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Hängt die Banker an den nächsten Baum

Es macht Freude, wenn man einmal einem „Presse“-Kommentar aus vollem Herzen und bis zur letzten Zeile zustimmen kann.

Der Autor Norbert Rief vergleicht mit gutem Recht die gegenwärtige politische und mediale Hatz auf Manager-Boni mit den – zum Teil deutlich größeren – Summen, die Spitzenfußballer erhalten. Und wo sich niemand aufregt. Und wo kein EU-Parlament die Regulierungswut bekommt. Im Gegenteil: Die ja nie durch ihre kritische Haltung zum Spitzensport auffallenden Sportjournalisten jubeln sogar fast alle über die hohen Gagen, während die meist von Neidkomplexen zerfressenen Politik-Journalisten vor Zorn über die Manager zerspringen.

Manche Künstler und „Künstler“ verdienen oft noch viel mehr als Industrie- und Bank-Vorstände, sind aber meist besser imstande, ihre Einkommen vor den Medien – und oft auch der Steuer – zu verstecken. Auch wenn ein wenig Neid in jedem von uns steckt, so wäre es eine Katastrophe, wenn Politiker begännen, Gehälter anderer zu limitieren. Oder wenn sie gar die im Interesse der Sparer wie Steuerzahler notwendige und sinnvolle Erhöhung der Bank-Eigenkapitalvorschriften nur dann zu beschließen bereit sind, wenn auch die Boni limitiert werden. Denn dann werden die besten Sportler, Künstler, Manager halt nur noch in Amerika oder Asien zu finden sein. Denn dann wird in allen Bereichen nach Wegen gesucht werden, wie man ihnen unter dem Tisch Gelder zuschieben kann. Womit dann auch die Steuereinnahmen zurückgehen.

Dennoch sind in drei Punkten klare Schranken notwendig – die nur keinesfalls von den Oberpopulisten im EU-Parlament gezogen werden sollten.

Erstens: Sobald irgendwo öffentliches Geld involviert ist, und sobald Dritte zu Schaden kommen, muss es scharfe Limits und Konsequenzen geben; einschließlich der Möglichkeit, auf Boni für vergangene Jahre zuzugreifen (das darf aber nicht nur Banken und Industrie treffen, sondern auch Fußballvereine und Kulturinstitutionen, wenn in ihnen öffentliches Geld steckt!).

Zweitens sollte auch das rasch umgesetzt werden, was jetzt die – wie fast immer viel klügeren – Schweizer wollen: Gehälter für die Big Boys im Vorstand dürfen nicht mehr von den meist befreundeten und aus dem gleichen Freundeskreis kommenden Big Boys des Aufsichtsrats im Hinterzimmer fixiert werden, sondern sie müssen direkt von den Aktionären  geregelt werden. Die sind ja letztlich die Opfer falscher Gehaltsentscheidungen: wenn überflüssig viel gezahlt wird – oder wenn man umgekehrt aus Knausrigkeit nur schlechte Manager findet.

Und drittens sollten Boni nur für langfristig nachhaltig messbare Leistungen gezahlt werden. Also niemals für so schwachsinnige Stichtagsregelungen, wie sie bei der Telekom Austria zu einem Mega-Betrug geführt haben.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Februar 2013 11:33

    Die Anteilseigner, sprich Aktionäre, sind in die Gehaltsdebatten einzubeziehen, wie die Schweizer es wollen. Die Politiker sollen Aktien kaufen, dann könnens mitreden, aber lieber sitzen sie halt in den Aufsichtsräten. Jetzt wo sie in Kritik geraten, wirft man schnell mal Nebelkerzen für das aufwachende Volk und zeigen Aktionismus. Das ist reiner Populismus und ist in meinen Augen sehr gefährlich.
    Ich frage mich echt, wozu diese Nomenklatura sich einerseits über den Friedensnobelpreis freut und auf der anderen Seite nichts dabeifindet mehr oder weniger offen Unfrieden zu säen?

  2. Ausgezeichneter KommentatorGegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Februar 2013 12:20

    Zu Silvester 2012 schrieb ich zu Dr. Unterbergers Tagebuchnotiz „Ihre Gier kennt keine Grenzen mehr“:
    ------------------------
    „In der schönen neuen Welt ist es „in“ geworden sich zu „Outen“. Ich möchte mich diesem Trend anschließen und mich als
    BETROGENER ASVG - UND PENSIONKASSEN - PENSIONIST
    outen:
    Während meiner vielen Berufsjahre, war ich in Forschung und Entwicklung einer internationalen Firma anfangs als Mitarbeiter bzw. später als Führungskraft tätig. Ich beziehe eine ASVG-Pension und - da die Firma mit mir ursprünglich einen Pensionsvertrag als Führungskraft geschlossen hatte, der am Ende des 20. Jahrhunderts „freiwillig“ (d. h. praktisch ohne Wahlmöglichkeit) in eine Pensionskasse übergeleitet wurde - auch eine Firmenpension. Ursprünglich sollte damit rund die Netto-Summe einer Pensionszahlung erreicht werden, wie sie in einer – von Verantwortung und Rang her vergleichbaren – Staatsstellung zutrifft.
    Tatsache ist, daß GEGEN TREU UND GLAUBEN, inzwischen die ZAHLUNGEN der PENSIONSKASSE mehrmals GEKÜRZT wurden und deshalb so inzwischen Kaufkraftverluste der Pensionskassenpension von ca. 40% eintraten. Die ASVG-Pension wurde geringfügig manchmal der Inflation „angepaßt“. Da mir der Umgang mit Computer und Internet vom Fach her leicht fällt, lade ich monatlich meine Bankdaten weitgehend automatisch auf meinen Computer und kann daher problemlos einen Überblick über die Netto Beträge von ASVG-Pension und Pensionskassen-Pension liefern:

    Jahr: Nettoeinkommen monatlich im Mittel
    (inklusive 13. Und 14.Zahlung)
    von ASVG und Pensionskasse €:
    2012 3307,06
    2011 3381,51
    2010 3408,26
    2009 3330,64
    2008 3428,93
    2007 3402,54
    2008 3439,63
    2005 3380,64
    2004 3448,39
    Da in diesen Nettowerten bereits Steuerabschreibungen etc. berücksichtigt sind, deutet diese seit 2004 fallende Zahlenreihe der Netto-Gesamtpension auffällig darauf hin, daß auch die Regierung Computer benutzt. Dort dürften Beamte darauf achten, daß ehemalige in der Privatwirtschaft Tätige gerade so geschröpft werden, daß sie nicht zu Revolutionären werden. Als Stimmvieh wird man sie aber vermutlich für die „staatstragenden Parteien“ wohl nicht erhalten können.“
    --------------------------
    Ich gestehe, daß ich beim Lesen von Zeitungsüberschriften, wie (WZ 19.02.2013): „Ex-Novatis-Chef soll 72 Millionen Franken bekommen - Schweizer empört“, ein gewisses Verständnis für diese Schweizer Bürger aufbringen und zwar auf dem Hintergrund obiger Zahlen, nach einem langen Arbeitsleben als Führungskraft.
    – Leider gelten diese Zahlen sogar für einen Angehörigen ursprünglich „gehobener" Berufe. Diese Klassifizierung war aber leider nur vor Anbruch des Casino-Kapitalismus zutreffend.
    p.S.: Meine Pension von der Pensionskasse wurde auch für 2013 wieder gekürzt.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorlogiker2
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Februar 2013 12:14

    und wieder sind es die Schweizer, die den Österreichern sowie der EU um Lichtjahre voraus sind.

