Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Schein und Sein von Kasachstan bis Liechtenstein

Was ist Wahrheit? Öffnet sich nicht ständig dort, wo wir sie zu sehen glauben, wieder ein doppelter Boden, oder gar ein dreifacher oder vierfacher? Die Sensationsberichte, mit denen die Medien täglich Zuseher oder Leser aufgeilen, zeigen die Doppelbödigkeit und Relativitäten scheinbarer Gewissheiten besonders deutlich. Was heute schwarz-weiß ist, ist morgen weiß-schwarz, übermorgen schwarz und dann plötzlich weiß. Ein ehrlicher Journalismus müsste viel öfter sagen, dass er die Wahrheit nicht wirklich kennt, dass diese vielleicht auch nie ganz klar feststehen wird. Das sollte eigentlich auch Anlass sein, sich mit den ständigen Vorverurteilungen viel stärker zurückzuhalten. Ein vergeblicher Weihnachtswunsch.

Das zeigt sich etwa an den Aufregern der letzten vorweihnachtlichen Tage. Von der Causa Grasser über den deutsch-koreanischen Raketenschmuggel bis zu der Affäre Österreich-Kasachstan. Beginnen wir mit Ksachstan: Seit Jahr und Tag wird uns von Medien, PR-Firmen, SPÖ- Politikern sowie SPÖ- und CDU-nahen Anwälten eine dramatische Geschichte präsentiert: Der ehemalige Botschafter Kasachstan in Wien und Ex-Schwiegersohn des Präsidenten habe Regimegegner gefoltert und getötet. Es sei daher ein Riesenskandal, dass Österreich diesen Mann nicht der kasachischen Justiz ausliefere.

Das Erstaunlichste an diesen Vorwürfen ist allerdings etwas anderes, nämlich wer da aller plötzlich zu einem Kasachstan-Experten geworden ist. Lauter Menschen, die bisher nie auch nur eine Spur von Interesse für jenes Land gezeigt haben. Die böse Vermutung, dass dahinter mehr Interesse an dem (Öl-)Geld jenes Landes als an Kasachstan selbst stünde, weisen wir natürlich strikt zurück. Das sind zweifellos lauter lautere Wahrheitssucher.

In den letzten Tagen und Wochen ist es jedoch erstaunlich ruhig geworden um ihre Story. Denn aus Kasachstan dringen ganz andere Nachrichten: Dort hat der Präsident schon wieder einen anderen Schwiegersohn aus allem Ämtern gefeuert. Dort toben seit Wochen schwere Unruhen. Dort geht der Machthaber mit aller Gewalt, mit Folterungen und Morden gegen seine Gegner vor.

Und ausgerechnet an diesen Diktator und seine Unrechtsjustiz soll Österreich jemanden ausliefern? Ausgerechnet von dort geschickte Beweise sollen ernst genommen werden? Ist am Ende der von Österreich geschützte Schwiegersohn vielleicht wirklich selbst nur ein Verfolgter eines despotischen Diktators?

Alle wissen alles über KHG – ich nicht

Noch schwieriger ist es im zweiten aktuellen Fall, die Wahrheit zu finden: nämlich bei der Story Grasser-Liechtenstein. Da hat der SPÖ-Geschäftsführer  schon über alle Grenzen des Rechtsstaats hinweg verlangt, dass Grasser nun endlich unbedingt in Untersuchungshaft gehöre. Da hat der „Kurier“-Chefredakteur bereits gar nach Anwendung des Mafia-Paragraphen gerufen. Und die große Mehrzahl der restlichen Medien will Grasser sowieso schon lange hängen sehen.

Die Faktenlage, soweit bekannt, zeigt ein anderes Bild. Faktum scheint zu sein, dass ein Liechtensteiner Anwalt, der zwar mit Grasser Geschäftsbeziehungen hat, aber in diesem Fall jemand anderen vertritt, Aktenteile aus einem Gericht mitgenommen hat. Allerdings hat er – beziehungsweise der Eigentümer des Aktes – das keineswegs ganz im rechtsfreien Raum gemacht. Was freilich in kaum einem österreichischen Medium korrekt berichtet worden ist. Denn die Liechtensteiner Gerichte hatten davor den Durchsuchungsbefehl, auf dessen Grundlage die Akten ins Gericht gekommen sind, wegen Fristüberschreitung aufgehoben. Damit hatte eigentlich die Beschlagnahme keine Rechtsgrundlage mehr und der Akteneigentümer einen Anspruch auf Zurückstellung dieser Akten, unabhängig davon, dass in Wien ein neuer Antrag auf Durchsuchung gestellt worden ist.

Damit ist jedenfalls ein Großteil der heimischen Aufregung der letzten Tage wieder als grundlos in sich zusammengesackt. Freilich bleiben noch zwei Fragezeichen bestehen: Hätte der Anwalt nicht zuvor einen formellen Antrag auf Rückstellung der beschlagnahmten Akten stellen müssen, statt sie einfach mitzunehmen? Und zweitens: Gibt es – abgesehen von den Behauptungen der üblichen Medien – einen konkreten Beweis, dass Seiten des inzwischen freiwillig zurückgestellten Aktes ausgetauscht oder manipuliert worden sind? Was dann nun tatsächlich ein arges Delikt wäre – aber nur dann. Was aber wohl nur mit komplizierten kriminaltechnischen Methoden zu klären sein wird. Und nicht schon mit der Boulevard-Schlagzeile.

Ich bin jedenfalls nach wie vor total unsicher: Ist Grasser bis über beide Ohren korrupt gewesen? Oder haben sich zwei oder drei Freunde im Kielwasser eines im Rampenlicht stehenden, aber integren Sunnyboys ganz heimlich, aber ganz heftig bereichert? Die derzeit bekannten Fakten lassen die Richtigkeit beider Theorien zu. Seit die Staatsanwaltschaft freilich auch schon das Kapitalverbrechen eines Meldevergehens Grassers zu kriminalisieren begonnen hat, seit von dort immer ganz einseitig Aktenteile an die Öffentlichkeit dringen, zweifle ich aber zumindest an der Objektivität der Strafverfolger. Das klärt aber noch lange nicht, wo unter den vielen doppelten Böden jener der Wahrheit zu finden ist.

Die dritte große, aber nach zwei Tagen in sich zusammensackende vorweihnachtliche Aufregung spielte sich im kalten Finnland ab. Dort wurde ein Schiff mit einer deutschen Waffenlieferung für Südkorea angehalten. Der Empörung auslösende Vorwurf: Die Frächter hatten kriegerische Raketen als harmlose Feuerwerkskörper getarnt. Als die Story jedoch gleich einmal rund um den Erdball gezischt war, mussten die Finnen kleinlaut zugeben: Sie hatten das in den Frachtpapieren stehende Wort „Rocket“ falsch übersetzt, es war eh alles richtig deklariert . . .

Was ist Wahrheit?

Wir bleiben jedoch mit der bangen Frager zurück: Wem darf man trauen? Was ist die wirkliche Wahrheit? Täglich steigen mediale Aufreger wie Feuerwerkskörper steil in den Himmel, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen – und stürzen dann irgendwann kraft- und saftlos wieder herunter. Wenn man nicht strukturell paranoid ist wie der Abgeordnete P., der ja schon fast täglich nie stattgefundene Verbrechen entdeckt und anzeigt, dann muss man ehrlich zugeben: Wir lernen die Wahrheit oft nie ganz kennen.

Freilich ist auch das Gegenteil nicht garantiert. Leider können wir auch nicht fix davon ausgehen, dass alle Aufreger zwischen „Heute“, Pilz, „News“ und „Österreich“ unberechtigt, falsch und erlogen sind. Denn dann hätten wir ja wenigsten das Gegenteil der Wahrheit erkannt. Was ja auch schon wieder ein Teil von ihr wäre.

Erstaunlich ist, dass die Medien die schwere Selbstbeschädigung, den großen Verlust an Glaubwürdigkeit hinnehmen, nur weil sie glauben, dass kurzfristig die schrillste Story, der größte Aufreger, die bösartigste Unterstellung, die schnellste Vermutung siegt. Da ist es kein Wunder, dass im langfristigen Trend Aufdeckermagazine, Boulevardblätter wie auch zum Skandalisieren neigende Qualitätsblätter den stärksten Leserverlust haben.

Wir aber bleiben mit der bangen Frage zurück: Was ist die Wahrheit?

Wenn mir an diesem Weihnachtsmorgen ein Vergleich aus einer ganz anderen Welt gestattet ist: Dass Jesus Christus gelebt hat, kann zwar auch jenseits des Glaubens als historisch weitestgehend gesichert und bewiesen gelten. Aber ob er wirklich gerade vor 2011 Jahren geboren worden ist, kann schon niemand seriös beweisen. Man denke nur an die starken Indizien, dass im dunklen Loch etwa zwischen den Jahren 400 und 700 wahrscheinlich deutlich weniger als die von späteren Geschichtsschreibern hingeschriebenen 300 Jahre vergangen sind. Und der Kalender-Tag des Weihnachtsfests ist sogar mit noch größerer Wahrscheinlichkeit ein völlig willkürlich gewählter Geburtstag.

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGerhild Baron
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Dezember 2011 19:54

    Off topic aber ich muß meine Empörung los werden (beim ORF Kundendienst tat ich es schon) :
    mein Fehler, daß ich die ZIB1 ansah. Der Kommentator zur heutigen Ansprache des Papstes wußte zu berichten, daß diese "wenig ambitioniert war" und der Papst zum Unterschied von vorigem Jahr nicht von China sprach ...
    Ich hörte die Ansprache - sie war hervorragend und beschäftigte sich vor allem mit den Punkten Frieden und Flüchtlings-Elend.

    Muß der Papst in Zukunft seine Reden zuerst dem ORF, wenn möglich Herrn
    Niko Pelinka vorlegen, um das Gefallen der ORF Redaktion zu finden ? Werden diese Herren ihm die Themen vorgeben ?

  2. Ausgezeichneter KommentatorMitleserin
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2011 09:53

    Ich kann den Zeilen von A.U. nur voll zustimmen.

    zu den Raketen:
    Als ich die reisserische Schlagzeile auf Presse.com las, dachte ich mir schon - "Mein Gott, der arme Frachtführer".. und tags darauf kam die Meldung, daß der Transport legal orginisiert ist - aber die Transitbewilligung fehlen würde.

    Die letze EU-Richtlinie, die in Ö bereits in Kraft ist, sieht vor, daß keine Durchfuhr (Transit) bewilligungen einzuholen sind, weil es eben zu Problemen wie denen in Finnland führt. Aber leidtragend ist nicht die Regierung in DE oder FIN, sondern der Frächter, der die Ware an Board genommen hat und deren Ausfuhrverantwortliche wahrscheinlich die aktuelle Gesetzeslage rund um Waffentransporte besser kennen als der Kleine Zollbeamte der dieses Tohuwabohu ausgelöst hat. Und natürlich erkundigen sich Journalisten nicht bei Fachleuten, sondern übernehmen unreflektiert den Text und schaffen dramatische Schlagzeilen auf Kosten der Wirtschaft. Ich kenne einen ähnlichen Fall aus Berlin. Die Schlagzeilen waren produziert... das Verfahren war nach 1 Jahr eingestellt. Alle Waren wurden freigegeben. Gleiches droht jetzt auch in Finnland.

    Obwohl ich sehr für die EU war, komme ich zwischenzeitlich zur Erkenntnis, daß die Wirtschaftsbeziehungen im Bereich von Gütern mehr verkompliziert wurde als es früher war. Es unterliegen ja nicht nur Waffen der Meldepflicht, sondern das gilt auch für eine Reihe von anderen Gütern- Chemie - Lebensmittel etc.... Alle Güter sind irgendwie EU geregelt und alles ist irgendwie chaotisch.

    Und ich kann Euch sagen, eine Verwaltungsreform, die die Wirtschaft entlastet ist unmöglich, solange in Brüssel immer neue Richtlinien erarbeitet werden, ohne daß festgelegt wirde in welchem Land welche Nachbesserungen zu machen sind.

    Jetzt hat man wieder unser Aussenhandelsgesetz geändert (dank EU Richtlinie) und die Beamten haben sich dazu verstiegen den Binnenmarkt und Ausfuhren in den Binnamarkt nach Menschenrechtskriterien zu beurteilen. Jetzt werden alle Vorgänge schon vielfach erfasst... ein Bürokratischer Irrsinn....

    Den Grasserfall sehe ich ähnlich. Statt still zu ermitteln, Fakten zu schaffen und anzuklagen (oder nicht) gibt es die mediale Verurteilung. Das geht an der rechtstaatlichen Demokratie vorbei.

    Ich hoffe und bete, daß 2012 diese unwürdige Regierung ihr Ende findet.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2011 09:51

    Die Wahrheit kennt keine Verbotsgesetze und keine Tabus.
    Die Wahrheit verträgt keine faulen und bestochenen Journalisten, die nicht recherchieren.
    Die Wahrheit verträgt keinen ORF, keine ÖBB und keine SPÖ.
    Die Wahrheit bedauert die ÖVP.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Dezember 2011 14:01

    Für die Medien zählt nicht die Wahrheit, sondern einzig und alleine die Auflage - dafür ist ihnen jede Vorverurteilung bzw. jede Verdrehung derselben recht.
    Wer von ihnen (hin-)gerichtet wird ist erledigt, denn Richtigstellungen erfolgen meist viel zu spät und/oder an kaum sichtbarer Stelle - jedenfalls nicht in den zuvor groß aufgemachten Schlagzeilen! Daher habe ich mir erlaubt, diese verantwortungslosen Journalisten schon an anderer Stelle als inzwischen 1. Macht im Staate zu bezeichnen. Sie führen unsere unabhängige Justiz ad absurdum!

    Ich erlaube mir zum Thema sowie zum heutigen Christtag (zum Glück darf er noch so benannt werden!) passend aus einem brillanten Leserbrief zu zitieren:

    Wenn Menschen GOTTLOS werden, sind:
    Regierungen RATLOS, Konferenzen ENDLOS, Politiker CHARAKTERLOS, Besprechungen ERGEBNISLOS, Schulden ZAHLLOS, Aufklärungen HIRNLOS, Lügen GRENZENLOS, Priester GEBETLOS, Kirchen KRAFTLOS, Sitten ZÜGELLOS, Verbrechen SCHRANKENLOS, Völlerei FRIEDLOS und Aussichten TROSTLOS.

    Die Gesellschaft sollte sich das zu Herzen nehmen!

  5. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Dezember 2011 07:59

    Was ist Wahrheit? In der Bibel kommt dieses Wort viele dutzende Male vor, besonders bekannt ist der Ausspruch Jesus': "Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben" (Joh. 14/6). Der "schwache" Präfekt Pontius Pilatus reagierte lt. Joh. 18/38 bei seiner Urteilsentscheidung mit: "Wahrheit, was ist das?".

    Wenn im irdischen Leben z.B. zwei Autos zusammenstoßen, dann entspricht diese Meldung der Wahrheit. Alle zusätzlichen Informationen über mögliche Ursachen sind aber meist nur mehr Vermutungen. Leider wird im heutigen Journalismus aber nicht mehr zwischen den Tatsachen und den möglichen Begleitumständen streng unterschieden. Dadurch wird für Manipulationen und Beeinflussungen der Leser, Hörer und Seher Tür und Tor geöffnet - und dies wird meist auch reichlich ausgenützt. Ja es geht sogar soweit, dass PR-Artikel und bezahlte Anzeigen nicht (mehr) besonders gekennzeichnet werden, somit von vielen Lesern als die "reine Wahrheit" betrachtet werden (siehe Schaltungen in manchen Zeitungen von Regierung und Ministerien um viele Millionen von Steuergeldern!).

    Zum Geburtstermin von Jesus: eigentlich ist es nicht so wichtig, wann dieses Ereignis geschehen ist, viel bedeutender ist es, dass es tatsächlich stattfand. Eine Vergleich mit den damaligen Zeiten der Sonnenfinsternisse hat ja schon eine kleine Jahresdifferenz ergeben, außerdem ist es in Bethlehem im Dezember meist ziemlich kalt, da vermutet man eher den April oder Mai. Es ist aber sicher, dass man dem in den ersten Jahrhunderten n. Ch. beliebten heidnischen Fest der Wintersonnenwende mit der Festsetzung der Geburt von Jesus im Dezember begegnen wollte.
    Mit dem menschlichen dreidimensionalen (inklusive Zeit: vierdimensionalen) Denken können wir die Zeit und den Raum unserer Schöpfung ohnehin nicht erklären bzw. errechnen - es bleibt alles nur Stückwerk beim x-dimensionalen Denken und Handeln unseres Gottes.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Dezember 2011 12:32

    „Und der Kalender-Tag des Weihnachtsfests ist sogar mit noch größerer Wahrscheinlichkeit ein völlig willkürlich gewählter Geburtstag.“

    Der Heilige Abend ist glaube ich deshalb der 24.12., weil das der erste Tag nach der längsten Nacht des Jahres ist; also der Tag, an dem die Tage wieder länger werden und wir mehr Licht – also Hoffnung - bekommen, etwas, das wir gerade jetzt dringend brauchen würden.

    Obwohl wir in einer politisch ziemlich finsteren Zeit leben, ist eines sonnenklar:

    In Österreich ist die Justiz die Hure der Politik und auch 90% der Journalisten prostituieren sich und lassen sich bestechen von den Roten in Bund und Stadt Wien.
    Für die Roten gilt: Hochmut kommt vor dem Fall – das stimmt immer.

    Auch „Die Presse“ berichtet in den letzten Monaten, wenn sie über Faymann berichtet sehr „soft“. Könnte sein, dass ich mein Abo überdenken muß.

  7. Ausgezeichneter KommentatorHJR
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Dezember 2011 11:33

    OT: Sein und Schein oder die Schwierigkeit mit der Wahrheit

    Mit der Wahrheit verhält es sich wie mit anderen immateriellen Begriffen, wie z.B. Gerechtigkeit. Man meint, die Bedeutung genau zu kennen und stößt bei Nachfragen im konkreten Fall auf ein Meer (oder wenigstens ein Vielzahl) von Antworten, die darauf hindeuten, dass die "Wahrheit" mehr oder weniger weit von Idealbild des Begriffes entfernt ist; und wie weit genau, lässt sich ebenfalls kaum je festmachen.

    C.F.v.Weizsäcker und Hawking weisen darauf hin, dass "Wahrheit" überhaupt nur in einem "kurzen" Zeitsegment existieren kann, weil zum einen Wahrheiten über die Zukunft nicht ausgesagt werden können (da gibt es nur "wahrscheinliche" Prognosen) und Wahrheiten über Vergangenes nur dort möglich sind, wo vollständige Information vorliegt - wobei die "Information" die unangenehme Eigenschaft zu haben scheint, mit der Zeit "zu verdunsten", d.h. weniger zu werden. Darüber hinaus wollen wir nicht vergessen, dass Popper zurecht alles "Wissen" - auch das "wahre", wissenschaftliche - als Vermutungswissen klassifiziert, welches nur bis zu seiner Falsifizierung als "wahr" gelten darf.

    Auf ein noch größeres Problem hat schon Schopenhauer hingewiesen: Der Mensch als jenes eigentümliche Wesen, welches sich sowohl "seiner Umwelt" als auch (zumindest teilweise) seiner selbst bewusst ist, hat zu jeder Zeit und von jedem Phänomen eine Wahrnehmung, welche sowohl die sinnlich erfahrene Umwelt als auch die zu dieser Zeit herrschende individuelle Befindlichkeit umfasst und ist daher individuell und einzigartig. Das führt dazu, dass zwei Menschen, welche das selbe Phänomen beobachten auch zwei verschiedene Wahrnehmungen machen, welche nur im Idealfall so weit übereinstimmen, dass man sie als "Wahrheit" akzeptieren kann.

    Damit sind wir von der Möglichkeit, Wahrheit zu erkennen oder zu erfahren, ungefähr so weit entfernt, wie die Erde vom Mittelpunkt des Universums und sollten über "wahr" oder "falsch" eigentlich nur höchst vorsichtige Sätze wagen, die in der Regel stets mit "ich halte es für möglich, dass ..." beginnen müssten.

    Ist schon eine eigenartige Sache, diese unsere Welt.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorMitleserin
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2011 09:53

    Ich kann den Zeilen von A.U. nur voll zustimmen.

    zu den Raketen:
    Als ich die reisserische Schlagzeile auf Presse.com las, dachte ich mir schon - "Mein Gott, der arme Frachtführer".. und tags darauf kam die Meldung, daß der Transport legal orginisiert ist - aber die Transitbewilligung fehlen würde.

    Die letze EU-Richtlinie, die in Ö bereits in Kraft ist, sieht vor, daß keine Durchfuhr (Transit) bewilligungen einzuholen sind, weil es eben zu Problemen wie denen in Finnland führt. Aber leidtragend ist nicht die Regierung in DE oder FIN, sondern der Frächter, der die Ware an Board genommen hat und deren Ausfuhrverantwortliche wahrscheinlich die aktuelle Gesetzeslage rund um Waffentransporte besser kennen als der Kleine Zollbeamte der dieses Tohuwabohu ausgelöst hat. Und natürlich erkundigen sich Journalisten nicht bei Fachleuten, sondern übernehmen unreflektiert den Text und schaffen dramatische Schlagzeilen auf Kosten der Wirtschaft. Ich kenne einen ähnlichen Fall aus Berlin. Die Schlagzeilen waren produziert... das Verfahren war nach 1 Jahr eingestellt. Alle Waren wurden freigegeben. Gleiches droht jetzt auch in Finnland.

    Obwohl ich sehr für die EU war, komme ich zwischenzeitlich zur Erkenntnis, daß die Wirtschaftsbeziehungen im Bereich von Gütern mehr verkompliziert wurde als es früher war. Es unterliegen ja nicht nur Waffen der Meldepflicht, sondern das gilt auch für eine Reihe von anderen Gütern- Chemie - Lebensmittel etc.... Alle Güter sind irgendwie EU geregelt und alles ist irgendwie chaotisch.

    Und ich kann Euch sagen, eine Verwaltungsreform, die die Wirtschaft entlastet ist unmöglich, solange in Brüssel immer neue Richtlinien erarbeitet werden, ohne daß festgelegt wirde in welchem Land welche Nachbesserungen zu machen sind.

    Jetzt hat man wieder unser Aussenhandelsgesetz geändert (dank EU Richtlinie) und die Beamten haben sich dazu verstiegen den Binnenmarkt und Ausfuhren in den Binnamarkt nach Menschenrechtskriterien zu beurteilen. Jetzt werden alle Vorgänge schon vielfach erfasst... ein Bürokratischer Irrsinn....

    Den Grasserfall sehe ich ähnlich. Statt still zu ermitteln, Fakten zu schaffen und anzuklagen (oder nicht) gibt es die mediale Verurteilung. Das geht an der rechtstaatlichen Demokratie vorbei.

    Ich hoffe und bete, daß 2012 diese unwürdige Regierung ihr Ende findet.


alle Kommentare

  1. Irish (kein Partner)
  2. Rijeesh (kein Partner)
  3. Nebahat (kein Partner)
    21. Januar 2015 02:50

    Your answer shows real inleetiglnce.

  4. Logan (kein Partner)
    19. Januar 2015 13:54

    Imvsresipe brain power at work! Great answer!

  5. astuga (kein Partner)
    27. Dezember 2011 20:47

    Der ehemalige türkische Premier Minister Mesut Yilmaz (heute hat Erdogan den Posten), gestand dieser Tage, dass in den 90ern türkische Geheimdienstler in Griechenland Waldbrände gelegt haben.
    Als Teil von Sabotage-Operationen.

    Laut Yilmaz, der dreimal Regierungschef war, handelte es sich dabei vor allem um Vorfälle im Zeitraum zwischen 1995 und 1998, während der Amtszeit seiner damaligen Rivalin Tansu Ciller.
    Damals richteten Großbrände vor allem auf den ägäischen Inseln und in Nordgriechenland (Macedonien) schwere Schäden an.

    http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_3_26/12/2011_419985

    Die Meldung hat natürlich große Empörung in Griechenland ausgelöst.
    Unsere heimischen Medien - schweigen!

  6. Freak77 (kein Partner)
    27. Dezember 2011 14:23

    Off Topic:

    Ein Buch aus 1975: "Was kommt nach dem Kommunismus, Kritik und konstruktive Alternative zum dialektischen Materialismus", Autor: Herbert Giller, Wien, 1975 - als PDF-Datei:

    Downloadlink:
    http://www.file-upload.net/download-3982649/WasKommtNachDemKommunismus_Kritik-Alternative_-HerbertGiller-.pdf.html

  7. Aron Sperber (kein Partner)
    26. Dezember 2011 23:24

    Das mindeste, was man sich von einem halbwegs seriösen Journalismus erwarten sollte, ist, dass man solche Schlagzeilen im Konjunktiv schreibt (was bei "mutmaßlichen" islamischen Terroristen und ähnlichen Verbrechern auch erstaunlich brav eingehalten wird)

    doch wenn die Quelle jedoch die "offizielle kubanische Internetseite" ist, pfeift der Standard auf diesen journalistischen Standard:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/12/17/kubanischer-standard/

  8. machmuss verschiebnix
    26. Dezember 2011 19:34


    Was die Grasser-Hasser an "Unschulds-Vermutungen" zusammen-intrigieren,
    wäre schon anhand der amtswegigen Abläufe in einem Ministerium zu widerlegen.


    Es ist völlig absurd zu glauben, daß ein neuer Finanzminister, ein
    Quereinsteiger und absoluter Neuling wie KHG, einfach kommt und gleich
    schalten und walten kann, wie's ihm einfällt. Jeder Akt wird von Beamten
    vorbereitet und jede seiner Unterschriften geht danach abermals durch
    Beamten-Hände.

    Wäre da irgendwas dabei gewesen, was man ihm zum Strick drehen können
    hätte, dann wäre er von der Roten Mischpoche schon damals mit Vergnügen
    "abgeschossen" worden. Und so gut wie der (auch unerlaubte) Informations-
    Fluß hin zur SPÖ funktioniert, kann den Roten auch sicher nichts entgangen
    sein.

    Jetzt erst verpaßt man KHG all die Schläge, welche eigentlich W.Schüssel
    zugedacht wären, aber die Roten wissen nur allzu gut, wenn sie Schüssel
    an den Pelz rücken, dann läßt der sie alle hochgehen, KHG jedoch hat so
    gut wie keine Rückendeckung !


    Was KHG jetzt sehr nötig hätte, W.Schüssel hat es:

    er ist tief im Apparat verwurzelt, hat seit Jahrzehnten alle
    "Aktionen" der Roten mitbekommen und somit massenhaft Munition,
    weil er alle Detail bestens kennt. Er hat im Umgang mit dem
    politischen Intriganten-Stadl Mega-Erfahrung UND er könnte
    sogar seine eigene Partei zur Rückendeckung zwingen, weil er im
    Ernstfall mehr gegen sie in der Hand hätte, als sie gegen ihn.

    Es ist beängstigend, wie brutal die Grasser-Hasser in allen Foren
    landesweit ihre "Drecksarbeit" für ein "Exempel" an KHG erledigen.
    Sind das etwa lauter gewissenlose "Auftrags-Rufmörder" ?

    Manche Redaktionen könnten - wären sie nicht vom Geldregen aus der
    Löwelstraße abhängig - um einiges objektiver berichten, aber als
    gelernter Österreicher, weiß man vieles richtig zu deuten:
    KHG - ein junger Mann mit viel Talent - kam im Polit-Zirkus den
    "wilden Tieren" zu nahe und jetzt hängen ihm die Fetzen runter.


    Gebe Gott, daß er sich gut erholt und mögen die miesen Aktionen
    seiner Jagdgesellschaft auf dieselbe zurückfallen.

  9. sosheimat (kein Partner)
  10. Josef Maierhofer
    26. Dezember 2011 15:43

    Wahrheit

    Ich frage mich heute auch schon, ob man in dieser verlogenen Gesellschaft, die da beschrieben wurde, die Wahrheit überhaupt erkennen kann. Die Informationsflut ist derart groß, dass es tatsächlich sehr schwer wird, die Wahrheiten herauszufinden.

    Für die SPÖ ist Grasser ein bereits verurteilter Verbrecher, obwohl es bis heute keinen Anklagepunkt gegen ihn gibt, trotz intensiver Bemühungen, für viele aber ist er das nicht. Wenn ich mich auf den 'Rechtsstaat' berufe, dann allerdings ist er erst als rechtmässig Verurteilter als das zu sehen, wofür er verurteilt wurde, so wie Hannes Androsch, z.B., oder Franz Olah oder Leopold Gratz und viele andere auch.

    Die Wahrheit im Sinne des Gewissens, die ist auch für mich subjektiv, denn die Hemmschwellen und Gewissenslevel scheinen verschieden zu sein. Man sagt, das Gesetz wäre die Basis, das Maß der Wahrheit. Klar, man muss die Gesetze erst einmal anerkennen und einhalten, was ja derzeit in Gesellschaft und Politik nicht sehr populär und üblich zu sein scheint, auch das Interesse nach Wahrheitsfindung lässt selektiv unordentlich zu wünschen übrig.

    Es wird auch oft enorm viel Anstrengung bis hin zu Morden unternommen, um das Bekanntwerden der Wahrheit zu verhindern, es wird dies vor allem bei uns in Österreich und in in der Politik getan und da speziell bei den Regierungsparteien und die 'Leichen im Keller' liegen längst so hoch geschlichtet, dass sie bereits beim Kellerfenster hinausragen.

    Das Gegenteil der Wahrheit ist die Lüge, ich denke da sind wir Weltmeister.

  11. APM (kein Partner)
    26. Dezember 2011 11:13

    [...]Was ist Wahrheit? Öffnet sich nicht ständig dort, wo wir sie zu sehen glauben, wieder ein doppelter Boden, oder gar ein dreifacher oder vierfacher? Die Sensationsberichte, mit denen die Medien täglich Zuseher oder Leser aufgeilen, zeigen die Doppelbödigkeit und Relativitäten scheinbarer Gewissheiten besonders deutlich. Was heute schwarz-weiß ist, ist morgen weiß-schwarz, übermorgen schwarz und dann plötzlich weiß. Ein ehrlicher Journalismus müsste viel öfter sagen, dass er die Wahrheit nicht wirklich kennt, dass diese vielleicht auch nie ganz klar feststehen wird. Das sollte eigentlich auch Anlass sein, sich mit den ständigen Vorverurteilungen viel stärker zurückzuhalten.[...]

    Wie schön, dass diese Erkenntnis auch bei A.U. Einzug gehalten hat. Hoffentlich ist sie schon beim nächsten Artikel über die bösen ÖBB spürbar! Die Eisenbahner - zumindest jene, die diesen Namen auch verdienen - werden es zu danken wissen! Untadeliges Vorbild hat noch immer die beste Wirkung!

    In diesem positiven Sinn allen Freunden und Feinden ein erfolgreiches Jahr 2012!

  12. Mitleserin (kein Partner)
    26. Dezember 2011 09:53

    Ich kann den Zeilen von A.U. nur voll zustimmen.

    zu den Raketen:
    Als ich die reisserische Schlagzeile auf Presse.com las, dachte ich mir schon - "Mein Gott, der arme Frachtführer".. und tags darauf kam die Meldung, daß der Transport legal orginisiert ist - aber die Transitbewilligung fehlen würde.

    Die letze EU-Richtlinie, die in Ö bereits in Kraft ist, sieht vor, daß keine Durchfuhr (Transit) bewilligungen einzuholen sind, weil es eben zu Problemen wie denen in Finnland führt. Aber leidtragend ist nicht die Regierung in DE oder FIN, sondern der Frächter, der die Ware an Board genommen hat und deren Ausfuhrverantwortliche wahrscheinlich die aktuelle Gesetzeslage rund um Waffentransporte besser kennen als der Kleine Zollbeamte der dieses Tohuwabohu ausgelöst hat. Und natürlich erkundigen sich Journalisten nicht bei Fachleuten, sondern übernehmen unreflektiert den Text und schaffen dramatische Schlagzeilen auf Kosten der Wirtschaft. Ich kenne einen ähnlichen Fall aus Berlin. Die Schlagzeilen waren produziert... das Verfahren war nach 1 Jahr eingestellt. Alle Waren wurden freigegeben. Gleiches droht jetzt auch in Finnland.

    Obwohl ich sehr für die EU war, komme ich zwischenzeitlich zur Erkenntnis, daß die Wirtschaftsbeziehungen im Bereich von Gütern mehr verkompliziert wurde als es früher war. Es unterliegen ja nicht nur Waffen der Meldepflicht, sondern das gilt auch für eine Reihe von anderen Gütern- Chemie - Lebensmittel etc.... Alle Güter sind irgendwie EU geregelt und alles ist irgendwie chaotisch.

    Und ich kann Euch sagen, eine Verwaltungsreform, die die Wirtschaft entlastet ist unmöglich, solange in Brüssel immer neue Richtlinien erarbeitet werden, ohne daß festgelegt wirde in welchem Land welche Nachbesserungen zu machen sind.

    Jetzt hat man wieder unser Aussenhandelsgesetz geändert (dank EU Richtlinie) und die Beamten haben sich dazu verstiegen den Binnenmarkt und Ausfuhren in den Binnamarkt nach Menschenrechtskriterien zu beurteilen. Jetzt werden alle Vorgänge schon vielfach erfasst... ein Bürokratischer Irrsinn....

    Den Grasserfall sehe ich ähnlich. Statt still zu ermitteln, Fakten zu schaffen und anzuklagen (oder nicht) gibt es die mediale Verurteilung. Das geht an der rechtstaatlichen Demokratie vorbei.

    Ich hoffe und bete, daß 2012 diese unwürdige Regierung ihr Ende findet.

  13. socrates
    26. Dezember 2011 09:51

    Die Wahrheit kennt keine Verbotsgesetze und keine Tabus.
    Die Wahrheit verträgt keine faulen und bestochenen Journalisten, die nicht recherchieren.
    Die Wahrheit verträgt keinen ORF, keine ÖBB und keine SPÖ.
    Die Wahrheit bedauert die ÖVP.

  14. simplicissimus
    26. Dezember 2011 09:18

    warum befragen wir nicht den deutschen bundespräsidenten zum thema wahrheit?

  15. Freund des Blogs (kein Partner)
    26. Dezember 2011 07:39

    Alle Medien sind dumm, nur unser Erlöser Andreas Jesus Unterberger kennt sich aus, und vielleicht die Weltwoche.

    Schüssel unser im Ruhestand
    geheiligt werde dein Name
    dein Reich komme
    dein Wille geschehe...

    • simplicissimus
      26. Dezember 2011 09:55

      kreisky unser der du bist im himmel
      ertragen werde dein erbe
      deine schuld(en) komme
      dein wirken geschehe

      na, ist ja auch nicht schlechter als ihre weisheit!

    • kaffka (kein Partner)
      26. Dezember 2011 09:55

      Gerhild Baron 7x
      25. Dezember 2011 19:54

      Nicht off topic, sondern off Sinn ist dieser Beitrag.

      Unterberger beschäftigt sich mit dem Problem der Wahrhaftigkeit in der Presse und führt dazu Aussagen an, die strittig sind.(auch hier weiss niemand die Wahrheit, gestritten wird über die Wahrscheinlichkeit. (Und eigentlich ist das danze belanglos)
      Trotzdem sind die Ausführungen Unterbergers richtig. (Er behauptet ja nicht das Gegenteil der Aussagen, sondern zeigt nur auf, dass je nach Standpunkt (und Wahrheitsliebe) andere Ansichten als heilige Dogmen verkauft werden.

  16. gh57.at
    25. Dezember 2011 20:01

    Sehr geehrter Herr Dr. Unterberger!

    In der Regel schätze ich Ihre Blog-Einträge sehr. Es will mir aber nicht einleuchten, warum Sie den Thesen Herrn Illigs (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Illig ) Wahrheitsgehalt zubilligen.

    300 dazuerfundene Jahre würden fast drei Tage zusätzliche Differenz zwischen Julianischen und Gregorianischen Kalender bedeuten. Gregor XIII. hätte 1582 nicht 10, sondern nur 7 Tage auslassen dürfen, wenn das 4.-7. Jahrhundert Fiktion wäre. Eine solche Diskrepanz hätte doch allen Astronomen auffallen müssen!

    Oder: wie halten Sie es denn mit der Dendrochronologie, z.B.mit der Belfast-Chronologie (http://de.wikipedia.org/wiki/Belfast-Chronologie ), die insbesondere die ersten 900 Jahre nach Christi Geburt lückenlos abdeckt?

    Es gibt beim Wikipedia-Eintrag von Herrn Illig auch noch weitere Verweise auf Kritikpunkte an der "Phantomzeit". Insgesamt denke ich daher, dass die These des "Erfundenen Mittelalters" widerlegt ist.

    • Neppomuck (kein Partner)
      26. Dezember 2011 10:19

      Da die Radiokohlenstoff-Datierung ("C14-Methode") längst Standard bei Altersbestimmungen z. B. in der Archäologie ist, müssten die 'dazugeschummelten 3 Jahrhunderte' eigentlich mittlerweile aufgeflogen sein.

      Die Genauigkeit (40 Jahre) sollte ausreichen, hier alle Zweifel auszuräumen.

  17. Gerhild Baron
    25. Dezember 2011 19:54

    Off topic aber ich muß meine Empörung los werden (beim ORF Kundendienst tat ich es schon) :
    mein Fehler, daß ich die ZIB1 ansah. Der Kommentator zur heutigen Ansprache des Papstes wußte zu berichten, daß diese "wenig ambitioniert war" und der Papst zum Unterschied von vorigem Jahr nicht von China sprach ...
    Ich hörte die Ansprache - sie war hervorragend und beschäftigte sich vor allem mit den Punkten Frieden und Flüchtlings-Elend.

    Muß der Papst in Zukunft seine Reden zuerst dem ORF, wenn möglich Herrn
    Niko Pelinka vorlegen, um das Gefallen der ORF Redaktion zu finden ? Werden diese Herren ihm die Themen vorgeben ?

    • terbuan
      25. Dezember 2011 19:57

      Gerhild Baron
      habe es zufällig gehört, eine Unverschämtheit ohne Beispiel!
      Herzliche Grüße und danke für die Wünsche!
      terbuan@aon.at

    • Undine
      25. Dezember 2011 20:51

      @gerhild Baron

      Ich hab' mich auch sehr geärgert! Aber es ist halt leider so: der Papst kann sagen, was er will, er wird von unseren ach so ungemein hellen, klugen Köpfen im ORF auf jeden Fall kritisiert werden! Wenn diese ORF- Leute nur einen Bruchteil der Intelligenz und Würde dieses überaus integren Mannes hätten!

    • contra
      25. Dezember 2011 21:50

      Wenn das so weitergeht, können wir uns im Neuen Jahr mit diesem Herrn Pelinka im ORF noch auf einiges gefaßt machen.
      Guter Rat: den ORF-Kundendienst bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Beschwerden bombadieren!

    • M.S.
      25. Dezember 2011 22:19

      Die Manipulationen im Löwelstraßenfunk haben ein derartiges Ausmaß angenommen, dass ich Nachrichten des ORF grundsätzlich nicht mehr konsumiere, sondern meine Informationen aus anderen Quellen beziehe.

    • Cotopaxi
      26. Dezember 2011 08:34

      Ich ignoriere das Informationsangebot des ORF schon seit Jahren. Es würde mich nur aufregen und zur Verzweiflung bringen.
      Ebenso habe ich mein Presse-Abo gekündigt, auch das geht mir nicht ab.

    • Alfred E. Neumann
      26. Dezember 2011 11:31

      Den Höhepunkt setzte dann der scheanklerte Sprecher im ZiB-flash um 20.00 Uhr, als er meinte, "der Papst rief zu weltweitem Frieden auf, ... aber das dürfte den syrischen Machthaber eher nicht beeindruckt haben."

      Solch eine widerwärtige zynische Privatmeinung ist wahrhaft unerträglich.

    • Udo (kein Partner)
      26. Dezember 2011 12:01

      ABMELDEN!

      Sie werden indoktriniert und zahlen auch noch dafür!

  18. schreyvogel
    25. Dezember 2011 15:05

    Was ist eigentlich aus dem Riesen-Ring von neonazi-Terroristen in Deutschland geworden?

    • Alexander Renneberg
      25. Dezember 2011 15:32

      es waren 3, wenn ich mich nicht irre.

      in worten: drei.
      da haben es nicht mal die miesen deutschen linken geschafft einen riesen ring zu konstruieren.

      wie sagt herr schirrmacher, den ich nebenher nicht schätze, ganz richtig:

      wir drehen im augenblick alle durch

      http://kurier.at/kultur/4478833-wir-drehen-im-augenblick-alle-durch.php

    • Undine
      25. Dezember 2011 20:55

      @schreyvogel

      Dieser Riesen-Ring wird vermutlich annähernd die Ausmaße der "Bajuwarischen Befreiungsarmee" eines Franz Fuchs haben, denke ich!

    • Alexander Renneberg
      25. Dezember 2011 21:27

      Undine, dann steht ja dem "suizid" der einen übriggebliebenen mittäterin nichts im wege.....

      Vielleicht sollte man genau nachforschen und bei den bösen nazis in deutschland
      handelt es sich um deren nationale sozialisten.

  19. libertus
    25. Dezember 2011 14:01

    Für die Medien zählt nicht die Wahrheit, sondern einzig und alleine die Auflage - dafür ist ihnen jede Vorverurteilung bzw. jede Verdrehung derselben recht.
    Wer von ihnen (hin-)gerichtet wird ist erledigt, denn Richtigstellungen erfolgen meist viel zu spät und/oder an kaum sichtbarer Stelle - jedenfalls nicht in den zuvor groß aufgemachten Schlagzeilen! Daher habe ich mir erlaubt, diese verantwortungslosen Journalisten schon an anderer Stelle als inzwischen 1. Macht im Staate zu bezeichnen. Sie führen unsere unabhängige Justiz ad absurdum!

    Ich erlaube mir zum Thema sowie zum heutigen Christtag (zum Glück darf er noch so benannt werden!) passend aus einem brillanten Leserbrief zu zitieren:

    Wenn Menschen GOTTLOS werden, sind:
    Regierungen RATLOS, Konferenzen ENDLOS, Politiker CHARAKTERLOS, Besprechungen ERGEBNISLOS, Schulden ZAHLLOS, Aufklärungen HIRNLOS, Lügen GRENZENLOS, Priester GEBETLOS, Kirchen KRAFTLOS, Sitten ZÜGELLOS, Verbrechen SCHRANKENLOS, Völlerei FRIEDLOS und Aussichten TROSTLOS.

    Die Gesellschaft sollte sich das zu Herzen nehmen!

    • Gerhard Pascher
      25. Dezember 2011 14:47

      Die Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen) werden schon seit langem neben den drei Gewalten der Gesetzgebung (Legislative), Vollziehung (Exekutive) und Rechtsprechung (Judikative) als 4. Gewalt im Saat bezeichnet.
      In der Praxis ist die Gesetzgebung und Vollziehung nicht mehr sehr getrennt (siehe unser Parlament) und auch die Judikative lässt viel zu wünschen übrig. Daher liegen Sie völlig richtig, die Journalisten schon als 1. Kraft zu bezeichnen.
      Leider.

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      26. Dezember 2011 13:58

      @ libertuus, jetzt, nach Ihrer Lektion verstehe ich erst, wieso zB der gottlose Gandhi so RATLOS, CHARAKTERLOS, ERGEBNISLOS, HIRNLOS, KRAFTLOS, ZÜGELLOS, und TROSTLOS gewirkt hat, oder, um zu Ihrem Beweis einige andere prominente Hirnlose, Ratlose, etc. anzuführen: Anaxagoras, der historische Buddha, Demokrit , Epikur, Ludwig Andreas Feuerbach, David Hume, Albert Camus, Auguste Comte, Pierre-Simon Laplace, Albert Einstein, Alfred Adler, Jean le Rond d'Alembert, Marie Curie, Sigmund Freud, Wilhelm Reich, James D. Watson, Steven Weinberg, etc., etc….
      Dagegen heben sich zB. Erdogan, Nethanjahu und die armen Merkel, um aktuell nur wenige aus einer Vielzahl herauszunehmen, mit ganz anderen, besonders hervorragenden Eigenschaften ab, wie wir täglich hautnah erleben können.

  20. Rosi
    25. Dezember 2011 12:44

    Das größte Problem mit den Falschmeldungen ist meiner Ansicht nach, daß dadurch viel zerstört wird - der gute Ruf eines Menschen, einer Organisation, eines Landes. Wenn man das Beispiel von Finnland hernimmt: Die Falschmeldung ging um die Welt, vermutlich in übergroßen Buchstaben in den Printmedien. Die Korrekturmeldung - bis wohin kam die? Sicher wurde die nicht in übergroßen Buchstaben gebracht, aber selbst wenn die Aufmachung der Korrekturmeldung die gleiche wäre wie jene der Falschmeldung, ist bereits Vertrauen zerstört und ein nicht-wiedergutzumachender Schaden entstanden.
    Daher würde ich in allen betroffenen Bereichen die Verkünder von Falschmeldungen sehr streng bestrafen, und zwar weil sie diese Strafe verdienen, und außerdem, damit sie beim nächsten Mal sorgfältiger recherchieren,

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  21. perseus
    25. Dezember 2011 12:32

    „Und der Kalender-Tag des Weihnachtsfests ist sogar mit noch größerer Wahrscheinlichkeit ein völlig willkürlich gewählter Geburtstag.“

    Der Heilige Abend ist glaube ich deshalb der 24.12., weil das der erste Tag nach der längsten Nacht des Jahres ist; also der Tag, an dem die Tage wieder länger werden und wir mehr Licht – also Hoffnung - bekommen, etwas, das wir gerade jetzt dringend brauchen würden.

    Obwohl wir in einer politisch ziemlich finsteren Zeit leben, ist eines sonnenklar:

    In Österreich ist die Justiz die Hure der Politik und auch 90% der Journalisten prostituieren sich und lassen sich bestechen von den Roten in Bund und Stadt Wien.
    Für die Roten gilt: Hochmut kommt vor dem Fall – das stimmt immer.

    Auch „Die Presse“ berichtet in den letzten Monaten, wenn sie über Faymann berichtet sehr „soft“. Könnte sein, dass ich mein Abo überdenken muß.

    • Cotopaxi
      25. Dezember 2011 12:40

      Das habe ich schon vor Jahren getan und die Kündigung des Abos bisher nicht bedauert.

    • Rosi
      25. Dezember 2011 12:56

      @Cotopaxi

      ... und was abonniert man anstattdessen? Die anderen Blätter sind ja noch (viel) schlimmer, oder habe ich da etwas Wesentliches übersehen?
      (Meine Frage ist nicht rhetorisch gemeint!)

    • Cotopaxi
      25. Dezember 2011 13:09

      @Rosi

      Ich fühle mich auch ohne Zeitungs-Abo gut informiert, nicht zuletzt dank diesem Blog und dem Internet generell.

      Bestenfalls könnte ich mir ein Abo der Neuen Züricher Zeitung vorstellen.

    • Rosi
      25. Dezember 2011 13:12

      @Cotopaxi

      Vielen Dank für den Hinweis.

    • Alfred E. Neumann
      25. Dezember 2011 13:32

      Manchmal ist die "Furche" eine Wonne. Einsame Qualität inmitten eines Meeres von Boulevardklumpert.

    • Brigitte Imb
      25. Dezember 2011 13:51

      @ Rosi,

      wir haben alle Zeitungsabos gekündigt, denn die Lügen od. Nichtlügen lassen sich auch in den online Medien gut und gratis lesen ohne etwas zu versäumen.
      Wir sind erst wieder bereit ein Abo zu zahlen, nachdem die Medien anständig u. ehrlich recherchieren und nicht nur gekaufte Meinungen präsentieren. Vorläufig genießt nur Dr. Unterberger unser Vertrauen, nicht "Die Presse", nicht der "Standard", nicht der "Kurier", und schon gar nicht die Schundpostillen wie "Heute", "Krone", od. gar "Österreich".
      Das "ECHO" kann ich Ihnen wärmstens empfehlen. :-))

    • Gerhard Pascher
      25. Dezember 2011 14:17

      Obwohl auch die PRESSE kritisch den Regierungsinseraten gegenübersteht, so nascht auch sie - wenn auch in weit geringerem Ausmass - an diesem Kuchen mit. Da gibt es z.B. einmal im Monat die Beilage "Forschung" mit grossteils interessanten Informationen, aber die Schreiberlinge loben dabei auf fast jeder Seite die Subventionen/Forschungsgelder von Frau BM Bures und ihrem Team. Vermutlich ist dies "part of the game".

    • Rosi
      25. Dezember 2011 17:32

      Die Zusatzinfos sind sehr interessant - und hilfreich.

      Das neue ECHO zu lesen, liebe Frau Imb, ist natürlich ein Muß !

  22. HJR
    25. Dezember 2011 11:33

    OT: Sein und Schein oder die Schwierigkeit mit der Wahrheit

    Mit der Wahrheit verhält es sich wie mit anderen immateriellen Begriffen, wie z.B. Gerechtigkeit. Man meint, die Bedeutung genau zu kennen und stößt bei Nachfragen im konkreten Fall auf ein Meer (oder wenigstens ein Vielzahl) von Antworten, die darauf hindeuten, dass die "Wahrheit" mehr oder weniger weit von Idealbild des Begriffes entfernt ist; und wie weit genau, lässt sich ebenfalls kaum je festmachen.

    C.F.v.Weizsäcker und Hawking weisen darauf hin, dass "Wahrheit" überhaupt nur in einem "kurzen" Zeitsegment existieren kann, weil zum einen Wahrheiten über die Zukunft nicht ausgesagt werden können (da gibt es nur "wahrscheinliche" Prognosen) und Wahrheiten über Vergangenes nur dort möglich sind, wo vollständige Information vorliegt - wobei die "Information" die unangenehme Eigenschaft zu haben scheint, mit der Zeit "zu verdunsten", d.h. weniger zu werden. Darüber hinaus wollen wir nicht vergessen, dass Popper zurecht alles "Wissen" - auch das "wahre", wissenschaftliche - als Vermutungswissen klassifiziert, welches nur bis zu seiner Falsifizierung als "wahr" gelten darf.

    Auf ein noch größeres Problem hat schon Schopenhauer hingewiesen: Der Mensch als jenes eigentümliche Wesen, welches sich sowohl "seiner Umwelt" als auch (zumindest teilweise) seiner selbst bewusst ist, hat zu jeder Zeit und von jedem Phänomen eine Wahrnehmung, welche sowohl die sinnlich erfahrene Umwelt als auch die zu dieser Zeit herrschende individuelle Befindlichkeit umfasst und ist daher individuell und einzigartig. Das führt dazu, dass zwei Menschen, welche das selbe Phänomen beobachten auch zwei verschiedene Wahrnehmungen machen, welche nur im Idealfall so weit übereinstimmen, dass man sie als "Wahrheit" akzeptieren kann.

    Damit sind wir von der Möglichkeit, Wahrheit zu erkennen oder zu erfahren, ungefähr so weit entfernt, wie die Erde vom Mittelpunkt des Universums und sollten über "wahr" oder "falsch" eigentlich nur höchst vorsichtige Sätze wagen, die in der Regel stets mit "ich halte es für möglich, dass ..." beginnen müssten.

    Ist schon eine eigenartige Sache, diese unsere Welt.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • GOP
      25. Dezember 2011 12:09

      Wenn man uns alles als Wahrheit "verkauft", warum nennen sich diese Medien nicht gleich "Prawda", was ja die russische Bezeichnung dafür ist.
      Mich ärgert es immer, wenn Faymann & Co manche Aussagen so bringen, dass dabei in Zukunft "die Eisenbahn drüber fährt". Beispiele gefällig, wo diese Leute nach einiger Zeit einen Schwenk um 180 Grad machten?
      Ebenso wird von den ORF-Wetterfröschen die Vorhersage immer völlig "bestimmt" formuliert, obwohl die Möglichkeitsform eigentlich richtig wäre. Und wenn dann die Prognose nicht zutrifft, dann habe ich am nächsten Tag noch nie eine Entschuldigung erfahren, einmal sogar: "die Wettervorhersage war eigentlich richtig, nur das Wetter hat sich nicht daran gehalten". :-)

    • zauberlehrling
      25. Dezember 2011 15:09

      Wenn man von Wahrnehmung spricht, so hat das noch lange nichts mit Wahrheit zu tun, auch wenn zwei oder mehrere die gleiche Wahrnehmung haben.

      Als Wahrheit gilt für mich in erster Linie das Gegenteil von der Lüge.
      Wenn wer bewußt Fakten leugnet und daher lügt, gibt es dazu die Wahrheit, die unter Umständen nur der Lügner kennt.

      Damit kommen wir dem Begriff wohl etwas näher, als Wahrnehmung, Ansicht, Meinung - diese Begriffe haben wenig mit der Wahrheit zu tun!

  23. Anton Volpini
    25. Dezember 2011 11:06

    Die Realität ist die Wahrheit auf Erden!

    Und doch ist die Realität und die Wahrheit nicht dasselbe. Während die Realität rein gegenwartsbezogen ist, schließ der Begriff der Wahrheit die Vergangenheit und Zukunft mit ein. Schon Platon hat mit seinem Höhlengleichnis versucht seinen Mitmenschen den Unterschied zwischen Sein und Schein näherzubringen, und daß wir heute, mehr als zweitausend Jahre später, immer noch um dieses Thema ringen, zeigt eigentlich wie hilflos wir diesem Ringen ausgeliefert sind.
    Mit unseren neuen Kommunikationstechniken ist zusätzlich der Manipulation und damit der Gegenspielerin der Wahrheit, der Lüge, Tür und Tor geöffnet.
    Platon läßt den Mann, der ans Tageslicht kommt und vom Strahl der Sonne geblendet wird, vom Schmerz der Erkenntnis getroffen, laut aufschreien!

  24. Observer
    25. Dezember 2011 07:59

    Was ist Wahrheit? In der Bibel kommt dieses Wort viele dutzende Male vor, besonders bekannt ist der Ausspruch Jesus': "Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben" (Joh. 14/6). Der "schwache" Präfekt Pontius Pilatus reagierte lt. Joh. 18/38 bei seiner Urteilsentscheidung mit: "Wahrheit, was ist das?".

    Wenn im irdischen Leben z.B. zwei Autos zusammenstoßen, dann entspricht diese Meldung der Wahrheit. Alle zusätzlichen Informationen über mögliche Ursachen sind aber meist nur mehr Vermutungen. Leider wird im heutigen Journalismus aber nicht mehr zwischen den Tatsachen und den möglichen Begleitumständen streng unterschieden. Dadurch wird für Manipulationen und Beeinflussungen der Leser, Hörer und Seher Tür und Tor geöffnet - und dies wird meist auch reichlich ausgenützt. Ja es geht sogar soweit, dass PR-Artikel und bezahlte Anzeigen nicht (mehr) besonders gekennzeichnet werden, somit von vielen Lesern als die "reine Wahrheit" betrachtet werden (siehe Schaltungen in manchen Zeitungen von Regierung und Ministerien um viele Millionen von Steuergeldern!).

    Zum Geburtstermin von Jesus: eigentlich ist es nicht so wichtig, wann dieses Ereignis geschehen ist, viel bedeutender ist es, dass es tatsächlich stattfand. Eine Vergleich mit den damaligen Zeiten der Sonnenfinsternisse hat ja schon eine kleine Jahresdifferenz ergeben, außerdem ist es in Bethlehem im Dezember meist ziemlich kalt, da vermutet man eher den April oder Mai. Es ist aber sicher, dass man dem in den ersten Jahrhunderten n. Ch. beliebten heidnischen Fest der Wintersonnenwende mit der Festsetzung der Geburt von Jesus im Dezember begegnen wollte.
    Mit dem menschlichen dreidimensionalen (inklusive Zeit: vierdimensionalen) Denken können wir die Zeit und den Raum unserer Schöpfung ohnehin nicht erklären bzw. errechnen - es bleibt alles nur Stückwerk beim x-dimensionalen Denken und Handeln unseres Gottes.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung