Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

SN-Kontroverse: Kirche und Homosexuelle

Unter dem Titel “Kontroverse” gibt es in jeder Freitag-Ausgabe der Salzburger Nachrichten eine Doppelkolumne, in der Katharina Krawagna-Pfeifer und ich jeweils zum gleichen, von der SN-Redaktion vorgegebenen Thema schreiben. Und zwar ohne dass man gegenseitig die Texte vorher kennt.

Diese Woche steht die “Kontroverse” unter dem Titel:

Soll die Kirche für Homosexuelle geöffnet werden?

In der Folge finden Sie die beiden – unverändert wiedergegebenen – Kolumnen. Dadurch soll dieser kreativen und spannenden Idee auch hier ein Forum gegeben werden.

Den Menschen näher

Katharina Krawagna-Pfeifer war Innenpolitikerin der SN, Innenpolitikchefin sowie Leiterin des EU-Büros des “Standard” und SPÖ-Kommunikationschefin. Sie arbeitet jetzt als Publizistin und Kommunikationsstrategin (kkp.co.at).

Die römisch-katholische Kirche in Österreich ist ein Stück menschlicher, natürlicher und vernunftgesteuerter geworden. Noch vor drei Jahren hat ihre Geisteswelt anders ausgesehen. Da meinte der erzkonservative Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, der nach einem Proteststurm als Weihbischof von Linz verhindert wurde, der Hurrikan Katrina in New Orleans sei auf "geistige Umweltverschmutzung" zurückzuführen. Als Beleg verwies er darauf, dass zwei Tage nach dem Hurrikan im French Quarter ein Gay Pride stattfinden hätte sollen. Als Anmerkung für Geschichtsvergessene: Das French Quarter war - weil höher gelegen - vom Hurrikan wenig betroffen und als Aufmunterung für die wenigen Leute vor Ort gab es einen Ersatz-Pride mit Musik.

Dieser Tage hat die Erzdiözese Wien ein Zeichen für Homosexuelle gesetzt. Die Pfarrgemeinderatswahl in der Weinviertler Pfarre Stützenhofen wurde bestätigt. Pfarrgemeinderat Florian Stangl, der in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann lebt, darf seine Funktion ausüben. Wiens Erzbischof Christoph Schönborn meinte nach der Entscheidung: "In der Vielfalt der Pfarrgemeinderäte spiegelt sich die Vielfalt heutiger Lebens- und Glaubenswege. So gibt es auch unter den Pfarrgemeinderäten viele, deren Lebensentwürfe nicht in allem den Idealen der Kirche entsprechen." Die Entscheidung ist gut und menschennahe. Denn zunächst hatte es den Anschein, dass sich die Kirchenspitze um ein klare Haltung drücken wollte; es hieß, die Wahl werde aus formalen Gründen "gekippt". Die Entscheidung ist indirekt auch ein Erfolg der Reformgruppe rund um Helmut Schüller und den Unterzeichnern des "Aufrufs zum Ungehorsam". Sie lässt überdies hoffen, dass andere Steinzeitdogmen der Kirche wie z. B. die Haltungen gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen oder zum Zölibat entkrampft werden.

 


Bitte, schön liebenswürdig sein

Andreas Unterberger

Beneidenswert, wer die Kirche noch versteht. Auf der einen Seite verteidigt sie unbeirrbar die unauflösbare Ehe zwischen Mann und Frau als einzig erlaubte Plattform von Sexualität. Sie suspendiert wiederverheiratete Geschiedene von den Sakramenten (und erlaubt nur in Einzelfällen Ausnahmen, wenn das diskret, also de facto in einer anderen Pfarre stattfindet). Der Papst empfängt katholische Präsidenten nur mit der kirchlich angetrauten Erstfrau, nicht mit einer Zweitfrau an der Seite. Die Kirche hindert Priester mit Kindern an der Ausübung ihrer Aufgabe als Väter. Genauso signalisiert sie unverheirateten Paaren und ausübenden oder gar in staatlicher Partnerschaft lebenden Homosexuellen ihre kritische Ablehnung.

Auch die Kirche weiß um die Härten dieses Prinzips und darum, dass es nur wenige Menschen zu leben imstande sind. Sie verteidigt es aber mit der Bedeutung der Ehe als Fundament menschlicher Beziehungen und idealer Umgebung für das Aufwachsen von Kindern. Man mag diese Haltung für richtig oder falsch halten. Aber jedenfalls unverständlich ist der nun von Kardinal Schönborn praktizierte doppelbödige Umgang damit. Denn während andere von den Sakramenten ausgeschlossen bleiben, erlaubt er einem jungen Mann sogar die führende Rolle im örtlichen Pfarrgemeinderat, obwohl dieser in einer staatlich angemeldeten Schwulen-Partnerschaft lebt. Schönborns Begründung nach einem persönlichen Treffen: Der neue Pfarrgemeinderat sei sehr christlich und ein "wirklich liebenswürdiger Mann". Aber die Regel bleibe, wie sie ist. Die Ausnahme ist grotesk: Eine kirchliche Regel gilt also dann nicht mehr, wenn jemand "wirklich liebenswürdig" ist. Allen Zweitverheirateten ist daher zu raten, sich möglichst liebenswürdig bei ihrem Bischof vorzustellen. Dann wird alles gut. Und wer nicht liebenswürdig ist, der hat halt Pech gehabt.

 

 

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 01:07

    A.U.s Analyse finde ich absolut zutreffend, denn bisher war die katholische Kirche wenigstens für ihre eindeutigen Richtlinien bekannt, egal ob man damit einverstanden war oder nicht.
    Jetzt hat es Kardinal Schönborn geschafft, dem Linkskatholenflügel nachzugeben und die Kirche in Österreich auf einen gefährlichen Schlingerkurs zu bringen.

    Das könnte eine weitere Aushöhlung dieser ohnedies gebeutelten Glaubensgemeinschaft nach sich ziehen, denn ich betone wie schon des öfteren, daß bei anderen Religionsgemeinschaften die mit radikalen Grundsätzen wesentlich mehr Zulauf haben, als jene, die sich jeder neuen Strömung anpassen, oder gar der seuchenartig um sich greifenden politischen Korrektheit.

    Was dürfen wir unter diesen "modernen" Einflüssen wohl als nächstes erwarten?

  2. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 09:54

    Jetzt können sich einige Ränkeschmiede wieder ins Fäustchen lachen! Wieder ein Sieg im Kampf gegen die Kirche errungen! Ist denn jemand wirklich so naiv zu glauben, daß Homosexuelle ernsthaft daran interessiert sind, Gottes Segen, bzw. den der Kirche für ihr Zusammenleben aus tiefster Seele zu wünschen? Und das noch dazu in einer Zeit, wo ein großer Teil der normalen, also heterosexuellen Paare ganz bewußt auf eine Legitimierung ihres Zusammenseins durch Standesamt und Kirche verzichtet?

    Wozu brauchen dann plötzlich homosexuelle Paare (heutzutage!) unbedingt einen unter Progressiven (1968!) einst lächerlich gemachten "altmodischen" Trauschein?

    Ist es nicht gut getarnte Heuchelei und eher eine Art Trotzverhalten, das diese Menschen antreibt, etwas erzwingen zu wollen, Grenzen auszuloten, um sie dann triumphierend überschreiten zu können?
    Das Motto dürfte lauten: Wir, die Homosexuellen, dürfen nicht kritisiert werden, also darf uns auch nichts, was wir wünschen, verweigert werden, und sei es noch so an den Haaren herbeigezogen. Das hat auch für den neuesten Anlaß (Pfarrgemeinderat) zu gelten.
    Als nächstes wird dann ein homosexueller Papst--ein Quotenpapst-- gefordert.....

  3. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 13:48

    Meine Meinung zu dem Thema ist, dass die kath. Kirche grundsätzlich keinen ausschließen darf. Keinen Schwulen, keinen Dieb od. andere Sünder.
    Ein Kirchenamt für oben genannte ist jedoch auf gar keinen Fall akzeptabel - denn die Kirche sollte die bekannten Werte vertreten und darauf achten, dass diese Werte von gläubigen Vorbildern, die auch danach leben, vertreten werden.

    Es ist wirklich unglaublich wie weit links die kath. Kirche in unserem Land angesiedelt ist, bzw. wie sehr sich die Kirche von den Linken instrumentalisieren läßt.
    Mittlerweile können sich die Kirche und die ÖVP die Hände reichen - beide verlassen sie ihren Weg, driften links ab und marginalisieren sich selbst.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 09:45

    Charakteristisch ist, daß nur die katholische Kirche geprügelt wird. Der Islam, die Juden, die Hindus, die Orthodoxen ......... werden ausgelassen, als ob Sodom und Gomorra nicht im AT vorkommt. Der Medienzirkus ist also fast blind, nur wenn er unsere Gesellschaft und Moral untergraben will, schlägt er zu. Eine miese Kampagne unserer hochbezahlten, privilegirten Jounaillie.

  5. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 10:45

    Richard Lugner hat unlängst, wenn ich das richtig verstanden habe, im ORF gesagt, dass AIDS durch Homosexualität gefördert wird. Er meinte, es kann nicht gesund sein, wenn man dauernd Schweinereien macht.
    Aber von der gesundheitlichen Beurteilung einmal abgesehen, die Frage ist doch, ob Homosexualität eine ausschließliches Naturanlage ist, oder ob sie durch kulturelle Faktoren, oder gar durch Propaganda wesentlich ausgeweitet werden kann. Wenn letzteres zutrifft, dann hat Kardinal Schönborn ein fatales Zeichen für die ihm anvertrauten Gläubigen gesetzt. Die Bibel ist hier eindeutig, aber das weiß der Kardinal am besten.

  6. Ausgezeichneter KommentatorCensorius
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 10:06

    Seit Kardinal König macht sich in der österreichischen katholischen Kirche eine nach links öffnende Haltung breit, die die klaren Richtlinien des kanonischen Rechtes verwischt und an Glaubensgrundsätzen kratzt.
    Kardinal Schönborn ist nur ein Glied in dieser Kette. Offensichtlich scheut auch er zurück, gegen die Meinung des Boulevard aufzutreten.
    Die Bestellung eines homosexuellen Pfarrkirchenrates nach einem gemeinsamen Mittagessen an dem auch der homosexuelle Partner teinahm.
    Wie hätte Jesus ( wir kennen es aus der Bibel ) gesagt ?
    " Eure Sünden sind euch vergeben, geht hin und sündigt fortan nicht mehr ! "
    Was sagt das Osterweichei Schönborn ? " Zwei liebe Leute ".
    Schaden erleidet die Kirche. Fälschlich vermeint sie durch eine Öffnung zu linken
    Ideen, Liberalismus und mit homosexuellen Kirchenräten über die Runden zu kommen.
    In Wirklichkeit punktet sie dort, wo sie in traditioneller Aufechterhaltung ihrer Grundsätze Stärke zeigt.
    Aber vielleicht will sich Schönborn nur eine Fahrkarte nach Rom lösen.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorcicero
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    06. April 2012 12:10

    ""Sei schlau, verlass den Kirchenbau"
    Bundesweite Aktion der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung zu Kirchenaustritt
    Dafür ist Geld da. "Sei schlau, verlaß den Tempelbau" wagt niemand zu sagen. Das sind gezielte Aktionen gegen unsere Kultur.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorbart
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    07. April 2012 07:36

    Homosexualität existiert nur, wenn es Heterosexualität gibt - niemals umgekehrt.

    Homo-Ehe ist unwiderleglich eine reine PSEUDOGLEICHHEIT.


alle Kommentare

  1. Woods (kein Partner)
    23. Januar 2015 11:09

    Articles like this really grease the shafts of knelgodwe.

  2. Ally (kein Partner)
  3. Con (kein Partner)
    21. Januar 2015 18:29

    In awe of that anwrse! Really cool!

  4. Tiago (kein Partner)
    21. Januar 2015 00:38

    Times are chignang for the better if I can get this online!

  5. Roselaine (kein Partner)
    20. Januar 2015 13:53

    Now we know who the sesnlbie one is here. Great post!

  6. Susanna (kein Partner)
    10. April 2012 08:32

    Gibt es unter den Lesern jemanden, der im Kirchenrecht bewandert ist? Mich würde interessieren, wie die diesbezüglichen Regelungen formuliert sind: Nach meiner naiven Ansicht müsste sich daraus ablesen lassen, ob diese Lösung möglich ist.

  7. Leopold Koller (kein Partner)
    08. April 2012 23:30

    Na und? Die Kirche ist halt schon genauso verkommen, wie der Rest. Schmarotzer duerfen waehlen, Verbrecher duerfen den Staat lenken. Da reiht sich ein Warmer im Pfarrgemeinderat nahtlos ein.

  8. A.E.I.O.U. (kein Partner)
    08. April 2012 11:22

    Im Klerus gibt es genug gebildete Menschen.
    Warum die offizielle Kirche immer noch ein Problem mit der Homosexualitätsfrage hat, ist daher mehr als befremdlich.

    Medizinisch, philosophisch und menschenrechtlich ist es jedenfalls kein Thema mehr.

    Selbst hier habe ich dieses Phänomen schon des öfteren erklärt. Die Homosexualität ist eine biologische Abweichung, eine Laune der Natur. Es gibt Männer, die wie Frauen fühlen und umgekehrt. Bei manchen ist überhaupt kein Geschlecht bestimmbar.

    Diese Menschen können überhaupt nichts für ihre Beschaffenheit. Jede Diskriminierung und Mobbing ist fehl am Platz. Sie geschehen nur aus Dummheit und Menschenverachtung.

    Seltsam ist es jedenfalls, wenn in der röm.-kath. Kirche dieses Phänomen ein großes Thema ist. Insbesondere dann, wenn im Klerus ein nicht unbeachtlicher Teil selbst dieser Personengruppe angehört.

    Ich kann mir das nur so erklären, dass sie diese biologische Devianz als Makel bewerten und deshalb auch bei sich selbst nicht wahr haben wollen und deswegen bekämpfen.

    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    • Gennadi (kein Partner)
      09. April 2012 10:30

      ...und das war schon zu viel.

      "Bei manchen ist überhaupt kein Geschlecht bestimmbar."
      1. Wie geht das?
      2. Die können dann auch nicht homosexuell sein.

  9. Segestes (kein Partner)
    07. April 2012 14:33

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Unterberger in diesem Fall selbst nicht so recht weiß, was er sich von der Kirche erwartet.

  10. pour le merite (kein Partner)
    07. April 2012 14:30

    Ich mach mir die Welt, widiwidi wie sie mir gefällt?

    Liebe Freunde, das sind einzig und allein Angelegenheiten und Entscheidungen der katholischen Kirche!!

    Die katholische Kirche ist, gottseidank oder leider, eben kein "demokratischer" Polit-Diskutantenstadel, wo sich jeder "seine Kirche" nach Lust und Laune nach dem Motto von Pippi Langstrumpf zurechtzimmern kann, sondern eine hierarchisch geführte Glaubensgemeinschaft.

    Mir gefällt zum Beispiel auch nicht, daß eine kirchliche Vorfeldorganisation namens Caritas die Grünen linksaußen überholt, den Heimattreuen ins Gesicht spuckt und der Islamisierung Europas das Wort redet,

    mir gefiel nicht, daß ein Kardinal König sich nicht gegen die Abtreibung ausgesprochen hat,

    mir gefiel überhaupt nicht, daß ein geistig minderbemittelter Wehrdienstverweigerer gar selig gesprochen wurde,

    mir gefällt auch ein Kardinal Schönborn nicht, weil, weil, und, und....

    Aber entweder man nimmt die Gebote und Entscheidungen der Kirchenführer zur Kenntnis oder man zieht die Konsequenzen,

    ...so einfach ist das.

    • Segestes (kein Partner)
      07. April 2012 15:02

      Auf so rechts-katholische Pseudochristen, wie der werte Herr offensichtlich einer ist, scheint folgendes Zitat von Jesus gemünzt zu sein:

      "Ihr Heuchler! [...] Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist fern von mir." (Matthäus 15,7).

  11. ashanyan (kein Partner)
    07. April 2012 14:15

    Als Anhänger eines säkularen Staates bin ich überzeugter Gegner jeglicher Einmischung der Kirche in staatliche Angelegenheit. Selbst die subventionierte Führung von Schulen und Krankenhäusern halte ich für überaus bedenklich.

    Im Gegenzug muss ich akzeptieren, dass ich - obwohl Christ - die kirchlichen Positionierungen, Regeln und Ansichten der Kirche zu überlassen habe. Welche Lebensgemeinschaften die Kirche akzeptiert, wer dort Priester sein darf und wer nicht ist Angelegenheit der Kirche bzw. der kirchlichen Entscheidungsstruktur.

    Wenn ich also Kritik am Staat übe, Dinge verändern will und neu gestalten möchte, steht es mir frei, mich politisch zu betätigen, zu kritisieren und am Dialog teilzunehmen. Oder aber wegzugehen.

    Wenn ich etwas an der Kirche verändern möchte, so kann ich dies innerhalb der Kirche versuchen. Wenn ich scheitere oder die Regeln nicht akzeptieren kann, so kann ich austreten.

    Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie sehr die Säkularisierung des Staates in Österreich als Einbahnstrasse gesehen wird. Jene die sich mit Recht jede Einmischung de Kirche in staatliche Angelegenheiten verbitten, ereifern sich am lautesten über Angelegenheiten, die nur die Kirche etwas angehen, bzw. deren Mitglieder und Funktionäre.

    Das gilt allerdings nur für die christlichen Kirchen. "Verwunderungen" über das theologische Gesellschaftsbild anderer Religionen werden insbesondere von linker Seite im Regelfall nicht angestellt.

    • Rau
      10. April 2012 18:34

      Was hindert eigentlich die Kirche daran, sich in politischen Belangen stärker zu positionieren. Nach dem Prinzip quid pro quo wäre dieser Akt der Einmischung in rein kirchliche Belange die Gelegenheit dazu im Gegenzug dazu ein stärkeres Engagement an den Tag zu legen.

      Die Menschen treten doch reihenweise aus der Kirche aus, weil sie nicht mehr wissen, wofür sie noch steht und eintritt.

  12. Nihil obstat (kein Partner)
    07. April 2012 11:12

    Die Entscheidung, einen deklariert homosexuellen Kandidaten für die Pfarrgemeinderatswahl zu akzeptieren, baut zwischen Kardinal Schönborn mit seinen Ratgebern und treuen Katholiken ein unangenehmes Spannungsfeld auf. Aus Gewissensgründen müßte man einerseits die Entscheidung deutlich und vor allem öffentlich scharf kritisieren. Damit würden anderseits aber nur kirchenfeindliche Kreise unterstützt. Hier bleibt nur nach dem kleineren Übel zu entscheiden. Unterberger hat dies in seinem Text „Bitte, schön liebenswürdig sein“ elegant berücksichtigt.

    • Politicus1 (kein Partner)
      07. April 2012 11:52

      Leider Gottes hat der Herr Kardinal sich neben den "ungehorsamen" Pfarrern jetzt auch eine zweite Front der gläubigen Laien und Priester eröffnet.
      Offensichtlich war ihm die vorherzusehende Medienreaktion wichtiger als die Gefühle seiner Schäfchen.
      Noch etwas: ist es nicht auffallend, dass es in der Pfarre Stützenhofen ein noch über die DDR-Zeiten hinausgehendes PGR-Wahlergebnis gab?
      Stützenhofen hatte 102 Wahlberechtige
      Gültige abgebene Stimmen: 120
      Wahlbeteiligung: 117%

      Bedarf da noch eines Kommentars?!

    • A.K.
      07. April 2012 12:56

      @Politicus
      Ja diese konkreten Zahlen treffen zu. Ich finde, sie sind nur deshalb so verstörend, weil immer von "Wahl" und "Wahlordnung", etc. geredet wird. Tatsächlich findet aber eigentlich eine Reihung (und eventuell notwendige Begrenzung) unter den - sich hoffentlich in großer Zahl dankenswerter Weise anbietenden - freiwilligen(!) Kanditaten für den Pfarrgemeinderat statt. Sind z.B. in kleinen Pfarren 6 Pfarrgemeinderäte vorgesehen und bieten sich dann (glücklicherweise!) 10 Kandidaten an, dann gilt eben die Reihung nach Anzahl der erhaltenen Stimmen für die 6 Pfarrgemeinderäte. Jene die weniger als der/die 6-te Gewählte erhalten haben, sind aber selbstverständlich zur freiwilligen Mitarbeit ebenfalls willkommen. Wählen können jene (das können eben mehr sein, als die "Wahlberechtigten" laut Pfarrbereich), die sich dem Leben der Pfarre verbunden fühlen. Hier ist auch eine - bisher glücklicher weise noch nie eingetretene Gefahr einer "Unterwanderung" (hoffentlich nicht von Böswilligen) von außen grundsätzlich nicht auszuschließen.

  13. jump (kein Partner)
    07. April 2012 10:54

    Da schau her, so streichelweich(wenn auch nur geheuchelt) erlebt man Unterberger selten, wenn es um(und gegen) seine Lieblings-Hassobjekte geht!

    In den SN kann er sich halt doch nicht erlauben, so ungezügelt die Sau rauszulassen wie in seinem Blog;-)

  14. Politicus1 (kein Partner)
    07. April 2012 10:01

    Es geht nicht um das Phänomen der Homosexualität in der r.k.Kirche. Das muss sich jeder für sich und im Beichtstuhl mit Gott ausmachen. Natürlich wird deshalb auch niemand aus der Kirche und von den Sakramenten ausgegrenzt.
    Im Anlassfall geht es um etwas anderes und um viel, viel mehr:
    1) Ist gerade unsere Diözese seit Kardinal Groer und den jahrzehntelangen Missbrauchsfällen aufrichtig bemüht, homosexuelles Tun hinter ihren Mauern, in Priesterseminaren, Klöstern, Internaten, Jugendgruppen..., keinesfalls zu dulden. Und dann wird ein aktiv in aller Öffentlichkeit praktizierender homosexueller junger Mann im kirchlichen Amt eines Pfarrgemeinderats vom Kardinal bestätigt! Es bleibt nur zu hoffen, dass er nicht die Aufgaben der Kinder- und Jugendbetreuung übertragen bekommt....
    2) Kardinal Schönborn akzeptiert also, dass es heute viele „Lebensentwürfe“ gibt, die nicht in allem den Idealen der Kirche entsprechen – freut sich aber über deren Engagement um ein Leben im Glauben. Dann sei aber auch die Frage erlaubt, wie hält er es mit den zehntausenden Gläubigen, denen der Zugang zum Heiligsten Sakrament verwehrt ist, weil sie oft eine für sie selbst und ihre Kinder nicht mehr ertragbare Ehegemeinschaft gelöst und ihren anderen „Lebensentwurf“ in einer neuen glücklichen Beziehung verwirklichen konnten?
    3) Offensichtlich ist der Herr Kardinal Promotor der neuen Religionsauffassung, die den Menschen als Bruder Gottes, einen nicht mehr sündigenden Menschen betrachtet. Nicht die strengen Zehn Gebote Gottes sind die höchste Norm, sondern das Gewissen. Der Mensch entscheidet selbst, was recht ist. Im konkreten Anlassfall hat der Herr Kardinal das 6. Gebot Gottes anscheinend außer Kraft gesetzt... Wie wird er das den vielen verheirateten, tief gläubigen Priestern erklären? Priester, die nicht gegen ein Gebot Gottes, sondern gegen eines der Amtskirche verstoßen.
    4) Ist auch zu fragen, wie lange der Herr Nuntius und der Vatikan schweigend zusieht, wie sich ein Diözesanbischof über klare Vorgaben aus Rom (NEIN! zu homosexuellen Partnerschaften) und den Katechismus der Katholischen Kirche hinwegsetzt. Die gestrige Aussage im NÖ-Bild-TV, dass Homo-Partnerschaften gegenüber dm Institut der Ehe nicht "diskrimiiert" werden dürfen, ist für mich als Staatsbürger und als Katholik einfach unfassbar und entsetzlich!

    • A.K.
      07. April 2012 11:23

      @Politicus1
      Sie haben leider völlig recht. Ab welchem Ausmaß unterschiedlicher Auffassungen beginnt eine Spaltung? Ich hoffe, wir haben ein solches Ausmaß noch nicht erreicht!

    • A.E.I.O.U. (kein Partner)
      08. April 2012 11:39

      Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen:

      Die Homosexualität an sich ist nicht das Problem. Selbst das gehäufte Vorkommen in der röm.-kath. Kirche nicht.

      Die männliche Homosexualität von Geistlichen wird nur dann zum öffentlichen Problem und zum Brandmal für die Kirche, wenn sie an Kindern ausgelebt wird oder gar mit Pädophilie auftritt. Der Zölibat dürfte zu diesem Mißbrauch mE auch beitragen.

      Insoweit ist ein homosexueller Pfarrgemeinderat kein bzw. nur ein sehr geringes Problem für die Kirche, weil er nicht zum Stammpersonal zählt. Wahrscheinlich war das auch der Grund für Schönborn, einen öffentlich bekennenden homosexuellen Pfarrgemeinderat zu akzeptieren. Es geht kaum Gefahr von ihm aus, Sexstrolch oder Kinderschänder zu werden. Dazu kommt noch, dass er sicher unter verschärfter sozialen Kontrolle steht.

  15. numerus clausel (kein Partner)
    07. April 2012 09:12

    "Geschichtsvergessene"? Und das aus dem Mund einer Sozialisten, wo do die Sozen bekannt für Geschichtsleugnung, Vergessen und Umschreiben bekannt sind.
    Was soll dieses lächerliche Tamtam hinsichtlich Homosexualität. Wenn die kath. Kirche eben festlegt, dass solche nicht gern gesehen sind und für ein Kirchenamt ungeeignet, dann muss man das akzeptieren. Als kleines Gegenbeispiel: In der Politik darf auch keiner ein Mandat ausüben, der zu einer Haftstrafe mit mehr als einem Jahr Haft rechtskräftig verurteilt wurde.
    Sollen diese eben Unterkunft bei der evangelischen Kirche suchen. So viele Unterschiede sind eh nicht und dort werden sie, wie verheiratete und kinderhabende Pfarrer mit offenen Armen empfangen.
    Ebenso diese schwachsinnige Initiative von Schüller & Co. Wenn ihnen die Statuten der röm. kath. nicht gefallen, sollen sie entweder eine neue Religion gründen, oder zu anderen wechseln.
    Bin zwar kein streng gläubiger Katholik, bin auch mit vielem nicht einverstanden, ich steigere mich in dieses Thema jedoch nicht so hinein wie viele andere und ich kann mir aus dem, was die röm. kath. zu bieten hat das herausnehmen, was für mich zutreffend ist und mich mit dem Rest arrangieren. Es gibt schließlich wichtigeres als Religionsdiksussionen.

  16. bart (kein Partner)
    07. April 2012 07:36

    Homosexualität existiert nur, wenn es Heterosexualität gibt - niemals umgekehrt.

    Homo-Ehe ist unwiderleglich eine reine PSEUDOGLEICHHEIT.

  17. Pete Sahat (kein Partner)
    07. April 2012 01:37

    Ich sehe das ähnlich wie Brigitte Imb.

    Für mich ist Homosexualität nichts schlimmes, aber dennoch bin ich finde ich nicht, dass man für Lebensweisen die zu keiner Fortpflanzung führen, Werbung machen sollte. Für mich sind Schwule auch keine "Sünder" - genauso wenig wie vorehelicher Sex für mich eine Sünde darstellt - aber dennoch bin ich der Meinung, dass es gut ist wenn eine Instanz in der heutigen Zeit Werte wie Askese und Treue propagiert.

    Es ist die von Unterberger aufgezeigte Doppelmoral, die nicht in Ordnung ist. Wenn man sich schon als "Gemeinschaft der Heiligen" sieht, dann soll man auch offiziell die dazugehörigen Werte vertreten.
    Warum dazu allerdings das Zölibat bzw. die Regelung Frauen nicht zu Priesterinnen zu weihen, weiß ich allerdings auch nicht.

    Die Kirche sollte nicht ihre Werte verändern nur weil die Bevölkerung das tut. Dafür bräuchte es keine Kirche.

  18. Diskussionsleiter (kein Partner)
    07. April 2012 00:51

    Eines ist sicher: So einen heuchlerischen Pharisäer wie Unterberger mit seinem unchristlichen Hass auf alles und jeden, der nicht seine reaktionären, minderheitendiskriminierenden, ausländerfeindlichen, menschenverachtenden,, nationalistischen und grosskapitalistischen "Wahrheiten" teilt, hätte Jesus hochkant aus dem Tempel geworfen.

    • simplicissimus
      07. April 2012 07:07

      um himmels willen, bitte tun sie sich unseren blog nicht mehr an, diese schäumende aufgeregheit kann ihre gesundheit gefährden!

    • A.K.
      07. April 2012 11:27

      Danke "simplicissimus"

  19. RR Prof. Reinhard Horner
    06. April 2012 16:18

    reinhard.horner@chello.at

    Bitte um ungebrochene Qualität 1

    Das Christentum und insbesondere die Katholische Kirche haben es dringend nötig, das grundlegende Glaubensgut eindeutig vom Hinzugefügten zu unterscheiden. Hinzugefügtes in gleichem Gewicht zu dogmatisieren, kann nur zwangsläufig schiefgehen. Das Zweite Vatikanische Konzil ist unverkürzt ernst zu nehmen.

    Die Frohe Botschaft mit massivem Drohpotenzial kirchenrechtlich verbindlich zu fassen, führt in zahlreiche Irrungen. Gleiches gilt für die Unterwerfung des Gottesvolkes unter den unbedingten Gehorsam unter klerikale Amtsgewalten. In umso schlimmeren Zustand gerät die Glaubensgemeinschaft,

    Bitte um ungebrochene Qualität 2

    wenn vor allem die kirchlichen Machthaber sich in nicht wenigen Belangen krass doppelbödig oder gar missbräuchlich verhalten (siehe auch die Beispiele bei AU).

    Kardinal Schönborns Entscheidung für den gewählten Pfarrgemeinderat kann durchaus beigepflichtet werden, wenn auch seine Begründung mit der „Liebenswürdigkeit“ nicht gerade Stärke zeigt. Zeitgeistiges Auslaugen bzw. Anschmeißen ist ihm nicht vorzuwerfen. Konsequentes Vorgehen auch in anderen Angelegenheiten bleibt ihm abzuverlangen.

    • brechstange
      06. April 2012 17:19

      Sehe ich auch so.

      Ich denke, der Pfarrgemeinderat ist nicht so wichtig, dass man nicht Menschlichkeit walten lassen kann.
      Hat er gerade erst eine Dame der Kath. Aktion begründet, weil Frauen die Pfarrgemeinderäte dominieren. Diese Frauen sind nicht zu verstehen.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 17:25

      "Benedetto", so wurde er in Wien von der Jugend begeistert auf den Balkon, des mittlerweile abgebrannten Tiroler-Investments-Gebäude gerufen, sollte die österreichische ÜRF-Kirche samt und sonders exkommunizieren! Die Lauheit...

  20. socrates
    06. April 2012 15:47

    Backpage.com: Goldman sex! Investment bank shamed after shares in ...
    This is Money - vor 3 Tagen
    It owns a classified advertising website – Backpage.com – that is accused of being the biggest forum for illegal sex trafficking of underage girls in ...
    Goldman fund to exit company owning sex traffic site? Reuters
    Goldman Sach's Backpage Panic Is Real, Costly? The Atlantic Wire
    Goldman fund exits Village Voice's sex advert site? Firstpost
    Sydney Morning Herald
    Würde die kath. Kirche im Sexgeschäft machen und Minderjährige vermitteln der Skandal wäre grenzenlos. KKP und ihre Rotfront schweigt, wenn jüdische Banken mitmachen.
    Das soll alles Zufall sein? Wo bleiben die Proteste der P.C. ?

    • socrates
      06. April 2012 15:48

      Nicholas D. Kristof in der NYT

    • Undine
      06. April 2012 20:43

      @socrates

      Sie werden doch nicht etwas gegen ein weiteres Standbein der "renommierten" Bank Goldman-Sex, äh, Goldman-Sachs haben? Das mit den Griechen ergaunerte Vermögen hält auch nicht ewig an!

  21. Brigitte Imb
    06. April 2012 13:48

    Meine Meinung zu dem Thema ist, dass die kath. Kirche grundsätzlich keinen ausschließen darf. Keinen Schwulen, keinen Dieb od. andere Sünder.
    Ein Kirchenamt für oben genannte ist jedoch auf gar keinen Fall akzeptabel - denn die Kirche sollte die bekannten Werte vertreten und darauf achten, dass diese Werte von gläubigen Vorbildern, die auch danach leben, vertreten werden.

    Es ist wirklich unglaublich wie weit links die kath. Kirche in unserem Land angesiedelt ist, bzw. wie sehr sich die Kirche von den Linken instrumentalisieren läßt.
    Mittlerweile können sich die Kirche und die ÖVP die Hände reichen - beide verlassen sie ihren Weg, driften links ab und marginalisieren sich selbst.

    • M.S.
      06. April 2012 14:05

      @Brigitte Imb
      ******************+

    • Rainer (kein Partner)
      07. April 2012 12:33

      Werte Frau Imb,
      nun reden Sie mir meist das Wort - nicht aber in diesem Fall. Lassen Sie mich bitte Folgendes kurz anführen:
      1.) Warum sollte die Kirche niemanden ausschließen dürfen? Ich meine nicht im gesetzlichen Sinne, sondern im moralischen. In einer freien Gesellschaft stünde es jedem offen, mit wem er sich umgeben möchte, und die Kirche wäre davon keine Ausnahme. Wenn nun die röm.-kath. Kirche ein Problem mit Homosexuellen hat, warum sollte sie gezwungen werden, diese mit einzubeziehen? Diese oktroyierte "Toleranz" halte ich für eines der Grundübel unseres Systems.
      2.) Das Christentum IST links! Es stellt Kollektivismus über Individualismus, preist Sozialismus, ist seit jeher zensurfreudig, stellt den Anspruch, über die alleinige Wahrheit zu verfügen, etc. etc. Ehrlich gesagt fiele mir auf Anhieb keine einzige deutlich sichtbare Trennlinie zwischen Christentum und den Linken ein. Nun gut, vielleicht abgesehen davon, dass die einen ihren Papst in Rom, die anderen in Wien vermuten ...

  22. A.K.
    06. April 2012 13:36

    Für die katholische Kirche hat erst kürzlich dankenswerter Weise der vatikanische Außenminister Erzbischof Mamberti eine sehr wichtigen Aussage gemacht:
    „Durch einen Relativismus, der es verbiete, etwas als wahr oder falsch zu bezeichnen, sei das Christentum in eine schwache Position gelangt.“.
    Ethischer Relativismus ist dadurch gekennzeichnet, daß nicht an objektive Wahrheit geglaubt und deshalb eine Unterscheidung in „Richtig“und „Falsch“ abgelehnt wird, ja man dürfe nicht einmal daran glauben, daß es solche Unterschiede gäbe. Zu entscheiden ist eben nach den Regeln der „Political Correctness“.
    Ich glaube wir sind - ohne es zu bemerken - bereits im totalitären System des ethischen Relativismus aufgewacht:
    Die Entscheidung, einen deklariert homosexuellen Kandidaten für die Pfarrgemeinderatswahl zu akzeptieren, geht nämlich genau in Richtung ethischer Relativismus. Einerseits hatte noch Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese, nach der Pfarrgemeinderatswahl gegenüber der NÖN auf den Artikel 4 der Pfarrgemeinderatsordnung verwiesen. Diese besagt, daß nur Katholiken dem Pfarrgemeinderat angehören dürfen, die sich zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen. Wer in einer eingetragenen homosexuellen Partnerschaft lebe, erfülle dieses Kriterium nicht, sagte Prüller damals. Der Mann hätte daher gar nicht zur Wahl antreten dürfen. Es sei daher zu einem Formalfehler bei der Wahl gekommen. Prüller betonte auch, „dass sein Wert als Mensch, Katholik und seine Würde ja weiterhin außer Frage stehen und es hier nur darum geht, dass er eine spezifische Voraussetzung für den speziellen Dienst des Pfarrgemeinderates nicht mitbringt“.
    Andererseits sagt nun Kardinal Schönborn: „Ich danke allen Menschen, die durch ihre Kandidatur bei den Pfarrgemeinderatswahlen gezeigt haben, dass ihnen die Kirche und der Glaube ein großes Anliegen sind. Sie bezeugen damit die Lebendigkeit der Kirche. In ihrer Vielfalt spiegelt sich die Vielfalt heutiger Lebens- und Glaubenswege. So gibt es auch unter den Pfarrgemeinderäten viele, deren Lebensentwürfe nicht in allem den Idealen der Kirche entsprechen. Im Blick auf ihr jeweiliges Lebenszeugnis in seiner Gesamtheit und auf ihr Bemühen um ein Leben aus dem Glauben freut sich die Kirche über ihr Engagement. Damit stellt sie die Ideale nicht in Frage“. (Zitiert nach http://kath.net/detail.php?id=35902 ).
    Ganz nebenbei:
    Die (große Mehrheit der) Pfarrgemeinderäte, deren Lebensentwürfe doch weitgehend mit den Idealen der Kirche übereinstimmen, werden meiner Meinung durch diese Aussage sogar beleidigt! Über den betroffenen Pfarrer für Stützenhofen gar nicht zu reden. Der Sprecher der Erzdiözese, Michael Prüller, wird dadurch ebenfalls „im Regen stehen gelassen“.

  23. Josef Maierhofer
    06. April 2012 13:31

    @ Frau Krawagna-Pfeifer

    Hauptsache die Kirche war lieb zu den 'Homos, Lesben, Bi-, Trans- und Hinüber- Typen' und so passt sie dann zur SPÖ.

    Es wird ja schon, es wurden ja schon 'Fortschritte' erzielt ...

    @ Dr. Unterberger

    Es scheint wohl das Zeichen der Zeit zu sein, der katholischen Kirche in diesem Rahmen wohl viele Fragen zu stellen, die alle eigentlich von Jesus bereits beantwortet wurden, und die alle eigentlich von der Kirche im Laufe der Jahrtausende abgeändert wurden.

    Dies ginge vom vieldiskutierten Zölibat bis eben zu der Frage, ob geschlechtlich anders orientierte Menschen nicht auch in der Gemeinschaft der Kirche Platz finden könnten, wenn sie darin und nach den Regeln Gottes und der Kirche leben wollen und den Sinn des Lebens erkennen und die Kirche leben können.

    Ich denke, die Regeln Gottes sind unabänderbar, aber die Regeln der Kirche, die wurden immer wieder geändert.

  24. XICY
    06. April 2012 13:21

    Im Kern hat Dr. Unterberger ja Recht.

    Jesus hat schon gewusst, warum er von allen Widerlichkeiten die Heuchelei am schlimmsten bekämpft hat. DARUM musste er sterben.

    Frau Krawagna kämpft gegen den Fundamentalismus. So bezeichnet sie jedenfalls alles, was dauerhafte Werthaltigkeit in sich birgt und der von ihr geübten Politmanipulation entgegensteht. DARUM hat sie Karriere gemacht.

  25. Johann Scheiber
  26. cicero
    06. April 2012 12:10

    ""Sei schlau, verlass den Kirchenbau"
    Bundesweite Aktion der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung zu Kirchenaustritt
    Dafür ist Geld da. "Sei schlau, verlaß den Tempelbau" wagt niemand zu sagen. Das sind gezielte Aktionen gegen unsere Kultur.

  27. simplicissimus
    06. April 2012 11:47

    da ich nicht religiös bin könnte es mir egal sein, aber trotzdem möchte ich meinen senf dazu abgeben:
    es stünde der katholischen kirche am besten zu gesicht, das zölibat zu verwerfen und priesterehen zu ermöglichen. dies würde auch mehr hetero- und weniger homosexuelle für dieses amt begeistern.
    homopartnerschaften haben in der katholischen kirche nichts verloren. daher ist das zölibat absolut kontraproduktiv.
    die evangelische kirche hat es da viel besser (was nicht heisst, dass sie besser ist).

    • phaidros
      06. April 2012 11:59

      Der Zölibat ist keine Muss-Vorschrift (bzw. erst ab höheren Wihen), verheiratete Priester gibt es auch in der katholischen Kirche. Nicht nur, wenn bspw. einen verheirateten Mann der Ruf ereilt, sondern auch in Afrika, wo die Kirche (vermutlich zurecht) davon aus ging, keinen Fuß auf den Boden zu kriegen, wenn sie versuchen Würde, den lebensfrohen und daher körperlichen sowie sinnlichen Menschen zu verbieten, was ihr Gott als die schönste körperliche Erfahrung überhaupt für den Menschen vorgesehen hatte.

      Der Zölibat wurde meines Wissens im Mittelalter eingeführt, als »freiwillige« Verzichtserklörung, um Erbstreitigkeiten mit Witwen aus dem Wege zu gehen (der Geistliche der Region war ja oft wirtschaftlich, nicht zuletzt durch seine gesellschaftliche Position, nicht unbedingt schlecht gestellt).

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • simplicissimus
      06. April 2012 12:34

      phaidros, lt. wikipedia ist der zölibat gemäss canon 277 in der lateinischen kirche vor der weihe für priester VERPFLICHTENDE VORBEDINGUNG. falschinformation?
      ausnahmen/wahlmöglichkeit gibt es im "ständigen diakonat". etwas verwirrend.
      in der praxis wird der zölibat daher in der lateinischen (=röm.kath. westkirche) jedoch mit ganz wenigen ausnahmen ausgeübt.
      spült das nicht automatisch homos und heimlich sündigende heteros herein (kenne selber solche fälle)? wieviel 100% heilige gibt es?

    • phaidros
      06. April 2012 13:01

      ... und schon bin ich überfragt, sg. simplicissimus!

      Ich kann hier nur nachplappern, was mir übereinstimmend ein Priester und ein Theologe einmal erzählt haben. Das ist auch schon etwas her, aber für kurzlebige Regulative ist die r.k. Kirche ja nicht so bekannt, es dürfte also durchaus alles noch so sein, wie damals.

      Zur Wikipedia: Man ist natürlich immer schnell bei der Hand mit »Wikipedia ist doch keine Quelle«*), aber für eine erste Information ist sie meistens sehr gut! Ich kann es also nicht sagen, würde der Wikipedia auch nicht widersprechen.

      Persönlich werde ich allerdings aus 1. Absatz »verpflichtend« und irgendwo weiter unten »frei gewählt« nicht ganz schlau.

      Langer Rede gar kein Sinn: die Frage wohl am besten an einen Priester / -seminaristen richten.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      *) Im Sinne von »Autor zitieren« ist sie das natürlich wirklich nicht, da man den nie kennt.

    • simplicissimus
      06. April 2012 13:24

      phaidros: ja, sehe ich auch so. fakt ist jedenfalls, dass es bei uns (fast) keine verheirateten priester gibt.

    • brechstange
      06. April 2012 17:38

      @simplicissimus

      ... außer den übergetretenen Anglikanern und Orthodoxen, soweit ich weiß.

      Doch genau den Punkt des Verheiratetsein hat ja Papst Benedikt in seiner kürzlichen Ansprache nicht explizit ausgeschlossen, Frauen als Priester schon.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 18:02

      brechstange,

      Bitte... setzen Sie sich mit der anglikanischen Kirche... ein bißchen... auseinander...

    • brechstange
      06. April 2012 20:52

      Warum, Herr Bauer, die Anglikaner verbinden doch das Priestertum nicht mit dem Zöllibar. Daher können zur kathol. Kirche übergetretene Priester auch verheiratet bleiben, wenn sie es zum Zeitpunkt des Übertritts waren.

  28. Johann Scheiber
    06. April 2012 10:45

    Richard Lugner hat unlängst, wenn ich das richtig verstanden habe, im ORF gesagt, dass AIDS durch Homosexualität gefördert wird. Er meinte, es kann nicht gesund sein, wenn man dauernd Schweinereien macht.
    Aber von der gesundheitlichen Beurteilung einmal abgesehen, die Frage ist doch, ob Homosexualität eine ausschließliches Naturanlage ist, oder ob sie durch kulturelle Faktoren, oder gar durch Propaganda wesentlich ausgeweitet werden kann. Wenn letzteres zutrifft, dann hat Kardinal Schönborn ein fatales Zeichen für die ihm anvertrauten Gläubigen gesetzt. Die Bibel ist hier eindeutig, aber das weiß der Kardinal am besten.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 11:12

      3. Buch Mose (Levitikus)
      Das Kapitel 20 läßt keinen Zweifel mehr übe die biblische Sicht:

      "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen. (Lev 20,13)"

      Die letzte große Nachfolgereligion nimmt das sehr wörtlich.

    • simplicissimus
      06. April 2012 11:54

      ja, das alte testament, noch richtig naturbelassen, archaisch. hab nix dagegen, aber die todestrafe für homosexualität ist halt auch nicht mehr zeitgemäss. :-)

      geben wir doch der homosexualität den stellenwert in unserer gesellschaft, den sie kurzfristig hatte und auch verdient:

      völlige neutralität, keine ächtung, kein verbot, aber bitte schon gar keine förderung, wie es unsere homoerotikerInnen so enthusiastisch tun.

      es ist ein zu tolerierender irrweg der natur, nichts mehr und nichts weniger.

    • phaidros
      06. April 2012 11:54

      (Na sowas, ein déjà vu!)

      Das verblüfft mich jetzt aber, haben wir im Islamthread doch erfahren, dem AT würde keine rechte Bedeutung mehr zukommen!?

    • Erich Bauer
      06. April 2012 12:03

      simplicissimus,

      Ich reiche das von weiter unten hier nach:

      "...Was nicht heißt, daß man "Steine" werfen darf..."

    • Eva
      06. April 2012 13:24

      @simplicissimus

      *****!
      "es ist ein zu tolerierender irrweg der natur, nichts mehr und nichts weniger."

      Wenn bei den Homosexuellen nicht ständig der Drang, ihre "Lebensform" zu exhibieren im Vordergrund stünde! Ich stelle ja auch nicht ständig zur Schau, daß ich heterosexuell bin.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 13:28

      Eva,
      "... nicht ständig zur Schau, daß ich heterosexuell bin..."

      Das sollten Sie aber... schön langsam. :-)

    • simplicissimus
      06. April 2012 13:31

      phaidros: wer behauptet das? tut mir leid, kenne den islamthread nicht, haben sie einen link? ist ewig her, dass ich die bibel gelesen habe, kann mich aber erinnern, dass das AT im gegensatz zum NT sehr elementare, archaisch-strenge züge in sich trägt, im gegensatz zum NT. daher wäre und war das AT doch die bessere (kopier)grundlage des islams. soll auch sehr ähnlich zum buch der hebräer sein.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 13:37

      simplicissimus,
      "...wer behauptet das?..."

      Sie waren's auch nicht? Dann muß es wohl Herr Scheiber gewesen sein...

    • simplicissimus
      06. April 2012 13:42

      eva, erich bauer:

      ja, bald werden wir heteros uns von der dominierenden masse der homos durch opfergruppenpolitik und exhibitionismus zur wehr setzen müssen! :-)

      also, ich mach den anfang: ich bin ein hoffnungsloser macho und stehe auf alle kessen hembras! ausserdem finde ich es sehr erregend, dass dabei feminine frauen geschwängert und süsse kinder gezeugt werden können. homos mit ihren eher braunen praktiken jagen mir leider, leider ziemlichen ekel ein!

      ziemlich perverser standpunkt heutzutage, nicht?

      hoppla, hab ich da u.u. einen meinungsparagraphen gebrochen? freie kost und gebührenfreien orf auf 2 jahre?

    • phaidros
      06. April 2012 13:42

      @simplicissimus: zB hier: http://www.andreas-unterberger.at/2012/03/die-imame-die-deutsche-sprache-und-die-toleranz/#comment-177635 s »...das AT für sich alleine nur ein Haufen Schrott, der erst durch das NT seine Bedeutung erhält.«

    • Erich Bauer
      06. April 2012 13:48

      simplicissimus,
      "...jagen mir leider, leider ziemlichen ekel ein!..."

      Ekeln wird man sich ja wohl noch dürfen?

    • GOP
      06. April 2012 13:49

      Johann Scheiber:
      Wenn man sich in dieses Thema einliest, dann lernt man folgendes:
      1. Homosexualität ist eine "Fehlprogrammierung" des menschlichen Körpers, welche oft erst in späteren Lebensjahren ausbricht.
      2. Homosexualität ist vielfach heilbar, vorausgesetzt die Betroffenen wollen dies überhaupt - wollen sie aber meistens gar nicht.
      3. Viele Homosexuelle waren ursprünglich "normal", hatten früher auch heterosexuelle Beziehungen und sogar eigene gezeugte Kinder.
      4. Oft ist dieser spätere Schritt auch eine Reaktion über die Enttäuschungen mit dem anderen Geschlecht.

    • simplicissimus
      06. April 2012 13:54

      erich bauer: ja, ekeln aber nur mit vorgehaltener hand und ständig beteuernd, das käme ja wegen hc strache. schützt sicher vor allen staatsanwälten hierzulande.

    • phaidros
      06. April 2012 13:57

      Was die Abscheu vor Homosexualität betrifft, geht's mir auch nicht anders.

      Aber:

      1. ein Liberaler kann nur andere nach ihrer jeweiligen Farcon glücklich werden lassen, so fängt's schon mal an! (Was ich aus allertiefster Überzeugung auch tue.)

      2. Diese Leute haben's in der Tat schwer genug, es bringt rein gar nichts, sie durch Verbote auch noch zu inkriminieren.

      3. Gesellschaftlich geht's in der Ehe in der Hauptsache um's Erbrecht. Hier ist nicht einzusehen, warum Menschen, die einander ein Leben lang in Liebe zugetan waren (ob mein Magen dabei rebelliert oder nicht steht nicht zur Debatte), Einkommenssteuer zahlen sollen für das ohnehin gemeinsame Eigentum, das Ihnen nach dem Tod des Partners zufällt.

      Und sehen wir's doch mal auch so: Quoten lehnen wir generell ab, aber für die Ehe fordern wir eine? ;-)

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Erich Bauer
      06. April 2012 14:08

      phaidros,
      "...dem AT würde keine rechte Bedeutung mehr zukommen!?..."

      Ich bin ganz bestimmt nicht das "Kindermädchen" von "simplicissimus"... Aber... Ihre Ausführungen interessieren mich als... naja... ich würde mals sagen als... Studienobjekt... Dieser von Ihnen KOPIERTE Satz zeigt doch, daß das AT Bedeutung hat... (»...das AT für sich alleine nur ein Haufen Schrott, der erst durch das NT seine Bedeutung erhält.«)

    • simplicissimus
      06. April 2012 14:14

      phaidros: ok, guter standpunkt, aber in der ehe gehts um mehr als das erbrecht allein.

      - es geht um arbeitsteilung
      - es geht um behütete erziehung der kinder
      - es geht um gegenseitige hilfeleistung materiell und seelisch
      - es geht um ständige versorgung aller familienmitglieder
      - es geht um erhaltung der art, der gesellschaft, der alten der gesellschaft durch die jungen, nur familien mit kindern schaffen das auf dauer, das ist unser menschliches "rudelverhalten", verebt, auf absehbare zeit und auch durch umerziehung nicht veränderbar. gesellschaften, die auf familien basieren setzen sich gegen familienlose gesellschaften auf dauer immer durch.

      familie ist die stärkste gesellschaftliche einheit gegen von aussen kommende krisen und gefahren. nur von innen wird sie durch den genderismus und geschürten geschlechterkampf systematisch ausgehöhlt. hier geht es nicht um quoten zwischen heterosexuellen familien oder schwulen. eher passend wäre ein vergleich zwischen staatsbürgerschaft und nicht-staatsbürgerschaft. soll man die aus liberalen gründen auch jedem gewähren? und warum nicht?

    • phaidros
      06. April 2012 14:19

      Herr Bauer, bitte helfen Sie mir auf die Sprünge, auf welchen Bedeutung stiftenden Aspekt aus dem NT haben Sie sich bezogen, als Sie zweimal aus dem 3. Buch Mose zitierten? Für mich sah das aus wie »für sich nehmen«.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 14:21

      Herr phaidros, das 3. Buch Mose gibt's im NT nicht...

    • phaidros
      06. April 2012 14:24

      simplicissimus, dito - ganz interessante Gedanken, danke!

      Ich darf wiederholen: Es geht um...

      - arbeitsteilung
      - behütete erziehung der kinder
      - gegenseitige hilfeleistung materiell und seelisch
      - ständige versorgung aller familienmitglieder
      - erhaltung der art,

      erlaube mir aber die Frage: wieso braucht es dazu Ehe?

      (Ich muss nicht extra betonen, dass ich aus einem gesellschaftspolitischen Blickwinkel an das Thema herangehe, und nicht aus einem religiösen, oder? Jede Religion kann hier selbstverständlich definieren, was sie für richtig erkennt!)

      BG

    • phaidros
      06. April 2012 14:24

      Herr Bauer: genau. Q.e.d.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 14:26

      phaidros,

      AT-NT = BIBEL!!!

    • simplicissimus
      06. April 2012 14:33

      phaidro: natürlich bräuchte es keine ehe, würden sich (ehe)partner anständig (=verlässlich und liebevoll) gegeneinander verhalten.
      und wozu braucht es gesetze und vorschriften, wenn sich alle menschen, vernünftig, konstruktiv, altruistisch, anständig und liebevoll zueinander verhalten? eben.

      die ehe ist/war ein in regeln gebundenes staatlich (und himmlisch) anerkanntes konstrukt, das versucht, schwachen und sündigen menschen und ihren kindern zu einem halbwegs stabilen leben zu verhelfen. heute springt der staat dafür in vielen teilbereichen ein. viele sehr wichtige vernachlässigt er aber.

    • phaidros
      06. April 2012 14:49

      Das kann ich gut nachvollziehen, simplicissimus.

      Darf ich noch eine Anschlussfrage stellen: ... nein, ich formuliere es als Aussagen:

      Mir sind keine Ehen bekannt, die glücklich verlaufen, und zwar nur aufgrund der Ehevorschriften, es ohne diese aber nicht wären.

      Umgekehrt kenne ich einige Ehen, die beide Partner als Joch empfinden, sich aber nicht eingestehen, dass sie jeder für sich ein glücklicheres, erfüllteres Leben führen würden.

      Ich anerkenne ausdrücklich den Wert von Vorschriften - auch einen pädagogischen - gebe aber zu bedenken, dass Vorschriften keine besseren Menschen machen. Gut, man kann auch das Richtige aus den falschen Gründen tun, aber das ist ungleich weniger wert, als wenn man es aus den richtigen tut. Im Klartext: stehlen sollte man nicht nur deswegen lassen, weil es verboten ist. Oder: Wer nur deswegen seine Ehe nicht bricht, weil es verboten ist, ist seiner Partnerin deswegen noch lange nicht treu und vice versa. Eine Ehe wird nicht vom Nichtbrechen weder eine gute noch eine glückliche!

      Das ist die Krux mit der Umkehrung von Aussagen: in einer glücklichen Ehe wird diese nicht gebrochen, aber das macht den Umkehrschluss eben noch nicht richtig, so sehr wir uns das auch wünschen. Und dieser Denkfehler ist es, der Generationen von Menschen ins Unglück stürzte. (Abgesehen davon, dass die Ehe früher oftmals eine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft war)

      Ich sehe es also im Grunde wie Sie: ich wünsche mir (und habe! Was bin ich doch für ein Glückspilz!) eine liebevolle und verlässliche Partnerin an meiner Seite. Zur Einhaltung und Abarbeitung von Vorschriften hätte ich mich nach einer »Preussin« (im Geiste) umgesehen, und diese dann geheiratet. »Funktioniert« hätte das vielleicht sogar besser, aber es wäre weit weniger erfüllend.

      BG

      P.S. So leid es mir tut: mich ruft die Pflicht. Aber ich bedanke mich für das interessante und inspirierende Gespräch!

    • Erich Bauer
      06. April 2012 15:28

      phaidros,
      "...Herr Bauer: genau. Q.e.d...."

      Bitte, um erklärenden Vernunftschluß (Q.e.d.)

      ..................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

      Lassen Sie sich Zeit. Erinnern sie mich nach Ostern daran.

    • simplicissimus
      06. April 2012 16:14

      phaidros, danke ebenfalls.
      ich selber glaube wenig vorschriften zu brauchen, ich würde mich über gesetzesentmistung sehr freuen. das wichtigste ist ohnehin in den 10 geboten zusammengefasst. da steht aber auch: du sollst nicht begehren, du sollst nicht ehebrechen usw, je nach bibel und übersetzung.
      natürlich machen vorschriften keine glücklichen menschen oder ehen, können sie ja oft das gegenteil bewirken. einverstanden. ich wollte bloss erklären wozu die ehe dienen sollte, weniger ob es ein perfektes machwerk ist.
      hier drehen wir uns aber im kreis.
      denn warum sollte man dann die homopartnerschaft in vorschriften pressen? wegen der erbschaftssteuer? heteroehen bringen/brachten kinder unter entbehrungen zur welt, die jetzt für die alten, auch alten homos, sorgen. warum sollen diese alle vorteile auf kosten anderer geniessen? ich sehe dazu nicht den geringsten anlass. dasselbe sollte übrigens auch für kinderlose ehepaare gelten.

    • GOP
      06. April 2012 17:48

      simplicissimus 14,33 Uhr:
      Natürlich kann eine Partnerschaft auch ohne kirchliches und/oder staatliches Gelöbnis funktionieren. Die Praxis zeigt aber, dass es in vielen Ehen temporär Schwierigkeiten gibt, welche es zu überwinden gilt. Bei einer Lebensgemeinschaft (= wilder Ehe) genügt dann oft das Wort "Schleich dich" und die Sache ist erledigt. Dann wird meist nur mehr über das gemeinsame Eigentum und die Sorgepflicht der gemeinsamen Kinder gestritten. Bei einem Trauschein rauft man sich oft wieder zusammen, was natürlich nicht immer funktioniert. Dann ist eine Trennung doch besser.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 17:58

      GOP,
      "...dass es in vielen Ehen temporär Schwierigkeiten gibt..."

      Die "Schwuchteln" wollen "heiraten" und mehrfach die "Witwerpension" kassieren. Haben Sie da noch immer nicht "geschnallt"???!!!

      Von welcher Ecke kommen Sie... um Himmels willen!!!

    • Bodo
      06. April 2012 18:42

      Wenigstens pflanzen sich die Homosexuellen beiderlei Geschlechts nicht fort!

    • GOP
      06. April 2012 20:14

      Erich Bauer:
      Die Witwenpension wird bei neuerlicher Verehelichung gestrichen. Also gibt es keine mehrfachen Witwenpensionen (auch nicht für Witwer). Was es aber sehr oft gibt, ist die Lebensgemeinschaft einer Witwe mit einem "neuen" Partner, um die Witwenpension sowie die eigene Pension in die Gemeinschaft einzubringen. Ob später erleuchtete "Warme" dabei auch einen Vorteil erzielen, kann ich mir nicht gut vorstellen.

    • phaidros
      07. April 2012 07:21

      So, hier der geschuldete »Vernunftschluss«:

      Im Imam-Thread wurde die These vertreten, das AT enthielte ähnliche Brutalität wie der Koran. Das löste den (beinahe zornigen) Konter aus: das Christentum wäre keineswegs vegleichbar, zumal das AT ohne NT (nicht meine Formulierung) »nur ein Haufen Schrott« wäre. Erst durch das NT würde Sinn gestiftet (Anm. persönlich kann ich mit Aussagen dieser Art nicht allzuviel anfangen, weil sie mir viel zu vage sind. Außerdem war Christus Jude, und das Judentum hat bis heute nur das AT und leitet keine religiöse Gewalt daraus ab. Was mE zeigt, dass die Schrift (Koran) nur von Brandrednern missbraucht wird - aber ich will nicht die Diskussion aus dem Imam-Thread hierher verschleppen)

      Nebenbei bemerkt bedarf offenbar auch das Wort Gottes von Zeit zu Zeit einer »Aktualisierung«, sonst hätte Er kaum seinen Sohn senden und ermorden lassen müssen.

      Hier hieß es dann: 3. Buch Moses »Wer bei einem Manne liegt...«, ein Zitat aus dem AT. Ganz klar eine der Stellen, die ähnlich brutal gegen Anderslebende vorgeht, wie der Koran das tut und es ihm so gerne vorgeworfen wird.

      Daher meine Frage, welche »sinnstiftende« Passage des NT mir entgangen wäre, Antwort: 3 Mos kommt im neuen Testament nicht vor, und daher mein »Q.e.d« (für Uneingeweihte: »Quod erat demonstrandum.« (»Was zu zeigen war«), was man gern als kurze Abschlussfloskel unter einen fertig geführten Beweis setzt), das war schon alles.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • simplicissimus
      07. April 2012 08:22

      danke phaidros für den vernunftschluss.
      für mich sind alle diese bücher, die das AT als grundlage haben, archaische menschenwerke, regeln fürs zusammenleben mit einer "letzten instanz", der autorität gott, die zugleich tröstet und schützt. damit auch schlitzohren sich gefälligst an die regeln halten, ist der teufel noch dazugekommen. das NT ist zweifellos der wesentliche unterschied zu den anderen 2 religionen und wahrscheinlich auch der humanste. hat die kirche trotzdem nicht von furchtbaren greueltaten abgehalten.
      alles andere überlasse ich getrost den theologen.

