Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Der ÖGB im Kampf gegen die älteren Arbeitnehmer

Der ÖGB startet eine Kampagne dagegen, dass manche Angestellte nicht das verdienen, was ihnen rechtlich zusteht. Da muss man die Gewerkschaft doch unterstützen, oder?

Nun, selbstverständlich muss man für die Einhaltung der Gesetze und ähnlicher zwingender Normen sein. Regellosigkeit ist immer schlecht und schadet allen. Nur sollte man sich auch bewusst sein: Der ÖGB zeigt mit seiner Kampagne – ungewollt – noch etwas ebenso Problematisches: dass die geltenden Regeln schlecht sind. Sie führen nämlich zum Schaden vieler Arbeitnehmer. Vor allem der älteren.

Denn einer der häufigsten Gründe für solche regelwidrig zu geringen Gehälter ist die Nichtberücksichtigung von Vordienstzeiten beim Eintritt in ein neues Unternehmen. Würde aber deren Anrechnung künftig zu hundert Prozent durchgesetzt, hätte das eine klare Konsequenz: Ältere Arbeitnehmer hätten dann so gut wie keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.

Denn jede Firma würde sich dann bei der Neuaufnahme von Mitarbeitern zwingend für die jüngeren entscheiden. Sind doch auf Grund der (von der Gewerkschaft selbst erkämpften!) Kollektivverträge in vielen Berufen über 50-Jährige fast doppelt so teuer, wenn man ihnen alle Vordienstjahre anrechnet. Diesen Unterschied kann die sicher größere Erfahrung von Älteren nicht mehr wettmachen.

Dabei klagt dieselbe Gewerkschaft ständig, dass es für Ältere auf dem Arbeitsmarkt schon heute sehr schwierig ist, einen neuen Job zu finden, wenn man einen anderen verloren hat. Aber Intelligenz und Logik oder gar Selbstkritik waren halt noch nie die Stärke von Gewerkschaftern.

 

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    21. April 2012 01:04

    Die Gewerkschaften werden einmal mehr ihrem Ruf als Arbeitsplatzvernichter gerecht, um dann jedoch nach der altbwährten "Haltet-den-Dieb"-Methode die Arbeitgeber dafür verantwortlich zu machen:

    Hinterlistiger Klassenkampf wie er im "Sozi-Büchl" steht!

  2. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    21. April 2012 09:14

    O. T.

    ECHO III ist in der Pipeline, und ist meiner Meinung nach besonders gut gelungen.
    Starke Beiträge von vielen, sehr guten Autoren. Und von unglaublichen Kapazundern an Interviewpartnern und Gastkommentatoren! Und einem breit gestreutem Mix von Themen mit dem Schwerpunkt, der uns allen am meisten unter den Nägeln brennt. Europa!

    Europa und dessen verfehlter Politik, die mittlerweile gewaltig in unsere Privatsphäre herein wirkt, bis hin zur eigenen Familiengestaltung und zum eigenem Geldbörsel.

    Dem Gründer und Initiatator von ECHO, Helmut Graser, sei dazu sehr herzlichst gedankt! Und allen, die bei diesem unwahrscheinlich sympathischen Chaotenhaufen mitmachen, ebenfalls ein herzliches Dankeschön.
    Was für ein Spaß!

    Ich glaube aber auch, daß es hier jetzt besonders an der Zeit ist, unserem spiritus rector zu danken!

    Hätte er es nicht geschafft, uns hier aus allen verschiedenen Gedankenwelten und Geistesrichtungen zu vereinen, in dem er auch besonders unsere Vielfalt fördert, und uns nicht nur Halt, Orientierung und unglaubliche Wissenserweiterung ermöglicht, sondern außerdem mit unermüdlicher Arbeit, uns täglich aufs Neue aufrüttelt, und uns Unwissenden mit prioritären Themen füttert, das ECHO wäre erst gar nicht geboren worden.

    Dieser Blog hier ist unsere Leitlinie, dessen sollten wir uns alle immer bewußt sein. Dr. Unterbergers tägliche Arbeit ist unsere gemeinsame Basis.

    Vielen herzlichen Dank, Hr. Dr. Unterberger, daß Sie uns dieses Diskussionsforum ermöglichen, und uns so auch die Hoffnung geben, daß die Zukunft unserer Kinder nicht die Fortführung unserer gegenwärtigen Entwicklung sein wird, denn wir können noch gestalten! Danke!

  3. Ausgezeichneter KommentatorReinhard
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 07:33

    Die Gewerkschaften schaffen künstlich jene Probleme, deren Lösung sie dann vollmundig fordern. Sie sind Feuerwehrler, die ständig zündeln.

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. April 2012 12:08

    Sehr geehrter Herr Dr. Unterberger !

    Ihr Beitrag zeigt das ganze Dilemma, das wir da aufgebaut haben, ich nicht, Sie nicht, aber die Gewerkschaften schon.

    In meinem Leben war es noch nie so, dass ich (auch ich hatte mehrere Posten inne, manchmal sogar gleichzeitig, nun aber selbständig) jemals über Vordienstzeiten geredet habe bei meinen Verhandlungen, sondern höchstens darüber, wie lange ich mit welchen Arbeiten beschäftigt war und welche Projekte wie abgeschlossen wurden, nie habe ich irgendwelche Urlaube und andere 'Goodies' übertragen, immer habe ich auch angeführt, was ich vorher als Lohn hatte und immer habe ich einen Modus vorgeschlagen, wie ich einsteige und was ich an Lohn für die gesuchten Arbeitsverrichtungen erwarte, wenn wir beide, die Firma und ich nach einer Probezeit zu dem Schluss kommen, wir machen das miteinander. Ich habe dazu noch nie eine Gewerkschaft gebraucht, weil ich selbst denken, selbst handeln, selbst arbeiten kann.

