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Lasst die Gedanken frei – und scheinen sie euch auch böse

Kein Zweifel: Die Türken haben an den Armeniern am Rande des Ersten Weltkriegs einen Völkermord begangen. Das ist nicht nur durch Franz Werfels großes Werk bewiesen. Ebensowenig Zweifel gibt es aber auch an einer zweiten Erkenntnis: Die von Frankreich jetzt eingeführte strenge Bestrafung der Leugnung dieses Genozids ist ein ziemlicher Schwachsinn.

Diese Diagnose hängt überhaupt nicht mit den wilden Reaktionen des türkischen Machthabers Erdogan zusammen. Diese Reaktionen wecken im Gegenteil eher Sympathien für Frankreich. Diese Diagnose hängt auch nicht damit zusammen, dass durch das französische Gesetz den türkischen Ambitionen, der EU beizutreten, das bisher wirksamste Stopplicht entgegengesetzt worden ist (obwohl es dabei gar nicht um den Beitritt geht). Eine türkische EU-Mitgliedschaft ist zwar abzulehnen, weil sie aus vielerlei Gründen den Untergang der Union bedeuten würde. Aber diese Ablehnung sollte man bitte mit ehrlichen Begründungen und nicht über die Völkermord-Bande kommunizieren.

Schon gewichtiger bei der Kritik am französischen Beschluss, die Leugnung eines Völkermords mit Strafe zu belegen, ist dessen Hauptmotiv: Es geht nämlich im Wahrheit nur um die Stimmen der relativ großen armenischen Gemeinde bei der nächsten Präsidentenwahl. Türkische Zuwanderer hingegen spielen in Frankreich eine zahlenmäßig sehr geringe Rolle (wirklich gewichtig sind dort unter den Zuwanderern die Araber). Aber jedenfalls ist es von Übel, wenn solche wahltaktischen Motivationen einen Beschluss über ein neues Strafgesetz beeinflussen, das noch dazu Grundrechte beschneidet.

Aber am allermeisten stört, dass sich – ausgerechnet – Frankreich mit diesem Gesetz weit von der Aufklärung und ihren liberalen Grundsätzen verabschiedet. Von Voltaire und von vielen anderen vor allem französischen (und englischen) Geistern wurde einst das entscheidende Fundament gelegt, auf dem sich Vernunft und Wahrheit gegen die Regeln der Macht durchsetzen konnten. Diese Durchsetzung kann immer nur durch Überzeugung und Beweise geschehen und nie durch Zwang oder Anordnung, die ja in den Jahrtausenden davor immer der Wahrheit den Weg versperrt haben.

Es ist daher für ganz Europa bedrückend, wenn sich ausgerechnet im Mutterland der Aufklärung nun die Antiaufklärung so dramatisch durchsetzt.

Zurück zum Faktum Völkermord. Auch wenn niemand genau definieren kann, was Völkermord eigentlich ist, ab welcher Zahl Getöteter dieser Ausdruck legitim ist, so hat es doch zweifellos viele solcher Genozide gegeben. Nicht nur an den europäischen Juden durch Hitler-Deutschland. Nicht nur an den Armeniern durch die Türken (die im ersten Weltkrieg übrigens mit Österreich verbündet waren, das angesichts der auf dem Weg über Österreich bekanntgewordenen Massaker sehr verzweifelt, aber letztlich zum Ignorieren verurteilt war).

Ist aber nicht auch die weitgehende Auslöschung der indigenen Einwohner Amerikas durch die einwandernden Weißen ein solcher Völkermord gewesen? Waren das nicht auch die millionenfachen Morde der Sowjetunion an Ukrainern, Tataren und anderen Völkern? War das nicht auch das Gemetzel der Roten Khmer unter den Kambodschanern? Was haben eigentlich im Dreißigjährigen Krieg die Schweden in Mitteleuropa getan? Was taten die Normannen im Mittelalter? Die arabischen Sklavenjäger in Südeuropa? Die europäischen in Westafrika?

Die Geschichtsbücher sind voll solcher Greueltaten. Manche schriftlosen Völker wurden sogar ausgelöscht, ohne wenigstens eine Erinnerung hinterlassen zu können.

Ein aufgeklärter liberaler Rechtsstaat muss sich diesen Taten stellen, wo auch immer er damit konfrontiert wird. Durch Bestrafung von Tätern, wo solche noch am Leben sind. Durch offene wissenschaftliche Aufarbeitung. Durch scharfe verbale und intellektuelle Auseinandersetzung mit jenen Menschen, die jene Fakten leugnen oder beschönigen oder gar rechtfertigen.

Wer hingegen diese Auseinandersetzung durch Denkgebote und -Verbote ersetzen will, der trägt nur zur Entstehung  von Mythen bei, der macht aus Tätern Märtyrer. Wer glaubt, sich einem Dummkopf oder Fanatiker nur mit Hilfe des Strafrichters stellen zu können, ist feig und faul. Was Dummkopf und Fanatiker natürlich sofort in eine moralisch überlegene Position bringt, wo sie sicher nicht hingehören.

Wenn nun das Leugnen von Völkermord unter Strafe gesetzt wird, welche vermeintlichen oder wirklichen Wahrheiten werden als nächster Schritt unter strafrechtlichen Schutz gestellt? Etwa die Zweifel an der Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit ständig steigender Staatsschulden? Etwa die Zweifel an der Sinnhaftigkeit der derzeit politisch beschlossenen Klimatheorien? Etwa Kritik an der Gesamtschule? Etwa Kritik an der Massenzuwanderung?

Frankreich ist jedenfalls kein Einzelfall. Europaweit reduziert der Durchgriff der Politik, reduzieren Wahlkampfinteressen genauso wie die dumpfe Political Correctness immer mehr die Meinungsfreiheit, deren Kern Voltaire am besten ausgedrückt hat: „Ich lehne zutiefst ab, was sie sagen. Aber ich werde immer alles tun, damit sie es sagen können.“

Was besonders bedrückt: In Zeiten wirtschaftlicher Nöte und Engen geht es der Meinungsfreiheit meist noch verstärkt an den Kragen. Daher sollte man fast ignorieren, was uns die Wirtschaftsforscher fürs kommende Jahr alles an Grauslichkeiten prognostizieren . . .

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das neue unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    19x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 01:07

    Selten noch konnte ich einem Blogeintrag uneingeschränkter zustimmen als diesen besonders wichtigen und bestens analysierten hier.

    Wie ließ Schiller schon einen seiner Protagonisten in "Don Carlos" fordern?
    "Geben Sie Gedankenfreiheit"!

    Und wer hätte gedacht, daß diese Forderung in unserer aufgeklärten Zeit dringender denn je wird, weil immer mehr Meinungs- und Denkverbote um sich greifen.

    Daher stellt dieser Kommentar einen besonders wichtigen Beitrag für alle jene dar, die unaufhörlich versuchen gegen den Strom zu schwimmen.
    Es müssen immer mehr werden!

  2. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 11:35

    Das ist eben der Irrtum, dass die wahre Aufklärung vornehmlich von französischen und englischen Geistern ausgegangen ist.
    Nach Frankreich wurde die Demokratie von preußischen Truppen gebracht, England hat in seinen Kolonien die Konzentrationslager erfunden und die Amerikaner dürfen sich den ersten modernen Völkermord "gutschreiben".

    Der fatale Fehler der französischen, atheistischen Aufklärung und der angelsächsischen pragmatischen, money, money, money - Aufklärung bestand und besteht darin, dass sie abstrakt gegen die Geschichte und ihre Institutionen betrieben wurde. Niemand hat das Verhängnis der westlichen Aufklärung besser beschrieben als Hegel, der all die Konsequenzen der atheistischen und geschichtsnihilistischen Reißbrettphilosophien bis in ihren Vernichtungszwang hinein beschrieben hat. So meinte er, dass wenn diese Furie des Verschwindens und der Vernichtung mächtig sein würde, ein Leben nicht mehr wert sein werde als ein Schluck Wasser, oder das Abschlagen eines Krautkopfes. Die Französische Revolution war ihm ein Fanal für die aus der einseitigen Aufklärung resultierenden modernen Welt.
    Und in der Tat muss man mit Blindheit und Taubheit geschlagen sein, in den 68ern und in den Politkorrekten unserer Tage nicht die französischen Aufklärungs- und Revolutionssschreier wieder zu erkennen. Nicht Montesqieu natürlich, aber Voltaire. Sein "ecrassez l'infame" ist ja bis zum heutigen Tag das Wasserzeichen des modernen Vernichtungswillens.

    Was sich in Europa vollzieht ist nicht der Triumph der Gegenaufklärung sondern, um mit Henri de Lubac zu sprechen die "Tragödie des atheistischen Humanismus" oder um mit Adorno/Horkheimer zu sprechen, die "Dialektik der Aufklärung", eine Dialektik die darin besteht, dass die Aufklärung genau die Barbarei hervorbringt, die zu überwinden sie vorgibt. Keiner vom 68er Sexzirkus hat offenbar Adorno/Horkheimer je zu Ende gelesen!

    Wenn sich also in Frankreich, im Mutterland der Aufklärung die Antiaufklärung durchsetzt, so ist das zwar, wie AU schreibt, bedrückend, es ist aber ebenso geschichtslich konsequent, denn es ist eine falsche Aufklärung, Aufkläricht!

    Die wahre und große Aufklärung beginnt in ihrer theologischen Dimension in Israel, in ihrer philosophischen Dimension in Griechenland und findet in der christlichen Offenbarung ihren ewigen Mittelpunkt. Der Weg zur Freiheit geht dann, um nur einige Stationen zu nennen, über die Patristik mit der alles entscheidenden Formulierung des Trinitätsdogmas zur Scholastik, über die Reformation, die Denker der Neuzeit, Cusanus, Leibniz, um dann im Aufgeklärten Absolutismus Österreichs, Preußens und Oberitaliens geschichtsmächtig zu werden und um in der Wiener Klassik und im Deutschen Idealismus geistig-kulturell zu kulminieren. In der da sich vollziehenden Neuaneignung des Christentums ist dieses wahre Volksreligion geworden – man denke nur an Schuberts Deutsche Messe – womit die eigentliche Basis für eine Volksouveränität, Demokratie und Freiheit gegeben war und zwar in einer Breite die es im antiken Griechenland gar nicht gegeben hat. Nur auf der Basis einer kulturell vollzogenen Volksreligion, durch die der wahre dreieinige und lebendige Gott im Bewusstsein und im Herzen der Menschen verankert ist, ist Demokratie und Freiheit möglich. Eine nur deklaratorische Verankerung eines abstrakten Gottesbegriffes in einer Verfassung hat dagegen gar nichts zu bedeuten.

    Die westliche Aufklärung ist mausetot, sie hat nur Barbarei hinterlassen: Geldherrschaft, Schwulenpartys, Genderwahn, Staatshörigkeit, Multikulti etc. sind die Symptome einer verfaulenden Illusion. Wir müssen umkehren um weiterzukommen. In der von uns abgetrennten Geschichte, in unserer mitteleuropäischen Tradition liegen die erneuerungsfähigen Bestände für unsere Zukunft.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 09:53

    erst einmal möchte ich mich dem wörtchen "leugnen" zuwenden. ohne den duden strapaziert zu haben, bedeutet LEUGNEN für mich, eine SELBST VERURSACHTE TAT in abrede zu stellen. neben den tatbeteiligten gibt es dann noch zeugen, die FALSCHE ZEUGENAUSSAGE leisten können. wie unbeteiligte nicht-zeugen etwas leugnen können ist mir schleierhaft. diese können jedenfalls darstellungen NICHT GLAUBEN oder EINE ANDERE MEINUNG darüber haben, aber leugnen? und bitte, leugnen bezieht sich immer auf die unmittelbar beteiligten, nicht auf deren unbeteiligte kinder, neffen, enkel, urenkel, tanten oder auch wahlonkel.

    die jagd auf "verbrecherische leugner" geht jedenfalls weiter. zu durchsichtig und vordergründig ist, dass diese meist der gewinnung politischen kleingeldes dient, denn wo ist eine bestrafung des "leugnen" kommunistischer genozide hierzulande auch nur angedacht? ja, die grundkonstruktion der pc ist messen mit zweierlei mass, da werden alle aufklärerischen errungenschaften gerne über bord geschmissen.

    kritik an der massenzuwanderung wird der nächste verbotsschritt sein, denn diese gilt als rassistisch und rassismus ist, objektiv gesehen oft die grundlage für völkermord. mit dieser moralführerschaft kann man nun ungeschickte, jedoch unangenehme politische mitbewerber nicht nur ins gesellschaftliche abseits schieben, sondern sie auch gleich kriminalisieren und hinter gitter bringen.
    die vorboten sind bereits da: die faktische unantastbarkeit des islam bei gleichzeitiger praxis sich über andere religionen auslassen zu können forderte ihre ersten opfer, unabhängig davon wie richtig oder falsch deren aussagen und wie sympathisch oder unsympathisch die personen waren.

    wir können uns noch auf einiges gefasst machen, wenn wir diese strömung nicht durch massive abwahl stoppen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 16:32

    Gedankenfreihet und Manipulation

    Für freie Gedanken muss es freie Menschen geben.

    Freiheit bedeutet Verantwortung, Verantwortung für die Ausübung der Freiheit. Wer also eine Freiheit dazu benutzt, um die freie Meinung anderer zu manipulieren, zu korrumpieren, die Wahrheit zu hintertreiben durch Lüge, durch Bestechung zu unterdrücken, durch Verbote zu biegen, etc., was wir ja alles aus dem öffentlichen Leben kennen, der dann noch dazu auf seine 'Meinungsfreiheit' pocht, ohne seine wirkliche und wahre Meinung zu sagen, sondern es vordergründig manipulativ einzusetzen, wie es unsere Parteien machen, wie es andere Parteien machen, der agiert verantwortungslos.

    Wenn man nun in Frankreich die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern durch die Türken verbietet, so ist das so was ähnliches wie bei uns die Holocaustleugnung, die ebenfalls verboten ist, oder der Fakt, dass die EU die Wahrheit zu den Benes Dekreten wegleugnet,

    Freiheit, Verantwortung und Wahrheit sind sehr eng verwandt.

    Ich halte es für sehr wichtig, dass es freie Menschen mit freien Gedanken gibt, die imstande sind ihre Freiheit zu verantworten.

    Freiheit wäre sehr wichtig für Europa, wirkliche Freiheit. Offenbar können in diesem sterbenden Kontinent allzu viel die Freiheit nicht verantworten und bereiten damit den Diktaturen, die sich bei uns 'Demokratien' nenen, den Boden.

    Freihet muss stets aufs neue erkämpft werden und gerade die wirkliche Meinungsfreiheit und die wirkliche Meinung. Wenn wir die Verantwortung und die Wahrheit vernachlässigen, dann wird es auch nicht Freiheit geben, wenn wir die Freiheit verloren haben, dann wird es keine Wahrheit mehr geben und wenn wir die Verantwortung vernachlässigen wird es weder Freiheit noch Wahrheit geben, Europas Dilemma.

    Allzu viele glauben die Freiheit des Nachplappern würde Verantwortung bedeuten und Wagrheit, aber das glauben sie eben nur.

  5. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 05:31

    "Die Gedanken sind frei!",

    ist der Refrain eines schönen Gedichtes!

    Gedankenfreiheit wurde - seit es Menschen gibt - immer wieder eingeschränkt, durch Diktatoren, Despoten, aber auch in der Gesellschaft, in den Schulen, und- leider - auch oft im familiären Umkreis!

    Nun, zuletzt waren wir in einer besseren Situation: Gedankenfreiheit bekam mehr Raum, wurde zu einem Leuchtturm der Zivilisation!

    Nun, beginnend mit den unheilvollen Auswirkungen der P.C., verschärft durch die Dummheiten unserer Landes- und Staatenlenker, feiert die Repression in vielerlei Gestalt eine nicht erwünschte Auferstehung!

    Weit haben wir's gebracht, wir aufgeklärten Menschen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  6. Ausgezeichneter KommentatorNestor 1937
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 18:06

    Um Gottes Willen, Vorsicht Herr Dr. Unterberger,
    Sie kratzen ja an der Einmaligkeit und Unantastbarkeit des Holocaust und an der Strafbarkeit seiner Leugnung!

    Ich fürchte um Ihren Blog, der gefährdet werden könnte!

  7. Ausgezeichneter KommentatorNorbert Mühlhauser Partner Homepage
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2011 12:18

    Erstens kann kein Roman, und sei er noch so ergreifend und seelenvoll geschrieben, einen Völkermord beweisen. Ein solches Werk ist im historischen Rahmen lediglich insofern verdienstvoll, als es zu weiteren Nachforschungen anregen kann.

    Sofern weiters nicht gerade Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden, gibt es "den" Völkermord nicht. Es kann sich dabei nur um ein Mosaik von tausenden und abertausenden Einzeltaten handeln, und um dementsprechend zigtausende mögliche Abstufungen.

    Wegen eines Gesetzes, das offiziell approbierte Geschichtsabläufe gegen Anfechtungen schützt, keine einzige dieser zigtausenden Tötungshandlungen in Zweifel ziehen zu dürfen - das sollte eigentlich jedem Aufklärer, der sich als Verteidiger höchster abendländischer Kultur versteht, zuwider sein.

    Ähnlich variantenreich sind die Abstufungen der politischen Initiative und das Ausmaß der politischen Verantwortung der Befehlshaber, weil ein Völkermord in unterschiedlichsten Abstufungen legistisch normiert wird, und nur in den seltensten Fällen direkt-gesetzlich umschrieben wird. Nicht selten macht sich die politische Führung lediglich mitschuldig, indem sie Spielraum für Haßtaten schafft oder es an der Unterbindung selbiger fehlen lässt.

    Ich bekenne offen heraus, dass ich nichts glaube, wogegen kein Widerspruch erhoben werden darf. Nicht zuletzt, weil eine solche Rechtslage verhindert, dass zuwiderlaufende Detail-Wahrheiten Verbreitung finden können.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorashanyan
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Dezember 2011 08:15

    Tatsächlich ist die Meinungsfreiheit ein hohes Gut das es vor staatlichen Eingriffen zu bewahren gilt. Allerdings: die Meinungsfreiheit ist ein Individualrecht und kein Kollektivrecht. Das heißt, der einzelne Mensch soll sagen dürfen was er denkt, der Staat kann sich auf Meinungsfreiheit nicht berufen. Weder die Türkei noch Frankreich. Weder durch Gesetz wie in Frankreich noch durch autoritäre politische Durchsetzung wie in der Türkei. Staatliche Handlungen gegen die individuelle Meinungsfreiheit führen zwangsläufig zu einer Auflösung demokratischer Strukturen.

    Schön das in Österreich dieses Problem nicht gibt ?


alle Kommentare

  1. Jan (kein Partner)
    21. Januar 2015 14:50

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  2. Yulya (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:33

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  3. Navjot (kein Partner)
    19. Januar 2015 08:49

    Your cranium must be prntoctieg some very valuable brains.

  4. cmh (kein Partner)
    02. Januar 2012 19:48

    AU ist in allen Punkten zuzustimmen. Doch : so what?

    Es stellt sich vielmehr die Frage, ob man seinen Prinzipien noch anhängen soll, wenn die anderen (!?) diese lächerlich machen?

    Was nützt uns die Meinungsfreiheit, wenn wir schon so verottet sind, dass die Lüge der anderen als Meinungsfreiheit und Kunst durchgehen darf und die eigene Ansicht taxfrei und regelmäßig als Rassissmus oder ähnliches gebrandmarkt wird.

    Was hat ein Gemeinwesen noch für einen Wert, wenn der Machterhalt mit externen Subsidien (hier die Stimmen der Armenier) bewerkstelligt werden muss?

  5. DI Rudolf Haubert (kein Partner)
    30. Dezember 2011 13:28

    Eigentlich sollte es selbstverständlich für ganz Europa sein, dieses Genozid 1915/16 als Völkermord anzuerkennen. Man wundert sich, dass es jetzt erst durch Frankreich geschieht. Über die Judenverfolgungen durch die Nazis hat man tagaus tagein geschrieben und diskutiert, man glaubte schon, es gäbe kein anderes Thema der Zeitgeschichte mehr. Nun wird aber klar, mit welchen Methoden bereits 25 Jahre vorher das Osmanische Reich die Armenier ausrottete. Der Unterschied liegt nur in der Quantität der Ermordeten, aber NICHT in der Grausamkeit der Methoden. Sie waren ein Vorspiel zu den Nazi - Greuel 25 Jahre später. Das sollte hier bedacht werden, nicht nur die Meinungsfreiheit.

  6. Gennadi (kein Partner)
    29. Dezember 2011 21:51

    Nur wenige Tage nach den künstlichen Aufregern Erdogans bombardieren türkische Streitkräfte ein Dorf. An die 30 Tote sind die Folge. Grund? Es könnten ja PKK-Kämpfer dort gewesen sein.
    Justiz auf türkisch. Ein Grund mehr, die Türkei keinesfalls nach Europa einzuladen.

    Immerhin sind die Türken nicht allein. Seit vielen Jahren bombardieren sowjetische oder russische Streitkräfte Dörfer im Kaukasus-Gebiet. Wahllos ist alles Ziel, das sich bewegt. Es könnte ja ein Islamist darunter sein.
    Justiz auf russisch. Ein Grund mehr, auch diesen Staat keinesfalls nach Europa einzuladen.

    Ein absolut verschwiegener Umstand: Beide Staaten verwenden dabei Streubomben. Die doch geächtet sein sollten.

  7. Erwin Tripes (kein Partner)
    28. Dezember 2011 17:13

    @ scheiber; hab leider verabsäumt, meinen hoffentlich nicht zu bösen Gedanken-frei- Beitrag von 13:28 h auch Herrn Scheiber zu widmen, was damit nachgeholt sei:
    13:28
    28. Dezember 2011

    Sg. simplicissimus, ich schließe mich Ihrer kritischen Sichtweise bzgl. der Hauptaussagen Scheibers an, über die er sich jedoch in seiner Replik an Sie mehr oder weniger geschickt hinweggeschwindelt hat.
    Vorweg: Ich habe als Atheist nichts gegen Das Christentum, obwohl es dies wegen seiner vielfältigen Ausprägungen und differenzierenden Kirchen ebensowenig gibt, wie zB. einen einheitlichen Hinduismus. Mich juckt´s nur, wenn regelmäßig behauptet wird, daß dieser Glaube allein selig machend ist und gleichsam alle Nichtgläubigen keine Ethik leben und gestalten könnten. Dieser Sendungsanspruch ist wie jeder andere auch, wirklich beängstigend.
    Also ein paar Anmerkungen zu Behauptungen wie :„In der da sich vollziehenden Neuaneignung des Christentums ist dieses wahre Volksreligion geworden „ uam:

    Kann man wirklich die Meinung vertreten, daß das Abendland durch die ungeheure Macht der Kirche(n) geeint und veredelt, oder wenigstens im Sinne der Bergpredigt sittlich verändert wurde?
    Ist nicht erst durch die „unchristliche Aufklärung“ und die ihr folgenden humanistischen und sozialen Ideen zumindest der Gedanke an ein besseres Sittenbild entstanden?
    Standen nicht bis auf wenige Ausnahmen die christlichen Kirchen immer auf Seiten der Mächtigen und tun das bis heute?
    Zur „Tragödie des atheistischen Humanismus“ und um etwas konkreter zu werden, einige wenige Gegenbeispiele, die wohl keine „eigentliche Basis für eine Volkssouveränität, Demokratie und Freiheit“ oder für eine richtige Aufklärung waren:

    Hitlerära: Hat die Kirche Hitler etwa jemals mit dem Kirchenbann bedroht oder offiziell klar und eindeutig gegen die Judenverfolgungen Stellung genommen, was bekanntlich Hochhut zu seinem Schauspiel „Der Stellvertreter“ inspiriert hat, um wie Unterberger Literatur als „Beweismaterial“ anzuführen.
    Der Freiburger Erzbischof Dr. Gröber :“ Gegenüber der noch vielfach herrschenden Gleichgültigkeit und Untätigkeit hat der Führer Adolf Hitler den Weltkampf gegen den atheistischen Bolschewismus als Verteidigung europäischer Kultur gekennzeichnet. Kein Volk kommt um diese Auseinandersetzung zwischen seiner völkischen Überlieferung und dem volksfremden, meist jüdischen Revolutionshetzern angeführten Marxismus herum“.
    Oder die Österr. Bischöfe 1939 in ihrer feierlichen Loyalitätserklärung: „ Die Bischöfe begleiten dieses Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen und werden auch die Gläubigen in diesem Sinne ermahnen. Am Tage der Volksabstimmung ist es auch für die Bischöfe selbstverständliche nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Reich zu bekennen.“
    Oder im besetzten Jugoslawien arbeitete der kath. Klerus sogar mit der Ustascha zusammen; der Leiter des Lager Jasenovac „des kroatischen Auschwitz“ war ein Franziskaner.

    Vietnam in den 60er Jahren: Wer weiß heute noch, was der kath. Präsident Ngo Diem und sein Bruder, der Erzbischof von Hue unter der Schirmherrschaft Kennedys dort angerichtet haben? Von päpstlicher Seite hörte man damals nur Prestigeaussagen zur Mäßigung, keine Weisung, keine Exkommunikationsdrohung? Hat nicht Kardinal Spellman den inoffiziellen Vietnamkrieg der USA sogar noch angeheizt?

    Ist all das nicht Basis für wirklich aufklärende, wahre Volksreligion?

    Wenn auch oft versucht wurde, viele Leiden zu mindern, im Ergebnis stand die Kirche leider auf Seiten der Machthaber.
    Meinem Wissen nach wurden die sozialen Errungenschaften und die Freiheit des Geistes nur gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft.

    • werauchimmer
      28. Dezember 2011 23:27

      Die sog Errungenschaften der Aufklärung waren in Wahrheit eine Folge der zunehmenden ökonomischen Bedeutung des Bürgerstandes und des sich daraus ergebenden Selbstbewusstseins.

      Die Aufklärung selber hat eine blutige Spur durch die Geschichte der Menschheit gezogen. So manches an Verstiegenem, was vom Bolschewismus berichtet wird, findet sich bereits in den Zeitläuften unmittelbar nach Konsolidierung der französischen Revolution wieder.

  8. Hegelianer (kein Partner)
    28. Dezember 2011 16:01

    @Johann Scheiber: GENAU DAS IST ES!! Sie treffen ins Schwarze, vielen Dank! Einzige Ergänzung, auch @ simplicissimus: Das positive Christentum hat bei Hegel nicht jenen Rang, den Herr Scheiber herausstreicht - die Religion, mit dem Defizit der Vorstellung konnotiert, ist bei Hegel bekanntlich in der Philosophie aufgehoben, ohne daß das (solcherart philosophisch begriffene) Christentum hierdurch zur "Vernunftreligion" der ,gemeinen' Aufklärung würde. Allerdings ermangelt es dem "begriffenen" Christentum wiederum an sozialer Breite ... Während der junge Hegel eifrig an Überlegungen zu einer (zunächst kantisch gefaßten) Volksreligion bastelte, hat der reifere Hegel, soweit ich dies sehe, das Spannungsverhältnis von Religion und Staat zeitlebens nie auf die eine oder andere Seite hin abgespannt. Am ehesten könnte man sagen, der Staat braucht die Religion (und qua sozialem Träger auch die Kirchen), um die Grundsätze der Verfassung, die sonst formal bleiben, mit Leben zu füllen, aber der Staat geht in seiner Freiheit nicht in einer religiösen Aura (die auch mir ein bißchen in Herrn Scheibers Text hindurchschimmert) auf.

  9. sosheimat (kein Partner)
    28. Dezember 2011 14:45

    Türken in Europa - soviel zur Integration:
    "Trubel um das türkische Buch!"

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/12/27/trubel-um-das-turkische-buch/

  10. JT (kein Partner)
    28. Dezember 2011 14:44

    Duden: "leugnen":

    a) (etwas, was einem zur Last gelegt oder über einen behauptet wird) für nicht zutreffend oder bestehend erklären

    b) (etwas Offenkundiges wider besseres Wissen) für unwahr oder nicht vorhanden erklären und nicht gelten lassen (meist verneint)

    c) (etwas, was als Lehre, Weltanschauung o.?Ä. oder allgemein anerkannt ist und vertreten wird) für nicht bestehend erklären

    Ja, ja, man sollte etwas bescheidener mit seiner vorgeblichen Klugheit umgehen!

    • werauchimmer
      28. Dezember 2011 22:40

      Es dürfte sich um Zitierungen einer Duden-Ausgabe aus den letzten 10 Jahren handeln.

      Wer zB als unbeteiligter Dritter nicht glaubt, dass diese politische Ordnung die Medien besticht, oder dass Udo Proksch die Lucona versenkt hat, der leugnet nicht, sondern er stellt in Abrede, oder bestreitet es (nicht aber: streitet es ab.)

      So war das noch vor der gezielten Instrumentalisierung der Sprache.

      Erst neuerdings gilt das ausdrückliche Abweichen von vorherrschenden Vorstellungen als "Leugnen" (Zitierung: "nicht gelten lassen", "allgemein" [Anerkanntes] für nicht bestehend erklären").

      Man sagt heute dem Vernehmen nach auch dann, wenn Übereinstimmung ausgedrückt werden soll, dass es wie die Faust auf's Auge passt. Vor wenigen Jahren war es noch genau umgekehrt. Wollen Sie das "leugnen"?

      O tempora, o mores!

    • Hegelianer (kein Partner)
      29. Dezember 2011 10:24

      Das Zitat stammt aus keiner Duden-Ausgabe, sondern aus dem Internet, wenn man "Leugnen" in Google eingibt, und zu b) wird als erstes Beispiel angeführt: Den Holocaust leugnen ... Das sagt wohl alles, d.h. der Begriff "Leugnen" hat erst DURCH den Straftatbestand der Holocaustleugnung eine Bedeutungsverschiebung erfahren, um "Leugnen" durch die politisch gewünschte Bedeutung zu erweitern. Die Hauptbedeutung ist aber immer noch a). Dann aber gilt, daß den HC nur leugnen kann, wer unter der Kollektivschuld steht, d.h. § 3h VerbG hat nur den Anschein eines allgemeingültigen Gesetzes. Ist denn in Ö je ein islamistischer Holocaustleugner verurteilt worden? Wurde gegen einen wiener "Rabbiner", der an der berüchtigten Teheraner Konferenz teilnahm, je ein Ermittlungsverfahren aufgenommen? Sind Strafgesetze, die die Bürger auf eine bestimmte Bedeutungsgebung historischer Ereignisse verpflichten, an sich schon ein Skandal, so ist es der nur größere Skandal, wenn diese Gesetze gar nicht gleichermaßen für alle gelten. In Frankreich wird es nicht viel anders sein: Ein Türke kann den Genozid an den Armeniern "leugnen", ein Armenier nicht, selbst wenn es Armenier geben mag, die der Ansicht sind, es habe sich um keinen Genozid gehandelt.

  11. Gennadi (kein Partner)
    28. Dezember 2011 14:42

    Ob es "den" Völkermord gibt, scheint ohnedies zweitrangig zu sein. Zahl der Opfer? Eher unwichtig. Wer war Täter? Schon bedeutender. Aus politisch korrekter Sicht ist es Völkermord nur dann, wenn gerade der Täter nicht in den Kram passt.

    Das Nazi-Regime hat fraglos Millionen Menschen eliminiert. Viele davon waren Juden, aber bei weitem nicht alle. Die Zahl 6 Millionen Juden ist hochgerechnet, aber auch schwerlich bestreitbar.
    Das Sowjetregime eliminierte (weit) mehr als 40 Millionen eigene Bürger. Darunter rund 14 Millionen Ukrainer, die verhungerten, als die Lebensmittel "abgeschöpft" wurden. Diese Zahlen sind kaum verifizierbar, aber eher untertrieben.
    Größenmäßig vergleichsweise wurden während der Hungersnöte in Irland rund 1,2 Millionen Iren gestorben. Auch da zogen die Besatzer die Lebensmittel ab.
    In Kambodscha und Vietnam wurden nach dem Ende (wenn man so sagen kann) des Indochinakrieges 4-6 Millionen Menschen in Vernichtungslagern entsorgt.

    Man bräuchte nicht auf Normannen & Co. zurück greifen, um diese aktuellen Beispiele zu bringen und sie den, gleichfalls kaum erfassbaren Zahlen des Massenmordes an den Armeniern gegenüberzustellen. Der Unterschied liegt anderswo. Und so verstehe ich A.U.

    Bei einigen dieser Taten wird das "Leugnen", besser bestreiten, unter Strafe gestellt. Andere kann man nach Belieben bestreiten, in Abrede stellen, belächeln. Durch Verbotsgesetze wird eines nachhaltig verhindert. Nämlich die sachliche Diskussion darüber. Deshalb - auch wenn diese Forderungen (partei)politisch gefährlich ist - sollten Verbotsgesetze dieser Art überall fallen.

    Warum das eine strafen, das andere nicht? Ein dummer Schüler kommt vor Gericht, wenn er betrunken den Arm zum Gruß hebt? Türkische Demonstranten, die eine Tafel mit "Wach auf Hitler" und Hakenkreuzfahnen hochhalten, aber nicht? Man erspare der Justiz der "Freien" Welt politisches Stellung Nehmen und lasse doch solche Gesetze in der Rundablage der Geschichte verschwinden.

    • Undine
      28. Dezember 2011 15:32

      @Gennadi

      *****!
      Ein bemerkenswert objektiver Kommentar.

    • AGLT (kein Partner)
      28. Dezember 2011 18:32

      Danke für diesen Kommentar! Auch von mir ******.

      Die Jungen erhalten ja heutzutage die PC-Gehirnwäsche, dass es nur ein einziges Verbrechen in der ganzen Menschheitsgeschichte gegeben hat.

  12. Aron Sperber (kein Partner)
    28. Dezember 2011 13:50

    Dabei steht es jedoch Erdogan & Co wohl am wenigsten zu, das Recht auf Meinungsfreiheit einzufordern.

    Während man in den USA der eigenen Regierung ungestraft vorwerfen darf, für das schlimmste Verbrechen der amerikanischen Geschichte verantwortlich zu sein, werden türkische Journalisten, welche die offizielle Version der „Ergenekon-Verschwörung“ in Zweifel ziehen, vom AKP-Regime gerichtlich verfolgt.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/11/22/vorbild-erdogan/

  13. Neppomuck (kein Partner)
    28. Dezember 2011 10:43

    Zitat aus dem obigen Artikel Unterbergers:
    „Wer hingegen diese Auseinandersetzung durch Denkgebote und -Verbote ersetzen will, der trägt nur zur Entstehung von Mythen bei, der macht aus Tätern Märtyrer. Wer glaubt, sich einem Dummkopf oder Fanatiker nur mit Hilfe des Strafrichters stellen zu können, ist feig und faul. Was Dummkopf und Fanatiker natürlich sofort in eine moralisch überlegene Position bringt, wo sie sicher nicht hingehören.“

    Was aber, wenn der Mythos gewollt ist, weil man gegen Mythen schwer anstinken kann. Vor allem dann, wenn es der Justiz ein Anliegen zu sein scheint, die „Faktizität weltweiten Bewusstseins“ zur Grundlage für ein „allgemeines Beweisverbot“ gegen diesen Mythos zu zementieren.
    (siehe Prozess gg. Gudenus sen. / Auschwitz, bzw. Mauthausen)

    Wenn die Singularität des Ereignisses nicht in Frage gestellt werden soll oder darf, da sonst der (gewollte) Mythos zu verblassen beginnen könnte und Fragen auftauchen, die den Gestaltern dieses „undenkbaren Ereignisses“ ihre Glaubwürdigkeit nehmen könnte, dann liegt eine „caus sui generis“ vor.
    Dann werden aus Märtyrern Täter, die vor den Trümmern ihrer redimensionierten Anklage stehen und gewaltigen Erklärungsbedarf bekommen könnten.
    Dazu kommt, dass die sipphafte Kollektivschuld argumentativ zu fixieren „ex offo“ (von Amts wegen) nicht möglich sein sollte, denn Schuld trifft immer nur den Einzelnen.
    Mord ist überdies ein Vorsatzdelikt, seine Ausführung unterliegt also einer Planung.
    Außerdem hilft es nicht, (selbstreferenzierende) Legenden und Zahlen durcheinander zu "werfeln".

    Die Lage ist also nicht unkompliziert.
    Insbesondere wenn man die Ambition des heutigen Frankreichs, die Leugnung des Genozids an der Armeniern durch die Türken zu Beginn des 1. Weltkrieges unter Strafe zu stellen, als Grundlage der Betrachtung hernimmt.
    „Genozid“ wird im Allgemeinen als „Völkermord“ angesehen, das allein trägt schon zur allgemeinen Verwirrung bei.
    Erstens müsste es „Volksmord“ heißen und zweitens ist der juridische Tatbestand des Mordes klar definiert. Ein oder mehrere Opfer und ein Täter, der planmäßig einen oder mehrere Menschen zu Tode bringt.
    Frankreich mischt sich somit und überdies in an sich bilaterale Konflikte (Armenien – Türkei) ein, und macht sich zum Anwalt der fremden Opfer, ohne ein Mandat zu haben.
    Cui bono?

    Ähnliches ist zwar in vielen Ländern Europas schon geschehen (dem heimischen Verbotsgesetz ähnliche Regelwerke wurden und werden in den an sich autonom zu beschließenden Regelwerken etlicher Staaten der EU implementiert, die Frage „von wem“ blieb dabei unbeantwortet), aber dabei ging es immer um die „causa prima“ in Sachen Genozid. Was auch eine Antwort wäre.

    Was wäre zu tun?
    Als Antwort bleibt nur die Aufarbeitung „sine ira et studio“. In allen Fällen.
    Und das unter der Voraussetzung, alle geltenden Rechtslagen in dieser/diesen Frage/n bis zum Ende aller Untersuchungen außer Kraft zu setzen.
    Dann wäre von den jeweiligen Parteien eine Art Abschlussbilanz mit akkordierten „Saldenbestätigungen“ aller Forderungen und Zahlungen vorzunehmen und ein endgültiger Schuldenausgleich vorzunehmen.

    Der Rest sei Schweigen.

    • werauchimmer
      28. Dezember 2011 11:23

      Allerdings ist die historische Wahrheitsfindung ein Prozess, der keinem Abschluss zugeführt werden kann und auch nicht sollte.

    • schreyvogel
      28. Dezember 2011 11:44

      Der Tatbestand "Kollektivschuld" hat sehr wohl Eingang in die (in diesem Beispiel deutsche) Rechtsprechung gefunden.

      Ivan Demjanjuk konnte in einem langen Prozess nicht die geringste persönliche Schuld nachgewiesen werde. Die Staatsanwaltschaft hat daher eine Änderung der Rechtsdogmatik gefordert, wonach jeder, der damals im Dienste der Lager-Betreiber in Sobibor gearbeitet hat (und hätte er nur die Latrinen gereinigt), kollektiv der Beihilfe zum Massenmord schuldig sei, ohne weitere Beweise.

      Das Gericht ist dieser Forderung nachgekommen und hat mit genau dieser Begründung Demjanjuk verurteilt.

      Damit hat es auch den Tatbestand "Kollektivschuld" juristisch anerkannt. Ob diese Änderung der Rechtsdogmatik auch in den höheren Instanzen hält, wird wegen des hohen Alters des Täters (92 Jahre) wahrscheinlich ungeklärt bleiben.

    • Neppomuck (kein Partner)
      28. Dezember 2011 12:13

      Jedenfalls kommt der Begriff "Kollektivschuld" nicht im (österr.) StGB vor, schreyvogel.

      Auch sollte "die historische Wahrheitsfindung" unter dem Aspekt "Ersatzleistung für erlittenes Unrecht" ehestens abgeschlossen werden, zumindest bis man sich auf eine allgemeine Anerkennung seitens der Betroffenen (Opfer wie Täter) innerhalb einer geeigneten Frist (Vorschlag: 30 Jahre) geeinigt hat.
      Sonst hört die Chose nie auf, die Gemüter zu erregen.
      Schließlich geht es um viel Geld, ein Umstand, der "besondere Phantasien" leicht und gerne anregt.

  14. Tertullian (kein Partner)
    28. Dezember 2011 09:09

    einfach immer wieder "1984" hervorholen, nachlesen und die Warnung beherzigen
    es gibt in allen Lebensbereichen mittlerweile Sprechverbote
    das führt zu verkrampfter Unsicherheit
    was darf man eigentlich noch sagen???
    der Idealzustand der P.C. ist erreicht, wenn alle das Gleiche ausdrücken -
    siehe die Trauer in Nordkorea
    NUR
    die Gedanken sind frei!!!

  15. ashanyan (kein Partner)
    28. Dezember 2011 08:15

    Tatsächlich ist die Meinungsfreiheit ein hohes Gut das es vor staatlichen Eingriffen zu bewahren gilt. Allerdings: die Meinungsfreiheit ist ein Individualrecht und kein Kollektivrecht. Das heißt, der einzelne Mensch soll sagen dürfen was er denkt, der Staat kann sich auf Meinungsfreiheit nicht berufen. Weder die Türkei noch Frankreich. Weder durch Gesetz wie in Frankreich noch durch autoritäre politische Durchsetzung wie in der Türkei. Staatliche Handlungen gegen die individuelle Meinungsfreiheit führen zwangsläufig zu einer Auflösung demokratischer Strukturen.

    Schön das in Österreich dieses Problem nicht gibt ?

    • Sternderlfetischist (kein Partner)
      28. Dezember 2011 08:31

      Ja, du armes verfolgtes Opfer.
      Darfst keine Neonaziparolen verbreiten, gutschgutschgutsch ...

    • ashanyan (kein Partner)
      28. Dezember 2011 09:06

      Wenn das Bekenntnis zu Demokratie, zu Menschenrechten und zu sozialer Gerechtigkeit sowie zum Humanismus unter "Neonaziparolen" fällt, muss ich mit deiner Kritik wohl leben.

  16. schreyvogel
    27. Dezember 2011 23:08

    Ob wohl auch einmal die Leugnung der Verbrechen der Zionisten strafbar sein wird?

  17. Haider
    27. Dezember 2011 22:52

    Kann man's nicht ganz kurz zusammenfassen: "Völkermord begeht prinzipiell nur der Verlierer und auch dann nur, wenn er Deutscher ist?"

    • Nazijäger (kein Partner)
      28. Dezember 2011 08:33

      Man kanns noch kürzer zusammenfassen: Trottel!

    • Undine
      28. Dezember 2011 09:20

      @Haider

      Vorsicht! Wer sich "Nazijäger" nennt, ist automatisch ein guuuter, eeedler Mensch und steht mit der "Wahrheit" auf Du und Du!

    • AGLT (kein Partner)
      28. Dezember 2011 18:34

      @Nazijäger: Gratuliere zur Selbserkenntnis.

  18. cicero
    27. Dezember 2011 22:23

    Eine türkische Studentin aus der Oberschicht hat 2 Pässe, einer davondavon berechtigt sie jederzeit auszureisen. Nur ganz wenige Aleviten haben diese Möglichkeit. Soweit zur EU-reife der Türkei und zur Information durch unsere Medien.

  19. Nestor 1937
    27. Dezember 2011 18:06

    Um Gottes Willen, Vorsicht Herr Dr. Unterberger,
    Sie kratzen ja an der Einmaligkeit und Unantastbarkeit des Holocaust und an der Strafbarkeit seiner Leugnung!

    Ich fürchte um Ihren Blog, der gefährdet werden könnte!

  20. contra
    27. Dezember 2011 17:28

    Womöglich kommen als nächstes wieder Zeiten, wo man bestraft wird, weil man die Existenz Gottes leugnet!

  21. Josef Maierhofer
    27. Dezember 2011 16:32

    Gedankenfreihet und Manipulation

    Für freie Gedanken muss es freie Menschen geben.

    Freiheit bedeutet Verantwortung, Verantwortung für die Ausübung der Freiheit. Wer also eine Freiheit dazu benutzt, um die freie Meinung anderer zu manipulieren, zu korrumpieren, die Wahrheit zu hintertreiben durch Lüge, durch Bestechung zu unterdrücken, durch Verbote zu biegen, etc., was wir ja alles aus dem öffentlichen Leben kennen, der dann noch dazu auf seine 'Meinungsfreiheit' pocht, ohne seine wirkliche und wahre Meinung zu sagen, sondern es vordergründig manipulativ einzusetzen, wie es unsere Parteien machen, wie es andere Parteien machen, der agiert verantwortungslos.

    Wenn man nun in Frankreich die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern durch die Türken verbietet, so ist das so was ähnliches wie bei uns die Holocaustleugnung, die ebenfalls verboten ist, oder der Fakt, dass die EU die Wahrheit zu den Benes Dekreten wegleugnet,

    Freiheit, Verantwortung und Wahrheit sind sehr eng verwandt.

    Ich halte es für sehr wichtig, dass es freie Menschen mit freien Gedanken gibt, die imstande sind ihre Freiheit zu verantworten.

    Freiheit wäre sehr wichtig für Europa, wirkliche Freiheit. Offenbar können in diesem sterbenden Kontinent allzu viel die Freiheit nicht verantworten und bereiten damit den Diktaturen, die sich bei uns 'Demokratien' nenen, den Boden.

    Freihet muss stets aufs neue erkämpft werden und gerade die wirkliche Meinungsfreiheit und die wirkliche Meinung. Wenn wir die Verantwortung und die Wahrheit vernachlässigen, dann wird es auch nicht Freiheit geben, wenn wir die Freiheit verloren haben, dann wird es keine Wahrheit mehr geben und wenn wir die Verantwortung vernachlässigen wird es weder Freiheit noch Wahrheit geben, Europas Dilemma.

    Allzu viele glauben die Freiheit des Nachplappern würde Verantwortung bedeuten und Wagrheit, aber das glauben sie eben nur.

  22. Norbert Mühlhauser
    27. Dezember 2011 12:18

    Erstens kann kein Roman, und sei er noch so ergreifend und seelenvoll geschrieben, einen Völkermord beweisen. Ein solches Werk ist im historischen Rahmen lediglich insofern verdienstvoll, als es zu weiteren Nachforschungen anregen kann.

    Sofern weiters nicht gerade Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden, gibt es "den" Völkermord nicht. Es kann sich dabei nur um ein Mosaik von tausenden und abertausenden Einzeltaten handeln, und um dementsprechend zigtausende mögliche Abstufungen.

    Wegen eines Gesetzes, das offiziell approbierte Geschichtsabläufe gegen Anfechtungen schützt, keine einzige dieser zigtausenden Tötungshandlungen in Zweifel ziehen zu dürfen - das sollte eigentlich jedem Aufklärer, der sich als Verteidiger höchster abendländischer Kultur versteht, zuwider sein.

    Ähnlich variantenreich sind die Abstufungen der politischen Initiative und das Ausmaß der politischen Verantwortung der Befehlshaber, weil ein Völkermord in unterschiedlichsten Abstufungen legistisch normiert wird, und nur in den seltensten Fällen direkt-gesetzlich umschrieben wird. Nicht selten macht sich die politische Führung lediglich mitschuldig, indem sie Spielraum für Haßtaten schafft oder es an der Unterbindung selbiger fehlen lässt.

    Ich bekenne offen heraus, dass ich nichts glaube, wogegen kein Widerspruch erhoben werden darf. Nicht zuletzt, weil eine solche Rechtslage verhindert, dass zuwiderlaufende Detail-Wahrheiten Verbreitung finden können.

  23. Interessierter Leser
    27. Dezember 2011 12:17

    Ich möchte bezweifeln, dass Voltaire mit „Ich lehne zutiefst ab, was sie sagen. Aber ich werde immer alles tun, damit sie es sagen können.“ und Schiller in Don Carlos mit „Geben Sie Gedankenfreiheit“ gemeint haben, dass jeder Mensch das Recht hat, unumstößlich erwiesene Gräueltaten an Menschen und Völkern, Fakten, Tatsachen - aus politisch sehr durchsichtigen Motiven - immer wieder von neuem zu leugnen. Das Leugnen von Tatsachen – meist ideologisch, rassistisch, politisch motiviert - hat mit der zitierten Gedankenfreiheit nach meinem Verständnis nichts zu tun. Ich denke A.U. irrt in diesem Punkt, wenngleich auch viel Richtiges und Wichtiges in diesem Artikel steht.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2011 14:50

      es ist eine tatsache, dass sich die sonne um die erde dreht. jedes kind erkennt das, wenn es morgens und abends aus dem fenster sieht.

      nicht falsch verstehen, möchte keinesfalls verbrechen der jüngeren geschichte damit in frage stellen, aber es geht hier ums prinzip. jemanden für eine falsche und auch miese meinung zum verbrecher zu stempeln, geht ganz genau das eine entscheidende schrittchen zu weit. und es lässt tür und tor für noch schlimmeres hinzudichten offen.
      erst der aufruf zur strafbaren handlung soll auch strafbar sein.

    • Gandalf
      27. Dezember 2011 15:50

      @simplicissimus: *******!

    • contra
      27. Dezember 2011 17:27

      @simplicissimus

      Genau so:
      *****************!!!

    • Haider
      27. Dezember 2011 23:00

      Auf welch schwachen Beinen muß eine Wahrheit stehen, wenn ich sie erst durch Verbote durchsetzen kann. Das ist nicht anderes, als die Umkehrung der mittelalterlichen Folter.

    • Eva
      28. Dezember 2011 09:09

      @Haider

      *******!
      Wehe dem, der ein Dogma anzweifelt!

  24. Johann Scheiber
    27. Dezember 2011 11:35

    Das ist eben der Irrtum, dass die wahre Aufklärung vornehmlich von französischen und englischen Geistern ausgegangen ist.
    Nach Frankreich wurde die Demokratie von preußischen Truppen gebracht, England hat in seinen Kolonien die Konzentrationslager erfunden und die Amerikaner dürfen sich den ersten modernen Völkermord "gutschreiben".

    Der fatale Fehler der französischen, atheistischen Aufklärung und der angelsächsischen pragmatischen, money, money, money - Aufklärung bestand und besteht darin, dass sie abstrakt gegen die Geschichte und ihre Institutionen betrieben wurde. Niemand hat das Verhängnis der westlichen Aufklärung besser beschrieben als Hegel, der all die Konsequenzen der atheistischen und geschichtsnihilistischen Reißbrettphilosophien bis in ihren Vernichtungszwang hinein beschrieben hat. So meinte er, dass wenn diese Furie des Verschwindens und der Vernichtung mächtig sein würde, ein Leben nicht mehr wert sein werde als ein Schluck Wasser, oder das Abschlagen eines Krautkopfes. Die Französische Revolution war ihm ein Fanal für die aus der einseitigen Aufklärung resultierenden modernen Welt.
    Und in der Tat muss man mit Blindheit und Taubheit geschlagen sein, in den 68ern und in den Politkorrekten unserer Tage nicht die französischen Aufklärungs- und Revolutionssschreier wieder zu erkennen. Nicht Montesqieu natürlich, aber Voltaire. Sein "ecrassez l'infame" ist ja bis zum heutigen Tag das Wasserzeichen des modernen Vernichtungswillens.

    Was sich in Europa vollzieht ist nicht der Triumph der Gegenaufklärung sondern, um mit Henri de Lubac zu sprechen die "Tragödie des atheistischen Humanismus" oder um mit Adorno/Horkheimer zu sprechen, die "Dialektik der Aufklärung", eine Dialektik die darin besteht, dass die Aufklärung genau die Barbarei hervorbringt, die zu überwinden sie vorgibt. Keiner vom 68er Sexzirkus hat offenbar Adorno/Horkheimer je zu Ende gelesen!

    Wenn sich also in Frankreich, im Mutterland der Aufklärung die Antiaufklärung durchsetzt, so ist das zwar, wie AU schreibt, bedrückend, es ist aber ebenso geschichtslich konsequent, denn es ist eine falsche Aufklärung, Aufkläricht!

    Die wahre und große Aufklärung beginnt in ihrer theologischen Dimension in Israel, in ihrer philosophischen Dimension in Griechenland und findet in der christlichen Offenbarung ihren ewigen Mittelpunkt. Der Weg zur Freiheit geht dann, um nur einige Stationen zu nennen, über die Patristik mit der alles entscheidenden Formulierung des Trinitätsdogmas zur Scholastik, über die Reformation, die Denker der Neuzeit, Cusanus, Leibniz, um dann im Aufgeklärten Absolutismus Österreichs, Preußens und Oberitaliens geschichtsmächtig zu werden und um in der Wiener Klassik und im Deutschen Idealismus geistig-kulturell zu kulminieren. In der da sich vollziehenden Neuaneignung des Christentums ist dieses wahre Volksreligion geworden – man denke nur an Schuberts Deutsche Messe – womit die eigentliche Basis für eine Volksouveränität, Demokratie und Freiheit gegeben war und zwar in einer Breite die es im antiken Griechenland gar nicht gegeben hat. Nur auf der Basis einer kulturell vollzogenen Volksreligion, durch die der wahre dreieinige und lebendige Gott im Bewusstsein und im Herzen der Menschen verankert ist, ist Demokratie und Freiheit möglich. Eine nur deklaratorische Verankerung eines abstrakten Gottesbegriffes in einer Verfassung hat dagegen gar nichts zu bedeuten.

    Die westliche Aufklärung ist mausetot, sie hat nur Barbarei hinterlassen: Geldherrschaft, Schwulenpartys, Genderwahn, Staatshörigkeit, Multikulti etc. sind die Symptome einer verfaulenden Illusion. Wir müssen umkehren um weiterzukommen. In der von uns abgetrennten Geschichte, in unserer mitteleuropäischen Tradition liegen die erneuerungsfähigen Bestände für unsere Zukunft.

    • M.S.
      27. Dezember 2011 14:04

      @Johann Scheiber

      **************
      Danke für den hervorragenden Beitrag

    • simplicissimus
      27. Dezember 2011 15:51

      s.g. herr scheibner, ein grossartig geschriebener beitrag, dem ich aber nur bedingt zustimmen kann. sie haben sich offensichtlich mit diesen dingen mehr beschäftigt als ich, trotzdem versuche ich den kern der sache freizulegen:
      die "modernen aufklärer" neigen in ihrer extremen ausführung zur menschenverachtung, zur unmenschlichkeit, zur vernichtung, meinen sie, wenn ich sie richtig verstanden habe?
      ich meine, die von ihnen zitierte christliche "wahre und grosse aufklärung" tendiert in ihren extremen praktiken zu genau demselben, wie wir aus der geschichte wissen.
      je sendungsbewusster man von seiner ideologie überzeugt ist, desto intoleranter wird man und desto radikaler neigt man zu verbnichtenden "lösungen".
      so wie sich die fratzen des kommunismus und nationalsozialismus sich in ihren extremen ausgeburten fatal in den unmenschlichen auswirkungen ähneln. bitte verzeihen sie mir den vergleich, es soll nicht abwertend der kirche gegenüber sein, sondern nur gegenüber fanatischen spielarten.

      letztlich entscheidet die PERSÖNLICHE INTEGRITÄT, die PERSÖNLICHE MORAL und ANSTAND, ob man vernichtend oder human unterwegs ist, völlig unabhängig von der jeweiligen ideologie oder dem jeweiligen glauben. das ist für mich die wahre INNERE STÄRKE, die kein gerüst dazu benötigt.

    • Johann Scheiber
      27. Dezember 2011 21:51

      Sehr geehrter simplicissimus,
      ich bin kein Schüler des verehrten Friedrich Romig, der Aufklärung und Moderne in Bausch und Bogen verurteilt und damit die spiegelverkehrte Haltung der Radikalaufklärer einnimmt, welche eben Geschichte und Tradition abstrakt negieren.
      Hegel hat gezeigt, dass eben aus der abstrakten Negation, aus der Verneinung in Bausch und Bogen, der Fanatismus erwächst dessen Furie keine Schranken kennt. Daher ist jede vernünftige Negation eine konkrete Negation, also eine Negation die auch das Wahrheitsmoment im Anderen sucht und anerkennt.
      So kann und will ich nicht bestreiten, dass auch die Aufklärung und die moderne Welt einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung der Freiheit geleistet hat und vielleicht auch noch leisten kann. Aber eine Freiheit die sich gegen ihre eigene substantielle geschichtliche Voraussetzung wendet (Christentum, Nation, Familie, Geschichte, Philosophie...) begeht Harakiri. Und da stehen wir heute.

      Unter Ideologie verstehe ich positiv: Teilwahrheit und negativ: Vorspiegelung von Ideen zur Durchsetzung von Interessen. Wenn sie die philosophia perennis von Platon bis Hegel da verrechnen können, so bin ich sehr gespannt.
      Andererseits ist es meines Erachtens leicht anhand von Sozialismus und Liberalismus die jeweilige Ideologie des anderen nachzuweisen, so wie es einfach ist, den einheitlichen Ideologiecharakter aller modernen Ideologien, also deren substantielle Identität nachzuweisen, wenn man sie einer fundierten politischen Theorie gegenüberstellt.

      Ihren im letzten Absatz geäußerten Ansatz möchte ich von seiner Tragfähigkeit her ihnen persönlich nicht in Abrede stellen - ich hatte ja die Ehre sie in diesem Jahr persönlich im Ennstal kennen zu lernen - im Gegenteil, aber trotzdem äußert sich gerade in dieser Ansicht die größte liberale Illusion, denn wenn sich nun etwas herausgestellt hat, so der Sachverhalt, dass die vereinzelte moralische Subjektivität nicht in der Lage ist die Substanz des in der Geschichte errungenen Niveaus gegenwärtig zu halten. Wir brauchen die Familie, wir brauchen die christliche Gemeinde (Kirche) wir brauchen die Nation und den Staat zur Sicherung und Etablierung der Freiheit. Sonst fallen wir einem Weltlauf anheim, der weder liberal noch sozial ist.

    • Wertkonservativer
      28. Dezember 2011 08:33

      Dank auch von meiner Seite für die fulminanten Beiträge, werte Herren Scheiber und simplicissimus!

      Wir haben halt nur ein Problem: wir, die wir so denken wie Sie, müssen nicht umkehren, da wir die Richtung ja kennen bzw. zu kennen glauben.

      Und die vielen, die umkehren müssten, um mit uns den von uns richtig erkannten Weg zu gehen, die wollen ja übermehrheitlich gar nicht umkehren: die fühlen sich im Konsumismus und in dem ihnen von Politik und Medien vorgekauten "way of life" so richtig pudelwohl! Denken Sie an die seit gestern wieder im Schwange befindlichen Umtauschaktionen "unpassender" Weihnachtsgeschenke!

      Von Mitmenschen dieser Kragenweiten wollen Sie eine Umkehr erwarten?

      Da können wir lange warten, liebe Freunde!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      28. Dezember 2011 13:28

      Sg. simplicissimus, ich schließe mich Ihrer kritischen Sichtweise bzgl. der Hauptaussagen Scheibers an, über die er sich jedoch in seiner Replik an Sie mehr oder weniger geschickt hinweggeschwindelt hat.
      Vorweg: Ich habe als Atheist nichts gegen Das Christentum, obwohl es dies wegen seiner vielfältigen Ausprägungen und differenzierenden Kirchen ebensowenig gibt, wie zB. einen einheitlichen Hinduismus. Mich juckt´s nur, wenn regelmäßig behauptet wird, daß dieser Glaube allein selig machend ist und gleichsam alle Nichtgläubigen keine Ethik leben und gestalten könnten. Dieser Sendungsanspruch ist wie jeder andere auch, wirklich beängstigend.
      Also ein paar Anmerkungen zu Behauptungen wie :„In der da sich vollziehenden Neuaneignung des Christentums ist dieses wahre Volksreligion geworden „ uam:

      Kann man wirklich die Meinung vertreten, daß das Abendland durch die ungeheure Macht der Kirche(n) geeint und veredelt, oder wenigstens im Sinne der Bergpredigt sittlich verändert wurde?
      Ist nicht erst durch die „unchristliche Aufklärung“ und die ihr folgenden humanistischen und sozialen Ideen zumindest der Gedanke an ein besseres Sittenbild entstanden?
      Standen nicht bis auf wenige Ausnahmen die christlichen Kirchen immer auf Seiten der Mächtigen und tun das bis heute?
      Zur „Tragödie des atheistischen Humanismus“ und um etwas konkreter zu werden, einige wenige Gegenbeispiele, die wohl keine „eigentliche Basis für eine Volkssouveränität, Demokratie und Freiheit“ oder für eine richtige Aufklärung waren:

      Hitlerära: Hat die Kirche Hitler etwa jemals mit dem Kirchenbann bedroht oder offiziell klar und eindeutig gegen die Judenverfolgungen Stellung genommen, was bekanntlich Hochhut zu seinem Schauspiel „Der Stellvertreter“ inspiriert hat, um wie Unterberger Literatur als „Beweismaterial“ anzuführen.
      Der Freiburger Erzbischof Dr. Gröber :“ Gegenüber der noch vielfach herrschenden Gleichgültigkeit und Untätigkeit hat der Führer Adolf Hitler den Weltkampf gegen den atheistischen Bolschewismus als Verteidigung europäischer Kultur gekennzeichnet. Kein Volk kommt um diese Auseinandersetzung zwischen seiner völkischen Überlieferung und dem volksfremden, meist jüdischen Revolutionshetzern angeführten Marxismus herum“.
      Oder die Österr. Bischöfe 1939 in ihrer feierlichen Loyalitätserklärung: „ Die Bischöfe begleiten dieses Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen und werden auch die Gläubigen in diesem Sinne ermahnen. Am Tage der Volksabstimmung ist es auch für die Bischöfe selbstverständliche nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Reich zu bekennen.“
      Oder im besetzten Jugoslawien arbeitete der kath. Klerus sogar mit der Ustascha zusammen; der Leiter des Lager Jasenovac „des kroatischen Auschwitz“ war ein Franziskaner.

      Vietnam in den 60er Jahren: Wer weiß heute noch, was der kath. Präsident Ngo Diem und sein Bruder, der Erzbischof von Hue unter der Schirmherrschaft Kennedys dort angerichtet haben? Von päpstlicher Seite hörte man damals nur Prestigeaussagen zur Mäßigung, keine Weisung, keine Exkommunikationsdrohung? Hat nicht Kardinal Spellman den inoffiziellen Vietnamkrieg der USA sogar noch angeheizt?

      Ist all das nicht Basis für wirklich aufklärende, wahre Volksreligion?

      Wenn auch oft versucht wurde, viele Leiden zu mindern, im Ergebnis stand die Kirche leider auf Seiten der Machthaber.
      Meinem Wissen nach wurden die sozialen Errungenschaften und die Freiheit des Geistes nur gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft.

    • simplicissimus
      28. Dezember 2011 20:52

      werte herren johann scheiber, wertkonservativer und erwin tripes: vielen dank für die diskussion. man könnte jetzt noch lange weiterdiskutieren, leider ist dieser beitrag jedoch schon zeitlich etwas überholt. ich persönlich achte die für mich positiven werte der christlichen religion und die sind für jemand simpel gestrickten wie mich nun einmal die 10 gebote und die nächstenliebe ( = für mich grundsätzlicher respekt vor jedem erdenbürger, solange er diesen verdient) und anerkennung derselben rechte für alle. ich glaube auch, dass die von herrn scheiber genannten werte extrem wichtig und geradezu unverzichtbar für die gesellschaft sind, halte es aber eher mit herrn tripes, der die verfolgung dieser werte keinesfalls als monopol der christlichen religion versteht.
      aber ich wundere mich über den plötzlichen pessimismus des wertkonservativen :-)!, obwohl ich diesen derzeit teile. trotzdem glaube ich, dass umdenken mit veränderten rahmenbedingungen statt finden wird.

  25. K.K.
    27. Dezember 2011 10:07

    Richtig,richtig, Herr A.U.! Aber: unser Verbotsgesetz dürfen wir hoffentlich schon behalten. Das ist nämlich etwas ganz anderes, nicht wahr?

  26. simplicissimus
    27. Dezember 2011 09:53

    erst einmal möchte ich mich dem wörtchen "leugnen" zuwenden. ohne den duden strapaziert zu haben, bedeutet LEUGNEN für mich, eine SELBST VERURSACHTE TAT in abrede zu stellen. neben den tatbeteiligten gibt es dann noch zeugen, die FALSCHE ZEUGENAUSSAGE leisten können. wie unbeteiligte nicht-zeugen etwas leugnen können ist mir schleierhaft. diese können jedenfalls darstellungen NICHT GLAUBEN oder EINE ANDERE MEINUNG darüber haben, aber leugnen? und bitte, leugnen bezieht sich immer auf die unmittelbar beteiligten, nicht auf deren unbeteiligte kinder, neffen, enkel, urenkel, tanten oder auch wahlonkel.

    die jagd auf "verbrecherische leugner" geht jedenfalls weiter. zu durchsichtig und vordergründig ist, dass diese meist der gewinnung politischen kleingeldes dient, denn wo ist eine bestrafung des "leugnen" kommunistischer genozide hierzulande auch nur angedacht? ja, die grundkonstruktion der pc ist messen mit zweierlei mass, da werden alle aufklärerischen errungenschaften gerne über bord geschmissen.

    kritik an der massenzuwanderung wird der nächste verbotsschritt sein, denn diese gilt als rassistisch und rassismus ist, objektiv gesehen oft die grundlage für völkermord. mit dieser moralführerschaft kann man nun ungeschickte, jedoch unangenehme politische mitbewerber nicht nur ins gesellschaftliche abseits schieben, sondern sie auch gleich kriminalisieren und hinter gitter bringen.
    die vorboten sind bereits da: die faktische unantastbarkeit des islam bei gleichzeitiger praxis sich über andere religionen auslassen zu können forderte ihre ersten opfer, unabhängig davon wie richtig oder falsch deren aussagen und wie sympathisch oder unsympathisch die personen waren.

    wir können uns noch auf einiges gefasst machen, wenn wir diese strömung nicht durch massive abwahl stoppen.

    • Undine
      27. Dezember 2011 18:20

      @simplicissimus

      *********!

      "....denn wo ist eine bestrafung des "leugnen" kommunistischer genozide hierzulande auch nur angedacht?"

      Genozid ist nicht gleich Genozid! "Kommunistischer" Genozid war noch nie Thema, weil der Kommunismus ohnedies ja nur "Gutes" im Sinn hatte, als die zig Millionen Kulaken unter Lenin und Konsorten ermordet wurden, bzw die man ganz gezielt kaltblütig verhungern ließ! Über diese Greueltaten hüllt man gewohnheitsmäßig den Mantel des Schweigens, weil man viel zu feige ist, dieses Thema einmal anzugehen. Mit den Russen hat man sich nie gerne angelegt. Außerdem würden kaum die Rubel für die wenigen Nachkommen der Ermordeten rollen, wenn in diesem Fall nach Restitution gerufen würde.

      "... bedeutet LEUGNEN für mich, eine SELBST VERURSACHTE TAT in abrede zu stellen."

      Lieber simplicissimus, es gibt Dinge, die sind Dogma; dazu zählen auch symbolische Zahlen.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2011 18:44

      ja, liebe undine, der mensch liebt es dogmen durch dogmen zu ersetzen!

    • Undine
      27. Dezember 2011 19:09

      @simplicissimus

      Und noch etwas: Ich bin überzeugt, daß es viele Menschen gibt, die mit der echten "Freiheit der Gedanken" gar nichts anzufangen wüßten, denen es viel lieber ist, wenn andere für sie denken, die also lieber "denken lassen"; aus Trägheit, aus Dummheit, aus Angst, ich weiß es nicht. Es ist so viel einfacher, einfach nachzuplappern, was andere mundgerecht vorkauen; aus diesem Reservoir schöpfen seit Jahrzehnten die Roten.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2011 19:39

      ich glaube, alle massenparteien schöpfen aus diesem reservoir. das ist auch das problem bei einer abwahl, denn es muss populistische politik gemacht werden, um die mehrheit erreichen zu können. die roten schöpfen aus diesem reservoir und auch der von ihnen abhängigen stammklientel.

  27. Helmut Oswald
    27. Dezember 2011 09:26

    Knapp achtzig Zeilen 'spielen über die Völkermord-Bande', was sich wohl auch mit gelinderem Mittel zum Ausdruck bringen ließe. Völkermord ist, wie wir zuvor im Blog schon erfahren konnten, für manche, besonders schützenswerte und hinsichtlich des Vorhaltes ach so zerbrechliche Täternationen schließlich bloß eine 'läßliche Sünde'. Besonders übrigens, wenn der Völkermord an Deutschen begangen wird. Dann muß man doch verstehen, daß so etwas notwendig war. Schließlich dient der Vorhalt doch nur dem Zweck, Hass zu säen ? Deutsche hassen bekanntermassen immer, andere morden da schon aus edleren Zwecken.

    Ich weiß nicht genau, wie ich es sagen soll, aber es gibt Themenstellungen, von denen der Journalismus und seine Verkürzungstendenzen, seine Tendenz zur summarischen Behandlung besser ablassen sollte. Schnell mal über ein paar hundert Millionen Ermordete drüber um etwas Kluges zu Meinungsfreiheit und Aufklärung zu sagen ... geht das nicht auch anders? Oder brauchen wir jeden Tag eine stärkere Dosis, weil wir rundum zugedröhnt werden von schrecklichen Nachrichten, die uns täglich stumpfer werden lassen und deren oft leicht zu durchschauender, manipulativer Charakter uns mittlerweile reflexartig weghören lässt. Weil hier eben offenbar etwas 'über die Völkermord Bande gespielt' wird.
    Si tacuisses ...

  28. socrates
    27. Dezember 2011 09:07

    Sehr richtig Herr A.U., doch als Frankophiler möchte ich einiges klarstellen:
    Merkl trat den deutschen EU-Vorsitz mit der Absicht an, Verbotsgesetze in der ganzen EU zu etablieren und die Einmaligkeit des Holocaust in die Gesetze aller Länder einzufügen. Auch sie wurde von Pressuregroups dazu getrieben. In GB biß sie auf Granit, in F machten sich sofort die mächtige Gruppe der Armenier (Charles Aznavour) daran den Genozid an ihren Ahnen dieselbe Anerkennung zu schaffen. Im Lande Voltairs ist Liberté ein Grundprinzip. Das gemeine Volk fand: jeder Genozid ist gleich schlecht und Égalité ist das 2. Prinzip der französischen Idee.
    Um diese Zeit waren auch Hutus und Tutsis gerade in Völkermord unterwegs. Also beschloß die Politik, unter dem demokratischen Druck Liberté, Égalité, Fraternité alle Genozide gleich zu bewerten.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2011 09:57

      wirklich alle genozide?

    • socrates
      27. Dezember 2011 11:12

      Im Prinzip: ja. Sogar die Verbrechen der Freimaurer in der Französischen Revolution, mii Fabriken zur Verwertung von Menschenhaut, -knochen, -haaren und der befohlenen Ausrottung der Einwohner von Vendée und Provence werden als Genozid anerkannt.

  29. Cotopaxi
    27. Dezember 2011 08:07

    In diesem Zusammenhang wäre auch die von der EU vorgegebene Bespitzelung ihrer Bewohner durch die sogenannte Vorratsdatenspeicherung zu nennen, wo dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet ist.

  30. Observer
    27. Dezember 2011 06:18

    In der Auflistung der Völkermorde aus jüngster Zeit wurde das Gemetzel aus Ruaanda (1994 töteten Angehörige der >Tutus ca. 75 % der

    • Observer
      27. Dezember 2011 06:22

      ... der Hutsis-Minderheit (zwischen 500.000 und 1 Million!).
      Die Reaktion der aktuellen türkischen Führung auf die französische Entscheidung ist ein weiterer Beweis, dass die Türkei kein demokratisches Land ist und in der EU nichts verloren hat. Die Schweiz wollte einen ähnlichen Gesetzesbeschluß fassen, dazu ist es aber (noch) nicht dazugekommen.

    • Observer
      27. Dezember 2011 06:23

      soll heissen: ... das Gemetzel wurde nicht erwähnt.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2011 09:59

      pardon, Hutus und Tutsis, aber ich verwechsel das auch immer...

  31. Wertkonservativer
    27. Dezember 2011 05:31

    "Die Gedanken sind frei!",

    ist der Refrain eines schönen Gedichtes!

    Gedankenfreiheit wurde - seit es Menschen gibt - immer wieder eingeschränkt, durch Diktatoren, Despoten, aber auch in der Gesellschaft, in den Schulen, und- leider - auch oft im familiären Umkreis!

    Nun, zuletzt waren wir in einer besseren Situation: Gedankenfreiheit bekam mehr Raum, wurde zu einem Leuchtturm der Zivilisation!

    Nun, beginnend mit den unheilvollen Auswirkungen der P.C., verschärft durch die Dummheiten unserer Landes- und Staatenlenker, feiert die Repression in vielerlei Gestalt eine nicht erwünschte Auferstehung!

    Weit haben wir's gebracht, wir aufgeklärten Menschen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Neo (kein Partner)
      28. Dezember 2011 07:30

      Wie kann Gedankenfreiheit im familiären Umfeld eingeschränkt werden?

    • Wertkonservativer
      28. Dezember 2011 07:41

      Neo:

      wenn z.B. Eltern andersdenkender Töchtern und Söhnen Vorhalte und (sozusagene) Denkverbote erteilen (die jedoch meist aus Trotz gegenau das Gegenteil erreichen).So war dieser Teilaspekt zu verstehen.

  32. Riese35
    27. Dezember 2011 01:25

    Und vergessen wir nicht einen alten Widerstandskämpfer, den ehm. Obmann des Akademikerbundes Wien.

    • efrinn2
      27. Dezember 2011 02:34

      Bitte um "Nachhilfe"

    • Riese35
      27. Dezember 2011 14:14

      Sen.Rat Prof. Josef M. Müller. Siehe z.B. Kleine Zeitung vom März 2010. Im Mai 2011 gab es dann eine Klärung innerhalb des Akademikerbundes, die mit einer Trennung endete.

  33. libertus
    27. Dezember 2011 01:07

    Selten noch konnte ich einem Blogeintrag uneingeschränkter zustimmen als diesen besonders wichtigen und bestens analysierten hier.

    Wie ließ Schiller schon einen seiner Protagonisten in "Don Carlos" fordern?
    "Geben Sie Gedankenfreiheit"!

    Und wer hätte gedacht, daß diese Forderung in unserer aufgeklärten Zeit dringender denn je wird, weil immer mehr Meinungs- und Denkverbote um sich greifen.

    Daher stellt dieser Kommentar einen besonders wichtigen Beitrag für alle jene dar, die unaufhörlich versuchen gegen den Strom zu schwimmen.
    Es müssen immer mehr werden!





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