  29. schreyvogel
    06. April 2012 10:25

    Ein schuler Pfarrgemeinderat ist nur der erste Schritt. Lesbische Bischöfinnen gibt es bereits in den protestantischen und anglikanischen Kirchen. Eine lesbisch verpartnerte Päpstin scheint heute nicht mehr ganz undenkbar.
    Schönborn hat die Tür dazu einen Spalt weit geöffnet.

    O tempora o mores!

    • phaidros
      06. April 2012 21:51

      Was wäre das Problem bei einer lesbisch verheirateten Päpstin?

      BG ph. (v.htc)

  30. Censorius
    06. April 2012 10:06

    Seit Kardinal König macht sich in der österreichischen katholischen Kirche eine nach links öffnende Haltung breit, die die klaren Richtlinien des kanonischen Rechtes verwischt und an Glaubensgrundsätzen kratzt.
    Kardinal Schönborn ist nur ein Glied in dieser Kette. Offensichtlich scheut auch er zurück, gegen die Meinung des Boulevard aufzutreten.
    Die Bestellung eines homosexuellen Pfarrkirchenrates nach einem gemeinsamen Mittagessen an dem auch der homosexuelle Partner teinahm.
    Wie hätte Jesus ( wir kennen es aus der Bibel ) gesagt ?
    " Eure Sünden sind euch vergeben, geht hin und sündigt fortan nicht mehr ! "
    Was sagt das Osterweichei Schönborn ? " Zwei liebe Leute ".
    Schaden erleidet die Kirche. Fälschlich vermeint sie durch eine Öffnung zu linken
    Ideen, Liberalismus und mit homosexuellen Kirchenräten über die Runden zu kommen.
    In Wirklichkeit punktet sie dort, wo sie in traditioneller Aufechterhaltung ihrer Grundsätze Stärke zeigt.
    Aber vielleicht will sich Schönborn nur eine Fahrkarte nach Rom lösen.

  31. Undine
    06. April 2012 09:54

    Jetzt können sich einige Ränkeschmiede wieder ins Fäustchen lachen! Wieder ein Sieg im Kampf gegen die Kirche errungen! Ist denn jemand wirklich so naiv zu glauben, daß Homosexuelle ernsthaft daran interessiert sind, Gottes Segen, bzw. den der Kirche für ihr Zusammenleben aus tiefster Seele zu wünschen? Und das noch dazu in einer Zeit, wo ein großer Teil der normalen, also heterosexuellen Paare ganz bewußt auf eine Legitimierung ihres Zusammenseins durch Standesamt und Kirche verzichtet?

    Wozu brauchen dann plötzlich homosexuelle Paare (heutzutage!) unbedingt einen unter Progressiven (1968!) einst lächerlich gemachten "altmodischen" Trauschein?

    Ist es nicht gut getarnte Heuchelei und eher eine Art Trotzverhalten, das diese Menschen antreibt, etwas erzwingen zu wollen, Grenzen auszuloten, um sie dann triumphierend überschreiten zu können?
    Das Motto dürfte lauten: Wir, die Homosexuellen, dürfen nicht kritisiert werden, also darf uns auch nichts, was wir wünschen, verweigert werden, und sei es noch so an den Haaren herbeigezogen. Das hat auch für den neuesten Anlaß (Pfarrgemeinderat) zu gelten.
    Als nächstes wird dann ein homosexueller Papst--ein Quotenpapst-- gefordert.....

  32. socrates
    06. April 2012 09:45

    Charakteristisch ist, daß nur die katholische Kirche geprügelt wird. Der Islam, die Juden, die Hindus, die Orthodoxen ......... werden ausgelassen, als ob Sodom und Gomorra nicht im AT vorkommt. Der Medienzirkus ist also fast blind, nur wenn er unsere Gesellschaft und Moral untergraben will, schlägt er zu. Eine miese Kampagne unserer hochbezahlten, privilegirten Jounaillie.

  33. logiker2
    06. April 2012 08:28

    Die Partei ist die Kirche und der Parteivorsitzende Gott. Das die Linken mit den christlichen Werten wie Moral, Ehrlichkeit,Enthaltsamkeit, Achtung des Eigentums, Leistungsbereitschaft usw. nichts am Hut haben, beweist ihr als permanenter Feldzug gegen die Kirche. Institutionen welche nach Grundsätzen leben, sind ihnen ein Gräuel, man muss eben sehr flexibel sein (zB.:politische Wendehälse) um die Gläubigen bei Laune zu halten. Das KK jubelt ist klar, wurde durch die Entscheidung des Kardinals doch endlich die Kirche für zeitgeistige Erscheinungen geöffnet.

  34. Gerhard Pascher
    06. April 2012 07:03

    Es ist makaber, wenn am Karfreitag dieses Thema im Tagebuch behandelt wird. Im Zusammenhang "Kirche und Homosexualität" sollte aber auch der Zölibat betrachtet werden, welcher in der katholischen Kirche für Papst, Bischöfe und Priester obligatorisch ist. Tatsache ist aber, dass der Apostel Paulus es den Gemeindeleitern freigestellt hatte, verheiratet oder ledig zu bleiben. Er hat aber erwähnt, dass Ledige sich mehr ihren Aufgaben widmen können, da sie keinerlei Verpflichtungen gegenüber Frau und Kindern haben. Andererseits darf man nie vergessen, dass der Apostel Petrus - welcher von der katholischen Kirche als "erster Papst" betrachtet wird - auch verheiratet war.
    Der erst viel später von der katholischen Kirche erzwungene Zölibat ist eigentlich gegen die menschliche Norm, denn sexualle Triebe lassen sich vielfach nicht komplett unterdrücken. Daher gab und gibt es immer wieder Priester, welche sich an denen ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen "vergehen". Ebenso gibt es immer wieder "wilde Ehen" von Geistlichen, aus welcher sogar oft "lediger Nachwuchs" gezeugt wird. Sogar Päpste waren davon nicht verschont, wie die berühmte Lucrezia Borgia uns bewiesen hat.

    • Pumuckl
      06. April 2012 08:22

      Auch zwei meiner Vorfahren waren im zwölften Jahrhundert in Brixen und Bozen Bischöfe, und hatten legitime Nachkommen.
      Kann sich die Kirche von der selbstauferlegten Bürde des Zwangszölibates wirklich nicht befreien?

  35. Markus Theiner
    06. April 2012 06:59

    Die Einstellung der Kirche zu manchen Punkten habe ich nie ganz nachvollziehen können. Und zwar nicht weil es nicht in den Zeitgeist passt oder (heutzutage) schwer zu leben ist. Eine populistische, den Wünschen der Menschen nacheilende, Kirche wäre sinnlos.
    Aber ich begreife schon nicht wo da die ewige Wahrheit herkommen soll.

    In der Bibel steht etwa:
    "Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren;
    [...]. Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?" (1 Tim 3,2 und 4-5)


    Der Zölibat passt dazu nicht wirklich.

    Dass man Wiederverheiratete und Homosexuelle wegen der Heiligkeit der Ehe auf Abwegen wandeln sieht ist schlüssig und dass man sie von geistigen Ämtern ausschließt wäre auch nachvollziehbar. Aber wie passt der Ausschluss aus der Gemeinde und Sakramenten zur Botschaft der grenzenlosen Liebe Gottes und dem Gebot der Nächstenliebe? Liebe deine Feinde, tu denen wohl die dir Übles wollen. Selbst den massenmordenden Irren soll man verzeihen, die einem gerade eine AK47 an die Schläfe halten, aber um Gottes Willen, lasst keine Schwulen ins Haus Gottes.

    Gut, aber das ist eine theologische Debatte, die zu führen ich nicht wirklich qualifiziert bin. Vermutlich kann man das auch anders sehen.

    Wenn man aber schon solche Ansichten vertritt, dann bitte auch konsequent. Sonst verliert man schnell an Glaubwürdigkeit.

    Diesmal haben also aus meiner Sicht beide Recht, auch wenn KKP hier - allerdings nachvollziehbarer Weise - eher einen Angriff von Außen als Kritik von Innen übt.

    Und am Rande: Bin ich der Einzige, der bei der Erwähnung absurden "Strafe Gottes" Erklärung für Naturkatastrophen an die noch absurdere "Rache der Natur" Erklärung mancher Öko-Spiritisten denken musste?

    • werauchimmer
      06. April 2012 09:41

      Gut, aber das ist eine theologische Debatte, die zu führen ich nicht wirklich qualifiziert bin.

      Sehe ich nicht so. Denn der Prophet muss zum Berg, nicht der Berg zum Propheten (- mit analoger Anwendbarkeit).

      Und am Rande: Bin ich der Einzige, der bei der Erwähnung absurden "Strafe Gottes" Erklärung ...

      Ohne ein Bibelkenner zu sein: In der Bibel soll es sogar noch absurder zugehen. Dort vernichtet Gott die Einwohner von Sodom und Gomorrha (oder wie man das schreibt).

    • werauchimmer
      06. April 2012 10:00

      Nachsatz:

      Der Glaube, dass die Natur göttlich beseelt ist, ist allen Religionen eigen.

    • phaidros
      06. April 2012 13:04

      Rechnen Sie auch den Buddhismus den Religionen zu, werauchimmer?

    • werauchimmer
      06. April 2012 13:59

      Den Buddhismus eint mit den Religionen der Glaube an die Geistnatur des Menschen. Er glaubt auch an eine vom Materiellen abgehobene Wesenheit jedes Lebewesens, worin man eine Parellele mit den Monaden Leibnitzs sehen kann.

      Der Buddhismus stell weiters Götter und Dämonen nicht in Abrede, für ihn sind sie lediglich nicht wesentlich. In der Folklore bzw spirituellen Rezeption gibt es daher unzählige Mischformen und Übergänge zu Lamaismus, Schamanismus, Hinduismus. - Ich erwähne das, weil demnach Götter und Dämonen Geistkräfte auf die Natur zur Anwendung bringen können. Auch hier wird also der Natur ein metaphysisches Moment zugedacht.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 18:41

      werauchimmer,

      Sie haben keine Ahnung über den Buddhismus. Beschränken Sie sich bitte auf Esoterik und Astrologie. KRONE, Heute und ÖSTEREICH kann Sie da sicher gut bedienen...

    • werauchimmer
      06. April 2012 22:28

      @ Bauer:

      Habe ich was Falsches gesagt?

      Oder können Sie eine Abneigung nicht richtig artikukieren, dass Sie mich quasi anpinkeln müssen?

  36. Observer
    06. April 2012 06:47

    Bei den christlichen Religionen sollten nur die Ausführungen der Bibel/Heiligen Schrift, auch Wort Gottes genannt, gelten. Dort wird zwar die Homosexualität nicht namentlich erwähnt, aber als natürliche sexuelle Partnerschaft wird eben nur eine Ehe zwischen Mann und Frau genannt. Dies entspricht auch den normalen Vorstellungen der Ethik und wird übrigens auch bei allen anderen Religionen so gehandhabt.
    Wenn nun einzelne christliche Führungskräfte Toleranz und Zugeständnisse zu den heutigen offenen Lebensformen zeigen, dann kann dies nie im Einklang mit den biblischen Prinzipien sein.
    Homosexualität wie auch Masturbation ist und bleibt eben abnormal. Freundschaftliche (aber "enthaltsame") Partnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Personen sind aber aus biblischer Sicht möglich.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 09:28

      Observer,
      "...Dort wird zwar die Homosexualität nicht namentlich..."

      3. Buch Mose (Levitikus):
      "Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel. (Lev 18,22)

      Was nicht heißt, daß man "Steine" werfen darf...

    • phaidros
      06. April 2012 11:52

      Das verblüfft mich jetzt aber, haben wir im Islamthread doch erfahren, dem AT würde keine rechte Bedeutung mehr zukommen!?

    • Susa
      06. April 2012 13:31

      @ phaidros

      Die "Erfinder" des "Alten Testaments" sind von ihren damaligen Ansichten bis heute um keinen Jota abgewichen.

    • Erich Bauer
      06. April 2012 13:34

      Observer,

      Übrigens, waren Sie das, der behauptet hat, daß die letzte biblische Nachfolgereligion dem AT keine rechte Bedeutung mehr zumißt!?

    • Observer
      06. April 2012 13:37

      Erich Bauer:
      Danke für das Bibelzitat, welches ich heute am Morgen nicht so schnell gefunden habe (ich fand nur einen Vers mit den "Kontakten" zu Tieren). Die Geschichte des Zölibats ist sehr wechselhaft und erst beim zweiten Laterankonzil 1139 hat man einen Schlussstrich gezogen, wo auch bereits verheiratete Männer nicht mehr zum Priester geweiht werden durften. In den orthodoxen Ostkirchen wie auch den evangelischen Kirchen gelten diese Enthaltsamskeitsregeln nicht, denn da herrscht ein anderes Verständnis von den Vorbildern der Gemeindehirten. Erst ein mutiger, aufgeschlossener und jüngerer Papst wird da etwas ändern können - von Benedikt XVI sind solche notwendige Entscheidungen nicht zu erwarten.

      Phaidros:
      das Alte Testament ist für alle Christen weiterhin eine sehr wichtige Glaubensgrundlage. Allerdings wird manches durch das Auftreten von Jesus Christus und das später entstandene Neue Testament aus einer anderen Perspektive betrachtet bzw. sind einige Aussagen vom AT einfach "überholt". Denn Jesus ist der im AT angekündigte Retter, was von den Juden leider bis heute nicht anerkannt wurde und diese daher weiterhin auf den versprochenen Erlöser warten.

    • Observer
      06. April 2012 13:38

      Erich Bauer:
      Wo und wann habe ich diese Behauptung aufgestellt?

    • Erich Bauer
      06. April 2012 17:49

      Observer,
      "...Wo und wann habe ich diese Behauptung aufgestellt?..."

      Ich wußte einfach nicht wen "phaidros" diesen Vorwurf machte. Mir hätte er ihn auch nach genauester Durchsicht der VORRATSDATENSPEICHERUNG nicht machen können... Also, blieben in diesem inkriminierten Thread vorest nur Sie übrig...

      Aber, es hat sich ja mittlerweile herausgestellt, daß "simplicisimus" der Übeltäter war... Wenngleich auch dieser diese Behauptung nicht aufgestellt hatte...

      Ich weiß auch nicht, was dieser "phaidros"-Vorwurf in dieser, unserer, Unterhaltung sollte...

    • phaidros
      06. April 2012 18:57

      Vorwurf? An Sie? Verstehe ich beides nicht.

      Um 13:42 habe ich den Link doch herein gestellt, aber gerne nochmal: http://www.andreas-unterberger.at/2012/03/die-imame-die-deutsche-sprache-und-die-toleranz/#comment-177635

    • phaidros
      06. April 2012 22:00

      @Observer: danke, ist mir klar. Als das im Imam-Thread zur Sprache kam, war jedoch die Hölle los*), man könne nicht den Koran und AT vergleichen, weil AT eben für sich allein so nicht mehr das Christentum definiere. Ist auch ok. Aber das Judentum, das als Religion auch nicht gewalttätig ist. Auch von daher meine ich, dass es nicht so aisschlaggebend ist, was in der jeweiligen Schrift steht, wie sich die Anhänger einer Religion geben.

      Aber das gehört eigentlich in den anderen Thread.

      BG ph. (v.htc)

  37. efrinn
    06. April 2012 05:22

    Auch in dieser Konfrontation ist Frau KKP wieder voll auf dem Parteikurs. Die Kritik an einer ungeliebten Kirche läßt sich auch in euphemistische Worte kleiden. Der Passus
    "Die Entscheidung ist indirekt auch ein Erfolg der Reformgruppe rund um Helmut Schüller und den Unterzeichnern des "Aufrufs zum Ungehorsam". Sie lässt überdies hoffen, dass andere Steinzeitdogmen der Kirche wie z. B. die Haltungen gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen oder zum Zölibat entkrampft werden." ist Teil eines langjährigen Konzeptes, die Kirche zu spalten. Reformgruppe gegen Steinzeit-Dogmatiker. Der VSSTÖ läßt grüßen!

  38. ambrosius
    06. April 2012 03:52

    Ob nun Talmud, Katechismus ,Mullahkratismus: die starren Regeln, mit denen man-
    mit und ohne theologiisch begründbaren- starren Gesetzen das Leben von Menschen reglementieren will sind bei rational denkenden Menschen nicht akzeptiert und in unserer säkularen Gesellschaft- dem Herrn sei`s gedankt- auch nicht durchsetzbar.
    Wir haben heute drei Kategorien von Menschen:
    1)Diejenigen, die unter achtbaren Überlegungen und hoher Ethik ihren eigenen Weg zu Gott suchen und wohl auch finden werden-egal welche Irrtümer sie auch begehen mögen.
    2) Diejenigen, die meinen daß ohne viel Überlegungen " eh alles erlaubt ist"
    (Beichten kann man immer noch, wenn`s an`s Sterben geht)
    3) Diejenigen, die ob gering ausgeprägter Persönlichkeit und Intelligenz ( siehe Canetti) ihre Existenz in der Masse aufgeben wollen, also Talmud,Katechismus oder muslimischen Fundamentalismus brauchen um sicher zu sein.

    Wenn schon Kirche, dann ist mir eine suchende Kirche, eine Kirche die sich auch mal Irrungen und Wirrungen aussetzt, wesentlich lieber als eine solche, die im Anspruch auf absolute Herrschaft/die absolute Warheit, jeden Schwachsinn mit Scheiterhaufen und Schwert durchsetzen will.

  39. Pumuckl
    06. April 2012 03:37

    Der wirklich liebenswürdige, intellektuelle*, in alle Richtungen biegsame Kardinal Schönborn paßt halt leider wirklich besser in unsere Zeit, als z. B. Bischof Kren, welcher bekanntlich aus ganz anderem Holz geschnitzt ist.

    Für die in ihren eigenen Dogmen gefangene katholische Kirche ist es halt wirklich oft schwer, das Richtige zu tun.

    * Mir fällt keine, von den Medien als Intellektueller gefeierte Persönlichkeit ein, für die auch das Prädikat " geradlinig " zutreffend wäre.

    • Pumuckl
      06. April 2012 03:46

      Bei aller Unterschiedlichkeit der gesellschaftlichen Herkunft scheint mir Kardinal Schönborn in seiner Persönlichkeitsstruktur einige Gemeinsamkeiten mit Präsident Heinz Fischer zu haben.

    • schreyvogel
      06. April 2012 10:55

      Pumuckl,
      man kann nur hoffen, dass er nie Papst wird.

    • schreyvogel
      06. April 2012 11:29

      "Geradlinige" Persönlichkeiten nennen die Medien "polarisierend" (abwertend, im Sinne von "nicht p.c.-konform").

    • Undine
      06. April 2012 13:35

      @schreyvogel

      Bei der übernächsten Papstwahl werden unsere Emanzen vom Schlage einer Heinisch-Hosek bestimmt schon die Quotenregelung fordern! ;-(

  40. libertus
    06. April 2012 01:07

    A.U.s Analyse finde ich absolut zutreffend, denn bisher war die katholische Kirche wenigstens für ihre eindeutigen Richtlinien bekannt, egal ob man damit einverstanden war oder nicht.
    Jetzt hat es Kardinal Schönborn geschafft, dem Linkskatholenflügel nachzugeben und die Kirche in Österreich auf einen gefährlichen Schlingerkurs zu bringen.

    Das könnte eine weitere Aushöhlung dieser ohnedies gebeutelten Glaubensgemeinschaft nach sich ziehen, denn ich betone wie schon des öfteren, daß bei anderen Religionsgemeinschaften die mit radikalen Grundsätzen wesentlich mehr Zulauf haben, als jene, die sich jeder neuen Strömung anpassen, oder gar der seuchenartig um sich greifenden politischen Korrektheit.

    Was dürfen wir unter diesen "modernen" Einflüssen wohl als nächstes erwarten?

  41. Buntspecht
    06. April 2012 00:40

    Es ist noch nie passiert, aber hier finde ich den Beitrag von Krawagna erstmalig teffender, obwohl A.U. viel Richtiges aufzeigt und vor allem die Doppelbödigkeit dieser Entscheidung zuRecht anprangert.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung