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Fußnote 385: Jetzt wird’s erst richtig spannend für Strasser

Vier Jahre Haft für Ernst Strasser – aber jetzt wird’s erst richtig  spannend.

Die Rechtfertigung des ehemaligen Innenministers für sein Verhalten war geradezu peinlich fadenscheinig und hanebüchen. Außer ihm glaubt wohl niemand, dass er die beiden britischen "Lobbyisten" (in Wahrheit Journalisten), wirklich als Geheimdienstler enttarnen wollte, nachdem sie ihm fette Summen für Interventionen gegen einen geplanten Beschluss des EU-Parlaments angeboten haben. Er war vielmehr am angebotenen Geld interessiert. Insofern ist das Urteil klar und verständlich. Die viel spannendere Frage wird aber zweifellos erst die Instanz ernsthaft prüfen, das nimmt verständlicherweise kein erstinstanzliches Gericht ernsthaft in seine Hände: Waren die von Strasser vorgenommenen Aktionen – Gespräche mit anderen Abgeordneten mit dem Ziel einer Abänderung des Textes – ein „Amtsgeschäft“ im Sinne des Gesetzes? Nur wenn das von den Berufungsrichtern verneint wird, hat Strasser eine Chance, dem Gefängnis zu entgehen. Eine diesbezügliche – historische – Entscheidung wäre zwar für die meisten unbefriedigend, aber ein Gericht muss immer streng nach dem Gesetzestext entscheiden.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    22x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2013 18:16

    Wieder einmal hat unsere immer öfter zur Politjustiz verkommende Richterschaft ein angeblich "präventives Urteil" gesprochen, das in seiner Härte beim politischen Gegner keinen Wunsch offen läßt. Strassers Verhalten ist durch nichts zu entschuldigen, aber wäre er ein Linker, hätte man schon im Vorfeld die Ereignisse verharmlost und die Erhebungen mangels an Beweisen eingestellt.
    Damit vermittelt man in der Öffentlichkeit bewußt den Eindruck, Betrug und Korruption sind nur Rechts zu finden - bei den linken "Gutmenschen" kommen solche Delikte gar nicht erst vor.
    Der Richter sprach auch vom "beschädigten Ansehen der Republik". Wenn es danach ginge, müßte der größere Teil unserer Regierung auf der Anklagebank sitzen, aber da werden Verfahren mit Hilfe unserer links gestimmten "Medienorgel" verschleppt, vertuscht und irgendwann ohne viel Aufhebens eingestellt. Strassers Anwalt sprach zu Recht von einer Bananenrepublik.

    Spannend wäre noch, mit wessen Hilfe Strasser in seinen EU-Job gehievt wurde und wo eventuell die "Rachegeister" dafür zu suchen sind. Er wird vielleicht ahnen, wer ihm diese Falle gestellt hat, aber selber schuld, wenn man auf diesen vermutlich von so manch anderen schon öfter gespielten "part of the EU-game" hineinfällt.

  2. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    21x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2013 17:28

    Nicht, dass ich den Strasser verteidigen möchte, aber zwei heute gefällte Urteile drängen sich zum Vergleich auf!

    1) Weil er seine SIEBENJÄHRIGE Stieftochter SCHWER SEXUELL MUSSBRAUCHT haben soll, ist ein 47 Jahre alter Mann am Landesgericht Feldkirch zu einer DREIEINHALBährigen Haftstrafe verurteilt worden. Zweimal hat sich der heute 47-Jährige an seiner Stieftochter vergangen. Das Kind war damals 6 bzw. 7 Jahre alt. Auch gegenüber seiner Frau war er gewaltättig. Nach einem Streit hatte sie mehrere blaue Flecken - dafür wurde er wegen Körperverletzung schuldig gesprochen.
    Die Stieftochter bekam 5.000 Euro zugesprochen.

    2) Der vormalige ÖVP-Innenminister und EU-Abgeordnete Dr. Ernst Strasser wurde WEGEN BESTECHLICHKEIT ZU VIER JAHREN unbedingt verurteilt. Für den Schöffensenat war der Tatbestand der Bestechlichkeit „ganz eindeutig erfüllt“.

    PS: Und dann war da noch das Küsselurteil. Der verrückte Spinner wurde wegen seiner Neonazi-Internetpage zu NEUN JAHREN unbedingt verurteit ....

    Spiegeln diese Urteile die Werteskala unserer Gesellschaft wider?

    Wie wenig ist uns das Heil eines 6-jährigen Mädchens wert..?!!
    Wie viel mehr empfindlich sind wir, wenn einer versucht, sich auf krumme Tour um 100,000. zu bereichern (es kam ja gar nicht dazu!)?
    Zum Küsselurteil sage ich nichts mehr - da ist schon genug geschrieben worden.

  3. Ausgezeichneter KommentatorM.S.
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2013 20:37

    Also Strasser hat sich laut Gerichtsurteil bestechen lassen und soll Geld genommen haben. Er bekommt dafür 4 Jahre; soll sein. Aber dass anderseits Politiker, die in dringendem Verdacht stehen, Millionen von Steuergeldern mißbräuchlich verwendet zu haben, seit Jahren in "Amt und Würden" bleiben dürfen ohne dass die Justiz Verfahren mit der nötigen Gewissenhaftigkeit vorantreibt, ist der eigentliche Skandal. Wenn man noch dazu bedenkt, dass ein Vergewaltiger vielleicht mit einem Jahr davon kommt und einen Teil davon mit Fußfessel gemütlich daheim verbringen darf, obwohl er wahrscheinlich bei einem Menschen einen lebenslangen psychischen Schaden verursacht hat, fragt man sich schon ob bei der staatlichen Rechtssprechung noch Verhältnismäßigkeit beachtet wird.

  4. Ausgezeichneter KommentatorSensenmann
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2013 09:19

    Sosehr ich diesen Strasser für ein besonderes Exemplar der an solchen Volkszertretern ohnedies reichen ÖVP halte, sosehr ist dieses Urteil überzogen. Klar hat er eine korrupte Gesinnung und klar, hat er sich zur Korruption bereit erklärt. Nur war die Ausführung der Tat ja denkunmöglich, da es die Lobbying-Agentur ja gar nicht gab.
    Der Richter hat also einen Volleunuchen wegen versuchten Beischlafes verurteilt.
    Typisch für unsere Sozi-Justiz.
    Das Gute daran: Jetzt erntet ein ÖVPler die Früchte der Unfähigkeit seiner Partei über Jahrzehnte hinweg und ihrer Nachsicht mit dem Marxismus. Unter den Augen der Schwarzen ist unsere Justiz zu einem Tummelplatz linken Geschmeißes verkommen, wie die Urteile in einzigartiger Aneinanderreihung beweisen. Und zwar quer durch alle Instanzen!
    Das kommt heraus, wenn man mit dem Marxismus paktiert, anstatt ihn auszudämpfen. Aber manche lernen nur auf die harte Tour.
    Vielleicht beflügelt diesese Urteil endlich den Willen der Schwarzen, mir der österr. Drecksjustiz einmal den Kehraus zu tanzen, sollte sich das Blatt der politischen Konstellationen dereinst wenden.

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2013 21:58

    Ob es jemals aufkommt, wer die beiden Journalisten auf Ernst Strasser angesetzt hat? Das ist sicher nichts weiter als eine kleine Fingerübung. Ich vermute von Anfang an, daß die Fäden in Wien gezogen wurden; die ganze Geschichte erinnert mich stark an "Sinowatz und braunen Flecken", die Waldheim seinerzeit als Präsidentschaftskandidaten anpatzen sollten. Die Sozis verfügen über ein sehr engmaschiges Netzwerk und haben keinerlei Skrupel. Dümmer allerdings hätte sich Strasser kaum verhalten können----und zwar von allem Anfang an.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2013 17:34

    Wie auch immer die Berufungsrichter entscheiden werden:

    Der Herr Strasser hat schon allein wegen seiner lächerlichen und charakterlosen Geheimdienst-Verteidigungsstrategie einiges "Schmalz" verdient: das sage ich ganz ungerührt als Anhänger der ÖVP, der er mit seinen geldgierigen Aktivitäten wahrlich keinen guten Dienst erwiesen hat!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  7. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2013 17:25

    Strasser ist für mich ein Symbol der 'goldenen Zeiten', in denen man sich nach Belieben bedienen konnte.

    Solche Strassers laufen noch viele herum, bis zum Kanzler hinauf, alle haben irgendwas 'getan'.

    Aber dafür bin ich schon, dass in diesem Fall, wo es schon erwiesen ist, dass er sowohl moralisch schlecht, als auch gegen das Gesetz gehandelt hat, auch bestraft wird.

    Für die 'gesetzlichen Schlupflöcher' habe ich wenig übrig, denn so gesehen, befindet sich ja fast die gesamte Politik mit wenigen Ausnahmen in der Ausnahmesituation unter Ausnützung der 'gesetzlichen Schlupflöcher'.

    Wenn man so löchrige Gesetze gemacht hat und daher Strasser freisprechen muss, dann würde ich meinen, sollten auch die Gesetzgeber samt deren 'Experten' für diese Malaise verantwortbar gemacht werden.

    Letzlich wurden die Gesetze ja beschlossen und abgestimmt von Parteien und deren 'Expertenrat', den wir teuer bezahlt haben und dann im Parlament, das genauso viel kostet und dann noch im unnötigen Bundesrat mit dem Placet von UHBK. An Zeremonien mangelt es nicht, was aber produziert wird ?

    Oder gibt es bei den 'Experten' auch 'Lobbyisten', bei den Beamten soll es welche geben, soganannte 'Parteilobbyisten', auch bei den Justizbeamten.

    Lobbyist, ein 'Berufszweig' mit dem ich bis heute nicht anfangen kann, der Ausdruck kam mir zum ersten Mal unter, als ich für ein EU-Projekt einreichte im Namen mehrerer Firmen und der Begriff war mir von Anfang an suspekt, wie man sieht, zurecht, was sich da auf diesem Sektor so abspielt.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatornumerus clausel
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2013 18:24

    Beim Jarolim ging so eine Geschichte anders aus. Der hatte, als Justizsprecher der Sozen und im wikrlichen Leben Anwalt, sich für einen seiner Mandanten sehr eingesetzt.
    Er versuchte eine Gesetzesänderung, daß nicht allein die Staatsdruckerei öffentliche Dokumente und Pässe drucken dürfen, sondern auch Drittanbieter, im konkreten Fall eine von Jarolim vertretene Druckerei in Deutschland. Natürlich war Jarolim auch im entsprechenden Beratungsgremium drinnen.
    Was kam jedoch heraus? Er beauftragte KPMG für ein Privatgutachten, die ehemalige AMS-Angestellte und nunmehrige Nationalratspräsidentin Prammer konnte darin kein Fehlverhalten sehen und die Staatsanwaltschaft begann nichtmal mit Ermittlungen.
    Was lernt man daraus? Nur Linke können sich alles erlauben.


alle Kommentare

  1. Chianna (kein Partner)
  2. Hines (kein Partner)
    21. Januar 2015 07:36

    Imspresive brain power at work! Great answer!

  3. Belum (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:14

    Sounds good and really direnffet too. I love the cover, I would have definetely picked it up if i had seen it in a bookstore (i.e obviously after reading the blurb). Great review.

  4. AGLT (kein Partner)
    16. Januar 2013 19:37

    tja, Strasser hat eindeutig das falsche Delikt begangen: Vergewaltigung (und auch Mord/Totschlag) ist in unserer Justiz offensichtlich ein Kavalierstdelikt:

    http://kurier.at/chronik/oesterreich/salzburg-vergewaltiger-nach-vier-monaten-entlassen/2.613.508

  5. Einspruch! (kein Partner)
    16. Januar 2013 14:31

    Der Herr Strasser wurde also verurteilt, weil er Geld genommen HÄTTE, wenn es soweit gekommen WÄRE. Wie verwerflich aber auch. Und vollends verwerflich ist, dass er FREIGESPROCHEN und unbescholten wäre, wenn ein weiterer der Geschworenen (ein weiterer von acht) ihn für unschuldig angesehen hätte. Man kann nur hoffen, dass ab jetzt auch die Korruptionsinserate gewisser Ministerien genauestens unter die lupe genommen werden. Um den Eindruck zu zerstreuen, die Roten dürften sich alles erlauben.

    Halb off topic: Wie steht es eigentlich um andere Dinge, über die wir uns täglich ärgern? Warum kümmert sich niemand um die Lärmschutzwände, die entlang der Westautobahn (auch vor kilometerweit Feldern) stehen? Wie kann es sein, dass alle anders aussehen? Wie kann es sein, das da nicht global ausgeschrieben wurde, weil es so billiger für den Steuerzahler ausgegangen wäre? War mit den einzelnen Baumeister so besser zu "verhandeln"? Konnten so "Sonderkonditionen" im Kuvert lukriert werden? Die Lärmschutzwände, die ein richtiges Ärgernis sind - DIE sollte die korruptionsstaatsanwaltschaft einmal unter die Lupe nehmen! Selbstverständlich nur, um festzustellen, dass jeder einzelne der hunderten Aufträge lupenrein korrekt vergeben wurde! Es gilt die UNSCHULDSVERMUTUNG!

  6. Christoph. K. (kein Partner)
    16. Januar 2013 13:17

    Das Urteil gegen Strasser ist eindeutig gerechtfertigt. Über das Strafmaß haben sich andere bereits genug geäußert.

    Seltsamerweise kaum noch erwähnt wird, dass es nicht nur Strasser, sondern auch noch zwei andere Abgeordnete waren, die den Journalisten auf den Leim gegangen sind und deren mutmaßliche Bestechlichkeit noch viel offener zu Tage getreten ist, zumal sie nach getaner Tat (dem Einbringen von Anträgen im Sinne der vemeintlichen Lobbyisten) unverholen das vereinbarte Entgelt forderten.

    Einer der beiden ist zurückgetreten, der andere sitzt immer noch unbehelligt im Europäischen Parlament. An eine Verurteilung der beiden denkt offenbar niemand.

    Beide sind - oh Wunder - Sozialdemokraten ....

  7. Onkel Hans (kein Partner)
    15. Januar 2013 22:23

    Zur Verurteilung ist es hier nur ausnahmsweise gekommen, weil die StA nicht mehr anders konnte als anklagen: 1. angesichts des Videos wäre anderes der Bevölkerung nur schwer zu erklären gewesen, 2. wegen des Auslands.

    Normalerweise biegen die StA ja jedes Verfahren gegen Bonzen ab.

    Ist jemandem aufgefallen, dass weder StA noch Gericht danach gefragt haben, welche anderen "Klienten" Herr Strasser für 100.000 Netsch bedient und welche LEISTUNGEN er diesen erbracht hat. Na also. Nur net genau hinschauen, heißt die Devise.

  8. xRatio (kein Partner)
    15. Januar 2013 22:08

    Juristisch schlampiger Artikel des Bloggers, der nicht mal den oder die einschlägigen Paragrafen nennt und absolut nebulös von "vorgenommenen Aktionen" (welchen?) schreibt.

    Nach allem was bekannt ist, ergibt die juristische Ferndiagnose:

    Ernst Strasser hat nach Art eine Lobbyisten Vorgespräche zwecks etwaigen Mißbrauchs seines Amts geführt.

    Das geforderte Geld gabs aber nicht.
    Gemacht hat er folglich auch nichts, war jedenfalls nicht Gegenstand der gerichtlichen Verhandlung.

    Der angebliche "Amtsmißbrauch" (§ 302 öStGB) ist somit noch nicht mal bis ins Versuchsstadium gediehen, somit zu verneinen.

    Denkbar ist hier § 308 öStGB mit dem seltsamen Namen "Verbotene Intervention"
    http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10002296

    Fragt sich allerdings, was hier konkret unter "ungebührlichem Einfluss" zu verstehen sein soll.

    Und ob Abgeordnete überhaupt "Amtsträger" iS des Gesetzes sind?
    Würde mich nicht wundern, wenn die Politruks tatsächlich "vergessen" hätten, für ihr eigenes Fehlverhalten Strafen vorzusehen.

    xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      15. Januar 2013 22:56

      ad xRatio (kein Partner) 15. Januar 2013 22:08

      Doch, Abgeordnete sind wohl ebenfalls "Amtsträger" (§ 74 I 4a öStGB).
      Rest unverändert.

      xRatio

    • A.E.I.O.U. (kein Partner)
      16. Januar 2013 09:17

      Strasser wurde nach § 304 Abs 1 iVm Abs 3, (Geschenkannahme durch Beamte), § 15 Abs 2 (Versuch) StGB angeklagt und in erster Instanz verurteilt.

      Er hat versucht, durch Karas gesetzliche Abänderungsanträge im Sinne der Bestecher einzubringen und dafür Geld gefordert/versprechenlassen. Für das Erstgericht war das zweifellos ein "Amtsgeschäft".

  9. cmh (kein Partner)
    15. Januar 2013 22:05

    Und wieder hat die österreichische Justiz ein Problem Europas gelöst.

    Es müssen jetzt nur noch die anderen EU Politiker dem Bespiel der geläuterten österreichischen Politiker folgen.

  10. Marcus Aurelius (kein Partner)
    15. Januar 2013 21:10

    Die Affäre Strasser ist auf einen einfachen Nenner zu bringen: Er meinte mit den mehr als zehntausend Lobbyisten mithalten zu können, die in Brüssel, Straßburg und Luxemburg so unbehelligt wie hochbezahlt ihrem Gewerbe nachgehen. Er war zu naiv, um die legal maskierte Subtilität dieses florierenden Geschäfts zu durchschauen. Er hätte das Ende seines EU-Mandats abwarten oder vorzeitig herbeiführen müssen; anschließend wäre er zu einem unangreifbaren Millionär aufgestiegen, wohlgenährt von Froschschenkeln, Wachteln und foie gras.

  11. M.S.
    15. Januar 2013 20:01

    Mit kaum verhohlene Häme reagiert der ORF in der ZIB 1 auf die Verurteilung Grassers. Der Redakteur Bürger versteigt sich sinngemäß zu folgender Aussage. "Es könnte sein, dass die Bevölkerung auf Grund der endlich erfolgten harten Verurteilung wenigstens e i n e s Politkers, das Ansehen der Politiker insgesamt wieder mehr zunimmt." ...................?

    • M.S.
      15. Januar 2013 22:03

      "verhohlener" und "Verurteilung Strassers" muss es natürlich heissen.
      Bei so viel Verdächtigen in einer einzigen ZIB bringt man schon alle Namen durcheinander.

    • Neppomuck (kein Partner)
      16. Januar 2013 14:28

      Esel bleibt Esel, auch wenn ein (kleiner) Sack etwas abbekommen hat.

  12. Einspruch! (kein Partner)
    15. Januar 2013 19:34

    Strasser ist zweifellos kein Guter, und ich habe ihn nie mögen. Aber bin ich wirklich der einzige, der das Urteil, seine Begründung, vor allem aber den Ton, den der Herr Richter angeschlagen hat, als äußerst befremdlich empfinden?
    Und wenn man dann noch vergleicht, welche Strafen die miesesten, abstoßendsten, widerlichsten Sexual- und Gewaltverbrechen bekommen haben - allerspätestens möchte man hemmungslos speiben, und zwar möglichst vor die Füße dieses Herrn Richters.

  13. numerus clausel (kein Partner)
    15. Januar 2013 18:24

    Beim Jarolim ging so eine Geschichte anders aus. Der hatte, als Justizsprecher der Sozen und im wikrlichen Leben Anwalt, sich für einen seiner Mandanten sehr eingesetzt.
    Er versuchte eine Gesetzesänderung, daß nicht allein die Staatsdruckerei öffentliche Dokumente und Pässe drucken dürfen, sondern auch Drittanbieter, im konkreten Fall eine von Jarolim vertretene Druckerei in Deutschland. Natürlich war Jarolim auch im entsprechenden Beratungsgremium drinnen.
    Was kam jedoch heraus? Er beauftragte KPMG für ein Privatgutachten, die ehemalige AMS-Angestellte und nunmehrige Nationalratspräsidentin Prammer konnte darin kein Fehlverhalten sehen und die Staatsanwaltschaft begann nichtmal mit Ermittlungen.
    Was lernt man daraus? Nur Linke können sich alles erlauben.

  14. cmh (kein Partner)
    15. Januar 2013 17:14

    Der Kampf um die MAcht wird härter. Eher werden sich jetzt die Sozen umbringen lassen, als Ihre Machtpositionen auszulassen.

    Kurz zur Erinnerung:

    Als Waldheim zum Bundespräsidenten gewählt wurde, denunzierten ihn die Sozen, allen voran der Bundeskanzler Sinowatz und demolierten damit das Ansehen dieses Amtes endgültig. Abgesehen davon, dass Waldheim danach ein gebrochener Mann war.

    Das letzte Mal, als sie aus der Regierung vertrieben werden konnten, versuchten sie durch Demonstrationen und sozialistischinternationale Sanktionen wieder hineinzukommen. Dabei haben Sie, und bitte wer sonst?, dem Ansehen Österreichs in der Weltöffentlichkeit nachhaltig geschadet.

    Gegen KHG wird seit Jahren ermittelt, zwar ohne dass etwas dabei herauskommt, aber mit großem medialen Getöse. Der einzige nachvollziehbare Zweck dieser Verfolgungen, ist allen zu signalisieren, dass ein Nichtsozi der gegen die Sozi agiert hat, tot ist.

    Was die Korruption anbelangt, wäre eine genaue Untersuchung des BWAG-ÖGB-SPÖ-Sanierungskomplexes viel ergiebiger.

    Gegen SPÖ-Granden laufen Strafverfahren. Formal weil sie unautorisierte Jubelanzeigen zur Beeinflussung von MEdien und Bürgern tätigten, tatsächlich aber ist das ein veritabler Angriff auf die Demokratie.

    Und einige andere Dinge...

    Alles das ist den Betroffenen sicher noch in guter Erinnerung und es ist zu hoffen, dass diese Betroffenen auch wissen, dass sie mit den Sozen noch einige Rechnungen offen haben.

    Und diese offenen Rechnungen derzahlen die Sozen nie.

    Und deswegen wären sie blöd, wenn sie sich gegen einen MAchtverlust (für in der Demokratie nicht ganz bewanderte LEser: neben der klassischen Gewaltenteilung gibt es auch eine intertemporale Gewaltentrennung und daher ist ein Machtverlust in einer Demokratie eigentlich etwas ganz normales) nicht mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren würden.

    • Xymmachos
      15. Januar 2013 17:59

      Richtig, richtig, und die ÖVP schaut zu, gelähmt wie das Kaninchen vor der Schlange. Nicht wahr, werter Herr Michler?

    • bürgerIn (kein Partner)
      15. Januar 2013 18:21

      zitat: die tröge bleiben immer die gleichen, nur die schweine wechseln! aber die sozen sind besonders zach!

    • Wertkonservativer
      16. Januar 2013 12:49

      Weil Sie mich immer wieder so nett auf die "Unterwürfigkeit" der ÖVP gegenüber den Roten festnageln, werter @ Xymmachos, verweise ich auf meine Eigenreplik (gleich über Ihrem gestrigen hochdekorierten Hauptbeitrag, wo ich auf die notwendigen Anpassungs- und Kompromiss-Probleme innerhalb einer Koalitionsregierung hinwies!
      Verfolgen Sie halt auch die kommenden Diskussionen innerhalb der Regierung: Sie werden merken, dass die Schwarzen gar nicht so zahnlos sind!

      Grüße,

      Gerhard Michler

    • Wertkonservativer
      16. Januar 2013 13:22

      Bittre nochmals um Verzeihung, werter @ Xymmachos!
      Da habe ich Sie neuerlich mit dem werten @ simplicissimus verwechselt, was den Hinweis auf meine gestrige Eigen-Replik oberhalb des Beitrages von @ simplicissimus betrifft. Nun, die vielen Griechen- und Römer-Nicknamen verwirren halt manchmal meinen strapazierten Geist, bitte um Verständnis!

      (mail to: gerhard@michler.at)

  15. WFL
    15. Januar 2013 13:49

    Es ist einmal mehr ein Sittenbild der österr. Medien, dass Strassers politischer Ahnvater, Onkel Erwin Pröll, in der derzeitigen Strasser-Berichterstattung praktisch nicht vorkommt.
    Aber Pröll ist ja auch ein braver, verlässlicher SPÖVP-Großkoalitionär.
    Das ist die Belohnung dafür.
    l

  16. Sensenmann
    15. Januar 2013 09:19

    Sosehr ich diesen Strasser für ein besonderes Exemplar der an solchen Volkszertretern ohnedies reichen ÖVP halte, sosehr ist dieses Urteil überzogen. Klar hat er eine korrupte Gesinnung und klar, hat er sich zur Korruption bereit erklärt. Nur war die Ausführung der Tat ja denkunmöglich, da es die Lobbying-Agentur ja gar nicht gab.
    Der Richter hat also einen Volleunuchen wegen versuchten Beischlafes verurteilt.
    Typisch für unsere Sozi-Justiz.
    Das Gute daran: Jetzt erntet ein ÖVPler die Früchte der Unfähigkeit seiner Partei über Jahrzehnte hinweg und ihrer Nachsicht mit dem Marxismus. Unter den Augen der Schwarzen ist unsere Justiz zu einem Tummelplatz linken Geschmeißes verkommen, wie die Urteile in einzigartiger Aneinanderreihung beweisen. Und zwar quer durch alle Instanzen!
    Das kommt heraus, wenn man mit dem Marxismus paktiert, anstatt ihn auszudämpfen. Aber manche lernen nur auf die harte Tour.
    Vielleicht beflügelt diesese Urteil endlich den Willen der Schwarzen, mir der österr. Drecksjustiz einmal den Kehraus zu tanzen, sollte sich das Blatt der politischen Konstellationen dereinst wenden.

  17. Hummel
    15. Januar 2013 07:57

    Was würde erst Feymann bekommen, wenn es bei uns eine unabhängige Justiz geben würde ?
    Wie viel bekommt man bei Bestechung, Nötigung (der Medien), Veruntreuung von Steuergeldern, Falschaussagen und Führung einer mafiösen Parteiorganisation ?

    • Sensenmann
      15. Januar 2013 09:24

      @Hummel Natürlich bekommen linke Politiker nichteinmal eine Anklage in diesem sozialistischen Unrechtsstaat. Auch solche Verbrecher nicht, über die die Sozis die schützende Hand halten.
      Man wird die SPÖ in einem in Ausarbeitung befindlichen Sozialistengesetz zur kriminellen Organisation erklären müssen, was spätestens nach dem von ihr herbeigeführten Staatsbankrott geschehen wird.
      Für die Gerichtsverfahren wird man dann schon geeignete Richter finden.

    • cmh (kein Partner)
      15. Januar 2013 17:15

      Warten Sie nur, vielleicht passiert einmal das Malheur und die Sozen stehen ohne Macht da.

  18. Riese35
    14. Januar 2013 22:31

    An Strassers moralischen 'Qualitäten' sollte eigentlich von Beginn an kein Zweifel bestanden haben. Von jemandem, der aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe ablehnt und dann keine Skrupel hat, einem großen, bewaffneten Körper vorzustehen, ist eigentlich nichts anderes zu erwarten. Er befindet sich in guter Gesellschaft mit unserem Verteidigungsminister. Es wundert mich nichts. Ich hätte nichts anderes von so jemandem erwartet.

    Nicht viel glaubwürdiger sind jene, die so jemanden in höchste Positionen gehievt haben. Die Alternativen unter seinen Parteifreunden sind auch nicht viel glaubwürdiger: z.B. jemand, der für den Kandidaten seiner Gegenpartei Wahlwerbung macht.

    Es bewahrheitet sich leider wieder ein bekannter Spruch: Wer was kann, geht in die Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung etc.. Wer nichts kann, wird Politiker. Und wer selbst dafür nicht taugt, wird nach Brüssel geschickt. Die Taten unserer Regierung zeigen, welche Bedeutung man der EU wirklich beimißt.

    Die Wehrdienstbefragung zeigt deutlich, welch geringen Stellenwert Sachpolitik bei Rot und Schwarz genießt. Ewig läßt sich ein Volk so nicht an der Nase rumführen. Ich hoffe, daß Rot und Schwarz einmal gezwungen werden, sich mit Sachthemen auseinandersetzen zu müssen, z.B. indem sie nicht mehr gemeinsam die absolute Mehrheit haben.

    Daß das Urteil gegen Ernst Strasser im Vergleich zu anderen Vergehen und Personen unverhältnismäßig ist, ist eine andere Frage. Es wundert mich aber auch nicht, wenn das Kämpfen für eine Sache von gewissen Schichten und Bewegungen komplett aufgegeben wird (Finanzierung diverser, parteipolitisch agierender Medien unter dem Deckmantel der Unabhängigkeit und Objektivität wie z.B. ORF und Gratiszeitungen etc.).

  19. Politicus1
    14. Januar 2013 22:04

    Schlusssatz, der nicht im Urteil zu finden ist:
    Ist jetzt nicht zu fragen, wer und wieso Dr. Strasser unbedingt als EU-Abgeordneten unterbringen musste? Gegen den Willen von über 100,000 Vorzugsstimmen für Othmar Karas?
    Wie schläft's sich heute in Niederösterreich?

    • Xymmachos
      15. Januar 2013 14:52

      Und der Herr Karas (Waldheim-Schwiegersohn mit Wahlempfehlung für den Waldheim-Vernaderer Heinz Fischer) wäre Ihrer Ansicht nach der Richtige gewesen????

    • Brigitte Imb
      15. Januar 2013 15:58

      Apropos Karas, der hat auch die Votivkirchenbesetzer besucht.

      Er wird mir zunehmend unsympathischer.

    • cmh (kein Partner)
      15. Januar 2013 17:42

      Vielleicht kennt KAras seine Partei besser als wir.

    • JEZ (kein Partner)
      15. Januar 2013 19:19

      Wieviele Jahre hat seinerzeit der Hr. Karas eine Invaliditätspension (Kopfverletzung bei Autounfall) neben seinem vollen Abgeordnetenbezug erhalten ??
      Naja eben eine Frage des Charakters.

  20. Undine
    14. Januar 2013 21:58

    Ob es jemals aufkommt, wer die beiden Journalisten auf Ernst Strasser angesetzt hat? Das ist sicher nichts weiter als eine kleine Fingerübung. Ich vermute von Anfang an, daß die Fäden in Wien gezogen wurden; die ganze Geschichte erinnert mich stark an "Sinowatz und braunen Flecken", die Waldheim seinerzeit als Präsidentschaftskandidaten anpatzen sollten. Die Sozis verfügen über ein sehr engmaschiges Netzwerk und haben keinerlei Skrupel. Dümmer allerdings hätte sich Strasser kaum verhalten können----und zwar von allem Anfang an.

  21. simplicissimus
    14. Januar 2013 20:49

    Mir ist einfach nur schlecht.

  22. M.S.
    14. Januar 2013 20:37

    Also Strasser hat sich laut Gerichtsurteil bestechen lassen und soll Geld genommen haben. Er bekommt dafür 4 Jahre; soll sein. Aber dass anderseits Politiker, die in dringendem Verdacht stehen, Millionen von Steuergeldern mißbräuchlich verwendet zu haben, seit Jahren in "Amt und Würden" bleiben dürfen ohne dass die Justiz Verfahren mit der nötigen Gewissenhaftigkeit vorantreibt, ist der eigentliche Skandal. Wenn man noch dazu bedenkt, dass ein Vergewaltiger vielleicht mit einem Jahr davon kommt und einen Teil davon mit Fußfessel gemütlich daheim verbringen darf, obwohl er wahrscheinlich bei einem Menschen einen lebenslangen psychischen Schaden verursacht hat, fragt man sich schon ob bei der staatlichen Rechtssprechung noch Verhältnismäßigkeit beachtet wird.

    • S.B.
      14. Januar 2013 21:06

      Es blieb lediglich beim Bestechungsversuch. Die Journalisten haben kein Geld ausgehändigt und Strasser hat auch keines genommen. In diesem Lichte ist der von Ihnen zu Recht angeführte Vergleich im Strafausmaß noch unverständlicher!

    • M.S.
      14. Januar 2013 22:21

      @S.B.

      Ja, der Zustand der österreichischen Justiz wird immer besorgniserregender.

    • AGLT (kein Partner)
      15. Januar 2013 16:38

      ja aber @S.B.: ER HATTE DOCH EUROZEICHEN IN DEN AUGEN!!!! Sowas muss bestraft werden. Zumindest laut österreichischer linksli äh unab*hust*hängi*hust*ger Justiz!!!!

  23. fokus
    14. Januar 2013 18:55

    Achtung, unser Öffentlich-Rechtlicher spielt weiter mit:
    "Runder Tisch" zur Kausa Strasser um 22:25 Uhr. Wer hätte das gedacht?

    • Brigitte Imb
      14. Januar 2013 19:00

      Wahlkampf ist!

      Das finde ich ja wirklich übertrieben, aber den Linken ist in Zeiten wie diesen jedes Mittel recht um für die SPÖ Partei zu ergreifen und die ÖVP zu desavouieren.

    • fokus
      14. Januar 2013 19:09

      @Brigitte Imb

      So ist es!

    • Politicus1
      14. Januar 2013 22:05

      Na, wenn Strasser irgendwann einmal pro Wehrpflicht war - dann haben die KRONE und der ORF einen neuen Aufmacher ....

  24. Brigitte Imb
    14. Januar 2013 18:55

    Weder Schadenfreude noch Aufregung über dieses Urteil ist angebracht, denn in 2. Instanz wird es nicht halten.
    Und bis ein Urteil rechtskräftig ist kann noch sehr viel passieren; da ist schon mancher krank geworden und somit haftunfähig.

    • Xymmachos
      14. Januar 2013 20:46

      Da bin ich ganz Ihrer Meinung, Frau Imb. Das Urteil wird deshalb nicht halten, weil, wie nach meiner Erinnerung hier im Blog schon einmal erwähnt wurde, das unsäglich blöde Verhalten von Strasser wohl nicht als Amtsmißbrauch qualifiziert werden kann (d.h. der festgestellte Sachverhalt war nicht tatbestandsmäßig). Daß das in der 1. Instanz nicht so gesehen wurde, wundert mich nicht. Der Richter will ja noch was werden, und da ist es ihm lieber, sein Urteil wird in der Instanz "gehoben", als er spricht frei und die Instanz bestätigt den Freispruch. So hat er jedenfalls "guten Willen gezeigt", und das ist der Karriere sicher förderlich.

    • M.S.
      14. Januar 2013 21:00

      @Xymmachos

      Das entsetzliche an Ihren Ausführungen ist, dass Sie vermutlich recht haben werden.

  25. dssm
    14. Januar 2013 18:49

    Das verstehe ich jetzt nicht.
    Strasser hat zugesagt, gegen fürstliche Entlohnung, seine Person zu Abänderung bestimmter Gesetzte einzubringen.
    Variante 1.
    Er wollte die Gesetze wirklich verändern. Dann war er bestechlich.
    Variante 2.
    Er wollte nur das Geld nehmen und dann eine Fliege machen. Dann ist er ein gemeiner Betrüger, auch dieses Delikt ist im Strafgesetzbuch enthalten.

    Gibt es leicht eine Dritte Variante? Das mit dem 'Amtsgeschäft' ist mir nicht klar.

    • phaidros
      15. Januar 2013 06:29

      Ich glaube, die Argumentation soll in etwa so gehen: wenn »Ganggespräche« kein Amtsgeschäft im Seinne der Definition sind, dann kann man sich auch dafür bezahlen lassen.

    • Xymmachos
      15. Januar 2013 12:16

      @dssm:
      Wenn sich der Strasser, der dem für die konkrete Materie zuständigen Ausschuß des EU-Parlaments NICHT angehört, bereit erklärt, bei den Ausschußmitgliedern für ein bestimmtes Anliegen zu "werben", dann ist das klassischer Lobbyismus, wie er in Brüssel TAG FÜR TAG stattfindet. Und der Lobbyist arbeitet nicht umsonst - genauer: auch wenn seine Bemühungen umsonst sind, nicht gratis!

    • dssm
      15. Januar 2013 19:11

      @phaidros, @Xymmachos
      Danke für die Denkanstösse!

  26. Observer
    14. Januar 2013 18:46

    Machen wir uns nichts vor. Gegen dieses Urteil wird berufen und ist daher nicht rechtskräftig. Strasser hat genug Geld und wird weiter kämpfen. Da wird sich sicher in den nächsten Instanzen irgend ein "formaler" Fehler finden und wieder das Erstgericht mit dem Fall betraut werden. Somit wird alles auf die "Lange Bank" geschoben, dies haben wir schon alles erlebt.

    • dssm
      14. Januar 2013 18:52

      Wäre Strasser von SPÖ oder Gründen, würde ich Ihnen zustimmen.
      Aber ein ÖVPler hat da wohl schlechtere Karten.
      Sollte einem FPÖler so etwas passieren, wird der Staatsanwalt wohl fordern: Leider ist die Todesstrafe abgeschafft, aber in Anbetracht der Schwere der Verbrechen des Delinquenten fordere ich eine Ausnahme.

    • kakadu
      14. Januar 2013 18:53

      @Observer

      Wenn es wie beim Uwe Scheuch läuft, dann hat Strasser trotz allem mit 2 bis 3 Jahren unbedingter Haftstrafe zu rechnen.
      Nicht wirklich lustig für einen ehemaligen Innenminister und angesehenen ÖVP-Politiker.

    • Brigitte Imb
      14. Januar 2013 19:04

      @ dssm,

      glauben Sie nicht, daß die ÖVP einen Trumpf im Talon hat, den sie gegebenenfalls ausspielt?
      Ich vermute, daß sich die Politiker (SPÖVP) das "ausschnapsen" werden, Strasser geht sicherlich nicht einsitzen.

    • dssm
      14. Januar 2013 21:02

      @Brigitte Imb
      ich glaube, da irren Sie sich. Die ÖVP muss jetzt auf sauber machen. In Salzburg könnte dies die Mehrheit bringen, das wäre dann der Schwung um in die NR-Wahl zu gehen.
      Freilich, die Heulsuse wird da noch manche Träne, ob der ungerechten bösen Welt, in die Waagschale tropfen lassen.
      Aber ein Doppelspiel in Salzburg – nix gewusst, nix gehört, nix gesehen, aber schaut's her, wir sind in den eigenen Reihen ganz hart, könnte der ÖVP Punkte bringen.
      Da ist Strasser einfach zur falschen Zeit verurteilt worden.

      Eigentlich traurig, solche Überlegungen überhaupt ernsthaft anzustellen.

    • Xymmachos
      15. Januar 2013 12:21

      @Observer
      Kein "formaler Fehler", daher keine Rückverweisung. Falsche rechtliche Beurteilung (siehe weiter oben), daher Entscheidung der Instanz in der Sache - ohne weiteren Rechtszug.

    • WFL
      15. Januar 2013 13:52

      brigitte imb:
      Das ist leider zu befürchten.
      Man wird Strasser schon irgendwie frei gehen lassen ("Formalfehler" etc.), aber zu der Bedingung, dass die ÖVP mit Rot/Grün in die Regierung geht....

    • Scharwenzler
      15. Januar 2013 14:13

      Ob die ÖVP mit Rotz/Grün mocht, dös bestimmt imma no da Konrad! Ka Richta!

    • Xymmachos
      15. Januar 2013 18:10

      @Scharwenzler (übrigens: interessanter Nick! Wovon abgeleitet?)
      Richtig, richtig! Sie haben den Durchblick!

    • Erich Bauer
      16. Januar 2013 10:26

      Xymmachos,

      wenn ich mich hier einmischen darf... Ich nehme an, daß es sich von "scharwenzeln" ableitet (katzbuckeln, den Hof machen, freien, nachlaufen). Jedenfalls eine weit verbreitete Form der sozialen Kontaktfindung... :-)

  27. S.B.
    14. Januar 2013 18:16

    Wieder einmal hat unsere immer öfter zur Politjustiz verkommende Richterschaft ein angeblich "präventives Urteil" gesprochen, das in seiner Härte beim politischen Gegner keinen Wunsch offen läßt. Strassers Verhalten ist durch nichts zu entschuldigen, aber wäre er ein Linker, hätte man schon im Vorfeld die Ereignisse verharmlost und die Erhebungen mangels an Beweisen eingestellt.
    Damit vermittelt man in der Öffentlichkeit bewußt den Eindruck, Betrug und Korruption sind nur Rechts zu finden - bei den linken "Gutmenschen" kommen solche Delikte gar nicht erst vor.
    Der Richter sprach auch vom "beschädigten Ansehen der Republik". Wenn es danach ginge, müßte der größere Teil unserer Regierung auf der Anklagebank sitzen, aber da werden Verfahren mit Hilfe unserer links gestimmten "Medienorgel" verschleppt, vertuscht und irgendwann ohne viel Aufhebens eingestellt. Strassers Anwalt sprach zu Recht von einer Bananenrepublik.

    Spannend wäre noch, mit wessen Hilfe Strasser in seinen EU-Job gehievt wurde und wo eventuell die "Rachegeister" dafür zu suchen sind. Er wird vielleicht ahnen, wer ihm diese Falle gestellt hat, aber selber schuld, wenn man auf diesen vermutlich von so manch anderen schon öfter gespielten "part of the EU-game" hineinfällt.

    • Politicus1
      15. Januar 2013 09:19

      "mit wessen Hilfe"
      das war schon mehr als "Hilfe".
      Da war ein Auftrag dahinter, dass Strasser die Nummer 1 bei der EU-Wahl sein MUSSTE.
      Man braucht doch niur einmal das Land Niederösterreich Revue passieren lassen, um zu wissen, wer dort das Sagen hat(te): ein Onkel, ein Neffe und ein Jäger, ohne dessen Billigung nichts möglich war, aber mit dessen Billigung alles möglich war ....

  28. Gandalf
    14. Januar 2013 17:40

    Das Urteil über Herrn Strasser wäre durchaus gerecht und akzeptabel, wenn Inkompetenz und Dummheit strafbar wären. Das dies in Österreich nicht der Fall ist, muss das heutige Urteil als ungerecht empfunden werden. Denn, wären Dummheit und Inkompetenz strafbar, müsste (mindestens) die Hälfte der Bundesregierung für mehr als vier Jahre einsitzen, vom jämmerlichen "Scheff" dieser Loser- Truppe ganz zu schweigen.

    • Claudius
      14. Januar 2013 17:57

      @ Gandalf

      Aus meiner Sicht war das Verhalten von Strasser mehr als nur dumm. Diese Videos von der Sunday-Times habe ich mir damals mehrmals angesehen.

      Strasser hat vorsätzlich versucht für diese dubiosen Lobbyisten (bzw. Geheimdienstler, bzw. Journalisten) eben deren Wünsche gegen Geld im EU-Parlament in Form von EU-Richtlinien durch zu bringen.

      Mit anderen Worten, Strasser hatte nicht gemäß seinem Eid und Versprechen gegenüber seinen Wählern (er war ja Volksvertreter) gehandelt - sondern für den schnöden Mammon in seine eigene Tasche. Aus meiner Sicht ein klarer Verrat an seinem Mandat und Missbrauch seinen politischen Amtes.

      Ein ehemaliger Innenminister und langjähriger Berufspolitiker hat da keine Entschuldigung.

      Also Strasser: Dummheit + vorsätzlicher Amtsmissbrauch als EU-Abgeordneter.

      Vielleicht hat Strasser noch Glück und die Richter in der nächsthöherrn Instanz legen den Begriff "Amtsgeschäft" im Sinne Strassers aus - so wie es Dr. Unterberger oben schreibt.

    • kakadu
      14. Januar 2013 19:20

      @Claudius

      Allerdings hat Strasser im Endeffekt keinen tatsächlichen Schaden verursacht.
      Da gibt es ein Regierungsoberhaupt, das mit Inseratenschaltungen Steuergelder verschwendet und der muß nicht einmal zurücktreten, geschweige denn ein Gerichtsurteil fürchten. Dieses messen mit zweierlei Maß empört.

    • phaidros
      15. Januar 2013 06:32

      Bitte an die Juristen, mich zu korrigieren:

      @kakadu, das ist irrelevant. Wenn ein Verbrechen das Versuchsstadium erreicht, ist es als gegeben anzunehmen. »Kein Schaden« kann allenfalls nur noch Milderungsgrund sein. (Ein allfälliger Schaden dürfte übrigens kaum bezifferbar gewesen sein, aber das darf nicht zum Milderungsgrund werden).

    • Erich Bauer
      15. Januar 2013 14:18

      "...Ein allfälliger Schaden..."

      Vielleicht wär's eh gar kein Schaden gewesen... Bei einem ev. Nutzen wär' ihm die Höchststrafe gewiss... :-)

  29. Wertkonservativer
    14. Januar 2013 17:34

    Wie auch immer die Berufungsrichter entscheiden werden:

    Der Herr Strasser hat schon allein wegen seiner lächerlichen und charakterlosen Geheimdienst-Verteidigungsstrategie einiges "Schmalz" verdient: das sage ich ganz ungerührt als Anhänger der ÖVP, der er mit seinen geldgierigen Aktivitäten wahrlich keinen guten Dienst erwiesen hat!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  30. Politicus1
    14. Januar 2013 17:28

    Nicht, dass ich den Strasser verteidigen möchte, aber zwei heute gefällte Urteile drängen sich zum Vergleich auf!

    1) Weil er seine SIEBENJÄHRIGE Stieftochter SCHWER SEXUELL MUSSBRAUCHT haben soll, ist ein 47 Jahre alter Mann am Landesgericht Feldkirch zu einer DREIEINHALBährigen Haftstrafe verurteilt worden. Zweimal hat sich der heute 47-Jährige an seiner Stieftochter vergangen. Das Kind war damals 6 bzw. 7 Jahre alt. Auch gegenüber seiner Frau war er gewaltättig. Nach einem Streit hatte sie mehrere blaue Flecken - dafür wurde er wegen Körperverletzung schuldig gesprochen.
    Die Stieftochter bekam 5.000 Euro zugesprochen.

    2) Der vormalige ÖVP-Innenminister und EU-Abgeordnete Dr. Ernst Strasser wurde WEGEN BESTECHLICHKEIT ZU VIER JAHREN unbedingt verurteilt. Für den Schöffensenat war der Tatbestand der Bestechlichkeit „ganz eindeutig erfüllt“.

    PS: Und dann war da noch das Küsselurteil. Der verrückte Spinner wurde wegen seiner Neonazi-Internetpage zu NEUN JAHREN unbedingt verurteit ....

    Spiegeln diese Urteile die Werteskala unserer Gesellschaft wider?

    Wie wenig ist uns das Heil eines 6-jährigen Mädchens wert..?!!
    Wie viel mehr empfindlich sind wir, wenn einer versucht, sich auf krumme Tour um 100,000. zu bereichern (es kam ja gar nicht dazu!)?
    Zum Küsselurteil sage ich nichts mehr - da ist schon genug geschrieben worden.

    • Josef Maierhofer
      14. Januar 2013 17:42

      @ Politicus1

      Sie sagen es klar, die Gesetze sind ein Problem und die Richter, die Staatsanwälte und die Schöffen, allesamt, je nach gültigem P.C., sprich gültiger oder vorherrschende Ideologie (Idiotie).

      Die Gesetze und deren Schlupflöcher wurden von der Politik gemacht. Oft schon war der Satz beim Gesetzemachen gültig: 'Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.'

      Etwa 1940 wurde man zum Tod verurteilt, wenn man bekennender Priester oder Sozialist war, außer natürlich Nationalsozialist, heute ist es genau so, nur wegen der löchrigen Gesetze und des Gutmenschentums ist halt die Todesstrafe nicht mehr gültig, trotzdem werden Menschen ermordet aus solchen Gründen.

      So erklärt sich natürlich auch dieser gewaltige Unterschied in den genannten Urteilen, sie sind ein Spiegelbild der Gesellschaft, oder wie man das nennen will.

      Gesetzesreform war oftmals von mir schon genannt.

      Viel wichtiger aber erscheint mir die Wiedergewinnung von Gewissen und Moral, denn so verkommt diese Gesellschaft zu dem, was sie bereits geworden ist, ein ideologischer (idiotischer) Mob.

    • Claudius
      14. Januar 2013 18:05

      @ Politicus1

      Ich bin da ganz Ihrer Meinung: Dass was da an diesem siebenjährigen Mädchen passiert ist - so meine ich - ein Angriff auf den Leib (wenn auch nicht auf das Leben).

      Es ist durchaus möglich dass dieses Mädchen ein Leben lang an diesen sexuellen Übergriffen seelisch leiden muss.

      Ich bin der Meinung, dass so ein Delikt wie Sie es hier schildern sehr schwer für den Täter zu ahnden ist!

      Jedoch das was Strasser vorgeworfen wird: Die EU-Richtlinien die 500 Mio. EU-Bürger betreffen, gegen Geld irgendwie hinzubiegen versuchen. Das ist ein Delikt mit Langzeitfolgen für x-tausende Menschen. Die Folgen sind kaum absehbar. Also das Strasser-Delikt ist auch ungeheuer.

    • fokus
      14. Januar 2013 19:43

      @Politicus

      Noch dazu wo der Richter für Strasser sofort die Fußfessel ablehnte, die ja vor nicht allzu langer Zeit einem Sexualstraftäter zugestanden wurde.
      Hier geht jedes gesetzliche Augenmaß verloren.

    • kaffka (keine Partnerin) (kein Partner)
      17. Januar 2013 09:21

      Und der Feigmann spricht noch immer Unsinn, nicht aus dem Häfen für vor 5 jahren begangene Untreue bzw verleitung dazu, sondern aus der EU-Quatschbude.

    • baro palatinus (kein Partner)
      17. Januar 2013 13:25

      "Spiegeln diese Urteile die Werteskala unserer Gesellschaft wider?"

      Dies tun sie in der Tat. Wir leben im Kapitalismus.

  31. Josef Maierhofer
    14. Januar 2013 17:25

    Strasser ist für mich ein Symbol der 'goldenen Zeiten', in denen man sich nach Belieben bedienen konnte.

    Solche Strassers laufen noch viele herum, bis zum Kanzler hinauf, alle haben irgendwas 'getan'.

    Aber dafür bin ich schon, dass in diesem Fall, wo es schon erwiesen ist, dass er sowohl moralisch schlecht, als auch gegen das Gesetz gehandelt hat, auch bestraft wird.

    Für die 'gesetzlichen Schlupflöcher' habe ich wenig übrig, denn so gesehen, befindet sich ja fast die gesamte Politik mit wenigen Ausnahmen in der Ausnahmesituation unter Ausnützung der 'gesetzlichen Schlupflöcher'.

    Wenn man so löchrige Gesetze gemacht hat und daher Strasser freisprechen muss, dann würde ich meinen, sollten auch die Gesetzgeber samt deren 'Experten' für diese Malaise verantwortbar gemacht werden.

    Letzlich wurden die Gesetze ja beschlossen und abgestimmt von Parteien und deren 'Expertenrat', den wir teuer bezahlt haben und dann im Parlament, das genauso viel kostet und dann noch im unnötigen Bundesrat mit dem Placet von UHBK. An Zeremonien mangelt es nicht, was aber produziert wird ?

    Oder gibt es bei den 'Experten' auch 'Lobbyisten', bei den Beamten soll es welche geben, soganannte 'Parteilobbyisten', auch bei den Justizbeamten.

    Lobbyist, ein 'Berufszweig' mit dem ich bis heute nicht anfangen kann, der Ausdruck kam mir zum ersten Mal unter, als ich für ein EU-Projekt einreichte im Namen mehrerer Firmen und der Begriff war mir von Anfang an suspekt, wie man sieht, zurecht, was sich da auf diesem Sektor so abspielt.





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