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Let's forget about tomorrow

Es kann nun kein Zweifel mehr bestehen: Nach der Aufgabe Rick Santorums wird Mitt Romney die Republikaner in die amerikanischen Präsidentschaftswahlen führen. Ist das eigentlich gut oder schlecht für Amerika und die Welt?

Nun, wer die Entthronung von Barack Obama als Hauptziel ansieht, der wird das gut finden. Hat doch Romney nach allen Umfragen die relativ besten Aussichten gegen den Amtsinhaber. Weniger gut wird der Eindruck, wenn man sich die Persönlichkeit Romneys anschaut. Er ist der Inbegriff eines glatten und wendigen Geschäftsmannes und Politikers, der sich so ziemlich alles für kaufbar hält. Wirklich authentisch scheint an ihm wenig (was freilich bei der Überinszenierung amerikanischer Wahlkämpfe immer besonders schwer zu beurteilen ist).

Umso authentischer war Santorum mit seiner tiefen und allem Anschein nach echten Religiosität. Diese wurde zwar von den Medien ab der ersten Sekunde belächelt, scheint aber eine tiefe Sehnsucht in vielen Menschen anzusprechen. Sonst wäre der totale Außenseiter Santorum im Wahlkampf nicht so weit vorgedrungen, obwohl er nur einen Bruchteil des Geldes von Romney zur Verfügung hatte.

Freilich: Aller Bedarf an Ehrlichkeit und Authentizität kann nicht überdecken, dass Religiosität, Familienwerte und Anständigkeit noch kein abendfüllendes politisches Programm sind. Und an dem muss Santorum noch ordentlich arbeiten. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass sich Amerika zunehmend polarisiert, was es ihm auch beim nächsten Mal nicht leicht machen wird: Auf der einen Seite steht die breite Wiedererweckung christlicher Werte (nicht zuletzt durch die vielen zugewanderten Latinos), auf der anderen nimmt auch das deklariert atheistische Lager zu. Diese wachsende Spannung ist nicht gut für die geistige Einheit des noch immer wichtigsten Landes der Welt.

Obama kann ab sofort jedenfalls nicht mehr damit rechnen, dass ihm die Republikaner selbst die Schmutzarbeit abnehmen, indem sie sich gegenseitig öffentlich zerfleischen. Jetzt werden sie alle Attacken auf den Präsidenten richten und auf die durchaus belegbare Vermutung, dass er im zweiten und damit letzten Amts-Durchgang eine viel linkere Agenda haben wird als im ersten. Ungeachtet der Tatsache, dass viele Journalisten jede scharfe Kritik an Obama sofort als Rassismus denunzieren werden.

Obama kann aber auf etwas anderes hoffen: Dass die Sonderschichten der amerikanischen und der europäischen Notenbank beim Gelddrucken noch bis zum Wahltag die wirtschaftliche Lage halbwegs sonnig halten werden. Das ist zwar alles andere als eine nachhaltig sinnvolle Wirtschafts- und Währungspolitik. Aber Wähler haben sich in der Geschichte allzuoft für das vorerst Angenehmere entschieden. Was Obama derzeit die besten Chancen auf die eigene Nachfolge gibt. Was den schärfsten ökonomischen Denker unter den Republikanern, nämlich Ron Paul, auf den aussichtslosen vierten Platz abgeschoben hat.

Diese Haltung hat der Amerikaner Frank Sinatra in die nicht nur bei Whisky-Trinkern an der Bar populären Worte gegossen: Let's forget about tomorrow.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    12. April 2012 08:41

    Dem hellsichtigen Kommentar unseres A.U. über die Wahlchancen der beiden nun feststehenden Kontrahenten ist kaum etwas hinzuzufügen.

    Der vierte Absatz lässt mich auf österreichische (und insgesamt auch europäische) Verhältnisse zurückkommen:
    so wie Herr Santorum und seine Anhängerschaft, sind wir Bürgerlichen, Liberalen und Religiösen eben leider auch nicht mehr wirklich mehrheitsfähig; weite Kreise unserer Bevölkerungen leben in einem Stadium des sozialgestützten Wohlstandes, frönen der Beliebigkeit und des technischen Fortschrittsglaubens, und haben für religiöse und philosophische Welterklärungssysteme zunehmend kein Gehör und Verständnis!

    Da nützen auch unsere Warnungen und wohlgemeinten Rückerinnerungsversuche in Richtung: "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" leider recht wenig!

