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Was blieb eigentlich vom Jahr 2011?

Zwei bundespolitische Themen des Jahres 2011 werden in die Geschichtsbücher eingehen: der Tod der Hauptschule und der Komplex Schuldenbremse/Stabilitätskrise. Der Rest waren Affären, Personalia und – keine Wahlen. Ein Rückblick auf ein Jahr scheinbar ohne Eigenschaften.

Im Tod der Hauptschule sehen viele Schulpraktiker eine Katastrophe. Er erfolgte ohne Evaluierung der vielen Schulversuche, die Aufschluss über die an ihre Stelle tretende Gesamtschule hätten geben sollen. Eines jedoch weiß man: In den unterschiedlichen Klassenzügen der Hauptschule gab es eine viel bessere Differenzierung zwischen guten und schwachen Schülern. Der erste Zug war völlig gleichwertig mit dem Gymnasium. Was nach Angaben vieler Gymnasiallehrer bei Absolventen der Gesamtschulen nicht mehr der Fall ist. Denn dort gibt es nur eine „innere“ Differenzierung. Gute wie schwache Schüler werden gemeinsam unterrichtet. Die ÖVP stimmte aber dennoch der Abschaffung der Hauptschule zu. Sie wollte im Gegenzug das achtjährige Gymnasium retten.

Zwar schraubte die SPÖ ihre Attacken auf das Gymnasium in der Tat etwas zurück. Dafür startete der Altsozialdemokrat Hannes Androsch ein Volksbegehren, das die Unterstufe der Gymnasien durch eine zwangsweise Gesamtschule ersetzen will. Trotz großen Geldeinsatzes und der Sympathie vieler Medien landete dieses Volksbegehren aber nur an 17. Stelle der Rangliste der diversen Begehren. Auch Umfragen zeigen große Unterstützung für ein differenziertes Schulsystem.

Mindestens ebenso wichtig war 2011 die Entwicklung an der Schuldenfront. Trotz klarer EU-Vorgaben scheiterte der Versuch der Regierung, die Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern. Keine Oppositionspartei verhalf ihr zur nötigen Zweidrittelmehrheit, obwohl alle drei ständig die steigende Staatsverschuldung kritisieren.

Ohne Verfassungsrang hat eine Schuldenbremse jedoch wenig Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig stiegen 2011 die von Österreich zu zahlenden Kreditzinsen steil an und waren zeitweise doppelt so hoch wie jene Deutschlands. Überdies nahm eine große Ratingagentur der Alpenrepublik das begehrte AAA und gab ihr auch für die Zukunft einen negativen Ausblick. Die positive Finanznachricht kam erst im Nachhinein: Österreich hatte dank unerwartet hoher Steuereinnahmen erstmals wieder die Maastrichtgrenze für das Staatsdefizit von drei Prozent des BIP unterschritten. Die Republik hat damit ein geringeres Defizit als die meisten anderen EU-Staaten. In Sachen Arbeitslosigkeit ist sie überhaupt europäischer Vorzugsschüler.

Finanzpolitisch viel folgenträchtiger sind aber die schweren Krisen in Italien, Griechenland oder Spanien. Zu deren Bekämpfung begann die Europäischen Zentralbank in Billionendimension Geld zu drucken. Und die EU beschloss den problematischen Stabilitätsmechanismus ESM. Dieser belastet die Republik sofort mit weiteren fünf Milliarden Euro und langfristig mit überhaupt nicht absehbaren weiteren Risken. Damit wurden die noch relativ stabilen Länder wie Österreich oder Deutschland unauflöslich an die südlichen Krisenstaaten gekettet. Was mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig zur Inflation führen muss.

Was besonders bestürzend war: Es gab hierzulande zum Unterschied von Deutschland weder in Medien noch unter Ökonomen eine ernsthafte und tiefgehende Debatte über diesen ESM. Zwar versuchten FPÖ und BZÖ, heftig dagegen Stimmung zu machen. Da ihnen aber in Wirtschaftsfragen Kompetenz und Glaubwürdigkeit, aber auch Alternativen fehlen, fanden sie kein Echo.

Hinter diesen beiden Themen reduzierte sich der Rest des Jahres auf Alltag. Dazu zählte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu diversen Korruptionsfällen. Schon in der Vergangenheit hat sich aber die Parallelität von parlamentarischen und staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen zum gleichen Thema als kontraproduktiv erwiesen. Solche Ausschüsse dienen nur zu Grabenkämpfen der Parteien und nicht zu einer echten Verbesserung oder Kontrolle.

Völlig verblasst ist die monatelange Aufregung um das SPÖ-Verlangen, die Wehrpflicht abzuschaffen. Die SPÖ hat damit nicht nur ihre bisherige Politik total desavouiert, sondern auch den eigenen Bundespräsidenten. Dieser stellte sich – zum ersten Mal in seiner Karriere – gegen den Kurs seiner Partei. Noch peinlicher für SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos war der mutige Widerstand des Generalstabschefs Edmund Entacher, eines weiteren Sozialdemokraten. Dieser verteidigte unter Berufung auf die Verfassung den Präsenzdienst. Er wurde deshalb unter fadenscheinigen Vorwänden im Jänner 2011 suspendiert. Im November musste ihn dann aber der blamierte Verteidigungsminister auf Beschluss einer Berufungskommission wieder einsetzen.

Darabos blieb nur deshalb im Amt, weil der Job des Verteidigungsministers so ziemlich der unbeliebteste in seiner Partei ist. Zugleich setzte er munter das Aushungern des Bundesheers fort, das schon den Umfang einer teilweisen Abrüstung annahm. Während das Heer durch die Sparpolitik besonders getroffen wurde, rettete Darabos ausgerechnet seine zweite Kompetenz, den Sport, vor allen Sparmaßnahmen. Was ein eigentümliches Licht auf die Prioritäten der Regierung warf. Um das Berufsheer selber wurde es aber wieder still. Es hat sich trotz heftiger Unterstützung durch die Kronenzeitung nicht als so populär entpuppt wie erhofft.

Wie jedes Jahr kam es auch 2011 zu einer Reihe von Änderungen des politischen Personals. Hierzu zählt etwa der Rücktritt des Vorarlberger ÖVP-Landeshauptmanns Herbert Sausgruber, eines altgedienten Verfechters des Föderalismus gegen alle Einsparungs- und Vereinheitlichungspläne des Bundes. Das wird aber auch wohl sein Nachfolger Markus Wallner sein.

Die wichtigste personelle Veränderung war der Abschied von Josef Pröll als ÖVP-Chef, Vizekanzler und Finanzminister. Ihm folgte sein niederösterreichischer Landsmann Michael Spindelegger. Finanzministerin wurde die Oberösterreicherin Maria Fekter. Prölls Rücktritt wurde durch einen Lungeninfarkt ausgelöst. Alle anderslautenden Gerüchte, die sich um den Rücktritt rankten, konnten nie verifiziert werden. Jedenfalls war Pröll einerseits an Skandalen in den eigenen Reihen, wie auch an der allgemeinen Reformunwilligkeit gescheitert: Er stieß beim eigenen Onkel in Sankt Pölten auf eine Betonmauer und beim Koalitionspartner Werner Faymann auf noch effizienteren Schaumgummi-Widerstand.

Nachfolger Spindelegger konnte den deutlichen Rückgang der Wählersympathie für die ÖVP nicht mehr rückgängig machen. Er hat zwar ein besseres Gespür für die konservativen und wirtschaftsliberalen Stammwähler als Pröll, der nach starkem Beginn viele Wähler Richtung FPÖ verloren hatte. Spindelegger liegt aber rhetorisch wie auch in Sachen Charisma deutlich hinter seinem Vorgänger zurück. Und er hat ebensowenig ein Rezept gegen die Gummitaktik Faymanns.

Auch Spindeleggers Personalrevirements waren bestenfalls ambivalent. Fekter war im Innenministerium sicher besser am Platz als nun im Finanzressort. Im Justizministerium wurde eine schwache Ministerin durch eine ebenso schwache ersetzt. Beide bekamen die von sozialdemokratischen Netzwerken durchsetzte Staatsanwaltschaft nicht in den Griff, die gegen die halbe Republik Erhebungen startete (aber fast keine zu einem Abschluss brachte), und die ständig jene Aktenteile rechtswidrig an Medien weitergab, die Politiker rechts der Mitte zu belasten schienen.

Sehr gut kamen hingegen der von Spindelegger geholte älteste Minister (Wissenschaftsminister Töchterle) und der jüngste Staatssekretär an, obwohl Sebastian Kurz anfangs von den Medien sehr untergriffig attackiert worden ist. Beide begingen keine großen Fehler, kämpften glaubwürdig für ihre Ziele und schafften im Umgang mit der Öffentlichkeit einen natürlichen Ton. Was in der politischen Landschaft schon eine halbe Sensation ist.

Im ÖAAB folgte auf Spindelegger die ebenfalls aus Niederösterreich stammende neue Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, was in der Steiermark für etlichen Ärger sorgte. Außerhalb der ÖVP löste Mikl-Leitner freilich eher mit deplatzierten Klassenkampftönen Kopfschütteln aus: Sie rief den Gutverdienenden zu: „Her mit dem Zaster“. Was bei bürgerlichen Wählern nicht gerade Begeisterung auslöste – sowohl des Tones wie des Inhalts wegen. Hat doch Spindelegger zu diesem Zeitpunkt noch vehement gegen höhere Steuern gekämpft.

Viele Schlagzeilen machte der wohl endgültige Rückzug von Wolfgang Schüssel aus der Politik. Er begründete den Abschied aus dem Nationalrat mit den Untersuchungen der Justiz zu diversen Vorwürfen aus seiner Regierungszeit. Es gibt aber keinerlei Indizien, dass Schüssel selbst in eine der Affären rund um Karl-Heinz Grasser verwickelt wäre. Aber da Grasser sechs Jahre Schüssels Finanzminister war, und da er von Schüssel selbst dann als ÖVP-Vizekanzler vorgeschlagen worden war, beschädigte die Affäre Grasser zweifellos indirekt auch Schüssels Image.

Tatsache ist, dass viele Indizien Grasser in ein sehr schiefes Licht rücken. Ein Finanzminister, der im Plastiksack größere Geldsummen über die Grenze transportiert, ist jedenfalls eine Zumutung. Einen zwingenden Beweis für eine Bereicherung Grassers wurde jedoch auch 2011 trotz intensiver Recherchen der Staatsanwälte und einer zur Grasser-Jagd vereinigten Medienszene nicht gefunden.

Neben Grasser sind auch noch viele andere Prominente ins Fadenkreuz der Strafverfolger geraten. So etwa die blau-orangen Politiker Scheibner und Gorbach. So der ehemalige schwarze Innenminister und spätere EU-Abgeordnete Ernst Strasser. Er wurde mit versteckter Kamera dabei ertappt, als er für Geldzahlungen Interventionen bei einer Gesetzesinitiative im EU-Parlament versprach. Erstaunlich schnell einen Persilschein bekam hingegen Werner Faymann in der Affäre um die Bestechung von Boulevardzeitungen.

Einer der wenigen Fälle, wo es 2011 zu einer Verurteilung kam, war der des Kärntner Freiheitlichen-Chefs Uwe Scheuch. Er hatte zugesagt, gegen Geldspenden einem russischen Investor zu einer Staatsbürgerschaft zu verhelfen. Die 18 Monate Haft – 6 davon unbedingt – wurden freilich von vielen Juristen als überhart kritisiert. Das Urteil wurde dann 2012 auch prompt aufgehoben: Scheuchs Verteidigungsrechte sind ungebührlich eingeschränkt worden.

All die vielen besonders Richtung Blau-Orange zeigenden Korruptionsindizien haben aber eines nicht verhindert: Die Freiheitlichen legten kontinuierlich in der Wählergunst zu. Bei einigen Umfragen rückten sie sogar schon an die erste Stelle. Und die Erfahrung, dass die FPÖ seit zweieinhalb Jahrzehnten am Wahltag immer deutlich besser abschneidet als bei Umfragen, lassen die Koalitionsparteien für die Zukunft das Ärgste befürchten.

(Dieser Beitrag erschien weitgehend wortident im "Steirischen Jahrbuch für Politik 2011", Verlag dr.schnider's eu, Graz)

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorProConsul
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 11:38

    Für mich hat 2011 den Beginn eines neuen Totalitarismus eingeleutet; finanz-politisch durch die Vergemeinschaftung der EU-Schulden. Der Kommunismus und der Nationalsozialismus haben das Individuum explizit negiert – du bist nichts, die Partei, das Volk ist Alles. Dieser neuartige Totalitarismus, mit dem wir jetzt konfrontiert sind, behauptet aber den Einzelnen und seine Freiheit zum Zweck zu haben und setzt diesen kollektivistisch-totalitär um zB. Gender Mainstreaming als EU-TopDown-Strategie. Daher kann dieser neue Totalitarismus vielleicht nicht anders denn als liberaler Totalitarismus bezeichnet werden. Liberalismus und Sozialismus arbeiten nun nicht mehr verfeindet, sondert synergetisch an der Abschaffung des Menschen. Gender Mainstreaming ist Emanzipation, Individualisierung und letztlich Vereinsamung und Entfremdung des Einzelnen zum Zwecke seiner Kollektivierung (Sozialismus) und Vernutzung (Finanzkapitalismus) gleichzeitig.

    Genauso wie in Europa die Institution der Familie mit voller Absicht der Verwahrlosung ausgesetzt wird, wurden und werden auch die Nationalstaaten vorsätzlich zerstört. Die Auflösung dieser Formen von Einheit (Familie, Staat) bringt die Atomisierung der (nunmehr unorientierten und ideologisierten) Individuen, die dann zu einer noch größeren Einheit je nach Bedarf wieder kollektiviert werden (z.B. in Form einer geschlechterpolitischen Staatsideologie). Dieses neue Kollektiv nennt der Heuchler z.B. „Wertegemeinschaft“ – konkret geht es um den Mammon (z.B. um die Verstaatlichung uneinbringbarer Bankschulden etc.).

  2. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 23:18

    2011 war dei letzte Möglichkeit zur Umkehr.

    Sie wurde nicht genutzt, weder auf dem Gebiet der Freiheit, noch auf dem Gebiet der Finanzen, noch auf dem Gebeit der Gesellschaft.

    Statt dei Wahrheit zu sagen, hat man gelogen, hat man die Entscheidungen für die Schuldenschlucht tohne Volk getroffen, hat man viele Freiheiten eingeschränkt und manipuliert und vieles verschwiegen.

    Der Weg ist vorgezeichnet und er weist in die Schuldenschlucht, er weist zur systematischen Volksverblödung und er weist zur Linksdiktatur.

    Genauso, wie eine Regierung hätte einen Euro-Austritt an die Wand malen können in Brüssel, statt das österreichische Volk mit unbegrenzten Summen für bald schlagend werdenede Haftungen zu verschulden, hätte diese Regierung auch die Wahrheit sagen können und das Volk befragen können.

    Der weg ist vorgezeichnet, zuerst müssen wir in die Schuldenschlucht, dann dürfen wir uns von dort wieder hocharbeiten innerhalb von mehreren Generationen, statt den positiven Weg gleich zu beginnen.

    Wir müssen diese Linkssippe loswerden, die uns das alles eingebrockt hat und ständig einbrockt. bis nichts mehr geht.

  3. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 13:35

    Bei Jahresrückblicken und -ausblicken (hier ein Sommerlochthema?) fallen mir immer zwei weise Aussprüche ein. Beim ersten wird auch die Doppeldeutigkeit von "present" sinnvoll verwendet.

    "Yesterday is history, tomorrow is a mystery, today is God's gift, that's why we call it the present." (Joan Rivers),

    "Yesterday is a canceled check; tomorrow is a promissory note; today is the only cash you have - so spend it wisely" (Kay Lyons).

  4. Ausgezeichneter Kommentatorknieriem
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 11:01

    Mit einem (politischen) Jahres-Rückblick 2011 mitten in der sommerlichen Urlaubszeit 2012 kann ich wenig anfangen, zumal uns aus dem Jahr 2011 wenig mehr blieb, als politisches und ökonomisches Chaos und einiger bitterer Nachgeschmack, daher

    OT - etwas "Freewheeling"

    Popper meint, alles Wissen, auch das wissenschaftliche, ist "Vermutungswissen" und kann nicht bewiesen, sondern nur falsifiziert werden. Allerdings tut sich "die Wissenschaft" mit der Falsifizierung reichlich schwer - weshalb auch das böse Wort umgeht, dass "Theorien nicht sterben", sondern nur die Wissenschaftler, welche diese vertreten.

    Möglicherweise gibt es Anzeichen dafür, dass nun auch der Weltklimarat der UNO dieser Behauptung zum Opfer fällt: Im heutigen Kurier wird - sehr vorsichtig - darüber berichtet, dass anhand der Untersuchung von 2000 Jahre alten Baumfunden in Nordeuropa und den daraus rekonstruierbaren Klimakurven die Möglichkeit besteht, dass wir doch nicht einem "global warming" unterliegen sondern vielleicht sogar - einem größeren Klimazyklus geschuldet - in ein "global cooling" eintreten könnten.

    Was mich daran frappiert, ist die offensichtliche Kurzsichtigkeit, welcher die Wissenschaftler und deren "offizielle Vertreter" bzw. Auftraggeber bzw. Sponsoren (wie der Weltklimarat) unterliegen. Da werden "Studien" und "Untersuchungsergebnisse" ohne Rücksicht auf Qualität und Repräsentativität "hinausgepfeffert" und den nicht weniger unbedarften Medien überlassen, die in ihrer Nachrichtengeilheit durch "redaktionelle Gestaltung" ein Übriges zur Verbreitung unfundierter, fehl- oder nicht aus-interpretierter Resultate und Meinungen beitragen.

    Und dies ist auch in der Politik - leider - nicht anders, wobei dort noch erschwerend hinzu kommt, dass die Medien, besonders in unserem Lande, unter den Zwängen von Pressesubventionen und Werbe- bzw. Anzeigen-Einnahmen unter einem erhöhten Wirtschaftlichkeitsdruck stehen.

    Was Wunder, dass unter solchen Umständen weder in der Politik noch in der Wissenschaft "Epochales" herauskommt - es sei denn, man betrachtet die vermutliche experimentelle Bestätigung der Existenz des "Gottesteilchens" als "epochal" und nicht als ein weiteres Faktum, welches ein Meer von neuen Fragen - und damit eine Vergrößerung des Nichtwissens und des Chaos - in den so überaus intelligent verschalteten Ganglien des "homo sapiens sapiens" generiert.

    Dazu ein kleiner Epilog aus Nietzsches "Menschliches, Allzumenschliches"
    Moralität und Erfolg
    Nicht nur die Zuschauer einer Tat bemessen häufig das Moralische oder Unmoralische an derselben nach dem Erfolge: nein, der Täter selbst tut dies. Denn die Motive und Absichten sind selten deutlich und einfach genug, und mitunter scheint selbst das Gedächtnis durch den Erfolg der Tat getrübt, so dass man seiner Tat selber falsche Motive unterschiebt oder die unwesentlichen Motive als wesentliche behandelt. Der Erfolg gibt oft einer Tat den vollen ehrlichen Glanz des guten Gewissens, ein Misserfolg legt den Schatten von Gewissensbissen über die achtungswürdigste Handlung. Daraus ergibt sich die bekannte Praxis des Politikers, welcher denkt: "gebt mir nur den Erfolg: mit ihm habe ich auch alle ehrlichen Seelen auf meine Seite gebracht — und mich vor mir selber ehrlich gemacht". — Auf ähnliche Weise soll der Erfolg die bessere Begründung ersetzen. Noch jetzt meinen viele Gebildete, der Sieg des Christentums über die griechische Philosophie sei ein Beweis für die größere Wahrheit des ersteren, obwohl in diesem Falle nur das Gröbere und Gewaltsamere über das Geistigere und Zarte gesiegt hat. Wie es mit der größeren Wahrheit steht, ist daraus zu ersehen, dass die erwachenden Wissenschaften Punkt um Punkt an Epikur's Philosophie angeknüpft, das Christentum aber Punkt um Punkt zurückgewiesen haben.

  5. Ausgezeichneter KommentatorRosi
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 22:21

    'Zwar versuchten FPÖ und BZÖ, heftig dagegen Stimmung zu machen. Da ihnen aber in Wirtschaftsfragen Kompetenz und Glaubwürdigkeit, aber auch Alternativen fehlen, fanden sie kein Echo.'
    Kann man das wirklich so sagen, den ersten Teil des zweiten Satzes? Welche Partei, bitteschön, hat in Österreich derzeit Wirtschaftskompetenz und Glaubwürdigkeit in wirtschaftlichen Belangen? Falls ich nicht in den letzten 24 Stunden etwas Wesentliches verpaßt habe, kenne ich eigentlich keine einzige.
    Und das mangelnde Echo lag wohl weniger daran, sondern an der Linkslastigkeit und mangelnden Wissen in wirtschaftlichen Zusammenhängen bei den (durch teure Inserate etc. gekauften) Medien.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 20:26

    Der Titel klingt schon so nach Abgesang.

    So wie das immer lauter werdende Gerede von der "verlorenen Generation".
    Welche Kräfte wollen meinen starken Kindern einreden, sie seinen eine verlorene Generation. Damit wird doch nur suggeriert, sie hätten schon aufzugeben, bevor sie überhaupt angefangen haben. Oder sind das die beharrenden Kräfte, die sich eine Veränderung nicht vorstellen können?

    Das Jahr 2011 war sicher kein Glücksjahr für die österreichische Politik. Und 2012 noch weniger!
    Und wenn es unserer Generation nicht gelingt , die Nieten in der Politik mit dem nassen Fetzen davon zu jagen, dann werden es unsere Kinder tun.
    Aber vorher, hab ich noch Zeit und Kraft, um ihnen den Weg dorthin zu ebnen!

  7. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2012 21:27

    Was blieb vom Jahr 2011?
    Eine lange Liste von negativen Ereignissen und Frustrationen.
    Es hat sich rein gar nichts zum Besseren gewendet, im Gegenteil, von der immer schlimmer werdenden innenpolitischen Situation, einer rot-schwarzen Koalition von stümperhaften Möchtegernpolitikern und Sesselklebern bis zur der sich immer schneller drehenden Schuldenspirale, welche immer mehr Staaten an den Abgrund zu führen droht, Österreich inklusive.

    Hilflose Akteure wohin man blickt, gekaufte Systemmedien mit ahnungslosen bis bösartigen Tintenstrochen, die uns weiterhin das linke Paradies der Gleichheit vorgaukeln wollen, eine zum Bersten volle Arena von raffgierigen Bankern und ihnen in keinster Weise nachstehenden Politrucks, man kommt aus dem Zornfieber kaum mehr heraus ob derartiger Flachheit und gleichzeitiger Infamie!

    Etwas positives in eigener Sache:
    Eine Gruppe von 2 Dutzend Partner dieses Blogs hat 2011 eine Gratiszeitung ins Leben gerufen, das "Echo", mittlerweile in der 3. Ausgabe veröffentlicht, versucht alle diese Missstände aufzuzeigen und gegen den Mainstream zu schwimmen, die bisherigen Erfolge geben uns Recht, auf diesem Wege fortzufahren!
    Vielen Dank an alle Beteiligten an dieser Stelle!
    www.conwutatio.at
    terbuan@aon.at

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorxRatio Partner Homepage
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2012 03:06

    Rückblick zur Abwechselung auch mal auf Dr. Unterbergers Tagebuch der letzten Zeit.

    Parkpickerl, Markisensteuern, Witzfiguren wie Darabos und zahllose andere sekundäre Themen waren ihm wichtiger als

    Genderwahn, Islamisierung, Klimaquatsch, Notenbankster, EUdSSR, ESM etc..

    Wenn es hochkommt, werden wir dann noch mit durchaus substanzlos diffamierenden Artikeln über FPÖ und BZO unterhalten, wie etwa diesem auch von mir vernichtend kommentierten (nicht ohne mir dabei den geballten Haß der hiesigen Rotärsche zuzuziehen):

    http://www.andreas-unterberger.at/2012/07/koennenijs-die-freiheitlichen-besserij/

    xRatio


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  1. Willie (kein Partner)
    14. Februar 2015 21:54

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  2. Koi (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:48

    Sarena, I'm sorry Britni is no longer here with us and you have to feel this deep loss. I know it hurt's so much. I think about her too and I feel an entsimeps just knowing that she is no longer here with us in our world. I feel so sad inside for Britni that she doesn't get to live here on this earth anymore or wasn't allowed to live out her full life. Also sadness too for her Family especially her Mother. I find myself crying each day when I think of the fun times you two girls had together. Life at times is not fair and this is one of them, but we have to find the strenght to carry on and always keep her in your heart and thoughts and she will be with you. I Love You so much, Mom.

  3. Anapaula (kein Partner)
    19. Januar 2015 08:20

    - Pretty girl!!! I had no idea you were in the hospital until I read this post!! Sorry to hear you had to go tohurgh all that. Will be praying for you and a speedy recovery! *hugs*

  4. Stefan Wehmeier (kein Partner)
    25. Juli 2012 18:54

    So genannte “Experten” sind bekanntlich solche, die von immer weniger immer mehr wissen, bis sie irgendwann von Nichts alles wissen. Die ganz hohe Kunst, von Nichts alles zu wissen, wurde von Priestern entwickelt:

    (Lutherbibel 1984 / Genesis_3,6) Und die Frau (Finanzkapital) sah, dass von dem Baum (Geldverleih) gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht (Urzins) und aß und gab ihrem Mann (Sachkapital), der bei ihr war, auch davon und er aß.

    Silvio Gesell: Die Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital
    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/5_4.htm

    Alle elementaren volkswirtschaftlichen Zusammenhänge, die mit genialen, archetypischen Bildern und Metaphern in Genesis_1,1-11,9 exakt umschrieben sind, wurden durch die Überdeckung mit gegenständlich-naiven Fehlinterpretationen (so genannte Exegese der Priesterschaft) über Jahrtausende aus dem Begriffsvermögen der halbwegs zivilisierten Menschheit vollständig ausgeblendet.

    Da es egal ist, welchen Unsinn die jeweilige Priesterschaft redet, solange die eigentliche, makroökonomische Bedeutung im Verborgenen bleibt, erfüllen die Priester noch heute ihre Aufgabe, auch wenn sie schon lange nicht mehr wissen, was sie tun (etwa seit dem 6. vorchristlichen Jahrhundert). Und weil Priester sich stets in Bescheidenheit üben, wissen sie natürlich nicht, dass sie von Nichts alles wissen, sondern glauben nur daran.

    Dieser Glaube wurde im Lauf der Geschichte von studierten “Wirtschaftsexperten” und gewählten “Spitzenpolitikern” übernommen, sodass man heute nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich bei Adam und Eva anfangen muss, um solchen Patienten die Marktwirtschaft zu erklären:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

  5. Rechter Jungianer (kein Partner)
    24. Juli 2012 16:18

    Das Jahr 2011 war in der Tat ein Tiefpunkt in der Menschheitsentwicklung. Doch das Jahr 2012 kann besser werden. Wahrscheinlich wird Wilders bei der Wahl im September viele Stimmen bekommen. Und in Deutschland wird das BVG vermutlich gegen die €uro-Verträge entscheiden. Zudem wird der Widerstand gegen die aufgezwungenen Sparpläne in den südeuropäischen Staaten immer größer. Die €urozone wird zerfallen. Dadurch wird sich die wirtschaftliche Situation Österreichs sehr verbessern. Und man kann sich anderen Problemen zuwenden. Z. B. ist die Einwanderung stark zu begrenzen. Es muss ein nicht-grüner Eso-Ökologismus etabliert werden. Mehr dazu unter
    www.esopolice.wordpress.com

  6. Neppomuck (kein Partner)
    24. Juli 2012 10:51

    Was blieb?
    Das, was immer bleibt, wenn die Dummheit regiert:

    "Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
    den Vorhang zu und alle Fragen offen."

    B. Brecht

  7. Torres (kein Partner)
    23. Juli 2012 10:57

    Ja - gut und schön, alles richtig. Und warum jetzt, nachdem das Jahr 2011 schon seit 7 Monaten vorbei ist? Vielleicht um den Alzheimer-Patienten unter den Lesern dieses Blogs eine Hilfe anzubieten? Im Jänner hätte ja eine "Bilanz" des Vorjahres vielleicht einen Sinn gehabt - jetzt braucht das niemand mehr. Aber möglicherweise ist Unterberger ja für heute nichts anderes eingefallen.

    • Segestes (kein Partner)
      23. Juli 2012 16:38

      Zitat: "Dieser Beitrag erschien weitgehend wortident im "Steirischen Jahrbuch für Politik 2011", Verlag dr.schnider's eu, Graz"

      Schau, Graz kommt auch einmal vor, wenn auch nur in einem unbedeutenden Nebensatz.
      Dass in Graz, immerhin die zweitgrößte Stadt im Land, der schwarze Bürgermeister die Grünen aus der Koalition geworfen hat und eine Bürgerbefragung zum Thema "Umweltzone" genau diesen Grünen eine vernichtende Niederlage einbrachte (mal davon abgesehen, dass sich die klugen Bürger auch mehrheitlich gegen ein gigantomanisches Großprojekt aussprachen, für das sich die Stadt weiter massiv verschulden hätte müssen), interessiert Andreas "Mundl" Unterberger nicht die Bohne.
      Viel lieber schwadroniert er und die restliche in Wien zu verortende, unter einem Tunnelblick-Syndrom leidende Journaille, Tag ein Tag aus, übers "Parkpickerl" und eine griechische Xanthippe.
      Da man dermaßen mit sich selbst beschäftigt ist, übersieht man aber, dass die Vorgänge in Graz für Wien durchaus einen positiven Vorbildcharakter haben könnten.
      Wenn nicht sogar für das ganze Land.

      Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, Wien wieder Niederösterreich anzugliedern und das Parlament und die Ministerien z.B. nach Salzburg zu verlegen.
      Vielleicht stutzt das eure Egozentrik und euren Größenwahn auf ein erträgliches Maß zurück ^^

    • numerus clausel (kein Partner)
      23. Juli 2012 19:10

      @segestes:
      Die Mundls fladern das gute Wasser von uns Steirern, das sollte denen mal abgedreht werden. So verschwenderisch, wie die mit unserem Wasser umgehen, mal wieder der übliche Wasserrohrbruch, weil die Leitungen offensichtlich mittels Crossborderleasingvertrag an einen Amerikaner veräußert wurden, weil das Geld besser für "Menschlichkeiten", also Wählerbestechung und -verdummung eingesetzt werden, aber nicht für Infrastruktur.
      Für unser Wasser wollen die Wirte dort Geld verlangen, sollen´s doch bei der aufgebrochenen Leitung einsammeln gehen.
      Dieses Mini-DDR aká Wien ist für Österreich eine Schande.

    • Segestes (kein Partner)
      23. Juli 2012 20:25

      Die Schwammerl nicht zu vergessen.
      Was die Italiener für Kärntens Wälder sind, sind die Wiener für die steirischen ;)

    • panzerechse (kein Partner)
      23. Juli 2012 20:28

      Ich hoffe, daß jetzt die Sackbauers wissen, daß das nix wird mit "zentralistisch" von dem Mundl-Kaff aus... Von der Angliederung des Mundl-Kaffs halte ich auch nix! Da finde ich einen richtigen Grenzbalken schon besser. Für jeden Pendler den wir schicken kassieren wir von den Mundls. Und für die Mundls, die wir nach St.Pölten durchlassen kassieren wir nochmals.

      So "richtig" ironisch möchte ich das eigentlich gar nicht verstanden wissen... Jetzt sollte eigentlich jeder wissen, daß das mit der Abschaffung der "Länder" keine gute Idee ist...

    • Torres (kein Partner)
      24. Juli 2012 11:10

      @numerus clausel
      Die Gemeinde Wien hat das Gebiet im Hochschwab, von das "gute Wasser" herkommt (2. Wiener Hochquellleitung), bereits zu Kaiserszeiten gekauft, also gehört ihr das Waser auch zu Recht. Dass man es trotzdem nicht verschwenden soll, ist aber natürlich auch richtig.

    • Neppomuck (kein Partner)
      24. Juli 2012 11:28

      Der Chef der Wasserwerke bedauert es, dass nicht mehr Wasser in Wien verbraucht wird.
      Wie jeder Verkäufer über sinkende Umsätze jammert.

      Außerdem ist es egal, ob das Hochquellwasser ungenützt in die Donau rinnt oder dem Umweg über die Haushalte nimmt.
      Letzteres wäre für das Stadt-Säckel sogar besser, da auch das Abwasser zu vergebühren ist.
      Was den Trinkwasserpreis (1,30/km³) über das Doppelte steigen lässt.

  8. jump (kein Partner)
    23. Juli 2012 08:53

    Auweh, Unterberger mal wieder zweieinhalb Jahrzehnte zurück: Die "Klassenzüge" gibt es in den Hauptschulen schon länger nicht mehr, sondern das System der drei Leistungsgruppen.

  9. xRatio (kein Partner)
    23. Juli 2012 03:06

    Rückblick zur Abwechselung auch mal auf Dr. Unterbergers Tagebuch der letzten Zeit.

    Parkpickerl, Markisensteuern, Witzfiguren wie Darabos und zahllose andere sekundäre Themen waren ihm wichtiger als

    Genderwahn, Islamisierung, Klimaquatsch, Notenbankster, EUdSSR, ESM etc..

    Wenn es hochkommt, werden wir dann noch mit durchaus substanzlos diffamierenden Artikeln über FPÖ und BZO unterhalten, wie etwa diesem auch von mir vernichtend kommentierten (nicht ohne mir dabei den geballten Haß der hiesigen Rotärsche zuzuziehen):

    http://www.andreas-unterberger.at/2012/07/koennenijs-die-freiheitlichen-besserij/

    xRatio

  10. Josef Maierhofer
    22. Juli 2012 23:18

    2011 war dei letzte Möglichkeit zur Umkehr.

    Sie wurde nicht genutzt, weder auf dem Gebiet der Freiheit, noch auf dem Gebiet der Finanzen, noch auf dem Gebeit der Gesellschaft.

    Statt dei Wahrheit zu sagen, hat man gelogen, hat man die Entscheidungen für die Schuldenschlucht tohne Volk getroffen, hat man viele Freiheiten eingeschränkt und manipuliert und vieles verschwiegen.

    Der Weg ist vorgezeichnet und er weist in die Schuldenschlucht, er weist zur systematischen Volksverblödung und er weist zur Linksdiktatur.

    Genauso, wie eine Regierung hätte einen Euro-Austritt an die Wand malen können in Brüssel, statt das österreichische Volk mit unbegrenzten Summen für bald schlagend werdenede Haftungen zu verschulden, hätte diese Regierung auch die Wahrheit sagen können und das Volk befragen können.

    Der weg ist vorgezeichnet, zuerst müssen wir in die Schuldenschlucht, dann dürfen wir uns von dort wieder hocharbeiten innerhalb von mehreren Generationen, statt den positiven Weg gleich zu beginnen.

    Wir müssen diese Linkssippe loswerden, die uns das alles eingebrockt hat und ständig einbrockt. bis nichts mehr geht.

  11. Rosi
    22. Juli 2012 22:21

    'Zwar versuchten FPÖ und BZÖ, heftig dagegen Stimmung zu machen. Da ihnen aber in Wirtschaftsfragen Kompetenz und Glaubwürdigkeit, aber auch Alternativen fehlen, fanden sie kein Echo.'
    Kann man das wirklich so sagen, den ersten Teil des zweiten Satzes? Welche Partei, bitteschön, hat in Österreich derzeit Wirtschaftskompetenz und Glaubwürdigkeit in wirtschaftlichen Belangen? Falls ich nicht in den letzten 24 Stunden etwas Wesentliches verpaßt habe, kenne ich eigentlich keine einzige.
    Und das mangelnde Echo lag wohl weniger daran, sondern an der Linkslastigkeit und mangelnden Wissen in wirtschaftlichen Zusammenhängen bei den (durch teure Inserate etc. gekauften) Medien.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 02:34

      @ Rosi 22. Juli 2012 22:21

      Danke,
      daß Sie diese wie üblich absolut substanzlos diffamierende Tour des Dr. Unterberger gegen FPÖ/BZÖ aufgreifen. Sonst hätte ich es selbst gemacht.

      Der Blogger gleich mit diesem unzumutbaren Gelaber dem insoweit hinreichend bekannten und verächtlich linksversifften Wertkoffer.

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 02:44

      Ist allerdings typisch für Semi-Sozialisten, wozu die sog. "Konservativen", alias "Bürgerlichen" alias "Wertkonservativen" seit eh und jeh gerechnet werden.

      Why I Am Not a Conservative, By Nobel laureate F. A. Hayek
      http://www.fahayek.org/index.php?option=com_content&task=view&id=46

      Hans-Hermann Hoppe: The Intellectual Incoherence of Conservatism
      http://mises.org/daily/1766

      xRatio

    • Johann Scheiber
      23. Juli 2012 08:39

      ratio, die Kritik des Konservativismus ist über weite Strecken zutreffend. Der Konservativismus heute ist eine den Sozialismus retardierende Bewegung ohne eigene Substanz. Mangels noch vorhandener Traditionsbeständ, die noch zu verteidigen sind, ist er momentan im Begriff, sich aufzulösen. Stärker als der Konservatismis ist bereits das reaktionäre Denken, das hier sehr prominent von Romig vertreten wird.

      ABER, der autentische Konservativismus, das auf dem Deutschen Idealismus beruhende Denken, das über Friedrich List, Freiherr von Stein, die Deutsche Historische Schule in Preussen geschichtsmächtig wurde und auf dem Weg war, als grandioses System der allggemeinen Freiheit und des Wohlstandes für alle Völker dieser Erde zu einem Beispiel zu werden - dieser Konservativismus wurde vom angelsächsischen Kolonialismus und Imperialismus in einem bis zum heutigen Tag andauernden Vernichtungskrieg attackiert.

      Was hat Hayek getan, als er seine Vorlesungen auf der London School of Economics, die den sozialistischen Fabianen gehört, begonnen hat? Er hat gegen die preussischen Sozialisten und insbesondere gegen F. List polemisiert und ihn in eine Reihe mit Karl Marx gestellt. Und diese Polemik der Austriaken gegen die historische Schule hält bis zum heutigen Tag an. Hoch Schumpeter! Er hat in einer Schrift über den Methodenstreit die Historische Schule Schmollers im Vergleich zu den Austriaken als das Modell der Zukunft bezeichnet.

      Sozialismus ist die durch den Kapitalismus selbst hervorgebrachte Tendenz unserer Zeit (Marx, Schumpeter). Das einzige wirksame Gegengift ist der veritable Konservativismus, der in der Sozialen Marktwirtschaft seinen letzten Ausläufer und die für Europa letzte Wohlstandsperiode gebracht hat.

      Der hässlichste aller Sozialismen ist der der Österreichischen Schule, weil er die Ideologie der Plutokratie ist. Wenn diese sich durchsetzt, sind wir alle versklavt.
      Der letzte Irrwitz in diese Richtung ist ja die Idee des senilen Hayek von der Entnationalisierung des Geldes, die jetzt von den Österreichern, zB Frank "Ron Paul" Schäffler, oder von Thorsten "Barclay" Polleit vertreten wird.
      Das Gold besitz Money Power, sons niemand. Goldstandard und Privatgeld heißt Herrschaft von Money Power über alles und jeden in der Welt.
      Multikulti, Gender Mainstreaming, Schwulendiktatur, usw. sind nur weitere Elemente in der Herrschaftsmatrix von Money Power. Das Geld aber ist das Zentrum und die "Österreicher" sind da die unbewußten oder bewußten Helferlein.

    • Wertkonservativer
      23. Juli 2012 09:14

      @ xRatio:

      den Vergleich mit Dr. Unterberger nehme ich als (unverdientes) Kompliment!!

      Was an mir altem Wertkonservativen "linksversifft" sein soll, ist mir schleierhaft!
      Sie jedenfalls scheinen mir ziemlich unheilbar "rechtsversifft", dies in einer recht unangenehmen und eigentlich auch ziemlich unzivilisierten Weise, die der rechten und gerechten Sache ganz sicher nicht dienlich ist!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      23. Juli 2012 09:46

      @Scheiber: mein lieber Schwan, ich kann nur hoffen, Sie schreiben so etwas nur um zu provozieren.

      Denn falls Sie es ernst meinen sollten ... nun, dann haben Sie ja in xRatio ja einen Gesrpächspartner gefunden. Wundern Sie halt nicht, wenn Sie auf einmal ein Rotarsch, Vollidiot, linksversifft, Religiot oder Ähnliches sind.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Rosi
      23. Juli 2012 12:12

      @xRatio

      Der erste Link funktioniert leider nicht.
      Gibt es bitte dazu einen anderen empfehlenswerten 'Weg'?

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 20:17

      @ Rosi 23. Juli 2012 12:12

      Oh, tut mir leid, dieser Link sollte funzen:

      Why I Am Not a Conservative, By Nobel laureate F. A. Hayek

      http://www.cato.org/pubs/articles/hayek-why-i-am-not-conservative.pdf

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 20:20

      @ Wertkonservativer 23. Juli 2012 09:14

      Mein Vergleich mit Dr. Unterberger bezieht sich aber nur auf einen (höchst negativen) Punkt.

      Schauen Sie doch ganz einfach mal selbst etwas genauer in den Spiegel.

      "Erkenne dich selbst." ("Nosce te ipsum." - Cicero, de finibus 5, 16, 44)

      Hier sogar ein langer Artikel zu dieser uralten Empfehlung: :-)
      http://de.wikipedia.org/wiki/Nosce_te_ipsum

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 20:32

      @ Johann Scheiber 23. Juli 2012 08:39

      Ist ja alles ganz informativ, gut und schön, was Sie da sorgsam zusammentragen.

      Nur kann ich Ihnen nicht folgen, weil Geldscheine oder Goldklumpen keine Macht haben und die Leute die sie benutzen, ebenfalls nicht - ganz einfach, weil sie keine Gewalt über ihre Mitmenschen ausüben können und dürfen.

      Der größe Kapitalist der Welt hat weitaus weniger Macht über uns als jeder hergelaufene Polizist, Soldat, Gerichtsvollzieher oder Politruk.

      Hängt halt mit dem Gewaltmonopol Leviathans zusammen. :-)

      Offenbar wissen Sie überhaupt nicht, was Liberalismus heißt.

      Hier könnten Sie sich sehr einfach schlau machen:

      http://mehr-freiheit.de/

      Liberale verlangen weniger und nicht mehr von diesem Ungeheuer und Raubtier namens Staat, das unter der Regie der Sozialisten mal wieder mal ganz Europa an die Wand fährt.

      Wie schon 1933 gehabt, spielen die "Konservativen" das üble Spiel seit langem mal wieder kräftig mit.

      Einfach weil "Konservative" ganz entgegen ihrer meist sehr überheblichen Selbstverkennung politisch absolut prinzipienlose Etatisten und Semi-Sozialisten sind, die noch immer nicht begriffen haben oder akzeptieren können, daß wir unsere heutigen liberalen und säkularen Verfassungen Humanismus und Aufklärung zu verdanken haben.

      xRatio

    • Rosi
      23. Juli 2012 21:44

      Vielen Dank, lieber Herr xRatio.

    • Johann Scheiber
      23. Juli 2012 22:39

      Da irren sie gemeinsam mir AU, ratio! Sehr wohl hat die Geldmacht die Hosen an und nicht die Politfiguren. Mit den Goldklumpen kann man nämlich alles kaufen. Die Schuldzuweisung an die völlig destruierten Staaten und an die Marionettenpolitiker ist auch ein Element im Blendfeuer der Austrians.
      Der bloße Augenschein zeigt aber, dass es imputable Politiker nicht mehr gibt.

      http://realcurrencies.wordpress.com/2012/06/11/the-austrian-free-market-for-currencies-hoax/

    • xRatio (kein Partner)
      24. Juli 2012 01:33

      Auch wenn Sie auf Bestechung abstellen, ändert das nichts.
      Auch die Handlungen bestochener, gekaufter Staatsorgane sind und bleiben allein Handlungen des Staats.
      Wie Sie sehen, irre ich nie. ;-)

      xRatio

    • Johann Scheiber
      24. Juli 2012 07:58

      Formell haben sie recht, ratio. Wenn es um Verantwortung geht, sind die Politiker zur Verantwortung zu ziehen.
      In der Wirklichkeitsanalyse muss ich aber die faktischen Verhältnisse betrachten, denn es nutzt mir nichts, wenn ich tot bin, und am Grabstein steht, die Politiker waren schuld.

    • xRatio (kein Partner)
      24. Juli 2012 14:19

      @ Johann Scheiber 24. Juli 2012 07:58

      Das sind aber die "faktischen Verhältnisse" !!
      Handlungen des Staates bleiben Handlungen des Staates, egal wie mies motiviert !!
      Ansonsten, wenn Sie diese Tatsache nämlich nicht beachten, haben Sie natürlich recht. :-)

      Das ist eigentlich schon alles.
      Sie haben aber wohl ein eher grundsätzliches Problem:

      Einen bösen, korrupten, totalitären Staatsgott kann sich ein Hegel-Verehrer nämlich schwerlich vorstellen.
      Wir erleben den Verfall der "sittlichen Idee" (huuuch..) aber doch gerade wieder mehr als drastisch.

      Mit dem "Dialektiker" Hegel, der den logischen Widerspruch zur Methode erhebt, sind Sie wie seine ergebenen Freunde Marx und Murx nun aber in wahrlich schlechter Gesellschaft. Was man mit Hegel so alles anstellen kann, sehen Sie hier:

      http://mehr-freiheit.de/sozitech/marx.html

      Freundschaftliche Empfehlung: Werfen Sie Ihre Hegels und Heideggers auf den Müll denken Sie klar und widerspruchsfrei und und reinigen Sie Ihren Kopf von aller "Dialektik" !!
      Klares Denken kann nämlich nicht schaden bei der Wirklichkeitsanalyse. :-)

      xRatio

  12. phaidros
    22. Juli 2012 21:51

    Sonneneinstrahlung scheidet übrigens aus (bzw. unterstreicht eher das Ergebnis), da die Sonne aus dem letzten Minimum (da gibt es einen regelmäßigen etwa 11-jährigen Zyklus) viel »zu lange« gebraucht hat (ist ganz normal), um wieder Aktivität zu entwickeln. Eher war die von Skeptikern vielbejubelte Abkühlung des letzten Jahrzehnts darauf zurückzuführen als die Erwärmung.

    Aber das hatten wir alles eigentlich schon.

    In dem Zusammenhang empfehle ich Reinhard Böhm (ZAMG): »Signal to noise - Betrachtungen zur Klimawandeldiskussion« hier im Science-Blog (bzw. auf www.science-blog.at) sowie sein exzellentes Buch »Heiße Luft«

    • phaidros
      22. Juli 2012 21:52

      Sorry - verflixter letzter Thread! Darauf hätte das eine Antwort sein sollen.

    • terbuan
      22. Juli 2012 22:01

      Ich hab's schon gelesen phaidros,
      aber sehen wir die Klimaerwärmung doch einmal positiv, was die Energiewirtschaft und die Erdölindustrie gar nicht gerne hören wollen, wir ersparen uns auf längere Sicht Millarden an Heizkosten, wir können billiger bauen, Südfrüchte wachsen in unseren Breiten und auf Urlaub brauchen wir nicht mehr in ferne Länder fahren, an unseren heimischen Seen wird es kuschelig warm werden (der Altausseer See wird dann nicht mehr bei mickrigen 20 Grad dahindümpeln) :-))))
      bG/terbuan

    • phaidros
      22. Juli 2012 22:17

      Lieber terbuan, in der Bedeutung für den Planeten wird das Ganze ohnehin überschätzt - um den braucht man sich nicht die geringsten Sorgen zu machen (würde er dazu tendieren, in irgendeine Richtung umzukippen, hätte er das schon längst getan). In spätestens 300 Jahren ist der Spuk mit freigesetztem CO2 sowieso vorbei. Was allerdings stimmt (ohne, dass ich eine Meinung dazuäußern könnte): niemand kann sagen, ob es für uns bequem bleibt.

      Was mich so verblüfft: ich verfolge diese öffentliche Diskussion mit Interesse seit Anbeginn. Da für mich (wie vermutlich für jeden anderen) völlig ununterscheidbar war, wer nun die besseren Argumente hat, habe ich vor bald 4 jahren begonnen, mich intensiv mit der Materie zu beschäftigen (im Klartext: ich habe das zum Anlass genommen, ein Physikstudium zu beginnen). Und dabei stellte sich heraus: alle physikalischen Argumente der Skeptiker haben sich als falsch erwiesen. Alle. Das betrifft diejenigen Argumente, die das Funktionieren von Treibhausgasen allgemein und CO2 im Speziellen zum Inhalt hatten - denn auch das wird teilweise vehement abgestritten. Und das gibt mir zu denken.

      Aus der Diskussion über Folgen halte ich mich heraus: zu komplex ist die Hinweislage, als dass man vom Wohnzimmer aus etwas Vernünftiges sagen könnte. Dass aber nebenbei erwähnt etliche Großstädte wegen der Kühlung mittlerweile tendenziell im Sommer einen höheren Energieverbrauch haben als im Winter ist ebenfalls kurioses Faktum.

      BG

      (P.S. Unten kommt noch eine Antwort zu den Warmperioden)

    • schreyvogel
      22. Juli 2012 22:43

      Phaidros hat recht.

      Alle diese Klimamodelle sind dermaßen komplex, dass sie nur noch von den bekanntlich weit überdurchnittlich intelligenten Grünen sowie von Physikstudenten ab dem 8. Semester verstanden werden können.

      Alle anderen sollten sich aus den Diskussionen heraushalten!

    • phaidros
      22. Juli 2012 23:56

      Aber nein, schreyvogel, mitnichten!

      Es ist schon wichtig, wertvoll und in hohem Maße einem Ergebnis förderlich, wenn Leute, die aufgrund ihres Informationsstandes gar keine Chance auf eine treffsichere Aussage haben denen wütend verbrecherische Weltverschwörungen und Milliardenbetrug unterstellen, bei denen das schon so ist. Freilich sollten sie ihnen auch erklären, was alles Blödsinn ist, und warum sie Idioten sind, die von ihrem Fach keine Ahnung haben.

      Hmm. Nein, das kann nicht die Wahrheit sein.

      Ein Dialog ist immer und in jeder Beziehung wichtig. Und jeder Naturwissenschaftler wird gerne bereit sein, seine Ergebnisse auch zu erklären und zu verteidigen. Aber anhören muss man sich diese Erklärungen schon, und auch bereit sein, sie nachzuvollziehen.

      Was man aber beobachten kann ist: alles, was ins fertig vordefinierte Wunschergebnis passt wird bejubelt, alles andere zornig niedergemacht. Widersprüchlickeiten sind dabei völlig egal (Wie zum Beispiel Baumringe, mit denen man Abkühlung beweisen darf, Erwärmung aber nicht). Dieses Verhalten ist bei den Skeptikern mindestens ebenso ausgeprägt wie bei den Hysterikern.

      Gerne nochmal: eine öffentliche Diskussion über Folgen und Maßnahmen ist sicher sinnvoll, aber eine Diskussion über physikalische bzw. naturwissenschaftliche Gegebenheiten nicht. Die kann nur unter Fachleuten ablaufen.

      BG phaidros.vie@gmail.com

  13. terbuan
    22. Juli 2012 21:27

    Was blieb vom Jahr 2011?
    Eine lange Liste von negativen Ereignissen und Frustrationen.
    Es hat sich rein gar nichts zum Besseren gewendet, im Gegenteil, von der immer schlimmer werdenden innenpolitischen Situation, einer rot-schwarzen Koalition von stümperhaften Möchtegernpolitikern und Sesselklebern bis zur der sich immer schneller drehenden Schuldenspirale, welche immer mehr Staaten an den Abgrund zu führen droht, Österreich inklusive.

    Hilflose Akteure wohin man blickt, gekaufte Systemmedien mit ahnungslosen bis bösartigen Tintenstrochen, die uns weiterhin das linke Paradies der Gleichheit vorgaukeln wollen, eine zum Bersten volle Arena von raffgierigen Bankern und ihnen in keinster Weise nachstehenden Politrucks, man kommt aus dem Zornfieber kaum mehr heraus ob derartiger Flachheit und gleichzeitiger Infamie!

    Etwas positives in eigener Sache:
    Eine Gruppe von 2 Dutzend Partner dieses Blogs hat 2011 eine Gratiszeitung ins Leben gerufen, das "Echo", mittlerweile in der 3. Ausgabe veröffentlicht, versucht alle diese Missstände aufzuzeigen und gegen den Mainstream zu schwimmen, die bisherigen Erfolge geben uns Recht, auf diesem Wege fortzufahren!
    Vielen Dank an alle Beteiligten an dieser Stelle!
    www.conwutatio.at
    terbuan@aon.at

  14. Anton Volpini
    22. Juli 2012 20:26

    Der Titel klingt schon so nach Abgesang.

    So wie das immer lauter werdende Gerede von der "verlorenen Generation".
    Welche Kräfte wollen meinen starken Kindern einreden, sie seinen eine verlorene Generation. Damit wird doch nur suggeriert, sie hätten schon aufzugeben, bevor sie überhaupt angefangen haben. Oder sind das die beharrenden Kräfte, die sich eine Veränderung nicht vorstellen können?

    Das Jahr 2011 war sicher kein Glücksjahr für die österreichische Politik. Und 2012 noch weniger!
    Und wenn es unserer Generation nicht gelingt , die Nieten in der Politik mit dem nassen Fetzen davon zu jagen, dann werden es unsere Kinder tun.
    Aber vorher, hab ich noch Zeit und Kraft, um ihnen den Weg dorthin zu ebnen!

  15. socrates
    22. Juli 2012 17:28

    Unsere Medien zensurieren viele Meldungen, die hier fehlen: Im Sud ouest las ich:
    La taxe Tobin, suggérée en 1972 par le lauréat du « prix Nobel d'économie » James Tobin, consiste en une taxation des transactions monétaires internationales afin de limiter la volatilité du taux de change1. Par extension, le terme désigne aujourd'hui une taxe sur les transactions financières. Elle est aussi appelée par certains taxe Robin des bois2 (Robin Hood).
    a) Die Finanztransaktionssteuer gibt es in F.
    b) Hollande verdoppelt sie auf 0,2%
    Bei uns wird bewiesen daß eine Finanztransaktionssteuer unmöglich ist!

    • socrates
      22. Juli 2012 18:00

      corr: Quelle ist Aujourd´hui en France:

      Finances : les députés ont voté le budget rectificatif 2012

      été enterrées, comme la TVA sociale et les heures supplémentaires exonérées, 7,2 milliards d'euros de hausses d'impôt... Les contribuables possédant un patrimoine supérieur à 1,3 million d'euros et soumis de ce fait à l'ISF (Impôt de solidarité sur la fortune)... l'allègement de l'ISF décidé en juin 2011... instaurée dans l'attente d'une réforme plus globale de l'ISF dans le budget 2013... TVA sur le livre et le spectacle vivant ramenée à 5,5%... passés à 7% à l'automne lors du relèvement du taux réduit de TVA... souffert des baisses de crédit, de cette TVA, du régime des intermittents (Leparisien.fr avec AFP)
      Im Artikel vom 21.7.2012 findet man:
      !SF = außerordentliche Steuer auf Vermögen über 1,3M€
      Successions: Erbschaftssteuer auf mehr als 100.000€
      President der Republik wird von 21.300 auf 14910€ heruntergesetzt
      TVA auf Bücher und Schauspiel wird von7% auf 5,5% reduziert
      Transaczionssteuer für Finanzen 0,2%
      TVA sociale: ???? wird eingeführt
      Epargne salariale ??? wird von 14% auf 20% erhöht
      Stock-options: Steuer von 14% auf 30% erhöht
      Erdöl: 4% auf den Wert die "Stocks der Produkte"
      Dividenden: 3% auf die ausgeschütteten Dividenden
      Ich bin kein Steuerfachmann, das sollte ein Wirtschaftsredakteur machen, aber mir steigen die Grausbirnen auf!

  16. knieriem
    22. Juli 2012 15:07

    Aus dringendem Anlass noch ein OT

    Nachdem ich gerade auf PHÖNIX ein "Kamingespräch" zwischen Jörg Schonborn und Thomas de Maiziere gesehen habe, muss ich meinem Ohnmachtsgefühl und meiner Wut ein Ventil bieten, weil mich diese Gefühle angesichts der Tatsache, dass wir in Österreich weder auf der Medienseite noch unter den Poltikern auch nur näherungsweise Gleichwertiges aufzubieten haben, beinahe zu platzen drohe. Im Gegenteil, unser Verteidigunsminister heißt Darabos (was an sich noch nicht schlimm ist) und wäre in deutschen Bundeswehr (soferne er überhaupt wehrfähig wäre) bestenfalls Hilfskoch!

    Da liefert ein de Maiziere z.B. aus dem Stegreif eine Definition ab, was für ihn eine Volkspartei ausmacht, die ohne romantisierendes Wertegeschwafel und ohne hilfloses Ringen nach Worten in einen wohlgestalteten, vollständigen und druckreifen Satz gekleidet ist, der zudem auch noch Sinn macht.

    Ich würde daher dringend darum bitten, Österreich als 17. deutsches Bundesland aufzunehmen, unsere - dzt. Noch- - Politiker durch die in den (bisherigen deutschen) Bundesländern weniger erfolgreichen zu ersetzen und und die unsrigen auf die Verwaltungen des TÜV und der Feuerwehren von Passau, Deggendorf und Frankfurt an der Oder aufzuteilen. Der ORF könnte ersatzlos abgewickelt werden - wo man diese Journalisten brauchen könnte, ist mir allerdings ein Rätsel.

    Bliebe nur noch ein Problem zu lösen: Auch unsere Bevölkerung ist des Deutschen ja nicht flächendeckend und nur beschränkt mächtig!

    • terbuan
      22. Juli 2012 16:13

      Werter knieriem,
      möchten Sie das wirklich um dann weitere, am Tropf der Steuerzahler hängende, von Sozialschmarotzern überfüllte Bundesländer, wie Berlin, Bremen oder Hamburg durchzufüttern?

      Ich plädiere für die Gründung einer ALPENREPUBLIK der fleißigen und tüchtigen und noch nicht ganz vom Mainstream der seichten und zerstörerischen US-Leitkultur verdorbenen Menschen!
      Darunter verstehe ich zum Großteil Österreich, Südtirol, Bayern, Baden-Württemberg, die Deutsche Schweiz, sowie Elsaß, Trentino, Friaul, Julisch-Venetien und eventuelle Nachbarregionen. Das wäre mein Traum, derzeit total unrealistisch, aber wer weiß, was in naher Zukunft noch alles in Bewegung kommt!
      bG/terbuan

    • Gandalf
      22. Juli 2012 16:52

      Darabosch: nicht einmal Hilfskoch, zu allerhöchst Schuhputzer.

    • contra
      22. Juli 2012 18:34

      @terbuan

      **********!

    • knieriem
      22. Juli 2012 22:13

      @terbuan
      Eine schöne Variante, die "Alpenrepublik"!
      So etwas durfte man sich aber nur solange vorstellen, als (kurze Zeit) ein "Europa der Regionen" in Rede stand.

    • terbuan
      22. Juli 2012 22:30

      @knieriem
      Ich stelle es mir weiterhin vor, es wäre die beste Lösung fur uns alle, ein Kerneuropa in den Alpen, ein Hort der Traditionen, ein Rückzugsgebiet für alle Menschen, denen die europäische Zivilisation noch etwas bedeutet!
      Wir sollten daran arbeiten und Gleichgesinnte in all diesen Regionen suchen, ich bin überzeugt, es gibt sehr viele davon!!!

    • Undine
      22. Juli 2012 22:56

      @knieriem

      *******!

      Diese Ohnmachtsgefühle kenne ich nur zu gut! Deshalb tu ich mit österr. Diskussionen schon lange nicht mehr an; bei deutschen Gesprächsrunden oder Interviews hingegen kann einen der Neid fressen. :-(

      @terbuan

      Einverstanden! Eine "Alpenrepublik" fände ich gut! :-)

  17. Observer
    22. Juli 2012 13:35

    Bei Jahresrückblicken und -ausblicken (hier ein Sommerlochthema?) fallen mir immer zwei weise Aussprüche ein. Beim ersten wird auch die Doppeldeutigkeit von "present" sinnvoll verwendet.

    "Yesterday is history, tomorrow is a mystery, today is God's gift, that's why we call it the present." (Joan Rivers),

    "Yesterday is a canceled check; tomorrow is a promissory note; today is the only cash you have - so spend it wisely" (Kay Lyons).

    • phaidros
      23. Juli 2012 00:15

      Schon den ganzen Tag bleibe ich immer wieder gedanklich auf dem zweiten hängen - einfach toll! Danke.

      BG phaidros.vie@gmail.com

  18. Claudius
    22. Juli 2012 12:41

    Apropos zu: "Finanzpolitisch viel folgenträchtiger sind aber die schweren Krisen in Italien, Griechenland oder Spanien."

    Das nächste Land scheint Frankreich zu sein, wie die NZZ schreibt:

    Mentalitätswandel in der Bevölkerung. Durch Frankreich muss ein Ruck gehen
    (Kommentar von Michael Ferber, NZZ)

    Endlich Ferien! In vielen französischen Städten steht das öffentliche Leben nun bis Anfang September praktisch still. Während der zweimonatigen Schulsommerferien verabschieden sich viele Einheimische und fahren an die Küsten oder auf das Land, in Paris sind die Touristen im August fast in der Überzahl. Der Exodus der Franzosen aus den Städten nimmt im Sommer solche Formen an, dass es für die Zeit Anfang September einen eigenen Begriff gibt: «La rentrée» (die Rückkehr).

    Bis sich die Franzosen ihre gewohnt langen Sommerferien nehmen lassen, muss also noch einiges geschehen. Trotzdem dürften viele von ihnen dieses Jahr mit einem unguten Gefühl in die alljährliche sommerliche Auszeit gehen. Schliesslich reissen die Hiobsbotschaften vom französischen Arbeitsmarkt nicht ab. Heimische Unternehmen wie Renault, Vivendi, Thales, Carrefour, Bouygues, SFR und Air France haben den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Die grössten Wellen schlägt die Meldung, dass der Autokonzern PSA Peugeot Citroën sein Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris zumachen und 8000 Stellen streichen will. Dies ist ein harter Schlag, zumal die Arbeitslosigkeit in Frankreich mit rund 10 Prozent schon den höchsten Stand seit 1999 erreicht hat.

    Eine Hiobsbotschaft nach der anderen

    Der flächendeckende Abbau von Arbeitsplätzen hat seine Ursachen nicht nur in der schwächelnden Konjunktur. Vielmehr sind die Stellenstreichungen eine Quittung für Frankreichs überregulierten Arbeitsmarkt und zu hohe Arbeitskosten, verursacht durch einen aufgeblähten «Sozialstaat». Die Wurzeln der Entwicklung liegen zudem in der sinkenden Wettbewerbskraft und dem industriellen Niedergang des Landes. Um diese Entwicklung zu stoppen, braucht Frankreich tiefgreifende Reformen und einen Mentalitätswandel.

    Diese Botschaft hat Frankreich unter anderem die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ins Stammbuch geschrieben. Zu den grössten Schwächen des französischen Arbeitsmarkts zählt sie das drückend hohe Niveau der Besteuerung der Arbeit, hohe Mindestlöhne, eine starke Segmentierung im Arbeitsmarkt und die schlechte Qualität des Dialogs zwischen den Sozialpartnern. ...

    Weiterlesen den vollständigen Kommentar: http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/durch-frankreich-muss-ein-ruck-gehen-1.17384396

  19. schreyvogel
    22. Juli 2012 12:32

    In "Österreich" von heute findet sich ein Interview mit Vassilakou.

    "Kinder hat sie der Polit-Karriere geopfert." - Wie vorbildlich!

    "Der Parkplatzdruck ist [durch das Pickerl] innerhalb des Gürtels von 120% auf 80% zurückgegangen". - Offenbar erwartet sie dasselbe für die Aussenbezirke. Wo die Autos hin verschwinden, verrät sie allerdings dem Wolfgang Fellner nicht.

    • socrates
      22. Juli 2012 19:15

      In 1070 merke ich nichts von weniger Autos, im Gegenteil. Das Kaffee Kreuzberg oder das Cafe Volkstheater sind oft unerreichbar.

  20. ProConsul
    22. Juli 2012 11:38

    Für mich hat 2011 den Beginn eines neuen Totalitarismus eingeleutet; finanz-politisch durch die Vergemeinschaftung der EU-Schulden. Der Kommunismus und der Nationalsozialismus haben das Individuum explizit negiert – du bist nichts, die Partei, das Volk ist Alles. Dieser neuartige Totalitarismus, mit dem wir jetzt konfrontiert sind, behauptet aber den Einzelnen und seine Freiheit zum Zweck zu haben und setzt diesen kollektivistisch-totalitär um zB. Gender Mainstreaming als EU-TopDown-Strategie. Daher kann dieser neue Totalitarismus vielleicht nicht anders denn als liberaler Totalitarismus bezeichnet werden. Liberalismus und Sozialismus arbeiten nun nicht mehr verfeindet, sondert synergetisch an der Abschaffung des Menschen. Gender Mainstreaming ist Emanzipation, Individualisierung und letztlich Vereinsamung und Entfremdung des Einzelnen zum Zwecke seiner Kollektivierung (Sozialismus) und Vernutzung (Finanzkapitalismus) gleichzeitig.

    Genauso wie in Europa die Institution der Familie mit voller Absicht der Verwahrlosung ausgesetzt wird, wurden und werden auch die Nationalstaaten vorsätzlich zerstört. Die Auflösung dieser Formen von Einheit (Familie, Staat) bringt die Atomisierung der (nunmehr unorientierten und ideologisierten) Individuen, die dann zu einer noch größeren Einheit je nach Bedarf wieder kollektiviert werden (z.B. in Form einer geschlechterpolitischen Staatsideologie). Dieses neue Kollektiv nennt der Heuchler z.B. „Wertegemeinschaft“ – konkret geht es um den Mammon (z.B. um die Verstaatlichung uneinbringbarer Bankschulden etc.).

    • knieriem
      22. Juli 2012 14:12

      "... Liberalismus und Sozialismus arbeiten nun nicht mehr verfeindet, sondert synergetisch an der Abschaffung des Menschen. Gender Mainstreaming ist Emanzipation, Individualisierung und letztlich Vereinsamung und Entfremdung des Einzelnen zum Zwecke seiner Kollektivierung (Sozialismus) und Vernutzung (Finanzkapitalismus) gleichzeitig ...
      Genauso wie in Europa die Institution der Familie mit voller Absicht der Verwahrlosung ausgesetzt wird, wurden und werden auch die Nationalstaaten vorsätzlich zerstört. Die Auflösung dieser Formen von Einheit (Familie, Staat) bringt die Atomisierung der (nunmehr unorientierten und ideologisierten) Individuen, die dann zu einer noch größeren Einheit je nach Bedarf wieder kollektiviert werden (z.B. in Form einer geschlechterpolitischen Staatsideologie). Dieses neue Kollektiv nennt der Heuchler z.B. „Wertegemeinschaft“ ..."

      Ein hervorragender und wichtiger Kommentar; eine scharfe Analyse!
      **********!

    • phaidros
      22. Juli 2012 14:21

      Der Liberalismus arbeitet an der Abschaffung des Menschen? Aha. Und warum?

    • terbuan
      22. Juli 2012 14:24

      Danke ProConsul für diesen Beitrag!
      Vergleiche mit dem Untergang des Römischen Reiches drängen sich auf (nicht nur wegen Deines Nicks :-)
      In welchem Jahrhundert befinden wir uns jetzt wohl vergleichsweise, ich vermute einmal Ende des 3., Anfang des 4.Jh? Oder schon später?

    • ProConsul
      22. Juli 2012 18:32

      danke Terbuan, wir haben uns vorgestern nur kurz verpasst, hätte mich gefreut wieder mit dir zu plaudern.

      ad Liberalismus (ein Zitat aus einem Artikel von Prof. Rudolf Burger):

      "Dieses liberalistische Ideal erschien Rorty (Anm. amerikanischer Philosoph) weitgehend realisiert in den laizistischen Institutionen des massendemokratischen, bürgerlich-liberalen Verfassungs- und Rechtsstaates mit garantierten egalitären Individualrechten und politischer Gewaltenteilung auf Basis einer kapitalistischen Ökonomie. Diese Institutionen bilden den politischen, ökonomischen und rechtlichen (den „leviathanischen“) Rahmen dessen, was man mit einem nach allen Seiten hin semantisch ausgefransten und daher nur schwer definierbaren Begriff „Zivilgesellschaft“ nennt, die aber bei aller terminologischer Unschärfe vor allem durch eines ausgezeichnet ist: dass einem in einer solchen Gesellschaft niemand verbindlich sagt, was richtig und gut ist, und dass einem niemand vorschreibt, wie man sein Leben zu führen hat, so lange man seinen Nächsten nicht manifest schädigt. Diese Gesellschaft ist eine von Interessen, nicht eine von Tugend und Glauben bestimmte, sie ist, wie Ernest Gellner sie genannt hat, eine a-moralische Gesellschaft, deren Ziel nicht „vollkommene Tugend“, sondern die „Verminderung von Unannehmlichkeit“ ist. Sie ist individualistisch, konsumistisch und nihilistisch, weil sie kein metaphysisches Dach über dem Kopf hat. Aber obwohl oder vielmehr gerade weil sie eine unheroische und im Grunde keine kriegerische Gesellschaft ist, die sich aus sich selbst heraus demokratisch legitimiert und daher auch keine externen Feinde braucht, um sich intern zu stabilisieren (Feinde sind lästig und stören nur das Geschäft), gehört es spätestens seit Nietzsche zum guten Ton des Intellektuellen, sie als Gehäuse für jene Figur zu ridikülisieren, die Nietzsche den „letzten Menschen“ nannte. „Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit“, heißt es im „Zarathustra“, und: „Wir haben das Glück erfunden‘ – sagen die letzten Menschen und blinzeln.“ (Rudolf Burger, Wir Lächler)

      ad Sozialismus:

      „Der Sozialismus, gleichviel ob als Lehre, als geschichtliche Erscheinung oder als Bewegung, auch nachdem er in den genannten Stücken der Wahrheit und Gerechtigkeit Raum gibt, bleibt mit der Lehre der katholischen Kirche immer unvereinbar. Er müsste denn aufhören, Sozialismus zu sein: der Gegensatz zwischen sozialistischer und christlicher Gesellschaftsauffassung ist unüberbrückbar.“ (Quadragesimo anno, Enzyklika, Pius XI)

    • phaidros
      22. Juli 2012 18:48

      Danke für die ausführliche Antwort, aber das möchte ich so eigentlich nicht stehen lassen. Ich hänge einmal bei diesem Satz ein:

      Diese Gesellschaft ist eine von Interessen, nicht eine von Tugend und Glauben bestimmte, sie ist, wie Ernest Gellner sie genannt hat, eine a-moralische Gesellschaft, deren Ziel nicht „vollkommene Tugend“, sondern die „Verminderung von Unannehmlichkeit“ ist.

      Zum Einen sollten wir festhalten, dass »Tugenden« auch nichts anderes sind als Regeln zur Verminderung der Unannehmlichkeit - das gilt auch für die christlichen. Und das soll in keiner Weise den Wert von Tugenden schmälern!

      Aber, um zum Prinzipiellen zurückzukehren: eine Gesellschaft, in der jeder seinen Vorteil nur so weit treiben würde, wo der Nachteil eines anderen beginnt, ist natürlich völlig illusorisch. Das aber ist nicht der liberale Grundgedanke, würde ich sagen.

      Der liberale Grundgedanke - in meinem Verständnis zumindest - erkennt, dass der Staat nicht die Institution sein kann, die Vorgaben zur persönlichen Lebensplanung macht - bishin zu Einstellungsquoten (falls Sie Arbeitgeber sind) oder Rauchverboten auf Ihrer Immobilie (falls Sie Gastronom sind). Liste ad infinitum verlängerbar.

      Der Liberalismus behauptet auch nicht, dass er die Dinge (was immer man da jetzt hineininterpretieren möchte) gut regelt. Nur, dass er sie am besten regelt.

      Was hier klingt wie ein Widerspruch, ist aber nur ein scheinbarer: dass eine Ordnung die beste ist heißt nur, dass sie besser als alle anderen ist. Aber noch lange nicht, dass sie gut ist. Abgesehen davon gibt kein Liberaler sich der Illusion hin, dass es jemals eine rein liberale Gesellschaftsordnung geben würde, glaube ich. Umso wichtiger, dass man ständig in diese Richtung hinarbeitet - aber das gehört woanders hin.

      Die Frage, warum der Liberalismus die Demontage des Menschen betreiben sollte, ist übrigens noch offen...

    • Wertkonservativer
      22. Juli 2012 18:56

      Also, bei allem Respekt, werter ProConsul,

      doch die von Ihnen aufgezeigten Um- und Missstände werden weder zur Abschaffung des Menschen führen (würde wohl nur Atombomben gelingen können), sicher auch nicht zur Atomisierung der Institution der Familie.

      Bei allem eingerissenen "way of life" merke ich allein bei meinen zahlreichen Enkeln einen recht "altmodischen" Ansatz zur vorgesehenen künftigen Lebensbewältigung, ganz unabhängig von Endzeit- und Katastrophen-Befürchtungen, wie sie auch von Ihnen aktualisiert werden.
      Das Zusammenwachsen Europas wird von der Jugend z.B. übermehrheitlich akzeptiert; und wenn es den verantwortlichen Staatsführern vielleicht doch gelingen sollte, die verhängnisvolle Schuldenspirale mit den entsprechenden Folgerungen im Landes- und Weltfinanzwesen mit Mut und Augenmaß einigermaßen in den Griff zu bekommen, sehe ich (obwohl ich bekennender Schwarzer bin) viel weniger schwarz als Sie und viele hier!
      Positives Denken ist gefragt, Kopf hängenlassen bringt gar nichts, außer Frust und schlechter Laune!

      Nichts für ungut, lieber ProConsul!

      (mail to: gerhard@michler)

    • Johann Scheiber
      22. Juli 2012 22:26

      Proconsul, ich denke, dass deine Feststellung, dass Sozialismus und Liberalismus synergetisch zur Abschaffung des Menschen fuhren, richtig ist.
      Liberalismus und Sozialismus sind rationalistische und abstrakte Ideologien die den selben Ursprung haben und die in ihren abstrakten, geschichtsnihilistischen Zielen nur hinsichtlich der Methode Konkurrenten sind. Wenn ich den Menschen als Individuum fasse, wie dies der Liberalismus tut, führt dies im konsequenten Prozess ebenso zur Vermassung, wie wenn der Mensch sozialistisch gleich über das Kollektiv gefaßt wird.

      Der Mensch ist nämlich Person und lebt in und aus manigfaltigen Beziehungen, in Liebe, Freundschaft, in der Familie, in der Gemeinde, in der Korporation, im geschichtlichen Zusammenhang seines Volkes in einer Nation, im Staat, der die Aufgabe hat das Ganze zu bewahren und zu mehren, usw.

      Von all dem wird im Sozialismus und im Liberalismus abstrahiert, da ist der Mensch nur Produzent und Konsument, ein utilitaristisches Etwas im Funktionszusammenhang der sich selbst zerstörenden modernen Welt.

      Wie der Kapitalismus, der angewandte Liberalismus, sich und die bürgerliche Welt, aus der er hervorgeht, selbst zerstört, das hat, Marx weit überbietend, Schumpeter in seinem supergenialen Werk "Sozialismus, Kapitalismus und Demokratie" phänomenal dargestellt.
      Es gibt auch ganz witzige Interpreten, die die österreichischen Vorkämpfer des Kapitalismus direkt alsPropagandisten der übelsten Form des Sozialismus bezeichnen.
      http://american_almanac.tripod.com/vonhayek.htm
      http://libertyrevival.wordpress.com/2010/07/23/taking-aim-at-the-austrian-school-of-socialism/
      http://realcurrencies.wordpress.com/faux-economics/

    • phaidros
      22. Juli 2012 22:34

      Liberalismus und Sozialismus sind rationalistische und abstrakte Ideologien die den selben Ursprung haben

      Sg. Hr. Scheiber, selbst, wenn man das anerkennt (auch vom gleichen Ursprung ausgehend kann man zu diametral anderen Ergebnissen gelangen) bleibt da immer noch die Frage, warum der Liberalismus, der den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellt, dessen Abschaffung betreiben sollte.

      BG

    • ProConsul
      22. Juli 2012 23:09

      danke Hans für deine ergänzenden und wertvollen Worte.

      phaidros & wertkonservativer

      die Abschaffung des Menschen ist natürlich nicht buchstäblich gemeint, sondern wie aus dem Kontext eigentlich ersichtlich sein sollte, dass der Mensch zu einem konsum-orientierten, materialistischen "Tier" degradiert wird. Erik von Kuehnelt-Leddhin nannte das die "Verschweinung der Welt", welche gerade von den Linken und Liberalen umgesetzt wird.

      "Was aber kennzeichnet - „umgekehrt“ - die Linke? Es ist der Drang zu Gleichheit und Identität. Der Wunschtraum der Linken ist ein Staat mit einer Gesellschaft und einer Wirtschaft, nicht von Freiheit, sondern von Gleichheit und Nämlichkeit, von „Identität“ geprägt und beherrscht, ein Land (nicht ein Reich!) mit nur einer Sprache, einer Rasse, einer Sitte, einer Partei, einer Klasse, einem Lebensstandard, einem Schultyp, einem Zentrum, einer Denkungsart. Ein materiell gesicherter Versorgungsstaat also, in dem keine Gefahr besteht, daß sich irgend jemand besser dünkt, daß Unvorhergesehenes geschehen oder ein Notstand ausbrechen könnte, und so weiter. Daß die Erreichung und Bewahrung dieses Zieles nur mit totalitären Maßnahmen möglich ist, stört die linken Träumer nicht. Angefangen hat dies mit der Französischen Revolution, in der man schwangere Frauen von Royalisten in Weinpressen ausquetschte und Mütter mit ihren Kindern in Backöfen zu Tode röstete, und es fand sein wahrscheinlich nur vorläufiges Ende mit den Kazetts, Kontslagery, Gaskammern und Genickschüssen unserer Zeit. Die panische Angst, daß sich all das wiederholen könnte, ist nur allzu berechtigt." (Erik Kuehnelt-Ledddhin, Die großen Denker)

    • phaidros
      23. Juli 2012 00:07

      Abschaffung des Menschen .. nicht buchstäblich gemeint, sondern .. dass der Mensch zu einem konsum-orientierten, materialistischen "Tier" degradiert wird.

      Das war mir schon klar. Für den Liberalismus kann ich das aber so nicht akzeptieren, denn der macht darüber keinerlei pauschale Aussage.

      Der Mensch als Individuum soll in seinem streben nach Glück maximale Entfaltungsmöglichkeiten haben. Entscheidet sich ein Mensch für ein degradiertes Dasein als konsum-orientertes Tier, so ist das seine individuelle Entscheidung. Und wenn er dabei unglücklich wird, seine individuelle Fehlentscheidung, mit der er zu leben hat. (Ich persönlich zöge es jederzeit vor, mit meiner Entscheidung unglücklich zu werden als keine Entscheidungsfreiheit zu haben, was auf einen oktroyierten Lebensplan hinausläuft.)

      Aber das kann man nicht der Grundidee des Liberalismus anlasten, finde ich.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • de Voltaire (kein Partner)
      23. Juli 2012 16:08

      Gut, das ich die Diskussion bis zum Ende gelesen habe: "Entscheidet sich ein Mensch für ein degradiertes Dasein als konsum-orientertes Tier, so ist das seine individuelle Entscheidung. Und wenn er dabei unglücklich wird, seine individuelle Fehlentscheidung, mit der er zu leben hat." Das ist die Aussage, die ich (hätte ich sie nicht von phaidros vorgefunden) eingeworfen hätte. Der Liberalismus zwingt niemand und fördert niemand in diese Entscheidung, er zwingt und fördert nur niemanden dagegen. Ein himmelhoher Unterschied!

      Eine liberale Gesellschaft erlaubt Tugenden, erlaubt christliche - aber eben auch andere Werte. Jeder darf am Sonntag zum Kirchgang - aber nur in Gottesstaaten muss er. Nur wenn ich ein sehr negatives Menschenbild hätte, würde ich hier von einer Abschaffung des Menschen sprechen, nur dann würde der Wegfall von Zwang als Abschaffung interpretiert werden können. Aber dann würde auch ein Gottesstaat den Menschen nicht "retten", davon bin ich zutiefst überzeugt.

      Ach ja: "Ich persönlich zöge es jederzeit vor, mit meiner Entscheidung unglücklich zu werden als keine Entscheidungsfreiheit zu haben, was auf einen oktroyierten Lebensplan hinausläuft." - sehe ich genauso!

    • Johann Scheiber
      23. Juli 2012 16:35

      "Ich persönlich zöge es jederzeit vor, mit meiner Entscheidung unglücklich zu werden als keine Entscheidungsfreiheit zu haben, was auf einen oktroyierten Lebensplan hinausläuft."

      Damit haben sie völlig recht phaidros und Voltaire, ich unterschreibe das auch, denn dies ist sozusagen der Freiheitsfortschritt der modernen Welt schlechthin.
      Hegel meinte in diesen Zusammenhang, dass es das Kennzeichen der modernen Welt sei, dass nichts in die Gesinnung eingehen mehr kann, was nicht durch den Verstand gerechtfertigt wird.

      Nur, dieser durch den Liberalismus auf die Spitze getriebene methodische Individualismus ist nicht vereinbar mit den Institutionen dieser Welt und daher auch nicht in der Lage die Substanz, aus der heraus der Mensch lebt, zu bewahren. Die bloß formal gefaßte Freiheit zieht nach sich, die Furie des Verschwindens.
      Scheinbar gibt es nur zwei Wege mehr, den der weiteren Zersetzung und den der Rückkehr zum Gottesstaat. Dem ist nicht so, ich halte sie beide für falsch.

    • ProConsul
      23. Juli 2012 21:01

      phaidros & de voltaire

      was sie beide vertreten sind typisch altliberale Ansichten, wie sie auch Dr. Unterberger vertritt. Das mag in der Theorie stimmen, in der Praxis führt es ins Verderben, wie auch Johann Scheiber konzediert. Ein kleines Beispiel: manche Liberale meinen mit genau denselben Argumenten wie sie, man sollte den (harten) Drogenkonsum legalisieren. Nur die Konsequenzen wird die ganz Gesellschaft treffen, denken sie einmal an Beschaffungskriminalität, Drogenentzug, etc. Bei all den anderen negativen Begleiterscheinungen der liberalen, westlichen Massendemokratie sind die Zerfallserscheinung nicht so unmittelbar und drastisch aber es läuft auf dasselbe hinaus, den Zerfall der Gesellschaft. Die Konsequenz von ihren altliberalen Ansichten wird sein, dass sie und ihre Familie in streng gesichterten gated-communities leben müssen, so wie es in manchen anderen Ländern bereits der Fall ist.

      Hans, es mag einen dritten Weg geben, aber der kann nur durch ein Wunder (Gottes) geschehen. Da folge ich lieber Doz. Romig, den das was er vertritt hat zumindest 1000 Jahre in Europa funktioniert. Alle anderen Theorien und esoterischen Wundergeschichten nicht!

    • phaidros
      23. Juli 2012 22:40

      Danke, ProConsul - nun weiß ich endlich, was ich vertrete.

      Beispiele sind als Argumente ungeeignet. Mit ihnen kann man lediglich Prinzipien bzw. Argumente illustrieren, aber keine Beweise führen.

      Aber sei's drum, gehen wir kurz darauf ein*): Warum sollte es für eine legale Sache, für die ein Markt mit realistischen Preisen entstünde, bspw. Beschaffungskriminalität geben?

      Aus dem falschen Beispiel postulieren Sie im nächsten Satz gleich - argumentlos! - dass es mit allen anderen negativen Begleiterscheinungen »dasselbe« wäre und beschwören einen »Zerfall der Gesellschaft«. Unwiderlegbar, sehr dramatisch, aber auch völlig unbewiesen.

      Zu Ihren »gated-communities« sage ich also: darauf würde ich es mit Frieden und Freude ankommen lassen - denn die würde es selbstverständlich nicht geben.

      Nochmals ist aber festzuhalten: diese Diskussion ist müßig, denn weder die liberale, noch die sozialistische Gesellschaftsform wird es in ihrer Reinform jemals geben. Daher wiederhole ich gerne: ein Liberaler (jedenfalls meiner Prägung) ist kein träumender Umstürzler, der alle staatlichen Institutionen abschaffen will (zwischen den und einen Terroristen passt kein Blatt Papier), sondern ein Realist, der die Notwendigkeit erkennt, ständig in Richtung des (ohnehin unerreichbaren) Ideals zu arbeiten.

      Auf die Art und Weise des von Ihnen angesprochenen »1000-jährigen Funktionierens«, nämlich eines Gottesstaats, sprechen wir es doch ruhig aus, was Hr. Romig da anstrebt, verzichte ich sehr, sehr, sehr gerne. Gegenbeweis: auch das Römische Reich hat 1000 Jahre lang funktioniert und zwar Ganz ohne Gott. In diesem Punkt bin ich auch nicht diskussionsbereit, zumal eine liberale Gesellschaft für eine Kirche immer Platz haben muss und wird. Umgekehrt aber nicht.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      *) Ohne, dass das meine Einstellung zum Thema widerspiegeln würde. Ich bin trotzdem nicht für eine Freigabe von Drogen. Schon aus der technischen Überlegung, dass das ausschließlich flächendeckend zieführend wäre - das aber wird nicht passieren.

    • phaidros
      24. Juli 2012 22:26

      Nochmal zu Hrn. Scheiber:

      Nur, dieser durch den Liberalismus auf die Spitze getriebene methodische Individualismus ist nicht vereinbar mit den Institutionen dieser Welt und daher auch nicht in der Lage die Substanz, aus der heraus der Mensch lebt, zu bewahren. Die bloß formal gefaßte Freiheit zieht nach sich, die Furie des Verschwindens.

      Da werfen Sie meines Erachtens Liberalismus mit Anarchie in einen Topf. Ich wusste nicht mehr, wo ich es gelesen hatte, bis ich heute bei Ortner wieder fand, der es wie üblich ausgezeichnet auf den Punkt bringt:

      Entgegen einer weit verbreiteten Annahme bedeutet “neoliberal” nicht völlig unregulierten Turbo-Kapitalismus ohne wenn und aber. Ganz im Gegenteil: ...
      ...Neoliberale Vordenker sahen die Gefahr, dass ein ungeregelter Markt dazu tendieren kann, durch die Bildung von Monopolen den Wettbewerb aufzuheben, und dadurch seine eigene Grundlage zu zerstören. Markt ist nach Auffassung des Neoliberalismus daher nicht naturwüchsig, sondern muss durch den Staat gewährleistet werden.


      Dem will ich eigentlich gar nchts hinzufügen.

      (aus: http://www.ortneronline.at/?page_id=163 )

      BG phaidros.vie@gmail.com

  21. Wertkonservativer
    22. Juli 2012 11:24

    Ich hab' derzeit viel Zeit und Muße, daher mein rascher Kurzkommentar:

    Was auch immer 2011 geschah, im Positiven und Negativen, in unserem persönlichen Rahmen, im Land und in der Welt: ein Jahr unseres Lebens ist unwiederbringlich dahin!

    Wie jeder Einzelne von uns versucht, sein Leben sinnvoll zu meistern, sei es in Familie, Beruf oder in Mitwirkung am öffentlichen Gemeinwohl, ist persönlichste Entscheidung.

    Eines noch: je älter ich wurde und werde, desto mehr wächst mein Verständnis für andere Lebens- und Weltentwürfe (ohne meine grundsätzliche Weltsicht und politische Einstellung deswegen zu verändern oder aufzugeben).
    Fanatismus, undifferenziertes Verächtlichmachen anderer Meinungen, stures Festhalten an überholten Einstellungen und Dogmen, das alles liegt mir inzwischen fern.
    Wer mich nach diesem Geständnis als "Linken" punzieren möchte (z.B. @xRatio, Cotopaxi & Co.), dem sei dies weiterhin unbenommen.
    Ich gedenke jedoch, bis zu meinem seligen (?) Ende, der zu bleiben, der ich bin:

    ein Wertkonservativer!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  22. knieriem
    22. Juli 2012 11:01

    Mit einem (politischen) Jahres-Rückblick 2011 mitten in der sommerlichen Urlaubszeit 2012 kann ich wenig anfangen, zumal uns aus dem Jahr 2011 wenig mehr blieb, als politisches und ökonomisches Chaos und einiger bitterer Nachgeschmack, daher

    OT - etwas "Freewheeling"

    Popper meint, alles Wissen, auch das wissenschaftliche, ist "Vermutungswissen" und kann nicht bewiesen, sondern nur falsifiziert werden. Allerdings tut sich "die Wissenschaft" mit der Falsifizierung reichlich schwer - weshalb auch das böse Wort umgeht, dass "Theorien nicht sterben", sondern nur die Wissenschaftler, welche diese vertreten.

    Möglicherweise gibt es Anzeichen dafür, dass nun auch der Weltklimarat der UNO dieser Behauptung zum Opfer fällt: Im heutigen Kurier wird - sehr vorsichtig - darüber berichtet, dass anhand der Untersuchung von 2000 Jahre alten Baumfunden in Nordeuropa und den daraus rekonstruierbaren Klimakurven die Möglichkeit besteht, dass wir doch nicht einem "global warming" unterliegen sondern vielleicht sogar - einem größeren Klimazyklus geschuldet - in ein "global cooling" eintreten könnten.

    Was mich daran frappiert, ist die offensichtliche Kurzsichtigkeit, welcher die Wissenschaftler und deren "offizielle Vertreter" bzw. Auftraggeber bzw. Sponsoren (wie der Weltklimarat) unterliegen. Da werden "Studien" und "Untersuchungsergebnisse" ohne Rücksicht auf Qualität und Repräsentativität "hinausgepfeffert" und den nicht weniger unbedarften Medien überlassen, die in ihrer Nachrichtengeilheit durch "redaktionelle Gestaltung" ein Übriges zur Verbreitung unfundierter, fehl- oder nicht aus-interpretierter Resultate und Meinungen beitragen.

    Und dies ist auch in der Politik - leider - nicht anders, wobei dort noch erschwerend hinzu kommt, dass die Medien, besonders in unserem Lande, unter den Zwängen von Pressesubventionen und Werbe- bzw. Anzeigen-Einnahmen unter einem erhöhten Wirtschaftlichkeitsdruck stehen.

    Was Wunder, dass unter solchen Umständen weder in der Politik noch in der Wissenschaft "Epochales" herauskommt - es sei denn, man betrachtet die vermutliche experimentelle Bestätigung der Existenz des "Gottesteilchens" als "epochal" und nicht als ein weiteres Faktum, welches ein Meer von neuen Fragen - und damit eine Vergrößerung des Nichtwissens und des Chaos - in den so überaus intelligent verschalteten Ganglien des "homo sapiens sapiens" generiert.

    Dazu ein kleiner Epilog aus Nietzsches "Menschliches, Allzumenschliches"
    Moralität und Erfolg
    Nicht nur die Zuschauer einer Tat bemessen häufig das Moralische oder Unmoralische an derselben nach dem Erfolge: nein, der Täter selbst tut dies. Denn die Motive und Absichten sind selten deutlich und einfach genug, und mitunter scheint selbst das Gedächtnis durch den Erfolg der Tat getrübt, so dass man seiner Tat selber falsche Motive unterschiebt oder die unwesentlichen Motive als wesentliche behandelt. Der Erfolg gibt oft einer Tat den vollen ehrlichen Glanz des guten Gewissens, ein Misserfolg legt den Schatten von Gewissensbissen über die achtungswürdigste Handlung. Daraus ergibt sich die bekannte Praxis des Politikers, welcher denkt: "gebt mir nur den Erfolg: mit ihm habe ich auch alle ehrlichen Seelen auf meine Seite gebracht — und mich vor mir selber ehrlich gemacht". — Auf ähnliche Weise soll der Erfolg die bessere Begründung ersetzen. Noch jetzt meinen viele Gebildete, der Sieg des Christentums über die griechische Philosophie sei ein Beweis für die größere Wahrheit des ersteren, obwohl in diesem Falle nur das Gröbere und Gewaltsamere über das Geistigere und Zarte gesiegt hat. Wie es mit der größeren Wahrheit steht, ist daraus zu ersehen, dass die erwachenden Wissenschaften Punkt um Punkt an Epikur's Philosophie angeknüpft, das Christentum aber Punkt um Punkt zurückgewiesen haben.

    • phaidros
      22. Juli 2012 11:35

      Danke für den Hinweis. Können Sie etwas genauer sagen, wo Sie den Klima-Artikel im Kurier gefunden haben? Online finde ich auf die Schnelle nichts.

      Zum Thema als solchem möchte ich zwei Science-Blog-Artikel emfpehlen:
      »Erdfieber - Das Unbehagen der Wissenschaft bei der Klimadebatte« von Gottfried Schatz: http://tinyurl.com/d69nlbe

      »Signal to noise: Betrachtungen zur Klimawandeldiskussion« von Reinhard Böhm: http://tinyurl.com/7e3d3jp

      Und was die »Unbedarftheit« der Wissenschaft gegenüber Medien betrifft, hat Franz Kerschbaum gemeint: »Die Wissenschaftler sind ja selbst schuld«: http://tinyurl.com/cqsflo3

      In Summe etwas mehr zu lesen, aber bei diesem Sonntag-Wetter...

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • terbuan
      22. Juli 2012 13:47

      @phaidros

      Hier findest Du die Quelle, es ist ein Forschungsergebnis der Mainzer Johannes Gutenberg Universität, welche aufgrund von Untersuchungen an mehr als 2.000 Jahre alten Kiefern in Lappland eine Abkühlung des Klimas seit dem Jahre 138 v.Chr. in Nordeuropa von -0,3 Grad pro Jahrtausend ermittelt hat:
      http://www.uni-mainz.de/presse/52594.php

    • phaidros
      22. Juli 2012 14:15

      Danke, terbuan (und knieriem) - sehr interessant!

      (Nur) Wer den Artikel ebenfalls gelesen hat und sich für Details interessiert, mag vielleicht weiterlesen, zwei Dinge möchte ich nämlich dazu anmerken:

      Im Wesentlichen stützt sich diese Studie auf Baumringuntersuchungen (die ich generell und prinzipiell für absolut valide halte). Da wird es zum Boomerang, wenn »die Klimaleugner« einerseits dauernd »den Klimahysterikern« vorwerfen, dass ihre Untersuchungen sich auf Baumringmessungen stützen, aber Baumringe gar nichts zeigen. Und sich jetzt auf genau solche Untersuchungen berufen wollen.

      Und zweitens: man muss selbstverständlich so ein Ergebnis in die Gesamtschau einordnen (wie es ja auch im Artikel in den letzten Sätzen passiert). Eine generelle Erwärmung schließt auch eine langfristige Abkühlung in einer Region selbstverständlich keineswegs aus.

      Gesondert möchte ich etwas zum Argument mit dem Sonnenabstand sagen, denn das erscheint mir etwas seltsam: Dieser Abstand hat sich in den 2150 Jahren des Studienzeitraumes mit Sicherheit nicht so verändert, dass er nicht in der völligen normalen Sonnenaktivität völlig untergehen würde: die höchste akzeptierte Zahl lautet 19m/Jahrhundert, das sind in 2100 Jahren 19x21m ~ 410m. Der akzeptierte Wert für die Sonnenentfernung (genauer: die große Halbachse der Ellipse der Erdumlaufbahn) lautet 149 597 870 691 m ± 6 m. Selbst, wenn man berücksichtigt, dass sich die Strahlungleistung mit dem Quadrat der Entfernung ändert, ist da mit max. 410m eine Erklärung für eine Abkühlung von 0,3°/Jahrhundert nicht drin. Für die angenommene Ausdehnung des Sonnensystems gibt es übrigens mehrere Ideen, aber keine schlüssige Erklärung und auch systematische Messfehler werden nicht ausgeschlossen.

      BG phaidros

    • knieriem
      22. Juli 2012 14:17

      @phaidros
      Sorry, es war nicht der Kurier sondern das Profil ("Global Cooling", S.73)

    • phaidros
      22. Juli 2012 14:40

      Danke. Online haben die leider offenbar (noch?) nix, aber ich schaue halt weiter.

      Unter dem Stichwort »Global Cooling« schmeißt jede Suchmaschine sowieso Tonnen heraus, aber das ist ja nichts Neues.

      Dass es zumindest in den letzten 150 Jahren eine relativ starke Erwärmung gegeben hat, wurde von durch die Universität Berkeley nachgewiesen (bemerkenswerter Weise unter der Leitung des »Skeptikers« Richard Muller). Aufgrund des kurzen Zeitraumes musste man dazu nicht auch nicht auf »Proxies« (also »Stellvertreterwerte« wie Holzdichten (im Volksmund »Baumringe«) oder Isotopenverhältnisse) heranziehen, sondern konnte direkt gemessene Temperaturdaten auswerten.

      Dieses Video zeigt das Ergebnis: http://berkeleyearth.org/movies/

    • terbuan
      22. Juli 2012 14:47

      @phaidros
      Danke, die Klimadebatte ist zu einer Glaubensfrage geworden, weil wir auch hier keine wirklich abgesicherten Erkenntnisse haben, daher enthalte ich mich auch bei diesem Thema weiterer persönlicher Stellungnahmen.
      Dessenungeachtet unterschreibe ich jede Form des Umweltschutzes zur Vermeidung zerstörerischer Klimabeinflußungen durch Menschenhand.

    • phaidros
      22. Juli 2012 14:57

      Ganz genau so sehe ich das eigentlich auch. Ich bin da etwas schizophren: einerseits halte ich das Getue ums CO2 für Hysterie,andererseits finde es trotzdem durchaus ok, dass wir bspw. die Autoindustrie etwas in die Pflicht nehmen, abgasärmere Motoren zu entwickeln. Und es scheint ja auch zu gehen.

      Ganz unabhängig davon: ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil vom oben Gesagten: im Artikel ist von der Änderung des SonnenSTANDES die Rede, nicht von der Änderung des SonnenABstands, wie von mir gelesen (und als seltsam empfunden). Da ist natürlich vieles denkbar - aber auch unmittelbar einleuchtend, dass jede Änderung des Sonnenstandes an einer Stelle eine umgekehrte an anderer Stelle haben muss.

      Zur Erklärung: die Erde ist zwar kreiselstabil, aber die Achse liegt deswegen nicht völlig starr im Raum. Es gibt eine langsame, rd. 25000-jährige Torkelbewegung (»Präzession«, wie bei jedem Spielzeugkreisel), aber auch kurze »Nickbewegungen« über wenige (18?) Jahre (»Nutation«). Das kann natürlich lokal Vieles bewirken (und durch die ungleiche Landmassungverteilung auch global).

      'tschuldigung für die Schlamperei!

    • phaidros
      22. Juli 2012 16:33

      Auf's nochmalige Lesen muss ich noch etwas nachschieben, terbuan:

      Die Erwärmung, die Berkeley (lediglich wieder-)gefunden hat, ist durchaus abgesichert nach allen Regeln der Kunst, wir verfügen also durchaus über abgesicherte Erkenntnisse.

      Daten und Verfahren wurden bereits vorab der Öffentlichkeit zur Diskussion zur Verfügung gestellt (sogar das hat Kritik ausgelöst!?) und standen auch den schärfsten Kritikern zur Verfügung. Du und ich können angefangen von den Rohdaten über die Beschreibung der eigens entwickelten Mathematik und Statistik bishin zu den Auswertungsprogrammen frei zugänglich herunterladen.

      Derzeit sind die Papers beim Journal of Geophysical Research zur Peer Review eingereicht.

      Was diesen Teil betrifft, ist das Stadium der »Glaubensfrage« bereits weit hinter uns - das muss man schon auch zur Kenntnis nehmen.

      Was bis zu einem gewissen Grad eine Glaubensfrage ist (und immer bleiben muss), ist die Frage nach möglichen Folgeerscheinungen. Das ist auch der Bereich, in dem so viel Schindluder getrieben wird (in dem die seriöse Arbeit einfach absäuft - wie z.B. Simulationen, die weit besser sind als ihr zerstörter Ruf), aber die wissenschaftlische Grundlage als solche ist schon solide.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • terbuan
      22. Juli 2012 20:49

      @phaidros
      War jetzt einige Zeit "out of area", zu Deiner Replik:
      Ich bezweifle ja nicht die Ergebnisse der Berkeley Studie, die eine Erderwärmung um durchschnittlich +1 Grad in den letzten 50 Jahren ermittelt haben, aber was sind 50 Jahre gegenüber 2.000 Jahren, ein Klacks!
      http://www.klimaretter.info/forschung/nachricht/9712-wissenschaftler-raeumen-qskeptikerq-argumente-aus/

      Es hat immer wieder Wärme- und Kälteperioden gegeben, wir befinden uns eben in einer der Wärmeperiode, die möglicherweise von den Menschen einen Turbo erfährt, das ist meiner Meinung nach (noch) nicht nachweisbar und daher für mich weiterhin ein "Glaube". Hier der Langfristtrend mit sehr vielen Ausreissern nach oben und unten:
      http://www.moneycab.com/mcc/2012/07/11/klima-abkuehlungstrend-erstmalig-praezise-berechnet/

    • phaidros
      22. Juli 2012 21:23

      Danke für den link, terbuan. Der referenziert genau die BEST-Studie der Universität Berkeley, die ich oben erwähnte und unterstreicht ebenfalls, dass sie von Skeptikern finanziert wurde (zu denen sich Muller, der Leiter, wie erwähnt selbst zählte).

      Du fragst: »was sind 50 Jahre gegen 2000? Ein Klacks.« Das stimmt schon, aber die Erwärmung in diesen 50 Jahren hat dieselbe Größenordnung wie die Abkühlung der 2000, und das ist der Punkt! Ohne jetzt die genauen Zahlen parat zu haben, aber 1° in 60 Jahren ist ungefähr 30x so viel wie 1° in 2000 Jahren, und für eine natürliche Warmperiode ist das einfach zu schnell. Das ist es, was uns auffallen sollte und was einer Erklärung bedarf.

      BG

    • phaidros
      22. Juli 2012 21:44

      Da fällt mir noch ein Vergleich ein, der es eventuell deutlich macht: Wenn jemand in weniger als 2 Monaten (50 Tagen) 1½ mehr Geld verbraucht, als er in 6 Jahren (2000 Tagen) angespart hat - dann sollte ihm etwas auffallen, oder nicht?

    • terbuan
      22. Juli 2012 21:46

      Das ist nur eine Beobachtung in den letzten 50-60 Jahren, genauso könnte man die rasche Erwärmung ab dem 8. Jh und die Kälteperioden im 3. Jh und in der kleinen Eiszeit im 15. Jh dem Langfristtrend entgegenstellen, wie gesagt, möglicherweise ist der Mensch heute daran (mit)schuld, vielleicht aber auch nicht, in früheren Jahrhunderten war er es jedenfalls mit Sicherheit nicht (möglicherweise durch großflächiges Abbrennen von Wäldern, die aber eher durch Blitzeinschläge erfolgten, ansonsten haben Naturereignisse vorwiegend Einflüsse ausgeübt, Vulkanausbrüche haben auch schon ganze Sommer klimatisch in Winter verwandelt etc.).
      Da "glaube" ich eher an den Einfluß der Sonnenstrahlung!

    • phaidros
      22. Juli 2012 21:47

      Das würde zu weit führen, lieber terbuan. All das wird durchaus berücksichtigt - nur nicht geglaubt. (Das hat sich auch, glaube ich, mit dem Konto-Beispiel überschnitten) LG

    • phaidros
      22. Juli 2012 21:52

      Sonneneinstrahlung scheidet übrigens aus (bzw. unterstreicht eher das Ergebnis), da die Sonne aus dem letzten Minimum (da gibt es einen regelmäßigen etwa 11-jährigen Zyklus) viel »zu lange« gebraucht hat (ist ganz normal), um wieder Aktivität zu entwickeln. Eher war die von Skeptikern vielbejubelte Abkühlung des letzten Jahrzehnts darauf zurückzuführen als die Erwärmung.

      Aber das hatten wir alles eigentlich schon.

      In dem Zusammenhang empfehle ich Reinhard Böhm (ZAMG): »Signal to noise - Betrachtungen zur Klimawandeldiskussion« hier im Science-Blog (bzw. auf www.science-blog.at) sowie sein exzellentes Buch »Heiße Luft«

    • phaidros
      22. Juli 2012 22:26

      Was die Warmperioden 3. & 8. Jahrhundert betrifft, so glauben wir nicht, dass diese vergleichbar sind. Der Grund dafür besteht darin, dass wir uns aufgrund der relativen zeitlichen Nähe (ist nicht sehr weit in der Vergangenheit) ein ziemlich gutes Bild über die Vorgänge machen können: Isotopenverhältnisse in Ablagerungen von »Foraminiferen« (Einzellern mit Kalkschale), Tropfsteinen und arktischem Eis oder Gasanalysen aus Eisbohrkernen (die versiegelte Luftproben enthalten), Pollen, Baumringanalysen und eine ganze Reihe anderer Messtechniken teilen uns jeweils mit, was die Ursachen für diese Warmperioden waren.

      Nichts Vergleichbares trifft allerdings auf heute zu. Das Einzige, was wir an Unterschied zu damals sehen, ist der steigende CO2-Gehalt, mit dem die Temperatur relativ gut korreliert. Das ist, wohlgemerkt, kein Beweis für irgendetwas, lediglich ein Indiz - aber derzeit jedenfalls, um ein Modewort zu strapazieren, ein alternativloses. Soll heißen: die immer wieder genannten Alternativen wurden und werden durchaus berücksichtigt - sie kommen nur nicht in Frage. (Das bringt mich wieder zu dem, was ich oben über die physikalischen Argumente gesagt habe)

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 03:45

      @ Alle

      Zum einem wahrlich unbelehrbaren, kindischen, wenn nicht total bekloppten Klimaquatscher, der uns hier schon seit JAHREN nervt,
      braucht man nur Früheres, absolut Unwiderlegtes zu wiederholen:

      "xRatio nennt das »kindlich« - und ich bedanke mich herzlich dafür! Kinder bringen Dinge auf den Punkt, ohne unnötig kompliziert zu werden."

      Ganz recht, phaidros. Vor allem ersetzt Ihr kindlich-aggressives Geblubber keine Argumente. Man könnte weniger nachsichtig auch als schwachsinnig bezeichnen, was Sie immer extrem redselig ohne Punkt und Komma absondern, ohne dabei auch nur andeutungsweise auf Argumente einzugehen.

      Bereits vor mehr als einem Jahr habe ich Ihnen ein paar süße kleine Geheimnisse anvertraut, die nach wie vor ebenso vernichtend wie gültig sind. Da bei mir gespeichert und unwiderlegt, kann ich sie wörtlich wiederholen:

      1.
      Laut Umweltbundesamt stammen nur 1.2% des jährlichen CO2-Ausstoßes aus dem Verbrennen fossiler Brennstoffe (Öl, Kohle etc.).
      2 Prozent, also fast doppelt soviel, stammen aus der Atemluft des Menschen.
      Der Hauptanteil, weit über 90% hat natürliche Ursachen.

      2.
      Das 0.038%-ige Spurengas CO2 ist neben Wasser und Sonnenlicht die Grundlage unseres Lebens. Ohne CO2 gäbe es weder Pflanzen noch Tiere noch Menschen.

      3.
      CO2 ist schwerer als Luft, sammelt sich (zum Wohle der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt) also am Boden.
      Das Spurengas CO2 KANN also schon deswegen NICHT für den angeblichen "Treibhauseffekt" in der Stratosphäre verantwortlich sein.

      --------

      In Ihrer Antwort fabulieren Sie bloß von »Fließgleichgewicht« und "Kohlenstoffzyklus", worauf ich Ihnen (undwiderlegt und wörtlich bei mir gespeichert) zu verstehen gebe:

      "Alles was sich auf Erden tut, stammt aus irgendeinem "Zyklus". Der Mensch kann nichts hinzufügen zu dem, was nicht ohnehin auf Erden bereits vorhanden ist. Er kann wie alle Natur und jedes Lebewesen nur etwas umwandeln. Dabei geht auch nichts verloren.
      Läßt sich sogar mit Newton begründen. ;-) "


      Darauf hatten Sie weiter nichts mehr zu bieten als auf der nebensächlichen, eher locker ;-) gemeinten Erwähnung Newtons herumzureiten und dabei Ihre Unkenntnis des Energieerhaltungssatzes zu demonstrieren (der mit dem Gesagten durchaus etwas zu tun hat).

      So wie man Sie kennt, werden Sie auch jetzt wieder mit keinem Wort auf die oben genannten drei Punkte eingehen und dies unter allerhand nicht sachbezogenem Brimborium verbergen wollen.

      Zur Erinnerung nur mal eine Kostprobe:

      "xRatio, beeindruckend!
      Dass die Naturwissenschaft aber auch soo blöd ist, 100.000e Mannjahre in Forschung zu investieren, wo sich das Problem doch mit einigen wenigen Sätzen erschöpfend behandeln lässt! Aber, wie konnte ich vergessen: das sind ja alles verschworene Verbrecher, die nur Steuergelder ergaunern. Die Wahrheit ist für alle in ein paar Minuten zu ergooglen. Google kennt *keine* Grenzen, es ist der Quell aller Weisheit und Wahrheit.

      Es gehört schon eine gehörige Portion Selbstsicherheit dazu, eine ganze Zunft kluger Leute so saudämlich hinzustellen. Diese Selbstsicherheit kann nur profundem Fachwissen oder einem ebenso ausgeprägten Nichtwissen entstammen. Dazwischen gibt es mMn nichts."


      Mit sachlicher oder auch nur sachbezogener Argumentation hat dergleichen nun mal rein gar nichts zu tun. Sehr viel jedoch mit dem kindischen Versuch, Ansichten, die man nicht widerlegen kann, verzweifelt ins Lächerliche zu ziehen.

      Auch hier sind Sie einer sehr präzisen Frage von Marcus Aurelius redseligst ausgewichen, haben uns dafür aber stolz wie Oskar mit der wahrlich sensationellen Behauptung beglückt, seit 1800 sei es angeblich um milliwerte "wärmer" geworden.

      Naja, früher gabs hier mal die Eiszeit. Ihrem Tatendrang sind insofern keine Grenzen gesetzt:

      http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Phanerozoic_Climate_Change_(de).png&filetimestamp=20080404122844

      Gestatten Sie aber, daß man über solche ins Kabarett gehörenden Albernheiten nur noch den Kopf schütteln kann.

      Da Sie offenbar gar nicht anders können als immer nur haltlose Phrasen und Pöbeleien abzusondern (je länger umso schlechter), verzichte ich ausdrücklich auf eine Antwort Ihrerseits.

      Gehabt Euch wohl.
      xRatio

      P.S.: Wem das noch immer nicht reicht, kann auch hier mal nachschauen:

      http://www.andreas-unterberger.at/2012/06/fusnote-310-auch-ein-reiseverzicht-kann-bildungserweiterung-bedeuten/#comment-190619

    • phaidros
      23. Juli 2012 05:46

      @23.7. 3:45 - Copy und paste, gähn.

      nur 1.2% des jährlichen CO2-Ausstoßes aus dem Verbrennen fossiler Brennstoffe.

      Stimmt. Reicht völlig aus - ungeachtet, ob Sie sich das vorstellen können oder nicht.

      Ohne CO2 gäbe es weder Pflanzen noch Tiere noch Menschen.

      Stimmt. Und? Ohne Wasser gäbe gar kein Leben, und trotzdem könnten Sie ersaufen.

      3.CO2 ist schwerer als Luft,

      Stimmt. Die Erwärmung wird ja auch nur in Bodennähe beobachtet.


      Danke, sg. schreyvogel, dass Sie meinen Blick geschärft haben für den Wert, den solche Beiträge haben!

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • xRatio (kein Partner)
      23. Juli 2012 20:44

      Neues für Klimaquatscher
      (persönlich ist mir das völlig wurscht, weil ich keine Prolem damit habe, wenns mal wieder ein bißchen wärmer wird. "Warmzeiten" waren immer Blütezeiten der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt):

      DIE WELTWOCHE | Montag, 23. Juli 2012

      SENSATION WIDER WILLEN

      Schweizer und deutsche Klimaforscher haben nachgewiesen, dass sich die Erde in den letzten 2000 Jahren abgekühlt hat. Die Studie stellt die Grundlagen der bisherigen Wissenschaft in Frage. Sie sorgt international für mehr Aufsehen, als den Forschern lieb ist.
      Von Markus Schär

      «Wie schaffte es diese Studie je durch die Begutachtung?», fragte ein Scherzbold in einem Blog. Die witzige Bemerkung hat einen ernsten Hintergrund: Was Wissenschaftler der Uni Mainz und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) letzte Woche in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlichten, stellt die Grundlagen der Forschung in Frage, die der Uno-Klimarat IPCC seit zwanzig Jahren betreibt. Doch die Autoren selber wollen dies verhindern und kommunizieren deshalb ganz vorsichtig – um nicht zu sagen: halb gelogen.
      http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=545509

      xRatio

    • terbuan
      23. Juli 2012 21:28

      xratio
      Ein wenig hinten nach heute,
      über diese Studie diskutierten wir gestern schon den ganzen Tag! :-)

    • phaidros
      23. Juli 2012 22:19

      Die Fakten: es wurde eine offenbar topseriöse Studie in einem topseriösen, peer-reviewten Magazin veröffentlicht, die einen Abkühlungstrend gefunden hat.

      SENSATION!

      ERDERWÄRMUNG IST WIDERLEGT!

      Danke für das schöne Beispiel - es illustriert auf den Punkt das Problem: Es gibt weit und breit keine »Sensation«, lediglich die Journaille, die eine herbeizujubeln versucht.

      Zu den Details:

      Gefunden wurde eine Abkühlung, die in 2000 Jahren etwa 0,6° ausgemacht hat. Demgegenüber (und diese Abkühlung offensichtlich überlagernd) sehen wir derzeit eine Erwärmung, die etwa 1° in den letzten 50 Jahren ausgemacht hat.

      Terbuan, Du argumentierst, dass das ja »lediglich« eine Beobachtung über einen kurzen Zeitraum sei, und dass Du an normale Schwankungen (ausgelöst bspw. durch die Sonne*)) glaubst, aber ich bringe das Beispiel von oben nochmal in anderem Gewand:

      Wenn Dein Geschäftsführer mehr als das 1½-fache aller Rücklagen, die die Firma in rund 6 Jahren (2000 Tage) aufgebaut hat in weniger als zwei Monaten (50 Tagen) aufbraucht, und darauf angesprochen antwortet: »Das sind ganz normale Schwankungen des Kontostandes« - ohne eine andere, plausible Erklärung für den Abgang anbieten zu können - was macht machst Du mit dem?

      Wovon wir hier tatsächlich Zeugen wurden, ist schlichtweg das Veröffentlichen eines weiteren Details. Nicht mehr, nicht weniger. Im Klartext: gar nichts wird in Frage gestellt, Grundlagen schon gar nicht.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      *) ... die leider als Erklärung auch nicht in Frage kommt, weil der Aktivitätsverlauf der letzten 160 Jahre sich mit dem seit beobachteten Temperaturanstieg nicht zur Deckung bringen lässt.

    • phaidros
      23. Juli 2012 23:00

      Nachsatz: ganz genau diese verdammte Mediengeilheit (die es natürlich in beide Richtungen gibt) beschreibt und beklagt Dr. Reinhard Böhm im Science-Blog Artikel »Signal to Noise - Betrachtungen zur Klimawandeldiskussion«: http://tinyurl.com/7e3d3jp

    • phaidros
      23. Juli 2012 23:29

      2. Nachsatz: was diese Veröffentlichung allerdings tatsächlich widerlegt, ist das immer wieder wütend vorgetragene und falsche Argument, irgendetwas würde unterdrückt werden.

    • panzerechse (kein Partner)
      24. Juli 2012 23:26

      "... irgendetwas würde unterdrückt werden..."

      Tut es aber! ALLERDINGS hier und in diesem Blog NICHT...!!! HIER haben diese Lakaien keine Chance!!!

    • phaidros
      25. Juli 2012 08:13

      Alllenfalls wird nach Begutachtung (neudeutsch »peer review«) abgelehnt. »Unterdrückt« wird höchstens vom beleidigten Autor die Antwort des Journals, warum sein Beitrag (neudeutsch »paper«) nicht angenommen wurde. Und wer nicht einreicht, wird schon gar nicht unterdrückt.

      Nebenbei: Jedem steht es frei, Bücher zu veröffentlichen und Webseiten online zu bringen, also kann man von »Unterdrückung« schon überhaupt gar nicht sprechen. Papier und Datenleitungen sind halt geduldig, Begutachter nicht.

      Recht hat Hr. Bauer freilich, dass hier im Blog nichts unterdrückt wird.





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