    Ich habe auch noch nie einen Kollektivvertrag gebraucht, erst als ich als Selbständiger Mitarbeiter eingestellt habe und die den Kollektivvertrag angesprochen haben, da musste ich so was durchlesen. Vor allem, die Verflechtung, Kollektivvertrag (Arbeiterkammer), Sozialversicherung (bei mir WGKK), AK-Beitrag, Städtische Abgaben, wie Dienstgeberbeitrag, etc. ist mir aufgefallen und alle haben schon unmäßige, 'vorläufige' Forderungen gestellt, als würde ich lauter Generaldirektoren anstellen, noch bevor die Leute richtig mit der Arbeit begonnen hatten, man meldet ja bereits im Voraus, wenn man jemanden anstellen will. Letztlich stellte sich nach etwa 10 Jahren heraus, dass ich um etwa 40 000,- Euro zuviel Sozialversicherung bezahlt hatte, und das als Kleinstunternehmer, weil man da halt 'vorsichtshalber' (bitte bin ich ein Verbrecher, weil ich Menschen anstelle und ihnen Arbeit gebe ?) gleich einmal zugelangt hat mit überhöhten Vorschreibungen.

    Einen Bewerber musste ich damals ablehnen, den hat seine Arbeit nicht interessiert, sondern lediglich die Übernahme seiner Vordienstzeitemn und die Übernahme der Urlaubsguthaben aus seiner Vorfirma.

    Die anderen Mitarbeiter waren tüchtig, haben stets mehr verdient als Kollektivverträge ergeben hätten, weil sie leistungsorientiert und ergebnisorientiert gearbeitet haben, und haben mehrheitlich heute Firmen erfolgreich in Betrieb oder sind bei Konzernen tätig, wo sie ganz sicher auch keine Vordienstzeiten verhandeln mussten, nach einiger Einführungszeit, wie sie mir heute auch bestätigen.

    Wozu diese ganze Arbeitsbürokratie ? Arbeitsverhältnisse finden zwischen Nachfrage und Angebot statt, also, was kann der Mitarbeiter anbieten und was braucht die Firma.

    Auch für meine Geschwister war das nie anders, auch für meine Eltern (hauptsächlich Vater) waren solche Dinge nie ein Thema, jeder hat sich seine Bedingen selbst ausgehandelt.

    Es gibt gute und schlechte Zeiten, für alle, für Firmen, für Mitarbeiter, für Staaten.

    Gute Zeiten kann man nicht konservieren, was in guten Zeiten gut war, muss in schlechten Zeiten oft revidiert werden.

    Wir haben 40 Jahre lang über unsere Verhältnisse auf Kredit gelebt und müssen jetzt die Zinsen und das genommene Kapital zurückzahlen. Wenn die Wirtschaft davon betroffen sein wird, davon können wir in der jetzigen Situation ausgehen, so sind dann auch die Arbeitgeber betroffen und die Arbeitnehmer, die dann freigesetzt werden müssen.

    Die Verantwortung dafür tragen die staatlichen Schuldentreiber.

    Fix is nix und daher auch keine Kollektivverträge, Vordienstzeiten, Wohlstand, etc., fix sind nur die Menschen, die nicht aufgeben, Arbeit zu suchen und zu finden und auszuführen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorAlexander Renneberg
    6x Ausgezeichneter Kommentar
  6. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. April 2012 06:50

    Menschen, also auch Arbeitnehmer haben ebenso wie Institutionen, also auch Gewerkschaften einen, offenbar nur in Ausnahmefällen außer Kraft gesetzten, Biocyclus.
    Junge, frisch von der Universität " eingefangene" Leute sind in aller Regel ziemlich wertlos (liegt ja wohl auch an der Qualität unseres Schul- und Universitätssystems) und müßten eigentlich für ihre Ausbildung in der Praxis noch was draufzahlen.(Dem wird ja durch das Praktikumwesen zunehmend Rechung getragen) Ende des Twenalters erreichen sie dann einen Leistungshöhepunkt, der etwa 15 bis 20 Jahre anhält und wo ordentlich gelöhnt werden sollte.
    So um die 50 herum tritt- teilweise auch durch Frust bedingt- eine Art Altersstarre ein, die aufgrund der von der Gewerkschaft oktroierten "Schutzmaßnahmen" einen ganz heftigen und bald irreversiblen Verlauf nimmt und nur noch den Traum von der Pension mit 55 als Ausweg zulässt.

    Eben aus diesem Grunde muß sich auch der Biocyclus der Gewerkschaft ihrem Ende nähern, weil sie auf all diese Probleme und Fragen keine Antwort kennt und unverdrossen gegen den Strom der Vernunft schwimmt.

  7. Ausgezeichneter KommentatorPumuckl
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. April 2012 03:42

    @ A.U.

    " Denn jede Firma . . . . . . . .Diesen Unterschied kann die sicher größere Erfahrung von Älteren nicht mehr wettmachen. "

    Das wird jetzt den sehr geschätzten Mitpostern aus dem geschützten Bereich des Erwerbslebens nicht gefallen.

    Aber der Logik Dr. Unterbergers in diesem Absatz ist nichts entgegenzusetzen.

    DOCH LINDWURM FAFNER - NEUGEBAUER VERHINDERT, DASS MAN DIESE LOGIK AUCH BEI SEINER KLIENTEL ANWENDET ! ! !

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorReinhard
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 07:33

    Die Gewerkschaften schaffen künstlich jene Probleme, deren Lösung sie dann vollmundig fordern. Sie sind Feuerwehrler, die ständig zündeln.


alle Kommentare

  1. Anita (kein Partner)
  2. Biella (kein Partner)
  3. John (kein Partner)
    21. Januar 2015 07:05

    Your story was really ineromativf, thanks!

  4. Pranita (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:46

    I don't know who you wrote this for but you helped a brehotr out.

  5. Agnes (kein Partner)
    20. Januar 2015 07:02

    With the bases loaded you struck us out with that anrwse!

  6. Saalax (kein Partner)
    19. Januar 2015 10:57

    These topics are so cofnnsiug but this helped me get the job done.

  7. cmh (kein Partner)
    23. April 2012 09:23

    Die Politik der Gewerkschaften (die Probleme der Beamten mit ihrem einzigen Dienstgeber möchte ich hier ausnehmen) lässt sich auf den einzigen Satz reduzieren:

    Immer wieder auf und nieder hammes erst gestern gmacht mochmas heut a!

    Die Aussagen dazu sind einfach und mechanisch zu konstruieren. Das kann jeder, wirklich jeder.

    In diese Systematik reiht sich auch dle Argumentation des Gewerkschaftlers, der in der heutigen Presse eine Lanze für den Verbleib der Griechen in der EU brechen zu müssen glaubt.

    Es kann natürlich sein, dass durch einen Austritt aus dem Euroverband die Probleme der Griechen nicht gelöst werden. Aber es ist ihnen nur so klar zu machen, dass ihre Probleme eben ihre Probleme sind und nicht die aller anderen. Das ist auch der Unterschied zu den Polen, die Geld verdienen wollen zu den Griechen, die nur Geld ausgeben wollen.

    Dass dieser Gedankengang für Gewerkschaftler nicht ganz leicht nachvollziebar ist, ist klar.

  8. criticus2 (kein Partner)
    22. April 2012 16:46

    Ein Jüngling stritt mit einem Alten
    Sehr lebhaft über ein Gedicht.
    Der Alte hielts für schön; der Jüngling aber nicht,
    Und hatte Recht, es nicht für schön zu halten.

    Er wies dem Alten, Schritt für Schritt,
    Hier bald das Matte, dort das Leere,
    Und dachte nicht, daß der, mit dem er stritt,
    Der Autor des Gedichtes wäre.

    dem libertus in das stammbuch geschrieben:

    treib es nicht zu weit mit deiner selbst gegebnen sterne,
    du hast genug der eitelkeit gefrönt
    mit mittelmass dein ego oft geschönt
    lass es endlich sein und bleibe in der ferne!

    • phaidros
    • kakadu
      22. April 2012 22:47

      @criticus2

      Schwach, schwächer, @criticus2!

      Armer, feiger, Neidhammel!

    • libertus
      22. April 2012 23:12

      @criticus2

      Interessant: wie gibt man sich hier im Blog (siehe oben) 15 x 3 Sterne selbst?
      Können Sie das bitte genau erläutern, damit auch andere davon profitieren?

      Da lobe ich mir ein gesundes Mittelmaß,
      denn Ihre Verslein erreichen nicht einmal das! ;-()

  9. quaxi (kein Partner)
    22. April 2012 14:10

    OT:

    Nachdem wir heute *wissen*, nicht glauben sondern *wissen*, dass wir auf einem beschraenkten raum bewirtschaftbarer ressourcen sitzen (ein kurzer blick auf bioduversitaet, fischbestaende, klimwandel etc. reicht) *wissen* wir heute dass es grenzen fuer den individuellen wohlstand genau so geben muss wie grenzen der individuellen freiheit. Dh es ist auch keine "trickle down" theorie konstruierbar die aus gigantischem wohlstand weniger komfortablen wohlstand der masse gaeantiert... kapitalismus *muss* asozial bleiben (zumindest bis die menschheit eine interstellare weltraumzivilisation ist)

    Es ist aehnlich wie auf einem schiff: wenn es diw leute befoerdern soll dann kann nicht jeder an bord tun und lassen was wr will.

    extremliberale wie hoppe, woher imner sie ideologisch stammen, die ihre theorien und ideologien aufspannen unter konsequenter missachtung der *randbedingungen* sind keine ehrlichen makler.

  10. D.I.L.E. > ZUM SCHLUSS ! (kein Partner)
  11. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    22. April 2012 08:57

    Bitte in welchem Kollektivvertrag sind die Mindestgehälter in der obersten Progressionsstufe "fast dopelt so teuer" wie die eines Angestellen in zweiten oder dritten Jahr (im ersten gibt es manchmal sehr niedrige Gehälter)?

    Ich kenne zumindest im privaten Bereich keine.

    • RB (kein Partner)
      22. April 2012 20:04

      @Schnabeltierfresser
      Mindestgehälter sind in der Verwendungsgruppe I zu finden.
      Wollen Sie zB einen Finanzbuchhalter in die Verwendungsgruppe I einstufen?

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      23. April 2012 07:27

      Die Tabellen in den Kollektivverträgen sind immer alles Mindestgehälter. Viele Branchen gibt es ohnehin nicht, in denen nicht überzahlt wird.

      Hat aber mit meiner Frage nix zu tun.

  12. Reinhard (kein Partner)
    22. April 2012 07:33

    Die Gewerkschaften schaffen künstlich jene Probleme, deren Lösung sie dann vollmundig fordern. Sie sind Feuerwehrler, die ständig zündeln.

  13. Riese35
    21. April 2012 16:47

    Bei uns ist halt immer noch das Quotendenken tief in den Köpfen verankert, das vom Staat (Politbüro) als Plansoll vorgegeben wird. Gehaltsquoten für Arbeitsjahre unabhängig von in diesen Zeiten erworbenen Qualifikationen und Erfahrungen. Frauenquoten unabhängig von Eignung und Interessenslage. Quoten da und Quoten dort. Die Quantität von Köpfen zählt. Der moderne Begriff dazu ist "headcounts", wie in großen Industriebetrieben heute üblich. Qualität zählt auch nur insofern, als sie sich in Quantität umwandeln läßt (z.B. Umfragewerte). Am Ende von Quantität und Quoten steht die Wirtschaftsplanung, die zur Planwirtschaft führt. Und wohin die Planwirtschaft führt, sollte vielen von uns noch in Erinnerung sein.

  14. M.S.
    21. April 2012 12:41

    O. T.

    Passt zwar nur im weitesten Sinn zum Thema aber doch prinzipiell. Eine kurze Rezension in der "Presse"über ein Buch von Hans-Hermann Hoppe.

    Der Staat als Betrüger
    Von Karl-Peter Schwarz (Die Presse)
    Hans-Hermann Hoppe hält die Umverteilung vom Bürger zum Staat durch Steuern und Inflation für systemimmanent. Demokratie erzeuge einen „Wettbewerb der Gauner“. Eine Kampfschrift.
    Wer sagt denn, dass die Sozialdemokratie gescheitert ist? Das Gegenteil ist der Fall, sie leidet unter ihrem Sieg. Ihr Niedergang, so Hans-Hermann Hoppe, sei „kein Zeichen einer Abkehr vom Sozialismus, sondern seines Triumphes“. Die Sozialdemokraten schwächeln, weil sich ihre konservativen und liberalen Gegner längst sozialdemokratisiert haben.
    Die Folgen sind katastrophal. Der von allen Parteien hochgehaltene Sozialstaat „wird ebenso sicher zusammenbrechen, wie der Kommunismus zusammengebrochen ist. Das ganze Sozialversicherungssystem, der sogenannte Generationenvertrag, ist wie ein Kettenbrief zum Absturz verurteilt. Jeder private Geschäftsmann, der ein solches ,Versicherungssystem‘ anbieten wollte, würde sofort als Gauner verhaftet.“
    Die westlichen Demokratien stehen am Rande des wirtschaftlichen Bankrotts. Die Umverteilung vom Bürger an den Staat und seine Agenten durch Steuern und Inflation hat ein in der Geschichte noch nie erreichtes Ausmaß angenommen. Die Zentralbanken überschwemmen den Markt mit aus dem Nichts geschaffenem Papiergeld, und „genauso wie die Geldmenge und das Geldmengenwachstum, so wird auch die Zinsrate von einem Politbüro staatlich approbierter Banker festgelegt“.
    Nicht anders als im Kommunismus unterliegt das Papiergeld, dessen letzte Warenbindung 1971 von Richard Nixon gekappt wurde, ausschließlich politischer Planung. Dabei gibt es „keinerlei Grund, warum der Staat irgendetwas mit der Herstellung von Geld zu tun haben sollte. Der Markt hat immer irgendein Warengeld produziert und bereitgestellt und wird es auch in Zukunft tun, wenn man ihn nur lässt. Und die Produktion dieses Geldes – um welche Ware es sich dabei auch immer handeln möge – unterliegt denselben Kräften von Angebot und Nachfrage wie die Produktion aller anderen Güter und Dienstleistungen auch.“
    Wer nach noch höheren Steuern ruft, um den Staatshaushalt zu „sanieren“, wer weitere hunderte Milliarden in die schwarzen Löcher der Banken stopfen will, um den Euro zu „retten“, oder wer glaubt, dass man die Krise am besten mit noch mehr gedrucktem Papier überwindet, wird an diesem Buch wenig Freude haben. Die wachsende Zahl derer, die das nicht (mehr) glauben und nach einer Alternative suchen, wird hingegen mit Interesse verfolgen, wie dieser „intellektuelle Anti-Intellektuelle“ (Selbstdefinition) das etatistische Denkgebäude zum Einsturz bringt – unbeirrt vom Mainstream der Intellektuellen, von denen „99 Prozent, ohne zu zögern, die Frage nach der Notwendigkeit eines Staates mit Ja beantworten“.
    Hoppe stellt seiner Kampfschrift ein Zitat des österreichischen Nationalökonomen Ludwig von Mises voran: „Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antrieb verhalten würden.“ Mises war der Begründer der „Praxeologie“, der Wissenschaft von der Logik des menschlichen Handelns. Heute ist Hoppe der bedeutendste Vertreter dieser Denkschule, die vom exklusiven Eigentum des Individuums an seinem Körper und an seinen ursprünglich angeeigneten, zuvor unbesessenen Gütern ausgeht. Jedermann steht es frei, „mit anderen Personen beliebige wechselseitig vorteilhafte Verträge bezüglich ihres jeweiligen Eigentums abzuschließen. Jeder Eingriff in diese Rechte stellt eine Aggression dar, und eine Gesellschaft ist unfrei je nach dem Ausmaß solcher Eingriffe.“
    Nun greift der Staat, „das kälteste aller Ungeheuer“ (Nietzsche), auf vielfältige Weise in diese Rechte ein. Er besitzt erstens ein territoriales Monopol auf die Entscheidungsfindung in allen Konfliktfällen, auch in solchen, in die er selbst verwickelt ist. Er setzt zweitens einseitig den Preis fest, den seine Untertanen für seine Leistungen zu entrichten haben, ohne dass deren Umfang oder Qualität in irgendeiner Weise vertraglich geregelt wäre. Er ist nur an die Regeln gebunden, die er selbst festlegt und jederzeit ändern kann. Er operiert in einem „vertragslosen rechtlichen Vakuum“. Jeder Private, der es ihm gleichtun wollte, würde sofort hinter Schloss und Riegel landen.
    In kleinen, dezentralisierten Einheiten, Kantonen etwa oder Stadtstaaten, hält sich der Schaden noch in Grenzen, den die Demokratie anrichtet. Doch „je größer und anonymer die Personeneinheiten werden, über die demokratisch bestimmt wird, umso unbedenklicher kann man seinen jeweiligen Neidgefühlen, Machtgelüsten und Wahnvorstellungen nachgeben. Und umso schneller wird die Demokratie zu einem Instrument, um sich auf Kosten anderer zu ermächtigen und zu bereichern, und umso unausweichlicher kommt es zu einem wirtschaftlichen Niedergang.“ Hoppe definiert Demokratie als eine Form des Kommunismus: „Eine Mehrheit entscheidet darüber, was mir und was dir gehört und was ich und du tun dürfen oder nicht. Das hat mit Privateigentum nichts zu tun, sehr viel aber mit der Relativierung von Eigentum, also mit Gemeineigentum, also mit Kommunismus.“
    Innerhalb dieses amoralischen institutionellen Rahmens findet Politik statt. Beneidenswert, wer frei davon! ?

    • Anton Volpini
      21. April 2012 13:14

      @ M.S. Ihr Beitrag ist überhaupt nicht O.T., denn sämliche Eingriffe der staatlich tolerierten, und in Österreich sogar in Wechselwirkung staatlich gesteuerten Gewerkschaften sind Eigentumsdelikte im Sinne dieses Buches.
      Nach diesem 90 Seiten kurzen, aber sehr intensiven Buch, sollte man von Hoppe "Sozialismus oder Kapitalismus" lesen, dabei aber den Blickwinkel von @ohneland im neuen ECHO nicht aus den Augen verlieren!

    • socrates
      21. April 2012 18:30

      Gold ist die einzige Währung ohne Schulden!
      Eine Goldwährung beseitigt alle Probleme, die Sie aufgezählt haben.

    • ProConsul
      22. April 2012 01:51

      aus Hoppes Buch "Demokratie der Gott der einer ist", erschienen 2003:

      "Der Preis der Gerechtigkeit und des Friedens ist astronomisch angestiegen, und die Qualität des Rechts hat stetig abgenommen bis zu dem Punkt, wo die Idee des Rechts als einer Gesamtheit universeller und unveränderlicher Prinzipien der Gerechtigkeit beinahe verschwunden und durch die idee von Recht als Gesetzgebung (eines von der Regierung gemachten Rechts) ersetzt worden ist. Gleichzeitig war die Demokratie da erfolgreich, wo die Monarchie nur einen bescheidenen Anfang gemacht hatte: in der endgültigen Zerstörung der natürlichen Eliten. Die Vermögen großer Familien haben sich aufgelöst, und ihre Tradition der Kultur und ökonomischen Unabhängikeit, des intellektuellen Weitblicks und der geistig-moralischen Führung ist vergessen. Reiche Menschen gibt es heute immer noch, aber immer mehr verdanken sie ihr Vermögen nun direkt oder indirekt dem Staat. Von daher sind sie oft abhängiger von der fortgesetzten Gunst des Staates als Menschen viel geringeren Vermögens. Sie sind typischerweise nicht mehr die Oberhäupter langetablierter führender Familien, sondern Neureiche. Ihr Verhalten ist nicht durch besondere Tugend, Würde oder Geschmack gezeichnet, sondern ist Abbild derselben proletarischen Massenkultur von Gegenwartsorientierung, Opportunismus und Hedonismus, die die reiche nun mit allen anderen teilen; infolgedessen besitzen ihre Meinungen nicht mehr Gewicht in der öffentlichen Meinung als die eines jeden anderen. Daher wird, wenn die demokratische Herrschaft endgültig ihre Legitimität verbraucht hat, das zu lösende Problem bedeutend größer sein als zu der Zeit, als die Könige ihre Legitimität verloren." (Hans-Hermann Hoppe, Demokratie der Gott der keiner ist, S.167)

  15. Josef Maierhofer
    21. April 2012 12:08

    Sehr geehrter Herr Dr. Unterberger !

    Ihr Beitrag zeigt das ganze Dilemma, das wir da aufgebaut haben, ich nicht, Sie nicht, aber die Gewerkschaften schon.

    In meinem Leben war es noch nie so, dass ich (auch ich hatte mehrere Posten inne, manchmal sogar gleichzeitig, nun aber selbständig) jemals über Vordienstzeiten geredet habe bei meinen Verhandlungen, sondern höchstens darüber, wie lange ich mit welchen Arbeiten beschäftigt war und welche Projekte wie abgeschlossen wurden, nie habe ich irgendwelche Urlaube und andere 'Goodies' übertragen, immer habe ich auch angeführt, was ich vorher als Lohn hatte und immer habe ich einen Modus vorgeschlagen, wie ich einsteige und was ich an Lohn für die gesuchten Arbeitsverrichtungen erwarte, wenn wir beide, die Firma und ich nach einer Probezeit zu dem Schluss kommen, wir machen das miteinander. Ich habe dazu noch nie eine Gewerkschaft gebraucht, weil ich selbst denken, selbst handeln, selbst arbeiten kann.

    Ich habe auch noch nie einen Kollektivvertrag gebraucht, erst als ich als Selbständiger Mitarbeiter eingestellt habe und die den Kollektivvertrag angesprochen haben, da musste ich so was durchlesen. Vor allem, die Verflechtung, Kollektivvertrag (Arbeiterkammer), Sozialversicherung (bei mir WGKK), AK-Beitrag, Städtische Abgaben, wie Dienstgeberbeitrag, etc. ist mir aufgefallen und alle haben schon unmäßige, 'vorläufige' Forderungen gestellt, als würde ich lauter Generaldirektoren anstellen, noch bevor die Leute richtig mit der Arbeit begonnen hatten, man meldet ja bereits im Voraus, wenn man jemanden anstellen will. Letztlich stellte sich nach etwa 10 Jahren heraus, dass ich um etwa 40 000,- Euro zuviel Sozialversicherung bezahlt hatte, und das als Kleinstunternehmer, weil man da halt 'vorsichtshalber' (bitte bin ich ein Verbrecher, weil ich Menschen anstelle und ihnen Arbeit gebe ?) gleich einmal zugelangt hat mit überhöhten Vorschreibungen.

    Einen Bewerber musste ich damals ablehnen, den hat seine Arbeit nicht interessiert, sondern lediglich die Übernahme seiner Vordienstzeitemn und die Übernahme der Urlaubsguthaben aus seiner Vorfirma.

    Die anderen Mitarbeiter waren tüchtig, haben stets mehr verdient als Kollektivverträge ergeben hätten, weil sie leistungsorientiert und ergebnisorientiert gearbeitet haben, und haben mehrheitlich heute Firmen erfolgreich in Betrieb oder sind bei Konzernen tätig, wo sie ganz sicher auch keine Vordienstzeiten verhandeln mussten, nach einiger Einführungszeit, wie sie mir heute auch bestätigen.

    Wozu diese ganze Arbeitsbürokratie ? Arbeitsverhältnisse finden zwischen Nachfrage und Angebot statt, also, was kann der Mitarbeiter anbieten und was braucht die Firma.

    Auch für meine Geschwister war das nie anders, auch für meine Eltern (hauptsächlich Vater) waren solche Dinge nie ein Thema, jeder hat sich seine Bedingen selbst ausgehandelt.

    Es gibt gute und schlechte Zeiten, für alle, für Firmen, für Mitarbeiter, für Staaten.

    Gute Zeiten kann man nicht konservieren, was in guten Zeiten gut war, muss in schlechten Zeiten oft revidiert werden.

    Wir haben 40 Jahre lang über unsere Verhältnisse auf Kredit gelebt und müssen jetzt die Zinsen und das genommene Kapital zurückzahlen. Wenn die Wirtschaft davon betroffen sein wird, davon können wir in der jetzigen Situation ausgehen, so sind dann auch die Arbeitgeber betroffen und die Arbeitnehmer, die dann freigesetzt werden müssen.

    Die Verantwortung dafür tragen die staatlichen Schuldentreiber.

    Fix is nix und daher auch keine Kollektivverträge, Vordienstzeiten, Wohlstand, etc., fix sind nur die Menschen, die nicht aufgeben, Arbeit zu suchen und zu finden und auszuführen.

  16. Alexander Renneberg
    21. April 2012 11:23

    O.T.

    auch der ortner zitiert das echo! gut so!

    http://www.ortneronline.at/?p=16869#more-16869

  17. HJR
    21. April 2012 09:33

    Die Gewerkschaft ist eine der übelsten Säulen der Sozial-"Demokratie". Als ausgewiesene "gutmenschliche" Institution kurbelt sie immer dort am propagandistischen Leierkasten, wo's gerade populär geboten erscheint. In den eigenen Unternehmen bzw. Vereinen mit kommerziellem Hintergrund verhält sie sich um nichts besser als jene Unternehmer, an denen auch ein eingefleischter Kapitalist kein Jota an sozialer Kompetenz entdecken kann. Allerdings kann die Gewerkschaft dank ihrer Teilhabe an der linken Propaganda-Maschinerie und der wohlwollenden Duldung durch einen intellektuell herausgeforderten (um das mal "politisch korrekt" auszudrücken) "Sozialpartner" jegliche mediale Meldung oder öffentliche Diskussion in dieser Richtung unterdrücken.

    Unsere "Bürgerlichen" mögen ja durchaus gewinn- und karrierebedacht und manchmal ausgesprochen naiv und dumm sein und auch kein soziales Gewissen haben, aber so kein soziales wie die Gewerkschaften haben die nicht.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

  18. Anton Volpini
    21. April 2012 09:14

    O. T.

    ECHO III ist in der Pipeline, und ist meiner Meinung nach besonders gut gelungen.
    Starke Beiträge von vielen, sehr guten Autoren. Und von unglaublichen Kapazundern an Interviewpartnern und Gastkommentatoren! Und einem breit gestreutem Mix von Themen mit dem Schwerpunkt, der uns allen am meisten unter den Nägeln brennt. Europa!

    Europa und dessen verfehlter Politik, die mittlerweile gewaltig in unsere Privatsphäre herein wirkt, bis hin zur eigenen Familiengestaltung und zum eigenem Geldbörsel.

    Dem Gründer und Initiatator von ECHO, Helmut Graser, sei dazu sehr herzlichst gedankt! Und allen, die bei diesem unwahrscheinlich sympathischen Chaotenhaufen mitmachen, ebenfalls ein herzliches Dankeschön.
    Was für ein Spaß!

    Ich glaube aber auch, daß es hier jetzt besonders an der Zeit ist, unserem spiritus rector zu danken!

    Hätte er es nicht geschafft, uns hier aus allen verschiedenen Gedankenwelten und Geistesrichtungen zu vereinen, in dem er auch besonders unsere Vielfalt fördert, und uns nicht nur Halt, Orientierung und unglaubliche Wissenserweiterung ermöglicht, sondern außerdem mit unermüdlicher Arbeit, uns täglich aufs Neue aufrüttelt, und uns Unwissenden mit prioritären Themen füttert, das ECHO wäre erst gar nicht geboren worden.

    Dieser Blog hier ist unsere Leitlinie, dessen sollten wir uns alle immer bewußt sein. Dr. Unterbergers tägliche Arbeit ist unsere gemeinsame Basis.

    Vielen herzlichen Dank, Hr. Dr. Unterberger, daß Sie uns dieses Diskussionsforum ermöglichen, und uns so auch die Hoffnung geben, daß die Zukunft unserer Kinder nicht die Fortführung unserer gegenwärtigen Entwicklung sein wird, denn wir können noch gestalten! Danke!

    • terbuan
      21. April 2012 09:24

      Vielen Dank lieber Anton Volpini,
      für die Würdigung dieses im deutschsprachigen Raum sicherlich einzigartigen Projekts!
      Herzliche Grüße
      terbuan
      --------------------------
      www. conwutatio.at

      -------------------------

    • Helmut Graser
      22. April 2012 09:17

      Danke Anton! Du hast recht und ich schließe mich Deinem Dank an. Wenn sich die damals noch kleinere Gruppe nicht bei dieser anfangs leicht schrägen Idee hier im Forum gefunden hätte, dann gäbe es heute kein Echo3. Einzig den Verein haben wir immer noch nicht gegründet! ;-)

    • Johann Scheiber
      23. April 2012 13:25

      Ich sehe das auch so wie Antom Volpini. Dr. Unterberger war der Anfang und ist die Mitte einer zwar sehr heterogenen aber doch in Formierung begriffenen bürgerlichen Artikulation, die, was ich weiß, österreichweit alternativlos ist. Die schnell erschöpte Wut, die kleine Schwester, wird sich in ihren großen Bruder verwandeln, in den gerechten Zorn. Bürgerlichkeit heißt nicht nur Verfolgung des Eigennutzes, sondern auch Entwicklung und Praxis von Gemeinsinn. Da Dr. Unterberger letzteres bewirkt und ermöglicht, ist er für mich die zentrale konservative Gestalt in Österreich.

  19. Observer
    21. April 2012 08:40

    Ich bin froh, dass es bei uns Gesetze gibt, damit die Arbeitswilligen nicht ausgebeutet und somit ganz den Launen der Unternehmer ausgeliefert sind. Andererseits haben Gott-sei-Dank die Unternehmer und Personalchefs noch die freie Entscheidung, wen sie anstellen wollen und wen auch nicht.
    Die neuerlichen Initiativen der Gewerkschaften zur Verbesserung für die arbeitswilligen älteren Dienstnehmer gehen in die falsche Richtung, denn damit werden es diese Arbeitsplatzsuchenden künftig noch viel schwerer haben, wo unterzukommen.
    Ich meine, den Gewerkschaften geht es heutzutage nur mehr daraum, durch solche Forderung ihre Existenzberechtigung zu begründen und die eingehobenen Mitgliedsbeiträge zu rechtfertigen.
    Der Unternehmer (besonders die Produktionsbetriebe) werden bei fehlender Wettbewerbsfähigkeit eben die Erzeugungen ins Ausland verlagern und somit werden inländische Arbeitsplätze verloren gehen.
    Die Sache geht aber noch weiter: seit einiger Zeit verfolgen chinesische Unternehmen - mit Unterstützung der dortigen Regierung - Bestrebungen, eigene Produkte (natürlich z.T. kopiert) nach dem Ausland zu verkaufen und gleichzeitig eigene Vertriebswege in den Verbraucherländern aufzubauen. Denn sie haben erkannt, dass die Konsumentenpreise zu einem grossen Teil aus Handesspannen bestehen, welche sie künftig selbst einstreifen möchten. Den Wunsch mancher Bittsteller der EU, die Eurokrise durch Finanzhilfe zu lindern, hat man in China nicht entsprochen. Vielmehr werden nun reihenweise zum Verkauf ausgeschriebene Betriebe in Europa und anderswo aufgekauft und nach chinesischen Prinzipien geführt.
    Haben sich darüber der ÖGB-Häuptling Foglar und seine Freunde, die Arbeiterkammern sowie Herr BM Hundstorfer schon Gedanken gemacht?

    • Observer
      21. April 2012 08:44

      Ich korrigier das Wort "kopiert", den heutzutage werden von den hervorragenden chinesischen Wissenschaftler und Technikern vom Westen konzipierte Produkte weiterentwickelt und somit verbessert. Die Zeiten des plumpen Kopierens sind in China vorbei!

    • cmh (kein Partner)
      22. April 2012 15:33

      Das ändert nichts daran, dass die langfristige Strategie der Chinesen auf einen wirtschaftlichen Neokolonialismus in der umgekehrten Richtung hinausläuft.

      Die Möglichkeit ist einfach vorhanden und die Chinesen wären blöde, wenn sie uns da nicht in die Weichteile griffen.

      Gleichzeitig kaufen Sie Ländereien in Afrika. Auch nur folgerichtig.

      http://www.epochtimes.de/chinas-illegaler-bergbau-in-ghana-692815.html
      Wenn man sich aber dieses Video anschaut, dann fragt man sich schon, wohin unsere Entwicklungshilfe geflossen ist.

  20. Wertkonservativer
    21. April 2012 07:45

    Bezüglich der Einstufung älterer arbeitssuchender und leistungsbereiter Arbeitnehmer sollte man nicht allzu pingelig sein. Anrechnung früherer Arbeitszeiten, Kollektivvertrags-Klauseln, alles schön und gut: für die Betroffen ist es jedoch sicher vor allem wichtig, eine ihrer Qualifikation entsprechend faire Entlohnung angeboten zu erhalten, die von ihnen auch akzeptiert wird, und die ihnen ein zufriedenstellendes Berufsleben auch für die letzten aktiven Arbeitsjahre sichert.
    Klar, dass die gesetzlichen Mindestanforderungen einzuhalten sind; zwingende Beachtung auch aller Kann-Bestimmungen würde die Einstellung älterer Arbeitnehmer - wie A.U. klar herausarbeitet - jedoch oft erschweren bis verunmöglichen.

    Die Gewerkschaften: eine unendliche Geschichte! In den Anfangszeiten der Industrialisierung wohl ein wichtiger Faktor im Erkämpfen von Arbeitnehmer-Rechten!

    Heute eine satte Kampforganisation der Linken, gefüttert mit gar nicht so geringen Beiträgen gar nicht immer freiwilliger Mitglieder (die ja schon zwangsweis AK-Beiträge abgezogen bekommen).
    Ich rede hier vom ÖGB im Gesamten!
    Die Beamtengewerkschaft unter "Fafner" Neugebauer (Zitat Pumuckl): das ist eigentlich eine andere Geschichte!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  21. ambrosius
    21. April 2012 06:50

    Menschen, also auch Arbeitnehmer haben ebenso wie Institutionen, also auch Gewerkschaften einen, offenbar nur in Ausnahmefällen außer Kraft gesetzten, Biocyclus.
    Junge, frisch von der Universität " eingefangene" Leute sind in aller Regel ziemlich wertlos (liegt ja wohl auch an der Qualität unseres Schul- und Universitätssystems) und müßten eigentlich für ihre Ausbildung in der Praxis noch was draufzahlen.(Dem wird ja durch das Praktikumwesen zunehmend Rechung getragen) Ende des Twenalters erreichen sie dann einen Leistungshöhepunkt, der etwa 15 bis 20 Jahre anhält und wo ordentlich gelöhnt werden sollte.
    So um die 50 herum tritt- teilweise auch durch Frust bedingt- eine Art Altersstarre ein, die aufgrund der von der Gewerkschaft oktroierten "Schutzmaßnahmen" einen ganz heftigen und bald irreversiblen Verlauf nimmt und nur noch den Traum von der Pension mit 55 als Ausweg zulässt.

    Eben aus diesem Grunde muß sich auch der Biocyclus der Gewerkschaft ihrem Ende nähern, weil sie auf all diese Probleme und Fragen keine Antwort kennt und unverdrossen gegen den Strom der Vernunft schwimmt.

  22. Pumuckl
    21. April 2012 03:42

    @ A.U.

    " Denn jede Firma . . . . . . . .Diesen Unterschied kann die sicher größere Erfahrung von Älteren nicht mehr wettmachen. "

    Das wird jetzt den sehr geschätzten Mitpostern aus dem geschützten Bereich des Erwerbslebens nicht gefallen.

    Aber der Logik Dr. Unterbergers in diesem Absatz ist nichts entgegenzusetzen.

    DOCH LINDWURM FAFNER - NEUGEBAUER VERHINDERT, DASS MAN DIESE LOGIK AUCH BEI SEINER KLIENTEL ANWENDET ! ! !

  23. libertus
    21. April 2012 01:04

    Die Gewerkschaften werden einmal mehr ihrem Ruf als Arbeitsplatzvernichter gerecht, um dann jedoch nach der altbwährten "Haltet-den-Dieb"-Methode die Arbeitgeber dafür verantwortlich zu machen:

    Hinterlistiger Klassenkampf wie er im "Sozi-Büchl" steht!





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung