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Wie man aus einem Überschuss einen Mangel herbeiredet

Oberösterreich kämpft um eine eigene Medizin-Universität. Mit Petitionen marschieren Landeshauptmann und regionale Tageszeitung Richtung Wien, um eine solche neue Uni durchzusetzen. Wer könnte da schon etwas dagegen haben? Gesundheit ist wichtig und populär. Oberösterreich ist groß und das wirtschaftlich erfolgreichste Bundesland. Da haben seine Exponenten ernstgenommen zu werden, wenn sie von einem wachsenden Ärztemangel sprechen.

Nur sollte man als betroffener Steuerzahler über die prestigeorientierte Uni-Kampagne der Oberösterreicher hinaus auch die wirklichen Fakten kennen. Etwa die Tatsache, dass zwar manche Ärzte super verdienen (wofür sie auch intensivst arbeiten), dass es aber anderen keineswegs so gut geht. Von diesen klagen viele, dass sie keinen Kassenvertrag bekommen. Und Kassenärzte wiederum klagen über lächerliche Honorarsätze. Wenn für viele Leistungen nur einstellige Euro-Beträge bezahlt werden, dann würde jeder Elektriker nur darüber lachen, um dieses Geld auch nur einen Finger rühren zu sollen. Bei solchen Ärzte-Honoraren steigt natürlich die Versuchung zur Verrechnung von fiktiven oder Scheinbehandlungen. Als Folge sehen beispielsweise in vielen Ordinationen die Patienten nur noch die Ordinationshilfe, die ihnen Rezepte ausstellt.

Aber nehmen wir einmal an, diese Eindrücke täuschen, und wir haben wirklich zu wenig Ärzte. Dann sollte vor allem einmal damit angefangen werden, fertige Mediziner auch ordentlich als Ärzte zu beschäftigen. Dann sollte man Uni-Absolventen rasch und gezielt die nötigen Praxisjahre in Spitälern ermöglichen. Lange Wartezeiten auf solche Ausbildungsplätze sind eine absurde Verschwendung menschlichen Potenzials.

Eine besonders blöde Folge dieser Absurdität ist, dass Österreichs Unis die Mediziner zuerst teuer ausbilden, dass viele dann aber mangels guter Ausbildungsangebote nach Deutschland gehen. Wo es nämlich einen echten Ärztemangel gibt.

Noch absurder ist es, wenn Ausbildungs- und Turnusärzte dann in vielen öffentlichen Spitälern Dinge wie Blutabnahmen machen müssen, die in privaten Spitälern die Krankenschwestern machen. Dadurch können sie sich nicht auf ärztliche Tätigkeiten konzentrieren. Hier müsste die Politik endlich einmal den Kampf mit den mächtigen Krankenschwestern-Gewerkschaften und der Allmacht mancher Oberschwestern aufnehmen. Diese organisierte Arbeitsverweigerung der Krankenschwestern in etlichen Spitälern ist umso unverständlicher, als es keineswegs einen Mangel an Nachwuchs für den Krankenpflege-Beruf gibt.

An all diesen Fronten gibt es also viel Sinnvolleres und Notwendigeres zu tun, statt um Steuergeld eine neue Universität aufzubauen.

Österreich hat mehr Ärzte als jedes andere EU-Land

Eine neue Uni ist aber in Zeiten explodierender Schulden auch aus einem weiteren, noch stärkeren Grund unsinnig: Trotz all dieser Unzukömmlichkeiten gibt es in Österreich sehr viele Ärzte. Wie das IHS und die OECD berechnet haben, gibt es in Österreich weit mehr praktizierende Ärzte als in jedem anderen EU-Land. Bei uns kommen auf 1000 Einwohner nicht weniger als 4,7 Ärzte, im EU-Schnitt sind es hingegen nur 3,2 bis 3,3. Erstaunlich.

Im Detail: Bei den praktizierenden Fachärzten hat Österreich eine um 18 Prozent größere Dichte als die alten EU-Staaten. Und bei den Allgemeinärzten sind es sogar 69 Prozent mehr. Lediglich bei den Zahnärzten gibt es ein Minus von 17 Prozent. Obwohl ich rund um die Beißwerkzeuge niemanden kenne, dem nicht umgehend eine schmerzende Zahnwurzel behandelt würde. Was also auch dort auf keinen großen Ärztemangel deutet.

Die Ärztezahlen gehen auch im zeitlichen Vergleich steil nach oben. Die Dynamik des Zuwachses an berufsausübenden Ärzten ist gewaltig. Ihre Zahl wächst fast so rasch wie die Staatsschuldenquote. Gab es 1970 nach Ärztekammer-Angaben noch 12.438 Ärzte, so waren es 40 Jahre später nicht weniger als 40.103. Also mehr als drei Mal so viel. Zum Vergleich: Die Bevölkerung hat sich in diesem Zeitraum (durch Zuwanderung) nur um 12 Prozent vermehrt.

Die Zahlen zeigen auch kein spezifisches Oberösterreich-Problem: Denn dort hat sich in den letzten zehn Jahren die Menge der ihren Beruf ausübenden Ärzte um mehr als 39 Prozent vermehrt (das ist ein stärkerer Zuwachs als in jedem anderen Bundesland außer Niederösterreich).

die Ärzteschwemme wird aber auch außerhalb Oberösterreichs gerne verschwiegen. Denn Österreich versucht ja gerade der EU einzureden, dass ihm ein Ärztemangel drohe, wenn es nicht weiterhin die reservierte Österreicher-Quote an den heimischen Universitäten verteidigen kann.

Dabei wären mit einer einzigen Maßnahme alle diese Probleme beseitigt; dann könnten die Oberösterreicher Medizin-Unis bauen, so viel sie wollen: Es müsste nur das Studium durch kostendeckende Beiträge finanziert werden. Dann würde sich ein ganz natürliches Gleichgewicht einpendeln.

Dann hätte der Staat nur noch zwei Aufgaben: Erstens müsste er durch eine unabhängige und strenge Qualitätskontrolle am Anfang wie am Ende des Studiums sicherstellen, dass keine Unis geldgierig wird und Billigdoktoren zu produzieren beginnt. Und zweitens müsste er für jene Studenten, die sich zwar bei Aufnahmetests als qualifiziert erweisen, die aber von armen Eltern stammen, ausreichende Stipendien finanzieren.

Warum kämpfen aber die Oberösterreicher auch ohne Ärztemangel um eine eigene Medizin-Uni? Vielleicht wollen da ein paar Primare neue Visitenkarten mit „Univ.Prof.“ drauf?

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAlexander Renneberg
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 08:58

    na vielleicht sollte man mal zuerst den cumerus clausus einführen, flankiert von studiengebühren und der abschaffung der besserstellung der weiblichen studenten bei der aufnahmeprüfung, dann wäre mal der zustrom aus anderen ländern mal gestoppt.

    aber diese krausen ideen der oberösterreichereichischen vp kenneichnen das traurige bild der övp im ganzen.
    das wird von unterberger überhaupt nicht thematisiert. das ist massiv schade, denn wie sollte sich je etwas ändern wenn niemand den unpackbaren zustand der Partei
    (ja wk, es ist so schlimm) aufgreift und versucht etwas zu ändern.

    zumindest dagegen anschreibt. es muss wieder eine stimmung im volk entstehen die der övp nützt.

    man stelle sich vor die övp würde tatsächlich unter 20% fallen, das wünscht sich für das land keiner!

    und jetzt anbei ein paar schmankerln. man lese vorallem die postings. die övpler werden als nazis bezeichnet etc. etc. da wird nichts gelöscht, das ist keine diskriminierung und herabwürdigung und verhetzung!
    das wäre nur so wenn es um unsere türkischen kültürbereicherer und koranverteilende salafisten geht.

    http://derstandard.at/1334132407794/Der-Frust-der-Leistungstraeger

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 02:06

    Bei diesen Kassentarifen muß man sich wundern, daß überhaupt noch Ärzte solche Verträge abschließen und gar nicht wundern darf sich der Patient, wenn ein Arzt, der nicht schwindeln möchte, soviele Patienten wie möglich durchschleust, um auf seine Kosten zu kommen, jedoch das Patientengespräch bzw. eine exakte Diagnose bzw. fast auf der Strecke bleibt.

    Das gesamte Gesundheitssystem krankt und eine neue Med-Uni in Oberösterreich hieße das Pferd lediglich von hinten aufzuzäumen, anstatt die vorhandenen Ausbildungsstätten abseits jedes Genderwahns möglichst zu perfektionieren.

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 08:23

    Die Unnötigkeitspolitik und ihre Hintergründe.

    Gut durchleuchtet von Dr. Unterberger wird wohl der Schlußsatz eine wichtige Rolle bei all den 'wichtigen' Überlegungen spielen. Ein falscher und brüchiger Strohhalm für die ÖVP Oberösterreich, die ja dort die Regierungsmehrheit hat. Klientelpolitik ist eine falsche Richtung.

    Auch die richtige Lösung wird gesagt von Dr. Unterberger, macht's halt eine Privatuni mit Gebühren, sorgt's halt dafür, dass dort konkurrenzlos gut ausgebildet wird und schon ist Linz eine angesehene Medizinuniadresse.

    Aber der 'Systemhatscher' nach Wien um Steuergeld, nein, der ist eines findigen Österreichers (Ober-österreichers) unwürdig.

  4. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 15:17

    Eine Med. Uni in Linz benötigen wir sicherlich nicht, aber ganz sicher Strukturänderungen.
    Am Mangel an Idealismus (s. WK) liegt es glaube ich auch nicht, nur davon alleine kann kein Land-/Spitalsarzt leben.
    Der Gesetzgeber hat die Medizin "verbürokratisiert" - um nicht gerade zu sagen "verpolitisiert". In den LKHs läuft die Anstellung streng nach Parteifarbe und Vertragsverlängerungen sind nicht qualitätsabhängig, sondern richten sich nach Farbenlehre und einer entsprechenden Unterordnung.
    All diese Bürden tragen dazu bei, dass sich viele Ärzte mit Grausen von Ö abwenden, v. a. die junge Generation, und im benachbarten Ausland nach lukrativen Stellen Ausschau halten.
    Die Arbeitsbedingungen der Ärzte haben sich massiv verschlechtert. Nicht nur, dass diese 70 und mehr Wochenstunden arbeiten, zu einem rel. geringen Salär, geht ca. die Hälfte der Arbeitszeit mit (teils schikanösem) Verwaltungskram auf und beinhaltet eine Nachhaftung von 30(!) Jahren,die auf die Erben übertragbar ist (bei Politikern gibt es so gut wie keine Haftung).
    Es ist auch nicht die Schuld der Schwestern (und deren Gewerkschaftern), dass die Ärzte Blutabnahmen, Infusionen und Spritzen höchtpersönlich tätigen müssen, sondern es ist alleine die Schuld des Gesetzgebers, der den Schwestern diese Tätigkeit verbietet (nur im EINZELFALL darf der Arzt delegieren), und eben diese Schwestern haben des Weiteren dafür kaum Zeit, denn sie sind mit Pflegedokumentationen beschäftigt ( 16:30 Hintern geputzt, etc., muß ausführlichst schriftlich festgehalten werden, sowie die Angabe von Lebensverhältnissen rel. Gesunder zu Hause - allumfassende Berichte sozusagen, und DATEN).
    Mischt sich die Politik weiterhin - was anzunehmen ist - noch mehr in den med. Bereich ein, so wird dieses System der Gratismedizin kollapieren und eine echte Zweiklassenmedizin stattfinden, nämlich die verstaatlichte und die rein private.

    Klar wollen Politiker Massenmediziner produzieren, aus dem Vollen läßt sich besser fischen und reglementieren. Die Pat. u. deren Wohlergehen sind den Politikern egal, sie wollen nur am Medizinmarkt mitnaschen und Autorität ausüben. Der Bau und die Instandhaltung einer Universität, od. einiger Krankenhäuser (s. NÖ) bergen ein hohes Potential politischer Macht und Einflußnahme, die Politiker beständig im Auge halten zu deren Selbstzweck.