  4. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Februar 2013 13:18

    An sich war ich bis jetzt immer der Meinung, den in Privateigentum befindlichen Unternehmen sollte es unbenommen bleiben, die Gehälter, Sonderzuwendungen und Boni ihrer Spitzenmanager selbst festzulegen.
    Und so solles ja im Grunde auch bleiben!
    Dies wird bei Klein- und Mittel-Unternehmen wohl selten bis nie ein Problem sein, da die jeweiligen Firmeneigner naturgemäß selbst entscheiden, wem sie was zahlen wollen bzw. zu können!

    Übertreiben die in privaten Großbetrieben für zu hohe Auszahlungen verantwortlichen Instanzen (in der Regel der Aufsichtsrat), dann ist ihnen von den jeweiligen Anteilseignern (Aktionären) ganz scharf auf die Finger zu schauen, und - wenn unverhältnismäßig hohe Auszahlungen geschehen - den Vorständen und Aufsichtsrats-Mitgliedern das Misstrauen auszusprechen, und ihnen - so notwendig - den Weisel zu geben!

    Und bei den Betrieben im öffentlichen Eigentum? Da sind ganz strenge Maßnahmen und Entscheidungen hinsichtlich vertretbarer und gerechter Entlohnung der Spitzenmanager ein Gebot der Stunde.
    Da muss die Politik beweisen, dass sie in Verantwortung vor dem Volk diesbezüglich genügend Augenmaß und Fingerspitzengefühl aufbringt, um ihre Spitzenwirtschaftler zwar im Verhältnis zu privaten Verantwortungsträgern mit vergleichbarer Qualiifikation und Leistungsanforderung gerecht zu bezahlen, darüberhinaus jedoch strenge Deckelungen nach oben einzuziehen, um Volksvermögen nicht ungebührlich zu verschleudern!

    Hier gilt wie überall: Die Dosis macht das Gift!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  5. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Februar 2013 12:20

    Es gehören auch solche Boni eingeschränkt, wo Manager ein Unternehmen in den Abgrund führen, damit ein Heer von Arbeitskräften freistellen, welche dann als Arbeitslose der Allgemeinheit zur Last fallen und sich der Schuldige mit einer fetten Abfertigung im mehrstelligen Millionenbereich auf und davon macht.

    Auch hier sollte der Gesetzgeber zum Schutz der Gesellschaft sowie öffentlicher Gelder eingreifen dürfen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Februar 2013 13:49

    Transparenz ist gefragt, aber Leistung soll belohnt werden.

    Leistung, für die europäische Linkskaste ist es ein Fremdwort, Leistung muss belohnt werden, nicht limitiert.

    Öffentliches Geld ist verantwortungsvoll und sparsam einzusetzen und nicht beim Fenster hinaus zu werfen, wie es unsere europäischen und auch die heimischen Linken tun, oder nach dem Gießkannenprinzip, 'sozial' den Schmarotzern zuzuwerfen oder nach dem Solidaritätsprinzip den linken Bonzen der bereits überschuldeten 'Bruder'-Staaten oder nach dem Migrationsprinzip den 'Flüchtlingen' ins Sozialsystem, das damit unfinanzierbar geworden ist.

    Schulden dürfen nicht gemacht werden, sondern es muss gearbeitet werden, damit es eine Konkurrenzfähigkeit, damit Umsätze und damit Wohlstand geben kann. Den Wohlstand ohne Leistung auf Kredit, den hat es 40 Jahre lang gegeben, jetzt geht er zu Ende, das Geld ist schon vor 40 Jahren ausgegangen.

    Wo in Banken öffentliches Geld investiert wurde, oder wo Banken verstaatlicht wurden, was ich ohnehin für einen Unsinn halte, dort kann der Staat als Eigentümervertreter, also als Aktionär, Boni limitieren, wenn er will, dass seine Bank Mittelmaß erreichen will und damit noch teurer wird.

    Egal, wo reguliert wird, es wird immer in die falsche, die linke Richtung, reguliert, statt Transparenz geübt und sachliche Lösungen erarbeitet.

  7. Ausgezeichneter Kommentatormannbar
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Februar 2013 16:39

    Ich habe das nie verstanden. Wenn die Manager vom Staat bezahlt werden, also von den Steuerzahlern, dann kann der Bürger mitreden. Oder wenn es sich um Bankmanager handelt, die vom Staat aufgefangen werden, dann auch. Aber in beiden Fällen sind es Systemfehler. Denn der Staat soll weder Unternehmen unterhalten noch soll er Unternehmen retten. Beides ist ein Unding.

    Wenn nicht, wenn es also um Privatwirtschaft geht, dann soll man gefälligst den Mund halten als Bürger. Was geht es die Leute an, was ein Manager eines privaten Unternehmens. Richtig: Gar nichts. Natürlich kann man sich schwer mit seinem Neid zurückhalten. Denn um nichts anderes geht es: Um schnöden, schlichten Neid. Aber man muss die Energie aufbringen, seinen Neid da nicht hineinzumengen. Das hat einfach die Leute nicht zu interessieren.

    Es ist irrelevant, ob ein Manager mehr leistet als ein Sportler. Völlig unerheblich. Wenn er das am Markt verdient, dann verdient er das. Es ist nicht erheblich, ob er sich das verdient. Er verdient es einfach am Markt. Und wenn das legal ist, dann ist nicht wichtig, ob das legitim ist.

    Was nehmen sich die Leute heraus, über die Gehälter anderer zu befinden. Das verstehe ich nicht. Wie kann man sich erdreisten, über die Gehälter von Leuten zu urteilen, die diese am Markt erwirtschaften. Wo kommen wir hin, wenn man das hinterfragt.

    Was am Markt erwirtschaftet wird, muss nicht gerechtfertigt werden. Das ist nicht meine Erkenntnis, aber sie gilt. Man muss entscheiden, ob man einen freien Markt will oder nicht. Ich will ihn, weil er effizient ist UND weil es um Freiheit geht, das ist noch wichtiger als die Effizienz! Nicht immer und überall ist der Markt die Anwort. Aber zumeist.


alle Kommentare

  1. Jenny (kein Partner)
  2. Barry (kein Partner)
    21. Januar 2015 16:28

    Yeah that's what I'm talking about ba-ib-nyce work!

  3. Payal (kein Partner)
    20. Januar 2015 15:15

    The forum is a brethgir place thanks to your posts. Thanks!

  4. F.V. (kein Partner)
    21. Februar 2013 12:44

    Die Überschrift o h n e jeden weiteren Text wäre genug gewesen - und ein erstklassiger Beitrag Dr. Unterbergers.

  5. Erwin Tripes (kein Partner)
    21. Februar 2013 10:32

    „Erstens: Sobald irgendwo öffentliches Geld involviert ist, und sobald Dritte zu Schaden kommen, muss es scharfe Limits und Konsequenzen geben; einschließlich der Möglichkeit, auf Boni für vergangene Jahre zuzugreifen (das darf aber nicht nur Banken und Industrie treffen, sondern auch Fußballvereine und Kulturinstitutionen, wenn in ihnen öffentliches Geld steckt!).“

    Es gibt Journalisten und „Journalisten“.
    Haben sie schon einmal von einem aus diesen Gruppen gehört, daß sie nach ihrem alten Kollektivvertrag 17 Gehälter pa bezogen haben, die jetzt moderat auf 15 zurückgeführt werden sollen?
    Da in den meisten Medien „öffentliches Geld involviert ist“ oder sagen wir es unvornehm, der Steuerzahler subventioniert, müßten solche Überzahlungen also zurückgefordert werden ?

  6. Brigitte Kashofer
    20. Februar 2013 22:18

    Ich sehe sehr wohl einen Unterschied zwischen einem Sportler bzw. Künstler und einem Manager. Ein Sportler oder Künstler verdient seine Gage ganz allein. Ein Manager hat viele Mitarbeiter, die ihm zu diesem Erfolg verhelfen.

  7. mannbar
    20. Februar 2013 16:39

    Ich habe das nie verstanden. Wenn die Manager vom Staat bezahlt werden, also von den Steuerzahlern, dann kann der Bürger mitreden. Oder wenn es sich um Bankmanager handelt, die vom Staat aufgefangen werden, dann auch. Aber in beiden Fällen sind es Systemfehler. Denn der Staat soll weder Unternehmen unterhalten noch soll er Unternehmen retten. Beides ist ein Unding.

    Wenn nicht, wenn es also um Privatwirtschaft geht, dann soll man gefälligst den Mund halten als Bürger. Was geht es die Leute an, was ein Manager eines privaten Unternehmens. Richtig: Gar nichts. Natürlich kann man sich schwer mit seinem Neid zurückhalten. Denn um nichts anderes geht es: Um schnöden, schlichten Neid. Aber man muss die Energie aufbringen, seinen Neid da nicht hineinzumengen. Das hat einfach die Leute nicht zu interessieren.

    Es ist irrelevant, ob ein Manager mehr leistet als ein Sportler. Völlig unerheblich. Wenn er das am Markt verdient, dann verdient er das. Es ist nicht erheblich, ob er sich das verdient. Er verdient es einfach am Markt. Und wenn das legal ist, dann ist nicht wichtig, ob das legitim ist.

    Was nehmen sich die Leute heraus, über die Gehälter anderer zu befinden. Das verstehe ich nicht. Wie kann man sich erdreisten, über die Gehälter von Leuten zu urteilen, die diese am Markt erwirtschaften. Wo kommen wir hin, wenn man das hinterfragt.

    Was am Markt erwirtschaftet wird, muss nicht gerechtfertigt werden. Das ist nicht meine Erkenntnis, aber sie gilt. Man muss entscheiden, ob man einen freien Markt will oder nicht. Ich will ihn, weil er effizient ist UND weil es um Freiheit geht, das ist noch wichtiger als die Effizienz! Nicht immer und überall ist der Markt die Anwort. Aber zumeist.

    • mannbar
      20. Februar 2013 16:40

      "Was geht es die Leute an, was ein Manager eines privaten Unternehmens" soll heißen:

      "Was geht es die Leute an, was ein Manager eines privaten Unternehmens, verdient."

      Tut mir leid wegen der Schlampigkeitsfehler.

    • mannbar
      20. Februar 2013 16:49

      Diese ganzen Diskussionen sind doch erbärmlich. Wenn Fußballvereine gefördert werden, dann kann der Staat mitreden, was die Sportler oder Funktionäre verdienen. Aber noch einmal: Das ist vom falschen Ende her gedacht. Denn der Staat hat da nichts verloren. Auch nicht bei Medien. Oder bei Banken. Wenn aber der Staat richtigerweise (!!) seine Finger von diesen Bereichen lässt, wenn also diese Unternehmen oder Sportler ihre Gewinne am Markt erzielen, dann können die Leute zwar vor Neid erblassen, aber es geht sie nichts an. Und es geht Politiker nichts an. Wenn man diese Grenzen nicht klar zieht, dann kommt man in eine dirigistische (und quasi-kommunistische) Neidgesellschaft, die alles planiert, die Freiheit limitiert.

      Immer aber wird falsch argumentiert oder diskutiert. X verdient das, Y nicht, Z nicht in dem Ausmaß. Was aber kümmert das die Leute. Mich interessiert das alles nicht. Wenn ein Manager ein Gehalt x bekommt, weil der Markt das direkt oder indirekt zahlt, und wenn es nicht um illegale Geschäfte geht, dann ist das in Ordnung. Die Leute sollten lernen, dass sie hin und wieder - verzeihe man mir diese Worte - die Pappn halten sollten. In einer Demokratie glaubt jeder, dass er in alles reinreden kann. Man muss lernen als Demokrat, dass Schweigen sehr oft Gold ist, weil es so schwierig ist und tw. Intelligenz erfordert.

  8. Otto (kein Partner)
    20. Februar 2013 12:45

    "Denn dann werden die besten Sportler, Künstler, Manager halt nur noch in Amerika oder Asien zu finden sein." Den Satz haben Sie, Herr Unterberger, schon öfters geschrieben, aber was dann konsequenter Weise, der logische Schluss ist, das fornern Sie nie: Die entsprechende Gehaltssteigerung für Manager in unserem Land! Denn so wie es aussieht, sind deren Gehälter derzeit dermaßen niedrig, dass nur mehr die größten Nieten bei uns tätig sind.
    Oder wie erkären Sie sich sonst die österreichische Pervormance im Bankensektor?

  9. cmh (kein Partner)
    20. Februar 2013 12:09

    Wenn "Eigentümer" draufsteht, muss auch "Eigentümer" drinnen sein.

    Nicht so wie jetzt, wo die Manager sich gerieren wie die Eigentümer und an die eigentlichen Eigentümer immer erst dann denken, wenn sie Verluste eingefahren haben.

    Die Bäume können nicht in den Himmel wachsen und tatsächlich sind auch schon Hausherrn gestorben. Nur von Privatkonkursen der Manager in Zusammenhang mit fallierenden Unternehmen hat man noch nie gehört.

    Manager die strafrechtlich verurteilt wurden, sind schon vorgekommen, doch ist das die Pathologie und nicht die Physiologie der Wirtschaft. Letztere würde ohne Zutun des Kadis für Ordnung sorgen wenn man sie ließe.

  10. socrates
    19. Februar 2013 16:37

    Relativieren ist ein probates Mittel zum Tarnen und Täuschen. Für Nichtstun bekommt kein Sportler Geld. Die Schweiz als drrekte Demokratie schafft gerade ungerechtfertigte Boni ab.
    Sergio Aiolfi http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/vasellas-marktwert-auf-dem-pruefstand-1.18011263
    Die Art und Weise, wie Novartis in den letzten Tagen die Kommunikation im Dossier «Daniel Vasella» gehandhabt hat, dürfte Medienwissenschaftern in Zukunft als Beispiel dafür dienen, wie es nicht gemacht werden sollte. Am Anfang stand eine unscheinbare Bemerkung auf Seite 269 des Novartis-Jahresberichts, in der festgehalten wurde, der abtretende Verwaltungsratspräsident werde für Beraterdienste und ein Konkurrenzverbot, das man ihm auferlegt hat, Anspruch auf eine «fair market compensation» habe. An der Bilanzpressekonferenz wurde der Passus von Journalisten zur Sprache gebracht, der CEO, Joe Jimenez, verwies jedoch auf die Vertraulichkeit des Arrangements und gab zu den Details keine Auskunft. Die Medienvertreter waren jedoch hellhörig geworden – und zu diesem Zeitpunkt hätten die Firmenverantwortlichen merken müssen, dass die Angelegenheit früher oder später an die Öffentlichkeit gelangen würde. Die Presse hatte Lunte gerochen.
    Contre pieds erwischt
    Novartis scheint jedoch nichts getan zu haben, um für Fälle eines Lecks oder einer anderen Informationspanne vorbereitet zu sein. Als am vergangenen Freitagmorgen das Online-Portal «Inside Paradeplatz» meldete, Vasella werde eine Abfindung von 75 Mio. Fr. erhalten, wurde die Konzernführung in dieser Angelegenheit offenbar aus dem Tiefschlaf geweckt. Es dauerte bis abends um 19 Uhr, bevor Vasella in einem knapp gehaltenen Statement festhielt, die «marktgerechte Vergütung» betrage maximal 72 Mio. Fr., und abgesehen davon werde er den Nettobetrag für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen.
    Hatte Vasella anfänglich wohl gemeint, mit einer Korrektur der Insider-«Fehlinformation» und mit dem Hinweis auf eine Spende die Gemüter beruhigen zu können, musste er bald einsehen, dass er mit dieser späten und von den Medien erzwungenen Offenlegung die Volksseele erst recht zum Kochen und sich selbst noch mehr in die Defensive gebracht hatte. Letztlich war der am Dienstagmorgen bekanntgegebene Verzicht auf die 72 Mio. Fr. der letzte noch denkbare Rückzieher. Und auch diese Erklärung ist offenbar unter enormem Zeitdruck entstanden: Aus der Mitteilung ging zunächst nicht eindeutig hervor, ob das Konkurrenzverbot für Vasella nach wie vor Gültigkeit hat oder ob es genauso wie die Zahlung annulliert worden ist. Erst um 14 Uhr wurde klar, dass Vasella nach dem Abtritt keiner Einschränkung seiner beruflichen Tätigkeit mehr unterliegt. – Die Tatsache, dass das Unternehmen in der Causa Vasella kommunikativ den Ereignissen immer hinterherrennen musste, lässt vermuten, dass den Führungsverantwortlichen der Bezug zur Realität zuweilen abhanden gekommen ist.
    Beweis der Marktfähigkeit
    Jetzt, wo Vasella frei ist, zu tun, was er will, hat er zwei Möglichkeiten. Er kann, wie man das von jemandem erwarten dürfte, der massgeblich beim Aufbau eines Konzerns beteiligt war und gut davon gelebt hat, darauf verzichten, sein Wissen und Know-how der Konkurrenz zur Verfügung zu stellen. Oder er kann zeigen, dass er einen neuen Arbeitgeber findet, der ihm in den nächsten sechs Jahren ein Salär von 72 Mio. Fr. zahlt. Damit könnte er immerhin beweisen, dass das ihm offerierte Salär tatsächlich «marktgerecht» war - was füglich zu bezweifeln ist.

  11. Observer
    19. Februar 2013 16:31

    Ich verfolge seit einigen Wochen die Kampaganen, welche im Zusammenhang mit der für Anfang März vorgesehenen Schweizer Volksabstimmung geführt werden. Da hat bekanntlich der Schweizer Unternehmer Minder vor mehreren Jahren die sog. "Abzocker"-Initiative gestartet, wo die übermässigen Gagen in den Unternehmen gesetzlich limitiert werden sollen. Wie fast immer, hat dazu das Schweizer Parlament einen gemäßigten Gegenvorschlag ausgearbeitet, über wwelchen am selben Tag ebenfalls abgestimmt wird, der natürlich den Unternehmen noch genügend Spielraum für Spitzengagen, Bonis und Abfertigungen erlaubt. Dieser Gegenvorschlag wird nun mit enormen finanziellen von der Schweizer Unternehmensvereinigung Economiesuisse propagiert und bis vor kurzem hatte es den Anschein, dass er auch die Mehrheit bekommt.
    Vor einigen Tagen wurde aber bekannt, dass der ehemalige CEO des Schweizer Pharmagiganten Novartis für die nächsten 6 Jahre als Entschädigung für eine Wettbewerbsklausel 72 Millionen CHF bekommen soll. Dies war natürlich eine großartige und kostenlose Werbung für Herrn Minders Abzockerinitiative. Heute wurde bekannt, dass der Novartis-Verwaltungsrat (entspricht unserem Aufsichtsrat) gemeinsam mit dem ehem. Manager Vasella diese Konkurrenzklausel aufgehoben haben und daher die Bezahlung von 1 Million pro Monat fürs "Nichtsstun" hinfällig geworden ist.
    Es wird interessant sein, wie sich das Schweizer Stimmvolk Anfang März nun entscheiden wird.
    Übrigens: Herr Vasella hat im Laufe seiner Tätigkeit bei Novartis bzw. der Vorgängerfirma Sandoz insgesamt 400 Millionen CHF verdient.

  12. Politicus1
    19. Februar 2013 14:58

    Neid und Gier vertragen sich selten miteinander ...
    Wenn sie zum Zweikampf antreten, kommt meistens dummes Zeug heraus.
    1) Banken sind Unternehmen wie tausende andere auch. Sie wurden und werden nur als etwas besonderes angesehen: Angestellte sind BankBEAMTE, Banken genossen (heute eh nicht mehr!) so großes Vertrauen in der Bevölkerung, dass man ihnen sein Geld blindlings anvertrauen konnte.
    Befreit von diese, Sonderstatus, haben die Eigentümer der Bank jedes Recht, ihren Angestellten (auch Treichl ist ein Bankangestellter!) Gehälter und Boni nach ihrem Belieben zu zahlen. Bei Aktiengesellschaften sind eben die Aktionäre die Bankeigentümer und haben ihre Rechte nach dem Aktiengesetz wahrzunehmen.
    Ebenso haftet der Aufsichtsrat für seine Beschlüsse in Bezug auf Vorstandsgehälter und -boni
    2) Etwas ganz anderes ist das öffentliche Interesse im Falle von Rettungsaktionen für Banken mit einem kräftigen Griff ins Geld der Steuerzahler.
    Da hat die Politik dafür zu sorgen, dass Banken, deren Manager Phantasiegagen beziehen, mit Steuergeldern vor einer Insolvenz gerettet werden!
    3) Die Herrschaften (genderneutral verwendet!) in Brüssel massen sich halt wieder einmal Kompetenzen an, die sie eben - Gott sei Dank! - nicht haben.
    AU hat völlig recht: bei wem endet es? Fussballer, Opernstars, Waffenhändler, VW-Manager, Nestlédirektoren ...??
    Das steht alles nicht zur Debatte. Die Brüsseler Spitzen wollen ganz einfach Sympathieboni bei der Neidgesellschaft einheimsen.

  13. Josef Maierhofer
    19. Februar 2013 13:49

    Transparenz ist gefragt, aber Leistung soll belohnt werden.

    Leistung, für die europäische Linkskaste ist es ein Fremdwort, Leistung muss belohnt werden, nicht limitiert.

    Öffentliches Geld ist verantwortungsvoll und sparsam einzusetzen und nicht beim Fenster hinaus zu werfen, wie es unsere europäischen und auch die heimischen Linken tun, oder nach dem Gießkannenprinzip, 'sozial' den Schmarotzern zuzuwerfen oder nach dem Solidaritätsprinzip den linken Bonzen der bereits überschuldeten 'Bruder'-Staaten oder nach dem Migrationsprinzip den 'Flüchtlingen' ins Sozialsystem, das damit unfinanzierbar geworden ist.

    Schulden dürfen nicht gemacht werden, sondern es muss gearbeitet werden, damit es eine Konkurrenzfähigkeit, damit Umsätze und damit Wohlstand geben kann. Den Wohlstand ohne Leistung auf Kredit, den hat es 40 Jahre lang gegeben, jetzt geht er zu Ende, das Geld ist schon vor 40 Jahren ausgegangen.

    Wo in Banken öffentliches Geld investiert wurde, oder wo Banken verstaatlicht wurden, was ich ohnehin für einen Unsinn halte, dort kann der Staat als Eigentümervertreter, also als Aktionär, Boni limitieren, wenn er will, dass seine Bank Mittelmaß erreichen will und damit noch teurer wird.

    Egal, wo reguliert wird, es wird immer in die falsche, die linke Richtung, reguliert, statt Transparenz geübt und sachliche Lösungen erarbeitet.

  14. Wertkonservativer
    19. Februar 2013 13:18

    An sich war ich bis jetzt immer der Meinung, den in Privateigentum befindlichen Unternehmen sollte es unbenommen bleiben, die Gehälter, Sonderzuwendungen und Boni ihrer Spitzenmanager selbst festzulegen.
    Und so solles ja im Grunde auch bleiben!
    Dies wird bei Klein- und Mittel-Unternehmen wohl selten bis nie ein Problem sein, da die jeweiligen Firmeneigner naturgemäß selbst entscheiden, wem sie was zahlen wollen bzw. zu können!

    Übertreiben die in privaten Großbetrieben für zu hohe Auszahlungen verantwortlichen Instanzen (in der Regel der Aufsichtsrat), dann ist ihnen von den jeweiligen Anteilseignern (Aktionären) ganz scharf auf die Finger zu schauen, und - wenn unverhältnismäßig hohe Auszahlungen geschehen - den Vorständen und Aufsichtsrats-Mitgliedern das Misstrauen auszusprechen, und ihnen - so notwendig - den Weisel zu geben!

    Und bei den Betrieben im öffentlichen Eigentum? Da sind ganz strenge Maßnahmen und Entscheidungen hinsichtlich vertretbarer und gerechter Entlohnung der Spitzenmanager ein Gebot der Stunde.
    Da muss die Politik beweisen, dass sie in Verantwortung vor dem Volk diesbezüglich genügend Augenmaß und Fingerspitzengefühl aufbringt, um ihre Spitzenwirtschaftler zwar im Verhältnis zu privaten Verantwortungsträgern mit vergleichbarer Qualiifikation und Leistungsanforderung gerecht zu bezahlen, darüberhinaus jedoch strenge Deckelungen nach oben einzuziehen, um Volksvermögen nicht ungebührlich zu verschleudern!

    Hier gilt wie überall: Die Dosis macht das Gift!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  15. RR Prof. Reinhard Horner
    19. Februar 2013 13:00

    reinhard.horner@chello.at

    1. Auch die exorbitant hohen Vergütungen sind klar nachvollziehbar an Leistungen und deren Erfolge zu binden.

    2. Von den Höchstvergütungen sind entsprechende Anteile an die Gemeinschaft zurückzugeben: nach freiem Willen und steuerlich absetzbar oder steuerlich vorgeschrieben.

  16. dssm
    19. Februar 2013 12:49

    Die hohen Bonus- und Gehaltszahlungen haben eine schnell zu entdeckende Wurzel: Den Staat!

    Einmal weil der Staat für Verluste haftet, bei Gewinnen aber nicht partizipiert. Wer sich also extrem riskant verhält und mit Glück sehr viel Gewinn macht, bekommt, entsprechend der Gewinnhöhe einen fetten Bonus, geht es aber schief, so haftet der Steuerzahler (nicht die Beamten und Politiker, denn die zahlen ja keine Steuern!).

    Und dann noch mal der Staat. Wegen der hohen Steuern, musste als Wahlzuckerl für die ausgepressten Bürger, ein Steuerbonus her. Den hat man bei diversen Versicherungssparformen gefunden. Damit ist der Bürger aber nicht mehr Eigentümer von Aktien und damit stimmberechtigt (auch über die Vorstandsgehälter), sondern er hat Ansprüche gegen eine Versicherung, diese hält Aktien und genau diese Versicherung entsendet Mitarbeiter zur Generalversammlung; Mitarbeiter welche oft mit den Mitgliedern der Gremien der ‚beherrschten’ Aktiengesellschaften identisch oder befreundet sind.

    • fenstergucker
      19. Februar 2013 13:37

      @dssm

      So lange Aktiengesellschaften Gewinne privatisieren, aber Verluste auf unsere Kosten sozialisieren, sollte wir auch bei Bonus- und Gehaltszahlungen mitreden dürfen. Entweder volles Risiko oder Einschränkung des wirtschaftlichen Rahmens - das muß auch der Aktionär endlich begreifen.

  17. Gegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
    19. Februar 2013 12:20

    Zu Silvester 2012 schrieb ich zu Dr. Unterbergers Tagebuchnotiz „Ihre Gier kennt keine Grenzen mehr“:
    ------------------------
    „In der schönen neuen Welt ist es „in“ geworden sich zu „Outen“. Ich möchte mich diesem Trend anschließen und mich als
    BETROGENER ASVG - UND PENSIONKASSEN - PENSIONIST
    outen:
    Während meiner vielen Berufsjahre, war ich in Forschung und Entwicklung einer internationalen Firma anfangs als Mitarbeiter bzw. später als Führungskraft tätig. Ich beziehe eine ASVG-Pension und - da die Firma mit mir ursprünglich einen Pensionsvertrag als Führungskraft geschlossen hatte, der am Ende des 20. Jahrhunderts „freiwillig“ (d. h. praktisch ohne Wahlmöglichkeit) in eine Pensionskasse übergeleitet wurde - auch eine Firmenpension. Ursprünglich sollte damit rund die Netto-Summe einer Pensionszahlung erreicht werden, wie sie in einer – von Verantwortung und Rang her vergleichbaren – Staatsstellung zutrifft.
    Tatsache ist, daß GEGEN TREU UND GLAUBEN, inzwischen die ZAHLUNGEN der PENSIONSKASSE mehrmals GEKÜRZT wurden und deshalb so inzwischen Kaufkraftverluste der Pensionskassenpension von ca. 40% eintraten. Die ASVG-Pension wurde geringfügig manchmal der Inflation „angepaßt“. Da mir der Umgang mit Computer und Internet vom Fach her leicht fällt, lade ich monatlich meine Bankdaten weitgehend automatisch auf meinen Computer und kann daher problemlos einen Überblick über die Netto Beträge von ASVG-Pension und Pensionskassen-Pension liefern:

    Jahr: Nettoeinkommen monatlich im Mittel
    (inklusive 13. Und 14.Zahlung)
    von ASVG und Pensionskasse €:
    2012 3307,06
    2011 3381,51
    2010 3408,26
    2009 3330,64
    2008 3428,93
    2007 3402,54
    2008 3439,63
    2005 3380,64
    2004 3448,39
    Da in diesen Nettowerten bereits Steuerabschreibungen etc. berücksichtigt sind, deutet diese seit 2004 fallende Zahlenreihe der Netto-Gesamtpension auffällig darauf hin, daß auch die Regierung Computer benutzt. Dort dürften Beamte darauf achten, daß ehemalige in der Privatwirtschaft Tätige gerade so geschröpft werden, daß sie nicht zu Revolutionären werden. Als Stimmvieh wird man sie aber vermutlich für die „staatstragenden Parteien“ wohl nicht erhalten können.“
    --------------------------
    Ich gestehe, daß ich beim Lesen von Zeitungsüberschriften, wie (WZ 19.02.2013): „Ex-Novatis-Chef soll 72 Millionen Franken bekommen - Schweizer empört“, ein gewisses Verständnis für diese Schweizer Bürger aufbringen und zwar auf dem Hintergrund obiger Zahlen, nach einem langen Arbeitsleben als Führungskraft.
    – Leider gelten diese Zahlen sogar für einen Angehörigen ursprünglich „gehobener" Berufe. Diese Klassifizierung war aber leider nur vor Anbruch des Casino-Kapitalismus zutreffend.
    p.S.: Meine Pension von der Pensionskasse wurde auch für 2013 wieder gekürzt.

    • terbuan
      19. Februar 2013 13:18

      Ich habe hier schon mehrmals zur Pensionskassenproblematik Stellung genommen.
      Nu so viel für heute: Der ausschlaggebende Grund für die Misere war die völlig unrealistische Annahme von überhöhten Rechnungszinssätzen bei der Übertragung der Penionsrückstellungen auf die Kassen (teilweise 7% p.a.)

      Im Pensionskassengesetz ist unter § 20 geregelt:
      (2a) Der Rechnungszins und der rechnungsmäßige Überschuss sind mit der gebotenen Vorsicht zu wählen. Dabei sind
      1. die Renditen von Anlagen, die unter Berücksichtigung der künftigen Anlageerträge mit von der Pensionskasse für das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogemeinschaften gehalten Anlagen vergleichbar sind, oder
      2. die Marktrenditen öffentlicher oder anderer hochwertiger Schuldverschreibungen
      oder ein Mischsatz aus beiden jeweils abzüglich angemessener Sicherheitsabschläge anzusetzen. Die FMA kann mit Verordnung einen oder mehrere höchstzulässige Prozentsätze für Rechnungszins und rechnungsmäßigen Überschuss jeweils für neu abzuschließende Pensionskassenverträge festlegen.

      Eine derartige Verordnung wurde von der Finanzmarktaufsicht fahrlässig verabsäumt (höchstwahrscheinlich auf Grund von Interventionen der Kreditwirtschaft).

    • Gegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
      19. Februar 2013 13:26

      @terbuan:
      Ich teile völlig Ihre Meinung "Eine derartige Verordnung wurde von der Finanzmarktaufsicht fahrlässig verabsäumt (höchstwahrscheinlich auf Grund von Interventionen der Kreditwirtschaft)." betreffend
      "(2a) Der Rechnungszins und der rechnungsmäßige Überschuss sind mit der gebotenen Vorsicht zu wählen."

    • Das kleine Mäxchen
      20. Februar 2013 08:09

      Sie gehören also zu den Generationen jener, die mehrheitlich über mehr als 30 Jahre Defizit-Spending durch ihre Stimmabgabe hingenommen haben.
      Ich meine das gar nicht persönlich! Vermutlich sind sie einer jener Minderheit die im kleinen immer davor gewarnt hat.

      Ich finde es toll, dass Sie dies hier so konkret aufzeigen. Denn die Diskussionen um Pensionen, Gesundheit, etc. werden immer sehr abstrakt geführt und werden viel zu selten an Einzelfällen greifbar.

      An alle: egal wie sehr wir uns in den Sack lügen: die Realität holt uns immer ein!
      Passives In-Kauf-Nehmen mag das Unterbewußte vorrübergehend beruhigen. Bei langfristigen Entwicklungen ist es die Wurzel allen Übels.

      Das muss man allen zeigen! Denn bei dem politischen Kurs in Österreich (alle Parteien eingeschlossen!) wird SEHR bald niemand mehr etwas von seiner Pension haben. (Und daran sind wir zu allererst alle selber schuld! Nicht die Pensionskassen, nicht die Finanzmarktaufsicht: sondern WIR, weil wir uns viel zu wenig engagieren und keinerlei Druck auf die Politik machen. Geschweige denn sinnvolle, breite Diskurse untereinander.)

      Wenn Sie Ihren absoluten Zahlen die abnehmende Kaufkraft gegenüber stellen, und den Trend in die Zukunft fortrechnen, dann können Sie Ihren Kindern und Enkelkinder nachvollziehbar zeigen, dass Ihnen vielleicht "drei Euro fufzig" bleiben werden.

    • Gegen Täuschung und arglistiges Verschweigen
      20. Februar 2013 12:07

      @Das kleine Mäxchen:
      Sie haben einerseits mit Ihren Ausführungen recht. Andererseits aber zeigen Sie keinen Ausweg aus der Problematik.
      Ich habe in meinem Kommentar geschrieben: „...Dort dürften Beamte darauf achten, daß ehemalige in der Privatwirtschaft Tätige gerade so geschröpft werden, daß sie nicht zu Revolutionären werden. Als Stimmvieh wird man sie aber vermutlich für die „staatstragenden Parteien“ wohl nicht erhalten können.“
      Pensionisten die als Revolutionäre die auf Barrikaden kämpfen, dürften Politikern wenig Schrecken einjagen. Spätestens im Herbst aber kommen Wahlen und mein Kommentar soll ein Schuß vor den Bug der Parteien sein und ein „Gruß“ an die „Pensionistenvertreter“, „Genosse“ Blecha und Herr Khol. Immerhin können informierte Pensionisten – jene, außerhalb der Wiener Gemeindebauten – die Eltern und Großeltern von Kindern sind (so etwas gibt es noch!), vielleicht doch wahlentscheidend sein.

    • Robert (kein Partner)
      20. Februar 2013 12:55

      Auf den Cent genau, wie der/die Kommentator/in von „Gegen Täuschung und arglistiges Verschweigen“, kann ich meine Nettoeinkünfte nicht angeben. Sie dürften aber vergleichbar sein. Meine ASV-Bruttopension beträgt heuer rund 2500 Euro, meine Firmenpension war vor 10 Jahren etwa 2000 Euro(!) und ist 2013 ca. 1470 Euro. Da meine ASVG-Pension höher als die Firmenpension ist, wird letztere mit der ASVG-Pension „mitversteuert“. Das Ergebnis schaut dann so aus:
      Die Firmenpension wird Brutto für Netto angewiesen, also rund 1470 Euro und die versteuerte ASVG-Pension mit Berücksichtigung beider Steuern beträgt rund 1200 Euro, weil für beide die Abzüge (Lohnsteuer und Krankenversicherung) bei der ASVG-Pension abgezogen werden.
      Gesamtpension also netto: 1470+1200=2670Euro (14x jährlich).
      Meiner Pensionskasse koste ich statt ehemals 2000 Euro nur mehr 1470 Euro, aber dem Vater Staat nach Lohnsteuer und Krankenversicherung gar nur mehr 1200 Euro!
      Resümee: Wer viele Jahre eingezahlt oder viel geleistet hat, bekommt wenig vom Staat und wird von der Pensionskasse als Bittsteller, den man möglichst billig abfertigt, behandelt.

    • terbuan
      20. Februar 2013 17:46

      Werter Robert,
      verzeihen Sie, aber Sie sehen das nicht ganz richtig.
      Sie sind kein Bittsteller bei der Pensionskasse, Sie bekommen nur das ausgezahlt, was an Deckungskapital für eine Rente aufgrund des von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber eingezahlt wurde und entsprechend gut oder schlecht veranlagt wurde, hochgerechnet auf Ihre restliche Lebenserwartung.
      Fakt ist, dass aufgrund des von mir oben aufgezeigten zu hoch angesetzten Rechnungszinses (erwartete Veranlagungszinsen) die Arbeitgeber sich bei der Übertragung der Rückstellungen auf die Pensionskassen eine Menge an Mittel erspart haben und die Pensionskasse diese Gelder nicht optimal veranlagt haben bzw. aufgrund der schlechten Marktsituation nicht optimal veranlagen konnten.
      Ein Teufelskreis in dem die Empfänger jetzt gefangen sind. Manche Arbeitgeber haben Nachschüsse geleistet (z.B. Erste Bank),viele aber nicht.
      Nähere Infos finden Sie auf der Homepage des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten PeKaBe:
      http://www.pekabe.at/StartseiteEigen4.html

    • Robert (kein Partner)
      21. Februar 2013 11:24

      Für terbuan:
      Danke schön für http://www.pekabe.at/StartseiteEigen4.html !
      Sie schreiben „…Sie sind kein Bittsteller bei der Pensionskasse, Sie bekommen nur das ausgezahlt, was an Deckungskapital für eine Rente aufgrund des von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber eingezahlt wurde und entsprechend gut oder schlecht veranlagt wurde, hochgerechnet auf Ihre restliche Lebenserwartung.“
      Damit haben Sie völlig recht. Mein Arbeitgeber hat allen Mitarbeitern vorgespiegelt, daß der Umstieg von der Firmenpension, wie sie bis ca. 1998 galt zur neuen Pensionskasse sowohl ein Vorteil für Firma als auch für die Mitarbeiter ist. Die Firma habe nämlich 1998 genug Geld, was in einigen Jahren vielleicht nicht der Fall sein werde und könne sich so von der zukünftigen Unsicherheit durch den Übergang zur unabhängigen Pensionskasse befreien und für den Mitarbeiter sei sogar ein zukünftiger Pensionsanstieg fast sicher. Tatsächlich hat die Firma, auf Grund viel zu optimistischer Annahmen bezüglich „Performance“, zu wenig in die Kasse eingezahlt. Betriebsrat, AK und Mitarbeiter konnten die Einzahlungen gar nicht überblicken, die FMA hat zugeschaut! Seit Jahren führen einige Führungskräfte die so getäuscht wurden, sogar Prozesse. Die Firma geht über alle Instanzen, weil dann vielleicht genügend Kläger gestorben sein werden. Nur die Führungskräfte haben überhaupt eine Chance, weil sie etwas tun können, für das Gros der Mitarbeiter müßte nämlich der Betriebsrat handeln, was er aber nicht tut. Ich glaube, ein Richter bei einem solchen Prozeß kann sich gar nicht vorstellen, daß für die Mitarbeiter die Firmenpension, wie für mich bisher um rund 30% und bei der Kaufkraft um 50% kleiner wurde, weil für Staatsangestellte sogar meist ein kleiner Inflationsausgleich üblich ist.

  18. S.B.
    19. Februar 2013 12:20

    Es gehören auch solche Boni eingeschränkt, wo Manager ein Unternehmen in den Abgrund führen, damit ein Heer von Arbeitskräften freistellen, welche dann als Arbeitslose der Allgemeinheit zur Last fallen und sich der Schuldige mit einer fetten Abfertigung im mehrstelligen Millionenbereich auf und davon macht.

    Auch hier sollte der Gesetzgeber zum Schutz der Gesellschaft sowie öffentlicher Gelder eingreifen dürfen.

    • dssm
      19. Februar 2013 12:41

      pfui Teufel - Gesetzgeber und eingreifen!
      Das werden sich die Aktionäre schon selber ausmachen müssen.

    • S.B.
      19. Februar 2013 13:25

      @dssm

      Auch wenn die Arbeitslosen dann mit Steuergeldern durchgefüttert werden müssen?
      Aber wenn Sie es schaffen, daß die Aktionäre dafür aufkommen, nehme ich mein "Eingreifen des Gesetzgebers" gerne zurück!

    • dssm
      19. Februar 2013 22:51

      @S.B.
      Sozialist!
      Wie wäre es wenn die Arbeitnehmer selber entscheiden wo und gegen welches Entgelt, bei welcher Leistung sie arbeiten wollen?
      Wem etwas nicht passt, der kann sich jederzeit selbständig machen! Soll aber nicht glauben, daß er da von jeder Eigenverantwortung entbunden wäre!

      Wenn die Geschäftsführung den Laden in den Graben fährt, so ist dies das gute Recht der Aktionäre - ihnen gehört der Laden schließlich!

  19. logiker2
    19. Februar 2013 12:14

    und wieder sind es die Schweizer, die den Österreichern sowie der EU um Lichtjahre voraus sind.

  20. brechstange
    19. Februar 2013 11:33

    Die Anteilseigner, sprich Aktionäre, sind in die Gehaltsdebatten einzubeziehen, wie die Schweizer es wollen. Die Politiker sollen Aktien kaufen, dann könnens mitreden, aber lieber sitzen sie halt in den Aufsichtsräten. Jetzt wo sie in Kritik geraten, wirft man schnell mal Nebelkerzen für das aufwachende Volk und zeigen Aktionismus. Das ist reiner Populismus und ist in meinen Augen sehr gefährlich.
    Ich frage mich echt, wozu diese Nomenklatura sich einerseits über den Friedensnobelpreis freut und auf der anderen Seite nichts dabeifindet mehr oder weniger offen Unfrieden zu säen?

    • dssm
      19. Februar 2013 13:01

      Eine kleine Frage: Kennen Sie eine österreichische Aktiengesellschaft, bei deren Hauptversammlung eine Mehrheit von Kleinaktionären persönlich(!) anwesend war?
      Dazu noch:
      Gibt es überhaupt eine österreichische Aktiengesellschaft, welche von Kleinanlegern mehrheitlich(!) gehalten wird?

    • terbuan
      19. Februar 2013 13:43

      Ja dssm, solche gab und gibt es, schon selbst erlebt, allerdings hatten diese praktisch niemals die Mehrheit der Stimmrechte, da die meisten Aktionäre diese an ihre Depotbank abtreten.
      Es gab einmal einen lästigen Kleinaktionär, der sich nach etlichen Querelen mit dem Vorstand seine Aktien vom Unternehmen teuer abkaufen ließ, es war für ihn ein lukratives Geschäftsfeld :-)

    • GOP
      19. Februar 2013 17:21

      In den Aufsichtsräten sitzen vielfach Multifunktionäre, welche eine Vielzahl an solche Posten bekleiden und gar nicht genaue Unternehmenskenntnisse und die erforderliche Zeit haben, gewissenhaft ihren Aufgaben nachzugehen. Und vielfach sitzen sogar ehemalige Generaldirektoren (oder wie es heute so schön CEO heisst) des zu beaufsichtigten Unternehmens drinnen, welche die eigenen Nachfolger mit Samthandschuhen anfassen.
      In Aktiengesellschaften, wo der Staat Anteile hat, ist es besodners arg. Durch eine sog. "Privatisierung" gibt es einen Streubesitz, wo die Aktionäre überhaupt nichts mitzureden haben, sonders sich nur auf den aufwendige gedruckten Jahresbericht sowie auf das Buffet bei der Jahreshauptversammlung freuen können. Der Fall Flughafen Wien zeigt deutlich, dass die beiden Länder Wien und NÖ mittels direkter Abmachung (Syndikatsvertrag) das Stimmrecht "ausgemacht" haben und so alle übrigen Aktionäre - nicht nur im Aufsichtsrat - an die Wand spielen können.
      In meinen Augen sind Kleinaktiönäre nur nützliche Idioten, welche beim Börsegang helfen, dass der ehemalige Eigentümer schnell zu viel Geld kommt. Institutionelle Anleger, welche wesentlich größere Aktienpakete kaufen, sitzen dann auch meist im Aufsichtsrat. Un dder ehem. Alleineigentümer hat durch die Sperrminorität (25% + 1 Aktie) auch noch etwas zu reden. Bei den Hauptversammlungen versuchen zwar einige "rührige" Interssensvertreter der Kleinaktionäre (z.B. Herr Rasinger) etwas Staub aufzuwirbeln, werden dann aber immer niedergestimmt.





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