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Fußnote 283: Endlich kann man auch die ÖBB einmal loben

Man ist froh, wenn man im Sumpf wenigstens hie und da wieder einen festen Boden unter den Beinen zu spüren bekommt. Besonders wenn es ein so tiefer Sumpf ist wie der rund um die ÖBB.

Nicht, dass die ÖBB neuerdings nicht mehr in den roten Lieblingszeitungen inserieren würden. Aber man hat doch den Eindruck, dass die Inserate heute inhaltlich erstmals wirklich der Erhöhung des eigenen Umsatzes dienen sollen und nicht mehr nur den Bestechungs-Interessen der Partei (oder dem Weihrauch für einen Verkehrsminister). Das ist schon was. Die ÖBB haben nun auch etwas zweites Anerkennenswertes gemacht: Sie stellen keine begünstigten Vorteilskarten mehr für Journalisten aus. Das ist extrem lobenswert. Hat die defizitäre Staatsbahn doch Jahr für Jahr mehr als 7500 Journalisten (bei dieser Menge muss wohl auch noch der letzte Partei-Portier mit bedient worden sein) mit 49,50 Euro (also mit einer 50-prozentigen Ermäßigung) bestochen. Was die Bahn mehr als 370.000 Euro gekostet hat, jährlich. Das abzustellen ist nicht nur ein Beitrag zum Sparen, sondern auch ein deutlicher Schritt weg von der endemischen Korruption – besonders bei den ÖBB und den Medien.

PS.: Die Telekom, wo es für Journalisten 30 Prozent zu holen gibt, hat sich übrigens noch nicht zum Abbau dieser Privilegien entschlossen. Offenbar schwebt dort noch immer der Ungeist des Oberkorruptionisten Schieszler durch die Räume.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    07. April 2012 10:01

    Das sind aber nur die kleinen Privilegien, die da lobenswerter weise wegfallen.

    Die wirklichen Privilegien sind alle noch da, Unkündbarkeit und Versetzungsschutz bei Beamten, egal ob sie gebraucht werden oder nicht, überdimensionierte Gehälter und Vorrückungen bei den Beamten, auch bei den 'ÖBB-Beamten', die Unnötigkeitsjobs der Politiker (die Hälfte der Nationalratsabgeordneten täte es auch, der Bundesrat könnte zur Gänze aufgelassen werden, etc.), die ganzen Unnötigkeitsjobs auf Steuerkosten udn Schulden, kreiert von der SPÖ für 'Gender, Home, Bi, Trans und Hinüber' samt allen Projekten, die Klientelpolitik mit den 'Edeljobs' für Parteimitglieder,die unübersichtlichen Steuernachlässe und Förderungen, die überdimensionalen Gehälter und Pensionen in der Selbstbedienungswelt der Politik und der zugehörigen Graubereiche und Dunstkreise, etc., etc.

    Es gibt noch viel Mist aufzuräumen.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteirer
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    07. April 2012 08:19

    Wieder einmal stehen peanuts im Vordergrund und das Volk freut sich.
    Gleichzeitig heuert die Frau des Politruks Kern bei dem größten Auftragnehmer der ÖBB, der Firma Siemens an.

    Das widerliche Drecksblatt Format widmet Frau Kern einen kriecherischen Artikel.
    http://www.format.at/articles/1201/525/315769/eine-powerfrau-siemens ...

    Irgendwo hat man da auch noch die Frau Huber in Erinnerung.....
    Woanders hätte man den Kern, der bei den ÖBB seit neuestem den Saubermann mimt , mit einem nassen Fetzen davongejagt.

    Aber in Österreich hat das Tradition, siehe die Laskas, die Tumpels, die Hubers und jetzt auch die Kerns......
    Da wirkt die Aufhebung der Journalistenvorteile direkt lächerlich.......

  3. Ausgezeichneter Kommentatorphaidros
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    07. April 2012 07:27

    ...die Inserate erstmals wirklich der Erhöhung des eigenen Umsatzes dienen sollen und nicht mehr nur den Bestechungs-Interessen...

    Ich tippe eher darauf, dass das der Ergebnisherbeiführung in der Untersuchung der OStA dient.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    07. April 2012 02:57

    Wenn jetzt noch die Politiker mit ihren Diplomatenpässen nachfolgen, wären wir ja fast schon am Weg von der Privilegienrepublik zur demokratischen Republik, wie es unsere Verfassung ja auch vorsieht!

  5. Ausgezeichneter KommentatorHJR
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    07. April 2012 16:20

    OT - Osterbotschaft eines Atheisten

    In aller gebotenen Demut und gehöriger Nachdenklichkeit - die wahrscheinlich auch der mit dem Altern zunehmenden Distanz zu den Tagesgeschäften geschuldet ist - möchte ich heute eine Osterbotschaft formulieren. Mein Thema sei dabei die Auferstehung.

    Warum Auferstehung? Weil ich meine, nicht nur in unserem kleinen Österreich eine Art "Endzeitstimmung" wahrzunehmen. Ich nehme an, es handelt sich da um eine Gefühlslage, welcher der meiner Großeltern vor ziemlich genau 100 Jahren entspricht, ohne dass man es auf den Punkt bringen könnte. Lassen Sie es mich dennoch versuchen:

    Über die Brüche, welche der letzte 30-jährige Krieg (Erster in seiner Folge Zweiter WK) hinterlassen haben, habe ich schon anderer Stelle mehrfach geschrieben. Dass deren Folgen erst heute - vielleicht verstärkt durch Banken-, Euro- und Staatsschuldenkrise - sichtbar werden, war von klügeren Leuten [1] als mir schon früher gesehen worden.

    Mir scheint es, als müsste der durch die Aufklärung über zwei Jahrhunderte an die "Moderne" herangeführte Europäer an mehreren Fronten kämpfen und als täte er dies in dem sicheren Gefühl, den Kampf oder die Kämpfe schon verloren zu haben.

    Welches sind diese Fronten?

    An erster Stelle muss hier wahrscheinlich die Politik genannt werden. Dies deswegen, weil einerseits das für Europa besonders bedeutsame Ende der Nationalstaaten heraufdämmert und andererseits zugleich ein Schwächeln unserer Demokratien gegenüber den vielfältigen Herausforderungen fühlbar wird.

    Ersteres, das Ende der Nationalstaaten, kann vorläufig nur an den Bemühungen der EU, insbesonders in Sektoren Wirtschaft und Finanzen das Zentrale und Übergeordnete über das Nationale zu stellen, festgemacht werden und vielleicht an der Einsicht, dass die inzwischen immer öfter in globalem Maßstab erforderlichen "humanitären Aktionen" der Demokratien an an ihrer rechtlichen Absicherung und ihrer organisatorischen Ausführung kranken. Wobei hier die Rolle des Hegemons "USA" nicht ausgeklammert werden soll. Erfreulicherweise gibt es allerdings auch den Aspekt, dass sich zwischen vielen EU-Staaten eine gedeihliche Zusammenarbeit entwickelt hat, welche die nationalen, politischen Grenzen immer mehr in die Bedeutungslosigkeit verweist. Dennoch ruft dieser offensichtlich in Gang befindliche Prozess natürlich auch Unsicherheit und Besorgnisse über die Zukunft aus und stellt so eine Komponente dieser "Fin-de-siecle-Stimmung" dar.

    Zweiteres, das Schwächeln der Demokratien, scheint mir schwerer erklärbar, weil hier nationale Besonderheiten mitspielen, welche das Phänomen als Ganzes jedoch nicht begründen können. Die allgemein wirksamen Phänomene sind wahrscheinlich ...
    ... die 68er-Bewgung, welche uns klargemacht hat, dass wir "unter den Talaren den Muff von 1000 Jahren" kultivieren und
    ... die Grünen, welche die inzwischen wohl nicht mehr geleugnete Wahrheit beförderten, dass unser Umgang mit den Ressourcen des "Raumschiffs Erde" einen erweiterten Selbstmord der Species Homo darstellen könnte.

    Beide Bewegungen haben - weil intellektuell einen gesamtgesellschaftlichen Anspruch stellend und daher nach gängiger Definition "links stehend" eher einer staatlichen Organisation "von oben nach unten" das Wort geredet und standen damit im Gegensatz zum Staatsverständnis mancher damals noch jungen Demokratien. Und allmählich gerieten damit auch die traditionellen, politischen Parteien in immer größere Rechtfertigungs- und Erklärungsnöte. (Dass die in Österreich ihre Zuflucht vorwiegend zu uns dzt. täglich beschäftigenden Maßnahmen genommen haben, mag hier nicht weiter erötert werden).

    Parallel zu diesen Entwicklungen vollzog sich jedoch eine wissenschaftlich-technische Entwicklung, gipfelnd im "Computer", welche in uns den Wahn reifen ließ, wir könnten nicht nur alles machen, was sich denken lässt, sondern uns auch der Wissenschaftlich, der computergestützten Prognose zum Herren über die Zukunft aufschwingen. Nicht nur ein Vietnamkrieg und ein Irak-Disaster sondern z.B. auch ein ganz unerwarteter und in globalem Maßstab vernachlässigbarer Tsunami lehrten und lehren uns hier Demut.

    Als Drittes und Letztes möchte ich hier die "Informationsgesellschaft" erwähnen. Eine verführerische, gleichwohl ganz und gar falsche Bezeichnung. Wir sind eben nicht informiert! Schon gar nicht über die Machenschaften unserer politischen Kaste, nicht über die Methoden und aktuellen Maßnahmen der "Global Players", wenn diese sich anschicken, Marktmacht in staatliche Macht zu konvertieren, ja nicht einmal über die simplen Tricks und Mechanismen, welche inzwischen Battalione von gescheiterten Psycholgen im Dienste der Werbung, der NGOs oder wessen auch immer, ausknobeln um mit Hilfe von Computer, Internet und Medien den Konsumenten Geld aus der Tasche zaubern, welches letzten Endes eine sinnvollere Verwendung verdient hätte.

    "Da steh' ich nun, ich armer Thor ..." möchte ich beinahe mit Faust für uns alle sprechend sagen. Und was nun?

    Auferstehung wäre mein Rat! Denn das macht man als Mensch, wenn man auf die Schnauze gefallen ist - und das sind wir, aber wie!
    Wie steht man auf? Zunächst wirft man Ballast ab!
    Was ist Ballast? Alles was man nicht braucht, wenn man das (Über-)Lebensnotwendige defniert hat.

    Und mit der Aufforderung, sich damit auseinander zu setzen, möchte ich Sie - nachdenklich - in die - wohlverdienten - Osterfeiertage entlassen.
    ----
    [1] Die Presse vom 7.4.2012, Spectrum: Rudolf Burger, "Die Zukunft ist auch nicht mehr das ..."
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

  6. Ausgezeichneter KommentatorAlexander Renneberg
    3x Ausgezeichneter Kommentar

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  1. Lorrie (kein Partner)
  2. Savion (kein Partner)
  3. Rayonna (kein Partner)
    13. Februar 2015 07:09

    genitalia http://levitrasss.net united states prove http://insure-vehicles.com nonowner oxide secretion http://drugustore.com spam

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  9. Oluchi (kein Partner)
    19. Januar 2015 07:45

    I've been loknoig for a post like this forever (and a day)

  10. Gennadi (kein Partner)
    09. April 2012 10:07

    Interessant, wenn ein ehemaliger Chefredakteur Journalisten angreift...

    Ob sich die ÖBB mit dieser Racheaktion gegen Journalisten etwas ersparen? Kaum. Jene, die diese Vorteilscards bisher in Anspruch nahmen, werden eben auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Und werden - wenn sie echte Journalisten sind und nicht nur Boulevard-(Ab-)Schreiberlinge - sicherlich noch weniger freundlich über die ÖBB schreiben, als bisher.

    Eigenartig, aber nicht verwunderlich: Unerwähnt bleiben andere, viel teurere Privilegien. Ein Pensionsantrittsalter von rund 15 Jahren unter dem gesetzlichen. Freifahrten für ÖBBler und deren Angehörige. Dienstfreistellungen mit Sondergehalt für ÖGB-Bonzen. u.s.w. Nicht zu vergessen auch, dass der längst konkursreife Staatsbetrieb ÖBB jährlich 5-7 Milliarden an verlorenen Subventionen schluckt. Beglichen aus Steuergeldern.

    Doch solche Kleinigkeiten sind nicht der Rede wert. Das sind reine Interna.

  11. elisabeth pauline kofler (kein Partner)
    08. April 2012 21:19

    JA,JA,JA bitte kündigen wir überhaupt jeden, dann bricht die Wirtschaft für die "kleine" Frau überhaupt ganz zusammen und - man bedenke - indirekt dann natürlich auch die Wirtschaft für den "kleinen" Mann. Ich möchte damit sagen, dass Sparpolitik und Sparmaßnahmen auch wirklich töricht sein können und du mm, wenn sie übertrieben werden. Der "große" Mann freut sich darüber natürlich sehr! Es heißt ja nicht um sonst, wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte....(ich gebe ja zu, dass man trotzdem manchmal weiterstreitet...)

  12. Segestes (kein Partner)
    08. April 2012 19:36

    Sich mit Rabatten eine gute Presse zu kaufen, hat System, nicht nur bei uns:

    http://www.wjc.at/club-vorteile.php
    http://www.dfj-ev.de/?gclid=CJfCpNPhpa8CFULN3wodtFArXg

    Übrigens, auch für Polizisten gibt es etliche "Rabatte" und überaus günstige "Spezialtarife", z.B. bei Mobilfunkanbietern.
    Wieso hört man dazu keine Kritik?
    Oder ist es nur dann Korruption bzw. Anfütterung, wenn es Einzelpersonen betrifft, nicht aber, wenn das Geld per Gießkanne an eine Zielgruppe verteilt wird?!?

  13. HJR
    07. April 2012 16:20

    OT - Osterbotschaft eines Atheisten

    In aller gebotenen Demut und gehöriger Nachdenklichkeit - die wahrscheinlich auch der mit dem Altern zunehmenden Distanz zu den Tagesgeschäften geschuldet ist - möchte ich heute eine Osterbotschaft formulieren. Mein Thema sei dabei die Auferstehung.

    Warum Auferstehung? Weil ich meine, nicht nur in unserem kleinen Österreich eine Art "Endzeitstimmung" wahrzunehmen. Ich nehme an, es handelt sich da um eine Gefühlslage, welcher der meiner Großeltern vor ziemlich genau 100 Jahren entspricht, ohne dass man es auf den Punkt bringen könnte. Lassen Sie es mich dennoch versuchen:

    Über die Brüche, welche der letzte 30-jährige Krieg (Erster in seiner Folge Zweiter WK) hinterlassen haben, habe ich schon anderer Stelle mehrfach geschrieben. Dass deren Folgen erst heute - vielleicht verstärkt durch Banken-, Euro- und Staatsschuldenkrise - sichtbar werden, war von klügeren Leuten [1] als mir schon früher gesehen worden.

    Mir scheint es, als müsste der durch die Aufklärung über zwei Jahrhunderte an die "Moderne" herangeführte Europäer an mehreren Fronten kämpfen und als täte er dies in dem sicheren Gefühl, den Kampf oder die Kämpfe schon verloren zu haben.

    Welches sind diese Fronten?

    An erster Stelle muss hier wahrscheinlich die Politik genannt werden. Dies deswegen, weil einerseits das für Europa besonders bedeutsame Ende der Nationalstaaten heraufdämmert und andererseits zugleich ein Schwächeln unserer Demokratien gegenüber den vielfältigen Herausforderungen fühlbar wird.

    Ersteres, das Ende der Nationalstaaten, kann vorläufig nur an den Bemühungen der EU, insbesonders in Sektoren Wirtschaft und Finanzen das Zentrale und Übergeordnete über das Nationale zu stellen, festgemacht werden und vielleicht an der Einsicht, dass die inzwischen immer öfter in globalem Maßstab erforderlichen "humanitären Aktionen" der Demokratien an an ihrer rechtlichen Absicherung und ihrer organisatorischen Ausführung kranken. Wobei hier die Rolle des Hegemons "USA" nicht ausgeklammert werden soll. Erfreulicherweise gibt es allerdings auch den Aspekt, dass sich zwischen vielen EU-Staaten eine gedeihliche Zusammenarbeit entwickelt hat, welche die nationalen, politischen Grenzen immer mehr in die Bedeutungslosigkeit verweist. Dennoch ruft dieser offensichtlich in Gang befindliche Prozess natürlich auch Unsicherheit und Besorgnisse über die Zukunft aus und stellt so eine Komponente dieser "Fin-de-siecle-Stimmung" dar.

    Zweiteres, das Schwächeln der Demokratien, scheint mir schwerer erklärbar, weil hier nationale Besonderheiten mitspielen, welche das Phänomen als Ganzes jedoch nicht begründen können. Die allgemein wirksamen Phänomene sind wahrscheinlich ...
    ... die 68er-Bewgung, welche uns klargemacht hat, dass wir "unter den Talaren den Muff von 1000 Jahren" kultivieren und
    ... die Grünen, welche die inzwischen wohl nicht mehr geleugnete Wahrheit beförderten, dass unser Umgang mit den Ressourcen des "Raumschiffs Erde" einen erweiterten Selbstmord der Species Homo darstellen könnte.

    Beide Bewegungen haben - weil intellektuell einen gesamtgesellschaftlichen Anspruch stellend und daher nach gängiger Definition "links stehend" eher einer staatlichen Organisation "von oben nach unten" das Wort geredet und standen damit im Gegensatz zum Staatsverständnis mancher damals noch jungen Demokratien. Und allmählich gerieten damit auch die traditionellen, politischen Parteien in immer größere Rechtfertigungs- und Erklärungsnöte. (Dass die in Österreich ihre Zuflucht vorwiegend zu uns dzt. täglich beschäftigenden Maßnahmen genommen haben, mag hier nicht weiter erötert werden).

    Parallel zu diesen Entwicklungen vollzog sich jedoch eine wissenschaftlich-technische Entwicklung, gipfelnd im "Computer", welche in uns den Wahn reifen ließ, wir könnten nicht nur alles machen, was sich denken lässt, sondern uns auch der Wissenschaftlich, der computergestützten Prognose zum Herren über die Zukunft aufschwingen. Nicht nur ein Vietnamkrieg und ein Irak-Disaster sondern z.B. auch ein ganz unerwarteter und in globalem Maßstab vernachlässigbarer Tsunami lehrten und lehren uns hier Demut.

    Als Drittes und Letztes möchte ich hier die "Informationsgesellschaft" erwähnen. Eine verführerische, gleichwohl ganz und gar falsche Bezeichnung. Wir sind eben nicht informiert! Schon gar nicht über die Machenschaften unserer politischen Kaste, nicht über die Methoden und aktuellen Maßnahmen der "Global Players", wenn diese sich anschicken, Marktmacht in staatliche Macht zu konvertieren, ja nicht einmal über die simplen Tricks und Mechanismen, welche inzwischen Battalione von gescheiterten Psycholgen im Dienste der Werbung, der NGOs oder wessen auch immer, ausknobeln um mit Hilfe von Computer, Internet und Medien den Konsumenten Geld aus der Tasche zaubern, welches letzten Endes eine sinnvollere Verwendung verdient hätte.

    "Da steh' ich nun, ich armer Thor ..." möchte ich beinahe mit Faust für uns alle sprechend sagen. Und was nun?

    Auferstehung wäre mein Rat! Denn das macht man als Mensch, wenn man auf die Schnauze gefallen ist - und das sind wir, aber wie!
    Wie steht man auf? Zunächst wirft man Ballast ab!
    Was ist Ballast? Alles was man nicht braucht, wenn man das (Über-)Lebensnotwendige defniert hat.

    Und mit der Aufforderung, sich damit auseinander zu setzen, möchte ich Sie - nachdenklich - in die - wohlverdienten - Osterfeiertage entlassen.
    ----
    [1] Die Presse vom 7.4.2012, Spectrum: Rudolf Burger, "Die Zukunft ist auch nicht mehr das ..."
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Alexander Renneberg
      07. April 2012 17:45

      ausgezeichneter text hjr.

      Verbeugung!

    • Norbert Mühlhauser
      08. April 2012 01:45

      Herr Rathbauer,

      Sie begrüßen das Auslaufen der Nationalstaatlichkeit und bejammern das Schwächeln der Demokratie? Das hängt doch zusammen! Oder glauben Sie, dass das die Lösung ist, wenn bevölkerungsreiche Regionen fernab unseres Lebensraumes plebiszitär (auch) über uns entscheiden? zb Türkei, Indien, China ...

      Und welche nicht mehr zu leugnende Wahrheit sehen Sie in der Aussage, dass der Umgang mit Ressourcen einen erweiterten Selbstmord darstellen könnte? Meinen Sie ernsthaft, dass gerade Club of Rome Gefolgsleute der Erschöpfung der Ölvorräte auch nur eine Träne nachweinen könnten? Wenn Bodenschätze ausgehen, dann bedeutet das ein zurück zur Scholle, aber keinen Selbstmord. Abgesehen davon, dass Recycling betrieben wird und auch genug Forschung, um schon allein aus Gründen der Wirtschaftlichkeit den Ressourcenverbrauch zu minimieren.

    • HJR
      08. April 2012 08:31

      Herr Mühlhauser,

      schönen, guten Morgen und frohe Ostern nochmals.

      Die Nationalstaaten betreffend, habe ich versucht, eine "gesellschaftlcihe Gefühlslage" - vorwiegend europäischer Provenienz einzufangen. Das mag nicht ganz gelungen sein. Und natürlich glaube ich nicht, dass die Lösung darin liegen könnte, dass "bevölkerungsreiche Regionen fernab unseres Lebensraumes" in uns betreffende Angelgenheiten erfolgreich "hineinentscheiden sollten oder können." Aber der Idee eines "Europa der Regionen" verbunden mit einem gelebten Subsidiaritätsprinzip (in dem z.B. die Bevölkerung einer "Alpenregion" über Dinge entscheidet, welche dort ein gemeinsames Anliegen darstellen) kann ich schon einiges abgewinnen. Allerdings wäre ich auch nicht traurig, wenn sich eine "EU" in das nichtswürdige Gekungel zwischen unseren Parteien oder in die himmelschreiende demokratische Praxis unserer Staatsgewalten einschaltete - soferne dies aufgrund einer entsprechend entwickelten und "ausgewuchteten" Verfassung beruhte.

      Der Club of Rome hat mich immer nur soweit interessiert, als er der erste war, welcher eine "wissenschaftliche Lüge" als "prognostisch zuverlässige Wahrheit" zu verkaufen verstand. (Ich weiß aus verlässlicher Quelle, dass das ganze, schöne Computermodell der zugrunde liegenden Simulation von einem Mann auf dem Flug von den USA nach Europa zu Papier gebracht wurde und ein entsprechend "abstraktes" Modell darstellt.) Was den "erweiterten Selbstmord" anbelangt, so denke ich, dass insbesonders aber nicht nur beim Öl eine Erschöpfung der natürlichen Vorkommen und Vorräte durchaus das Zeug hätte, mannigfaltige Konflikte aufbrechen zu lassen. Und ob wir mit den sogenannten erneuerbaren Energien auf Dauer (bei weiter wachsender Weltbevölkerung) unser Auslangen finden werden, wage ich zumindest zu hinterfragen. Wir wissen nämlich "nix Genaues nicht".

      Schließlich habe ich - von Ihnen nicht kommentiert - auf das Problem der Informationsgesellschaft hingewiesen, die derzeit Anzeichen dafür zeigt, dass sie in der Lage ist, gesellschaftliche Beziehungen (von Mensch zu Mensch oder - wenn Sie so wollen - von Angesicht zu Angesicht) sehr wohl in eine nichtssagende Anonymität aufzulösen, aber außer Facebook, Twitter und Konsorten keinerlei Ersatzstoff für die schon großteils verlorenen Bindungen (darunter auch die familiären) anzubieten vermag.
      =================================
      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Norbert Mühlhauser
      08. April 2012 09:23

      Herr Rathbauer,

      vielen Dank für Ihre Ostergrüße, die ich gerne erwidere, soweit das bei Konfessionslosigkeit überhaupt Sinn macht.

      Zur EU möchte ich daran erinnern, dass sie zum Gekungel zwischen den Parteien und der himmelsschreienden demokratischen Praxis der Staatsgewalten beigetragen hat. Indem nämlich vor rd 30 Jahren ein sog. Paradigmenwechsel der Art stattgefunden hat, dass ausschließlich(!) eine wissenschaftlich qualifizierte Elite das Sagen haben sollte und das Volk in diesem Sinne geführt (umerzogen) werden muss, sind nahezu alle Darsteller der politischen Klasse froh, die demokratischen Spielregeln durch Verlagerung der Kompetenzen zur EU umgehen zu können, indem man sich - unter anderem - auf die EU ausredet. Wenn die handelnden Personen nicht mehr an die Demokratie glauben, verkommt die Praxis automatisch zu einem Machtmissbrauch, einem Machtpoker.

      Nochmals möchte ich betonen, dass eine Erschöpfung der Vorkommen und Vorräte zwar Probleme aufwirft, aber keinen erweiterten Selbstmord herbeiführen kann. Lange bevor die Fischarten aussterben könnten, wird es nämlich für die hochindustrialisierten Fischereiflotten unrentabel, mit schwerem Gerät zu fischen, zB. Und falls doch einige Arten aussterben, so kippt das nicht gleich den ganzen Planeten. Schon in den letzten zwei- bis dreitausend Jahren hat der Mensch großen Einfluss auf die Biotope Europas ausgeübt; so weiß sogar der Nichtökologe, dass Bär und Wolf (außer im Osten) ausgerottet wurden und der Balkan wegen des Schiffbaus der Römer verkarstete. Jetzt wächst bei uns der Waldbestand ...

    • Norbert Mühlhauser
      08. April 2012 09:48

      Nachtrag:

      Ich glaube auch nicht an eine Transzendenz der Vernunft, wie sie von der Aufklärung propagiert wird (- es handelt sich hierbei auch um eine quasireligiöse Glaubensform). Vernunft ist nämlich jedem Individuum immer nur das, was für ihn persönlich erstrebenswert ist.

      Vielmehr gibt es nur zwei - breite - Zugangswege zur Transzendenz:
      1.) der Verstand, die Logik (wichtig in diesem Zusammenhang: der Logos - die Sprache);
      2.) die Sinnlichkeit.

      Diese zwei Seinsmechanismen sind jedem Menschen gemein und ermöglichen ihm die Nachvollziehbarkeit der Handlungen anderer, somit das Überschreiten - Transzendieren - eigener Seinssphären.

      Ich möchte das, obwohl von Ihnen nicht angesprochen, noch abschließend erwähnen, weil die Zivilisation, so wie ich es sehe, sich philosophisch verrannt hat und ich nicht die Zeit habe, den Bejublern der Aufklärung hier anlassbezogen Paroli zu bieten (- die Aufklärung ist mit Freiheitsverheißungen angetreten, die sie nicht einlösen konnte). Es gibt allerdings einen Zusammenhang zur von Ihnen beschworenen "Auferstehung".

    • D.I.L.E. (kein Partner)
      08. April 2012 14:36

      HJR

      Es ist schon nocheinmal etwas besonderes, so etwas HIER zu lesen!

    • ProConsul
      08. April 2012 17:45

      Sg Herr Mühlhauser,

      ich werde in den nächsten Tagen einen interessanten Vortrag von Prof. Burger an einige Frende und Bekannte mailen. Falls sie wünschen und mir eine eMail-Adresse geben, sende ich ihnen diesen Vortrag ebenfalls.

    • Norbert Mühlhauser
      08. April 2012 22:01

      @ ProConsul:

      Ja bitte, schicken Sie an bockerer@t-y-a.at !

      Nicht wenige Aussagen und Stellungnahmen Burgers haben mich stark beeindruckt, auch wenn es schon vorkommen kann, dass ich ein von ihm verwendetes Fremdwort nachschlagen muss.

      Haben Sie Dank im Voraus.

  14. Alexander Renneberg
    07. April 2012 12:35

    o.t.

    http://derstandard.at/1333528598577/OeVP-Ein-Umweltminister-ohne-Team

    und wieder einer aus der övp.

    warum greift spindi nicht endlich durch?

    • Cotopaxi
      07. April 2012 15:55

      Sie sehen tatsaechlich Spindi als Teil der Loesung eines Problems und nicht als das eigentliche Problem? Unglaublich!

    • Alexander Renneberg
      07. April 2012 17:34

      naja, wer meine postings liest weiß, dass ich spindi für eine völlig charismabefreite zone und eher unfähig halte.

      aber er ist nun mal da. und nachdem nur der parteichef durchgreifen kann habe ich ihn in ermangelung einer g´scheitern person genannt.

      spindi ist ein problem, nur sagen sie mit zwei oder drei namen die im moment den parteichef machen könnten. ich keine keinen.
      außer Schüssel.

    • Cotopaxi
      07. April 2012 20:14

      Ausser Dr. Schuessel, der der OEVP passiert ist, wuesste ich auch keinen tauglichen Staatsmann.
      Ich denke, man sollte diesen ueberkommenen Laden zusperren bzw. zum Teufel schicken, der Todeskampft dauert schon zu lange.

  15. Josef Maierhofer
    07. April 2012 10:01

    Das sind aber nur die kleinen Privilegien, die da lobenswerter weise wegfallen.

    Die wirklichen Privilegien sind alle noch da, Unkündbarkeit und Versetzungsschutz bei Beamten, egal ob sie gebraucht werden oder nicht, überdimensionierte Gehälter und Vorrückungen bei den Beamten, auch bei den 'ÖBB-Beamten', die Unnötigkeitsjobs der Politiker (die Hälfte der Nationalratsabgeordneten täte es auch, der Bundesrat könnte zur Gänze aufgelassen werden, etc.), die ganzen Unnötigkeitsjobs auf Steuerkosten udn Schulden, kreiert von der SPÖ für 'Gender, Home, Bi, Trans und Hinüber' samt allen Projekten, die Klientelpolitik mit den 'Edeljobs' für Parteimitglieder,die unübersichtlichen Steuernachlässe und Förderungen, die überdimensionalen Gehälter und Pensionen in der Selbstbedienungswelt der Politik und der zugehörigen Graubereiche und Dunstkreise, etc., etc.

    Es gibt noch viel Mist aufzuräumen.

  16. thomas lahnsteirer
    07. April 2012 08:19

    Wieder einmal stehen peanuts im Vordergrund und das Volk freut sich.
    Gleichzeitig heuert die Frau des Politruks Kern bei dem größten Auftragnehmer der ÖBB, der Firma Siemens an.

    Das widerliche Drecksblatt Format widmet Frau Kern einen kriecherischen Artikel.
    http://www.format.at/articles/1201/525/315769/eine-powerfrau-siemens ...

    Irgendwo hat man da auch noch die Frau Huber in Erinnerung.....
    Woanders hätte man den Kern, der bei den ÖBB seit neuestem den Saubermann mimt , mit einem nassen Fetzen davongejagt.

    Aber in Österreich hat das Tradition, siehe die Laskas, die Tumpels, die Hubers und jetzt auch die Kerns......
    Da wirkt die Aufhebung der Journalistenvorteile direkt lächerlich.......

  17. phaidros
    07. April 2012 07:27

    ...die Inserate erstmals wirklich der Erhöhung des eigenen Umsatzes dienen sollen und nicht mehr nur den Bestechungs-Interessen...

    Ich tippe eher darauf, dass das der Ergebnisherbeiführung in der Untersuchung der OStA dient.

  18. libertus
    07. April 2012 02:57

    Wenn jetzt noch die Politiker mit ihren Diplomatenpässen nachfolgen, wären wir ja fast schon am Weg von der Privilegienrepublik zur demokratischen Republik, wie es unsere Verfassung ja auch vorsieht!





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