  5. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 08:07

    Ärzte im Gesamten haben wir erwiesenermaßen genug, speziell Spitals- und Fachärzte!
    Was not täte, wäre die Hinwendung junger, idealistisch gesinnter Mediziner zum Beruf des Landarztes, wo echter Bedarf und auch gute Möglichkeiten bestehen.

    Da ist halt - ich sagte es schon - eine gehörige Portion Idealismus, Mut und Bequemlichkeitsverzicht Voraussetzung!
    Diese Charaktereigenschaften und eine entsprechende Lebenseinstellung gibt's in unseren Konsumtempeln halt nicht zu kaufen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  6. Ausgezeichneter KommentatorÖkonomie-Vergelter
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 01:27

    Sich wechselseitig lausende Bonobos sind kein Wirtschaftsmodell. Wohlstand bringt nur, wenn von 10 Bonobos 9 Bananen pflücken und nur einer laust.

    Aber unsere Eliten werden das erst begreifen, wenn der erfolgsverheißende, weil in allen Statistiken als überdurchschnittlich einträglich ausgewiesene Ärzteberuf von allen - außer natürlich den Zuwanderern - ausgeübt wird. Allerdings werden dann Ärztinnen nicht mehr praktizieren dürfen ...

  7. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    14. April 2012 08:18

    Ich habe nur zwei Marginalien:
    1) die Qualitätskontrolle durch den Staat kann bei Aufnahme in eine selbstfinanzierte Uni entfallen, da die Uni selbst ein Interesse daran hat, nur qualifizierte Studenten zu haben und diese dann auch zum erfolgreichen Abschluß zu führen ( Siehe USA)
    2) Die Qualitätskontrolle bei Abschluss ist ein heißes Eisen: Wer soll diese Kontrolle denn durchführen ? Vielleicht gar Ärzte und/oder Kassenfunktionäre ? Damit dann ordentlich studiert und bezahlt habende Absolventen erst recht in die Wüste geschickt werden, wie das ja heute bei den Kassenverträgen ja schon der Fall ist ?
    3) Oder gar Beamte des Gesundheitsministeriums? Dann Gnade uns Patienten Gott ! (Wenn ein Arzt über den statistischen Durchschnitt hinaus die bestattungsfirmen beschäftigt, spricht sich das auch heute schon blitzartig herum-mehr kann man nicht machen, wie die Problematik bei Kunstfehlern deutlich genug zeigt)

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorderbeste
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    15. April 2012 18:09

    Das mit der Uni in OÖ ist nur ein Werbegag fü den LH!

    Ein vorprogammierter Ärztemangel ist sehr wohl in Aussicht! Nur wird er durch die Uni nicht gelöst!
    In spätestens 10 Jahren werden viele Ordiantionen pensionsbedingt geschlossen. Gleiches gilt für die Oberärzte in den Spitälern, welche in Pension gehen. Wenn das eintritt können die Medunis gar nicht so viele Ärzte herausbringen, wie Stellen zu besetzen sind. In anderen Bundesländern sieht es nicht anders aus.
    Außerhalb des Zentralraumes in OÖ sind schon jetzt (!) Kassenstellen nicht mehr nachzubesetzen, da sich dafür niemand meldet (schlechte Honorare, elender Bereitschaftsdienst).
    Würde man alle gesetzlichen und organisatorischen Vorbereitungen erledigen, eine Struktur aufbauen und dann noch 6 Jahre die ersten studieren lassen, dann ist realistischerweise der erste Arzt dort in ca. 15a ab heute fertig. Und was ist in der Zwischenzeit?

    Es gibt in Linz viele Spitäler. Die sehnen sich nach billigen Studenten, die dort als Praktikanten Routinearbeit übernehmen würden!
    Weiters würde dann so mancher habilitierter Univ. Prof. plötzlich sein eigenes Institut/Abteilung haben und das ist gut fürs Ego.

    So siehts aus (von einem Insider!)


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  1. Claudius
    16. April 2012 21:38

    Ein Leserbrief aus der Wiener Ärztezeitung: „Doktor in Wien“, Ausgabe 4/2012:
    Von einer jungen Ärztin:

    (Am Beginn nimmt sie Bezug auf eine Befragung zur Arbeitszufriedenheit der Wiener Ärztinnen und Ärzte)

    Mich bitte damit verschonen

    Ich persönlich empfinde diese Ärztebefragung als Hohn. Ich bin 2011 mit dem Turnus fertig geworden, in dem ich mehr als drei Jahre hindurch je nach Station mehr oder weniger Systemerhalter oder eine bessere Krankenschwester war, aber dann im Nachtdienst um 3:00 Uhr früh doch „verantwortlich“ dafür war, ob ein Patient eine Perfalgan-Infusion bekommen darf, oder nicht.

    Seither bin ich arbeitslos. ich wollte immer eine Facharztausbildung machen, habe aber bisher keine Stelle bekommen.

    Obwohl mir jeder Abteilungschef sagt, dass bereits ein Fachärztemangel besteht, gibt es doch keine Ausbildungsstellen. Anders als in vielen anderen Ländern Europas und der Welt kann man sich in Österreich nämlich nicht aussuchen, in welchem Fachgebiet man arbeiten möchte oder glaubt, gut zu sein, nein, es werden Selektionen vorgenommen, als würde man sich für ein Primariat bewerben, und nicht erst für eine Ausbildung.

    Jetzt bin ich Facharzt für Allgemeinmedizin mit dem Recht der selbständigen Berufsausübung, allerdings ohne Krankenkassenvertrag. Können Sie mir sagen, wer in eine von mir geführte Ordination kommen würde, wenn um die Ecke der nächste „Praktiker“ mit Krankenkasse ist?

    Ich wäre also dankbar, wenn man mich mit Befragungen „zur momentanen Situation“ verschonen würde.

    Der Name steht in der Zeitschrift ‚Doktor in Wien’

  2. Herby
    16. April 2012 08:37

    Egal was man über die frühere Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky denkt:
    Sie hat gerade ein neues Buch über das Gesundheitssystem in Ö. veröffentlicht:
    "Hauptsache gesund: Die unheilbaren Krankheiten des österreichischen Gesundheitswesens"

    http://kurier.at/nachrichten/4492474-ex-gesundheitsministerin-rechnet-in-buch-ab.php

    Dieses neue Buch bei Amazon:
    http://www.amazon.de/Hauptsache-gesund-unheilbaren-%C3%B6sterreichischen-Gesundheitswesens/dp/3902729716

    Ich denke dass dieses Buch unbedingt ernst genommen werden sollte! Es ist zu hoffen dass Frau Kdolsky nach ihrem Abgang von der hohen Politik noch etwas für die Verbesserung der Situation im heimischen Gesundheitswesen beiträgt.

    • Brigitte Imb
      16. April 2012 09:22

      Warum hat sie während ihrer aktiven Zeit nichts geändert? Nun will sie schlau sein - nein danke!

      Sie sollten Renate Hartwigs Buch - "Der verkaufte Patient" - lesen.
      http://www.amazon.de/Der-verkaufte-Patient-Patienten-Gesundheitspolitik/dp/3629022049 #_

    • Florin
      16. April 2012 11:06

      "Warum hat sie während ihrer aktiven Zeit nichts geändert?"

      Ihre Ideen der allumfassenden staatlichen Kontrolle waren ja eher zum Fürchten.

      Aus dem Kurierartikel das Buch betreffend:

      "Mangelhafte Versorgung durch niedergelassene Ärzte, weil sie nicht sieben Tage die Woche 24 Stunden erreichbar sind"

      Das ist typisch tendenziöse Berichterstattung. Bei uns dauet der Nachtdienst bis 7h früh und um ~7:30 fangen die Allgemeinmediziner in den Ordinationen an. Also wäre höchstens eine halbe Stunde "versorgungsfreier Raum". Es müßte schon verflixt blöd hergehen, daß ernsthaft niemand erreichbar ist.

      Abgesehen von der Tatsache, daß Patienten aus Unverstand, Unverschämtheit und Bequemlichkeit sowieso die Ambulanzen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit beanspruchen.

      Ein Beispiel aus dem Dienst zu Ostern:
      Karsamstag zu Mittag - der diensthabende Praktiker ist gerade anderweitig beschäftigt - folgender Dialog beim Anruf:
      Wir kommen gerade aus Ungarn, meine Frau ist schon seit einige Tage verkühlt.... Sie müßte bitte etwas warten, können sie Ihre Frau in ca. einer Stunde in die Ordination bringen? ... Ich werde Sie fragen.. er legt auf.
      Nach zwei Stunden ruft der Mann wieder an und möchte wissen, ob das Medikament, daß man ihm in der Ambulanz, in der man inzwischen war, weil man unmöglich warten konnte, anscheinend mitgegeben hat, etwas taugt.

      So läuft das tatsächlich mit dem "mündigen Patienten"!

  3. Anthroposoph (kein Partner)
    15. April 2012 23:51

    Österreich kann durch Bionik und Geistiges Heilen gerettet werden. Ein allererster Einstieg ist das virtuelle Münzorakel. Siehe dazu
    http://www.wahrsagen-online-kostenlos.de/wahrsagespiele/das-muenzorakel/

    • november (kein Partner)
      16. April 2012 00:03

      Im Ernst? Wie auch immer, manchmal fragt man sich, warum gerade in Österreich postmoderner Relativismus so verbreitet ist. Feyerabend schau oba.

  4. derbeste (kein Partner)
    15. April 2012 18:09

    Das mit der Uni in OÖ ist nur ein Werbegag fü den LH!

    Ein vorprogammierter Ärztemangel ist sehr wohl in Aussicht! Nur wird er durch die Uni nicht gelöst!
    In spätestens 10 Jahren werden viele Ordiantionen pensionsbedingt geschlossen. Gleiches gilt für die Oberärzte in den Spitälern, welche in Pension gehen. Wenn das eintritt können die Medunis gar nicht so viele Ärzte herausbringen, wie Stellen zu besetzen sind. In anderen Bundesländern sieht es nicht anders aus.
    Außerhalb des Zentralraumes in OÖ sind schon jetzt (!) Kassenstellen nicht mehr nachzubesetzen, da sich dafür niemand meldet (schlechte Honorare, elender Bereitschaftsdienst).
    Würde man alle gesetzlichen und organisatorischen Vorbereitungen erledigen, eine Struktur aufbauen und dann noch 6 Jahre die ersten studieren lassen, dann ist realistischerweise der erste Arzt dort in ca. 15a ab heute fertig. Und was ist in der Zwischenzeit?

    Es gibt in Linz viele Spitäler. Die sehnen sich nach billigen Studenten, die dort als Praktikanten Routinearbeit übernehmen würden!
    Weiters würde dann so mancher habilitierter Univ. Prof. plötzlich sein eigenes Institut/Abteilung haben und das ist gut fürs Ego.

    So siehts aus (von einem Insider!)

  5. Robert Bond (kein Partner)
    15. April 2012 16:26

    und wie so oft hat AU großzügig auf die Recherche verzichtet. Sonst wäre ihm aufgefallen, dass es nicht um ein bestehenden Ärztemangel geht, sondern um einen mit großer Sicherheit kommenden. Da die Studentenzahlen an den Medizin-Unis seit Einführung der Zulassungsbeschränkungen sinken und darüber hinaus ein erheblicher Teil der Studienplätze von Deutschen genützt wird, sind die Probleme programmiert. Wobei der Hauptverursacher die BRD ist, die seit vielen Jahren systematisch Ärztemangel produziert, den sie meint, mit Ärztezuzug aus den Nachbarländern lösen zu können. Auch die angeführten Wartezeiten auf Ausbildungsplätze sind für die allermeisten Fächer und Krankenhäuser längst Geschichte.

    • Trollfresser (kein Partner)
      15. April 2012 17:46

      Ach Robert Blond!

      Hamma wieder einmal ein Flanckerl in der Suppen g'funden?

      Wann soll denn der große Ärtzemangel kommen? Morgen, Übermorgern oder erst in 30 Jahren?

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      15. April 2012 17:56

      Trollerl ...

      "Flankerl"??

      Tischtuch!

    • Robert Bond (kein Partner)
      15. April 2012 20:22

      der beste hat das sehr schön zusammengefasst.

      zum Stand der Dinge noch eine Anekdote: Ein mir bekannter Ewigstudent hat kürzlich in 30+ Semestern sein Medizinstudium mit schlechtesten Noten abgeschlossen. Mit dieser Qualifikation hatte er innerhalb einer Woche, ohne Protektion einen Chirurgie-Ausbildungsplatz an einer Uni-Klinik im Osten Deutschlands. Die sind dort schon so verzweifelt, dass sie jeden nehmen, der einen irgendwie anrechenbaren Abschluss vorweisen kann. In spätestens zehn Jahren sieht's bei uns genauso aus.

    • Diskussionsleiter (kein Partner)
      15. April 2012 22:36

      Langsam gewinne ich den Eindruck, dass hinter dem Nick "Trollfresser" Unterberger persönlich steckt. Denn immer, wenn ein engagierter User Unterbergers schlecht bis gar nicht recherchierten Geschichterln etwas Sachliches entgegensetzt, taucht der Trollfresser in seiner neurotisch-geltungsbedürftigen Art auf und setzt einen untauglichen Versuch, Sachdiskutanten lächerlich zu machen.

      Sachliche Gegenargumente kann der Trollfresser ebensowenig wie Unterberger beisteuern, wie auch, wenn man von Hass zerfressen täglich nur auf die ewigselben 5 Sündenböcke losdreschen kann und gleichzeitig lernresistent ist?

      Jedenfalls ist die peinliche Beinpinkelei des Users Trollfresser in der mutmasslichen Person Unterbergers kein Qualitätsmerkmal dieses "Blogs" sondern ein weiterer Beweis dafür, dass dieses Blog nur ein Mecker-Suder-Raunz-und-Polemik-Ventil für altersstarrsinnige Verlierer ist.

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      15. April 2012 23:08

      Diskussionsleiter ...

      ... da könnt was dran sein ... zumindest schauts ein bisserl so aus!

      Aber was solls ... ein Trollfresser muß in diesem Unterbergerschen Kasperltheater ja auch vorkommen ...!

      ... und ich weiß auch schon, was jetzt dann bald als nächstes kommt. *g*

    • Xymmachos
      16. April 2012 09:22

      Warum nur, warum hab' ich den Eindruck, daß hinter dem Diskussionsleiter der DILO persönlich steckt?

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      16. April 2012 10:41

      ... weil du absolut dumm bist ...
      wie Du an anderer Stelle ausgiebig bewiesen hast

      siehe > BP. Fischer > KIM I bzw. KIM II

  6. D.I.L.E. (kein Partner)
    15. April 2012 14:15

    Sind (Gott sei Dank!) momentan keine größeren Katastrophen in Sicht?

    Es fällt "ihm" nix mehr ein ...

    ... also muß er sich etwas "einfallen " lassen ...

    Nach dem Motto:

    "Wie man aus ein bisserl Nix viel NIX macht!"

    Gscheiter wär´s, Du gingestetwas mehr spazieren an der frischen Luft lieber Unti. Das fördert Kreislauf, bessert die Blutwerte und .... eh schon wissen! :-)

    • Trollfresser (kein Partner)
      15. April 2012 17:48

      An der frischen Luft begegnet man Dir aber sicher nicht! Woher käme denn sonst die Blutleere in Deinem Hirn?

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      15. April 2012 17:53

      Trolli...
      ... um mit mithalten zu können...
      ... musst eher schnell sein .. :-))

  7. ashanyan (kein Partner)
    15. April 2012 12:22

    Die Zahlenvergleiche die hier angeführt werden sind in gewisser Weise rührend: "Heute nach 40 Jahren gibt es in Österreich 3 Mal so viele Ärzte wie 1970"

    Die Medizin und die Anforderungen von heute mit 1970 zu vergleichen, ist ebenso kühn, wie zu behaupten, dass unsere Autos ruhig auf dem technischen Stand von 1970 hätten bleiben können. Wer braucht schon Kopfstützen, Sicherheitsgurte, Sparmotoren, ESP, ABS usw.....?

    Die Medizin verdoppelt alle 5 bis 7 Jahre das Wissen das sich aus der medizinischen Forschung generiert. Und die Menschen möchten dieses Wissen auch in der praktischen Anwendung nutzen können.

    Vereinfacht gesagt: die Medizin von heute ist qualitativ mit der Medizin 1970 nicht vergleichbar.

    1970 gab es noch einen Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in einem Fach. So etwas wäre heute undenkbar. Alleine das Fach Neurologie hat sich heute - je nach Zählweise - in sechs bis neun Vertiefungsfächer gegliedert, es gibt Spezialisierungen und Zusatzausbildungen. Das ist natürlich nur ein Beispiel. Diese Entwicklung findet in allen medizinischen Fächern statt.

    Dazu kommt dass die Strukturkriterien sich seit 1970 völlig verändert haben. Heute müssen aufgrund der medizinischen Entwicklung wesentlich mehr Ärzte Nachtdienste leiten, als vor 40 Jahren. Das Rettungssystem wurde ausgebaut, das Notfallsystem ebenso und auch darf man die gesteigerte Dokumentationspflicht, Ausbildungsplicht usw. nicht vergessen.

    Natürlich kann man einer medizinischen Universität in Linz kritisch gegenüber stehen. Universität bedeutet Ausbildung und Forschung und es stellt sich tatsächlich die Frage, wie in einem einzelnen Bundesland vernünftige Fallzahlen für eine hochwertige klinische Forschung erreicht werden sollen.
    Nimmt man Österreich mit 8 Mio. Einwohnern, so sind ZWEI medizinische Universitäten wahrscheinlich für das Einzugsgebiet der medizinischen Spitzenforschung schon zu viel.
    Aber: im Bereich der Ausbildung als "medical school" hat eine medizinische Fakultät in Linz durchaus Berechtigung.

    Angesichts der Tatsache, dass in den nächsten 10 Jahren ca. 40% der heutigen Ärzte in den Ruhestand treten, angesichts der Weiterentwicklung der Medizin halte ich eine Medical School in Oberösterreich für absolut überlegenswert.

    Den oberösterreichischen Primarii zu unterstellen auf den "Univ.-Prof." zu spekulieren ist schon deshalb lächerlich, weil ein guter Teil der Primarii schon heute Univ.-Prof. auf der Visitenkarte stehen hat und ein noch größerer Teil habilitiert ist und so oder so ernannt werden wird.

    • Claudius
      15. April 2012 13:30

      Jetzt eine neue, teure Medizin-Uni in Linz für viel Steuergeld aus dem Boden zu stampfen ist sicher der falsche Weg.

      Wieso soll ausgerechnet Österreich für Deutschland eine supernagelneue Medizinuni hinstellen?

      Für die Jungmediziner soll der Hebel woanders angesetzt werden, so wie Dr. Unterberger oben schreibt: Es hapert bei der PRAXISAUSBILDUNG in den Spitälern: Zu viel Blutabnehmen, zu viel Bürokratie, zu viel Wartezeiten. Die Lösungsvorschläge hat Dr. Unterberger ebenfalls ausgeführt.

    • ashanyan (kein Partner)
      15. April 2012 15:31

      @Claudius

      Bitte lesen was ich geschrieben habe:

      1. Med-Uni Linz - nein, weil kein Forschungshintergrund, Medical School Linz ja - weil Bedarf (ich denke der Unterschied zwischen Uni und School ist allgemein verständlich, der Finanzierunghintergrund hoffentlich auch)

      2. Das Unterberger-Praxismodell stimmt mit der Praxis nicht überein. Die "Lösungsvorschläge" gehen daher am Thema völlig vorbei.

      3. Es empfiehlt sich, zu recherchieren wenn man über einen fremden Berufszweig schreibt, Analysen und Lösungen präsentiert die mit der Realität nichts zu tun haben.

    • cmh (kein Partner)
      15. April 2012 18:04

      Warum haben wir dann nicht die gleichen PRobleme mit der Ausbildung von Automechanikern u.dgl.? Auch hier hat das Teilgebiet des Autolektrikers ungeanhneten Aufschwung erfahren?

      Allerdings sind die Autos heute von wesentlich besserer Qualität als 1970.

      Dafür haben wir heute eine Reihe von super toll verdienenenden Schönheitschirurgen, von denen 80% überflüssig sind und den modischen Flimsen nachkommen. Dass Neurologie und Psychiatrie sich auseinanderdifferenziert haben ist - mir ist schon bewusst, dass ich sehr böswillig und ungerecht argumentiere - nur ein Zeichen dafür, dass diese Damen und Herren von der Sache immer noch keinen Plan haben.

      NB: Was ist der Unterschied zwischen Gott und einem Chirurgen? - Gott weiss, dass er kein Chirurg ist.

      Und was die "medical school" anbelangt:

      Solange wir dafür kein deutsches Wort wissen, wird diese Sache in die Hose gehen. Denn medical schools gibt es anderswo genug, zumal in Landen ohne allgemeine Sozialversicherung.

      NB: Dabei ist auch noch ärgerlich, dass sich bei uns jede Baumschule zur Akademie oder Universität umgetauft hat und jetzt kommt als Steigerung von Universität "school".

      Despackined forte!

  8. Undine
    15. April 2012 11:13

    Oberösterreichs LH Pühringer könnte ja statt nach Wien zu schielen sein Augenmerk der 2002 gegründeten PMU, der "Paracelsus Medizinischen Privatuniversität" in SALZBURG schenken. Nach zehnjährigem Betrieb muß man sich doch schon ein konkretes Bild dieser Med-Uni machen können über die Vorteile, aber auch über die Nachteile.

  9. Haider
    15. April 2012 00:35

    tempora mutantur!
    Als 1365 die Wr. Hauptuni gegründet wurde, war sie zunächst keine VOLL-Universität, da sie noch keine Theologische Fakultät hatte. Heute muß eine Uni eine Medizinische Fakultät haben (drum ist das Wr. Uni-Construct zumindest eigenartig!), um als Volluniversität zu gelten. Ich bin daher felsenfest davon überzeugt, daß sich das OÖ Unikonzept nicht am Bedarf sondern ausschließlich am Prestige orientiert - wie eben meist in der Politik. "Was zählen schon Fakten?"

  10. Claudius
    14. April 2012 21:59

    Das österr. Gesundheitssystem ist kompliziert, die wichtigsten Gruppen dabei würde ich mal so definieren:

    - Bundespolitik (= Bundesregierung + Nationalrat)
    - Landespolitik (neunfach)
    - Patienten
    - Krankenkassen (= Konstrukt d. Sozialpartner wo fast alle eingebunden sind, also sehr parteipolitische Institutionen)

    - Ärzte (vertreten durch Ärztekammer)

    Ein einziger Blick genügt, wenn man sich das ansieht, dass es eine Gruppe in diesem Fünfeck gibt die etwas abgekoppelt ist und an wenigsten in die Politik involviert ist:

    Richtig, die Ärzte (mit ihrer Ärztekammer)

    Die Patienten stehen im Mittelpunkt, um sie dreht sich das ganze System. Das sind auch die Wähler (sowie Parteimitglieder, Gewerkschaftsmitglieder, Kammermitglieder usw.)

    Mein Eindruck ist, dass die Politiker einmal vom hohen Ross des Populismus heruntersteigen müssten und den Patienten ( = Wähler) erklären müssten, dass das Gesundsein und jede Behandlung vor allem etwas mit der persönlichen Verantwortung zu tun hat.

    Aus meiner Sicht wäre es schon ein Schritt zu mehr Selbstverantwortung, wenn beim Besuch eines Arztes ein geringer Selbstbehalt vom Patienten eingehoben wird. Bei den Beamten u. Selbständigen u.a. Berufsgruppen ist das seit Jahren der Fall. Durch so einen geringen Selbstbehalt würde sich ein gewisser Lenkungseffekt einstellen.

    Die Politiker vor allem von der linken Reichshälfte habe das bisher verhindert weil sie die Errichtung von Schwellenängsten beim Betreten einer Arztpraxis befürchteten. Argument: "Dann würden die und die Schichten ja gar nicht mehr zum Arzt gehen."

    Die denken ja traditionellerweise so: Der Bürger ist ein armer, dummer Tropf, der rundum beschützt und versorgt werden muss. Er ist arm, dumm, zu freien Entscheidungen u. Handlungen unfähig deshalb müssen wir ihn bevormunden.

    Weiters müssten die Politiker (egal ob Bund od. Land) den Bürgern immer wieder erklären: Spitzen-Medizinversorgung für alle: das ist etwas, was sehr teuer ist und immer teurer wird (eine Exponentialkurve nach oben). Deshalb können wir hier nichts mit dem Füllhorn an die Wähler ausgießen.

    Den Ärzten kommt eine ganz besondere unvergleichliche Rolle im obigen Fünfeck zu: Exklusiv halten sie das wichtigste medinische Knowhow in Händen. Nur sie können und dürfen medizinisch (als Arzt) tätig sein.

    Gegenwärtig beobachte ich dass die Politik alles tut um (scheinbar) für die Patienten da zu sein. Und gleichzeitig hauen viele Politiker (mehr oder weniger versteckt) auf die Ärzte drauf.

    Deshalb ist die Ärztekammer auch so eine Trutzburg geworden. Die Ärzte müssen sich ständig gegen die Begehrlichkeiten der Politik (da gehören auch die Kassen dazu) verteidigen.

    Herr BM Stöger, bitte betrachten Sie die Ärzteschaft als unverzichtbaren Partner im Gesundheitswesen und hören Sie auf, die Ärzte als Feinde zu betrachten!

    • Brigitte Imb
      14. April 2012 22:30

      @ Claudius,

      Sie haben die Pharmaindustrie und die Apotheken vergessen. Mir ist bekannt, dass von dieser Sparte die Politik (alle Parteien) recht gut lebt. Der grenzenlose Neid auf das Wissen und Können der Ärzte spielt natürlich auch eine wesentiche Rolle - das können die Politiker beim besten Willen nicht selbst in die Hand nehmen, deshalb die Ärztehaue. (Selber richten sie sichs ohnehin beim Hr. Prof., der natürich auch dch. die Politik zu dem geworden ist).

      Anstatt diese Gruppe - bei ohnehin immer dümmer werdenden Bürgern - ein weing aufzuwerten, bzw. respektvoll zu behandeln,haben sich Politik und Medien dagegen eingeschworen. Es sei denn sie brauchen selber Hilfe, na dann "winseln" die wie ein geschlagener Hund. Ekelig!!!

      Die Praktiker sollen ohnehin wegrationalisiert werden.

    • Claudius
      14. April 2012 23:07

      @ Brigitte Imb

      Danke für Ihre Replik. Sie haben hier wo es um das Gesundheitswesen am meisten gepostet: Dank & Respekt vor Ihrem Wissen und Erfahrung!

    • Brigitte Imb
      15. April 2012 00:09

      Danke Claudius, aber dafür brauchen Sie mir keinen Respekt zollen, das weiß ich aus meiner tägl. Arbeit und darüber kann man doch wohl die Bevölkerung, die meist wenig od. nur Spekulatives weiß, informieren.
      Ob ich zukünftig an "Insiderinfos" komme bleibt abzuwarten, denn nie NÖÄK hat gerade die Vereinigung der Ärzte "tot gemacht". (Aber wir haben ja "Netzwerke";) )

    • Haider
      15. April 2012 00:49

      Sehr richtig! Ein geringer Selbstbehalt sollte selbstverständlich sein. Eigenverantwortung ist immer wichtig. Zweitens müßte unbedingt auf jeder e-Card ein Foto sein. Die derzeitige Praxis öffnet dem Mißbrauch Tür und Tor.
      Der Unfug, mit echte Bagatellfälle die Spitalsambulanzen zu überschwemmen, gehört ebenfalls raschest abgestellt.
      Und daß Krankenschwestern heute vom allgegenwärtigen Moloch "Verwaltung" aufgerieben werden, nützt sicher auch nicht dem Betriebsklima.

    • moderatus
      15. April 2012 18:51

      @ Haider
      ich erinnere mich noch an den Versuch, eine Ambulanzgebühr einzuführen, um die Patienten Richtung niedergelassenen Arzt zu lenken. War das damals ein Aufschrei! Ich fand die Idee nicht so schlecht, aber politisch völlig gaga.

    • Haider
      15. April 2012 20:04

      @moderator
      Noch dümmer war der Versuch in den 60er Jahren, durch Aufkleben einer in jeder Trafik erhältlichen Marke auf den Krankenschein einen Selbstbehalt zu kassieren. Dies führte nämlich dazu, daß die behandelnden Ärzte auch noch die Marken kaufen mußten, denn sie waren schon froh, wenn sie wenigstens den Krankenschein ohne Marke von den Patienten bekamen. Also weltfremd/übersichtlos war die Politik auch damals schon!

    • Florin
      16. April 2012 07:58

      "Marke auf den Krankenschein.."

      An dise Idiotie erinnere ich mich auch noch. Die Krankenscheine wurden zwar familienweise gebracht wie es damals üblich war (denn der Praktiker war damals tatsächlich noch Hausharzt), aber die Marken mußten wir picken :-)

  11. Brigitte Imb
    14. April 2012 17:53

    OT - Yeahhh..., das nenn ich eine ordentliche Bezahlung, davon können die Ärzte nur träumen. Naja, hättens halt was G´scheites gelernt, wie z.B. der Hr. Gabmann.....

    http://kurier.at/wirtschaft/4492330-flughafen-millionen-fuer-gefeuerte-ex-chefs.php

    • Hippokrates (kein Partner)
      15. April 2012 02:51

      Aber, aber, sehr geehrte Frau Imb, wie kann man denn so sarkastisch sein ! Wer etwas gelernt hat und (deshalb?) nicht allzuviel verdient, ist doch wohl selbst schuld. Wahrscheinlich sind unsere Regierenden, die doch sonst so gern mit dem Neidargument kommen, der Ansicht, alle unsere Politruks (auch die von Ihnen genannten Abgehalfterten) hätten das (un)gute Recht, sich völlig ungeniert die Taschen zu füllen, handelt es sich bei dieser Kaste doch meist um sogen. geschützte Arbeitsplätze für geistig Minderbemittelte.

  12. Observer
    14. April 2012 15:51

    Wo ist der "Fachkommentar" zu diesem Tema von Frau Brigitte Imb?
    Aus meiner Sicht könnte im österr. Gesundheitssystem einiges verbessert werden. Manches wurde von AU schon erwähnt, für andere Schwächen sind Ärztekammer, Krankenkassen und vor allem die agierenden Politiker verantwortlich. Über
    * die "teuren" Spitalsambulanzen,
    * die zu vielen GKK-Versicherungsanstalten,
    * die viel zu wenigen GGK-Verträge mit niedergelassenen Ärzten,
    * deren mikriges Vergütungssystem,
    * die Nachteile der Patienten bei den vielen Wahlärzten,
    * die Multiämter-Ärzte, welche das schlechte System auf Kosten der Kollegen, Kassen und Patienten zu ihrem eigenen Vorteil voll ausnützen,
    * die manchmal gegenüber den Patienten viel zu grosszügigen KK-Leistungen,
    * die Ausgrenzung von Alternativmedizin,
    * die 80-Stundenwoche bei manchen (jungen) Spitalsärzten,
    * deren administrativer Kram,
    * der meist fehlende Selbstbehalt,
    * die vielfach überteuerten wichtigen Medikamente
    usw. usf.
    wurde schon vielfach diskutiert, aber Änderungen bzw. Verbesserungen sind noch nicht in Sicht.
    So muss halt jeder Patient weiterhin oft lange auf einen Facharzttermin warten und trotzdem längere Zeit im Wartezimmer verbringen, beim Praktischen Arzt gibt es überhaupt keine Termine, es gibt auch keine Gemeinschaftspraxen, wo man gleich alles unter einem Dach vorfindet, denn die "vertrödelte" Wartezeit des Patienten ist ja allen Verantwortlichen egal (kostet ja nix).
    Was nützen weitere Medizinuniversitäten, wenn schon jetzt viele der ausgebildeten Ärzte ins Ausland (z.B. nach England oder Norwegen) gehen, weil sie dort viel bessere Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten vorfinden. Für viele Landarztstellen in entlegenen Gebieten Österreichs sind derzeit schwer Leute zu finden, da - im Vergleich zu den Städten - viel weniger Geld bei gleichzeitig mehr Arbeit zu verdienen ist. Dank intensiver Lobbyingarbeit der Apothekerkreise will man nun den noch treuen Landärzten sogar die sog. Hausapotheken streitig machen, welche oft ein wichtiger Bestandteil der Gesamteinkommen der Landärzte darstellen.

    Demnächst wird vielleicht auch das Burgenland eine Medizinerausbildung fordern, in Krems ist ja schon ein entsprechender Wunsch ausgesprochen worden. Mit jeder zusätzlichen Ausbildungsstätte - wo sich dann besonders viele Nichtösterreicher inskribieren lassen - wird der Zuschuss an Steuergeldern noch grösser. Dies sollte man auch in OÖ wissen.

    • Brigitte Imb
      14. April 2012 17:01

      Wertester Observer,

      hab´doch meinen Senf bereits abgegeben, man könnte ohnehin ganze Bücher mit der Materie füllen.

      * die "teuren" Spitalsambulanzen,
      - nur für echte Notfälle, der generelle Zugang muß gestoppt werden

      * die zu vielen GKK-Versicherungsanstalten,
      - reine Versorgungsposten zu Lasten der Versicherten

      * die viel zu wenigen GGK-Verträge mit niedergelassenen Ärzten,
      - finde ich nicht - der Stellenplan ist (noch) ausreichend besetzt, jedoch wird es zunehmend schwieriger. Wo früher 10 und mehr Bewerber antraten, gibt es mancherorts 1-2, oft gar keinen, Ausschreibungen müssen wiederholt werden, weil sich viele diese Bedingungen nicht antun wollen. Verständlich!

      * deren mikriges Vergütungssystem,
      - s.o., Beispiele gefällig: Ordin. an Sonn-/Feiertagen € 12,7, Ord. mir eingeschränktem Leistungsumfang (sog. Rezeptordi für die auch der Arzt die Verantwortung trägt) € 2,62, norm. Ordi € 6,83, Blutabnahme € 3,85, iv. Inj. € 4,81, im Inj. € 2,4, Tagesvisite an Werktagen € 27,78, Visite an WE u. Feiertagen € 28,35 BRUTTO ( diese Daten gelten f. NÖ)

      * die Nachteile der Patienten bei den vielen Wahlärzten,
      - Wahlärzte partizipieren am Kassentopf mit, bei unvergleichlich weniger Pflichten (z.B. keine Feiertags- u. Wochenenddienste, keine e card, freie Preisgestaltung - also halb, bzw. falsch privat.)

      * die Multiämter-Ärzte, welche das schlechte System auf Kosten der Kollegen, Kassen und Patienten zu ihrem eigenen Vorteil voll ausnützen,
      - sind in der Minderzahl, GsD!

      * die manchmal gegenüber den Patienten viel zu grosszügigen KK-Leistungen,
      - oh nein, großzügig passiert äußerst selten, die meisten Leistungen werden gekürzt

      * die Ausgrenzung von Alternativmedizin,
      - halte ich auf Kassenkosten bedenklich, da liegt viel Schindluder verborgen. An und für sich muß die Schulmedizin ausreichen

      * die 80-Stundenwoche bei manchen (jungen) Spitalsärzten,
      - fast alle Spitalsärzte sind davon betroffen und ist eine riesige Sauerei

      * deren administrativer Kram,
      - wird beständig mehr - die Politik ist datenhungrig

      * der meist fehlende Selbstbehalt,
      - das größte Manko! Da würden ja die Pat. selbst glatt das System kontrollieren und entsprechend nach echtem Bedarf nützen ( die BVA hat Überschüsse und benötigt keine Kassenkontrollore)

      * die vielfach überteuerten wichtigen Medikamente
      - das Gros der Med. liegt bereits um od. unter der RP. Gebühr, die wirklich teuren Med. sind für Spezialtherapien.

      Die Hapos (Hausapotheken) sind für Landmediziner essentiell, bieten der Bevölkerung ein gutes Service und sind kostengünstig. Wird aber v. der Apothekerkammer quasi aufgekauft ( Originalton Sobotka - "die zahlen den halben Wahlkampf" - also dann, weg damit, die Parteien brauchen Geld und die Bürger können ja in die Apotheke fahren).
      Bei Gemeinschaftspraxen wird das karge Honorrar von vorneherein gleich gekürzt, was nicht gerade zu einem Boom dieser führt - im Gegenteil, da bleibt jeder lieber Einzelkämpfer.
      Ich denke das dicke Ende kommt noch, dann können sich die Politiker ihre Kassenverträge umhängen, denn die Ärzte werden sie nicht mehr wollen.

  13. Claudius
    14. April 2012 15:43

    Eine Anmerkung zu den nach-universitären Ausbildungen: Jeder Med-Uni-Absolvent der Facharzt (Augenarzt, HNO-Arzt, Orthopäde usw.) werden möchte muss:

    eine gewisse Zeit an einem definierten Praxisausbildungsplatz in e. Spital arbeiten und:

    eine gewisse Zeit an einem definierten Praxisausbildungsplatz in e. Facharztpraxis arbeiten.

    Und das Problem liegt vor allem bei den Praxisausbildungsplätzen in den Spitälern! Da gibt es etwa in ganz Ö. zusammengerechnet nur ca. 50 bis 70 etwa für HNO, wo dann diese Jungmediziner insgesamt ca. 6 Jahre in diversen Spitals-Ausbildungsplätzen zubringen.

    Wobei: diese Jungmediziner müssen in diesen 6 Jahren die verschiedenen vorgeschriebenen Praxisausbildungen machen: Chirurgie, Kinderarzt, usw.

    Insgesamt, wenn man sich die Zeiten für e. Facharzt in Ö. ansieht ist es so:

    Mit ca. 26 Jahren: Promotion, danach: Alle Praxisausbildungen plus div. Wartezeiten ergibt ca. 9 Jahre, bedeutet: Mit durchschnittl. 35 Jahren ist d. jeweilige Facharzt fertig ausgebildet: Mit einer bestandenen Facharzt-Abschlußprüfung mit Diplom.

    Was z.B. HNO betrifft: Jedes Jahr treten etwa 7 bis 12 Kandidaten aus ganz Ö. vor die Prüfungskommission.

  14. Brigitte Imb
    14. April 2012 15:17

    Eine Med. Uni in Linz benötigen wir sicherlich nicht, aber ganz sicher Strukturänderungen.
    Am Mangel an Idealismus (s. WK) liegt es glaube ich auch nicht, nur davon alleine kann kein Land-/Spitalsarzt leben.
    Der Gesetzgeber hat die Medizin "verbürokratisiert" - um nicht gerade zu sagen "verpolitisiert". In den LKHs läuft die Anstellung streng nach Parteifarbe und Vertragsverlängerungen sind nicht qualitätsabhängig, sondern richten sich nach Farbenlehre und einer entsprechenden Unterordnung.
    All diese Bürden tragen dazu bei, dass sich viele Ärzte mit Grausen von Ö abwenden, v. a. die junge Generation, und im benachbarten Ausland nach lukrativen Stellen Ausschau halten.
    Die Arbeitsbedingungen der Ärzte haben sich massiv verschlechtert. Nicht nur, dass diese 70 und mehr Wochenstunden arbeiten, zu einem rel. geringen Salär, geht ca. die Hälfte der Arbeitszeit mit (teils schikanösem) Verwaltungskram auf und beinhaltet eine Nachhaftung von 30(!) Jahren,die auf die Erben übertragbar ist (bei Politikern gibt es so gut wie keine Haftung).
    Es ist auch nicht die Schuld der Schwestern (und deren Gewerkschaftern), dass die Ärzte Blutabnahmen, Infusionen und Spritzen höchtpersönlich tätigen müssen, sondern es ist alleine die Schuld des Gesetzgebers, der den Schwestern diese Tätigkeit verbietet (nur im EINZELFALL darf der Arzt delegieren), und eben diese Schwestern haben des Weiteren dafür kaum Zeit, denn sie sind mit Pflegedokumentationen beschäftigt ( 16:30 Hintern geputzt, etc., muß ausführlichst schriftlich festgehalten werden, sowie die Angabe von Lebensverhältnissen rel. Gesunder zu Hause - allumfassende Berichte sozusagen, und DATEN).
    Mischt sich die Politik weiterhin - was anzunehmen ist - noch mehr in den med. Bereich ein, so wird dieses System der Gratismedizin kollapieren und eine echte Zweiklassenmedizin stattfinden, nämlich die verstaatlichte und die rein private.

    Klar wollen Politiker Massenmediziner produzieren, aus dem Vollen läßt sich besser fischen und reglementieren. Die Pat. u. deren Wohlergehen sind den Politikern egal, sie wollen nur am Medizinmarkt mitnaschen und Autorität ausüben. Der Bau und die Instandhaltung einer Universität, od. einiger Krankenhäuser (s. NÖ) bergen ein hohes Potential politischer Macht und Einflußnahme, die Politiker beständig im Auge halten zu deren Selbstzweck.

    • Observer
      14. April 2012 16:04

      Frau Imb: es tut mir leid, dass ich ungerechtfertigter Weise Ihren Kommentar urgiert habe. Während der Abfassung meiner Gedanken haben sie Ihre Zeilen schon ins Netz gestellt.
      Nur eines: die Zweiklassenmedizin gibt es schon jetzt, auch wenn dies von allen verneint wird. Vielleicht gilt auch für den Patienten: Alles, was nichts kostet, ist auch nichts wert. Daher gehört dringend ein Selbstbehalt bei den Arzt-/KH-Besuchen plus bessere Honorare (z.B. auch für ein Beratungsgespräch) her! Damit bekommen die Patienten auch mehr Eigenverantwortung, leben gesünder, die verordneten Medikamente werden besser eingesetzt (dzt. "schlummern" in jedem Haushalt viele Dutzend an angefangenen oder Originalpackungen herum, welche irgendwann - oft erst nach dem Tod des Patienten - entsorgt werden!).

    • Brigitte Imb
      14. April 2012 17:09

      Ad. Med.: Der Hausarzt weiß was es in den div. Familien an Vorräten gibt, bzw. schaut bei Hausbesuchen in den "Medikamententopf" und "verarbeitet" diesen weiter. ( Bei uns ist es jedenfalls so).
      Natürlich gibt es immer eine Zweiklassenmed., ich meinte nur, dass diese gravierender ausfallen wird in Zukunft.

    • Observer
      14. April 2012 21:21

      S.g. Frau Imb,
      danke für Ihre Bemerkungen zu dem - auch für Sie - wichtigen Thema. Sie haben natürlich durch Ihre frühere KH-Tätigkeit sowie die jetzige Mithilfe bei Ihrem Mann wesentlich mehr Infos zur Verfügung.
      Nur zum Thema Hausarzt: leider ist die alte Bezeichnung nicht mehr so zutreffend, wo früherder Mediziner genau die Umstände und das Familienumfeld kannte, wo der Patient lebt und arbeitet. Auch ist es schon sehr selten geworden, dass man frägt, was noch für Medikamente zuhause vorrätig sind. Ich freue mich, dass dies bei Ihrer Ordination nicht zutrifft und ihre Patienten noch so ein gutes Verhältnis (und auch Vertraauen) zum behandelten Arzt haben. Ich komme zwar aus einer Medizinerfamilie, habe aber viel Berufserfahrung in der Pharmabranche und darüber könnte ich sehr lange über diverse negative Erlebnisse berichten. Leider wird der verschreibende Arzt pharmafirmenintern nur mehr als "unsere Verkäufer" bezeichnet, wobei die oberste Priorität ist, dass der vom Pharmamitarbeiter besuchte Arzt motiviert wird, deren Spezialitäten zu verschreiben (früher sagte man: das Medikament muss in seinen Kugelschreiber hinein, heute müsste es Keybord lauten). Natürlich wird jeder Arzt bestreiten, dass er in seinen Entscheidungen beeinflusst wurde, aber die Umsatzstatistiken beweisen die n Sachen :-).
      Zu den oft "übertriebenen" Leistungen erwähne ich nur die Broschüren der verschied. GKKs, wo die Patienten "aufgefordert" werden, doch vom breiten Angebot Gebrauch zu machen. Hier in unserer kleinen NÖ Gemeinde fahren täglich mehrere Rettungsfahrer mit Dialysepatienten nach St. Pölten, da darf aber (angeblich aus Infektionssschutz) immer nur ein Patient im Auto transportiert werden. Und für die anderen Patienten fährt auch wieder ein eigenes Auto, was natürlich alles getrennt abgerechnet wird. Auch im Spital werden die mitgebrachten aktuellen Blutbefunde, Röngenbilder usw. vielfach nicht anerkannt, da wird alles nochmals im Haus gemacht. Scheinbar kann man dies ausserhalb der Pauschaalen extra an die Kassen verrechnen?
      Das Gesundheitssystem gehört dringend reformiert, ob dazu BM Stöger - ein früherer Krankenkassenmann - in der Lage ist?

    • Brigitte Imb
      14. April 2012 22:20

      @ Observer,

      es scheint ein gr. Unterschied zw. Stadt und Land zu sein. In kl. Orten kennt der Arzt fast jeden, zumindest seine Patienten, in der Stadt wird es schon einige ähnliche Praxen geben, jedoch ist die Anonymität u. das Angebot viel größer (Ärzte-od. Ambulanzhopping).
      Nun ja, ohne Pharmaindustrie u. deren Vertreter würde es keine innovativen Präparate geben, bzw. würden die Ärzte diese nicht kennen, und deshalb finde ich die Bewerbung eines Med. sehr wohl als zulässig. Über die "Motivierung" brauchen Sie sich im niedergelassenen Bereich nicht so große Sorgen machen, denn 1. wird dem Landarzt höchsten ein Kugelschreiber dafür angeboten und 2. muß er jede Ein- und Umstellung eines Medikamentes vor seinem (jeden einzelnen) Pat. rechtfertigen. Für meinen Mann z.B. spielt die Darreichungsform eine gr. Rolle - es macht für die Compliance einen gr. Unterschied, ob ein kl. ansehliches Dragee geschluckt werden muß, od. eine riesige Filmtabl., od. Schlimmeres. Bei entsprechender Moral des Arztes erübrigt sich ein "Motivierungsschub" und es geht um die Zufriedenheit der Kunden (bewußt geschrieben), nur die läßt etwas in die Kassen füllen.
      Neue Med. werde mittlerweile ohnehin fast nur nach KH Aufenthalt und/od. erstmaliger Facharztverschreibung für den Praktiker zugelassen (Erstattungscodex, bzw. Bewilligungspflicht) - also: „Rien ne va plus.“ :-))

      Zum Rettungs- u. Transportsystem (oh Graus!) will ich mich nicht weiter äußern als: Seit sich die Politik eingemischt hat explodieren die Kosten bei leidender Effizienz. (Der "Huberer" muß selbst beim "bösen Finger" zwecks Auslastung fliegen....)

      Warum Fremdbefunde von den KH Ärzten vielfach nicht anerkannt werden, noch dazu wo die klin. Untersuchung dazu Schlüssigkeit ergibt, habe ich noch nie verstanden. Wahrscheinlich weil dem einzelnen KH Arzt dadurch keine Unkosten entstehen können, heißt auf gut Deutsch: Kost mi nix und gibt doppelte Absicherung. Ich denke nicht, dass die Kassen dafür doppelt und extra zahlen, das geht sicher zu Lasten des KH Erhalters.

      Auch Stöger wird - wie seine Vorgänger seit Jahrzehnten - keine Lösung einfallen (wollen). Der wollte am Anfang seiner Karriere sogar mit den Ärzten reden - na das hat man ihm rasch abgewöhnt.

  15. Kaffeehäferl
    14. April 2012 12:21

    Wenn es angeblich so viele Ärzte gibt, dann frage ich mich, wieso ich wochenlang auf einen Termin warten muß um dann nochmal stundenlang im Wartezimmer zu sitzen um dranzukommen. Und das in Wien wohlgemerkt.
    Die Motivation, zum Arzt zu gehen, hält sich damit extrem in Grenzen. Wenn ich bei einer Verkühlung nicht eine Krankmeldung bräuchte, würde ich mir die Medikamente nur noch in der Apotheke holen. So wie die Brille vom Optiker.

    Das System mit den "Kassenverträgen" ist ja auch recht bescheiden. Da gibt es offenbar eine von jemandem (der Ärztekammer?) gut geschützte "Elite", die solche Verträge bekommt. Andere haben keine Chance.
    Ein faires und marktwirtschaftliches Konzept wäre die Aufkündigung aller dieser Verträge. Damit wären alle Ärzte gleichberechtigt, auch junge hätten plötzlich die Chance auch Patienten zu bekommen wenn sie eine Ordination eröffnen. Patienten könnten frei wählen und dabei Maßstäbe wie Qualität des Arztes genauso berücksichtigen wie Wartezeiten.
    Die Leistungen müssen dann halt einzeln abgerechnet werden. Aber das ist ja angeblich viel zu viel Aufwand. Und scheinbar mit den heutigen technischen Möglichkeiten immer noch nicht in den Griff zu bekommen.

  16. Josef Klaus
    14. April 2012 12:09

    Schreyvogel das ist ja quasi Blasphemie!

  17. Herby
    14. April 2012 10:19

    Die Oberösterreicher, ob Schwarz, Rot oder Grün probieren halt alles solange es einen Oberösterreicher (= Stöger) gibt der Gesundheitsminister in Wien ist.

    Das Kuriose an dem Plan einer staatlichen Medizin-Uni in Linz ist ja dass dies die erste österr. Universität wäre die extra für Deutschland errichtet werden würde.

    Es wäre dann so naheliegend dass diese Uni-Absolventen, egal ob Österreicher, Deutsche, Südtiroler usw. - da ja in Ö. ohnehin jahrelange Wartezeiten für den Antritt der Praxisausbildung in den Spitälern sind - sofort von den deutschen Spitälern angeworben werden:

    In Sachsen, Thüringen, Brandenburg etc. ist man froh über die Uni-Absolventen aus Ö. und werden unverzüglich im Spital adequat beschäftigt, während die gleichen Jungmediziner in Ö. als Taxifahrer arbeiten müssten.

    Was Deutschland betrifft: Jeder deutsche Arzt der kann geht in die Schweiz u. verdient dort besser!

    Dr. Unterberger hat es aufgedeckt: Der Hebel müsste ganz wo anders angesetzt werden: Unter anderem: " ... Hier müsste die Politik endlich einmal den Kampf mit den mächtigen Krankenschwestern-Gewerkschaften und der Allmacht mancher Oberschwestern aufnehmen... "

    Da ist Handlungsbedarf, aber haben unsere Politiker, Herr Stöger usw. das Rückgrat und überhaupt den Willen um sich gegen die diversen Gewerkschaften durchzusetzen ?

    Dieser Artikel von Dr. Unterberger ist Balsam auf die Seele jedes Steuerzahlers, danke!

  18. Alexander Renneberg
    14. April 2012 08:58

    na vielleicht sollte man mal zuerst den cumerus clausus einführen, flankiert von studiengebühren und der abschaffung der besserstellung der weiblichen studenten bei der aufnahmeprüfung, dann wäre mal der zustrom aus anderen ländern mal gestoppt.

    aber diese krausen ideen der oberösterreichereichischen vp kenneichnen das traurige bild der övp im ganzen.
    das wird von unterberger überhaupt nicht thematisiert. das ist massiv schade, denn wie sollte sich je etwas ändern wenn niemand den unpackbaren zustand der Partei
    (ja wk, es ist so schlimm) aufgreift und versucht etwas zu ändern.

    zumindest dagegen anschreibt. es muss wieder eine stimmung im volk entstehen die der övp nützt.

    man stelle sich vor die övp würde tatsächlich unter 20% fallen, das wünscht sich für das land keiner!

    und jetzt anbei ein paar schmankerln. man lese vorallem die postings. die övpler werden als nazis bezeichnet etc. etc. da wird nichts gelöscht, das ist keine diskriminierung und herabwürdigung und verhetzung!
    das wäre nur so wenn es um unsere türkischen kültürbereicherer und koranverteilende salafisten geht.

    http://derstandard.at/1334132407794/Der-Frust-der-Leistungstraeger

    • Alfred E. Neumann
    • Alexander Renneberg
      14. April 2012 10:50

      naja kein wunder. eine övp um die 20% oder unter 20% wäre für die sozialisten mit unter 30% eher schlecht....

      dass aber sogar die laura rudas mitleid hegt , also das macht mich fassungslos.....
      sind doch sozis zu sowas eher wenig geschaffen.

    • M.S.
      14. April 2012 13:57

      @Alexander Renneberg

      "man stelle sich vor, die ÖVP würde tatsächlich unter 20% fallen, das wünscht sich für das Land keiner."
      Na dann geht es halt weiter wie bisher, nämlich gar nicht. Verlängerung SPÖ-ÖVP auf weitere 5 Jahre. Wer wünscht sich das?
      Die beiden Koalitionsparteien bräuchten beide eine vernichtende Niederlage bei den nächsten Wahlen, weil sie dann vielleicht doch in ihrem abgehobenen Wolkenkuckucksheim erwachen würden und dann Zeit hätten über ihren jämmerlichen Zustand nachzudenken. Vielleicht brächte das etwas für das Land.
      Im heutigen "Spektrum" der Presse wird ein neues Buch von Michael Ley angekündigt mit dem Titel "Die Stille vor dem Sturz". Die kurze Zusammenfassung des Autors im Spektrum hat es für sich. Dieses Buch sollte allen politischen Entscheidunsträgern in diesem Land auf Steuerkosten zugestellt werden. Vielleicht dämmert es ihnen dann endlich was sie zu verantworten haben.

    • M.S.
      14. April 2012 14:27

      Hier die doch etwas längere, erwähnte Zusammenfassung:

      Die Stille vor dem Sturz
      13.04.2012 | 18:07 | Von Michael Ley (Die Presse)

      Verfehlte Einwanderungspolitik. Altersarmut. Konflikte zwischen Menschen mit Kindern und ohne Kinder. Ende des Gesellschaftsvertrages. Ende des Wohlfahrtsstaates. – Die kommende Revolte: ein Szenario.

      Der Multikulturalismus als postmoderne Ideologie und Alternative zum homogenen Nationalstaat – soweit meine Behauptung – erwies sich als gesellschaftspolitische Sackgasse, als eine realitätsferne Utopie. Die mühsame Überwindung der nationalen Kulturalismen wurde durch die unreflektierte Aufnahme anderer Kulturen und Religionen konterkariert. Alle Erfahrungswerte klassischer Einwanderungsländer wurden konsequent negiert, um eine vielfach von vornherein zum Scheitern verurteilte Integration zu bewerkstelligen. Die Integration von Migranten – ausgenommen Asylsuchende! – kann sinnvollerweise nur nach Maßgabe ihrer beruflichen Qualifikation und der Bedürfnisse der aufnehmenden Gesellschaften erfolgen. Historisch integriertkeine Gesellschaft in Friedenszeiten Menschen anderer Kulturen in größerem Umfang aus anderen als ökonomischen Gründen. Ausnahmen waren immer nur politisch, ethnisch und religiös Verfolgte.
      Migranten haben vor allem ökonomischeInteressen an einem Einwanderungsland: Aus diesen Gründen ist es legitim, dass diese Interessenlage auch für die Aufnahmegesellschaften gegenüber ihren Zuwanderern gilt. Sinnvolle Zuwanderung kann nichts anderes bedeuten als diese Kongruenz der materiellen Interessen. – Die gesellschaftliche Integration istneben der beruflichenan die Bildung, Religion und Ethnizität der Migranten gebunden, sie oszilliert also zwischen der individuellen Einstellung und den religiösen und ethnischen Voraussetzungen. Kulturelle und religiöse Unterschiede zwischen Migranten und der Mehrheitsbevölkerung können in der Regel nur durch eine entsprechend hohe Bildung kompensiert werden.

      Junge, dynamische, flexible und bestens ausgebildete Einwanderer und deren Nachkommen sind das wichtigste Gut einer schrumpfenden und alternden Wissensgesellschaft. Von ihrer Bildung und ihrem Integrationswillen hängt in hohem Maße die Zukunft einer Einwanderungsgesellschaft ab. Die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit der westlichen Nationen wird im globalen Kampf um die fähigsten Köpfe entschieden werden. Bildung und Integration werden zu den wichtigsten Zukunftsinvestitionen und entscheiden über das weitere Schicksal der Nationen. Die Migrationsströme werden in die Länder mit den besten Arbeits- und Integrationsbedingungen fließen, der hoch qualifizierte Migrant wird die am meisten umworbene „Ware“ auf dem Arbeitsmarkt und ein gefragter Bürger der Nation werden.

      Diesem begehrten Personenkreis werden Millionen ungelernter Migranten gegenüberstehen, die in die entwickelten Gesellschaften drängen, um wenigstens im tristen Milieu europäischer Suburbs die letzten Brosamen einstiger Wohlstandsgesellschaften zu ergattern. Sie werden mit dem schon ansässigen Subproletariat – das postmodern als Prekariat firmiert – um die schmäler werdenden Budgets des Sozialstaats wetteifern. Die Randzonen vieler Großstädte werden durch Armut, ethnisch-religiöse Parallelgesellschaften und schwere soziale und politische Spannungen geprägt sein.
      Die Entwicklung in Deutschland, in Österreich, in einigen weiteren europäischen Staaten wird jedoch nicht von gut ausgebildeten und gesellschaftlich integrierten Migranten bestimmt sein, die die einheimischen geburtenschwachen Generationen auf dem Arbeitsmarkt ergänzen und damit die Renten- und Sozialsysteme entscheidend mitfinanzieren. Da die Bildungsunterschiede zwischen Einheimischen und Zugewanderten beträchtlich sind und der Anteil der 20- bis 40-jährigen Zuwanderer überproportional gewachsen ist beziehungsweise wächst, wird das Bildungs- und Ausbildungsniveau ständig zurückgehen. Mit dieser Entwicklung werden die Einkommen sinken und die ökonomischen Aussichten grosso modo sich wesentlich verschlechtern.
      Die jahrzehntelang propagierte These, dass die verstärkte Zuwanderung von Migranten notwendig sei, um die Renten- und Sozialsysteme zu erhalten, war zwar richtig, erwies sich jedoch in der gesellschaftlichen und ökonomischen Realität als Trugschluss. Konsequenzen dieser verfehlten Einwanderungspolitik sind die Verarmung großer Bevölkerungsteile, also ein Kampf zwischen Armen und Reichen, ein Generationenkonflikt zwischen den älteren und jüngeren Generationen und insgesamt das ökonomische Abgleiten in die Mittelmäßigkeit, in die globale Bedeutungslosigkeit. Der Bevölkerungswissenschaftler und Migrationsforscher Herwig Birg beschreibt diese Entwicklung folgendermaßen: „Die Hauptwirkung der demografischen Veränderungen ist eine extreme Zunahme der sozialen Gegensätze und die Gefahr gesellschaftlicher Konflikte durch die Erosion des sozialen Sicherungssystems und durch stagnierende oder sinkende Pro-Kopf-Einkommen. Dabei zeichnen sich vier Konfliktlinien ab: ein Generationenkonflikt, ein Regionalkonflikt, Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund, Konflikte zwischen Menschen mit Kindern und ohne Kinder.“
      Besorgniserregend ist indes nicht allein die Schrumpfung der Gesamtbevölkerung, sondern vielmehr die Scherenentwicklung zwischen der stark wachsenden Zahl der älteren und der gleichzeitig sinkenden Zahl der mittleren und jüngeren Altersgruppen, durch die das soziale Sicherungssystem erodiert und die Armut, besonders im Alter, zunimmt. Die steigende Armut lässt sich auch nicht durch eine enorme Steigerung der Arbeitsproduktivität ausgleichen, da Innovationen in der Arbeitswelt in aller Regel mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sind.
      In Zukunft werden die sozialen Spannungen und Auseinandersetzungen zunehmen; der überschuldete Staat wird nicht mehr in der Lage sein, die Grenzen des Wohlfahrtsstaates auszuweiten, um den sozialen Frieden zu erhalten. Er wird im Gegenteil die Transferleistungen kürzen müssen, um nicht die Steuerzahler vollends zu verprellen.

      Der Generationenkonflikt wird nichtmehr aufzuhalten sein, weil auf die jüngere Bevölkerung eine enorme Belastung zur Erhaltung des überproportional großen Anteils an älteren Menschen zukommt. Der Ruf nacheiner Verlängerung der Lebensarbeitszeit, er wird lauter und entschiedener zu hören sein, während die „Alten“ ihre Besitzstände verteidigen werden. Das bisherige Umlagesystem, die Finanzierung der Altersbezüge durch Beitragszahlung der Arbeitnehmer, wird nicht mehr funktionieren. Um der drohenden Altersarmut zu entgehen, werden viele junge Menschen – nicht nur die Hochqualifizierten – ihr Land verlassen und damit die Probleme noch verschärfen.

      Die Verteilung islamischer Migranten ist regional unterschiedlich und wird in Zukunftverschiedene Formen von Konflikten enthalten. Es besteht die Gefahr, dass bestimmte Stadtteile in Ballungsgebieten zu islamischen Ghettos werden und damit zu Trutzburgen der religiös-ethnischen Auseinandersetzungen. Die kommenden kulturellen und politischen Auseinandersetzungen zwischen großen Teilen der eingesessenen Gesellschaft und den islamischen Parallelgesellschaften werden jedoch nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden können, mit der Folge einer Radikalisierung und einer Abnahme des Dialogs auf beiden Seiten.

      Insgesamt droht eine tiefe Spaltung unserer Gesellschaft, die die Grundlagen ebendieser Gesellschaft nicht nur erschüttert, sondern schleichend erodiert. Hinzu kommt die Krise der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten: Immobilienblasen, Bankenpleiten, gigantische Staatsverschuldungen und sich abzeichnende Staatsbankrotte sind das neue Erscheinungsbild. Europa droht eine Götterdämmerung, die den Traum von einer neuen Zivilisation zu verschlingen scheint. Die europäische Währungsunion und die Einhaltung wirtschaftspolitischer Kriterien der einzelnen Mitgliedsländer sollten den stabilen Anker der Mitgliedsländer der Union darstellen. Tatsächlich waren wirtschaftlich schwache Länder nicht willens beziehungsweise nicht fähig, eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik zu gestalten. Günstige Kredite der Europäischen Zentralbank luden sowohldie staatlichen Akteureals auch Banken geradezu ein, eine Verschuldungspolitik und riskante Finanzgeschäfte zu betreiben. Spätestens mit dem Bankrott Griechenlands, der keiner sein durfte, wich die schimärische Idylle der Union der krassen Realität. Das Grundproblem der Europäischen Union sind die ökonomischen Disparitäten: die immensen Verschuldungen einzelner Länder.
      Eine gemeinsame Währung setzt sowohl eine übereinstimmende Finanz- und Wirtschaftspolitik voraus als auch eine vergleichbare ökonomische Entwicklung. Beide Voraussetzungen erfüllen viele Länder der Union nicht: Weder betrieben Griechenland, Portugal, Spanien und Italien eine konsequente Finanzpolitik, noch wurden entsprechende ökonomische Reformen eingeleitet. Die Bedenken der Deutschen Bundesbank hinsichtlich der Integration finanzschwacher Länder waren, nachträglich betrachtet, vollkommen berechtigt.
      Die Umstellung der Währungen hätte von vielen Mitgliedsstaaten eine Änderung ihrer Finanz- und Wirtschaftspolitik erfordert, weil Wettbewerbsnachteile und hohe Verschuldung nicht mehr mit Abwertungen der eigenen Währung ausgeglichen werden konnten. Im Rahmen einer gemeinsamen europäischen Finanzpolitik hätte man die nationalen Entwicklungen nicht nur überwachen, sondern von vornherein korrigieren respektive bestimmen können.
      Der Beitritt einiger Länder zur gemeinsamen Währung war verfrüht, und die europäischen Politiker waren nicht gewillt, diese Risiken sowie die Gefahr der Beibehaltung nationaler Eigenheiten kritisch zu bedenken. Eine Hilfe für die angeschlagenen Länder kann entweder in der Unterstützung durch die anderen EU-Staaten bestehen oder im Zwang zur Umschuldung oder in einem Staatsbankrott. Die ökonomische Unterstützung mit den Mitteln eines sogenannten Schutzschirmes durch die Staaten der Nettozahler oder durch europäische Anleihen sind langfristig weder finanzierbar noch politisch zu verantworten. Wenn einige Staaten auf Dauer finanzschwache Mitglieder mit Transferleistungen stützen müssen, ist die Europäische Union in ihrem Bestand gefährdet.
      Die Verschleierung der demografischen Probleme und ihrer sozialen, ökonomischen und zivilisatorischen Folgen werden von allen Parteien betrieben. Es ist das große Tabu unserer Politik und Medien, um die Illusion einer Wohlstandsgesellschaft und eines fürsorgenden Wohlfahrtsstaates aufrechtzuerhalten. Beide gehören jedoch der Vergangenheit an und können nicht wiederbelebt werden. In wenigen Jahren wird diese Blase platzen, und spätestens dann müsste die Historikerin Barbara Tuchman ihrem Buch über „Die Torheit der Regierenden“ ein weiteres Kapitel hinzufügen: über die Torheit der Politik im ausgehenden 20. und im frühen 21. Jahrhundert.

      Das Totschweigen eines der größten Probleme unserer Gesellschaftspolitik wird sich bitter rächen und die Legitimation des politischen Systems und ihrer Vertreter in ungeahnter Weise erschüttern. Die Wucht und die Tragweite dieser gesellschaftlichen Zäsur dürften unabsehbare Folgen haben.

      Nach Max Weber sind die beiden Todsünden der Politik: „Unsachlichkeit und – oft, aber nicht immer, damit identisch – Verantwortungslosigkeit.“ Diesen Tatbestand erfüllen die meisten Vertreter der politischen und medialen Eliten, indem sie versuchen, die Folgen der demografischen Entwicklung und des gescheiterten Multikulturalismus im politischen Diskurs zu verschweigen oder jedenfalls zu bagatellisieren. Die Eliten möchten die Verantwortung für die gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte nicht übernehmen und erweisen sich als unfähig im Sinne einer Verantwortungsethik, die dramatischen Fehler einer völlig verfehlten Einwanderung einzugestehen. Damit verspielen sie die Zukunft unserer Gesellschaft. – Populistische Parteien werdendie Krise der traditionellen Parteien nützen und sich im Parlament etablieren. Es wird deshalb in Zukunft immer schwieriger werden, einigermaßen stabile Regierungsmehrheiten zubilden, womit sich das politische System tendenziell selbst blockiert. Schwache Regierungen sind nicht in der Lage, wichtige Reformen vorzunehmen und überhaupt eine langfristig orientierte Politik zu betreiben.
      Die Spirale der sozialen und ethnisch-religiösen Auseinandersetzungen, der zunehmenden Pauperisierung breiter Bevölkerungsteile und der mangelnden politischen Handlungsfähigkeit des Staates wird sich immer weiter drehen, bis sie in soziale und politische Gewalt umschlägt: in den Bürgerkrieg.

      Die Zukunft vieler europäischer Gesellschaften wird dadurch geprägt sein, dass sich immer mehr Menschen nicht mehr der Mehrheitsgesellschaft verpflichtet sehen und in Gegenkulturen leben werden. Mit dieser Entwicklung wird jedoch der Gesellschaftsvertrag zwischen den Generationen, den verschiedenen Schichten und Milieus nur noch bedingt Bestand haben. Die Folgen sind leicht vorhersehbar: steigende Kriminalität, urbaner Zerfall durch Entstehung von Slums, ethnische Auseinandersetzungen und Bandenkriege, politische Radikalisierung unddamit der Zerfall des politischen und gesellschaftlichen Konsenses.
      Die kommende Revolte wird zu einer asymmetrischen Revolution ausarten: Ohne eine politische Führung, die über ein klares politisches Konzept verfügt, werden unzählige Konflikte ausgetragen werden, die gerade nicht zu einem neuen Gesellschaftsvertrag führen. Damit ist das „Projekt der Moderne“ unweigerlich gescheitert.
      Eine zukunftsversprechende Perspektive für europäische Gesellschaften kann nur in der Überwindung der multikulturellen Ideologie und in der Thematisierung der verdrängten Probleme liegen. Eine Rückkehr zum klassischen Nationalstaat samt seiner Kultur ist weder wünschenswert noch möglich; die einzige sinnvolle Alternative könnte nur eine universalistische europäische Zivilisation sein, die konsequent ihre Werte einfordert und verteidigt. Dies würde jedoch bedeuten, dass die Europäer ihre romantischen Utopien begraben und das Projekt einer postmodernen offenen Gesellschaft neu überdenken. ?

      ("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2012)

    • M.S.
      14. April 2012 15:08

      Bitte um Entschuldigung für den Irrtum: Das nächste Woche von Michael Ley erscheinende Buch heißt nicht "Die Stille vor dem Sturz", sondern "Die kommende Revolte" im Wilhelm Fink Verlag.

    • Alexander Renneberg
      14. April 2012 17:26

      M.S. Danke für den hinweis auf das buch.

      Bezüglich ihres "dann geht es so weiter wie bisher" möchte ich sagen, dass die beiden parteien dann jakeine mehrheit mehr zusammen haben. Da geht also nix weiter.

      Wünschen sie sich eine regierung aus roten und blauen sozialisten? Ich nicht.

    • M.S.
      14. April 2012 20:08

      @Alexander Renneberg

      Natürlich wünsche ich mir keine rot-blaue Koalition. Wünschen würde ich mir eine Volkspartei, die sich ihrer Wurzeln besinnt, und wenigstens mit einer starken und charismatischen Persönlichkeit an der Spitze wieder zu einer Politik für konservative und rechtsliberale Bürger zurückkehrt. Da derzeit keinerlei Anzeichen für so eine Entwicklung zu bemerken ist, kommt es dann eben zu solchen emotionalen Ausbrüchen, wie in meinem obigen Beitrag. So abgeklärt wie der Wertkonservative bin ich leider noch nicht.

    • Pumuckl
      14. April 2012 23:36

      @ Alexander Renneberg 08:58

      " na vielleicht sollte man den Numerus clausus einführen, . . . " ( cumerus dürfte
      wohl ein Tippfehler sein )

      Ich selbst hatte im Berufsleben mit dem Gesundheitswesen nie zu tun. Aber ich habe ein halbes Dutzend Ärzte in meiner Verwandtschaft und damit einen Freundeskreis, der das Dutzend gut bekannter Ärzte locker voll macht.
      In meiner Familie ist auch ein hervorragender Informatiker, der wegen des Numerus clausus nicht Arzt werden konnte. Der Numerus clausus war somit in der Familie ein heiß diskutiertes Thema.
      Auf Grund zahlreicher Gespräche welche ich mit Insidern über dieses Thema führte, erlaube ich mir zu ihrem obigen Vorschlag eine Wortmeldung:

      Auswirkungen des Numerus clausus in Deutschland:

      ° Keine Überforderung der Kapazitäten der deutschen Medizin-Universitäten.

      ° Das ohnehin sehr hohe gesellschaftliche Prestige des Mediziners wurde über Gebühr zusätzlich gesteigert.

      ° Seit die EU Österreich zwang Studenten, welche in Deutschland den Numerus-
      Clausus nicht schafften, in Österreich zum Studium zuzulassen, trägt Österreich Ausbildungskosten für viele deutsche Mediziner, welche in Deutschland nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind.

      ° Ungleiche Zugangsbedingungen für das Medizinstudium in Deutschland. Der Numerus clausus ist nachweisbar etwa in Hessen leichter zu erreichen, als in Bayern.

      ° Zahlreiche junge Menschen, welche auf Grund ihrer Persönlichkeit hervorragende Ärzte geworden wären, wurden durch den Numerus clausus unsinniger Weise gehindert ihrer Berufung zu folgen. Ich werde unten ein erlebtes Beispiel anführen.

      ° Zahlreiche junge Menschen welche den Numerus clausus erreichten, haben nur weil ihnen dadurch die Türe zum Prestige-Beruf Arzt geöffnet wurde, nicht ein sog. MINT- Studium gewählt, zu welchem sie möglicherweise noch besser geeignet wären. Wer weiß wie viele großartige nachgefragte Techniker dadurch nicht ausgebildet wurden?

      Der Sohn eines Bayrischen Tierarztes kam nach Scheidung der Eltern als Kind nach Österreich. Er brauchte im Gymnasium 2 "Ehrenrunden", um zur Matura zu gelangen. Dann studierte er in Innsbruck in ziemlich kurzer Zeit Medizin.
      Er wollte Chirurg werden!
      In der Landesklinik, in welcher er während des Studiums seine Famulatur abgeleistet hatte verlangte man zuerst, daß er, wie in Österreich üblich, vor dem
      Chirurgie-Turnus einen Allgemein-Turnus ableistet.
      Er ging nach Deutschland und nahm eine Ausbildungstelle als Chirurg an.
      Nach einem Jahr holte man ihn auf Grund seiner Tüchtigkeit in obige Landesklinik zurück und bot ihm den gewünschten Chirurgieturnus an.
      HEUTE IST ER AN SEINER EHEMALIGEN AUSBILDUNGSSTELLE DER JÜNGSTE PRIMAR DIESES GROSSEN BUNDESLANDES - MÖGLICHERWEISE VON GANZ ÖSTERREICH ! ! !
      ALLEINE DIESER EINE FALL BEWEIST WIE ABSURD EIN NUMERUS CLAUSUS IST !

      Hätten sich seine Eltern damals in Bayern nicht scheiden lassen, wäre er niemals Arzt geworden.

  19. Josef Maierhofer
    14. April 2012 08:23

    Die Unnötigkeitspolitik und ihre Hintergründe.

    Gut durchleuchtet von Dr. Unterberger wird wohl der Schlußsatz eine wichtige Rolle bei all den 'wichtigen' Überlegungen spielen. Ein falscher und brüchiger Strohhalm für die ÖVP Oberösterreich, die ja dort die Regierungsmehrheit hat. Klientelpolitik ist eine falsche Richtung.

    Auch die richtige Lösung wird gesagt von Dr. Unterberger, macht's halt eine Privatuni mit Gebühren, sorgt's halt dafür, dass dort konkurrenzlos gut ausgebildet wird und schon ist Linz eine angesehene Medizinuniadresse.

    Aber der 'Systemhatscher' nach Wien um Steuergeld, nein, der ist eines findigen Österreichers (Ober-österreichers) unwürdig.

  20. ambrosius
    14. April 2012 08:18

    Ich habe nur zwei Marginalien:
    1) die Qualitätskontrolle durch den Staat kann bei Aufnahme in eine selbstfinanzierte Uni entfallen, da die Uni selbst ein Interesse daran hat, nur qualifizierte Studenten zu haben und diese dann auch zum erfolgreichen Abschluß zu führen ( Siehe USA)
    2) Die Qualitätskontrolle bei Abschluss ist ein heißes Eisen: Wer soll diese Kontrolle denn durchführen ? Vielleicht gar Ärzte und/oder Kassenfunktionäre ? Damit dann ordentlich studiert und bezahlt habende Absolventen erst recht in die Wüste geschickt werden, wie das ja heute bei den Kassenverträgen ja schon der Fall ist ?
    3) Oder gar Beamte des Gesundheitsministeriums? Dann Gnade uns Patienten Gott ! (Wenn ein Arzt über den statistischen Durchschnitt hinaus die bestattungsfirmen beschäftigt, spricht sich das auch heute schon blitzartig herum-mehr kann man nicht machen, wie die Problematik bei Kunstfehlern deutlich genug zeigt)

    • Pumuckl
      14. April 2012 09:53

      Ja, Ambrosius, Ihre Frage ist berechtigt. Wer soll wie bewerten?

      Qualität der medizinischen Leistung und deren Finanzierbarkeit, ein unüberwindbarer Gegensatz?

      Ein Beispiel für diese Probleme:
      Die Sonderkrankenanstalt für Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation der SV der gewerblichen Wirtschaft in Wien.

      Eine ihrer Aufgaben ist, die Versicherten periodisch umfassend zu untersuchen, und das Ergebnis zu dokumentieren.

      In 2 Jahrzehnten versuchte man, die durchschnittliche, dem Arzt dafür eingeräumte Zeit von knapp 20 Minuten auf wenig über 10 Minuten zu reduzieren. Für jene Ärzte, welche sich wissenschaftlicher Gründlichkeit verpflichtet fühlen, eine unlösbare Forderung.
      Die Folge: Mehrere Ärzte fielen innerhalb kurzer Zeit durch Burn- out aus. Nach erfolgter leichter Minderung des Zeitdruckes verblieb den Ärzten immer noch der Druck, sich zwischen oberflächlicher Arbeit oder gesundheitsverzehrndem Stress
      zu entscheiden. Ein Arzt kündigte unter Verzicht auf in 20 Jahren erworbenen Rechte, wie z.B. die Abfertigung.
      Bemerkenswert ist, daß der ärztliche Leiter, welcher so locker den Druck der Ökonomen an seine Kollegen weitergab, durch den Rufton seines Handy's auffällt :
      " EURE HEILIGKEIT " spricht da eine Stimme, wenn er angerufen wird, und keiner macht sich Gedanken, ob er ganz gesund ist.

    • ambrosius
      14. April 2012 16:22

      Meines Erachtens gibt es keine objektive Methode zur Bewertung der Qualifikation von Ärzten. Man kann höchstens Kathederwissen abfragen.
      Es gibt aber eine todsichere Methode, wie man es nicht machen darf: Die Prüfung der Bureaukratie von Kassen und Ministerien zu überlassen. Das geht mit naturgesetzlicher Sicherheit zu Lasten der Patienten und der Ärzte und bewahrt jedenfalls die Privilegien der Bureaukratie.

      Die relativ beste Methode ist immer noch das Gefühl der Patienten. Wenn sich ein Patient " gut aufgehoben" fühlt, dann ist das schon die halbe Miete.

  21. Wertkonservativer
    14. April 2012 08:07

    Ärzte im Gesamten haben wir erwiesenermaßen genug, speziell Spitals- und Fachärzte!
    Was not täte, wäre die Hinwendung junger, idealistisch gesinnter Mediziner zum Beruf des Landarztes, wo echter Bedarf und auch gute Möglichkeiten bestehen.

    Da ist halt - ich sagte es schon - eine gehörige Portion Idealismus, Mut und Bequemlichkeitsverzicht Voraussetzung!
    Diese Charaktereigenschaften und eine entsprechende Lebenseinstellung gibt's in unseren Konsumtempeln halt nicht zu kaufen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • schreyvogel
      14. April 2012 10:26

      Idealismus ist etwas, das sich herrlich von anderen einfordern lässt.
      Durch dieses Einfordern macht man sich selber zum vorbildlichen Idealisten.
      Glaubt man.

    • phaidros
      14. April 2012 10:29

      Kritisieren ist noch viel einfacher. Welche Alternative bieten Sie an, schreyvogel?

    • Wertkonservativer
      14. April 2012 10:38

      Von Ihnen @ shreyvogel, brauche ich mich wirklich nicht belehren lassen!

      Ich habe vier Jahrzehnte in Jugendvereinigungen und Sozialvereinen idealistisch und absolut unentgeltlich Dienste geleistet, und bin froh, dies getan zu haben.

      Sie sind anscheinend ein wenig mieselsüchtig, oder?

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Wertkonservativer
      14. April 2012 10:44

      Pardon: @ schreyvogel !

    • Josef Klaus
      14. April 2012 12:10

      Schreyvogel das ist ja quasi Blasphemie!

    • schreyvogel
      14. April 2012 13:23

      Mieselsüchtig akzeptiere ich, solange SIE mich nicht scheinheilig nennen!

    • Wertkonservativer
      14. April 2012 20:04

      Wann habe ich Sie als scheinheilig bezeichnet, @ Schreyvogel?

      Kann mich eigentlich nicht erinnern, Sie jemals persönlich angesprochen zu haben!

      Falls doch, nehme ich meine diesbezügliche Äußerung mit dem Ausdruck meines Bedauerns zurück.

      Zufrieden?

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Herby
      14. April 2012 23:37

      So wie sie es schreiben hat es den Anschein, dass nur ganz besonders berufende Menschen vom Typ "Pionier für schwierigste Gebiete u. Extremeinsätze" für den Beruf "Landarzt" geeignet sind.

      Dass die Ordnungspolitik von einer Berufsgruppe ganz selbstverständlich "eine gehörige Portion Idealismus, Mut und Bequemlichkeitsverzicht" einfordert, halte ich für hinterfragenswert.

      Diese Eigenschaften sind doch etwas für ganz Besondere u. kann man daher nicht als Norm definieren.
      Beim Arztberuf ist die Grenze zwischen normalen Berufsethos zu Idealismus weiter zu Altruismus bis zur totalen Selbstaufopferung fließend.

      Oft: Einzelne, die Gesellschaft, sowie viele Medien glauben, von einem Mediziner ganz selbstverständlich die Vernachlässigung der eig. Familie u. Selbstaufopferung einfordern zu können.

      Schon jetzt gibt es genug Ärzte die Alkoholiker werden, sich umbringen u. psychisch krank werden - leider ist es so.

      Die Politik hat die Bedingungen so zu gestalten dass ganz normale Ärzte (ohne besondere Charaktergrößen zu sein, ohne "Heilige" zu sein) gewillt sind, sich am Land niederzulassen.

      Eine Maßnahme wäre schon super: Die neuerliche Reform der Hausapothekenregelung:

      Nach langem Hin und Her wo auch das EU-Recht im Spiel war ist es jetzt so geregelt, dass ein Arzt am Land nur dann eine "ärztliche Hausapotheke" für seine Patienten führen darf, wenn der Abstand zur nächsten regulären Apotheke: 5 Km beträgt (oder sind es 6?):

      http://cms.arztnoe.at/cms/dokumente/1005634_241912/67db3587/Reisner.pdf

      Wenn es nach mir ginge (wohne am Land) könnte diese Mindestdistanz auf 8 oder 9 Km erweitert werden. Das wäre sicher gut für die Ansiedlung neuer junger Ärzte in Landgegenden.

  22. libertus
    14. April 2012 02:06

    Bei diesen Kassentarifen muß man sich wundern, daß überhaupt noch Ärzte solche Verträge abschließen und gar nicht wundern darf sich der Patient, wenn ein Arzt, der nicht schwindeln möchte, soviele Patienten wie möglich durchschleust, um auf seine Kosten zu kommen, jedoch das Patientengespräch bzw. eine exakte Diagnose bzw. fast auf der Strecke bleibt.

    Das gesamte Gesundheitssystem krankt und eine neue Med-Uni in Oberösterreich hieße das Pferd lediglich von hinten aufzuzäumen, anstatt die vorhandenen Ausbildungsstätten abseits jedes Genderwahns möglichst zu perfektionieren.

  23. Ökonomie-Vergelter
    14. April 2012 01:27

    Sich wechselseitig lausende Bonobos sind kein Wirtschaftsmodell. Wohlstand bringt nur, wenn von 10 Bonobos 9 Bananen pflücken und nur einer laust.

    Aber unsere Eliten werden das erst begreifen, wenn der erfolgsverheißende, weil in allen Statistiken als überdurchschnittlich einträglich ausgewiesene Ärzteberuf von allen - außer natürlich den Zuwanderern - ausgeübt wird. Allerdings werden dann Ärztinnen nicht mehr praktizieren dürfen ...





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