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Die Spekulanten rächen sich und - spekulieren nicht mehr

Jeder drittklassige Provinzpolitiker und jeder viertklassige Leitartikelschreiber hat die Täter gekannt: Die Finanzkrise sei von Spekulanten ausgelöst worden, die zuerst Griechenland und dann nach der Reihe andere Länder in die Krise getrieben haben. Unter dem Eindruck dieser – auch von vielen europäischen Bürgern begeistert geteilten – Überzeugung sind die europäischen Regierungen im Sommer zum Haarschnitt geschritten.

Sie zwangen alle privaten Gläubiger Griechenlands – also vor allem die Käufer griechischer Staatsanleihen –, freiwillig auf 50 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. Vor allem in Deutschland glaubte man, durch diesen Haircut die Last ein wenig von den eigenen Steuerzahlern abgewälzt zu haben. Auf diese hat man ja seit Mai 2010 in mehreren Etappen die Haftung für die griechische Misswirtschaft überwälzt.

Das hat man im übrigen auch auf dem jüngsten Gipfel in einer weiteren teuren Etappe getan (obwohl darüber fast niemand redet, weil man lieber auf die Briten schimpft). Diesmal geschah die Überwälzung der Schulden durch eine forcierte Einschaltung des Währungsfonds, den man als Nicht-EU-Institution bisher in der Schuldenkrise eher nur am Rande mitspielen lassen wollte. Aber auch die Aktivierung des Währungsfonds kostet wieder mindestens(!) 150 Milliarden europäisches Geld. Das man halt neuerlich aus den Zentralbanken nimmt. Bei dieser Umwegkonstruktion muss man einerseits nicht die Parlamente fragen und kann andererseits das in den EU-Verträgen stehende Verbot der direkten Finanzierung von Schuldnerstaaten durch andere Staaten oder europäische Institutionen umgehen.

Gewiss fanden es von Anfang an manche Kritiker ein wenig widersprüchlich, wenn man jemandem zu einem „freiwilligen“ Verzicht zwingt. Diese Freiwilligkeit ist im übrigen bis heute noch in keiner Unterschrift festgehalten. Gleichzeitig steigt der Ärger über diese neue Zweiklassengesellschaft: Private Gläubiger müssen auf die Hälfte verzichten, staatliche hingegen nicht. In Zeiten des real existierenden Sozialismus gelten ja Staaten offenbar als etwas Besseres, private Geldverleiher kommen hingegen in der Beliebtheit gleich nach den Henkern und Lobbyisten.

Dass die Staaten etwas Besseres sind, haben die internationalen Notenbanken ja auch schon längst mit Brief und Siegel festgehalten: Sie haben in den diversen Basel-Abkommen die Kredite, die ein Staat aufnimmt, für absolut sicher erklärt, was Kredite eines Privaten niemals sein können.

Das alles erinnert übrigens stark an einen anderen internationalen Konsens von Regierungen und „Experten“, freilich etliche Zeit früher: Damals hat man die Erde zum Mittelpunkt des Weltalls erklärt. Trotz dieses nur von wenigen Querköpfen gestörten Konsenses hielt sich die Wirklichkeit bedauerlicherweise nicht daran. Heute ist es die Pleite Griechenlands (und anderer), welche die breite politische Übereinkunft stört, dass Staaten total sicher seien.

Zurück in die Gegenwart: Hier zeigen sich auch noch weitere Widersprüche zwischen dem allgemeinen Konsens der politisch-medialen Klasse und der Realität. Die viel kritisierten und als Spekulanten dämonisierten Geldverleiher waren in der Regel ganz biedere Sparer, Pensionsfonds, Versicherungen oder ausländische Staaten. Sie wollten eigentlich nur Geld sicher anlegen. Was ja eigentlich ein viel seriöseres Unterfangen ist als etwa das Betreiben des österreichischen Pensionssystems mit seinen vielen ungedeckten Mega-Schecks an die Zukunft.

Eine weitere Abweichung der Realität von der Denkwelt diverser EU-Gremien: Die „Spekulanten“ sind lernfähig. Sie lernen aber unfreundlicherweise aus der Realität und nicht aus Erklärungen diverser EU-Gipfel, die in immer kürzeren Abständen die Krise für beendet erklären. In der realen Welt waren die Investoren, pardon: „Spekulanten“ jedenfalls damit konfrontiert, dass entgegen aller europäischen Rhetorik die Anleihen eines­ – ersten – Euro-Landes nur noch die Hälfte wert waren.

Sie handelten daraufhin völlig folgerichtig. Denn, was in Griechenland passieren kann, kann ja nun auch in jedem anderen Land passieren. Daher begann ein „Spekulant“ nach dem anderen, sein Geld aus Anleihen europäischer Staaten zurückzuziehen. Sie weigerten sich immer öfter, neue Anleihen zu kaufen, egal ob die für neue Schulden oder nur die Rückzahlung abreifender alter Anleihen notwendig wurden. Sie kauften höchstens dann noch, wenn ihnen wirklich saftige Zinsen zugesichert wurden. Diese brauchten sie freilich auch für die notwendigen Kreditausfallversicherungen (CDS), ein weiteres uraltes Instrument, das neuerdings zum Teufelswerk erklärt worden ist.

Jetzt ist guter Rat teuer. Denn all die derzeit – angeblich – kommenden Schuldenbremsen, und die in Wahrheit sehr vage und konsequenzenarm bleibende Fiskalunion des letzten Gipfels können nicht mehr das einmal zerstörte Vertrauen wiederherstellen.

Der gute Rat ist so teuer, dass nun vom deutschen Finanzministerium bis zum EU-Ratspräsident lebhaft sogar darüber nachgedacht wird, ob man den griechischen Haircut nicht vielleicht noch rückgängig machen kann. Nur weiß jeder Friseur: Hat er einmal irgendwo zu viele Haare abgeschnitten, lassen sich die nicht mehr wirklich leicht ankleben. Oder in der Sprache der Finanzwelt: Wenn einmal Vertrauen zerstört worden ist, dann lässt sich das nicht mehr auf Befehl wiederherstellen.

Das Vertrauen in staatliches Reden und Handeln ist bei den deutschen Banken zusätzlich dadurch zerstört worden, dass sie von der eigenen Regierung 2010 überredet wurden, zum Unterschied von anderen Ländern keine griechischen Anleihen zu verkaufen. Ein Jahr später waren diese Anleihen nur noch die Hälfte wert. Dieser miese Trick belastet seit der Haircut-Ankündigung jedes weitere Gespräch zwischen Regierungen und Banken massiv. Denn wer der deutschen Regierung vertraut hat, steht jetzt ziemlich blöd da. Und anderen Regierungen zu vertrauen, ist ja schon seit längerem nur noch ein Ausweis besonderer Dummheit.

Jetzt werden manche einwenden: Aber ohne einen solchen Haircut hätten die europäischen Steuerzahler ja noch viel tiefer in diese Tasche greifen müssen. Denn ohne deren Hilfe wäre es ja jedenfalls zu einem griechischen Zahlungsausfall gekommen – was ja nichts anderes als ein sofortiger Haircut bei den Gläubigern ist.

Das ist im Prinzip richtig. Nur hätte eine Insolvenz Griechenlands erstens keine Zweiklassengesellschaft unter den Gläubigern bedeutet und wäre damit nicht so provozierend und demotivierend für jeden privaten Sparer gewesen. Sie wäre zweitens zu einem viel höheren Anteil von den Griechen als Urheber des Schuldendebakels selbst zu tragen gewesen. Drittens hätte man – mit vermutlich viel weniger Geldaufwand – den Dominoeffekt sogar in hohem Ausmaß abfedern können, der ausländische Gläubiger bei einer Pleite Griechenlands bedroht hat.

Und der vierte Einwand ist der gewichtigste: Bei einer Insolvenz Griechenlands wäre schon vor eineinhalb Jahren das klare Signal an alle Europäer ausgesandt worden, dass sie selbst ganz allein für ihre Schulden und deren Rückzahlung verantwortlich sind. Dann hätten schon im Mai 2010 von Italien bis Österreich die notwendigen, aber schmerzhaften Sanierungen begonnen. Diese werden statt dessen jetzt erst überall mühsam diskutiert. Und gegen sie richtet sich allerorten naturgemäß der Protest der Schuldenprofiteure, wie etwa der Gewerkschaften, der Bürokratien und der Subventionsempfänger. Denn überhaupt kein Zweifel kann darüber bestehen, dass beispielsweise eine signifikante Hinaufsetzung des österreichischen Pensionsantrittsalters im Jahre 2010 viel schlauer gewesen wäre als wenn das erst 2012 – vielleicht! – beschlossen wird. Um nur aus einem einzigen Land nur eine einzige der Hunderten notwendigen, aber unpopulären Maßnahmen zu nennen.

 

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das neue unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

 

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorphaidros
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 11:17

    Ich schlage nochmal in dieselbe Kerbe, weil es mir wichtig scheint:

    Nicht der Politiker ist das Problem, wir Wähler sind es.

    Gerade hier in diesem Forum werden immer wieder die Leistungen früherer Politiker gewürdigt, und die heutigen zum Teufel gewunschen (den bis sie ebendorthin gejagt werden, da fließt noch viel Wasser die Leitha hinunter).

    Und konsequent und beharrlich wird übersehen, dass in den letzten Jahren bzw.Jahrzehnten jeder ehrliche Politiker vom Wähler geohrfeigt wurde: Schüssel 99 ebenso wie Molterer nach: »Es reicht!«

    Was bleibt denen also übrig als die Wahrheit, die sie natürlich sehr wohl kennen, nicht auszusprechen, wenn sie wissen, dass sie anschließend geteert und gefedert werden?

    G?eichzeitig wünschen wir uns ehrbare Leute, wie wir sie früher einmal hatten.

    Nur zur Erinnerung: was geschah, als Figl in der legendären Weihnachtsansprache 45 nach seiner Wahl sagte: »Ich kann Euch zu Weihnachten nichts geben, ich kann Euch für den Christbaum, wenn ihr überhaupt einen habt, keine Kerzen geben, kein Stück Brot, keine Kohle, kein Glas zum Einschneiden. Wir haben nichts. Ich kann Euch nur bitten, glaubt an dieses Österreich!«

    Er wurde 2x wiedergewählt.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 01:53

    Wenn in Brüssel nicht noch ein "Wunderwuzzi" auf den Plan tritt und seinem Namen gerecht werdend ein Wunder vollbringt, geht Griechenland womöglich noch als "Alpha und Omega" der europäischen Demokratie in die Geschichte ein.

    Gespannt darf man jedenfalls sein, wie die Bevölkerung in den einzelnen Ländern Schuldenbremse bzw. Sparpakete aufnimmt. Wenn man bereits von der Mobilmachung der Gewerkschaften in Italien mit landesweiten Streiks liest, kann man erahnen, was auf uns zu kommt. Und erst wenn sich die "Genossen aller Länder vereinigen" - dann hört sich der Spaß endgültig auf!

  3. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 06:03

    Max Otte hat vor einigen Monaten ein in den 1970 er Jahren, von Adam Fergusson geschriebenes Buch, neu aufgelegt, und ein sehr scharfes gegenwartsbezogenens Vorwort dazugeschrieben. Das Buch trägt den trockenen Titel " Das Ende des Geldes ", ist aber alles andere als ein trocken geschriebenes Ökonomenbuch, sondern ein sehr schön und spannend formuliertes Historikerbuch, und beschreibt den Niedergang der deutschen Mark und der österreichischen Krone, bedingt durch den ersten Weltkrieg und den darauf folgenden Repressalien durch die Siegermächte.
    Hier ein kurzer Auszug von Adam Fergusson:

    "Die Gefahr, die erkannt werden werden muss, liegt in den Auswirkungen, die eine Inflation - unabhängig von ihren Ursachen - auf eine Nation, ihre Regierung, ihre Bevölkerung, ihre Autoritäten und die Gesellschaft hat. Je materialistischer die Gesellschafter, desto grausamer die Folgen der Inflation. Wenn das, was die besiegten Mittelmächte zu Beginn der 1920 er Jahre erlebten, irgendeine Erkenntnis für die Gegenwart und Zukunft bietet, dann diese:
    Der Zusammenbruch des anerkannten, traditionellen, vertrauensgeprägten Zahlungsmittel, der eigenen Währung also, die als Wertmaßstab aller Dinge dient, die den sozialen Status garantiert, von der die Gesllschaft abhängt und in der die Früchte der Arbeit bewahrt werden, löste eine enorme Gier, ein derart großes Unglück und einen solchen Hass aus - ein Gefühl, das zum großen Teil das Ergebnis nackter Angst war - , wie sie keine Gesellschaft unbeschadet überstehen kann."

  4. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 09:10

    "Aber auch die Aktivierung des Währungsfonds kostet wieder mindestens(!) 150 Milliarden europäisches Geld. Das man halt neuerlich aus den Zentralbanken nimmt."

    6 MILLIARDEN Euro muss die ÖNB beisteuern, ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Faymann und Sarkozy wünschen sich, dass die EZB die Ramsch-Anleihenkäufe verstärkt. Das sollte groß in der Österreichischen Presse stehen und nicht Zeit für Gerechtigkeit. Gerade diese Maßnahmen werden zur breiten Verarmung führen und Pleitegeiern lukrative Einstiegsmöglichkeiten auf unsere Substanz bieten.

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 09:13

    Europäische Blindheit und der Selbstmord der EU.

    Für mich wird es immer offenkundiger, dass diese EU Bonzen stets herumlügen und die Realität verweigern, sie geben vor für Schuldeneindämmung und Sparen zu sein, sie lassen Sparmassnahmen beschliessen und niemand nimmt das mehr ernst nach dem x-ten Mal der falschen Versprechungen.

    Kein Wunder, dass das Vertrauen der Menschen in die Politik gegen Null geht und vor allem das der Anleger.

    Krampfhaft klammern sich die Selbstbediener an ihre Futterschüssel, von der sie im Zuge der Ereignisse nun successive weggespült werden, hoffentlich. Die EU Träumer werden auf die Nase fliegen und an die Realitätsmauer anrennen. Schulden müssen leider bezahlt werden und von Tag zu Tag dringender, da hilft kein Herumreden und kein Herumtanzen. Wer bei den Schulden mitgemacht hat ist dafür verantwortlich und ich würde mir sehr wünschen, dass alle 'Spekulanten' die Finger von Staatsanleihen lassen, sodass die wirklichen Spekulanten, die Politselbstbediener endlich Farbe bekennen müssen und den Konkurs anmelden müssen.

    Mit jedem Tag, wo man diese 'Elite' weiter fuhrwerken lässt wird der Schaden an den europäischen Völkern größer, da hilft kein Britenbeschimpfen, keine weiteren 'Schutzschirme' und sonstige Luftballons und Seifenblasen.

    Der (Geld-) Traum geht zu Ende und der Kuckuck ruft zur Tagwache.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 08:33

    OT: Neue Aktivitäten von www.verwaltungsreform-jetzt.at:

    Neuer Gastkommentar: Der Brief, den Heinz Fischer leider nicht geschrieben hat.
    (Wurde kürzlich auch an jedes Regierungsmitglied und jedes NR- und BR-Mitglied gemailt, damit "niemand sagen kann, er / sie hätte es nicht gewusst")

    Neuer Tipp auf Tipps & Hinweise: http://www.wu.ac.at/highlights/other/wutv/clips/20111128-rechtspanorama

  7. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Dezember 2011 07:54

    Ich meine - fachlich wie fast immer ziemlich"unbeleckt" - dass es im derzeitigen Welt-Finanzpoker ähnlich zugeht, wie in einem Raum ohne Fenster und ohne sichtbaren Ausgang:

    Die Bösen sind außerhalb, warten auf einen verzweifelten Ausbruchsversuch der Eingeschlossenen, und schlecken sich derweil die Finger ob des zu erwartenden "Festmahls" mit anschließendem Einheimsen der restlichen Aktiva dieser bedauernswerten Gefangenen.

    Die Armen im verschlossenen (Finanz)-Raum versuchen natürlich verzweifelt, den Ausweg zu finden, um wieder frische Luft atmen zu können; Ausbruchsversuche werden (solange noch ein wenig Luft zum Atmen ist) diskutiert, verworfen und wieder diskutiert; das alles mit ungewissem Ausgang!

    Soweit meine auch schon etwas angegriffene Phantasie!

    Als bekennender Optimist hoffe ich jedenfalls für uns und für unsere Nachkommen, dass schlussendlich doch ein tauglicher Weg aus dem Schlamassel gefunden wird, das wir uns durch falsche Politik, durch Anspruchs- und Wohlstandsbewahrer-Denken breiter Kreise, selbst eingebrockt haben!

    Guten Morgen allerseits!

    (mail to: gerhard@michler.at)

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorErwin Tripes
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Dezember 2011 13:17

    Wie verlogen sind die EU-Politiker?

    1) Zurecht wird zunächst verlangt, bei den Staatschulden (Landes-Gemeindeschulden) nicht durch Schuldenauslagerung zu schwindeln/betrügen.
    2) Wenn´s jedoch um die verbotene Finanzierung von Schuldnerstaaten geht, fährt man allerdings ähnliche Umwege via „unabhängiger“ Notenbanken an den „unabhängigen“ Währungsfonds.
    Prof. Hankel hat die EU-Lügen in den 22. Klagenfurter Stadtgesprächen glasklar offengelegt. Siehe dazu meine tieferstehende Rezension:

    „ 22. Klagenfurter Stadtgespräche: Thema: „Staatschuldenkrise: Die EU auf dem Weg zur Transferunion ?“
    Mittwoch, 7. Dezember 2011
    Der Veranstalter dieser offenen Veranstaltungsreihe, die „Karl Popper Foundation Klagenfurt“ war mutig, zum Thema auch Prof. Wilhelm Hankel (http://www.dr-hankel.de/ ) einzuladen. Er hat nämlich in unwiderlegbarer Klarheit, Punkt für Punkt, die Eurolüge dem zahlreichen Publikum durch handfeste Beispiele dargelegt.
    Seine Befürchtung, daß durch den derzeit herrschenden Primat der Politiker über den freien Wirtschaftsmarkt die EU den szt. kommunistischen Diktaturen ähnlicher würde, und danach wie diese Beispiele zeigten, in einem zwangsweise regulierten Binnenmarkt verharren müßte, zum Nachteil aller Bürger (Reisefreiheit, Geldkonvertibilität, etc.), ließ erschauern.
    Dem hatte Prof. Reinhard Rack, (http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_02828/index.shtml ) außer der Kundgabe seines Unmutes über Henkels Aussagen nichts entgegen zu setzen. Verwunderlich war nur, daß ein ehemaliger Uniprofessor für Verfassungs-u. Verwaltungsrecht versucht, aktuelle Rechtsbrüche der EU-Vertragsnormen, indem gegenwärtig rechtswidrig Transferleistungen erfolgen, damit abzutun, daß man ja zB auch in Österreich schon ein Transfersystem habe, etwa mit dem Finanzausgleich.
    Den Unterschied zwischen gesetzlich geregelter Norm und außergesetzlicher Handlungsweise mit dem Gutmenschenhinweis man müsse halt den Schwachen Helfen, ist für einen Juristen unhaltbar.
    Hankel hat dazu auch richtig angemerkt, wohin diese illegalen Zahlungen tatsächlich fließen.
    Aber wen wundert’s, Prof. Rack saß ja von 1995 bis 2009 offenbar als ÖVPler im Eu-Parlament.
    Herr Richard Kühnel (http://www.bmeia.gv.at/aussenministerium/aussenpolitik/europa/europaeische-union/oesterreich-in-der-eu/eu-stellen-in-oesterreich.html ) konnte wenig Substanzielles zum Thema beitragen, außer sich ebenfalls über die unwiderlegbaren Argumente von Hankel zu ärgern.
    Sein Credo zusammengefaßt: Es gibt eine Vertrauenskrise, aber man muß Optimismus wahren. Kein wirklich überzeugender Lösungsansatz für diese Krise. Was soll/darf er, nach einem Gastspiel im Kabinett bei EU-Kommissarin Ferrero-Waldner, derzeit als Vertreter der EU-Kommission in Wien, auch anderes erhoffen?
    Prof. Reinhard Neck (http://wwwu.uni-klu.ac.at/rneck/cv_rn.pdf.pdf )hat als fundierter Volkswirtschaftler ebenfalls die Schwäche der gesamten EU-Konstruktion überzeugend dargelegt und insbesonders auf das dort verankerte Demokratiedefizit und das Versagen der Politiker verwiesen, denen diese Staatschuldenkrise allein anzulasten ist. Daher auch seine besonders zwingend beispielhaften Verweise auf die Schweiz.
    Interessant, war insbesonders, daß die beiden Volkswirtschaftler Hankel und Neck wesentlich mehr Rechtsbewußtsein zeigten, als man es von den beiden teilnehmenden Juristen erwartet hätte.
    Der Moderator hat sich redlich bemüht.“
    Ua. deshalb bin ich für einen Austritt Österreichs aus der EU.
    Für das EU-Austritts-Volksbegehren sind übrigens die notwendigen Unterstützungserklärungen beisammen, ohne den Geldeinsatz eines Großindustriellen.


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  1. Andrzej (kein Partner)
  2. Luckunthy (kein Partner)
    21. Januar 2015 02:37

    Thinking like that is really imsirspeve

  3. Janeth (kein Partner)
    19. Januar 2015 18:51

    YMMD with that anwesr! TX

  4. neufhp (kein Partner)
  5. sxbxncl (kein Partner)
    20. Dezember 2011 09:17

    YnRXW8 wuwjajkjjsqe

  6. Kristy (kein Partner)
    19. Dezember 2011 14:47

    I much prefer inoframtive articles like this to that high brow literature.

  7. Gasthörer (kein Partner)
    16. Dezember 2011 15:04

    Ich habe mir den Beitrag angehört (lasse ich mir vorlesen) und komme zum Schluss. Es muss wohl eine Vereinbarung zwischen diesem "unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com" und AU geben:

    AU darf jede nur erdenkliche Kritik äußern. Nur eines darf er nicht - die Systemfrage stellen. Also die EU bleibt heilig, auch wenn alles, was sie hervorbringt, des Teufels ist.

    Dafür darf er auch weiterhin ab und an im Club2 auftreten. Ich mag ihn ja, den AU. Aber Rückgrat sieht anders aus.

  8. xRatio (kein Partner)
    14. Dezember 2011 20:33

    @alle

    In all dem dümmlich-infantilen Geschwätz um "den Euro" kommt hier doch tatsächlich nur ein einziger(!!) Kommentator dem einzig richtigen Gedanken nahe:

    der Geldmenge.

    Wer hier mit den den ganzen Dummbatzis strunzdoof gegen "den Euro"
    oder welche Währung auch immer polemisiert,
    wer also irgendwelche Geldscheine und deren Aussehen für irgendwelche Fehlentwicklungen verantwortlich macht,

    der hat wirklich und wahrhaftig nicht mehr alle Tassen im Schrank!!

    Verglichen mit diesem ausgemachten, bodenlosen Schwachsinn ist der Glaube an Götter, Gespenster, Osterhasen ja wirklich noch halbwegs rational.

    Pfui Deibel, wie blöd die Hammelherde auch hier so ist..
    Dumm wie Bohnenstroh, absolut unbelehrbar. :-(

    xRatio

  9. november (kein Partner)
    14. Dezember 2011 20:11

    Ich weiß nicht so recht. Sicherlich hat das Lavieren der EU-Eliten das Problem verschlimmert. Es wäre besser gewesen wenn man vor zwei Jahren irgendeine Entscheidung in der Causa Griechenland getroffen hätte, egal was, Hauptsache konsequent. Ich bin aber nicht so sicher, dass dies die Probleme in den anderen Defizitstaaten gelöst hätte. Mit den schmerzhaften Sanierungen meint Unterberger wahrscheinlich ambitionierte Sparpakete, die nicht nur in Italien eine Rezession auslösen würden. Diese Gefahr besteht mehr denn je, und es ist natürlich fraglich, wie man bei einer schrumpfenden Wirtschaft die Schulden zurückzahlen möchte. Das Ende wäre der sichere Bankrott, unabhängig von der Griechenlandgeschichte. Davor haben die Investoren wahrscheinlich Angst und ziehen ihr Geld ab.

    • november (kein Partner)
      14. Dezember 2011 20:32

      Nachtrag.
      Dadurch, dass die Investoren ihr Geld aus den Problemstaaten abziehen, wird die Abwärtsspirale beschleunigt und eine selbsterfüllende Prophezeiung tritt ein. Ich habe zuerst gehofft, dass der letzte EU-Gipfel irgendwie eine Verbesserung bringen wird, aber es sieht leider immer weniger danach aus. Ohne eine weichere Währungspolitik der EZB wird die Chose nicht funktionieren und der nächste Panikkrisengipfel ist vorprogrammiert.

  10. Segestes (kein Partner)
    14. Dezember 2011 17:55

    Und wieder einmal ist es nur das 3. Lager (patscherte Bezeichnung),
    das die Dinge beim Namen nennt (traurig, oder?):

    Wie Kanada sollte man aus dem absurden Kyoto-Abkommen aussteigen, anstatt Millionen von Euro Jahr für Jahr in den Hinterwald zu transferieren.

    http://www.krone.at/Oesterreich/Kyoto_FPOe_und_BZOe_fordern_Ausstieg_Oesterreichs-Nach_Kanada-Abgang-Story-305311

  11. Dr. Otto Ludwig Ortner
    14. Dezember 2011 17:02

    La critique est facile! Wer das EURO-Problem löst, verdiente mehrer Nobelpreise. Die Einführung des Euro war die Bedingung der West-Allierten gegen das III. Reich zur Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland mit den Gebieten der vormaligen Sowjetzone, der DDR. Denn man wollte keine DM als europäische Leitwährung, zumal man sich von der Wiedervereinigung eine machtvolle Stärkung Deutschlands erhoffte. Diese ist nicht eingetreten, weil Schäuble "die Adeligen" nicht mag, sodaß der ostelbische Adel entschädigungslos enteignet wurde und - wie einem ausgebildeten Ziviljuristen im vorhinein erkennbar - die "Neuen Bundesländer" verelendeten und zum Spielplatz des "Rechts-Terrorismus" wurden , auch das einem juristisch Gebildeten vorhersehbar ("Quid sunt regna sine juistitia nisi magna latrocinia" - Aurelius Augustinus in "de civitate dei" -4. Buch, Kapitel 4). Historisch gebildete Menschen - offenbar unter den Verantwortlichen 1990/91 nicht vertreten- wissen, daß in der Geschichte hinter jeder starken Währung ein starker Staat stand (die oberitalienischen Adelsrepubliken, die Generalstaaten der Niederlande, auch - vor dem Absinken Englands im 2. Weltkrieg zum Massenmörder - das Vereinigte Königreich, weiland die U.S.A.ect.) Daher war mir schon damals klar, daß die Stabislisierung des EURO mit der Konsodlidierung der Europäischen Union stehen und fallen wird. Dazu stehen die Chancen nicht schlecht. Die Alternative ist Verelendung und Terror.

    • Dr. Otto Ludwig Ortner
      14. Dezember 2011 19:26

      Die aktuell wichtigste Hartwährung vergaß ich,den Schweizer Franken als Hartwährung eines auf heroischer Freiheitsliebe gegründeten Staates (WilhelTell).

  12. Erwin Tripes (kein Partner)
    14. Dezember 2011 13:17

    Wie verlogen sind die EU-Politiker?

