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Die Fußnotenakrobaten

Wer vor mehr als zehn Jahren einen Raubüberfall begangen hat und nicht rechtzeitig erwischt worden ist, kommt heute straffrei davon, auch wenn er den Raub offen gesteht. Wer vor mehr als drei Jahrzehnten an der Universität abgeschrieben hat, wird hingegen mit der Höchststrafe belegt. Nämlich mit der sozialen Ächtung, dem nationalen Gespött und der möglichen Vernichtung einer Existenz. Der deutsche Rechtsstaat muss sich in seiner gegenwärtigen Fassung den gewaltigen Vorwurf machen lassen, völlig verzerrt zu agieren. 

Nach dem einstigen deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg trifft das nun die amtierende Bildungsministerin Annette Schavan. Ihr ist von ihrer einstigen Uni der Doktortitel wegen Plagiats-Passagen in ihrer Doktorarbeit aberkannt worden. Schavans Fall bringt die unnötige Häme in Erinnerung, die sie einst zum Fall Guttenberg gezeigt hat. Deshalb kann man auch durchaus schmunzeln. Fast eine Form einer höheren Gerechtigkeit.

Angesichts der damals angewendeten Maßstäbe müsste jetzt auch Schavan zurücktreten. Dies wäre in Hinblick auf die Tatsache doppelt logisch, dass sie ja ausgerechnet für Bildung zuständig ist. Und daher irgendwie auch all das für gut und toll finden muss, was sich an den Universitäten abspielt. auch wenn diese zum Unterschied von Österreich dort Landessache sind (was ein ORF-Korrespondent offenbar nicht wissen muss).

Viele werden dennoch Verständnis haben, dass sie nicht zurücktritt, sondern den Rechtsweg einschlägt. Da dieser langwierig ist, wird er die CDU wohl über den Wahltag bringen. Vor Gericht wird es ja nicht nur darum gehen, die fehlenden Fußnoten zu zählen, sondern auch darum, ob deswegen gleich ein komplettes Studium als wertlos erklärt werden kann. Und nicht zuletzt wird die Rolle der Universität selbst zu prüfen sein, die ja mit der Annahme der Dissertation offenbar einst selbst geschlampt hat. Ist es in Ordnung, dass sie den eigenen Fehler 33 Jahre nachher mit der Vernichtung der Existenz des zweiten Schuldigen durch Aberkennung von dessen Doktortitel bestrafen kann? Kann man doch in diesem Zeitraum nicht nur einen Raub dreimal verjähren lassen, sondern sogar nicht vorhandene Eigentumsrechte ersitzen.

Seit Guttenberg hat sich die Weltgeschichte jedenfalls in mehrfacher Hinsicht ein deutliches Stück weitergedreht (der Minister, nicht der Buchdrucker ist gemeint).

Seither sind wir etwa mit einem sozialistischen Ministerpräsidenten in Rumänien konfrontiert, der sich mit noch viel ärgeren Methoden seinen akademischen Grad erschlichen hatte. Der Mann denkt aber gar nicht an Rücktritt. Und seine sozialdemokratischen Fraktionsfreunde in Deutschland und Österreich stellen sich massiv hinter ihn, während sie gleichzeitig reihenweise Schavans Rücktritt fordern. Was die Glaubwürdigkeit ein wenig reduziert.

Seither ist man sich auch viel stärker bewusst geworden, dass die meisten Universitäten heute zu Wärmestuben der – im normalen Leben unbrauchbaren – Altachtundsechziger geworden sind. Diese haben nicht nur das Niveau der deutschen und österreichischen Unis stark hinuntergedrückt; viele von ihnen haben offensichtlich auch den ganzen Tag Zeit, in alten Dissertationen nach abgeschriebenen Passagen ohne vollständige Fußnotenausweise zu fahnden.

Das gilt besonders für den Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Interessante Bücher und Analysen von Historikern oder Ökonomen etwa gibt es fast nur noch im angelsächsischen Raum zu finden. Bei uns sind die meisten Exponenten dieser Disziplinen maximal zu Fußnotenakrobaten geworden.

Kluge Arbeitgeber wissen daher längst, was sie von vielen Fakultäten zu halten haben.

Politisch spannend wird aber die Reaktion von Angela Merkel, die Schavan vorerst im Amt belässt. Ist auch ihr bewusst, dass sich die Sichtweise auf das Thema gewandelt hat? Wagt sie es deswegen, eine Woche lang böse Medienkommentare zu schlucken, bis die Meinungsumfragen mit Sicherheit zeigen werden, dass die Deutschen das mehrheitlich ganz anders sehen als die Leitartikler?

Auf der anderen Seite ist aber auch klar: Wenn Schavan wirklich auf Dauer bleibt, dann wird Guttenbergs Abgang in einem völlig neuen Licht stehen. Er wird dann an oberster Stelle in der Liste jener Männer stehen, die Merkel als politische Konkurrenten gezielt gemordet hat. Schavan hingegen ist für sie keine Konkurrentin, sondern eine harmlose Verbündete, die weiterleben darf. Auch keine angenehme Perspektive für die Bundeskanzlerin.

PS.: Jeder ehrliche Journalist wird zugeben müssen, dass er ständig von den vielen Gedanken profitiert, die er irgendwo aufschnappt. In einem Mail, in einer Zeitung, in einem Gespräch, in einem Buch, im Internet. Und jeder gibt solche Gedanken dann irgendwann einmal wie selbstverständlich als eigene aus. Schon deshalb, weil er meist vergessen hat, wo er diesen oder jenen Gedanken eigentlich her hat. Ob ihm etwas selbst eingefallen ist, oder ob er es irgendwo gelesen hat. Das halte ich keine Sekunde für etwas Böses. Man sollte nur bereit sein, zu den geäußerten Gedanken auch zu stehen. Und man sollte überdies imstande sein, Fakten immer belegen zu können. Freilich: Buchstaben für Buchstaben abzutippen ist ein sehr mühsamer Prozess. Das aber hatte Schavan tun müssen, wenn sie in den damaligen Vor-Computer-Zeiten ein Zitat aus ihrem Zettelkasten in die Dissertation eingebaut hat.

PPS.: Jeder ehrliche Politiker wird zugeben müssen, dass von ihm gehaltene Reden nicht immer von ihm geschrieben worden sind. Die einzige mir bekannte Ausnahme ist übrigens Wolfgang Schüssel: Er hat bis auf die Regierungserklärung nie Reden abgelesen. Er war nämlich nicht einmal imstande dazu.

PPPS.: Auch jeder Besitzer (beispielsweise) eines Maturazeugnisses wird zugeben müssen, dass er dieses Ziel keineswegs ohne Abschreiben erreicht hat. Sei es bei Schularbeiten, sei es bei Referaten: In Schulen herrscht seit jeher die Devise: abschreiben und abschreiben lassen. Und wenn einer einmal erwischt wird, droht als Höchststrafe eine Wiederholung der Arbeit. Aber dazu muss man ihn gleich erwischen und nicht 33 Jahre später.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 02:02

    Wenn man eine Doktorarbeit erst nach 30 Jahren als "unsauber" erkennt, spricht das nicht gerade für die Universität und deren "Personal" und wenn das bei eine(m)r Politiker(in) in einem entscheidenden Wahljahr geschieht, nicht gerade für die Aufdecker.

    Ob Frau Schavan zurücktritt oder nicht, muß sie vorerst einmal mit ihrem Gewissen und ihrer Partei vereinbaren. Warum die ganze Sache allerdings Frau Merkel schaden soll, begreife ich nicht. Sie war weder ihr Doktovater, noch sonst irgendwie an Schavans Universitätsabschluß beteiligt und schon gar nicht haben sich die beiden vor 30 Jahren gekannt oder ausgetauscht.
    Da tritt offensichtlich allzu viel Wunschdenken ihrer Gegner zutage.

    Zum Glück muß sich unser sozialistischer Kanzlerdarsteller nicht mit derartigen Problemen herumschlagen, hat er doch nach eigenen Angaben nur kurz an der Universität zugehört und vermutlich auch so manch anderes rotes Regierungsmitglied. Tu felix austria...............

    P.S.: Ich habe Dr. Schüssel immer schon für seine völlig freie Redebegabung bewundert.
    Wo findet man das heute noch bei Politikern in höchsten Ämtern?

  2. Ausgezeichneter KommentatorMaria Kiel
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 01:17

    "Wolfgang Schüssel: Er hat bis auf die Regierungserklärung nie Reden abgelesen. Er war nämlich nicht einmal imstande dazu"
    ohje, hoffentlich kommt jetzt keiner von den Linksgenossen auf den Gedanken, Schüssel's Doktorat anzufechten mit der Begründung, er sei nicht einmal des Lesens kundig?

  3. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 11:44

    Plagen Deutschland nicht größere Sorgen, als der aberkannte Doktortitel einer Ministerin?
    Ich sage nur: Stuttgart 21, Berliner Flughafen, Elbphilharmonie = ein Millionen- bzw. Milliardengrab nach dem anderen und dazu Milliardenhilfen an marode EU-Südstaaten. Da kommen massive wirtschaftliche Probleme auf die neue Regierung im Herbst zu und dann wird ein Doktorhut der Wahlschlager der Saison? Man faßt es nicht.

    Es finden sich zwar Plagiatsjäger, die sich durch eine mehrere hundert Seiten umfassende Doktorarbeit wühlen, aber offenbar kein Kontrollor der oben erwähnte Ausschreibungen und Verträge überprüft, so daß niemand mehr durchblickt.

    Nebenbei bemerkt, selbst ein Kinderschänder darf sich auf Grund der 30-jährigen Verjährungsfrist nach wie vor im EU-Parlament wichtig machen, aber selbstverständlich nur ein LINKER!

  4. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 07:29

    Das ist insgesamt ein trauriges Kapitel in unserer so aufgeklärten Jetztzeit:
    Vernaderei, übles Anpatzen, bewusstes Anfeuern oft unbewiesener Anschuldigungen speziell vor Wahlen (denken wir an Schüssel und seine Schwiegermutter!), all das sind "Stinkbomben" billiger Politgangster und deren williger Medienbüttel, meist mit Garantie extremer Wirksamkeit!

    Ob das "Vergehen" der Frau Schavan damals sozusagen "handelsüblich" oder doch ahndungsberechtigt war, werden andere Instanzen entscheiden.

    Jedenfalls war es vor einigen Jahrzehnten noch nicht ganz so einfach wie heute im Computerzeitalter, auf Knopfdruck die ganze Geistesklugheit unserer Welt appetitlich vor sich ausgebreitet zu sehen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  5. Ausgezeichneter KommentatorRR Prof. Reinhard Horner
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 14:42

    reinhard.horner@chello.at

    Die Aberkennung des Doktorats ohne gleichzeitige Sanktion gegen die Begutachter der Doktorarbeit und die Beurteiler der Rigorosen ist ein Skandal der Sonderklasse.

    Die betreffende Universität gehört an den Pranger gestellt. Da gibt es ja offensichtlich keine Verjährungsfrist.

  6. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 08:27

    Intellekt, Intelligenz setzt, neben einer Reihe anderer Eigenschaften voraus, Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden zu können. Guttenbergs Versagen bestand nicht darin, daß seine akademische Arbeit - vorsichtig gesagt - schwächelte, der Mann selbst war ein Schwächling. Hinter seiner in unterbrechungsloser Penetranz dauerkultivierten Selbstdarstellung als Macher- und Erfolgstyp stand ein Schwächling, dessen Versagen im Kern seiner Zuständigkeit in der Einführung des Berufsheeres gipfelte. Er war in seinem Amt zu feige, vor die Bürger zu treten, und ihnen diese ihre Pflicht abzuverlangen - und damit gleichzeitig auch das zu verteten, was viele als ihr gutes Recht gesehen haben - nämlich ihre Teilnahme an einer nationalen militärischen Sicherheitspolitik. Zum Dank für diese Bequemlichkeit und für die Erfüllung des Traumes von Goldman & Sucks, Bilderberger und Konsorten, nämlich dem deutschen Volk die Wehrhoheit zu entwinden und die deutschen Streitkräfte zu einer internationalen Interventionspolizei umzustrukturieren, die auf Zuruf der New York Times für fremde Interessen zu bluten hat, gehörte der Mann aus dem Amt gejagt. Ganz zu schweigen davon, das natürlich genau das eingetreten ist, was die eifrigen Wehrpflicht Zerstörer auch in Österreich allerorten ignoriert haben, nämlich das es zum Ersatz des Mengengerüstes der Bundeswehr mangels Wehrpflichtigen eben auch nicht nur annähernd zahlenmäßigen und geeigneten Ersatz aus freiwillig Dienenden gibt. Exakt das wurde ihm, neben einigen anderen vorhersehbaren Umständen, von verantwortungsbewussten Kommandeuren immer und immer wieder vorgerechnet. Der eitle und feige Prahlhans, dem die großen Fabrfotos von ihm und seiner Frau in den Gazetten aber wichtiger war, als alles andere, hat auch danebengegriffen in der Behandlung als oberster Disziplinarherr ind der Behandlung des Kapitäns der Gorch Fock nach einem tödlichen Unfall einer Kadettin. So wie Platter und Darabos in Österreich - jede Maßnahme nur mit Schielen auf das Lob aus den Redaktionen. Und so wie demnächst bekanntermaßen ja die Kronenzeitung mit den Generalen Pandi und Jeannee et consorten das Land verteidigen wird, so wird das ja in der Bundesrepublik die Springer Presse, allen voran die Bild Zeitung machen. Dank Guttenberg. Der im Niedergang, bitte auch das nicht aus den Augen zu verlieren, auch noch fest gelogen hat.

    Frau Schavans fehlende Fussnoten sind dagegen eine Lappalie. Übrigens, hat schon wer das Maturazeugnis des österreichischen Bundeskanzlers ... ?

  7. Ausgezeichneter Kommentatorschreyvogel
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Februar 2013 01:53

    Wenn es okay ist, heute, 70 Jahre danach, Jugendliche, die ein Spottlied auf Ausschwitz mitsingen, jahrelang wegen "nationalsozialistischer Wiederbetätigung" einzusperren, dann muss es ganz einfach okay sein, jemanden wegen eines Plagiats vor 35 Jahren zu verfolgen.

    Es fällt überhaupt auf, dass politische Auseinandersetzungen mit großem Hass geführt werden, mit der absoluten Absicht, politische Gegener existentiell zu vernichten, selbst wenn sie schon längst nicht mehr politisch aktiv sind (z.B. KHG). Hass ist geil, ausgenommen Rassenhass.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorÖH-Verflucher
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    07. Februar 2013 10:14

    Wenn man politischen Konkurrenten nicht an die Wäsche kann, versucht man es eben mit dieser Methode.
    Hat sich in der letzten Zeit durchgesetzt und ist auch erfolgreich, wie man sieht.

    Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Mag. und Dr. Arbeiten in den letzten Jahren, alleine in Ö von ganz normalen Menschen, nicht 100% sauber waren und man somit anfechten können müsste.
    Vor allem bei Arbeiten im juristischen oder wirtschaftlichen Bereich, wie auch bei den Geisteswissenschaften müsste es in den Fußnoten nur so rauschen -> was soll hier stehts "neues" drin stehen?
    Vermutlich hätten wir bei gründlicher Prüfung der Arbeiten der letzten Jahre 50% weniger Akademiker im Lande sitzen.

    Der Punkt ist:
    wenn einzelne Passagen in einer Arbeit als die eigenen verkauft werden, ist der Sinn der Arbeit nicht zwingend "erlogen". Wenn es um direkt gefälsche oder geklaute Forschungsergebnisse ginge, die der zentrale Kern einer Arbeit sind, mag das anders sein. Aber bei den unzähligen Verweisen auf irgendeine Stelle irgendwo...naja, man kann es auch übertreiben.

    Und wie Unterberger so nett anführt: unter diesen Gesichtspunkten müssten die meisten ihren Maturazettel zurückgeben, mich eingeschlossen.

    Oiso...conclusio?

    Ich fordere die sofortige Prüfung aller Mag. und Dr. Arbeiten aller im NR sitzenden Politiker! ;-)


alle Kommentare

  1. Ana (kein Partner)
  2. Coni (kein Partner)
    21. Januar 2015 02:53

    You put the lime in the cocount and drink the article up.

  3. Fight (kein Partner)
    19. Januar 2015 14:51

    That's an expert answer to an innseretitg question

  4. ElizaD (kein Partner)
    09. Februar 2013 09:35

    >Wer vor mehr als zehn Jahren einen Raubüberfall begangen hat und nicht rechtzeitig erwischt worden ist, kommt heute straffrei davon, auch wenn er den Raub offen gesteht.

    Falsche Analogie. Der Entzug der Promotionsqualifikation ist keine Strafe, die allein verjähren könnte, sondern lediglich der Einzug eines unrechtmäßig erworbenen Guts, das auch ein Räuber ungeachtet de Art seiner strafrechtlichen Sanktionierung selbstverständlich ohnehin zurückgeben müsste.

    >Viele werden dennoch Verständnis haben, dass sie nicht zurücktritt, sondern den Rechtsweg einschlägt.

    Dazu sollte sie keiner ermutigen, der ihr wohlwill. Denn das Gericht ist dazu da, die Freiheit der Wissenschaft zu verteidigen. Die Düsseldorfer Fakultät hat bei der Untersuchung der Diss Schavan keinen Formfehler begangen; kein Richter würde gegen die offensichtlich richtige Einschätzung der Düsseldorfer Fakultät angehen wollen, was überdies einen unzulässigen Eingriff in diese zu verteidigende Freiheit darstellen würde. Das Ganze könnte nur dazu führen, dass Schavan noch viel mehr blamiert dastünde als ohnehin schon und sich ihre politische Zukunft vollständig verbauen würde.

    Wer ihr wohlwill, muss ihr raten, so schnell wie möglioch die Wahrheit einzugestehen und die nötige politische Konsequenz daraus zu ziehen.

    >Vor Gericht wird es ja nicht nur darum gehen, die fehlenden Fußnoten zu zählen, sondern auch darum, ob deswegen gleich ein komplettes Studium als wertlos erklärt werden kann.

    Darum wird es nicht gehen. Sondern nur darum, ob das eine gültige Promotionsleistung ist, oder ob die Benutzer vor der Dissertation Schavan gewarnt werden müssen, weil man an ein Plagiat als Wissenschaftler nicht anknüpfen kann.

    Hat sich die Dissertation als unzulängliche Promotionsleistung erwiesen, was sie eindeutig ist, dann muss konstatiert werden, dass sie diese Leistung eben nicht erbracht hat. Hieran kann das Gericht ebenfalls nichts ändern.

    Es wird somit feststellen müssen, dass ihr der Doktorgrad zu Unrecht zuerkannt worden war. Dieser Grad hatte ihr bisher fälschlich bescheinigt, dass sie wissenschaftlich arbeiten konnte. Wissenschaft ist eine mühsame Suche nach der Wahrheit. Der Plagiator aber schlägt der Wahrheit ins Gesicht.

    Dass Schavan dann keinen Studienabschluss mehr hätte, ist nicht Schuld der heutigen Düsseldorfer Fakultät oder des Gerichts sondern weitgehend die Schuld ihres Doktorvaters Prof. Wehle, der sie zu der Promotion über den kurzen Weg gedrängt und dann ihre Arbeit nicht ordentlich betreut hat. Er hätte diese in der vorliegenden Form niemals annehmen dürfen. Er trägt einen hohen Anteil der Schuld an dem Schlamassel Schavan.

  5. dickbrettbohrer (kein Partner)
    09. Februar 2013 09:33

    Plagiate
    Das Stadium der Dauerempörung als Reaktion auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen habe ich längst hinter mir. Einige der hier geäußerten Meinungen zur Frage des Plagiierens lösen jedoch persönliche Betroffenheit aus. Daß eine Verhaltensweise üblich ist, bedeutet noch lange nicht, daß sie auch normal wäre im Sinne von richtig oder gut. Die massenhafte Übertretung moralischer Imperative rechtfertigt nicht zur Generalamnestie einer Handlungsweise, die generell als Unrecht zu gelten hat.

    Halten wir fest:

    1. Es gibt tatsächlich nichts Neues auf dieser Welt.
    Jedes materielle oder geistige Werk ist zwangsläufig aus bereits vorhandenen Elementen zusammengesetzt. Ein Plagiat ist im wesentlichen die Abbildung bzw. Wiederholung von bereits Vorhandenem, und zwar derart, daß das Vorhandene prägend wirkt für Inhalt und Form. Originell, also einzigartig und in seiner Erscheinungsform neu, ist ein Gesamtwerk, wenn es in noch nie dagewesener Weise zusammengesetzt ist, so daß tatsächlich neues Gedankengut entsteht. Dann kann es kein Plagiat sein.

    2. Zu Beginn jeden Lernens steht das Imitieren
    Ohne die Ausbildung einer gewissen Tüchtigkeit (Handwerklichkeit) kann kein Mensch Neues schaffen. Das bedeutet, daß der Anfänger tatsächlich nur „plagiieren“ muß – wie heißt es so schön in Schillers Glocke: „Der Meister kann die Form zerbrechen Mit weiser Hand, zur rechten Zeit.“ Der Lernende aber ist auf bereits Vorhandenes angewiesen. Der Meister hat die Handgriffe verinnerlicht und ist in der Lage, „die Form zu verlassen“ und etwas Eigenes zu schaffen, etwas völlig Neues, noch nie Dagewesenes – jedoch aus den Elementen des Alten. Wer über das Stadium des Neuschöpfens nicht hinauskommt, darf sich nicht Meister nennen. Wer ein akademisches Studium mit Abschreiben von ganzen Passagen aus anderen Werken abschließt, beweist, daß er nicht selbständig zu denken gelernt hat und seinen Titel nicht verdient.

    3. Geistige Verarbeitung von vorhandenem Wissen braucht Zeit
    Jeder, der sich um geistiges Wachstum bemüht, weiß um den mühsamen und zeitraubenden Prozeß, den alles Lernen darstellt. Es ist freilich bequemer, sich aus anderen Quellen zu bedienen, obendrein spart es eine Menge Zeit. Es möge niemand behaupten, das Abschreiben (Plagiieren) von Textabschnitten geschehe ohne Absicht, sozusagen aus Versehen. Die eigene Täterschaft im milden Licht des Vergessens eintauchen zu lassen, ist gerade unter Politikern sehr verbreitet und durchaus menschlich. Nicht alles, was menschlich ist, ist gut.
    Im Falle des Plagiierens wissenschaftlicher Werke wirkt die Verteidigungsstrategie des Vergessens unfreiwillig komisch, denn er Betroffene möchte den Schein hoher Intelligenz wahren unter der Behauptung, an einer Art geistigen Demenz zu leiden.

    4. Diebstahl bleibt Diebstahl, Unrecht bleibt Unrecht
    Plagiieren heißt Stehlen. Diebstahl geschieht immer willentlich unter bewußter Inkaufnahme unrechten Tuns. Unbewußtes Stehlen gibt es nicht, es sei denn, wir definieren den Begriff neu. Wer einen Mitmenschen gewaltsam oder heimlich etwas nimmt, ist ein Dieb. Ein Dieb will Vorteile erlangen, dafür aber nicht durch den Einsatz von Kraft und Lebenszeit ( = Arbeit) bezahlen. Auch wissenschaftliche Texte entstehen mühsam und unter Investition von Energie und Lebenszeit.
    Jede Art geistigen Diebstahls setzt daher den Willen zur „verkürzten Aneignung“ und geschieht in vollem Bewußtsein. Gewiß kann es auch einem aufrichtigen Doktoranden passieren, daß er vergißt, ein Zitat kenntlich zu machen. Auch können Sätze einfließen, die sich mit bereits vorhandenem Schriftgut decken. Der Anteil dieser Deckungsgleichheiten wird jedoch in einem originären Werk verschwindend klein sein, und niemand wird eine Doktorarbeit aus diesem Grunde anfechten wollen. Guttenberg und Schavan haben das Abschreiben in großem Ausmaße betrieben.

    Abschließend
    Ich halte es für unerträglich, wenn im Zusammenhang mit den Plagiatsfällen von „Verjährung“ gesprochen wird. Rein faktisch und moralisch kann keine Tat verjähren, Unrecht bleibt Unrecht. Nichts ist geregelt, was nicht gerecht geregelt ist, soll Abraham Lincoln gesagt haben. Was nicht geregelt ist, führt immer wieder zu Unruhen und zu neuem Unrecht. Die Opfer der Diebstähle oder diejenigen, die sich noch um etwas Eigenes bemühen, müssen sich verhöhnt fühlen. Wer Plagiatsfälle im akademischen Bereich als läßlich bezeichnet, nur weil einige Jahrzehnte seither vergangen sind, erteilt der gesellschaftlichen Lüge, der Verstellung und der Heuchelei Generalabsolution. Man darf nicht vergessen, daß Personen, die im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit stehen, Vorbildcharakter besitzen – im Positiven wie im Negativen. Wer mittels rhetorischer Akrobatik geistigen Diebstahl als unvermeidlich, läßlich oder gar „normal“ bezeichnet, leistet dem moralischen Verfall einer ganzen Gesellschaft Vorschub.
    Denken wir an den Koch. Er findet die Zutaten vor und kann keine neu erfinden. Wenn er kreativ ist und neue Gerichte zusammenstellt, so bleibt doch die Tomate physikalisch eine Tomate und das Getreidekorn ein Getreidekorn. Das Neue ist die Art und Weise, wie dieser Koch mit den Zutaten verfährt.
    Nicht anders verhält es sich im Reich der Gedanken. Die geistigen Zutaten sowie der gesamte Begriffsapparat sind uns vorgegeben, niemand kann sie neu erfinden. Wie der kreative Koch wird der geistig reife und moralisch aufrechte Doktorand diese Zutaten in seinem eigenen Kopf wälzen, mit seinen Lebenserfahrungen würzen und völlig neu zusammensetzen. Das ist mühsam. Und nicht jeder kann das. Bleibt nur der Ausweg, so zu tun als ob, um dennoch in den Genuß von Vorteilen zu kommen, die mit Abschluß eines Hochschulstudiums winken. Und hiermit schließt sich der Kreis.

    Man könnte noch vieles dazu sagen, doch ist dieser Eintrag schon zu lang geraten. Meine persönliche Betroffenheit resultiert daraus, daß ich meine – bescheidene! – Existenz vor 16 Jahren durch schamloses Plagiieren, gestützt durch juristische Tricksereien, verloren habe. Zum Schaden kam der Spott. Das Aufrechtsein in dieser Gesellschaft wird umso schwieriger, je bereitwilliger man Betrugsfälle im akademischen Bereich in Kauf nimmt. Die oberflächliche Bewertung in der Sache Schavan ist untragbar.

  6. Wilhelm Conrad (kein Partner)
    08. Februar 2013 20:02

    Wenn ich die verlogene Diskussion über die angeblich (vor Jahrzehnten!) abgeschriebenen Dissertationen (gab es auch andere? No geh!) höre, überkommt mich Brechreiz. Und gleichzeitig Erleichterung. Ich habe seinerzeit nämlich etwas studiert, wo man Doktor wird, ohne eine von diesen (in meinen Augen natürlich nur, es gilt die Unschuldsvermutung) total verblödeten, pseudowissenschaftlichen, meist grundsätzlich lächerlich unseriösen und dann auch noch weitgehend willkürlich von einer Person allein beurteilten sogenannten Doktorarbeiten liefern zu müssen. Die Prüfungen des Medizinstudiums waren weiß Gott schwer und zahlreich genug. Und das hat genügt. Oder genauer: zur Zeit vor der "Wissenschaftlichen Political Correctness" hat es jedenfalls genügt.

    Eine "wissenschaftliche" Arbeit über ein nicht allgemein interessierendes, gesellschaftlich unwichtiges, weitgehend unüberprüfbares Elfenbeinturmthema zu verlangen, um "die Fähigkeit des Kandidaten zur wissenschaftlichen Arbeit überprüfen zu können" ist auch heute (und gerade heute) völlig entbehrlich, obwohl angeblich die Medizin-Universität (also jene Institution, die nicht genug gebildet ist, um ihren eigenen Namen als Contradictio in adjecto zu erkennen) jetzt eine Doktorarbeit von ihnen Absolventen verlangen soll. Und das in einer Zeit, wo wirkliche wissenschaftliche Leistungen in der Medizin nur mehr von Arbeitsgruppen über längere Zeit erbracht werden können (und meist statistischer Natur sind, welche Leistung!), mitnichten aber von auf sich allein gestellten Studenten. Wenn sich jemand habilitiert, dann sollen solche hehren Grundsätze gelten, gut. Für alle ist es unmöglich - und deshalb unseriös.

    Ein sinnvolles Thema für eine künftige Dissertation an der Medizinuniversität wäre: "Zur Frage der Sinnhaftigkeit der Dissertation an sogenannten Medizin-Universitäten unter besonderer Berücksichtigung der praktischen Verwendbarkeit der dadurch in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse für den Patienten".

    Es wäre die Suche nach einem Nullum, sicher, schließlich soll das Thema ja schwer sein, eine Suche nach etwas womöglich gar nicht existenten, es wäre aber irgendwie heilsam für die Proponenten der Dissertations-Hype aller Arten. Nach allgemeiner Bekanntmachung des zu erwartenden wissenschaftlichen Ergebnisses dieser Dissertation ("Es gibt keine") könnte man dann die Dissertationspflicht wissenschaftlich correct entsorgen.

  7. cmh (kein Partner)
    08. Februar 2013 10:24

    Wenn sich die politischen PArteien nicht mehr auf die vorgelegten Universitätsabschlüsse ihrer Funktionäre verlassen können, dann wird dadurch eine cntrademokratische Tendenz verstärkt: Um jegliche schwarze Punkte in den Biographien zu vermeiden, dürfen keine Quereinsteiger mehr zum Zug kommen, sondern am besten nimmt man nur die Leute, die seit der Mittelschule in der Partei bekannt und ausgebildet sind.

    Derartige Leute nennt man bekanntlich Apparatschiks.

    Nur bei roten Bundeskanzlern wurde bisher das nordkoreanische Verfahren der Geheimhaltung des Bildungsweges der Spitzenfunktionäre angewendet. Wäre aber ausbaufähig.

  8. cmh (kein Partner)
    08. Februar 2013 10:19

    Kann man eigentlich annehmen, dass es vor allem Geisteswissenschafter, und nicht so sehr Naturwissenschafter trifft?

    Dann wäre es endlich an der Zeit, einer gewissen Art von Geisteswissenschaftern zu sagen, dass es sich bei dem, was sie so von sich geben, eben -mit und ohne Plagiat und Fußnoten - nicht um "Wissenschaft" im exaten Sinne, sondern nur um ideologisches Geschaftel von Unverdautem, aber Gewünschtem handelte.

    Z.B. einen guten Artikel zu schreiben, ist ein Handwerk und sollte daher auch als solches gelernt werden und nicht auf der Universität.

  9. cmh (kein Partner)
    08. Februar 2013 10:14

    Die Menge hat wieder ein Häppchen bekommen und johlt dankbar.

    Den Inhalt von wissenschaftlichen Arbeiten können nur wenige wirklich beurteilen - aber jeder Trottel (aka Kevin und Jessica) versteht "Entzug des akademischen Grades". Weil das nur megapeinlich für andere ist, aber keine weiteren Denkoperationen erfordert.

    Dass das nur oder fast immer nur "Großkopferte" derwischt, ist da nur förderlich. Die können sich da nicht so schnell bewegen, wie die Geistesgrößen, die ein unfehlbares Mittel gefunden haben, andere anzupinkeln. Es wird sich immer was finden.

    Insoferne haben wir es mit asymetrischen Verhältnissen zu tun. Üblicherweise wären die "Aufdecker" gute Fahrradfahrer (Nach unten treten und nach oben buckeln.) aber hier geht es einmal recht geschmiert nach oben.

    Nur leider schlägt das Imperium immer zurück und das zumeist fürchterlicher als sich das die aufdeckenden bessermenschlichen Wissenschaftlichkeitsretter erträumen zu vermögen.

    Die Konsequenz für die Universitäten wird - so deren Abschlüsse etwas gelten wollen - sein, dass für alle Arbeiten ein verpflichtendes Gutachten eines Computerfritzen gefordert sein wird, in dem die Nichtplagiatizität festgestellt wird. Auch Gostwriter könnten durch den Einsatz einer geeigneten Software erkannt werden. Mit dem Inhalt mag sich dann wieder ein kleines Assitenzwürschtel auseinandersetzen. Dessen Arbeit wird aber weniger werden, denn plagiatsfrei Texte sind dann eben auch weniger. Damit fällt die Akademikerquote.

    Die verbleibenden, dann aber echten Akademiker werden keine Zeit mehr für derartige Nasenbohrereien in fremden Arbeiten mehr haben.

    Von den Universitäten wird daher wieder die Elite des Landes kommen. Gut für die Wissenschaft, aber schlecht für die Aufdecker.

    Im übrigen gilt auch hier: Man schätzt den (akademischen) Verrat, aber nicht den (Akadmiker als) Verräter.

  10. fxs (kein Partner)
    07. Februar 2013 20:44

    Weiß noch jemand, wie das mit der vom Grünen Pilz bim Grünen van der Bellen abgelieferten Arbeit war?

    • Neppomuck (kein Partner)
      08. Februar 2013 00:11

      Einem "on dit" nach hat er eine Auftragsarbeit (Innenministerium?) als "Diss" abgeliefert, eine Unzulässigkeit, die zur routinemäßiger Aberkennung der Doktortitels führen müsste.

    • cmh (kein Partner)
      08. Februar 2013 09:53

      Auch UHBP hat einem ondit zufolge seine Habilitation bei einem ehemaligen Justizminister der anderen Seite nur deshalb bekommen, weil er der Fischer war.

  11. Marcus Arelius (kein Partner)
    07. Februar 2013 19:26

    Zur Beruhigung aller Gemüter ein wenig unaufgeregter Hintergrund:
    http://www.welt.de/kultur/article113455288/Schavan-ist-ein-spaetes-Opfer-des-SPD-Bildungswahns.html

    Was in Österreich damals Lehrerbildungsanstalt hieß, wurde im Sog der 68er und der roten Parole "Bildung und akademische Grade für alle!" in Nordrhein-Westfalen in vorhandene Universitäten eingegliedert. Annette Schavan, LBA-Studentin, nutzte die Chance der Übergangszeit und durfte so ohne ein einziges abschließendes Examen promovieren, quasi mit einer gehobenen Hausarbeit; entsprechend fiel das Werk auch aus.
    Auch so frisst die Revolution ihre Kinder, gebärden sie auch noch so blauäugig und bieder.

  12. JEZ (kein Partner)
    07. Februar 2013 18:55

    http://www.unzensuriert.at/content/009492-Pilz-Dissertation-Gr-n-Politiker-schweigen-zu-Plagiatsaff-re

    Auffallend ist, kaum ist ein "Thema" von den div. Journalisten abgelutscht und verliert an drive, wird sofort die nächste Sau (bitte um Entschuldigung der Betroffenen) gesucht, um sie durchs Dorf zu treiben
    Voraussetzung: nicht von der SPÖ, nicht von den Grünen - die tun sowas nicht !

  13. socrates
    07. Februar 2013 18:05

    Diese Probleme treten erst nach 1968 auf. Auf alle Falle leisteten diese Leute einen meineid um sich einen Beruf zu erschleichen. Nach 45 gab es zahlreiche solche falle, allen wurde der Titel aberkannt.

  14. A.E.I.O.U. (kein Partner)
    07. Februar 2013 14:33

    A.U. begeht im Artikel ein schweres Foul im 16-ner.
    Das führt zu einem aufgelegten Elfmeter und zu seinem Ausschluß.

    Das schwere Foul ist die Verwechslung zwischen Strafrecht und Zivilrecht einerseits und Persönlichkeitsrechte und Verjährung/Ersitzung andererseits.

    Insgesamt schreibt A.U. wieder einmal völligen Schwachsinn daher. Selber Schuld, wenn er zu jedem Thema seinen Senf dazu spritzt. Selbst wenn er davon keine Ahnung hat.

    Frau Schavan wird nicht von den Strafbehörden verfolgt. Die Tat ist wahrscheinlich verwaltungs/strafrechtlich verjährt.
    Wenn sie sich durch ihren erschummelten Doktortitel Vorteile, wie ein höheres Gehalt ergaunert hat, so soll sie das zivilrechtlich zurückzahlen, soweit keine Verjährung eingetreten ist.

    Persönlichkeitsrechte wie den Doktortitel kann sie jedenfalls nicht ersitzen.

    Und die gesellschaftlichen Folgen für ihre unverfrorene Vorgangsweise hat sie sich selbst zuzuschreiben. Sie braucht uns nicht leid zu tun, wirklich nicht. Außer ihr ist dafür niemand verantwortlich.

    Solche abschreckenden und widerlichen Fälle sind gut, sie haben gereralpräventive Wirkung.
    Zumal vor allem in neuerer Zeit immer mehr ihre akademischen Grade erschwindeln.

    Völlig hirnrissig von A.U. und keinerlei Rechtfertigung ist der Verweis, dass auch andere, etwa Maturanten und Politiker geschwindelt haben. Solche negative Qualität in Aussagen kennt man üblicherweise nur von Politikern, die ihre Untaten damit rechtfertigen wollen, daß auch die anderen kriminell sind.

    • meeinrad (kein Partner)
      07. Februar 2013 20:51

      jeder schwachkopp wird erkennen, dass hinter der campaigne auf den sturz von Angie ausgerichtete sozialdemokratisch-zionistische interessen stehen.

  15. Zraxl (kein Partner)
    07. Februar 2013 13:31

    Frage an die Rechtskundigen hier im Forum:
    Kann man in so einem Fall den Ghostwriter auf Schadenersatz klagen?

    • Gismor (kein Partner)
      07. Februar 2013 13:58

      Zraxl
      Gute Frage, hihi

    • A.E.I.O.U. (kein Partner)
      07. Februar 2013 14:37

      Wer ist "man" ? Soll das Frau Schavan/ ein Doktorand sein, der eine Doktorarbeit bei einem Ghostwriter in Auftrag gibt ?

      Falls Ja : Ein solcher Vertrag ist sittenwidrig und daher nichtig. Vertragliche Ansprüche können sich somit nicht ergeben.

  16. So schauts aus (kein Partner)
    07. Februar 2013 12:30

    Eine Doktorarbeit ist nicht irgendeine Prüfung bei der der Prüfling mal zum Nachbarn schaut.
    Zitationsregeln sind klare wissenschaftliche Standards, die in der ganzen Welt und in allen Wissenschaften akzeptiert werden und zum grundlegenden Handwerkszeug eines Wissenschaftlers gehören. Da geht es auch nicht um die unbewusste Aneignung von Gedanken.
    Wer in einer Doktorarbeit nicht fähig ist richtig zu zitieren hat grundlegende Defizite oder absichtlich betrogen, da ist eine Aberkennung des Titels nur logisch. Da die Person noch einen wissenschaftsnahen Ministerposten besetzt, liegt auch ein Rücktritt nahe. Journalismus hat auch wenig mit Wissenschaft zu tun, insofern sind diese Relativierungen fehl am Platz.

    • Reinhard (kein Partner)
      07. Februar 2013 12:40

      Die Grenze wird immer dort gezogen, wo es dem politischen Kalkül genehm ist.

      Vielleicht sollte man bedenken, dass der eigentlich wissenschaftlich gemeinte Titel des "Doktor" seltsamerweise den Weg ebnet in Branchen wie die Politik. Wenn ich also diesen Titel von der Gesellschaft gefordert für das Erreichen politischer Ziele benötige, ist sein Erreichen eben nicht der Kampf um höchste Wissenschaftlichkeit.
      Wäre die Frau Wissenschaftlerin und würde an einer Uni lehren oder forschen, wären die kopnsequenzen logisch.
      Bei einer Politikerin gilt eher, das System und seine kranke Titelgeilheit zu hinterfragen!

    • So schauts aus (kein Partner)
      07. Februar 2013 13:39

      Den ersten Satz müssen sie mir genauer erklären.

      Wenn ein Titel aus Geilheit erworben wird dann kann man das natürlich hinterfragen. Egal wie groß die Titelgeilheit auch sein mag, der Titel wird im System Wissenschaft erworben und ist den dort herrschenden Standards unterworfen, warum der Titel jetzt erworben wird ist für die Wissenschaft weitgehend irrelevant. Die Wissenschaft hat nicht die Aufgabe die Reinheit der Motivation zu prüfen. Wenn die Titel dem System Politik besonders gut gefallen, dann ist das eine andere Baustelle - allerdings wie gesagt eine, die man durchaus hinterfragen kann.

      Die Frau forscht zwar nicht an einer Universität aber sie ist Bundesministerin für Bildung und Forschung, insofern halte ich Rücktrittsforderungen in diesem Fall durchaus für legitim.

    • Wunschträumer (kein Partner)
      07. Februar 2013 13:52

      Ich denke, dass bei diesem Thema der erdrückende Teil der Akademiker - es gilt die Unschuldsvermutung - Baugrimmen bekommt oder schon hat.
      Allerdings: Die sogenannten "Aufdecker" wären ohne der Hilfe des Computers aufgeschmissen und ein Häuflein armer "akademischer" Narren, was sie schon damit beweisen, wenn sie mit ihrem Entdeckten erst 30 Jahre danach hausieren gehen.
      Die viel gepriesene akademische Ehre gerät immer mehr in inflationäre Tendenzen...

      George Orwell lässt grüßen....

    • Reinhard (kein Partner)
      07. Februar 2013 13:58

      Jede Grenze muss klar gezogen werden, sonst wird der Anpassung an Begehrlichkeiten Tür und Tor geöffnet.
      Wie genau definiere ich Plagiat, ab welcher Übereinstimmung gilt es als bewiesen? Welche Kriterien galten zur Zeit der Erstellung der Arbeit? Immerhin 3 Jahrzehnte her. Damals abgelegte Prüfungen anderer Art wären nach heutigem Standard auch klare Duchfaller. Wenn es aber zur Zeit der Erstellung der Arbeit keine klar definierte Grenze gab oder diese sich woanders bafnd als heute, dann darf eine neue Einschätzung keine Gültigkeit erlangen, nur weil es gerade irgendwem in den Kram passt, unliebsame Zeitgenossen anzupinkeln. Wenn Doktorväter und Universitätsgremien bei der Prüfung der Arbeit keine Beanstandung fanden, dann ist die Prüfung bestanden und fertig. Sich darauf herauszureden, die hätten damals nicht die Technik gehabt, heißt entweder, dann müssen damals auch andere Maßstäbe gegolten haben, oder sie hätten ohne diese Technik gar nicht das Recht gehabt, eine Dissertation anzunehmen und zu prüfen.

      Wenn sich also jemand hinstellt und sagt "Nach heutiger Sicht handelt es sich bei den beanstandeten Formulierungen um ein Plagiat!", dann muss ich sagen, nach heutigem Wissens- und Erkenntnisstand würde die Frau eben keinen titel mehr bekommen, aber das hat nichts mit dem vor 33 Jahren zu tun.
      Mit heutiger Methodik und heutigen Maßstäben kann ich haufenweise titel und Abschlüsse beanstanden. Die Wissenschaft ist nicht der einzige Zweig der Menschheit, der hohe Messlatten anlegt.

      Und mit der Titelgeilheit meine ich nicht die Politiker sondern die gesamte Gesellschaft; besonders in Wien brauche ich da wohl nichts mehr hinzufügen.

  17. Hegelianer (kein Partner)
    07. Februar 2013 12:30

    Ein erheblicher Unterschied zwischen Schavan und Guttenberg scheint mir nur unvollständig herausgestellt: Guttenbergs Dissertation entstand zu einer Zeit, als Plagiate längst ein Thema waren, und sie wurde zeitnah aberkannt, während bei Schavan die Frage entsteht, ob eine Rückinterpretation heutiger Standards in das Jahr 1980 tatsächlich auszuschließen ist. (Vgl. auch die Dissertation von Johannes Hahn.) Korrektes Zitieren war zwar auch 1980 wichtig, doch stand die inhaltliche Substanz im Vordergrund, wie jeder bestätigen wird, der die geisteswissenschaftliche Szenerie der letzten Jahrzehnte kennt. Wichtig war, daß der Dissertant im (heute leider kaum noch vorhandenen!) Wettstreit der Schulen (z.B. empirische Pädagogik, humanistische Pädagogik, transzendentalphilosophischer Ansatz, handlungstheoretischer Ansatz) eine differenzierte und fundierte Position entwickeln und darstellen konnte. Wenn hierbei manches nicht korrekt ausgewiesen wurde, fiel dies nicht ernsthaft ins Gewicht. Hat man in Düsseldorf diesen Wandel der Wissenschaftskultur (gar nicht unbedingt zum Besseren!) mitbedacht?

  18. Reinhard (kein Partner)
    07. Februar 2013 11:27

    Wenn man sich die veröffentlichten Stellen anschaut, dann handelt es sich eben nicht um abgeschriebene Passagen sondern um einzelne Sätze, die so formuliert sind, dass es sich um umformulierte Sätze aus veröffentlichten Publikationen handeln könnte.
    Ich möchte die Geisteswissenschaften jetzt nicht kritisieren, aber ist es nicht so, dass fast jede Diplom- oder Doktorarbeit auf Themen aufsetzt, die es bereits gibt und nur selten bahnbrechende neue Erkenntnisse gewonnen werden? Ist es also besonders in diesem Bereich eines Doktortitels würdig, so gut neu formulieren zu können, dass niemand mehr bemerken kann, dass man seine Erkenntnisse von anderen gewonnen hat?
    Ich möchte auch die Frau Schavan nicht über Gebühr verteidigen, aber hat sie nicht erstens genau das gemacht, was vor 30 Jahren Usus war? Macht sich vielleicht jemand die Mühe, die Arbeiten des Herrn Dekan zu prüfen, der da mit Leichenbittermiene den Betroffenheitsapostel spielend den Roten genau jene Munition auf einem Silbertablett geliefert hat, die diese Meister im Anschütten auf persönlicher Ebene (da sie fachlich nichts finden) von der peinlichen Schmierenkomödie ablenken, die ihr durch dämliche Aussagen und peinliche Auftritte glänzender Spitzenkandidatenkasper derzeit aufführt? Oder seine Nähe zu einer Partei? Wer hat die Doktorarbeit geprüft, wie und auch warum?
    Die gerechtfertigte Klage der Frau Schavan schafft zumindest den Zwang, diese Fragen zu beantworten. Ob wir etwas davon erfahren werden- mal sehen.

  19. jump (kein Partner)
    07. Februar 2013 11:24

    Jetzt hören´s auf, Herr Unterberger? Schüssel ist nicht einmal imstande etwas abzulesen?! Warum rücken Sie mit derartig brisanten Informationen erst jetzt heraus? ;-)

  20. Torres (kein Partner)
    07. Februar 2013 11:19

    Allerdings liest sich das leider bei Unterberger so, als ob Schüssel nicht imstande gewesen wäre, einen Text abzulesen. Ich halte persönlich zwar nicht viel von Schüssel, würde ihm aber sicher zugestehen, dass er des Lesens kundig war (und wahrscheinlich noch ist).

    • Neppomuck (kein Partner)
      07. Februar 2013 12:02

      Ob es Probleme bei der Abrechnung mit den von Schüssel gezeichneten Tarockkarten gab?
      Scheint so.

      Denn eines konnte Schüssel sicher: Frei sprechen.
      Bei einer Frau Prammer hätte ich ja noch Verständnis für derartige Anwürfe.

  21. ÖH-Verflucher (kein Partner)
    07. Februar 2013 10:14

    Wenn man politischen Konkurrenten nicht an die Wäsche kann, versucht man es eben mit dieser Methode.
    Hat sich in der letzten Zeit durchgesetzt und ist auch erfolgreich, wie man sieht.

    Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Mag. und Dr. Arbeiten in den letzten Jahren, alleine in Ö von ganz normalen Menschen, nicht 100% sauber waren und man somit anfechten können müsste.
    Vor allem bei Arbeiten im juristischen oder wirtschaftlichen Bereich, wie auch bei den Geisteswissenschaften müsste es in den Fußnoten nur so rauschen -> was soll hier stehts "neues" drin stehen?
    Vermutlich hätten wir bei gründlicher Prüfung der Arbeiten der letzten Jahre 50% weniger Akademiker im Lande sitzen.

    Der Punkt ist:
    wenn einzelne Passagen in einer Arbeit als die eigenen verkauft werden, ist der Sinn der Arbeit nicht zwingend "erlogen". Wenn es um direkt gefälsche oder geklaute Forschungsergebnisse ginge, die der zentrale Kern einer Arbeit sind, mag das anders sein. Aber bei den unzähligen Verweisen auf irgendeine Stelle irgendwo...naja, man kann es auch übertreiben.

    Und wie Unterberger so nett anführt: unter diesen Gesichtspunkten müssten die meisten ihren Maturazettel zurückgeben, mich eingeschlossen.

    Oiso...conclusio?

    Ich fordere die sofortige Prüfung aller Mag. und Dr. Arbeiten aller im NR sitzenden Politiker! ;-)

  22. Maria Schossmann (kein Partner)
    07. Februar 2013 08:35

    In vielen Punkten kann ich Herrn AU zustimmen, aber dennoch, gerade wenn man mit solcher Häme und „sich schämen“ einen Herrn Guttenberg verfolgte, sollte man die eigenen Fehler ernster nehmen, noch dazu nach einem Studium der Theologie, da ist ja wohl Ehrlichkeit Ehrensache. Vielleicht sind die fehlenden Fußnoten eine zu vernachlässigende Kleinigkeit, aber was in meinen Augen nicht zu vernachlässigen ist, ist die Tatsache, daß die Frau Schavan seit 33 Jahren in einer Position sitzt und dafür Geld kassiert, die sie vermutlich ohne Doktortitel nicht erreicht hätte. Schon aus diesem Grund sollte sie es Gut sein lassen und zurücktreten.

    • Reinhard (kein Partner)
      07. Februar 2013 12:12

      Eine Fußnote bzw. Kennzeichnung als Zitat ist nur nötig, wenn ich wörtlich zitiere.
      Wenn ein Satz aus einer anderen Publikation heraus umformuliert wurde, genügt ein allgemeiner Hinweis auf diese Publikation als Quelle. Eine Quellenangabe schließt die Verwendung des Inhaltes dieser Quelle automatisch ein.
      Der Rest ist die Qualität der neuen Formulierung, die auf die Tiefe schließen lässt, mit der sich der Doktorand mit dem Thema bzw. dem Inhalt dieses Satzes beschäftigt hat.
      Wenn Formulierungsfähigkeit, Fußnotengewurstel und Verschleierungskunst die höchsten Qualifikationen für den Doktortitel darstellen, gehört dieser abgeschafft.

      Was das Erreichen der heutigen Position betrifft: unser Kanzlerdarsteller beweist, dass es auch ohne geht. Und es gilt das gleiche, was ich auch bei Guttenberg schon gesagt habe: Muss ich die Ergebnisse der Arbeit der Frau Schavan rückwirkend als schlechter einschätzen als wenn sie mehr Fußnoten in ihrer Doktorarbeit gesetzt hätte? Oder ist es nicht ein Witz, dass wir bis heute glauben, nur Leute mit dem richtigen Titel sind auch richtige Leute?

      Und außerdem - wo anfangen? Bei der ersten abgeschriebenen Schularbeit, einer getürkten Prüfung? Wo hört das legale Verarbeiten der Ergebnisse anderer auf und beginnt der Prozess des Schaffens eigener Ergebnisse? Wo müssen wir ansetzen, um das zumindest hinterfragenswerte Erreichen eines Ergebnisses, das den weiteren Lebensweg ermöglicht hat, mit härtester Strafe zu verfolgen?
      Wenn klein Fritzi nicht geschickt beim Test betrogen hätte, wäre er nur in die HS gekommen und vielleicht Pizzafahrer geworden, aber so durfte er in die Mittelschule und dann studieren und promovieren und ist heute Lebensmittelchemiker.
      Sofort rausschmeißen und Pizzas ausfahren lassen!?

      Es ist richtig, dass Diplom- und Doktorarbeiten hart überprüft werden müssen, aber bitteschön dann, wenn es um die Verleihung des Titels geht und nicht Jahrzehnte später! Das rückwirkende Aberkennen eines bereits anerkannten Titels ist lachhaft und gar zu offensichtlich ein parteipolitisches Spiel.
      So kann ich die Entscheidung jeder vergangenen Prüfungskommission anfechten, eigentlich sogar bis zum Entzug des Meister- oder Facharbeiterbriefes oder des Führerscheins.

  23. durga
    07. Februar 2013 02:07

    Plagiat oder nicht-Plagiat - das ist hier die Frage.

    Frau Schavan hat also im Fach Erziehungswissenschaften mit der Arbeit "Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" promoviert. Eine rund 350 Seiten lange Thesis, in der auf 97 Seiten einzelne Sätze und Absätze aus anderen Quellen übernommen wurden ohne diese hinlänglich zu zitieren.

    Ich muß zugeben, ich kann mit Modus und Inhalt derartiger Dissertationen, die bloß eine Zusammenstellung von Aussagen anderer Autoren (in komplexer, ausufernder Sprache) darstellen, wenig anfangen.

    Um mir aber ein Bild über die Arbeit zu machen und darüber, was nun als Plagiat, Verschleierung, Vortäuschung bezeichnet wird, habe ich die inkriminierten Stellen im Schavanplag (http://schavanplag.wordpress.com/ ) nachgesehen.

    Was sind nun häufige "Fehler" von Schavan? Sie gibt vor Sätze aus der Primärliteratur - z.B. von Freud, CG Jung, J. Ratzinger - zu zitieren, hat diese aber aus der Sekundärliteratur übernommen, zum Teil wortwörtlich, inklusive der dort aufgetretenen Fehler. Einige Stellen hat sie auch abgeschrieben - beispielsweise das Fazit am Schluß der Arbeit - ohne zu zitieren.

    Die Vorgangsweise Zitate von Primärliteratur aus der Sekundärliteratur zu übernehmen, ist nicht nur auf geisteswissenschaftliche Arbeiten beschränkt:

    Beispiele aus der Biochemie: der sogenannte scatchard-plot zur Bestimmung von Bindungskonstanten oder die Bestimmung der Proteinkonzentration werden zitiert, ohne daß der überwiegende Teil der Autoren jemals die betreffenden Primärarbeiten gesehen hätten. Ganze Generationen von Dissertanten haben im experimentellen Teil ihrer Arbeiten, derartige Zitate (inklusive Fehlern) von den jeweiligen Vorgängern übernommen.

    Kann der Maßstab, wie er nun an das Schavan-Machwerk gelegt wird, an alle Arten von wissenschaftlichen Publikationen angelegt werden? Zweifellos: Nein - vor einer derartigen Beckmesserei blieben dann wohl kaum auch inhaltlich höchst innovative, wertvollste Arbeiten verschont.

    Hätte im übrigen der Doktorvater von Schavan die inkriminierten Stellen bemerken können? Zweifellos: Kaum. Dazu hätte er ja alle Literaturstellen detailliert nachwassern müssen.

  24. aw70 (kein Partner)
    07. Februar 2013 01:55

    Ich finde, dass man diesen Fall ziemlich differenziert sehen muss.

    Einerseits muss es natürlich so etwas wie Standards geben. Und das sieht scheinbar für Frau Schavan nicht so gut aus.

    Denn akademisches Fehlverhalten ist, wie viele andere Dinge auch, nicht zu tolerieren, und muss geahndet werden. Es gelten seit mindestens über 150 Jahren im Wesentlichen die selben Regeln, wie eine ordentliche Dissertation auszusehen hat - "das war noch in den 1980ern" ist daher absolut keine Ausrede. Im Grunde gelten die Regeln ordentlichen Arbeitens natürlich schon viel länger, mit 150 Jahren meinte ich lediglich in etwa die Zeit, in der sie im engeren Sinn formalisiert wurden.

    Und es gibt auch einen gravierenden Unterschied zur Verjährung einer Straftat. Ein Verbrecher bezieht zwar unter Umständen ebenfalls weiter stillen Nutzen aus einem mittlerweile verjährten Verbrechen - beispielsweise, indem er noch Geld, das er damals erbeutet hat, ausgibt. Aber das ist doch etwas anderes, als das Führen eines akademischen Grades. Dieser ist als Namenszusatz bei einem Politiker täglich einer breiten Öffentlichkeit sichtbar, selbst Jahrzehnte nach der Promotion. Das Führen eines derartigen Titels ist eine täglich wieder getätigte Aussage, dass man sich seinerzeit als Wissenschaftler qualifiziert hat, und das auch öffentlich zeigen will. Und damit auch eine mehr oder weniger große intellektuelle Grund-Legitimation für sich beansprucht. Vor diesem Hintergrund muss man damit leben können, dass diese Qualifikation auch Jahrzehnte später immer wieder aktiv hinterfragt wird.

    Aber andererseits ist der Hergang dieser Sache, wie AU richtig anmerkt, doch auch etwas eigenartig.

    Insbesondere die Universität handelt hier doch eine Spur sonderbar. So ist es für mich als Universitätslehrer unvorstellbar, bei einem derartigen kollektiven Versagen nur die Dissertantin zu belangen (das war schon bei Guttenberg skandalös). Denn wenn die Dissertation von Frau Schavan wirklich so ein Mist sein sollte, dann haben damals auch mindestens zwei Habilitierte bei der Beurteilung gröbstens fachlich gepfuscht. Ich war selbst schon in Deutschland als externer Diss-Gutachter in den Prozess von Dissertations-Begutachtungen eingebunden, und das ist ein relativ gründlicher Vorgang. Theoretisch, zumindest - man hat jedenfalls keine Ausrede, eine völlig sinnfreie Arbeit nicht als solche zu erkennen, und durchzuwinken. Es ist auf jeden Fall genug Zeit, und wenn man inhaltlich nicht in der Lage ist, so etwas zu erkennen, dann darf man das halt nicht machen. Beziehungsweise sich nachher nicht über allfällige Hiebe beschweren, die man abbekommt, wenn sich die Sache später jemand genauer ansieht.

  25. Haider
    07. Februar 2013 01:04

    Musikalische Weltgenies wie Mozart, Beethoven, Haydn ... ließen sich selbstverständlich von anderen Komponisten inspirieren.
    Selbst Techniker soll es geben haben, die auf die Erfindung des Rades zurückgriffen, ohne dies an einer Speiche extra festgehalten zu haben.
    Nach 1918 tilgten die Roten Adelstitel, jetzt tilgen sie halt akademische Grade. Gleichmacherei ist oberstes Gebot. 2030 wird wohl die Körpergröße normiert; wer größer als 180 ist - Rübe ab!

  26. Haider
    07. Februar 2013 00:54

    Da hat's unser Dr. taxi Faymann leichter. Eine Woche unfallfrei am Standplatz stehen und schon ist er Akademiker. Schleimer wie Schröcksnagl tragen diese Frohbotschaft in die ganze Sportwelt. Es ist einfach widerlich!

  27. Politicus1
    06. Februar 2013 20:40

    Meine Meinung dazu:
    Vor 30 Jahren gab es meines Wissens nach noch keine digitalisierten Bibliotheksbestände, kein Google-Book, und keine Internet-Dissertationsagenturen.
    Selbst das Finden von geeigneten Quellen, aus denen man dann ohne Zitathinweis Textstellen für seine Arbeit verwenden konnte, war durchaus als wissenschaftliche Recherche einzustufen. Eine solche Arbeit war oft mühsamer und zeitraubender als irgendeinen pseudowissenschaftlichen Gedanken selbst zu erfinden und als eigenes Ideenprodukt hin zu schreiben.
    Und daher ist das hier genau so wie mit den linken Zeitgeschichtlern: es wird krampfhaft versucht, Vergangenes mit den Gegebenheiten des Jetzt zu bewerten. Vor allem dann, wenn es in den politischen Gegenwartskram passt!

  28. leshandl
    06. Februar 2013 17:11

    Was sind schon fehlende Fußnoten in einer Diss gegen fehlende Lebensjahre - und nicht unwichtige - in einem lebenslauf, zB eines Bundeskanzlers! Bezüglich Matura kann man ihm nichts vorwerfen, weil ja noch keiner sein Zeugnis gesehen hat. Aber vielleicht legt er wenigstens seinen Taxler-Schein vor ....

  29. RR Prof. Reinhard Horner
    06. Februar 2013 14:42

    reinhard.horner@chello.at

    Die Aberkennung des Doktorats ohne gleichzeitige Sanktion gegen die Begutachter der Doktorarbeit und die Beurteiler der Rigorosen ist ein Skandal der Sonderklasse.

    Die betreffende Universität gehört an den Pranger gestellt. Da gibt es ja offensichtlich keine Verjährungsfrist.

    • Senfspender
      06. Februar 2013 21:46

      Angesicht des berechtigten Vorwurfs, dem sich die Universität damit aussetzt, ist aber die aktuelle Dummheit besonders bemerkenswert, den Fall noch so zu dramatisieren. Der Universität-Düsseldorf gehören dafür die Ü-Stricherln aberkannt!

    • maxim7 (kein Partner)
      07. Februar 2013 10:28

      Lieber Herr Horner, da haben Sie recht und zugleich unrecht. Selbstvertändlich wurden zig Arbeiten nicht seriös geprüft, was in solchen Lulu Laberfächern wie das der Frau Schavan wahrscheinlich sogar zum guten Ton gehört haben dürfte. Allerdings unterstellt die Uni Düsseldorf der Guten Betrugsabsicht, und da wird es wieder schwieriger, denn, ist das Betrugsopfer wirklich mitschuldig? Wäre eine interessante Diskussion.

      Was nicht zur Sprache kommt, ist die Frechheit von Geisteswissenschaftern, ein Sammelsurium von neu zusammengeschustertem schon Gesagtem als Doktorarbeit anzuerkennen, sozusagen nachdem Motto "es ist schon alles gesagt, nur nicht von Allen".

      Ich sehe, im Gegensatz zu vielen Kommentatoren, den Fall Schavan nicht als weniger gravierend als den Fall Guttenberg, bei dem übrigens niemand Konsequenzen für Begutachter gefordert hat. Sich dann noch mit pseudoehrlicher Attitude ("Flüchtigkeitsfehler") in Szene zu setzen, toppt das ganze noch. Allerdings muss ich zugeben, ganz objektiv bin ich nicht. Ich halte Frau Schavan, nicht nur wegen ihrem absolut widerlichen Verhalten in der Causa Guttenberg, für eine charakterlich äusserst niedrige Erscheinungsform menschlicher Existenz.

  30. S.B.
    06. Februar 2013 11:44

    Plagen Deutschland nicht größere Sorgen, als der aberkannte Doktortitel einer Ministerin?
    Ich sage nur: Stuttgart 21, Berliner Flughafen, Elbphilharmonie = ein Millionen- bzw. Milliardengrab nach dem anderen und dazu Milliardenhilfen an marode EU-Südstaaten. Da kommen massive wirtschaftliche Probleme auf die neue Regierung im Herbst zu und dann wird ein Doktorhut der Wahlschlager der Saison? Man faßt es nicht.

    Es finden sich zwar Plagiatsjäger, die sich durch eine mehrere hundert Seiten umfassende Doktorarbeit wühlen, aber offenbar kein Kontrollor der oben erwähnte Ausschreibungen und Verträge überprüft, so daß niemand mehr durchblickt.

    Nebenbei bemerkt, selbst ein Kinderschänder darf sich auf Grund der 30-jährigen Verjährungsfrist nach wie vor im EU-Parlament wichtig machen, aber selbstverständlich nur ein LINKER!

  31. A.K.
    06. Februar 2013 11:27

    Laufe der Jahrtausende sind die meisten Erfindungen, die die Menschheit wirklich vorangebracht haben, von Unbekannten – echten Genies – gemacht worden. Wirkliche geniale Erfindungen erkennt man fast immer daran, daß sie fast nicht mehr verbessert werden können. Die Form eines Hammers, einer Zange, eines Hobels, aber auch von manchen Musikinstrumenten ist seit Jahrhunderten unverändert. Mir gefällt deswegen auch die Werbung für Schafwolle, die besagt, daß dieses Produkt mehr als 10000 Jahren optimiert wurde und daher unübertreffbar ist. Vermutlich wurden Knopf und Knopfloch von Frauen erfunden und die Herstellung von Netzen und gewebten Stoffen ebenfalls von ihnen, die mit solchen für sie typischen Erfindungen wirklich gleichberechtigt zum Wohl der Menschheit beigetragen haben.
    Über die Mathematik weiß ich ein wenig Bescheid: Heutige Anwender stehen auf den Schultern von Riesen, wie Thales, Pythagoras, Euklid, Archimedes, und später Fibonacci, Cardano, Vieta, dann Kepler, Fermat, Descartes, Leibnitz, Newton, Bernoulli, Euler, Gauß, Laplace, Legendere, Fourier, Bolzano, Chauchy, Jacobi, Dirchlet, Tschebyschev, Kronecker, Dedekind, Klein, Cantor, Poincare, Hilbert und noch viele mehr. Diese lückenhafte Aufzählung ließe sich mit Nachschlagwerken noch leicht erweitern. – Hätte ich in der Urzeit gelebt, wäre ich wohl nicht einmal fähig gewesen, den abstrakten Begriff eines Dreiecks zu formulieren und in den Sand zu zeichnen und doch habe ich im zweiten Jahrtausend meinen Lebensunterhalt mit derartigen Kenntnissen bestritten.
    Diese Sucht Schwachstellen am politischen Gegner in Form von Plagiaten aufzuzeigen ist meiner Meinung nach nur eine Facette der „Political Correctness“. Viele der aktuellen Probleme der Demokratie folgen nämlich aus der Zeitkrankheit „ethischer Relativismus“ – in Form der „Political correctnes“. Man verlangt, daß man nicht einmal denken dürfe, daß es objektive Wahrheit mit „Richtig“ und „Falsch“ gibt. Nur „Political Correctness“ wird als zulässig erachtet und ersetzt dann die Entscheidung zwischen „Richtig“ und „Falsch“. Und Plagiate sind eben falsch – da braucht man weiter gar nicht nachzudenken!

  32. mitzi
    06. Februar 2013 11:24

    Die Herrschaften Guttenberg und Schavan fallen leider in die Kategorie der zu spät geborenen. Vor 40 Jahren hätten sie in Graz studieren sollen. Da gab es Ghostwriter, die gegen Bezahlung wunderbare Dissertationen, ohne Fehl und Tadel verfassten.

  33. Nestor 1937
    06. Februar 2013 10:04

    Wie steht es eigentlich in Österreich mit dem Doktorat des Glücksspieldirektors Johannes Hahn, der jetzt in Brüssel einen Kommissar mimt?

  34. brechstange
    06. Februar 2013 10:03

    Ich möchte noch anmerken, dass es sehr wohl einen Unterschied macht zwischen der Weitergabe von Informationen oder des Weiterspinnens von Gedanken im Rahmen des Journalismus zum Erwerb eines akademischen Grades eines Doktortitels, dem ja eine Neuigkeit zugrunde liegen sollte.

  35. dssm
    06. Februar 2013 09:58

    Viel Wind um nichts. Wo nicht Staat draufsteht ist der akademische Titel ohnehin nur ein schmückendes Beiwerk zum Namen.

  36. LF
    06. Februar 2013 09:37

    Als Ergänzung hier noch die scherzhaft gemeinte Definition von Wilson Mizner:

    Aus einem Buch abschreiben = Plagiat;
    aus zwei Büchern abschreiben = Essay;
    aus drei = Kompilation;
    aus vier = Dissertation.

    Ich gebe es zu: ich habe sie im Internet gefunden (http://plagiat.htw-berlin.de/ ; 06.02.2013, 9:33) - nur damit mich niemand eines "Plagiats" zeihen kann!

    Der Autor lebte von 1876 bis 1933 (http://en.wikipedia.org/wiki/Wilson_Mizner ; 06.02.2013, 9:36), ganz unbekannt war das Problem also auch früher nicht - es war nur schwieriger es nachzuweisen.

  37. Laura R.
    06. Februar 2013 09:17

    Der Werner hat g`sagt, ihm kann sowas net passier`n...

  38. Helmut Oswald
    06. Februar 2013 08:27

    Intellekt, Intelligenz setzt, neben einer Reihe anderer Eigenschaften voraus, Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden zu können. Guttenbergs Versagen bestand nicht darin, daß seine akademische Arbeit - vorsichtig gesagt - schwächelte, der Mann selbst war ein Schwächling. Hinter seiner in unterbrechungsloser Penetranz dauerkultivierten Selbstdarstellung als Macher- und Erfolgstyp stand ein Schwächling, dessen Versagen im Kern seiner Zuständigkeit in der Einführung des Berufsheeres gipfelte. Er war in seinem Amt zu feige, vor die Bürger zu treten, und ihnen diese ihre Pflicht abzuverlangen - und damit gleichzeitig auch das zu verteten, was viele als ihr gutes Recht gesehen haben - nämlich ihre Teilnahme an einer nationalen militärischen Sicherheitspolitik. Zum Dank für diese Bequemlichkeit und für die Erfüllung des Traumes von Goldman & Sucks, Bilderberger und Konsorten, nämlich dem deutschen Volk die Wehrhoheit zu entwinden und die deutschen Streitkräfte zu einer internationalen Interventionspolizei umzustrukturieren, die auf Zuruf der New York Times für fremde Interessen zu bluten hat, gehörte der Mann aus dem Amt gejagt. Ganz zu schweigen davon, das natürlich genau das eingetreten ist, was die eifrigen Wehrpflicht Zerstörer auch in Österreich allerorten ignoriert haben, nämlich das es zum Ersatz des Mengengerüstes der Bundeswehr mangels Wehrpflichtigen eben auch nicht nur annähernd zahlenmäßigen und geeigneten Ersatz aus freiwillig Dienenden gibt. Exakt das wurde ihm, neben einigen anderen vorhersehbaren Umständen, von verantwortungsbewussten Kommandeuren immer und immer wieder vorgerechnet. Der eitle und feige Prahlhans, dem die großen Fabrfotos von ihm und seiner Frau in den Gazetten aber wichtiger war, als alles andere, hat auch danebengegriffen in der Behandlung als oberster Disziplinarherr ind der Behandlung des Kapitäns der Gorch Fock nach einem tödlichen Unfall einer Kadettin. So wie Platter und Darabos in Österreich - jede Maßnahme nur mit Schielen auf das Lob aus den Redaktionen. Und so wie demnächst bekanntermaßen ja die Kronenzeitung mit den Generalen Pandi und Jeannee et consorten das Land verteidigen wird, so wird das ja in der Bundesrepublik die Springer Presse, allen voran die Bild Zeitung machen. Dank Guttenberg. Der im Niedergang, bitte auch das nicht aus den Augen zu verlieren, auch noch fest gelogen hat.

    Frau Schavans fehlende Fussnoten sind dagegen eine Lappalie. Übrigens, hat schon wer das Maturazeugnis des österreichischen Bundeskanzlers ... ?

    • Xymmachos
      06. Februar 2013 09:12

      Für "Goldman & Sucks" (wenn's denn kein Druckfehler war): *** VSOP!

      Und was das unauffindbare Maturazeugnis unseres Kanzlerdarstellers betrifft: seitdem er gestern in Schladming vom Eröffnungsredner als "Dr. Faymann"" begrüßt wurde, ist dieses Problem wohl als gelöst zu betrachten.

    • brechstange
      06. Februar 2013 09:13

      ****!

      Schwächlinge setzen auf Rache.

    • Helmut Oswald
      06. Februar 2013 11:22

      Xymmachos

      ;-) ja wie würden Sie denn Goldmann Sucks schreiben ....

    • Xymmachos
      06. Februar 2013 17:09

      Falls Sie die Investmentbank meinen: die heißt GOLDMAN SACHS (merke: bei Unsicherheit hilft googeln). Also war's doch nur Unkenntnis und kein Geniestreich? Schade! However: GOLDMAN SUCKS ist einfach großartig!

    • Helmut Oswald
      06. Februar 2013 18:49

      Xymmachos - jetzt muß ich aber an ihrem Humor ernste Zweifel anmelden ...

    • byrig
      06. Februar 2013 20:42

      hervorragend und auch mutig,helmut oswald!und:goldman sucks anyway!
      die weiteren hintergründe-und leute treten so auch etwas aus dem dunst des verborgenen.

    • Anton Volpini
      06. Februar 2013 21:54

      Xymmachos, diesmal ein leider nein Jonathan J. Seagull. :-))
      Wer trinkt den VSOP jetzt?

    • Helmut Oswald
      07. Februar 2013 13:10

      @ brechstange - sie meinen offenbar auch vermuten zu dürfen, was ich hinter den Sudereien gegen Frau Schavan zu vermuten mir gestatte ... Schwächlinge sind meist auch jene feigen Verräter, die aus dem Hinterhalt ihre vergifteten Pfeile zu verschießen pflegen. Die Juristen sagen: die Vermutung streitet dafür, daß es so gewesen ist. Noch fehlt freilich der Beweis.

      Volpini, Xymmachos - also nach dem Belehrungs-Missgriff des Xymmachos mit Wikipedia steht eigentlich mir der VSOP zu. Den brauche ich - wenn ichs recht bedenke - auch, denn anders ist diese entsetzliche Anhäufung von Widersinn und Torheit, die sich Politik nennt, kaum noch zu ertragen.

  39. Josef Maierhofer
    06. Februar 2013 08:25

    Das sozialistische Diktat der Nomenklatura.

    Kein wirklicher, ehrlicher, fleißiger Sozialist würde so was tun, was die sozialistische Partei tun lässt, in Auftrag gibt, im Sinn hat, ... und auch tut, wie man sieht.

    Faschismus gegen Andersdenkende nenne ich das Vorgehen dieser Faschistenbande.

    Ich gebe Frau Merkel recht, dass kein Mensch dieses linke Vorgehen je gutheißen wird, außer die Parteifunktionäre und die beauftragtten, geköderten, bestochenen, korrumpierten Linksmedien mit ihren Linksjournalisten.

    Ich glaube, die Zeiten ändern sich und die Leute werden wieder vernünftiger, sie sehen, wohin die linke Manipulation geführt hat und führt und sie sehen auch die Manipulationslüge. Bloß die linken Kader wollen das (noch) nicht wahrhaben.

    Bei uns werden sie demnächst abgewählt, trotz aller Scheiße, die sie noch bauen werden, bevor es so weit ist.

    In unseren Demokratien benötigen wir die ordentlichen und ehrlichen, die fleißigen Sozialisten und nicht die Manipulierer, Volksverräter, Volksverkäufer und das werden wir bei der nächsten Wahl hoffentlich deutlich genug sagen, zumindest hier in Österreich.

    • Sensenmann
      06. Februar 2013 14:08

      Guter Ansatz, es ist die Wahrheit. Nur sind Ehrlichkeit, Ordentlichkeit, Fleiß und Sozialismus nicht vereinbar. Diesen Typ Sozi gibt es daher nicht. Meine Lebenserfahrung macht das zur Gewissheit.

    • Konrad Loräntz
      06. Februar 2013 22:30

      Ordentliche und ehrliche Sozialisten ? Die wird es schon gegeben haben und Lenin hat wohl u.a. diese gemeint, wenn er von "nützlichen Idioten" sprach.
      Leider haben DIESE Sozialisten nicht viel zu melden, so ähnlich wie die wirklich Umwelt-engagierten bei den Melonen nur für die nette Fassade sorgen dürfen.

  40. brechstange
    06. Februar 2013 08:13

    Schaut aus, wie die Rache des Herrn Guttenberg an Frau Merkel und Frau Schavan. Die beiden Damen haben sich über die Absetzung des Konkurrenten sehr gefreut, ist sogar dokumentiert. Manchmal kommen die Pfeile eben zurück.

    Feind, Todfeind, Parteifreund - klar, dass die Opposition das freudig aufgreift.

  41. Observer
    06. Februar 2013 07:48

    Wenn Frau Schavan die Quellenhinweise angegeben hätte, wäre ihre Diplomarbeit sicher anstandslos akzeptiert worden.
    Bei den meisten akademischen Arbeiten kann man gar keine neuen Erkenntnisse mehr bringen, sondern nur mehr auf früheren Arbeiten aufbauen und diese von einem anderen Blickwinkel betrachten. Wirklich Bahnbrechendes ist schon sehr selten geworden.

    Auch viele Erfindungen und Entdeckungen basieren immer auf Erfahrungen von anderen Leuten, man setzt meist nur mehr "eines drauf" und macht somit etwas Nützliches.

  42. Wertkonservativer
    06. Februar 2013 07:29

    Das ist insgesamt ein trauriges Kapitel in unserer so aufgeklärten Jetztzeit:
    Vernaderei, übles Anpatzen, bewusstes Anfeuern oft unbewiesener Anschuldigungen speziell vor Wahlen (denken wir an Schüssel und seine Schwiegermutter!), all das sind "Stinkbomben" billiger Politgangster und deren williger Medienbüttel, meist mit Garantie extremer Wirksamkeit!

    Ob das "Vergehen" der Frau Schavan damals sozusagen "handelsüblich" oder doch ahndungsberechtigt war, werden andere Instanzen entscheiden.

    Jedenfalls war es vor einigen Jahrzehnten noch nicht ganz so einfach wie heute im Computerzeitalter, auf Knopfdruck die ganze Geistesklugheit unserer Welt appetitlich vor sich ausgebreitet zu sehen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  43. Cincinnatus
    06. Februar 2013 06:54

    In diesem Zusammenhang wäre wieder einmal nachzufragen, ob in der Causa unseres Bundekanzlerdarstellers Licht in die obskuren Jahre gekommen ist.

    • Gandalf
      06. Februar 2013 07:53

      Das Dunkel ist licht genug. Anlässlich der Eröffnung des Schizirkus im Schladming liess sich der gute Mann, der ziemlich sicher nicht einmal die Mittelschule mit Erfolg abgeschlossen hat, doch schon wieder als "Bundeskanzler Doktor Faymann" begrüssen.
      Na ja, denken sich die Genossen, wenn man's nur lang und oft genug sagt, gewöhnen sich die Leute schon dran.....

  44. simplicissimus
    06. Februar 2013 05:47

    Das staerkste Argument ist das der Verjaehrung.
    Und natuerlich, wer zur Matura geschummelt hat, dem muesste die Matura aberkannt werden. Oder die 7., 6., 5. Klasse Gymnasium. Und mit Schimpf und Schande aus seinem Amt gejagt werden.
    Nun, wer hat, wer hat nicht???
    Gestatten, dass ich lache.

  45. S.B.
    06. Februar 2013 02:02

    Wenn man eine Doktorarbeit erst nach 30 Jahren als "unsauber" erkennt, spricht das nicht gerade für die Universität und deren "Personal" und wenn das bei eine(m)r Politiker(in) in einem entscheidenden Wahljahr geschieht, nicht gerade für die Aufdecker.

    Ob Frau Schavan zurücktritt oder nicht, muß sie vorerst einmal mit ihrem Gewissen und ihrer Partei vereinbaren. Warum die ganze Sache allerdings Frau Merkel schaden soll, begreife ich nicht. Sie war weder ihr Doktovater, noch sonst irgendwie an Schavans Universitätsabschluß beteiligt und schon gar nicht haben sich die beiden vor 30 Jahren gekannt oder ausgetauscht.
    Da tritt offensichtlich allzu viel Wunschdenken ihrer Gegner zutage.

    Zum Glück muß sich unser sozialistischer Kanzlerdarsteller nicht mit derartigen Problemen herumschlagen, hat er doch nach eigenen Angaben nur kurz an der Universität zugehört und vermutlich auch so manch anderes rotes Regierungsmitglied. Tu felix austria...............

    P.S.: Ich habe Dr. Schüssel immer schon für seine völlig freie Redebegabung bewundert.
    Wo findet man das heute noch bei Politikern in höchsten Ämtern?

  46. schreyvogel
    06. Februar 2013 01:53

    Wenn es okay ist, heute, 70 Jahre danach, Jugendliche, die ein Spottlied auf Ausschwitz mitsingen, jahrelang wegen "nationalsozialistischer Wiederbetätigung" einzusperren, dann muss es ganz einfach okay sein, jemanden wegen eines Plagiats vor 35 Jahren zu verfolgen.

    Es fällt überhaupt auf, dass politische Auseinandersetzungen mit großem Hass geführt werden, mit der absoluten Absicht, politische Gegener existentiell zu vernichten, selbst wenn sie schon längst nicht mehr politisch aktiv sind (z.B. KHG). Hass ist geil, ausgenommen Rassenhass.

    • Specht (kein Partner)
      07. Februar 2013 05:11

      Da muss nun ein junger Tölpel, der singend "Wiederbetätigung"verbrochen hat jahrelang sitzen. Was ist dann mit einem Uniprofessor, von dem man doch etwas Intelligenz erwarten darf und der öffentlich zum Mord aufruft? Na, gut er hatte "nur" den Papst und nicht seine älteren Brüder gemeint, Hass ist geil, ausgenommen Rassenhass.(Plagiat schreyvogel

  47. Maria Kiel
    06. Februar 2013 01:17

    "Wolfgang Schüssel: Er hat bis auf die Regierungserklärung nie Reden abgelesen. Er war nämlich nicht einmal imstande dazu"
    ohje, hoffentlich kommt jetzt keiner von den Linksgenossen auf den Gedanken, Schüssel's Doktorat anzufechten mit der Begründung, er sei nicht einmal des Lesens kundig?





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