    Dem Zeitgeist, befördert und gefördert durch alle alten und neuen Medien unserer hochtechnisierten Welt, unterstützt durch populistische und mehrheitsgeile Politik unserer Staatsführungen, wird es wohl gelingen, die von uns recht Wenigen
    hochgehaltenen Ideale und Lebensrezepte nicht in breitere Volksschichten einwirken zu lassen.

    Diesmal ein Hauch von Pessimismus seitens des Wertkonservativen; in der Einschätzung dieser Entwicklungen auf die Zukunft unserer Gesellschaft und Politik ist schonungsloser Realismus jedoch wohl angebracht!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    12. April 2012 01:05

    Barack Obama wird eine 2. Amtsperiode nicht zunehmen sein, denn wie hier schon richtig bemerkt, kann man jeden schärferen Angriff auf ihn als Rassismus abschmettern und damit hat es der politische Gegner - egal wer auch immer - nicht ganz leicht in einem Wahlkampf.

    Für Europa allerdings ist vermutlich der Wahlgewinner eher zweitrangig, denn weder Barack Obama, noch Mick Romney können unsere schwierigen finanziellen und wirtschaftlichen Probleme lösen, das müssen die Europäer schon selber in die Hand nehmen.

    Die wichtigste Forderung wird uns Obama hoffentlich erfüllen, nämlich daß er als Friedensnobelpreisträger während seiner weiteren Präsidentschaft keinen neuen Krieg vom Zaun bricht, das sollten wir auch morgen nicht vergessen!!!!

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. April 2012 09:34

    Let's forget about tomorrow.

    Ich sehe, dass sich bei den Republikanern die 'Methode' durchgesetzt hat, (Privat)Geld und drüberfahren über den schwächeren Konkurrenten.

    Ich sehe bei den Demokraten, dass sich auch dort die Methode durchgesetzt hat. (Steuer)Geld und drüberfahren über Volk und Konkurrenz.

    Damit sehe ich auch dort das Abheben der Politik von der Realität, von den Menschen, von der Auseinandersetzung und damit auch dort keine Demokratie mehr. Die Amerikaner haben die Wahl zwischen Republikanern und Demokraten, beiden ist die Bevölkerung egal, die einen benutzen sie als Konsumvieh oder Arbeitsvieh, die anderen als Demonstrationsvieh, Konsumvieh und Ideologievieh.

    Also auch dort weder eine politische Eigenverantwortlichkeit der Politik noch beim Volk. Also auch dort ein Weiterwursteln in Richtung Abgrund.

    Ähnlich wie bei uns, bloß sind hier die Milliardäre Mangelware.

    Solange das Volk sich nicht selbst einbringt und sich nicht selbst Gedanken über die politischen Probleme macht, solange die Parteien einfach nur Effekthascherei betreiben, sprich 'Goodies', Selbstbedienung und 'Wahlsiege' im Auge haben, solange wird es keine wirkliche Demokratie geben können.

    Auf diesem Gebiet scheinen die Schweizer die besten zu sein.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorschreyvogel
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    12. April 2012 14:10

    Es ist ziemlich egal, wer die U.S.-Wahlen gewinnt.

    Wie sowohl G.W. Bush als auch Barack Obama gezeigt haben, wird U.S.-Politik nicht von Parteien oder Präsidenten gemacht, sondern von Interessensgruppen (Lobbies), die die Politiker über Funding und mediale Unterstützung (auch mediale Erpressung) ansteuern. Die wichtigsten Führer dieser Lobbies gehören einer recht kleinen Religionsgemeinschaft an.

    Nur wer dies durchschaut hat, wird die amerikanische Politik begreifen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorPaige
    1x Ausgezeichneter Kommentar
  6. Ausgezeichneter KommentatorPete Sahat
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    13. April 2012 01:05

    Aus ökonomischer Sicht wäre Ron Paul (trotz seines Alters!!) natürlich der beste Kandidat gewesen. Ob eine völlige Aufgabe der Außenpolitik allerdings im Interesse der Amerikaner ist, ist sehr fraglich.
    Gingrich ist themenmäßig auch nicht ideal für mich, und Santorum - siehe oben.
    Romney ist für mich kein wirklicher Kontrastpunkt zu Obama - beide aalglatte Politiker.
    Insgesamt keine berauschende Auswahl, wo doch angesichts der Wirtschaftslage es ein leichtes für die GOP wäre, mit einem echten Zugpferd Obama zu einem one term president zu machen.

    ps: Michelle Bachmann hätte mir gefallen.

  7. Ausgezeichneter KommentatorGrantiger Alter
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    12. April 2012 11:56

    @Cotopaxi:
    Wenn ich mich recht erinnere, hat Obama versucht, Guantanamo zu schließen, und wurde daran von der republikanischen Kongressmehrheit gehindert; war es nicht so? Allerdings hatte er in den beiden ersten Jahren eine demokratische Mehrheit im Kongress; aber das von Bush jr. hinterlassene Problem war (und ist) ja riesig und war wohl nicht auf einen Streich zu lösen. Weiss übrigens jemand hier, ob Obama die von Bush erteilte Erlaubnis zum Foltern aufgehoben hat?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPete Sahat
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    13. April 2012 01:05

    Aus ökonomischer Sicht wäre Ron Paul (trotz seines Alters!!) natürlich der beste Kandidat gewesen. Ob eine völlige Aufgabe der Außenpolitik allerdings im Interesse der Amerikaner ist, ist sehr fraglich.
    Gingrich ist themenmäßig auch nicht ideal für mich, und Santorum - siehe oben.
    Romney ist für mich kein wirklicher Kontrastpunkt zu Obama - beide aalglatte Politiker.
    Insgesamt keine berauschende Auswahl, wo doch angesichts der Wirtschaftslage es ein leichtes für die GOP wäre, mit einem echten Zugpferd Obama zu einem one term president zu machen.

    ps: Michelle Bachmann hätte mir gefallen.


alle Kommentare

  1. Rogina (kein Partner)
  2. Sangeen (kein Partner)
    21. Januar 2015 16:28

    Wow I must confess you make some very trahcnent points.

  3. Liliana (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:12

    Great post with lots of imoartpnt stuff.

  4. Jessica (kein Partner)
    20. Januar 2015 15:14

    With the bases loaded you struck us out with that anewrs!

  5. Thiago (kein Partner)
    19. Januar 2015 11:02

    I bow down humbly in the presence of such greantess.

  6. Nolwenn (kein Partner)
    14. April 2012 18:51

    Obama wird sich letztlich durchsetzen weil auch die Amerikaner nicht einen noch rechteren Präsidenten im Amt haben wollen. Dass sich Obama als alles andere wie liberal oder wenigstens Mitte gezeigt hat, dürfte alle entäuscht haben aber es fehlt eine Alternative.

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      15. April 2012 14:25

      Mich hat er in keiner Weise enttäuscht!

      Sieh Dir einmal die Widerstände an, gegen die er anzukämpfen hat.
      Ich schreibe hier nur > Gesundheitsreform - Sozialversicherung, > die ganz offensichtlich höchst beschränktendie Tea - Party Narren, der Knservative Flügel an sich welcher nur seine eigenen Milliarden im Blichkfeld hat und soinst gar nix.

      Obama ist stark!

  7. Paige
    14. April 2012 13:46

    ... for tomorrow never comes

  8. Basileos (kein Partner)
    13. April 2012 18:00

    Außerdem wird Kritik an Obama in Amerika nicht als rassistisch eingestuft. Ich selber wohne schon 5 Jahre hier und habe beobachtet, daß niemand es sich heutzutage leisten kann, mit dem amerikanischen Äquivalent der Nazikeule herumzuschwingen. Zumindest was den Präsidenten betrifft, bei Fällen wie z.B. Trayvon Martin sieht es leider total anders aus.

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      13. April 2012 22:23

      Wäre de Begriff "rassistisch" noch nicht in der Welt, Unterberger würde wohl ganz anders schreiben, über Obama, ... frei von der Leber weg!

      Aber so?
      *g*

    • DILEtant (kein Partner)
      13. April 2012 22:54

      DILE, ich bins wieder. Der versteckte hinweis. FB, gib einen tipp usw. ....

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      13. April 2012 23:28

      DILEtant ... erinnert mich an ELEFANT ...

    • Diskussionsleiter (kein Partner)
      14. April 2012 01:16

      DILEtant, hau dich über die Häuser, du Nervensäge.

  9. Basileos (kein Partner)
    13. April 2012 17:52

    Dr. Unterberger scheint über die politischen Umtriebe der amerikanischen konservativen Rechten nur teils informiert zu sein. Insbesondere ist der Absatz betreffend Santorum viel zu verharmlosend. Die "Sehnsüchte" der ohnehin schon übertrieben religiösen amerikaischen Rechten (Tea partiers etc) sind nicht auf Sirituelles beschränkt, sondern spiegeln den Iran und ähnliche Staaten in ihrem Fanatismus wider. Mit"tiefer und echter Religiosität" ließen sich auch die Herren von der al-qaeda gerne beschreiben. Zur Illustration empfehle ich die Radiopredigten von Rush Limbaugh sowie Glenn Becks Auftritte auf Fox. Santorum hat seinen Wahlkampf im Großen und Ganzen auf Verhütung und Abtreibung beschränkt, die er beide bedingungslos ablehnt. Die Medien tun das Ihre dazu, die Anhänger der republikanischen Rechten in ihrem blinden Fanatismus zu bestärken. Wer Santorum sagt, der erwähnt in einem Atemzug genauso Irrlichter wie Michelle Bachmann, Sarah Palin oder George Bush jr.

    Was in Amerika "konservativ" ist, hat mit den europäischen Konservativen nur wenig gemeinsam und wäre hier (gottseidank) politisch nicht überlebensfähig. Die Politik und die öffentliche Meinung sind im Großteil Amerikas, mit der Ausnahme größerer Städte, ohnehin schon viel rechter von der Mitte als in Europa.

    • november (kein Partner)
      13. April 2012 18:00

      Was den Wissensstand von Unterberger angeht, ist Skepsis immer angebracht. Wenn man aber regelmäßig sein Tagebuch liest, könnte man den Eindruck bekommen, dass genau das, was Sie an den amerikanischen Konservativen kritisieren, Unterberger so gut gefällt und auch hier umgesetzt haben möchte.

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      13. April 2012 22:20

      ... Er würde ja auch bestens in die Tea - party, gleich neben Sarah Palin, hineinpassen.

  10. november (kein Partner)
    13. April 2012 08:59

    Der vernünftigste republikanische Kandidat wäre vielleicht Jon Huntsman gewesen. Ich weiß zwar wenig von seinem Wirtschaftsprogramm, aber wenn man aber öffentlich zugibt, dass man Evolution und Klimawandel für real hält, hat man in der modernen Republikanischen Partei schlechte Karten. Auch wenn sich manche hierzulande Mühe geben, hoffe ich doch, dass die amerikanischen Verhältnisse nicht zu uns hinüberschwappen.

  11. D.I.L.E. (kein Partner)
    13. April 2012 01:24

    ..."damit letzten Amts-Durchgang eine viel linkere Agenda haben wird als im ersten. "

    Unterberger ist wohl auch der Meinung dass die Amerikaner von einer allgemeinen Krankenversicherung( - spflicht) verschont werden sollten!
    ... und weiter die wirklich Reichen wirklich wenig Steuern zahlen sollten,
    damit die Ärmeren und die Mittelschicht auch noch etwas zu tun hat!

  12. Pete Sahat (kein Partner)
    13. April 2012 01:05

    Aus ökonomischer Sicht wäre Ron Paul (trotz seines Alters!!) natürlich der beste Kandidat gewesen. Ob eine völlige Aufgabe der Außenpolitik allerdings im Interesse der Amerikaner ist, ist sehr fraglich.
    Gingrich ist themenmäßig auch nicht ideal für mich, und Santorum - siehe oben.
    Romney ist für mich kein wirklicher Kontrastpunkt zu Obama - beide aalglatte Politiker.
    Insgesamt keine berauschende Auswahl, wo doch angesichts der Wirtschaftslage es ein leichtes für die GOP wäre, mit einem echten Zugpferd Obama zu einem one term president zu machen.

    ps: Michelle Bachmann hätte mir gefallen.

  13. schreyvogel
    12. April 2012 14:10

    Es ist ziemlich egal, wer die U.S.-Wahlen gewinnt.

    Wie sowohl G.W. Bush als auch Barack Obama gezeigt haben, wird U.S.-Politik nicht von Parteien oder Präsidenten gemacht, sondern von Interessensgruppen (Lobbies), die die Politiker über Funding und mediale Unterstützung (auch mediale Erpressung) ansteuern. Die wichtigsten Führer dieser Lobbies gehören einer recht kleinen Religionsgemeinschaft an.

    Nur wer dies durchschaut hat, wird die amerikanische Politik begreifen.

    • charlemagne
    • Xymmachos
      12. April 2012 16:37

      Gibt's über die bewußte Lobby nicht ein recht erhellendes Buch von John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt?

    • Bodo
      12. April 2012 22:08

      @schreyvogel et al

      Paßt ausgezeichnet zum Thema:

      http://www.youtube.com/watch?v=EMpFzus68wc

    • Bodo
      12. April 2012 23:05

      @schreyvogel

      Besagte Lobbies finanzieren angeblich zu 50 % der Wahlkampfkosten BEIDER Kandidaten und sind auf diese Weise IMMER auf der Seite des Gewinners. Dass der Gewinner während der gesamten Amtszeit seine "Dankbarkeit" erweist, gehört selbstverständlich zur "Abmachung".

    • Carlo (kein Partner)
      13. April 2012 01:22

      O.K., ich nehme es zur Kenntnis, dass ein Teil(?) der Unterbergergemeinde tatsächlich glaubt, dass die Juden nicht nur die Weltherrschaft anstreben, sondern sie scheinbar schon haben. Bedauernswert! Nicht nur für die Welt, sondern auch für den Geisteszustand hier.

    • Bodo
      13. April 2012 09:01

      @Carlo

      Sie können ja weiterhin die Augen fest zumachen.

    • schreyvogel
      13. April 2012 14:30

      @Bodo

      Ja. Daher haben diese Lobbies die USA eisern im Griff, 'wurscht' wer die Wahlen gewinnt. Abstimmungen im Kongress gehen grundsätzlich immer etwa 10:1 zugunsten Israels aus.

    • Paige
  14. Grantiger Alter
    12. April 2012 11:56

    @Cotopaxi:
    Wenn ich mich recht erinnere, hat Obama versucht, Guantanamo zu schließen, und wurde daran von der republikanischen Kongressmehrheit gehindert; war es nicht so? Allerdings hatte er in den beiden ersten Jahren eine demokratische Mehrheit im Kongress; aber das von Bush jr. hinterlassene Problem war (und ist) ja riesig und war wohl nicht auf einen Streich zu lösen. Weiss übrigens jemand hier, ob Obama die von Bush erteilte Erlaubnis zum Foltern aufgehoben hat?

  15. HJR
    12. April 2012 10:44

    So wichtige Wahlen, wie jene um die US-Amerikanische Präsidentschaft werfen natürlich ihre Schatten voraus. Wenn nun im "rechten Lager" der Exponent von Kapital und Ökonomie gegen den "religiösen und wahrhaftig scheinenden endgültig zum Kandidaten der Republikaner geworden ist, was sagt das nun aus? Welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

    Nun, in erster Sicht scheint damit die Priorität der auf ökonomischen Erfolg gerichteten Politik - zumindest beim "rechten" Publikum größere Zustimmung erfahren zu haben, als eine an (eventuell schon obsolet gewordene) Begriffen von richtig und falsch oder auch von gut und böse orientierte Gesellschaftsidee. Wobei bei den Amerikanern - das sollte man nicht übersehen - das bei uns in Europa (und besonders in Österreich) als "bürgerlich" bzw. "rechts" empfundene Prinzip der "Freiheit in Eigenverantwortung" wesentlich stärker ausgeprägt ist als bei uns. Was sich auch so ausdrücken ließe: Die Synthese von Liberalismus (oder Bürgergesellschaft) und Sozialismus ist in Europa (derzeit) in Richtung der Stärkung der sozialistischen Richtung in Entwicklung.

    Ob diese (möglicherweise grob fahrlässigen Schlussfolgerungen) jedoch Aspekte für eine Prognose des Wahlausgangs in den USA oder gar der im nächsten Jahr anstehenden europäischen Wahlen zulassen, sei dahingestellt.

    Auch die im Raum stehende Frage einer Re-Theologisierung der Politik hat in diesem Zusamamenhang noch keineswegs eine endgültige Antwort gefunden. Denn die durch die Linke in Europa propagierten und sich immer stärker etablierenden Kategorien von "gut" (= multikulturell, permissiv, alimentierend) und "böse" (= freiheits-, werte- und besitzwahrend) zeigen natürlich gewissermaßen auch in eine "(pseudo-)religiöse" (aber nicht kontemplative) Richtung.

    Bezieht man in die Batrachtung auch den sich zuspitzenden Konflikt zwischen dem zunehmenden Migrationsdruck besonders aus islamisch geprägten Weltgegenden mit ein, so dämmern wir hier wahrhaft gigantischen Konfliktpotentialen entgegen, neben denen selbst die US-Wahlen zu Bedetungslosigkeit schrumpfen.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Haider
      12. April 2012 22:40

      Täuscht mich der Eindruck?
      Bei den EU-Netzwerkern bzw. Brüssel-Abhängigen stellt die Linke natürlich noch immer eine gewisse Dominanz dar. Bei den nationalen Wahlen scheint jedoch langsam der Durchblick zu siegen. Globale Manipulierer werden immer öfter durchschaut, langsam wird für sie der Gegenwind rauher. Der Bürger/Wähler beginnt selbst zu denken!

    • Undine
      12. April 2012 23:12

      @Haider

      Schön wär's! Möglicherweise spielt da das Internet eine Rolle; das neutralisiert sozusagen die gleichgeschalteten Medien ein wenig. Auf diese Weise fiele dem technischen Fortschritt ausgerechnet den "progressiven" Linken in den Rücken! :-)

    • Undine
      12. April 2012 23:25

      Soll heißen: ...fiele der techn. Fortschritt...

  16. Josef Maierhofer
    12. April 2012 09:34

    Let's forget about tomorrow.

    Ich sehe, dass sich bei den Republikanern die 'Methode' durchgesetzt hat, (Privat)Geld und drüberfahren über den schwächeren Konkurrenten.

    Ich sehe bei den Demokraten, dass sich auch dort die Methode durchgesetzt hat. (Steuer)Geld und drüberfahren über Volk und Konkurrenz.

    Damit sehe ich auch dort das Abheben der Politik von der Realität, von den Menschen, von der Auseinandersetzung und damit auch dort keine Demokratie mehr. Die Amerikaner haben die Wahl zwischen Republikanern und Demokraten, beiden ist die Bevölkerung egal, die einen benutzen sie als Konsumvieh oder Arbeitsvieh, die anderen als Demonstrationsvieh, Konsumvieh und Ideologievieh.

    Also auch dort weder eine politische Eigenverantwortlichkeit der Politik noch beim Volk. Also auch dort ein Weiterwursteln in Richtung Abgrund.

    Ähnlich wie bei uns, bloß sind hier die Milliardäre Mangelware.

    Solange das Volk sich nicht selbst einbringt und sich nicht selbst Gedanken über die politischen Probleme macht, solange die Parteien einfach nur Effekthascherei betreiben, sprich 'Goodies', Selbstbedienung und 'Wahlsiege' im Auge haben, solange wird es keine wirkliche Demokratie geben können.

    Auf diesem Gebiet scheinen die Schweizer die besten zu sein.

  17. Herby
    12. April 2012 08:46

    OT: Mit Überraschung lese ich gerade eine andere Stimme aus Amerika: Mr. Stiglitz. Auf den ersten Eindruck hört sich das Statement an wie aus der spanischen sozialistischen Partei, es stammt aber von einem Nobelpreisträger:

    Stiglitz: "Überdosis Sparen macht alles nur schlimmer"
    (11.04.2012 13:47 DiePresse.com)

    Der Schuldenerlass für Griechenland sei viel zu gering ausgefallen, sagt der Nobelpreisträger. Er ist überzeugt, dass eine Transferunion den Euro rettet. …..

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/748025/Stiglitz_Ueberdosis-Sparen-macht-alles-nur-schlimmer?_vl_backlink=/home/index.do

    • Erich Bauer
      12. April 2012 09:06

      Stiglitz:
      - und fordert, dass die Europäische Investitionsbank kleinere und mittlere Unternehmen verstärkt mit Krediten unterstützt.

      Also, zusätzlich verschuldet! Die KMUs HAFTEN mit ihrer Existenz für Steuern, Abgaben, SV-Beiträgen… und auch für zusätzliche, mildtätige, verständnisvoll vergebene Kredite. Kennt eigentlich noch irgendjemand den Terminus: Eigenkapital? In der modernen Wirtschaftswissenschaft scheint das nicht mehr vorgesehen zu sein…

    • werauchimmer
      12. April 2012 09:38

      Aber Herr Bauer,

      Eigenkapital braucht nach modernem Wirtschaftsverständnis, wie es massenweise aus allen WUs sickert, allenfalls eine Aktiengesellschaft, aber niemals die mittelständischen, also kleineren Unternehmen. Letztere sollen die Banken leben lassen, damit diese auch Geld für entsorgte Politiker in den Aufsichtsräten haben, und für die obligatorische Anlegerbeobachtung bzw "-betreuung" im Securitate-Ausmaß, usw, usf.

      Dass bspw jedes Verlustjahr eines Kleinbetriebes einem Investitionserfordernis gleichzuhalten ist, das in Relation zur Größe das Volumen eines Großvorhabens bei Aktiengesellschaften erreicht, darauf kommen diese Herrschaften ja nicht! (Und auch sonst müssen Kleinbetriebe fallweise, wenn auch im Allgemeinem nicht regelmäßig, schwer investieren.)

    • Josef Maierhofer
      12. April 2012 09:44

      @ Erich Bauer

      Richtig, ich kann das Wort 'Unterstützung' schon nicht mehr hören.

      Kredit ist keine Unterstützung, Kredit muss ich selbst verantworten, Kredit muss ich mit Zinsen zurückzahlen, Kredit ist das Rauschgift der Gegenwart, Kredit in dieser Form verhindert die Zukunft.

      Es gibt ihn den Kredit, der die Zukunft sichert, es ist dies der Investitionskredit, der unter der Sorgfalt des ordentlichen Kaufmannes kalkuliert wurde und der sich daher rechnet.

      Kredit ist als 'Unterstützung' ist das Tor zur Hölle.

      Offenbar gibt es allzu viele, die diesem Irrtum unterliegen, sonst würden wir heute nicht vor dem Abgrund stehen.

    • Erich Bauer
      12. April 2012 09:58

      werauchimmer,

      Sg. Ich möchte mich bei Ihnen in aller Form entschuldigen. In den letzten Tagen habe ich Sie völlig unnötig und grundlos "angefahren". Es sollte nicht wieder vorkommen.

    • Erich Bauer
      12. April 2012 10:07

      werauchimmer,
      Josef Maierhofer,

      Laut Statistik der Wirtschaftskammer gibt es 400.000 Unternehmer. Davon sind 200.000 Ich.AGs. 100.000 (wahrscheinlich sogar mehr) werden direkt mit Steuergeld "befeuert". Der Rest (100.000) muß das alles schultern.

      Daher will man diesem Rest ein "Danäergeschenk" machen... Eigentlich will man es ihm nur zeigen... denn dieses Geschenk wird ihm flugs wieder entnommen...

    • Josef Maierhofer
      12. April 2012 10:16

      @ Erich Bauer

      Ja, das Böse ist immer und überall ...

    • werauchimmer
      12. April 2012 11:37

      Sg Herr Bauer,

      gerne. Richtige, humorlose Ungusteln schreibe ich nach Eskalationen übrigens überhaupt nicht mehr an, von Ihnen hatte ich vor diesem Zwischenfall einen besseren Eindruck ...

    • brechstange
      12. April 2012 15:29

      @herby

      Ja, der Stiglitz ist eben ein Keynsianer und mir scheint auch ein Opportunist, andere haben eben wenig Chance den Nobelpreis zu ergattern.

      Wenn man Schulden hat, dann ist das schlecht, man verliert alles oder man ist "too big to fail" oder neu "too interconnected to fail". Die erste Gruppe müssen sie eben noch abhängig machen. Die zweite hat sich bereits verkauft. Abhängigkeit, das ist es was Etatisten und Zentralisten wünschen.

  18. Wertkonservativer
    12. April 2012 08:41

    Dem hellsichtigen Kommentar unseres A.U. über die Wahlchancen der beiden nun feststehenden Kontrahenten ist kaum etwas hinzuzufügen.

    Der vierte Absatz lässt mich auf österreichische (und insgesamt auch europäische) Verhältnisse zurückkommen:
    so wie Herr Santorum und seine Anhängerschaft, sind wir Bürgerlichen, Liberalen und Religiösen eben leider auch nicht mehr wirklich mehrheitsfähig; weite Kreise unserer Bevölkerungen leben in einem Stadium des sozialgestützten Wohlstandes, frönen der Beliebigkeit und des technischen Fortschrittsglaubens, und haben für religiöse und philosophische Welterklärungssysteme zunehmend kein Gehör und Verständnis!

    Da nützen auch unsere Warnungen und wohlgemeinten Rückerinnerungsversuche in Richtung: "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" leider recht wenig!

    Dem Zeitgeist, befördert und gefördert durch alle alten und neuen Medien unserer hochtechnisierten Welt, unterstützt durch populistische und mehrheitsgeile Politik unserer Staatsführungen, wird es wohl gelingen, die von uns recht Wenigen
    hochgehaltenen Ideale und Lebensrezepte nicht in breitere Volksschichten einwirken zu lassen.

    Diesmal ein Hauch von Pessimismus seitens des Wertkonservativen; in der Einschätzung dieser Entwicklungen auf die Zukunft unserer Gesellschaft und Politik ist schonungsloser Realismus jedoch wohl angebracht!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • M.S.
      12. April 2012 10:00

      @Wertkonservativer

      **************ausgezeichnete Analyse des Zustandes unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft.

    • Herby
      12. April 2012 10:53

      @ Wertkonservativer

      Ihre Analyse ist treffend, aber: Warum pessimistisch sein? Das lohnt sich nicht. Denn auch wenn das bürgerlich-liberale-religiöse Lager bei Wahlen verlieren sollte, so ist diese politische Richtung doch die eigentlich Entscheidende: Grosso modo sind diese Bevölkerungsschichten die Wichtigsten in jedem Land: Eben die "Eliten". (Elite: das sind fast immer zahlenmäßig wenige)

      Hier ist die wirtschaftliche Initiative, Ideen, Wissen, Erfahrung, Traditionen usw. also der Schlüssel zu wirtschaftlichen Erfolg.

      Worauf es ankommt, egal wer die Regierung innehat:

      Dass die wirtschaftlichen & geistigen Eliten nicht versagen: Weiterhin innovativ u. strebsam sind, klar in ihren Werthaltungen und dass sie auch den Unterprivilegierten auf faire Weise Teilhabe u. Wohlstand zugestehen und zwar aus eigener Initiative, von sich aus.
      Wenn das geschieht, so wird eine faire Gesellschaft entstehen die partnerschaftlich u. ausgeglichen ist: das ist möglich.

      Das politische Pendel bei den Wahlen wird sich immer hin und her bewegen.

    • brechstange
      12. April 2012 11:44

      Dass es das gibt, dass Sie einmal pessimistischer sind als ich, Herr Michler.

      Es gibt ein paar Zeichen, die mir Hoffnung geben:

      1. Warum muss es so agressive Angriffe auf die Werte des Abendlandes gerichtet sein, wenn das Match schon gelaufen wäre?

      2. Warum müssen immer höhere Mittel eingesetzt werden, zur Umpolung von Menschen?

      Daraus schließe ich, dass die veröffentlichte Meinung nichts mit der Meinung vieler Menschen zu tun hat, die sind weitaus realistischer als manch Politiker oder 68er Journalist. Die Frage ist nur, wie weicht man der Resignation aus oder wie erreicht man Motivation?

    • Wertkonservativer
      12. April 2012 11:47

      Herby, Herby,

      Sie werden immer sympathischer!
      Ziemlicher Gleichklang der Ansichten, für mich ein wohltuende Erfahrung!

      Mein Pessimismus? Wie ich schrieb, ist es ja nur ein Hauch davon; ich gelte hier im Forum wohl als (oft belächelter und spinnerter) Super- und Ober-Optimist!

      Herzlichen Dank und liebe Grüße!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Wertkonservativer
      12. April 2012 13:49

      Zwei Ergänzungen:

      ... Sie werden MIR immer sympathischer!
      ... eine wohltuende Erfahrung!

      Sonst stimmt alles!

  19. libertus
    12. April 2012 01:05

    Barack Obama wird eine 2. Amtsperiode nicht zunehmen sein, denn wie hier schon richtig bemerkt, kann man jeden schärferen Angriff auf ihn als Rassismus abschmettern und damit hat es der politische Gegner - egal wer auch immer - nicht ganz leicht in einem Wahlkampf.

    Für Europa allerdings ist vermutlich der Wahlgewinner eher zweitrangig, denn weder Barack Obama, noch Mick Romney können unsere schwierigen finanziellen und wirtschaftlichen Probleme lösen, das müssen die Europäer schon selber in die Hand nehmen.

    Die wichtigste Forderung wird uns Obama hoffentlich erfüllen, nämlich daß er als Friedensnobelpreisträger während seiner weiteren Präsidentschaft keinen neuen Krieg vom Zaun bricht, das sollten wir auch morgen nicht vergessen!!!!

    • libertus
      12. April 2012 01:54

      Korrektur: Natürlich MITT Romney!

    • Cotopaxi
      12. April 2012 02:11

      Die Linke der Welt ist demaskierend still, seit Obama verkuendet hat, dass er Guantanamo nicht schliessen koenne und Schluss der Diskussion sei.

    • Herby
      12. April 2012 09:54

      Ich habe im Herbst des Vorjahrs mit einem Amerikaner, Verwandter, den ich sehr schätze geredet: Er hatte Obama gewählt und war anfangs nach dem Wahlsieg sehr enthusiastisch aber dann war er so enttäuscht über Obama, weil dieser die meisten seiner Ankündigungen nicht umgesetzt hat. Wörtlich sagte er: "Obama ist so eine Enttäuschung."





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