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Der letzte Tag eines Papstes

Jetzt ist auch noch das Gasthaus in Rom, wo Joseph Ratzinger einst gelegentlich gegessen hat, medial vielerorts porträtiert worden. Nichts symbolisiert deutlicher die krampfhafte Hilflosigkeit der Öffentlichkeit, mit einer Institution zurecht zu kommen, die nicht von dieser Welt ist. Noch weniger sind die meisten Medien mit dem Phänomen eines aus Bescheidenheit zurücktretenden Papstes fertig geworden, von dem wir vermutlich nach dem großen und bewegenden Abschied nicht mehr viel zu sehen bekommen werden.

Die Medien haben die Kirche nie begriffen. Sie waren aber zugleich immer absolut fasziniert von einer geheimnisvollen Institution mit großem historischen Atem, bei der man nicht ständig durch Pressekonferenzen eines Parteiobmannes oder Ministers informiert – beziehungsweise meist desinformiert wird. Daher haben sie, insbesondere die italienischen Zeitungen, mit großer Gier jedes Gerücht und selbst die wildesten Spekulationen veröffentlicht.

Umgekehrt begreift aber auch die Kirche nicht die Rolle der Medien. Wie mit ihnen umgehen? Es ist ja auch kein Zufall, dass beim Nachlesen der Konzilsdokumente jenes über die Medien das weitaus schwächste und platteste ist. Den Umgang mit dieser Medienwelt hat der einstige Konzilstheologe Ratzinger viel weniger verstanden als etwa der polnische Papst, der sein Pontifikat weniger mit Theologie als mit Charisma geprägt hat.

Gibt es aber überhaupt eine richtige Umgangsform zwischen den Medien, die auf Inszenierung, auf Schlagzeilen, auf Gschichteln aus sind, und einer Institution, die zumindest im Prinzip für Wahrheit, Freiheit und Transzendenz steht? Man darf zweifeln.

Der Umgang wird umso schwieriger, als auch die Kirche selbst meist nicht die Spannung zwischen ihrem hehren prinzipiellen Ziel und Anspruch auf der einen Seite und ihren oft sehr diesseitigen Akteuren auf der anderen Seite zu überbrücken versteht. Daher stehen dann stehlende Kammerdiener, sich in schwulen Zirkeln treffende Vatikan-Prälaten und kindesmissbrauchende Mönche alleine im Scheinwerferlicht. Hat doch die Kirche sehr oft und sehr lange den Eindruck zu erwecken versucht, als ob das Hehre ihres Anspruchs auch automatisch ihre Akteure zu besseren Menschen machen würde.

Dieser Eindruck ist auch theologisch in keiner Weise gerechtfertigt. Selbst manche Päpste der langen Kirchengeschichte waren böse, katastrophale Persönlichkeiten. Daher ist es auch nicht sehr weise, wenn der Wiener Kardinal in fast jeder Wortmeldung der letzten Tage dem Heiligen Geist die Verantwortung für durchaus menschliche Personalentscheidungen zuschiebt.

Es würde der Kirche am besten tun, wenn sie wieder viel stärker die logische und oft gewaltige Diskrepanz zwischen ihrer geistigen Dimension und dem durchaus irdischen Personal zu akzeptieren und klarzulegen bereit ist. Sie verkörpert ja den Glauben an Gott und nicht jenen an irgendeinen Kaplan oder Kardinal oder Papst.

Daher sollte die Kirche nicht ständig den lieben Gott für alles Mögliche bemühen. Von den Schulnoten bis zum Wetter. Denn sonst wird sie von der unbeantwortbaren Frage überrollt, wie Gott die vielen Katastrophen zulassen kann, die auch zahllosen Guten und Unschuldigen Leid und Tod bereiten. Ob das nun große Naturkatastrophen sind oder Massenmorde wie jene in Auschwitz oder im Gulag.

Die Kirche darf aber natürlich dennoch auch die Mittel der diesseitigen Welt für ihren Auftrag einsetzen. Das mag das Theater sein, das etwa die barocken Jesuiten für kirchliche Zwecke entdeckt hatten; das mag die Liturgie sein, die sie seit Jahrtausenden als Mittel der Inszenierung ihres transzendenten Kerns verwendet; das mag die kulturelle Vielfalt zwischen Afrika, Asien oder Europa sein; das mag die seit dem Mittelalter verwendete Kirchenmusik sein; das mag die Kraft der Mystik sein.

Aber trotz all dem wird sie nur dann auch von Nichtgläubigen respektiert werden, wenn sie sich auch selbst vor allem anderen und immer als etwas im Kern über diese Welt Hinausweisendes begreift. Solange sie das tut, bleibt sie die wichtigste Institution der Weltgeschichte. Und sich selbst treu. Freilich wird sie dann aber auch automatisch immer Hassobjekt sein. Für Kommunisten, für Nationalsozialisten, für militante Atheisten, für geifernde Boulevard-Journalisten.  Mit anderen Worten gilt aber auch: Nur solange die Kirche Hassobjekt ist, wird sie kein beliebiges Etwas sein. Nur dann kann sie auch geliebt werden.

Hinter dieser Herausforderung verschwimmen viele heute so laut diskutierte Fragen zu Details. Wie es etwa das Thema verheiratete Priester ist, um nur eine einzige zu nennen. Solche hat es ja in Wahrheit in der römischen Kirche immer gegeben, von den unierten, also papsttreuen Ostkirchen bis zu den neuerdings zum Katholizismus übergetretenen anglikanischen Geistlichen.

Benedikt XVI., der intellektuelle Papst und große Theologe, hat all diese Zusammenhänge gespürt und kommuniziert. Als Person hat er aber erst durch seinen Rücktritt wirklich Emotionen ausgelöst. Solche waren ihm eigentlich Zeit seines Lebens unangenehm. Er sah – und sieht – Emotionen nur gegenüber Gott, Kirche und Religion als gerechtfertigt an. Eben weil er die Kirche immer als etwas ganz Anderes begriffen hat.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2013 01:52

    Die kurz zusammengefaßte Botschaft, welche Benedikt XVI. nach seinem Rücktritt hinterläßt, ist einfach, klar nachvollziehbar und sollte in der katholischen Kirche bis in höchste Kreise beherzigt werden:

    Innerer Zusammenhalt, geschlossenes Auftreten nach außen, die Warnung vor Relativismus und die Rückbesinnung der Gemeinschaft auf christliche Werte.

    Ich wünsche ihm, daß er eine Entwicklung in diese Richtung noch miterleben und auch als "emeritierter Papst" weiterhin seinen Beitrag dazu leisten kann.

    Grazie di cuore, Benedetto!

  2. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2013 05:49

    Statt vieler Worte:

    Benedikt XVI war seiner Herde ein guter Hirte!
    Sein Abgang würdig, still, menschlich;
    er wird im Gedächtnis der Gläubigen bleiben!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  3. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2013 09:16

    Anlässlich einer Streitkultursendung in Ö1 zum Rücktritt des Papstes hat der Altabt von Heiligenkreuz, Henckel-Donnersmark, hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Europa, die Äußerung getätigt, es sei ihm Wurst, wer in 200 Jahren Europa bewohne.

    Dazu ist festzuhalten, das ist Internationalismus und Globalismus, das heißt, reines Judentum im Christentum und völlig falsch verstandener katholischer Universalismus.

    Das Christentum hat zwar, wie das Judentum die Aufgabe, die natürliche Unmittelbarkeit der Völker aufzubrechen und sie zu vergeistigen, aber anders als im Judentum geht es im Christentum nicht um die Überwindung der Völker, sondern um deren Vollendung als Schöpfungsideen und –gestalten Gottes.

    Daher ist es völlig normal, dass das Herz eines jeden christlichen Europäers daran hängt, dass es auch in zweihundert Jahren in Europa kein Mischvolk unter der Führung des “auserwählten Volkes“ (Coudenhove-Kalergi) gibt, sondern die alten europäischen Kulturvölker, Italiener, Deutsche, Polen, Spanier und all die anderen Völker auch.

  4. Ausgezeichneter KommentatorMarkus Theiner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2013 07:40

    "Denn sonst wird sie von der unbeantwortbaren Frage überrollt, wie Gott die vielen Katastrophen zulassen kann"

    Diese Frage ist unvermeidbar.
    Wenn die Kirche meint, Gott würde die Papstwahl lenken, dann stellt sich die Frage wieso teilweise so suspekte Gestalten dabei herauskommen.
    Meint sie er tut es nicht, dann stellt sich genauso die Frage warum er es nicht tut, wenn doch sonst so suspekte Gestalten herauskommen. Kann er nicht - obwohl er doch allmächtig ist? Will er nicht - obwohl er doch unendlich gut ist?
    Außerdem beruht die katholische Theologie eben nicht nur auf dem überlieferten Leben Jesu und dem der jüdischen Propheten, sondern auch sehr stark auf (frühkirchlichen) Traditionen. Das ist nur dann zu rechtfertigen, wenn man eben davon ausgeht, dass der heilige Geist in der Kirche wirksam war (und ist), und zumindest teilweise die Entscheidungen der weltlichen Akteure steuert. Gerade beim Papst.

    Die Antwort auf die Frage nach dem Bösen und den Katastrophen in der Welt: Gottes Wege sind unergründlich. Im Endeffekt ist es gut, dass es so ist wie es ist und auch alles Böse ergibt einen Sinn, wenn auch unbegreiflich für Menschen, die nur in 3-4 Dimensionen (27 bei Theoretischen Physikern) denken.

    Der Grund mag für einen von Naturwissenschaften geprägten Menschen nach einer schwachen Ausrede klingen, weil eben völlig unbeweisbar.
    Aber der Grund wird eben auch nicht besser oder schlechter, wenn der Wiener Kardinal "weise" ist und dem heiligen Geist keine Rolle bei der Papstwahl zuspricht.

  5. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2013 19:15

    Benedikt XVI. hat den Vatikan verlassen und mir ist zum Heulen.
    Wer kommt nach? Hoffentlich nicht unser Kardinal, denn von dem bin ich sehr enttäuscht.

    Dem emeritierten Papst, vor dem ich demütig den Hut ziehe, mögen noch viele glückliche Jahre gegönnt sein.

  6. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Februar 2013 09:08

    (Zitat: A.U.) - „..der polnische Papst, der sein Pontifikat weniger mit Theologie als mit Charisma geprägt hat…“

    Bei einem DJ (Disc Jockey) mag „Charisma“ nicht ganz unwesentlich sein.. Ob ein Papst dem „Dancing Star“-Hype entsprechen muss, um die Medienmeute zu besänftigen…? Ich habe da meine Zweifel. Wenn man denen Gehör schenkt, wollen die alsbald, dass Schwulenpaare mit den Ehesakrament „geheiligt“ werden… und zumindest einer der Pelinkas sich als „papabile“ sieht. Man kann von Stronach halten was man will, aber sein Umgang mit den Medien und den Journailisten ist beispielgebend… :-)

    (Zitat: A.U.) - „..Sie verkörpert ja den Glauben an Gott und nicht jenen an irgendeinen Kaplan oder Kardinal…“

    Ich fürchte, hier hat sich die Kirche selbst „gefangen“. Mit dem „Volksaltar“. Die körperliche Hinwendung des Priesters zum Kirchenvolk ist einfach zu „verlockend“ für die Gläubigen in der PERSON das „Objekt der Verehrung“ zu suchen… und leider auch zu finden.

  7. Ausgezeichneter KommentatorSegestes
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. März 2013 10:47

    Den Abgang von Johannes Paul II. - der sich wie ein Strudelteig in die Länge zog - haben sehr viele Menschen nicht als eindrucksvolles Martyrium begriffen, sondern als unnötige Sesselpickerei.
    Dass dieser Papst in den letzten Jahren noch imstande war die Kirche zu leiten, ist natürlich völlig illusorisch. In Wirklichkeit kochten die Kardinäle längst ihr eigenes Süppchen.

    Ratzinger kann man hingegen zu seiner Charakterstärke nur gratulieren; er wollte nicht als Heiliger in die Geschichte eingehen, sondern verstand sich vielmehr als einfacher Hackler im Weingarten des Herren, der wusste wann es Zeit ist in die Pension zu gehen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorSegestes
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. März 2013 10:47

    Den Abgang von Johannes Paul II. - der sich wie ein Strudelteig in die Länge zog - haben sehr viele Menschen nicht als eindrucksvolles Martyrium begriffen, sondern als unnötige Sesselpickerei.
    Dass dieser Papst in den letzten Jahren noch imstande war die Kirche zu leiten, ist natürlich völlig illusorisch. In Wirklichkeit kochten die Kardinäle längst ihr eigenes Süppchen.

    Ratzinger kann man hingegen zu seiner Charakterstärke nur gratulieren; er wollte nicht als Heiliger in die Geschichte eingehen, sondern verstand sich vielmehr als einfacher Hackler im Weingarten des Herren, der wusste wann es Zeit ist in die Pension zu gehen.


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  1. Kevin (kein Partner)
    21. Januar 2015 19:52

    I design high-speed ditaigl serial interfaces. This can be USB3 or the interface between a hard-drive and whatever it's attached to. Although we try to be as power efficient as possible in our designs, nipping a few milliwatts here and a few milliwatts there, what truly affects people's day to day lives is the increasing speeds of these interfaces. Most hard drives today run at 3Gb/s. Next generation will run at 6Gb/s. USB3 runs at 5Gb/s. With the explosion of data nowadays, we all require faster methods to retrieve such data, whether it's on your own PC or over the internet.Minor correction to your post: I believe the UK has 80GW of electric generating capacity, rather than hundreds of MW. http://hkgxsndsa.com [url=http://qoqfxgxbb.com]qoqfxgxbb[/url ] [link=http://rwrplpclhfi.com]rwrplpclhfi[/link ]

  2. Omar (kein Partner)
    21. Januar 2015 13:57

    Ja, Kerzen zfcnde ich auch heute an :-).Mir ist vor allem das viele ausgegebene Geld ffcr den Papstbesuch unhicmleih....Man sollte daran glauben, dass alles gut wird, alles andere bringt ja nix...Liebe Grfcdfe und ein schf6nes WochenendeKatinka http://prvktyhr.com [url=http://azejiaresm.com]azejiaresm[/url ] [link=http://ircxim.com]ircxim[/link ]

  3. Mohammad (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:41

    Okay, have to enter this one: July 15th is my birthday!! Sounds like a heck of a way to ceeabrlte.Hmm, how about Hydrangeas and Hurricanes? Or, more to my personal taste, Geraniums and Guinness? Haha!

  4. Thomas (kein Partner)
    19. Januar 2015 13:45

    Bischof Kallistos finde ich ganz nett, da er nicht vehement gegen urnsee Dogmen (das fcber die unbefleckte Empfe4ngnis Mariens) spricht wie manch andere Orthodoxen Kleriker. Ein Priester hat ihm ja auch shcon mal f6ffentlich widersprochen, als Bischof Kallistos gesagt hatte, dass ein Orthodoxer die Freiheit he4tte, an die unbefleckte Empfe4ngnis zu glauben: die Orthodoxie habe diesbezfcglich keine offizielle Lehrmeinung.Aus urnseem Lager he4tten wir auch sehr interessante Priester aus dem Ausland: etwa Fr. Baron oder Fr. Corapi. Des Weiteren ge4be es die guten Laien-Theologen mit Audio-clips auf youtube (z.B. Peter Kreeft, Scott Hahn). Humorvoll war es immer mit dem legende4ren G.K. Chesterton.

  5. Julia (kein Partner)
    19. Januar 2015 07:31

    - Paar mit 5je4rigem Sohn -Ich mf6chte mich an dieser Stelle noch eaimnl herzlichst bedanken ffcr das super lockere shooting in der Autostadt Wolfsburg.Wir sind mit den Erwartungen in den Nachmittag gestartet einige gute Bilder von uns dreien zu bekommen.? 2 Stunden in entspannter Atmosphe4re war am Ende eine Menge wunderschf6ner Bilder das Resultat.Wir werden in absehbarer Zeit auf jeden Fall einen weiteren Termin vereinbaren und kf6nnen das team nur weiterempfehlen

  6. Rupert Wimmer (kein Partner)
    01. März 2013 19:19

    An Herrn Torres ! Kirche oder Kirchen ? Mag sein, daß es viele Kirchen rund um den Erdball gibt, aber nur die christlichen Kirchen beanspruchen diese Bezeichnung. Und wenn man zugehört hat, dann weiß man, dass dieser und der vorangegangene Papst die Ostkirche(n) als unmittelbare Geschwisterkirchen betrachten. Der Glaube ist im Kern derselbe. Nun fragen sie möglicherweise, wo bleiben die Protestanten, die Freikirchen usw. Zumindest für Deutschland habe ich den Eindruck, dass die jeweiligen Würdenträger sich zwar als Kirche bezeichnen, aber weder von ihren Gläubigen noch von der öffentlichen Meinung als solche wahrgenommen werden, weil sie (meine Meinung) einfach nur noch eine politische Bewegung sind, die sich ganz weltlichen Dingen zugewandt hat. Natürlich heiß es immer, wenn irgend ein Kathole was verbrochen hat "die katholische Kirche" und wenn das dann von der anderen Konfession kommt, dann ists "die Kirche", und jeder denk halt sofort an die KK, obwohl die menschlichen Abgründe unabhängig von der Religion dastehen. Wenn wir schon politisch korrekte Berichterstattung und öffentliche Wahrnehmung wollen, dann aber richtig. Dann gibts auch nichts zu meckern.

  7. Gerhild Baron
    01. März 2013 15:05

    Benedikt XVI war für mich während seines gesamten Pontifikates ein wirklich großer, überzeugender Papst und hatte für mich in seiner Bescheidenheit und Würde viel mehr Charisma als sein Vorgänger, der "Medien-Papst". Ganz zu schweigen von seinen hervorragenden Schriften. Die Art seines Rückzuges brachte nun vielleicht doch viele Menschen zum Nachdenken, was Würde, Größe und Bescheidenheit wirklich bedeuten.

    Und nun leider noch ein Kommentar zum ORF: Am 27.Februar übertrug man dankenswerter Weise am Vormittag 3 Stunden aus Rom - in dem Ereignis angepaßter würdiger, informativer und sachlicher 'Form inklusive einer kleinen 'Runde, der u.a. Philippe Harnoncourt angehörte und der zuzuhören wirklich eine Freude war. Ic h dachte schon, im ORF hätte sich etwas geändert. Dem war aber nicht so. Bereits am Nachmittag wurde ich durch einen Anruf von empörten Freunden darauf aufmerksam gemacht, daß bereits zum zweiten Mal an diesem Tag ein Lokführer, der zufällig auch Joseph Ratzinger heißt, in primitivster 'Form Äußerungen zu Papst und zur Kirche abgab - und der Gipfel war als dieser Mann auch noch in der ZIB 2 bei Armin Wolf sich darüber empören konnte, daß man ihn in kurzen Hosen nicht in den Petersdom ließ und daß er auch seinen Namenskollegen nicht treffen konnte. Und natürlich sei er längst aus der Kirche ausgetreten ...
    WARUM GIBT ES ANGESICHTS SOLCHEN BOULEVARD-JOURNALISMUS EINES ÖFFENTLICH-RECHTLICHEN RUNDFUNKS KEINEN AUFSCHREI ?????
    Warum hält der ORF es nicht aus, wenn einige seiner Redakteure in angemessener, sachlicher und würdiger Form eine Übertragung gestalten ohne dann gleich 3x ein Gegengewicht zu setzen ?? Man kann sich für einensolchen Sender nur schämen.

    • Undine
      01. März 2013 19:01

      @Gerhild Baron

      *******!

      Sie sprechen mir aus der Seele! Leider hab' ich die von Ihnen so positiv erwähnte Sendung nicht gesehen, dafür aber den "Namensvetter"; ich glaube, man war im ORF sehr zufrieden damit, daß dieser Prolet so auskunftsfreudig war. Viele Zuseher waren sicherlich peinlich berührt über diese läppische "Einlage" aus dem Mundl-Milieu. Aber besser war der wahre "Charakter" des ORF nicht zu treffen als mit diesem Interview! Was für ein verkommener linker niveauloser Apparat doch der ORF geworden ist; eine einzige Schande!

    • Ambra
      01. März 2013 23:04

      Liebe Undine: treffender kann man die Auftritte des Namensvetters nicht schildern als Sie es tun ! Ich hoffe nur, daß doch einiges an Proteststimmen zum ORF drang!
      Es war aus der untersten Schublade.

      Schade, daß Sie den Vormittag nicht erlebten - es war eine Wohltat und zeigte, daß der ORF doch auch anders könnte wenn er nur wollte !

  8. Torres (kein Partner)
    01. März 2013 11:45

    Unterberger schreibt im ganzen Artikel nur von "Kirche", meint aber offenbar nur deren katholische Version - für ihn anscheinend die "einzig wahre". Vielleicht sollte man ihn doch daran erinnern, dass es erstens noch einige andere christliche Kirchen gibt und zweitens auch noch mehrere andere, nicht-christliche Kirchen bzw. Religionen (mit insgesmat weitaus mehr Gläubigen als die katholische), für die seine Ausführungen überhaupt nicht zutreffen.

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      01. März 2013 12:00

      Ihren Gedanken zustimmend: es gibt Journalisten und es gibt Journalisten....

    • Carlo (kein Partner)
      01. März 2013 15:01

      Sie haben natürlich recht. Es gibt unzählige christliche Varianten. Dazu müsste man nur mal einen Blick in die USA (oder Südamerika) wagen. Dort gibt es auch richtige Religionsfreiheit und keine staatliche Bevorzugung christlicher Großkirchen. Was nutzt es ihnen? Nichts, die Menschen kehren der Kirche den Rücken. Übrig bleiben eine riesige Ansammlung von Immobilien und leere Kirchen. Dazu kommt, dass ich der Meinung bin, dass die katholische Kirche nicht so recht in unsere Zeit passt. Viel mehr war sie ein Produkt der Monarchien und Reiche.

    • Susanna (kein Partner)
      02. März 2013 12:37

      Kirchen im Plural: damit sind Gotteshäuser gemeint;
      Kirche im Singular: damit ist die Glaubensgemeinschaft gemeint, die die Bezeichnung Kirche trägt.

  9. Segestes (kein Partner)
    01. März 2013 10:47

    Den Abgang von Johannes Paul II. - der sich wie ein Strudelteig in die Länge zog - haben sehr viele Menschen nicht als eindrucksvolles Martyrium begriffen, sondern als unnötige Sesselpickerei.
    Dass dieser Papst in den letzten Jahren noch imstande war die Kirche zu leiten, ist natürlich völlig illusorisch. In Wirklichkeit kochten die Kardinäle längst ihr eigenes Süppchen.

    Ratzinger kann man hingegen zu seiner Charakterstärke nur gratulieren; er wollte nicht als Heiliger in die Geschichte eingehen, sondern verstand sich vielmehr als einfacher Hackler im Weingarten des Herren, der wusste wann es Zeit ist in die Pension zu gehen.

    • Ambra
      01. März 2013 15:10

      Carlo: ich rate Ihnen dringend, einmal länger in Südamerika zu sein und die dortige katholische Kirche und ihre Menschen kennen zu lernen. Auch wenn natürlich nicht alles ohne Probleme läuft, so gibt es einen beeindruckenden Glauben, volle Kirchen, Menschen, die auch am Wochentag noch vor der Arbeit in eine Messe gehen usw.usf.
      Davon kann man in Europa natürlich nur mehr träumen.
      Und ich habe sogar erlebt, daß bei einem 'Vulkanausbruch sich die staatlichen Behörden die Hilfe der Kirche zu 'Evakuierungen holten, weil die Kirche einfach mehr Autorität bei den Gläubigen hatte !!

    • Undine
      01. März 2013 19:03

      @Segestes

      *********!

  10. cmh (kein Partner)
    01. März 2013 09:19

    Wenn die Kirche nur das Gute und das mit viel warmen Emotionen verkünden würde, dann wäre sie die SPÖ.

  11. cmh (kein Partner)
    01. März 2013 09:17

    auf diesen Bildschirmen in der Wiener U-bahn konnte man lesen: "Heute ist der letzte Arbeitstag des Papstes"

    Ich möchte zwar kein Erbsenzähler sein, aber wer die Welt nur von seiner Warte aus zu verstehen müssen meint, bei dem sind Hopfen und Malz verloren.

    Scheint aber Voraussetzung für einen "Job" bei den "Medien" zu sein.

  12. cmh (kein Partner)
    01. März 2013 09:01

    Was für Emotionen hätte Benedikt XVI denn wecken sollen?

    Die niederen der Klatschspalten? Die werden zwar vom darauf konditionierten Publikum verstanden aber sofort wieder von den nächsten Societynews verdrängt.

    Oder doch eher die Vernunft? Diese ist aber eher keine Emotion.

  13. Habanero (kein Partner)
    01. März 2013 08:06

    Genau niemand versteht diese Institution die nicht von dieser Welt ist, nur der weise und übermenschliche Dr. Unterberger hat die Einsicht und kann weise Ratschläge erteilen, vielleicht wird er auch der neue Papst.

  14. Eso-Policier (kein Partner)
    01. März 2013 00:58

    Die Kirche sollte weiterhin gegen Abtreibung, Homosexualität und Pornographie kämpfen. Aber es muss auch Reformen geben. Z. B. muss es Frauen erlaubt sein, das Priesteramt aufzugeben. Zudem ist es sinnvoll, den Glauben an einen jenseitigen Gott aufzugeben. Es ist vielmehr so, dass es in der Natur Dinge gibt, die dem Menschen ewig verborgen sind. Mehr dazu unter
    www.esopolice.wordpress.com

    • Eso-Policier (kein Partner)
      01. März 2013 00:59

      Korrektur: "..... das Priesteramt auszuüben."

    • Zraxl (kein Partner)
      01. März 2013 21:40

      Niemand in der Katholischen Kirche glaubt an einen jenseitigen Gott.

  15. Brigitte Imb
    28. Februar 2013 19:15

    Benedikt XVI. hat den Vatikan verlassen und mir ist zum Heulen.
    Wer kommt nach? Hoffentlich nicht unser Kardinal, denn von dem bin ich sehr enttäuscht.

    Dem emeritierten Papst, vor dem ich demütig den Hut ziehe, mögen noch viele glückliche Jahre gegönnt sein.

  16. miezekater
    28. Februar 2013 17:43

    Wenn schon das Gasthaus, wo Joseph Ratzinger gegessen hat, medial Erwähnung findet, so sollte man sich auch eines meiner Artgenossen erinnern, des Katers Chico, der Joseph Ratzinger leider nicht nach Rom begleiten durfte.

    Sicherlich war der zurückgelassene Chico recht traurig und hing seinen Erinnerungen nach. So hat er dann auch eine, vor allem für Kinder, sehr lesenswerte Biographie verfasst:

    "Joseph und Chico: Eine Katze erzählt aus dem Leben von Papst Benedikt XVI."

    Chico müßte jetzt schon 14 Jahre alt sein - ob er noch lebt?

    • Erich Bauer
      28. Februar 2013 17:54

      "...ob er noch lebt?..."

      Ich hoffe sehr. Aber auch Chico tritt zurück und geht ins Kloster... :-) Und er läßt die Katzen, Katzen sein... :-)

    • miezekater
      28. Februar 2013 18:39

      frater Kater - eine schöne Idee,

      miau

  17. Undine
    28. Februar 2013 15:00

    Mir tut's leid um den scheidenden Papst Benedikt XVI., nicht zuletzt auch, weil er ein Deutscher ist. Seine feinen Charakterzüge mußte man erfühlen; sie treten nicht sofort so zutage wie bei seinem Vorgänger, der zu allem dazu eine schauspielerische Ader hatte. Auf jeden Fall hat der nun bald emeritierte Papst sein Amt mit größtmöglicher Würde erfüllt.

    Er wird wohl der erste Papst sein, der die Glocken, die heute um 20h weltweit ihr feierliches Geläute anstimmen werden, auch selber hören wird, denn die anderen waren ja da schon alle tot.

    Na, und wer wurde heute im Mittagsjournal scheinheilig interviewt? Pfarrer Helmut Schüller, wer sonst! Warum hat man nicht den früheren Abt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz ins Studio gebeten? Die Antwort ist einfach: Dieser hätte vermutlich nicht das gesagt, was man im ORF unbedingt hören will und unters Volk bringen möchte. Da geht man lieber auf "Nummer sicher", damit die Bevölkerung nur ja weiß, was sie zu denken und zu wünschen hat---und dafür ist der Pfarrer Helmut Schüller geeignet wie keiner. Im ORF weiß man, was man an seinen hauseigenen gehätschelten "renommierten" Beratern hat.

    • Gerhild Baron
      01. März 2013 16:09

      Undine: ******** ganz Ihrer Meinung, s. auch meinen Kommentar. Schüller habe ich Gott sei 'Dank versäumt, aber vielleicht kommt noch ein runder Tisch mit Frau Turnherr, Herrn Schüller (Pfarrer möchte ich ihn nicht nennen) und dem Lokführer namens Joseph Ratzinger, der nicht in kurzen Hosen in den Vatikan durfte , was ihm dreifache ORF-Präsenz an einem Tag einbrachte !!
      Das könnte Schüller übrigens noch in seinen Forderungskatalog aufnehmen - ist ja auch wirklich zu konservativ und neuerungs-resistent, wenn man nur in langen Hosen eintreten darf ...

  18. HDW
    28. Februar 2013 13:51

    Mag sein, aber wenn man gleichzeitig gegen den Relativismus wettert und dann selbst die Sonderstellung des Bischofs von Rom mit dem allumfassenden heiligen Geist relativiert, bestätigt das genau den Hauptvorwurf der anderen christlichen Kirchen gegen die römisch-katholische Klerisei, nämlich dem Volk Wasser predigen und selbst Wein zu trinken

  19. Johann Scheiber
    28. Februar 2013 09:16

    Anlässlich einer Streitkultursendung in Ö1 zum Rücktritt des Papstes hat der Altabt von Heiligenkreuz, Henckel-Donnersmark, hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Europa, die Äußerung getätigt, es sei ihm Wurst, wer in 200 Jahren Europa bewohne.

    Dazu ist festzuhalten, das ist Internationalismus und Globalismus, das heißt, reines Judentum im Christentum und völlig falsch verstandener katholischer Universalismus.

    Das Christentum hat zwar, wie das Judentum die Aufgabe, die natürliche Unmittelbarkeit der Völker aufzubrechen und sie zu vergeistigen, aber anders als im Judentum geht es im Christentum nicht um die Überwindung der Völker, sondern um deren Vollendung als Schöpfungsideen und –gestalten Gottes.

    Daher ist es völlig normal, dass das Herz eines jeden christlichen Europäers daran hängt, dass es auch in zweihundert Jahren in Europa kein Mischvolk unter der Führung des “auserwählten Volkes“ (Coudenhove-Kalergi) gibt, sondern die alten europäischen Kulturvölker, Italiener, Deutsche, Polen, Spanier und all die anderen Völker auch.

    • Undine
      28. Februar 2013 15:05

      @Johann Scheiber

      *****!

      "Anlässlich einer Streitkultursendung in Ö1 zum Rücktritt des Papstes hat der Altabt von Heiligenkreuz, Henckel-Donnersmark, hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Europa, die Äußerung getätigt, es sei ihm Wurst, wer in 200 Jahren Europa bewohne"

      Schade, daß ich Ihren Kommentar nicht gelesen habe, bevor ich meinen getippt habe! Da wäre bei mir der Altabt nicht so gut weggekommen!

    • Johann Scheiber
      28. Februar 2013 16:09

      Werte Undine, ich wollte jetzt nicht unbedingt den ehrwürdigen Altabt kritisieren, vielmehr ihn als Symptom nennen für die multikulturelle Schlagseite die die Kirche vielerorts bekommen hat. Dazu kommt dann noch der Feminismus, die Sozialanfühlerei, das Wert- und Sinngequatsche, was verbunden mit Ängstlichkeit und Orientierungslosigkeit zum Niedergang des Glaubens in Europa führt. Dahinter steht ein fremder, aber altbekannter Geist.
      Ich wünsche mir mit Kardinal Henri de Lubac" ein männlicheres und mutigeres, offensives Christentum", nicht eines, das den schlangenhaften Windungen des Zeitgeistes nachkriecht. Der Zustand, in dem wir Katholiken uns in Europa befinden, ist hausgemacht und wie in der Politik liegt das Problem nicht beim gewöhnlichen Volk.

    • Erich Bauer
      28. Februar 2013 16:12

      "...ein fremder, aber altbekannter Geist..."

      Pleased to meet you
      Hope you guess my name...

      Ich möchte nicht nerven... aber immer wieder fällt mir in diesem Zusammenhang diese "Stones-Textzeile" ein...

    • Johann Scheiber
      28. Februar 2013 16:25

      Ich habe mir in meiner Rebellionsphase dieses Lied unzählige Mal hineingezogen, war mir des Inhaltes aber nicht wirklich bewußt. Wenn man aber durch die Hölle geht, wird einem aber doch der Sinn für sie und ihre Gifte geschärft!
      Danke für das Bei-Spiel, Erich Bauer!

    • cmh (kein Partner)
      01. März 2013 09:10

      Ohne das jetzt gehört zu haben muss ich schon den Altabt in Schutz nehmen.

      Mir muss es auch egal sein, wer in 200 Jahren in Europa lebt. Das ist für mich genauso irrelevant, wie wer es vor 200 Jahren war. Schließlcih will ich mich nicht für die kommenden 200 Jahre fremdfürchten.

      Da dem Herrn Altabt natürlich der Missionsauftrag der Kirche bekannt ist, können Sie gewiss sein, dass es ihm nicht egal ist, wer in 10 Jahren in Österreich leben wird.

    • Carolus (kein Partner)
      01. März 2013 21:36

      Abgesehen von der von Johann Scheiber genannten groben Fehlbewertung war der Altabt ein Lichtblick in diesem Diskussionsdreieck:
      Ö1 Mi 27.2. 18:30 Klartext http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand

      Übrigens: Coudenhove sprach 1925 ausdrücklich von der „Herrenrasse“, die über die „eurasisch-negroide Zukunftsrasse“ herrschen wird:
      http://kreidfeuer.wordpress.com/2011/07/10/coudenhove-kalergi-praktischer-idealismus/

    • Eva
      01. März 2013 22:25

      @Carolus

      Wehe, wenn es jemand wagt, sich zur Herrenrasse zu zählen; das steht nur einem einzigen Volk zu---wir oder die Deutschen dürfen sich da keinen Hoffnungen hingeben; die würden uns und ihnen schnell ausgetrieben werden. Ob da nicht sogar das Verbotsgesetz schlagend werden würde?

  20. Erich Bauer
    28. Februar 2013 09:08

    (Zitat: A.U.) - „..der polnische Papst, der sein Pontifikat weniger mit Theologie als mit Charisma geprägt hat…“

    Bei einem DJ (Disc Jockey) mag „Charisma“ nicht ganz unwesentlich sein.. Ob ein Papst dem „Dancing Star“-Hype entsprechen muss, um die Medienmeute zu besänftigen…? Ich habe da meine Zweifel. Wenn man denen Gehör schenkt, wollen die alsbald, dass Schwulenpaare mit den Ehesakrament „geheiligt“ werden… und zumindest einer der Pelinkas sich als „papabile“ sieht. Man kann von Stronach halten was man will, aber sein Umgang mit den Medien und den Journailisten ist beispielgebend… :-)

    (Zitat: A.U.) - „..Sie verkörpert ja den Glauben an Gott und nicht jenen an irgendeinen Kaplan oder Kardinal…“

    Ich fürchte, hier hat sich die Kirche selbst „gefangen“. Mit dem „Volksaltar“. Die körperliche Hinwendung des Priesters zum Kirchenvolk ist einfach zu „verlockend“ für die Gläubigen in der PERSON das „Objekt der Verehrung“ zu suchen… und leider auch zu finden.

    • Riese35
      28. Februar 2013 15:54

      *********************!

      >> "... zumindest einer der Pelinkas sich als „papabile“ sieht."

      Bei den Pelinkas gibt es große Unterschiede und Gegensätze. Der Komponist Werner Pelinka würde nie auf so eine Idee kommen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß den irgendein Modernist gerne an vorderster Stelle hätte. Die Liebe wäre ähnlich der Liebe, die eine Feministin ihrer Geschlechtsgenossin Barbara Rosenkranz entgegenbringt. Werner Pelinka ist einer der großen, zeitgenössischen wirklich noch katholischen Komponisten und Pianisten. Er verdiente es, mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

      >> "Ich fürchte, hier hat sich die Kirche selbst „gefangen“. Mit dem „Volksaltar“."

      Nagel auf den Kopf getroffen! Nirgends gibt es einen sog. "Volksaltar" als in der röm.-kath. Kirche nach der Liturgie-"reform" (in Wirklichkeit war das keine Reform sondern die Konstruktion einer ganz neuen Messe unter Verwendung alter Trümmer, die dem Kirchenvolk und einigen verblendeten Priestern eine scheinbare Kontinuität vorgaukeln sollen).

      Benedikt XVI. hat in seinem Buch "Der Geist der Liturgie" ganz klar diese Fehlentwicklung der Hinwendung zum "Volk" in einem geschlossenen Kreis aufgezeigt. Man feiert sich selbst, den Menschen, die abgeschlossene Kirchenbeitragsgemeinschaft. Richtig wäre dagegen, wie es auch alle östlichen Liturgien - auch katholische - heute noch tun, sich offen und alle gemeinsam Gott zuzuwenden, dem Licht, symbolisiert durch die aufgehende Sonne (sole oriente), den Osten (conversi ad orientem, ad Dominum).

      50 Jahre nach dem letzten Konzil, wo man die "Früchte" bereits deutlich sieht, muß man sich eingestehen, daß das "conversi ad hominem" und die Einführung der Volkssprache ("Jesus und seine Hawerer") die Verflüchtigung des Glaubenswissens nur rapide beschleunigt hat.

      Der Osten weiß ganz genau, warum er keine "zeitgemäße" Liturgiesprache einführt, sondern bei seinen altgriechischen, altkirchenslawischen etc. Liturgiesprachen bleibt. Dort - wie auch bei uns bis zum 2. Vatikanischen Konzil - beeinflußt die Sakralsprache die Alltagssprache. Bei uns ist dieser Vorgang heute pervertiert (siehe z.B. die Bier- und Stelzenmessen von Toni Faber auf der Donauinsel): die Kirche soll sich der Welt anpassen! Das sind genau die Forderungen, die man von den Schüllers, Feichtlbauern etc. immer wieder hört. Aus ihren Gesichtern strahlt purer Haß.

    • Erich Bauer
      28. Februar 2013 16:03

      @ Riese35
      "... "Der Geist der Liturgie"..."

      Daß der "Volksaltar" in diesem Buch angesprochen wird, war mir nicht bekannt. Danke vielmals.

      Als der "Volksaltar" eingeführt wurde, ich war damals noch ein Kind, sagte meine Oma - und ihre damaligen Altersgenossen - daß der Pfarrer nun dem Allerheiligsten seinen Axxxx zuwende...

    • Erich Bauer
      28. Februar 2013 16:09

      Übrigens... bei den "Pelinkas" dachte ich an einen "Chefredakteur" und an einen "politologischen Republikberater"... auch das "Rudas-Beiwagerl" käme da noch in Frage...

  21. Josef Maierhofer
    28. Februar 2013 09:06

    Wirklich wirksam wurde er durch seinen Rücktritt.

    Sein tiefes Verständnis und seine persönliche Auffassung des Glaubens, ich habe sein Bibelbuch gelesen, sind das Fundament für diese Wirkung.

    Die Geschichten über die Intrigen im Vatikan sind an den Haaren herbeigezogen, war er doch immerhin Jahrzehnte lang in Rom tätig, bevor er zum Papst gewählt wurde, und hat alle dort Wirkenden gekannt. Ich habe darüber mit einem seiner Schüler geredet, der ihn zuletzt bei seiner vorletzten Audienz noch persönlich gesprochen hat.

    Es ist definitiv die Erkenntnis, dass er der Kirche als Zurückgetretener besser dienen kann und dem Hergott.

    Was er als 86-jähriger geleistet hat, davon könnten sich einige der Hyänen, die 'kritisch' (ich würde sagen bösartig) über ihn und die katholische Kirche herfallen und keine Gelegenheit zur Diffamierung auslassen, wohl ein Stück abschneiden, denn die werden, wenn sie mit 86 überhaupt noch leben, in Pension sein, sofern es eine solche dann noch geben wird.

    Was er als 86-jähriger geleistet hat, das tritt jetzt bei seinem Rücktritt zutage.

    • brechstange
      28. Februar 2013 09:30

      ****!
      Wenn man sich in den Vordergrund drängen möchte, wenn man auflagenzahlerhöhend wirken möchte, dann bieten sich eben Intrigen und Verschwörungen besser an als Demut und Bescheidenheit vor dem Leben. Fadesse!

      Mit der Kirche lässt es sich eben billig und bequem trittbrettfahren.

  22. brechstange
    28. Februar 2013 08:04

    Der König ist nicht von dieser Welt.

    Das macht ihn für die irdischen "Könige" unberechenbar. Eine wichtiger Hinweis sollte für uns die Rolle des Pontius Pilatus sein, der seine Hände in Unschuld wusch und dem Mob somit den Richterspruch überließ, im Hintergrund steuerten Intriganten, Profiteure, Sesselkleber den Mob.

    Wir sollten die Parallelen zur Jetztzeit versuchen zu erkennen und eben daraus Schlüsse ziehen.

    Lassen wir uns nicht gegenseitig aufhetzen, nicht ausspielen und suchen wir immer aufs Neue nach Gerechtigkeit, auch in Bezug auf das Fremde und der Feinde.
    Wehren wir uns, aber beachten wir dabei die 10 Gebote, wie
    Du sollst Vater und Mutter ehren.
    Du sollst nicht töten.
    Du sollst nicht stehlen.
    Du sollst kein falsches Zeugnis geben.
    Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gutes.

    Nur daraus wird sich Neues und Gutes in friedlicher Einheit entwickeln können.

  23. Markus Theiner
    28. Februar 2013 07:40

    "Denn sonst wird sie von der unbeantwortbaren Frage überrollt, wie Gott die vielen Katastrophen zulassen kann"

    Diese Frage ist unvermeidbar.
    Wenn die Kirche meint, Gott würde die Papstwahl lenken, dann stellt sich die Frage wieso teilweise so suspekte Gestalten dabei herauskommen.
    Meint sie er tut es nicht, dann stellt sich genauso die Frage warum er es nicht tut, wenn doch sonst so suspekte Gestalten herauskommen. Kann er nicht - obwohl er doch allmächtig ist? Will er nicht - obwohl er doch unendlich gut ist?
    Außerdem beruht die katholische Theologie eben nicht nur auf dem überlieferten Leben Jesu und dem der jüdischen Propheten, sondern auch sehr stark auf (frühkirchlichen) Traditionen. Das ist nur dann zu rechtfertigen, wenn man eben davon ausgeht, dass der heilige Geist in der Kirche wirksam war (und ist), und zumindest teilweise die Entscheidungen der weltlichen Akteure steuert. Gerade beim Papst.

    Die Antwort auf die Frage nach dem Bösen und den Katastrophen in der Welt: Gottes Wege sind unergründlich. Im Endeffekt ist es gut, dass es so ist wie es ist und auch alles Böse ergibt einen Sinn, wenn auch unbegreiflich für Menschen, die nur in 3-4 Dimensionen (27 bei Theoretischen Physikern) denken.

    Der Grund mag für einen von Naturwissenschaften geprägten Menschen nach einer schwachen Ausrede klingen, weil eben völlig unbeweisbar.
    Aber der Grund wird eben auch nicht besser oder schlechter, wenn der Wiener Kardinal "weise" ist und dem heiligen Geist keine Rolle bei der Papstwahl zuspricht.

    • Riese35
      28. Februar 2013 08:10

      ***********!

      >> "..., die nur in 3-4 Dimensionen (27 bei Theoretischen Physikern) denken."

      Wirklich? Bei Theoretischen Physikern nur 27? Spielen nicht gerade bei Theoretischen Physikern unendlich-dimensionale Hilberträume eine wichtige Rolle (ich denke z.B. an Walter Thirring und sein Lehrbuch)? Und wie sieht es mit der Zerlegung einer beliebigen, periodischen Schwingung (eines Tones) in reine Grundschwingungen aus (Darstellung durch die Fourierreihe im Hilbertraum L2)? Ist dieser nicht auch wieder unendlich-dimensional? Unsere gesamte Verständigung mittels Schallwellen basiert auf unendlich-dimensionalen Vektorräumen. Das ist doch ein schönes und praktisches Modell, um sich unendlich viele Dimensionen vorstellen zu können.

      Man wundert sich und staunt, wie geordnet und durchdacht unsere Welt in ihren dahinterliegenden Konzepten aufgebaut ist, die uns Menschen nur ansatzweise zu ergründen gegeben sind. Die Weiten des Staunens sind unerschöpflich! Ist das nicht ein deutlicher Hinweis für einen Schöpfer dieser Welt?

    • brechstange
      28. Februar 2013 08:36

      Theiner, Riese35

      ******!

    • GOP
      28. Februar 2013 17:34

      Theiner, Riese35, brechstange:
      Wie heisst es so schön in der Bilbel (Jesaja 55/8 - Lutherübersetzung): "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr".
      Gott denkt in x Dimensionen und lässt sich von uns Menschen nicht in die Karten schauen. Da gilt auch für Naturwissenschaftler, Physiker usw. nur: glauben und vertrauen.
      Sicher weiss Gott schon jetzt, wie die Papstwahl ausgehen wird, aber die Entscheidung und die Freiheit hier auf Erden haben wir selbst. Das ist ja das Schöne, dass wir uns auch für oder gegen ihn entscheiden können. Da gibt es keinen Zwang, zumindest für uns hier auf Erden.

  24. Wertkonservativer
    28. Februar 2013 05:49

    Statt vieler Worte:

    Benedikt XVI war seiner Herde ein guter Hirte!
    Sein Abgang würdig, still, menschlich;
    er wird im Gedächtnis der Gläubigen bleiben!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  25. Observer
    28. Februar 2013 05:36

    Die Botschaft von Jesus Christus ist kein Markenartikel (wie z.B. ein Waschmittel), welches mittels moderner Marketingmethoden und Werbung unter die Leute gebracht werden soll. Andererseits ist sie auch viel zu kostbar, um wie ein "Give-away" im Volk verschleudert zu werden. Daher soll sich die Kirche nicht zu stark auf moderne und kurzlebige Kommunikationsmethoden, wie soziale Plattformen, Kurznachrichten usw. setzen, um ihren Missionsauftrag gerecht zu werden. Es muss auch der Umgang mit den Medien (Zeitung, Radio und Fernsehen) anders sein, als der von politischen Parteien und der Wirtschaft. Die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und das persönliche Gespräch kann einen Glauaben "im stillen Kämmerlein" nie ersetzen, daher haben die örtlichen Gemeinden die wichtuigste Aufgabe.

    Der künftige Papst hat also eine große Herausforderung zu meistern, indem er den richtigen Weg findet. Er muss also diesen Spagat beherrschen, der einerseits genug Zugang zu den Gläubigen bietet und andererseits doch die Autorität eines Kirchenoberhauptes darstellt. Vor allem aber muss er die Botschaft unseres Gottes zu den Menschen in der heutigen Zeit bringen können.

    Eine weitere Aufgabe ist eine völlige Neuorganisation mit "Schlankheitskur" der Kurie und des Vatikans mit gleichzeitiger Stärkung der örtlichen Bischöfe und Priester. Selbstverständlich gehört dazu auch ein Zölibat auf Freiwilligkeit, künftige weibliche Priester, Toleranz von geschiedenen Gläubigen, anderer Umgang mit christlichen Schwesterkirchen und strikte Abgrenzung zu nichtchristlichen Religionen.

    Nun liegt es vorerst an den Wahlberechtigten, die bestens geeignete Person für dieses Amt zu finden. Es warten also enorme Aufgaben an den künftigen Papst, aber mit starker Gebetsunterstützung der Gläubigen aus aller Welt wird er dies alles "derpacken".

    • Markus Theiner
      28. Februar 2013 07:44

      Den Glauben im stillen Kämmerlein kann nichts ersetzen, aber das Christentum ist eine missionarische Religion und jeder Christ hat der Lehre nach die Aufgabe die frohe Botschaft zu verkünden. Also zusätzlich zum stillen Kämmerlein das Gespräch mit jenen zu suchen, die gerade (noch) keine Gleichgesinnten sind.
      Es spricht auch nicht wirklich etwas dagegen die Medien und das Internet für diese Aufgabe heran zu ziehen, so lange man sich nicht auch inhaltlich an Waschmittelwerbungen oder ÖBB-Inseraten orientiert.

    • Observer
      28. Februar 2013 20:22

      Markus Theiner:
      Ich präzisiere: der sog. "Glaube im stillen Kämmerlein" ist sicher wichtig, aber allein doch zu wenig. Denn ich brauche zum Gedankenaustausch sowie weiterer Erkenntnis auch Gleichgesinnte (z.B. in einer Kirchengemeinde) und bin als gläubiger Christ verpflichtet - soweit es meine Fähigkeiten zulassen - auch anderen und noch außenstehenden Mitmenschen von der Frohen Botschaft zu erzählen (= Missionsauftrag).

  26. S.B.
    28. Februar 2013 01:52

    Die kurz zusammengefaßte Botschaft, welche Benedikt XVI. nach seinem Rücktritt hinterläßt, ist einfach, klar nachvollziehbar und sollte in der katholischen Kirche bis in höchste Kreise beherzigt werden:

    Innerer Zusammenhalt, geschlossenes Auftreten nach außen, die Warnung vor Relativismus und die Rückbesinnung der Gemeinschaft auf christliche Werte.

    Ich wünsche ihm, daß er eine Entwicklung in diese Richtung noch miterleben und auch als "emeritierter Papst" weiterhin seinen Beitrag dazu leisten kann.

    Grazie di cuore, Benedetto!

  27. RR Prof. Reinhard Horner
    28. Februar 2013 01:34

    reinhard.horner@chello.at

    Wäre es nicht angebracht, dass wir uns mit der Beurteilung dieses Pontifikats etwas Zeit ließen, anstatt dem gewerbsmäßigen Journalismus zu verfallen, zu allem möglichst hurtig unseren Senf anzubringen?

    Dann könnten wir nämlich der Bedeutung des Beurteilten und unserer Beurteilungsfähigkeit gerecht werden. Es ist nämlich nicht "der letzte Tag" dieses Papstes.





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