sind. Das schafft viel Empathie. Und ebenso unbestreitbar ist der hohe emotionale Stellenwert, den das Bild vom sauberen Bauernhof mit glücklichen Hühnern, Schweinen und Kühen in den Gemütern von Städtern genießt. Das muss uns doch etwas wert sein, denken viele – auch wenn die Landwirtschaft in Wahrheit heute meist ganz anders aussieht und die Grenze zur Industrie sehr fließend geworden ist.

Der Landwirtschaft geht es heute viel besser

Angesichts von all der Nostalgie und Sympathie für die Bauern wird oft versucht, die Fakten vergessen zu machen. Eine dieser Fakten ist, dass sich die Weltmarktpreise für fast alle Agrarprodukte in den letzten Jahren signifikant erhöht haben. Bauern können also heute mit ihren Produkten viel mehr verdienen. Der Appetit einer wachsenden Weltbevölkerung und insbesondere der immer besser verdienenden Chinesen, Inder und Vietnamesen hat die Preise und Produktionsmengen in die Höhe getrieben. Zugleich sorgt der wachsende globale Wohlstand dafür, dass der Anteil der Menschen immer größer wird, die sich diese höheren Preise auch leisten können.

Ein weiteres Faktum ist, dass der Großteil der Ökonomen der Dritten Welt in der europäischen (und amerikanischen) Agrarpolitik die wahre Katastrophe für die Entwicklungsländer sieht. Die relativ geringen Entwicklungshilfezahlungen wären überhaupt kein Problem, wenn Europa und Nordamerika ihre gesamte Landwirtschaftshilfe einstellen würden. Dann hätte nämlich die Dritte Welt erstmals eine faire Chance im Wettbewerb, die sie mit den hochsubventionierten Lebensmitteln aus dem Norden bisher nie hatte.

Ebenso Faktum ist, dass die europäischen Bauern in den letzten Jahren noch aus ganz anderen Budgettöpfen profitiert haben: nämlich aus jenen der Energiepolitik. Jeder Bauer, der auf seinen Feldern eine der derzeit wie Schwammerl sprießenden Windmühlen aufstellen lässt, hat für die nächsten Jahre ein absolut sicheres und arbeitsfreies Einkommen. Ähnliches gilt für den neuen Erwerbszweig der Bioenergie-Saaten.

Aber, so werden manche jetzt einwerfen, die Bauern sind doch so enorm wichtig für die Umwelt. Ach ja wirklich? Sind riesige Monokulturen, Versteppungen, Vergiftung des Grundwassers und vieles andere mehr wirklich in irgendeiner Hinsicht gut für die Umwelt? Man darf zweifeln, auch wenn diese kritischen Hinweise keineswegs auf alle Bauern zutreffen.

Wo die Förderungen wirklich berechtigt wären

Dennoch könne man doch nicht wirklich wollen, dass Bergbauern aufgeben und immer mehr Bauernhöfe dem Verfall preisgegeben werden, lautet der nächste Einwand. Das ist nun in der Tat eine wenig erfreuliche Perspektive. Tatsache ist aber, dass dieser Prozess auch trotz der gewaltigen Agrarbudgets der letzten Jahre weitergegangen ist.

Aus all dem gibt es eine klare Konklusion: Unsere Gesellschaft soll die Bauern durchaus entlohnen – aber eben nur für das, woraus die Gesellschaft oder die Umwelt irgendeinen Nutzen zieht. Selbst wenn das nur ein optischer Nutzen einer gepflegten Landschaft ist, von dem etwa der Tourismus sowie die vielen neuen Magazine und Fernsehserien profitieren, welche mit großem Erfolg eine heile bäuerliche Welt in Schönbildern vermarkten.

Förderungen sind also durchaus berechtigt für die Bebauung von Feldern anstelle von Aufforstung oder Versteppung, für Landwirtschaft ohne Monokultur, für die Erhaltung von Bergbauernhöfen (die nicht zu bloßen Ferienwohnungen umgewandelt werden), für Düngungsmethoden ohne Schädigung des Grundwassers, für Verzicht auf unerwünschte Methoden der Tierhaltung, für Verzicht auf sonstige Belastungen von Gesundheit und Umwelt (womit aber nicht die von ein paar Grünen und der Kronenzeitung geschürte Panik gegenüber genveränderten, aber völlig harmlosen Pflanzen gemeint ist).

Abwanderung ist ein ganz natürlicher Prozess

Alle anderen Förderungen – derzeit der Großteil! – sollten hingegen abgeschafft werden. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für Direktzahlungen und für Abnahme-Garantien der landwirtschaftlichen Produkte. Das wäre nichts anderes als eine Angleichung an das normale Leben: Auch die Erzeuger von Schwedenbomben, edlen Vorhängen oder billigen Autos gehen in Konkurs, wenn ihre Produkte nicht genug nachgefragt werden. Auch für sie gibt es bekanntlich keinerlei Abnahmegarantien oder dauerhafte Direktzahlungen.

Von den gegenwärtigen Methoden zur Ausschüttung des EU-Agrarbudgets profitieren die industriellen Großbetriebe am meisten. Auch diese sollten zwar vollen Anspruch auf gesellschaftlichen Schutz gegen die Attacken der wirren Tierschützer oder militanten grünen Gen-Kämpfer haben. Es gibt aber absolut keinen legitimierbaren Anspruch auf Direktzahlungen oder Abnahmegarantien.

Nur eine Einstellung dieser spezifischen Förderschienen wird die Bauern zu Umstellungen zwingen. Diese würden entweder darin bestehen, ihre Betriebe ganz nach den echten Anforderungen von Sauberkeit, Gesundheit und Umwelt zu orientieren, oder aber Dinge zu produzieren, die von den Konsumenten wirklich zu guten Preisen nachgefragt werden.

Gleich folgt der nächste Einwand: Davon werden aber nicht alle leben können; dann gibt es ein Bauernsterben. Ja das kann man nicht ausschließen. Aber das Bauernsterben, also die Abwanderung in andere Berufe, findet trotz vielfältiger Förderungen schon seit rund 200 Jahren statt. Sonst würde heute noch der Großteil der Europäer mit der Beschaffung des täglichen Brotes befasst sein. Aber zum Glück können dank der ständigen naturwissenschaftlichen und technischen Fortschritte immer weniger Bauern immer mehr (und meist bessere!) Lebensmittel erzeugen.

Auch die Gewerkschaften mussten einsehen, dass es nicht geht, die Beschäftigung von Heizern in E-Loks durchzusetzen. Oder von Bleisetzern in Zeiten des Computerdrucks.

Alle Regierungen fürchten die Bauern

Es gibt also absolut keinen Grund, dass sich die europäischen Staaten zur „Rettung“ von nicht gesunden bäuerlichen Betrieben immer weiter verschulden. Vor allem kann die immer wieder vorgeschobene bäuerliche Armut kein Grund dafür sein. Diese gibt es zwar sicher in einzelnen Bereichen. Aber Armutsbekämpfung ist in allen Branchen und Bereichen eine Aufgabe der Sozialbudgets oder der Familienpolitik. Es gibt ja auch für Schuster oder Greißler oder konkursgefährdete Rechtsanwälte keine Direktzahlungen oder Garantien, dass man ihnen ihre Schuhe oder Lebensmittel abkauft oder ihnen Klientenmandate gibt.

Warum aber gibt es dann immer einen solchen Wirbel gerade um das Agrarbudget? Nun, das hängt zweifellos neben der angesprochenen emotionalen Dimension mit der sehr erfolgreichen Politik der Bauernvertreter zusammen. Auch sozialistische Regierungen wie etwa die jetzige in Frankreich wagen es nicht, die Bauern wie jede andere Berufsgruppe zu behandeln. Und das tun erst recht nicht jene Regierungen, die von bäuerlichen Mandataren mitgetragen werden. Diese gibt es in fast jedem Parlament deutlich überproportional. Auch in Österreichs Nationalrat und den Landtagen sind die Bauern – so wie Beamte und Kammerangestellte – weit stärker vertreten, als es ihrem Anteil an der Bevölkerung oder der Gesamtproduktion entsprechen würde.

PS.: Genauso fragwürdig und fast ähnlich groß wie die Ausgaben für die Agrarpolitik sind übrigens jene für die sogenannte Kohäsionspolitik. Das sind die Unterstützungen für die ärmeren Regionen, die im Wettbewerb mit den erfolgreichen Teilen Europas unterzugehen befürchten. Die Eurokrise zeigt aber, dass diese Kohäsionspolitik absolut nichts bewirkt hat. Denn trotz der Kohäsions-Billionen im Laufe der Jahrzehnte sind gerade die davon profitierenden Länder heute jene, die am schwersten verschuldet sind und die sich am wenigsten wettbewerbsfähig gemacht haben. Sie haben es sich mit den Kohäsionsgeldern gut gehen lassen und müssen nun in ihrer Schuldennot mit neuerlichen Billionen aufgefangen werden. Aber dennoch wird eine kritische Diskussion über die Kohäsionspolitik nicht einmal versucht. Was natürlich den Bauern gegenüber ein wenig ungerecht ist, die immer kritischer beäugt werden.

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 13:18

    Zusätzlich zu den hier schon festgestellten Schwierigkeiten bei den Festlegungen der Agrarförderkulisse, sorgt eine Entwicklung für immer mehr lautstarken Wirbel.
    Die Naturschutz-NGOs drängen sich mit allen möglichen "Schutz"-Programmen immer stärker ins Zentrum und fordern größere Anteile des Kuchens. Denn sie sind ja die Natürschützer, die Guten, daher steht ihnen auch das Geld zu, während die Bauern mit Überdüngung und Überweidung sichtbar die Natur schädigen.
    Hinter diesem Geschrei wird einem klar, von welcher Seite am Ruf der Bauern gekratzt wird.

  2. Ausgezeichneter KommentatorA.K.
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 14:01

    Viele der heute noch lebenden Österreicher hatten eine Kindheit, in der Pferd und Ochse noch die typischen Arbeitstiere auf dem Bauernhof waren. Es gab Mittelwellenradio und dann Schwarz-Weiß- und schließlich Farb-Fernsehen. Heute gibt es in den Bauerndörfer wieder Pferde, allerdings um Stadtkindern das Reiten zu ermöglichen. In einem Menschenalter ist ein Umbruch von den handschriftlichen Aufzeichnungen zu allgegenwärtigen Computeranwendungen gekommen. Im Wiener Stadtbild tauchen Hochhäuser auf, deren Besiedlung noch zu einer Immobilienkrise führen dürfte. Auch für den Bauern hat sich viel geändert. In einem Bauerndorf gibt es vielleicht noch ein Duzend Vollerwerbsbauern. Automatisierung und Technik sind der Alltag. Nicht geändert hat sich aber, daß im Frühjahr die Saat aufgeht, die vorher noch mühsam ausgebracht wurde und daß eine Ernte erst das Säen voraussetzt und vom Wetter abhängt. Würde heute plötzlich für ein ganzes Jahr die Treibstoffversorgung unseres Landes ausfallen, könnten die wenigen Bauern nur hilflos dem sich anbahnenden Versorgungschaos zuschauen. Ich finde der Bauernstand und die Landwirtschaft bildet mit ihrem Wirken immer noch mehr die richtigen Maßstäbe ab, als jene Spekulanten, die nicht mehr Brot und Wein als Speise und Trank, sondern nur noch als Produkt für ihre Spekulation sehen. Jedenfalls fällt es mir leichter für Landwirtschaft aber auch für echte Innovation durch Forschung und Entwicklung Gelder als Budgetposten zu akzeptieren, als für Nadelstreif –Sozialisten in EU und Bürokratie.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 07:40

    Zur Information die EU-Förderungen, die kleinere Landwirte bekommen, reichen gerade mal dazu die Prüfkosten und Auflagen zu decken, die er zusätzlich aufgebürdet bekam. Für Freilandeier gibt es 5 Prüfungen, die vom Landwirt bezahlt werden müssen.
    Wenn man 190 Euro Ausgleichszulage p.a. lukrieren will und einem der Antrags- und Prüfaufwand nicht zu blöd ist, muss man eine 2,5 ha bergige Wiese zweimal im Jahr mähen und das Heu einbringen. Niemand braucht zurzeit schwereinbringbares Heu, nicht mal gegen eigene Arbeit. Für zweimaliges Häckseln, dh Gras bleibt zerkleinert liegen, bezahlt man 560 Euro pro Jahr ohne Einbringung, eine Ausgleichszulage steht in diesem Fall nicht zu.

    Daraus folgt, wohin fließen die großen Beträge und warum?

    Großen Landwirtschaften bzw. die industrielle Landwirtschaft, die mit den hart arbeitenden Kleinbetrieben konkurrieren, sind häufig bereits im Besitz von Banken und Investmentgesellschaften oder durch Verschuldung stark abhängig und diese brauchen für ihre Investoren, für ihr Ergebnis oder zur Sicherung des Nichtausfalls von gewährten Krediten entsprechende Rendite, je höher desto besser.
    Na glauben Sie, wie viele faule Kredite es mehr gäbe, würden denen die Förderungen gestrichen. Dann gäbe es anstatt 960 Mrd. Euro fauler Kredite plus x Mrd. Euro fauler Kredite aus der Agrarwirtschaft. Durch die Hintertür bezahlen die europäischen Steuerzahler bereits bei der Rendite und Schuldenparty dieser Monster mit. Wenn der Preis für Lebensmittel steigt, dann ist die Renditeparty eben entsprechend besser. Dann erweitern wir unser Repertoire mit weiteren ruinierten Betrieben, schaffen uns Konkurrenz vom Hals. Für Schuldenreduktion gibt es ja den Steuerzahler.
    Ja, so ticken Unternehmen und Banken in einem planwirtschaftlichen und nicht marktwirtschaftlichen Umfeld. Sie schaffen sich über naive, korrupte oder beschränkte Politiker Vorteile durch Lobbyisten am besten in einem riesigen Binnenmarkt mit zentralistischer Verwaltung, entsprechender Propaganda wie alternativlos das alles ist.

    Eine absolut fehlgeleitete Wirtschafts- und Agrarpolitik schaffte diesen Rahmen. Daher sollte diese Subventionspolitik zurückgefahren werden und wie simplicissimus beschrieben, einer regionalen Sicherung der Nahrungsmittelversorgung der Vorrang gegeben werden. Was spricht eigentlich dagegen den Agrarförderbereich zu nationalisieren? Auch ohne Agrarfabriken gab es Butter- und Milchberge.

    Wir brauchen freie faire Marktwirtschaften, fairen Wettbewerb, Subsidiarität.
    Wir brauchen keine über Produkte oder Steuerzahler finanzierte Lobbyisten, keine EU-Bürokratie, die ganz Europa - egal ob heißes oder kaltes Klima - über einen Kamm zu scheren versucht. Das klappt nicht, das müsste der letzte mit ein bisschen Hausverstand verstehen können, für die anderen wären Schulungen nötig am Beispiel Sowjetunion und DDR.

  4. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 06:48

    Meine persönliche Meinung (wen's interessiert):

    Landwirte mit naturbedingt schwierigen Produktionsbedingungen, in Bergregionen, ungünstigen Klimazonen, mit aktiven Leistungen landschaftspflegerischer Art, mit getroffener Entscheidung für naturnahe Lebensmittelerzeugung:
    diese Landwirte gehören in gerechter und intelligenter Weise gefördert.

    Landwirtschaftliche "Industriebetriebe", vom echten Großbauern aufwärts, über herrschaftliche Besitztümer, bis zu den flächenfressenden Großfarmen speziell im Süden unseres Kontinents (vom eigenartigen Herrn Hollande mit Verve verteidigt), die sollten - bei umsichtiger Betriebsführung - allein schon vom Produktionsvolumen und den möglichen Rationalisierungseffekten her - ihr Auskommen und gute Ertragsmöglichkeiten finden!

    Die heute so großzügigen Förderungen für diese Agrarfabriken gehören ganz ordentlich gestutzt bis komplett abgeschafft!
    Milliarden um Milliarden könnten so von der EU für sinnvolle und zukunftsträchtige, jedoch förderungswürdige Projekte bereitgestellt werden!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  5. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 02:02

    Weg von der Objektförderung nach dem Gießkannenprinzip, hin zur Subjektförderung mit Augenmaß, besonders wenn auch Mitmensch und Umwelt davon profitieren.

    Das bedeutet im Agrarsektor notwendige Zuschüsse für Bauern als Landschaftspfleger und Erzeuger von gesunden, regionalen Lebensmitteln, jedoch nicht für agrarindustrielle Großbetriebe mit zweifelhaften Produktionsmethoden. Dies wird leider beim Milliarden-Agrarbudget in der EU viel zu wenig beachtet. Im Gegenteil, es kassieren allzu oft jene, die es sich richten können und sowieso auf Grund ihrer Größe genug Einkommen erzielen. Auf diesem Gebiet liegt noch viel im Argen und es herrscht dringender Reformbedarf.

    Wie schon einmal bei der Kohäsionspolitik bemerkt, führt sie nicht zu dem gewünschten Ergebnis des Zusammenhalts zwischen ärmeren und reicheren Regionen, sondern zu sattem Nichtstun, Verschwendung und immer höheren Forderungen nach finanziellen Zuwendungen, frei nach dem Prinzip: "Wenn man Dir gibt, so nimm - wenn man Dir nimmt, so schrei"!

    Beste Vorbilder unsere hochverschuldeten, südlichen Problemstaaten und nicht zuletzt auch in Österreich jüngst das Burgenland, wo nach den bevorstehenden EU-Subventionskürzungen sofort der Ruf nach heimischen Steuergeldzuwendungen als Ersatz laut wurde. Von verbesserter Wettbewerbsfähigkeit trotz jahrelanger Förderungen keine Spur = beides ein Musterbeispiel von gut gemeint ist nicht immer gut.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 05:45

    Das ist alles vom Wettbewerbsstandpunkt gut und richtig. Wie sieht es aber fuer Oesterreich aus, wenn eine Energiekrise ploetzlich eintritt und die Transportkosten explodieren? Wenn Konflikte in den Nachbarstaaten ausbrechen und das Binnenland weitgehend von der Versorgung abgeschnitten wird? Wenn die explodierende Nachfrage in eben der dritten Welt die Preise fuer Grundnahrungsmittel in die Hoehe treibt.
    Zugegeben, manche dieser Szenarien sind derzeit nicht sehr wahrscheinlich, manche wuerden sukzessive auftreten, sodass Zeit zur Reaktion besteht.
    Man wird sich jedoch gut ueberlegen muessen welche landwirtschaftlichen Teile eines klimatisch benachteiligten Landes man zugunsten globalen Wettbewerbs wegsterben laesst und welche man, mit oder ohne EU-Foerderung doch unterstuetzt. Eine Notversorgung muss gewaehrleistet sein. Es ist wie eine Versicherung.

  7. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 09:07

    Alle Regierungen fürchten die Bauern oder wir zahlen den Preis für unser Essen über die Förderungen.

    Früher einmal vor vielen, vielen Jahren, etwa nehmen wir die 1950-er Jahre, da waren die Bauern die reichsten bei uns, sie garantierten das Überleben und bekamen, was sie produzierten, direkt bezahlt. Es gab bei uns im niederösterreichischen Dorf 8 Bauern, heute ist es einer, der sich deshalb über Wasser halten kann, weil er ein Fleischerei dabei hat und seine Waren selbst vermarktet.

    Auf noch früher möchte ich jetzt nicht eingehen, Bauernkriege, etc., es hat ja alles auch Geschichte.

    Dann kamen die 1970-er Jahre. Kredit und Faulheit hielten Einzug und Konsumverdorbenheit, und die Bauern wurden nicht mehr gebraucht, maximal als Landschaftspfleger, denn die Leute lernten Gift zu essen und 'Qualitätsware'. Es bildeten sich die unvermeidlichen Agrarlobbies, die absahnen, die sogenannten Lebensmittelkonzerne und die Preise der Bauern unter deren Existenzminimum gedrückt haben.

    Wie gesagt, also wurde 'politisch' eingegriffen und es wird 'gefördert', wie immer bei der Politik, nach Ideologie- (=Idiotie)-Richtlinien und nicht nach Sinnhaftigkeit und schon gar nicht bei den Klientel-Lobbies.

    Würden die Menschen die gerechten Erzeugerpreise beim Bauern zahlen, gäbe es die ganzen 'Agrarkonzerne' nicht, auch die ganze Konservierungsindustrie und Verpackungs- und Frischhalteindusstrie nicht, deren Laufbahn ja bereits im 19. Jahrhundert begonenn hat und in weiten Bereichen auch Sinn macht, in weiten Bereichen allerdings ein Beitrag zur Massenvergiftung geworden ist.

    Würden die Menschen die gerechten Erzeugerpreise beim Bauern zahlen, hätte die Politik auch sehr wenig Einfluß darauf und keine Berechtigung für aufgeblähte Förderapparate. Das gesunde Essen wäre teurer.

    Würden die Menschen normal und gesund leben, wären die allermeisten Regalprodukte der Supermärkte obsolet und unnötig und es würde auch wesentlich weniger weggeworfen werden, ebenso der hektische, nicht zuletzt auch durch falsche Ernährung bedingte, Lebensstil einem natürlichen weichen.

    All das aber ist auch nicht im Interesse der Politik, lassen sich damit doch keine Abhängigkeiten herstellen und es wäre auch nichts zu 'regulieren' und gegen die Lobbies ist man zu schwach.

    Für mich sind Agrarförderungen, wie alle Förderungen, die die Politik 'von oben herab' beschließt, problematisch, weil sie stets dorthin kommen, wo sie nicht gebraucht werden, sprich an die Selbstbediener und Klientel, und meist nie dorthin, wo die sinnvolle Maßnahme eigentlich hätte wirken sollen. Man könnte sich das Aufheulen der Lobbies ja platisch vorstellen, würde eine Förderung nur punktweise und direkt ausbezahlt werden unter Ausschluß der Lobbies.

    Alle Regierungen sollten sich heutzutage lieber vor den Lobbies fürchten, die sie vor sich hertreiben wie eine Herde Schafe.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Februar 2013 09:02

    Die Unterbergerschen Ansichten sind durch seine liberale Ideologie geprägt und haben dieselbe Wirkung wie Scheuklappen beim Roß. Er sieht das meiste, um nicht zusagen das wirkliche Problem n i c h t.

    Für die Ernährung des eigenen Volkes sind liberale Dogmen und das dumme Geschwätz von freiem Markt ein Unfug. Hier geht es um möglichste Autarkie, denn jede internationale Krise bedroht hier die schiere Existenz des Volkes bzw. wir (wie jeder andere Staat) sind erpreßbar. (Kissinger: Mit der Kontrolle über das Öl beherrscht man die Nationen, mit der Kontrolle über die Nahrungsmittel beherrscht man die Bevölkerungen, mit der Kontrolle über das Geld beherrscht man die Welt.)

    Auch wenn es Unterberger und seine liberalen Gefolgsleute nicht begreifen: hier ist gedanklich bei Fichtes „Geschloßnem Handelsstaat“ Anleihe zu nehmen.

    Der von mir schon vor Jahrzehnten kritisierte politische „Lösungsansatz“ die (gerechten!) Einkommen der Bauern per Transfer-Zahlungen zu sichern, ist auch heute noch so falsch und bedrohlich, wie ehedem. In Zeiten knapper Budgets werden sie von allen anderen Gruppen massiv in Frage gestellt, weil auch sie plötzlich vom Gürtel-enger-schnallen betroffen sind. – BRDDR: Hartz IV!)

    Politisch werden über allerlei Mechanismen niedrige Preise für die bäuerliche (Ur-) Produktion erzwungen, um die Massen der Großstädte mit billigen Lebensmittel bei Laune halten zu können. Inzwischen stimmt aber auch das längst nicht mehr, weil die Handelskonzerne die Preise nach Belieben nach oben gefahren haben – obwohl die agrarischen Produkte nur Preise erzielen, die nicht annähernd auch nur die Produktionskosten decken. – Was ist das für eine „Marktwirtschaft“?

    Unterberger bemängelt die billigeren Spritpreise und glaubt in den gestiegenen „Weltmarkt“-Preisen für Agrarprodukte eine hinreichende Einnahmensicherung der Bauern bzw. weitere nicht gerechtfertigte „Subvention“ entdeckt zu haben. Das ist aber nicht wirklich der Fall. Er kritisiert auch die „Abnahme-Garantien“ für deren Erzeugnisse, übersieht aber, daß die Agrarprodukte als einzige sehr vom Wetter abhängen und außerdem, wenn sie einmal da sind auf einmal abgenommen werden müssen, d. h. die Erzeuger haben schlechte Karten, wenn nicht zuvor „Liefer – und Abnahmeverträge“ geschlossen wurden. Hier von „freiem Markt“ und das noch im Weltmaßstab zu faseln zeugt nur von mangelndem Verstand.

    Die Landwirtschaft ist aus vielerlei – hier nicht in ganzer Breite darstellbar – Gründen jener Bereich, der durch Schutzmaßnahmen vor den Manipulationen des Weltmarktes zu schützen ist, vor allem um gerechte Preise der heimischen Bauern zu ermöglichen und damit deren Existenz zu sichern. Das Bauernsterben hier hat längst zu Existenz-bedrohenden Zuständen geführt, weil auf einmal zu wenig „Know-how“ mehr da ist, die Versorgung des Landes im Normal- mehr noch aber im Notfall zu sichern. Und der Notstand ist heutzutage anscheinend ohnehin bereits der politische Normalzustand!

    Das Gefasel von der Landschaftspflege wegen des Tourismus ist eines über ein nicht marktfähiges „Produkt“; wer bezahlte denn dafür? – Wieder die „Allgemeinheit“ (= der Steuerzahler)? - Die Landschaft ist dann „gepflegt“, wenn sie „unter Pflug“ steht, quasi als Nebeneffekt der bebauten Kulturlandschaft. Aber nur dann und so lange, als das „Bebauen/Bewirtschaften“ wenigstens die Existenz derjenigen zu sichern erlaubt, die hier wirtschaften. Das ist aber mit den heutigen Erzeugerpreisen nicht möglich. Evidenz dafür: weit über 50% der bäuerlichen Einkommen stammen aus Transferzahlungen.

    Sie wurden auch von jenen erfunden, die über die Mega-Strukturen – „Kohle und Stahl“, „Euratom“ und eben die „Gemeinsame Agrarpolitik“ – die „europäische Einigung“ erzwingen wollten. Wobei das Wort „Einigung“ nur schöne Vokabel ist, es ging immer schon um die EUdSSR und die Zerstörung des Nationalstaates auf dem Weg zur „global governance“ und Huxleys „Schöner Neuen Welt“.

    Ich weise auf die hier bereits gebrachten Auszüge der Rede eines der Landes- und Hochverräter, Andreas Khol, hin, die dies schon vor Jahrzehnten – vor der „EU“ – verkündeten.

    Die Agrarsubventionen in der gegenwärtigen form sind das Übel, das zu den heutigen Verhältnissen geführt hat; die „Lösungen“ jedoch, die Unterberger ohnedies nur per Kritik dessen was seiner Ansicht nach nicht sein sollte ausdrückt, ist aber erst recht keine Lösung. Seine liberale Ideologie ist einmal mehr ein noch größeres Übel: vom Regen in die Traufe.


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  1. dvhvtxfm (kein Partner)
  2. Medford (kein Partner)
  3. Mickey (kein Partner)
  4. Monica (kein Partner)
    22. Januar 2015 14:19

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    21. Januar 2015 00:57

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    21. Januar 2015 00:42

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  8. Milien (kein Partner)
    19. Januar 2015 10:12

    Eine wunderschf6ne Aufnahme, die Farben denzet leuchtend nur wenig verste4rkt, mit einem freundlichen weichen Himmel und diese schf6ne Frau die auf dem Tulpenfeld posiert so richtig zur Geltung bringt. Es erzielt eine Wirkung die ich nicht erkle4ren kf6nnte. Faszinierend schf6n ist es!

  9. Sue (kein Partner)
    19. Januar 2015 09:45

    DAS nenn ich jetzt mal eine echt inovative idee eines burean. ich glaub sogar das kf6nnte schule machen ;p gleich auch mal meine rechnungen anpassen tut...

  10. euro-payer (kein Partner)
    15. Februar 2013 14:28

    Natürlich. Man kann Agrarförderungen abschaffen.

    Wenn man damit einverstanden ist, dass

    1.) der Preis für ÖSTERREICHISCHE Lebensmittel sich um zumindest 30% erhöht

    und

    2.) damit mindestens 50% der kleinen Bauernhöfe für immer schließen.

    Wenn man das will kann man die Agrarförderungen abschaffen.

    Man muss bei der kolportierten Höhe aber auch auseinanderhalten: der Großteil dieser agrarischen Fördergelder ist nicht das, was den Bauern direkt zu gute kommt. sondern hauptsächlich Projektgelder für den sog. "ländlichen Raum". Und da werden Golfplätze genauso gefördert wie Kinderbetreuungseinrichtungen. Was alles mit Landwirtschaft herzlich wenig zu tun hat.

    Und grundsätzlich sollte man nicht vergessen: es handelt sich ja bei den Direktzahlungen um Ausgleichszahlungen, welche den durch den EU-Beitritt erfolgten Preisverfall der Produkte zum Teil kompensieren sollen. Natürlich hat da der mehr Produzierende auch mehr Nachteil. Also mehr Anrecht auf Ausgleichszahlungen als derjenige mit der Hobby-selbstverwirklichungs-Landwirtschaft mit 5 Schafen und 7 Hühnern.

    • F.V. (kein Partner)
      15. Februar 2013 15:04

      e-p,

      Sie haben mit allem was Sie sagen recht; aber das ist sozusagen die Momentaufnahme, auch der Sitten und Bräuche im Event- und Zeitgeistland.

      Tatsächlich haben diese Förderungen die Bauern in eine existenzielle Abhängigkeit von Transferleistugnen gebracht, womit sie erpreßbar geworden sind. Jeder Kammerfunktionär, jeder politische Schwachkopf und vor allem das Zentralkommitee der EUdSSR und der ganze Bürokratenstadl haben die Bauern in der Hand.

      Wenn heute ein modisches "Marken"-T-Shirt oder ähnlicher Plunder für Fantasiepreise verkäuflich ist, jeder noch so schwachsinnnige "Event" Eintrittspreise nehmen kann, bei denen die Salzburger Festspiele rot würden, wir uns überdies das Aushalten des Schein-Asylanten Gesindels aus lauter Gutmenschlichkeit einiges kosten lassen, dann ist nicht einzusehen, warum die landwirtschaftlichen Produkte unter den Erzeugerkosten "am Markt" verkauft werden sollen.

      Ernährnug als Primärbedürfnis hat immer einen erheblichen Teil des verfügbaren Einkommens beansprucht. Wenn wir, was ja aus Existenz-Sicherungsgründen nötig ist, einen eigenen Bauernstand haben wollen, dann muß dieser für seine Produkte den Preis erzielen können, der a. die Kosten deckt und b. ihm ein "gerechtes" Leben ermöglicht. Die EU-Agrarmarktordnung hat hier nicht sosehr einen Markt geschaffen, sondern wilde Verzerrungen, die nicht zu halten und die überdies "ungerecht" sind.

      Nahrung ist zwar teuerer geworden, aber vor allem weil wenige Handelskonzerne den Markt beherrschen und mit ihrer Nachfragemacht die Erzeugerpeise drücken, was aber keineswegs die Verkaufspreise senken muß.

      Wenn die Landwirtschaft richtigerweise durch Einfuhrzölle zu schützen ist, dann ist durchaus Wettbewerb im Inland erwünscht, aber eben nicht auf dem "Weltmarkt", der in Wahrheit kein Markt im allgemein verstandenen Wortsinn ist, sondern ein manipuliertes Geschehen mit transnationalen Konzernen. Überdies sind andere Prioritäten hier maßgeblich: die Sicherung der Versorgung auch im Krisenfall, der heute - wie schon einmal erwähnt - ohnehin bereits der Nortmalzustand ist.

      Von heute auf morgen ist eine Änderung des Systems natürlich nicht ohne schwerste Erschütterungen möglich, aber den Umbau und Schutz der heimischen Landwirtschaft müßte man - wäre man wirklich verantwortlicher Staatsmann - angehen. Was man relativ leicht als ersten Schritt machen könnte: die Förderungen der Agrarindustrie abbauen.

      Freilich, mit der bestehenden Mannschaft und deren Häuptling, der sich in zeitgeistiger Weise sein Ministerium in "Lebensministerium" umetikettiert hat und vor allem "Klimaschutz", "Green Events", "Bewußt kaufen", "vital leben", "Wachstumswandel", ... für seine zeitgeistige Priorität sieht (wenn er nicht gerade in Paris eine Linienmaschine aufhalten lassen möchte, damit er zhu einem Adabei-"Event" rechtzeitig dabei ist) - ja das ist die sich selbst beantwortende - rhetorische - Frage.

  11. Paneuropa
    14. Februar 2013 16:48

    Die Bauern sind ohnehin nur der Spielball in der Frage des EU-Agrarbudgets. Den kann man sehr gut verkaufen. Der Rest des Geldes geht dann an die Großindustrie wie Agrana, oder Nestle oder Red Bull bzw. Rauch. Nicht zu vergessen, die sogenannte ländliche Entwicklung, da lebt nur eine Bürokratie davon. Die ist es auch, die das Fördersystem mit aller Gewalt verteidigt. Die Bauern selbst hätten viel weniger gegen eine Systemänderung. Laut sagen dürfen sie das nicht. Mit der AMA sind sie jederzeit kontrollierbar und damit auch fertig zu machen.
    Die bis zu 8.000 Euro die für ein Windrad bezahlt werden (pro Jahr, das bei einem Flächenverbrauch von 0,2 ha) sind allerdings auch ein Hammer.

  12. Otto (kein Partner)
    14. Februar 2013 08:29

    'elektronische Forschergemeinschaft'?!
    Bitte keine Wortkreationen mehr!
    Es gibt genügend Fachausdrücke zur Beschreibung der Berufsgruppen in den Naturwissenschaften, benützen Sie diese.

  13. Hannibal (kein Partner)
    13. Februar 2013 21:42

    Bauern sind arm dran. Neulich hat mir eine Altbäuerin in Kärnten erzählt, dass der "freie Bauer" nicht mehr existiere. bauern müssen jedes neugekaufte Vieh von der LWK registrieren lassen, aber auch jedes, das sie schlachten wollen. Vom Kammerzwang mit Zwangsbeitrag ganz zu schweigen...
    Bitte entschuldigt mich, falls das nicht ganz zum Thema passt, aber Herrn Unterbergers Fußnote zum Thema Bauern habe ich nur überflogen und mir zum Anlass genommen, diese Belastungen zu erwähnen

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      14. Februar 2013 17:12

      Bauern müssen jedes neugekaufte Vieh von der LWK registrieren lassen, weil sie es sich fördern lassen!!

  14. Eso-Policier (kein Partner)
    13. Februar 2013 19:04

    In Europa muss die Landwirtschaft gestärkt werden. Damit Europa möglichst unabhängig ist von Importen. Mehr dazu unter
    www.esopolice.wordpress.com

  15. Robert Bond (kein Partner)
    13. Februar 2013 16:37

    Herr Unterberger,

    könnten Sie vielleicht mal eine Quelle liefern, wo und in welcher Form "sowohl die elektronische wie auch die biologische wie auch die medizinische Forschergemeinschaft" das European Brain Project für "Scharlatanerie" halten?
    Da geht es ja nicht darum, ein menschliches Gehirn nachzubauen, sondern auf dem Weg von Simulationen mehr über kognitive und andere neuronale Prozesse herauszufinden. Unterm Strich bedeutet das: Eine Milliarde Euro für Hirnforschung und Artificial Intelligence. Ungewöhnlich mutig für die EU. Das ist nämlich genau die Art von Grundlagenforschung, die öffentliche Mittel braucht und sie auch in den USA in erheblichen Mengen bekommt.

    • phaidros
      14. Februar 2013 04:26

      Völlig richtiger Einwand. Dazu folgende Informatikgeschichte:

      Es gibt Softwaresysteme, die man »neuronale Netze« nennt. Sie bestehen im Prinzip aus unzähligen gespeicherten Werten, die mit anderen »verbunden« sind. D.h., eine Wertänderung einer Zelle wirkt auf andere gespeicherte Werte (gesteuert mit einer Funktion, die selbst durch eine Änderung beeinflusst werden kann).

      Solchen Netze sind verblüffenderweise nach entsprechendem ›Training‹ zu bestimmten kognitiven Leistungen in der Lage, die man aus dem Bauch heraus eher nur einem menschlichen Gehirn zuschreiben würde.

      Dazu zwei durchaus erwähnenswerte Beispiele:

      Im Militärbereich wurde ein solches Netz trainiert Fotos von Panzersilhouetten zu beurteilen (»Friend/Foe«). Was im Labor tadellos zuletzt tadellos funktioniert hatte, versagte im Feld völlig: viele vom System vorgenommenen Kategorisierungen mussten verworfen werden, weil sie rundheraus falsch waren. Mal wurde alles als ›friend‹ ausgewisen, das andere mal als ›foe‹.

      Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Analyse ergab den Grund: es stellte sich heraus, dass aus schierem Zufall die Fotos der eigenen Silhouetten bspw. bei bewölktem Himmel, feindliche bei Schönwetter aufgenommen worden waren. Das System hatte nicht Panzersilhouetten zu unterscheiden gelernt, sondern Wetter.

      Das zweite Beispiel zeigt den Wert für die Gehirnforschung: Man hat einem System das Lesen beigebracht. Das heißt, eine Kamera nimmt einen Text auf, und das System konnte den erfassten Text (der ja a priori »nur« eine Ansammlung von Bildpunkten ist, die erst interpretiert werden muss) auslesen.

      Als das System gut trainiert war, hielt man es an und griff händisch ein: Verbindungsfunktionen wurden manipuliert, manche Verbindungen zwischen Zellen gekappt, andere künstlich gelegt, einzelne Werte verändert.

      So manipuliert »las« das System für das Punktmuster, das die Buchstaben »Orchester« bildet auf einmal »Sportmannschaft«. Der Grund: Assoziationen, die das Zusammenwirken abbildeten, waren intakt; andere, die die Assoziation zu »Musik« darstellten, durch die Manipulationen defekt.

      Die Pointe dabei: diese Art von Fehlleistung ist eine Form von Dyslexie.

      Wenn man also ein System »baut«, das nicht nur in der Lage ist, ein anderes System in seinen Leistungen nachzubilden, sondern darüber hinaus auch gleichartiges Fehlverhalten zeigt, so spricht Einiges dafür, dass man der Funktionsweise des nachgebildeten Systems auf der Spur ist.

      Und das ist wohl der Hintergrund des faszinierenden »Human Brain Project« (http://www.humanbrainproject.eu/ )

  16. Segestes (kein Partner)
    13. Februar 2013 15:45

    Die meisten Bauern sind Egoisten die Raubbau an der Natur betreiben. Man muss kein linksgrüner Vogel sein, um das zu erkennen: Nitratverseuchte Böden und Gewässer; Fichtenmonokulturen; Maismonokulturen; Lobbyismus für Biosprit (=noch mehr Monokulturen); gezielte Einflussnahme auf Flächenwidmungspläne, damit aus Ackerland sündteures Bauland wird (viele Bauern sitzen für die Schwarzen in Gemeinderäten); Schweine und Rinder die man ihr Leben lang in engen Ställen einsperrt... und zum Drüberstreuen Förderungen über Förderungen, die die Allgemeinheit blecht. Woran man aber zumindest sieht, dass der bäuerliche Kapitalist sozialistischen Methoden nicht völlig abgeneigt ist, wenn diese ihm nur dienen.

    Mir sind diese Bauern demnach rein gar nichts wert. Man könnte auch sagen, der Teufel soll sie holen. Ausgenommen jene Handvoll, die eben mehr sind als g'scherte Abkassierer.

    • Gismor (kein Partner)
      13. Februar 2013 16:35

      Segestes
      ************

    • panzerechse (kein Partner)
      13. Februar 2013 21:56

      @Segestes,

      Sie sind ein Trottel. Sie haben nix kapiert. Junge Römer. Marsch zurück nach Rom. Versuchen Sie's mit der Phalanx. Vielleicht vergißt man Sie, bevor Ihre Einheit völlig aufgerieben wird.

    • Segestes (kein Partner)
      14. Februar 2013 09:32

      @panzerechse:

      Siezen, aber im gleichen Satz das Wort Trottel benutzen; die Sorte Rüpel gibt es wirklich nur hier :)

      Übrigens, die Phalanx wurde von den Griechen eingesetzt, nicht von den Römern, du Militärhistoriker für Arme :D

  17. Pius (kein Partner)
    13. Februar 2013 15:29

    Zum Gedenken an Dresden - 13.2.1945
    In Dresden sind am 13. Februar 1945 mindestens 250.000 Menschen von alliierten Kriegsverbrechern ermordet worden; diese Opferzahl übersteigt die Summe der Opfer von Hiroshima und Nagasaki!
    Es ging den Alliierten nur darum, möglichst viele deutsche Zivilisten zu ermorden; Gebäude und Produktionsanlagen waren irrelevant!

    Die Mütter von Dresden

    Als sie in Nürnberg saßen, die Großen, zu Gericht
    fragten in Dresden die Mütter: Ruft man uns nicht?
    Aus den Kellern wollen wir kriechen und starren in Euer Gesicht,
    Wir Rest der Mütter von Dresden, die anderen leben ja nicht.

    Sie wurden erlegt und die Toten reden ja nicht.
    Aber wir, die in Kellern noch schleichen, ruft man uns nicht?
    Unmenschliches zu ahnden, so sagt Ihr, sei Eure Pflicht.
    Da sind wir! Bessere Zeugen findet Ihr nicht.

    Sie schweben hoch die Geschwader und lösten die Bomben dicht
    Drei Tage lang ungefährdet und kamen Schicht um Schicht.

    Kinder mit Spielzeug in den Händen, Ihr saht sie ja nicht!
    Zerstückelt wie auf der Fleischbank und immer noch Bomben dicht.
    Das berstende Höllenfeuer, Euch brannte es nicht.

    Wir starren in unserer Kinder verkohltes Angesicht.
    Habt Ihr gewiegt in den Armen den kleinen Leib?
    Ihr nicht!
    In unseren Fingern zerfiel er, den wir geboren ins Licht
    Stück nach Stück von den Knochen, seht, wie er bricht!

    Die Zähne nur blinkten noch weiß.
    Ach, so grausam schlachtet man Kälber nicht.
    Zu Nürnberg, Ihr Großen, nun sitzt Ihr zu Gericht.
    Ruft Ihr die Mütter von Dresden nicht?

    (Heinrich Zillich)

    Dresden war eine Lazarettstadt, ohne Luftabwehr und überfüllt mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten, die vor der roten Armee geflohen waren.

    Die Bombardierung Dresdens war Massenmord an Frauen, Kindern, Greisen und Verwundeten. Es gibt meines Wissens in der Geschichte der Menschheit kein Ereignis, bei dem mehr unschuldige Zivilisten an einem Tag ermordet wurden, als in Dresden am 13. Februar 1945.

    weiterlesen: http://killerbeesagt.wordpress.com/

    • Gismor (kein Partner)
      13. Februar 2013 20:35

      „Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine
      Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt,

      meine Ergänzung, und wie es seiner Toten gedenkt.“
      Leopold von Ranke.

      Ihr findet Dresden schlimm?
      Ich auch.

      Aber es gibt etwas, was noch schlimmer, noch ruchloser, noch würdeloser ist als die Ermordung von mindestens 250.000 wehrlosen Zivilisten,
      nämlich den Umgang der jetzigen Deutschen mit diesem Ereignis!

      Habe ich schon erwähnt, daß die Bomben Zeitzünder hatten, um die Rettungskräfte zu ermorden?

      Auf welt.online kann man einen Artikel lesen, der mindestens 90% der Opfer unter den Tisch fallen lässt, die Tieffliegerangriffe leugnet und natürlich alle, die nicht den kruden Thesen der Schreibhure zustimmt, als “Rechtsextreme” verleumdet.

      http://killerbeesagt.files.wordpress.com/2012/07/bomber-harries-do-it-again1.jpg
      (die Linken wünschen sich "Bomber Harries do it again")

      Interessant auch die Behauptung, “Zeitzeugen wären ungeeignet, historische Ereignisse objektiv zu untersuchen”, wo doch die Nürnberger Prozesse, wo die angeblichen “Gräueltaten” der Deutschen besprochen wurden, eigentlich NUR auf Zeugenaussagen von Zeitzeugen basieren und jegliche wissenschaftliche Herangehensweise über die angebliche “Offenkundigkeit” kriminalisiert wird!

      Wisst ihr, ich könnte es verstehen, wenn Amis, Engländer oder Franzosen solche widerlichen Machwerke verfassen, aber wenn ihr hinschaut, so sind es immer Deutsche, die sich besonders dabei hervortun, ihre Vorfahren mit Dreck zu überhäufen und ihr Leid zu verleugnen.

      Das ist eben der Unterschied zwischen Deutschen, Indern oder Japanern:

      In Indien hat es bei 1 Milliarde Menschen keinen einzigen Strafverteidiger gegeben, der die Vergewaltiger verteidigen wollte, in Deutschland prügeln sich die Staranwälte darum, ausländische Söldner des Merkel-Regimes für “Gotteslohn” (oder sollte ich “Teufelslohn” sagen?) freizupauken und den deutschen Hinterbliebenen ins Gesicht zu spucken.

      Die angelsächsischen Kriegstreiber haben auch den Japanern die Kriegsschuld zugeschanzt, aber nichtsdestotrotz wird jedes Jahr der Atombombenabwürfe gedacht und kein Japaner würde jemals auf die Idee kommen, “Bomber Harris do it again” zu skandieren.

      In Deutschland sieht es da schon ganz anders aus, nicht wahr?

      Und kommt mir jetzt bloß nicht mit

      “die armen Deutschen können nichts dafür, die wurden gehirngewaschen”, das ist eine Lüge!

      Zur Gehirnwäsche gehören zwei:

      Einen, der waschen will.

      Einen, der waschen lässt.

      Der eigenen unschuldigen Opfer eines Krieges zu gedenken ist eine Sache der Ehre und die geht dem deutschen Volk größtenteils ab.

      Jetzt mal unter uns:

      Ihr schimpft darüber, daß die Türken euch Deutsche ohne Respekt behandeln.

      Würdet ihr ein Volk respektieren, das so mit seinen Vorfahren umgeht?

      Nein, oder?

      Respekt muss man sich verdienen.

      Durch ehrenhaftes Verhalten, Mut, Stolz und Stärke.

      Wie könnt ihr von den Türken erwarten, daß sie euch respektieren sollten?

      Ihr seid eine Lachnummer geworden, weil mittlerweile eure einzige Beschäftigung darin besteht, euch ausplündern zu lassen und diejenigen zu denunzieren, die diesen Zustand monieren.

      Wenn das deutsche Volk Ehre hätte, würde es den 13. Februar zum Volkstrauertag erklären und keinen Fuß auf englischen Boden setzen, solange dort für Massenmörder Denkmäler errichtet werden.

      PS.: Die Ironie ist, dass diesen Artikel ein Deutscher mit koreanischen Wurzeln verfasst hat.

      Dresden 1945 - Mahnmal des Terrors
      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=F9HvtCaXB6w

    • Pius (kein Partner)
      13. Februar 2013 20:50

      Ehre - diese Tugend besitzen nur ganz wenige und die werden ausgegrenzt, denunziert oder eingekerkert.
      Es ist wirklich zum Schämen ... (welch feiges und kriecherisches Volk wir doch geworden sind, aber dafür hochgebildet!!!!!! (Ironie))

  18. meeinrad (kein Partner)
    13. Februar 2013 13:55

    nach gurkenkrümmungs-, bioklo-, holzschneidbrett- und glühbirnenverbot aus Brüssel zweifelt da wer, dass die landwirtschaft nicht auch noch verboten wird?
    wenn wir selbst nix mehr produzieren, dann wird man uns alles zu jedem preis andrehen können!

  19. Torres (kein Partner)
    13. Februar 2013 12:44

    Vor allem sollte man bei den Förderungen auch genauer hinterfragen, wer wirklich ein "Bauer" ist; es gibt da erstens sehr viele Nebenerwerbsbauern und zweitens auch solche wie etwa den "Grafen" Mensdorff-Pouilly, der ja als Beruf ebenfalls "Bauer" angibt.

  20. matze (kein Partner)
    13. Februar 2013 11:37

    Es droht das Verbot des Films "Water Makes Money" !!! Der Wasser-Konzern Veolia klagt gegen den Film „Water Makes Money“
    ARTE zeigt den Film aus Solidarität zwei Tage vor dem Prozess, am 12.02.2013 um 22h. Bitte sehen Sie sich den Film an, damit Sie verstehen welche rechtlich äußerst fragwürdigen Vorhaben in der EU Kommission entwickelt werden …
    Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=dLaVwYjfejw

  21. cmh (kein Partner)
    13. Februar 2013 10:26

    Die geänderte Wahrnehmung von Natur kann man jederzeit am Stephansplatz erfahren.

    Man gehen nur zu den Fiakern und beobachte (!!) wie die Rösser stinken. Einfühlsame Sozialistenhirne haben den armen Viehcherln "Poohbags" verordnet.

    Den Geruch der Autos hingegen nehmen wir nicht mehr wahr. Anscheinend wegend er Katalysatoren und dem segensreichen Wirken der Autobauer in Industrie und technischen Universitäten. Um den Gestank von Autos zu bemerken muss man schon in die freie Natur gehen und sich lange dort aufhalten - bis ein Auto vorbeifährt. Der metallisch-rußige Gestank ist fulminant!

    Jetzt ist es so, das Rösser und Autos einen Eigengeruch haben. Nur wir nehmen diesen unterschiedlich wahr.

    Landwirtschaft riecht daher am Acker anders als in Brüssel.

  22. cmh (kein Partner)
    13. Februar 2013 10:07

    1. Über den Bauern sollte man nicht auf Fischereiindustrie vergessen. Die Probleme sollten dort ähnlich sein.

    2. Dass Bauern für die Windräder ein "arbeitsloses Einkommen" beziehen, ist doch allerhand!? Mir gefallen die Windräder auch nicht, aber das hier ist lediglich Polemik. Denn mit seinen Grundstücken sollte der Eigentümer wohl machen können was er will, und nicht die optischen Bedürfnisssen der zugezogenen Wiener befriedigen müssen. Der Genuss der ungestörten Landschaft durch Touristen ist der "windfall profit" - aber nicht der der Bauern.

    3. Dass die Bauern unter einer gewissen Kuratel stehen sollten ist auch klar -wenn auch nicht gerne gehört. Ich erinnere nur an das komplette Versagen der Bauernschaft in der Steiermark nach den Bauernfreiungen im 19. Jahrhundert. (Rosegger: Jakob der Letzte) Die nicht mehr unter der Grundherrschaft stehenden Bauern haben damals ihre "Getreidefelder" an die Industriebarone verkauft und sind in die Städte gezogen um sich als Arbeiter zu verdingen. Diese Felder wurden zwecks Holzgewinnung aufgeforstet. Den grünen Wald der Obersteiermark kann man daher getrost als Folge der Industrialisierung ansehen. Also Wald ist nicht notwendigweise gleich Natur.

    4. Die Schweinezyklen der Landwirtschaft sind für Legislaturperioden kurz genug, die anderen Zyklen hingegen sind viel längerfristiger, als es sich Politiker- und vor allem Lobbyistenhirne vorstellen können. Was aber nicht bedeutet, dass man die Naturwissenschafter (ich denke dabei natürlich an unserern lieben phaidros - sorry ich kann es halt nicht lassen) da drüber lassen sollte.

    5. Solange der STrom aus der Steckdosen und das Fressen aus dem Supermarkt kommt, der Fras billig, dann vor allem optisch entsprechen und ganzjährig in gleichbleibender Qualität prontopronto vorhanden sein muss, wird die Landwirtschaft immer viel Freude bereiten können.

    6. Wo heute ein Mann mit Traktor die Arbeit an einem ganzen Nachmittag erledigen kann, war das früher nur mit wesentlich mehr manpower möglich:

    http://images.search.conduit.com/ImagePreview/?q=acker+jahrhundertwende&ctid=CT2269050&SearchSource=15&FollowOn=true&PageSource=Results&SSPV=EB_SSPV&CUI=UN55684392318265125&UP=&UM=&start=35&pos=6

    Es gab also einen Wandel in der Arbeitsweise, der nicht ganz erfasst wird.

    7. Interessant ist es, bei einer der nächsten Wanderungen in ländlicher Umgebung, auf landwirtschaftliche Gebäude zu achten:

    Vollholzgebäude sind alle über 100-150 Jahre alt.
    Bretterschuppen, die leichter verrotten schaffen es kaum auf 100 Jahre.

    Was heute neu gebaut wird, ist entweder aus Wellblech oder Plastik.

    8. Lösungen habe ich leider keine. Mögliche Lösungen sind zudem garantiert immer mit Unannehmlichkeiten verbunden. Die Politik wird zusehen, dass diese Unannehmlichkeiten von den Bauern zu tragen sind, da diese weniger Stimmen bringen als die fordernden Städter.

    Wem diese 8 Punkte wirr vorkommen, der hat natürlich recht. Aber das liegt an der wirren und viele unterschiedliche Aspekte zeitigenden Natur des Problems.

    • F. V. (kein Partner)
      13. Februar 2013 11:17

      Sie haben mit vielem, nicht allem recht. –

      Natürlich ist der Vorwurf vom arbeitslosen Einkommen gerade von einem liberalen Ideologen lustig. Aber auch Ihre Ansicht, daß man mit seinem „Eigentum“ machen könne, was man wolle, auch. Das ist nun keinesfalls so, darum gibt es jede Menge von „Rahmenbedingungen“, die man mit Rücksicht auf die „Gemeinschaft“ einzuhalten hat. (Von der Sinnhaftigkeit der Windräder rede ich hier nicht.)

      Was man „den Bauern“ ankreiden muß, sind gewisse „kapitalistische“ Verhaltensweisen, wie die, landwirtschaftlichen Boden in der Nähe von Großstädten als Bau- oder Bauerwartungsland zum 10 – 100-fachen Preis zu verhökern, obwohl sie im Grunde als Besitzer auch nur die „Pächter“ des Bodens sind, denn erworben haben sie ihn ja nie. Vom Erlös kauft man den nächsten stadtnahen Hof und wiederholt das Spielchen womöglich.

      Der Boden fiel ihnen durch die „Bauernbefreiung“ umsonst zu, aber mit der impliziten Verpflichtung darauf Landwirtschaft und nicht Grundstücksspekulation zu treiben. Ihr Beispiel mit den Wäldern der Steiermark belegt hinreichend den Mißbrauch. (In Rußland sind heute noch Beschränkungen für Städter in Kraft, die ihnen - aus einsichtigen Gründen - nicht erlauben Bauernland zu kaufen.)

      Bauern den privaten Verkauf von Land auch bei uns überhaupt zu gestatten ist falsch, außer er bleibt als landwirtschaftlicher Boden, d.h. weitgehend „wertlos“ für die oben kritisierte „Dreifelder-Wirtschaft“. Denn hier ist wirklich keine Leistung der Bauern involviert, wenn sich die Grundstückspreise wegen Stadtnähe in den Himmel bewegen.

      Die erwähnte „Bauernbefreiung“ ist natürlich auch eine Schimäre, denn frei sind sie heute auch nur scheinbar. Sie sind in ein Regelwerk eingezwängt, das von Bürokraten oder jenen Kammer-Profiteuren ausgeheckt wurde, und mit deren Hilfe das heutige Zwangssystem geschaffen wurde. Die scheinbare Freiheit ist dieselbe Illusion, wie jene der Kassiererin bei Billa, die sich dort „verwirklicht“.

      Darum „denken“ für die Bauern vor allem Funktionäre und Christian Konrad, aber die haben doch andere Interessen bzw. ist ihnen „Denken“ ohnedies ein Fremdwort.

      So haben "wir" es zu Mono-Kulturen und –Strukturen gebracht, mit denen das Gleichgewicht gestört wurde: Hunderte Schweine auf 25 ha, dh die zehnfache Menge an Gülle, als vom eigenen Land ernährt werden könnten, die dann über die zu geringen Flächen ins Grundwasser gespült werden, usw.

      Diese massiven Kritikpunkte an den Bauern sind aber eben nur die eine Seite, z.T. bedingt durch die von f r e m d e n Interessen herbeigeführte Lage heute, aber das „strategische“ Problem ist dennoch deren wirtschaftliches Überleben und die Sicherung der Ernährung im eigenen Land auch in Krisen- bzw. Notzeiten.

    • Philips (kein Partner)
      13. Februar 2013 12:36

      F.V.
      *********

  23. Francois Villon (kein Partner)
    13. Februar 2013 09:02

    Die Unterbergerschen Ansichten sind durch seine liberale Ideologie geprägt und haben dieselbe Wirkung wie Scheuklappen beim Roß. Er sieht das meiste, um nicht zusagen das wirkliche Problem n i c h t.

    Für die Ernährung des eigenen Volkes sind liberale Dogmen und das dumme Geschwätz von freiem Markt ein Unfug. Hier geht es um möglichste Autarkie, denn jede internationale Krise bedroht hier die schiere Existenz des Volkes bzw. wir (wie jeder andere Staat) sind erpreßbar. (Kissinger: Mit der Kontrolle über das Öl beherrscht man die Nationen, mit der Kontrolle über die Nahrungsmittel beherrscht man die Bevölkerungen, mit der Kontrolle über das Geld beherrscht man die Welt.)

    Auch wenn es Unterberger und seine liberalen Gefolgsleute nicht begreifen: hier ist gedanklich bei Fichtes „Geschloßnem Handelsstaat“ Anleihe zu nehmen.

    Der von mir schon vor Jahrzehnten kritisierte politische „Lösungsansatz“ die (gerechten!) Einkommen der Bauern per Transfer-Zahlungen zu sichern, ist auch heute noch so falsch und bedrohlich, wie ehedem. In Zeiten knapper Budgets werden sie von allen anderen Gruppen massiv in Frage gestellt, weil auch sie plötzlich vom Gürtel-enger-schnallen betroffen sind. – BRDDR: Hartz IV!)

    Politisch werden über allerlei Mechanismen niedrige Preise für die bäuerliche (Ur-) Produktion erzwungen, um die Massen der Großstädte mit billigen Lebensmittel bei Laune halten zu können. Inzwischen stimmt aber auch das längst nicht mehr, weil die Handelskonzerne die Preise nach Belieben nach oben gefahren haben – obwohl die agrarischen Produkte nur Preise erzielen, die nicht annähernd auch nur die Produktionskosten decken. – Was ist das für eine „Marktwirtschaft“?

    Unterberger bemängelt die billigeren Spritpreise und glaubt in den gestiegenen „Weltmarkt“-Preisen für Agrarprodukte eine hinreichende Einnahmensicherung der Bauern bzw. weitere nicht gerechtfertigte „Subvention“ entdeckt zu haben. Das ist aber nicht wirklich der Fall. Er kritisiert auch die „Abnahme-Garantien“ für deren Erzeugnisse, übersieht aber, daß die Agrarprodukte als einzige sehr vom Wetter abhängen und außerdem, wenn sie einmal da sind auf einmal abgenommen werden müssen, d. h. die Erzeuger haben schlechte Karten, wenn nicht zuvor „Liefer – und Abnahmeverträge“ geschlossen wurden. Hier von „freiem Markt“ und das noch im Weltmaßstab zu faseln zeugt nur von mangelndem Verstand.

    Die Landwirtschaft ist aus vielerlei – hier nicht in ganzer Breite darstellbar – Gründen jener Bereich, der durch Schutzmaßnahmen vor den Manipulationen des Weltmarktes zu schützen ist, vor allem um gerechte Preise der heimischen Bauern zu ermöglichen und damit deren Existenz zu sichern. Das Bauernsterben hier hat längst zu Existenz-bedrohenden Zuständen geführt, weil auf einmal zu wenig „Know-how“ mehr da ist, die Versorgung des Landes im Normal- mehr noch aber im Notfall zu sichern. Und der Notstand ist heutzutage anscheinend ohnehin bereits der politische Normalzustand!

    Das Gefasel von der Landschaftspflege wegen des Tourismus ist eines über ein nicht marktfähiges „Produkt“; wer bezahlte denn dafür? – Wieder die „Allgemeinheit“ (= der Steuerzahler)? - Die Landschaft ist dann „gepflegt“, wenn sie „unter Pflug“ steht, quasi als Nebeneffekt der bebauten Kulturlandschaft. Aber nur dann und so lange, als das „Bebauen/Bewirtschaften“ wenigstens die Existenz derjenigen zu sichern erlaubt, die hier wirtschaften. Das ist aber mit den heutigen Erzeugerpreisen nicht möglich. Evidenz dafür: weit über 50% der bäuerlichen Einkommen stammen aus Transferzahlungen.

    Sie wurden auch von jenen erfunden, die über die Mega-Strukturen – „Kohle und Stahl“, „Euratom“ und eben die „Gemeinsame Agrarpolitik“ – die „europäische Einigung“ erzwingen wollten. Wobei das Wort „Einigung“ nur schöne Vokabel ist, es ging immer schon um die EUdSSR und die Zerstörung des Nationalstaates auf dem Weg zur „global governance“ und Huxleys „Schöner Neuen Welt“.

    Ich weise auf die hier bereits gebrachten Auszüge der Rede eines der Landes- und Hochverräter, Andreas Khol, hin, die dies schon vor Jahrzehnten – vor der „EU“ – verkündeten.

    Die Agrarsubventionen in der gegenwärtigen form sind das Übel, das zu den heutigen Verhältnissen geführt hat; die „Lösungen“ jedoch, die Unterberger ohnedies nur per Kritik dessen was seiner Ansicht nach nicht sein sollte ausdrückt, ist aber erst recht keine Lösung. Seine liberale Ideologie ist einmal mehr ein noch größeres Übel: vom Regen in die Traufe.

    • cmh (kein Partner)
      13. Februar 2013 10:13

      Wie ich schon sagte: die Bauern müssen unter ein gewisses Kuratel gestellt werden, sonst werden sie Opfer großangelegter Bauernlegereien.

      Denn wenn die Zeiten gut sind, lassen sich Bauern im Namen des Fortschrittes gerne legen und wenn die Zeiten schlecht sind, erpressen sie die, die keine Nahrung produzieren können.

      Im übrigen ist der Tourismus als goldenes Kalb schädlich.

    • Erich Bauer
      13. Februar 2013 10:27

      (Zitat: Francois Villon) - "... liberale Ideologie..."

      Manchmal möchte man sich wirklich wünschen, daß die selbsternannten Liberalen irgendwann in der Weltgeschichte die Chance auf ihr "Realexperiment" bekämen... Es wird allerdings NIE dazu kommen. Die "Liberalen" haben einfach zuwenig "guz". Abgesehen davon, daß ihre "Ideologie" bereits kurzfristig zum Fiasko wird...

      Obwohl... es wäre schon unterhaltsam diesen selbsternannten Liberalen beim Basteln zuzusehen. Wie sie sich abmühen ein ganz simples LEGO-Häuschen zusammen zu setzen... In kürzester Zeit würden sie die Lust verlieren und sich wieder ihren träumerischen Turnübungen widmen.

      Da es eh nie soweit kommt, wird man sich halt mit dem Vorwurf abfinden müssen: KEIN "Liberaler" zu sein... Zur Belustigung trägt das allemal bei.

    • Erzliberaler (kein Partner)
      13. Februar 2013 21:40

      Selten soviel ideologischen Müll gelsesn.

      Länder, die versuchten, "autark" zu sein, sind vor allem eines, nämlich bettelarm und in Nordkorea ist die Versorgungslage wohl die schlechteste weltweit. Wann gab es dagegen die letzte Hungerkatastrohe in Monaco und Singapur, wo praktisch gar nichts angebaut wird? Und wer soll denn höhere Einkommen für Landwirte zahlen??? Genau, die Kunden. Und dieses zusätzlich Geld kann anderswo nicht ausgegeben werden. Schweizer Lebensmittelpreise wären für viele sicher ein großes Problem. Für Ackerbau hat Österreich in großen Teilen nicht gerade die besten Voraussetzungen, vieles wächst unter freiem Himmel gar nicht. Und gerade Abschottung macht krisenanfällig. Natürlich gibt es immer irgendwo auf der Welt extremes Wetter. Wenn es zufällig mal Österreich trifft, dann ist das bei offenen Märkten kein großes Problem, bei abgeschottetem Markt dagegen eine Katastrophe. Norwegen schaffte es letzten Winter als Dank Öl eines der reichsten Länder der Erde tatsächlich, einen großen Milchmangel zu erzeugen auf seinem "autarkem" Agrarmarkt. Autarkie bedeutet mehr Unsicherheit ubnd weniger Wohlstand, allles andere ist Unsinn.

      Einzig der Ablehung von "Landschaftspflege" stimme ich zu.

    • F.V. (kein Partner)
      13. Februar 2013 23:10

      Erzliberaler,

      Ist wohl eine Rangerhöhung wie beim Erzbischof?

      Wenn Sie weniger auf Ihre Ideologie hören würden und den Kopf zum Denken gebrauchten, dann wäre - vielleicht - Aussicht, daß Sie verstehen, was hier ja nur angedeutet werden kann.

      Aber man kann sich halt leider nur jenen verständlich machen, die wissen wovon die Rede ist, und denen Andeutungen genügen um den Gedanken zu verstehen.

      Es war keine Rede von "Abschottung"; Autarkie hindert ja nicht Handel zu treiben und das zu beschaffen, was man selber nicht hat - und dennoch benötigt.

      Vergleiche mit Nordkorea sind deshalb etwas daneben, weil dieses Land zuerst von den USA mit Agent Orange vergiftet, mit Bomben umgepflügt und nun seit Jahren per Embargo wirtschaftlich erdrosseelt wird.

      Das war ja auch gegen Deutschland v o r dem 2. WK der Fall, weswegen einerseits für viele nicht mehr beschaffbare Rohstoffe Substitute erfunden wurden, etc. und dennoch konnte die Ernährung nur zu 80% aus eigener Leistung gesichert werden. Der tödliche Wirtschaftskrieg der Aliierten fand also vor gar nicht langer Zeit noch gegen unser Volk statt, und - was Deutschland betrifft - unterliegt es immer noch der UN-Feindstaatenklausel (ohne Freidensvertrag)!

      Wer sich einbildet daß der ewige Friede schon allein deshalb ausgebrochen ist, weil die UNO den Krieg für abgeschafft erklärte (und alle Augenblicke aber das Mandat für Kriege und Embargos erteilt) kapiert nicht, was in der Welt los ist.

      Die Stigmatisierung der EU gegen Österreich vor ein paar Jahren - Mitten im Frieden und nach einer demoratischen Wahl - zeigt, was vom Völkerrecht und dem Wohlwolleen anderer Staaten zu halten ist.

    • Erzliberaler (kein Partner)
      13. Februar 2013 23:41

      FV,

      Sie schaffen es wirklich, keine einzige richtige Aussage zu machen.

      "Es war keine Rede von "Abschottung"; Autarkie hindert ja nicht Handel zu treiben und das zu beschaffen, was man selber nicht hat - und dennoch benötigt."
      Wenn man etwas woanders beschafft, was man nicht hat, dann ist man gerade nicht autark.

      "Vergleiche mit Nordkorea sind deshalb etwas daneben, weil dieses Land zuerst von den USA mit Agent Orange vergiftet, mit Bomben umgepflügt und nun seit Jahren per Embargo wirtschaftlich erdrosseelt wird."
      Alles falsch. Agent Orange wurde in Vietnam und Laos eingesetzt, was dort aber mitnichten zu Hungersnöten führt oder geführt hat. Wirtschaftlich schottet sich Nordkorea selbst ab.

      "Das war ja auch gegen Deutschland v o r dem 2. WK der Fall, weswegen einerseits für viele nicht mehr beschaffbare Rohstoffe Substitute erfunden wurden, etc. und dennoch konnte die Ernährung nur zu 80% aus eigener Leistung gesichert werden. Der tödliche Wirtschaftskrieg der Aliierten fand also vor gar nicht langer Zeit noch gegen unser Volk statt, und - was Deutschland betrifft - unterliegt es immer noch der UN-Feindstaatenklausel (ohne Freidensvertrag)!"
      So viel Unsinn auf einmal kann man gar nicht mehr auseinandernehmen. In Deutschland gab es weder vor noch während des Krieges eine Hungersnot, sondern erst nach dem Krieg. In der Bundesrepublik wurden aber schon im Januar 1950 die letzten Lebensmittelkarten abgeschafft, im "Siegerland" Großbritannien waren dagegen Lebensmittel teilweise bis 1952 rationiert, also bis 7 Jahre nach dem Krieg, Dank sozialistischer Labour-Regierung. Im Ostblock war Mangel sowieso immer Alltag.

      "Die Stigmatisierung der EU gegen Österreich vor ein paar Jahren - Mitten im Frieden und nach einer demoratischen Wahl - zeigt, was vom Völkerrecht und dem Wohlwolleen anderer Staaten zu halten ist."
      Das war zwar unsinnig, hat aber Österreich nicht wesentlich geschadet. Und wenn sich tatsächlich alle gegen das kleine, unbedeutende Österreich verschwören würden, wäre Autarkie kein Mittel dagegen.

    • F.V. (kein Partner)
      14. Februar 2013 06:04

      @LIBINTERN,

      Ich habe – in der Eile – die beiden Länder verwechselt, aber damit wird Ihr Vergleich nicht zutreffender.

      Bezüglich der anderen Punkte mangelt es Ihnen an der Fähigkeit zu sinnerfassendem Lesen. „Autarkie“ als „Ziel“ bedeutet keineswegs, daß dies in allen Bereichen erfüllt sein müßte. Es ist ähnlich wie mit dem Dekalog: auch wenn immer dagegen verstoßen wird, bleibt dennoch die „Norm“. Beim Streben in existenziellen Bereichen möglichst „autark“ zu sein/werden ist es genau so.

      Dieser Gedanke steckt übrigens auch hinter vielen weltpolitischen Aktivitäten etwa bezüglich der Energie-Versorgung: Chinas Aktivitäten in Afrika, die der USA überall dort wo es Öl und Gas gibt, indem sie Trabenten-Regime an die Macht zu bringen suchen, der EU, indem sie alternative Pipelines plant, um die Abhängigkeit von Rußland zu verringern.

      Sie kapieren leider gar nichts, oder wollen nicht, weil – wie ich schon vermute – Ihre dumme Ideologie klares Denken vernebelt.

      Was Deutschland betrifft, sprach ich nicht von der Zeit nach WK II, sondern davor. Die Blockade war wesentlicher Grund für zahllose Erfindungen und deren großindustrieller Umsetzung: chemische Fasern samt neuer Verarbeitungstechniken, Fischer-Tropsch-Verfahren zur Kohleverflüssigung, Flachsanbau um den Mangel an Baumwolle zu kompensieren, usw.

      Die Sanktionen gegen Österreich sollten nicht „beweisen“, daß wir deshalb in Gefahr einer Hungersnot waren, sondern daß ohne Grund – sogar innerhalb der „Wertegemeinschaft“ – Österreich mit extrem feindseligen Boykott konfrontiert war.

      Die Drohungen bzw. Überfälle der USA gegen ihre einstmals "Verbündeten" zeigen was passiert, wenn man ihrer erpresserischen Politik im Weg steht. Das betrifft nicht nur Jugoslawien, Libyen, Irak, ... sondern fand auch mit wilden Drohungen gegen Deutschland statt, als sich Schröder weigerte an einem der US-Raubkriege teilzunehmen. Michael Leeden, American Enterprise Institut, explizit: nicht nur den Kreig gegen die Terror-Masters zu führen auch gegen jene auszuweiten, die "Terroristen Unterschlupf gewähren", womit konkret D und F gemeint waren.

      Also: halten´s die Luft an, wenn sie schon ahnungslos sind.

    • Gismor (kein Partner)
      14. Februar 2013 10:09

      F.V.
      **********

  24. A.K.
    12. Februar 2013 14:01

    Viele der heute noch lebenden Österreicher hatten eine Kindheit, in der Pferd und Ochse noch die typischen Arbeitstiere auf dem Bauernhof waren. Es gab Mittelwellenradio und dann Schwarz-Weiß- und schließlich Farb-Fernsehen. Heute gibt es in den Bauerndörfer wieder Pferde, allerdings um Stadtkindern das Reiten zu ermöglichen. In einem Menschenalter ist ein Umbruch von den handschriftlichen Aufzeichnungen zu allgegenwärtigen Computeranwendungen gekommen. Im Wiener Stadtbild tauchen Hochhäuser auf, deren Besiedlung noch zu einer Immobilienkrise führen dürfte. Auch für den Bauern hat sich viel geändert. In einem Bauerndorf gibt es vielleicht noch ein Duzend Vollerwerbsbauern. Automatisierung und Technik sind der Alltag. Nicht geändert hat sich aber, daß im Frühjahr die Saat aufgeht, die vorher noch mühsam ausgebracht wurde und daß eine Ernte erst das Säen voraussetzt und vom Wetter abhängt. Würde heute plötzlich für ein ganzes Jahr die Treibstoffversorgung unseres Landes ausfallen, könnten die wenigen Bauern nur hilflos dem sich anbahnenden Versorgungschaos zuschauen. Ich finde der Bauernstand und die Landwirtschaft bildet mit ihrem Wirken immer noch mehr die richtigen Maßstäbe ab, als jene Spekulanten, die nicht mehr Brot und Wein als Speise und Trank, sondern nur noch als Produkt für ihre Spekulation sehen. Jedenfalls fällt es mir leichter für Landwirtschaft aber auch für echte Innovation durch Forschung und Entwicklung Gelder als Budgetposten zu akzeptieren, als für Nadelstreif –Sozialisten in EU und Bürokratie.

    • simplicissimus
    • diko
      12. Februar 2013 18:00

      Nicht geändert hat sich aber, daß im Frühjahr die Saat aufgeht..........
      - und ebenso nichts geändert hat sich seit der Erfindung des Vakuumfasses dass mehrmals im Jahr manch Biobauer - trotz Feinstaub und sonstiger für die menschliche Nase nicht wahrnehmbarer Umweltbelastungen - unsere ländliche Atemluft mit meist über Tage anhaltenden "Feinduft" und Kolibakterien belastet wird. Oder wie man früher sagte, mit penetranten Gestank verpestet wird.

  25. Anton Volpini
    12. Februar 2013 13:18

    Zusätzlich zu den hier schon festgestellten Schwierigkeiten bei den Festlegungen der Agrarförderkulisse, sorgt eine Entwicklung für immer mehr lautstarken Wirbel.
    Die Naturschutz-NGOs drängen sich mit allen möglichen "Schutz"-Programmen immer stärker ins Zentrum und fordern größere Anteile des Kuchens. Denn sie sind ja die Natürschützer, die Guten, daher steht ihnen auch das Geld zu, während die Bauern mit Überdüngung und Überweidung sichtbar die Natur schädigen.
    Hinter diesem Geschrei wird einem klar, von welcher Seite am Ruf der Bauern gekratzt wird.

  26. Freak77
    12. Februar 2013 12:10

    OT.: Weil es hier nicht um die EU geht, sondern um die Situation der Bürger der USA & um die miserable Politik der dortigen Eliten, vor allem seitens der "Federal Reserve Bank" geht.

    Hier im 'Tagebuch' sind einige Teilnehmer, die sich gut in das was oftmals abschätzig "Verschwörungstheorien" genannt wird, eingearbeitet haben. Der Präsentator tritt öffentlich auf und hat daher einen Ruf zu verlieren:

    Eine Audiopräsentation (in Englisch):
    http://finance.moneyandmarkets.com/reports/FPL/BM/49.php?ccode=&em=&sc=WASH&ec=5463121

    Und dazu die Webseite wo alles noch mal nachgelesen werden kann:
    http://finance.moneyandmarkets.com/reports/FPL/BM/49.php?ccode=&em=&sc=WASH&ec=5463121&p=2 >

    Diese Präsentationen sind von Charles Goyette (
    http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Goyette )

  27. Blahowetz
    12. Februar 2013 11:26

    o.T.

    Kann bei dieser Rechtssprechung des Höchstgerichtes der Staat seine Bürger noch schützen oder wird die Selbsthilfe unumgänglich?

    http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/1343089/Aggressive-Frau-darf-Hund-halten?from=gl.home_rechtspanorama

  28. brechstange
    12. Februar 2013 09:58

    OT Interessant unter anderem der kleine Übersetzungsfehler.

    http://www.wiwo.de/politik/europa/eu-plan-rettungsschirm-fuer-nicht-euro-laender/7749282.html

    Dazu passend das Juncker-Zitat (erschienen im Spiegel 52/1999): “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

    Verifizierung des Zitats durch Junckers Pressesprecher:

    Sehr geehrte Frau Ghazal,

    Da Sie uns von der Uni Leipzig kontaktiert haben, gehe ich davon aus, dass wir auch auf Deutsch korrespondieren können.

    Ich bin Ihnen sehr dankbar für diese Frage, weil dieses Zitat von Herrn Juncker sehr oft als Beweis des undemokratischen Europas herhalten muss, in dem Politiker über die Köpfe der Bürger hinweg dauernd Komplotte schmieden würden.

    Das ist allerdings gar nicht der Fall, weil Herr Juncker hier nicht von politischen Entscheidungen des europäischen Rats spricht, die die Politik der Union betreffen, sondern ausschließlich von einem internen Vorgang im Rat selbst.

    Das Zitat von Herrn Juncker ist korrekt wiedergegeben worden, damals im Spiegel.

    Das Zitat bezieht sich ausschließlich auf die interne Funktionsweise des europäischen Rats, also der Versammlung der Staats- und Regierungschefs der EU. Herr Juncker wollte damit einfach sagen, dass Elemente, die der europäischen Integration förderlich sind, im Rat – wo sie normalerweise auf sehr heftigen Widerstand, besonders Großbritanniens, stoßen – so eingebracht werden, dass sie am Anfang eigentlich gar nicht erkennbar sind, sondern erst viel später erkennbar werden. Es ist eine altbewährte europäische Strategie, in Verträge oder Schlussfolgerungen Passagen hinein schreiben zu lassen, die eine zukünftige Entwicklung im Sinne der europäischen Integration möglich machen oder zumindest nicht verhindern.

    Ich hoffe, dass diese kurze Erklärung für Sie hilfreich ist.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Guy Schuller

    Presseprecher

    • kaffka (keine Partnerin) (kein Partner)
      13. Februar 2013 12:22

      brechstange
      12. Februar 2013 09:58

      1. Ich finde den Übersetzungsfehler nicht. Wo soll der sein?

      2.Die "Aufklärung des Herrn Pressesprechers ist eine bodenlose Frechheit.
      Sie sagt: Irgendwer, hat die Absicht, dem Rat eine Weiterentwicklung unterzuschieben die er bei gesundem Verstand niemals haben will. Zuerst wird ihm der erste Schritt so untergeschoben, dass es keiner merkt, und daher niemand schreit. Wenn das dann keiner merkt wird diesem unfähigen Rat bei nächster Gelegenheit immer wieder ein kleiner Schritt untergejubelt bis es zu spät ist diesen heimtückischen Versuch zu stoppen.
      Der Herr Pressesprecher nennt das dann eine altbewährte europäische Strategie "in Verträge oder Schlussfogerungen Passagen hineinschreiben zu lassen eine zukünftige Entwicklung im Sinne der (von niemandem gewünschten!!!) Ansichten der heimtückischen Verbrecher durchzusetzen und unumkehrbar zu machen.

      Dieses Gesindel hat es mit der EZB, dem EMS und dem - was weis ich ...Vertragsumgehungen möglich gemacht die blauäugigen Staatsoberhäupter du dupieren.

      Der Herr Guy Schuller hofft, dass er uns mit dieser Erklärung hilfreich war.
      Das war er!
      Er hat uns bestätigt, dass WIR (was immer das auch ist) von diesen Gesindel über den Tisch gezogen werden und dass unsere Vertreter im Rat dumme, unfähige Deppen ( Knallköpfe) sind, die das garnicht merken.

    • Philips (kein Partner)
      13. Februar 2013 12:38

      kaffka
      *******

    • brechstange
      13. Februar 2013 12:42

      kaffka

      Auf Seite 3 wird über den eingestandenen Übersetzungsfehler geschrieben, diese Vorgangsweise passt eben zu Juncker und Schuller. Das soll übrigens nicht das erste Mal vorgekommen sein, dass Übersetzungen nicht richtig waren. Offenbar macht man sich mangelhafte Übersetzungen zunutze.

      "Der Bundestag wird nur informiert. Zusätzliche Verwirrung brachte schlampige Übersetzungsarbeit. In der deutschen Version des Verordnungsentwurfs heißt es, die Darlehen, die „einem Mitgliedstaat“ gewährt werden, seien auf 50 Milliarden Euro begrenzt. Das ergäbe für alle Nicht- Euro-Staaten die gigantische Summe von 500 Milliarden Euro.

      Doch so ist es nicht. „Sie haben in der Tat einen Übersetzungsfehler in der deutschen Version entdeckt“, teilt die EU-Kommission auf Anfrage mit. „Dies wird so schnell wie möglich korrigiert.“ Den Skeptiker Beck überzeugt das noch nicht. In anderen Sprachversionen sei der Passus zumindest doppeldeutig formuliert. Zudem nenne die Stellungnahme des Europäischen Parlaments eine Verschuldungs- Obergrenze für den Beistandspakt von 60 Milliarden Euro. „Welchen Sinn hätten 60 Milliarden, wenn maximal nur 50 Milliarden Euro an alle Staaten zusammen vergeben werden könnten?“, fragt Beck. "

      Zusätzlich verweise ich noch auf den Artikel zu den Sanktionen gegen Österreich.
      Es stinkt zum Himmel.

      http://www.conwutatio.at/index.php?option=com_content&view=article&id=100:eu-sanktionen&catid=5:europa

  29. Josef Maierhofer
    12. Februar 2013 09:07

    Alle Regierungen fürchten die Bauern oder wir zahlen den Preis für unser Essen über die Förderungen.

    Früher einmal vor vielen, vielen Jahren, etwa nehmen wir die 1950-er Jahre, da waren die Bauern die reichsten bei uns, sie garantierten das Überleben und bekamen, was sie produzierten, direkt bezahlt. Es gab bei uns im niederösterreichischen Dorf 8 Bauern, heute ist es einer, der sich deshalb über Wasser halten kann, weil er ein Fleischerei dabei hat und seine Waren selbst vermarktet.

    Auf noch früher möchte ich jetzt nicht eingehen, Bauernkriege, etc., es hat ja alles auch Geschichte.

    Dann kamen die 1970-er Jahre. Kredit und Faulheit hielten Einzug und Konsumverdorbenheit, und die Bauern wurden nicht mehr gebraucht, maximal als Landschaftspfleger, denn die Leute lernten Gift zu essen und 'Qualitätsware'. Es bildeten sich die unvermeidlichen Agrarlobbies, die absahnen, die sogenannten Lebensmittelkonzerne und die Preise der Bauern unter deren Existenzminimum gedrückt haben.

    Wie gesagt, also wurde 'politisch' eingegriffen und es wird 'gefördert', wie immer bei der Politik, nach Ideologie- (=Idiotie)-Richtlinien und nicht nach Sinnhaftigkeit und schon gar nicht bei den Klientel-Lobbies.

    Würden die Menschen die gerechten Erzeugerpreise beim Bauern zahlen, gäbe es die ganzen 'Agrarkonzerne' nicht, auch die ganze Konservierungsindustrie und Verpackungs- und Frischhalteindusstrie nicht, deren Laufbahn ja bereits im 19. Jahrhundert begonenn hat und in weiten Bereichen auch Sinn macht, in weiten Bereichen allerdings ein Beitrag zur Massenvergiftung geworden ist.

    Würden die Menschen die gerechten Erzeugerpreise beim Bauern zahlen, hätte die Politik auch sehr wenig Einfluß darauf und keine Berechtigung für aufgeblähte Förderapparate. Das gesunde Essen wäre teurer.

    Würden die Menschen normal und gesund leben, wären die allermeisten Regalprodukte der Supermärkte obsolet und unnötig und es würde auch wesentlich weniger weggeworfen werden, ebenso der hektische, nicht zuletzt auch durch falsche Ernährung bedingte, Lebensstil einem natürlichen weichen.

    All das aber ist auch nicht im Interesse der Politik, lassen sich damit doch keine Abhängigkeiten herstellen und es wäre auch nichts zu 'regulieren' und gegen die Lobbies ist man zu schwach.

    Für mich sind Agrarförderungen, wie alle Förderungen, die die Politik 'von oben herab' beschließt, problematisch, weil sie stets dorthin kommen, wo sie nicht gebraucht werden, sprich an die Selbstbediener und Klientel, und meist nie dorthin, wo die sinnvolle Maßnahme eigentlich hätte wirken sollen. Man könnte sich das Aufheulen der Lobbies ja platisch vorstellen, würde eine Förderung nur punktweise und direkt ausbezahlt werden unter Ausschluß der Lobbies.

    Alle Regierungen sollten sich heutzutage lieber vor den Lobbies fürchten, die sie vor sich hertreiben wie eine Herde Schafe.

  30. Erich Bauer
    12. Februar 2013 08:59

    Steuergeld für die Bauern - warum eigentlich?

    Karl Friedrich Raiffeisen hat postuliert, daß in einer sich entwickelnden Gewerbe- und Industriegesellschaft die Vollversorgung von leistbaren Lebensmittel nur dann gewährleistet ist, wenn die Lebensmittelerzeugnisse nicht dem "freien Markt" ausgesetzt sind. Das bedingt naturgemäß Ausgleichszahlungen (Subventionen) durch das Gemeinwesen. Das erklärte Ziel war vor allem die Lebensmittel-Selbstversorgung des Staates. Ich behaupte, daß dieser Gedanke auch heute noch seine Gültigkeit hat. Insbesondere für "Schwellenländer" - aber nicht nur.

    Es ist immer wieder lustig, wenn sich – vom Boulevard inspirierte BILLAKunden – also auch Politbüromitglieder, über den Mangel an "freien Markt" bei der Nahrungsmittelproduktion beschweren. Zumal es noch dazu solche Zeitgenossen sind, bei denen das Wort "Markt" fast augenblicklich ein "Kerzerl" entzünden läßt. Denn im gleichen Atemzug weisen diese Stellen mit Abscheu auf den freien Nahrungsmittel-Börsenmarkt hin. Ein Markt, der andererseits aber eh gar nicht so "frei" ist. Sind diese Produkte doch auf Teufel komm raus eh wiederum massiv bezuschusst. Und zwar von Ländern, die wiederum fast als "Archetypen" des freien Marktes gelten... Subventionen für jegliche „wirtschaftliche Regung“ sind doch gut... oder nicht? Delikat dabei, daß die Auswirkungen eines, wenn auch nur "virtuell" freien Nahrungsmittel-Marktes, für die "Schwellenländer", diesen Herrschaften ja bekannt ist. Wären die Bauern endlich SPÖ-ROT wäre das alles kein Thema.

    Karl Friedrich Raiffeisen hatte die Lebensmittel-Selbstversorgung eines Staates im Sinn. Das Ziel der Nahrungsmittelhersteller heute ist „Erzeugung“ von Abhängigkeit. Deswegen der „freie Börsenmarkt“… und das ist teuer. Der politische Wille unterstützt dies mit Verve. Gute, „nachhaltige“ Ideen haben leider immer eine sehr kurze Halbwertszeit. Bald schon fühlen sich findige Anwälte und Glücksritter auf den Plan gerufen. So geschehen vor Jahrzehnten auch bei uns. Vom Raiffeisengedanken zur Raiffeisenorganisation.

    • Gandalf
      12. Februar 2013 11:42

      Wie immer man zu Konrad, Hameseder & Co stehen mag: der Gründer der (ländlichen) Genossenschaftsbewegung war nun einmal nicht der Herr Karl, sondern er hiess FRIEDRICH WILHELM Raiffeisen. Wenn schon zitieren. dann richtig.

    • Erich Bauer
      12. Februar 2013 11:52

      Nachdem Sie eh schon nix dazu zu sagen haben, bitte ich vielmals um Verzeihung... Übrigens, zitiert hab' ich gar nicht.

    • Gandalf
      12. Februar 2013 17:21

      @Bauer zu Bauern:
      Zu sagen hätte ich schon was, und zwar sehr viel; leider ist Ihr Beitrag zu bescheiden im Geiste, um mich aufzuraffen, dazu einen Kommentar zu schreiben; schon was von Satisfaktionsfähigkeit gehört?

    • diko
      12. Februar 2013 18:19

      Gandalf,
      also stimmt es, Sie habe nichts zu sagen! (oder fällt Ihnen grad' nichts ein?)

    • Erich Bauer
      13. Februar 2013 16:10

      @Gandalf,

      ...Hmpf... Aufgrund Ihrer Absonderung über die Satisfaktionsfähigkeit darf ich wohl berechtigt darauf hoffen, daß Sie mich hinkünftig mit Ihrer Schwatzhaftigkeit verschonen. Danke.

  31. dssm
    12. Februar 2013 08:38

    Da staatliche Förderungen noch nie, auf Dauer, funktioniert haben bleibt die Frage: Warum trotzdem?

    Könnte es sein, daß die Politik genau jene sauberen, kleinen und ohne Skandale produzierenden familiengeführten Bauernhöfe weg haben will? Um anstatt eine Agrarindustrie, organisiert als anonyme Kapitalgesellschaft, zu züchten? Die Förderungen begünstigen, wie halt mit der Zeit immer beim Staat, eine kleine Gruppe der Großbetriebe.

  32. Observer
    12. Februar 2013 08:37

    Bei der Landwirtsschaft muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen den kleinen Familienbetrieben, wie sie z.B. im hügeligen Mostviertel oder steilen Landschaften der Alpen anzutreffen sind und andererseits den "industriellen" Erzeugungen in weiten Ebenen bzw. Stallungen mit zigtausenden Tieren. Diese beiden Extrembeschreibungen zeigen deutlich, dass sie nur die Bezeichnung Landwirtschaft gemeinsam haben.
    Der Großteil der EU-Förderungen gehen zu diesen Großbetrieben und diese Geldflüsse werden seit vielen Jahren erfolgreich verteidigt. Durch diese verfehlte Politik ist es möglich geworden, dass z.B. Produkte aus klimatisch bevorzugten Reegionen wie Spanien, Frankreich oder den Niederlanden quer durch Europa gekarrt werden und durch niedrigen Transportkosten - ebenfalls subventioniert - auch noch die lokalen Erzeuger unterbieten. Solche gestützte Überschüsse werden sogar nach Afrika und Asien exportiert, was wiederum die dortige Landwirtschaft durch Preisunterbietung kaputt macht.

    Die gesamte Landwirtschaftspolitik gehört neu überdacht. Dazu gehört auch, dass die Konsumenten besser über Qualitätsunterschiede und Patriotismus informiert werden. Wenn die Transportkosten nicht mehr subventioniert werden und künftig auch die Umweltbelastungen abgegolten werden, werden es sich viele Konsumenten überlegen, im Winter geschmacksneutrale Tomaten und Erdbeeren zu kaufen, welche ohnehin nur optisch der lokalen Sommerware gleichzusetzen sind.

    Die Bauern haben eine viel zu starke Lobby, sind in den Parlamenten überproportional vertreten und auch in der ÖVP hat der Bauernbund im Hinblick auf die in der Landwirtschaft wenig tätigen Personen ein viel zu starkes Stimmgewicht. Vermutlich hängt dies damit zusammen, dass sich im Wirtschaftsbund sowie ÖAAB (potentielle) Mitglieder nicht so leicht mobilisieren lassen.

  33. Baldur Einarin
    12. Februar 2013 08:14

    Der Durchschnittsbauer bekommt für sein Getreide sowenig, daß die Gestehungskosten für ein Salzstangerl in einer Großbäckerei gerade 10 Cent ausmachen. Kosten für ein solches Produkt im Lebensmitelhandel ca. das Siebenfache.
    Irgendwas stimmt da nicht.
    Vor längerer Zeit habe ich im Gymnasium gelernt, daß die Handelsspanne 30- 40 % ausmacht.
    Auch für den Liter Milch bekommt ein Bauer nicht einmal das Dreifache wie in den 60.iger Jahren, als der Milchpreis, den die Bauern von der Molkerei bekamen 3 Schillinge ausmachte.Seitdem haben sich jedoch Löhne und Preise ca. verfünffacht.
    Anscheinend dürfen raiffeisennahe Molkereien und Zwischenhändler auf Kosten der Bauern ordentlich abkassieren. Die Subventionen für den Bauernstand könnten weitgehend überflüssig werden, würden die Bauern für ihre Produkte gerecht bezahlt werden.

    • dssm
      12. Februar 2013 08:42

      Nein, es sind nicht die raiffeisennahen Betriebe! Es ist der Staat!
      Die hohen Lohn- und Lohnnebenkosten, die vielen bürokratischen Schikanen, die zahlreichen Kontrollen - all dies will bezahlt werden.
      Die meisten Mühlen laufen bestenfalls um eine schwarze Null herum! Ebenso die Schlachhöfe. Kaum ein Handelsbetrieb macht übertriebene Gewinne!

    • brechstange
      12. Februar 2013 08:42

      Handel und Banken.
      Der Handel inzwischen stark konzentriert, Bankenkonzentration in Arbeit durch Kapazunder in der EU- und Nationalnomenklatura.

      Da kann die EZB die Zinsen nicht erhöhen, würde sie das machen, dann würde die Kalkulation entsprechend in die Höhe schnellen, um dies hintanzuhalten, könnte man dann noch schnell die Lebensmittelrohstoffmärkte für die Schwellenländer öffnen, doch irgendwann wird auch diese Luft draußen sein. Dann gehen die Preise durch die Decke.

      Unserer weisen und vorausschauenden Nomenklatura sei Dank.

    • brechstange
      12. Februar 2013 08:47

      dssm

      So ist es. Die Planwirtschaft ist des Übels, die begünstigt aufgrund der "Komplexität" und der Beherrschbarkeit selbstverständlich nur Großes. Viel besser zu kontrollieren und letztendlich zu sozialisieren. Ein Schelm, der sich dabei Böses denkt.

    • GOP
      12. Februar 2013 08:59

      Ja es stimmt, der Produzent bekommt den kleinsten Teil vom Verkaufsspreis im Supermarkt. Rohstoffverarbeiter (z.B. Molkereien, Fleischverarbeiter, Brotfabriken usw.) und besonders der Handel, aber auch das Finanzamt bekommen ein Vielfaches davon. Ein zweistelliger Prozentsatz der Waren werden schon vom Handel und der Industsrie vernichtet, was immer im Preis "eingerechnet" wird. Ausserdem ist bei vielen Produkten (Beispiel: Semmel) der Rohstoffanteil verschwindend gering.

      Am Beispiel Fleischwaren wird deutlich, welcher Unfug getrieben wird. Da werden einerseits die Bauern gezwungen (durch Limitpreise aus dem Ausland) möglichst günstig zu produzieren (also viel Quaanität mit weniug Qualität), der Handel benützt diese Waren oft als Lockmittel, um die Kunden in das Geschäft zu bekommen und dann auch Waren mit hohen Spannen zu kaufen. Die Folge ist: der Bauer bekommt wenig Geld, der Handel hat eine etwas geringere Spanne und der Konsument bekommt viel schlechtere Qualität zu einem niedriger Preis. Wem ist da gedient?

      In der - was die Lebensmittel betrifft - ziemlich abgeschotteten Schweiz bekommen die Landwirte für Milch, Fleisch und Getreide wesentlich mehr als die EU-Bauern. Dort gibt der Durchschnittsbürger den größten Anteil seines Einkommens für Wohnen (Miete) aus, gleich danach folgen die Lebensmittel. Natürlich sind dort Arbeitereinkommen von umgerechnet € 3.500 pro Monat der Durchschnitt, aber hier geht es ja um die Prozentsätze, welche für das tägliche Leben aufgewendet werden müssen.

  34. brechstange
    12. Februar 2013 07:40

    Zur Information die EU-Förderungen, die kleinere Landwirte bekommen, reichen gerade mal dazu die Prüfkosten und Auflagen zu decken, die er zusätzlich aufgebürdet bekam. Für Freilandeier gibt es 5 Prüfungen, die vom Landwirt bezahlt werden müssen.
    Wenn man 190 Euro Ausgleichszulage p.a. lukrieren will und einem der Antrags- und Prüfaufwand nicht zu blöd ist, muss man eine 2,5 ha bergige Wiese zweimal im Jahr mähen und das Heu einbringen. Niemand braucht zurzeit schwereinbringbares Heu, nicht mal gegen eigene Arbeit. Für zweimaliges Häckseln, dh Gras bleibt zerkleinert liegen, bezahlt man 560 Euro pro Jahr ohne Einbringung, eine Ausgleichszulage steht in diesem Fall nicht zu.

    Daraus folgt, wohin fließen die großen Beträge und warum?

    Großen Landwirtschaften bzw. die industrielle Landwirtschaft, die mit den hart arbeitenden Kleinbetrieben konkurrieren, sind häufig bereits im Besitz von Banken und Investmentgesellschaften oder durch Verschuldung stark abhängig und diese brauchen für ihre Investoren, für ihr Ergebnis oder zur Sicherung des Nichtausfalls von gewährten Krediten entsprechende Rendite, je höher desto besser.
    Na glauben Sie, wie viele faule Kredite es mehr gäbe, würden denen die Förderungen gestrichen. Dann gäbe es anstatt 960 Mrd. Euro fauler Kredite plus x Mrd. Euro fauler Kredite aus der Agrarwirtschaft. Durch die Hintertür bezahlen die europäischen Steuerzahler bereits bei der Rendite und Schuldenparty dieser Monster mit. Wenn der Preis für Lebensmittel steigt, dann ist die Renditeparty eben entsprechend besser. Dann erweitern wir unser Repertoire mit weiteren ruinierten Betrieben, schaffen uns Konkurrenz vom Hals. Für Schuldenreduktion gibt es ja den Steuerzahler.
    Ja, so ticken Unternehmen und Banken in einem planwirtschaftlichen und nicht marktwirtschaftlichen Umfeld. Sie schaffen sich über naive, korrupte oder beschränkte Politiker Vorteile durch Lobbyisten am besten in einem riesigen Binnenmarkt mit zentralistischer Verwaltung, entsprechender Propaganda wie alternativlos das alles ist.

    Eine absolut fehlgeleitete Wirtschafts- und Agrarpolitik schaffte diesen Rahmen. Daher sollte diese Subventionspolitik zurückgefahren werden und wie simplicissimus beschrieben, einer regionalen Sicherung der Nahrungsmittelversorgung der Vorrang gegeben werden. Was spricht eigentlich dagegen den Agrarförderbereich zu nationalisieren? Auch ohne Agrarfabriken gab es Butter- und Milchberge.

    Wir brauchen freie faire Marktwirtschaften, fairen Wettbewerb, Subsidiarität.
    Wir brauchen keine über Produkte oder Steuerzahler finanzierte Lobbyisten, keine EU-Bürokratie, die ganz Europa - egal ob heißes oder kaltes Klima - über einen Kamm zu scheren versucht. Das klappt nicht, das müsste der letzte mit ein bisschen Hausverstand verstehen können, für die anderen wären Schulungen nötig am Beispiel Sowjetunion und DDR.

    • simplicissimus
    • Sensenmann
      12. Februar 2013 11:13

      Danke! Das ist nur eines: 100% wahr! Die unsinnigen Regelungen, Prüfverfahren usw. müssen dei Bauern auch noch selber bezahlen, wovon wieder eine ganze Gang von Nichtstuern wie die Zecken lebt. Hunderte Bio-Kontrollore, Aufsichtsorgane, Funktionäre usw.
      Unproduktive Gestalten, deren Verschwinden niemand merken würde. Es ging nämlich ohne den ganzen Rattenschwanz früher auch. Und besser!
      Von den überteuerten Medikamenten, die sie für ihre Tiere hie und da auch brauchen und daher auch zu überteuerten Preisen bezahlen müssen (unter den Augen ihrer Funktionäre, gegen jedes Gesetz) reden wir erst gar nicht. Da aber die Medikamente für Menschen genau so überteuert sind, fällt es nicht weiter auf. Es kontrolliert ja keiner. Totes Recht eben.
      Sagte ich schon, daß wir unser schönes Land zum Dreckstaat verkommen ließen?

      Generell gibt es für den bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieb keinen fairen Wettbewerb.
      Das liegt nicht nur an der Subventionspolitik, sondern auch am vom Steuerzahler subventionierten Straßentransport, der es erlaubt, die holländische oder dänische Massenproduktion billigst herumzukarren. Ebenso liegt es and der dreisten Lüge vom "freien Warenverkehr". Der gilt nämlich für die Betriebsmittel (Pflanzenschutz, Medikamente) nicht, für die landwirtschaftlichen Produkte aber schon.
      Leider sind die Bauern daran aber auch selbst Schuld.
      Auch von denen hat nachweislich die Mehrheit für die EU gestimmt.
      Jetzt lernen sie, was es heißt, eine Entscheidung gegen die eigenen Interessen getroffen zu haben, nur weil sie ihren Funktionären geglaubt haben.
      Mein Mitleid ist in diesem Fall daher sehr begrenzt, was an der Tragik des gesamten Geschehens aber nichts ändert.
      Dieser gordische Knoten wird erst mit Zusammenbrechen der EUdSSR zerhauen werden. Bis dahin sollten wir alles daransetzen, noch eigene Bauern zu haben. Wir werden sie brauchen!

    • Philips (kein Partner)
      13. Februar 2013 11:50

      brechstange
      ***********

      Russland beginnt auszumisten ...
      Russland: Harte Massnahmen gegen die Korruption im Staatsdienst
      Putins Gesetzentwurf: Abgeordneten droht Mandatsverlust, Beamten und Richtern Amtsenthebung
      http://www.politaia.org/politik/korrution/russland-harte-massnahmen-gegen-die-korruption-im-staatsdienst/

  35. Wertkonservativer
    12. Februar 2013 06:48

    Meine persönliche Meinung (wen's interessiert):

    Landwirte mit naturbedingt schwierigen Produktionsbedingungen, in Bergregionen, ungünstigen Klimazonen, mit aktiven Leistungen landschaftspflegerischer Art, mit getroffener Entscheidung für naturnahe Lebensmittelerzeugung:
    diese Landwirte gehören in gerechter und intelligenter Weise gefördert.

    Landwirtschaftliche "Industriebetriebe", vom echten Großbauern aufwärts, über herrschaftliche Besitztümer, bis zu den flächenfressenden Großfarmen speziell im Süden unseres Kontinents (vom eigenartigen Herrn Hollande mit Verve verteidigt), die sollten - bei umsichtiger Betriebsführung - allein schon vom Produktionsvolumen und den möglichen Rationalisierungseffekten her - ihr Auskommen und gute Ertragsmöglichkeiten finden!

    Die heute so großzügigen Förderungen für diese Agrarfabriken gehören ganz ordentlich gestutzt bis komplett abgeschafft!
    Milliarden um Milliarden könnten so von der EU für sinnvolle und zukunftsträchtige, jedoch förderungswürdige Projekte bereitgestellt werden!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • brechstange
      12. Februar 2013 07:46

      Herr Michler,

      *****

      Da werden wir einen Kudlich brauchen.

    • Wertkonservativer
      12. Februar 2013 08:00

      Ein Lob von Ihnen, liebe @ brechstange?

      Ich freu' mich wirklich!

      Liebe Grüße,

      Gerhard Michler

      (mail to: gerhard@michler.at)

  36. simplicissimus
    12. Februar 2013 05:45

    Das ist alles vom Wettbewerbsstandpunkt gut und richtig. Wie sieht es aber fuer Oesterreich aus, wenn eine Energiekrise ploetzlich eintritt und die Transportkosten explodieren? Wenn Konflikte in den Nachbarstaaten ausbrechen und das Binnenland weitgehend von der Versorgung abgeschnitten wird? Wenn die explodierende Nachfrage in eben der dritten Welt die Preise fuer Grundnahrungsmittel in die Hoehe treibt.
    Zugegeben, manche dieser Szenarien sind derzeit nicht sehr wahrscheinlich, manche wuerden sukzessive auftreten, sodass Zeit zur Reaktion besteht.
    Man wird sich jedoch gut ueberlegen muessen welche landwirtschaftlichen Teile eines klimatisch benachteiligten Landes man zugunsten globalen Wettbewerbs wegsterben laesst und welche man, mit oder ohne EU-Foerderung doch unterstuetzt. Eine Notversorgung muss gewaehrleistet sein. Es ist wie eine Versicherung.

    • dssm
      12. Februar 2013 08:47

      Ist nicht so unrealistisch wie es zunächst klingt.
      Früher hatten wir gesetzliche vorgeschriebene Mindestlager.
      In der I. Republik gab es massive staatliche Subvention um von Importen unabhängig zu werden.
      Trotz all der Förderungen sind wir heute aber gefährdeter, wenn auch Europa einer der wenigen Teile dieses Planeten ist, welcher sich eigentlich keine Sorgen machen müsste.

  37. S.B.
    12. Februar 2013 02:02

    Weg von der Objektförderung nach dem Gießkannenprinzip, hin zur Subjektförderung mit Augenmaß, besonders wenn auch Mitmensch und Umwelt davon profitieren.

    Das bedeutet im Agrarsektor notwendige Zuschüsse für Bauern als Landschaftspfleger und Erzeuger von gesunden, regionalen Lebensmitteln, jedoch nicht für agrarindustrielle Großbetriebe mit zweifelhaften Produktionsmethoden. Dies wird leider beim Milliarden-Agrarbudget in der EU viel zu wenig beachtet. Im Gegenteil, es kassieren allzu oft jene, die es sich richten können und sowieso auf Grund ihrer Größe genug Einkommen erzielen. Auf diesem Gebiet liegt noch viel im Argen und es herrscht dringender Reformbedarf.

    Wie schon einmal bei der Kohäsionspolitik bemerkt, führt sie nicht zu dem gewünschten Ergebnis des Zusammenhalts zwischen ärmeren und reicheren Regionen, sondern zu sattem Nichtstun, Verschwendung und immer höheren Forderungen nach finanziellen Zuwendungen, frei nach dem Prinzip: "Wenn man Dir gibt, so nimm - wenn man Dir nimmt, so schrei"!

    Beste Vorbilder unsere hochverschuldeten, südlichen Problemstaaten und nicht zuletzt auch in Österreich jüngst das Burgenland, wo nach den bevorstehenden EU-Subventionskürzungen sofort der Ruf nach heimischen Steuergeldzuwendungen als Ersatz laut wurde. Von verbesserter Wettbewerbsfähigkeit trotz jahrelanger Förderungen keine Spur = beides ein Musterbeispiel von gut gemeint ist nicht immer gut.

    • kakadu
      12. Februar 2013 02:21

      Oder wie Kurt Tucholsky schon richtig erkannte:

      "Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern gut gemeint". ;-)

    • dssm
      12. Februar 2013 08:44

      Wie stellen Sie fest wer förderwürdig ist, wer ist Bergbauer, wer ist Agrarindustrie?
      Resultat ist eine teure Bürokratie = viele Beamte.

    • S.B.
      12. Februar 2013 17:52

      Sg. @dssm

      Ich denke, Großbetriebe und Agrarindustrie sind nicht wirklich schwer von Bergauern zu unterscheiden.
      Und wenn man den Kommentar von @brechstange liest, muß man denn doch ernstlich hinterfragen, ob der derzeitige - noch dazu ineffiziente - Verwaltungsaufwand nicht viel teuerer kommt bzw. zu viele Beamten beschäftigt.
      Wesentliche Reformen wie hier mehrfach angeführt, brächten eher Verbesserungen, Weil schlechter kann es fast nicht mehr werden.





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