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Die Kuschelökonomie

Im Grund ist alles Psychologie. Das wissen Börseprofis. Sie versuchen bei jeder kleinen Nachricht zu ahnen, wie die anderen – der „Markt“ – reagieren werden, und handeln dementsprechend.

Auch in der Erziehung ist die eigene psychologische Glaubwürdigkeit zentral. Wenn Eltern Kindern ständig etwas androhen (à la: „Dann darfst du nicht fernsehen“), das aber aus Angst vor einem Konflikt nie realisieren, dann verlieren sie jede Glaubwürdigkeit. Sie ernten im Lauf der Zeit die Verachtung ihrer Kinder und das Risiko viel ärgerer Konflikte. Die Kuschelpädagogik der 68er Generation ist aus diesem Grund gescheitert.

Nur die europäische Politik handelt noch nach deren Regeln, vor allem rund um den Euro. Sie hat damit die eigene Glaubwürdigkeit verspielt. Statt konsequent zu sein, hat sie sich lächerlich gemacht.

Sie hat aus Weichheit Länder in den Euro aufgenommen, welche die eindeutigen Aufnahmekriterien bei weitem verfehlt haben. Es gab nie Konsequenzen gegen jene Staaten, die dann nach Einführung des Euro die Regeln verletzt haben. Es gab keinerlei Strafmaßnahmen wegen betrügerischer Manipulationen volkswirtschaftlicher Daten; Kommissionspräsident Barroso ist noch immer im Amt, der die Griechen 2004 in aller südländischen Grandezza von diesem (vielleicht sogar mit Wissen Brüssels passierten!) Betrug pardoniert hat. Europa hat die hoch und heilig auf höchster EU-Verfassungsebene einbetonierte No-Bailout-Regel gebrochen und entsorgt (also das Verbot, andere EU-Länder aus einer Pleite herauszuboxen). Griechenland hat jedes Mal die detailliertesten Reformzusagen gebrochen und dennoch jedes Mal nach einigem Zetern immer das benötigte Geld bekommen.

Wer soll heute noch diese EU, diese EZB ernst nehmen? Auch die Griechen tun das nicht. Sie haben nur solange ernsthaft gespart, als sie mit einer Pleite rechnen mussten. Sobald die ersten Hilfsgelder da waren, tun sie nur noch so als ob. Was aber noch schlimmer ist: Die mangelnde Konsequenz gegen Griechenland wirkt sich auch in allen anderen Ländern aus. Niemand nimmt Drohungen aus Brüssel weiter ernst. Man beklagt zwar wie ein professioneller Friedhofsredner tränendrüsendrückend ein „Zu Tode sparen“, aber dennoch gibt es auch heute nur ein einziges EU-Land, das weniger ausgibt, als es einnimmt. Das ist Estland . . .

Aber man würde doch das große „Friedensprojekt Europa“ gefährden, so heißt es von den Fans dieser Kuschelökonomie, wäre man wirklich konsequent! Deshalb sei der „Vorrang der Politik“ über alle Ökonomie so wichtig! Wahr ist freilich das Gegenteil. Zwar hat man sich – wie Eltern, die dann halt doch immer das Fernsehen erlauben, – kurzfristig einen Konflikt erspart. Langfristig wird es dafür umso sichererer umso größere Konflikte geben.

Hätte man die Griechen 2000 nicht in den Euro gelassen oder sie seit 2010 nicht durchgefüttert, hätten sie selbstverantwortlich handeln müssen. Jetzt aber sind an jedem Übel in Griechenland die Deutschen schuld und an allen deutschen Problemen die Griechen. Hass ist nie gut für den Frieden.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 10:57

    Die EU war Anfang an darauf ausgelegt, Deutschland in die Zwangsjacke zu stecken.

    Während man der EWG noch das hehre Ziel der Fridensstiftung nachsagen könnte, liegen der Entwicklung der EU hauptsächlich Vertragsbruch, Erpressung und sozialistische Täuschungen zu Grunde. Wenn schon die deutschen Bolschewisten wie Joska Fischer es unaufgefordert laut aussprechen, daß das deutsche Wesen ausgetrieben gehört, dann darf man sich nicht wundern, daß die Franzosen dieses diplomatisch ausnützen, und der Rest der Südländer davon im Windschatten mitsegeln.
    Nur Deutschland selbst versucht noch sowas wie eine Führungsrolle in der EU zu halten, was aufgrund der parasitären Neigungen anderer EU "Partner" nicht nur ein aussichtsloses Unterfangen ist, sondern im Gegenteil ins Desaster führt.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorplusminus
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 14:51

    OT

    Diese burgenländische "Sauerei" (Originalzitat Niessl) erhält nicht die tägliche, ausführliche Berichterstattung in den ORF-Nachrichten wie die kärntner.
    Warum wohl?

    http://burgenland.orf.at/news/stories/2543182/

  3. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 06:23

    Selbstverständlich bedarf es der Dominanz des Staates, heute mehr als je zuvor in der Geschichte.Die Marktwirtschaft hat sich über die Dominanz der Finanzwirtschaft zu einem alles zu verschlingen drohenden Monster entwickelt. Da hilft keine Psychologie mehr und keine Beschwichtigungspolitik, denn jedes Opfer macht das Monstrum nur noch gieriger.
    Auch ist die Diskussion über Austeritätspolitik versus Deficit Spending ist völlig sinnlos, weil beides gleichermaßen in den finalen Kollaps führt. Die Inflations-Deflations-Dialektik ist Blendwerk und eine Falle der linken und rechten ökonomischen Hofpoeten von Money Power.

    Das Monster muss geschlachtet werden und zwar durch zwei alles entscheidende Maßnahmen.

    1. Zerschlagung der Banken und Trennung des Geschäftsbereiches vom Spekulationsbereich, damit es wieder Banken gibt die der Wirtschaft und den Menschen dienen und nicht dem Mammon. und das gemäß dem amerikanischen Glass Stegall Akt oder dem Deutschen Kreditwesengesetz von 1934.
    2. Wiedereinführung der nationalen Währung und Rückführung des EURO auf eine Verrechnungseinheit - was es als ECU schon erfolgreich gegeben hat - nach dem Vorschlag von Hankel und ich glaube auch Sarazzin.
    Dazu Vergabe von fast zinsfreiem staatlichen Kreditgeld zum Wiederaufbau der Wirtschaft, wie das von Hamilton (siehe Link Büso) in den USA im 19.Jhdt. aber auch in Deutschland 1934 vorexerziert wurde.

    Das ganze muss im europäischen Rahmen geschehen, denn nur so besteht die Chance, dass dieses Programm nicht von den Flugzeugträgern und den Atom-U-Booten von Money Power über dessen amerikanischen Golem gestoppt wird.

    http://www.bueso.de/
    http://www.brd-schwindel.org/wie-hitler-unabhaengigkeit-von-internationaler-zinsversklavung-erreichte/
    Diesen Link setze ich nur mit ausdrücklicher Distanzierung von den unfassbaren Verbrechen der Nazidiktatur!

  4. Ausgezeichneter KommentatorPumuckl
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 07:49

    O.T. . . . oder doch nicht ganz ?

    Jüngst warnte Moody's vor einer Überforderung Deutschlands.

    Der kleinere Konkurrent Egan - Jones wird nun in der " Welt am Sonntag " viel deutlicher:

    " In der Euro-Schuldenkrise ist eine Staatspleite der Bundesrepublik Deutschland ein denkbares Szenario

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 12:00

    Schön langsam wirds aber doch Schluss werden müssen mit all dem kuscheligen 'solidarischen' Gephasel in der EU, wenn nämlch nun, wenn Italien, Spanien, halt alle PIIGS, dann Geld wollen/brauchen, das wird September dieses Jahres sein in etwa, dann ist auch der ESM am Plafond und es muss nachgefasst werden.

    Spätestens bei der nächsten Schuldentranche (Haftungstranche) werden dann die Völker rebellieren und erkennen, dass nicht die Spekulanten den Euro kaputtgemacht haben, sondern die linken Politiker und deren Handlanger aus den anderen Parteien.

    700 Milliarden, werden sich die Menschen dann die Billionen noch gefallen lassen ?
    Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, so meine ich dazu.

    Wir müssen diese Politik beenden und abwählen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorKomma
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 07:57

    Typisch für Journalisten ist die dümmste Erklärung wirtschaftlicher Vorgänge: aus der Psychologie. Kreisky nannte die Psychologie eine "weiche" Wissenschaft, die alles erklärt, mal aus Herdentrieb, mal aus Verdrängung, mal aus Sublimierung. Irgendetwas paßt immer. Wer für alles eine Erklärung hat, hat keine!

    Was AU als ehem. eifrigster Befürworter des Euro nicht einsehen will ist, daß all die Panikreaktionen, um ihn zu retten, nichts nützen. Die Panikreaktionen sind nicht durch Psychologie erklärbar, sondern beruhen auf fehlender Sachkenntnis.

    Hier der Artikel eines österr. Ökonomen: Michael Hörl aus Welt-online:
    DER EURO IST DER TÄTER:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108381473/Deutschland-droht-nun-selbst-der-Staatsbankrott.html?wtmc=commentarist

    Ordnung kehrt in Europa erst ein nach der Rückkehr der Länder zur eigenen Währung.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorkakadu
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2012 15:02

    Jetzt wird gedruckt statt gekuschelt = die neue Hilfe zur Selbsthilfe jenseits jeder Ökonomie!

    http://www.heute.at/news/wirtschaft/art23662,755029

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorKarl
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juli 2012 02:06

    Was sagt ein Beschluß von Regierungen, nach dem Banken “gerettet werden müssen”, also mit Steuergeldern saniert werden sollen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten, über die Regierungen aus? – Sie vertreten nicht die Interessen des Steuerzahlers, sondern die des Finanzkapitals.


alle Kommentare

  1. Juncker (kein Partner)
    31. Juli 2012 00:16

    80 Mrd EUR Haftungssumme für Österreich
    Haftungssumme bei Zahlungsausfall der GIPS-Länder, Italiens und Zyperns:

    TARGET-Verbindlichkeiten (GIPS-Länder, Italien und Zypern): 41,8 Mrd EUR
    EZB-Staatsanleihenkäufe (Stand 20.07.2012): 5,9 Mrd EUR
    EU-Hilfe für Griechenland (1. Rettungspaket): 1,6 Mrd EUR
    IWF-Hilfe für Griechenland (1. Rettungspaket): 0,3 Mrd EUR
    ESM-Kapitaleinlage: 2,2 Mrd EUR
    ESM-Garantien: 17,3 Mrd EUR
    EFSM (zugesagt an IE, PT): 1,1 Mrd EUR
    EFSF (zugesagt an IE, PT, GR): 8,3 Mrd EUR
    IWF-Hilfsmittel parallel zu EFSF/EFSM bzw. ESM: 2,2 Mrd EUR
    unterproportionale Banknotenausgabe der Krisenländer: -0,7 Mrd EUR

    Summe: 79,8 Mrd EUR

    Quelle: ifo-Spezialthemen, Target-Salden, Haftungssummen für die Euro-Länder

  2. Günther Hoppenberger (kein Partner)
    30. Juli 2012 12:16

    Falscher Fokus?

    Sollte es nicht eigentlich nachdenklich stimmen, wenn es zur Fortentwicklung der einstmals als Friedens- und Sozialprojekt konzipierten EU vorrangig um die Zufriedenstellung "der Märkte" geht und dafür alle Opfer in der Gesellschaftsentwicklung als notwendig hinzunehmen dargestellt werden? Träte die ursprüngliche Vision eines friedlichen Europas der Völker wieder in den Vordergrund, wäre schnell ersichtlich, dass dafür der mit untauglichen, weil Problem verschärfenden Mitteln vorgenommene Versuch, das versagende Informationssystem (Geldkonstrukt) krampfhaft aufrecht zu erhalten, entbehrlich ist. Unter welchen Bezeichnungen und Konstruktionen von so genannten "Rettungsschirmen" neue Schulden versteckt werden sollen, ist unerheblich, sobald wir die Binsenweisheit zur Kenntnis nehmen, dass alte Geldschulden durch neue Geldschulden niemals tilgbar sein werden. Zur globalen, friedlichen Gesellschaftsentwicklung werden wir uns daher von den verfestigten Machtstrukturen des wirtschaftlichen Informationssystems trennen müssen. Der damit einhergehende Machtverlust verursacht bei der davon betroffenen Minderheit zweifelsohne echte Ängste. Diese rechtfertigen jedoch keinesfalls die Opferung der Lebensgrundlagen der europäischen Bevölkerungen. Wenn wir nicht bereit sind, den Weg von der Konkurrenz zur Kooperation einzuschlagen, ist es um die Menschheit schlecht bestellt.

  3. socrates
    30. Juli 2012 11:51

    Kroatien hat man, nachdem Tudschman die AVNOJ-Gesetze abgeschafft hat, nicht in die EU aufgenommen, dafür einige andere Rettungskandidaten. Das ist miese Politik pur. Zahlen dürfen wir, die Verbieter kassieren.

  4. xRatio (kein Partner)
    29. Juli 2012 17:40

    Zum Europäischen Sado-Masochismus © HC Strache (FPÖ)
    hier mal wieder ein sehr guter Beitrag in PI

    http://www.pi-news.net/2012/07/die-schweinereien-im-esm-rettungsschirm/

    ESM=Der ultimative sozialistische Putsch von oben. Europa ist unter dem Diktat der Sozialistenpest zur EUdSSR mutiert und damit endgültig erledigt.

    Wer das immer noch schön redet, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

    xRatio

    • Anton Volpini
      29. Juli 2012 18:47

      Und xRatio, was tuen Sie persönlich gegen diesen ESM?

      Ich meine, Ihre persönlichen Taten, außerhalb von reden?

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 23:13

      @ Anton Volpini 29. Juli 2012 18:47

      Gute Frage, aber was soll ich denn groß machen außer "mit brennender Sorge" :-) gegen die wahrlich haarsträubenden Mißstände anzuschreiben?

      Das mache ich (wie leider viele) auch keineswegs nur zum Vergnügen und Zeitvertreib.
      Stattdessen verstehe ich Herrn Dr. Faust in seiner tiefen Verzweifelung immer besser.

      Vielleicht sollte man wie Faust doch mal wieder einen Pakt mit dem Leibhaftigen schließen.

      Mein Auftrag an Mephisto würde lauten: Zur Hölle mit der Sozialistenpest!!

      "Dann magst Du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehen." :-)

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 23:24

      Außerdem
      unterstütze ich freiheitlich orientierte Gruppen und Einzelkämpfer im In- und Ausland hin und wieder auch finanziell, wenn sie sich glaubwürdig für die Werte von Aufklärung und Humanismus, für echten Liberalismus einsetzen oder eingesetzt haben. Besonders gern helfe ich außerdem, wenn solche Leute aufgrund ihrer Ansichten in die Mühlen der staatlich organisierten Sozialistenpest und ihres linken Justizterrors geraten.

      Habe dafür im Laufe der Jahre sicher schon einige 10.000 Euronen locker gemacht, die ich als erfolgreicher, aber bescheiden und anspruchslos gebliebener Mensch in der Förderung wertvoller, nämlich freiheitlicher Ideen und Persönlichkeiten weitaus besser angelegt sehe als in irgendwelchen Luxusfernreisen, dicken Limousinen, neckischen Cabrios, Feriendomizilen etc.

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 23:32

      Und noch etwas:

      Mit etablierten Parteien und sog. "NGOs" habe ich nichts am Hut. Diese staatssubventionierten Räuber und Schmarotzer, die nur darauf aus sind, mit ihrem Klima-, Gender-, Islamisierungswahn ganz Europa, die ganze freie Welt, an die Wand zu fahren, kriegen von mir keinen Cent.

      Die (damit ohnehin innig verwandten) religiotisch oder sonst sozialistisch infizierte Kreise werden auf meine Spendierlaune ebenfalls vergeblich warten. Mit denen kommen wir nur vom Regen in die Traufe.

      Teufel mit Beelzebub austreiben? Nicht mein Fall.

      Gilt cum grano salis auch für Dr. Andreas Unterberger, der uns trotz all seiner fundierten Kritik nach wie vor ÖVP und EUdSSR schmackhaft zu machen sucht und dazu das geringste aller Übel, nämlich die Freiheitlichen, absolut unqualifziert verleumdet. Von irgendwelchen Wertkoffern ganz zu schweigen. :-(

      Hoffe, ich tue als kleines Rädchen im Getriebe mehr als genug, Herr Großinquisitor und "Großfinanz"-Experte. :-)

      Ultra posse nemo obligatur.
      Nur der verdient sich Freiheit und das Leben, der täglich sie erobern muß (so ähnlich hab ichs mal gelesen :-)).

      xRatio

  5. RR Prof. Reinhard Horner
    29. Juli 2012 17:04

    reinhard.horner@chello.at

    Sg. Herrn Cotopaxi mit herzlichem Gruß!

    „Ich habe keine gemeinsame Wand zu den Griechen und sehe diese auch nicht als meine Nachbarn an.“

    Wenn wir das wollen: Wie weit können wir uns von Griechenland und von allen anderen, die mit Griechenland in Verbindung stehen, entfernen? Welche Hilfen sind uns die Menschen wert, die sich in Griechenland heute in Not befinden?

    Die Nachbarschaft ist (nicht erst heute) ein großes Problem. Die angrenzende Wand ist aber schon so nahe und rückt immer näher. Die Frage: Wer ist dein Nachbar? – oder biblisch: Wer ist dein Nächster? – hat heute und in Zukunft eine ganz andere Dimension.:

    Im Friedensvertrag von Saint Germain haben die Siegermächte – Herr Clemenceau auch ausdrücklich wörtlich – uns in aller fortgesetzten Feindlichkeit das Restösterreich verordnet. Gleichwohl haben Österreicher in Not sowohl nach dem Ersten als auch nach dem Zweiten Weltkrieg viel „nachbarliche“ Hilfe erfahren. Und nicht wenige Österreicher haben ihrerseits Hilfen geleistet und tun das weiterhin in näherer bis zu weltweiter „Nachbarschaft“.

    Das erbringt im „Miterleben, Mitgestalten und Mitverantworten“ jeweils „der bedeutendere Teil der Bürgerschaft“, von dem die Bestärkung des Bewährten und die Schaffung von zukunftstauglich Neuem getragen wird. Dies im Verbund mit der (heute leider noch eher beschränkten) Auswahl zukunftswilliger und zukunftstauglicher Repräsentanten.

    Nun haben wir mit der (unaufhaltsamen) Globalisierung und mit der Europäisierung unsere Schwierigkeiten. Da wirken starke Kräfte zur Uniformierung, zur Ausrottung der Vielfalt. Andrerseits wirken zugleich Kräfte zur Verzwergung (Verschrebergartelung). Insbesondere schwächelt das europäische Burn-in-Syndrom, der nachhaltige Einsatz für eine zukunftswillige und zukunftsfähige europäische Gemeinschaft. Mit Rückgriffen auf nationale Vereinzelungen sind Europäer drauf und dran, sich als Europäer abzuschaffen. Die Entsolidarisierungen erfassen allerdings nicht minder das nahe und nähere Umfeld.

    Für die Zukunft bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als in bestmöglicher (wechselseitig aufgaben- und verantwortungsbewusster) Nachbarschaft den gemeinschaftlichen und den persönlichen Autismus zu überwinden, ihn nicht mehr aufkommen zu lassen. Andernfalls würden die gewalttätig Mächtigen über unsere österreichischen und europäischen Entwicklungen und die in der immer engeren Welt bestimmen.

    PS: Befassen wir uns einmal eingehender damit, wann und wie jene (profit- aber nicht wertschöpfenden) „Finanzprodukte“ entstanden sind, an denen sich nicht nur große und kleinere Kapitaljongleure, sondern auch öffentliche Haushalte beteiligen und die heute immer noch die Weltwirtschaft überschwemmen.

    MfG

  6. N.Scholik (kein Partner)
    29. Juli 2012 11:34

    @scipio
    Sie haben die derzeitige Situation punktgenau dargestellt; nur mehr (hoffentlich nur wirtschaftlicher) Zusammenbruch und Neuanfang sind erwartbar/möglich; alle "Reformen" scheitern am ... Menschen. Hobbes hat/hatte immer Recht, Kant bleibt unerreichbare Utopie; und um bei Hobbes und seinem immer gültigen "der Mensch ist des Menschen Wolf" nicht missverstanden zu werden: das Zitat bezieht sich ausdrücklich auf den Urzustand, also eine "Gesellschaft" ohne Recht, Ordnung und Disziplin.
    Danke für diesen wirklich tollen Beitrag!

  7. Torres (kein Partner)
    29. Juli 2012 11:12

    Der letzte Satz des Artikels ist ganz entscheidend: Durch die Wirtschaftspolitik der EU wird das "Friedensprojekt EU" genau ins Gegenteil verkehrt. Griechen gegen Deutsche, Deutsche gegen Franzosen, ganz allgemein "Geberländer" gegen "Nehmerländer", der "fleißige" Norden gegen den "faulen" Süden usw. So wird der Hass der Völker gegeneinander geschürt bzw. überhaupt erst erregt. Das scheint den EU-Verantwotlichen gar nicht bewusst zu sein.

    • phaidros
      29. Juli 2012 11:19

      Sg. Torres, das soll jetzt nicht zynisch klingen, aber das Friedensprojekt bestand und besteht nicht darin, Piep-piep-piep-wir-haben-uns-alle-lieb-Romantik unter den Völkern zu stiften, sondern darin, die Wirtschaften derartig miteinander zu verflechten, dass einen Krieg zu beginnen unmöglich wird, ohne sich selbst massiv zu schaden.

      Denn Kriege werden nicht von Völkern begonnen, Kriege werden von Politikern begonnen*)

      So widersinnig es klingen mag: das Friedensprojekt ist intakt - wenngleich es derzeit getestet wird.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      *) ...und letztendlich einer Fehleinschätzung: nämlich jener des Unterlegenen, die Sache gewinnen zu können.

  8. cmh (kein Partner)
    29. Juli 2012 10:47

    Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert!

    Die Zeiten ändern sich, und was einmal richtig war, ist es jetzt nicht mehr.

    http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Apr%C3%A8s+nous+le+d%C3%A9luge

    Man muss seine Strategie eben - auch wenn sich Unterberger ein schlechtes Gewissen dabei macht - ändern: Was sollen unse Haftungen? Wir müssen nur darauf schauen, dass es eben bei uns nichts mehr zu pfänden gibt.

    NB: Nicht zu vergessen allerdings, dass wir dann Hungrige auch unser letztes Hab und Gut für einen Apfel und ein Butterbrot verkaufen werden (müssen)!

    Zum Klauen haben wir weder den Mut noch die Kraft noch die Gewitztheit.

    • Neppomuck (kein Partner)
      29. Juli 2012 14:50

      Soll das heißen: "wer stiehlt ist mutig, stark und intelligent"?

      Eine doch eher "nahöstliche" Grundhaltung.
      Christlich ist sie jedenfalls nicht.

    • cmh (kein Partner)
      29. Juli 2012 15:12

      Bitte beachten Sie den Zusammenhang.

      Es geht nämlich in die andere Richtung.

      (1) Wir könnten nicht einmal mehr klauen, weil wir uns nicht trauen und/oder zu blöd dazu sind. Und im übrigen
      (2) muss man zu einer Schandtat schon auch in der Lage sein, damit es einem - auch christlicherweise - als positiv angerechnet werden kann, diese nicht begangen zu haben.

  9. Karl (kein Partner)
    29. Juli 2012 02:06

    Was sagt ein Beschluß von Regierungen, nach dem Banken “gerettet werden müssen”, also mit Steuergeldern saniert werden sollen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten, über die Regierungen aus? – Sie vertreten nicht die Interessen des Steuerzahlers, sondern die des Finanzkapitals.

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 16:12

      @Karl

      Schon wieder ein Opfer der sozialistischen Lügenpropaganda.

      Linke Staaten wollen linke Staaten retten. Das ist alles.

      In USA hat man achselzuckend an die hundert Banken pleite gehen lassen, nur weil sie keine Forderungen gegen linke Staaten hatten.

      xRatio

  10. eso-policier (kein Partner)
    29. Juli 2012 00:25

    Ein Nebeneffekt der €urokrise ist, dass radikale Parteien aufsteigen. Z. B. wird Wilders bei der Wahl am 12. September in Holland stark zulegen. Dies wird zum Sieg über die €uro-Verbrecher beitragen. Noch wichtiger ist, dass in Deutschland im Jahr 2013 die Partei FW zur Bundestagswahl antritt. Weitere Infos über den Kampf gegen die €uro-Verbrecher unter
    www.esopolice.wordpress.com

  11. kakadu
    28. Juli 2012 15:02

    Jetzt wird gedruckt statt gekuschelt = die neue Hilfe zur Selbsthilfe jenseits jeder Ökonomie!

    http://www.heute.at/news/wirtschaft/art23662,755029

    • brechstange
      28. Juli 2012 16:44

      Das machen die Südländer auch die Italiener schon seit einiger Zeit, man muss nur die Nummerierungen auf den Euroscheinen betrachten, die waschen ihre selbst gedruckten Euros bei uns va die Italiener, frisch und munter und die EZB incl. Eurosystem schauen allesamt zu, ja die haben das sogar genehmigt. Von wegen die Griechen machen das ohne Genehmigung.

    • knieriem
    • terbuan
      28. Juli 2012 17:17

      Genauso ist es, brechstange,
      heben Sie einmal 50 oder 100 Euro Scheine bei einem Bankomaten der Bank Austria ab, sie bekommen garantiert Banknoten mit dem Buchstaben S (gedruckt von der italienischen Notenbank, verteilt von der Unicredit an all ihre Töchter!)

    • Cotopaxi
      28. Juli 2012 18:09

      @ terbuan

      Wenn ich mich richtig an Ihre diesbezügliche Info erinnere, dann ist man mit "X" und "N" auf der besseren Seite.

    • terbuan
      28. Juli 2012 18:56

      So ist es Cotopaxi,
      deazu kommt noch P für die Niederlande,
      Meiden sollte man Banknoten mit den Buchstaben am Beginn der Nummern:
      S = Italien
      V = Spanien
      T = Irland
      M = Portugal
      G = Zypern
      mehr über die Euronoten
      http://de.wikipedia.org/wiki/Eurobanknoten

      Kann ja alles ein Blödsinn sein, aber wenn ich mir zur Sicherheit (Bankomaten können über das Wochenende außer Betrieb gesetzt werden) einen Bargeldvorrat halte, dann sicher nicht einen von Banknoten, welche in Griechland, Italien, Spanien oder Portugal ausgegeben wurden!
      Das Beispiel der Bank Austria zeigt ja, da stimmt doch etwas nicht, da ist etwas stinkfaul mit unserem Euro, warum gibt die BA in Österreich systematisch italienische Euroscheine aus, haben wir keine Oesterreichische Nationalbank mehr???

    • brechstange
      28. Juli 2012 21:56

      terbuan

      Auch bei den Bankomaten der Raiffeisenbank sind von 9 Hunderter 7 italienische Hunderter.

    • terbuan
      28. Juli 2012 22:05

      Na bravo brechstange,
      diese Erfahrung hatte ich bisher noch nicht, aber es bestätigt meine Vermutung:
      WIR WERDEN MIT ITALIENISCHEN EURO-SCHEINEN SYSTEMATISCH ÜBERSCHWEMMT IN ÖSTERREICH; DIE GELDWÄSCHE VON HERRN MONTI UND GESELLEN 2012 LÄUFT AUF VOLLEN TOUREN!

    • brechstange
      29. Juli 2012 08:29

      terbuan

      Wenn man Geld am Schalter abhebt und N- und X-Scheine verlangt, dann schauen einen die Bankbeamten ganz ungläubig an, sortieren aber brav aus.

    • Cotopaxi
      29. Juli 2012 10:17

      Ich habe einen U-Geldschein (U=Frankreich) in meiner Geldbörse entdeckt.
      Bei der nächsten Gelegenheit werde ich ihn auf den Markt werfen.

    • Brigitte Imb
      29. Juli 2012 14:31

      Ja aber.....?? Es kann doch nicht sein, dass z. B. der "S" Hunderter plötzlich wertlos wird - wenn das passiert, dann ist es mit dem Euro aber sehr rasch aus. Das letzte Resterl Vertrauen, welches noch herrscht, wäre demnach zunichte.
      Scheinbar kapiere ich das nicht, darum bitte ich jemanden mir das zu erklären?

      Bei Kontrolle meiner Scheine, die der Bank nicht mehr überlassen werden, mußte ich ca. 70% "Italiener" identifizieren.

    • terbuan
      29. Juli 2012 15:03

      Brigitte
      Es gibt nicht ganz unbegründete Spekulationen, dass von den PIIGS... ausgegebene Banknoten im Ernstfall nur mit Abschlägen in unbekannter Höhe als Zahlungsmittel akzeptiert werden, siehe auch:
      http://www.krisenvorsorge.com/bargeldvorrat/

    • Ch. Seidl (kein Partner)
      29. Juli 2012 15:59

      Nur um die Statistik etwas zu ergänzen: Ich habe momentan nur als Wechselgeld in Ö (Wien, NÖ) erworbene Euroscheine im Börsl. Davon hat einer ein U, vier haben ein X. Da überdies der U-Schein eh nur 5 Euro wert ist, bin ich auf der sicheren Seite...

      Kommt übrigens daher wohl die Redensart "jemandem ein U für ein X vormachen"? ;-)

      Wer einen Schein mit Y (= Griechenland) hat, soll ihn behalten: Das wird bald ein Sammlerobjekt sein.

  12. plusminus
    28. Juli 2012 14:51

    OT

    Diese burgenländische "Sauerei" (Originalzitat Niessl) erhält nicht die tägliche, ausführliche Berichterstattung in den ORF-Nachrichten wie die kärntner.
    Warum wohl?

    http://burgenland.orf.at/news/stories/2543182/

    • terbuan
      28. Juli 2012 19:07

      Ich verstehe diese Meldung nicht, das ist doch Standard beim Rotfunk, die Antwort ergibt sich von selbst, auf einem Auge blind und alles in Richtung Sieg der Linken, das haben wir doch jeden Tag, oder?

  13. RR Prof. Reinhard Horner
    28. Juli 2012 14:26

    reinhard.horner@chello.at

    Sg. Herrn Scipio herzlichen Gruß!

    Ihre umfangreiche Replik habe ich mit großem Interesse gelesen. Besten Dank!

    „Ach, uns geht es gut und die Zukunft ist rosig!“

    Nein!!! Wir haben zwar wirklich viel günstigere Lebensbedingungen, als sie unsere Vorfahren je hatten. Dies halte ich trotz allen aktuellen Krisen immer wieder gerne fest. Alles hängt davon ab, was wir daraus machen. Ob wir uns „selber abschaffen“, das liegt wohl an uns.

    Die Zukunft ist alles andere als rosig! Die ist vielmehr mit großen Schwierigkeiten belastet. Doch sie ist offen. Zur Aufgabe und Verantwortung steht, Bewährtes zu bestärken und zukunftstauglich Neues zu schaffen.

    (Realistische) Zuversicht ist zu setzten in den „bedeutenderen Teil der Bürgerschaft“ und aus ihm hervorgehende zulängliche Repräsentanten, die im „Miterleben, Mitgestalten und Mitverantworten“ die tragenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen schaffen und mangelhafte Repräsentanten zeitweilig und mangelhafte Mitbürger auch auf längere Dauer zu verkraften vermögen.

    Darum lege ich auch großen Wert auf ein besseres, ein ausgewogeneres Verhältnis repräsentativ und direkt demokratischer Einrichtungen und deren kontrollierte, transparente Handhabung.

    Affinitäten zu Horror- und Untergangsszenarien, mögen sie noch so gut gemeint sein, bringen uns nicht weiter. Halten wir es doch lieber Mit der Mahnung des Horaz: „Wenn die Wand des Nachbarn brennt, ist es deine Sache!“ Und halten wir es mit dem von Immanuel Kant zum Leitspruch der Aufklärung übernommenen „Sapere aude!“ (Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Befreie dich aus deiner selbst verschuldeten Unmündigkeit!).

    MfG

    • phaidros
      28. Juli 2012 14:38

      Danke, Hr. RR. Nur das ist der Geist, mit dem man eine Zukunft errichten kann.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      (P.S. Und insbesondere danke für das Horaz-Zitat!)

    • Cotopaxi
      28. Juli 2012 15:47

      „Wenn die Wand des Nachbarn brennt, ist es deine Sache!“

      Ich habe keine gemeinsame Wand zu den Griechen und sehe diese auch nicht als meine Nachbarn an.

    • RR Prof. Reinhard Horner
      29. Juli 2012 16:28

      reinhard.horner@chello.at

      Sg. Herr phaidros,

      herzlichen Dank für Ihre anerkennende Antwort!

      Es ist ja interessant, dass beide Aufforderungen (-tua res agitur und Sapere aude, incipe) auf Horaz zurückgehen.

      MfG

    • Johann Scheiber
      29. Juli 2012 21:33

      Ach, die Freude-schöner-Götterfunken-Europäer!

    • phaidros
      31. Juli 2012 05:49

      Ohne es zu wollen, bringen Sie das gar nicht mal schlecht auf den Punkt, Herr Scheiber. Wenn man ihn einen Moment wirken lässt, ist das doch im Grunde ein schöner Gedanke.

  14. Josef Maierhofer
    28. Juli 2012 12:00

    Schön langsam wirds aber doch Schluss werden müssen mit all dem kuscheligen 'solidarischen' Gephasel in der EU, wenn nämlch nun, wenn Italien, Spanien, halt alle PIIGS, dann Geld wollen/brauchen, das wird September dieses Jahres sein in etwa, dann ist auch der ESM am Plafond und es muss nachgefasst werden.

    Spätestens bei der nächsten Schuldentranche (Haftungstranche) werden dann die Völker rebellieren und erkennen, dass nicht die Spekulanten den Euro kaputtgemacht haben, sondern die linken Politiker und deren Handlanger aus den anderen Parteien.

    700 Milliarden, werden sich die Menschen dann die Billionen noch gefallen lassen ?
    Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, so meine ich dazu.

    Wir müssen diese Politik beenden und abwählen.

  15. Anton Volpini
    28. Juli 2012 10:57

    Die EU war Anfang an darauf ausgelegt, Deutschland in die Zwangsjacke zu stecken.

    Während man der EWG noch das hehre Ziel der Fridensstiftung nachsagen könnte, liegen der Entwicklung der EU hauptsächlich Vertragsbruch, Erpressung und sozialistische Täuschungen zu Grunde. Wenn schon die deutschen Bolschewisten wie Joska Fischer es unaufgefordert laut aussprechen, daß das deutsche Wesen ausgetrieben gehört, dann darf man sich nicht wundern, daß die Franzosen dieses diplomatisch ausnützen, und der Rest der Südländer davon im Windschatten mitsegeln.
    Nur Deutschland selbst versucht noch sowas wie eine Führungsrolle in der EU zu halten, was aufgrund der parasitären Neigungen anderer EU "Partner" nicht nur ein aussichtsloses Unterfangen ist, sondern im Gegenteil ins Desaster führt.

    • Paneuropa
      28. Juli 2012 17:46

      Das Problem ist nicht die europäische Einigung als solches, das Problem erscheint mir vielmehr die politische Nomenklatura zu sein. Die no-bailout-Klausel wurde ja nicht von der EU gebrochen, sondern von den Regierungen der Mitgliedsstaaten. Die Kommission ist nicht in der Lage dagegen zu wehren, Herr Barroso ein Kettenhund des deutsch-französischen Direktoriums. Und da könnte man noch viele solche Beispiele nennen.

    • brechstange
      28. Juli 2012 21:58

      paneuropa

      Das glauben Sie wohl selbst nicht, dass der Barroso und Konsorten mit der Brechung der Gesetze nicht einverstanden wäre. Das rettet nämlich seinen Stuhl.

    • Pumuckl
      29. Juli 2012 05:51

      @ Paneuropa

      Es ist natürlich kein Argument, daß Barroso vom Habitus her eine Top-Besetzung als Pate in einem Mafiafilm abgäbe.
      Doch daß der Maoist Barroso nach einem Studienaufenthalt in den USA bei einer konservativen Partei in die portugiesische Politik einstieg und später als Regierungschef der EU mit üblen Tricks die Erfüllung von Defizitauflagen (Google) vortäuschte , paßt zu seinem Erscheinungsbild.

      Daß dieser EU der buchhalterische ROSSTÄUSCHER BARROSO als Kommissionspräsident gut genug war, sagt wiederum viel über diese EU aus.
      Weil er angeblich sieben Sprachen beherrscht und mit allen kann, war die Begründung, mit der uns die Medien diese Wahl erklärten.

      Ein" deutsch -französisches Direktorium " dirigiert einen Kettenhund Europa?

      Dieses Europa duldet seit Jahrzehnten einen Britenrabbat. Englands BIP wird zu einem Drittel von seiner Finanzindustrie bestritten, doch Cameron schafft es eine Besteuerung von Finanztransanktionen abzuwehren. Die Briten fordern anderseits lauthals von Deutschland mehr Engagement zur Rettung der Eurozone, ohne ihr selbst anzugehören.
      Diese Briten sind aber weltweit bei allen militärischen Abenteuern an der Seite der USA, sie leisten sich einen archaischen imperialen Pomp und ziehen bei ihren olympischen Spielen zur Eröffnung um 35 Mio eine Eröffnungszeremonie ab, welche überhaupt nichts mit dem Sport zu tun hat.
      Unerfüllte, legitime Forderungen der EU finanzieren das. Wie schaffen die das?

      Pate Barroso scheint mir da eher ein " Kettenhund " der finanzindustriellen Achse Wallstreet - City of London zu sein. Um das zu widerlegen, bietet sich natürlich der bewährte Schutz-Terminus Verschwörungstheorie an.

    • Pumuckl
      29. Juli 2012 06:04

      @ Pumuckl 05:51

      Korrektur:

      Ein " deutsch - französisches Direktorium " dirigiert einen Kettenhund BARROSO ?

    • Johann Scheiber
      29. Juli 2012 21:30

      @ Pumuckl
      Gratulation!

    • Leopold Koller (kein Partner)
      30. Juli 2012 18:18

      Na, Pumuckl, jetzt hoeren S' aber auf, die Briten zu schimpfen, nur weil die nicht solche Vollidioten wie wir sind, gell! Und wenn sich die eine Monarchie halten wollen, dann geht uns das einen Feuchten an. Wir leben wenigstens gluecklich in unserer Bananenrepublik. Wie's so schoen in der Verfassung heisst: "Oesterreich ist eine ochlokratische Parteiendiktatur. Ihr Recht geht vom Poebel aus."

  16. dssm
    28. Juli 2012 10:29

    Ich glaube wir sollten den Griechen und 'sonstigen Südländern' nicht zu viel der Schuld aufladen! In GR ist es für weite Bevölkerungskreise nicht mehr möglich sich normal Medikamente zu besorgen, da hört der 'Spass' auf.
    Gehen wir davon aus: Alles ist Markt. So werden sich die Menschen entsprechend nach der Decke strecken; selbige wurde in GR (..) besonders gut ausgekleidet; denn zum Schuldenmachen gehören ZWEI: der Schuldner, hier gleichbedeutend mit Lebemann und da der Gläubiger, hier gleichbedeutend mit Zocker auf Steuerzahlerskosten.
    So gesehen, haben wir bisher nicht GR und Konsorten gerettet, sondern Banken/Versicherungen/Fonds.
    Damit ist aus Sicht des Steuerzahlers die höchste pro Kopf Leistung wahrscheinlich pro Luxenburger erbracht worden, gefolgt von Belgien und Frankreich, dahinter Deutschland und England. (kann jemand Zahlen beibringen?)
    Man sollte nicht auf die GR (…) einen Haß bekommen, sondern auf die, vom Kokain benebelten, Investmentbanker im 'Norden'!

    • Schani
      28. Juli 2012 14:38

      Nur weil man keine Medikamente bekommt, ist man nicht schuldig? Komisch!

    • phaidros
      28. Juli 2012 18:32

      Nur weil man keine Medikamente bekommt, ist man nicht schuldig?

      Wo hat dssm so etwas angedeutet, Schani?

      Gegenfrage: sollte Medikamentenversorgung von der Unschuld eines Patienten abhängen?

    • Cotopaxi
      28. Juli 2012 18:44

      "In GR ist es für weite Bevölkerungskreise nicht mehr möglich sich normal Medikamente zu besorgen,.."

      Ich halte das für eine unbewiesene Propaganda-Behauptung, um uns ein schlechtes Gewissen zu machen und um uns die Geldbörsen zu öffnen.

      Ein Land mit soviel über Hundertjährigen kann medizinisch nicht unterversorgt sein.

    • phaidros
      28. Juli 2012 18:50

      @Propaganda: kann sein oder auch nicht. Geht jedenfalls schon seit 2010.

      http://www.griechenland-blog.gr/tag/medikament/

    • DerTurm
      28. Juli 2012 22:38

      @phaidros:

      Das Problem ist hausgemacht:

      Die meisten Krankenhäuser gehören dem Staat, und dieser hat bereits 2009 seine offenen Rechnungen für längst bezogene Lieferungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten einfach nicht bezahlt. (die in Staatsbesitz befindlichen Krankenkassen ebenso)

      Dass dies für die Existenz von Handelsunternehmen nicht gerade förderlich ist, sollte einigermaßen einleuchtend sein.

      Im Feber 2010 hat sich die Lage zugespitzt: die Händler haben ein Liefer-Embargo gegen staatliche Krankenhäuser verhängt. Daraufhin hat der Staat begonnen, einen Teil seiner Schulden mit Staatsanleihen zu begleichen, welche die Händler dann auf dem Sekundärmarkt (mit Verlusten) zu Geld machen durften (was die griechischen Anleihen wert waren, wissen wir ja inzwischen).

      Das hat in den letzten zwei Jahren dazu geführt, dass der Staat einen Großteil der Händler in den Ruin getrieben hat.

      Wen wundert es jetzt noch ernsthaft, dass es in Griechenland keine Händler mehr gibt, und kaum jemand ernsthaft daran denkt, in dieses "tolle Geschäft" neu einzusteigen?

    • phaidros
      28. Juli 2012 22:44

      Danke, Turm. Wie immer scheint mir: knifflig (um nicht zu sagen: zum Kotzen)!

      Jedenfalls scheint es sich nicht um Propaganda zu handeln. Und ob hausgemacht oder nicht ist wohl ziemlich sekundär für den Krebspatienten, der seine Chemo nicht kriegt. In einem europäischen Staat des 21. Jahrhundert sollten benötigte Medikamente verfügbar sein - und ich glaube, darauf wollte dssm ursprünglich hinaus mit »da hört der Spaß auf«.

  17. Wertkonservativer
    28. Juli 2012 09:51

    Ich bin hier als unerschütterlicher Befürworter der EU, des Euro und der weiteren europäischen Zusammenarbeit bekannt, und werde deswegen immer wieder als Naivling und Demenzanfälliger angesehen.

    Die Schattenseiten in der Verwirklichung dieser großen wahrlich völkerverbindenden Idee sind mir durchaus bewusst, und dass der Herr Barroso ein unangenehmes und unsympathisches "Schwammerl" ist, ebenso! Auch viele weitere und vielfach berechtigte Einwände gegen die EU sind legitim, und sind im weiteren Entwicklungsprozess des Ganzen nach besten Möglichkeiten und mit viel Intelligenz in vertrauensvoller Zusammenarbeit zu beseitigen bzw. zu minimieren.

    Schlussendlich glaube ich jedoch weiterhin an die Zukunft unseres gemeinschaftlichen Europas, trotz aller Widerstände, Ungereimtheiten, und durch vielerlei nationalstaatlicher Egoismen verursachter Irritationen!
    Ein Rückbau in die (von manchen hier bevorzugte) Nationalstaaterei würde bald als verhängnisvoller Rückschritt erkannt werden!

    Conclusio:
    um gegen die geballte Konkurrenz des Kapitals, der "Märkte", und der neuen aufstrebenden Wirtschafts-Weltmächte (China, Indien, Brasilien & Co.) einigermaßen selbstbestimmt bestehen zu können, wird Europa nichts anderes übrig bleiben, als den mühevollen Weg der wirtschaftlichen und großteils auch politischen Einigung weiterzuverfolgen.!
    Das meine ich, so wahr ich hier Wertkonservativer heiße!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      28. Juli 2012 09:59

      Danke, lieber Wertkonservativer, für das unerschütterliche Hochhalten der Fahne, auf die wir nach Verursachung zweiter Weltkriege (nein, nicht wir Österreicher, nein, nicht wir Deutschsprachigen, sondern wir Europäer) stolz sein sollten!

      In dem Zusammenhang erlaube ich mir den Hinweis auf den Gastkommentar Hrn. Tögels. Gerne möchte ich nämlich hier das Gleiche antworten: http://www.andreas-unterberger.at/2012/07/staat-heist-das-kaelteste-aller-kalten-ungeheuer/#comment-195478

      LG phaidros.vie@gmail.com

    • Cotopaxi
      28. Juli 2012 10:02

      Da sich zeigt, dass die EU-Verantwortlichen durchwegs "Schwammerln" sind und nur Schwammerl in diesem dunklen Biotop nachwachsen, wäre es sinnvoll, das Experiment Europa, das keine gelungene Vorbilder kennt, umgehend zu beenden, um weiteren Schaden von den Völkern Europas abzuhalten.

    • phaidros
      28. Juli 2012 10:25

      Cotopaxi, Ihr Vorschlag, das Experiment zu beenden, wäre in der Tat sehr heilsam: so würde endlich offenbar und auch dem heute verbohrtesten Gegner klar werden, welche ungeheuren Vorteile wir alle aus der gemeinsamen Zone ziehen. Die EU-Zeit würde 10-15 Jahre später in der öffentlichen Wahrnehmung »die gute alte Zeit« sein, die Menschen ihre Empörung über die vertrottelten Kinkerlitzchen, gegen die sie sich so gern ereifern, vergessen haben: es ist mir schlichtweg egal, wie gerade oder krumm die Gurken sind, und auch eine diesbezügliche Regelung ist mir egal.

    • Markus Theiner
      28. Juli 2012 10:25

      @ Cotopaxi:
      Wir haben auf nationaler Ebene exakt dieselben Schwammerl, und derzeit ist auch da keine Besserung in Sicht. Also am Besten auch das Experiment Staat ersatzlos streichen?
      Wenn man die Wahl hat in einem großen Sumpf zu leben oder in einem kleinen, der ein klein wenig trockener ist (aber auch nur Schwammerl zu bieten hat), dann ist die zivilisierte Wahl klar: man nimmt Beide, krämpelt die Ärmel hoch und legt sie trocken.
      Seit Jahrtausenden machen wir nichts anderes als die Biotope unseren Bedürfnissen anzupassen, und ausgerechnet bei der Politik - die etwas rein menschengemachtes ist - soll das keine Option sein?

    • dssm
      28. Juli 2012 10:34

      @Wertkonservativer
      Danke, daß es noch einige gibt, welche Europas Schicksal nicht mit dem Irrsinn der Investmentbanker und sonstigen Sozialisten aller Länder gleichsetzen.
      Gerade jetzt brauchen wir ein gemeinsames Europa, da müssen wir durch – oder sollen wir wieder die Rollläden runterfahren?

    • Cotopaxi
      28. Juli 2012 10:42

      @ Markus Theiner

      Ich betrachte die Staatenbildung nicht als Experiment, sondern als eine natürliche organische geschichtliche Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg.
      Der supranationale Staat EU ist ein Kunstgebilde, das den Menschen zwangsweise übergestülpt wurde und ein Rückschritt in der demokratischen Entwicklung Europas darstellt.

    • DieWahrheit
      28. Juli 2012 13:26

      Wie komme ich, wie kommt meine Tochter dazu, für ein "Experiment" mißbraucht zu werden? Noch dazu eines, das nie und nimmer funktionieren konnte.

      Solange die EU alles andere als demokratisch ist (würde die EU um die EU-Mitgliedschaft ansuchen, hätte sie mangels Demokratie keinerlei Chancen!!), solange bin ich glühende Anti-EUlerin.

      Ich werde immer zuerst Österreicherin sein und dann erst (vielleicht) Europäerin. Mich widert alles, aber auch alles an der EU an.

    • Josef Maierhofer
      28. Juli 2012 13:36

      Na, dann, gehen wir eben geeinigt ins Schuldenverderben.

    • Schani
      28. Juli 2012 14:42

      Phaidros, sie haben sicher recht. Auch viele Russen betrachten die Sowjetunion und Stalin heute in einer völlig verklärten Sichtweise!

    • Wertkonservativer
      28. Juli 2012 14:50

      Werter Herr Maierhofer,

      wer Ihren laufenden Schuldenaufrechnungen folgt, muss der Meinung sein, mit seiner Familie für etliche hunderttausend Euro (ich habe Ihre letzten Berechnungen nicht parat) gutstehen zu müssen!
      Das ist - bei aller grundsätzlichen Problematik - natürlich doch eine Milchmädchenrechnung besonderer Art!
      Ziemlich sicher würden schlagendwerdende Haftungen Österreichs (allerdings auch die für die Hypo und Kommunalkredit, usw.) sich auch für jeden einzelnen Staatsbürger unangenehm bemerkbar werden, doch keineswegs mit der Brutaliät, wie Sie das hier immer darstellen.
      Meine Bitte: etwas mehr Verhältnismässigkeit und Augenmaß; Ihre worst-case-Szenarien werden bei einigermaßen intelligenten und zielgerichteten Abwehr-Akivitäten gegen Spekulation und weiteres Schuldenmachen in einiger Zeit HOFFENTLICH als pessimistische Übertreibung zu subsummieren sein!

      Noch kurz zu @ Wahrheit:

      Gnädige Frau, Sie und Ihre Tochter erleiden kein Einzelschicksal! Wir befinden uns alle miteinander auf einem (reparaturbedürftigem) Boot, in recht stürmischer See, doch mit Blickkontakt zum rettenden Ufer!

      Ein Vierterl Optimismus würde hier manchem wohl guttun!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      28. Juli 2012 14:51

      Ihre Sichtweise auf unsere bestehenden Lebensverhältnisse sei Ihnen freilich unbenommen, sg. Schani.

      Was mich jedoch betrtifft, ich bin nicht der Ansicht, dass es Parallelen zwischen unseren jetzigen und den Lebensverhältnissen im ehemaligen Ostblock gibt. Hr. RR Horner hat es in die richtigen Worte gefasst: wir leben in viel günstigeren Lebensbedingungen, als sie unsere Vorfahren je hatten. Das ist im nachsowjetischen Russland nicht der Fall, und von daher kommt auch die Verklärung.

      Aus diesem Grund halte ich den Vergleich - verzeihen Sie mir - für rhetorisch und auch etwas polemisch.

    • Josef Maierhofer
      28. Juli 2012 16:01

      @ Wertkonservativer

      Das klingt alles sehr solidarisch mit diesen totalitären linken Denkweisen, was Sie da meinen, sei Ihnen unbenommen, aber die Brutalität wird noch viel schlimmer ausfallen, als die Beschwichtiger, Schönredner, Verleugner der Realität heute meinen.

      Wer haftet denn für die Schulden ? Die ÖVP ganz sicher nicht, auch keine andere Partei, ein Politiker nach der derzeitigen österreichischen Gesetzeslage in Österreich auch nicht.

      Und dividieren können wir ja noch, was unser 'Mysterium' so publizieren muss, der Rest wird sowieso verschwiegen. Das ergibt eben jene etwa derzeit 150 000,- Euro Belastung für eine Familie mit 2 Kindern, das ist Fakt, darum kommen auch Sie als Beschwichtiger und Schönredner nicht herum.

      Es wird Linksdiktatur geben, Inflation, die haben wir ja schon im Ansatz, die Menschen werden sich das Nötigste nicht mehr leisten können, wie in Moskau, wie in der DDR, wie sonstwo in derzeitigen Linksdikaturen, etwa Kuba, Nordkorea, etc. und alle werden die Meinungsfreiheit ebenso, wie in diesen Diktaturen, verlieren, nichts werden sie machen können außer Volksaufstand und das wäre dann noch härter und brutaler.

      Es gibt genug Versuche dazu, die Menschen mit brutaler Gewalt in Schach zu halten und zu überwachen, die bereits angeleiert werden. Ein Link dazu:
      http://www.unzensuriert.at/content/009482-INDECT-EU-Projekt-zur-totalen-berwachung-der-Bev-lkerung

      Der Jammer ist die totale Blindheit und Denkunfähigkeit der Wohlstandsmenschen, ich sag immer, 'denen ist das Fett ins Hirn gestiegen, das sie zu viel um die Hüfte haben', oder auch öfter, 'sie wissen nicht, was sie tun'.

      Ich würde gerne die Vorschläge hören, mit denen Sie des angehäuften Schuldenberges Herr werden wollten, wie Sie mit nicht einmal 50% arbeitender und strebsamer Bevölkerung, der Rest ist schon im sozialistischen Totalitärstaat, diesen Schuldenberg abbauen würden, wie die ÖVP das tun würde. Derzeit nickt sie alle Milliardenbeträge ab und macht mit bei der 'Beschwichtigung' (Klartext: Bescheissung) der Bevölkerung.

      Ich weiß, Sie sind schon alt, aber Alter schützt auch vor Torheit und Fehlern nicht, auch mich nicht, aber der Wahrheit ins Auge blicken wäre der Beginn des Aufwachprozesses aus diesem allseits tief sitzenden Wohlstandsdelirium.

      Wie Rauschgiftsüchtige rasen diese 'glühenden' Europäer ins Verderben, ohne irgendeine vernünftige Tat aufweisen zu können, außer Schulden treiben.

      So kann es nicht gehen, das werden hoffentlich auch Sie noch irgendwie erkennen können.

    • Wertkonservativer
      28. Juli 2012 16:29

      Nun, nach Ihrer recht oberlehrerhaft vorgebrachten Abkanzelung, werter Josef Maierhofer, will ich es dabei bewenden lassen.

      Nur eines noch: so wie ich die derzeitigen Landes- und Weltläufte möglicherweise etwas zu positiv einschätze, bringen andererseits Sie eine abgrundtief negative Weltsicht hier in das Forum, angereichert mit guten Ratschlägen und Warnungen an die verantwortlichen Politiker bei uns und in Europa! Das Problem dabei: keiner pfeift sich was um unsere Vorhaltungen, Besserwissereien und Unkenrufe!

      Wozu also das Ganze? Schall und Rauch, wenn man's genau nimmt!

      Trotzdem recht freundliche Grüße!

      Gerhard Michler

    • knieriem
      28. Juli 2012 17:39

      @Cotopaxi
      @Markus Theiner
      Mit ihrer beider "Schwammerln" gehe ich konform. Wenn es allerdings so stimmt, dass "... dann die zivilisierte Wahl klar ist: man nimmt Beide, krämpelt die Ärmel hoch und legt sie trocken. Seit Jahrtausenden machen wir nichts anderes als die Biotope unseren Bedürfnissen anzupassen ...", dann möchte ich Folgendes zu bedenken geben:
      ... Die "Anpassung der Biotope" hat nicht erst im Ersten und im Zweiten Weltkrieg eine Menge "Kollateralschäden" (und das fast global gesehen) mit sich gebracht;
      ... Mit dem Zweiten Weltkrieg, könnte man sagen, endete "das mechanische Zeitalter" und nach ihm begann das "elektronische", indem es mit Hilfe von ein paar Computer und den weltweiten Datenverbindungen Geld und Nachrichten in Mengen und einer Geschwindigkeit zu übermitteln oder zu verbreiten, die 1950 noch als Utopie abgetan worden wäre. Dieser Mittel und mancher neu erfundener (z.B. der CDS) bedient sich die Finanzwirtschaft (z.B. Griechenland, welches - wie ich gerade höre - jetzt Geld, nämlich Euros in eigener Regie druckt - so ähnlich wie Hitler britische Pfund druckte) heftigst an der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend vorbei. Ähnliches geschieht in der Politik, in der die regionalen, nationalen, supranationalen und globalen Beziehungen in einem Ausmaß gewachsen sind, dass deren Entwicklung - so behaupte ich zumindest - von keinem einzigen Staatsgebilde der Welt (auch nicht den USA und schon gar nicht der EU mit ihren "Schwammerln") mehr durchblick- und vorhersehbar ist. So wie wir im Zweiten Weltkrieg in ein schier unberrschbares Szenario geraten sind, so erleben wir jetzt ein solches Szenario auf dem Feld der (Geld-) Ökonomie.

      Woher sollte ich also das Vertrauen schöpfen, dass die "Schwammerln" es schon irgendwie "richten werden"? Und natürlich werden sie auch nicht die "Traute" haben, das "Experiment" abzubrechen!

      @Die Wahrheit
      Ist Ihnen noch die Idee gekommen, dass "Sie und Ihre Tochter" in das Experiment "Demokratie" (und übrigens noch in einige andere Experimente) einfach "hineingeboren" wurden?

      @Josef Maierhofer
      "Na, dann, gehen wir eben geeinigt ins Schuldenverderben."
      Ja, natürlich, auf die eine oder andere Weise werden diese Schulden zu begleichen sein. Der Alternativen sind neben dem "Gürtel enger schnallen" nicht viele. Traditionellerweise wurden bisher immer Inflation oder Krieg ausprobiert. (Aber zu letzterem sind wir Europäer ja nicht mehr fähig, weil - wie Fernau über die Römer und Etrusker sagte: - "Diese noch in einer halben Minute erledigten, wozu ein Etrusker eine halbe Stunde benötigte".

      @Alle jene, die an den heiligen Geist glauben, ...
      ... der die "Schwammerln" schon erleuchten wird, auf dass ihnen einfalle, wie man aus Schulden Brot, Butter und Betten macht:
      Woher, glauben Sie, sind unsere Geschichtsbücher voll von Kriegen? Und warum enthalten diese kein einziges Beispiel, in dem ein Volk einem anderen "auf die Beine geholfen" hat?

    • phaidros
      28. Juli 2012 18:19

      sg. knieriem, woher kommt denn andererseits der Glaube, dass unsere Schwammerln es besser könnten?

      Nur zur Erinnerung (und ohne irgendetwas kleinreden zu wollen): Österreich haftet für 19 Milliarden (haften ist - vorerst noch - nicht zahlen), aber unser Schuldenstand beträgt 225 Milliarden!, also 11x soviel, satt!

      Etwas fatalistisch gesprochen: wer 1000€ Schulden schafft, schafft auch 1100. (Ich will damit nicht sagen, dass ich die diversen Schutzschirme gut finde - ich habe dazu keine Meinung, weil ich nicht das Gefühl habe, da irgendetwas zu überblicken)

      Aber: an den 1000 Euro echten Schulden hat keine EU mitgewirkt, die haben unsere Genies uns ganz alleine eingebrockt.

      An all jene, die also an den heiligen Geist glauben, der unsere Schwammerln erleuchten wird - bitte erhellen Sie mich: wodurch hätten die gezeigt, dass sie irgendetwas besser können?

    • Josef Maierhofer
      28. Juli 2012 18:56

      @ phaidros

      Wodurch wir es besser machen könnten wären in Österreich die notwendigen Reformen und Einsparungen, die wir ständig hier vorkauen, und in Europa ein entschiedenes Auftreten gegen diese Freiheitsberaubung und Schuldenpolitik.

      Österreich hat noch nie nein gesagt zu den oft perversen Ansinnen der EU-Bürokratie, sündteuer an sich und sündteuer die Ansinnen, alles weit weg vom wirklichen Bedarf, alles weit weg von realer Einschaetzung und alles weit weg von euroüäischer Vielfalt, die es nun einmal gibt.

    • brechstange
      28. Juli 2012 22:01

      @phaidros

      Sie sind aber schon großzügig mit unserem Geld. Wenn Sie wollen, dann geben Sie eben Ihren Tausender ab. Ich gebe meinen freiwillig nicht her für eine korrupte Nomenklatura.

    • phaidros
      28. Juli 2012 22:12

      Liebe brechstange, da wollen Sie mir jetzt aber das Wort umdrehen, oder?

      Was ich gesagt habe war, dass unsere Leute fast 12x so hohe echte Schulden eingegangen sind, als die EU-Haftungen (vorerst nicht realisiert) ausmachen. Ohne irgendeinen Einfluss der EU. Dass also unsere eigenen Leute um nichts besser arbeiten und man endlich aufhören möge, sich über die EU zu er(g)eifern, und von Austrittsszenarien zu träumen.

      Was ich auch gesagt habe, ist: »ohne irgendetwas kleinreden zu wollen«, »Etwas fatalistisch gesprochen« und »ich will damit nicht sagen, dass ich die diversen Schutzschirme gut finde - ich habe dazu keine Meinung, weil ich nicht das Gefühl habe, da irgendetwas zu überblicken«

      Alles in derselben Wortmeldung! Das muss man alles überlesen, bevor man mir unterstellen könnte, ich würde großzügig anderer Leute Geld raushauen.

    • brechstange
      29. Juli 2012 08:32

      Mit Ihrer Vorgangsweise, phaidros, geben Sie dieser korrupten Nomenklatura den Freibrief. Es ist mir bewusst, dass Sie das Geld anderer nicht leichtfertig handhaben würden. Sie nicht.

    • phaidros
      29. Juli 2012 10:14

      Da muss ich Ihnen sogar recht geben, liebe brechstange, bis zu einem gewissen Grad stimmt das. Dafür gibt es allerdings zwei Teilbegründungen:

      Erstens halte ich nicht »die Nomenklatura« (schon die Verwendung dieses Wortes finde ich .. naja, sei's drum) für generell und durchgehend korrupt. Das sind Leute, die auch nur an ihren Fingernägeln hängen und versuchen, etwas zu gestalten. Dass dabei viel Mist passiert, ist unbestritten; aber ebenfalls, dass ein stürzender Baum mehr Lärm macht als 1000 wachsende (ich weiß schon: kein gutes Timing, so einen Spruch in Zeiten wie diesen zu bringen).

      Zum anderen muss ich einfach eingestehen, dass ich es nicht entscheiden könnte. Was mir allerdings instinktiv klar scheint ist - ich sag's wieder wieder mit einem Aphorismus: zu jedem noch so komplizierten Problem gibt es eine Lösung die gleichermaßen einfach, einleuchtend wie falsch ist.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • estate (kein Partner)
      29. Juli 2012 14:05

      phaidros,

      Sie schreiben u.a.: "Zum anderen muss ich einfach eingestehen, dass ich es nicht entscheiden könnte."

      Die Auswahl aus unzähligen Optionen in einem Konzert einander widersprechender 'Expertenmeinungen' mag schwierig sein, die Beachtung von Prinzipien jedoch ist trivial.
      Eigenverantwortung und Subsidiarität oder deren Negation -- nichts anderes steht zurzeit auf dem Prüfstand, und jede ventilierte 'Expertenmeinung' läßt sich ziemlich trennscharf danach beurteilen, ob sie der Eigenverantwortung Rechnung trägt oder einer diffusen Angst vor China, Rußland, Südamerika, den USA, den Finanzmärkten oder sonstigen potentiellen Bedrohungen.

      Was kann Südkorea, was Deutschland nicht kann? Was können Kanada, Australien, Neuseeland, Chile -- allesamt wirtschaftliche und politische Zwerge? -- Sie können aufrecht gehen, und weil sie das können haben sie nicht die geringsten Ambitionen, in einem kollektiven und warmen Stall sich gegenseitig Mut zuzupfeifen und ihren gemeinschaftlich gewählten Sachwaltern die Daumen zu drücken und für ihre Arbeit jedes erdenkliche Maß an Weisheit zu wünschen.

      Der EU hingegen ersäuft in einem giftigen Cocktail aus französischem Sozialismus und der sprichwörtlichen 'german angst'. Davon betrunken ist es den Vernebelten ganz egal wohin man geht, Hauptsache man geht gemeinsam, und wenn der Weg ein Holzweg ist, dann steht an dessen Ende wenigstens niemand besser da als sein Nachbar.

      Aus Angst ins Kollektiv geflüchtet?! -- Welch ein Treppenwitz der Geschichte!

    • phaidros
      29. Juli 2012 16:23

      Was kann Südkorea, was Deutschland nicht kann?

      Billig arbeiten, zum Beispiel. Österreich hat ein um ein Drittel höheres Pro-Kopf-BIP. Etwas ausführlicher im Gastkommentar: http://www.andreas-unterberger.at/2012/07/staat-heist-das-kaelteste-aller-kalten-ungeheuer/#comment-195701

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 16:37

      @ Wertkonservativer 28. Juli 2012 09:51

      "Conclusio:...."

      Ansichten eines politischen Vollkoffers, die linken Chaoten zur Ehre gereichen.
      Trotz jetzt wieder fälliger "verachtungvollster" Beschimpfungen, bekenne ich tapfer:

      "Das meine ich, so wahr ich hier xRatio heiße!" - ROFL!

      xRatio

    • estate (kein Partner)
      29. Juli 2012 18:42

      phaidros,

      Sie antworten auf die Frage "Was kann Südkorea, was Deutschland nicht kann?"
      mit: "Billig arbeiten, zum Beispiel. Österreich hat ein um ein Drittel höheres Pro-Kopf-BIP."

      ??!

      Sie führen das kaufkraftbereinigte BIP an, und wenn es danach ginge, wären Italien, Spanien und Frankreich sogar ~billiger~ Südkorea und müßten sich somit ganz gut auch ohne EU behaupten.
      Folgte man dem völlig falschen Argument weiter, so wäre ein anderer Zwergstaat, nämlich Singapur, regelrecht unfähig, als alleiniges Land zu bestehen, schlägt es hinsichtlich BIP/Kopf Deutschland sowohl nominell wie auch kaufkraftbereinigt um Längen. Auch Kanada, Australien und Hongkong sind in dieser Hinsicht ~teurer~ als Deutschland oder Österreich.

      Was kann Singapur, was Deutschland nicht kann?

      Egal wie man's dreht und wendet: Es gibt unzählige Zwerge, die ihren Bürgern erfolgreich größtmögliche wirtschaftliche Freiheit bieten. Die Folge davon ist politische Unabhängigkeit mit dem Bestreben, diese auch zu behalten. In der Umkehr sind wirtschaftliche und politische Bevormundung europäischer Prägung zwei Seiten der selben Medaille -- und beides führt in den Niedergang.

      Die These, all die erfolgreichen unabhängigen Staaten würden früher oder später einen wie auch immer gearteten Zusammenschluß zwecks ~Verteidigung~ bilden, ist gar schwach, denn Anzeichen gibt es dafür keine. Nochmals: Es ist allein eine europäische Furcht, irgendwie unterzugehen, wenn man sich nicht jetzt aneinander kettet. Und eben diese Furcht wird von den Leuten an der Spitze gezielt geschürt zwecks Wahrung ihrer eigenen Interessen und Ziele.

    • Wertkonservativer
      29. Juli 2012 20:32

      Von xRatio heruntergemacht und geschmäht zu werden, bin ich inzwischen gewohnt.

      Sonst eher harmoniebedürftig, möchte ich wieder einmal ein wenig ausfällig gegen diesen Herrn werden:
      Er mag klug wie Einstein sein, für mich ist er ein ganz ungehobelter und im Ton regelmäßig (nicht nur gegen mich) unangenehm auftretender Zeitgenosse!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      29. Juli 2012 21:30

      Stimmt, das war ein Trugschluss! Für eine erste grobe Abschätzung, wie attraktiv eine Gegend für einen Investor ist, brauchen wir jedenfalls auch die nicht bereinigte Statistik (bzw. wird es kompliziert: ist der Betrieb erst einmal ansässig, kauft er dort ja ebenfalls kaufkraftbereinigt). Was sehen wir (selbe Reihenfolge wie vorhin):

      Land_________HDI___Pro Kopf BIP
      _____________________(ber.)____(roh)
      Schweiz_____0.903__43370___81161
      Österreich___0.885__41822___49809
      Kanada______0.908__40541___50436
      Australien___0.929__40234___65477
      Südkorea____0.897__31714___22278
      Neuseeland__0.908__27688___36648
      Chile________0.805__17222___14278

      Chile und Südkorea sind sogar noch beiweitem billiger, das Abstand von Neuseeland zu Österreich nach wie vor 1/3.

      Die Schweiz hat wie gesagt schon durch ihren Finanzplatz einen Sonderstatus (den sie gerade dabei ist einzubüßen). Mal sehen, wie die anderen sich auf Dauer behaupten können (Auch Kanada ist ja in der Nordamerikanischen Freihandelszone).

      Was mE zu berücksichtigen ist: niemand kann ein Rad im Räderwerk verdrehen, ohne dass sich nicht andere mitdrehen würden. Soll heißen: auch die genannten Staaten werden auf das Erwachen der Riesen reagieren (müssen).

      Nur, wer etwas Besonderes zu bieten hat, wird sich auf Dauer als Freischwimmer über Wasser halten können - ist meine Meinung. Meinung, nicht Angst, nicht Panik.

      BG

  18. knieriem
    28. Juli 2012 09:46

    Abgesehen davon, dass ich die Meinung von RR Prof. Reinhard Horner weitgehend teile (und dies manchmal in meinen Postings auf die Aussage verkürze, eine "demokratische Generalreform" - die auch des Anstands und der Fairness nicht vergisst - tue not) bin ich auch davon überzeugt, dass derzeit, wie schon so oft in der Geschichte ein Umbruch im Gange ist, dessen Ausgang wir wir heute nicht einmal in groben Zügen zu skizzieren vermögen. Diesem Prozess widerstehen zu wollen ist wahrscheinlich illusorisch, denn erst zu späterer Zeit werden sich jene bestimmenden Faktoren herauskristallisieren, die den einen oder anderen Weitsichtigen in die Lage versetzen, das Heft des Handelns zu ergreifen und die Dinge in neue Bahnen zu lenken.

    Heute - wo wir zumindest in EU-Europa kurz davorstehen, die Schwelle zur Panik (oder zur Einsicht in die Unabwendbarkeit?) zu erreichen - wird auch in der Politik noch eifrig nach Quartieren zur Überwinterung gesucht. "Überwinterung" heißt diesfalls "Hinüberrettung der Pfründe", denn an das "gesellschaftliche Ganze" denkt - wie immer - nur eine hoffnungslos romantische bzw. romantisierende kleine Minderheit (welche keinesfalls mit den "Grünen" und schon gar nicht mit "Piraten" verwechselt werden darf).

    Daher spielt es auch keine Rolle mehr, welche "Dummheiten" wir - eifrig regiert von unseren gewählten ... (hier fehlt mir ein geeignetes Wort, denn weder das Vokabel "Genzgebildete" noch das Wort "Defraudanten" drückt das, was ich sagen möchte, zureichend aus) ... noch fordern bzw. erdulden müssen, zu nahe segeln wir bereits an Skilla und Charybdis und ob uns das Versiegeln unserer Ohren und das Anbinden unseres "Odysseus" an den Mast noch retten könnte, ist höchst ungewiss. Unbeschadet dessen wird das Schiff die Gefahrenstelle mit eher mehr als weniger Schaden an Mannschaft und Ausrüstung passieren - nur um früher oder später - wie das literarische Vorbild - Kurs aufs nächste "Abenteuer" zu nehmen, dessen Ursprünge wahrscheinlich bereits im gegenwärtigen angelegt sind.

    Denn so spielt das Leben.

  19. Komma
    28. Juli 2012 07:57

    Typisch für Journalisten ist die dümmste Erklärung wirtschaftlicher Vorgänge: aus der Psychologie. Kreisky nannte die Psychologie eine "weiche" Wissenschaft, die alles erklärt, mal aus Herdentrieb, mal aus Verdrängung, mal aus Sublimierung. Irgendetwas paßt immer. Wer für alles eine Erklärung hat, hat keine!

    Was AU als ehem. eifrigster Befürworter des Euro nicht einsehen will ist, daß all die Panikreaktionen, um ihn zu retten, nichts nützen. Die Panikreaktionen sind nicht durch Psychologie erklärbar, sondern beruhen auf fehlender Sachkenntnis.

    Hier der Artikel eines österr. Ökonomen: Michael Hörl aus Welt-online:
    DER EURO IST DER TÄTER:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108381473/Deutschland-droht-nun-selbst-der-Staatsbankrott.html?wtmc=commentarist

    Ordnung kehrt in Europa erst ein nach der Rückkehr der Länder zur eigenen Währung.

    • simplicissimus
      28. Juli 2012 10:14

      guter artikel. trotzdem könnte man gut mit dem euro leben, hielte man sich an die no-bailout-klausel und finanzierte von haus aus mit unterschiedlichen zinssätzen.

  20. Pumuckl
    28. Juli 2012 07:49

    O.T. . . . oder doch nicht ganz ?

    Jüngst warnte Moody's vor einer Überforderung Deutschlands.

    Der kleinere Konkurrent Egan - Jones wird nun in der " Welt am Sonntag " viel deutlicher:

    " In der Euro-Schuldenkrise ist eine Staatspleite der Bundesrepublik Deutschland ein denkbares Szenario

    • Pumuckl
      28. Juli 2012 20:41

      Das heutige Thema und mein obiger Kommentar erinnern mich an eine (wahre?) Geschichte, aus einem ca. 100 Jahre alten Schul-Lesebuch.
      Was mir, nach mehr als ein halbes Jahrhundert nachdem ich das gelesen habe, davon in Erinnerung ist, möchte ich stark verkürzt, mit meinen Worten in einen Zusammenhang mit unserem Thema bringen. Ich wähle dem Sinn der Geschichte entsprechend folgenden Titel:

      Darf ein Vater im Notfall den Tod seines eigenen Sohnes inkaufnehmen, wenn ihn höherrangige Pflichten dazu zwingen ?

      Ein Spenglermeister, Vater einer Familie mit mehreren teils noch gar nicht schulpflichtigen Kindern, hat zum feierlichen Abschluß der Kirchen-Renovierung das schwere Kreuz an der Turmspitze zu befestigen. Der Geselle - sein ältester Sohn - soll ihm dabei auf einem, dazu an der Turmspitze vorbereitetem einfachem Gerüst, helfen.

      Der Vater stieg mit dem schweren Kreuz am Rücken befestigt, auf der Leiter voran, dicht hinter ihm ängstlich erregt, der Sohn.
      Fast oben angekommen, geriet der Sohn in Panik und klammerte sich an einem Fuß des Vaters fest.
      Der Vater, schon mit dem schweren Kreuz am Rücken um Gleichgewicht ringend, hatte nun auch den vor Angst um Hilfe bettelnden Sohn zitternd an seinem Fuß
      geklammert. Obwohl selbst am Ende seiner Kraft, versuchte er vergeblich, seinen verängstigten Sohn mit beruhigenden Worten dazu zu bringen, sich nicht an seinem Fuß, sondern an der Leiter festzuhalten.
      Wie in ähnlichen Situationen oft beschrieben, eilten die Gedanken mit sonst nicht vorstellbarer Geschwindigkeit, durch den Kopf des verzweifelten Vaters.
      Er hatte nur zwei Alternativen.
      Die eine wäre gewesen, zusammen mit seinen Sohn, am Ende seiner Kraft in den sicheren Tod zu stürzen und seine Frau mit fünf minderjährigen Kindern als Witwe zu hinterlassen.
      Der Spenglermeister wählte die entsetzliche einzige andere Möglichkeit.
      Nach einer letzten energischen Aufforderung an den Sohn, sich endlich an der Leiter statt an seinem Fuß festzuhalten, befreite sich der verzweifelte Vater mit letzter Kraft durch einen Tritt mit dem anderen Fuß aus der tödlichen Umklammerung des Sohnes.
      Zum Entsetzen der feierlich versammelten Pfarrgemeinde, stürzte der Sohn in die Tiefe.

      Die Geschichte beschrieb dann ausführlich wie zuerst der Pfarrer in der Predigt das Verhalten des Vaters rechtfertigte und später auch das Gericht kein schuldhaftes Verhalten an der Verzweiflungstat des Vaters erkannte.

      Deutschland befindet sich, infolge der seine Existenz bedrohenden wirtschaftlichen Umklammerung durch die Eu, in einer vergleichbaren Situation, wie der Spenglermeister, welcher die Existenz seiner Familie nur durch Opferung seines Sohnes retten mußte ! ! !

      Die Frage ist nur, ob die Siegermächte zweier Weltkriege, einen solchen Befreiungsakt Deutschlands, nicht mit einer Beendigung des " Friedensprojktes Europa " beantworten würden - notfalls mit Waffengewalt.

    • byrig
      29. Juli 2012 02:35

      pumuckl,die waffengewalt sehe ich in dieser hinsicht nicht-gottseidank.(wer könnte sie auch gegen deutschland erfolgreich ausüben?).
      die moralische erpressung,lange nach dem 2.krieg hingegen schon.
      und dieser erpressung muss endlich einhalt geboten werden.überall.

  21. Johann Scheiber
    28. Juli 2012 06:23

    Selbstverständlich bedarf es der Dominanz des Staates, heute mehr als je zuvor in der Geschichte.Die Marktwirtschaft hat sich über die Dominanz der Finanzwirtschaft zu einem alles zu verschlingen drohenden Monster entwickelt. Da hilft keine Psychologie mehr und keine Beschwichtigungspolitik, denn jedes Opfer macht das Monstrum nur noch gieriger.
    Auch ist die Diskussion über Austeritätspolitik versus Deficit Spending ist völlig sinnlos, weil beides gleichermaßen in den finalen Kollaps führt. Die Inflations-Deflations-Dialektik ist Blendwerk und eine Falle der linken und rechten ökonomischen Hofpoeten von Money Power.

    Das Monster muss geschlachtet werden und zwar durch zwei alles entscheidende Maßnahmen.

    1. Zerschlagung der Banken und Trennung des Geschäftsbereiches vom Spekulationsbereich, damit es wieder Banken gibt die der Wirtschaft und den Menschen dienen und nicht dem Mammon. und das gemäß dem amerikanischen Glass Stegall Akt oder dem Deutschen Kreditwesengesetz von 1934.
    2. Wiedereinführung der nationalen Währung und Rückführung des EURO auf eine Verrechnungseinheit - was es als ECU schon erfolgreich gegeben hat - nach dem Vorschlag von Hankel und ich glaube auch Sarazzin.
    Dazu Vergabe von fast zinsfreiem staatlichen Kreditgeld zum Wiederaufbau der Wirtschaft, wie das von Hamilton (siehe Link Büso) in den USA im 19.Jhdt. aber auch in Deutschland 1934 vorexerziert wurde.

    Das ganze muss im europäischen Rahmen geschehen, denn nur so besteht die Chance, dass dieses Programm nicht von den Flugzeugträgern und den Atom-U-Booten von Money Power über dessen amerikanischen Golem gestoppt wird.

    http://www.bueso.de/
    http://www.brd-schwindel.org/wie-hitler-unabhaengigkeit-von-internationaler-zinsversklavung-erreichte/
    Diesen Link setze ich nur mit ausdrücklicher Distanzierung von den unfassbaren Verbrechen der Nazidiktatur!

    • Johann Scheiber
      28. Juli 2012 06:41

      Ich habe einen wesentlichen Punkt leider vergessen:

      3. Die Wiedererweckung der klassischen europäischen Kultur aus dem Geist des Deutschen Idealismus und der Wiener Klassik und dementsprechend die Zurückweisung des materialistischen Utilitarismus links- und rechtsideologischer Herkunft.

    • simplicissimus
      28. Juli 2012 09:42

      herr scheiber, stimme ihnen in vielem bei, aber bitte machen sie mir die marktwirtschaft nicht schlecht. sie ist das natürliche und menschliche prinzip des warenaustausches untereinander und kann und wird nie abgelöst, höchstens in den schwarzbereich verdrängt werden. reine der profitgier unterliegende finanzspekulationen sind nur scheinbar marktwirtschaft, in ihrer natur aber glücksspiel und oft manipuliertes glückspiel, der abzocke dienend.

    • brechstange
      28. Juli 2012 09:57

      Herr Scheiber,
      nicht die Marktwirtschaft ist das Übel, sondern die Korruption und Organisierte Kriminalität, die sich die ausufernde Staatswirtschaft zum Nutzen machte. So gesehen ist die Marktwirtschaft zugunsten einer Staatswirtschaft schon seit einiger Zeit am Sterben. Darüber sollten wir überhaupt nicht froh sein. Planwirtschaft - staatlich verordnet - ist des Übels, da kann es noch so zinsfreie Kredite geben. Man braucht jeden Einzelnen um eine Volkswirtschaft zum Blühen zu bringen. Daher sollten wir den Mut aufbringen und mehr Marktwirtschaft und Eindämmung der Bürokratie einfordern.

    • phaidros
      28. Juli 2012 10:09

      Simplicissimus, ich habe Hrn. Scheiber bereits mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass Liberalismus keineswegs gleichzusetzen ist mit Anarcholiberalismus (der natürlich tatsächlich abzulehnen ist). Er ignoriert solche Hinweise völlig und möchte offenbar weiter gegen Windmühlen kämpfen.

    • phaidros
      28. Juli 2012 10:15

      Sg. Hr. Scheiber,

      @»Zerschlagung der Banken«

      Das wäre überhaupt nicht nötig. Man müsste lediglich für einen freieren Zugang zum Markt sorgen! Im Klartext: nicht mehr 500000 Millionen Milliarden Stammkapital zur Gründung verlangen, die realiter für niemanden aufzubringen sind. Dann entstünden sofort wieder kleine, gute Bankhäuser, die die großen nach Belieben herumscheuchen würden.

      @»Wiedereinführung der nationalen Währung«

      Das wäre der allergrößte Fehler, den wir machen könnten. Einmal abgesehen von dem ungeheuren Schaden, der dadurch in der jetzigen Situation realisiert würde, was wäre die Konsequenz? Der Wirtschaftsraum als gesamter würde deutlich zurückgeworfen. Eine Hochlohn- und -preisregion sind wir ohnehin, ohne gemeinsame Währung wären Industrie und Wirtschaft in 25 Jahren vollkommen ruiniert.

      Nichts anderes weist auch Sarrazin in WIrklichkeit in seinem Buch nach (bloß dass er aus den Zahlen, die er präsentiert, verbal den umgekehrten Schluss zieht. Naja, wenn's gut für die Auflage ist .. es sei ihm vergönnt)

    • knieriem
      28. Juli 2012 11:55

      @Johann Scheiber
      @brechstange
      Meine Diagnose ist, dass wir zu wenig Marktwirtschaft haben, weil "der Staat" es (aus welchen Gründen immer) zulassen hat, dass die (produzierenden) "Wirtschaftseinheiten" (durch Beteiligung, Holding- und Schachtelkonstruktionen, etc.) zu immer größeren Gebilden heranwuchsen, deren Umsatz- und Gewinnvolumen "systemrelevant" wurde, womit diese einen unerwünscht hohen Einfluss auf Beschäftigung, Nationalprodukt und "Volkseinkommen" erhielten. Dass dabei die Befreiung der Geldwirtschaft von den Fesseln saowohl der Realwirtschaft als auch (weitgehend) der (nationalen) Geldpolitik eine weitere "Unwucht" von bedenklichem Ausmaß darstellt, dürfte inzwischen kein Geheimnis mehr sein.

      Das Problem heißt also vielmehr: Wo finden wir unseren (supranationalen) Herkules, der in der Lage wäre, diesen Augiasstall aufzuräumen?

    • phaidros
      28. Juli 2012 13:54

      Einzig im Markt, knieriem, einzig und allein im Markt.

      Das ist im Grunde auch ganz einfach einzusehen: jede installierte »Instanz«, wie immer sie auch aussehen mag, wird immer in dieselbe, von Ihnen sehr zutreffend diagnostizierte Richtung umkippen. Nur, wer das nicht sieht oder nicht durchschaut, fordert noch »mehr davon«, dabei sind Regularien die Krankheit, nicht die Medizin.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Johann Scheiber
      28. Juli 2012 14:02

      Simplicissimus, brechstange, knieriem, ich sehe nicht, dass ich gegen die Marktwirtschaft argumentiert hätte, im Gegenteil, nationale Währungen mit europäischer Koordination bringt nach innen mehr Markt, die Chance der Staaten selbst Anpassungen vorzunehmen und über die Koordination mittels Verrechnungseinheit die Möglichkeit nach Aussen Stärke zu beweisen.
      Money Power wird sich aber, mit Hilfe der vielen liberalsozialistischen Schwärmer, von denen es auch hier einige gibt, mit unserer Versklavung, wenn nicht ein göttliches Wunder passiert, durchsetzen.

      Das büroktatische Monster, das wir heute vor uns haben zu kritisieren und zu meinen damit könne man den Staat ab tun, passiert hauptsächlich auf Grund von Ignoranz. Kein (Öesterreicher) mit Ausnahme von Schumpeter, und der ist keiner, hat auch nur ansatzweise begriffen, was ein Staat, oder gar ein Staat der Freiheit ist. Hegel hat diesen Staat in seiner RechtsPhilosophie dargelegt und hat damit versucht den liberalen Utopisten entgegenzutreten - ganz ohne Erfolg!
      DASS der Staat ist, das ist der Gang Gottes durch die Geschichte, war eine seiner ohnedies bekannten, aber zu 99 Prozent mißverstandenen Positionen. Wenn der Staat, die einzige den Menschen in seinen Rechten schützende Instanz nicht mehr ist, dann wird uns der Teufel holen.

      Der Markt ist selbst eine staatliche Veranstaltung, damit er aber nicht ausufert und zur Beute der Wölfe wird - was derzeit gerade passiert, muß er so gebänfigt werden, dass all seine Kräfte und Dynamik an die Interessen der Volkswirtschaft und der Menschen gebunden bleibt.

    • phaidros
      28. Juli 2012 14:06

      Bitte, könnte mir jemand erklären, was man sich unter »Liberalsozialismus« vorzustellen hat?

      Der Markt ist selbst eine staatliche Veranstaltung, damit er aber nicht ausufert und zur Beute der Wölfe wird - was derzeit gerade passiert, muß er so gebändigt werden

      Besser könnte auch ein Liberaler den Markt nicht definieren. Egal wie laut Sie das ignorieren, Herr Scheiber. ;-)

    • Schani
      28. Juli 2012 15:06

      Woher soll das zinsfreie staatliche Kreditgeld kommen? E nihilo?

    • Johann Scheiber
      28. Juli 2012 19:01

      Ja, Schani , aber von den Staaten und nicht durch Private und gedeckt durch Arbeit.
      Steht alles schön unter den links.
      Hier hat der Haider Volkspartei ja recht gehabt mit der Arbeismarktpolitik der Nationalsozialisten. die Holkoepfe der Volkspartei die die Gelegenheit nur zur Demontage genutzt haben, hatten da sachlich nicht die geringste Ahnung.

    • phaidros
      28. Juli 2012 20:02

      Sg. Herr Scheiber, kommt noch eine Definition von »Liberalsozialismus«? Sicher nicht nur für mich ist das eine völlig leere Worthülse - ich kann mir absolut nichts darunter vorstellen.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Johann Scheiber
      28. Juli 2012 20:32

      Drehen sie die Wörter einfach um phaidros , dann lautet das Wort "sozialliberal "!

    • phaidros
      28. Juli 2012 21:17

      Wirklich? Jetzt bin ich etwas verwirrt: »sozialliberal« sind doch eigentlich solche Heide Schmidt-Partien und ihre gewichtigen Anliegen wie Schwulenehe!? Das Gegenstück zur wirtschaftsliberalen Richtung (wie sie etwa Dr. Unterberger vertritt und ich sie immer wieder vor Ihnen in Schutz nehme).

      Sie attackieren doch eher einen »liberalen Kapitalismus« (und das durchaus zurecht. Bloß, dass der nichts mit der neoliberalen Idee wie auch Ortner sie definiert*) zu tun hat - nur da sehe ich unsere Meinungsverschiedenheit)

      BG phaidros.vie@gmail.com

      *) »Entgegen einer weit verbreiteten Annahme bedeutet “neoliberal” nicht völlig unregulierten Turbo-Kapitalismus ohne wenn und aber.« Details auf http://www.ortneronline.at/?page_id=163

    • Johann Scheiber
      28. Juli 2012 21:51

      Lesen sie bitte etwas genauer phaidros , ich habe Money Power nicht mit Liberalsozialimus gleichgesetzt. Bitte hören sie endlich mit ihren Sophistereien auf.

    • phaidros
      28. Juli 2012 22:04

      Oh, Herr Scheiber, ich glaube durchaus genau zu lesen. Zum Beispiel diesen Satz bei Ihnen: »Money Power wird sich aber, mit Hilfe der vielen liberalsozialistischen Schwärmer ... durchsetzen.« (14:02)

      Vielleicht habe ich ihn ja falsch verstanden, aber ich lese hier, dass Money Power etwas mit Liberalsozialismus (unter dem ich mir immer noch nichts vorstellen kann) zu tun haben muss.

    • DerTurm
      28. Juli 2012 22:21

      S.g. Hr. Schreiber,

      ...ich habe lange überlegt, was man zu dem mir völlig unbegreiflichen, das Sie da oben geschrieben haben, antworten könnte.

      Phaidros meint, es wäre si9nnlos, da Sie ohnedies Ihre unabrückbare Meinung haben.

      So bleibt mir nur noch das Zitat des des US-amerikanischen Naturforschers und Philosophen Edward Abbey (1927 – 1989):

      „Wenn du dich weigerst, ungerechte Steuern zu bezahlen, wird dein Eigentum konfisziert. Wenn du versuchst, dein Eigentum zu verteidigen, wirst du festgenommen. Wenn du dich der Festnahme widersetzt, wirst du niedergeknüppelt. Wenn du dich dagegen wehrst, wirst du erschossen. Diese Maßnahmen sind bekannt als Rechtsstaatlichkeit.“

      Bei einer Abgabenquote von über 80% des Lohnes für meine Arbeit verteidigen Sie allen Ernstes immer noch das "kälteste aller Ungeheuer"?

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 16:14

      @ phaidros 28. Juli 2012 14:06

      "Bitte, könnte mir jemand erklären, was man sich unter »Liberalsozialismus« vorzustellen hat?"

      Ja gern: ein Widerspruch in sich, eine contradictio in adiecto.

      Man bezeichnet das Phänomen kurzerhand auch als vollkommenen QUATSCH. :-)

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 16:17

      @ Johann Scheiber

      "Dominanz des Staates" ?????
      "Der Markt ist selbst eine staatliche Veranstaltung" ?????

      Ist da jemand mit seiner hegelschen Staatsvergöttlichung jetzt vollkommen übergeschnappt?
      Puuuh.... Ist ja fast schlimmer als bei den Sozialisten!!

      Soweit hier ein neuer Gott namens Staat etabliert werden soll, verstößt das übrigens
      gegen Artikel EINS des Dekalogs:

      "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!!!" :-)

      Kein Wunder, daß uns der "einzig wahre Gott" jetzt mit Hilfe des Euro dem "Antichristen ausliefert"!! (sic!)

      Aber gerechte Strafe für die teuflischen Blasphemien Hegels, seiner Freunde Marx, Murx und Scheiber Johann.

      xRatio

  22. RR Prof. Reinhard Horner
    28. Juli 2012 03:09

    Wem gebührt Zuversicht? (Nehmen ohne zu geben?)

    Tatsächlich leben wir in Österreich in den besten Lebensverhältnissen, die es in unserer Geschichte je gab. In den mehrfachen gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Krisen sind es „der bedeutendere Teil der Bürgerschaft“ und die aus ihm hervorgehenden zulänglichen Repräsentanten, von denen die tragenden Leistungen erbracht werden. Sie sind es auch, die mangelhafte Repräsentanten zeitweilig und mangelhafte Mitbürger auch längere Zeit zu verkraften vermögen.

    Jene Leute, die sich in Untergangsstimmungen einherraunzen, jedoch alle Vorteile, die von anderen erarbeitet werden, in Anspruch nehmen und das obendrein mit erklärten Weigerungen, selbst etwas im Gemeinwesen beizutragen, vertreten eigentlich nur läppische Standpunkte. Wenn die Probleme nicht so ernst wären.

    Wirtschaftsbezogene Lerninhalte in der Allgemeinbildung? Ein Versuch.

    Was sich akut als politisch korrekte „Bildungsreform“ aufdrängt, krankt u. a. sehr an der Einschränkung auf das so genannte „Kompetenzlernen“ sowie auf in kleineren Teilen abprüfbare „Module“.

    Dabei droht eine zukunftstaugliche Erneuerung der Lerninhalte in Vernachlässigung zu geraten, wenn nicht sogar unterzugehen. Für das Lerngeschehen sind die Lerninhalte jedoch von tragender Bedeutung. Sie umfassen, den beanspruchten Funktionen und Kräften entsprechend:
    1. Wissen (Wahrnehmungs- und Gedächtnisinhalte),
    2. Erkenntnisse (Denkinhalte),
    3. Wertgehalte,
    4. Willensgehalte und
    5. Inhalte der Fertigkeiten (etwa zum Erlangen objektiver Informationen und für vernünftiges persönliches Handeln)..

    Wo es um die Bereicherung der Allgemeinbildung um Elemente wirtschaftsbezogener Orientierung geht, sind Übereinkünfte über grundsätzliche Perspektiven zu suchen. Zu diesem Zweck sei die folgende Auflistung zur kritischen Prüfung durch den weit verzweigten Hausverstand dargeboten.

    * Das Wirtschaften ist kein naturwissenschaftlich erfassbares, sondern ein kulturbedingtes Geschehen.
    * Wichtig ist die Verknüpfung von Ökonomie, Ökologie und sozialen Hinsichten.
    * Wichtig ist die Unterscheidung von Regelungen und Steuerungen (Lenkungen).
    * Wichtig ist die Unterscheidung der Freiheiten (von und zu) von Willkür und Zwängen.
    * Die Märkte funktionieren nur in geregelten Toleranzen, nicht in (gewalttätiger) Willkür.
    * Hinzu bedarf es der Unterscheidungen von Stärken und Gewalttätigkeiten sowie von Gerechtheiten und Gerechtigkeiten.
    * Für Umverteilungen sind zu beachten: Bedingungen, Leistungen und Erfolge. (Nicht nur die erzielten Erfolge.)
    * Umfassend sind zu überdenken: schuldlose und fahrlässige Fehlleistungen, Wirtschaftsvergehen und Wirtschaftsverbrechen.
    * Unerlässlich ist die Unterscheidung von (uferlos gehandhabtem, aber faktisch begrenztem) quantitativem Wachstum und dem (unbegrenzten) qualitativen Wachstum in Produktion und Konsum – und in Wiederverwertungen der Abfallwirtschaft.
    * Gewaltige wirtschaftliche und technische Umwälzungen sind im Gange, die zusammen mit der enormen Vermehrung der Menschheit die Erfordernisse der Lebenswelt einschneidend verändern.
    * Die unausweichliche Globalisierung ist vor allem durch entsprechende Regelungen, aber auch durch Lenkungen in vernünftigen Bahnen zu bewältigen.
    * Wirtschaftliche Monster sind zu redimensionieren; ebenso sind absondernde Verzwergungen (Verschrebergartelungen) hintanzuhalten.
    * Die Bindung der Finanzwirtschaft an die (einzig) wertschöpfende Realwirtschaft steht dringend an.
    * Besonders kritisch zu behandeln ist das Wirtschaften mit Schulden.
    * Die Einbindung des Wirtschaftens mit der Technik in die Gesamtzusammenhänge der kulturellen Entfaltungen und der persönlichen Lebensführung hat höchste Dringlichkeit.
    * Von der Trendhörigkeit soll zum Trendsetting vorgedrungen werden.
    * Es bedarf der wünschenswerten Stabilitäten und Mobilitäten in einem ausgewogenen Verhältnis.
    * Eine unabdingbare Grundlage ist ein Lerngeschehen in der Bildung persönlicher Qualitäten mit eingebundenen Ausbildungen nachgefragt nutzbringender Qualifikationen (Kompetenzen). Dies auf mehreren Wegen, ohne Uniformierungen, ohne Nivellierungen.
    * Was nottut, ist das Engagement der Repräsentanten und „des bedeutenderen Teils der Bürgerschaft“ im „Miterleben, Mitgestalten und Mitverantworten“. Wie viel Mangelhaftes lässt sich wie lange verkraften?
    * Es geht um die Bestärkung von Bewährtem und um die Schaffung von zukunftstauglichem Neuem – solcherart um das Ergreifen der Chancen im stets unausweichlichen Lernen aus der Geschichte.
    * Die Schaffung zukunftstauglicher Systemkomponenten und entsprechendes persönliches Handeln stehen zur Aufgabe und Verantwortung.
    * „Die Zukunft ist offen!“
    * Krisen bieten Gefahren und Chancen. Übrigens gleichermaßen für Lernende und Lehrende.

    So ergibt sich die seit Jahrzehnten mit einigen wechselnden Worten formelhaft vorgebrachte Herausforderung: Wege zu gehen von der heute vorwaltenden quantitativ wachstumshörigen Erfolgsgesellschaft hin zu einer auf (unbegrenztes) qualitatives Wachstum orientierten solidarischen Leistungsgesellschaft, die willens und befähigt ist, das Wirtschaften mit der Technik dauerhaft in die Gesamtzusammenhänge der kulturellen Entwicklung und der persönlichen Lebensführung einzubinden (heimzuholen).

    Wo immer überkommene wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Theoriebildungen apodiktisch verfochten und in ihrer Einseitigkeit derart in Streit gestellt werden, blockieren sie die lebens- und bereits überlebensnotwendigen Fortschritte.

    • Scipio
      28. Juli 2012 11:10

      @ Prof. RR. Horner

      "Tatsächlich leben wir in Österreich in den besten Lebensverhältnissen, die es in unserer Geschichte je gab".

      Wirklich? Es geht uns so gut, dass wir uns sogar selber„abschaffen!“ (Thilo Sarrazin).

      Die Zahl der Ehescheidungen geht bereits gegen 50%, in Österreich wachsen bald die Hälfte der Kinder bei nur einem Elternteil auf. Gaspari/Millendorfer machen darauf aufmerksam, dass die Familienauflösung im Zusammenhang steht mit Schulversagen, vermehrtem Studienabbruch, Versagen bei Berufsausbildung und im Berufsleben, geringer Streßbelastungsfähigkeit, höherem Drogenkonsum,Verelendung, Verwahrlosung, Zunahme der Selbstmordraten und der Kapitalverbrechen.
      Wir erleben gerade die Entmachtung des Bürgers, das Eindringen der Parteien in immer weitere Lebensbereiche bis hin zu totalitärer Parteidiktatur und Gesinnungsterror, die Entstehung unkontrollierter und unverantwortlicher Funktionärsoligarchien und -cliquen, ihre verbreitete Korruptionsanfälligkeit, ihre Verbindung zu mafiotischen Gruppierungen und Lobbies. Wir leiden unter der Herrschaft der Interessenverbände mit ihrer gemeinwohlschädigenden, rücksichtslosen Interessendurchsetzung,  leiden auch unter dem Mißbrauch der Gewerkschaftsmacht. Täglich sind wir konfrontiert mit Finanzbetrug, Kreditschwindel, Bau- und Bodenspekulation.Wir werden durch die EU ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Unser Volksvermögen wird verschleudert, Bundesländer und Gemeinden haben sich verspekuliert, Banken haben Milliarden und Abermilliarden auf diversen Inseln und im Osten versenkt. In Wahrheit sind wir pleite! Um allein 12 Millarden Euro steigt die Verschuldung in diesem Jahr! Das sind in guten alen Schillingen rund 160 Milliarden!!
      Wir müssen uns abfinden mit den immer unwirtlicher werdenden Großstädten und ihren menschenverachtenden Wolkenkratzern und Verkehrsbauten.
      Und im Inneren dieser Großstädte findet so etwas statt wie die Vorbereitung auf den Bürgerkrieg. Hans-Magnus Enzensberger hat das so beschrieben: „„Der Anfang ist unblutig, die Indizien sind harmlos. Der molekulare Bürgerkrieg beginnt unmerklich, ohne allgemeine Mobilmachung. Allmählich mehrt sich der Müll am Straßenrand. Im Park häufen sich Spritzen und zerbrochene Bierflaschen. An den Wänden tauchen überall monotone Graffiti auf, deren einzige Botschaft der Autismus ist: sie beschwören ein Ich, das nicht mehr vorhanden ist. Im Schulzimmer werden die Möbel zertrümmert, in den Vorgärten stinkt es nach Scheiße und Urin. Es handelt sich um winzige, stumme Kriegserklärungen, die der erfahrene Städtebewohner zu deuten weiß.“

      Botho Strauss hat schon vor Jahren vor vom „anschwellenden Bocksgesang“ gewarnt.
      Bocksgesang ist die deutsche Übersetzung für das griechische Wort „Tragödie“. Wir befinden uns in einem Dauerkrieg gegen die Kräfte „mainstreams“, „des ständigen Fortbringens, Abservierens und Auslöschens des Hergebrachten“, des Ethos, der Tradition, der Autorität. Chaos droht. Jetzt reden schon die Ökonomen (Prof. Bofinger und 16 Kollegen) vom Herrannahen einer „Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes“
      Ach, uns geht es gut und die Zukunft ist rosig!

    • Haider
      28. Juli 2012 22:56

      Zu Ihrem 2. Satz:
      Es kommt drauf an, wer "UNS" ist. Asylbetrüger, Sozialschmarotzer, Hendldiebe, Schulversager ... die leben sicher alle besser als je zuvor in unserer Geschichte. Steuerzahler oder Alleinverdiener sehen es vielleicht etwas anders. In meiner Jugend konnte ein Familienvater seine Frau und seine Kinder mit seinem Verdienst erhalten. Heute reicht das Einkommen von Vater und Mutter samt Pfusch und Überstunden hinten und vorne meist nicht.

    • Undine
      28. Juli 2012 22:59

      @Scipio

      *******!

    • xRatio (kein Partner)
      29. Juli 2012 17:16

      Scipio verdanken wir allerdings auch wahrlich umwerfende Erkenntnisse wie die folgenden:

      "Auf den religiösen Hintergrund hat dankenswerterweise Johann Scheiber in seinem Posting hingewiesen.
      Der Euro ist eines der Instrumente zur „Judaisierung“ der Welt. Er liefert uns dem Antichristen aus.
      Karl Marx hat das in seinem Beitrag „Die Judenfrage“ auf den Punkt gebracht"


      http://www.andreas-unterberger.at/2012/06/werft-die-maerkte-doch-ins-gefaengnis/

      ROFL!! Ich denk mich tritt ein Pferd wenn ich solche Emanationen aus dem Irrenhaus lese. Vielleicht ist er jetzt geheilt?

      xRatio

    • Erich Bauer
      30. Juli 2012 17:13

      xRatio,
      "...aus dem Irrenhaus..."

      Ich kann's mir nicht erklären... Aber bei derartigen "Meldungen" sieht mein "drittes Auge" die Scheiterhaufen vor dem Regensburger Dom lichterloh brennen... :-)))





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