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Dummheit, nicht Armut macht krank

Das Gesundheitssystem mit seinen explodierenden Kosten zählt neben Pensionen, Schulden und Demographie zu den gefährlichsten Zeitbomben, auf denen die Europäer sitzen. Und in keinem Bereich wird so emotional und gutmenschlich, aber in Wahrheit untergriffig argumentiert. Wie: „Gesundheit darf keine Frage des Geldes sein.“ Oder: „Es ist ein Skandal, dass Armut krank macht“.

Solche Sätze werden ständig wiederholt. Und dennoch sind beide Sätze falsch. Denn: Wenn Gesundheit keine Frage des Geldes sein darf, müssen dann etwa Ärzte, Krankenschwestern, Pharmaforscher, Rettungsfahrer und viele andere umsonst arbeiten? Nein, nein, das sei natürlich nicht gemeint. Also geht es doch um Geld.

Aber woher soll es kommen? Früher oder später wird natürlich der Staat als Lösung des Problems präsentiert. Aber wo nimmt dieser das Geld her? Durch noch mehr Schulden? Durch noch mehr Steuern und Sozialabgaben in einer der schon jetzt höchstbesteuerten Regionen des Globus? Obwohl dies mit großer Wahrscheinlichkeit zu noch mehr Steuerflucht und Steuervermeidung, also in der Summe zu Mindereinnahmen führen würde?

Der Staat muss Vieles reformieren, kann aber nicht alles finanzieren

Wer ehrlich ist – was nicht allzu viele Teilnehmer an der Gesundheitsdebatte sind –, der muss letztlich zugeben, dass auch der Staat keine Antwort auf die ständig steigenden Gesundheitskosten bedeutet. Die Staaten sind jedoch in ganz anderer Rolle gefragt: Sie könnten und müssten jene Einsparungen organisieren, die nicht auf die medizinische Qualität gehen. Und da gibt es viele Möglichkeiten, nein Notwendigkeiten.

Der Staat, wenn wir jetzt einmal nur von Österreich reden, müsste endlich Konkurrenz zwischen den Krankenkassen schaffen. Er müsste die absurden geographischen wie medizinischen Überkapazitäten der vielen aus Steuergeldern finanzierten Spitäler beenden. Hat doch Österreich so viele Betten und so viele Spitalsaufenthalte wie kein anderes europäisches Land. Werden doch wegen der Eitelkeiten von Landeshauptleuten und Bürgermeistern viel zu viele Spitäler betrieben, werden doch viel zu viele Patienten in teuren Spitalsbetten behandelt, nur weil das gratis ist, nur weil es keinen Altersheimplatz gibt.

Der Staat müsste die Spitäler zur Spezialisierung zwingen, sind doch in vielen Land-Krankenhäusern bestimmte, nur selten anfallende Operationen ein lebensgefährliches Gesundheitsrisiko. Er müsste durch Vorantreiben der Privatisierung von Spitälern für einen Qualitäts- und Kostenwettbewerb sorgen. Er müsste die leistungsfeindliche Macht der Schwestern-Gewerkschaft in vielen öffentlichen Spitälern einschränken. Er müsste insbesondere dafür sorgen, dass für jeden einzelnen Patienten der Hausarzt als einzige Drehscheibe alle jene Behandlungen koordiniert, für die öffentliche Gelder fließen, was viele Doppelbehandlungen und -diagnosen beenden würde.

Die ToDo-Liste ließe sich noch lange erweitern und sieht für jedes EU-Land im Detail anders aus. Mit solchen Maßnahmen ließe sich zweifellos vieles ohne medizinischen Verlust sinnvoller machen. Diese Maßnahmen sind aber bisher immer an Eitelkeiten, verheimlichten finanziellen Interessen und – zum Teil auch parteipolitisch fundierten – Machtkämpfen zwischen Bund, Ländern, Gemeinden, Sozialpartnern, privatwirtschaftlichen Anbietern, Schwesterngewerkschaften und Ärzten gescheitert.

Trotz allem: Medizin wird immer teurer

Dennoch sollte man sich keinen Illusionen hingeben: Langfristig werden die Gesundheitsausgaben dennoch europaweit weiter steigen, selbst wenn – unwahrscheinlicherweise – all diese Sparpotenziale genutzt werden sollten, die in jedem einzelnen Staat anders aussehen.

Das Steigen der Gesundheitskosten ist aus mehreren Gründen gewiss: Wir leben alle viel länger als frühere Generationen; daher fragen wir im Lauf der Jahrzehnte viel mehr medizinische Leistungen nach als frühere Generationen. Die Fortschritte der Medizin machen ständig mehr Leiden therapierbar, die bisher einfach tatenlos und damit in der Regel kostenlos hingenommen werden mussten. Unsere Ansprüche an einen problemlosen körperlichen Zustand werden immer höher.

Und all diese Entwicklungen werden durch die Demografie noch potenziert: Der Anteil der alten und daher krankheitsanfälligeren Menschen an der Gesamtbevölkerung wird immer größer. Und zugleich nimmt der ungesunde Lebensstil vom Übergewicht bis zum Missbrauch problematischer Substanzen ständig zu.

Krankheit ist immer das Risiko des Patienten

Was also tun? Irgendwann werden wir ein von allen involvierten Parteien bisher wie die Pest gemiedenes Tabuthema ansprechen müssen: Das ist der Patient selber. Immerhin ist letztlich jede Krankheit einzig und allein das existenzielle Risiko des Patienten. Das wird oft verdrängt. Er ist aber in vielen Fällen nicht nur für die Folgen, sondern auch für die Ursachen der Krankheit verantwortlich. Es gibt daher überhaupt keinen Grund, dass der Patient nicht auch in irgendeiner Form finanziell an seiner Krank- oder Gesundheit beteiligt wird.

An diesem Punkt einer Debatte wird einem meist sofort das populistische Argument entgegengeschleudert: „Soll der Kranke jetzt auch noch finanziell für seine Krankheit bestraft werden? Der ist eh schon bestraft genug. Das ist doch unmenschlich.“ Nein, das ist es nicht. Denn dadurch würde im Gegenteil das Interesse der Menschen an der eigenen Gesundheit deutlich erhöht werden.

Es kann doch nicht sein, dass die Bürger teuflisch auf ihr Auto aufpassen, weil sie jede Reparatur selber teuer zahlen müssen. Dass viele (natürlich keineswegs alle) Mitbürger ihren Körper aber skandalös vernachlässigen, schlecht behandeln oder gefährlichen Risken aussetzen: aus Ignoranz und weil die Reparatur ohnedies die Allgemeinheit zahlt.

Ärzte denken an den Geldbeutel der Patienten, nicht jenen der Krankenkassen

Interessanterweise beginnen auch Ärzte unabhängig von ihren eigenen Interessen kostenbewusster zu denken, wenn sie wissen, dass der vor ihnen sitzende oder liegende Mensch einen Teil der Kosten selber tragen muss. Das ist eine unterschwellig sehr wirksame Bremse gegen überflüssige Therapievorschläge. Da gibt‘s dann kein „Zahlt eh die Krankenkassa“ mehr.

Heute wissen wir, in welch hohem Ausmaß der eigene Lebensstil und das eigene Risikobewusstsein die eigene Gesundheit beeinflussen. Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsformen bis zu Diabetes ist unglaublich viel durch Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel signifikant (mit)ausgelöst. Dazu kommen die schweren Verletzungen und bisweilen lebenslangen Behinderungen durch Extremsport oder auch durch die riskante Ausübung harmloserer Sportarten.

Gewiss wäre es jetzt falsch und übel, wenn jeder Kranke mit dem Vorwurf „Selber schuld“ leben müsste. Gewiss kann und soll nicht in jedem Einzelfall gemessen werden, ob und zu wie viel Prozent Selbstverschulden vorliegt. Bei genetischen, infektions- oder umweltbedingten Erkrankungen ist das natürlich Null. Aber in jedem Fall wäre eine spürbare, wenn auch niemanden finanziell ruinierende Beteiligung an den Behandlungskosten ein starker Antrieb zu einem sinnvolleren Lebensstil. Das wirkt zehnmal besser, als es alle staatlichen Propagandaaktionen allein könnten.

Desinteresse und Bildungsmängel

Wichtig ist aber auch ein viel besseres Wissen um die eigene Gesundheit und ihre Bedrohungen. Da gibt es zweifellos gewaltige Mängel im Schulsystem, in dem Gesundheit nicht gerade einen Schwerpunkt bildet. Das wäre auch eine sinnvolle Realisierung des öffentlich-rechtlichen Auftrags des Gebührenfernsehens und -radios. Denn nirgendwo anders werden die Menschen mehr desinformiert als im Bereich Gesundheit: Denn hier sind viele Magazine und Beilagen rein inseratengesteuert. Es werden von den Medien also überwiegend jene Produkte und Therapien vorgestellt, die heftig und teuer beworben werden. Das sind aber in aller Regel weder die sinnvollsten noch die billigsten.

Denn nicht Armut macht krank, wie linke Ideologen behaupten, sondern Dummheit. Oder präziser formuliert: Wissensmängel, Desinteresse und Bildungsdefizite machen sowohl arm wie auch krank.

Das Gratis-Gesundheitssystem fördert aber Wissensmangel und Desinteresse. Denn wer glaubt, ohne Eigenleistung nur bisweilen den Körper bei Arzt oder Spital abgeben zu können und ihn gratis topfit zurückzubekommen, der hat natürlich auch kein Interesse an mehr Wissen oder gesünderem Leben.

Von der Pflichtschule zum Herzinfarkt

Das lässt sich auch durch erschreckende Statistiken beweisen. Männer, die nur eine Pflicht- oder Realschule besucht, aber keine sonstige Berufsausbildung haben, haben ein mehr als dreifach so hohes Herzinfarktrisiko wie jene mit Matura oder höheren Abschlüssen. Sie werden aber sicher nicht einer Armut wegen krank, auch wenn das noch so oft behauptet wird, auch wenn Pflichtschulabsolventen im Schnitt weniger verdienen als Akademiker. Denn Rauchen beispielsweise, um ein Hauptrisiko zu nennen, ist sicher weit teurer als Nichtrauchen. Und auch Wandern oder Laufen ist meines Wissens nach billiger als Bier, Stelze und Junk-Food vor dem Fernseher.

Es geht also um Motivation, um Einstellungsänderungen, um Bewusstseins- und Wissensaufbau. All das wird ebenso wie die Bereitschaft, bei Extremsport eigene Versicherungen abzuschließen, für den einzelnen viel wichtiger, wenn er selber finanzielle Auswirkungen einer Krankheit zu spüren bekommt. Wenn einer aber dennoch an allem desinteressiert ist, dann ist es erst recht legitim, dass er sich nicht auf Kosten der Allgemeinheit durchsetzen kann.

 

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2012 07:32

    Was Frl. Schmid im Bildungsbereich ist, ist Hr. Stöger im Gesundheitsbereich.

    Man muss sich die beiden nur ansehen und anhören - die könnten miteinander verwandt sein.

    Gute Nacht, Österreich!

  2. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2012 00:50

    "Gelebt, geliebt, geraucht, gesoffen und alles dann vom Doktor hoffen!"
    Und kosten darf das Kurieren natuerlich nichts?

  3. Ausgezeichneter Kommentatordickbrettbohrer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Juli 2012 07:30

    Nicht die intellektuelle Dummheit – bzw. das fehlende Wissen über gewisse Zusammenhänge – macht krank, sondern das fehlende Korsett der Tradition und der guten Lebensgewohnheiten. Seien wir doch einmal ehrlich: geben wir selbst ein selbstschädigendes Verhalten allein deshalb auf, weil wir um dessen negative Wirkungen wissen? Mal auf dem Teppich bleiben.

    Die Wurzel des Übels ist woanders zu suchen. Einen großen Anteil an der Entwicklung hat der Zerfall der gesellschaftlichen Strukturen, allen voran der Familie. Wo kein gemeinsamer Mittagstisch mehr den familiären Mittelpunkt darstellt, wo Frauen ihre traditionelle Rolle als Ernährerin der Familie nicht mehr ausfüllen (können), dort haben die Heranwachsenden keinen Halt mehr, weder emotional noch in ihren Eßgewohnheiten. Man gehe zur Mittagszeit durch eine Kleinstadt und achte auf die Kinder und Jugendlichen, die aus den Schulen strömen. Wohin lenken sie ihre Schritte? Zum Billa oder in andere Geschäfte, wo sie Junk kaufen und Junk essen. Dazu wird Zuckerwasser getrunken. Essen und Trinken werden mißbraucht zur reinen Lustquelle. Hier, jetzt, überall – und nur das, was schmeckt. Ernährung, gesunde vor allem, aber sieht anders aus und nimmt auch einen anderen Stellenwert im Leben ein. Wo gesellschaftliche und natürliche Grenzen fallen, ist der Mensch haltlos. Das ist seine Natur.

    Dazu kommt natürlich das Denken, daß Gesundheit „gemacht“ wird – von der Gesundheitsindustrie. Daß Gesundheit aber das Ergebnis harter Arbeit an sich selbst ist, dieses Wissen geht allmählich verloren. Der Wahnsinn, den zum Beispiel die Krebsindustrie samt ihren „Vorsorge“untersuchungen aufführt, ist kaum noch zu toppen. Die dämlichen Vorsorgeuntersuchungen sind vor allem Kundengewinnungsstrategien. Die Männer will man auch noch dafür verpflichten, die sind bislang ein wenig schlauer als die Frauen. Nach der Vorsorge bekommt man ein Pickerl und kann ein Jahr lang weitermachen wie bisher, meistens also gesundheitsschädigend. Je früher man bei einem Menschen irgendwas entdeckt, desto größer sind nach dieser verrückten Logik die Überlebenschancen. Klar, wenn sie einem Neugeborenen prognostizieren könnten, daß es irgendwann mal Krebs bekommen wird, hat dieses Kind vergleichsweise die längste Überlebensrate. Die überzeugten Kunden dieser Dienstleistung aber sind besessen von der Illusion, daß ihr Leben von diesen Maßnahmen abhängt und daß es besser ist, etwas früher zu erkennen als später.

    Das kostet alles viel Geld. Und es kommt vor allem dem Apparat zugute. Viel besser wäre es, wenn jeder sich privat versichern müßte gegen Unglücksfälle und Krankheiten, die nicht selbst verschuldet sind, denn auch das gibt es leider häufig. Weil aber das Geld mißbräuchlich verwendet wird, ist für den einzelnen im Notfall nichts mehr da, und er muß sich erst recht selbst helfen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2012 20:09

    o.T.

    Über 6 Jahre war der vorbestrafte Afrikaner unrechtmäßig in unserer Heimat und die Fremdenpolizei hat ihn unbehehligt gelassen.
    Hat sich der Rechtsstaat unter den Schwarzen Innenministerinnen jetzt vollkommen aufgelöst?

    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1270234/Bakary-J_Aufenthaltsverbot-aufgehoben?from=gl.home_panorama

  5. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2012 08:02

    Unser Gesundheitssystem ist krank und wird immer kränker.
    Alle daran Beteiligten tragen zumindest eine Teilschuld. Die Medizinerausbildung, die Ärzte, die Ärztekammer, die Krankenkassen mit dem Hauptverband, die Apotheken und deren Kammer, die Pharmaindustrie, sehr viel die unvernünftigen Patienten mit Vollkaskomentalität und vor allem die machtbesessenen Politik mit den Landesfürsten und dem Gesundheitsminister.
    Ich könnte darüber ein Buch schreiben, soviel Misswirtschaft wird da betrieben. Hier nur ein paar Fragen:
    ? Warum gibt es bei uns so viele Krankenkassen, welche keinen Wettbewerb zulassen? (vermutlich wegen der vielen zu vergebenden Dienststellen)
    ? Warum werden die Spitäler nicht aus einem Topf finanziert? (da würde vieles effizienter ablaufen)
    ? Warum verlangt man nicht für alle Arztkontakte einen Selbstbehalt? (da bei würden die Leute erkennen, dass Gesundheit auch etwas kosten kann/muss!)
    ? Warum gibt es unter den Apotheken keinen Wettbewerb? (im Gegenteil: da werden Gebietsmonopole verteidigt und die noch verbliebenen sog. Hausapotheken bei den niedergelassenen Ärzten bekämpft!).
    ? Warum kann man nicht banale Produkte (sog. OTP-Waren) auch in den Supermärkten kaufen? (das Argument mit der Hemmschwelle ist doch nur eine Scheinausrede)
    ? Warum gibt es bei manchen Arztbesuchen Terminvergaben und trotzdem lange Wartezeiten? Warum muss kann man bei vielen Ärzten, Ambulatorien und Kliniken stundenlang warten? (kostet die Wartezeit des Patienten gar nichts?)
    ? Warum muss man bei Dauermedikation sich mit Kleinpackungen zufrieden geben und immer wieder Arzt und Apotheke aufsuchen und den Medikamentenselbstbehalt bezahlen? (ist dies eine Methode, um Ärzte, Apotheken und vor allem die Pharmaindustrie zu mehr Umsatz zu verhelfen?).
    ? Warum werden oft chirurgische Eingriffe gemacht, welche nicht unbedingt erforderlich sind? (vermutlich zu besseren Auslastung der Abteilung?)
    ? Warum werden viele Patienten von den Medizinern unberechtigter Weise krankgeschrieben bzw. ihnen sogar die Früh-/Invalidenpension ermöglicht?
    usw. (diese haben dann vielfach neben der weiteren Schwarzarbeit ein "garantiertes Mindesteinkommen"!)
    Usw. usw.
    Jede der bisherigen "gut gemeinten" Reformen haben alles nur verschlechtert. Ich wünsche mir keinen verlorenen Krieg bzw. einen Totalzusammenbruch des Gesundheitssystemes, aber gibt es nicht doch eine andere Art, eine Totalreform zu ermöglichen?
    Dies meint ?lichst
    Ihr Observer

  6. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2012 12:08

    Ich komme soeben von einem Krankenbesuch in einem städtischen Spital in Wien.

    Allgemein herrscht unter den österreichischen Patienten die begründete Furcht vor, dass in frei gewordene Betten Muselmanen oder sonstige Kulturfremde nachrücken.

    Weit haben wir es durch unsere Polit-Verantwortlichen gebracht, dass man zu seiner Krankheit noch derartige Ängste auszustehen hat.

  7. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2012 09:57

    Gesundheit ist immer das Risiko des Patienten.

    Es ist auch im Gesundheitswesen nicht anders als auf allen anderen Gebieten dieser kranken Gesellschaft.

    Nachdem viele Menschen in unserer Gesellschaft sitzende Berufe haben, muss der Lebensstil, sprich Bewegung, Ernährung, etc. dem angepasst werden, dann braucht auch der heutige Mensch keinen (wesentlich weniger) Arzt.

    Es ist das Gesundheitswesen genauso von der Wurzel her krank, wie alles andere bei uns. Allein die Motivation der Ärzte, den Menschen eine vernünftigen Lebensstil zu raten und zu zeigen, hält sich aus Ertragsgründen in Grenzen, allein die Politik, das Gesundheitswesen dem Bedarf anzugleichen, Bedarf wird, wie beim Konsum, auch in diesem Bereich gemacht, hat 'aus Beschäftigungsgründen' wenig Interesse, das Gesundheitswesen zu reformieren, etc.

    All diese üblichen Tabus und Gutmenschlichkeiten, Lügen, etc. finden natürlich auch im Gesundheitswesen statt und die Motivation, da was zu ändern ist allseits gering, würden doch 'Pfründe' verloren gehen.

    Auch die Menschen, und die tragen ja alle ihr eigenes Gesundheitsrisiko, haben wenig Wissen und Motivation und, wie hier richtig geschrieben, auch Information, über wirklich gesundes Leben. Was da auf dem Gesundheitssektor alles dahergelogen wird, das geht auf keine Kuhhaut.

    Ich gebe ein Beispiel, was ich selbst erlebt habe. Mir wurden bestimmte gefährliche Medikamente vorgeschrieben, die ich erforscht und nicht genommen habe, sondern ich habe die Ernährung umgestellt und den Lebensstil und das Ergebnis schneller und vor allem sicherer und schadensfrei erreicht. Bei der Besprechung mit dem Arzt konnte ich ihm sagen, dass ich seine Medikamente nicht genommen habe und trotzdem das Gesundheitsziel erreicht habe, worauf er, er war einer der besseren Sorte, gefragt hat, mit welchen Maßnahmen ich das erreicht habe, die meisten interessiert nicht einmal das, worauf ich ihm die Ernährungsumstellung und die Bewegungstherapie genannt habe. Hat er gemeint, ja, wir sind da leider in der misslichen Lage, dass man von den Patienten diese (notwendigen) Umstellungen nicht erwarten kann. Worauf ich ihm gesagt habe, man muss sie verlangen.

    So ist es auch in der Politik und allen anderen Lebensbereichen, nur keine Diät, nur keine Mühe, nur keine Umstellung, nur keine (notwendigen) Reformen, nur keine Änderung des Lebensstils, es könnte ja Mühe bedeuten, etc.

    All der Ballast wäre gar nicht nötig, würden die Menschen auch bezüglich der Gesundheit eigenverantwortlich handeln und das Gesundheitswesen dann nämlich von innen reformieren, dadurch, dass man all diese Organisationen nur noch im notwendigen Ausmass und nicht zum Selbstzweck der Organisationen benutzt. Dann würde wohl sehr bald der Preis der Gesundheit sinken und die Menschen durch ihre Lebensweise gesünder sein.

    Statt am Abend ungesund vor dem Fernseher zu sitzen und ungesunde Nichtinformation zu konsumieren nebst ungesundem Junkfood und fettmachender Bewegungslosigkeit, wäre doch ein etwa 3-stündiger Spaziergang, auch ein Behinderter kann sich bewegen, wesentlich gesünder, statt Unmengen von Giftfutter aus dem Supermarkt, würden es auch ungedüngtes Obst und Gemüse vom Bauerhof (Bio-, nicht Ertragsbauer) tun und die Menge des Essens ist ebenfalls auf das notwendige Ausmass zu reduzieren.

    Also Ernährung und Bewegung und schon wird aus den kranken und miesen Menschen ein eigenverantwortlicher, lebensfroher Mensch und aus dem kranken Gesundheitswesen ein gesundes, weil nur noch jene übrig bleiben, deren Motivation der Dienst am Menschen ist und nicht der Verdienst und der Ertrag.

    Wir hatten auch in den 1950-er Jahren ein funktionierendes Gesundheitswesen ohne den Pharmaschwulst, ohne die vielen Spitäler, etc. und wir hatten damals auch gesündere, weil an Bewegung reich und Ernährung armen Menschen. Damals kam es vor, dass ein Arzt ohne Honorar für die Menschen noch was getan hat. Wie ist es heute ?

    Die ganze jetzige Gesellschaft ist süchtig in allen Belangen und die Sucht lässt sie alle, allzuviele halt, nicht mehr klar denken.

    Wollen wir eine ordentliche Politik, müssen wir selbst anpacken und neue Wege gehen, wollen wir ein neues Gesundheitswesen, müssen wir uns selbst um unsere Gesundheit kümmern.

    Das Risiko liegt immer beim Patienten, wir wollen aber keine Patienten sein, oder ?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatordickbrettbohrer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Juli 2012 07:30

    Nicht die intellektuelle Dummheit – bzw. das fehlende Wissen über gewisse Zusammenhänge – macht krank, sondern das fehlende Korsett der Tradition und der guten Lebensgewohnheiten. Seien wir doch einmal ehrlich: geben wir selbst ein selbstschädigendes Verhalten allein deshalb auf, weil wir um dessen negative Wirkungen wissen? Mal auf dem Teppich bleiben.

    Die Wurzel des Übels ist woanders zu suchen. Einen großen Anteil an der Entwicklung hat der Zerfall der gesellschaftlichen Strukturen, allen voran der Familie. Wo kein gemeinsamer Mittagstisch mehr den familiären Mittelpunkt darstellt, wo Frauen ihre traditionelle Rolle als Ernährerin der Familie nicht mehr ausfüllen (können), dort haben die Heranwachsenden keinen Halt mehr, weder emotional noch in ihren Eßgewohnheiten. Man gehe zur Mittagszeit durch eine Kleinstadt und achte auf die Kinder und Jugendlichen, die aus den Schulen strömen. Wohin lenken sie ihre Schritte? Zum Billa oder in andere Geschäfte, wo sie Junk kaufen und Junk essen. Dazu wird Zuckerwasser getrunken. Essen und Trinken werden mißbraucht zur reinen Lustquelle. Hier, jetzt, überall – und nur das, was schmeckt. Ernährung, gesunde vor allem, aber sieht anders aus und nimmt auch einen anderen Stellenwert im Leben ein. Wo gesellschaftliche und natürliche Grenzen fallen, ist der Mensch haltlos. Das ist seine Natur.

    Dazu kommt natürlich das Denken, daß Gesundheit „gemacht“ wird – von der Gesundheitsindustrie. Daß Gesundheit aber das Ergebnis harter Arbeit an sich selbst ist, dieses Wissen geht allmählich verloren. Der Wahnsinn, den zum Beispiel die Krebsindustrie samt ihren „Vorsorge“untersuchungen aufführt, ist kaum noch zu toppen. Die dämlichen Vorsorgeuntersuchungen sind vor allem Kundengewinnungsstrategien. Die Männer will man auch noch dafür verpflichten, die sind bislang ein wenig schlauer als die Frauen. Nach der Vorsorge bekommt man ein Pickerl und kann ein Jahr lang weitermachen wie bisher, meistens also gesundheitsschädigend. Je früher man bei einem Menschen irgendwas entdeckt, desto größer sind nach dieser verrückten Logik die Überlebenschancen. Klar, wenn sie einem Neugeborenen prognostizieren könnten, daß es irgendwann mal Krebs bekommen wird, hat dieses Kind vergleichsweise die längste Überlebensrate. Die überzeugten Kunden dieser Dienstleistung aber sind besessen von der Illusion, daß ihr Leben von diesen Maßnahmen abhängt und daß es besser ist, etwas früher zu erkennen als später.

    Das kostet alles viel Geld. Und es kommt vor allem dem Apparat zugute. Viel besser wäre es, wenn jeder sich privat versichern müßte gegen Unglücksfälle und Krankheiten, die nicht selbst verschuldet sind, denn auch das gibt es leider häufig. Weil aber das Geld mißbräuchlich verwendet wird, ist für den einzelnen im Notfall nichts mehr da, und er muß sich erst recht selbst helfen.


alle Kommentare

  1. TinTin (kein Partner)
    22. Januar 2015 15:16

    That's a cunning answer to a chgalenling question

  2. Stanley (kein Partner)
    20. Januar 2015 23:07

    If only there were more cleevr people like you!

  3. Seema (kein Partner)
    19. Januar 2015 14:01

    Great common sense here. Wish I'd thouhgt of that.

  4. cmh (kein Partner)
    29. Juli 2012 15:20

    "Denn nicht Armut macht krank, wie linke Ideologen behaupten, sondern Dummheit. Oder präziser formuliert: Wissensmängel, Desinteresse und Bildungsdefizite machen sowohl arm wie auch krank."

    Nein Herr Unterberger - präzise ausgedrückt kann das nur lauten : "die selbstverschuldete Dummheit". Denn für Wissenmängel, Bildungsdefizite ist doch das "Schulsystem" zuständig und Desinteresse ist eine Folge schlecht motivierter lehrer.

    Lassen wir es beim richtigen Namen: es ist die Dummheit der Leute, die sich für die Allegscheitesten halten.

  5. byrig
    28. Juli 2012 00:03

    man sollte sich über eines klar sein,wie auch die vergangenheit gezeigt hat:man kann im gesundheitswesen und system vielleicht einiges einsparen durch verwaltungsmassnahmen,rationierierungen etc.-aber billiger wird dieser sektor im hinblick auf das BNP sicher nicht!
    das könnte nur durch einen radikalen forschungsstop erreicht werden,wo keine neuen medikamente zugelassen werden dürfen,keine neuen apparate im op-bereich etc.
    ein beispiel dafür ist der einsatz der sogenannten statine zur senkung des cholesterinspiegels.
    bis in die mitte der 2000-jahre durfetn diese bis heute effizientesten medikamente zur senkung des gesamt-und ldl-cholesterins nur nach bereits eingetretenen ereignissen wie herzinfarkt,hirnschlag etc. verschrieben werden.
    sie waren angeblich zu teuer.
    in wirklichkeit hätten durch diese neuen medikamente zahllose viel teuere ereignisse verhindert werden können.
    unterm strich war das fürs gesunheitssystem ein verlust.
    und so wird es weitergehen.
    wenn man die forschung und innovation verbietet,wird man bis auf die üblichen erhöhungen der im system arbeitenden am gleiche niveau der ausgaben bleiben können.
    und das ist ja eh wichtiger als einen todkranken patienten,heute unheilbar,ielleicht heilen zu können.
    oder?

  6. Anton Aushecker (kein Partner)
    26. Juli 2012 10:04

    Dem Herrn Leitl muss man für seine SVA-Selbstbeteiligungssenkung dennoch ins Stammbuch schreiben: Wer echter Unternehmer ist (also alles was nicht gerade ein EPU ist), wird wohl über eine private Zusatzkrankenversicherung verfügen. Und ein nicht kleiner Teil der EPUs wohl auch.
    Diese Versicherungen ersetzen in den allermeisten Fällen den Selbstbehalt der gesetzlichen Versicherung. Rein finanziell profitiert also die private Versicherung...
    Besser wäre ein Anreiz gewesen, der die BEITRÄGE senkt und somit allen zugute kommt. Aber natürlich muss sich jeder selbst die Frage gefallen lassen, warum er erst durch finanzielle Motivation ein gesünderes Leben führen wollte...

    Ich jedenfalls halte die ganze Aktion für eine reine PR Aktion ohne reale Auswirkungen. Wie so meist aus dem Hause Leitl...

  7. Reinhard (kein Partner)
    26. Juli 2012 06:46

    Unterberger weist wortreich und unnötig ausschweifend nur auf eine unbestreitbare Tatsache hin: Gesundheit beginnt im Kopf, mit der eigenen Einstellung, und die Verantwortung trägt nicht allein die "Allgemeinheit", sondern auch jeder selbst. Ob seine Rückschlüsse bezüglich Lebensstil und Ernährungsweise korrekt sind, sollen die Fachleute bewerten; Fakt ist jedenfalls, dass Faulheit und Fresssucht im Kopf beginnen und die allerwenigsten Kranken heute noch an den Folgen einseitiger Bewegung im Job und die meisten an den Folgen eben jener Faulheit und Fresssucht erkranken. In einer Welt, in der fetttriefende halbe Henderl und Pizzen am Straßenrand als Snack verkauft werden und Schnitzel wie Sonntagsbraten tägliche Nahrung sind, in der Schoko-Automaten in Schulfluren stehen und kochfaule Leute chemische Fertignahrung in sich hineinstopfen, sollte einen das nicht wundern. Aber solange die Menschen sich beharrlich weigern, über ihren Lebensstil auch nur nachzudenken, weil es ja, wenn es um Genuss geht, "mein Körper" ist, wenn dann die physiologische Rechnung präsentiert wird, daraus aber plötzlich ein "Allgemeingut" wird, muss auch über eine Beteiligung der Menschen an den Folgen ihrer bewusst eingegangenen Gesundheitsrisiken diskutiert werden.
    @Möp, die Möglichkeit einzelner Ausnahmen von der Regel sagt uns jetzt was genau? Ich meine, außer dass es bei der Kranken- wie auch bei jeder anderen Statistik nicht um "das Einzelschicksal" sondern die Gesamtheit geht?
    Die übliche linke Kampfmethode, bei jedem Ansatz einer durch Statistiken unterstützten Lösung sofort den tragischen Einzelfall hervorzukramen um damit populistisch jede Reform zu unterlaufen und jeden rationellen Denkansatz zu diskreditieren, ermüdet. Bei jeder geforderten fetten Bezügeerhöhung für gutbezahlte Pensionistenhorden werden die zwei Prozent unter dem Existenzminimum lebenden uralten Mindestpensionisten aus der untersten Schublade gekramt und als Beispiel für die Notwendigkeit neuer Zuwendungen für unsere armen Altchen präsentiert - nur um hinterher wieder mit 50 Cent abgespeist zu werden, gewissermaßen als Reserve für den Populismus von morgen.
    Dass Selbstbehalte und Gesundheitsboni wie zB bei der SVA zu einer sehr erstaunlichen Gesundung der Patienten führen, sollte ebenso zu denken geben, wie die Tatsache, dass Krankenstände nur dort überbordende Ausmaße erreichen, wo es alles gratis gibt und Kündigungsschutz obendrauf. Aber kaum spricht das jemand aus, kriechen die linken Kampbazillen aus ihren Löchern und versuchen das Thema mit plumpen Parolen zu ersticken.
    Es gelingt Euch immer weniger, Genossen. Die Leute haben nämlich die Nase voll von Euren Denkverboten.

    • möp (kein Partner)
      26. Juli 2012 20:11

      Jaja, die Denkverbote. Da hab ich böser linker Kampfbazillus schon Schilder aufgestellt und jetzt sagst du mir, dass die Leute die Nase voll haben? Sowas aber auch.

      Mal ernsthaft - was soll dieser Begriff? Wie könnte irgendjemand das denken verbieten? Immer wieder dieser Schwachsinn. Weder ich noch die linkslinksten Kampfbazillen können irgendjemandem das denken verbieten.

      Davon abgesehen wollte ich keineswegs irgendeine Diskussion ersticken, ich bin übrigens für Selbstbehalte und für Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung. Ändert nichts daran, dass Unterbergers Argumentation wieder den maximalen Polemikgrad erreicht. Selbst wenn wir das auf "Dummheit macht krank" runterbrechen - was soll daraus folgen? Die Dummheit wird man wohl kaum aus der Welt schaffen und wenn jemand schon nicht auf seinen Körper schaut, so wird ihn wohl kaum ein Geldbeitrag davon abhalten sich zu Grunde zu richten. Das Problem hierbei liegt ja auch darin, dass die Probleme aus der Individualsicht natürlich immer in weiter Ferne sind, insofern ist die monetäre Perspektive in die Zukunft verschoben, da wird man so einfach keine Motivation erzielen.
      Zu den praktischen Dingen äußert sich unser Polemikmeister natürlich nicht. Nach welchen Kriterien werden die Selbstbehalte eingehoben? Wann wird der gesunde Sport zum "Extremsport" oder zur "riskanten Ausübung harmloser Sportarten"?
      Das ist hier immer alles so leicht dahergeschimpft aber praktische und auch realistische Vorschläge hört man kaum.

  8. Normalsterblicher
    25. Juli 2012 23:26

    Erstens ist es unmenschlich, mit Statistiken alle über einen Kamm zu scheren, weil natürlich jede Kriterienmenge einer Statistik beliebig weiter differenziert werden könnte, ohne dass dies praktisch machbar, oder gar von der Jagdgesellschaft erwünscht ist.

    Zweitens gewährt eine private Krankenversicherung auch einen Bonus für im Jahr nicht in Anspruch genommene Leistungen (zumindest eine, die ich kenne), was ein guter Ausgleich für statistische Pauschal-"Verurteilungen" wäre.

    Drittens zahlen Raucher über enorme Zigaretten-Aufschläge auch eine Gesundheitsabgabe.

    Viertens ist es sonderbar, weshalb Unternehmer, die bekanntlich ja länger im Büro sitzen, weniger Krankenstandstage haben als noch so gesund lebende Arbeitnehmer.

    Fünftens sind die letzten 10 Lebensjahre eines Menschen stets für Krankenkassen teuer, weshalb es sogar Statistiken gibt, die nachweisen, dass die behauptete verkürzte Lebenserwartung bei Rauchern andere Kosten, wie etwa Gelenksimplantate oder Pflegekosten wegen Alzheimer (Nikotin wirkt gegen Alzheimer), erspart.

  9. Undine
    25. Juli 2012 23:22

    Was mich immer wieder erstaunt, wenn über gesunde Lebensweise, speziell um gesunde Ernährung gescheit dahergeredet wird, ist die Tatsache, daß ausgerechnet jene Generation, die als Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene die Hungerjahre des WKI, die noch schlimmeren Nachkriegsjahre, den WKII und die anschließende Hungersnot durchgemacht hat---und dennoch 80, 90, 100 Jahre alt geworden ist!

    Wenn damals beispielsweise ein schlechtes Obstjahr war, gab's halt den ganzen Winter über keinen Apfel! Orangen und Bananen kannte man höchstens vom Hörensagen. Der einzige Vitaminspender war das Sauerkraut und etwas einlagerungsfähiges Gemüse. Wie konnte ausgerechnet diese Generation so alt werden, fast ganz ohne Vitamine, die, wie wir wissen, lebensnotwendig sind?

    Was ist es, was so viele dieser Generation so alt werden ließ, obwohl sie --kriegsbedingt--über Jahre hindurch mangelernährt und überhaupt unterernährt waren?

    Hier lesen und schreiben doch etliche Ärzte mit; vielleicht könnte jemand meine Frage beantworten.

    • dickbrettbohrer (kein Partner)
      26. Juli 2012 08:21

      Undine, ich bin zwar kein Arzt. Aber nach meinen Erfahrungen und meinem bescheidenen Bücherwissen zu urteilen, sind Ernährung und Lebensgewohnheiten die maßgeblichen Faktoren bei der Gesunderhaltung – ich spreche jetzt vom Trend, nicht von Einzelfällen. Denn auch ein gesund lebender Mensch KANN krank werden. Die Regel aber ist es nicht.

      Gesund leben, das heißt: rhythmisch gegliederter Tagesablauf mit festen Ritualen. Ob man morgens fastet und spät abends ißt, oder gut frühstückt und seine letzte Mahlzeit gegen 17 Uhr einnimmt, das ist völlig gleichgültig und von persönlichen Vorlieben abhängig bzw. von der Kultur, in welcher man lebt.
      Man lebe genügsam, in jeglicher Hinsicht! Keine Völlerei. Keine Einseitigkeiten. Frischkost, wo immer möglich! Also das, was Gottes Natur bietet, ob aus dem Garten oder vom Wochenmarkt. Sich die Zeit nehmen, um diese Frischkost zuzubereiten. Zwischen den Mahlzeiten mindestens 4 Stunden nichts essen. Jedes Jahr ein oder mehrmals kurze Fastenzeiten einschalten, diese Gewohnheit war keine Erfindung der Religionen, sondern hat sich aus dem Zyklus der Jahreszeiten und Ernten von selbst entstanden und dann in die Religion als Ritus integriert. Die Nachkriegsgeneration hatte Hungerzeiten durchzustehen, das war nicht schlimm, wenn diese nicht zu lange dauerte und die kärgliche Ernährung viele Vitalstoffe enthielt und nicht bloß den teuflischen Industriezuckerzucker und dessen Derivate. Zucker war auf Marken jederzeit zu erhalten, ist aber ernährungsphysiologisch eine Katastrophe, was kaum jemand weiß oder besser wissen will. (Ich persönlich esse seit 15 Jahren keinen Zucker mehr und kann dadurch eine chronische Krankheit so gut in Schach halten, daß ich vital und sportlich aktiv bin.)

      Was sind Vitalstoffe? Stoffe, die in der unzerstörten Pflanze vorkommen. Noch nicht alle diese Stoffe sind erforscht und werden, weil es sich um LEBEN handelt, nie völlig erforscht werden können. Der Arzt und Ernährungsforscher Werner Kollath (1970 verstorben) spricht von Auxonen, also Hilfsstoffen in den Lebensmitteln – diese seien lebensnotwendig. Durch die Verarbeitung der Lebensmittel oder gewisse Neuzüchtungen von Pflanzen werden diese Stoffe oft (ungewollt und unbewußt) herausgefiltert. Es ist zum Beispiel fatal, daß die Bitterstoffe in manchen Gemüsen verschwunden sind (Gurken, Chicoree) und Neuzüchtungen von Erdbeeren und Tomaten vitalstoffärmer sind als die Urfrüchte – die auch schneller verdarben: ein Hinweis auf ihre ernährungsphysiologische Hochwertigkeit, für die Industrie aber unbrauchbar. Ich komme hier vom Hölzchen aufs Stöckchen, aber man wird mir verzeihen: es ist dies ein weites Gebiet.
      Zusammenfassend kann man sagen: folge der Natur. Die Natur ist das Geheimnis, das wir niemals lüften werden. Wer einen Gemüsegarten hat – wie es früher die meisten hatten – tut schon sehr viel für die Gesundheit, auch in Hungerjahren.

      Lebensmittel sind übrigens von Nahrungsmitteln zu unterscheiden. Lebensmittel sind lebendig, Nahrungsmittel durch chemische, mechanische oder sonstige Verarbeitungsweisen so stark verändert, daß sie kaum noch einen Wert zur Erhaltung der Gesundheit haben. Alles, was durch einen Fabrikationsprozeß gegangen ist, können wir als wertlos betrachten, auch wenn es noch so wortreich angepriesen wird. Von Dr. Bruker, einem der Pioniere in Sachen Ernährung, stammt der bemerkenswert vielsagende Satz: „Essen und trinken Sie niemals etwas, wofür Werbung gemacht wird.“ Mehr muß dazu nicht gesagt werden.

      Was also ist es, was viele der Kriegs- und Nachkriegsgeneration alt werden läßt und ließ? Die Vollwertigkeit ihrer Lebensmittel und die festen Eßgewohnheiten, der Verzicht auf ständiges Naschen, das Wissen um den großen Stellenwert der Lebensmittel für Wohlbefinden, Geselligkeit und körperliche Gesunderhaltung. Strikte Gewohnheiten – zum Beispiel Fleisch nur sonntags. Ich weiß nicht, ob Fleischkonsum wirklich schlecht ist. Da kommt es wieder darauf an, was wir sonst noch so essen und in welcher Form das Fleisch genossen wird. Die Rückstände von Medikamenten im Muskelfleisch der Tiere sind ja wohl auch bedenklich. Vom ethischen Standpunkt her sollte man das Fleischessen einschränken. Aber das ist ein anderes Thema. Ich selbst esse Fleisch (keine Wurst, von der man nie weiß, was reingemischt ist), aber sehr selten.

      Nötig ist gesundes Mißtrauen gegenüber verpackter Industrienahrung, die sich ewig hält. Margarine verdirbt nicht, Konserven halten sich jahrelang. Die heutige „Frisch“Milch ist weder Milch im herkömmlichen Sinne noch „frisch“. Die Kühe würden rote Köpfe bekommen, wenn sie wüßten, für welche Panscherei sie sich melken lassen bis zur Auszehrung. Mütter glauben, sie tun ihren Kindern etwas Gutes mit diesen meist gefärbten und gezuckerten Produkten aus der Kühltruhe. Brot aus ausgemahlenem Korn ist eine Konserve und absolut nichts wert. Viele Leute glauben, Dinkel sei gesund. Das ist er gewiß, aber nur, wenn das Dinkelgepäck das ganze Korn enthält. Auch Weizen ist gesund, und Roggen – aber halt eben nur das ganze, volle Korn. Vollmehl verdirbt rasch, deswegen hab man im 19. Jh. damit begonnen, das Getreide auszumahlen, wobei die Vitalstoffe vom Mehlkörper getrennt wurden. Das feine, weiße Brot war geboren, hurrah! Es ist physiologischer Junk. Schmeckt prima, ich esse es auch gern. Aber nur gelegentlich, und als Nascherei, nicht als Mahlzeit.
      Heute kaufen besonders gesundheitsbewußte Leute Dinkelgebäck in der (leider irrigen) Meinung, dies sei gesund. Vielleicht sind ein paar Körner auf das Weckerl aufgestreut, damit der Schein gewahrt bleibt. Die meisten Verkäufer wissen sowieso nicht, was „Vollwert“ oder echtes „Vollkorn“ überhaupt ist. Da braucht man nicht zu fragen, man bekommt falsche Antworten.

      Insofern hat Dr. Unterberger schon recht: Dummheit macht krank. Doch noch eins kommt dazu: man muß schon klug werden WOLLEN. In meiner Umgebung sehr selten jemand etwas von gesunder Ernährung wissen, die halten jeden, der damit anfängt, für einen lästigen Gesundheitsapostel. Wer mehr wissen will, informiere sich aus seriösen Quellen. Ich nenne zwei Bücher, die als Augenöffner dienen und – möglicherweise – sogar Leben retten können:

      Dr. M. O. Bruker, Unsere Nahrung, unser Schicksal (Grundlegendes Wissen, einfach zu lesen)
      Werner Kollath, Die Ordnung unserer Nahrung (für weitere Informationen, mit wissenschaftlichem Anspruch)

      Undine, ich hoffe, Ihnen ein bißchen brauchbare Information vermittelt zu haben.

      Ich bitte um Nachsicht, wenn dieser Text Fehler enthält. Trotz beruflicher Zeitnot habe ich diesen Beitrag mal eben rasch heruntergeschrieben.

    • Undine
      26. Juli 2012 21:12

      @dickbrettbohrer

      Haben Sie vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Ich weiß sie zu schätzen.

      "...die festen Eßgewohnheiten, der Verzicht auf ständiges Naschen,..."

      Mit Ausnahme der Jahre im Internat bin ich auch von Kindheit an an drei Mahlzeiten gewöhnt und werde mich auch nicht mehr ändern. Zum Glück bin ich keine Naschkatze. Meine erste Schokolade bekam ich übrigens anläßlich unseres Schulausfluges in der 1. Kl. VS und hab' mir dabei gleich einen oberen Milchzahn ausgebissen. Die Schokolade hatten damals die Amerikaner gestiftet (1947)

  10. Segestes (kein Partner)
    25. Juli 2012 13:22

    Der Blogger behauptet ständig, dass nicht jeder einen Uni-Abschluss brauche und man doch lieber ein gutes Handwerk erlernen solle.
    Diese Handwerker erkranken allerdings sehr häufig an zuviel bzw. erzwungenermaßen einseitiger Bewegung = Berufskrankheiten!
    Denen bringt "Wandern und Laufen" in den seltensten Fällen etwas. Das ist höchstens ein probate Ausgleichssport für träge Bürohengste. Woran man auch gleich erkennt, aus welchem Milieu Unterberger seine halbgaren und weltfremden Thesen ableitet, die er dem Volk, ohne zu differenzieren, überstülpen möchte.

    • Neppomuck (kein Partner)
      25. Juli 2012 14:23

      "Too many chiefs and not enough indians" ist auch keine Lösung.
      Außerdem mischt das Arbeitsinspektorat zusätzlich mit.

      Wertschöpfung ist gefragt und nicht akademische Orchideenstudien für alle.
      Und einseitige Bewegungen und damit asymmetrische Beanspruchungen, die zu einer Deformation des Stützapparates führen (können), kann man ausgleichen.
      Durch "Ausgleichssport" eben.

      Das weite Feld der psychosomatischen Krankheiten will ich da gar nicht berühren.

      Esst Dinkel, Leute.
      Nur zum Beispiel.
      Und weniger Convenience-Produkte für die Küche.
      Dort steckt der Krebsschaden.

    • Herby
      25. Juli 2012 15:01

      @ Segestes

      "halbgare und weltfremde Thesen" - ist das nicht etwas übertrieben?

    • Segestes (kein Partner)
      25. Juli 2012 15:34

      @Neppomuck:Man kann schwere einseitige Belastung, wie sie viele Tätigkeiten mit sich bringen, sicher nicht vollständig ausgleichen - das ist ein pauschalisierender Schmäh. Jeder einschlägige Facharzt wird das bestätigen. Von der Petitesse abgesehen, dass auch der regelmäßige Gang ins Fitnessstudio ordentlich ins Geld geht. Nur wer soll das bezahlen? Der ohnehin schon finanziell benachteiligte, körperlich arbeitende Mensch? Oder dann doch wieder die Allgemeinheit?

      Aufgrund der totalen Ablehnung sogenannter "Orchiedeenstudien", verlor die rechtskonservative Reichshälfte die Meinungsführerschaft.
      Publizisten, Journalisten und Historiker rot-grüner Färbung, geben deshalb heute den Ton in der Gesellschaft an - verbunden mit all den (Fehl-)Entwicklungen, die hier immer so wortreich beklagt werden.
      Während sich andererseits rechtskonservative BWL-Flitzpiepen in ihren nobel ausgebauten Dachgeschosswohnungen verschanzen und sich damit zufrieden geben, Dagobert Duck gleich Geld zu zählen.

      Punkto geistreicher Gesundheitstipps, möchte auch ich noch meinen Beitrag leisten:
      Jeden Tag 1-2 Knoblauchzehen essen. Das hält Krankheiten und Frauen fern.

      @Herby:
      In Bezug auf seine Tipps zur Förderung der Volksgesundheit, sind Begriffe wie "halbgar" und "weltfremd" eher Untertreibungen.
      Siehe auch sein Hinweis, mit höherer Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten, könne man die Leute zu einer gesünderen Lebensweise erziehen. Hat das denn in den USA funktioniert? Die Antwort lautet nein, wenn man sich die dort grassierende Fettsucht, vor allem bei ärmeren Menschen, ansieht. Die fressen ihren Frust quasi in sich hinein. Bei uns ist es nicht anders.

    • Neppomuck (kein Partner)
      25. Juli 2012 17:36

      Schwere einseitige Belastungen – was soll das sein?
      Keiner muss sich heute noch einen Bruch heben.
      Jeder einschlägige Arbeitsmediziner wird das bestätigen.
      Und die Hacklerregelung dazu.

      Von der machen vorzugsweise beamtete Sesselfurzer Gebrauch.
      Und die Meinungsführerschaft wird von den Medien bestimmt, ob da Ablehnung seitens der „rechtskonservativen Reichshälfte“ besteht oder nicht.
      Ein paar depperte, aber selbstbewusst auftretende „Zeitgeist-Architekten“ werden sich immer finden, die subversiven Ambitionen unserer Gesellschaftszerstörer umzusetzen.

      Die nur leben können, weil ein paar „BWL-Freaks“ nicht an den Unis geschlafen haben.

      Und zum Knoblauch: Ob der gesund macht, sei dahingestellt. Einsam macht er allemal.

    • möp (kein Partner)
      25. Juli 2012 20:17

      Von der Petitesse abgesehen, dass auch der regelmäßige Gang ins Fitnessstudio ordentlich ins Geld geht.

      Na jetzt übertreibst aber mit deiner Arbeiterklassen-Romantik. Der Arbeiter von heute könnte sich schon die ~20 Euro monatlich fürs Fitnessstudio leisten, tun auch viele - ins Geld gehen halt die Steroide wenn mans wirklich wissen will, ist halt dann auch nicht wirklich gesund...

      Davon abgesehen ist der Artikel von Unterberger natürlich wieder unterste Schublade aber das muss man eigentlich nicht wirklich kommentieren. Der Lebensstil beeinflusst natürlich das Krankheitsrisiko, trotzdem kann ein lebenslanger Nichtraucher der täglich Sport treibt an Lungenkrebs erkranken genauso wie der lebenslange Raucher u.U. mit 90 an Altersschwäche stirbt. Aber solche Dinge sind für Unterberger in seinem Polemikrausch natürlich nicht mitzudenken. Die Klientel frisst die Brocken dankbar, besonders die Undine vermisst ja ganz stark die gute alte Zeit. Da hat natürlich nie jemand geraucht oder getrunken und alle wurden glücklich und zufrieden 100... Hier weht halt doch ein reichlich altersseniler Wind, man könnte meinen alle pensionierten Suderanten (und einige die das mal werden wollen) hätten sich hier versammelt. Naja die Parkbank hat ausgedient, heute trifft man die Leut halt im Netz, da war früher wirklich noch alles besser.

      Mal sehen ob der Unterberger auch zu den neuen Geschichten der ÖVP was zu schreiben hat - danke Wolfgang!

    • H&M (kein Partner)
      25. Juli 2012 21:31

      "Mal sehen ob der Unterberger auch zu den neuen Geschichten der ÖVP was zu schreiben hat - danke Wolfgang!"

      Nur nicht zu viel erwarten. Wahrscheinlicher ist ein weiteres Kapitel über die neuersten Ungeheuerlichkeiten der Grünen.

    • Carlo (kein Partner)
      25. Juli 2012 22:22

      @Segestes
      Fitnesscenter braucht überhaupt niemand bezahlen. Wenn man fit werden will oder fit bleiben will, gibt es Hunderte Aktivitäten und Übungen, für die man nichts oder fast nichts ausgeben muss. Ich muss sie Ihnen wohl nicht aufzählen. Es geht halt schon auch um das Wollen. Klar, wenn man hart arbeitet, vor allem körperlich, hat man abends halt wenig Lust dazu.

      Im übrigen sehe ich die ganze Sache sowieso etwas entspannter. Es muss ja nicht jeder 100 werden. Das kostet ja auch viel an Pensionsgeld und wenn sie zum Schluss auch noch eine lange schwere Krankheit haben...
      Tja, aus Unterbergerscher liberaler Effizienzsicht wäre es ja am besten, wenn der hart arbeitende Mensch kurz vor seiner Pensionierung einen ordentlichen Herzkasperl bekommt. Problem gelöst, Staatskassen gerettet. ;-)

    • Undine
      25. Juli 2012 22:30

      @möp

      "....besonders die Undine vermisst ja ganz stark die gute alte Zeit. Da hat natürlich nie jemand geraucht oder getrunken und alle wurden glücklich und zufrieden 100... "

      Das ist wohl ein bißchen "zu viel der Ehre", in Ihrem Kommentar erwähnt zu werden, wenn auch nicht gerade wohlwollend, was mich aber nicht weiter stört!
      Falls es Sie "beruhigt": Ich habe in meinem Leben vermutlich einen Mercedes-Mittelklassewagen (Neuwert, versteht sich!) "verraucht". Seit 16 Jahren bin ich "clean" ( weiß aber noch, wie gut es geschmeckt hat)---mein Vater starb übrigens mit 67 Jahren an Lungenkrebs (das zum Thema "glücklich und zufrieden 100 werden")

    • möp (kein Partner)
      26. Juli 2012 20:13

      Ja liebe Undine und trotzdem verklärst du die gute alte Zeit regelmäßig. Da reflektierst du schon die eigene Geschichte und trotzdem kommt keine differenzierte Sichtweise heraus?

    • Undine
      26. Juli 2012 22:31

      @möp

      Ja, lieber möp, Ihnen werd' ich's wohl nie recht machen. Aber das ist auch nicht der Zweck der Übung. Trotzdem frage ich Sie: Wie hätten Sie's denn gerne? :-)

  11. Hegelianer (kein Partner)
    25. Juli 2012 13:19

    Hm. Armut macht schon auch krank, denn wer stets am Rande der Existenzbedrohung lebt, steht unter dauernder Anspannung (Hypertension). Da hilft kein noch so verordnetes Laufen u.ä. - so dumm ist der menschliche Organismus nicht, sich dadurch über eine ausweglose Situation täuschen zu lassen.

    Das Thema ist allemal interessant, denn leicht führt der Kostendruck (= der Druck auf den Steuerzahler) zu einem Gesundheits-Sozialismus auch unter Nichtsozialisten. Aktuelles Beispiel: Ausgerechnet die SVA der gewerblichen Wirtschaft schreitet mit Kindergartenpädagogik voran. Herzlich simpel wird definiert, was "gesund" sei, und diesbezügliche "Ziele" zu erreichen, wird im Horizont absoluter Machbarkeit vorgestellt. Dann reduziert sich der Selbstbehalt um die Hälfte.

    Jeder wird jedoch Raucher kennen, die alt und gesund sterben, Dicke, die nie einen Herzinfarkt haben usw. Oder "austherapierte" Krebspatienten, die auf einmal wieder gesund werden. Es bräuchte vielmehr eine menschlichere Medizin, mit einem individualisierten Blick, der die seelische Situation miteinbezieht. Wenn hier der Staat eingreift und festlegt, wieviel Kilo und welcher Blutdruck gesund sei, wird die Medizin nur unmenschlicher.

    Vor allem braucht es eine menschlichere Gesellschaft. Geradezu skandalös ist die massive Wegwerfgesellschaft in Österreich, jedem 50-jährigen zu signalisieren, daß er eigentlich schon alt sei, ein arbeitsmarktpolitisches Problem darstelle usw. - kaum studiert, schon alt. Was hier an Verletzung und Krankheit entsteht, vermag ich gar nicht zu beziffern. Die Todeskultur vieler moderner Gesellschaften ist das tiefere und eigentliche Problem. Gesundheit IST "machbar", aber nur, wenn sie nicht als machbar vorgestellt wird. Und die Politik ist gut beraten, wenn sie zwar Doppelgleisigkeiten u.ä. abstellt, aber ansonsten nicht weiter in das heikle Feld von Patient und Arzt eingreift.

    • Normalsterblicher
      25. Juli 2012 23:37

      Ältere Arbeitnehmer kosten einem Unternehmer, der bekanntlich trachten muss, über Wasser zu bleiben, auch mehr. Wobei die Bewertung des Erfahrungsfaktors nicht dem Unternehmer anheimgestellt ist, weil es ja kollektivvertragliche Vorschriften gibt.

      Ansonsten drei Sterne.

  12. Torres (kein Partner)
    25. Juli 2012 11:10

    Es gibt ja bereits Beispiele in anderen Ländern und sogar in Österreich (im privaten Bereich), wie manches durchgeführt werden könnte: in Deutschland etwa gibt es seit vielen Jahren konkurrierende (Pflicht-)Krankenversicherungen; vor allem in den USA, aber auch teilweise bei uns, verlangen private Kranken- und Lebensversicherungen von Kunden, die ungesund leben und daher ein größeres Risiko darstellen (Raucher, Übergewichtige), höhere Versicherungsprämien. Zumindest das könnten die Krankenkassen schnell und problemlos einführen. Eine tatsächliche Risikobewertung lassen ja die (teilweise EU-weiten) "Gendergesetze" nicht zu (etwa unterschiedliche Risiken und dadurch auch entsprechende Prämien bei Männern und Frauen): das würde die Kosten ebenfalls einigermaßen in Grenzen halten.

  13. Erwin Tripes (kein Partner)
    25. Juli 2012 10:51

    „Ärzte denken an den Geldbeutel der Patienten, nicht jenen der Krankenkassen“

    Da kennen Sie aber offenbar sehr selten gewordene Exemplare dieser Spezies.
    Ich wohne am Land und kann gut beobachten, wie dort niedergelassene Ärztinnen (gilt natürlich auch für das männliche Pendent), insbesonders wenn sie im Besitz von Hausapotheken sind, agieren.
    Vielfach erfolgt dort der Arztbesuch bei der Sekretärin, die willfährig und ohne Indikation durch den Arzt die Einkaufsackerln der Patienten mit Medikamenten auffüllt.
    Scheint jemand ein ernsteres Gesundheitsproblem zu haben, wird er zum Facharzt überwiesen.
    Wie also der heutige Hausarzt ua. zum Wohle der Gesundung des Gesundheitssystems wirken soll, bleibt mir leider verschlossen.
    Mein Vater war bis in die Sechzigerjahre selbst praktischer Arzt, mit Fachausbildung in Chirugie und Interne. Da konnte ich eine andere Mentalität und Qualität miterleben.

    „Es werden von den Medien also überwiegend jene Produkte und Therapien vorgestellt, die heftig und teuer beworben werden. Das sind aber in aller Regel weder die sinnvollsten noch die billigsten.“
    Und wer glauben Sie, bringt diese teure und oftmals wenig sinnvolle Medikamentation direkt an den Patienten? Der Arzt, der nur an den Geldbeutel der Patienten denkt?

    Ad Realschule: 1927 erhielten diese eine zusätzliche 8. Klasse und somit wurde die Realschule ein dem Gymnasium gleichwertiger Schultyp, der seit 1962 als Realgymnasium, eine Alternative zum humanistischen Gymnasium, geführt wird.
    Lediglich Latein wird dort nicht unterrichtet. Deshalb wird man später leichter krank? Humanisumus als Gesundheitsförderung?

    Im Ergebnis stimme ich Ihnen jedoch zu: Es geht um Motivation, um Einstellungsänderungen, um Bewusstseins- und Wissensaufbau.
    Beim Patienten, wie beim Arzt.
    Beim Politiker wär´s auch schön.

  14. Rechter Jungianer (kein Partner)
    25. Juli 2012 10:23

    Es ist doch klar, woher das Geld für eine Gesundheitsreform kommen muss. Die südeuropäischen Staaten sollen aus der €urozone austreten. Dann geht es Österreich finanziell besser. Und die Einwanderung muss stark begrenzt werden. Zudem ist es sinnvoll, die ungerechte Vermögensverteilung zu beseitigen. Dies kann u. a. durch Schwundgelder geschehen. Und es muss mehr gegen kriminelle Reiche getan werden, die zu wenig Steuern bezahlen. Mehr dazu unter
    www.esopolice.wordpress.com

  15. Neppomuck (kein Partner)
    25. Juli 2012 09:15

    Gesundheit!

    Hast du einen schiefen Zahn,
    ist zu weich dein Pippi-Hahn,
    zwickt dich deines Leibes Mitte,
    oder ist zu klein die Titte,
    Hast du Hammerzehen gar,
    oder Angst vor dem Talar,
    bist verstopft du, siehst du schlecht,
    klappt der Coitus nicht recht,
    spreizt dein Fuß sich, plagt die Gicht,
    schmeckt das Mittagessen nicht,
    sticht das Ohr und pocht das Herz,
    steht die Nase himmelwärts,
    quälen dich gar Hämorrhoiden,
    sind dir Plattfüße beschieden,
    tropft dein Schnippeldillerich
    nach der Pisswand fürchterlich,
    dann schau mal bei Doktors rein,
    man wird dir behilflich sein.

    Hat ihr Blinddarm sich entzündet,
    ist die Glatzenangst begründet,
    alles kann Herr Doktor richten,
    denn das ist Teil seiner Pflichten.

    Sind sie hochgradig nervös,
    oder auf sich selber bös,
    krümmen sich die Zehennägel,
    sind sie öfter matt statt kregel,
    sind die Wadln hart und kalt,
    pfeifen sie des Nachts im Wald,
    nehmen sie vor Hunden Reißaus
    plagt sie Platzangst gar am Scheißhaus,
    sind sie lang und spindeldürr
    oder fett von zu viel Bier,
    sind sie Hooli oder schwul,
    lagen sie zu lang am Pool,
    tun sie oft beim Trinken trenzen,
    leiden sie an Flatulenzen,
    haben sie am Kopfe Schuppen
    spiel’n sie gern mit Gummipuppen,
    ist die Nasenschleimhaut trocken,
    haben sie oft feuchte Socken,
    dann ist med. universalis
    die Adresse, die normal is’.
    Denn der Medicus, gewieft,
    holt raus, was in Ohren schlieft,
    lindert jede arge Pein,
    stellt den Blutdruck richtig ein,
    gibt dir Einlauf und auch Pillen,
    stärkt deinen geschwächten Willen,
    schickt dich, ist er selbst am Rande
    seines Könnens, zu der Bande,
    die da, wie es sich gehört,
    sich von jener Menge nährt,
    die da heißt, es klingt banal:
    Patientenmat’rial.
    Denn die netten Herrn Kollegen
    wollen auch einmal bewegen
    was man so gemeinhin nennt,
    einen Kassenpatient.

    Hauptsache, sie sind versichert,
    sagt er, und die Schreibkraft kichert.
    Machen wir ein Bildchen fix,
    denn das alte sagt uns nix,
    sammeln sie den Morgenharn,
    alles andre ist ein Schmarrn,
    geh’n sie dann in das Labor,
    essen sie doch nix zuvor,
    spenden sie ’nen viertel Liter
    Blut, klingt das auch etwas bitter,
    bringen sie mit ihre Gackse,
    und zur Grippen-Prophylaxe
    stech’ ich sie jetzt in den Hintern,
    so lässt sich’s gut überwintern.
    Dann wird noch ihr Darm gespiegelt,
    die Gesichtsfalten gebügelt,
    diese Muttermal muss weg ...
    oh, pardon, das ist ein Zeck.
    Hoffentlich sind sie geimpft,
    keine Angst jetzt, niemand schimpft.

    Ihnen kommt die Prozedur
    vor als wider die Natur?
    Kaum wer ist gesund, verflucht,
    sondern nur schlecht untersucht!

    Also machen sie das alles
    brav, und für den Fall des Falles,
    nämlich dass dann positiv
    ein Befund - schau’n sie nicht schief,
    dies ist nur aus unsr’er Sicht
    zu versteh’n, sie armer Wicht,
    negativ, dass sag ich ihnen,
    ist es, gibt’s nix zu verdienen -
    bring ich sie, man hat Kollegen,
    die sich im Spital bewegen,
    in die passende Abteilung
    zu der endgültigen Heilung.
    Schließlich haben wir geschworen
    (Ärzte sind oft rechte Toren)
    jenen vielzitierten Eid
    des Hippokrates. Nur Neid
    ist der Grund des angeschwärzten
    Rufes von uns lieben Ärzten.
    Denn, sind wirklich sie gesund,
    kümmert sich um sie kein Hund.
    Also, tragen sie’s mit Fassung,
    jedem winkt auch die Entlassung,
    der einmal intramural
    spürte der Gesundung Qual.
    Notfalls, na, ich mein’ ja nur,
    geht’s halt in die Prosektur,
    wo dann endgültig entschieden
    wird, woran sie wirklich litten.
    Wichtig, darauf soll’n sie bauen,
    ist in unsrem G’schäft „Vertrauen“.
    Hat man dieses nicht, wird’s arg,
    denn dann kommt man in den Sarg.
    Doch das ist auch nicht grad’ billig;
    also nochmals: sei’n sie willig,
    machen sie, was anempfohlen,
    sonst wird sie der Teufel holen.

  16. dickbrettbohrer (kein Partner)
    25. Juli 2012 07:30

    Nicht die intellektuelle Dummheit – bzw. das fehlende Wissen über gewisse Zusammenhänge – macht krank, sondern das fehlende Korsett der Tradition und der guten Lebensgewohnheiten. Seien wir doch einmal ehrlich: geben wir selbst ein selbstschädigendes Verhalten allein deshalb auf, weil wir um dessen negative Wirkungen wissen? Mal auf dem Teppich bleiben.

    Die Wurzel des Übels ist woanders zu suchen. Einen großen Anteil an der Entwicklung hat der Zerfall der gesellschaftlichen Strukturen, allen voran der Familie. Wo kein gemeinsamer Mittagstisch mehr den familiären Mittelpunkt darstellt, wo Frauen ihre traditionelle Rolle als Ernährerin der Familie nicht mehr ausfüllen (können), dort haben die Heranwachsenden keinen Halt mehr, weder emotional noch in ihren Eßgewohnheiten. Man gehe zur Mittagszeit durch eine Kleinstadt und achte auf die Kinder und Jugendlichen, die aus den Schulen strömen. Wohin lenken sie ihre Schritte? Zum Billa oder in andere Geschäfte, wo sie Junk kaufen und Junk essen. Dazu wird Zuckerwasser getrunken. Essen und Trinken werden mißbraucht zur reinen Lustquelle. Hier, jetzt, überall – und nur das, was schmeckt. Ernährung, gesunde vor allem, aber sieht anders aus und nimmt auch einen anderen Stellenwert im Leben ein. Wo gesellschaftliche und natürliche Grenzen fallen, ist der Mensch haltlos. Das ist seine Natur.

    Dazu kommt natürlich das Denken, daß Gesundheit „gemacht“ wird – von der Gesundheitsindustrie. Daß Gesundheit aber das Ergebnis harter Arbeit an sich selbst ist, dieses Wissen geht allmählich verloren. Der Wahnsinn, den zum Beispiel die Krebsindustrie samt ihren „Vorsorge“untersuchungen aufführt, ist kaum noch zu toppen. Die dämlichen Vorsorgeuntersuchungen sind vor allem Kundengewinnungsstrategien. Die Männer will man auch noch dafür verpflichten, die sind bislang ein wenig schlauer als die Frauen. Nach der Vorsorge bekommt man ein Pickerl und kann ein Jahr lang weitermachen wie bisher, meistens also gesundheitsschädigend. Je früher man bei einem Menschen irgendwas entdeckt, desto größer sind nach dieser verrückten Logik die Überlebenschancen. Klar, wenn sie einem Neugeborenen prognostizieren könnten, daß es irgendwann mal Krebs bekommen wird, hat dieses Kind vergleichsweise die längste Überlebensrate. Die überzeugten Kunden dieser Dienstleistung aber sind besessen von der Illusion, daß ihr Leben von diesen Maßnahmen abhängt und daß es besser ist, etwas früher zu erkennen als später.

    Das kostet alles viel Geld. Und es kommt vor allem dem Apparat zugute. Viel besser wäre es, wenn jeder sich privat versichern müßte gegen Unglücksfälle und Krankheiten, die nicht selbst verschuldet sind, denn auch das gibt es leider häufig. Weil aber das Geld mißbräuchlich verwendet wird, ist für den einzelnen im Notfall nichts mehr da, und er muß sich erst recht selbst helfen.

    • Josef Maierhofer
      25. Juli 2012 08:16

      Ich gebe Ihnen völlig recht.

    • Undine
      25. Juli 2012 09:31

      @dickbrettbohrer

      *********!
      "Man gehe zur Mittagszeit durch eine Kleinstadt und achte auf die Kinder und Jugendlichen, die aus den Schulen strömen. Wohin lenken sie ihre Schritte? Zum Billa oder in andere Geschäfte, wo sie Junk kaufen und Junk essen. Dazu wird Zuckerwasser getrunken. Essen und Trinken werden mißbraucht zur reinen Lustquelle."

      Mit ein Problem ist auch der Umstand, daß die Kinder und Jugendlichen heutzutage überhaupt keine Vorstellung mehr haben von der unglaublichen Vielfalt der Produkte der einstigen traditionellen Kochkunst: Sie sind von klein auf nur noch an den Geschmack von Bosnern, Hamburgern, Pizzas und dgl. gewöhnt und für "normale" Speisen "verdorben".

      Und was besonders langfristig schädlich ist: Es wird rund um die Uhr gegessen; zu jeder Tages- und Nachtzeit kann man sich heute überall etwas zu essen besorgen---und von dieser Möglichkeit wird eifrig Gebrauch gemacht, wie man an den "umfangreichen" Gestalten jederzeit beobachten kann. Der Mangel an Selbstdisziplin rächt sich aber.

      Sie schreiben:

      "Wo kein gemeinsamer Mittagstisch mehr den familiären Mittelpunkt darstellt, wo Frauen ihre traditionelle Rolle als Ernährerin der Familie nicht mehr ausfüllen (können), dort haben die Heranwachsenden keinen Halt mehr, weder emotional noch in ihren Eßgewohnheiten."

      In diesem einen, einzigen Satz konzentriert steckt ein großer Teil der Misere der Jugendlichen der Gegenwart.

      Wofür die vielen mit allen nur möglichen tollen Geräten perfekt eingerichteten sündhaft teuren Küchen eigentlich dienen sollen ist mir schleierhaft. Als Prestigeobjekt, um dann Fertiggerichte auf den Tisch zu stellen?

    • Schani
      25. Juli 2012 10:29

      Wo muß sich der Einzelne selber helfen??

  17. xRatio (kein Partner)
    25. Juli 2012 02:39

    Der Staat
    "müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte, müßte......."

    Unglaublich!!

    Aber so redet halt ein waschechter Etatist und "konservativer" Semi-Sozialist, der sich alles Heil (ausgerechnet!!) vom Staat verspricht, wenn dieser nur "richtig" funktionieren würde.

    Würde nicht wundern, wenn nach dem Gesundheitswesen jetzt auch der ganze Lebensmittelsektor als "überlebenswichtig" und für "die Armen" absolut unverzichtbar unter dem Beifall auch der "Konservativen"

    a) erst verstaatlicht würde, um dann
    b) lustvoll an den mit absoluter Sicherheit vorhersehbaren Mißständen herumdoktern zu können.

    Der Staat "müßte, müßte, müßte, müßte..." ... Achso, das hatten wir ja schon. :-)

    Ich kanns aber verstehen. Je mehr Staatsaufgaben und folglich Mißstände, umso mehr gibt es für superschlaue Journalisten zu tun. Wes Brot ich eß' des Lied ich sing.

    Ich verrate Ihnen trotzdem mal was, Herr Dr. Unterberger.

    Der Staat "müßte" nur EINS:

    Sich RAUSHALTEN aus dem Gesundheitswesen!!


    ------------
    Erfreulicherweise ist dazu von dssm und phaidros eigentlich bereits alles gesagt:

    "..raus mit dem Staat, jeder soll sich selbst versichern – oder eben auch nicht.
    Ich für meinen Teil möchte auf jeden Fall niemals entscheiden müssen ob ein einzelner Mensch nun eine Behandlung 'braucht' oder 'verdient'.

    ° Gesundheitsvorsorge: Versicherungspflicht statt Pflichtvericherung
    ° Altersvorsorge:
    1. Abschaffung des Generationenvertrags, Umstellung auf eine normale Lebensversicherung
    2. Versicherungspflicht statt Pflichtvericherung
    3. Aufhebung jeglicher Pensionsantrittsregelung: in Pension kann gehen, wer versicherungsmathematisch das Existenzminimum erreicht hat, unter Verzicht auf weitere Leistungen aus dem Tropf (wie Mietbeihilfen, Heizungszuschüsse, Gebührenbefreiungen etc.)
    Zitat Ende
    -----------
    Dem schließe ich mich aus ganz grundsätzlichen Erwägungen mit Nachdruck an.

    xRatio

    • simplicissimus
      25. Juli 2012 08:39

      hmm, für mich nicht erkennbar, wo au gesagt hätte, der staat müsste...
      warum so auffällig gehässig auf au herumhacken, x-ratio?
      die berufung auf die durchaus diskussionswürdigen vorschläge von dssm und phaidros ändert daran nix.

    • dickbrettbohrer (kein Partner)
      25. Juli 2012 09:00

      Danke, xRatio.
      Das Übel muß an der Wurzel gepackt werden.
      Ein verstaatlichtes Gesundheitssystem kann gar nicht anders, als sich auf diese Weise ins Groteske entwickeln - angefeuert wird das Hyperwachstum der Behörden durch das Scheingeld.
      Wie drückte es Roland Baader sinngemäß aus? Aushungern, den ganzen Schmarotzerhaufen!

    • xRatio (kein Partner)
      25. Juli 2012 14:20

      @ simplicissimus 25. Juli 2012 08:39
      "hmm, für mich nicht erkennbar, wo au gesagt hätte, der staat müsste..."

      hmm, daß Sie nicht lesen können, ist ua. schon bei Koran, Scharia und Djihad einer gewissen Barbarenhorde aufgefallen.

      @ dickbrettbohrer 25. Juli 2012 09:00
      Danke auch meinerseits.
      Roland Baader ist wirklich einsame Spitze, aber für Dr. Unterberger ein Buch mit sieben Siegeln.
      Ich frage mich, ob der Blogger überhaupt noch was liest außer Politplaquatsch und linken Schmierenblättern.

      xRatio

    • simplicissimus
      25. Juli 2012 18:51

      wie sagte ich schon "gehässigkeit".
      reissen sie sich ein bisschen zusammen, ratio.

    • xRatio (kein Partner)
      27. Juli 2012 00:38

      @ simplicissimus 25. Juli 2012 18:51

      Hauptsache, erstmal SIE halten IHR von Dummheit und Gehässigkeit triefendes Maulwerk.

      xRatio

  18. Claudius
    24. Juli 2012 21:22

    "..Ärzte denken an den Geldbeutel der Patienten, nicht jenen der Krankenkassen

    Interessanterweise beginnen auch Ärzte unabhängig von ihren eigenen Interessen kostenbewusster zu denken, wenn sie wissen, dass der vor ihnen sitzende oder liegende Mensch einen Teil der Kosten selber tragen muss. ..."


    Es ist Herrn Dr. Unterberger sehr hoch anzurechnen, dass er so respektvoll an die Ärzteschaft herangeht und nicht der Versuchung erliegt die Ärzte - wegen ihres vermeintlichen hohen Einkommens und Reichtums - scharf zu kritisieren.

    In Wahrheit sind die meisten Ärzte - im Verhältnis zur langen Ausbildungsdauer, ihrer Verantwortung und Arbeitsleistung - keineswegs überbezahlt!

    Und: Man muss jedem jungen Menschen dankbar sein, dass er heute noch bereit ist den Arztberuf zu ergreifen. In vielen Medien und von vielen Politikern werden sie völlig zu Unrecht mit falschen Zahlen und falschen Behauptungen heruntergemacht.

    In Wahrheit sind auch Ärzte keine geborenen "Mutter Theresa", auch Ärzte wollen ein Familienleben und andere schöne Dinge des Lebens. Auch Ärzte sind keine hundertprozentigen Altruisten und man kann das auch nicht verlangen.

    Bei gewissen Politikern (u. den mit ihnen verbündeten Krankenkassen) hat man manchmal das Gefühl dass sie sich viel lieber bei den Patienten einschmeicheln (pardon: "sachlich argumentieren" sollte es heißen) - als dass sie sich fair gegenüber der Ärzteschaft verhalten, weil sie halt nur wenige Wählerstimmen bringen.

    Es wird immer so sein: Nur die Ärzte haben das Wissen, Knowhow und Können um Menschen medizinisch hervorragend behandeln zu können.

  19. Cotopaxi
    24. Juli 2012 20:09

    o.T.

    Über 6 Jahre war der vorbestrafte Afrikaner unrechtmäßig in unserer Heimat und die Fremdenpolizei hat ihn unbehehligt gelassen.
    Hat sich der Rechtsstaat unter den Schwarzen Innenministerinnen jetzt vollkommen aufgelöst?

    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1270234/Bakary-J_Aufenthaltsverbot-aufgehoben?from=gl.home_panorama

  20. Gerhard Pascher
    24. Juli 2012 19:31

    In der heutigen PRESSE schreibt Doz.Dr. Robert Hawlicek als Gastkommentator u.a.:

    "Wäre es nicht angebracht, dem Patienten mehr Verantwortung für sich und seine Gesundheit zu übertragen - inklusive freie Wahl zwischen den Sozialversicherungen ..."

    Ganzer Artikel: http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1270073/Warum-Aerzte-nicht-mit-Versicherungen-verhandeln-sollten

    • Claudius
      24. Juli 2012 21:03

      Dieser Artikel von Dr. Robert Hawlicek ist sehr aufschlussreich und gescheit. Man merkt dass der Mann Einblicke in die schwierige Beziehung - Krankenkasse zur Ärzteschaft hat.

  21. terbuan
    24. Juli 2012 19:31

    O.T.
    Kommunalkredit und BAWAG haben die Stadt Linz "über den Tisch gezogen".

    Ein bei der Kommunalkredit 2005 aufgenommer Schweizerfrankenkredit (Schmied war damals im Vorstand!) ging in die Miesen und die daraufolgende Zinswette mit der BAWAG ebenfalls. Die Stadt Linz fühlt sich über den Tisch gezogen und ein Schweizer Gutachter findet ihr Verhalten "dumm und überheblich".
    Mittlerweile geht es um 418 Mio. Euro, welche die BAWAG einklagen und Linz nicht bezahlen will!

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1270309/Linzer-Finanzflop_Stadt-wurde-ueber-Tisch-gezogen?_vl_backlink=/home/index.do

    Wie heißt es so schön unter den Roten: "Schuld haben immer die Banken! :-)

  22. Schani
    24. Juli 2012 18:25

    Sehr geehrter Herr Dr. Volpini!
    Sie haben recht, daß die Politik in die Krankenkassen hineinpfuscht. Aber anders, als Sie annehmen! Die Bauernkrankenkasse wurde 1998 der GKK eingegliedert. Warum? Weil die SPÖ verlangte, daß die Bauern mehr Eigenbeiträge zu ihrer Pension leisten sollten. Die ÖVP stimmte dem zu unter der Voraussetzung, daß die Bauern zur GKK kämen und die dadurch eingesparten Ärztehonorare für Pensionsbeiträge verwendet werden könnten. D. h., daß die niedergelassene Ärzteschaft den Bauern nun seit 1998 die Pension mitfinanziert, sowie die der Selbständigen bereits seit 1979!
    Ich möchte sehen, wie z. B. die Rechtsanwälte oder andere Freiberufler auf solche Unverschämtheiten reagieren würden!

  23. Baldur Einarin
    24. Juli 2012 17:52

    Dummheit ,insbesonders die der Politiker und der linken und grünen Journalisten machen das Volk dumm, und in weiterer Folge auch krank. Siehe nun, wie auch die ÖVP sich für die Gesamtschule einzusetzen beginnt. In diesem Zusammenhang.Unter www.krone.at ist eine Befragung zu diesem Thema. Bitte nachsehen und mitstimmen.

    • Erich Bauer
      24. Juli 2012 18:03

      Die KRONE war am Vorabend der EU Abstimmung ohne WENN und ABER für den Beitritt! Jetzt ist sie möglicherweise gegen die Gesamtschule... ABER danach...? Den Leserbriefschreibern läßt man "psychologische Betreuung" angedeihen... Man lasse sie reden... ihren Frust "rausschreiben"! Nicht mit mir!

    • Erich Bauer
      24. Juli 2012 18:35

      Ich habe mich vor geraumer Zeit erfrecht, im KRONE online darauf hinzuweisen, daß sich dieses Elaborat derzeit als GEGENPART zur EU, im Gefolge ihrer Leserbriefschreiber geriert, obwohl sie genau diese Schreiberlinge wahrscheinlich damals FÜR die EU gewinnen konnte! Nach einer Minute war dieser Beitrag gelöscht...

      ICH gebe mich ganz bestimmt nicht für diesen durchschaubaren "psychohygienischen" Popanz hin..

  24. Rau
    24. Juli 2012 17:07

    Es stellt sich die Frage wie hoch der Selbstbehalt sein soll. Soll wirklich das Geld entscheiden ob ein Daumen wieder angenäht werden soll oder nicht.
    Ein Auto kann man reparieren, man kanns aber auch lassen und es verschrotten. Dieser ständige Vergleich hinkt gewaltig und trifft den Kern der Sache nicht. Der Körper ist keine Maschine, die Verwendung des Begriffes "Reparatur" ist absolut unpassend und auch wesensfremd. Ein Auto läuft nach einer Reparatur wieder, ein Mensch nach erfolgter OP nicht immer!

    Krankheiten treffen Menschen meist wie Schicksalschläge, eine persönliche Verantwortung ist tatsächlich nur mittelbar feststellbar, und kann wohl kaum in klare Richtlinien für genaue Berechnungen etwaiger Selbstbehalte münden. Eins ist klar, wenn Krankheit für den Betroffenen auch in eine wirtschaftliche Katastrophe führt, ähnlich eines Murenabganges, bei dem das ganze Haus wegschwimmt, dann sparen wir uns das Gesundheitssystem überhaupt.

    Ich denke auch, dass der Anteil der persönlich bedingten Faktoren, die zu Erkrankungen führen überschätzt wird.

    • phaidros
      24. Juli 2012 17:17

      dann sparen wir uns das Gesundheitssystem überhaupt.

      Das wäre mir das persönlich am liebsten. Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung.

    • Herby
      24. Juli 2012 18:04

      @ Rau

      Da könnte man dann weiter philosophieren:

      Ein jeder einzelne Mensch ist einem gewissen "Schicksal" ausgeliefert - egal in welchem Staat er lebt. Niemand kann etwas dafür dass er überhaupt auf der Welt ist. Und niemand kann etwas dafür was seine Vorfahren gemacht haben. Eine ganze Menge Faktoren der Existenz ist von den Vorfahren eines jeden Einzelnen bedingt worden.

      Gott sei Dank hat jeder Mensch einen freien Willen & freie Entscheidungsmöglichkeiten um aus sich etwas zu machen und sein Leben in die Hand zu nehmen.

      Es ist eine Illusion von einem Staat zu erwarten dass er das Schicksal eines jeden Bürgers zu 100% neutralisiert. Die Allgemeinheit kann aber teilweise den Bürgern, die in Not sind, helfen.

    • Herby
      24. Juli 2012 18:07

      @ Rau

      Ergänzung: Es ist Ihnen sicher bekannt, dass bei den jeweiligen Krankenkassen:

      Die Beamten, Eisenbahner, Gewerbetreibende und Bauern seit Jahrzehnten bei jedem Arztbesuch und Behandlung e. Selbstbehalt in Höhe von 20% bezahlen.

    • Cotopaxi
      24. Juli 2012 18:13

      @ Herby

      Zur Verdeutlichung: nicht nur der Beamte, der Eisenbahner, der Gewerbetreibende,... zahlt 20 % Behandlungsbeitrag, sondern auch die Mitversicherte Ehefrau/Ehemann und die mitversicherten Kinder - also sicher über eine Million Menschen in Österreich. Also, es geht, wenn man nur will.

    • Schani
      24. Juli 2012 18:38

      Rau und Cotopaxi,
      die Bauern zahlen eben KEINEN Selbstbehalt mehr!

    • Cotopaxi
      24. Juli 2012 19:08

      @ Schani

      Danke, das wusste ich noch nicht.

      Schön langsam werden mir die erfolgreichen Interessensvertreter der Bauern unheimlich.

      Die Bauern werden den Schwarzen wohl bis zum bitteren Ende treu bleiben.

  25. dssm
    24. Juli 2012 16:34

    Was gesund und ungesund ist, ändert sich sowieso alle paar Jahre.

    Wer raucht und sauft, stirbt früher, braucht daher weniger Altersversorgung (u.A. medizinische) und beansprucht das Pensionssystem weniger – was ist schlecht daran?
    Genau genommen ist der schlimmst mögliche Staatsbürger jener, welcher Körper und Geist so vernünftig als möglich trainiert; jener lebt am aller längsten. Mit jedem Lebensjahr wird aber das Risiko einer organischen Krankheit grösser, nimmt die Chance auf Dauermedikamentierung zu, aber da ja genug körperliche Reserven da sind, geht das Leben weiter und weiter. So sehr dieser Zustand jedem als Person zu wünschen ist, so sehr belasten diese Menschen unser Gesundheits-, Pensions- und Pflegesystem.

    Also raus mit dem Staat, jeder soll sich selbst versichern – oder eben auch nicht.
    Ich für meinen Teil möchte auf jeden Fall niemals entscheiden müssen ob ein einzelner Mensch nun eine Behandlung 'braucht' oder 'verdient'.

    • knieriem
      24. Juli 2012 17:34

      Entspricht eigentlich auch meiner "Denke".

    • Erich Bauer
      24. Juli 2012 17:52

      dssm,
      "...jeder soll sich selbst versichern..."

      Wer Vertrau'n hot
      in si söba...
      der braucht ka Versicherung... :-)

      Ich hoffe, meinen albernen "Humorausbruch" bekommt niemand in die falsche Kehle... :-)

    • Gerhard Pascher
      24. Juli 2012 19:21

      dssm:
      ... Wer raucht und sauft, stirbt früher, braucht daher weniger Altersversorgung (u.A. medizinische) und beansprucht das Pensionssystem weniger – was ist schlecht daran?

      Naja, bevor er/sie das Zeitliche segnet, wird noch einige Zeit einiges Geld in den kranken Körper "hineingebuttert", was alle mitfinanzieren.

    • phaidros
      24. Juli 2012 19:59

      Nebenbei erwähnt: aus zwei kranken Systemen kann man nicht ein gesundes zimmern. Insbesondere dann nicht, wenn die beiden wechselwirken.

      Repariert (und dabei von einander getrennt) gehört daher beides:

      ° Gesundheitsvorsorge: Versicherungspflicht statt Pflichtvericherung

      ° Altersvorsorge:
      1. Abschaffung des Generationenvertrags, Umstellung auf eine normale Lebensversicherung
      2. Versicherungspflicht statt Pflichtvericherung
      3. Aufhebung jeglicher Pensionsantrittsregelung: in Pension kann gehen, wer versicherungsmathematisch das Existenzminimum erreicht hat, unter Verzicht auf weitere Leistungen aus dem Tropf (wie Mietbeihilfen, Heizungszuschüsse, Gebührenbefreiungen etc.)

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Karl Rinnhofer
      25. Juli 2012 00:27

      @Phaidros
      Diese klare Positionierung im Sinne eines gerechten, aber auch menschenwürdigen Systems ist in allen Punkten voll zu unterstützen –wie weit sind (oder wurden) wir davon entfernt! Durch Konsumkraft-Harmonisierung mit erzwungener und sogar überkompensatorischer „Umverteilung“, Kappen des Konnexes von Konsumkraft zu eingebrachter Leistung bzw. Versicherungs-Beitragsleistungen und unsozialer, da „wohlfahrtsstaatlicher“ Selbstzweck-„Solidarität“, erklärt das Gemeinwesen Eigenverantwortung seiner Bürger für obsolet und begibt sich durch De-Motivation der eigenen Konkurrenzfähigkeit.

    • phaidros
      25. Juli 2012 07:29

      Lieber Herr Rinnhofer, es freut mich sehr von Ihnen zu lesen!

      3. muss ich etwas nachschärfen:

      3. Aufhebung jeglicher alters- oder beitragszeitbasierten Pensionsantrittsregelung: Pension kann beziehen*), wer versicherungsmathematisch das Existenzminimum erreicht hat, unter Verzicht auf weitere Leistungen aus dem Tropf (wie Mietbeihilfen, Heizungszuschüsse, Gebührenbefreiungen etc.)

      *) Ob jemand daneben weiter arbeiten möchte, ist selbstverständlich ihm selbst zu überlassen.

      Herzliche Grüße!

    • Karl Rinnhofer
      25. Juli 2012 15:48

      @Phaidros
      Ich danke für die positive Reaktion und die klare Ergänzung zu den sehr logischen, nachvollziehbaren Überlegungen; glaube sie exakt so verstanden zu haben, identifiziere mich mit dieser Position, fügt sich in die vielerorts von Ihnen konsequent vertretene richtige und wichtige Position nach (viel) „weniger Staat!“.

      Schon mehrmals habe ich im Forum den frei wählbaren Pensionsantritt in Junktimierung mit strikt und ausschließlich versicherungsmathematisch zu eruierender Netto - Pensionshöhe ohne „kompensatorische Verwässerungen“ verlangt. Daher muss es bei längerem freiwilligem Arbeiten auch einen versicherungsmathematisch zu eruierenden Zuschlag zur Mindestpension geben, der sich auch Netto auswirken muss und nicht durch die sattsam bekannten Regelungen (Mindestpensionen werden überdurchschnittlich erhöht, bleiben steuerbefreit etc.) aufgeweicht werden darf. Derzeit ziehen Mindestpensionen einen Rattenschwanz an diversen Befreiungen – bzw. -Reduzierungen mit sich. Länger-Arbeiter, Lang-Einzahler dagegen werden - wenn überhaupt – durch Fixbetrag-„Anpassung“ ab bestimmter Höhe „bestraft“, gehen bei den vielen einkommensabhängigen Transfers- und Gebührenbefreiungen leer aus, sind gut genug dafür, Nettozahler dafür zu sein. Dieser Unfug muss sich aufhören: Kumulativ betrachtet ergibt sich bei bestimmten, rational herbeiführbaren Konstellationen berechenbare Konsumkraft-Erhöhung durch bewusstes sich Zurückziehen vom Erwerbsleben, Reduzierung auf Teilzeitbeschäftigung oder frühestmöglichen Pensionsantritt. Das ist pervers. Ohnedies ist Brutalprogression Umverteilung genug, die nicht auch noch durch Wildwuchs an flankierenden „Zuwendungen und Beitragsverzichten eigendynamische leistungs-kontraproduktive Wirkung bekommen soll.

      Noch etwas „Unsoziales“ füge ich aus meinem wahrscheinlich als „paläo-liberal“ empfundenen Verständnis konsequent hinzu: Auch beitragslose Mitversicherungen, beitragslose Anrechnung von Versicherungszeiten als Beitragsjahre gehören hinterfragt.

      Zu den aktuellen Vorschlägen („67 Regelpensionsalter“): Solange man das 5-Jahres-Früher in Pension - Privileg der statistisch länger lebenden Frauen (ASVG) unangetastet lässt, kann die (an sich richtige) Begründung von „höherer Lebenserwartung“ für die Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters nur als Zynismus verstanden werden.

      Ich weiß, dass man mit so einer Position als „sozial kalt“ gilt, wenn man nur mehr dem Computer die Berechnung der Pensionshöhen zumisst. Doch benötigt der überzogene Wohlfahrtsstaat ein Korrektiv: Unverschuldete Not oder unverhältnismäßige Konseaquenz auch aus Fehlleistungen soll von der Solidargemeinschaft weiterhin unter Absehung des versicherungsmathematischen Prinzips abgefedert werden - aber eben nicht mehr. Derzeit sind Mehr-Leister, Länger-Arbeiter, Spät-Pensionierer Masochisten. Sie werden um die legitim erwarteten persönlich lukrierbaren Früchte ihrer gesellschaftlichen Einbringung gebracht.

      Mit herzlichen Grüßen

    • Leopold Koller (kein Partner)
      25. Juli 2012 17:48

      Phaidros/Rinnhofer

      "Aufhebung jeglicher alters- oder beitragszeitbasierten Pensionsantrittsregelung: Pension kann beziehen*), wer versicherungsmathematisch das Existenzminimum erreicht hat, unter Verzicht auf weitere Leistungen aus dem Tropf"

      "frei wählbaren Pensionsantritt in Junktimierung mit strikt und ausschließlich versicherungsmathematisch zu eruierender Netto - Pensionshöhe ohne „kompensatorische Verwässerungen“"

      Und was machen wir mit denen, die ihr Lebtag nix (oder zu wenig) gearbeitet haben und daher nicht genug einbezahlt haben, dass sich das Existenzminimum ausgeht? Kriegen die weiterhin die Mindestsicherung? Ist die Mindestsicherung das Existenzminimum? Es liegt hier ein Denkfehler vor.

      Daher: Das Sozialsystem an das Steuersystem koppeln. Dann bekommt JEDER den gleichen Betrag, aber entweder als Steuerfreibetrag, als Sozialhilfe, als Kinderbeihilfe zur Bildungsfinanzierung, als Mindestarbeitslose, als Mindestpension oder als Kombination dieser. Wer mehr will, versichert sich, und zwar freiwillig. Nur die Gesundheitsversicherung sollte der Versicherungspflicht unterliegen.

    • phaidros
      25. Juli 2012 19:10

      Den versicherungsmathematisch errechneten Betrag auszahlen und den Rest als Sozialleistung mit Gutscheinen durchfüttern, lieber Leo.

      Keine Geldleistungen. Ohne Zahlen zu haben glaube ich nicht, dass das viele sein können. Insbesondere, als der Umstieg weg vom jetzigen System ja ohnehin Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde, und somit langfristig jeder von der Versicherungspflicht erfasst wird. Und verhungern lassen sollte keine moderne Gesellschaft irgendjemanden.

      Ich sehe da nicht unbedingt einen Denkfehler, mir sind umgekehrt alle an irgendwelche Steuern gekoppelten Systeme zuwider, weil die ganz genauso ausarten und umkippen werden wie das derzeitige. Scheibchenweise, aber anfangs unbemerkt und daher unaufhaltsam.

    • phaidros
      25. Juli 2012 19:39

      @Leo: J'adoube! Indem es in dem angedachten System einfach kein »Pensionsalter« mehr gibt, liefe es darauf hinaus, dass man in den skizzierten Ruhestand (unter dem Existenzminimum) nur mit ärztlichem Attest gehen kann. Denn eines ist klar: Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall wird ohnehin abzuhandeln sein. Und so eine Bedürftigenpension wie oben beschrieben reduziert sich dann einfach auf diesen Fall (der natürlich mit einem weiteren eigenen Verdienst inkompatibel ist).

      @Herr Rinnhofer: auch umgekehrt danke für Ihre freundlichen Worte und das klare Bekenntnis!

      Kostenlose Mitversicherungen u.dgl. sehe ich eigentlich entspannt: das alles wird der freie Anbietermarkt schon regeln; wenn eine Versicherungsgesellschaft das möchte, wird es so ein Angebot geben, sonst nicht. Ich würde davon ausgehen, dass es Phasen gibt, wo so etwas verfügbar ist und andere, wo das nicht der Fall ist (siehe in etwa das Analogbeispiel »Kleingläser« in der KFZ-Kasko)

    • Karl Rinnhofer
      26. Juli 2012 01:26

      @Leopold Koller
      Zur angedachten Steuerfinanzierung einer „mindestsichernden“ Pension: Ich identifiziere mich mit der Meinung von Phaidros, wonach „alle an Steuern gekoppelten Systeme zuwider sind“ (@Phaidros). Auch darin stimme ich überein, dass sich durch freie Wahl von konkurrierenden Pensionsversicherungen unter Marktbedingungen viele Probleme lösen würden.
      Zur "steuerbasierten Pension": Ich gebe ich zu bedenken, dass damit die Manövriermasse von Steuererträgen (die höchst unterschiedlich gespeist werden) noch größer würde – man bedenke, dass bereits jetzt nicht einmal mehr die Hälfte aller Arbeitnehmer Steuer zahlt- dafür die anderen umso mehr. Und aus diesem Kuchen sollen alle eine gleiche Pensionshöhe erhalten? Diese meine Aussage ist natürlich insofern zu relativieren: Es gibt auch andere Steuern als die auf Lohn und Einkommen. Doch tendenziell würde steuerbasierte Mindestpension für alle bedeuten, dass mit dieser Steuer Pensionen aller Nicht-Steuer-zahlenden Dienstnehmer s.o.) sowie darüber hinaus diverse Hinterbliebenenpensionen etc. bestritten werden müssten. Insgesamt ergibt das einen weiteren Umverteilungseffekt durch völlige Entkoppelung von Pensionsbeiträgen (als Steuern) und lukrierter Pensionshöhe. Derzeit zahlen dagegen auch die Nicht-steuerzahlenden Dienstnehmer Pensionsbeiträge; ebenso deren Dienstgeber. Somit plädiere ich grundsätzlich für die Beibehaltung des derzeitigen Systems, doch unter strikter, nicht relativierbarer Beachtung des versicherungsmathematischen Prinzips. Das ermöglicht auch weitgehend freie Wahl des Pensionsantrittes. Die Pensionsvorsorge weitgehend individueller Umsicht anzuvertrauen halte ich für keineswegs unrealistisch, sondern einem würdig-verantwortungsvollen Menschenbild verpflichtet. auch wenn eine solche Umstellung sehr lange dauert. Durch Auszahlung bisher vorenthaltener Lohnbestandteile (Abfertigung, Dienstgeberanteile, drastische Reduzierung der derzeit geltenden Pflicht-Pensionsbeiträge) wäre mehr Spielraum für verantwortungsvolle Bürger vorhanden, in Vorsorge zu investieren.
      Zum Thema „Vergleich Mindestsicherung – Minimalpension“
      Ein signifikanter Unterschied zwischen Mindestsicherung und beitragsgedecktem Pensionsanspruch ist gegeben, unter der Bedingung allerdings, dass die Intention der Mindestsicherung ernst genommen und die Vorgangsweise seriös gehandhabt wird:

      Mindestsicherung wird erst ausgezahlt, wenn allfälliges Vermögen aufgebraucht ist; zudem soll sie forcieren, dass der / die Betroffene wieder für den Arbeitsprozess einsteigt. Tendenziell muss der Betroffene Angebote annehmen. So gesehen muss sie –richtig und konsequent gehandhabt - keine soziale Hängematte sein, denn nachweisbare Arbeitsverweigerung bei akzeptablen Angeboten mit sind unvereinbar mit öffentlicher Alimentierung. Das ist natürlich ein sensibles Problem: Berufsschutz, Qualifikationsschutz, Zumutbarkeit sind gewiss ernst zu nehmen. „Arbeit gibt es genug für den, der arbeiten will!“ taugt aber nur für den Biertisch. - So einfach ist es in der Praxis nicht.

      Pensionsanspruch dagegen soll und muss unabhängig von allfälligem Vermögen bestehen und im Mindestniveau nach versicherungsmathematisch zu eruierenden Beitragssätzen in entsprechenden Beitragsjahren gebühren, unabhängig davon, ob man noch weiterarbeitet oder nicht. Pensionen in die allgemeine und flächendeckend-überkompensatorische Umverteilung einzubeziehen und den Konnex von Beitrags-Einzahlungszeit zu Auszahlungshöhe zu kappen, ist keineswegs legitim. Es sei denn, man legt für jeden den absolut gleichen Pensionsbeitrag fest und limitiert die Einzahlungszeit. Andernfalls ist eine einzige Pensionshöhe inakzeptabel; es muss schon differenziert werden, wie lange und wie viel eingezahlt wurde und wie viele Jahre des Lukrierens der Pension statistisch zu erwarten sind. So muss es bei langen Versicherungszeiten (die man durch versicherungsmathematisch zu eruierenden Nachkauf auch erwerben kann), hohen Beitragssätzen, spätem Pensionsantritt nicht relativierbare Zuschläge geben. Harmonisiert ist hier noch lange nicht – zumal Harmonisierung auch keine Einbahnstraße sein kann.

      Möglicherweise obsolet sind Abfertigungen nach Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben: Welchen Sinn hat diese –als Überbrückungshilfe bei Jobwechsel gedacht - nach dem irreversiblen und pensionsbegründenden Ausstieg aus dem Berufsleben? Umgekehrt handelt es sich im Grunde um einen bisher vorenthaltenen Lohnbestandteil, der nicht wirklich zur Dispsitiion zu stellen ist. Aber muss er als Abfertgung zu diesem Zeitpunkt auftreten?

    • Leopold Koller (kein Partner)
      26. Juli 2012 15:58

      Phaidros/Rinnhofer

      Vielleicht sollte ich das etwas naeher erklaeren. Ich spreche von einer Abschaffung saemtlicher staatlichen Zuwendungen und dem Einfuehren einer einheitlichen Sozialleistung fuer JEDEN. Nicht von einer steuerfinanzierten Pension.

      Nehmen wir an, dass die drei Ebenen der Gebietskoerperschaften ihre eigenen, sich nicht ueberschneidenden Aufgaben haben und sie sich selbst finanzieren. Jede mit ihrer eigenen Steuer. Gemeinden = leistungsabhaengige Grundsteuer. Laender = einheitliche Einkommensteuer. Bund = Mehrwertsteuer.

      * Einkommensteuer der Laender:

      [Bruttojahreseinkommen - Steuerfreibetrag (nur fuer Staatsbuerger)] x Steuersatz = Steuer (Sozialleistung, wenn negativ). Jedes Bundesland legt seinen eigenen Steuerfreibetrag und Steuersatz fest. Die Steuer ersetzt alle einkommensbezogenen Steuern (Lohnsteuer, Einkommensteuer, Zinsertragsteuer, Koerperschaftsteuer, ...)

      BJE 36.000 - STFB 12.000 x 25% = 6.000 (Steuer)
      BJE 0 - STFB 12.000 x 25% = -3.000 (Sozialleistung)

      * Mehrwertsteuer des Bundes

      5% ermaessigter Satz: Grundnahrungsmittel, Kinderprodukte, Schul-, Lern- und Lesematerialien.
      15% Normalsatz: alles andere.
      25% erhoehter Satz (15% Normalsatz + 10% Zusatz): KFZ, Benzin, Tabak, Alkohol, Luxusartikel. Der 10% Zusatz ist nicht als Vorsteuer absetzbar.
      Die MWST ersetzt alle Waren- und Dienstleistungssteuern (KFZ-steuer, motorbezogene Versicherungsteuer, NOVA, Mineraloelsteuer, Alkoholsteuer, Glueckspielsteuer, ...)

      Der Bund bezahlt auch eine Sozialleistung: [Bruttojahreseinkommen - mittlerer STFB der Laender (nur fuer Staatsbuerger)] x MWST Normalsatz (wenn negativ).

      BJE 0 - STFB 12.000 x 15% = 1.800 (Sozialleistung)

      * Zusammenfassung.

      Es gibt keine Pension, Arbeitslose, Familienbeihilfe oder sonstige Zuwendungen von staatlicher Seite neben der Sozialleistung. Ebenso entfallen ausser dem STFB alle Absetzbetraege. Der STFB gilt nur fuer Staatsbuerger, nicht Koerperschaften. Das BJE errechnet sich aus allen Einkommen mit der Ausnahme der Sozialhilfe (Lohn, Gehalt, Betriebsgewinn, Zinsen, Mieten, Pachten, ...). Sozialbeitraege entfallen. Die Gesundheitsversicherung unterliegt einer Versicherungspflicht.

      Wer nichts verdient, bekommt 400 im Monat.
      Wer 12.000 im Jahr verdient, zahlt keine Einkommensteuer und bezieht keine Sozialleistung.
      Wer mehr verdient, zahlt Einkommensteuer.
      Die Sozialleistung der Laender fuer Kinder bis zum Ende der Schulpflicht ist fuer die Bildungsfinanzierung zweckgebunden.

      Wenn jemand mehr als 400 im Monat Pension oder Arbeitslose haben moechte, dann muss er sich privat versichern.

      Ich hoffe, es ist jetzt besser verstaendlich, wie ich das weiter oben gemeint habe.

    • phaidros
      26. Juli 2012 17:39

      Lieber Leo, das System, wie Du es skizzierst, funktioniert sicher, damit habe ich kein Problem!

      Das Problem ist, dass jedes steuerbasierte System zur Abstimmung freisteht, und damit ist die Saat des Untergangs gesät. Von Dir habe ich das Tyler-Zitat gelernt: »A democracy is always temporary in nature ... until the time that voters discover they can vote themselves generous gifts from the public treasury«!

      Aus diesem Grund kann ein steuerbasiertes System keinen Bestand haben, und würde es noch so »gerade« auf die Schiene gesetzt.

      LG

    • Leopold Koller (kein Partner)
      26. Juli 2012 18:49

      Der ohnehin schon alimentierte Poebel waehlt sich noch mehr Rechte und noch weniger Pflichten. Da liegt der Hund begraben. Das gehoert abgestellt. Daher gehoert das Wahlrecht an die Steuerpflicht (und die Schul- und Wehrpflicht) gebunden. Wer zahlt (ableistet), schafft an. Dann hoert sich das "vote themselves generous gifts from the public treasury" gleich auf.

      Dazu noch das Persoenlichkeitswahlrecht zur Gesetzgebung und die Direktwahl der Regierung, dann kann eine Demokratie auch ueberleben.

    • phaidros
      26. Juli 2012 19:04

      Stimmt, würde funktionieren! Und dann natürlich auch das Gesamtpaket!

      Frage ist: wovon sind wir realiter weiter entfernt: von einer privatisierten Gesundheits- und Altersvorsorge oder von einem Zensuswahlrecht?

      Ich fürchte nämlich bei Licht betrachtet, wir träuen beide von warmen Eislutschern, Leo!

    • Leopold Koller (kein Partner)
      26. Juli 2012 19:31

      Daher wird der Tytler auch wieder einmal Recht haben.

      From bondage to spiritual faith;
      From spiritual faith to great courage;
      From courage to liberty;
      From liberty to abundance;
      From abundance to complacency;
      From complacency to apathy;
      From apathy to dependence;
      From dependence back into bondage.

      Wir befinden uns gerade in Phase 6 - 7, wuerd ich sagen.

      Ein Zensuswahlrecht wird's nur nach einem herausragenden Ereignis geben. Ein Umsturz, eine Steuerrevolte oder sonst was aehnliches.

      Der Staat hebt ja selber sicherlich weniger als 10% des Steueraufkommens selber ein. Das machen die Unternehmer fuer ihn. Da waer schon was zu machen. Soviel Steuereintreiber oder Finanzpolizei gibt's nicht, da einen organisierten Boykott zu unterbinden.

  26. Wolfgang Bauer
    24. Juli 2012 12:53

    Witzigerweise habe ich dieser Tage im Zug einer ORF-Reportage wieder einmal einen eklatanten Fall von "der Standort bestimmt den Standpunkt" gehört:

    Ein OÖ-Gebietskrankenkassenfunktionär hat behauptet, es sei wissenschaftlich erwiesen, dass der Lebensstil maximal für 10 bis 12% des Gesundheitszustandes der Bevölkerung ausschlaggebend sei. Daher sei der Versuch der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft, guten Lebensstil zu bonifizieren eine Gemeinheit gegenüber den Kranken.

    Wieso macht dann "Armut krank"? Armutsgefährdete seine doch immens öfter krank, tönt es aus der Armutskonferenz-Ecke.

    Wie man's braucht, und der ORF stellt die logischen Fragen eh nie.

    • Herby
      24. Juli 2012 13:46

      @ Wolfgang Bauer

      Es ist im Mittagsjournal vom letzten Samstag, den 21. 7. 2012: http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand ab 16. Minute.

      (ein NÖ-Gebietskrankenkassenfunktionär behauptet, dass es 10-15% vom Krankheitsrisiko sind, die durch den persönl. Lebensstil des Patienten beeinflussbar wären, angeblich ist das der heutige Stand der Wissenschaft).

    • Wolfgang Bauer
      24. Juli 2012 17:01

      Ja, pardon, 10 bis 15%. Da soll aber keiner mehr tönen: Krankheit ist arm!

    • Erich Bauer
      24. Juli 2012 17:07

      Ich glaube, daß man "gefühlte" 5 Minuten vom persönlichen Ablaufdatum beeinflußen kann... :-)

    • Erich Bauer
      24. Juli 2012 17:26

      Kleiner Nachschlag als Dessert:

      There's probably no BIO, now stop worrying and enjoy your life...

  27. Freak77
    24. Juli 2012 12:29

    OT: Zum Euro-Thema: "Bofinger ist eine akademische Nullnummer"

    "Was von unseren Gegnern an Gehässigkeit in Tinte geflossen ist, ist kaum zu glauben", sagt Walter Krämer, Initiator des umstrittenen Ökonomen-Briefs.


    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1270256/Bofinger-ist-eine-akademische-Nullnummer?_vl_backlink=/home/index.do

  28. Cotopaxi
    24. Juli 2012 12:08

    Ich komme soeben von einem Krankenbesuch in einem städtischen Spital in Wien.

    Allgemein herrscht unter den österreichischen Patienten die begründete Furcht vor, dass in frei gewordene Betten Muselmanen oder sonstige Kulturfremde nachrücken.

    Weit haben wir es durch unsere Polit-Verantwortlichen gebracht, dass man zu seiner Krankheit noch derartige Ängste auszustehen hat.

    • terbuan
      24. Juli 2012 12:11

      Die Furcht ist auch begründet, da in einem solchen Fall der ganze Clan ständig lautstark auf Besuch kommt!

  29. Undine
    24. Juli 2012 11:45

    A.U. schreibt:

    "Dummheit, nicht Armut macht krank"

    Damit trifft er in den allermeisten Fällen den Nagel auf den Kopf. Man muß nur einmal in einem Supermarkt die Leute ein bißchen beobachten: Was sich da in deren Einkaufswägen anhäuft, ist genau das, was diese Menschen fett und krank macht. Der Großteil der eingekauften Waren besteht aus ungesundem Zeug. Und die Leute haben das Geld dafür!!!
    Keiner von diesen Menschen kann sich darauf ausreden, nicht davon gehört zu haben, daß das, was er täglich konsumiert, der Gesundheit sehr schadet. Das ist bloße Ignoranz.
    Wer das Geld für den übervollen Einkaufskorb, bestehend aus lauter minderwertigem Zeug hat, könnte genauso gut diese Summe für weniger, aber dafür hochwertige Lebensmittel ausgeben.

    • terbuan
      24. Juli 2012 11:59

      Völlig richtig Undine,
      aber Vorsicht bei BIO-Produkten, nicht alles wo BIO draufsteht, ist auch BIO drin!
      Gestern eine interessanter Vergleichstest im ZDF-Magazin "WISO", BIO gegen konventionelle Nahrungsmittel, hier zum Nachlesen:

      http://wiso.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/WISO/2942354/23331024/883b8b/WISO-Duell-Ist-Bio-besser.html

    • Undine
      24. Juli 2012 14:16

      @terbuan

      Ja, das steht wieder auf einem anderen Blatt, dass mit dem Begriff BIO gewaltig Schindluder getrieben wird!

    • DerTurm
      24. Juli 2012 16:31

      ...und seit einem Jahr wissen wir ja, dass BIO-Lebensmittel den Tod bringen können.

      Bilanz: 4.321 Erkrankte, 50 Tote, 380 dauergeschädigte (Dialyse). Und das nur in einem Fall in Deutschland.

      Politische Konsequenz: NULL Kein gesperrter Betrieb, keine neuen Grenzerte, keine Kontrollen, keine neuen Hygieneverordnungen (ein Dixi-Klo neben einem nicht gemeldeten/überprüften Brunnen aus dem Wasser für die Produktion entnommen wird, ist im Biobetrieb völlig in Ordnung).

      Die Gefahr, durch Bioprodukte "vergiftet" zu werden, ist nach wie vor hoch. Die zahlreichen Erkrankten und Toten, die es übers Jahr infolge des Konsums von Bio-Produkten in den Bio-Trend-Ländern gibt, werden gar nicht systematisch erfasst (ähnlich dem schlechten Abschneiden von Gesamtschul-Schülern).

      Schöne heile Welt!

    • Undine
      24. Juli 2012 21:30

      Zwei sehr lesenswerte Bücher von Hans-Ulrich Grimm möchte ich empfehlen:

      "Die Suppe lügt" Die schöne neue Welt des Essens

      "Aus Teufels Kochtopf" Die neuen Risiken beim Essen

      Unterhaltsam und informativ!

  30. Erich Bauer
    24. Juli 2012 10:47

    (Zitat: A.U.) "...Immerhin ist letztlich jede Krankheit einzig und allein das existenzielle Risiko des Patienten..."

    Wer krank wird, erfährt als erstes, dass er selber Schuld hat... (Eugen Drewermann) :-)

  31. Matthias_1986
    24. Juli 2012 10:06

    Das ist die Website eines Amerikaners, der einen gesunden (sportlichen) Lebensstil vermitteln möchte ohne dabei etwas zu verkaufen:

    http://scoobysworkshop.com/

  32. Erich Bauer
    24. Juli 2012 10:03

    (Zitat: A.U.) "...alle staatlichen Propagandaaktionen...

    ...sind nur noch Sandkastenspiele... "Macht" macht süchtig und "alternativlos"! Das Verhängnis in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf! "Gesundheit"!

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rating-agentur-moody-s-senkt-ausblick-fuer-deutschland-auf-negativ-a-846002.html

    Wenn die "Mauern" fallen... was wird geschehen? Macht- und Suchtkranke sind zu allem fähig...

  33. Josef Maierhofer
    24. Juli 2012 09:57

    Gesundheit ist immer das Risiko des Patienten.

    Es ist auch im Gesundheitswesen nicht anders als auf allen anderen Gebieten dieser kranken Gesellschaft.

    Nachdem viele Menschen in unserer Gesellschaft sitzende Berufe haben, muss der Lebensstil, sprich Bewegung, Ernährung, etc. dem angepasst werden, dann braucht auch der heutige Mensch keinen (wesentlich weniger) Arzt.

    Es ist das Gesundheitswesen genauso von der Wurzel her krank, wie alles andere bei uns. Allein die Motivation der Ärzte, den Menschen eine vernünftigen Lebensstil zu raten und zu zeigen, hält sich aus Ertragsgründen in Grenzen, allein die Politik, das Gesundheitswesen dem Bedarf anzugleichen, Bedarf wird, wie beim Konsum, auch in diesem Bereich gemacht, hat 'aus Beschäftigungsgründen' wenig Interesse, das Gesundheitswesen zu reformieren, etc.

    All diese üblichen Tabus und Gutmenschlichkeiten, Lügen, etc. finden natürlich auch im Gesundheitswesen statt und die Motivation, da was zu ändern ist allseits gering, würden doch 'Pfründe' verloren gehen.

    Auch die Menschen, und die tragen ja alle ihr eigenes Gesundheitsrisiko, haben wenig Wissen und Motivation und, wie hier richtig geschrieben, auch Information, über wirklich gesundes Leben. Was da auf dem Gesundheitssektor alles dahergelogen wird, das geht auf keine Kuhhaut.

    Ich gebe ein Beispiel, was ich selbst erlebt habe. Mir wurden bestimmte gefährliche Medikamente vorgeschrieben, die ich erforscht und nicht genommen habe, sondern ich habe die Ernährung umgestellt und den Lebensstil und das Ergebnis schneller und vor allem sicherer und schadensfrei erreicht. Bei der Besprechung mit dem Arzt konnte ich ihm sagen, dass ich seine Medikamente nicht genommen habe und trotzdem das Gesundheitsziel erreicht habe, worauf er, er war einer der besseren Sorte, gefragt hat, mit welchen Maßnahmen ich das erreicht habe, die meisten interessiert nicht einmal das, worauf ich ihm die Ernährungsumstellung und die Bewegungstherapie genannt habe. Hat er gemeint, ja, wir sind da leider in der misslichen Lage, dass man von den Patienten diese (notwendigen) Umstellungen nicht erwarten kann. Worauf ich ihm gesagt habe, man muss sie verlangen.

    So ist es auch in der Politik und allen anderen Lebensbereichen, nur keine Diät, nur keine Mühe, nur keine Umstellung, nur keine (notwendigen) Reformen, nur keine Änderung des Lebensstils, es könnte ja Mühe bedeuten, etc.

    All der Ballast wäre gar nicht nötig, würden die Menschen auch bezüglich der Gesundheit eigenverantwortlich handeln und das Gesundheitswesen dann nämlich von innen reformieren, dadurch, dass man all diese Organisationen nur noch im notwendigen Ausmass und nicht zum Selbstzweck der Organisationen benutzt. Dann würde wohl sehr bald der Preis der Gesundheit sinken und die Menschen durch ihre Lebensweise gesünder sein.

    Statt am Abend ungesund vor dem Fernseher zu sitzen und ungesunde Nichtinformation zu konsumieren nebst ungesundem Junkfood und fettmachender Bewegungslosigkeit, wäre doch ein etwa 3-stündiger Spaziergang, auch ein Behinderter kann sich bewegen, wesentlich gesünder, statt Unmengen von Giftfutter aus dem Supermarkt, würden es auch ungedüngtes Obst und Gemüse vom Bauerhof (Bio-, nicht Ertragsbauer) tun und die Menge des Essens ist ebenfalls auf das notwendige Ausmass zu reduzieren.

    Also Ernährung und Bewegung und schon wird aus den kranken und miesen Menschen ein eigenverantwortlicher, lebensfroher Mensch und aus dem kranken Gesundheitswesen ein gesundes, weil nur noch jene übrig bleiben, deren Motivation der Dienst am Menschen ist und nicht der Verdienst und der Ertrag.

    Wir hatten auch in den 1950-er Jahren ein funktionierendes Gesundheitswesen ohne den Pharmaschwulst, ohne die vielen Spitäler, etc. und wir hatten damals auch gesündere, weil an Bewegung reich und Ernährung armen Menschen. Damals kam es vor, dass ein Arzt ohne Honorar für die Menschen noch was getan hat. Wie ist es heute ?

    Die ganze jetzige Gesellschaft ist süchtig in allen Belangen und die Sucht lässt sie alle, allzuviele halt, nicht mehr klar denken.

    Wollen wir eine ordentliche Politik, müssen wir selbst anpacken und neue Wege gehen, wollen wir ein neues Gesundheitswesen, müssen wir uns selbst um unsere Gesundheit kümmern.

    Das Risiko liegt immer beim Patienten, wir wollen aber keine Patienten sein, oder ?

  34. Herby
    24. Juli 2012 09:28

    Eine Möglichkeit gegen die "Dummheit": Gute Gesundheitsinfos aus dem Internet - ich habe gute Erfahrungen gemacht mit:
    http://www.netdoktor.at/
    (lt. Impressum steht die netdoktor.at GmbH dahinter)

    • terbuan
      24. Juli 2012 09:41

      Danke Herby für den Link,
      habe die HP schon öfter besucht, es gibt auch ein weiters sehr gutes Forum:
      http://www.gesundheit.de/medizin

    • Herby
      24. Juli 2012 10:05

      Danke, terbulan. Wahrscheinlich wäre dem aus der Allgemeinheit finanzierten Gesundheitssystem sehr gedient wenn die Patienten dazu angeregt würden, noch mehr in diese hoch-informativen Gesundheitsportale im Internet hinein zu schauen (anstatt in Wartezimmern zu sitzen). Für diese Gesundheitsportale könnte ohne weiteres in der Öffentlichkeit Werbung gemacht werden.

      Natürlich, es haben nicht alle das Internet und auch da sind klarerweise Alte und sowieso schon Kranke im Nachteil. Aber für das Gros der Patienten & das ganze Gesundheitssystem können diese 'Gesundheitsportale' im Internet großen Nutzen bringen.

    • terbuan
      24. Juli 2012 11:43

      @Herby
      In Deutschland gibt es die Gratiszeitung "Apotheken-Umschau", welche immer sehr wertvolle Beiträge über Fragen der Gesundheit bringt. Sie wird im "Senioren-Sender" ZDF, sehr häufig beworben!
      (In Österreich ist die Zeitschrift allerdings nur in wenigen Apotheken erhältlich)

    • schreyvogel
      24. Juli 2012 14:49

      terbuan,
      da die Apotheken in Österreich (im Gegensatz zu Deutschland) Gebietsschutz genießen, haben sie es nicht nötig, ihre Kunden mit solchen Gratiszuckerln zu locken.

  35. knieriem
    24. Juli 2012 09:28

    OT - Kankenversicherung, SVA und GKK

    Was aus dem heutigen Tagebuch-Eintrag nicht (oder nicht explizit hervorgeht, ist die Tatsache, dass wir es bei der SVA und GKK - beide Institutionen Sozialversicherung - mit zwei grundsätzlich unterschiedlichen Krankenversicherungen zu tun haben, weil ...
    ... die SVA ausschließlich den Selbständigen vorbehalten ist, während die Unselbständigen (und die "unechten" Selbständigen) bei der GKK beitragspflichtig sind;
    ... die SVA ihre Beiträge nach dem Gewerbe-Einkommen bemisst und keine Gehalts- bzw. Lohnfortzahlung kennt;
    ... die SVA-Versicherten eine ganz andere Versichertenstruktur vorfinden (Selbständige neigen zu deutlich weniger "Krankenständen", weil es in dieser Zeit eben kein Einkommen aber auch keine Beitragsleistung gibt), was einer der Gründe dafür sein dürfte, dass es der SVA rein budgetär regelmäßig besser geht als der GKK;
    ... die SVA-Versicherten ihre "Ausfälle" (und das sind in diesem Fall jene durch überzogene Sportlichkeit) zumindest auf der Einkommensseite selber spüren.

    Somit liegen hier eigentlich zwei völlig unterschiedlich Problemkreise vor, was den Selbstbehalt betrifft. Das erklärt z.T. auch, warum die SVA momentan auf dieser Seite aktiv wurde und warum die GKK strikt dagegen ist.

    Man möge mir verzeihen, dass ich in diesem Fall auch aus eigenem Interesse und eigener Erfahrung geschöpft habe.

    • knieriem
      24. Juli 2012 09:33

      Nachtrag
      Außerdem müssen Selbständige anders als GKK-Versicherte für Leistungen, welche von der SVA nicht bezogen werden können, selber durch private (und meist nicht billige) Versicherungen vorsorgen, sodass hier die für Selbständige nicht unüblichen Kosten-Nutzen-Abwägungen greifen.

    • phaidros
      24. Juli 2012 09:37

      ... die SVA ausschließlich den Selbständigen vorbehalten ist, während die Unselbständigen (und die "unechten" Selbständigen) bei der GKK beitragspflichtig sind;

      ... was ohne weiteres dazu führen kann, dass Sie doppelt versichert sind (natürlich gezwungenermaßen) - aber jeweils nur eine der beiden Versicherungen leistet.

    • Anton Volpini
      24. Juli 2012 10:31

      Aber auch bei der SVA hat die Politik schon negativ hineingepfuscht. Sie hat vor einigen Jahren die chronisch defizitäre Bauernkrankenkasse mit der gesunden SVA fusioniert.

      Und die Politik pfutscht weiter, knieriem, wie heute in der Kleinen Zeitung zu lesen ist. Minister Stöger will gegen den Widerstand WK Präs. Leitls den Selbstbehalt bei der SVA abschaffen.

    • dssm
      24. Juli 2012 17:45

      Was wurde eigentlich aus dem Vorschlag: Freie Versicherungspflicht anstatt staatliche Pflichtversicherung?
      Ich kenne selbst viele, welche diesen Vorschlag für die Abstimmung eingegeben haben.
      Aber auf dem Abstimmungszettel war, im übertragenen Sinne, nur die Frage: Sind Sie als Unternehmer für eine rechts-kommunistische oder für eine links-kommunistische Versicherung.
      Hat da jemand Zahlen, welche Vorschläge in welcher Anzahl gemacht wurden?

    • Anton Volpini
      24. Juli 2012 18:01

      Wenn ich den Hrn. Leitl heute in dem Zeitungbericht richtig verstanden habe, dann läuft die Abstimmung noch, oder wird erst gestartet. Ich hab jedenfalls noch keinen Fragebogen zugesandt bekommen. Vielleicht hat er aber nur Oberösterreich gemein, dort ist man ja immer ein bißchen weiter.
      Der Stöger jedenfalls hat seine Abschaffung des Selbstbehaltes damit begründet, daß man die Kranken nicht auch noch bestrafen darf. Also voll die Linie, die Dr. Unterberger heute angeprangert hat.

    • phaidros
      24. Juli 2012 18:18

      Ich habe den Fragebogen schon, sg. Hr. Volpini. Keine Silbe von der Frage nach Versicherungspflicht.

    • phaidros
      26. Juli 2012 13:11

      Ich streiche bei allen 4 Fragen sämtliche Antwortoptionen und ersetze sie handschriftlich durch »Freie Versicherungswahl«. Bei drei davon passt das sogar im enegeren Wortsinn auf die Frage.

      Dazu möchte ich anregen und bitte um Nachahmung!

      Mein »anonymer Fragebogen« trägt übrigens rechts oben eine als »Fragebogennummer« ausgewiesene Nummer - geht's noch dummdreister?

      BG phaidros.vie@gmail.com

  36. knieriem
    24. Juli 2012 09:07

    An der heutigen, durchaus penibel analysierenden Erörterung des Gesundheits- und Krankenversicherungsproblems wird einer der großen und eklatatantesten Mängel an der Struktur demokratischer Gemeinwesen sichtbar:

    Ein (politisches) System, welches durch die Interessen seiner einzelnen Individuen gesteuert wird oder werden sollte, kann für keines der beteiligten Individuen die Dinge zufriedenstellend regeln. Was leider meist genügend Raum für organisierte Interessengruppen schafft, im Schatten divergierender Regelungswünsche ihre eigenen Süppchen zu kochen und damit die Leistungsfähigkeit des Systems zu ihren Gunsten und zu Lasten der Individuen zu verschieben.

    Zudem rütteln wir mit diesen Fragen natürlich heftig an dem Grundgedanken der in unseren demokratischen Systemen angeblich so wichtigen persönlichen Freiheit. Wenn ich nicht mehr selbst Herr meines "Lebens(stiles)" sein darf, sondern mir von einer Sozialversicherung vorschreiben lassen sollte oder muss, ob ich z.B. zu viel oder zu wenig Sport betreibe, zu viel oder zu wenig Gewicht auf die Waage bringe, oder wann ich zur nächsten Vorsorge-Untersuchung zu erscheinen habe, dann könnte der Punkt erreicht sein, ab dem ich nur mehr zum sozialversicherungstechnischen "Nutzvieh" gehöre, dessen Leben "vom System" dadurch bestimmt wird, dass möglichst viele nicht nur "gesunde" (sprich: zahlende) Versicherte für die "vom System" den - nicht nur kranken - Mitgliedern verordneten Leistungen aufkommen müssen, weil sonst das System aus dem Gleichgewicht gerät. Dieses Bild vermittelt für mich einen Hauch von "Matrix", in der "ich" nicht mehr definieren darf, ob ich mich "gesund" oder "krank" fühle.

    Wenn ich mir allerdings die Sozialversicherungsproblematik insgesamt und die Bildungsproblematik ansehe, dann gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass letzten Endes alles auf den von mir befürchteten Mechanismus hinausläuft. Und das Schlimme daran ist nicht, dass es geschieht (denn das ist sozusagen "immanente Dynamik selbstorganisierender Systeme"), sondern dass wir, die Bürger und der Souverän, für diese Mechanik so gar keine Antenne haben (es sei denn, es geht um arme, mittel-, sprach- und ausweislose Migranten, die auf der "Nehmerseite" des Systems stehen und denen unsere Türen weit offen stehen).

    Aber wir dürfen uns nicht wundern, dass das so ist. Schließlich wird in unserem Bildungswesen auf "politische, insbesonders demokratische Bildung" ungefähr so viel Wert gelegt, wie auf die Vermittlung von Kenntnissen in der Krokodilzucht und das Feld wird den Parteien, den Gender-Schreihälsen, den "NGOs" oder eben solchen Größen wie der Claudia S. (oder dem Leitl oder - Gott behüte - UHBK und seiner Laura überlassen.

  37. Markus Warner
    24. Juli 2012 09:06

    Der wohl wichtigste Schritt wäre, die Krankenversicherungsbeiträge tatsächlich versicherungsmathematisch zu berechnen; also abhängig vom Krankheitsrisiko. Klarerweise müsste man eine Art Deckelung, insbesondere für Personen mit genetisch bedingten Krankheiten, einführen.
    Das schweizer System der Krankenversicherung ist diesbezüglich durchaus interessant.

  38. DerTurm
    24. Juli 2012 08:41

    In so einem Kontext fallen mir immer wieder die völlig schwachsinnigen "sozialen Menschenrechte" ein, insbesondere:

    - Recht auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand
    - Recht auf einen angemessenen Lebensstandard und angemessene Nahrung

    Die Frage ist nur, wie viele Menschen von einer wie auch immer gestalteten Gewalt gegen seinen Willen unter Verletzung der in den Menschenrechten "garantierten" Freiheit dazu gezwungen werden dürfen, um den anderen dies zur Verfügung zu stellen...

    Wir versklaven also unter Berufung auf die Menschenrechte einen Teil der Menschen, damit die Mehrheit der Menschen ihr Recht auf Gesundheit. Lebensstandard und Nahrung in Anspruch nehmen kann.

    - Recht auf Bildung

    Ach ja, ein paar Lehrer müssen wir auch noch versklaven, schließlich haben sie ja ein

    - Recht auf Arbeit

    womit man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlägt.

    Die Sache mit

    - Recht auf angemessene Entlohnung

    werden wir schon irgendwie zu deren Unginsten wegargumentieren, solange sie nicht allzuviel von ihrem

    - Recht auf Gründung von Gewerkschaften

    gebrauch machen.

    Ich frage mich auch heute noch, wem dieser mit sich selbst in krassem Widerspruch stehende Schwachsinn eingefallen ist.

    Am besten gefällt mir immer noch das Menschenrecht auf Gewerkschaft (zum Glück wird man von dieser ja hierzulande nicht auch noch mit einer Zwangsmitgliedschaft bedacht).

    • Cotopaxi
      24. Juli 2012 08:52

      Wo bleibt das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit für männliche Babies und Knaben?

  39. Observer
    24. Juli 2012 08:02

    Unser Gesundheitssystem ist krank und wird immer kränker.
    Alle daran Beteiligten tragen zumindest eine Teilschuld. Die Medizinerausbildung, die Ärzte, die Ärztekammer, die Krankenkassen mit dem Hauptverband, die Apotheken und deren Kammer, die Pharmaindustrie, sehr viel die unvernünftigen Patienten mit Vollkaskomentalität und vor allem die machtbesessenen Politik mit den Landesfürsten und dem Gesundheitsminister.
    Ich könnte darüber ein Buch schreiben, soviel Misswirtschaft wird da betrieben. Hier nur ein paar Fragen:
    ? Warum gibt es bei uns so viele Krankenkassen, welche keinen Wettbewerb zulassen? (vermutlich wegen der vielen zu vergebenden Dienststellen)
    ? Warum werden die Spitäler nicht aus einem Topf finanziert? (da würde vieles effizienter ablaufen)
    ? Warum verlangt man nicht für alle Arztkontakte einen Selbstbehalt? (da bei würden die Leute erkennen, dass Gesundheit auch etwas kosten kann/muss!)
    ? Warum gibt es unter den Apotheken keinen Wettbewerb? (im Gegenteil: da werden Gebietsmonopole verteidigt und die noch verbliebenen sog. Hausapotheken bei den niedergelassenen Ärzten bekämpft!).
    ? Warum kann man nicht banale Produkte (sog. OTP-Waren) auch in den Supermärkten kaufen? (das Argument mit der Hemmschwelle ist doch nur eine Scheinausrede)
    ? Warum gibt es bei manchen Arztbesuchen Terminvergaben und trotzdem lange Wartezeiten? Warum muss kann man bei vielen Ärzten, Ambulatorien und Kliniken stundenlang warten? (kostet die Wartezeit des Patienten gar nichts?)
    ? Warum muss man bei Dauermedikation sich mit Kleinpackungen zufrieden geben und immer wieder Arzt und Apotheke aufsuchen und den Medikamentenselbstbehalt bezahlen? (ist dies eine Methode, um Ärzte, Apotheken und vor allem die Pharmaindustrie zu mehr Umsatz zu verhelfen?).
    ? Warum werden oft chirurgische Eingriffe gemacht, welche nicht unbedingt erforderlich sind? (vermutlich zu besseren Auslastung der Abteilung?)
    ? Warum werden viele Patienten von den Medizinern unberechtigter Weise krankgeschrieben bzw. ihnen sogar die Früh-/Invalidenpension ermöglicht?
    usw. (diese haben dann vielfach neben der weiteren Schwarzarbeit ein "garantiertes Mindesteinkommen"!)
    Usw. usw.
    Jede der bisherigen "gut gemeinten" Reformen haben alles nur verschlechtert. Ich wünsche mir keinen verlorenen Krieg bzw. einen Totalzusammenbruch des Gesundheitssystemes, aber gibt es nicht doch eine andere Art, eine Totalreform zu ermöglichen?
    Dies meint ?lichst
    Ihr Observer

    • terbuan
      24. Juli 2012 08:51

      @observer
      ********!
      Jedes ? ein Volltreffer!!!

    • Observer
      24. Juli 2012 09:00

      Liebe Leser.
      entschuldigen Sie bitte die störenden Fragezeichen am Anfang jedes Satzes, welche eigentlich nur in der spanischen und portugiesischen Schrift vorgesehen sind. Ich wollte vielmehr Sonderzeichen (siehe: http://files.homepagemodules.de/b135428/f6t34970p261056n2.pdf ) unterbringen, was aber das verwendete Blogsystem nicht erlaubt.
      :-)

    • Observer
      24. Juli 2012 09:05

      Noch eine Korrektur:
      Statt OTP sollte es natürlich OTC lauten, damit sind die im Fachjargon bezeichneten "Over-the-counter"-Produkte gemeint, wie: Aspirin, Vaseline usw.
      I'm really sorry.

    • terbuan
      24. Juli 2012 09:06

      Passt schon Observer, es waren ja alles Fragen :-)

    • socrates
      24. Juli 2012 15:42

      Auch die Ambulatorien gehören entlastet: Ausweis + 20€ beim Erstbesuch.

    • Undine
      24. Juli 2012 21:32

      @socrates

      Absolute Zustimmung!!!

  40. Cotopaxi
    24. Juli 2012 07:32

    Was Frl. Schmid im Bildungsbereich ist, ist Hr. Stöger im Gesundheitsbereich.

    Man muss sich die beiden nur ansehen und anhören - die könnten miteinander verwandt sein.

    Gute Nacht, Österreich!

  41. Wertkonservativer
    24. Juli 2012 07:01

    Da ich gerade derzeit (nach Herz-OP) das Sozialsystem ausgiebig in Anspruch nehme, sollte ich hier vielleicht nicht zu laut tönen.
    Allerdings ist es (mit fast 78) erst meine zweite Rehab bzw. Kur, und ich hoffe, kein allzu schlechtes Gewissen haben zu müssen. Darüberhinaus zahlen meine Frau und ich seit 50 Jahren ansehnliche Monatsbeträge für die private Zusatzversicherung, also was solls?!?

    Allerdings treffe ich auch hier etliche Zeitgenossen an, die - ohne wirklich erkennbare gravierende Leiden zu haben - recht fröhlich ihren dritten oder vierten Rehab- bzw. Kuraufenthalt im gleichen Haus geniessen.
    Nichts gegen berechtigte Zuerkennung von Heilverfahren, doch dürfte das Bewilligungswesen immer noch recht großzügig gehandhabt werden.

    Ich hoffe, niemandem unrecht zu tun, und bin - wie gesagt - derzeit selbst Nutzniesser dieses tollen Sozialfortschrittes.
    Im Interesse der finanziellen Leistbarkeit des Staates sollte aber vielleicht doch Augenmerk auf etwas ökonomischere Mittelverwendung im sozialen Gießkannensystem verwendet werden.

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • terbuan
      24. Juli 2012 09:11

      Bad Ischl ist ja auch eine wunderschöne Stadt zum Kuren! :-)
      Vergiss nicht den Wochenmarkt zu besuchen Gerhard, der ist immer am Freitag!
      Liebe Grüße und weiterhin gute Genesung,
      terbuan

    • Undine
      24. Juli 2012 09:50

      @Wertkonservativer

      Nein, lieber Wertkonservativer, Sie brauchen wirklich kein schlechtes Gewissen zu haben, denn für solche "Fälle" ist ja eine Krankenversicherung da: Damit man, wenn man (ohne eigenes Verschulden!) erkrankt, bestens ärztlich betreut wird, ohne deshalb in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

      Daß mit 78 Jahren das Herz nicht mehr so perfekt arbeitet, ist nicht Ihre Schuld sondern höchst natürlich. Deshalb können Sie auch mit reinem Gewissen Gebrauch von allen Einrichtungen machen, die Ihrem Herzen wieder zum guten Funktionieren verhelfen.
      Das ist auch der Sinn einer Versicherung!

      Ganz anders liegt die Sache, wenn jemand an seiner Krankheit durch krankmachendes Verhalten SELBER Schuld trägt. Da ist es nicht einzusehen, daß die Allgemeinheit gänzlich für die Kosten aufkommt.

      Wenn allerdings jemand seine Gesundheit selber aufs Spiel setzt, sei es durch ungesunde Ernährung, exzessiven Alkohol-, Nikotin-, Drogenkonsum, mangelnde Bewegung, Folgen von Tätowierungen, Piercings oder Schönheitsoperationen, risikoreiches Verhalten beim Sport oder im Straßenverkehr oder Abtreibungen usw , müßte genauso "behandelt" werden wie jemand, dem aus Fahrlässigkeit seine Wohnung, sein Haus abbrennt: Er muß z. T. jedenfalls selber für den SELBSTVERSCHULDETEN SCHADEN aufkommen.

      Wie kommen diejenigen, die auf ihre Gesundheit achten, dazu, Leuten, die ihre Gesundheit ständig und aus freiem Willen schädigen, ihren gesundheitsschädigenden Lebenswandel via Krankenversicherungsbeiträgen "mitzufinanzieren" ? Das kann doch nicht Sinn einer Versicherung sein.

      Ignoranz gehört bestraft. Mein Vorschlag: Menschen, die nachweislich auf ihre Gesundheit achten, gehören BELOHNT, indem ihre Beiträge spürbar gekürzt werden. Jeder Arzt kann am bloßen Erscheinungsbild eines Patienten beurteilen, ob und wie dieser auf seine Gesundheit achtet.

      Alles Gute, lieber Wertkonservativer!

    • DerTurm
      24. Juli 2012 10:30

      ...und bitte für mich einen Besuch im Jugendstilsalon vom Zauner einlegen (ich komme heuer leider nicht in diesen Genuss)

    • Wertkonservativer
      24. Juli 2012 10:51

      Dank, liebe Undine, werte Herren, für Eure freundlichen und aufmunternden Zeilen!

      Herzlich

      Gerhard Michler

    • Florin
      24. Juli 2012 11:18

      Einem Herzpatienten einen Besuch beim Zaunder zu empfehlen ist ein bisserl kontraindiziert, nicht? ;-)

    • GOP
      24. Juli 2012 12:11

      Ich war auch schon dreimal auf Kur (zuletzt in Pfandl bei Ischl). Da trifft man viele Leute, welche - trotz nunmehrigem kleinen Selbstbehalt - dies als zusätzlichen Urlaub verstehen/missbrauchen und gar nicht an der Rehab bzw. Heilung der kleinen Wehwehchen interessiert sind. Interessant dabei sind auch die vielen sog. "Zuwanderer", welche besser über alle Zuschüsse etc. Bescheid wissen, als die wirklich bedürftigen Patienten. Aber auch manche "Ur"österreicher in kleinen Gruppen habe ich getroffen, welche stolz ihre Verbindungen zur Sozialversicherung bekannten und sich schon für das nächste Mal ein gemeinsames (Urlaubs)ziel ausmachten.

    • Karl Rinnhofer
      25. Juli 2012 21:12

      @Wertkonservativer
      Zunächst einmal von Herzen alles Gute unserem geschätzten Wertkonservativen.
      Wer sich so vorbildlich und stets positiv einbringt, sollte am wenigsten nachgerade "ein schlechtes Gewissen haben" ..., "das Sozialsystem ausgiebig ... in Anspruch zu nehmen" oder sich selbst als "Nutznießer" zu bezichtigen.

      Bei selten jemandem ist dieser Gedanke so abwegig wie bei Ihnen - ich kann mir nicht vorstellen, dass mir darin irgendjemand im Forum oder in Ihrem Bekanntenkreis nicht zustimmt.

      Also alles, alles Gute, eine erholsame Rehab bzw. Kur, die Sie sich mehr als andere verdienten. Wozu soll es dann überhaupt ein Sozialsystem geben, wenn nicht für solche berechtigten Anlässe?

      Es ist bezeichnend, dass Menschen, die sich immer einbrachten und einmal absolut legitim und selten genug eine Sozialleistung in Anspruch nehmen, diese so schätzen können, das sie diese als KEINE Selbstverständlichkeit, sondern als "tolle Sozialleistung" bezeichnen – während andere in unverschämtem Anspruchsdenken alles als "Selbstverständlichkeit" abtun –womit einmal mehr der Unterschied zwischen dem wertvollen und keineswegs zur Disposition zu stellenden Sozialstaat und seiner Degeneration, dem selbstzweckhaft anspruchsmaximierenden Vollkasko-Wohlfahrtsstaat für Nicht-Einbringungsbereite paraphrasiert wäre.

    • Wertkonservativer
      26. Juli 2012 16:54

      Falls Sie das noch lesen, lieber Herr Rinnhofer:

      Herzlichen Dank für Ihre überaus liebenswürdigen Genesungswünsche, sowie für die mich ehrenden und verlegenmachenden freundlichen Worte hinsichtlich meiner Einstellung zu sozialer Verantwortlichkeit und persönlichem Vorbild Andersdenkenden gegenüber!

      Nochmals Dank und herzliche Grüße,

      Gerhard Michler

      (mail to: gerhard@michler.t)

  42. Anton Volpini
    24. Juli 2012 06:43

    Einen ähnlichen Artikel mit derselben Grundaussage habe ich in der Presse mitte der 1980 iger Jahre gelesen.
    Damals war das Resumee: im Moment können wir uns das Krankenkassensystem noch leisten, doch in 10 Jahren fährt es aufgrund der demographischen Entwicklung aus dem Ruder. Also muß etwas getan werden, und es folgten die gleichen Therapievorschläge wie hier von Dr. Unterberger.

    Ich habe mich immer gefragt, warum die Politik bei absehbarer Entwicklung nicht handelt. Es ist für den Staat nichts so gut berechenbar, wie die demographische Entwicklung.
    Heute ist aber klar geworden, daß mit dem Niedergang eines Staatswesens die von Dr. Unterberger einhergehenden Eigenschaften wie Dummheit, Ungebildetheit und Niedertracht verbunden sind. Und diese Eigenschaften sind leider heute in den europäischen Ländern, wie auch in Österreich dominant!

  43. efrinn
    24. Juli 2012 03:18

    Unter diesem Gesichtspunkt ist die von der SVA der gewerblichen Wirtschaft vorgeschlagene - und natürlich sofort verteufelte - Reduktion des Selbstbehaltes der Patienten bei Einhaltung von gesundheitsfördernden Maßnahmen wie Nichtrauchen oder Gewichtsabnahme ganz anders zu bewerten.

  44. Schani
    24. Juli 2012 01:47

    Gesundheit soll - wie das erwähnte Auto - den Einzelnen durchaus etwas kosten. Denn wenn man die Gedanken der Gratismedizinbefürworter weiterspinnt, könnte man ja auch mit Fug und Recht verlangen, daß die Krankenkassen oder der Staat auch die Ernährung zu finanzieren hätten! Denn ohne Nahrungsmittel verhungert und stirbt man bekanntlich.
    Wer sich allerdings von einer Lebensstiländerung viel erwartet, träumt von "warmen Eislutschern"! Wie heißt es nämlich so treffend? "Consuetudo est altera natura", auf gutdeutsch: "Einen alten Baum kann man nicht versetzen"! Somit sind derartigen Wünschen Grenzen gesetzt.

  45. Undine
    24. Juli 2012 00:50

    "Gelebt, geliebt, geraucht, gesoffen und alles dann vom Doktor hoffen!"
    Und kosten darf das Kurieren natuerlich nichts?

    • Undine
      24. Juli 2012 21:38

      Das ? soll ein ! sein; aber auf dem iPhon vertippt man sich schnell einmal! :-)
      Und der Satz ist natürlich vom unvergeßlichen Eugen Roth (Der Wunderdoktor)!

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      25. Juli 2012 10:49

      Und die Italiener sagen dies ähnlich poetisch: "Bacco, Tabacco e Venere riducono l´uomo in cenere".

    • Leopold Koller (kein Partner)
      25. Juli 2012 15:23

      Es heisst aber auch:

      Alkohol und Nikotin
      macht die halbe Menschheit hin,
      doch ohne Suff und ohne Rauch
      stirbt die and're Haelfte auch!

  46. kakadu
    24. Juli 2012 00:40

    Völlig richtig herausgearbeitet = was nichts kostet, ist auch nichts wert. Diese Formel ist leider noch immer weit verbreitet.
    Daher wäre es sinnvoll, auch beim Gesundheitssystem ein genau definiertes Bonus-Malussystem einzuführen, um Kosten zu vermeiden bzw. zu reduzieren.
    Weiters gäbe es ein nicht zu unterschätzendes Einsparungspotential bei den Medikamentenverordnungen - da wird leider viel zu viel die Pharmaindustrie unterstützt.
    Einspruch allerdings bei den Gesundheitsinformationen, denn mehr als es in der Gegenwart davon gibt, ist kaum möglich. Jedes Printmedium, das man aufschlägt berichtet über gesunde Ernährung, Vermeidung von Gesundheitsrisiken u.ä.
    Selbst jeder Fernsehsender strahlt täglich unzählige Gesundheits- und Ernährungstipps aus. Man muß es halt auch konsumieren und nicht nur die blödsinnigen Soaps, Krimiserien und/oder Musikberieselungen aller Art.

    • knieriem
      24. Juli 2012 07:59

      @kakdu
      "... Selbst jeder Fernsehsender strahlt täglich unzählige Gesundheits- und Ernährungstipps aus ..."

      Ja, meist gefolgt von graphisch und psychologisch ausgeklügelten Botschaften, wie sehr das Wohlgefühl bestimmter Körpergegenden bei Einnahme möglichst großer Mengen eines auch durch natürliche Nahrung vollkommen substituierbaren Industrieprodukts (dessen Zusatzleistung meist nur in Zucker, Geschmacksträgern und gefälliger Verpackung besteht) sich verstärkt - oder gar erst entsteht ("Ich wusste gar nicht, dass mein Darm sich auch wohlfühlen kann!").

    • kakadu
      24. Juli 2012 13:03

      @knieriem

      Oje, oje - welch' absurde Interpretation.
      Gemeint war natürlich nicht die schwachsinnige Werbung (sie ist viel mehr in der letzten Zeile meines Kommentars einzuordnen!), sondern durchaus seriöse Reportagen und Dokumentationen, die sich in vielen Formaten wiederfinden!





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