    1) Zurecht wird zunächst verlangt, bei den Staatschulden (Landes-Gemeindeschulden) nicht durch Schuldenauslagerung zu schwindeln/betrügen.
    2) Wenn´s jedoch um die verbotene Finanzierung von Schuldnerstaaten geht, fährt man allerdings ähnliche Umwege via „unabhängiger“ Notenbanken an den „unabhängigen“ Währungsfonds.
    Prof. Hankel hat die EU-Lügen in den 22. Klagenfurter Stadtgesprächen glasklar offengelegt. Siehe dazu meine tieferstehende Rezension:

    „ 22. Klagenfurter Stadtgespräche: Thema: „Staatschuldenkrise: Die EU auf dem Weg zur Transferunion ?“
    Mittwoch, 7. Dezember 2011
    Der Veranstalter dieser offenen Veranstaltungsreihe, die „Karl Popper Foundation Klagenfurt“ war mutig, zum Thema auch Prof. Wilhelm Hankel (http://www.dr-hankel.de/ ) einzuladen. Er hat nämlich in unwiderlegbarer Klarheit, Punkt für Punkt, die Eurolüge dem zahlreichen Publikum durch handfeste Beispiele dargelegt.
    Seine Befürchtung, daß durch den derzeit herrschenden Primat der Politiker über den freien Wirtschaftsmarkt die EU den szt. kommunistischen Diktaturen ähnlicher würde, und danach wie diese Beispiele zeigten, in einem zwangsweise regulierten Binnenmarkt verharren müßte, zum Nachteil aller Bürger (Reisefreiheit, Geldkonvertibilität, etc.), ließ erschauern.
    Dem hatte Prof. Reinhard Rack, (http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_02828/index.shtml ) außer der Kundgabe seines Unmutes über Henkels Aussagen nichts entgegen zu setzen. Verwunderlich war nur, daß ein ehemaliger Uniprofessor für Verfassungs-u. Verwaltungsrecht versucht, aktuelle Rechtsbrüche der EU-Vertragsnormen, indem gegenwärtig rechtswidrig Transferleistungen erfolgen, damit abzutun, daß man ja zB auch in Österreich schon ein Transfersystem habe, etwa mit dem Finanzausgleich.
    Den Unterschied zwischen gesetzlich geregelter Norm und außergesetzlicher Handlungsweise mit dem Gutmenschenhinweis man müsse halt den Schwachen Helfen, ist für einen Juristen unhaltbar.
    Hankel hat dazu auch richtig angemerkt, wohin diese illegalen Zahlungen tatsächlich fließen.
    Aber wen wundert’s, Prof. Rack saß ja von 1995 bis 2009 offenbar als ÖVPler im Eu-Parlament.
    Herr Richard Kühnel (http://www.bmeia.gv.at/aussenministerium/aussenpolitik/europa/europaeische-union/oesterreich-in-der-eu/eu-stellen-in-oesterreich.html ) konnte wenig Substanzielles zum Thema beitragen, außer sich ebenfalls über die unwiderlegbaren Argumente von Hankel zu ärgern.
    Sein Credo zusammengefaßt: Es gibt eine Vertrauenskrise, aber man muß Optimismus wahren. Kein wirklich überzeugender Lösungsansatz für diese Krise. Was soll/darf er, nach einem Gastspiel im Kabinett bei EU-Kommissarin Ferrero-Waldner, derzeit als Vertreter der EU-Kommission in Wien, auch anderes erhoffen?
    Prof. Reinhard Neck (http://wwwu.uni-klu.ac.at/rneck/cv_rn.pdf.pdf )hat als fundierter Volkswirtschaftler ebenfalls die Schwäche der gesamten EU-Konstruktion überzeugend dargelegt und insbesonders auf das dort verankerte Demokratiedefizit und das Versagen der Politiker verwiesen, denen diese Staatschuldenkrise allein anzulasten ist. Daher auch seine besonders zwingend beispielhaften Verweise auf die Schweiz.
    Interessant, war insbesonders, daß die beiden Volkswirtschaftler Hankel und Neck wesentlich mehr Rechtsbewußtsein zeigten, als man es von den beiden teilnehmenden Juristen erwartet hätte.
    Der Moderator hat sich redlich bemüht.“
    Ua. deshalb bin ich für einen Austritt Österreichs aus der EU.
    Für das EU-Austritts-Volksbegehren sind übrigens die notwendigen Unterstützungserklärungen beisammen, ohne den Geldeinsatz eines Großindustriellen.

    • Segestes (kein Partner)
      14. Dezember 2011 14:44

      „ 22. Klagenfurter Stadtgespräche: Thema: „Staatschuldenkrise: Die EU auf dem Weg zur Transferunion ?“

      Eigentlich ist die Frage Provokation pur.
      Die EU ist von Grund auf als Transfer-Union konzipiert.
      Oder wie sonnst darf man das Prinzip vom
      Netto-Beitragszahler verstehen, der die ewigen Versagerstaaten
      stützten muss und es auch ermöglicht, dass ehemalige
      Ostblockländer Dumping-Steuerparadiese für Unternehmen
      etablieren?

    • Erwin Tripes (kein Partner)
      14. Dezember 2011 15:27

      @ segestes, Sie haben vollkommen recht. War immerhin schon mutig, den Prof. Hankel überhaupt einzuladen.

    • brechstange
      14. Dezember 2011 21:04

      http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9010734

      Ein interessante Diskussion und wie hysterisch Frau Reding auf den Vorschlag eines Nordeuro reagierte, wie froh sie doch sei, dass Europa von der Politik und nicht von diesen Professoren regiert werde, wie den Henkel und dann der Seitenhieb, dass dieser doch amerikanische Banken beräte.
      Eine richtig hysterisches Weib und die ist Vizepräsidentin der EU-Kommission.

  13. Torres (kein Partner)
    14. Dezember 2011 13:11

    "Private Gläubiger müssen auf die Hälfte verzichten, staatliche hingegen nicht". Na bumm! Unterberger hat offenbar eine sehr wirklichkeitsfremde und romantische Auffassung von solchen Dingen: er meint wohl der "Staat" (also wir alle) hat irgendwo ein geheimes Vermögen, aus dem er schöpfen kann, wenn er auf irgendwelche sonstige Einnahmen "verzichtet". Klartext für Unterberger: Jeder staatliche "Verzicht" (ebenso wie jede staatlich Ausgabe) wird aus Steuergeldern ergänzt, also aus unseren "privaten" Einnahmen. Die von Unterberger angesprochenen "staatlichen Gläubiger" sind folglich indirekt natürlich ebenfalls "private Gläubiger". Der einzige Unterschied zu letzteren ist, dass die Schulden auch von jenen Staatsbürgern bezahlt werden müssen, die ursprünglich gar keine Gläubiger waren.

    • Reinhard (kein Partner)
      14. Dezember 2011 14:07

      Es geht doch nur um Augenauswischerei.
      Der Einsatz ist so oder so verloren, denn einem Nackerten kann man nix mehr aus der Hosentaschen ziehen.
      Indem man "die Privaten" zum Scheren bittet, zeigt man den Wählern (und Steuerzahlern), dass man eben nur "die Banken" und "die Spekulanten" stutzt, aber das Volksvermögen schont.
      Dass die Verluste der Banken über Rettungsmaßnahmen und Tariferhöhungen den Steuerzahlern und Kunden aufgebraten werden, die Verluste der "Spekulanten" eben die Gewinne der Pensionskassen und Ansparpläne der Häuselbauer auffressen, dass "der kleine Hansel" am Ende sowieso alles bezahlt, wird dabei wohlweislich übertüncht.
      Dass Staaten nicht auf Forderungen verzichten heißt nicht, dass diese erfüllt werden. Wovon denn? Nur ein Politiker, der sagen würde, wir als Staat verzichten, würde von seinen Wählern gelyncht...

  14. macht schlag (kein Partner)
    14. Dezember 2011 13:08

    diese ewige killereien,eigentlich zum speien-hinter uns die sinnflut oder soooo!
    was da alles so zerbricht unter genossen/innen...
    eigentlich eh wurst!

  15. Segestes (kein Partner)
    14. Dezember 2011 12:22

    ***OT***
    Sehr schön.
    Jetzt läuft in ORF III eine eigene Parlamentssitzung
    zum Thema Hunderl abmurksen in der Ukraine.

    Den HerrschaftInnen ist wohl langweilig ^^
    (Und nein, ich bin nicht hartherzig.)

  16. schreyvogel
    14. Dezember 2011 10:37

    Aus der gerade laufenden Parlamentssitzung:
    Christa Muttonen, Europa-Sprecherin der SPÖ, sagte: "Schuld an der Schuldenkrise sind ja nicht wir, schuld sind die Finanzmärkte, daher muss man sie besser regulieren".

    Also nicht unsere Schuldenwirtschaft, nein, die Finanzmärkte sind schuld!
    Und solche PolitikerInnen sollen für Österreich die Krise bekämpfen und überwinden.

    • Neppomuck (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:11

      Egal wer da mehr oder weniger "schuld" ist an der ganzen Misere.
      Politiker und/oder Banken oder beide.

      Alle wollen nur unser Bestes.
      Und das ist in ihren Augen unser Geld.

    • Die Kleine Laura (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:24

      Na Recht hat sie doch die Christa!
      Der Werni hat mir gesagt, dieses Pack werden wir noch in die Knie zwingen. Die werden noch darum betteln, uns Kredite geben zu dürfen!
      Ich wollt' noch was über die Finanztransfranz... äh, Firlefanztanz... äh, Wernis neue Idee vom einnahmenseitigen Sparen twittern, wo wirs den Spekulatius... äh Spukulenten oder so mal richtig reinwürgen werden, aber ich vertu mich bei so lange Wörter immer. Muss am iPhone liegen oder daran, dass ich mich bei Sitzungen immer so schwer konzentrieren kann.

    • Undine
      14. Dezember 2011 21:03

      @Die Kleine Laura: :-)

  17. sosheimat (kein Partner)
    14. Dezember 2011 10:03

    Advent 2011 - diesen werden unsere EU-Bürokraten nicht so schnell mehr vergessen....

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/12/13/advent-im-jahr-2011/

  18. cmh (kein Partner)
    14. Dezember 2011 09:43

    "Das alles erinnert übrigens stark an einen anderen internationalen Konsens von Regierungen und „Experten“, freilich etliche Zeit früher: Damals hat man die Erde zum Mittelpunkt des Weltalls erklärt. Trotz dieses nur von wenigen Querköpfen gestörten Konsenses hielt sich die Wirklichkeit bedauerlicherweise nicht daran."

    Der Preis für diese "erweiterte Weltsicht" war, dass die "Wirklichkeit" nicht mehr von jedermann verstanden werden konnte, sondern dass zu ihrer Kenntnis eben die damals erfundenen Experten unbedingt notwendig wurden. Das war am Anfang noch kein so großes Problem, denn man konnte sich mit einigem Aufwand selbst zum Experten für jedes gewünschte Gebiet lernen, seit etwa 75 Jahren werden die damit einhergehenden Schwierigkeiten immer kniffliger.

    Gleichzeitig suggerieren uns bunte Bilder, die Experten, die sich zunehmend mit ihren eigenen immer enger werdenden Fachbereichen immer schwerer tun, hätten die Dinge im Griff.

    Ganz besonders schöne, täglich wechselnde Bilder finden sich hier:

    http://apod.nasa.gov/apod/astropix.html

    Man kann sich da überzeugen, wie bunt und schön die allerfernsten Galaxien sind. Tatsächlich sind das alles nur verschieden eingefärbte übereinander gelegte Schwarzweissbilder. Denn nur solche kommen aus den Teleskopen.

    http://www.gedichte.vu/?die_entwicklung_der_menschheit.html

    hingegen stellt die Dinge etwas richtiger dar.

    • phaidros
      14. Dezember 2011 13:30

      Wenn SIe sich für das Thema interessieren, cmh, kann ich den Astrofotografie-Workshops des WAA (Wiener Arbeitskreis für Astronomie) empfehlen, die wieder im Jänner 2012 stattfindet. (Details unter www.waa.at - dort: workshops)

      BG phaidros.vie@gmail.com

  19. Segestes (kein Partner)
    14. Dezember 2011 09:15

    Unterberger war für den Euro - und sogar heute ist er es noch!!!

    Hat er denn wenigstens vor den absehbaren Problemen, die uns Griechenland bringen würde, dereinst gewarnt?
    Nein, auch er hat die Augen vor Kritik an dieser fehlkonstruierten Währungsunion verschlossen, die z.B. von Jörg Haider bereits Ende der 90er-Jahre massiv vorgebracht wurde.
    Da wurde dann alles als dummer Populismus abgetan.
    Das erstaunliche, dieser Populist Haider hat im Nachhinein fast immer recht behalten.
    Und sogar seine schlechte Kopie, die H(ard) C(ore) Strachelbeere, ist in der Frage der Währungspolitik mittlerweile glaubwürdiger als der Rest unserer schleimigen Polit-Kamarilla.

    • cmh (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:28

      Also schuld die Finanzmärkte. Wenn es nicht die sind, dann sind es die, die den Euro fehlkonstruiert haben. Und AU überhaupt weil er nicht gewarnt hat.

      Allerdings sind wir schon auch mitschuldig. Wir hätten den Euro 2002 einfach nicht annehmen sollen. Dann wäre er durch Repudiation sofort abgetrieben gewesen.

      Na ja auch übergelaufene Germanenfürsten geben sich manchmal dem Suff hin. Aber dass die dann auch gleich posten müssen ...

      Aber seit dem Untergang des Mittelalters gelten Unterscheidungen bereits als Haarspaltereine. Sonst hätte auch so manchem Germanenfürsten klar sein müssen, dass es einen Unterschied macht, ob man eine Idee im allgemeinen für gut hält, oder ab die Mannschaft einfach zu blöde ist, das Maschinderl zu bedienen.

      Gewarnt waren wir ja, denn das mit Bretton Woods, bei dem die nationalen Währungen durch die Bindung an einen Goldstandard dem Zugriff der Klipper und Wipper (MÜnzverschlechterer) entzogen hätten werden sollen. Und wie haben es die Politikerleinz geschafft, diese Idee ad absurdum zu führen? Durch Bindung an den Dollar, Floaten etc. pp.

      Ebenso war es doch mit dem Euro. Der war als harte Währung konzipiert und da gab es doch tatsächlich einmal die Mastrichtkriterien. Gerade letztere sind ja beim p.t.Publikum gänzlich vergessen worden. Also was soll es? Jetzt haben wir eine "Schuldenbremse", was ich damit übersetze, dass die Neuverschuldung einfach geringer werden soll, aber für einen Schuldenabbau kann ich nichts daraus entnehmen.

      Also genaus das Umfeld, in dem sich die besagten Klipper und Wipper so gerne tummelten.

      Aber jetzt ist der Unterberger mangels Warnung schuld. In diesem Umfeld wachen die Grasserhetzer aber nicht unbedingt eine sinnvolle Diskussion.

      Was wollen Sie verehrter Germanenfürst eigentlich hier? Stänkern? Oder haben Sie einfach noch ein Argument vergessen?

    • Segestes (kein Partner)
      14. Dezember 2011 14:36

      Blödsinn, cmh, ich habe nirgendwo behauptet, dass nicht auch die Wähler mit schuld sind.
      Immer diese bewusste Kaffeesudleserei, damit man sein Gesuder an den Mann bringen kann.

      Dass Griechenland und die restlichen Olivenstaaten, die man, auch unter dem Jubel von SPÖVP in den Euroraum hineingepresst hat, das Problem für uns aber erst akut gemacht haben, ist eine Tatsache.
      Und die Warner, wie z.B. Haider, wurden von den Medien, inklusive der Zeitung bei der Unterberger Chefredakteur gespielt hat, als kleingeistige, nationalistische und niedere Gefühle bedienende Zündler abqualifiziert, die eben nicht das große Ganze sehen und begreifen können. So gesehen trägt Unterberger, als Teil der pro-europäischen Mediendampfwalze, die frühzeitige und richtige Kritik am Euro bewusst totgeschwiegen hat, natürlich eine große Mitverantwortung.

      Haider hat recht gehabt, als er in den späten 90ern voraussagte, der Euro-Raum würde in rund 10 Jahren ins Trudeln kommen und die reichen Staaten der EU müssten dann dafür die Zeche bezahlen. Unterberger, dieser Auftragsschreiber für die Industriellenvereinigung, dem längst die Butter vom Haupt tropfen müsste, bei den vielen nachweislichen Irrtümern, die er im Laufe seiner journalistischen Karriere in Bezug auf EU und Euro bereits verzapft hat, hat dieser Kritik jedoch nie die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Er hat, wie all die anderen Schreiberlinge, die Augen verschlossen und sich lieber von quasi hauseigenen Wirtschaftsexperten einlullen lassen, die brav das postuliert haben, was auch dem eigenen Weltbild entsprach.

      Die ÖVP wollte ja unbedingt einen möglichst aufgeblasenen, grenzenlosen Währungs- und Wirtschaftsraum (weswegen man auch Schengen durchgepeitscht hat), während die SPÖ (und auch die Grünen) die Nationalstaaten sowieso als Wurzel allen Übels, lieber heute als morgen ausrotten möchten.
      Hier nun zu sagen, man müsse differenzieren, ist naiv. Diese EU und diesen Euro gibt es nur im Komplettpaket „Friss Vogel, oder stirb“.

    • cmh (kein Partner)
      14. Dezember 2011 18:36

      Dem Haider ging es doch damals nur um das Kleingeld.

      Und die Kosten dafür, mehrere Währungen aufrecht zu erhalten - von denen sich nebenbei bemerkt die Österreicher immer damit gebrüstet haben, dass sie so schlau wären, den Schilling an die DM gebunden zu haben- waren doch absurd.

      An den anderen Währungen geht mir doch nur die freudige Erregung des beginnenden Urlaubes ab, wenn ich wieder einmal fremde Scheine in der Hand halten musste/durfte.

      Und denken Sie doch einmal daran, was denn eine ideale Währung ausmacht: nämlich die möglichst sichergestellte Trennung des Zahlungsmittels von staatlichen Machinationen. Dagegen wird doch heute hauptsächlich gefehlt. Es sind die ganzen politschen Zauberlehrlinge, die glauben, sie könnten die Märkte - das sind die denkenden Teilnehmer an den wirtschaftlichen Prozessen - austricksen. Das hat schon der alte Diokletian - trotz Christenverfolgung ein genialer Herrscher - vergeblich mit seinem Höchstpreisedikt versucht.

      Sicher ist nur, dass man den Euro samt seines Wirtschaftsraumes auf die gleiche Weise ruinieren kann, wie einen unkaputtbaren Geländewagen: dauernd auf der Autobahn mit Höchstgeschwindigkeit fahren und dabei irgendeine Bremse leicht betätigen, die Türen und die Fenster öffnene usw.

      Wenn man heute jammert, dann sollte man nicht die heutigen Nachteile mit den damaligen Vorteilen in der Erinnerung vergleichen.

      Was machen Sie? Sie schimpfen den Unterberger, weil er damals für den Euro war, der Potenzial hatte und weil er heute über die witzlosen Politikaster, die am Euro ratlos herumdoktern ein schlechtes Zeugnis ausstellt.

      Für den Haider wäre es besser gewesen, er hätte, statt dem Euro ein 10-Jahres-Horoskop zu erstellen (oder können Sie da nachvollziehbare feststellen?) besser sich selber an jenem unheilvollen Abend eine Prognose über die nächste halbe Stunde erstellt.

  20. Jubelchöre (kein Partner)
    14. Dezember 2011 08:53

    Ich hab es leid, immer recht zu behalten:

    - Natürlich hätte man Griechenland bankrott gehen lassen müssen. Ist zwar unangenehm, aber immer noch die billigste, lehrreichste und langfristig gelindeste Variante.

    - Natürlich war und ist die Zuwanderungspolitik von SPÖVP geistesgestört. "Kulturbereicherer" und "Pensionssicherer" haben sie uns versprochen und jetzt müssen wir allenthalben für die "Integration" blechen.

    - Natürlich ist die Schuldenpolitik von SPÖVP seit 1970/1986 geistesgestört.

    - Und und und...

    • Undine
      14. Dezember 2011 09:39

      @Jubelchöre

      "- Natürlich war und ist die Zuwanderungspolitik von SPÖVP geistesgestört. "Kulturbereicherer" und "Pensionssicherer" haben sie uns versprochen und jetzt müssen wir allenthalben für die "Integration" blechen."

      Besonders für diesen leider zu 100% richtigen Satz noch eine Extraportion Sternderl: *****!

    • Neppomuck (kein Partner)
      14. Dezember 2011 10:09

      „Politik ist die Kunst des Möglichen.“
      Otto von Bismarck

      „Geistesgestört“ kann demnach nur einer sein, der Politiker wird, ohne zu wissen was möglich ist und was nicht.
      Und all jene, die ihn (innerhalb der eigenen Parteigremien, bzw. von außen diese Partei selbst) wählen.

    • Susanna (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:50

      Ich erinnere mich noch gut: Man hat die Zuwanderer damals immer wieder mit der heiligen Familie beim Herbergsuchen verglichen.
      Nun ja.

  21. Reinhard (kein Partner)
    14. Dezember 2011 05:17

    Wenn man seine Geldgeber verächtlich macht und diese kein Geld mehr geben, wundern sich die Sozialisten. Sie schreien: "Her mit der Marie!"
    Wenn man Strafabgaben für Unternehmen (Banken) erfindet, und die Gelder dafür beim Kunden (wem sonst?) eingehoben werden, wundern sich die Sozialisten. Sie schreien: "Ungerechtigkeit!"
    Wenn man das Geld Fremden hineinstopft und die eigenen, zahlenden Leute darüber wütend werden, wundern sich die Sozialisten. Sie schreien: "Alles Rassisten und Nazis!"

    Das kommt davon, wenn man einen Gotteskomplex hat und glaubt, für das hohe moralische Niveau der eigenen Forderungen müssten sich selbst Naturgesetze außer Kraft setzen und zur Not die Erde ihren Lauf um die Sonne umkehren.
    Hochmut kommt vor dem Fall.

  22. Undine
    14. Dezember 2011 00:01

    ZIB:

    Erste Meldung:

    In Lüttich hat ein Mann ein Blutbad mit mehreren Toten und zahllosen Verletzten angerichtet. Es hieß, es handle sich auf jeden Fall um KEINEN terroristischen Anschlag. Woher weiß man das so schnell? Der Name des Täters, aus dem man ev. Schlüsse bezüglich der Provenienz ziehen könnte, wurde nicht genannt.

    Zweite Meldung:

    In Florenz wurden 2 Straßenhändler (Schwarze) von einem RECHTSEXTREMISTEN getötet. In diesem Fall "weiß" man es ganz genau.

    Weder Name noch Herkunft (ev.Migrationshintergrund?) des Mehrfachmörders von Lüttich wurde in der ZIB angegeben. Nur so viel: Er ist schon längere Zeit gesessen wegen Drogenschmuggels, Sexualdelikten, Gewalttätigkeit usw und war vorzeitig entlassen worden. Da er aber mit Sicherheit kein Rechtsextremer ist, ist es anscheinend nicht von Bedeutung, ob er etwa ein Linksextremer ist oder ein sonstiger Terrorist. Den Namen mußte ich bei Google suchen: Er lautet NORODINE AMRANI

    • Drei Fragezeichen (kein Partner)
      14. Dezember 2011 06:54

      Welche Hinweise haben Sie denn auf einen linksestremistischen Hintergrund? Was soll der ORF so kurz mach der Tat anderes machen als die Aussagen der Polizei wiedergeben?
      Gibt es Gründe an den Motiven des Täters aus Florenz zu zweifeln?

      Wenn man so bedeutungsschwangere Fragen stellt wie Sie, so sollte man doch zumindest Indizien haben denke ich.

    • Reinhard (kein Partner)
      14. Dezember 2011 08:34

      Um Fragen zu stellen braucht man keine Indizien, sondern nur Neugier.

      Und die Frage ist mMn eine ganz andere:
      Wie kann ein mehrfach vorbestrafter marokkanischer Drogendealer und Waffennarr, der 2008 zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, 2011 in Belgien fünf Menschen, darunter ein 2-jähriges Kleinkind, abschlachten?
      2008 plus 5 ergibt bei mir 2013.
      Wie kann ein Anhänger dier Friedensreligion Islam gerade in der den Christen so wichtigen Adventszeit diese medienwirksam dahinschlachten, wie man es von terroristischen Selbstmordattentätern gewohnt ist? (Für mich zumindest ein Indiz, dass ein islamistsich-terroristischer Hintergrund existieren könnte.)
      Wieso ist ein durcg Drogen finanziertes Waffenlager bei einem Hakenkreuzler ein Hinweis auf einen Rechtsterroristen, bei einem Moslem aber niemals ein Hinweis auf einen Religionsterroristen?

      Da bleiben mir mehr als drei Fragezeichen...

    • brechstange
      14. Dezember 2011 08:50

      @reinhard

      Die Lebensgefährtin des Herrn Dutroux, die lebenslänglich ausgefasst hat, soll auch bereits nach 7 Jahren Gefängnis einer Resozialisierung zugeführt werden. Offenbar steht Verbrecherschutz vor Opferschutz in unserem Europa.

    • Undine
      14. Dezember 2011 09:03

      @Drei Fragezeichen

      "Was soll der ORF so kurz mach der Tat anderes machen als die Aussagen der Polizei wiedergeben?"

      "So kurz nach der Tat" schreiben Sie. Das Massaker fand zu MITTAG statt!
      Wir sind nicht mehr im Postkutschenzeitalter!

      Der ORF weiß genau, wie er solche Nachrichten FILTERN muß!

    • Reinhard (kein Partner)
      14. Dezember 2011 09:08

      Werte Brechstange, diesen Eindruck habe ich auch.
      Wobei es auch wichtig ist, aus welcher "Ecke" ein Verbrecher kommt.

      Oder vielleicht habe ich es auch nicht richtig verstanden. Vielleicht wird ein Knast wie das Verbrecherhotel Leoben nur deswegen auf Vier-Sterne-Niveau gehoben, weil man die Verbrecher bestrafen will, indem man sie erst anfüttert und dann möglichst schnell aus diesem paradiesischen Urlaubsbunker in die kalte Realität zurückschiebt...

    • Drei Fragezeichen (kein Partner)
      14. Dezember 2011 09:32

      Ja Undine und so ein Anschlag ist ja polizeilicher Alltag, da weiss man natürlich sofort über alles Bescheid...Auch im Post-Postkutschenzeitalter hat man nicht sofort alle Informationen vor sich liegen, schon gar nicht bei so einem üblen Ereignis. Stellen Sie sich vor, oft werden Informationen sogar bewußt zurückgehalte - Ermittlungstaktik und so...
      Übrigens war beim ORF auch der Name des Täters zu lesen.

    • Undine
      14. Dezember 2011 09:53

      @???

      Was hat dann die ORF-Ansager daran gehindert, gleich zu sagen: Der Massenmörder von Lüttich hieß Norodine Amrani, stammte aus Marokko und war Moslem??? Stattdessen war er laut "objektiver" ORF-Berichterstattung ein "Lütticher", einfach ein x-beliebiger Belgier. Da steckt viel Psychologie hinter dem Verschweigen solcher bekannter Tatsachen: Erst wenn sich der erste Schock etwas gelegt hat, muß man -- leider --mit "Begleitumständen" aufwarten; man will den Moslems nicht unnötig auf den Schlips treten.

    • Drei Fragezeichen (kein Partner)
      14. Dezember 2011 10:33

      Es ist recht fragwürdig was das zur Sache tut. Gut, wenn sich herausstellt, dass er das im Namen seiner Religion getan hat ist das von Interesse. Ohne diesen Hintergrund schürt das maximal einschlägige Vorurteile und Spekulationen, diese mögen nicht ganz unplausibel sein, aber es bleiben eben Spekulationen.
      Vorerst sieht es so aus, als wäre der Typ einfach ein durchgeknallter Krimineller. Wenn es Informationen zu einem religiösen Hintergrund gibt sieht die Sache anders aus. Grundsätzlich ist das Religionsbekenntnis aber keine sonderlich relevante Information und wird ohne zusätzliche Gründe nie erwähnt.

    • Heri (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:02

      @???

      Na, da schwimmen Sie ja genau auf der politisch korrekten Welle: Wenn es ein Wahnsinniger in Norwegen macht, dann wird sehr wohl sofort "Rechts" betont.
      Aber wenn es ein Ausländer oder gar ein "heiliger" Moslem ist, dann ist es nicht wichtig oder noch besser: Man darf es ja nicht sagen, denn wie Sie es ja eh so sagen: es "schürt" Vorurteile.
      .... oder bestätigt es eher Vorurteile?

    • Reinhard (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:13

      In einem Punkt muss ich Undine schon unterstützen: in der Vermutung, Breivik wäre ob seines durchgeknallten Übermenschenkomplexes natürlich ein Terrorist aus einem weltweit agierenden rechtsextremen Netz, waren die Medien bei weitem nicht so zurückhaltend. Sein Name, seine Nationalität und seine fast religiöse Nazi-Verehrung wurden sofort in alle Welt veröffentlicht.
      Scheinbar gelten Zurückhaltung und ermittlerisches Kalkül nur bei bestimmten Menschengruppen.
      Der Verdacht einer Nähe eines schwerbewaffneten Moslems, der ein Selbstmordattentat gegen christliche Zivilisten durchführte, zu islamistischem Terror liegt nicht ferner als der Verdacht der Nähe eines schwerbewaffneten Nazis, der auf unschuldige Jugendliche im SJ-Lager ballert, zur rechtsextremen Szene.

      Kommunikationsexperten wissen, dass die Wahl der richtigen Worte und der Einsatz der richtigen Körpersprache mehr bewirken als der Inhalt.
      Wenn Strache und Faymann ein Wettrennen liefern und Strache gewinnt, wie wird die ORF-Meldung lauten?
      "Unser von Sportsgeist getriebener Bundeskanzler erreichte einen glorreichen zweiten Platz, der Rechtspopulist Strache wurde nur Vorletzter!"

    • ??? (kein Partner)
      14. Dezember 2011 12:43

      @ heri: Natürlich, wer nicht gleich Religionszugehörigkeit, Hautfarbe, Herkunftsland, Lieblingsessen und sexuelle Vorlieben nennt schwimmt auf der politisch korrekten Welle...

      Aber schön, dass sie den Wahnsinnigen aus Norwegen nennen. Bei dem hat es nämlich diverse harte Hinweise auf seinen Background gegeben, unter anderem ein selbst verfasstes und verbreitetes Schriftwerk. Nach dessen Lektüre lässt sich durchaus annehmen, dass der Typ rechtsextrem ist. Sollten im aktuellen Fall ähnliche Dinge auftauchen ist die Religionszugehörigkeit selbstverständlich interessant. Vielleicht verstehen sie ja zumindest ein bisschen was das Wörtchen Kontext zu bedeuten hat.

    • Undine
      14. Dezember 2011 14:31

      @Alle

      Zunächst will ich klarstellen, daß mir JEDE Art von Extremismus aus tiefstem Herzen zuwider ist, ob er nun von links oder von rechts kommt. Und wie jemand mit einem Monster wie Breivik sympathisieren kann, ist mir unerklärlich.

      Aber es macht schon stutzig, wenn bei dem norweg. Massenmörder gleich nach der Schilderung dieses Massakers HERVORGEHOBEN wird, der Täter sei BLOND und BLAUÄUGIG.

      @???
      Das ist in Ihren Augen KEIN Schüren von Vorurteilen? Was für einen Anlaß gab es, Haar- und Augenfarbe explizit zu betonen?

      Und noch eine Frage: Weshalb hat ein Mehrfachmörder nur dann RASSISTISCHE Motive, wenn er ein WEISSER ist und DUNKELHÄUTIGE blindwütig erschießt, einem Dunkelhäutigen aber, der Weiße ebenso blindwütig abschlachtet, wird nie der Vorwurf des RASSISMUS gemacht, obwohl dieser sicherlich in allen Fällen eine große Rolle spielt, ebenso die RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT:
      ISLAMISTEN TÖTEN immer aus Rassismus Andersgläubige, aus welchen Gründen denn sonst?

    • West (kein Partner)
      14. Dezember 2011 17:50

      In der englischen Zeitung DailyMail zeigt man wenigstens das Verbrecherfoto.

      Besonders erschreckend ist die Tatsache, daß in allen mir bekannten Medien in Europa dieser Terroranschlag bereits nach kurzer Zeit unter "ferner liefen" eingruppiert wird.

      Man will scheinbar ganz gezielt die Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken, damit die Bevölkerung keine unangenehmen Fragen an die Hauptverantwortlichen dieses Verbrechens richtet: Politiker und Justiz. Wer rettet uns vor diesen beiden Gruppen, die glauben, sie hätten Narrenfreiheit und würden niemals für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen?

      Mit über Hundert Opfern, darunter vielen Kinder, wird es aber schwer fallen, die Wut der Eltern zu unterdrücken. Sie werden Köpfe fordern. Vielleicht sogar die Systemfrage stellen. Und es ist nicht auszuschließen, daß sie wie bei den Dutroux-Vertuschungen der belgischen Eliten zu Tausenden auf die Straße gehen. Wenn der Schock erst einmal vorbei ist.

  23. HDW
    13. Dezember 2011 20:01

    Das hatte schon Kronprinz Rudolf in seinen Mitschriften der Privatstunden bei Carl Menger Ende des 19 Jh. festgehalten, verbreitert in der Folge von der Austrian school, gegen den aus preußischer Überheblichkeit erwachsenden Sozialismus. Genutzt hats nicht viel und nutzt auch heute nichts, schöner lebt sichs halt mit Konsumieren statt produzieren, wenns auch irgendwann wieder zum (Bürger)Krieg führen wird!

  24. Alexander Renneberg
  25. cicero
    13. Dezember 2011 17:24

    O.T. Lohndumping, Hightech und Krise
    Claus Peter Ortlieb 13.12.2011 http://www.heise.de/tp/artikel/36/36031/1.html
    Das angebliche deutsche "Erfolgsmodell" verdankt sich sinkenden Lohnstückkosten, aber die allgemein steigende Arbeitsproduktivität führt nicht nur in der Euro-Zone zur Krise des Kapitalismus
    Nach allgemeiner Auffassung liegt einer der Gründe dafür, dass "Deutschland die Krise besser überstanden hat als andere", wieder "wettbewerbsfähig" wurde und "heute wirtschaftlich so glänzend dasteht", in der Agenda 2010 der rotgrünen Koalition unter Kanzler Schröder und dem dazu notwendigen "Umbau des Sozialstaats".
    In D sind die Reallöhne seit 2000 um -0,8% gestiegen, also um 0,8% gefallen.
    In Rußland unter Putin sind sie nach dem Ende des Neoliberalismus in 8 Jahren auf 400% gestiegen. Alle Medien sprechen gegen Putin, die Tatsachen für ihn.

  26. socrates
    13. Dezember 2011 14:58

    Wenn die Privaten verzichten sollen (Wer isr "privat"? hedgefonds etc?) und die Organisationen nicht, ist das "vis major". Dafür setzt man die Demokratie außer Kraft. Die Politiker gelten als was besseres, denn das Volk wird nicht gefragt. Das hat mit den Staaten wenig zu tun.
    Wenn ich jemand mit Taschenpfändung Geld leihe und es nachher nicht zurückbekomme, wird mein Gejammer auf taube Ohren stoßen. Die Richter werden sich totlachen. Gilt das nur für mich und andere Alpentrotteln ?
    Ohne geldgierige sozialistische Politiker, die Wahlversprechungen, die sie nicht bezahlen können, machen, gäbe es in diesem Bereich keine Spekulanten. Wie beim Stoß sitzen die Saugerln dabei und geben den Verlierern verbotenerweise Kredit zu Wucherzinsen. Dafür erhalten sie zahlreiche nichtliberale Privilegien, wie Copyright, Glühlampenverbot, Bananenkrümmung, Patente auf die Natur (zB. Zuckerersatz), Autoausrüstung, Kunstabgaben, Abmahnungen, ....., geht gegen unendlich.
    Mickey Spillane´s Held Mike Hammer ging bei seiner Ermittlung in einem Mord an einem Textihändler gegen einen Geldverleiher der Mafia vor, in der Meinung, der hätte ihm Geld geliehen, das der Ermordete nicht zurückzahlen konnte. "Ich gebe keine Kredite in die Textilbranche, da müsste ich zu viele umlegen lassen", war die glaubhafte Antwort. Ein lernfähiger Spekulant!
    Haircut für ALLE, gleiches Pensionsalter und gleiche Bedingungen für ALLE, Finanztransfersteuer!

    • zweiblum
      13. Dezember 2011 15:36

      Der IWF hat seinen Sitz in Washigton D.C., man macht den Bock zum Gärtner !

    • socrates
      13. Dezember 2011 17:07

      Die Rache der Spekulanten ist, wie die Rache der Saugerln, nicht sehr zu fürchten, außer man ist (sozialistischer) Berufsspieler: Fressen können sie ihr Geld nicht!

    • Florin
      13. Dezember 2011 17:45

      "Fressen können sie ihr Geld nicht!"

      Als ob das je jemanden gehindert hätte noch mehr zu wollen...

  27. brechstange
    13. Dezember 2011 12:48

    O.T.

    Die ÖVP ist zu einem Kompromiss mit den Grünen bei den Vermögenssteuern bereit, wenn es sich nicht um eine Substanzbesteuerung handelt, das sagte Spindelegger.

    Gibt es Vermögenssteuern, die nicht die Substanz betreffen? Bitte um Auskunft.

  28. phaidros
    13. Dezember 2011 11:17

    Ich schlage nochmal in dieselbe Kerbe, weil es mir wichtig scheint:

    Nicht der Politiker ist das Problem, wir Wähler sind es.

    Gerade hier in diesem Forum werden immer wieder die Leistungen früherer Politiker gewürdigt, und die heutigen zum Teufel gewunschen (den bis sie ebendorthin gejagt werden, da fließt noch viel Wasser die Leitha hinunter).

    Und konsequent und beharrlich wird übersehen, dass in den letzten Jahren bzw.Jahrzehnten jeder ehrliche Politiker vom Wähler geohrfeigt wurde: Schüssel 99 ebenso wie Molterer nach: »Es reicht!«

    Was bleibt denen also übrig als die Wahrheit, die sie natürlich sehr wohl kennen, nicht auszusprechen, wenn sie wissen, dass sie anschließend geteert und gefedert werden?

    G?eichzeitig wünschen wir uns ehrbare Leute, wie wir sie früher einmal hatten.

    Nur zur Erinnerung: was geschah, als Figl in der legendären Weihnachtsansprache 45 nach seiner Wahl sagte: »Ich kann Euch zu Weihnachten nichts geben, ich kann Euch für den Christbaum, wenn ihr überhaupt einen habt, keine Kerzen geben, kein Stück Brot, keine Kohle, kein Glas zum Einschneiden. Wir haben nichts. Ich kann Euch nur bitten, glaubt an dieses Österreich!«

    Er wurde 2x wiedergewählt.

    • socrates
      13. Dezember 2011 17:09

      Im Kaffee heute: "Die Politiker haben so ein Glück, daß es KHG gibt! Was täten sie ohne ihn?"

    • terbuan
      13. Dezember 2011 17:19

      Werter phaidros,
      Einspruch Euer Ehren, nicht WIR haben die herrschenden Politiker gewählt sondern eine Mehrheit aus opportunistischen Nutznießern des verdorbenen Systems der Schuldenwirtschaft!

      Dass dazu auch ehrliche Stammwähler wie z.B. der christliche und heimattreue Wertkonservative oder aber auch ehrliche Sozialdemokraten gehören ist ihr Pech, sie haben sich einen Glauben an und eine Hoffnung für eine Partei bewahrt, die diese überhaupt nicht mehr verdient, aber man muß diese Treue respektieren.

      Als Vater eines auf die schiefe Bahn geratenen Sohnes oder einer Tochter würde ich auch in ähnlicher Weise reagieren, man steht zu einer familiären Bindung und läßt die Hoffnung sehr, sehr spät sterben.

      Abwenden werden sich diese bestochenen Wähler der erst dann von den Altparteien, wenn es nichts mehr zu verteilen gibt und dieser Zeitpunkt ist sehr nahe. Ich sehe es als die größte Aufgabe der Kerngruppe dieses Forums, hier beispielgebend vor neuen Rattenfängern zu warnen und entsprechende Initiativen zu entwickeln!

      Wolfgang Bauer ist auf gutem Wege, das "Echo" wird demnächst wieder von sich hören lassen und auch Deine Initiative verdient Respekt und Anerkennung.

      Jetzt gebe ich Dir auch 3 Sterne, vielleicht schaffst Du einen Sprung in die Ränge, was aber bekanntlich am Nachmittag nicht mehr sehr einfach ist!
      lG/terbuan

    • terbuan
      13. Dezember 2011 17:57

      Ziehe ein "der" im 4. Absatz/1. Zeile mit Bedauern zurück!

    • Wertkonservativer
      13. Dezember 2011 18:12

      Antwort an @Terbuan:

      Dank für positive Erwähnung, doch ein Eiwnand: bestochen fühle ich mich nicht!
      Wer sollte mich bestochen haben? Ich bin schon ziemlich lange volljährig und kann mir sdurchaus ein Urteil bilden!
      Die Volkspartei hat uns Bürgerliche über viele Jahrzehnte gut und kompetent vertreten! Die Zeiten haben sich grundlegend verändert, und auch die Partei wurde davon nicht verschont!
      Das mag vielen uns als Verrat an unseren bürgerlichen Grundsätzen erscheinen (und in Detailfragen durchaus auch stimmen), doch bin ich auch gegen die Meinung vieler hier der aufrechten Hoffnung, dass NUR die ÖVP für uns Bürgerliche (eine aussterbende Rasse??) auch weiterhin die Partei unserer Wahl sein kann (bzw. sein sollte!)

      Egal, was man gegen mich vorbringt; ich bleibe dabei!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      13. Dezember 2011 18:20

      Einspruch Euer Ehren, nicht WIR haben die herrschenden Politiker gewählt sondern eine Mehrheit aus opportunistischen Nutznießern des verdorbenen Systems der Schuldenwirtschaft!

      Da bin ich als Wähler selbstkritischer: ob ich dafür war, oder dageen (ich war dagegen), wir als Wählerschaft haben so entschieden, wie wir das haben.

      Wie dem auch sei: »eine Mehrheit von Nutznießern«, schreibst Du ganz richtig. Aber genau da beginnt das Problem; das können wir drehen und wenden wie wir wollen: das ist die demokratische Legitimation. Die also Legitimierten »anzugehen« hielt ich und halte ich für nicht zielführend, sondern wir müssen, genau wie Du schreibst, vor neuen Rattenfängern warnen.

      Aber nicht die Rattenfänger selbst, was sollen wir denen erzählen? »Wenn ihr euch nicht ändert, wählen wir euch nicht«? - »Das tut ihr sowieso nicht«, denken sich die, »aber uns ist das wurscht, weil die Mehrheit tut es, und nur das zählt.«

      Und sie werden weitermachen.

      Wenn es dann wirklich nichts mehr zu verteilen gibt, wird der Ruf nach dem starken Mann aufkommen. Und der wird wieder von einer Mehrheit bestellt werden (und ich werde das Land verlassen).

      Es gälte*) also, die Mehrheit zu beeinflussen, nur damit könnten*) wir der Politik Beine machen.

      Und schon von daher kann nur die Wählerschaft ein Ansatzpunkt sein (dazu kommt, dass die Politik auch deswegen ein ungeeignetes Ziel ist, weil sie über Techniken verfügt, Bürger einfach abrinnen zu lassen - wie wir es ja sehen. Das geht bis hin zum Placebo-Verdienstorden.)

      BG phaidros

      *) Ich greife schön langsam zum Konjunktiv, weil ich die Unmöglichkeit der Realisierung ebenso einfach zur Kenntnis nehme, wie diese Idee entwickelt wurde.

    • terbuan
      13. Dezember 2011 18:48

      WK
      Genau Dich persönlich habe ich als Ausnahme eines enttäuschten Stammwählers genannt, der zusehen muß, wie seine geliebte Partei mit lauter Kniefällen vor dem Zeitgeist und dem Hedonismus den Bach hinuntergeht!

      phaidros
      Darum sind wir hier ja überhaupt tätig, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, jeder auf seine Art und mit Respekt voreinander!

      Wenn wir hier nur aus Eitelkeit Sterne sammeln würden, dann wären wir arm dran, ein einziger Kommentar, der etwas in den Gedanken der Mitposter und Leser bewegt, ist tausendmal mehr wert!

    • M.S.
      13. Dezember 2011 21:54

      @phaidros

      Sie haben auf Klaus und Koren 1970 vergessen!

    • Undine
      13. Dezember 2011 22:00

      @phaidros

      "Nicht der Politiker ist das Problem, wir Wähler sind es"

      Alles recht und schön, aber was soll man als Wähler tun, damit's besser wird? Wenn "staatstragende" Parteien nicht in der Lage sind, wählbare Politiker anzubieten, wird das nie etwas! Eine Partei wird halt nun einmal mit den sie vertretenden Personen männlichen und weiblichen Geschlechts in Verbindung gebracht und identifiziert. Und was uns da geboten wird, zeigt sich von Jahr zu Jahr noch armseliger und ist mittlerweile letztklassig. Wer der linken Gesinnungsmafia nicht in den Kram paßt, hat von vorne herein keine Chance, siehe Barbara Rosenkranz.

      "Nicht wählen" will ich auch nicht, ebenso wenig will ich einen weißen Stimmzettel abgeben. WORIN LIEGT also da die SCHULD des WÄHLERS?

    • xRatio (kein Partner)
      14. Dezember 2011 00:46

      @phaidros 13. Dezember 2011 11:17
      "Nicht der Politiker ist das Problem, wir Wähler sind es."

      Huch, das ist doch in all den Jahren wahrlich das erste Mal, daß ich vom Vielschwadronierer und Klimaschwindler phaidros mal einen wirklich brauchbaren Gedanken lese.

      Ist ja auch ganz offensichtlich so. - Simplicitas sigillum veritas. :-)

      Ceterum censeo:
      Das sozialistisch-egalitäre Wahlrecht gehört geändert.

      xRatio

    • phaidros
      14. Dezember 2011 05:11

      Liebe Undine,

      zur Schuld des Wählers: es gibt keine individuelle Schuld des Wählers, der keine populistische Partei gewählt hat. Das ist scheint beim Übergang vom kleinen Maßstab in den großen immer dasselbe zu sein.

      Was den weißen Stimmzettel betrifft: Wir hatten bei der BIÖ mit dem Gedanken gespielt, eine Weißwählerpartei zu gründen, die im Falle des Einzugs ins Parlament sich bei allen Abstimmungen enthält. Bei allen, ohne Ausnahme. Jede parlamentarische Arbeit, Reden, Ausschüsse usw. wären möglich, aber bei Abstimmungen immer nur Enthaltungen.

      Der Zweck: Weißwähler wählen, da ihre Stimme nicht zählt, implizit die Stärkste Partei mit - aber so wäre das nicht mehr der Fall. Wir würden gleichsam »den Willen« des Weißwählers ins Parlament tragen.

      Bei näherer Betrachtung musten wir die Idee verwerfen, denn es gibt traditionell »nur« ca. 20% Ungültig- und Weißwähler, und mit unseren finanziellen und personellen Ressourcen scheint es ausgeschlossen, jeden 4. davon aktivieren zu können. Das müssten wir aber, wollten wir ein Mandat schaffen. Selbst wenn man einkalkuliert, dass »die Weißen« auch für ein paar Gültigwähler attraktiv wären und Stimmen von den Parteien abzögen, können wir es bis 2013 unmöglich schaffen, die 5%-Hürde zu nehmen; schon die Unterschriftenbeschaffung im Vorfeld wäre eine Herkulesaufgabe.

      Eines fällt mir aber doch ein, wo tatsächlich ein jeder von uns individuell Schuld trägt: Resignation. Politisches Desinteresse (extrem ausgeprägt!) Das Feld dem Gegner zu überlassen ist nicht zu kämpfen. Aber man muss entgegenhalten: »wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren«, »nicht geschossen ist auch nicht getroffen«, oder wie die entsprechenden Sinnsprüche alle heißen.

      Was also jeder tun kann: auch in der Öffentlichkeit, im Freundes- und Bekanntenkreis, unter den Kollegen (das kann heikel sein) politische Themen nicht meiden. Auch wenn's schwer ist, jemandem zu widersprechen, durchaus dagegenhalten. Aussprechen, dass das Füllhorn uns als Gesellschaft ausblutet, dass man die Kuh, die man melken will, nicht schlachten darf.

      Was kann man bei Wahlen tun: hingehen, gültig wählen, aber abwählen! Eine Oppositionspartei wählen, egal welche. Die Säue von den Trögen trennen. Eine Regierung blau/grün wäre das Beste, was uns passieren kann: in der Sache schlechter können's die auch nicht mehr machen, aber es wären ein paar Jahre Zeit, um Seilschaften zu zerstören und Pfründe zu entsorgen. Dann können sie ja wieder abgewählt werden.

      Der Proporz, der aus guter Absicht bewusst eingeführt wurde, um das Nachkriegsösterreich vor einem Gespenst zu schützen, von dem man natürlich annahm, das es zwar betäubt wäre, aber nicht tot, wurde selbst zu einem, das uns nun aussaugt. Alle Gespenster müssen endgültig erschlagen werden!

      M.S., natürlich, danke!

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Reinhard (kein Partner)
      14. Dezember 2011 10:37

      Werter Phaidros, zu Deinen Worten:

      "Was also jeder tun kann: auch in der Öffentlichkeit, im Freundes- und Bekanntenkreis, unter den Kollegen (das kann heikel sein) politische Themen nicht meiden. Auch wenn's schwer ist, jemandem zu widersprechen, durchaus dagegenhalten. Aussprechen, dass das Füllhorn uns als Gesellschaft ausblutet, dass man die Kuh, die man melken will, nicht schlachten darf."

      Ich mache ganu dies, oft, gerne und tiefgreifend, und was mich am meisten verwundert ist, dass sich in den Gesprächen eine überwältigende Mehrheit genauso artikuliert. Wenn es nicht diese horrende Diskrepanz zwischen dem, was die Leute reden und dem, was sie wählen, gäbe, sähe es wohl anders aus...

    • Undine
      14. Dezember 2011 21:16

      @phaidros

      *****!

  29. Patriot
    13. Dezember 2011 11:09

    Wenn ein Gläubiger 10 Jahre lang 7% Zinsen aus griechischen Anleihen bekommt und ein anderer nur 2% Zinsen aus deutschen Anleihen, dann ist der Gläubiger der Griechen nach 10 Jahren um mindestens 50% vorne, und kann daher im Vergleich um Gläubiger deutscher Anleihen sehr wohl auf 50% des Nennwertes (der zurückgezahlt wird) verzichten. Die wahren Spekulanten sind jene, die diese hochverzinsten Hochrisikopapiere in der Hoffnung kaufen, dass die EU im Endeffekt die vollständige Rückzahlung garantiert.

    Es werden weiterhin Milliarden in das griechische Fass ohne Boden gekippt, vor 2 Wochen wieder 8 Milliarden:

    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article13742143/Griechenland-bekommt-acht-Milliarden-Euro-Nothilfe.html

    Unmittelbar vor der drohenden Staatspleite bekommt Griechenland wie erwartet die nächste Finanzspritze von acht Milliarden Euro. Die Euro-Finanzminister gaben am Dienstag in Brüssel die Nothilfe der Euro-Länder frei, sagten EU-Diplomaten.

    Das eigentliche Problem ist ja, dass man nicht aufhört gutes Geld dem schlechten hinterherzuwerfen. Und das seit 2 Jahren, gegen jede Vernunft.

  30. Josef Maierhofer
    13. Dezember 2011 09:13

    Europäische Blindheit und der Selbstmord der EU.

    Für mich wird es immer offenkundiger, dass diese EU Bonzen stets herumlügen und die Realität verweigern, sie geben vor für Schuldeneindämmung und Sparen zu sein, sie lassen Sparmassnahmen beschliessen und niemand nimmt das mehr ernst nach dem x-ten Mal der falschen Versprechungen.

    Kein Wunder, dass das Vertrauen der Menschen in die Politik gegen Null geht und vor allem das der Anleger.

    Krampfhaft klammern sich die Selbstbediener an ihre Futterschüssel, von der sie im Zuge der Ereignisse nun successive weggespült werden, hoffentlich. Die EU Träumer werden auf die Nase fliegen und an die Realitätsmauer anrennen. Schulden müssen leider bezahlt werden und von Tag zu Tag dringender, da hilft kein Herumreden und kein Herumtanzen. Wer bei den Schulden mitgemacht hat ist dafür verantwortlich und ich würde mir sehr wünschen, dass alle 'Spekulanten' die Finger von Staatsanleihen lassen, sodass die wirklichen Spekulanten, die Politselbstbediener endlich Farbe bekennen müssen und den Konkurs anmelden müssen.

    Mit jedem Tag, wo man diese 'Elite' weiter fuhrwerken lässt wird der Schaden an den europäischen Völkern größer, da hilft kein Britenbeschimpfen, keine weiteren 'Schutzschirme' und sonstige Luftballons und Seifenblasen.

    Der (Geld-) Traum geht zu Ende und der Kuckuck ruft zur Tagwache.

    • mike1
      13. Dezember 2011 11:13

      es sind die nationalstaaten, die die schulden gemacht haben, schulden machen und machen werden.

      offensichtlich begreift hier niemand, dass die eu - unter führung von hauptsächlich merkel - versucht, aus dem dilemma zu kommen ? die eu macht keine schulden.

      die futtertröge sind national. die gewerkschaften und arbeiterkämmerer und die roten linksgrünchaoten sinds, die meisten landeshäuptlinge sind's, die nicht sparen wollen. überall, wo gespart werden soll, sind die gewerkschaften schon auf der strasse.

      aber schuld am dilemma sind die regierenden und sonst niemand.

      leider hab ich keine zeit, mich hier länger zu äußern....

    • phaidros
      13. Dezember 2011 11:40

      Einspruch: Schuld an dem Dilemma sind die, die keine anderen als diese Regierenden ans Ruder lassen und jeden fortjagen, der auch nur von Kursänderung spricht!

      Frage: Sie beobachten, wie ein Auto frontal gegen die Wand prallt. Schuld ist zweifellos der Fahrer, wer sonst! Auf der Aufnahme einer Verkehrskamera sieht man aber, dass hinter ihm einer saß, der ihm eine Pistole an den Kopf gehalten hat. Ändert das nicht etwas an der Schuldfrage?

      Abgesehen von diesem Detail: Danke! (Und vielleicht Ihrem Zeitmangel geschuldet: ausgezeichnet auf den Punkt gebracht!)

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • phaidros
      13. Dezember 2011 11:40

      (das richtete sich an mike1)

    • Josef Maierhofer
      13. Dezember 2011 12:13

      @ mike1

      Klar machen die Nationalstaaten Schulden und die EU Bonzen sorgen dafür, dass es leicht geht durch Verschwendung, durch diverse Suborganisationen, durch sündteuere Gesetze und Regel, die an Selbstmord grenzen, durch Unsinn, wie etwa Glühbirnenverordnungen, durch Schutzschirme, durch 'wunderbare' Geldvermehrung, durch Selbstbedienung, durch Überbürokratisierung, durch Förderungsbetrug, etc., sind doch die meisten EU Politiker die 2. Wahl der Nationalstaaten.

      Wir würden nur den Freihandelsvertrag brauchen sonst nichts.

    • Patriot
      13. Dezember 2011 12:34

      Öffentlicher Schuldenstand:

      http://www.statistik.at/web_de/statistiken/oeffentliche_finanzen_und_steuern/maastricht-indikatoren/oeffentlicher_schuldenstand/019895.html

      1980 35.3%
      1995 EU-Beitritt: 68.2%
      2000 Schüssel-Angelobung: 66,2%
      2007 SPÖ-Kanzler: 60.2%
      2010 71.8%

      Es ist vor allem der Schuldensozialismus, der die Länder ruiniert. Völlig unerheblich, ob die Währung Schilling, Euro oder DM heißt. Wobei der Schuldensozialismus natürlich auch von Bürgerlichen wie in Deutschland betrieben werden kann.

      Die Kritik an der EU ist natürlich berechtigt.

    • phaidros
      13. Dezember 2011 13:27

      Danke, Patriot, für diese Zahlen - aber bei Ihrer etwas abenteuerliche Interpretation fehlen mir offen gesagt die Worte. Also, nicht dass mir keine einfallen, aber ich würde um eine verbale Erläuterung bitten, denn offen gesagt folgere ich etwas völlig anderes, das einfach nichts mit Ihrer Schlussfolgerung zu tun hat - ja, es ist noch nicht einmal das Gegenteil.

      Ihre Zahlen zeigen sehr schön, dass die katastrophale Aufblähung der Verschuldung vor dem EU-Beitritt stattgefunden hat. Dass sie während der EU Mitgliedschaft zwischendruch sogar sank.

      Ich sehe also zwei Dinge:

      ° Die Verschuldung hat rein gar nichts wie hier so gern behauptet mit der EU-MItgliedschaft zu tun, sondern eher

      ° mit einem sozialdemokratisch besetzten Kanzleramt.

      Da wir Wähler den Kanzler ins Amt senden, würde ich sagen... aber das ist ja bekannt.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Patriot
      13. Dezember 2011 17:08

      @phaidros

      Ich weiß nicht genau was Sie meinen. Ich sehe die Sache ungefähr so wie Sie sie zusammengefasst haben. Der Schuldensozialismus ist der Untergang. Die EU und der Euro beruhen im Prinzip auf guten Ideen, die aber fatal umgesetzt wurden.

    • phaidros
      13. Dezember 2011 18:02

      Sg. Patriot, den Satz »Die Kritik an der EU ist berechtigt« habe ich auf die Zahlen und die Schuldensituation gemünzt verstanden - offenbar war er nicht so gemeint! Danke für die Klarstellung, ich sehe das ganz ähnlich.

  31. brechstange
    13. Dezember 2011 09:10

    "Aber auch die Aktivierung des Währungsfonds kostet wieder mindestens(!) 150 Milliarden europäisches Geld. Das man halt neuerlich aus den Zentralbanken nimmt."

    6 MILLIARDEN Euro muss die ÖNB beisteuern, ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Faymann und Sarkozy wünschen sich, dass die EZB die Ramsch-Anleihenkäufe verstärkt. Das sollte groß in der Österreichischen Presse stehen und nicht Zeit für Gerechtigkeit. Gerade diese Maßnahmen werden zur breiten Verarmung führen und Pleitegeiern lukrative Einstiegsmöglichkeiten auf unsere Substanz bieten.

    • brechstange
      13. Dezember 2011 09:53

      Arg finde ich auch, dass wir einen WIRTSCHAFTSminister haben, der kein Problem am Gelddrucken sieht, obwohl durch Inflation massive Fehlallokationen ausgelöst werden. Das nennt sich Wirtschaftspartei.

    • mike1
      13. Dezember 2011 11:07

      leider ist der derzeitige wirtschaftsminister eine schwächliche figur, die zwar über die presse angeblich so gut rüberkommt, aber sonst leider leider nicht viel im kasten hat.

      mit dem wunsch nach gelddrucken hat er sich wieder disqualifiziert.

  32. Wolfgang Bauer
    13. Dezember 2011 08:33

    OT: Neue Aktivitäten von www.verwaltungsreform-jetzt.at:

    Neuer Gastkommentar: Der Brief, den Heinz Fischer leider nicht geschrieben hat.
    (Wurde kürzlich auch an jedes Regierungsmitglied und jedes NR- und BR-Mitglied gemailt, damit "niemand sagen kann, er / sie hätte es nicht gewusst")

    Neuer Tipp auf Tipps & Hinweise: http://www.wu.ac.at/highlights/other/wutv/clips/20111128-rechtspanorama

    • HJR
      13. Dezember 2011 09:02

      Um "sparsam" zu wirtschaften bedarf es keiner "Rechtspflicht" (die ernstfalls ohnehin nur auf juristisch und politisch schwierigem Wege herzustellen wäre) sondern lediglich einer Leute mit Anstand und ein wenig kaufmännischen Grundwissen (z.B. dem, dass die "Verbindlichkeiten" das "Vermögen" nicht übersteigen sollten).

      Aber so lange wir unseren Kindern in der Schule lieber von "global warming" und den Segnungen des Genderwahns berichten, statt von den Einsichten, welche unsere Großeltern (nach 2 Weltkriegen) schon gewonnen hatten, sehe ich da kein Licht am Horizont.

  33. mike1
    13. Dezember 2011 08:31

    O.T., aber endlich einen gscheite meldung aus der presse:

    "Kanada steigt aus dem Kyoto-Protokoll aus
    13.12.2011 | 06:20 | (DiePresse.com)

    Als erstes Land steigt Kanada vorzeitig aus dem Klimaschutzabkommen aus. Damit umgeht es Strafzahlungen in Milliardenhöhe für nicht eingehaltene Klimaziele."

    • brechstange
      13. Dezember 2011 09:03

      Recht haben sie, die Kanadier. Wann kapieren die Österreicher endlich, welche Sackgasse das ist?

    • Cotopaxi
      13. Dezember 2011 09:18

      Das sieht man, wo der kühle Hausverstand zuhause ist. Zu diesen Ländern gehört sicher auch die Schweiz aber keinesfalls das Faymmann/Spindelegger-Ländle.

  34. Wertkonservativer
    13. Dezember 2011 07:54

    Ich meine - fachlich wie fast immer ziemlich"unbeleckt" - dass es im derzeitigen Welt-Finanzpoker ähnlich zugeht, wie in einem Raum ohne Fenster und ohne sichtbaren Ausgang:

    Die Bösen sind außerhalb, warten auf einen verzweifelten Ausbruchsversuch der Eingeschlossenen, und schlecken sich derweil die Finger ob des zu erwartenden "Festmahls" mit anschließendem Einheimsen der restlichen Aktiva dieser bedauernswerten Gefangenen.

    Die Armen im verschlossenen (Finanz)-Raum versuchen natürlich verzweifelt, den Ausweg zu finden, um wieder frische Luft atmen zu können; Ausbruchsversuche werden (solange noch ein wenig Luft zum Atmen ist) diskutiert, verworfen und wieder diskutiert; das alles mit ungewissem Ausgang!

    Soweit meine auch schon etwas angegriffene Phantasie!

    Als bekennender Optimist hoffe ich jedenfalls für uns und für unsere Nachkommen, dass schlussendlich doch ein tauglicher Weg aus dem Schlamassel gefunden wird, das wir uns durch falsche Politik, durch Anspruchs- und Wohlstandsbewahrer-Denken breiter Kreise, selbst eingebrockt haben!

    Guten Morgen allerseits!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Wertkonservativer
      13. Dezember 2011 08:11

      Danke für das umgehend erteilte Halbsternderl, viel Spaß beim Ablassen weiterer!

    • brechstange
      13. Dezember 2011 08:24

      Das Problem, sg Herr Michler, ist, dass die "Bösen" nicht außerhalb sind, sondern mitten unter uns. Daher wird jeder vernünftige Lösungsweg abgeschnitten, das wird solange gehen, bis nichts mehr geht.
      Daher glaube ich nicht, dass die "herrschende Klasse", die eigentlich für das Schlamassel mitverantwortlich sind, einer guten Lösung zuträglich sein werden. Wenn Anstand vorhanden wäre, wären sie zurückgetreten. Doch nun verfestigen sie durch weitere Fehlentscheidungen bzw. Nichtlösungen ihre Positionen. Wie werden diese wohl verteidigt werden?
      Hoffentlich stehen wir nicht am Scheideweg: Diktatur durch die herrschende Klasse oder Revolution mit anschließender Diktatur durch "Bolschewiki". Wir sollten uns auf zweites vorbereiten und versuchen einen friedlichen demokratischen Weg zu ebnen, der auf Freiheit, Subsidiarität, Föderalismus und Eigenverantwortung basiert.

    • HJR
      13. Dezember 2011 08:52

      @Wertkonservativer
      Obwohl nicht dafür verantwortlich, frage ich mich doch, wodurch diejenigen, die hier versuchen, noch halbwegs sachbezogen und argumentativ zu diskutieren und zu posten, Ihr inzwischen beinahe täglich - wie ein Gulyas - wieder aufgewärmtes Sternderl-Lamento verdient haben. Wenn Sie schon nach eigenem Eingeständnis "fachlich wie fast immer ziemlich unbeleckt" - Ihre täglichen, sinnentleerten Aufrufe zur Hoffnung starten müssen, könnten Sie mir dann nicht wenigstens Ihren "Halbsternderl-Quatsch" ersparen?

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Cotopaxi
      13. Dezember 2011 09:28

      @ WK

      "......selbst eingebrockt haben!"

      Ich kann für mich behaupten, dass ich mir die augenblickliche Situation durch mein Wahlverhalten nicht selber eingebrockt habe. Sie sind einer von denen, die es uns eingebrockt haben durch Ihr Stimmverhalten.

      Warum nennen Sie die Verantwortlichen nicht beim Namen, Sie Schwarzer Parteigänger, und machen nebulöse Böslinge verantwortlich?

    • Wertkonservativer
      13. Dezember 2011 10:04

      Mein Gott, Leute!

      Ich werde seit Monaten (zusammen mit ganz wenigen Anderen), von eigenartigen Halbsternderlgebern richtiggehend damit eingedeckt.
      Wenn ich da und dort darauf Hinweise, beginne ich doch wirklich nicht wieder eine Sternderl-Debatte!

      Auf HJR antworte ich nicht mehr!

      Zu @Cotopaxi:
      wie soll ich wissen, wer die netten diesbezüglichen Leutchen sind, da sie sich in der Anonymität verstecken?

      Meinen Sie mein Stimmverhalten zugunsten der ÖVP? Da bin ich mit immer noch vielen hunderttausenden Österreichern in guter Gesellschaft!
      Was Sie wählen, ist mir ziemlich wurscht; falls Sie meinen, die blauen Reiter werden es besser machen, dann sind Sie wohl auf einem Holzweg!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Cotopaxi
      13. Dezember 2011 10:40

      @ WK

      Für den Niedergang unserer Heimat sind vor allem die Regierenden Schuld. Die Schwarzen sind in der Regierung, und wer Sie wählt, ist für das Desaster mitverantwortlich.

      So einfach ist das.

    • phaidros
      13. Dezember 2011 10:49

      Für den Niedergang unserer Heimat sind vor allem die Regierenden Schuld.

      Das sehe ich nicht so: wie erging es denn Schüssel, als er die Koalition platzen ließ? Wie Molterer nach: »Es reicht!«

      Die (in diesem Fall mit-)Regierenden haben keine Chance, vernünftig zu agieren, ohne vom Wähler dafür massiv abgestraft zu werden. WIR, die Wähler, erlauben es ihnen nicht.

      Ich weiß, dass man es auch hier nicht gern hört, aber es wird nicht weniger wahr, wenn man die Augen davpor verschließt: nicht die Politiker sind die Wurzel des Problems, der Wähler ist es.

      Davor die Augen zu verschließen ist auch nur Kopf-in-den-Sand-Stecken und bürgerliches Faustschütteln und Drohgebärden gegen die Politik kommt mir so sinnvoll vor wie der Besoffene, der unter der Laterne seine Schlüssel sucht. Fragt der Streifenpolizist: »Haben Sie sie denn hier verloren?« Darauf der Besoffene: »Nein, dort drüben im Dunklen, aber dort seh ich nichts.«.

      Es kann gar nichts bringen, aber wenigstens kann er sich sagen, er hätte etwas unternmmen.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Cotopaxi
      13. Dezember 2011 10:54

      @Phaidros

      Schüssel hat die Wahl verloren, weil der gute Josef Taus unbedingt den steckbrieflich gesuchten Elsner im sonnigen Süden kurz vor der Wahl besuchen musste. Damit besudelte er in den Augen des Stimmvolkes auch die Schüssel-ÖVP mit dem BAWAG-Skandal der Roten, die dann die Rechnung präsentiert erhielt.
      Dummheit wird vom Wähler auch nicht geschätzt.

    • Wertkonservativer
      13. Dezember 2011 10:59

      Eine ganz klare Beweiskette, @Cotopaxi!
      Sie haben den totalen Durchblick!

      Können Sie mir bitte noch den Niedergang unserer Heimat erklären?

      Schauen Sie auf das Weihnachts-Konsumverhalten unseres "armen Volkes"!

      Unser Land blüht und gedeiht immer noch recht ansehnlich, trotz der immer wieder betriebenen Schwarzmalereien hier im Forum!

      Natürlich, die auf uns möglicherweise zukommenden Gefahren sind nicht wegzureden; mit Schlechtmachen und Lamentieren schon im Vorhinein wird's jedoch wohl kaum besser werden!

      Mitverantwortung für den "Niedergang unserer Heimat" durch Wählen der ÖVP (die noch vor wenigen Jahren mit Dr. Schüssel" einen Spitzenmann als BK hatte), zu tragen, lehne ich als gelinde Frechheit Ihrerseits und Beleidigung eines Teiles unseres Volkes dezidiert ab!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • phaidros
      13. Dezember 2011 11:03

      Und selbst, wenn: bleibt immer noch Molterer.

      Aber ich rede von der Nationalratswahl '99, wo Schüssel Vizekanzler war. Da hat er die Wahl verloren, weil er ehrlich zu den Leuten war.

      Wir, der Wähler, verbieten dem Politiker, ehrlich zu uns zu sein.

    • Cotopaxi
      13. Dezember 2011 11:06

      @Wk

      Ich bezweifle, dass Sie sich die Zeit nehmen, sinnerfassend die Beiträge anderer zu lesen.

      Sie scheinen die Repliken nur zu nützen, um Schwarzen Schleim über diesen Blog legen zu können und Nebelgranaten zu werfen.

      Meine aufrichtige Wertschätzung für Dr. Schüssel und sein Team sollten Sie schön langsam zur Kenntnis nehmen können, denn ich habe mir erlaubt, Sie schon einige Male darauf hinzuweisen.

    • Patriot
      13. Dezember 2011 11:15

      @WK

      Zur Beruhigung in der "Sternderl-Frage":
      Um unter die ersten 3 Poster zu kommen, brauchen sie möglichst viele Bewertungen mit 3 Sternen. Ob ihnen dann noch 3 oder 100 andere Poster ein halbes Sternderl geben, ist völlig unerheblich! Es zählt nämlich NICHT der Schnitt!

    • Cotopaxi
      13. Dezember 2011 11:19

      @phaidros

      Da haben Sie vermutlich recht. Die Systemmedien spielen beim Aufbau der Lügengebäude auch eine bedeutende Rolle. Hinzu kommt, dass wir heute Politiker an der Spitze haben, die von der Staatsführung im Grunde keine Ahnung haben.

    • Wertkonservativer
      13. Dezember 2011 11:40

      Das weiß ich schon seit langem, werter @Patriot!

      Ich wundere mich halt manchmal über die doch recht ansehnliche Schar derer, die es mir auf diese anonyme Weise so richtig hineinsagen wollen!
      Dabei bin ich doch ein so harmloser, tumber Wertkonservativling, der keiner Fliege was zuleide tut!!
      Und dann diese eklige Abqualifiziererei! Das muss einen ja doch wirklich ärgern, oder?? :-))

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • mike1
      13. Dezember 2011 14:34

      @ wertkonservativer vom 13. Dezember 2011 11:40

      lieber Gerhard !

      ich würd' es mir nicht antun, auf die eigenartige sprache des herrn cotopaxi ( "Schwarzen Schleim über diesen Blog"...) einzugehen. ich ziehe es vor, nur auf gute argumente von blogteilnehmern zu reagieren. auf eventuelle beleidigungen würd ich nicht eingehen !

      leider bin ich derzeit ziemlich unter zeitdruck, laufend im ausland unterwegs, und hab keine zeit, mich hier einzubringen !

      liebe grüße
      mike

    • Wertkonservativer
      13. Dezember 2011 15:57

      Mike, Du bist einfach ein lieber Freund (eine Freude für mein altes Herz!)!

      Danke für Deine Freundschaft, und auf noch eine gute Zeit, unsere Freundschaft zu
      vertiefen!

      Herzlich

      Gerhard

      (mail.at@gerhard@michler.at)

  35. phaidros
    13. Dezember 2011 06:21

    private Geldverleiher kommen hingegen in der Beliebtheit gleich nach den Henkern und Lobbyisten.

    Nichts Neues unter der Sonne.

    Die viel kritisierten und als Spekulanten dämonisierten Geldverleiher waren in der Regel ganz biedere Sparer, Pensionsfonds, Versicherungen oder ausländische Staaten. Sie wollten eigentlich nur Geld sicher anlegen.

    Mittlerweile glaube ich, dass es sich um Skalenproblem handelt. Es gibt Effekte, für die es im Kleinen nicht den kleinsten Hinweis gibt, nicht einmal Relevanz haben, die aber unvermeidbar auftreten, wenn viele dieser kleinen Effekte kombiniert werden.

    Ein Beispiel: Ein Stau ist so ein Skalenproblem. Ein Auto allein staut nicht, das fährt. Erst wenn viele Autos dasselbe machen, besteht die Gefahr, dass die Straße überlastet wird, und ein Stau sich bildet.

    Mit den Anlegern scheint es mir genau dasselbe zu sein: einer allein ist einfach vorsichtig und umsichtig. In der 10- und 100-millionenfachen Kombination entsteht allerdings der Eindruck, als ob jemand gezielt gegen einzelne Länder vorginge und Fäden ziehen würde! Deswegen sprießen genau darüber auch immer Verschwörungstheorien.

    Jetzt ist guter Rat teuer.

    Na, was wird's wohl werden? Zwangsanleihen, in welcher Form auch immer.

    Aufpassen also, was man mit seinen Sichtguthaben anstellt, und ob man die einfach stehen lassen möchte.

    BG phaidros.vie@gmail.com

  36. Anton Volpini
    13. Dezember 2011 06:03

    Max Otte hat vor einigen Monaten ein in den 1970 er Jahren, von Adam Fergusson geschriebenes Buch, neu aufgelegt, und ein sehr scharfes gegenwartsbezogenens Vorwort dazugeschrieben. Das Buch trägt den trockenen Titel " Das Ende des Geldes ", ist aber alles andere als ein trocken geschriebenes Ökonomenbuch, sondern ein sehr schön und spannend formuliertes Historikerbuch, und beschreibt den Niedergang der deutschen Mark und der österreichischen Krone, bedingt durch den ersten Weltkrieg und den darauf folgenden Repressalien durch die Siegermächte.
    Hier ein kurzer Auszug von Adam Fergusson:

    "Die Gefahr, die erkannt werden werden muss, liegt in den Auswirkungen, die eine Inflation - unabhängig von ihren Ursachen - auf eine Nation, ihre Regierung, ihre Bevölkerung, ihre Autoritäten und die Gesellschaft hat. Je materialistischer die Gesellschafter, desto grausamer die Folgen der Inflation. Wenn das, was die besiegten Mittelmächte zu Beginn der 1920 er Jahre erlebten, irgendeine Erkenntnis für die Gegenwart und Zukunft bietet, dann diese:
    Der Zusammenbruch des anerkannten, traditionellen, vertrauensgeprägten Zahlungsmittel, der eigenen Währung also, die als Wertmaßstab aller Dinge dient, die den sozialen Status garantiert, von der die Gesllschaft abhängt und in der die Früchte der Arbeit bewahrt werden, löste eine enorme Gier, ein derart großes Unglück und einen solchen Hass aus - ein Gefühl, das zum großen Teil das Ergebnis nackter Angst war - , wie sie keine Gesellschaft unbeschadet überstehen kann."

    • brechstange
      13. Dezember 2011 09:00

      Danke für den Buchtipp, Herr Volpini.

      So neu ist die Situation gar nicht, wie sie immer von unseren lieben Politiker dargestellt wird. Bereits damals gab es Pyramidenspiele, riskante Spekulationen, Betrügereien und Verflechtungen. Man denke an die Phönix-Versicherung oder den Postsparkassenskandal.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nix-Skandal
      http://de.wikipedia.org/wiki/Postsparkassenskandal
      Was neu ist, ist die Technologie, die hinter dem Finanzapparat steht und dass kein unmittelbarer Krieg vorliegt. Die Technologie wird möglicherweise die Abläufe beschleunigen, der fehlende Krieg lässt Hoffnung aufkommen, dass die Auswirkungen nicht so katastrophal für die Menschen sein werden.

      Es wird an uns liegen, Menschen aufzuklären, Eigenverantwortung zu übernehmen, zu lernen und mitzubestimmen.

    • Anton Volpini
      13. Dezember 2011 09:22

      Was an diesem Buch - unter Vielem anderen - so faszinierend ist, brechstange, ist die Beschreibung ihrer Wahrnehmungen von einigen Betroffenen.
      Während der Inflation nimmt man nicht die Inflation selbst als solche wahr, sondern die Verteuerungen der Lebensmittel, Mieten und Staatsabgaben. Das wiederum führt in der betroffenen Gesellschaft zu Schuldzuweisungen, welche einerseits zu dem oben beschriebenen Hass führen und andererseits aber "Gewinnler" in ihrer Gier "hinaufspülen".
      Fergusson begründet den oben zitierten Absatz auf den folgenden zig Seiten, auf denen dann klar hervorgeht, daß im eigentlichen Sinne nicht die Gier am Anfang steht, sondern die Inflation.
      Erinnert Sie das an irgendwas brechstange?
      Da wird vielleicht sogar mein Freund Johann umdenken müssen, wenn er dieses Buch gelesen hat?

    • brechstange
      13. Dezember 2011 09:50

      Herr Volpini,
      es erinnert mich an Faymanns Zeit für Gerechtigkeit und an alle Politiker, die in Inflation eine Lösung des Verschuldungsproblems sehen, die die Gelddruckmaschine anwerfen wollen, ob direkt oder indirekt über den IWF und wahrscheinlich dafür beten, dass das Geld nicht im Finanzsystem hängenbleibt und endlich in der Realwirtschaft ankommt und Erlösung bringt. Es erinnert mich an die ungesunden Verflechtungen zwischen Politik, Banken und Konzernen und der damit einhergehenden Ausschaltung des für eine Marktwirtschaft unbedingt notwendigen Wettbewerbs.

      Es gibt mehr Parallelen zur Zwischenkriegszeit als uns lieb sein sollte.

    • Anton Volpini
      13. Dezember 2011 11:40

      brechstange, mich errinnert es daran, daß wir stimmungsmäßig schon mitten drinn sind, in der Inflation. Die ganze politische Verteilungsdiskussion wird ja nur mehr hasserfüllt geführt. Die Schuldzuweisungen an die Spekulanten, die in ihrer Gier den Hals nicht voll kriegen können, sind das nicht eh schon Inflationsgewinnler?
      Wenn wir seit 1960 ? die Weltwirtschaftsleistung verdreifacht haben, die Geldmenge aber über die Dollarschwemme verwievieltfacht haben, sind wir dann nicht schon mittendrinn?
      Seit wann wird die Geldmenge nach M1 nicht mehr veröffentlicht? Seit drei Jahren oder vier?
      Wenn jetzt die EZB auch noch zum Gelschwemmen anfäng, dann wird wohl der Damm gebrochen sein!

    • brechstange
      13. Dezember 2011 11:47

      Sie haben recht, Herr Volpini, stimmungsmäßig sind wir drinnen. Doch dies alles spielt sich am Geldsektor ab, die Realwirtschaft ist nur teilweise betroffen, noch, weil es viele Überkapazitäten gibt. Ich denke eher, dass mit der Geldschwemme ein Deflationsszenario verhindert werden möchte.

    • lurkerabove
      13. Dezember 2011 16:10

      Danke für diese schöne Zusammenfassung der Folgen von Inflation för die kollektive Psyche!

      Positiv finde ich aber, dass auch unser Kanzlerdarsteller zu wissen scheint, was passiert, wenn breiten Schichten der Bevölkerung die Ersparnisse durch Inflation weggenommen werden. (Denen, die etwas gespart hatten, und sich dann sehr für dumm verkauft vorkamen. In der linken Historiker-Diktion heisst das zwar verächtlich "Kleinbürger", aber Failmann weiss sehr genau, dass man heute dazu "Mittelstand" sagt.)

      Daher der grundsätzliche Schwenk der SPÖ. (Neben dem offensichtlichen Grund, dass unser Kanzlerdarsteller jetzt sagen kann, dass nur die böse EU das beschlossen hat, und er selber da keierlei Verantwortung trägt :-)

      P.S.:
      Die passende Strophe aus Kiplings "Gods of the copybook headings" dürfte den Diskutanten hier mittlerweile bekannt sein, wenn ich nicht irre :-)

    • Anton Volpini
      13. Dezember 2011 22:30

      Ja lurkerabove, das wunderschöne Gedicht von Kipling kenn ich mittlerweile, dank Ihnen. Aber der Ausspruch " wenn ich nicht irre " stammt nicht von ihm, sondern eher von Sam Hawkins, oder ? :-)
      Faymann weiß um die Explosivität der Verteuerung der Lebensmittel, verursacht durch Inflation, sehr gut Bescheid, wie auch alle anderen maßgeblichen Politiker der anderen europäischen Länder. Denn sonst würden sie nicht alle die Handelsketten dazu anhalten, Preissteigerungen der Lieferanten nicht zuzulassen. Und so befindet sich der produktive Sektor in einer Zwickmühle: einerseits werden durch Spekulationen die Rohstoffpreise in astronomische Höhen getrieben, andererseits kriegen wir aber diese Kostensteigerungen Richtung unserer Kunden nicht weiter. brechstange begründet dies damit, daß im produktiven Sektor noch Überkapazitäten vorhanden sind, womit sie Recht hat. Aber wie lange geht das rein wirtschaftlich noch so?
      Nun zumindest so lange, bis auf der Angebotsseite durch Wegfall, was immer deren Ursache ist, der Produktionskapazitäten ein Engpass entstanden ist. Dann setzen sich die Verteuerungen durch, wurscht wie sehr der Hr. Faymann dann die Teuerungstrommel rührt, wie er es schon 2008 vorexerziert hat.
      Dann tritt der Zustand ein, der von Fergusson oben beschrieben wird, wir befinden uns m. M. nach gerade in dessen Vorhof.
      Ohne, daß ich jetzt schwarzmahlen will, ich kriegs nur jeden Tag mit!

    • dickbrettbohrer (kein Partner)
      14. Dezember 2011 08:35

      Und weil die Lebensmittel nicht teurer werden dürfen, werden sie schlechter. Auch das ist eine indirekte Folge der Inflation: Produktverschlechterung.
      In den produzierenden Betrieben muß rationalisiert werden auf Teufel komm heraus - siehe Fleischproduktion, siehe Gentechnik, siehe Monokulturen. Was das betrifft, denke ich in religiösen Dimensionen: Gott wird die Menschen bestrafen, wenn sie jede Achtung vor Leben und jedes Mitleid mit der Kreatur verlieren. Die Brutalität gegenüber Tieren wird eines Tages unweigerlich auf das Verhalten der Menschen untereinander übergreifen. Wenn ein Tierleben nichts wert ist, so ist es ein Menschenleben erst recht nicht.

      Leider meinen manche Betrachter, es handele sich um ein Problem der Moral. Das ist ganz und gar nicht der Fall. Das gesellschaftliche Leben paßt sich lediglich den Bedingungen an, die sich ändern. Also ändert sich auch der Mensch. Er muß sich ändern, sonst geht er nicht in einigen Jahren, sondern sofort unter. Wir alle hangeln uns von Tag zu Tag, an Krebskranken kann man beobachten, daß sie alles erdenkliche unternehmen, um nur ein paar Wochen oder Tage herauszuschinden. Niemand möchte als erster untergehen. Also müssen wir unser Verhalten den Bedingungen anpassen, die uns Überleben möglich machen. Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral. Das Gefäß bestimmt die Form der Flüssigkeit, nicht Wünschen und Wollen. Das menschliche Verhalten unterliegt den Gesetzen der Schöpfung.

      Eines der Gesetze lautet: wenn der Mensch etwas bewegt – handelt, arbeitet – dann will er die Veränderungen für sich behalten. Die Veränderung betrachtet er als sein Werk. Das ist eine Form des Eigentums. Wer einen Acker unter Schweiß und Mühen bestellt, wird ernten wollen, und die Ernte gehört tatsächlich ihm. So weit, so banal. Nun will der Mensch sich für die ungewisse Zukunft absichern, das tat schon Robinson auf seiner Insel. Also legt er einen Vorrat an Korn an. Man stelle sich jetzt vor, im Kornspeicher sinkt der Getreidespiegel allmählich, anfangs beinahe unmerklich. Der Mensch kann sich das nicht erklären und arbeitet zunächst härter und länger, um den Verlust auszugleichen. Schließlich nimmt er das Sinken des Kornpegels nicht wahr, denn seine Jugend verleiht ihm Kraft, und wenn er Glück hat, steigt der Kornpegel, wenn er sich entsprechend anstrengt. Daß der Pegel schneller steigen müßte weiß er nicht.
      Mit den Jahren das Getreide immer schneller, ja es scheint, als ob es um so weniger werde, je mehr der Mensch arbeitet. Das weckt endlich seinen Verdacht, und er vermutet, daß ihm Getreide gestohlen werde. Die Diebe sind raffiniert, sie lenken den Verdacht von sich ab und auf Personen, die sich gut als Sündenböcke eignen. Den Rest kennen wir. Welche Auswirkungen das auf das sittliche Handeln des Menschen hat, hängt ab von seinem Charakter und den Möglichkeiten, die sich ihm bieten. Die Cleveren schlagen sich auf die Seite der Diebe.

      Von der Situation des Rackerns und Sparens bis zum Moment der Erkenntnis vergehen oft Jahrzehnte! Nach einem Leben voller Entbehrungen stellt man fest, daß man nichts als ein Arbeitstrottel für die Abzocker gewesen ist.

      Neu ist diese Situation nicht, immer war die Menschheit zweigeteilt in jene die schaffen und in jene, die rauben. Neu ist die Dimension, neu sind Intensität und Tempo, in welchem sich das alles abspielt. Befeuert wird dies durch die technischen Möglichkeiten: das Fiatgeld, die Elektronik, die Medien. Der Gedanke der Demokratie ist in ihr praktisches Gegenteil verkehrt.

      Schon in der Bibel wird vor dem Zustand gewarnt, den wir jetzt erleben. Betraf es damals nur eine begrenzte Anzahl von Menschen – einen Volksstamm etwa – so sehen wir uns heute fast global einem Drama gegenüber, dessen Ausgang mehr als ungewiß ist.

    • Anton Volpini
      14. Dezember 2011 10:35

      Ein unglaublich starker Beitrag, dickbrettbohrer! Danke dafür.
      Dazu stellt Adam Fergusson auch fest: "Je materialistischer die Gesellschaft, desto grausamer die Folgen der Inflation"

      Aber sagen Sie, haben Sie nicht sehr viel im "eigentümlichfrei" gepostet, bis das Kommentieren dort abgestellt wurde?

    • dickbrettbohrer (kein Partner)
      14. Dezember 2011 11:15

      Ja, geschätzter Anton Volpini,
      das war ich.

    • brechstange
      14. Dezember 2011 11:40

      Danke, dickbrettboher.

      Ein Gleichnis, das die Situation sehr anschaulich beschreibt.

    • Susanna (kein Partner)
      14. Dezember 2011 13:09

      Danke, Dickbrettbohrer! Ach wenn Sie doch nicht recht hätten!

  37. libertus
    13. Dezember 2011 01:53

    Wenn in Brüssel nicht noch ein "Wunderwuzzi" auf den Plan tritt und seinem Namen gerecht werdend ein Wunder vollbringt, geht Griechenland womöglich noch als "Alpha und Omega" der europäischen Demokratie in die Geschichte ein.

    Gespannt darf man jedenfalls sein, wie die Bevölkerung in den einzelnen Ländern Schuldenbremse bzw. Sparpakete aufnimmt. Wenn man bereits von der Mobilmachung der Gewerkschaften in Italien mit landesweiten Streiks liest, kann man erahnen, was auf uns zu kommt. Und erst wenn sich die "Genossen aller Länder vereinigen" - dann hört sich der Spaß endgültig auf!





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